7213#1.Schemuël,1,1#1. UND es war ein Mann aus ha-Ramataim-Zofim vom Gebirge Efraim, sein Name war Elkana, der Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimite.
7214#1.Schemuël,1,2#2. Und er hatte zwei Frauen, der Name der einen war Hanna und der Name der zweiten Peninna. Nun hatte Peninna Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder.
7215#1.Schemuël,1,3#3. Und jener Mann zog aus seiner Stadt Jahr für Jahr hinauf, um sich niederzuwerfen und dem Ewigen der Scharen zu opfern in Schilo. Dort aber waren die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinehas, Priester dem Ewigen.
7216#1.Schemuël,1,4#4. War da nun der Tag, da Elkana schlachtete, so gab er Peninna, seinem Weib, und allen ihren Söhnen und Töchtern Anteile.
7217#1.Schemuël,1,5#5. Hanna aber gab er einen Teil obendrauf, denn er liebte Hanna, obschon der Ewige ihren Schoß verschlossen hatte.
7218#1.Schemuël,1,6#6. Ihr Mitweib aber fügte ihr Kränkung über Kränkung zu, durch ihr Vorwerfen, daß der Ewige ihren Mutterschoß verschlossen hatte.
7219#1.Schemuël,1,7#7. So tat er Jahr für Jahr. So oft sie zum Haus des Ewigen hinaufzog, kränkte sie jene; da weinte sie und aß nicht.
7220#1.Schemuël,1,8#8. Da sprach zu ihr Elkana, ihr Mann: «Hanna, warum weinst du, und warum ißt du nicht, und warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht besser als zehn Söhne?»
7221#1.Schemuël,1,9#9. Hanna aber stand auf, nachdem man gegessen hatte zu Schilo und getrunken, und Eli, der Priester, saß auf dem Stuhl an dem Türpfosten des Tempels des Ewigen,
7222#1.Schemuël,1,10#10. sie aber war verbitterten Gemüts, betete zum Ewigen und weinte sehr.
7223#1.Schemuël,1,11#11. Und sie tat ein Gelöbnis und sprach: «Ewiger der Scharen, wenn du sehen wirst auf das Elend deiner Magd und meiner gedenkst und deine Magd nicht vergißt und deiner Magd männlichen Samen gibst, so will ich ihn dem Ewigen weihen alle Tage seines Lebens, und ein Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen.»
7224#1.Schemuël,1,12#12. Es war aber, als sie lange vor dem Ewigen betete, - Eli aber achtete auf ihren Mund:
7225#1.Schemuël,1,13#13. Hanna, die redete zu ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber wurde nicht gehört -, da hielt sie Eli für eine Trunkene.
7226#1.Schemuël,1,14#14. Da sagte Eli zu ihr: «Wie lange willst du dich trunken zeigen? Tu deinen Weinrausch von dir!»
7227#1.Schemuël,1,15#15. Hanna aber antwortete und sprach: «Nein, mein Herr, ein Weib schweren Gemüts bin ich, Wein und Rauschtrank habe ich nicht getrunken, meine Seele habe ich vor dem Ewigen ausgeschüttet.
7228#1.Schemuël,1,16#16. Halte deine Magd nicht für ein ruchloses Weib, denn aus großem Kummer und Gram habe ich bisher geredet.»
7229#1.Schemuël,1,17#17. Da antwortete Eli und sprach: «Geh in Frieden, und der Gott Jisraëls gewähre deine Bitte, die du von ihm erbeten hast.»
7230#1.Schemuël,1,18#18. Und sie sprach: «Mag deine Magd Gunst finden in deinen Augen!» Dann ging das Weib ihres Weges und aß, und hatte ihr (betrübtes) Gesicht nicht mehr.
7231#1.Schemuël,1,19#19. Und sie machten sich früh am Morgen auf, warfen sich nieder vor dem Ewigen und kehrten zurück und kamen in ihr Haus nach ha-Rama. Dann erkannte Elkana sein Weib Hanna, und der Ewige gedachte ihrer.
7232#1.Schemuël,1,20#20. Und es war nach dem Umlauf der Tage, da war Hanna schwanger geworden, und sie gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Schemuël, denn: «Vom Ewigen habe ich ihn erbeten.»
7233#1.Schemuël,1,21#21. Da zog der Mann, Elkana, und sein ganzes Haus hinauf, um dem Ewigen das jährliche Opfer und sein Gelöbnis darzubringen,
7234#1.Schemuël,1,22#22. Hanna aber zog nicht hinauf; denn sie sprach zu ihrem Mann: «Bis der Knabe entwöhnt sein wird, dann bringe ich ihn hin, daß er vor dem Antlitz des Ewigen erscheine und dort bleibe für immer.»
7235#1.Schemuël,1,23#23. Da sagte ihr Elkana, ihr Mann: «Tu, was recht ist in deinen Augen, bleib, bis du ihn entwöhnt hast, möge nur der Ewige sein Wort erfüllen!» Und das Weib blieb, und sie säugte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt hatte.
7236#1.Schemuël,1,24#24. Dann nahm sie ihn mit sich hinauf, sobald sie ihn entwöhnt hatte, mit drei Stieren und einem Efa Mehl und einem Schlauch Wein, und sie brachte ihn in das Haus des Ewigen nach Schilo. - Und der Knabe war noch klein.
7237#1.Schemuël,1,25#25. Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli.
7238#1.Schemuël,1,26#26. Da sprach sie: «Ach, mein Herr, - Leben deiner Seele! Mein Herr, ich bin das Weib, das bei dir hier gestanden, um zum Ewigen zu beten.
7239#1.Schemuël,1,27#27. Um diesen Knaben habe ich gebetet, und der Ewige hat mir meine Bitte gewährt, die ich von ihm erbeten.
7240#1.Schemuël,1,28#28. So erbiete ich ihn dem Ewigen; alle Tage, die er lebt, sei er dem Ewigen erboten.» Dann warf er sich dort nieder vor dem Ewigen.
7241#1.Schemuël,2,1#1. Und Hanna betete und sprach: «Es jubelt mir das Herz im Ewigen, Erhöht ist durch den Ewigen mein Horn, Weit wegen meiner Hasser ist mein Mund, Ich freu mich deiner Hilfe.
7242#1.Schemuël,2,2#2. Ist Keiner heilig wie der Ewge, Ja, Keiner außer dir, Kein Fels wie unser Gott!
7243#1.Schemuël,2,3#3. Häuft nimmer Reden hochmutsvoll, Vermessenes entfahr nicht eurem Mund; Denn Gott des Wissens ist der Ewige, Ihm sind die Taten ausgemessen.
7244#1.Schemuël,2,4#4. Die Bogenhelden schrecken nieder, Und Strauchelnde umgürten sich mit Kraft.
7245#1.Schemuël,2,5#5. Die Satten dingen sich um Brot, Die hungern, müssens nimmermehr. Die unfruchtbar, gebärt noch sieben, Die Kinderreiche welkt dahin.
7246#1.Schemuël,2,6#6. Der Ewge tötet und belebt, Senkt in die Gruft und holt herauf.
7247#1.Schemuël,2,7#7. Der Ewge macht arm, macht reich, Erniedrigt und erhöht auch.
7248#1.Schemuël,2,8#8. Er richtet aus dem Staub empor den Niedern, Und aus dem Kot höht er den Elenden, Um ihn zu setzen mit den Fürsten, Den Thron der Ehre weist er ihnen zu; Sind ja des Ewigen der Erde Säulen, das Festland hat er drauf gestellt.
7249#1.Schemuël,2,9#9. Er hütet seiner Frommen Tritte, Die Ruchlosen im Dunkel stummen, Denn nicht durch Stärke siegt der Mann.
7250#1.Schemuël,2,10#10. Der Ewge - seine Widersacher schrecken nieder, Darob im Himmel donnert er, Der Ewge richtet Weltenenden Und seinem König gibt er Macht, Erhöht das Horn des ihm Gesalbten.»
7251#1.Schemuël,2,11#11. Und Elkana ging nach ha-Rama in sein Haus; der Knabe aber war ein Diener dem Ewigen vor Eli, dem Priester.
7252#1.Schemuël,2,12#12. Elis Söhne jedoch waren ruchlose Menschen, sie kannten den Ewigen nicht.
7253#1.Schemuël,2,13#13. Und das Verhalten der Priester gegenüber dem Volk war: Sooft jemand ein Opfer schlachtete, kam der Bursch des Priesters, wenn man das Fleisch kochte, mit der dreizinkigen Gabel in der Hand
7254#1.Schemuël,2,14#14. und stieß in den Kessel oder Topf oder in die Pfanne oder in den Tiegel; was immer dann die Gabel heraufbrachte, nahm der Priester davon. So taten sie ganz Jisraël, denen, die dorthin nach Schilo kamen.
7255#1.Schemuël,2,15#15. Sogar noch bevor man das Fett in Rauch aufgehn ließ, kam des Priesters Bursch und sagte zu dem Schlachtenden: «Gib Fleisch her für den Priester zu braten, er nimmt von dir kein gekochtes Fleisch, sondern nur rohes.»
7256#1.Schemuël,2,16#16. Wenn nun jener zu ihm sagte: «Sollen sie doch jetzt erst das Fett in Rauch aufgehn lassen, dann nimm dir, wie es deine Seele begehrt», so sprach er: «Nein, jetzt sollst du es geben; wenn nicht, so nehm ichs mit Gewalt.»
7257#1.Schemuël,2,17#17. So war die Sünde der Burschen sehr groß vor dem Ewigen, denn die Leute höhnten die Opfergabe des Ewigen.
7258#1.Schemuël,2,18#18. Schemuël aber tat Dienst vor dem Ewigen - ein Knabe, umgürtet mit einem leinenen Efod-1-. -1) Schulterkleid.++
7259#1.Schemuël,2,19#19. Und ein kleines Oberkleid macht ihm seine Mutter und brachte es ihm hinauf Jahr für Jahr, wenn sie mit ihrem Mann hinaufzog, das jährliche Opfer zu schlachten.
7260#1.Schemuël,2,20#20. Dann segnete Eli Elkana und sein Weib und sprach: «Der Ewige gebe dir Samen von diesem Weib anstatt des Erbietens, das man dem Ewigen erboten.» Und sie gingen an seinen Ort.
7261#1.Schemuël,2,21#21. Denn Gott bedachte Hanna, und sie ward schwanger und gebar drei Söhne und zwei Töchter. Und der Knabe Schemuël wuchs heran bei dem Ewigen.
7262#1.Schemuël,2,22#22. Und Eli war sehr alt, und er hörte alles, was seine Söhne ganz Jisraël taten, und daß sie den Frauen beilagen, die sich am Eingang des Erscheinungszeltes scharten.
7263#1.Schemuël,2,23#23. Und er sprach zu ihnen: «Warum tut ihr dergleichen, wie ich diese eure bösen Dinge höre von dem ganzen Volk?
7264#1.Schemuël,2,24#24. Nicht doch, meine Söhne, denn nicht gut ist das Gerücht, das ich das Volk des Ewigen verbreiten höre.
7265#1.Schemuël,2,25#25. Wenn ein Mann gegen den andern sündigt, so kann Gottheit ihn schützen, wenn aber gegen den Ewigen ein Mann sündigt, wer sollte da für ihn Schutz erwirken?» Sie hörten aber nicht auf die Stimme ihres Vaters; denn der Ewige wollte sie töten.
7266#1.Schemuël,2,26#26. Doch der Knabe Schemuël wurde immer größer und wohlgefälliger, sowohl beim Ewigen als bei den Menschen.
7267#1.Schemuël,2,27#27. Da kam ein Gottesmann zu Eli und sprach zu ihm: «So spricht der Ewige: Habe ich mich offenbart deinem Vaterhause, als sie in Mizraim am Haus Par'os waren,
7268#1.Schemuël,2,28#28. und habe es erwählt von allen Stämmen Jisraëls, mir zum Priester, an meinem Altar hinanzusteigen, um Räucherwerk darzubringen, ein Efod vor mir zu tragen, und gab ich deinem Vaterhaus alle Feueropfer der Kinder Jisraël?
7269#1.Schemuël,2,29#29. Warum gebt ihr meinem Schlacht- und Mehlopfer, das ich geboten, den Fußtritt, (scheel) blickend, und ehrst du deine Söhne mehr als mich, euch zu mästen mit dem Ersten aller Gaben meines Volkes Jisraël?
7270#1.Schemuël,2,30#30. Darum ist der Spruch des Ewigen, des Gottes Jisraël: Ich dachte, dein Haus und das Haus deines Vaters werden vor mir wandeln bis in Ewigkeit. Nun aber ist der Spruch des Ewigen: Schmach sei es mir! Denn die mich ehren, ehre ich; und die mich verachten, werden gering.
7271#1.Schemuël,2,31#31. Sieh, Tage kommen, da haue ich ab deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters, daß keiner alt werde in deinem Haus.
7272#1.Schemuël,2,32#32. Und du wirst scheeläugig blicken auf alles, was er Gutes an Jisraël tut, und ein Greis soll nimmer sein in deinem Haus, allezeit.
7273#1.Schemuël,2,33#33. Doch einen Mann will ich dir nicht ausgehn lassen an meinem Altar, daß deine Augen vergehen und deine Seele sich verzehre, aller Zuwachs deines Hauses aber wird sterben, (die) Männer.
7274#1.Schemuël,2,34#34. Und dies sei dir das Zeichen, das, was deine beiden Söhne treffen wird, Hofni und Pinehas: An einem Tag werden sie beide sterben.
7275#1.Schemuël,2,35#35. Ich aber will mir einen getreuen Priester bestellen, der nach meinem Sinn und nach meinem Willen handeln wird; ihm will ich ein zuverlässig Haus errichten, und er wird vor meinem Gesalbten wandeln alle Tage.
7276#1.Schemuël,2,36#36. Und es wird sein: Wer von deinem Haus übrig bleibt, der wird kommen, sich vor ihm hinzuwerfen um ein Geldstück oder um ein Flachbrot und sprechen: ,Geselle mich doch einer der Priesterschaften zu, daß ich ein Stück Brot esse.'»
7277#1.Schemuël,3,1#1. Und der Knabe Schemuël diente dem Ewigen vor Eli. Das Wort des Ewigen aber war selten in jenen Tagen, Gesichte waren nicht verbreitet.
7278#1.Schemuël,3,2#2. Es war nun zu jener Zeit - Eli lag an seinem Ort, und seine Augen hatten begonnen trübe zu sein, er konnte nicht sehen,
7279#1.Schemuël,3,3#3. und die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen, und Schemuël lag im Tempel des Ewigen, wo die Lade Gottes stand -
7280#1.Schemuël,3,4#4. da rief der Ewige zu Schemuël. Und er sprach: «Hier bin ich!»
7281#1.Schemuël,3,5#5. Und er lief zu Eli und sagte: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen.» Er aber sprach: «Ich habe nicht gerufen, leg dich wieder hin.» Und er ging und legte sich.
7282#1.Schemuël,3,6#6. Und der Ewige fuhr fort und rief nochmals: «Schemuël!» Da stand Schemuël auf, ging zu Eli und sprach: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen»; er aber sprach: «Ich habe nicht gerufen, mein Sohn, leg dich wieder hin.»
7283#1.Schemuël,3,7#7. Schemuël aber kannte den Ewigen noch nicht, noch hatte sich ihm das Wort des Ewigen nicht offenbart.
7284#1.Schemuël,3,8#8. Und der Ewige fuhr fort und rief: «Schemuël», zum drittenmal; und er stand auf und ging zu Eli und sprach: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen!» Da merkte Eli, daß der Ewige den Knaben rief.
7285#1.Schemuël,3,9#9. Da sprach Eli zu Schemuël: «Geh, leg dich hin, und es wird sein, wenn es dir wieder zuruft, so sprich: ,Rede, Ewiger, denn dein Knecht hört.'» Und Schemuël ging und legte sich hin an seinem Ort.
7286#1.Schemuël,3,10#10. Da kam der Ewige, stellte sich hin und rief wie Mal um Mal: «Schemuël, Schemuël!» Und Schemuël sprach: «Rede, denn dein Knecht hört.»
7287#1.Schemuël,3,11#11. Da sprach der Ewige zu Schemuël: «Sieh, ich tue etwas in Jisraël, wovon jedem, der es hört, beide Ohren gellen sollen.
7288#1.Schemuël,3,12#12. An jenem Tag will ich an Eli verwirklichen alles, was ich über sein Haus geredet habe, beginnen und enden.
7289#1.Schemuël,3,13#13. Und ich tue ihm kund, daß ich sein Haus richte bis in Ewigkeit; um die Sünde, daß er gewußt, daß seine Söhne sich verlästern, und er ihnen nicht Einhalt getan.
7290#1.Schemuël,3,14#14. Deshalb habe ich geschworen dem Haus Elis: Ob gesühnt wird die Schuld des Hauses Eli durch Schlachtopfer oder Mehlopfer bis in Ewigkeit!»
7291#1.Schemuël,3,15#15. Und Schemuël lag bis zum Morgen, dann öffnete er die Türen am Haus des Ewigen. Und Schemuël fürchtete, die Schau Eli zu berichten.
7292#1.Schemuël,3,16#16. Eli aber sprach: «Schemuël, mein Sohn!» Und er sprach: «Da bin ich.»
7293#1.Schemuël,3,17#17. Und er sprach: «Was war es, was der Ewige zu dir geredet? Hehle es mir nicht; so tue dir Gott an, so und noch mehr, wenn du mir etwas verhehlst von allem, was er zu dir gesprochen!»
7294#1.Schemuël,3,18#18. Da berichtete ihm Schemuël alles und verhehlte ihm nichts. Und er sprach: «Der Ewige ist es; was recht ist in seinen Augen, tue er.»
7295#1.Schemuël,3,19#19. Und Schemuël wuchs heran, und der Ewige war mit ihm und ließ nichts von all seinen Worten zur Erde fallen.
7296#1.Schemuël,3,20#20. Und ganz Jisraël von Dan bis Beer-Scheba erkannte, daß Schemuël bewährt war als gottbegeistet vom Ewigen.
7297#1.Schemuël,3,21#21. Und der Ewige fuhr fort, sich schauen zu lassen in Schilo, denn der Ewige offenbarte sich Schemuël in Schilo mit dem Wort des Ewigen.
7298#1.Schemuël,4,1#1. Und das Wort Schemuëls erging an ganz Jisraël, und Jisraël zog aus, den Pelischtäern entgegen, zum Krieg, und sie lagerten bei Eben-ha-Eser, und die Pelischtäer lagerten bei Afek.
7299#1.Schemuël,4,2#2. Und die Pelischtäer ordneten sich gegen Jisraël. Und der Kampf griff um sich, und Jisraël wurde geschlagen vor den Pelischtäern, und sie erschlugen auf dem Kampfplatz auf dem Feld an viertausend Mann.
7300#1.Schemuël,4,3#3. Als aber das Volk ins Lager gekommen war, sprachen die Ältesten Jisraëls: «Warum hat uns heute der Ewige vor den Pelischtäern geschlagen? Laßt uns aus Schilo die Bundeslade des Ewigen holen, daß sie in unsere Mitte komme und uns aus der Hand unserer Feinde rette.»
7301#1.Schemuël,4,4#4. Da schickte das Volk nach Schilo, und man brachte von dort die Bundeslade des Ewigen der Scharen, des Kerubimthronenden. Und dort waren die beiden Söhne Elis bei der Bundeslade Gottes, Hofni und Pinehas.
7302#1.Schemuël,4,5#5. Es war nun, als die Bundeslade des Ewigen in das Lager kam, da erhob ganz Jisraël ein großes Lärmgeschrei, daß die Erde erdröhnte.
7303#1.Schemuël,4,6#6. Als nun die Pelischtäer das Lärmgeschrei hörten, sprachen sie: «Was ist dies große Lärmgeschrei im Lager der Hebräer?» Da merkten sie, daß die Lade des Ewigen in das Lager gekommen war.
7304#1.Schemuël,4,7#7. Da fürchteten die Pelischtäer, denn sie sagten: «Gott ist ins Lager gekommen.» Und sie sprachen: «Wehe uns, denn so war es nicht gestern und ehegestern.
7305#1.Schemuël,4,8# 8. Wehe uns! Wer wird uns aus der Hand dieser gewaltigen Götter erretten? Das sind ja jene Götter, die die Mizräer mit allerlei Plagen geschlagen in der Wüste.
7306#1.Schemuël,4,9#9. Seid stark, werdet Männer, Pelischtäer, damit ihr nicht Knechte werdet den Hebräern, wie sie euch Knechte waren; werdet denn Männer und kämpfet!»
7307#1.Schemuël,4,10#10. Da kämpften die Pelischtäer, und Jisraël wurde geschlagen, und sie flohen, ein jeder zu seinem Zelt. Und es ward der Schlag sehr groß, und es fielen von Jisraël dreißigtausend Mann, Marschfähige.
7308#1.Schemuël,4,11#11. Und die Lade Gottes wurde genommen, und die beiden Söhne Elis starben, Hofni und Pinehas.
7309#1.Schemuël,4,12#12. Da lief ein Mann von Binjamin vom Schlachtfeld und kam nach Schilo an jenem Tag; und seine Gewänder waren zerrissen, und Erde war auf seinem Haupt.
7310#1.Schemuël,4,13#13. Und als er ankam, da saß eben Eli auf dem Stuhl an der Seite des Weges, ausschauend; denn sein Herz war unruhig wegen der Lade Gottes. Als nun der Mann kam, um in der Stadt zu berichten, da schrie die ganze Stadt auf.
7311#1.Schemuël,4,14#14. Als Eli das Wehgeschrei hörte, da sprach er: «Was bedeutet dieses lärmende Geschrei?» Und der Mann eilte herzu und berichtete Eli.
7312#1.Schemuël,4,15#15. Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren starr geworden, und er konnte nicht mehr sehen.
7313#1.Schemuël,4,16#16. Und der Mann sagte zu Eli: «Ich bin es, der da vom Schlachtfeld gekommen ist, und ich bin heute vom Schlachtfeld geflohen.» Da sagte er: «Wie war die Sache, mein Sohn?»
7314#1.Schemuël,4,17#17. Und der Künder antwortete und sprach: «Geflohen ist Jisraël vor den Pelischtäern, ja es war ein großer Gottesschlag im Volk, und auch deine beiden Söhne sind tot, Hofni und Pinehas, und die Lade Gottes ist genommen.»
7315#1.Schemuël,4,18#18. Es war aber, als er die Lade Gottes erwähnte, da fiel er vom Stuhl rücklings über die Seite des Tores hinweg, und sein Genick brach, und er starb. Denn der Mann war alt und gewichtig. Und vierzig Jahre hatte er Jisraël gerichtet.
7316#1.Schemuël,4,19#19. Seine Schwiegertochter aber, das Weib des Pinehas, war schwanger zum Gebären. Als sie nun die Kunde von der Wegnahme der Lade Gottes hörte, und daß ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, da sank sie nieder und gebar; denn ihre Wehen hatten sie überkommen.
7317#1.Schemuël,4,20#20. Als sie nun am Sterben war, da sprachen die (Frauen), die um sie standen: «Fürchte dich nicht, denn du hast einen Sohn geboren.» Sie aber antwortete nicht und achtete nicht darauf.
7318#1.Schemuël,4,21#21. Und sie nannte den Knaben I-Kabod, was besagt: «Fortgezogen ist die Herrlichkeit-1- von Jisraël», wegen der Wegnahme der Lade Gottes und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. -1) -+kabod-.++
7319#1.Schemuël,4,22#22. Und sie sagte: «Fortgezogen ist die Herrlichkeit von Jisraël, denn genommen ist die Lade Gottes.»
7320#1.Schemuël,5,1#1. Die Pelischtäer aber nahmen die Lade Gottes und brachten sie von Eben-ha-Eser nach Aschdod.
7321#1.Schemuël,5,2#2. Darauf nahmen die Pelischtäer die Lade Gottes und brachten sie in das Haus des Dagon und stellten sie neben Dagon.
7322#1.Schemuël,5,3#3. Als aber die Aschdodäer am andern Morgen aufgestanden waren, da lag Dagon vor ihr auf der Erde, vor der Lade des Ewigen. Da nahmen sie den Dagon und stellten ihn wieder an seine Stelle.
7323#1.Schemuël,5,4#4. Als sie aber am andern Morgen früh aufgestanden waren, sieh, da lag Dagon vor ihr auf der Erde, vor der Lade des Ewigen, der Kopf des Dagon und die beiden Hände abgeschlagen an der Schwelle, nur der Dagon(rumpf) war daran geblieben.
7324#1.Schemuël,5,5#5. Darum treten die Priester des Dagon und alle, die in das Haus des Dagon kommen, nicht auf die Schwelle des Dagon in Aschdod, bis auf diesen Tag.
7325#1.Schemuël,5,6#6. Und die Hand des Ewigen wuchtete auf den Aschdodäern, und er verheerte sie und schlug sie mit Beulen, Aschdod und sein Gebiet.
7326#1.Schemuël,5,7#7. Als nun die Leute von Aschdod sahen, daß es so war, da sagten sie: «Nicht soll die Lade des Gottes Jisraëls bei uns bleiben, denn hart liegt seine Hand auf uns und auf unserm Gott Dagon.»
7327#1.Schemuël,5,8#8. Da schickten sie hin und versammelten alle Fürsten der Pelischtäer zu sich und fragten: «Was sollen wir tun mit der Lade des Gottes Jisraëls?» Und die sprachen: «Nach Gat ziehe die Lade des Gottes Jisraëls hinüber.» Und man führte die Lade des Gottes Jisraëls hinüber.
7328#1.Schemuël,5,9#9. Aber es war, nachdem sie sie hinübergeführt hatten, da war die Hand des Ewigen über der Stadt - eine sehr große Zerrüttung -, und er schlug die Männer der Stadt, klein und groß, und es brachen ihnen Beulen hervor.
7329#1.Schemuël,5,10#10. Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron fort. Es war aber, als die Lade Gottes in Ekron ankam, da schrien die Ekroniter auf und sagten: «Sie haben die Lade des Gottes Jisraëls zu mir herübergebracht, um mich zu töten und mein Volk.»
7330#1.Schemuël,5,11#11. Darauf schickten sie hin und versammelten alle Fürsten der Pelischtäer und sprachen: «Schicke die Lade des Gottes Jisraëls weg, daß sie an ihre Stelle zurückkehre und nicht mich und mein Volk töte», denn eine Todeszerrüttung war über der ganzen Stadt, gar schwer war die Hand Gottes dort.
7331#1.Schemuël,5,12#12. Und die Leute, die nicht umgekommen waren, wurden mit Beulen geschlagen, und das Wehgeschrei der Stadt stieg gegen den Himmel.+
7332#1.Schemuël,6,1#1. Und die Lade des Ewigen war sieben Monate im Gefilde der Pelischtäer.
7333#1.Schemuël,6,2#2. Da beriefen die Pelischtäer die Priester und Wahrsager und sprachen: «Was sollen wir mit der Lade des Ewigen machen? Tut uns kund, womit wir sie an ihren Ort schicken sollen.»
7334#1.Schemuël,6,3#3. Da sprachen sie: «Wenn man die Lade des Gottes Jisraëls wegschickt, so schickt sie nicht leer weg, sondern erstattet ihr ein Bußgeschenk, dann werdet ihr geheilt werden, und ihr werdet erfahren, warum seine Hand nicht von euch abläßt.»
7335#1.Schemuël,6,4#4. Da sprachen sie: «Was für ein Bußgeschenk sollen wir ihr erstatten?» Und sie sprachen: «Nach der Anzahl der Fürsten der Pelischtäer, fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse; denn einerlei Gottesschlag hat alle und eure Fürsten getroffen.
7336#1.Schemuël,6,5#5. So macht Abbilder eurer Beulen und Abbilder eurer Mäuse, die das Land verderben, und gebt dem Gott Jisraëls Ehre, vielleicht macht er seine Hand leichter über euch, euren Göttern und eurem Land.
7337#1.Schemuël,6,6#6. Und warum wollt ihr euer Herz verstocken, wie die Mizräer und Par'o ihr Herz verstockt haben? Nicht wahr, als er seine Macht wider sie brauchte, da entließen sie sie, daß sie gingen?
7338#1.Schemuël,6,7#7. Und nun nehmt und verfertigt einen neuen Wagen, dazu zwei säugende Kühe, auf die noch kein Joch gekommen ist, dann spannt die Kühe an den Wagen und führt ihre Jungen hinter ihnen zurück nachhause.
7339#1.Schemuël,6,8#8. Dann nehmt die Lade des Ewigen, stellt sie auf den Wagen, und die goldenen Geräte, die ihr als Bußgeschenk erstatten sollt, legt in einen Kasten neben sie, und laßt sie fortziehn.
7340#1.Schemuël,6,9#9. Gebt dann acht: Wenn sie den Weg nach ihrem Gebiet hinaufgeht, nach Bet-Schemesch, so hat er uns dies große Unglück zugefügt, wenn aber nicht, so werden wir wissen, daß nicht seine Hand uns berührt hat, und daß es uns Zufall gewesen ist.»
7341#1.Schemuël,6,10#10. Da taten die Leute so, nahmen zwei säugende Kühe, spannten sie an den Wagen, ihre Jungen aber hielten sie zuhause zurück.
7342#1.Schemuël,6,11#11. Dann stellten sie die Lade des Ewigen auf den Wagen, und den Kasten, die goldenen Mäuse und die Abbilder ihrer Beulen.
7343#1.Schemuël,6,12#12. Da gingen die Kühe geradezu, den Weg nach Bet-Schemesch, auf einer Straße gingen sie brüllend und bogen weder rechts noch links ab. Und die Fürsten der Pelischtäer gingen hinter ihnen her bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.
7344#1.Schemuël,6,13#13. In Bet-Schemesch aber hielten sie eben den Weizenschnitt im Tal, da hoben sie ihre Augen, sahen die Lade und freuten sich bei dem Anblick.
7345#1.Schemuël,6,14#14. Und als der Wagen an das Feld Jehoschuas von Bet-Schemesch kam, machte er dort halt. Und dort war ein großer Stein. Und sie spalteten das Holz des Wagens und brachten die Kühe als Hochopfer dem Ewigen dar.
7346#1.Schemuël,6,15#15. Die Lewiten aber nahmen die Lade des Ewigen herab und den Kasten daneben, darin die goldenen Geräte waren, und stellten es auf den großen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch brachten Hochopfer dar und schlachteten dem Ewigen Opfer an jenem Tag.
7347#1.Schemuël,6,16#16. Als die fünf Fürsten der Pelischtäer das sahen, kehrten sie nach Ekron zurück an jenem Tag.
7348#1.Schemuël,6,17#17. Und dies sind die goldenen Beulen, welche die Pelischtäer als Bußgeschenk dem Ewigen erstatteten: Für Aschdod eine, für Asa eine, für Aschkelon eine, für Gat eine, für Ekron eine.
7349#1.Schemuël,6,18#18. Und die goldenen Mäuse waren nach der Anzahl aller Städte der Pelischtäer unter den fünf Fürsten, von der befestigten Stadt bis zum offenen Dorf. Und (sie kamen) nach dem großen Abel-1-, worauf sie die Lade des Ewigen hingesetzt hatten, auf dem Feld Jehoschuas von Bet-Schemesch bis auf diesen Tag. -1) Stein.++
7350#1.Schemuël,6,19#19. Und er schlug von den Leuten von Bet-Schemesch, weil sie die Lade des Ewigen gesehen hatten, er schlug vom Volk siebzig Mann, fünfzigtausend Mann. Da trauerte-1- das Volk, daß der Ewige dem Volk einen schweren Schlag versetzt hatte. -1) -+wajjit'abbelu-.++
7351#1.Schemuël,6,20#20. Und die Leute von Bet-Schemesch riefen aus: «Wer kann vor dem Ewigen bestehen, diesem heiligen Gott? Und zu wem soll er nun von uns hinaufziehen?»
7352#1.Schemuël,6,21#21. Da schickten sie Boten zu den Bewohnern von Kirjat-Jearim und ließen sagen: «Die Pelischtäer haben die Lade des Ewigen zurückgebracht; kommt herab und holt sie zu euch hinauf.»
7353#1.Schemuël,7,1#1. Da kamen die Leute von Kirjat-Jearim und führten die Lade des Ewigen hinauf und brachten sie in das Haus Abinadabs auf der Anhöhe und weihten seinen Sohn El'asar, der Lade des Ewigen zu warten.
7354#1.Schemuël,7,2#2. Und es war von dem Tag an, da die Lade sich in Kirjat-Jearim niederließ, da war es eine lange Zeit, es wurden zwanzig Jahre. Und das ganze Haus Jisraël klagte dem Ewigen nach.
7355#1.Schemuël,7,3#3. Schemuël aber sprach zum ganzen Haus Jisraël: «Wenn ihr mit ganzem Herzen zurückkehren wollt zum Ewigen, so schafft die Götter der Fremde aus eurer Mitte fort und die Astarten und richtet euer Herz zum Ewigen und dient ihm allein; dann wird er euch erretten aus der Hand der Pelischtäer.»
7356#1.Schemuël,7,4#4. Da schafften die Kinder Jisraël die Baale und die Astarten fort und dienten dem Ewigen allein.
7357#1.Schemuël,7,5#5. Darauf sprach Schemuël: «Versammelt ganz Jisraël nach ha-Mizpa, dann will ich für euch zum Ewigen beten.»
7358#1.Schemuël,7,6#6. Da versammelten sie sich nach ha-Mizpa und schöpften Wasser und gossen es vor dem Ewigen aus und fasteten an jenem Tag und sprachen dort: «Wir haben gegen den Ewigen gesündigt.» Und Schemuël richtete die Kinder Jisraël in ha-Mizpa.
7359#1.Schemuël,7,7#7. Als nun die Pelischtäer hörten, daß die Kinder Jisraël sich nach ha-Mizpa versammelt hatten, da zogen die Fürsten der Pelischtäer hinauf gegen Jisraël. Und als die Kinder Jisraël dies hörten, da fürchteten sie vor den Pelischtäern.
7360#1.Schemuël,7,8#8. Und die Kinder Jisraël sprachen zu Schemuël: «Schweige unserthalben nicht, zum Ewigen, unserm Gott, zu rufen, daß er uns rette aus der Hand der Pelischtäer.»
7361#1.Schemuël,7,9#9. Da nahm Schemuël ein Milchlamm und brachte es dem Ewigen als Hochopfer, vollverbrannt, dar; dann rief Schemuël für Jisraël zum Ewigen, und der Ewige erhörte ihn.
7362#1.Schemuël,7,10#10. Es war nun, während Schemuël das Hochopfer darbrachte, da rückten die Pelischtäer zum Kampf mit Jisraël heran; da donnerte der Ewige an jenem Tag mit gewaltigem Getöse wider die Pelischtäer, und er brachte sie in Verwirrung, daß sie geschlagen wurden vor Jisraël.
7363#1.Schemuël,7,11#11. Und die Männer Jisraëls rückten aus von ha-Mizpa, setzten den Pelischtäern nach und schlugen sie bis unterhalb von Bet-Kar.
7364#1.Schemuël,7,12#12. Dann nahm Schemuël einen Stein und setzte ihn zwischen ha-Mizpa und ha-Schen. Und er nannte ihn Eben-ha-Eser-1- und sprach: «Bis hierher hat uns der Ewige geholfen.» -1) Stein der Hilfe.++
7365#1.Schemuël,7,13#13. So waren die Pelischtäer gedemütigt und kamen nicht mehr in das Gebiet Jisraëls; und die Hand des Ewigen war auf den Pelischtäern alle Tage Schemuëls.
7366#1.Schemuël,7,14#14. Und es kamen die Städte, die die Pelischtäer von Jisraël weggenommen hatten, an Jisraël zurück, von Ekron bis Gat, samt ihrem Gebiet, das entriß Jisraël der Hand der Pelischtäer. Und es war Friede zwischen Jisraël und dem Emoriter.
7367#1.Schemuël,7,15#15. Und Schemuël richtete Jisraël alle Tage seines Lebens.
7368#1.Schemuël,7,16#16. Und er ging Jahr für Jahr und machte die Runde nach Bet-El, ha-Gilgal und ha-Mizpa, und er richtete Jisraël, alle diese Orte.
7369#1.Schemuël,7,17#17. Und seine Heimkehr war nach ha-Rama; denn dort war sein Haus, und dort richtete er Jisraël. Und er baute dort dem Ewigen einen Altar.
7370#1.Schemuël,8,1#1. Und es war, als Schemuël alt geworden war, da bestellte er seine Söhne zu Richtern über Jisraël.
7371#1.Schemuël,8,2#2. Und der Name seines erstgeborenen Sohnes war Joël, und der Name seines zweiten Abija: Richter in Beer-Scheba.
7372#1.Schemuël,8,3#3. Seine Söhne wandelten aber nicht in seinen Wegen, sondern wandten sich dem Gewinn nach, nahmen Bestechung und beugten das Recht.
7373#1.Schemuël,8,4#4. Da versammelten sich alle Ältesten Jisraëls und kamen zu Schemuël nach ha-Rama
7374#1.Schemuël,8,5#5. und sagten zu ihm: «Siehe, du bist alt, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen, nun, setze uns einen König, uns zu richten, gleich allen Völkern.»
7375#1.Schemuël,8,6#6. Da war die Sache übel in Schemuëls Augen, als sie sagten: «Gib uns einen König, uns zu richten.» Und Schemuël betete zum Ewigen.
7376#1.Schemuël,8,7#7. Da sprach der Ewige zu Schemuël: «Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen, denn nicht dich, sondern mich haben sie verworfen, König über sie zu sein.
7377#1.Schemuël,8,8#8. Wie all ihr Tun, das sie getan seit dem Tag, da ich sie aus Mizraim führte, bis auf diesen Tag, indem sie mich verließen und andern Göttern dienten, so tun sie auch dir.
7378#1.Schemuël,8,9#9. Und nun, höre auf ihre Stimme, jedoch verwarne sie und tu ihnen die Weise des Königs kund, der über sie herrschen soll.»
7379#1.Schemuël,8,10#10. Da sagte Schemuël alle Worte des Ewigen dem Volk, das einen König von ihm forderte.
7380#1.Schemuël,8,11#11. Und er sprach: «Dies wird die Weise des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen und sie sich bestellen für seinen Wagen und seine Reiterei, daß sie vor seinem Wagen herlaufen;
7381#1.Schemuël,8,12#12. und um sie sich als Obere über Tausende oder Obere über fünfzig zu machen, sein Ackerland zu pflügen, seinen Schnitt zu schneiden, seine Kriegsgeräte und sein Wagengeschirr zu verfertigen.
7382#1.Schemuël,8,13#13. Und eure Töchter wird er nehmen zu Salbenmischerinnen, zu Köchinnen und zu Bäckerinnen.
7383#1.Schemuël,8,14#14. Und eure Felder, eure Weinberge, eure Ölbäume, die besten wird er nehmen und seinen Dienern geben.
7384#1.Schemuël,8,15#15. Und von eurem Saatland und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und ihn seinen Höflingen und Dienern geben.
7385#1.Schemuël,8,16#16. Und eure Knechte und Mägde, eure Jünglinge, die besten, und eure Esel wird er nehmen und zu seiner Arbeit verwenden.
7386#1.Schemuël,8,17#17. Eure Schafe wird er zehnten, und ihr werdet ihm Sklaven werden.
7387#1.Schemuël,8,18#18. Wenn ihr dann schreit an jenem Tag wegen eures Königs, den ihr euch erwählt habt, so wird der Ewige euch nicht antworten an jenem Tag.»
7388#1.Schemuël,8,19#19. Aber das Volk weigerte sich, auf Schemuëls Stimme zu hören, und sie sagten: «Nein, ein König soll über uns sein,
7389#1.Schemuël,8,20#20. daß auch wir gleich allen Völkern werden, daß unser König uns richtet, vor uns herzieht und unsere Kriege führt.»
7390#1.Schemuël,8,21#21. Da hörte Schemuël alle Worte des Volkes und redete so vor den Ohren des Ewigen.
7391#1.Schemuël,8,22#22. Der Ewige aber sprach zu Schemuël: «Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie.» Da sagte Schemuël zu den Männern Jisraëls: «Geht, ein jeder nach seiner Stadt.»
7392#1.Schemuël,9,1#1. Und es war ein Mann aus Binjamin, und sein Name war Kisch, ein Sohn Abiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiahs, des Sohnes eines Binjaminiten, ein wackerer Mann.
7393#1.Schemuël,9,2#2. Der hatte einen Sohn, namens Schaul, erlesen und schön. Und es gab keinen schöneren Mann unter den Kindern Jisraël, von seiner Schulter aufwärts das ganze Volk überragend.
7394#1.Schemuël,9,3#3. Nun waren Kisch, dem Vater Schauls, die Eselinnen verloren gegangen. Da sagte Kisch zu seinem Sohn Schaul: «Nimm doch mit dir einen der Burschen und mach dich auf, suche die Eselinnen.»
7395#1.Schemuël,9,4#4. Da durchzog er das Gebirge Efraim und die Landschaft Schalischa, und sie fanden nichts, dann durchwanderten sie die Landschaft Schaalim, doch da war nichts; da durchzog er das Land Binjamins, und sie fanden nichts.
7396#1.Schemuël,9,5#5. Als sie nun in die Landschaft Zuf gekommen waren, sagte Schaul zu seinem Burschen, der mit ihm war: «Komm, wir wollen umkehren, es könnte mein Vater die Eselinnen sein lassen und um uns besorgt sein.»
7397#1.Schemuël,9,6#6. Da sagte er ihm: «Sieh, da ist ein Gottesmann in dieser Stadt, und der Mann ist bedeutend, alles was er sagt, trifft ein. Nun denn, wir wollen dorthin gehen, vielleicht tut er uns den Weg kund, auf dem wir zu gehen hätten.»
7398#1.Schemuël,9,7#7. Da sagte Schaul zu seinem Burschen: «Und wenn wir nun gehen - aber was wollen wir dem Mann mitbringen? Denn das Brot ist aus unseren Geräten ausgegangen, und ein Geschenk ist nicht da, es dem Gottesmann zu bringen; was haben wir bei uns?»
7399#1.Schemuël,9,8#8. Da erwiderte der Bursch Schaul weiter: «Sieh, da hat sich bei mir noch ein Viertelschekel Silber gefunden, den werde ich dem Gottesmann geben, damit er uns unsern Weg kundtut.»
7400#1.Schemuël,9,9#9. - Vormals in Jisraël sprach so der Mann, wenn er Gott befragen ging: «Kommt, wir wollen zum Seher gehen!» Denn den Gottbegeisteten von heute nannte man vormals den Seher. -
7401#1.Schemuël,9,10#10. Da sprach Schaul zu seinem Burschen: «Gut ist deine Rede, komm, wir wollen gehen!» Und sie gingen nach der Stadt, wo der Gottesmann war.
7402#1.Schemuël,9,11#11. Wie sie da den Anstieg zur Stadt hinangingen, da trafen sie Mädchen, die herauskamen, Wasser zu schöpfen. Da sprachen sie zu ihnen: «Ist hier der Seher?»
7403#1.Schemuël,9,12#12. Da antworteten sie ihnen und sagten: «Ja, da ist er vor dir, eile jetzt, denn heute kommt er zur Stadt, denn das Volk hat heute ein Opfermahl in der Kultkammer.
7404#1.Schemuël,9,13#13. Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr ihn gerade treffen, bevor er zur Kultkammer hinaufgeht zum Essen; denn das Volk ißt nicht, bis er kommt; denn er segnet das Opfermahl, nachher erst essen die Eingeladenen. Und nun, steigt hinauf, denn ihn - gerade jetzt werdet ihr ihn treffen.»
7405#1.Schemuël,9,14#14. Da stiegen sie zur Stadt hinauf. Sie waren in die Stadt gekommen, sieh, da kam Schemuël heraus, ihnen entgegen, um zur Kultkammer hinaufzugehen.
7406#1.Schemuël,9,15#15. Der Ewige aber hatte das Ohr Schemuëls aufgetan einen Tag vor der Ankunft Schauls und gesprochen:
7407#1.Schemuël,9,16#16. «Morgen um diese Zeit werde ich zu dir einen Mann schicken aus dem Land Binjamin; so salbe ihn zum Fürsten über mein Volk Jisraël, und er wird mein Volk retten aus der Hand der Pelischtäer; denn gesehen habe ich mein Volk, denn sein Geschrei ist zu mir gekommen.»
7408#1.Schemuël,9,17#17. Als nun Schemuël Schaul sah, da redete der Ewige ihn an: «Sieh, da ist der Mann, von dem ich dir gesagt: Der soll mein Volk beherrschen.»
7409#1.Schemuël,9,18#18. Da trat Schaul an Schemuël heran im Tor und sprach: «Sag mir doch, wo ist denn das Haus des Sehers?»
7410#1.Schemuël,9,19#19. Da antwortete Schemuël Schaul und sprach: «Ich bin der Seher! Geh vor mir zur Kultkammer hinauf; heute sollt ihr mit mir essen, und am Morgen will ich dich ziehen lassen, und alles was du im Herzen hast, will ich dir künden.
7411#1.Schemuël,9,20#20. Den Eselinnen aber, die dir heute vor drei Tagen verloren gegangen sind, wende deinen Sinn nicht zu, denn sie haben sich gefunden. Und wessen ist alles Köstliche Jisraëls? Nicht dein und deines ganzen Vaterhauses?»
7412#1.Schemuël,9,21#21. Da antwortete Schaul und sprach: «Bin ich nicht aus Binjamin, dem kleinsten der Stämme Jisraëls, und ist nicht mein Geschlecht das geringste unter allen Geschlechtern der Stämme Binjamins? Und warum redest du solches zu mir?»
7413#1.Schemuël,9,22#22. Schemuël aber nahm Schaul und seinen Burschen und brachte sie in die Halle, und gab ihnen einen Platz an der Spitze der Eingeladenen; und sie waren etwa dreißig Mann.
7414#1.Schemuël,9,23#23. Und Schemuël sagte zum Koch: «Gib den Teil her, den ich dir gegeben, wobei ich dir sagte: Leg ihn bei dir zurück!»
7415#1.Schemuël,9,24#24. Da hob der Koch das Schenkelstück und was daran war und setzte es Schaul vor und sprach: «Da ist das Zurückbehaltene, leg es vor dich und iß, denn zur Bestimmung für dich war es aufbewahrt», was besagt: «Das Volk habe ich (darum) geladen.» Und Schaul aß mit Schemuël an jenem Tag.
7416#1.Schemuël,9,25#25. Dann stiegen sie von der Kultkammer zur Stadt hinab, und er redete mit Schaul auf dem Dach.
7417#1.Schemuël,9,26#26. Und sie standen früh auf. Es war aber, als die Morgendämmerung sich hob, da rief Schemuël aufs Dach zu Schaul und sprach: «Steh auf, ich will dich ziehen lassen.» Und Schaul stand auf, und sie gingen beide, er und Schemuël, hinaus ins Freie.
7418#1.Schemuël,9,27#27. Als sie nun im Abstieg waren, am Ende der Stadt, da sagte Schemuël: «Sprich zu dem Burschen, daß er uns vorausgehe.» - Und er ging voraus. - «Du aber bleibe jetzt stehen, daß ich dich Gottes Wort hören lasse!»
7419#1.Schemuël,10,1#1. Da nahm Schemuël die Ölflasche und übergoß sein Haupt, küßte ihn und sprach: «Ists nicht, daß dich der Ewige zum Fürsten über sein Erbe gesalbt?
7420#1.Schemuël,10,2#2. Wenn du heute von mir gehst, so wirst du zwei Männer treffen beim Grab Rahels, im Gebiet Binjamins, in Zelzah, und sie werden zu dir sagen: ,Gefunden haben sich die Eselinnen, die du zu suchen gegangen. Sieh, dein Vater hat die Sache mit den Eselinnen sein gelassen und sorgt um euch und denkt: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?'
7421#1.Schemuël,10,3#3. Wenn du von dort weiter ziehst und zur Eiche Tabor kommst, werden dich dort drei Männer treffen, die zu Gott nach Bet-El hinaufziehn: Der eine trägt drei Böcklein, der eine drei Flachbrote, und der eine einen Schlauch Wein.
7422#1.Schemuël,10,4#4. Und sie werden dich nach dem Wohl fragen und dir zwei Brote geben; die nimm aus ihrer Hand.
7423#1.Schemuël,10,5#5. Nachher wirst du nach dem Gib'a Gottes kommen, woselbst die Posten der Pelischtäer sind. Und es wird sein, wenn du dort in die Stadt kommst, da wirst du auf eine Schar Gottbegeisteter stoßen, die von der Kultkammer herabkommen, vor ihnen Harfe, Pauke, Flöte und Zither; die werden sich begeistet gebärden.
7424#1.Schemuël,10,6#6. Da wird der Geist des Ewigen über dich kommen, und du wirst begeistet werden und dich zu einem andern Mann wandeln.
7425#1.Schemuël,10,7#7. Und dann, wenn diese Zeichen dir eintreffen, dann tu, was deine Hand nur erreicht, denn Gott ist mit dir.
7426#1.Schemuël,10,8#8. Und du sollst vor mir nach dem Gilgal hinabziehn. Sieh, ich werde zu dir hinabkommen, um Hochopfer darzubringen und Mahlopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme, und dir kundtue, was du tun sollst.»
7427#1.Schemuël,10,9#9. Es war nun, als er seine Schulter wandte, von Schemuël hinwegzugehn, da gab ihm Gott ein anderes Herz, und es trafen alle diese Zeichen ein an jenem Tag.
7428#1.Schemuël,10,10#10. Und als sie dorthin nach ha-Gib'a gekommen waren, sieh, da kam eine Schar Gottbegeisteter ihm entgegen, und der Geist Gottes kam über ihn, daß er in ihrer Mitte begeistet ward.
7429#1.Schemuël,10,11#11. Als aber alle, die ihn seit gestern und ehegestern kannten, sahen, wie er sich mit den Gottbegeisteten begeistete, da sagte das Volk, einer zum andern: «Was ist da dem Sohn des Kisch geschehen? Ist auch Schaul unter den Gottbegeisteten?»
7430#1.Schemuël,10,12#12. Da hob ein Mann von dort an und sagte: «Und wer ist denn ihr Vater?» Darum ist es zum Sprichwort geworden: «Ist auch Schaul unter den Begeisteten?»
7431#1.Schemuël,10,13#13. Und er hörte auf, sich begeistet zu zeigen, und kam zur Kultkammer.
7432#1.Schemuël,10,14#14. Da sprach Schauls Oheim zu ihm und zu seinem Burschen: «Wohin seid ihr gegangen?» Und er sagte: «Die Eselinnen zu suchen; und als wir sahen, daß sie nirgends waren, da kamen wir zu Schemuël.»
7433#1.Schemuël,10,15#15. Da sprach der Oheim Schauls: «Berichte mir doch, was Schemuël euch gesagt hat.»
7434#1.Schemuël,10,16#16. Da sagte Schaul seinem Oheim: «Er hat uns gekündigt, daß sich die Eselinnen gefunden haben.» Aber die Sache mit dem Königtum berichtete er ihm nicht, wovon Schemuël gesprochen hatte.
7435#1.Schemuël,10,17#17. Dann berief Schemuël das Volk zum Ewigen nach ha-Mizpa.
7436#1.Schemuël,10,18#18. Und er sprach zu den Kindern Jisraël: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Ich habe Jisraël aus Mizraim heraufgeführt und habe euch errettet aus der Hand Mizraims und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten.
7437#1.Schemuël,10,19#19. Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch Retter war aus allen euren Leiden und Nöten, und habt zu ihm gesprochen: ,Nein, einen König sollst du über uns setzen!' Nun denn, stellt euch hin vor dem Ewigen nach euren Stämmen und Tausendschaften.»
7438#1.Schemuël,10,20#20. Da ließ Schemuël alle Stämme Jisraëls herantreten, und es wurde gefaßt der Stamm Binjamin.
7439#1.Schemuël,10,21#21. Und er ließ den Stamm Binjamin herantreten nach seinen Geschlechtern, da wurde gefaßt das Geschlecht Matri; dann wurde Schaul gefaßt, der Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, er fand sich aber nicht.
7440#1.Schemuël,10,22#22. Da befragten sie nochmals den Ewigen: «Ist noch jemand hierher gekommen?» Und der Ewige sprach: «Da ist er, versteckt bei den Geräten.»
7441#1.Schemuël,10,23#23. Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und er stellte sich mitten unter das Volk; da ragte er über alles Volk von der Schulter aufwärts.
7442#1.Schemuël,10,24#24. Da sprach Schemuël zum ganzen Volk: «Habt ihr gesehen, wen der Ewige erwählt hat, daß nicht seinesgleichen ist im ganzen Volk.» Da jubelte das ganze Volk und rief: «Es lebe der König!»
7443#1.Schemuël,10,25#25. Dann trug Schemuël dem Volk das Recht des Königtums vor, schrieb es in das Buch und legte es hin vor dem Ewigen. Darauf entließ Schemuël das ganze Volk, jeden nach seinem Haus.
7444#1.Schemuël,10,26#26. Und auch Schaul ging nach seinem Haus, nach Gib'a, und mit ihm ging die Schar, denen Gott ans Herz gerührt hatte.
7445#1.Schemuël,10,27#27. Ruchlose Leute aber sagten: «Was kann uns der helfen?» Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Er aber tat, als ob er schwieg.
7446#1.Schemuël,11,1#1. Da zog Nahasch, der Ammoniter, herauf und belagerte Jabesch-Gil'ad. Da ließen alle Bewohner von Jabesch Nahasch sagen: «Schließe einen Bund mit uns, so wollen wir dir dienen.»
7447#1.Schemuël,11,2#2. Da sprach zu ihnen Nahasch, der Ammoniter: «Auf das hin will ich ihn mit euch schließen, wenn ihr euch jeder das rechte Auge ausstechen laßt, daß ich es zum Schimpf mache an ganz Jisraël.»
7448#1.Schemuël,11,3#3. Da ließen ihm die Ältesten von Jabesch sagen: «Laß von uns sieben Tage, daß wir Boten senden durch das ganze Gebiet Jisraëls. Wenn uns dann niemand hilft, so kommen wir zu dir hinaus.»
7449#1.Schemuël,11,4#4. Da kamen die Boten nach dem Gib'a Schauls und redeten die Worte vor den Ohren des Volkes; da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte.
7450#1.Schemuël,11,5#5. Da kam eben Schaul hinter den Rindern her vom Feld. Da sagte Schaul: «Was hat das Volk, daß sie weinen?» Da erzählten sie ihm die Worte der Männer von Jabesch.
7451#1.Schemuël,11,6#6. Da kam der Geist Gottes über Schaul, als er diese Worte hörte, und sein Antlitz flammte gar sehr.
7452#1.Schemuël,11,7#7. Und er nahm ein Gespann Rinder, zerstückte es und schickte es durch das ganze Gebiet Jisraëls durch Boten aus und ließ sagen: «Wer nicht auszieht hinter Schaul und Schemuël, dessen Rindern soll ebenso geschehen.» Da fiel Schrecken des Ewigen auf das Volk, daß sie auszogen wie ein Mann.
7453#1.Schemuël,11,8#8. Und er musterte sie in Besek, und es waren der Kinder Jisraël dreihunderttausend und der Männer von Jehuda dreißigtausend.
7454#1.Schemuël,11,9#9. Da sagten sie zu den Boten, die gekommen waren: «So sollt ihr sprechen zu den Männern von Jabesch-Gil'ad: Morgen soll euch Rettung werden, wenn die Sonne heiß scheint!» Da kamen die Boten und berichteten den Männern von Jabesch, und sie freuten sich.
7455#1.Schemuël,11,10#10. Und die Männer von Jabesch ließen sagen: «Morgen werden wir zu euch hinauskommen, daß ihr uns tut, ganz wie es recht ist in euren Augen.»
7456#1.Schemuël,11,11#11. Es war nun am andern Morgen, da stellte Schaul das Volk in drei Ausläufen auf; und sie kamen ins Lager um die Morgenwache und schlugen Ammon, bis der Tag heiß ward, die Übriggebliebenen aber zerstreuten sich, daß nicht zwei beisammenblieben.
7457#1.Schemuël,11,12#12. Da sprach das Volk zu Schemuël: «Wer ist's, der gesprochen hat: ,Sollte Schaul über uns König sein?' Gebt die Leute her, daß wir sie töten.»
7458#1.Schemuël,11,13#13. Schaul aber sagte: «Niemand soll getötet werden an diesem Tag, denn heute hat der Ewige Sieg gewirkt in Jisraël.»
7459#1.Schemuël,11,14#14. Dann sagte Schemuël zum Volk: «Kommt, laßt uns nach dem Gilgal gehen, daß wir dort das Königtum erneuern.»
7460#1.Schemuël,11,15#15. Da zog das ganze Volk nach dem Gilgal, und sie setzten dort Schaul vor dem Ewigen in Gilgal zum König ein und schlachteten dort Mahlopfer vor dem Ewigen, und Schaul und alle Männer Jisraëls waren dort sehr fröhlich.
7461#1.Schemuël,12,1#1. Und Schemuël sprach zu ganz Jisraël: «Seht, ich habe auf eure Stimme gehört, in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe über euch einen König gesetzt.
7462#1.Schemuël,12,2#2. Und nun, seht, der König geht vor euch her, ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne, sie sind bei euch, und ich bin vor euch gewandelt von meiner Jugend bis auf diesen Tag.
7463#1.Schemuël,12,3#3. Hier bin ich. Sagt aus wider mich vor dem Ewigen und vor seinem Gesalbten! Wessen Ochsen hab ich genommen und wessen Esel hab ich genommen? Wem hab ich etwas abgepreßt, wen hab ich unterdrückt? Aus wessen Hand hab ich Lösung genommen, daß ich darum meine Augen abwandte? Ich will es euch erstatten.»
7464#1.Schemuël,12,4#4. Und sie sprachen: «Du hast uns nichts abgepreßt, hast uns nicht bedrückt und von keines Hand etwas genommen.»
7465#1.Schemuël,12,5#5. Und er sprach zu ihnen: «Zeuge ist der Ewige gegen euch und Zeuge sein Gesalbter diesen Tag, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden.» Und sie sprachen: «Zeuge.»
7466#1.Schemuël,12,6#6. Da sprach Schemuël zum Volk: «Der Ewige ist's, der mit Mosche und Aharon gewirkt und eure Väter aus dem Land Mizraim geführt!
7467#1.Schemuël,12,7#7. Und nun, stellt euch her, ich will mit euch rechten vor dem Ewigen wegen all der Wohltaten des Ewigen, die er euch und euren Vätern getan.
7468#1.Schemuël,12,8#8. Als Jaakob nach Mizraim gekommen war, da schrien eure Väter zum Ewigen, und der Ewige schickte Mosche und Aharon, und sie führten eure Väter aus Mizraim und siedelten sie an an diesem Ort.
7469#1.Schemuël,12,9#9. Sie aber vergaßen den Ewigen, ihren Gott, und er lieferte sie in die Hand Siseras, des Heeresobersten von Hazor, und in die Hand der Pelischtäer und in die Hand des Königs von Moab, und sie kämpften mit ihnen.
7470#1.Schemuël,12,10#10. Und sie schrien zum Ewigen und sprachen: ,Wir haben gesündigt, daß wir den Ewigen verließen und den Baalen und den Astarten dienten, und nun errette uns aus der Hand unserer Feinde, und wir wollen dir dienen.'
7471#1.Schemuël,12,11#11. Da schickte der Ewige Jerubbaal und Bedan und Jiftah und Schemuël, und er errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum, daß ihr sicher wohntet.
7472#1.Schemuël,12,12#12. Als ihr nun saht, daß Nahasch, der König der Söhne Ammons, über euch gekommen, da spracht ihr zu mir: ,Nein! Ein König soll über uns herrschen!' - Wo doch der Ewige, euer Gott, euer König ist.
7473#1.Schemuël,12,13#13. Und nun seht, das ist der König, den ihr gewählt, den ihr gefordert, seht, der Ewige hat einen König über euch gesetzt.
7474#1.Schemuël,12,14#14. Wenn ihr den Ewigen fürchtet und ihm dient und auf seine Stimme hört und nicht trotzt dem Befehl des Ewigen, und sowohl ihr als euer König, der über euch herrscht, dem Ewigen, eurem Gott, folgt (ist es gut).
7475#1.Schemuël,12,15#15. Gehorcht ihr aber nicht der Stimme des Ewigen und trotzt dem Befehl des Ewigen, so wird die Hand des Ewigen an euch sein wie an euren Vätern.
7476#1.Schemuël,12,16#16. Schon jetzt aber tretet her und schaut dies Große, das der Ewige vor euren Augen tun wird.
7477#1.Schemuël,12,17#17. Ist nicht jetzt Weizenschnitt? Ich werde zum Ewigen rufen, und er wird Donner und Regen geben; erkennt so und seht, wie groß eure Bosheit ist, die ihr begangen in den Augen des Ewigen, euch einen König zu fordern.»
7478#1.Schemuël,12,18#18. Da rief Schemuël zum Ewigen, und der Ewige gab Donner und Regen an jenem Tag, da fürchtete das ganze Volk gar sehr den Ewigen und Schemuël.
7479#1.Schemuël,12,19#19. Und das ganze Volk sprach zu Schemuël: «Bete für deine Knechte zum Ewigen, deinem Gott, daß wir nicht sterben; denn wir haben zu all unseren Sünden noch Böses hinzugefügt, uns einen König zu fordern.»
7480#1.Schemuël,12,20#20. Und Schemuël sprach zum Volk: «Fürchtet nicht! Ihr habt all dieses Böse getan, doch geht nicht hinweg vom Ewigen, sondern dient dem Ewigen mit eurem ganzen Herzen.
7481#1.Schemuël,12,21#21. Geht ja nicht hinweg, denn es wäre nach dem Leeren, nach denen, die nicht nützen und nicht retten, denn Leere sind sie.
7482#1.Schemuël,12,22#22. Der Ewige wird sein Volk nicht verlassen um seines großen Namens willen, weil der Ewige sich entschlossen, euch sich zum Volk zu machen.
7483#1.Schemuël,12,23#23. Auch ich, Schmach sei es mir, gegen den Ewigen zu sündigen, aufzuhören für euch zu beten; und ich werde euch den guten und rechten Weg weisen.
7484#1.Schemuël,12,24#24. Nur fürchtet den Ewigen und dient ihm in Wahrhaftigkeit mit ganzem Herzen, denn seht, was er Großes mit euch getan.
7485#1.Schemuël,12,25#25. Wenn ihr aber Böses tut, so werdet sowohl ihr als euer König hinweggerafft werden.»
7486#1.Schemuël,13,1#1. . . . Jahre war Schaul alt, als er König wurde. Und zwei Jahre hatte er über Jisraël geherrscht,
7487#1.Schemuël,13,2#2. da wählte Schaul sich dreitausend aus Jisraël; davon waren bei Schaul zweitausend in Michmas und auf dem Berg von Bet-El, und tausend waren bei Jonatan im Gib'a Binjamins; und den Rest des Volkes entließ er, jeden zu seinen Zelten.
7488#1.Schemuël,13,3#3. Da schlug Jonatan den Posten der Pelischtäer, der in Geba war, und die Pelischtäer hörten es. Und Schaul ließ in die Posaune stoßen im ganzen Land, anzusagen: «Hören sollen es die Ebräer!»
7489#1.Schemuël,13,4#4. Und als ganz Jisraël sagen hörte: «Schaul hat den Posten der Pelischtäer geschlagen, auch hat Jisraël sich anrüchig gemacht bei den Pelischtäern», da sammelte sich das Volk hinter Schaul nach dem Gilgal.
7490#1.Schemuël,13,5#5. Die Pelischtäer aber sammelten sich, um wider Jisraël zu kämpfen, dreißigtausend Wagen und sechstausend Reiter und Volk wie Sand am Meeresufer in Menge; und sie zogen hinauf und lagerten sich zu Michmas, im Osten von Bet-Awen.
7491#1.Schemuël,13,6#6. Als da der Mann von Jisraël sah, daß er in Not war, daß das Volk bedrängt war, da versteckte sich das Volk in den Höhlen, den Erdlöchern, in den Felsen, den Grabkammern und den Zisternen.
7492#1.Schemuël,13,7#7. Und Ebräer hatten den Jarden durchschritten in das Land von Gad und Gil'ad. Schaul aber war noch im Gilgal, und das ganze Volk war eilig hinter ihm her.
7493#1.Schemuël,13,8#8. Und er wartete sieben Tage bis zu der von Schemuël bestimmten Zeit, aber Schemuël kam nicht nach dem Gilgal. Und das Volk verlief sich von ihm.
7494#1.Schemuël,13,9#9. Da sprach Schaul: «Bringt mir das Hochopfer und die Mahlopfer heran.» Und er brachte das Hochopfer dar.
7495#1.Schemuël,13,10#10. Es war aber, da er die Darbringung des Hochopfers vollendet hatte, sieh, da kam Schemuël! Da ging Schaul ihm entgegen, um ihn zu begrüßen.
7496#1.Schemuël,13,11#11. Schemuël aber sprach: «Was hast du getan?» Da sprach Schaul: «Weil ich sah, daß das Volk sich von mir verlief, und du zur festgesetzten Zeit nicht kamst, und die Pelischtäer sich in Michmas sammelten,
7497#1.Schemuël,13,12#12. da dachte ich: Nun werden die Pelischtäer zu mir nach dem Gilgal herabziehn, ehe ich das Antlitz des Ewigen besänftigt habe; da überwand ich mich und brachte das Hochopfer dar.»
7498#1.Schemuël,13,13#13. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Töricht warst du! Hast nicht gewahrt das Gebot des Ewigen, deines Gottes, das er dir geboten; dann hätte doch der Ewige deine Herrschaft über Jisraël für immer errichtet.
7499#1.Schemuël,13,14#14. Jetzt aber wird deine Herrschaft keinen Bestand haben. Gesucht hat sich der Ewige einen Mann nach seinem Herzen, und bestellt hat ihn der Ewige zum Fürsten über sein Volk, weil du nicht gewahrt, was der Ewige dir geboten.»
7500#1.Schemuël,13,15#15. Dann machte sich Schemuël auf und zog vom Gilgal hinauf nach dem Gib'a Binjamins. Da musterte Schaul das Volk, das sich bei ihm befand: Etwa sechshundert Mann.
7501#1.Schemuël,13,16#16. Und Schaul, sein Sohn Jonatan und das Volk, das sich bei ihnen befand, weilten im Geba Binjamins, während die Pelischtäer in Michmas lagerten.
7502#1.Schemuël,13,17#17. Da zog die Vernichtungsschar aus dem Lager der Pelischtäer in drei Ausläufen aus: Der eine Lauf wandte sich auf den Weg nach Ofra, nach der Landschaft Schual,
7503#1.Schemuël,13,18#18. und der eine Lauf wandte sich des Weges von Bet-Horon, und der eine Lauf wandte sich des Weges nach der Grenze, die hinabschaut auf das Tal der Hyänen-1- nach der Wüste hin. -1) -+Zeboim-.++
7504#1.Schemuël,13,19#19. Ein Schmied aber fand sich nicht im ganzen Land Jisraël, denn die Pelischtäer dachten, die Hebräer könnten sich sonst Schwert oder Speer anfertigen.
7505#1.Schemuël,13,20#20. So kam ganz Jisraël zu den Pelischtäern hinab, ein jeder um seine Pflugschar und seinen Karst, seine Axt und sein Werkgerät zu schärfen.
7506#1.Schemuël,13,21#21. So diente der Hartstein als Schneide für die Pflugscharen, die Karste, die Dreizacke und die Äxte, und die Stachelspitze einzusetzen.
7507#1.Schemuël,13,22#22. So war es, daß am Tag des Kampfs sich nicht Schwert noch Speer fand bei dem ganzen Volk, das mit Schaul und Jonatan war, doch fand es sich für Schaul und seinen Sohn Jonatan.
7508#1.Schemuël,13,23#23. Da rückte der Posten der Pelischtäer aus an den Paß von Michmas.
7509#1.Schemuël,14,1#1. Und es war eines Tages, da sagte Jonatan, der Sohn Schauls, zu dem Knappen, seinem Waffenträger: «Komm, wir wollen hinübergehn zum Posten der Pelischtäer, der auf jener Seite steht.» Seinem Vater jedoch sagte er es nicht.
7510#1.Schemuël,14,2#2. Und Schaul weilte am Ende von ha-Gib'a unter dem Granatenbaum, der in Migron war. Und das Volk, das bei ihm war, war an sechshundert Mann,
7511#1.Schemuël,14,3#3. und Ahija, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des Pinehas, des Sohnes Elis, des Priesters des Ewigen in Schilo, ein Efod tragend. Und das Volk wußte nicht, daß Jonatan fortgegangen war.
7512#1.Schemuël,14,4#4. Zwischen den Pässen aber, durch die Jonatan zu dem Posten der Pelischtäer hindurchwollte, war eine Felszacke auf der einen und eine Felszacke auf der andern Seite; die eine hieß Bozez, die andere Sene;
7513#1.Schemuël,14,5#5. die eine Zacke, ein Pfeiler, im Norden nach Michmas zu, und die eine im Süden nach Geba zu.
7514#1.Schemuël,14,6#6. Und Jehonatan sprach zum Knappen, seinem Waffenträger: «Komm, wir wollen hinübergehn zu dem Posten dieser Unbeschnittenen, vielleicht wird der Ewige für uns handeln, denn es gibt für den Ewigen kein Hindernis, zu helfen durch Viele oder durch Wenige.»
7515#1.Schemuël,14,7#7. Da sprach zu ihm sein Waffenträger: «Tu ganz, wie dir im Sinn ist, geh nur zu, ich bin mit dir, nach deinem Sinn.»
7516#1.Schemuël,14,8#8. Da sagte Jehonatan: «Nun gehen wir da hinüber zu den Männern und zeigen uns ihnen:
7517#1.Schemuël,14,9#9. Wenn sie so zu uns sprechen: ,Haltet still, bis wir zu euch hinkommen', dann bleiben wir an unsrer Stelle und steigen nicht zu ihnen hinauf.
7518#1.Schemuël,14,10#10. Wenn sie aber so sprechen: ,Steigt herauf zu uns', dann steigen wir hinauf, denn gegeben hat sie der Ewige in unsere Hand. Und dies sei uns das Zeichen.»
7519#1.Schemuël,14,11#11. Als sich nun die beiden dem Posten der Pelischtäer zeigten, da sagten die Pelischtäer: «Sieh, Ebräer kommen aus den Löchern hervor, worin sie sich versteckt haben.»
7520#1.Schemuël,14,12#12. Und die Männer des Postens redeten Jonatan und seinem Waffenträger an und sprachen: «Steigt herauf zu uns, wir wollen euch etwas kundtun!» Da sagte Jonatan zu seinem Waffenträger: «Steig mir nach, denn der Ewige hat sie in die Hand Jisraëls gegeben.»
7521#1.Schemuël,14,13#13. Und Jonatan stieg hinauf auf Händen und Füßen, und sein Waffenträger ihm nach, und sie stürzten hin vor Jonatan, und sein Waffenträger tötete, hinter ihm her.
7522#1.Schemuël,14,14#14. Und es betrug der erste Schlag, den Jonatan schlug und sein Waffenträger, an zwanzig Mann, so wie wenn die Pflugbahn mitten das Joch Feld durchteilt.
7523#1.Schemuël,14,15#15. Da war Schrecken im Lager auf dem Feld und unter dem ganzen Volk; der Posten und die Vernichtungsschar, auch sie erschraken, und die Erde erbebte, es ward ein Gottesschrecken.
7524#1.Schemuël,14,16#16. Und die Späher Schauls im Gib'a Binjamins sahen, sieh, da wogte das Getümmel und ging hin und her.
7525#1.Schemuël,14,17#17. Da sprach Schaul zu dem Volk, das bei ihm war: «Haltet doch Musterung und seht, wer von uns gegangen ist!» Da hielten sie Musterung, und sieh, da waren Jonatan und sein Waffenträger nicht da.
7526#1.Schemuël,14,18#18. Da sprach Schaul zu Ahija: «Bring doch die Lade Gottes!» Denn die Lade Gottes war an jenem Tag bei den Kindern Jisraël.
7527#1.Schemuël,14,19#19. Es war nun, während Schaul noch zum Priester redete, da wurde das Getümmel im Lager der Pelischtäer immerzu größer; da sprach Schaul zu dem Priester: «Zieh deine Hand zurück!»
7528#1.Schemuël,14,20#20. Dann sammelten sich Schaul und alles Volk, das bei ihm war, und als sie zum Kampf kamen, sieh, da war das Schwert des einen gegen den andern, eine sehr große Wirrnis.
7529#1.Schemuël,14,21#21. Die Ebräer aber, - die hatten zu den Pelischtäern gehalten gestern und ehegestern, die mit ihnen ins Lager gezogen waren, - (schwenkten herum) auch sie, mit Jisraël zu sein, das bei Schaul und Jonatan war.
7530#1.Schemuël,14,22#22. Und alle die Männer von Jisraël, die sich im Gebirge Efraim versteckt hatten, hörten, daß die Pelischtäer geflohen waren, da setzten auch sie ihnen nach, in den Kampf.
7531#1.Schemuël,14,23#23. So half der Ewige Jisraël an jenem Tag. Und die Schlacht ging über Bet-Awen hinaus.
7532#1.Schemuël,14,24#24. Und die Mannschaft von Jisraël war abgejagt an jenem Tag; da beschwor Schaul das Volk und sprach: «Verflucht der Mann, der Speise ißt bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden gerächt habe.» Und es kostete das ganze Volk keine Speise.
7533#1.Schemuël,14,25#25. Und das gesamte Landvolk kam ins Gestrüpp, da war Honig auf des Feldes Fläche.
7534#1.Schemuël,14,26#26. Als nun das Volk ins Gestrüpp gekommen war, sieh, da war eine Honigtriefe; niemand aber führte seine Hand zum Mund, denn das Volk fürchtete den Schwurfluch.
7535#1.Schemuël,14,27#27. Jonatan jedoch hatte nicht gehört, wie sein Vater das Volk beschwor, und er streckte das Ende des Stabes in seiner Hand aus und tauchte es in die Honigwabe und führte seine Hand zum Mund. Da wurden seine Augen hell.
7536#1.Schemuël,14,28#28. Da hob einer aus dem Volk an und sprach: «Beschworen hat dein Vater das Volk und gesprochen: ,Verflucht der Mann, der heute Speise ißt'»; doch das Volk war ermattet.
7537#1.Schemuël,14,29#29. Da sagte Jonatan: «Mein Vater hat das Land ins Verderben gestürzt! Seht doch, wie meine Augen hell geworden, da ich ein wenig von diesem Honig gekostet habe.
7538#1.Schemuël,14,30#30. Nun gar, wenn das Volk heute von der Beute seiner Feinde, die es gefunden, gegessen hätte, - wäre dann der Schlag gegen die Pelischtäer nicht größer?»
7539#1.Schemuël,14,31#31. Sie schlugen aber an jenem Tag auf die Pelischtäer los von Michmas bis Ajjalon, und das Volk war sehr ermattet.
7540#1.Schemuël,14,32#32. Da machte sich das Volk über die Beute her, und sie nahmen Schafe, Rinder und Jungrinder und schlachteten es zur Erde hin, und das Volk aß es über dem Blut.
7541#1.Schemuël,14,33#33. Da berichtete man Schaul, sprechend: «Sieh, das Volk sündigt gegen den Ewigen, indem es über dem Blut ißt!» Da sprach er: «Ihr habt treulos gehandelt! Wälzt sogleich einen großen Stein zu mir her!»
7542#1.Schemuël,14,34#34. Und Schaul sprach: «Verstreut euch unter das Volk und sagt ihnen: Bringt her zu mir ein jeder seinen Ochsen und sein Lamm, schlachtet es hier, und dann eßt, damit ihr nicht gegen den Ewigen sündigt, indem ihr bei dem Blut eßt.» Da brachte das ganze Volk ein jeder seinen Ochsen mit sich zur Nacht, und sie schlachteten dort.
7543#1.Schemuël,14,35#35. Und Schaul baute einen Altar dem Ewigen, den baute er als ersten Altar für den Ewigen.
7544#1.Schemuël,14,36#36. Und Schaul sprach: «Ziehen wir hinab hinter den Pelischtäern her, bei Nacht, und plündern unter ihnen, bis der Morgen leuchtet, und lassen wir nicht einen Mann von ihnen übrig.» Und sie sprachen: «Alles, was recht ist in deinen Augen, das tu!» Da sprach der Priester: «Laßt uns hieher vor Gott treten.»
7545#1.Schemuël,14,37#37. Und Schaul befragte Gott: «Soll ich hinabziehn hinter den Pelischtäern her? Wirst du sie in die Hand Jisraëls geben?» Aber er antwortete ihm nicht an jenem Tag.
7546#1.Schemuël,14,38#38. Da sprach Schaul: «Tretet hierher, all ihr Enden des Volkes, erkennt und seht, worin heute diese Sünde geschehen ist!
7547#1.Schemuël,14,39#39. Denn, - es lebt der Ewige, der Retter Jisraëls! - wäre es an meinem Sohn Jonatan, so soll er des Todes sterben.» Aber keiner antwortete ihm vom ganzen Volk.
7548#1.Schemuël,14,40#40. Dann sprach er zu ganz Jisraël: «Ihr sollt zu einer Seite sein, und ich und mein Sohn Jonatan zu einer Seite.» Und das Volk sagte zu Schaul: « Was recht ist in deinen Augen, tu!»
7549#1.Schemuël,14,41#41. Und Schaul sprach zum Ewigen: «Gott Jisraëls: Gib Wahrheit!» Und es wurden Jonatan und Schaul gefaßt, das Volk aber ging frei aus.
7550#1.Schemuël,14,42#42. Und Schaul sprach: «Lost zwischen mir und meinem Sohn Jonatan!» Da wurde Jonatan gefaßt.
7551#1.Schemuël,14,43#43. Da sprach Schaul zu Jonatan: «Sag mir, was du getan hast!» Da berichtete ihm Jonatan und sagte: «Gekostet hab ich mit dem Ende des Stabs in meiner Hand ein wenig Honig. Hier bin ich, ich sterbe.»
7552#1.Schemuël,14,44#44. Da sprach Schaul: «So tue mir Gott an, so und noch mehr! Ja, sterben mußt du, Jonatan!»
7553#1.Schemuël,14,45#45. Aber das Volk sagte zu Schaul: «Sollte Jonatan sterben, der diesen großen Sieg in Jisraël gewirkt hat? Schmach sei das! Es lebt der Ewige! Kein Haar soll von seinem Haupt zur Erde fallen; denn mit Gott hat er geschafft an diesem Tag!» Da löste das Volk Jonatan, und er starb nicht.
7554#1.Schemuël,14,46#46. Nun zog Schaul hinauf, von den Pelischtäern ab, und die Pelischtäer gingen nach ihrem Ort.
7555#1.Schemuël,14,47#47. Und Schaul gewann das Königtum über Jisraël und kämpfte ringsum gegen alle seine Feinde, gegen Moab und die Söhne Ammons, gegen Edom und die Könige von Zoba und gegen die Pelischtäer, und wohin er sich wandte, strafte er.
7556#1.Schemuël,14,48#48. Und er schaffte Sieg und schlug Amalek und rettete Jisraël aus der Hand seines Plünderers.
7557#1.Schemuël,14,49#49. Und es waren die Söhne Schauls: Jonatan, Jischwi und Malkischua; und der Name seiner zwei Töchter war: Der Name der älteren Merab, und der der jüngeren Michal.
7558#1.Schemuël,14,50#50. Und Schauls Weib hieß Ahinoam, die Tochter Ahimaaz'; und sein Heerführer hieß Abiner, der Sohn Ners, des Oheims Schauls.
7559#1.Schemuël,14,51#51. Und Kisch, der Vater Schauls, und Ner, der Vater Abners, waren Söhne Abiëls.
7560#1.Schemuël,14,52#52. Und der Kampf war heftig gegen die Pelischtäer alle Tage Schauls, und sah Schaul irgendeinen starken oder einen kriegstüchtigen Mann, so nahm er ihn zu sich.
7561#1.Schemuël,15,1#1. Und Schemuël sprach zu Schaul: «Mich hat der Ewige gesandt, um dich zum König über sein Volk, über Jisraël, zu salben; und nun höre auf den Laut der Worte des Ewigen.
7562#1.Schemuël,15,2#2. So spricht der Ewige der Scharen: Ich habe bedacht, was Amalek an Jisraël getan, was er ihm in den Weg gelegt, als es aus Mizraim hinaufzog.
7563#1.Schemuël,15,3#3. So geh denn und schlage Amalek, und ihr sollt bannen alles, was sein ist; und schone ihn nicht, sondern töte Mann wie Weib, Kind wie Säugling, Ochs wie Lamm, Kamel wie Esel!»
7564#1.Schemuël,15,4#4. Da bot Schaul das Volk auf und musterte es in ha-Telaim: Zweihunderttausend Marschfähige und zehntausend, mit der Mannschaft von Jehuda.
7565#1.Schemuël,15,5#5. Und Schaul kam zur Stadt Amaleks und legte sich in einen Hinterhalt im Tal.
7566#1.Schemuël,15,6#6. Und Schaul sprach zu den Kenitern: «Auf, entfernt euch und zieht hinab aus der Mitte der Amalekiter, damit ich euch nicht mit ihnen raffe, da ihr doch Liebe geübt an allen Kindern Jisraël, als sie aus Mizraim heraufzogen.» Da zogen die Keniter fort aus der Mitte Amaleks.
7567#1.Schemuël,15,7#7. Und Schaul schlug Amalek von Hawila bis gegen Schur, das vor Mizraim liegt.
7568#1.Schemuël,15,8#8. Und er ergriff Agag, den König Amaleks, lebend; alles Volk aber bannte er, ins Schwert hinein.
7569#1.Schemuël,15,9#9. Doch tat es Schaul und dem Volk leid um Agag und um das Beste der Schafe und Rinder, die Zweitgeworfenen, und die Mastlämmer und um alles Gut, und sie wollten sie nicht bannen, aber allen verächtlichen und schwachen Bestand, den bannten sie.
7570#1.Schemuël,15,10#10. Da erging das Wort des Ewigen an Schemuël, besagend:
7571#1.Schemuël,15,11#11. «Mich reut es, daß ich Schaul zum König eingesetzt, denn er hat sich von mir abgewandt und meine Worte nicht erfüllt.» Das verdroß Schemuël, und er schrie zum Ewigen die ganze Nacht.
7572#1.Schemuël,15,12#12. Und am Morgen machte Schemuël sich früh auf, Schaul entgegen. Da wurde Schemuël berichtet, besagend: «Schaul ist nach dem Karmel gekommen, und sieh, er setzt sich dort ein Handzeichen, dann hat er sich gewandt und ist weiter nach dem Gilgal hinaufgezogen.»
7573#1.Schemuël,15,13#13. Als nun Schemuël zu Schaul kam, da sagte ihm Schaul: «Gesegnet seist du dem Ewigen, ich habe das Wort des Ewigen erfüllt.»
7574#1.Schemuël,15,14#14. Aber Schemuël sprach: «Und was ist das Geschrei der Schafe in meinen Ohren und das der Rinder, das ich höre?»
7575#1.Schemuël,15,15#15. Da sprach Schaul: «Von den Amalekitern haben sie sie gebracht, weil das Volk das Beste der Schafe und der Rinder verschonte, um es dem Ewigen, deinem Gott zu schlachten; das Übrige aber haben wir gebannt.»
7576#1.Schemuël,15,16#16. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Laß ab, daß ich dir künde, was der Ewige zu mir in der Nacht geredet.» Und er sprach zu ihm: «Rede!»
7577#1.Schemuël,15,17#17. Und Schemuël sagte: «Nicht so? Bist du dir auch gering in deinen Augen, bist du doch das Haupt der Stämme Jisraëls, und der Ewige hat dich zum König über Jisraël gesalbt!
7578#1.Schemuël,15,18#18. Dann hat der Ewige dich auf den Weg geschickt und gesprochen: ,Geh und banne die Sünder, die Amalekiter, und kämpfe mit ihnen bis zu ihrer Vernichtung!'
7579#1.Schemuël,15,19#19. Und warum hast du nicht gehört auf die Stimme des Ewigen, sondern bist über die Beute hergefallen und hast getan, was böse ist in den Augen des Ewigen?»
7580#1.Schemuël,15,20#20. Da sprach Schaul zu Schemuël: «Ich habe ja auf die Stimme des Ewigen gehört und bin den Weg gegangen, den mich der Ewige geschickt hat, ich habe Agag, den König der Amalekiter mitgebracht und Amalek gebannt,
7581#1.Schemuël,15,21#21. aber das Volk nahm von der Beute Schafe und Rinder, das Beste des Bannguts, um es dem Ewigen, deinem Gott, zu schlachten im Gilgal.»
7582#1.Schemuël,15,22#22. Schemuël aber sprach: «Hat Lust der Ewige an Hochopfer und Schlachtung Wie an dem Hören auf des Ewgen Stimme? Gehorsam, sieh, ist besser als das Opfer, Auflauschen als der Widder Fett.
7583#1.Schemuël,15,23#23. Denn gleich Wahrsagerschuld ist Trotz, Gleich Wahn- und Puppendienst die Dreistigkeit. Weil du des Ewgen Wort verworfen, Verwarf er dich als König.»
7584#1.Schemuël,15,24#24. Da sprach Schaul zu Schemuël: «Ich habe gesündigt, da ich den Befehl des Ewigen übertreten und deine Worte, weil ich das Volk fürchtete und auf seine Stimme hörte.
7585#1.Schemuël,15,25#25. Nun aber, vergib doch meine Sünde und kehre zurück mit mir, daß ich mich hinwerfe vor dem Ewigen.»
7586#1.Schemuël,15,26#26. Schemuël aber sprach zu Schaul: «Ich kehre nicht mit dir zurück. Weil du das Wort des Ewigen verworfen, hat der Ewige dich verworfen, König zu sein über Jisraël.»
7587#1.Schemuël,15,27#27. Nun wandte sich Schemuël zu gehen; da faßte er den Zipfel seines Oberkleids, daß er abriß.
7588#1.Schemuël,15,28#28. Da sprach Schemuël zu ihm: «So hat der Ewige das Königtum Jisraëls heute von dir gerissen und hat es deinem Genossen gegeben, der besser ist als du!
7589#1.Schemuël,15,29#29. Ja, Jisraëls Hort lügt nimmer, noch läßt er sich's gereuen, denn kein Mensch ist er, daß es ihn reue.»
7590#1.Schemuël,15,30#30. Und er sprach: «Ich habe gesündigt, nun aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volks und vor Jisraël und kehre mit mir zurück, daß ich mich hinwerfe vor dem Ewigen, deinem Gott.»
7591#1.Schemuël,15,31#31. Da kehrte Schemuël im Gefolge Schauls zurück, und Schaul warf sich hin vor dem Ewigen.
7592#1.Schemuël,15,32#32. Dann sprach Schemuël: «Bringt Agag zu mir heran, den König Amaleks.» Da ging Agag zu ihm hin in Ketten, und er sprach: «Fürwahr, herb ist des Todes Bitternis.»
7593#1.Schemuël,15,33#33. Schemuël aber sagte: «Wie Fraun dein Schwert der Kinder hat beraubt, So werde kinderlos von Frauen deine Mutter!» Und Schemuël zerhieb Agag vor dem Ewigen in Gilgal.
7594#1.Schemuël,15,34#34. Dann ging Schemuël nach ha-Rama, Schaul aber zog hinauf in sein Haus, nach dem Gib'a Schauls.
7595#1.Schemuël,15,35#35. Und Schemuël sah Schaul nicht wieder bis zum Tag seines Todes, denn Schemuël trauerte um Schaul. Und den Ewigen reute es, daß er Schaul zum König über Jisraël gemacht hatte.
7596#1.Schemuël,16,1#1. Und der Ewige sprach zu Schemuël: «Wie lange trauerst du um Schaul, da ich ihn verworfen, über Jisraël zu herrschen? Fülle dein Horn mit Öl und geh, ich sende dich zu Jischai aus Bet-Lehem, denn ersehen habe ich unter seinen Söhnen mir einen König.»
7597#1.Schemuël,16,2#2. Da sprach Schemuël: «Wie kann ich hingehn? Wenn es Schaul erfährt, so wird er mich töten.» Und der Ewige sprach: «Eine junge Kuh nimm mit dir und sage: ,Um dem Ewigen zu opfern, bin ich gekommen.'
7598#1.Schemuël,16,3#3. Und lade Jischai zum Opfer, und ich will dich wissen lassen, was du tun sollst. Dann salbe mir, wen ich dir ansagen werde.»
7599#1.Schemuël,16,4#4. Da tat Schemuël, was der Ewige geredet hatte, und als er nach Bet-Lehem kam, da eilten die Ältesten der Stadt ihm entgegen, und man sprach: «Kommst du zum Frieden?»
7600#1.Schemuël,16,5#5. Und er sprach: «Frieden! Dem Ewigen zu opfern bin ich gekommen, heiligt euch und kommt mit mir zum Opfermahl.» Da heiligte er Jischai und seine Söhne und lud sie zum Opfermahl.
7601#1.Schemuël,16,6#6. Es war nun, als sie kamen, da sah er Eliab; da dachte er: «Gewiß, vor dem Ewigen ist sein Gesalbter.»
7602#1.Schemuël,16,7#7. Aber der Ewige sprach zu Schemuël: «Blick nicht auf sein Aussehn und seinen hohen Wuchs, denn ich verwerfe ihn. Denn nicht wie der Mensch sieht, (sieht Gott), denn der Mensch sieht auf die Augen, der Ewige aber sieht aufs Herz.»
7603#1.Schemuël,16,8#8. Da rief Jischai Abinadab und führte ihn an Schemuël vorbei, aber der sagte: «Auch diesen hat der Ewige nicht erwählt.»
7604#1.Schemuël,16,9#9. Da führte Jischai Schamma vorbei, aber er sagte: «Auch diesen hat der Ewige nicht erwählt.»
7605#1.Schemuël,16,10#10. So führte Jischai seine sieben Söhne vor Schemuël vorbei, aber Schemuël sagte zu Jischai: «Diese hat der Ewige nicht erwählt.»
7606#1.Schemuël,16,11#11. Dann sprach Schemuël zu Jischai: «Sind das die Burschen alle?» Und er sprach: «Noch ist der Jüngste übrig, sieh, er hütet die Schafe.» Da sprach Schemuël zu Jischai: «Sende hin und laß ihn holen, denn wir setzen uns nicht zum Mahl, bevor er hieher kommt.»
7607#1.Schemuël,16,12#12. Und er schickte hin und ließ ihn bringen. Und er war rötlich, mit schönen Augen und gut von Aussehn. Da sprach der Ewige: «Auf, salbe ihn, denn dieser ist es.»
7608#1.Schemuël,16,13#13. Da nahm Schemuël das Horn mit Öl und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Da kam der Geist des Ewigen über Dawid, von jenem Tag an und weiterhin. Schemuël aber machte sich auf und ging nach ha-Rama.
7609#1.Schemuël,16,14#14. Und der Geist des Ewigen wich von Schaul, und es ängstigte ihn ein böser Geist, vom Ewigen her.
7610#1.Schemuël,16,15#15. Da sprachen die Diener Schauls zu ihm: «Sieh doch, ein böser Geist Gottes ängstigt dich:
7611#1.Schemuël,16,16#16. so befehle doch unser Herr, daß deine Knechte vor dir einen Mann suchen, der auf der Zither zu spielen versteht; wenn dann der böse Geist Gottes über dich kommt, so mag er mit seiner Hand spielen, und es wird dir wohl werden.»
7612#1.Schemuël,16,17#17. Da sagte Schaul zu seinen Dienern: «Erseht mir doch einen Mann, der gut spielen kann, und bringt ihn zu mir.»
7613#1.Schemuël,16,18#18. Da antwortete einer von den Burschen und sprach: «Sieh, ich sah einen Sohn bei Jischai aus Bet-Lehem, der zu spielen versteht, ein wackrer Held, ein Kriegsmann, verständig in der Rede, ein Mann von Gestalt, und der Ewige ist mit ihm.»
7614#1.Schemuël,16,19#19. Da schickte Schaul Boten zu Jischai und ließ sagen: «Sende zu mir deinen Sohn Dawid, der bei den Schafen ist.»
7615#1.Schemuël,16,20#20. Da nahm Jischai eine Eselslast Brot, einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und schickte es durch seinen Sohn Dawid an Schaul.
7616#1.Schemuël,16,21#21. Und Dawid kam zu Schaul, und er stand vor ihm; und der gewann ihn sehr lieb, und er ward ihm sein Waffenträger.
7617#1.Schemuël,16,22#22. Und Schaul schickte zu Jischai hin und ließ ihm sagen: «Laß doch Dawid vor mir bleiben, denn er hat Gunst in meinen Augen gefunden.»
7618#1.Schemuël,16,23#23. Und es war, sooft der Geist Gottes über Schaul kam, da nahm Dawid die Zither und spielte mit seiner Hand, und es wurde Schaul leichter und ward ihm wohl, und der böse Geist wich von ihm.
7619#1.Schemuël,17,1#1. Und die Pelischtäer zogen ihre Heerlager zum Krieg zusammen, sammelten sich bei Socho, das zu Jehuda gehört, und lagerten zwischen Socho und Aseka, in Efes-Dammim.
7620#1.Schemuël,17,2#2. Schaul aber und die Männer von Jisraël sammelten sich und lagerten sich im Terebinthental und ordneten sich zur Schlacht den Pelischtäern gegenüber.
7621#1.Schemuël,17,3#3. Und die Pelischtäer standen am Berg diesseits, und Jisraël stand am Berg jenseits, und das Tal war zwischen ihnen.
7622#1.Schemuël,17,4#4. Da trat der Mittelsmann aus den Heerlagern der Pelischtäer hervor, Goljat mit Namen, aus Gat; er war sechs Ellen und eine Spanne hoch.
7623#1.Schemuël,17,5#5. Und ein eherner Helm war auf seinem Haupt, und mit einem Schuppenpanzer war er bekleidet, und das Gewicht des Panzers war fünftausend Schekel, Erz.
7624#1.Schemuël,17,6#6. Und eherne Schienen waren an seinen Beinen, und ein eherner Wurfspieß zwischen seinen Schultern.
7625#1.Schemuël,17,7#7. Und der Schaft seines Speers war wie ein Weberbaum, und die Klinge seines Speers wog sechshundert Schekel, Eisen; und der Schildträger ging vor ihm her.
7626#1.Schemuël,17,8#8. So trat er hin und rief den Reihen Jisraëls zu und sprach zu ihnen: «Warum zieht ihr aus, euch zum Kampf zu ordnen? Bin ich nicht der Pelischtäer, und ihr Knechte Schauls? Wählt euch einen Mann, daß er zu mir herabkomme.
7627#1.Schemuël,17,9#9. Wenn er mit mir zu kämpfen vermag und mich schlägt, so wollen wir euch Knechte sein, wenn aber ich ihm beikomme und ihn schlage, so sollt ihr uns Knechte sein und uns dienen.»
7628#1.Schemuël,17,10#10. Und der Pelischtäer sprach: «Ich habe die Reihen Jisraëls verhöhnt an diesem Tag, gebt mir einen Mann, daß wir miteinander kämpfen.»
7629#1.Schemuël,17,11#11. Und Schaul und ganz Jisraël hörten diese Worte des Pelischtäers und erschraken und fürchteten sehr.
7630#1.Schemuël,17,12#12. Und Dawid war der Sohn jenes Efratiters aus Bet-Lehem in Jehuda, und dessen Name war Jischai, und er hatte acht Söhne; und der Mann war zur Zeit Schauls alt und unter die (betagten) Männer gekommen.
7631#1.Schemuël,17,13#13. Da gingen die drei älteren Söhne Jischais und folgten Schaul nach in den Krieg; und die Namen seiner drei Söhne, die in den Krieg gegangen waren: Eliab, der Erstgeborene, der zweite Abinadab und der dritte Schamma.
7632#1.Schemuël,17,14#14. Dawid aber war der Jüngste - die drei älteren waren Schaul gefolgt.
7633#1.Schemuël,17,15#15. Dawid aber ging immer hin und kehrte heim von Schaul, um die Schafe seines Vaters in Bet-Lehem zu weiden.
7634#1.Schemuël,17,16#16. Der Pelischtäer aber trat morgens und abends heran und stellte sich hin, vierzig Tage lang.
7635#1.Schemuël,17,17#17. Da sagte Jischai zu seinem Sohn Dawid: «Nimm doch für deine Brüder dieses Efamaß gerösteter Körner und diese zehn Brote und bringe es schnell ins Lager zu deinen Brüdern.
7636#1.Schemuël,17,18#18. Und diese zehn Milchkäse sollst du bringen für den Obersten der Tausendschaft, sieh dich um nach dem Wohlbefinden deiner Brüder und ihr Tauschgut nimm mit.»
7637#1.Schemuël,17,19#19. Schaul aber und sie und alle Männer Jisraëls waren im Terebinthental, im Kampf mit den Pelischtäern.
7638#1.Schemuël,17,20#20. Und Dawid machte sich früh am Morgen auf, überließ die Schafe einem Hüter, lud auf und ging, wie ihm Jischai befohlen, und als er in den Lagerring kam, da erhob eben das Heer, das in Schlachtordnung ausrückte, ein Kampfgeschrei.
7639#1.Schemuël,17,21#21. Und es ordneten sich Jisraël und die Pelischtäer Reihe gegen Reihe.
7640#1.Schemuël,17,22#22. Und Dawid überließ die Sachen von sich an den Troßhüter, lief in die Reihe und kam und fragte seine Brüder nach dem Wohl.
7641#1.Schemuël,17,23#23. Während er noch mit ihnen redete, sieh, da kam der Mittelsmann, Goljat der Pelischtäer mit Namen, aus Gat, hervor aus den Reihen der Pelischtäer und redete solche Reden, und Dawid hörte es.
7642#1.Schemuël,17,24#24. Alle Mann von Jisraël aber, wie sie den Mann sahen, flohen sie vor ihm und fürchteten sehr.
7643#1.Schemuël,17,25#25. Da sprachen die Männer von Jisraël: «Habt ihr den Mann gesehen, der da hervortritt? Um Jisraël zu beschimpfen tritt er auf! Es soll aber sein: Der Mann, der ihn schlägt, den will der König mit großem Reichtum beschenken und ihm seine Tochter geben und seines Vaters Haus frei machen in Jisraël.»
7644#1.Schemuël,17,26#26. Da sprach Dawid zu den Männern, die neben ihm standen: «Was soll dem Mann geschehen, der den Pelischtäer dort schlägt und den Schimpf abtut von Jisraël? Denn wer ist dieser unbeschnittene Pelischtäer, daß er die Reihen des lebendigen Gottes beschimpft?»
7645#1.Schemuël,17,27#27. Da sprach zu ihm das Volk in solcher Rede: «So soll dem Mann geschehen, der ihn schlägt.»
7646#1.Schemuël,17,28#28. Als aber sein älterer Bruder Eliab hörte, wie er mit den Leuten redete, da flammte Eliabs Angesicht auf über Dawid, und er sagte: «Wozu doch bist du herabgekommen? Und wem hast du jene paar Schafe in der Steppe überlassen? Ich kenne deinen Frevelmut und die Bosheit deines Herzens; denn um den Kampf zu sehen, bist du herabgekommen.»
7647#1.Schemuël,17,29#29. Dawid aber sprach: «Was habe ich denn nun getan? Es ist ja bloß ein Wort.»
7648#1.Schemuël,17,30#30. Dann wandte er sich von ihm weg nach einer andern Seite und sprach desgleichen, und das Volk erwiderte ihm gleich der ersten Rede.
7649#1.Schemuël,17,31#31. Und es wurden die Worte, die Dawid geredet, vernommen, und man meldete sie vor Schaul, und der ließ ihn holen.
7650#1.Schemuël,17,32#32. Und Dawid sprach zu Schaul: «Möge keines Menschen Mut an ihm sinken! Dein Knecht wird hingehn und mit diesem Pelischtäer kämpfen.»
7651#1.Schemuël,17,33#33. Schaul aber sprach zu Dawid: «Du kannst nicht zu diesem Pelischtäer gehen, um mit ihm zu kämpfen, denn ein Knabe bist du, er aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.»
7652#1.Schemuël,17,34#34. Da sprach Dawid zu Schaul: «Ein Hirt war dein Knecht seinem Vater bei den Schafen; und wenn da ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf packte aus der Herde,
7653#1.Schemuël,17,35#35. dann zog ich aus, ihm nach, schlug ihn und riß es ihm aus dem Maul; hob er sich aber wider mich, dann faßte ich ihn beim Kinn und schlug ihn tot.
7654#1.Schemuël,17,36#36. Den Löwen sowohl wie den Bären hat dein Knecht erschlagen, und so soll dieser unbeschnittene Pelischtäer sein wie einer von ihnen, weil er die Reihen des lebendigen Gottes beschimpft hat.»
7655#1.Schemuël,17,37#37. Und Dawid sprach: «Der Ewige, der mich errettet hat aus der Pranke des Löwen und des Bären, er wird mich erretten aus der Hand dieses Pelischtäers.» Da sagte Schaul zu Dawid: «Geh, und der Ewige sein mit dir.»
7656#1.Schemuël,17,38#38. Dann bekleidete Schaul Dawid mit seinem Gewand, setzte ihm einen ehernen Helm aufs Haupt und bekleidete ihn mit einem Panzer.
7657#1.Schemuël,17,39#39. Und Dawid gürtete sein Schwert über seine Kleider; aber er war ungeschickt zu gehen, denn er hatte es nicht versucht. Da sagte Dawid zu Schaul: «Ich kann nicht darin gehen, denn ich habe es nie versucht.» Und Dawid legte sie wieder von sich.
7658#1.Schemuël,17,40#40. Und er nahm seinen Stab in seine Hand und suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bachtal, legte sie in das Hirtengerät, das er bei sich hatte, und in die Tasche, seine Schleuder in der Hand; und er ging auf den Pelischtäer zu.
7659#1.Schemuël,17,41#41. Und der Pelischtäer ging immer näher hinzu auf Dawid, und der Mann, der den Schild trug, war vor ihm.
7660#1.Schemuël,17,42#42. Da sah der Pelischtäer auf und erblickte Dawid; da verachtete er ihn, denn er war ein Knabe - rötlich und dazu schön von Aussehn.
7661#1.Schemuël,17,43#43. Da sprach der Pelischtäer zu Dawid: «Bin ich ein Hund, daß du mit Stöcken an mich kommst?» Und der Pelischtäer fluchte Dawid bei seinem Gott.
7662#1.Schemuël,17,44#44. Und der Pelischtäer sprach zu Dawid: «Komm her zu mir, daß ich dein Fleisch dem Vogelvolk des Himmels gebe und dem Getier des Feldes!»
7663#1.Schemuël,17,45#45. Dawid aber sprach zu dem Pelischtäer: «Du kommst gegen mich mit Schwert und Speer und Spieß, ich aber komme gegen dich mit dem Namen des Ewigen der Scharen, des Gottes der Reihen Jisraëls, die du beschimpft hast.
7664#1.Schemuël,17,46#46. An diesem Tag wird dich der Ewige in meine Hand liefern, daß ich dich schlage und dir den Kopf abnehme und die Leichen des Lagers der Pelischtäer an diesem Tag dem Vogelvolk des Himmels gebe und dem Getier der Erde, auf daß alle Welt erkenne, daß es einen Gott gibt bei Jisraël,
7665#1.Schemuël,17,47#47. und daß diese ganze Volksschar erkenne, daß nicht durch Schwert und Speer der Ewige hilft. Denn des Ewigen ist der Kampf, und er wird euch in unsere Hand geben.»
7666#1.Schemuël,17,48#48. Und es war, wie sich der Pelischtäer aufmachte und auf Dawid zuging, da eilte Dawid und lief auf die Reihe zu, dem Pelischtäer entgegen.
7667#1.Schemuël,17,49#49. Und Dawid langte mit seiner Hand ins Gerät, nahm daraus einen Stein, schleuderte und traf den Pelischtäer an seine Stirn, und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Angesicht zur Erde.
7668#1.Schemuël,17,50#50. So überwand Dawid den Pelischtäer mit Schleuder und Stein, und er schlug den Pelischtäer und tötete ihn, ein Schwert aber war nicht in Dawids Hand.
7669#1.Schemuël,17,51#51. Dann lief Dawid hinzu, trat an den Pelischtäer und nahm dessen Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und hieb ihm damit den Kopf ab. Als die Pelischtäer sahen, daß ihr Held tot war, da flohen sie.
7670#1.Schemuël,17,52#52. Die Männer Jisraëls und Jehudas aber machten sich auf, und sie lärmten auf und jagten den Pelischtäern nach bis gegen das Tal und bis an die Tore von Ekron. Und es fielen die Erschlagenen der Pelischtäer auf dem Weg von Schaaraim bis nach Gat und bis Ekron.
7671#1.Schemuël,17,53#53. Dann kehrten die Kinder Jisraël zurück von der Verfolgung hinter den Pelischtäern her und plünderten ihr Lager.
7672#1.Schemuël,17,54#54. Dawid aber nahm den Kopf des Pelischtäers, brachte ihn nach Jeruschalaim, seine Waffen aber legte er in sein Zelt.
7673#1.Schemuël,17,55#55. Als aber Schaul Dawid dem Pelischtäer entgegengehn sah, sprach er zu Abner, dem Heeresobersten: «Wessen Sohn ist der Bursch, Abner?» Da sprach Abner: «Leben deiner Seele, o König! Ich weiß es nicht.»
7674#1.Schemuël,17,56#56. Da sprach der König: «Frag du, wessen Sohn dieser Jüngling ist!»
7675#1.Schemuël,17,57#57. Und als Dawid von der Besiegung des Pelischtäers zurückkam, da nahm ihn Abner und brachte ihn vor Schaul, mit dem Kopf des Pelischtäers in seiner Hand.
7676#1.Schemuël,17,58#58. Da sprach zu ihm Schaul: «Wessen Sohn bist du, Bursch?» Und Dawid sprach: «Der Sohn deines Knechtes Jischai aus Bet-Lehem.»
7677#1.Schemuël,18,1#1. Es war nun, als er damit zu Ende war, zu Schaul zu reden. Jehonatans Seele aber war verknüpft mit Dawids Seele und Jehonatan liebte ihn wie sich selbst.
7678#1.Schemuël,18,2#2. Und Schaul nahm ihn an jenem Tag und ließ ihn nicht wieder in das Haus seines Vaters zurückkehren.
7679#1.Schemuël,18,3#3. Und Jehonatan schloß einen Bund mit Dawid, weil er ihn liebte wie sich selbst.
7680#1.Schemuël,18,4#4. Und Jehonatan legte sein Oberkleid ab, das er anhatte, und gab es Dawid, und seinen Rock und auch sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt.
7681#1.Schemuël,18,5#5. Und Dawid zog aus; überall, wohin ihn Schaul schickte, hatte er Glück. Da setzte ihn Schaul über die Kriegsleute. Und er war recht in den Augen des ganzen Volkes und auch in den Augen der Knechte Schauls.
7682#1.Schemuël,18,6#6. Es war nun, als sie heimkamen, als Dawid zurückkam von der Besiegung des Pelischtäers, da zogen die Frauen aus allen Städten Jisraëls zu Gesang und Flötenspiel dem König Schaul entgegen mit Pauken, Freudenrufen und Triangeln.
7683#1.Schemuël,18,7#7. Und es hoben die Frauen, die da ergötzten, an und sprachen: «Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden.»
7684#1.Schemuël,18,8#8. Da verdroß es Schaul sehr, und diese Sache war übel in seinen Augen, und er sagte: «Gegeben haben sie Dawid Zehntausende, mir aber geben sie nur die Tausende! Nun (gebt) ihm nur noch das Königtum.»
7685#1.Schemuël,18,9#9. Und Schaul sah scheel auf Dawid von jenem Tag an und weiterhin.
7686#1.Schemuël,18,10#10. Es war nun am andern Morgen, da brach ein böser Geist Gottes über Schaul herein, und er war geistbesessen im Haus. Dawid aber spielte (Zither) mit seiner Hand wie Tag um Tag, und der Speer war in der Hand Schauls.
7687#1.Schemuël,18,11#11. Da schleuderte Schaul den Speer, und er dachte: «Ich will Dawid schlagen bis in die Wand», Dawid aber bog aus vor ihm, zweimal.
7688#1.Schemuël,18,12#12. Und Schaul fürchtete vor Dawid, denn der Ewige war mit ihm, von Schaul aber war er gewichen.
7689#1.Schemuël,18,13#13. Und Schaul entfernte ihn von sich und machte ihn zum Obersten über tausend; und er zog ein und aus vor dem Volk.
7690#1.Schemuël,18,14#14. Und Dawid war bei allen seinen Wegen glücklich, und der Ewige war mit ihm.
7691#1.Schemuël,18,15#15. Als nun Schaul sah, daß er sehr glücklich war, bekam er Angst vor ihm.
7692#1.Schemuël,18,16#16. Aber ganz Jisraël und Jehuda liebte Dawid, denn er zog aus und ein vor ihnen.
7693#1.Schemuël,18,17#17. Und Schaul sprach zu Dawid: «Da ist meine ältere Tochter Merab, sie will ich dir zum Weib geben; nur sei mir ein Kriegsmann und kämpfe du die Kriege des Ewigen.» Denn Schaul dachte: «Nicht sei meine Hand an ihm, so möge die Hand der Pelischtäer an ihm sein!»
7694#1.Schemuël,18,18#18. Dawid aber sprach zu Schaul: «Wer bin ich, wer ist meine Sippe, das Geschlecht meines Vaters in Jisraël, daß ich Eidam des Königs werden sollte?»
7695#1.Schemuël,18,19#19. Und es war, als die Zeit kam, Merab, die Tochter Schauls, Dawid zu geben, da wurde sie Adriël aus Mehola zum Weibe gegeben.
7696#1.Schemuël,18,20#20. Und Michal, eine Tochter Schauls, liebte Dawid, und man erzählte es Schaul, und die Sache war recht in seinen Augen.
7697#1.Schemuël,18,21#21. Und Schaul dachte: «Ich will sie ihm geben. Das soll ihm aber zum Fallstrick werden, daß die Hand der Pelischtäer ihn treffe.» Und Schaul sprach zu Dawid: «Zum zweiten Mal kannst du mein Eidam werden.»
7698#1.Schemuël,18,22#22. Und Schaul gebot seinen Dienern: «Redet zu Dawid im Geheimen und sagt: ,Sieh, der König hat dich gern, und alle seine Diener lieben dich, nun denn, werde doch Eidam des Königs!»
7699#1.Schemuël,18,23#23. Und die Diener Schauls redeten diese Worte vor Dawids Ohren; da sprach Dawid: «Ist's ein Leichtes in euren Augen, des Königs Eidam zu werden? Bin ich doch ein armer und geringer Mann.»
7700#1.Schemuël,18,24#24. Und die Diener Schauls erzählten es ihm und sagten: «Solche Rede hat Dawid gesprochen.»
7701#1.Schemuël,18,25#25. Da sagte Schaul: «So sollt ihr zu Dawid sagen: ,Der König will keinen Brautpreis, sondern hundert Vorhäute der Pelischtäer, um Rache zu nehmen an den Feinden des Königs.» Schaul dachte nämlich, Dawid in die Hände der Pelischtäer fallen zu lassen.
7702#1.Schemuël,18,26#26. Und seine Diener erzählten Dawid diese Worte; da war es recht in Dawids Augen, des Königs Eidam zu werden. Und noch war die Zeit nicht voll,
7703#1.Schemuël,18,27#27. und Dawid machte sich auf und ging hin, er und seine Leute, und schlug unter den Pelischtäern zweihundert Mann. Und Dawid brachte ihre Vorhäute, und man gab sie vollzählig dem König, daß er des Königs Eidam werde. Da gab ihm Schaul seine Tochter Michal zum Weib.
7704#1.Schemuël,18,28#28. Und Schaul sah es und erkannte, daß der Ewige mit Dawid war; und Michal, seine Tochter, liebte ihn.
7705#1.Schemuël,18,29#29. Da fürchtete Schaul noch mehr vor Dawid, und Schaul war Dawid feind alle Tage.
7706#1.Schemuël,18,30#30. Und die Obersten der Pelischtäer rückten aus, und es war, sooft sie ausrückten, da war Dawid glücklicher als alle Diener Schauls. Und sein Name war sehr in Ehren.
7707#1.Schemuël,19,1#1. Und Schaul redete zu seinem Sohn Jonatan und zu allen seinen Dienern davon, Dawid zu töten. Jehonatan, der Sohn Schauls, aber liebte Dawid sehr.
7708#1.Schemuël,19,2#2. Und Jehonatan erzählte es Dawid und sprach: «Mein Vater Schaul trachtet dich zu töten, und nun, nimm dich in acht am Morgen, halte dich verborgen und verstecke dich.
7709#1.Schemuël,19,3#3. Ich aber will hinausgehn und mich zur Seite meines Vaters stellen auf dem Feld, woselbst du bist, und ich will mit meinem Vater von dir sprechen, und merke ich was, will ich es dir erzählen.»
7710#1.Schemuël,19,4#4. Und Jehonatan redete zu seinem Vater Schaul Gutes über Dawid und sprach zu ihm: «Nicht versündige sich der König an seinem Knecht Dawid, denn er hat sich nicht gegen dich vergangen, ja seine Taten waren sehr gut für dich.
7711#1.Schemuël,19,5#5. Er hat seine Kehle in die Hand getan und hat den Pelischtäer erschlagen, und der Ewige hat so einen großen Sieg gewirkt für ganz Jisraël; du hast es gesehen und dich gefreut; und warum willst du dich versündigen an unschuldigem Blut, Dawid zu töten ohne Schuld?»
7712#1.Schemuël,19,6#6. Und Schaul hörte auf die Stimme Jehonatans, und Schaul schwor: «Es lebt der Ewige! Ob er getötet werden soll!»
7713#1.Schemuël,19,7#7. Da rief Jehonatzan Dawid, und Jehonatan erzählte ihm alle diese Worte. Und Jehonatan brachte Dawid zu Schaul, und er war vor ihm wie gestern und ehegestern.
7714#1.Schemuël,19,8#8. Und der Krieg dauerte fort. Und Dawid zog aus, kämpfte mit den Pelischtäern und brachte ihnen einen großen Schlag bei, und sie flohen vor ihm.
7715#1.Schemuël,19,9#9. Und es kam ein böser Geist vom Ewigen über Schaul, da er in seinem Haus weilte, und der Speer war in seiner Hand, und Dawid spielte (Zither) mit der Hand.
7716#1.Schemuël,19,10#10. Da suchte Schaul Dawid mit dem Speer bis in die Wand zu schlagen; er aber wich Schaul aus, so daß er den Speer in die Wand schlug. Und Dawid entfloh, und er entkam in jener Nacht.
7717#1.Schemuël,19,11#11. Da schickte Schaul Boten zum Haus Dawids, um ihm aufzupassen und ihn am Morgen zu töten. Da meldete Michal, sein Weib, es Dawid und sagte: «Wenn du dein Leben nicht diese Nacht rettest, dann wirst du morgen getötet.»
7718#1.Schemuël,19,12#12. Und Michal ließ Dawid durchs Fenster hinab, und er ging und floh und entkam.
7719#1.Schemuël,19,13#13. Dann nahm Michal die Puppe, legte sie ins Bett und tat das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten und deckte es mit dem Kleid.
7720#1.Schemuël,19,14#14. Da sandte Schaul Boten, Dawid zu holen; da sagte sie: «Er ist krank.»
7721#1.Schemuël,19,15#15. Schaul aber schickte die Boten hin, um Dawid zu sehen, sprechend: «Bringt ihn zu mir im Bett herauf, ihn zu töten.»
7722#1.Schemuël,19,16#16. Da kamen die Boten, sieh, da lag die Puppe im Bett, und das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.
7723#1.Schemuël,19,17#17. Da sagte Schaul zu Michal: «Warum hast du mich so betrogen und hast meinen Feind ziehen lassen, daß er entkam?» Da sprach Michal zu Schaul: «Er sprach zu mir: Laß mich fort, warum soll ich dich töten?»
7724#1.Schemuël,19,18#18. Und Dawid floh und entkam. Und er kam zu Schemuël nach ha-Rama und erzählte ihm alles, was Schaul ihm getan, und er ging, er und Schemuël, und sie blieben in Najot.
7725#1.Schemuël,19,19#19. Und es wurde Schaul also gemeldet: «Sieh, Dawid ist in Najot in ha-Rama.»
7726#1.Schemuël,19,20#20. Da schickte Schaul Boten, Dawid zu holen. Man sah aber den Schwarm der Gottbegeisteten sich begeistet gebärden, und Schemuël stand aufrecht bei ihnen. Da kam über die Boten Schauls der Geist Gottes, daß auch sie begeistet waren.
7727#1.Schemuël,19,21#21. Und man erzählte es Schaul, da schickte er andere Boten; da wurden auch sie begeistet. Da schickte Schaul weiter, zum dritten Mal, Boten, da wurden auch die begeistet.
7728#1.Schemuël,19,22#22. Da ging auch er nach ha-Rama. Als er an die große Zisterne in Sechu kam, fragte er und sprach: «Wo sind Schemuël und Dawid?» Und man sprach: «Da sind sie, zu Najot in ha-Rama.»
7729#1.Schemuël,19,23#23. So ging er von dort nach Najot in ha-Rama. Da kam auch über ihn der Geist Gottes, und er ging weiter, in Begeistung, bis er nach Najot in ha-Rama kam.
7730#1.Schemuël,19,24#24. Und auch er warf seine Kleider ab und war gleichfalls begeistet vor Schemuël, und er lag nackt jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: «Ist auch Schaul unter den Begeisteten?»
7731#1.Schemuël,20,1#1. Und Dawid floh von Najot in ha-Rama und kam und sprach vor Jehonatan: «Was habe ich getan, was ist meine Schuld und was meine Sünde vor deinem Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?»
7732#1.Schemuël,20,2#2. Er aber antwortete ihm: «Schmach sei dies! Du sollst nicht sterben! Sieh, mein Vater tut nichts, groß oder gering, daß er mir's nicht zu Ohren brächte, und warum sollte mein Vater mir diese Sache verheimlichen? Das ist nicht so!»
7733#1.Schemuël,20,3#3. Dawid aber beteuerte nochmals und sagte: «Dein Vater weiß es, daß ich Gunst gefunden in deinen Augen, und denkt: ,Jehonatan darf das nicht erfahren, er möchte sich sonst kränken.' Aber: es lebt der Ewige - und Leben deiner Seele! Wie ein Schritt nur ist es zwischen mir und dem Tod.»
7734#1.Schemuël,20,4#4. Da sprach Jehonatan zu Dawid: «Was spricht deine Seele? Ich will es dir tun.»
7735#1.Schemuël,20,5#5. Da sprach Dawid zu Jehonatan: «Sieh, Neumond ist morgen, und ich, ich setze mich da mit dem König zum Mahl; aber laß mich ziehen, ich will mich verborgen halten auf dem Feld bis zum Abend, drittags.
7736#1.Schemuël,20,6#6. Wenn nun dein Vater mich vermissen sollte, so sage: ,Ausgebeten hat es sich Dawid von mir, nach seiner Stadt Bet-Lehem zu eilen, denn dort findet das jährliche Opfer statt für das ganze Geschlecht.'
7737#1.Schemuël,20,7#7. Wenn er so sagt: ,Gut', dann steht es wohl um deinen Knecht, verdrießt es ihn aber, so wisse, daß das Unheil von ihm beschlossen ist.
7738#1.Schemuël,20,8#8. So erweise Treue deinem Knecht, denn in einen Bund des Ewigen hast du deinen Knecht mit dir treten lassen. Ist aber Schuld an mir, so töte du mich, und warum willst du mich zu deinem Vater bringen?»
7739#1.Schemuël,20,9#9. Da sprach Jehonatan: «Schmach sei dir das! Denn wenn ich erfahren sollte, daß das Unheil beschlossen ist von meinem Vater, es über dich zu bringen, sollte ich es dir nicht mitteilen?»
7740#1.Schemuël,20,10#10. Da sprach Dawid zu Jehonatan: «Wer soll mir Nachricht sagen, oder was dir dein Vater Hartes entgegnet?»
7741#1.Schemuël,20,11#11. Und Jehonatan sprach zu Dawid: «Komm, wir wollen aufs Feld gehen.» Und sie gingen beide aufs Feld.
7742#1.Schemuël,20,12#12. Da sprach Jehonatan zu Dawid: «Beim Ewigen, dem Gott Jisraëls! - Ja, ich werde meinen Vater ausforschen, um diese Zeit, morgen (oder) drittags, und sieh, ist er gut gegen Dawid, (dann ist es gut). Wenn aber nicht, schicke ich zu dir und bringe es dir zu Ohren.
7743#1.Schemuël,20,13#13. So tue der Ewige Jehonatan an, so und noch mehr! Wenn meinem Vater das Unheil über dich belieben sollte, so will ich es dir zu Ohren bringen und dich fortgehn lassen, daß du in Frieden ziehst. Und der Ewige sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen!
7744#1.Schemuël,20,14#14. Und nimmer, wenn ich noch lebe, wirst du an mir Treue des Ewigen nicht üben und nimmer, sterbe ich,
7745#1.Schemuël,20,15#15. deine Treue zu meinem Haus enden lassen für immer, auch nicht, wenn der Ewige die Feinde Dawids vertilgen wird, jeden vom Erdboden hinweg.»
7746#1.Schemuël,20,16#16. So schloß Jehonatan (einen Bund) mit dem Haus Dawids: «Der Ewige fordere es von den Feinden Dawids!»
7747#1.Schemuël,20,17#17. Hierauf beschwor Jehonatan abermals Dawid wegen seiner Liebe zu ihm, denn wie seine Seele liebte er ihn.
7748#1.Schemuël,20,18#18. Und Jehonatan sagte zu ihm: «Morgen ist Neumond, da wirst du vermißt werden, weil dein Sitz leer bleibt.
7749#1.Schemuël,20,19#19. Aber drittags geh sehr tief hinab, bis du an den Ort kommst, an dem du dich versteckt hattest am Tag der Tat, und setze dich neben den Stein Asel.
7750#1.Schemuël,20,20#20. Und ich werde die drei Pfeile seitwärts hin abschießen, als schösse ich sie nach einem Ziel.
7751#1.Schemuël,20,21#21. Und sieh, ich werde den Knappen aussenden: ,Geh, such die Pfeile.' Wenn ich dem Knappen sagen werde: ,Sieh, die Pfeile liegen von dir herwärts, faß es', so komm, denn Friede ist mit dir, es ist nichts. Es lebt der Ewige!
7752#1.Schemuël,20,22#22. Wenn ich aber so zu dem Knappen sagen werde: ,Sieh, die Pfeile liegen von dir hinwärts', so geh, denn der Ewige sendet dich fort.
7753#1.Schemuël,20,23#23. Des Wortes aber, das wir miteinander geredet, ich und du, sieh, des ist der Ewige Zeuge zwischen mir und dir für ewig.»
7754#1.Schemuël,20,24#24. Und David versteckte sich auf dem Feld. Und als der Neumond kam, setzte sich der König zum Mahl, um zu essen.
7755#1.Schemuël,20,25#25. Und der König saß auf seinem Sitz wie Mal um Mal, auf dem Sitz an der Wand; und Jehonatan erhob sich, da setzte sich Abner neben Schaul, Dawids Platz aber blieb leer.
7756#1.Schemuël,20,26#26. Schaul aber redete nichts an jenem Tag, denn er dachte: «Ein Zufall ist's, er ist nicht rein, er ist gewiß nicht rein.»
7757#1.Schemuël,20,27#27. Es war aber am zweiten Folgetag des Neumonds, da Dawids Platz leer blieb, da sagte Schaul zu seinem Sohn Jehonatan: «Warum ist der Sohn Jischais so gestern so heute nicht zum Mahl gekommen?»
7758#1.Schemuël,20,28#28. Da antwortete Jehonatan dem Schaul: «Ausgebeten hat sich Dawid von mir nach Bet-Lehem
7759#1.Schemuël,20,29#29. und gesprochen: ,Laß mich doch fort, denn ein Familienopfer haben wir in der Stadt, und er, mein Bruder, hat es mir entboten. Und nun, wenn ich Gunst gefunden habe in deinen Augen, so will ich mich losreißen, daß ich meine Brüder sehe.' Darum ist er nicht zur Tafel des Königs gekommen.»
7760#1.Schemuël,20,30#30. Da flammte das Angesicht Schauls wider Jehonatan auf, und er sprach zu ihm: «Du Sohn derer von verkehrter Zucht! Weiß ich denn nicht, daß du den Sohn Jischais erwählst zu deiner Schande und zur Schande der Scham deiner Mutter?
7761#1.Schemuël,20,31#31. Denn all die Tage, die der Sohn Jischais auf Erden lebt, wirst du nicht bestehen, du und dein Königtum. Und nun schick hin und bring ihn zu mir, denn ein Kind des Todes ist er.»
7762#1.Schemuël,20,32#32. Da antwortete Jehonatan seinem Vater Schaul und sprach zu ihm: «Warum soll er getötet werden? Was hat er getan?»
7763#1.Schemuël,20,33#33. Da schleuderte Schaul den Speer nach ihm, um ihn zu erschlagen. Da erkannte Jehonatan, daß es von seinem Vater beschlossen war, Dawid zu töten.
7764#1.Schemuël,20,34#34. Da stand Jehonatan von der Tafel auf mit flammendem Antlitz; und er aß kein Brot am zweiten Neumondstag, weil er betrübt war um Dawid, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.
7765#1.Schemuël,20,35#35. Es war aber am Morgen, da ging Jehonatan aufs Feld, zur Begegnung mit Dawid; und ein kleiner Knabe war mit ihm.
7766#1.Schemuël,20,36#36. Und er sprach zu seinem Knappen: «Lauf, such die Pfeile auf, die ich abschieße!» Der Knappe lief, er aber schoß den Pfeil über ihn hinaus.
7767#1.Schemuël,20,37#37. Und als der Knappe an die Stelle des Pfeiles kam, den Jehonatan geschossen hatte, rief Jehonatan dem Knappen nach und sprach: «Der Pfeil liegt ja von dir hinwärts.»
7768#1.Schemuël,20,38#38. Und Jehonatan rief dem Knappen nach: «Geschwind, eile, säume nicht!» Und der Knappe Jehonatans sammelte die Pfeile und kam zu seinem Herrn.
7769#1.Schemuël,20,39#39. Der Knappe aber merkte nichts, nur Jehonatan und Dawid wußten um die Sache.
7770#1.Schemuël,20,40#40. Da gab Jehonatan sein Gerät dem Knappen, der mit ihm war, und sagte zu ihm: «Geh, brings in die Stadt.»
7771#1.Schemuël,20,41#41. Und der Knappe ging heim, da machte Dawid sich auf von der Südseite her. Und er fiel auf sein Angesicht zur Erde und warf sich dreimal hin, und sie küßten einander und weinten miteinander. Noch weinte Dawid laut,
7772#1.Schemuël,20,42#42. da sprach Jehonatan zu Dawid: «Zieh in Frieden; was wir beide beschworen im Namen des Ewigen, sprechend: ,Der Ewige sei zwischen dir und mir, zwischen meinem und deinem Samen', ist für die Ewigkeit.»
7773#1.Schemuël,21,1#1. Und er machte sich auf und ging, und Jehonatan kam in die Stadt.
7774#1.Schemuël,21,2#2. Und Dawid kam nach Nob zu Ahimelech, dem Priester. Da eilte Ahimelech Dawid entgegen und sagte zu ihm: «Warum bist du allein und keiner bei dir?»
7775#1.Schemuël,21,3#3. Da sprach Dawid zu Ahimelech, dem Priester: «Der König hat mir etwas befohlen und zu mir gesagt: ,Niemand darf etwas wissen von der Angelegenheit, in der ich dich schicke und die ich dir auftrage.' Und die Burschen habe ich an einen gewissen geheimen Ort bestellt.
7776#1.Schemuël,21,4#4. Und nun, was hast du zur Hand? Fünf Brote gib mir oder was sich findet.»
7777#1.Schemuël,21,5#5. Da antwortete der Priester Dawid und sprach: «Es ist kein ungeheiligtes Brot zu meiner Verfügung, sondern nur geheiligtes Brot vorhanden, wenn sich die Burschen nur des Weibs enthalten haben.»
7778#1.Schemuël,21,6#6. Und Dawid antwortete dem Priester und sagte ihm: «Wo doch ein Weib uns verwehrt ist seit gestern und ehegestern, da ich auszog und die Geräte der Burschen geheiligt waren!» - Das war aber unheiliger Weg, geschweige, daß jenes jetzt geheiligt bliebe im Gerät. -
7779#1.Schemuël,21,7#7. Da gab ihm der Priester Geheiligtes, weil kein Brot da war als das Vorlegebrot, das man vor dem Ewigen weggenommen, um frisches Brot hinzulegen, am Tag, da man es wegnahm.
7780#1.Schemuël,21,8#8. Dort war aber ein Mann von den Knechten Schauls an jenem Tag eingeschlossen vor dem Ewigen, namens Doëg, der Edomiter, der Vogt der Hirten Schauls.
7781#1.Schemuël,21,9#9. Und Dawid sagte zu Ahimelech: «Ist etwa hier, dir zur Hand, Speer oder Schwert? Denn weder mein Schwert noch meine Geräte habe ich mir mitgenommen, weil der Auftrag des Königs dringend war.»
7782#1.Schemuël,21,10#10. Da sprach der Priester: «Das Schwert Goljats, des Pelischtäers, den du im Terebinthental erschlagen, sieh, es liegt eingehüllt im Tuch hinter dem Efod; wenn du das dir nehmen willst, nimms, denn es ist kein andres außer ihm da.» Da sprach Dawid: «Keins wie dies! Gib es mir!»
7783#1.Schemuël,21,11#11. Und Dawid machte sich auf und floh an jenem Tag vor Schaul; und er kam zu Achisch, dem König von Gat.
7784#1.Schemuël,21,12#12. Da sprachen die Diener Achischs zu ihm: «Ist das nicht Dawid, der König des Landes? Hat man nicht diesem gesungen beim Flötenspiel und gesprochen: ,Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden'?»
7785#1.Schemuël,21,13#13. Da nahm sich Dawid diese Rede zu Herzen, und er fürchtete sich sehr vor Achisch, dem König von Gat.
7786#1.Schemuël,21,14#14. Und er verstellte seinen Verstand vor ihren Augen und gebärdete sich toll bei ihnen, er kritzelte auf die Türen des Tores und ließ seinen Speichel über seinen Bart rinnen.
7787#1.Schemuël,21,15#15. Da sprach Achisch zu seinen Dienern: «Ihr seht ja, (das ist) ein verrückter Mann, warum bringt ihr ihn zu mir?
7788#1.Schemuël,21,16#16. Hab ich Mangel an Verrückten, daß ihr mir diesen bringt, sich vor mir auszutoben? Sollte der in mein Haus kommen?»
7789#1.Schemuël,22,1#1. Und Dawid ging von dort und flüchtete in die Höhle Adullam. Als seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters dies hörten, zogen sie dorthin zu ihm hinab.
7790#1.Schemuël,22,2#2. Und es scharten sich um ihn jeder Bedrängte und jeder, der einen Schuldherrn hatte, und jeder, der erbitterten Gemüts war; und er wurde ihnen zum Anführer; und es waren bei ihm an vierhundert Mann.
7791#1.Schemuël,22,3#3. Und Dawid ging von dort nach Mizpe in Moab. Und er sprach zum König von Moab: «Laß doch meinen Vater und meine Mutter mit euch ausziehn, bis ich weiß, was Gott mit mir tut.»
7792#1.Schemuël,22,4#4. Und er führte sie vor den König von Moab, und sie blieben bei ihm, solange Dawid in der Bergveste war.
7793#1.Schemuël,22,5#5. Da sprach Gad, der Gottbegeistete, zu Dawid: «Bleib nicht auf der Bergveste, geh und komm ins Land Jehuda.» Da ging Dawid und kam nach dem Wald Heret.
7794#1.Schemuël,22,6#6. Und Schaul hörte, daß man Kunde hatte von Dawid und von Leuten, die bei ihm waren. Und Schaul saß gerade in ha-Gib'a unter der Tamariske auf der Höhe mit dem Speer in der Hand, während alle seine Diener um ihn standen.
7795#1.Schemuël,22,7#7. Da sagte Schaul zu seinen Dienern, die ihn umstanden: «Hört doch, ihr Binjaminiter! Wird euch allen Jischais Sohn Äcker und Weinberge schenken, euch alle zu Obersten über Tausende und über Hunderte machen?
7796#1.Schemuël,22,8#8. Daß ihr alle euch wider mich verschworen habt, und keiner mir es zu Ohren bringt, da mein Sohn einen Bund geschlossen mit dem Sohn Jischais, und keiner sich von euch um mich härmt und es mir zu Ohren bringt, daß mein Sohn meinen Knecht zum Lauerer wider mich aufgestellt, wie heute geschieht.»
7797#1.Schemuël,22,9#9. Da antwortete Doëg, der Edomite, der bei den Dienern Schauls stand, und sprach: «Ich habe den Sohn Jischais gesehen, da er nach Nob kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitubs.
7798#1.Schemuël,22,10#10. Der befragte für ihn den Ewigen und gab ihm Wegzehrung, und das Schwert Goljats des Pelischtäers gab er ihm.»
7799#1.Schemuël,22,11#11. Da schickte ihn der König, Ahimelech, den Sohn Ahitubs, den Priester, zu rufen und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die zu Nob waren, und sie kamen alle zum König.
7800#1.Schemuël,22,12#12. Und Schaul sprach: «Höre doch, Sohn Ahitubs!» Und er sprach: «Hier bin ich, mein Herr.»
7801#1.Schemuël,22,13#13. Da sprach zu ihm Schaul: «Warum habt ihr euch wider mich verschworen, du und der Sohn Jischais, daß du ihm Brot und Schwert gabst und für ihn Gott befragtest, daß er wider mich als Lauerer aufsteht, wie heute geschieht?»
7802#1.Schemuël,22,14#14. Da antwortete Ahimelech dem König und sprach: «Und wer ist unter allen deinen Dienern wie Dawid bewährt und Eidam des Königs, der Zutritt hat zu deinem Gehör, und geehrt ist in deinem Haus?
7803#1.Schemuël,22,15#15. Habe ich heute zum ersten Mal Gott für ihn befragt? Schmach sei es mir! Möge doch der König seinem Knecht nichts beilegen, dem ganzen Haus meines Vaters, denn dein Knecht wußte nicht von alledem, Geringes oder Großes.»
7804#1.Schemuël,22,16#16. Da sagte der König: «Sterben mußt du, Ahimelech, du und das ganze Haus deines Vaters.»
7805#1.Schemuël,22,17#17. Da sprach der König zu den Läufern, die um ihn standen: «Heran, und tötet die Priester des Ewigen, denn auch ihre Hand ist mit Dawid, und weil sie wußten, daß er auf der Flucht war, und es mir nicht zu Ohren brachten.» Aber die Diener des Königs wollten nicht Hand anlegen, die Priester des Ewigen zu schlagen.
7806#1.Schemuël,22,18#18. Da sagte der König zu Doëg: «Tritt du heran und schlage die Priester.» Und Doëg, der Edomite, trat hin und erschlug die Priester, und er tötete an jenem Tag fünfundachtzig Mann, die das Linnen-Efod trugen.
7807#1.Schemuël,22,19#19. Und Nob, die Stadt der Priester, schlug er, ins Schwert hinein, Mann wie Weib, Kind wie Säugling, Rinder, Esel und Schafe, ins Schwert hinein.
7808#1.Schemuël,22,20#20. Und es entkam ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, namens Ebjatar, und floh Dawid nach.
7809#1.Schemuël,22,21#21. Und Ebjatar erzählte Dawid, daß Schaul die Priester des Ewigen erschlagen hatte.
7810#1.Schemuël,22,22#22. Da sagte Dawid zu Ebjatar: «Ich ahnte an jenem Tag, weil Doëg, der Edomite, dort war, daß er es Schaul erzählen werde. Ich bin die Wendung geworden für alles Leben deines Vaterhauses.
7811#1.Schemuël,22,23#23. Bleib bei mir, fürchte nicht. Denn, wer dir nach dem Leben trachtet, trachtet mir nach dem Leben, denn in Obhut bist du bei mir.»
7812#1.Schemuël,23,1#1. Und sie meldeten Dawid und sagten: «Sieh, die Pelischtäer bekriegen Këila, und sie plündern die Tennen.»
7813#1.Schemuël,23,2#2. Da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich hinziehn und diese Pelischtäer schlagen?» Und der Ewige sprach zu Dawid: «Zieh hin, schlage die Pelischtäer und befreie Këila!»
7814#1.Schemuël,23,3#3. Da sprachen die Leute Dawids zu ihm: «Sieh, wir sind schon hier in Jehuda in Furcht, wie erst, wenn wir nach Këila gehen zu den Reihen der Pelischtäer!»
7815#1.Schemuël,23,4#4. Und Dawid befragte nochmals den Ewigen. Und der Ewige antwortete ihm und sprach: «Auf, zieh hinab nach Këila, denn ich gebe die Pelischtäer in deine Hand.»
7816#1.Schemuël,23,5#5. Und Dawid zog mit seinen Leuten nach Këila, kämpfte mit den Pelischtäern, führte ihre Herden fort und brachte ihnen einen großen Schlag bei. So befreite Dawid die Einwohner von Këila.
7817#1.Schemuël,23,6#6. Es war nämlich, als Ebjatar, der Sohn Ahimelechs, zu Dawid nach Këila floh, da kam ein Efod mit ihm herab.
7818#1.Schemuël,23,7#7. Und man berichtete Schaul, daß Dawid nach Këila gekommen war; da sagte Schaul: «Gott hat ihn in meine Hand geliefert, denn er hat sich eingeschlossen, da er in eine Stadt mit Tor und Riegelbalken ging.»
7819#1.Schemuël,23,8#8. Da entbot Schaul das ganze Volk, zum Kampf hinabzuziehen nach Këila und Dawid und seine Leute einzuschließen.
7820#1.Schemuël,23,9#9. Dawid aber erfuhr, daß Schaul gegen ihn Unheil schmiede, und der sprach zu Ebjatar, dem Priester: «Bringe das Efod!»
7821#1.Schemuël,23,10#10. Und Dawid sprach: «Ewiger, Gott Jisraëls! Gehört hat dein Knecht, daß Schaul nach Këila zu kommen trachtet, um die Stadt zu verderben um meinetwillen.
7822#1.Schemuël,23,11#11. Werden mich die Bürger von Këila in seine Hand liefern? Wird Schaul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Ewiger, Gott Jisraëls, tu es deinem Knecht doch kund!» Und der Ewige sprach: «Er wird herabkommen.»
7823#1.Schemuël,23,12#12. Und Dawid sprach: «Werden die Bürger von Këila mich und meine Leute ausliefern in die Hand Schauls?» Und der Ewige sprach: «Sie werden ausliefern.»
7824#1.Schemuël,23,13#13. Da machte Dawid sich auf und seine Leute, etwa sechshundert Mann, zogen fort aus Këila und streiften umher, wohin sie eben streiften. Schaul aber wurde berichtet, daß Dawid aus Këila entkommen war; da unterließ er den Zug.
7825#1.Schemuël,23,14#14. Und Dawid blieb in der Wüste auf den Berghöhen, und er blieb auf dem Gebirge in der Wüste Sif. Und Schaul suchte ihn allezeit, aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
7826#1.Schemuël,23,15#15. Und Dawid sah, daß Schaul ausgezogen war, um sein Leben zu holen. Und Dawid war in der Wüste Sif zu ha-Horscha.
7827#1.Schemuël,23,16#16. Da machte sich Jehonatan, der Sohn Schauls, auf und ging zu Dawid nach Horscha und festigte seine Hand in Gott.
7828#1.Schemuël,23,17#17. Und er sprach zu ihm: «Fürchte nicht! Denn nimmer wird die Hand meines Vaters Schaul dich erreichen; und du wirst König sein über Jisraël, ich aber möchte der Zweite nach dir sein; und auch mein Vater Schaul weiß es so.»
7829#1.Schemuël,23,18#18. Dann schlossen sie beide einen Bund vor dem Ewigen, und Dawid blieb in ha-Horscha, Jehonatan aber ging nach seinem Haus.
7830#1.Schemuël,23,19#19. Da zogen Sifiter zu Schaul hinauf nach ha-Gib'a und sagten: «Sieh, Dawid hält sich bei uns verborgen auf Berghöhen, in ha-Horscha, auf dem Hügel ha-Hachila, rechts von der Wüste.
7831#1.Schemuël,23,20#20. Und nun, ganz wie deine Seele, o König, begehrt hinabzuziehn, zieh hinab, und an uns ist's, ihn in die Hand des Königs zu liefern.»
7832#1.Schemuël,23,21#21. Und Schaul sprach: «Seid gesegnet dem Ewigen, weil ihr euch meiner erbarmt habt!
7833#1.Schemuël,23,22#22. Geht denn hin, stellt es weiter genau fest, erkundet und merkt den Ort, wo sein Fuß weilt, wer ihn dort gesehen, denn man hat mir gesagt, daß er sehr verschlagen ist.
7834#1.Schemuël,23,23#23. Und seht zu und bringt Kunde von allen Schlupfwinkeln, wo er sich versteckt, und kommt wieder zu mir zu Sicherem; dann will ich mit euch gehen. Und wenn er dann im Land ist, will ich ihn hervorsuchen unter allen Tausendschaften Jehudas.»
7835#1.Schemuël,23,24#24. Da machten sie sich auf und gingen nach Sif, vor Schaul her, Dawid aber und seine Leute waren in der Wüste Maon, in der Niederung, rechts von der Wüste.
7836#1.Schemuël,23,25#25. Da zog Schaul mit seinen Leuten aus, ihn zu suchen, und man berichtete es Dawid; da zog er nach dem Felsen hinab und blieb in der Wüste Maon. Als Schaul dies hörte, setzte er Dawid nach in die Wüste Maon.
7837#1.Schemuël,23,26#26. Und Schaul ging auf der Seite des Berges hüben, und Dawid und seine Leute auf der Seite des Berges drüben. Und Dawid hastete, Schaul zu entgehen, während Schaul und seine Leute zu Dawid und seinen Leuten herumbogen, um sie zu fassen.
7838#1.Schemuël,23,27#27. Da kam ein Bote zu Schaul und sagte: «Schnell, komm, denn die Pelischtäer sind in das Land eingefallen.»
7839#1.Schemuël,23,28#28. Da kehrte Schaul von der Verfolgung Dawids zurück und zog den Pelischtäern entgegen. Daher hat man jenen Ort Fels der Abteilungen-1- genannt. -1) -+Sela ha-Mahlekot-.++
7840#1.Schemuël,24,1#1. Und Dawid zog von dort hinauf und blieb auf den Berghöhen von En-Gedi.
7841#1.Schemuël,24,2#2. Es war nun, als Schaul von der Verfolgung der Pelischtäer zurückgekehrt war, da berichtete man ihm und sagte: «Sieh, Dawid ist in der Wüste En-Gedi.»
7842#1.Schemuël,24,3#3. Da nahm Schaul dreitausend Mann, Auserlesene aus ganz Jisraël, und ging, um Dawid und seine Leute zu suchen längs den Steinbockfelsen.
7843#1.Schemuël,24,4#4. Und er kam zu den Schafhürden am Weg; und dort war eine Höhle. Und Schaul ging hinein, um sich die Beine zu verdecken. Dawid aber und seine Leute saßen hinten in der Höhle.
7844#1.Schemuël,24,5#5. Da sagten Dawids Leute zu ihm: «Sieh, da ist der Tag, von dem der Ewige dir gesagt hat: ,Sieh, ich gebe deinen Feind in deine Hand, daß du ihm tust, wie es recht ist in deinen Augen.'» Und Dawid machte sich auf und schnitt den Zipfel des Oberkleides, das Schaul anhatte, heimlich ab.
7845#1.Schemuël,24,6#6. Es war aber nachher, da schlug Dawid sein Gewissen darob, daß er den Zipfel Schauls abgeschnitten hatte.
7846#1.Schemuël,24,7#7. Und er sprach zu seinen Leuten: «Schmach sei es mir vom Ewigen, wenn ich dies täte meinem Herrn, dem Gesalbten des Ewigen, meine Hand an ihn zu legen! Denn der Gesalbte des Ewigen ist er.»
7847#1.Schemuël,24,8#8. Und Dawid wehrte seinen Leuten mit Reden und ließ sie sich nicht gegen Schaul erheben. Und Schaul machte sich auf aus der Höhle und zog des Weges.
7848#1.Schemuël,24,9#9. Da machte sich Dawid nachher auf, ging aus der Höhle hinaus, rief hinter Schaul her und sprach: «Mein Herr, o König!» Da blickte sich Schaul um, und Dawid neigte sich mit dem Angesicht zur Erde und warf sich hin.
7849#1.Schemuël,24,10#10. Und Dawid sprach zu Schaul: «Warum hörst du auf das Gerede von Menschen, die da sagen: ,Dawid sucht dein Verderben?'
7850#1.Schemuël,24,11#11. Sieh, an diesem Tag haben deine Augen gesehen, wie dich heute der Ewige in meine Hand gegeben in der Höhle, und man sprach, dich zu töten, aber es war (mir) leid um dich, und ich sprach: Ich will meine Hand nicht legen an meinen Herrn, denn der Gesalbte des Ewigen ist er.
7851#1.Schemuël,24,12#12. Mein Vater, sieh, ja sieh den Zipfel deines Oberkleides in meiner Hand. Denn, da ich den Zipfel deines Oberkleides abgeschnitten und dich nicht getötet habe, so wisse und erkenne, daß kein Arg und kein Frevel bei mir ist, und ich gegen dich nicht gesündigt habe, du aber stellst meinem Leben nach, es zu nehmen.
7852#1.Schemuël,24,13#13. Möge der Ewige richten zwischen mir und dir und der Ewige mich an dir rächen, aber meine Hand sei nicht an dir.
7853#1.Schemuël,24,14#14. Wie der Spruch des Östlers sagt: ,Von Frevlern kommt Frevel', aber meine Hand sei nicht an dir.
7854#1.Schemuël,24,15#15. Hinter wem zieht der König von Jisraël her? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!
7855#1.Schemuël,24,16#16. So sei der Ewige Richter und entscheide zwischen mir und dir, er blicke her und führe meinen Streit und schaffe mir Recht von dir.»
7856#1.Schemuël,24,17#17. Und es war, als Dawid diese Rede an Schaul geendet hatte, da sprach Schaul: «Ist das deine Stimme, mein Sohn Dawid?» Und Schaul hob seine Stimme und weinte.
7857#1.Schemuël,24,18#18. Und er sprach zu Dawid: «Recht hast du gegen mich, denn du hast mir das Gute erwiesen, und ich dir das Böse.
7858#1.Schemuël,24,19#19. Du hast es heute gezeigt, was du mir Gutes getan, daß mich der Ewige in deine Hand gab, du aber hast mich nicht getötet.
7859#1.Schemuël,24,20#20. Denn wenn jemand seinen Feind trifft, wird er ihn guten Weges ziehen lassen? So möge der Ewige dir Gutes vergelten für diesen Tag und was du an mir getan hast.
7860#1.Schemuël,24,21#21. Und nun, sieh, ich weiß, daß du König sein wirst, und in deiner Hand steht das Königtum Jisraëls.
7861#1.Schemuël,24,22#22. So schwöre mir denn nun bei dem Ewigen, daß du meinen Samen nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht hinwegtilgen wirst aus meinem Vaterhaus.»
7862#1.Schemuël,24,23#23. Und Dawid schwor es Schaul. Dann ging Schaul nachhause. Dawid aber und seine Leute stiegen zur Bergveste.
7863#1.Schemuël,25,1#1. Und Schemuël starb. Da kam Jisraël zusammen, und sie trauerten um ihn und begruben ihn in seinem Haus in ha-Rama. Dawid aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Paran.
7864#1.Schemuël,25,2#2. Und ein Mann war in Maon, und seine Wirtschaft war in ha-Karmel. Und der Mann war sehr reich; er hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Und es war zur Schur seiner Schafe in ha-Karmel.
7865#1.Schemuël,25,3#3. Und der Name des Mannes war Nabal und der Name seines Weibes Abigail. Und das Weib war von gutem Blick und schöner Gestalt, der Mann aber war hart und böse in seinem Tun. Und er war ein Kalebiter.
7866#1.Schemuël,25,4#4. Und Dawid hörte in der Wüste, daß Nabal seine Schafe schor.
7867#1.Schemuël,25,5#5. Da schickte Dawid zehn Burschen hin und Dawid sagte den Burschen: «Zieht hinauf nach Karmel und geht zu Nabal und fragt ihn in meinem Namen nach dem Wohl.
7868#1.Schemuël,25,6#6. Und sprecht: So dem, der's erlebt! Und Friede dir, Friede deinem Haus, Friede allem, was dir gehört!
7869#1.Schemuël,25,7#7. Und nun habe ich gehört, daß du Schafschur hältst. Nun aber, deine Hirten waren bei uns, ohne daß wir ihnen etwas zuleide taten und ohne daß bei ihnen irgend etwas vermißt wurde, all die Zeit, die sie in ha-Karmel zubrachten.
7870#1.Schemuël,25,8#8. Frag deine Burschen, sie werden es dir berichten; so mögen die Burschen Gunst finden in deinen Augen, da wir zu einem Festtag gekommen sind. Gib doch, was deine Hand vermag, deinen Knechten und deinem Sohn Dawid.»
7871#1.Schemuël,25,9#9. Und die Burschen Dawids kamen hin und redeten zu Nabal ganz nach diesen Worten im Namen Dawids, und sie warteten.
7872#1.Schemuël,25,10#10. Da antwortete Nabal den Knechten Dawids und sprach: «Wer ist Dawid und wer der Sohn Jischais? Heutzutage gibt es der Knechte viele, die ausreißen, jeder von seinem Herrn.
7873#1.Schemuël,25,11#11. Ich soll wohl mein Brot, mein Wasser, und was ich für meine Scherer geschlachtet habe, nehmen und es Männern geben, von denen ich nicht weiß, woher sie sind!»
7874#1.Schemuël,25,12#12. Da wandten sich die Burschen Dawids ihres Weges, kehrten zurück und kamen an und erzählten es ihm, gemäß allen diesen Reden.
7875#1.Schemuël,25,13#13. Da sagte Dawid zu seinen Leuten: «Gürtet ein jeder sein Schwert um!» Und es gürtete ein jeder sein Schwert um, und auch Dawid gürtete sein Schwert um. So zogen hinter Dawid her an vierhundert Mann hinauf, und zweihundert blieben bei den Geräten.
7876#1.Schemuël,25,14#14. Abigail aber, dem Weib Nabals, erzählte einer der Burschen und sagte: «Dawid hat da Boten aus der Wüste geschickt, um unsern Herrn zu begrüßen, er aber hat sie angefahren.
7877#1.Schemuël,25,15#15. Die Leute jedoch sind uns sehr gut, uns geschah nichts zuleid, und wir vermißten nichts, all die Zeit, da wir mit ihnen umherzogen, als wir auf dem Feld waren.
7878#1.Schemuël,25,16#16. Eine Mauer waren sie uns, bei Nacht wie bei Tag, all die Zeit, da wir bei ihnen waren und die Schafe weideten.
7879#1.Schemuël,25,17#17. Nun aber, überlege und sieh, was du tun kannst, denn fertig ist das Unheil über unsern Herrn und über sein ganzes Haus, er jedoch ist zu ruchlos, um mit ihm zu reden.»
7880#1.Schemuël,25,18#18. Da nahm Abigail eilends zweihundert Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe, fünf Maß Röstkorn, hundert Rosinentrauben und zweihundert Feigenkuchen und lud sie auf die Esel.
7881#1.Schemuël,25,19#19. Und sie sprach zu ihren Burschen: «Zieht mir voran, ich komme hinter euch.» Ihrem Mann Nabal aber sagte sie nichts.
7882#1.Schemuël,25,20#20. Und es war, während sie auf dem Esel ritt und in die Bergesschlucht hinabstieg, da kamen Dawid und seine Leute ihr entgegen herab, und sie traf sie.
7883#1.Schemuël,25,21#21. Dawid aber hatte gesprochen: «Nein, für Lug habe ich alles, was dem da gehört, in der Wüste bewahrt, so daß von allem, was sein, nichts vermißt wurde; er hat mir Böses für Gutes vergolten.
7884#1.Schemuël,25,22#22. So tue Gott den ,Feinden Dawids' an, so und noch mehr, wenn ich von allem, was er hat, bis zum Morgenlicht übrig lasse, was an die Wand pißt.»
7885#1.Schemuël,25,23#23. Als nun Abigail Dawid sah, stieg sie eilends vom Esel herab, fiel vor Dawid auf ihr Angesicht und warf sich hin zur Erde.
7886#1.Schemuël,25,24#24. Und sie fiel ihm zu Füßen und sprach: «An mir, mein Herr, an mir liegt die Schuld; so mag doch deine Magd vor deinen Ohren reden dürfen, und höre die Worte deiner Magd.
7887#1.Schemuël,25,25#25. Möchte doch mein Herr sein Herz nicht an diesen ruchlosen Mann kehren, an Nabal, denn wie sein Name, so ist er, Nabal - niederträchtig - heißt er, und Niedertracht ist an ihm, und ich, deine Magd, habe die Burschen meines Herrn nicht gesehen, die du abgeschickt hast.
7888#1.Schemuël,25,26#26. Und nun mein Herr: Es lebt der Ewige - und Leben deiner Seele! - da der Ewige dich gehindert, in Blutschuld zu kommen und dir mit deiner Hand zu helfen. Und nun: Mögen wie Nabal sein deine Feinde und die meinem Herrn zu schaden trachten!
7889#1.Schemuël,25,27#27. Und nun: Diese Segengabe, die deine Magd meinem Herrn mitgebracht, mag sie den Burschen gegeben werden, die hinter meinem Herrn herziehn.
7890#1.Schemuël,25,28#28. Vergib doch die Schuld deiner Magd! Denn errichten wird der Ewige meinem Herrn ein währendes Haus, weil mein Herr des Ewigen Kriege führt, und nichts Böses wird sich an dir finden dein Leben lang.
7891#1.Schemuël,25,29#29. Und ist ein Mensch aufgestanden, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, so sei das Leben meines Herrn eingebunden in den Schriftbund des Lebens bei dem Ewigen, deinem Gott, das Leben deiner Feinde aber möge er hinwegschleudern in der Schleuderpfanne.
7892#1.Schemuël,25,30#30. Wenn dann der Ewige meinem Herrn alles Gute tut, das er ihm verheißen, und dich zum Fürsten über Jisraël bestellt,
7893#1.Schemuël,25,31#31. so wird dir, meinem Herrn, dies nicht (Anlaß) zum Wanken und zum Straucheln im Herzen gewesen sein, unschuldig Blut zu vergießen und sich selbst, mein Herr, zu helfen. Und läßt es der Ewige meinem Herrn wohlergehen, so mögest du deiner Magd gedenken.»
7894#1.Schemuël,25,32#32. Da sprach Dawid zu Abigail: «Gepriesen sei der Ewige, der Gott Jisraëls, der dich mir an diesem Tag entgegengeschickt hat!
7895#1.Schemuël,25,33#33. Und gesegnet deine Klugheit und gesegnet du, die du mich heute abgehalten, in Blutschuld zu kommen und mir durch eigene Hand zu helfen.
7896#1.Schemuël,25,34#34. Aber es lebt der Ewige, der Gott Jisraëls, der mich gehindert hat, dir Böses zu tun! Wenn du nicht eilends mir entgegen gekommen wärst, so wäre bis zum Morgenlicht von Nabal nicht übrig geblieben, was an die Wand pißt!»
7897#1.Schemuël,25,35#35. Dann nahm Dawid aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte. Zu ihr aber sagte er: «Zieh in Frieden nach deinem Haus hinauf; sieh, ich habe auf deine Stimme gehört und dir Vorzug gewährt.»
7898#1.Schemuël,25,36#36. Und Abigail kam zu Nabal, da hatte er gerade ein Mahl in seinem Haus, wie das Mahl des Königs; und dem Nabal war wohl zumut, und er war schwer berauscht. Und sie erzählte ihm weder Geringes noch Großes, bis der Morgen tagte.
7899#1.Schemuël,25,37#37. Es war aber am Morgen, als der Weinrausch von Nabal gewichen war, da erzählte ihm sein Weib diese Dinge. Da erstarb das Herz in ihm, und er ward zu Stein.
7900#1.Schemuël,25,38#38. Und es währte etwa zehn Tage, da schlug der Ewige Nabal, und er starb.
7901#1.Schemuël,25,39#39. Als Dawid hörte, daß Nabal gestorben war, sagte er: «Gepriesen der Ewige, der den Streit meiner Beschimpfung geführt hat gegen Nabal und seinen Knecht zurückgehalten hat vom Bösen, Nabals Schlechtigkeit aber hat der Ewige auf sein Haupt zurückfallen lassen.» Und Dawid schickte hin und warb um Abigail, sie sich zum Weib zu nehmen.
7902#1.Schemuël,25,40#40. Und die Diener Dawids kamen zu Abigail nach ha-Karmel, redeten zu ihr, und sagten: «Dawid hat uns zu dir geschickt, dich ihm zum Weib zu nehmen.»
7903#1.Schemuël,25,41#41. Da erhob sie sich, warf sich mit dem Angesicht zur Erde und sprach: «Hier ist deine Magd als Sklavin, die Füße der Diener meines Herrn zu waschen.»
7904#1.Schemuël,25,42#42. Dann machte sich Abigail eilends auf, setzte sich auf den Esel, mit ihren fünf Mädchen, die ihrem Fuß folgten, zog den Boten Dawids nach und wurde ihm zum Weib.
7905#1.Schemuël,25,43#43. Ahinoam aber nahm Dawid aus Jisreel. So wurden die beiden seine Frauen.
7906#1.Schemuël,25,44#44. Schaul aber hatte seine Tochter Michal, das Weib Dawids, Palti, dem Sohn Laischs, aus Gallim gegeben.
7907#1.Schemuël,26,1#1. Da kamen die Sifiter zu Schaul nach ha-Gib'a und sprachen: «Sieh, Dawid hält sich auf dem Hügel ha-Hachila verborgen, vor der Wüste.»
7908#1.Schemuël,26,2#2. Da machte sich Schaul auf und zog zur Wüste Sif hinab, und mit ihm dreitausend Mann, die Auserlesenen Jisraëls, um Dawid in der Wüste Sif zu suchen.
7909#1.Schemuël,26,3#3. Und Schaul lagerte auf dem Hügel ha-Hachila, der vor der Wüste liegt, am Weg, Dawid aber weilte in der Wüste. Und er sah, daß Schaul ihm in die Wüste gefolgt war.
7910#1.Schemuël,26,4#4. Da schickte Dawid Ausspäher und erfuhr, daß Schaul zu Sicherem gekommen war.
7911#1.Schemuël,26,5#5. Da machte sich Dawid auf und kam an den Ort, wo Schaul sich gelagert hatte. Und Dawid sah den Ort, wo Schaul und Abner, der Sohn Ners, sein Heerführer, lagen. Schaul lag im Lagerring, während das Volk um ihn herum lagerte.
7912#1.Schemuël,26,6#6. Da hob Dawid an und sagte zu Ahimelech, dem Hittiter, und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: «Wer steigt mit mir zu Schaul ins Lager hinab?» Da sprach Abischai: «Ich will mit dir hinabsteigen.»
7913#1.Schemuël,26,7#7. Da kam Dawid und Abischai zu dem Volk des Nachts, und sieh, da lag Schaul schlafend im Lagerring, und sein Speer stak zu seinen Häupten in der Erde; und Abner und das Volk lagen um ihn herum.
7914#1.Schemuël,26,8#8. Da sagte Abischai zu Dawid: «Ausgeliefert hat Gott heute deinen Feind in deine Hand; nun denn, laß mich ihn mit dem Speer schlagen bis in den Grund, mit einem Stoß, ich gebe ihm keinen zweiten.»
7915#1.Schemuël,26,9#9. Dawid aber sprach zu Abischai: «Bring ihn nicht um! Denn wer legte seine Hand an den Gesalbten des Ewigen und bliebe ungestraft?
7916#1.Schemuël,26,10#10. Und Dawid sprach: «Es lebt der Ewige! Allein der Ewige soll ihn schlagen, sei es, daß sein Tag kommt und er stirbt, oder er zieht in den Krieg und wird weggerafft.
7917#1.Schemuël,26,11#11. Schmach sei es mir vom Ewigen, meine Hand zu legen an den Gesalbten des Ewigen! Und nun: Nimm den Speer, der zu seinen Häupten ist, und den Wasserkrug, und laß uns gehen.»
7918#1.Schemuël,26,12#12. Da nahm Dawid den Speer und den Wasserkrug zu Häupten Schauls, und sie gingen davon; und keiner sah es, niemand merkte es, niemand erwachte, denn alle schliefen, weil Betäubung vom Ewigen auf sie gekommen war.
7919#1.Schemuël,26,13#13. Und Dawid ging nach der andern Seite hinüber und stellte sich auf die Spitze des Berges von ferne, viel Raum war zwischen ihnen.
7920#1.Schemuël,26,14#14. Da rief Dawid dem Volk zu und Abner, dem Sohn Ners, und sprach: «Antwortest du nicht, Abner!» Und Abner antwortete und sprach: «Wer bist du, der du zum König rufst?»
7921#1.Schemuël,26,15#15. Da sagte Dawid zu Abner: «Bist du nicht ein Mann, und wer ist dir gleich in Jisraël? Und warum hast du nicht gewacht über deinem Herrn, dem König? Denn kommen mag einer aus dem Volk, um den König, deinen Herrn, umzubringen.
7922#1.Schemuël,26,16#16. Nicht gut ist das, was du getan. Es lebt der Ewige! Ihr seid des Todes, weil ihr nicht gewacht habt über eurem Herrn, dem Gesalbten des Ewigen! Und nun, sieh! Wo ist der Speer des Königs und der Wasserkrug zu seinen Häupten?»
7923#1.Schemuël,26,17#17. Da erkannte Schaul die Stimme Dawids und sprach: «Ist das deine Stimme, mein Sohn Dawid?» Und Dawid sprach: «Meine Stimme, mein Herr, o König!»
7924#1.Schemuël,26,18#18. Und er sprach: «Warum doch verfolgt mein Herr seinen Knecht? Denn was habe ich getan? Und was ist in meiner Hand Böses?
7925#1.Schemuël,26,19#19. Und nun, möge doch mein Herr, der König, die Worte seines Knechtes hören: Wenn der Ewige dich gegen mich aufgereizt hat, so möge er Opfergabe riechen, wenn aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem Ewigen, weil sie mich jetzt vertrieben haben aus der Gemeinschaft am Erbteil des Ewigen, sagend: ,Geh, diene andern Göttern!'
7926#1.Schemuël,26,20#20. Nun aber möge mein Blut nicht zur Erde sinken aus der Gegenwart des Antlitzes des Ewigen, denn Jisraëls König ist ausgezogen, einen einzelnen Floh zu suchen, wie der Rufer in den Bergen jagt.»
7927#1.Schemuël,26,21#21. Da sprach Schaul: «Ich habe gesündigt, kehr zurück, mein Sohn Dawid! Denn ich werde dir kein Leid mehr tun dafür, daß mein Leben heute teuer gewesen in deinen Augen! Sieh, ich habe töricht gehandelt und sehr schwer geirrt.»
7928#1.Schemuël,26,22#22. Da hob Dawid an und sprach: «Sieh, da ist der Speer des Königs! Mag einer von den Burschen herüberkommen und ihn holen.
7929#1.Schemuël,26,23#23. Und der Ewige vergelte dem Mann seine Gerechtigkeit und seine Treue, da der Ewige dich heute (mir) in die Hand gegeben, aber ich wollte meine Hand nicht legen an den Gesalbten des Ewigen.
7930#1.Schemuël,26,24#24. Und sieh, wie nun heute dein Leben hoch stand in meinen Augen, so möge mein Leben hoch stehen in den Augen des Ewigen, daß er mich errette aus aller Not.»
7931#1.Schemuël,26,25#25. Und Schaul sagte zu Dawid: «Gesegnet du, mein Sohn Dawid, ja, du wirst tun, ja, wirst ersiegen!» Darauf ging Dawid seines Weges, und Schaul kehrte an seinen Ort zurück.
7932#1.Schemuël,27,1#1. Und Dawid sagte sich im Herzen: «Ich werde nun eines Tags in Schauls Hand hingerafft werden. Nichts besser für mich, als in das Land der Pelischtäer zu fliehen; dann wird Schaul mich aufgeben, mich noch ferner im ganzen Gebiet Jisraëls zu suchen, und ich bin seiner Hand entronnen.»
7933#1.Schemuël,27,2#2. Da machte sich Dawid auf und zog, er und sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achisch, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.
7934#1.Schemuël,27,3#3. Und Dawid blieb bei Achisch in Gat, er und seine Leute, ein jeder mit seiner Familie, Dawid mit seinen beiden Frauen, Ahinoam aus Jisreel und Abigail, dem Weib Nabals, aus ha-Karmel.
7935#1.Schemuël,27,4#4. Und es wurde Schaul berichtet, daß Dawid nach Gat geflohen war; da suchte er ihn nicht mehr.
7936#1.Schemuël,27,5#5. Da sprach Dawid zu Achisch: «Wenn ich doch Gunst gefunden in deinen Augen, so möge man mir einen Ort geben in einer der Landstädte, daß ich dort bleibe. Und warum sollte dein Knecht in der Königsstadt bei dir bleiben?»
7937#1.Schemuël,27,6#6. Da gab ihm Achisch an jenem Tag Zikelag. Daher gehört Zikelag den Königen von Jehuda bis auf diesen Tag.
7938#1.Schemuël,27,7#7. Und es war die Zahl der Tage, die Dawid im Gefilde der Pelischtäer blieb, ein Jahr und vier Monate.
7939#1.Schemuël,27,8#8. Und Dawid und seine Leute zogen hinauf und unternahmen Streifzüge gegen die von Geschur, Geser und Amalek, denn das ist die Bewohnerschaft des Landes von jeher, bis gegen Schur und bis zum Land Mizraim hin.
7940#1.Schemuël,27,9#9. Und schlug Dawid das Land und ließ nicht Mann noch Weib leben, nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider, und kehrte dann zurück und kam zu Achisch,
7941#1.Schemuël,27,10#10. und sprach Achisch: «Wohin habt ihr heut den Streifzug gemacht?», so sagte Dawid: «Nach der Südsteppe von Jehuda oder nach der Südsteppe derer von Jerahmeel und nach der Südsteppe der Keniter.»
7942#1.Schemuël,27,11#11. Und nicht Mann noch Weib ließ Dawid leben, sie nach Gat kommen zu lassen. Er dachte: «Sie könnten über uns berichten und sagen: ,So hat Dawid getan'.» Und so war seine Weise all die Zeit, da er im Gefild der Pelischtäer blieb.
7943#1.Schemuël,27,12#12. Achisch aber traute Dawid und dachte: «Er hat sich anrüchig gemacht bei seinem Volk, bei Jisraël, und wird mir ein Knecht für immer bleiben.»
7944#1.Schemuël,28,1#1. Es war nun in jenen Tagen, da sammelten die Pelischtäer ihre Heerlager zum Kriegszug, um mit Jisraël zu kämpfen. Da sprach Achisch zu Dawid: «Wissen sollst du, daß du mit mir ins Lager ziehst, du und deine Leute.»
7945#1.Schemuël,28,2#2. Da sprach Dawid zu Achisch: «So wirst du selbst erfahren, was dein Knecht tun wird.»
7946#1.Schemuël,28,3#3. Und Schemuël war gestorben. Und ganz Jisraël hatte ihn betrauert und ihn in ha-Rama, in seiner Stadt, begraben. Schaul aber hatte die Balgredner und Beschwörer aus dem Land entfernt.
7947#1.Schemuël,28,4#4. Da sammelten sich die Pelischtäer, und kamen und lagerten in Schunem, Schaul aber sammelte ganz Jisraël, und sie lagerten zu ha-Gilboa.
7948#1.Schemuël,28,5#5. Als nun Schaul das Lager der Pelischtäer sah, fürchtete er, und sein Herz bebte sehr.
7949#1.Schemuël,28,6#6. Und Schaul befragte den Ewigen, aber der Ewige antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch die Urim, noch durch die Gottbegeisteten.
7950#1.Schemuël,28,7#7. Da sprach Schaul zu seinen Dienern: «Sucht mir ein Weib, das einen Zauberbalg besitzt, daß ich zu ihr gehe und durch sie es erfrage.» Da sprachen seine Diener zu ihm: «Sieh, da ist ein Weib, das einen Zauberbalg besitzt in En-Dor.»
7951#1.Schemuël,28,8#8. Darauf machte sich Schaul unkenntlich, zog andere Kleider an und ging, er und zwei Männer mit ihm, und sie kamen zu dem Weib des Nachts und er sagte: «Wahrsage mir doch mit dem Zauberbalg und bring mir herauf, wen ich dir ansagen werde.»
7952#1.Schemuël,28,9#9. Da sprach das Weib zu ihm: «Sieh, du weißt, was Schaul getan, wie er die Balgredner und Beschwörer aus dem Land ausgerottet hat. Und warum legst du meinem Leben Schlingen, mich zu töten?»
7953#1.Schemuël,28,10#10. Da schwor ihr Schaul beim Ewigen und sprach: «Es lebt der Ewige! Ob dich Schuld treffen soll in dieser Sache!»
7954#1.Schemuël,28,11#11. Da sprach das Weib: «Wen soll ich dir heraufbringen?» Und er sprach: «Bring mir Schemuël herauf.»
7955#1.Schemuël,28,12#12. Als das Weib Schemuël sah, da schrie sie laut auf, und das Weib sprach zu Schaul: «Warum hast du mich betrogen, du bist ja Schaul!»
7956#1.Schemuël,28,13#13. Da sprach zu ihr der König: «Fürchte nicht! Doch was hast du gesehen?» Da sprach das Weib zu Schaul: «Ein Gottwesen sah ich heraufsteigen aus der Erde.»
7957#1.Schemuël,28,14#14. Und er sagte ihr: «Wie ist seine Gestalt?» Und sie sprach: «Ein alter Mann steigt herauf, und er ist in ein Oberkleid gehüllt.» Da erkannte Schaul, daß es Schemuël war, neigte sich mit dem Angesicht zur Erde und warf sich nieder.
7958#1.Schemuël,28,15#15. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Warum hast du mich aufgeschreckt, daß du mich heraufholen läßt?» Da sprach Schaul: «Mir ist sehr angst, und die Pelischtäer bekriegen mich, Gott aber ist von mir gegangen und antwortet mir nicht mehr, weder durch die Begeisteten noch durch Träume; so habe ich dich gerufen, mir kundzutun, was ich tun soll.»
7959#1.Schemuël,28,16#16. Da sprach Schemuël: «Und warum fragst du mich, da der Ewige von dir gewichen und dein Feind geworden ist?
7960#1.Schemuël,28,17#17. Und der Ewige hat getan, wie er durch mich geredet hat; der Ewige hat das Königtum dir aus der Hand gerissen und es deinem Genossen Dawid gegeben.
7961#1.Schemuël,28,18#18. Weil du nicht gehört hast auf die Stimme des Ewigen und seines Zornes Glut nicht betätigt hast an Amalek, darum hat dir dies der Ewige heute getan.
7962#1.Schemuël,28,19#19. Und der Ewige wird auch Jisraël mit dir in die Hand der Pelischtäer geben; morgen bist du mit deinen Söhnen bei mir, auch das Lager Jisraëls wird der Ewige in die Hand der Pelischtäer geben.»
7963#1.Schemuël,28,20#20. Da warf sich Schaul eilends seiner ganzen Länge nach zu Boden. Und er war sehr erschrocken ob der Worte Schemuëls; auch war keine Kraft in ihm, weil er keine Speise zu sich genommen hatte den ganzen Tag und die ganze Nacht.
7964#1.Schemuël,28,21#21. Da trat das Weib an Schaul heran; da sah sie, daß er ganz bestürzt war, und sagte zu ihm: «Sieh, deine Magd hat auf deine Stimme gehört, und ich habe meine Kehle in die Hand getan und habe auf deine Worte gehört, die du zu mir geredet hast.
7965#1.Schemuël,28,22#22. Und nun hör auch du auf die Stimme deiner Magd, ich will dir ein Stück Brot vorsetzen, iß, damit Kraft in dir sei, wenn du deines Weges ziehst.»
7966#1.Schemuël,28,23#23. Er aber weigerte sich und sagte: «Ich mag nicht essen.» Als aber seine Diener und auch das Weib in ihn drangen, hörte er auf ihre Stimme; und er stand von der Erde auf und setzte sich aufs Bett.
7967#1.Schemuël,28,24#24. Und das Weib hatte ein Mastkalb im Haus, und sie eilte und schlachtete es, nahm Mehl, knetete es und buk es zu ungesäuerten Broten.
7968#1.Schemuël,28,25#25. Und sie setzte es Schaul und seinen Dienern vor, und sie aßen, machten sich auf und gingen weg in jener Nacht.
7969#1.Schemuël,29,1#1. Und die Pelischtäer sammelten alle ihre Heerlager nach Afek, während Jisraël an der Quelle zu Jisreel lagerte.
7970#1.Schemuël,29,2#2. Da zogen die Fürstenschaften der Pelischtäer vorbei nach Hunderten und Tausenden, und Dawid und seine Leute zogen zuletzt vorbei mit Achisch.
7971#1.Schemuël,29,3#3. Da sprachen die Obersten der Pelischtäer: «Was sollen diese Ebräer?» Da sprach Achisch zu den Obersten der Pelischtäer: «Das ist ja Dawid, der Knecht Schauls, des Königs von Jisraël, der schon Jahr und Tag bei mir gewesen ist, ohne daß ich etwas an ihm gefunden habe seit dem Tag seines Überlaufens bis auf diesen Tag.»
7972#1.Schemuël,29,4#4. Da zürnten über ihn die Obersten der Pelischtäer, und es sagten zu ihm die Obersten der Pelischtäer: «Schick den Mann zurück, daß er wieder an seinen Ort geht, wohin du ihn angewiesen hast; und er soll nicht mit uns in den Kampf hinabziehn, damit er uns nicht zum Widergeist wird im Kampf. Denn womit könnte dieser sich bei seinem Herrn beliebt machen? Nicht durch die Köpfe ,jener Leute'?
7973#1.Schemuël,29,5#5. Ist das nicht Dawid, dem man gesungen beim Flötenspiel und gesagt: ,Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden.'»
7974#1.Schemuël,29,6#6. Da rief Achisch Dawid und sprach zu ihm: «Es lebt der Ewige! Ja, du bist ehrlich, und recht wärs in meinen Augen, daß du mit mir im Lager aus- und einziehst, weil ich an dir nichts Böses gefunden seit dem Tag, da du zu mir gekommen bist, bis auf diesen Tag; aber in den Augen der Fürsten bist du nicht recht.
7975#1.Schemuël,29,7#7. Und nun: Kehr denn zurück und zieh in Frieden, damit du nichts tust, was unrecht ist in den Augen der Pelischtäerfürsten.»
7976#1.Schemuël,29,8#8. Da sprach Dawid zu Achisch: «Was habe ich denn getan, und was hast du an deinem Knecht gefunden, seit dem Tag, da ich vor dir war, bis auf diesen Tag, daß ich nicht mitkommen soll, um gegen die Feinde meines Herrn, des Königs, zu kämpfen?
7977#1.Schemuël,29,9#9. Da hob Achisch an und sagte zu Dawid: «Ich weiß, daß du in meinen Augen recht bist, wie ein Bote Gottes, aber die Obersten der Pelischtäer haben gesagt: ,Er soll nicht mit uns in den Krieg ziehen.'
7978#1.Schemuël,29,10#10. Und nun: Steh morgens früh auf, samt den Knechten deines Herrn, die mit dir gekommen sind, macht euch früh auf, sobald es euch hell wird, und zieht ab.»
7979#1.Schemuël,29,11#11. Da machten sich Dawid und seine Leute früh auf, um am Morgen abzuziehn und ins Land der Pelischtäer zurückzukehren. Die Pelischtäer aber zogen hinauf nach Jisreel.
7980#1.Schemuël,30,1#1. Es war nun, als Dawid mit seinen Leuten am dritten Tag nach Zikelag kam, da waren die Amalekiter in die Südsteppe und in Zikelag eingefallen, hatten Zikelag geschlagen und es im Feuer verbrannt.
7981#1.Schemuël,30,2#2. Und sie hatten die Frauen gefangen geführt, die darin waren, von Klein bis Groß, ohne jemand zu töten, sie hatten sie fortgetrieben und waren ihres Wegs gegangen.
7982#1.Schemuël,30,3#3. Als nun Dawid und seine Leute in die Stadt kamen, sieh, da war sie im Feuer verbrannt, und ihre Frauen, ihre Söhne und ihre Töchter waren gefangen weggeführt.
7983#1.Schemuël,30,4#4. Und Dawid und das Volk, das bei ihm war, hoben ihre Stimmen und weinten, bis daß keine Kraft mehr in ihnen war zum Weinen.
7984#1.Schemuël,30,5#5. Und die beiden Frauen Dawids waren gefangen weggeführt, Ahinoam, die aus Jisreel, und Abigail, das Weib Nabals aus ha-Karmel.
7985#1.Schemuël,30,6#6. Dawid aber wurde sehr angst, weil das Volk ihn zu steinigen dachte; denn erbittert war das Gemüt des ganzen Volkes, eines jeden ob seiner Söhne und seiner Töchter. Dawid aber festigte sich in dem Ewigen, seinem Gott.
7986#1.Schemuël,30,7#7. Und Dawid sprach zu dem Priester Ebjatar, dem Sohn Ahimelechs: «Bring mir doch das Ephod!» Und Ebjatar brachte Dawid das Ephod.
7987#1.Schemuël,30,8#8. Da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich jener Schar nachsetzen? Werde ich sie einholen?» und er sagte ihm: «Setz nach, denn du wirst einholen und wirst retten.»
7988#1.Schemuël,30,9#9. Da brach Dawid auf, er und sechshundert Mann, die bei ihm waren, und sie kamen an den Bach Besor, und die Übrigen hielten.
7989#1.Schemuël,30,10#10. Da setzte Dawid mit vierhundert Mann nach, und zweihundert Mann hielten, die zu schwach waren, den Bach Besor zu durchschreiten.
7990#1.Schemuël,30,11#11. Und sie fanden einen mizräischen Mann auf dem Feld und brachten ihn zu Dawid; und sie gaben ihm Brot, und er aß, und sie gaben ihm Wasser zu trinken.
7991#1.Schemuël,30,12#12. Und sie gaben ihm eine Scheibe Feigenkuchen und zwei Rosinentrauben; und er aß, da kehrte sein Geist zu ihm zurück; denn er hatte nicht Brot gegessen noch Wasser getrunken drei Tage und drei Nächte.
7992#1.Schemuël,30,13#13. Da sprach zu ihm Dawid: «Wessen bist du und woher bist du?» Und er sprach: «Ein mizräischer Bursche bin ich, Sklave eines Amalekiters, aber mein Herr hat mich zurückgelassen, weil ich heute vor drei Tagen erkrankt bin.
7993#1.Schemuël,30,14#14. Wir haben einen Einfall gemacht in die Südsteppe des Kereters und über das Gebiet Jehudas und in die Südsteppe von Kaleb, und Zikelag haben wir im Feuer verbrannt.»
7994#1.Schemuël,30,15#15. Da sagte Dawid zu ihm: «Willst du mich zu dieser Schar hinabführen?» Und er sprach: «Schwöre mir bei Gott, daß du mich nicht tötest und mich nicht auslieferst in die Hand meines Herrn, dann will ich dich zu dieser Schar hinabführen.»
7995#1.Schemuël,30,16#16. Und er führte ihn hinab, und sieh, sie hatten sich über die ganze Landschaft ausgebreitet, aßen und tranken und feierten über all der großen Beute, die sie aus dem Land der Pelischtäer und dem Land Jehuda gebracht hatten.
7996#1.Schemuël,30,17#17. Und Dawid schlug sie von der Dämmerung bis zum Abend des folgenden Tages, und keiner von ihnen entkam außer vierhundert Mann, junge Burschen, die auf Kamelen ritten und flohen.
7997#1.Schemuël,30,18#18. Und Dawid rettete alles, was die Amalekiter weggenommen hatten, auch seine beiden Frauen rettete Dawid.
7998#1.Schemuël,30,19#19. Und nichts fehlte ihm, vom Kleinsten bis zum Größten, bis zu Söhnen und Töchtern, von der Beute, und bis zu allem, was man ihnen genommen hatte, alles brachte Dawid zurück.
7999#1.Schemuël,30,20#20. Dann nahm Dawid alle Schafe und die Rinder; sie trieben sie vor jener Herde her und sagten: «Das ist die Beute Dawids.»
8000#1.Schemuël,30,21#21. Und Dawid kam zu den zweihundert Mann, die zu schwach gewesen waren, Dawid zu folgen, und die er am Bach Besor zurückgelassen hatte; da zogen sie Dawid und dem ganzen Volk, das bei ihm war, entgegen. Da trat Dawid an die Leute heran und fragte sie nach dem Wohl.
8001#1.Schemuël,30,22#22. Da hoben allerlei böse und ruchlose Männer, die mit Dawid gegangen waren, an und sprachen: «Weil sie nicht mit mir gegangen sind, wollen wir ihnen nichts von der Beute geben, die wir gerettet haben, nur sein Weib und seine Kinder mag ein jeder fortführen und gehen.»
8002#1.Schemuël,30,23#23. Da sprach Dawid: «Tut nicht so, meine Brüder, mit dem, was uns der Ewige geschenkt hat, da er uns behütet und die Schar, die über uns gekommen war, in unsere Hand gegeben hat.
8003#1.Schemuël,30,24#24. Und wer wird auf euch hierin hören? Nein, wie der Anteil dessen, der in den Kampf zieht, so auch der Anteil dessen, der bei den Geräten bleibt; gemeinsam müssen sie teilen.»
8004#1.Schemuël,30,25#25. Und es galt von diesem Tag an und weiterhin; er machte es zur Satzung und zum Recht für Jisraël bis auf diesen Tag.
8005#1.Schemuël,30,26#26. Und Dawid kam nach Zikelag, entsandte von der Beute an die Ältesten Jehudas, an seine Freundschaft, und ließ sagen: «Hier habt ihr eine Segengabe von der Beute der Feinde des Ewigen.»
8006#1.Schemuël,30,27#27. An die in Bet-El, an die in Ramot-Negeb, an die in Jattir;
8007#1.Schemuël,30,28#28. und an die in Aroër, an die in Sifmot und an die in Eschtemoa;
8008#1.Schemuël,30,29#29. und an die in Rachal, an die in den Städten derer von Jerahmeel und an die in den Städten des Keniters;
8009#1.Schemuël,30,30#30. und an die in Horma, an die in Bor-Aschan und an die in Atach;
8010#1.Schemuël,30,31#31. und an die in Hebron und nach all den Orten, in denen Dawid umhergezogen war, er und seine Leute.
8011#1.Schemuël,31,1#1. Und die Pelischtäer kämpften gegen Jisraël. Und die Männer von Jisraël flohen vor den Pelischtäern, und Erschlagene fielen auf dem Berg ha-Gilboa.
8012#1.Schemuël,31,2#2. Und die Pelischtäer hefteten sich an Schaul und seine Söhne, und die Pelischtäer erschlugen Jehonatan, Abinadab und Malkischua, die Söhne Schauls.
8013#1.Schemuël,31,3#3. Und der Kampf war schwer für Schaul. Und es trafen ihn die Schützen, Männer mit dem Bogen, und er zitterte sehr vor den Schützen.
8014#1.Schemuël,31,4#4. Da sprach Schaul zu seinem Waffenträger: «Zieh dein Schwert und erstich mich damit, daß nicht die Unbeschnittenen kommen, mich erstechen und mich mißhandeln»; sein Waffenträger aber wollte es nicht, denn er scheute sich sehr. Da nahm Schaul das Schwert und stürzte sich darauf.
8015#1.Schemuël,31,5#5. Als nun sein Waffenträger sah, daß Schaul tot war, da stürzte auch er sich auf sein Schwert und starb mit ihm.
8016#1.Schemuël,31,6#6. So starben Schaul, seine drei Söhne, sein Waffenträger und auch alle seine Leute an jenem Tag zusammen.
8017#1.Schemuël,31,7#7. Als die Männer von Jisraël jenseits des Tals und jenseits des Jardens sahen, daß die Männer von Jisraël geflohen und daß auch Schaul und seine Söhne tot waren, da verließen sie die Städte und flohen. Da kamen die Pelischtäer und setzten sich darin fest.
8018#1.Schemuël,31,8#8. Es war aber am andern Morgen, da kamen die Pelischtäer, um die Erschlagenen auszuziehn. Da fanden sie Schaul und seine drei Söhne gefallen auf dem Berg ha-Gilboa.
8019#1.Schemuël,31,9#9. Da schnitten sie ihm den Kopf ab, zogen ihm seine Rüstung aus und sandten rings im Land der Pelischtäer umher, um ihrem Götzentempel und dem Volk die Botschaft zu künden.
8020#1.Schemuël,31,10#10. Und sie taten seine Rüstung in den Tempel der Astarten, seinen Leichnam aber hefteten sie an die Mauer von Bet-Schan.
8021#1.Schemuël,31,11#11. Da hörten über ihn die Bewohner von Jabesch-Gil'ad, was die Pelischtäer an Schaul getan hatten,
8022#1.Schemuël,31,12#12. und es machten sich alle kriegstüchtigen Männer auf, gingen die ganze Nacht hindurch und nahmen den Leichnam Schauls und die Leichen seiner Söhne von der Mauer Bet-Schans; und sie kamen nach Jabesch und verbrannten sie dort.
8023#1.Schemuël,31,13#13. Dann nahmen sie ihre Gebeine und begruben sie unter der Tamariske in Jabescha, und sie fasteten sieben Tage.

7128#Ruth,1,1#1. UND es war zur Zeit, als die Richter richteten, da war Hunger im Land. Und es zog ein Mann aus Bet-Lehem in Jehuda aus, um in den Gefilden Moabs zu verweilen, er, sein Weib und seine beiden Söhne.
7129#Ruth,1,2#2. Und der Name des Mannes war Elimelech, der Name seines Weibes Noomi und der Name seiner beiden Söhne Mahlon und Kiljon, Efratiter aus Bet-Lehem in Jehuda. Und sie kamen in die Gefilde Moabs und blieben daselbst.
7130#Ruth,1,3#3. Dann starb Elimelech, der Mann Noomis, und sie blieb zurück mit ihren beiden Söhnen.
7131#Ruth,1,4#4. Und sie nahmen sich moabitische Frauen; der einen Name war Orpa, der der andern Rut. Und sie weilten dort an zehn Jahre.
7132#Ruth,1,5#5. Da starben auch die beiden, Mahlon und Kiljon. So blieb das Weib zurück von ihren zwei Söhnen und ihrem Mann.
7133#Ruth,1,6#6. Da machte sie sich auf mit ihren Schwiegertöchtern und zog heim aus den Gefilden Moabs; denn sie hatte im Gefilde Moabs gehört, daß der Ewige sein Volk bedacht, ihm Brot zu geben.
7134#Ruth,1,7#7. So zog sie aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Wie sie nun des Weges zogen, um in das Land Jehuda heimzukehren,
7135#Ruth,1,8#8. da sprach Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: «Geht, kehrt um, jede zu ihrer Mutter Haus! Mag der Ewige an euch Liebes tun, so wie ihr an den Verstorbenen und mir getan habt!
7136#Ruth,1,9#9. Möge der Ewige euch gewähren, daß ihr eine Weilstatt findet, jede im Haus ihres Mannes!» Und sie küßte sie. Da hoben sie ihre Stimme und weinten
7137#Ruth,1,10#10. und sprachen zu ihr: «Nein, mit dir wollen wir zu deinem Volk heimkehren!»
7138#Ruth,1,11#11. Aber Noomi sprach: «Kehrt um, meine Töchter, warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich noch Söhne in meinem Leib, daß sie euch zu Männern würden?
7139#Ruth,1,12#12. Kehrt um, meine Töchter, geht! Denn ich bin zu alt, um einem Mann anzugehören. Ja, dächte ich gar, ich hätte Hoffnung und gehörte noch diese Nacht einem Mann an und gebäre Söhne -
7140#Ruth,1,13#13. wolltet ihr daraufhin warten, bis sie groß geworden, und daraufhin euch abschließen, keinem Mann anzugehören? Nicht doch, meine Töchter, denn mir ist weit bitterer als euch, da des Ewigen Hand wider mich ausgefahren ist!»
7141#Ruth,1,14#14. Da hoben sie ihre Stimme und weinten abermals. Dann küßte Orpa ihre Schwiegermutter. Rut aber schloß sich an sie.
7142#Ruth,1,15#15. Da sprach sie: «Sieh, deine Schwägerin ist heimgekehrt zu ihrem Volk und ihrem Gott, kehr um, deiner Schwägerin nach!»
7143#Ruth,1,16#16. Da sprach Rut: «Dringe nicht in mich, dich zu verlassen und von dir mich abzukehren; denn wo du hingehst, will ich hingehn, dort wo du weilst, will ich verweilen, dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott;
7144#Ruth,1,17#17. wo du stirbst, will ich sterben und dort begraben werden! So tue mir der Ewige an, so und noch mehr: Nur der Tod kann scheiden zwischen mir und dir!»
7145#Ruth,1,18#18. Als sie sah, daß sie fest blieb, mit ihr zu gehen, ließ sie ab ihr zuzureden.
7146#Ruth,1,19#19. So gingen sie beide, bis sie nach Bet-Lehem kamen. Es war nun, als sie nach Bet-Lehem kamen, da ward ihretwegen ein Lärmen in der ganzen Stadt, und man rief: «Ist das Noomi?»
7147#Ruth,1,20#20. Sie aber sagte zu ihnen: «Heißt mich nicht Noomi-1-, heißt mich Mara-2-; denn gar sehr verbittert hat mich der Gewaltige! -1) die Holde.   2) die Verbitterte.++
7148#Ruth,1,21#21. Voll bin ich ausgezogen, leer hat der Ewige mich heimkehren lassen; was heißt ihr mich Noomi, da der Ewige mich gebeugt und der Gewaltige mir Böses angetan hat?»
7149#Ruth,1,22#22. So kehrte Noomi und ihre Schwiegertochter Rut, die Moabiterin, mit ihr, heim, da sie heimkam aus den Gefilden Moabs. Und sie kamen nach Bet-Lehem zu Beginn des Gerstenschnittes.
7150#Ruth,2,1#1. Und Noomi hatte einen Verwandten von ihrem Mann her, einen wackern Mann aus der Familie Elimelechs, dessen Name war Boas.
7151#Ruth,2,2#2. Da sagte Rut, die Moabiterin, zu Noomi: «Laß mich doch aufs Feld gehen und von den Ähren auflesen, hinter dem her, in dessen Augen ich Gunst finde.» Da sagte sie ihr: «Geh, meine Tochter!»
7152#Ruth,2,3#3. Da ging sie fort, kam hin und las auf im Feld hinter den Schnittern. Es traf sich ihr aber, daß der Acker des Feldes Boas gehörte, der von Elimelechs Familie war.
7153#Ruth,2,4#4. Und sieh, da kam Boas von Bet-Lehem her und sprach zu den Schnittern: «Der Ewige mit euch!» Und sie sagten ihm: «Segne dich der Ewige!»
7154#Ruth,2,5#5. Da sprach Boas zu seinem Burschen, der über die Schnitter bestellt war: «Wes ist dies Mädchen?»
7155#Ruth,2,6#6. Da antwortete der Bursche, der über die Schnitter bestellt war, und sagte: «Ein moabitisches Mädchen ist es, das mit Noomi aus dem Gefilde Moabs zurückgekommen ist;
7156#Ruth,2,7#7. und sie hat gesagt: ,Laßt mich doch auflesen und zwischen den Garben sammeln hinter den Schnittern.' So kam sie, und sie blieb vom Morgen her bis jetzt, kaum daß sie im Haus ein wenig geruht hat.»
7157#Ruth,2,8#8. Da sprach Boas zu Rut: «Hörst du wohl, meine Tochter, geh auf kein anderes Feld, aufzulesen; ja, geh nicht weg von hier, sondern halte dich hier zu meinen Mägden.
7158#Ruth,2,9#9. Habe deine Augen auf dem Feld, wo sie mähen, und geh ihnen nach. Habe ich ja den Burschen befohlen, dich nicht anzutasten. Wenn du Durst hast, geh zu den Gefäßen und trinke von dem, was die Burschen schöpfen.»
7159#Ruth,2,10#10. Da fiel sie auf ihr Angesicht und warf sich zur Erde nieder und sprach zu ihm: «Weshalb habe ich Gunst in deinen Augen gefunden, daß du mich beachtest, wo ich doch eine Fremde bin?»
7160#Ruth,2,11#11. Boas aber antwortete und sprach zu ihr: «Es ist mir alles erzählt worden, was du an deiner Schwiegermutter nach dem Tod deines Mannes getan hast, wie du Vater und Mutter und Heimatland verlassen hast, um zu einem Volk zu gehen, von dem du gestern und ehegestern nicht gewußt hast!
7161#Ruth,2,12#12. Möge der Ewige dir dein Tun vergelten und dir voller Lohn werden vom Ewigen, dem Gott Jisraëls, unter dessen Fittichen du Zuflucht zu suchen gekommen bist.»
7162#Ruth,2,13#13. Da sagte sie: «O daß ich (weiter) Gunst in deinen Augen fände, da du mich getröstet und deiner Magd zu Herzen geredet hast, wo ich doch nicht einmal wie eine deiner Mägde bin!»
7163#Ruth,2,14#14. Dann sagte ihr Boas zur Essenszeit: «Komm heran, iß vom Brot und tunke deinen Bissen in den Sauertrank!» Da setzte sie sich neben die Schnitter, und man reichte ihr Röstkorn, und sie aß sich satt und ließ noch übrig.
7164#Ruth,2,15#15. Dann stand sie auf, um aufzulesen. Boas aber gebot seinen Burschen und sprach: «Laßt sie auch zwischen den Garben auflesen und tut ihr nichts zuleid;
7165#Ruth,2,16#16. auch sollt ihr für sie aus den Ährenbündeln herausfallen und liegen lassen, damit sie es auflese; und scheltet sie nicht!»
7166#Ruth,2,17#17. So las sie auf dem Feld bis zum Abend auf. Als sie dann ausklopfte, was sie gesammelt hatte, war es an ein Efa Gerste.
7167#Ruth,2,18#18. Und sie nahm es auf und kam so in die Stadt. Da sah ihre Schwiegermutter, was sie aufgelesen hatte. Dann zog sie hervor und gab ihr, was sie übrigbehalten hatte, als sie satt geworden war.
7168#Ruth,2,19#19. Da sagte ihr ihre Schwiegermutter: «Wo hast du heute aufgelesen und wo geschafft? Sei, der dich beachtet hat, gesegnet!» Da erzählte sie ihrer Schwiegermutter, bei wem sie geschafft hatte, und sagte: «Der Name des Mannes, bei dem ich heute geschafft habe, ist Boas.»
7169#Ruth,2,20#20. Da sprach Noomi zu ihrer Schwiegertochter: «Gesegnet sei er vom Ewigen, der nicht von seiner Liebe gelassen zu den Lebenden wie zu den Toten!» Dann sagte ihr Noomi: «Verwandt ist uns der Mann, zu unseren Lösern gehört er.»
7170#Ruth,2,21#21. Da sprach Rut, die Moabiterin: «Hat er doch auch zu mir gesagt: ,Zu meinen Burschen sollst du dich halten, bis sie mit meinem ganzen Schnitt fertig sind.'»
7171#Ruth,2,22#22. Da sagte Noomi zu ihrer Schwiegertochter Rut: «Gut, meine Tochter, daß du mit seinen Mägden ausgehst und man dir nicht auf einem andern Feld übel begegne.»
7172#Ruth,2,23#23. So hielt sie sich zu Boas' Mägden beim Ährenlesen, bis der Gerstenschnitt und der Weizenschnitt zuende waren. Dann blieb sie bei ihrer Schwiegermutter.
7173#Ruth,3,1#1. Da sprach ihre Schwiegermutter Noomi zu ihr: «Meine Tochter, sollte ich dir nicht eine Weilstatt verschaffen, wo du es gut hast?
7174#Ruth,3,2#2. Nun denn, Boas, unser Verwandter, mit dessen Mägden du zusammen warst, sieh, der worfelt heute nacht auf der Gerstentenne.
7175#Ruth,3,3#3. So bade und salbe dich, zieh deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; laß dich aber vor dem Mann nicht merken, bis er mit Essen und Trinken fertig ist.
7176#Ruth,3,4#4. Wenn er sich dann aber niederlegt, merke dir den Ort, wo er ruht. Dann geh hin, decke seine Füße auf und leg dich hin; so wird er dir sagen, was du tun sollst.»
7177#Ruth,3,5#5. Da sprach sie zu ihr: «Alles, was du mir sagst, will ich tun.»
7178#Ruth,3,6#6. So ging sie zur Tenne hinab und tat ganz so, wie ihre Schwiegermutter ihr befohlen hatte.
7179#Ruth,3,7#7. Und Boas aß und trank, und sein Herz war froh. Und er ging, um sich hinzulegen am Rand des Getreidehaufens. Da kam sie leise, deckte seine Füße auf und legte sich nieder.
7180#Ruth,3,8#8. Es war aber mitten in der Nacht, da schrak der Mann auf; er griff um sich, sieh, da lag ein Weib zu seinen Füßen.
7181#Ruth,3,9#9. Und er sprach: «Wer bist du?» Da sagte sie: «Ich bin Rut, deine Magd; so breite deinen Kleidzipfel über deine Magd, denn ein Löser bist du!»
7182#Ruth,3,10#10. Da sprach er: «Gesegnet seist du vom Ewigen, meine Tochter; denn schöner noch hast du später deine Liebe gezeigt als vorher, da du nicht den Jünglingen nachgegangen bist, armen oder reichen.
7183#Ruth,3,11#11. Nun denn, meine Tochter, fürchte nichts; alles, was du sagst, will ich für dich tun; weiß ja das ganze Tor meines Volkes, daß du ein wackres Weib bist!
7184#Ruth,3,12#12. Und nun ist es freilich wahr, daß ich Löser bin; nur gibt es auch einen noch nähern Löser, als ich bin.
7185#Ruth,3,13#13. Bleib über Nacht; und morgen dann, wenn er dich löst, wohl, mag er lösen. Will er dich aber nicht lösen, so löse ich dich, es lebt der Ewige! Liege bis zum Morgen!»
7186#Ruth,3,14#14. So blieb sie bis zum Morgen zu seinen Füßen liegen. Dann stand sie auf, eh noch ein Mann den andern erkennen konnte; denn er sprach: «Es darf nicht bekannt werden, daß das Weib auf die Tenne gekommen ist.»
7187#Ruth,3,15#15. Dann sagte er: «Gib das Tuch her, das du anhast, und fasse daran!» Und sie faßte daran, und er maß sechs (Maß) Gerste (hinein) und lud es ihr auf. Dann ging er zur Stadt hinein.
7188#Ruth,3,16#16. Sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter; da sprach die: «Woran bist du, meine Tochter?» Da erzählte sie ihr alles, was der Mann ihr getan hatte,
7189#Ruth,3,17#17. und sagte: «Diese sechs (Maß) Gerste hat er mir gegeben; denn er sprach zu mir: ,Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen!'»
7190#Ruth,3,18#18. Da sagte die: «Warte, meine Tochter, bis du erfährst, wie die Sache ausgeht. Denn der Mann wird nicht ruhen, ehe er die Sache, heute noch, zuende geführt hat.»
7191#Ruth,4,1#1. Boas aber ging zum Tor hinauf und setzte sich dort hin. Da kam gerade der Löser vorüber, von dem Boas geredet hatte. Da sagte er: «Komm herzu, setz dich hierher, Mann Soundso.» Und er kam herzu und setzte sich.
7192#Ruth,4,2#2. Dann holte er zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sagte: «Setzt euch hierher!» Und sie setzten sich.
7193#Ruth,4,3#3. Dann sprach er zum Löser: «Den Acker des Feldes, das unserm Bruder Elimelech gehört hat, hat Noomi, die aus den Gefilden Moabs heimgekehrt ist, verkauft.
7194#Ruth,4,4#4. Und ich meinte: Ich will es dir zu Ohren bringen und sprechen: Kaufe es los in Gegenwart der hier Sitzenden und in Gegenwart der Ältesten meines Volkes! Willst du lösen, löse; löst man es aber nicht, so sage mirs, daß ich es weiß; denn es ist keiner da außer dir einzulösen - und ich komme nach dir!» Da sprach der: «Ich will lösen.»
7195#Ruth,4,5#5. Da sprach Boas: «Des Tages, da du das Feld aus der Hand Noomis loskaufst, hast du es mit Rut, der Moabiterin, dem Weib des Verstorbenen, losgekauft, um den Namen des Toten auf seinem Erbgut zu erhalten.»
7196#Ruth,4,6#6. Da sprach der Löser: «Ich kann es für mich nicht einlösen, sonst würde ich mein Erbgut schädigen; so löse du dirs an meiner Lösung Statt, da ich es nicht einlösen kann.»
7197#Ruth,4,7#7. Und so war es vorzeiten in Jisraël bei Lösung und Tausch: Zur Bestätigung jeglicher Sache zog der Mann seinen Schuh ab und gab ihn dem andern. Und das galt als Bezeugung in Jisraël.
7198#Ruth,4,8#8. Nun sagte der Löser zu Boas: «Kauf es dir los!» und zog seinen Schuh ab.
7199#Ruth,4,9#9. Da sprach Boas zu den Ältesten und allem Volk: «Zeugen seid ihr heute, daß ich alles, was Elimelech und alles, was Kiljon und Mahlon gehört hat, von Noomi losgekauft habe;
7200#Ruth,4,10#10. und auch Rut, die Moabiterin, das Weib Mahlons, habe ich mir zum Weib losgekauft, um den Namen des Toten auf seinem Erbgut zu erhalten, daß des Toten Name nicht ausgehe bei seinen Brüdern und im Tor seines Ortes! Zeugen seid ihr heute!»
7201#Ruth,4,11#11. Da sprach alles Volk, das im Tor war, und die Ältesten: «Zeugen! Möge der Ewige das Weib, das in dein Haus einzieht, werden lassen wie Rahel und Lea, die beide das Haus Jisraël erbaut haben! Und schaffe dir Macht in Efrata und ruf dir einen Namen aus in Bet-Lehem!
7202#Ruth,4,12#12. Und möge dein Haus gleich dem Hause Perez' werden, den Tamar Jehuda geboren hat, durch den Samen, den der Ewige von dieser Maid dir geben wird!»
7203#Ruth,4,13#13. So nahm Boas Rut, und sie ward ihm zum Weib; und er ging zu ihr ein, und der Ewige gab ihr Empfängnis, daß sie einen Sohn gebar.
7204#Ruth,4,14#14. Da sprachen die Frauen zu Noomi: «Gepriesen sei der Ewige, der es dir heute nicht an einem Löser fehlen ließ, und möge sein Name ausgerufen werden in Jisraël!
7205#Ruth,4,15#15. Und möge er dir ein Trost deiner Seele und der Versorger deines Alters werden! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben Söhne.»
7206#Ruth,4,16#16. Da nahm Noomi das Kind, legte es in ihren Schoß und ward ihm Pflegerin.
7207#Ruth,4,17#17. Und die Nachbarinnen gaben ihm einen Namen, der besagte: «Geboren ist der Noomi ein Sohn.» Und sie nannten ihn Obed. Der ist der Vater Jischais, des Vaters Dawids.
7208#Ruth,4,18#18. Dieses aber ist die Nachkommenschaft Perez': Perez zeugte Hezron,
7209#Ruth,4,19#19. Hezron zeugte Ram, und Ram zeugte Amminadab.
7210#Ruth,4,20#20. Und Amminadab zeugte Nahschon, und Nahschon zeugte Salma.
7211#Ruth,4,21#21. Und Salmon zeugte Boas, und Boas zeugte Obed.
7212#Ruth,4,22#22. Und Obed zeugte Jischai, und Jischai zeugte Dawid.

6510#Richter,1,1#1. UND es war nach dem Tod Jehoschuas, da befragten die Kinder Jisraël den Ewigen und sprachen: «Wer soll von uns zuerst gegen den Kenaanäer hinaufziehn, um mit ihm zu kämpfen?»
6511#Richter,1,2#2. Und der Ewige sprach: «Jehuda ziehe hinauf. Sieh, ich habe das Land in seine Hand gegeben.»
6512#Richter,1,3#3. Da sprach Jehuda zu seinem Bruder Schim'on: «Zieh mit mir in mein Los hinauf, daß wir gegen den Kenaanäer kämpfen; dann will auch ich mit dir in dein Los kommen.» So ging Schim'on mit ihm.
6513#Richter,1,4#4. Da zog Jehuda hinauf, und der Ewige gab den Kenaani und den Perisi in ihre Hand; und sie schlugen sie zu Besek, zehntausend Mann.
6514#Richter,1,5#5. Und sie fanden Adoni-Besek in Besek, kämpften gegen ihn und schlugen den Kenaani und den Perisi.
6515#Richter,1,6#6. Da floh Adoni-Besek, und sie jagten ihm nach, ergriffen ihn und hieben ihm die Daumen seiner Hände und die Großzehen seiner Füße ab.
6516#Richter,1,7#7. Da sprach Adoni-Besek: «Siebzig Könige, die Daumen ihrer Hände und die Großzehen ihrer Füße abgehauen, lasen (Brosamen) auf unter meinem Tisch. Wie ich getan, so hat Gott mir heimgezahlt.» Dann brachten sie ihn nach Jeruschalaim, dort starb er.
6517#Richter,1,8#8. Und die Söhne Jehudas kämpften gegen Jeruschalaim, eroberten es und schlugen es, ins Schwert hinein, und die Stadt steckten sie in Brand.
6518#Richter,1,9#9. Danach zogen die Söhne Jehudas hinab, um gegen den Kenaanäer zu kämpfen, der das Gebirge, die Südsteppe und das Tiefland bewohnte.
6519#Richter,1,10#10. Dann zog Jehuda gegen den Kenaanäer, der in Hebron wohnte. Hebron aber hieß früher Kirjat-Arba. Und sie schlugen Scheschai, Ahiman und Talmai.
6520#Richter,1,11#11. Von dort zog er gegen die Bewohner von Debir, und der Name Debirs war vormals Kirjat-Sefer.
6521#Richter,1,12#12. Da sprach Kaleb: «Wer Kirjat-Sefer schlägt und es erobert, dem gebe ich meine Tochter Achsa zum Weib.»
6522#Richter,1,13#13. Da eroberte es Otniel, der Sohn des Kenas, der jüngere Bruder Kalebs, und er gab ihm seine Tochter Achsa zum Weib.
6523#Richter,1,14#14. Es war nun, als sie einzog, da überredete sie ihn, von ihrem Vater das Feld zu erbitten. Und sie glitt vom Esel herab, und Kaleb sprach zu ihr: «Was ist dir?»
6524#Richter,1,15#15. Da sagte sie: «Gib mir doch eine Segengabe, denn in das Trockenland hast du mich vergeben, so gib mir Wasserquellen!» Da gab ihr Kaleb die oberen Quellen und die unteren Quellen.
6525#Richter,1,16#16. Und die Söhne des Keniters, des Schwiegervaters Mosches, waren mit den Söhnen Jehudas aus der Palmenstadt hinaufgezogen nach der Wüste Jehuda, die südlich von Arad liegt, und er ging hin und siedelte sich bei dem Volk an.
6526#Richter,1,17#17. Da zog Jehuda mit seinem Bruder Schim'on aus. Und sie schlugen den Kenaanäer, der Zefat bewohnte, und bannten es. Und man nannte die Stadt Horma-1-. -1) Bann.++
6527#Richter,1,18#18. Dann eroberte Jehuda Asa und sein Gebiet, Aschkelon und sein Gebiet und Ekron und sein Gebiet.
6528#Richter,1,19#19. Und der Ewige war mit Jehuda, daß er das Gebirge entsetzte. Denn nicht zu vertreiben waren die Bewohner des Tales; denn sie hatten eiserne Wagen.
6529#Richter,1,20#20. Und sie gaben Kaleb Hebron, wie Mosche geheißen hatte, und er vertrieb von dort die drei Söhne Anaks.
6530#Richter,1,21#21. Aber den Jebusäer, der Jeruschalaim bewohnte, trieben die Söhne Binjamins nicht aus. So blieb der Jebusäer mit den Söhnen Binjamins in Jeruschalaim wohnen bis auf diesen Tag.
6531#Richter,1,22#22. Und auch die vom Haus Josef zogen aus gegen Bet-El, und der Ewige war mit ihnen.
6532#Richter,1,23#23. Und das Haus Josef ließ in Bet-El erkunden gehen; der Name der Stadt war aber vormals Lus.
6533#Richter,1,24#24. Da sahen die Späher einen Mann aus der Stadt kommen und sagten zu ihm: «Zeig uns doch den Zugang der Stadt, so wollen wir dir Liebe erweisen.»
6534#Richter,1,25#25. Und er zeigte ihnen den Zugang der Stadt, und sie schlugen die Stadt, ins Schwert hinein. Den Mann aber und sein ganzes Geschlecht ließen sie ziehen.
6535#Richter,1,26#26. Und der Mann zog in das Land der Hittiter und baute eine Stadt, die nannte er Lus. Das ist ihr Name bis auf diesen Tag.
6536#Richter,1,27#27. Und Menaschsche entsetzte nicht Bet-Schean und seine Tochterstädte, Taanach und seine Tochterstädte, die Bewohner von Dor und seine Tochterstädte, die Bewohner von Jibleam und seine Tochterstädte und die Bewohner von Megiddo und seine Tochterstädte. So wagte es der Kenaanäer, in diesem Land wohnen zu bleiben.
6537#Richter,1,28#28. Es war aber, als Jisraël erstarkte, da machte es den Kenaanäer fronpflichtig, doch vertreiben konnte es ihn nicht.
6538#Richter,1,29#29. Auch Efraim vertrieb den Kenaanäer nicht, der in Geser wohnte; so blieb der Kenaanäer in seiner Mitte in Geser wohnen.
6539#Richter,1,30#30. Sebulun vertrieb nicht die Bewohner von Kitron und die Bewohner von Nahalol; so blieb der Kenaanäer in seiner Mitte wohnen, und sie wurden fronpflichtig.
6540#Richter,1,31#31. Ascher vertrieb nicht die Bewohner von Akko und die Bewohner von Zidon, sowie Ahlab, Achsib, Helba, Afik und Rehob.
6541#Richter,1,32#32. So wohnten die von Ascher inmitten der Kenaanäer, der Bewohner des Landes; denn sie hatten sie nicht vertrieben.
6542#Richter,1,33#33. Naftali vertrieb nicht die Bewohner von Bet-Schemesch und die Bewohner von Bet-Anat und wohnte so mitten unter den Kenaanäern, den Bewohnern des Landes. Doch die Bewohner von Bet-Schemesch und BetAnat wurden ihnen fronpflichtig.
6543#Richter,1,34#34. Und die Emoriter drängten die Söhne Dans ins Gebirge; denn sie ließen sie nicht ins Tal hinabkommen.
6544#Richter,1,35#35. So wagte es der Emoriter, in Har-Heres, in Ajjalon und in Schaalbim wohnen zu bleiben; doch die Hand des Hauses Josef ward wuchtig, und so wurden sie fronpflichtig.
6545#Richter,1,36#36. Aber das Gebiet des Emoriters war vom Akrabbim-Anstieg, von ha-Sela an und weiter hinauf.
6546#Richter,2,1#1. Da kam ein Sendbote des Ewigen vom Gilgal nach ha-Bochim hinauf; und er sprach: «Ich habe euch aus Mizraim heraufgeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen, und habe gesprochen: Nie werde ich meinen Bund mit euch brechen.
6547#Richter,2,2#2. Ihr aber sollt keinen Bund schließen mit den Bewohnern dieses Landes, ihre Altäre sollt ihr niederreißen. Doch ihr habt nicht auf meine Stimme gehört. Was habt ihr da getan?
6548#Richter,2,3#3. Und so sage denn auch ich: Ich werde sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zu Fangeisen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden.»
6549#Richter,2,4#4. Es war nun, als der Bote des Ewigen diese Worte zu allen Kindern Jisraël geredet hatte, da hob das Volk seine Stimme und weinte.
6550#Richter,2,5#5. Und sie nannten jenen Ort Bochim-1- und opferten dort dem Ewigen. -1) Weinende.++
6551#Richter,2,6#6. Und Jehoschua hatte das Volk entlassen; da waren die Kinder Jisraël ein jeder nach seinem Besitz gezogen, um das Land in Besitz zu nehmen.
6552#Richter,2,7#7. Und das Volk diente dem Ewigen alle Tage Jehoschuas und alle Tage der Ältesten, die noch länger lebten nach Jehoschua, die das ganze große Werk des Ewigen gesehen hatten, das er an Jisraël getan.
6553#Richter,2,8#8. Dann starb Jehoschua, der Sohn Nuns, der Knecht des Ewigen, hundertzehn Jahre alt.
6554#Richter,2,9#9. Und sie begruben ihn im Gebiet seines Besitztums, in TimnatHeres auf dem Gebirge Efraim, nördlich vom Berg Gaasch.
6555#Richter,2,10#10. Und auch jenes ganze Geschlecht ward eingetan zu seinen Vätern, und es erstand ein anderes Geschlecht nach ihnen, das den Ewigen nicht kannte noch auch das Werk, das er für Jisraël getan.
6556#Richter,2,11#11. Da taten die Kinder Jisraël, was übel war in den Augen des Ewigen, und dienten den Baalen.
6557#Richter,2,12#12. Und sie verließen den Ewigen, den Gott ihrer Väter, der sie aus Mizraim geführt hatte, und gingen andern Göttern nach, von den Göttern der Völker, die rings um sie waren. Und sie warfen sich vor ihnen nieder und kränkten den Ewigen.
6558#Richter,2,13#13. Und sie verließen den Ewigen und dienten dem Baal und den Astarten.
6559#Richter,2,14#14. Da flammte des Ewigen Antlitz auf wider Jisraël, und er gab sie in die Hand von Plünderern, die sie plünderten, und lieferte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, daß sie nicht mehr standhalten konnten vor ihren Feinden.
6560#Richter,2,15#15. Überall, wohin sie auszogen, war die Hand des Ewigen auf ihnen zum Unheil, wie der Ewige gesprochen, und wie der Ewige es ihnen geschworen hatte. So waren sie sehr bedrängt.
6561#Richter,2,16#16. Da ließ der Ewige Richter erstehen, und sie halfen ihnen aus der Hand ihrer Plünderer.
6562#Richter,2,17#17. Aber auch auf ihre Richter hörten sie nicht, sondern buhlten andern Göttern nach und warfen sich vor ihnen nieder. Rasch gingen sie von dem Weg ab, den ihre Väter gewandelt waren, den Geboten des Ewigen gehorchend. Sie taten nicht so.
6563#Richter,2,18#18. Sooft nun der Ewige ihnen Richter erstehen ließ, war der Ewige mit dem Richter und half ihnen aus der Hand ihrer Feinde alle Tage des Richters, da es dem Ewigen leid tat ob ihres Gestöhns vor ihren Drängern und Drückern.
6564#Richter,2,19#19. Dann aber, wenn der Richter gestorben war, wurden sie rückfällig und handelten noch verderbter als ihre Väter, andern Göttern nachzugehn, ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen. Sie ließen nichts fallen von ihrem Treiben und ihrem frechen Wandel.
6565#Richter,2,20#20. Da flammte des Ewigen Antlitz auf wider Jisraël, und er sprach: «Weil dieses Volk meinen Bund, den ich ihren Vätern geboten habe, übertreten und auf meine Stimme nicht gehört hat,
6566#Richter,2,21#21. so will auch ich niemand mehr vor ihnen vertreiben von den Völkern, die Jehoschua übrigließ, da er starb,
6567#Richter,2,22#22. um durch sie Jisraël zu prüfen, ob sie den Weg des Ewigen wahren, darin zu wandeln, wie ihre Väter ihn gewahrt, oder nicht.»
6568#Richter,2,23#23. So beließ der Ewige diese Völker, ohne sie schnell zu vertreiben, und gab sie nicht in die Hand Jehoschuas.
6569#Richter,3,1#1. Und dies sind die Völker, die der Ewige beließ, um durch sie Jisraël zu prüfen, alle die nicht kennengelernt all die Kriege um Kenaan,
6570#Richter,3,2#2. nur um der Kenntnis der künftigen Geschlechter der Kinder Jisraël willen, um sie den Krieg zu lehren; aber jene (Kriege), die ehedem waren, kannten sie nicht:
6571#Richter,3,3#3. Die fünf Fürstentümer der Pelischtäer, alle Kenaanäer, die Zidonier und die Hiwwiter, die auf dem Gebirge Libanon wohnten vom Berg Baal-Hermon bis Lebo von Hamat.
6572#Richter,3,4#4. Und sie dienten dazu, durch sie Jisraël zu prüfen, um zu erkennen, ob sie den Geboten des Ewigen gehorchen würden, die er ihren Vätern durch Mosche befohlen hatte.
6573#Richter,3,5#5. Und die Kinder Jisraël wohnten inmitten des Kenaani, Hitti und Emori, des Perisi, Hiwwi und Jebusi.
6574#Richter,3,6#6. Und sie nahmen deren Töchter sich zu Frauen, und ihre Töchter gaben sie deren Söhnen, und sie dienten ihren Göttern.
6575#Richter,3,7#7. So taten die Kinder Jisraël, was übel war in den Augen des Ewigen, und sie vergaßen den Ewigen, ihren Gott, und dienten den Baalen und Baumgottheiten.
6576#Richter,3,8#8. Da flammte des Ewigen Antlitz auf wider Jisraël, und er lieferte sie in die Hand Kuschan-Risch'ataims, des Königs von AramNaharaim, und die Kinder Jisraël waren Kuschan-Risch'ataim dienstbar, acht Jahre.
6577#Richter,3,9#9. Da schrien die Kinder Jisraël zum Ewigen, und der Ewige ließ ihnen einen Retter erstehen, der sie errettete: Otniël, den Sohn des Kenas, den jüngern Bruder Kalebs.
6578#Richter,3,10#10. Und über ihn kam der Geist des Ewigen, und er richtete Jisraël. Und er zog in den Kampf aus, und der Ewige gab Kuschan-Risch'ataim, den König von Aram, in seine Hand, und seine Hand wuchtete auf Kuschan-Risch'ataim.
6579#Richter,3,11#11. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre. Dann starb Otniël, der Sohn des Kenas.
6580#Richter,3,12#12. Und die Kinder Jisraël taten weiter, was übel war in den Augen des Ewigen. Da gab der Ewige Eglon, dem König von Moab, Macht über Jisraël, weil sie getan, was übel war in den Augen des Ewigen.
6581#Richter,3,13#13. Und er sammelte um sich die Söhne Ammons und Amaleks, ging hin und schlug Jisraël, und sie nahmen die Palmenstadt ein.
6582#Richter,3,14#14. Und die Kinder Jisraël waren Eglon, dem König von Moab, dienstbar, achtzehn Jahre.
6583#Richter,3,15#15. Da schrien die Kinder Jisraël zum Ewigen, und der Ewige ließ ihnen einen Retter erstehen: Ehud, den Sohn Geras, den Binjaminiten, einen Mann, beiderseits rechthändig. Und die Kinder Jisraël sandten durch ihn ein Geschenk an Eglon, den König von Moab.
6584#Richter,3,16#16. Ehud aber verfertigte sich ein Schwert, das hatte zwei Schneiden, eine Spanne lang, und er gürtete es unter seinem Gewand an seine rechte Hüfte.
6585#Richter,3,17#17. Und er brachte das Geschenk vor Eglon, den König von Moab. Eglon aber war ein sehr feister Mann.
6586#Richter,3,18#18. Und es war, als er mit der Überreichung des Geschenks fertig war, da entließ er die Leute, die das Geschenk getragen hatten.
6587#Richter,3,19#19. Er aber kehrte wieder zurück von ha-Pesilim, das bei dem Gilgal liegt, und sprach: «Ein geheimes Wort habe ich an dich, o König!» Da sprach er: «Still!» Und alle, die bei ihm standen, gingen hinaus.
6588#Richter,3,20#20. Ehud aber war zu ihm gekommen, da er eben in dem gebälkten Obergemach saß, das für ihn allein bestimmt war. Da sprach Ehud: «Ein Gotteswort habe ich an dich.» Da erhob er sich von dem Sessel.
6589#Richter,3,21#21. Da fuhr Ehud mit seiner linken Hand aus, nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Leib,
6590#Richter,3,22#22. daß auch der Griff der Klinge eindrang; und das Fett schloß sich um die Klinge; denn er zog das Schwert nicht aus dem Leib. Dann ging er zum Fluchtausgang hinaus.
6591#Richter,3,23#23. Und Ehud trat in den Säulengang hinaus und verschloß die Türen des Obergemachs hinter sich und verriegelte sie.
6592#Richter,3,24#24. Eben war er hinausgegangen, als seine Diener kamen; da sahen sie, daß die Türen des Obergemachs verriegelt waren. Und sie dachten: Er verdeckt sich wohl nur die Beine in der gebälkten Kammer.
6593#Richter,3,25#25. Und sie warteten gar lange. Doch da er die Türen des Obergemachs nicht öffnete, nahmen sie den Schlüssel, schlossen auf und sieh, ihr Herr lag tot zu Boden.
6594#Richter,3,26#26. Ehud aber war entronnen, während sie so säumten; und er kam an ha-Pesilim vorüber und flüchtete sich nach Sëira.
6595#Richter,3,27#27. Als er aber heimkam, stieß er in das Horn im Gebirge Efraim, und die Kinder Jisraël zogen mit ihm vom Gebirge herab, er ihnen voran.
6596#Richter,3,28#28. Und er sprach zu ihnen: «Folgt mir nach, denn der Ewige hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben.» Und sie zogen hinab, ihm nach, besetzten die Furten des Jardens nach Moab hin und ließen niemand hinüber.
6597#Richter,3,29#29. So schlugen sie Moab zu jener Zeit, an zehntausend Mann, jeden blühenden und kriegstüchtigen Mann, und keiner entrann.
6598#Richter,3,30#30. So beugte sich Moab zu jener Zeit unter die Hand Jisraëls, und das Land hatte Ruhe achtzig Jahre.
6599#Richter,3,31#31. Und nach ihm war Schamgar, der Sohn Anats. Er schlug die Pelischtäer, sechshundert Mann, mit einem Rinderstecken, und auch er rettete Jisraël.
6600#Richter,4,1#1. Aber die Kinder Jisraël taten weiter, was übel war in den Augen des Ewigen; Ehud aber war gestorben.
6601#Richter,4,2#2. Da lieferte sie der Ewige in die Hand Jabins, des Königs von Kenaan, der in Hazor regierte; und sein Heerführer war Sisera, der wohnte in Haroschet-ha-Gojim.
6602#Richter,4,3#3. Da schrien die Kinder Jisraël zum Ewigen; denn neunhundert eiserne Wagen hatte er, und er bedrängte die Kinder Jisraël mit Gewalt, zwanzig Jahre.
6603#Richter,4,4#4. Debora aber, eine gottbegeistete Frau, das Weib Lapidots, sie war Richterin in Jisraël zu jener Zeit.
6604#Richter,4,5#5. Und sie saß unter der Deborapalme zwischen ha-Rama und Bet-El im Gebirge Efraim, und die Kinder Jisraël kamen zu ihr hinauf zum Gericht.
6605#Richter,4,6#6. Sie sandte nun hin und ließ Barak, den Sohn Abinoams, aus Kedesch in Naftali rufen und sprach zu ihm: «Hat nicht der Ewige, der Gott Jisraëls, geboten: Geh, greif zu auf dem Berg Tabor und nimm mit dir zehntausend Mann von den Söhnen Naftalis und den Söhnen Sebuluns!
6606#Richter,4,7#7. Und ich will dir Sisera zubringen, den Heerführer Jabins, mit seinen Wagen und seinen Kriegsscharen an den Fluß Kischon und ihn in deine Hand geben.»
6607#Richter,4,8#8. Da sprach zu ihr Barak: «Wenn du mit mir gehst, will ich gehen; wenn du aber nicht mit mir gehst, gehe ich nicht.»
6608#Richter,4,9#9. Und sie sprach: «Wohl will ich mit dir gehen, doch wird es nicht dein Ruhm werden auf dem Weg, den du gehst, denn in eines Weibes Hand wird der Ewige Sisera liefern.» So machte sich Debora auf und zog mit Barak nach Kedesch.
6609#Richter,4,10#10. Darauf entbot Barak Sebulun und Naftali nach Kedesch, und es zogen hinauf, ihm nach, zehntausend Mann, und Debora zog mit ihm hinauf.
6610#Richter,4,11#11. Der Keniter Heber aber hatte sich von Kain, von den Söhnen Hobabs, des Schwiegervaters Mosches, getrennt und sein Zelt bis zur Eiche Bezaanannim hin aufgeschlagen, die bei Kedesch ist.
6611#Richter,4,12#12. Als man Sisera berichtete, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Tabor gezogen war,
6612#Richter,4,13#13. da entbot Sisera alle seine Wagen, neunhundert eiserne Wagen, und alles Volk, das bei ihm war, von Haroschet-ha-Gojim an den Fluß Kischon.
6613#Richter,4,14#14. Da sprach Debora zu Barak: «Auf! Denn das ist der Tag, an dem der Ewige Sisera in deine Hand gegeben hat. Ist doch der Ewige vor dir her ausgezogen!» Da zog Barak vom Berg Tabor herab, und zehntausend Mann ihm nach.
6614#Richter,4,15#15. Und der Ewige brachte Sisera und alle Wagen und das ganze Heerlager vor Barak in Verwirrung, ins Schwert hinein. Und Sisera stieg vom Wagen und floh zu Fuß.
6615#Richter,4,16#16. Barak aber setzte den Wagen und dem Heerlager nach bis nach Haroschet-ha-Gojim, und das ganze Heerlager Siseras fiel, ins Schwert hinein. Auch nicht einer blieb übrig.
6616#Richter,4,17#17. Und Sisera floh zu Fuß zum Zelt Jaëls, des Weibes des Keniters Heber; denn Friede war zwischen Jabin, dem König von Hazor, und dem Haus Hebers, des Keniters.
6617#Richter,4,18#18. Da trat Jaël heraus, Sisera entgegen, und sprach zu ihm: «Kehr ein, mein Herr, kehr ein bei mir, fürchte nichts!» Und er kehrte zu ihr ins Zelt ein, und sie deckte ihn mit dem Fell zu.
6618#Richter,4,19#19. Und er sprach zu ihr: «Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken, denn mich dürstet!» Da öffnete sie den Milchschlauch, gab ihm zu trinken und deckte ihn zu.
6619#Richter,4,20#20. Und er sprach zu ihr: «Stell dich an den Eingang des Zeltes, und wenn dann jemand kommt und dich fragt: ,Ist hier jemand?' So sprich: Nein!»
6620#Richter,4,21#21. Da ergriff Jaël, das Weib Hebers, einen Zeltpflock, nahm den Hammer in die Hand, trat leise an ihn heran und stieß ihm den Pflock in die Schläfe, daß er in die Erde eindrang. Er aber hatte geschlafen; da wurde er schwach und starb.
6621#Richter,4,22#22. Nun kam gerade Barak, der Sisera nachjagte. Da trat Jaël heraus, ihm entgegen, und sprach zu ihm: «Komm, daß ich dir den Mann zeige, den du suchst!» Und er trat zu ihr hinein, sieh, da lag Sisera tot, den Pflock in der Schläfe.
6622#Richter,4,23#23. So beugte Gott an jenem Tag Jabin, den König von Kenaan, vor den Kindern Jisraël.
6623#Richter,4,24#24. Und die Hand der Kinder Jisraël kam immer härter auf Jabin, den König von Kenaan, bis sie Jabin, den König von Kenaan, vernichtet hatten.
6624#Richter,5,1#1. Und es sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, an jenem Tag und sprachen:
6625#Richter,5,2#2. Mit Zahlung von Gelübden in Jisraël, Mit Volkes Edelgaben preist den Ewigen!
6626#Richter,5,3#3. Hört, Könige, vernehmt es, Fürsten! Ich will dem Ewigen, ich will ihm singen, Besingen ich den Ewigen, Gott Jisraëls.
6627#Richter,5,4#4. Als, Ewiger, du auszogst von Seïr, Herschrittest aus Edoms Gefild, Da bebt' die Erde, ja, die Himmel troffen, Und auch die Wolken troffen Wasser.
6628#Richter,5,5#5. Die Berge flossen nieder vor dem Ewigen, Der Sinai vor dem Ewigen, Gott Jisraëls.
6629#Richter,5,6#6. In Schamgars Tagen, Sohns Anats, In Jaëls Tagen gabs mehr keine Straßen, Und die der Wege zogen, gingen krumme Pfade.
6630#Richter,5,7#7. Freisiedlung wagt man nicht in Jisraël, wagts nimmer, Bis daß ich aufgestanden, Debora, Aufstand als Mutter in Jisraël.
6631#Richter,5,8#8. Es hatte neue Götter sich erwählt! Gabs damals Kampf an den Toren, - Ob Schild und Lanze ward gesehn Bei vierzigtausenden in Jisraël!
6632#Richter,5,9#9. Mein Herz den Schreibekundigen in Jisraël, Den edel Schenkenden im Volk! Preist ihr den Ewigen!
6633#Richter,5,10#10. Die auf Zehorots Eselstuten reiten, Auf Middins (Tieren) sitzen Und die des Weges ziehen, (Denen) sagts,
6634#Richter,5,11#11. Sie sollen bei Trompeterschall am Schöpfbrunn Dort laut des Ewgen Gnadentaten künden, Heilstat an seiner Freisiedlung in Jisraël, Als zu den Toren niederschritt des Ewgen Volk:
6635#Richter,5,12#12. ,Auf, auf, Debora! Auf, auf, sag Sang! Steh auf, Barak, Raub dir Gefangene, Sohn Abinoams!'
6636#Richter,5,13#13. Der Hirten Restling zwang damals ein Volk, Der Ewige bezwang für mich die Helden.
6637#Richter,5,14#14. Von Efraim die, deren Wurzel in Amalek, Dir nach dann Binjamin mit deinen Stämmen. Von Machir kamen sie herab, die Schreibekundigen, Von Sebulun, Amtsschreibers Stab umfassend.
6638#Richter,5,15#15. Die Fürsten in Jissachar mit Debora, - Und treuen Lohn bringt (Jis-sachar) Barak! Ins Tal entsandt, ihm nach! In Rëubens Abteilungen gab's Große, Gabs kluge Schreiber;
6639#Richter,5,16#16. Warum denn bliebst du bei der Anrichte, Zu lauschen auf der Herden Blöken? Gabs Große doch bei Rëubens Abteilungen, Gabs kluge Räte!
6640#Richter,5,17#17. Gil'ad, der überm Jarden wohnt, und Dan - Warum weilt bei den Schiffen Ascher, des Sitz an Meeres Küste, An seinen Buchten wohnt er?
6641#Richter,5,18#18. Sebulun, Volk, dem Tode schändet es sein Leben, Und Naftali, auf Höhen des Gefilds.
6642#Richter,5,19#19. Da kamen Könige und kämpften, Da kämpften Könige Kenaans Bei Ta'nach, an Megiddos Wassern. Gewinn an Silber holten sie sich nicht.
6643#Richter,5,20#20. Vom Himmel her sie stritten, Die Sterne her von ihren Bahnen Mit Sisera sie stritten.
6644#Richter,5,21#21. Der Fluß Kischon, er rafft sie, Der Fluß von Kedumim, der Fluß Kischon. Mit Macht trittst, meine Seele, du einher!
6645#Richter,5,22#22. Da hämmerten der Rosse Hufe Im Traben, Trappen ihrer Helden.
6646#Richter,5,23#23. ,Verflucht Meros', so spricht des Ewgen Bote, ,Flucht, fluchet seinen Wohnern, Weil sie nicht kamen zu des Ewgen Hilfe, Des Ewgen Hilfe bei den Helden!'
6647#Richter,5,24#24. Gesegnet vor den Frauen sei Jaël, Das Weib des Heber, des Keniters, Vor Fraun im Zelt gesegnet!
6648#Richter,5,25#25. Um Wasser bat er, Milch gab sie, In der Hirten Schüssel reicht' sie Rahm.
6649#Richter,5,26#26. Die Hand streckt nach dem Pflock sie aus, Die Rechte nach dem Arbeitshammer. Haut' ein auf Sisera, schlug ihm den Kopf, Zerschmettert' und durchbohrte seine Schläfe.
6650#Richter,5,27#27. Zu ihren Füßen brach er nieder, sank, lag da, Zu ihren Füßen brach er nieder, fiel. Da wo er niederbrach, da lag er, totgeschlagen.
6651#Richter,5,28#28. Durchs Fenster schaut und jammert Die Mutter Siseras, durchs Gitter: ,Warum doch zögert sein Gefährt zu kommen? Warum doch säumen seiner Wagen Tritte?'
6652#Richter,5,29#29. Die Weisen ihrer Edelfrauen tun ihr Antwort, Auch selbst gibt sie mit Worten sich Bescheid:
6653#Richter,5,30#30. ,Gewiß, sie finden, teilen Beute, Geschenk, Geschenke für der Männer Kopf, Der Beute Schatz für Sisera, Der Beute Schatz, geplündert, Geplünderte Schätze, In Haufen Beute!'
6654#Richter,5,31#31. So gehen unter alle deine Feinde, Ewiger, Doch die ihn lieben - Wie Sonne strahlt in ihrer Macht!» Dann hatte das Land Ruhe vierzig Jahre.
6655#Richter,6,1#1. Und die Kinder Jisraël taten, was übel war in den Augen des Ewigen. Da gab sie der Ewige in die Hand Midjans, sieben Jahre.
6656#Richter,6,2#2. Und die Hand Midjans wuchtete auf Jisraël. Wegen Midjans machten sich die Kinder Jisraël die Schachte in den Bergen und die Höhlen und Bergvesten.
6657#Richter,6,3#3. Und es war, so oft Jisraël gesät hatte, zogen Midjan, die Amalekiter und die Söhne des Ostens heran gegen sie.
6658#Richter,6,4#4. Und sie lagerten sich wider sie und vernichteten den Ertrag des Landes bis gegen Asa hin. Und sie ließen keinerlei Lebensmittel in Jisraël übrig, noch auch Schafe, Rinder und Esel.
6659#Richter,6,5#5. Denn mit ihren Herden und Zelten zogen sie heran und kamen, wie Heuschrecken so viel, und sie und ihre Kamele waren ohne Zahl, und sie kamen in das Land, um es zu verwüsten.
6660#Richter,6,6#6. So verarmte Jisraël gar sehr wegen Midjan. Da schrien die Kinder Jisraël zum Ewigen.
6661#Richter,6,7#7. Es war nun, als die Kinder Jisraël wegen Midjans zum Ewigen schrien,
6662#Richter,6,8#8. da sandte der Ewige einen gottbegeisteten Mann zu den Kindern Jisraël, und der sprach zu ihnen: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Ich habe euch aus Mizraim heraufgebracht und euch aus dem Sklavenhaus geführt.
6663#Richter,6,9#9. Ich habe euch errettet aus der Hand der Mizräer und aus der Hand aller eurer Bedrücker, habe sie vor euch vertrieben und euch ihr Land gegeben.
6664#Richter,6,10#10. Und ich habe zu euch gesagt: ,Ich, der Ewige, bin euer Gott; fürchtet nicht die Götter der Emoriter, in deren Land ihr wohnt.' Ihr aber habt auf meine Stimme nicht gehört.»
6665#Richter,6,11#11. Da kam ein Sendbote des Ewigen und er saß unter der Terebinthe bei Ofra, das dem Abiësriten Joasch gehörte; und Gid'on, sein Sohn, klopfte eben Weizen in der Kelter, um ihn vor Midjan zu bergen.
6666#Richter,6,12#12. Da erschien ihm der Bote des Ewigen und sprach zu ihm: «Der Ewige mit dir, du wackrer Held!»
6667#Richter,6,13#13. Da sprach zu ihm Gid'on: «Ach, mein Herr! Ist so der Ewige mit uns, warum denn hat uns alles dies betroffen? Und wo sind alle seine Wundertaten, von denen unsere Väter uns erzählten, sprechend: ,Hat der Ewige uns nicht aus Mizraim heraufgeführt?' Jetzt aber hat der Ewige uns verstoßen und uns in Midjans Hand gegeben.»
6668#Richter,6,14#14. Da wandte sich der Ewige zu ihm und sprach: «Geh mit dieser deiner Kraft und rette Jisraël aus der Hand Midjans. Habe doch ich dich gesandt!»
6669#Richter,6,15#15. Er aber sprach zu ihm: «Ach, Herr! Womit soll ich Jisraël erretten? Sieh, mein Geschlecht ist das Geringste in Menaschsche, und ich bin der Jüngste in meines Vaters Haus.»
6670#Richter,6,16#16. Da sprach der Ewige zu ihm: «Weil ich mit dir sein werde! So wirst du Midjan schlagen wie einen Mann.»
6671#Richter,6,17#17. Da sprach er zu ihm: «Wenn ich denn Gunst in deinen Augen gefunden habe, so wirke mir ein Wunderzeichen, daß du mit mir redest.
6672#Richter,6,18#18. Weiche doch nicht von hier, bis ich zu dir komme und meine Gabe herausbringe und sie vor dich lege.» Und er sprach: «Ich will bleiben, bis du zurückkommst.»
6673#Richter,6,19#19. Und Gid'on ging hinein, bereitete ein Ziegenböcklein und ein Efa Mehl als ungesäuerte Brote, das Fleisch tat er in den Korb und die Brühe in den Topf und brachte es hinaus zu ihm unter die Terebinthe und reichte es dar.
6674#Richter,6,20#20. Da sprach zu ihm der Bote Gottes: «Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Brote und lege sie an jenen Felsen; die Brühe aber schütte aus.» Und er tat so.
6675#Richter,6,21#21. Da streckte der Bote des Ewigen das Ende des Stabes hin, der in seiner Hand war, und berührte das Fleisch und die ungesäuerten Brote; da stieg das Feuer aus dem Felsen empor und verzehrte das Fleisch und die ungesäuerten Brote. Der Bote des Ewigen aber schwand ihm aus den Augen.
6676#Richter,6,22#22. Da sah Gid'on, daß es ein Bote des Ewigen gewesen, und Gid'on sprach: «Ach, Herr, o Gott! Weil ich doch einen Boten des Ewigen geschaut von Angesicht zu Angesicht!»
6677#Richter,6,23#23. Der Ewige aber sprach zu ihm: «Friede mit dir! Fürchte nicht, du wirst nicht sterben!»
6678#Richter,6,24#24. Da baute Gid'on dort einen Altar dem Ewigen und nannte ihn: «Der Ewige ist Friede.» Bis zu diesem Tag steht er noch in dem Ofra derer von Abiëser.
6679#Richter,6,25#25. Es war aber in jener Nacht, da sprach zu ihm der Ewige: «Nimm den jungen Stier deines Vaters und den zweiten, siebenjährigen Stier, reiße den Baalsaltar nieder, der deinem Vater gehört, und den Weihbaum, der neben ihm steht, hau um.
6680#Richter,6,26#26. Dann erbaue einen Altar dem Ewigen, deinem Gott, auf der Spitze dieser Bergveste mit der (Stein)schicht, und nimm den zweiten Stier und bringe ihn als Hochopfer dar mit dem Holz des Weihbaums, den du umhaust.»
6681#Richter,6,27#27. Da nahm Gid'on zehn Mann von seinen Knechten und tat, wie der Ewige zu ihm geredet hatte. Weil er aber vor seines Vaters Haus und vor den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tag zu tun, tat er es bei Nacht.
6682#Richter,6,28#28. Als nun die Leute der Stadt am Morgen aufstanden, sieh, da war der Altar des Baal niedergerissen und der Weihbaum, der neben ihm stand, umgehauen, der zweite Stier aber war dargebracht auf dem erbauten Altar!
6683#Richter,6,29#29. Da sprachen sie einer zum andern: «Wer hat dies getan?» Und sie fragten nach und forschten, da sagte man: «Gid'on, der Sohn Joaschs, hat dies getan.»
6684#Richter,6,30#30. Da sprachen die Leute der Stadt zu Joasch: «Gib deinen Sohn heraus, daß er sterbe, weil er den Altar des Baal niedergerissen und den Weihbaum neben ihm umgehauen hat.»
6685#Richter,6,31#31. Da sprach Joasch zu allen, die ihn umstanden: «Braucht ihr für den Baal zu streiten oder ihr ihm zu helfen? Wer für ihn streitet, wird getötet werden bis zum Morgen. Ist er ein Gott, so mag er für sich streiten, weil man seinen Altar niedergerissen hat.»
6686#Richter,6,32#32. Und man nannte ihn an jenem Tag Jerubbaal, was besagt: Mag der Baal mit ihm streiten, weil er seinen Altar niedergerissen hat.
6687#Richter,6,33#33. Ganz Midjan aber und Amalek und die Söhne des Ostens hatten sich gesammelt, waren herübergezogen und lagerten sich im Tal Jisreel.
6688#Richter,6,34#34. Aber der Geist des Ewigen fuhr in Gid'on, und er stieß in die Posaune, da sammelten sich die von Abiëser, ihm nach.
6689#Richter,6,35#35. Und Boten sandte er aus in ganz Menaschsche, und auch die sammelten sich, ihm nach; und Boten sandte er aus in Ascher, Sebulun und Naftali, und sie zogen herauf, ihnen entgegen.
6690#Richter,6,36#36. Da sprach Gid'on zu Gott: «Wenn du Jisraël durch meine Hand erretten willst, wie du gesagt hast,
6691#Richter,6,37#37. wohlan! Ich lege die Wollschur hin in der Tenne: Wenn auf der Schur allein Tau sein wird, auf dem ganzen Boden aber Trockenheit, so werde ich erkennen, daß du Jisraël durch meine Hand retten wirst, wie du gesagt hast.»
6692#Richter,6,38#38. Und es geschah so. Als er am andern Morgen aufstand und die Schur ausdrückte, preßte er Tau aus der Schur, die Schüssel voll Wasser.
6693#Richter,6,39#39. Gid'on aber sprach zu Gott: «Mag dein Angesicht nicht aufflammen gegen mich, wenn ich noch diesmal rede! Ich will nur diesmal noch es erproben mit der Schur: Soll doch Trockenheit sein an der Schur allein, auf dem ganzen Boden aber sei Tau!»
6694#Richter,6,40#40. Da tat Gott so in jener Nacht: Es war Trockenheit an der Schur allein, auf dem ganzen Boden aber lag Tau.
6695#Richter,7,1#1. Da machten sich Jerubbaal, das ist Gid'on, und alles Volk, das bei ihm war, früh auf und lagerten sich bei dem Quell Harod. Das Lager Midjans aber war nördlich von ihm, am Hügel des Weisers-1- im Tal. -1) -+More-.++
6696#Richter,7,2#2. Da sprach der Ewige zu Gid'on: «Zu viel ist das Volk, das bei dir ist, als daß ich Midjan in seine Hand geben sollte; sonst könnte Jisraël sich gegen mich rühmen und sagen: Meine Hand hat mir Rettung geschafft.
6697#Richter,7,3#3. So rufe denn aus vor den Ohren des Volkes und sprich: Wer furchtsam und ängstlich-1- ist, der kehre um und wende sich vom Berg Gil'ad!» Da kehrten von dem Volk zweiundzwanzigtausend um, und zehntausend blieben. -1) -+hared-.++
6698#Richter,7,4#4. Der Ewige aber sprach zu Gid'on: «Noch ist des Volkes zu viel. Führ sie hinab an das Wasser, daß ich sie dir dort sichte. Und es soll sein: Der, von dem ich dir sage, er soll mit dir gehen, der gehe mit dir, jeder aber, von dem ich sage, er soll nicht mit dir gehen, der gehe nicht.»
6699#Richter,7,5#5. Da führte er das Volk an das Wasser hinab, und der Ewige sprach zu Gid'on: «Jeden, der mit der Zunge vom Wasser (in der Hand) leckt, wie der Hund leckt, den stelle besonders, und jeden, der sich auf die Knie niederläßt, um zu trinken.»
6700#Richter,7,6#6. Da war die Zahl derer, die leckten, mit der Hand zum Mund, dreihundert Mann, alles übrige Volk aber hatte sich auf die Knie niedergelassen, um Wasser zu trinken.
6701#Richter,7,7#7. Da sprach der Ewige zu Gid'on: «Mit den dreihundert Mann, die leckten, will ich euch erretten und Midjan in deine Hand geben; das ganze Volk aber ziehe, ein jeder nach seinem Ort.»
6702#Richter,7,8#8. Und sie nahmen den Mundvorrat des Volkes und ihre Posaunen mit sich. Alle Mannschaft Jisraëls aber entließ er, jeden nach seinen Zelten, doch die dreihundert Mann behielt er. Das Lager Midjans aber war abwärts von ihm im Tal.
6703#Richter,7,9#9. Es war aber in jener Nacht, da sprach zu ihm der Ewige: «Auf, geh hinab ins Lager, denn ich habe es in deine Hand gegeben!
6704#Richter,7,10#10. Fürchtest du aber hinabzugehn, so geh du mit deinem Knappen Pura zum Lager hinunter
6705#Richter,7,11#11. und höre, was sie sprechen. Und danach werden deine Hände sich festigen, ins Lager hinabzuziehn.» Da ging er mit seinem Knappen Pura hinunter an den Rand der Heerhaufen im Lager.
6706#Richter,7,12#12. Midjan aber, Amalek und alle Söhne des Ostens lagen da im Tal, wie die Heuschrecken so viel, und ihre Kamele waren ohne Zahl, wie der Sand am Ufer des Meeres so viel.
6707#Richter,7,13#13. Und Gid'on kam, da erzählte eben ein Mann seinem Gefährten einen Traum und sprach: «Sieh, ich hatte einen Traum, da sah ich, wie eine Scheibe Gerstenbrot durch das Lager Midjans rollte. Sie kam bis zum Zelt, traf es, daß es umfiel, und kehrte es nach oben, so daß das Zelt einfiel.»
6708#Richter,7,14#14. Da hob sein Gefährte an und sprach: «Das ist nichts als das Schwert Gid'ons, des Sohnes Joaschs, des Mannes von Jisraël. In seine Hand hat Gott Midjan gegeben und das ganze Lager.»
6709#Richter,7,15#15. Es war nun, als Gid'on die Erzählung des Traums und seine Deutung hörte, da warf er sich nieder. Dann kehrte er in das Lager Jisraëls zurück und sprach: «Auf! Denn in eure Hand hat der Ewige das Lager Midjans gegeben.»
6710#Richter,7,16#16. Dann teilte er die dreihundert Mann in drei Ausläufe und gab ihnen allen Posaunen und leere Krüge in die Hand; und Fackeln waren in den Krügen.
6711#Richter,7,17#17. Und er sprach zu ihnen: «Mir seht es ab, und tut ebenso! Seht, wenn ich an den Rand des Lagers komme, wie ich dann tue, so tut ihr.
6712#Richter,7,18#18. Werden dann ich und alle, die mit mir sind, in die Posaune stoßen, dann sollt auch ihr in die Posaunen stoßen rings um das ganze Lager und rufen: ,Für den Ewigen und Gid'on!'»
6713#Richter,7,19#19. So kam Gid'on mit den hundert Mann, die bei ihm waren, an den Rand des Lagers, zu Anfang der mittlern Nachtwache, da sie eben die Wächter aufgestellt hatten. Und sie stießen in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, die sie in der Hand hatten.
6714#Richter,7,20#20. Und die drei Ausläufe stießen in die Posaunen, zerbrachen die Krüge, ergriffen mit der linken Hand die Fackeln, mit der rechten die Posaunen, um zu blasen, und riefen: «Das Schwert für den Ewigen und Gid'on!»
6715#Richter,7,21#21. Und sie blieben stehen, ein jeder an seiner Stelle, rings um das Lager. Das ganze Lager aber rannte umher, schrie und floh.
6716#Richter,7,22#22. Und sie bliesen die dreihundert Posaunen, und der Ewige richtete das Schwert eines jeden gegen seinen Gefährten und gegen das ganze Lager, und das Heerlager floh bis Bet-ha-Schitta, gegen Zerera hin, bis an den Rand von Abel-Mehola bei Tabbat.
6717#Richter,7,23#23. Dann sammelten sich die Männer Jisraëls aus Naftali, Ascher und ganz Menaschsche und jagten Midjan nach.
6718#Richter,7,24#24. Und Boten sandte Gid'on aus durch das ganze Gebirge Efraim und ließ sagen: «Kommt herab, Midjan entgegen, und besetzt ihnen das Wasser bis Bet-Bara und den Jarden.» Da sammelten sich alle Männer Efraims, und sie besetzten das Wasser bis Bet-Bara und den Jarden.
6719#Richter,7,25#25. Und sie nahmen zwei Fürsten Midjans gefangen, Oreb und Seeb, und erschlugen Oreb bei dem Oreb-Felsen, und Seeb erschlugen sie bei der Seeb-Kelter. Dann setzten sie Midjan nach, und die Köpfe Orebs und Seebs brachten sie zu Gid'on auf die andere Seite des Jardens.
6720#Richter,8,1#1. Die Männer von Efraim aber sprachen zu ihm: «Was hast du uns da getan, daß du uns nicht riefst, als du auszogst, gegen Midjan zu kämpfen?» Und sie zankten heftig mit ihm.
6721#Richter,8,2#2. Da sprach er zu ihnen: «Was habe ich denn schon gleich euch getan? Ist nicht die Nachlese Efraims besser als die Ernte Abiësers?
6722#Richter,8,3#3. In eure Hand hat Gott die Fürsten Midjans gegeben, Oreb und Seeb. Und was vermochte ich gleich euch zu tun?» Da legte sich ihr Zorn gegen ihn, als er solches redete.
6723#Richter,8,4#4. Und Gid'on kam an den Jarden und setzte hinüber, er und die dreihundert Mann, die bei ihm waren, ermattet auf der Verfolgung.
6724#Richter,8,5#5. Und er sprach zu den Männern von Sukkot: «Gebt doch dem Volk, das mir folgt, Flachbrote, denn sie sind ermattet, und ich jage Sebah und Zalmunna nach, den Königen von Midjan.»
6725#Richter,8,6#6. Da sprachen die Oberen von Sukkot: «Hast du denn die Hand Sebahs und Zalmunnas in deinem Griff, daß wir deinem Heer Brot geben sollten?»
6726#Richter,8,7#7. Da sprach Gid'on: «Darum, wenn der Ewige Sebah und Zalmunna in meine Hand gibt, werde ich euren Leib dreschen mit den Dornen der Wüste und den Stechdisteln.»
6727#Richter,8,8#8. Von dort zog er nach Penuël und redete zu ihnen ebenso. Aber die Männer von Penuël antworteten ihm, wie die von Sukkot geantwortet hatten.
6728#Richter,8,9#9. Da sprach er auch zu den Männern von Penuël: «Wenn ich in Frieden zurückkehre, werde ich diesen Turm niederreißen.»
6729#Richter,8,10#10. Sebah und Zalmunna aber waren in Karkor, und ihr Heerlager war bei ihnen, etwa fünfzehntausend, alle die übrig geblieben waren vom ganzen Heerlager der Söhne des Ostens. Die Gefallenen aber waren hundertzwanzigtausend Mann, die ein Schwert führten.
6730#Richter,8,11#11. Da zog Gid'on den Weg der Zeltbewohner hinauf, östlich von Nobah und Jogbeha, und schlug das Heerlager, während das Lager sich sicher glaubte.
6731#Richter,8,12#12. Und Sebah und Zalmunna flohen; er aber jagte ihnen nach, fing beide Könige von Midjan ab, Sebah und Zalmunna, und setzte das ganze Lager in Schrecken.
6732#Richter,8,13#13. Dann kehrte Gid'on, der Sohn Joaschs, vom Kampf zurück, über den Anstieg von ha-Heres.
6733#Richter,8,14#14. Und er griff einen Burschen auf von den Männern von Sukkot und fragte ihn aus; und er schrieb ihm die Oberen von Sukkot und seine Ältesten auf, siebenundsiebzig Mann.
6734#Richter,8,15#15. Dann kam er zu den Männern von Sukkot und sprach: «Da sind nun Sebah und Zalmunna, um die ihr mich gehöhnt habt, sprechend: ,Hast du denn die Hand Sebahs und Zalmunnas schon in deinem Griff, daß wir deinen erschöpften Leuten Brot geben sollten?»'
6735#Richter,8,16#16. Da nahm er die Ältesten der Stadt und dazu die Dornen der Wüste und die Stechdisteln und züchtigte damit die Männer von Sukkot.
6736#Richter,8,17#17. Und den Turm von Penuël riß er nieder und erschlug die Männer der Stadt.
6737#Richter,8,18#18. Dann sprach er zu Sebah und Zalmunna: «Wie waren die Männer, die ihr in Tabor erschlagen habt?» Sie sprachen: «Wie du, so sie, (ganz) eins, gleich der Gestalt der Königssöhne.»
6738#Richter,8,19#19. Da sprach er: «Meine Brüder, meiner Mutter Söhne waren sie. Der Ewige lebt! Hättet ihr sie am Leben gelassen, würde ich euch nicht töten.»
6739#Richter,8,20#20. Da sprach er zu seinem Erstgeborenen Jeter: «Auf, erschlage sie!» Aber der Knabe zog sein Schwert nicht; denn er fürchtete, weil er noch ein Knabe war.
6740#Richter,8,21#21. Da sprachen Sebah und Zalmunna: «Auf, du, stoß du uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft.» Da stand Gid'on auf und erschlug Sebah und Zalmunna. Und er nahm die Möndchen, die an den Hälsen ihrer Kamele waren.
6741#Richter,8,22#22. Nun sprachen die Männer von Jisraël zu Gid'on: «Herrsche über uns, so du, wie dein Sohn und deines Sohnes Sohn, denn du hast uns aus der Hand Midjans gerettet.»
6742#Richter,8,23#23. Aber Gid'on sprach zu ihnen: «Nicht will ich über euch herrschen, noch soll mein Sohn über euch herrschen, der Ewige soll über euch herrschen.»
6743#Richter,8,24#24. Und Gid'on sprach zu ihnen: «Erbitten will ich mir etwas von euch! Gebt mir ein jeder die Ringe seiner Beute.» Denn sie hatten goldene Ringe, da sie Jischmaëliter waren.
6744#Richter,8,25#25. Da sprachen sie: «Wir wollen sie dir geben.» Und sie breiteten das Tuch aus, und warfen dahin jeder die Ringe seiner Beute.
6745#Richter,8,26#26. Da war das Gewicht der goldenen Ringe, die er sich erbeten hatte, eintausendsiebenhundert (Schekel) Gold, ohne die Möndchen, die Ohrgehänge und Purpurkleider, welche die Könige von Midjan getragen hatten, und ohne die Ketten an dem Hals ihrer Kamele.
6746#Richter,8,27#27. Und Gid'on machte es zum Efod und stellte es auf in seiner Stadt, Ofra. Und ganz Jisraël buhlte ihm dort nach, und es wurde für Gid'on und sein Haus zum Fallstrick.
6747#Richter,8,28#28. Midjan aber war gebeugt vor den Kindern Jisraël, daß sie ihr Haupt fortan nicht heben konnten. Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe in den Tagen Gid'ons.
6748#Richter,8,29#29. Und Jerubbaal, der Sohn Joaschs, ging hin und blieb in seinem Haus.
6749#Richter,8,30#30. Und Gid'on hatte siebzig Söhne, seine Leibesnachkommen; denn er hatte viele Frauen.
6750#Richter,8,31#31. Und auch seine Kebse in Schechem gebar ihm einen Sohn, den nannte er Abimelech.
6751#Richter,8,32#32. Dann starb Gid'on, der Sohn Joaschs in schönem Greisenalter und wurde begraben im Grab seines Vaters Joasch im Ofra derer von Abiëser.
6752#Richter,8,33#33. Es war aber nachdem Gid'on gestorben war, da buhlten die Kinder Jisraël wieder den Baalen nach und machten sich den Baal-Berit zum Gott.
6753#Richter,8,34#34. Nicht gedachten die Kinder Jisraël des Ewigen, ihres Gottes, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum gerettet hatte.
6754#Richter,8,35#35. Auch erwiesen sie keine Liebe dem Haus Jerubbaal-Gid'ons gemäß all dem Guten, das er Jisraël erwiesen hatte.
6755#Richter,9,1#1. Und Abimelech, der Sohn Jerubbaals, ging nach Schechem zu den Brüdern seiner Mutter und redete zu ihnen und zum ganzen Geschlecht vom Haus des Vaters seiner Mutter und sprach:
6756#Richter,9,2#2. «Redet doch vor den Ohren aller Bürger von Schechem: Was ist euch besser: Daß siebzig Männer, alle Söhne Jerubbaals, über euch herrschen, oder daß ein Mann über euch herrsche? Gedenkt aber, daß ich euer Fleisch und Bein bin!»
6757#Richter,9,3#3. Da redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen alle diese Worte vor den Ohren aller Bürger von Schechem, und ihr Herz neigte sich Abimelech zu, weil sie sagten: «Unser Bruder ist er.»
6758#Richter,9,4#4. Und sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Haus des Baal-Berit, und damit dang sich Abimelech leere, habelose Männer, die ihm nachfolgten.
6759#Richter,9,5#5. Und er kam zu seines Vaters Haus nach Ofra und tötete seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Mann auf einem Stein. Es blieb aber Jotam übrig, der jüngste Sohn Jerubbaals, denn er hatte sich versteckt.
6760#Richter,9,6#6. Dann versammelten sich alle Bürger von Schechem und ganz Bet-Millo und gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Standmalseiche, die zu Schechem ist.
6761#Richter,9,7#7. Und man berichtete das Jotam; da ging er hin, stellte sich auf den Gipfel des Berges Gerisim, hob seine Stimme und rief und sprach zu ihnen: «Hört auf mich, ihr Bürger von Schechem, Daß auch Gott auf euch höre!
6762#Richter,9,8#8. Einst gingen die Bäume, Einen König über sich zu salben. Und sie sprachen zum Ölbaum: Sei König über uns!
6763#Richter,9,9#9. Da sprach zu ihnen der Ölbaum: Sollt meine Fettigkeit ich lassen, Womit durch mich man Götter ehrt und Menschen, Um hinzugehn, zu schweifen ob den Bäumen?
6764#Richter,9,10#10. Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du, sei König über uns!
6765#Richter,9,11#11. Da sprach zu ihnen der Feigenbaum: Sollt meine Süßigkeit ich lassen Und meine köstliche Frucht, Um hinzugehn, zu schweifen ob den Bäumen?
6766#Richter,9,12#12. Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du, sei König über uns!
6767#Richter,9,13#13. Da sprach zu ihnen der Weinstock: Sollt meinen Most ich lassen, Der Gott erfreut und Menschen, Um hinzugehn, zu schweifen ob den Bäumen?
6768#Richter,9,14#14. Da sprachen alle Bäume zum Dornstrauch: Komm du, sei König über uns!
6769#Richter,9,15#15. Und der Dornstrauch sprach zu den Bäumen: Wollt wirklich ihr zum König über euch mich salben, So kommt und berget euch in meinem Schatten. Wenn aber nicht, Soll Feuer aus dem Dornstrauch fahren Und fressen des Libanon Zedern!
6770#Richter,9,16#16. Nun denn, wenn ihr treu und untadlig gehandelt habt, als ihr Abimelech zum König machtet, und wenn ihr wohl gehandelt habt an Jerubbaal und seinem Haus und ihm nach dem Verdienst seiner Hände vergolten habt -
6771#Richter,9,17#17. da doch mein Vater für euch gekämpft, sein Leben von sich geworfen und euch aus der Hand Midjans gerettet hat,
6772#Richter,9,18#18. während ihr euch heute gegen das Haus meines Vaters erhoben, seine Söhne - siebzig Mann auf einem Stein - erschlagen und Abimelech, den Sohn seiner Magd, zum König über die Bürger von Schechem gemacht habt, weil er euer Bruder ist.
6773#Richter,9,19#19. Wenn ihr so treu und untadlig an Jerubbaal und seinem Haus gehandelt habt an diesem Tag, so freut euch Abimelechs, und freue auch er sich euer!
6774#Richter,9,20#20. Wenn aber nicht, so fahre Feuer aus von Abimelech und verzehre die Bürger von Schechem und Bet-Millo, und fahre Feuer aus von den Bürgern Schechems und von Bet-Millo und verzehre Abimelech!»
6775#Richter,9,21#21. Dann entwich Jotam und floh und ging nach Beer und blieb dort wegen seines Bruders Abimelech.
6776#Richter,9,22#22. Und Abimelech herrschte über Jisraël drei Jahre,
6777#Richter,9,23#23. da sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger von Schechem, und die Bürger von Schechem wurden Abimelech untreu.
6778#Richter,9,24#24. Auf daß der Frevel an den siebzig Söhnen Jerubbaals heimkäme, und ihr Blut gelegt würde auf ihren Bruder Abimelech, der sie erschlagen, und auf die Bürger von Schechem, die ihm die Hände gefestigt, seine Brüder zu erschlagen.
6779#Richter,9,25#25. Und die Bürger von Schechem legten gegen ihn Lauerer auf die Höhen der Berge, die jeden, der des Weges an ihnen vorüberzog, beraubten. Das wurde Abimelech berichtet.
6780#Richter,9,26#26. Und es kam Gaal, der Sohn Ebeds, mit seinen Brüdern, und sie zogen durch Schechem; da setzten die Bürger von Schechem auf ihn ihr Vertrauen.
6781#Richter,9,27#27. Und sie zogen aufs Feld hinaus, hielten Lese in ihren Weingärten, kelterten und veranstalteten ein Jubelfest. Dann gingen sie in das Haus ihres Gottes, aßen und tranken und fluchten Abimelech.
6782#Richter,9,28#28. Da sprach Gaal, der Sohn Ebeds: «Wer ist Abimelech und wer Schechem, daß wir ihm dienen? Ja, der Sohn Jerubbaals und Sebul, sein Beamter, ihr dient den Männern Hamors, des Vaters von Schechem! Warum aber sollten wir ihm dienen?
6783#Richter,9,29#29. Gäbe doch wer dieses Volk in meine Hand, ich wollte Abimelech abtun!» Und er ließ Abimelech sagen: «Mehre dein Heer und zieh aus!»
6784#Richter,9,30#30. Als aber Sebul, der Oberste der Stadt, die Worte Gaals, des Sohnes Ebeds, hörte, da flammte sein Antlitz,
6785#Richter,9,31#31. und er sandte Boten an Abimelech in Torma, ihm zu sagen: «Sieh, Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Schechem gekommen, und sie drängen die Stadt gegen dich.
6786#Richter,9,32#32. Und nun, mach dich nachts auf, du und das Volk, das bei dir ist, und leg dich auf dem Feld in den Hinterhalt.
6787#Richter,9,33#33. Am Morgen aber, sobald die Sonne aufgeht, brich früh auf, und schwärme aus gegen die Stadt. Da wird er dann mit seinen Leuten gegen dich hinausziehn, und du magst ihm tun, wie deine Hand vermag.»
6788#Richter,9,34#34. Da machte sich Abimelech mit allem Volk, das bei ihm war, des Nachts auf, und sie legten sich gegen Schechem in den Hinterhalt in vier Ausläufen.
6789#Richter,9,35#35. Und Gaal, der Sohn Ebeds, zog aus; und er hielt am Eingang des Stadttors, als Abimelech mit dem Volk, das bei ihm war, aus dem Hinterhalt hervorbrach.
6790#Richter,9,36#36. Da bemerkte Gaal das Volk und sprach zu Sebul: «Sieh, Volk kommt da herab von den Höhen der Berge!» Doch Sebul sprach zu ihm: «Den Schatten der Berge siehst du für Menschen an.»
6791#Richter,9,37#37. Da sprach Gaal noch weiter: «Sieh, Volk kommt da heran vom Leib der Erde, und ein Auslauf kommt des Weges von der Wolkendeuter-Eiche.»
6792#Richter,9,38#38. Da sprach zu ihm Sebul: «Wo ist denn nun dein Maul, da du sprachst: ,Wer ist Abimelech, daß wir ihm dienen?' Das ist ja das Volk, das du verachtet hast. Zieh doch jetzt aus und kämpfe mit ihm!»
6793#Richter,9,39#39. Da zog Gaal aus vor den Bürgern von Schechem und kämpfte mit Abimelech.
6794#Richter,9,40#40. Und Abimelech kam hinter ihn, und er floh vor ihm, und viele Erschlagene fielen bis an den Eingang des Tores.
6795#Richter,9,41#41. Und Abimelech blieb in (Ba)ruma, Sebul aber vertrieb Gaal und seine Brüder, daß sie nicht in Schechem blieben.
6796#Richter,9,42#42. Es war aber am andern Tag, da zog das Volk aufs Feld hinaus, und man berichtete es Abimelech.
6797#Richter,9,43#43. Da nahm er das Volk, teilte es in drei Ausläufe und legte sich auf dem Feld in den Hinterhalt; und als er sah, wie das Volk aus der Stadt kam, fiel er über sie her und schlug sie.
6798#Richter,9,44#44. Und Abimelech und die von den Ausläufen, die bei ihm waren, schwärmten aus und hielten am Eingang des Stadttors, während die zwei Ausläufe über alle, die auf dem Feld waren, ausschwärmten und sie niederschlugen.
6799#Richter,9,45#45. Und Abimelech kämpfte gegen die Stadt jenen ganzen Tag, nahm die Stadt ein, und das Volk, das darin war, erschlug er, zerstörte die Stadt und bestreute sie mit Salz.
6800#Richter,9,46#46. Als alle Bürger von Migdal-Schechem dies hörten, begaben sie sich in das Gewölbe des Tempels des Gottes El-Berit-1-. -1) Bundesgott.++
6801#Richter,9,47#47. Und man berichtete Abimelech, daß alle Bürger von Migdal-Schechem sich versammelt hätten,
6802#Richter,9,48#48. da zog Abimelech auf den Berg Zalmon, er und alles Volk, das bei ihm war. Und Abimelech nahm die Axt in seine Hand, hieb einen Baumast ab, hob ihn auf und tat ihn auf seine Schulter. Dann sprach er zu dem Volk, das bei ihm war: «Was ihr gesehen, daß ich tat, das tut eilends mir nach!»
6803#Richter,9,49#49. Da schnitt auch alles Volk jeder seinen Ast ab, gingen Abimelech nach, taten es an das Gewölbe und steckten über ihnen das Gewölbe in Brand. So kamen die Leute von Migdal-Schechem allesamt um, an tausend Männer und Frauen.
6804#Richter,9,50#50. Dann zog Abimelech nach Tebez, belagerte Tebez und nahm es ein.
6805#Richter,9,51#51. Und ein fester Turm war inmitten der Stadt; dorthin flüchteten alle Männer und Frauen und alle Bürger der Stadt, schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach des Turmes.
6806#Richter,9,52#52. Da kam Abimelech an den Turm und griff ihn an. Und er trat heran an den Eingang des Turmes, um ihn im Feuer zu verbrennen.
6807#Richter,9,53#53. Da warf ein Weib die Scheibe eines Mühlsteins auf den Kopf Abimelechs und zerschmetterte ihm den Schädel.
6808#Richter,9,54#54. Da rief er schleunigst den Knappen, der ihm die Waffen trug, und sprach zu ihm: «Zieh dein Schwert und töte mich, damit man nicht von mir sage: Ein Weib hat ihn getötet.» Da durchstach ihn sein Knappe, daß er starb.
6809#Richter,9,55#55. Da sahen die Männer von Jisraël, daß Abimelech tot war, und gingen ein jeder nach seinem Ort.
6810#Richter,9,56#56. So vergalt Gott das Böse Abimelechs, das er an seinem Vater begangen, seine siebzig Brüder zu erschlagen;
6811#Richter,9,57#57. und alles Böse der Leute von Schechem ließ Gott auf ihr Haupt zurückfallen. Und es kam über sie der Fluch Jotams, des Sohnes Jerubbaals.
6812#Richter,10,1#1. Und nach Abimelech trat auf, um Jisraël zu retten, Tola, der Sohn Puas, des Sohnes Dodos, ein Mann aus Jissachar; und er wohnte zu Schamir auf dem Gebirge Efraim.
6813#Richter,10,2#2. Und er richtete Jisraël dreiundzwanzig Jahre, dann starb er und wurde begraben zu Schamir.
6814#Richter,10,3#3. Dann trat nach ihm auf Jair aus dem Gil'ad, und er richtete Jisraël zweiundzwanzig Jahre.
6815#Richter,10,4#4. Und er hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Eselsfüllen ritten und dreißig Ortschaften besaßen. Die nennt man die Zeltdörfer Jairs bis auf diesen Tag, die im Land Gil'ad sind.
6816#Richter,10,5#5. Und Jair starb und wurde begraben in Kamon.
6817#Richter,10,6#6. Die Kinder Jisraël aber taten weiter, was übel war in den Augen des Ewigen. Sie dienten den Baalen und den Astarten, den Göttern Arams und den Göttern Zidons, den Göttern Moabs, den Göttern der Söhne Ammons und den Göttern der Pelischtäer und verließen den Ewigen und dienten ihm nicht.
6818#Richter,10,7#7. Da flammte des Ewigen Antlitz auf wider Jisraël, und er lieferte sie in die Hand der Pelischtäer und in die Hand der Söhne Ammons.
6819#Richter,10,8#8. Und die plagten und plackten die Kinder Jisraël in jenem Jahr - achtzehn Jahre - alle Kinder Jisraël, die jenseits des Jardens im Land der Emoriter, im Gil'ad, waren.
6820#Richter,10,9#9. Und die Söhne Ammons durchzogen den Jarden, um auch Jehuda, Binjamin und das Haus Efraim zu bekriegen; so ward Jisraël sehr bedrängt.
6821#Richter,10,10#10. Da schrien die Kinder Jisraël zum Ewigen und sprachen: «Wir haben gegen dich gesündigt, weil wir unsern Gott verlassen und den Baalen gedient haben.»
6822#Richter,10,11#11. Da sprach der Ewige zu den Kindern Jisraël: «Ists nicht so? Vor den Mizräern, den Emoritern, den Söhnen Ammons und den Pelischtäern
6823#Richter,10,12#12. (und) als die Zidonier, Amalek und Maon euch bedrängten, und ihr zu mir schriet, habe ich euch aus ihrer Hand errettet.
6824#Richter,10,13#13. Ihr aber habt mich verlassen und dientet andern Göttern. Deshalb will ich euch fortan nicht mehr retten.
6825#Richter,10,14#14. Geht hin und schreit zu den Göttern, die ihr euch erwählt habt! Sie mögen euch helfen zur Zeit eurer Not!»
6826#Richter,10,15#15. Da sprachen die Kinder Jisraël zum Ewigen: «Wir haben gesündigt, tu du mit uns ganz, wie es recht ist in deinen Augen. Nur rette uns doch an diesem Tag!»
6827#Richter,10,16#16. Und sie entfernten die Götter der Fremde aus ihrer Mitte und dienten dem Ewigen. Da wurde er ungeduldig ob des Elends Jisraëls.
6828#Richter,10,17#17. Und die Söhne Ammons taten sich zusammen und lagerten im Gil'ad; da kamen die Kinder Jisraël zusammen und lagerten in ha-Mizpa.
6829#Richter,10,18#18. Da sprachen sie, das Volk, die Obersten von Gil'ad, einer zum andern: «Welcher Mann den Anfang macht, gegen die Söhne Ammons zu kämpfen, der soll Oberhaupt sein über alle Bewohner Gil'ads.»
6830#Richter,11,1#1. Und Jiftah, der Gil'adite, war ein tapferer Held, er war aber der Sohn eines Buhlweibes, Gil'ad hatte Jiftah gezeugt.
6831#Richter,11,2#2. Da gebar (auch) das Weib Gil'ads ihm Söhne, und als die Söhne des Weibes groß geworden waren, vertrieben sie Jiftah und sprachen zu ihm: «Du sollst nicht erben im Haus unseres Vaters, denn der Sohn eines andern Weibes bist du.»
6832#Richter,11,3#3. Da floh Jiftah vor seinen Brüdern und ließ sich in der Landschaft Tob nieder. Dort scharten sich um Jiftah leere Leute, die mit ihm auszogen.
6833#Richter,11,4#4. Nun war es nach einer Zeit, daß die Söhne Ammons Krieg hatten mit Jisraël.
6834#Richter,11,5#5. Es war nun, als die Söhne Ammons Jisraël bekriegten, da gingen die Ältesten Gil'ads, um Jiftah aus der Landschaft Tob zu holen.
6835#Richter,11,6#6. Und sie sprachen zu Jiftah: «Komm und sei unser Anführer, daß wir gegen die Söhne Ammons kämpfen!»
6836#Richter,11,7#7. Da sprach Jiftah zu den Ältesten Gil'ads: «Habt ihr mich nicht gehaßt und aus dem Haus meines Vaters vertrieben? Und warum kommt ihr jetzt zu mir, da ihr in Not seid?»
6837#Richter,11,8#8. Da sprachen die Ältesten Gil'ads zu Jiftah: «Darum sollst du jetzt, da wir zu dir zurückgekehrt, wenn du mit uns gehst und gegen die Söhne Ammons kämpfst, Oberhaupt über uns sein, über alle Bewohner Gil'ads.»
6838#Richter,11,9#9. Da sprach Jiftah zu den Ältesten Gil'ads: «Wenn ihr mich zurückholt, um gegen die Söhne Ammons zu kämpfen, und der Ewige sie vor mich hingibt, so will ich euer Oberhaupt sein.»
6839#Richter,11,10#10. Da sprachen die Ältesten Gil'ads zu Jiftah: «Der Ewige höre zwischen uns: Ob wir nicht so tun, wie du geredet!»
6840#Richter,11,11#11. Da ging Jiftah mit den Ältesten Gil'ads, und das Volk setzte ihn über sich zum Oberhaupt und Anführer. Jiftah aber redete alle seine Worte vor dem Ewigen in ha-Mizpa.
6841#Richter,11,12#12. Dann sandte Jiftah Boten an den König der Söhne Ammons und ließ sagen: «Was habe ich mit dir, daß du zu mir gekommen bist, mein Land zu bekriegen?»
6842#Richter,11,13#13. Da sprach der König der Söhne Ammons zu den Boten Jiftahs: «Weil Jisraël mein Land genommen, als es aus Mizraim zog, vom Arnon bis an den Jabbok und bis zum Jarden; nun aber gib es mir im Guten wieder!»
6843#Richter,11,14#14. Da sandte Jiftah abermals Boten an den König der Söhne Ammons
6844#Richter,11,15#15. und ließ ihm sagen: «So spricht Jiftah: Nicht hat Jisraël Moabs Land und der Söhne Ammons Land genommen,
6845#Richter,11,16#16. sondern, als sie aus Mizraim heraufzogen, zog Jisraël durch die Wüste bis zum Schilfmeer und kam nach Kadesch;
6846#Richter,11,17#17. da sandte Jisraël Boten an den König von Edom und ließ sagen: ,Laß mich doch durch dein Land ziehen!' Aber der König von Edom hörte nicht darauf. Und auch an den König von Moab sandte es, aber auch er wollte nicht. So blieb Jisraël in Kadesch.
6847#Richter,11,18#18. Dann zog es durch die Wüste, umging das Land Edom und das Land Moab und kam an, östlich vom Land Moab. Und sie lagerten jenseits des Arnon und betraten nicht das Gebiet Moabs, denn der Arnon ist die Grenze Moabs.
6848#Richter,11,19#19. Darauf schickte Jisraël Boten an den Emoriterkönig Sihon, den König von Heschbon, und Jisraël ließ ihm sagen: ,Laß uns doch durch dein Land ziehn zu meinem Ort.'
6849#Richter,11,20#20. Aber Sihon traute Jisraël nicht, daß es durch sein Gebiet zöge, und Sihon sammelte sein ganzes Volk, und sie lagerten bei Jahza, und er kämpfte mit Jisraël.
6850#Richter,11,21#21. Da gab der Ewige, der Gott Jisraëls, Sihon und sein ganzes Volk in die Hand Jisraëls, und sie schlugen sie, und Jisraël eroberte das ganze Land des Emoriters, des Bewohners jenes Landes.
6851#Richter,11,22#22. Und sie eroberten das ganze Gebiet des Emoriters vom Arnon bis an den Jabbok und von der Wüste bis zum Jarden.
6852#Richter,11,23#23. Und nun: Der Ewige, der Gott Jisraëls, hat den Emoriter vor seinem Volk Jisraël vertrieben, und du willst es besitzen?
6853#Richter,11,24#24. Ists nicht so? Was dir dein Gott Kemosch zum Erbe gibt, das nimmst du dir. Und alles, was der Ewige, unser Gott, vor uns als Erbe freimacht, das wollen wir uns nehmen.
6854#Richter,11,25#25. Und nun: Bist du denn besser als Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab? Hat er etwa Jisraël befehdet oder sie bekämpft?
6855#Richter,11,26#26. Während Jisraël in Heschbon und seinen Tochterstädten saß, in Ar'or und seinen Tochterstädten und in allen Städten am Ufer des Arnon, dreihundert Jahre, warum habt ihr sie nicht in jener Zeit entrissen?
6856#Richter,11,27#27. Ich aber habe nichts verschuldet gegen dich, und du tust mir Böses, mich zu bekriegen. So richte denn der Ewige, der Richter, heute zwischen den Kindern Jisraël und den Söhnen Ammons!»
6857#Richter,11,28#28. Aber der König der Söhne Ammons hörte nicht auf die Worte Jiftahs, die er ihm entboten hatte.
6858#Richter,11,29#29. Da kam über Jiftah der Geist des Ewigen, und er zog durch das Gil'ad und durch Menaschsche, vorbei durch Mizpe im Gil'ad und von Mizpe im Gil'ad zog er weiter zu den Söhnen Ammons.
6859#Richter,11,30#30. Und Jiftah tat ein Gelöbnis dem Ewigen und sprach: «Wenn du die Söhne Ammons in meine Hand gibst,
6860#Richter,11,31#31. so soll das, was aus der Tür meines Hauses mir entgegentritt, wenn ich heil heimkehre von den Söhnen Ammons, dem Ewigen gehören, und ich will es als Hochopfer darbringen.»
6861#Richter,11,32#32. Darauf zog Jiftah gegen die Söhne Ammons, um sie zu bekämpfen, und der Ewige gab sie in seine Hand.
6862#Richter,11,33#33. Und er schlug sie von Aroër bis gegen Minnit hin, zwanzig Städte, und bis nach Abel-Keramim, ein gar gewaltiges Schlagen. So wurden die Söhne Ammons gebeugt vor den Kindern Jisraël.
6863#Richter,11,34#34. Und Jiftah kam nach ha-Mizpa zu seinem Haus, da trat seine Tochter heraus, ihm entgegen, mit Pauken und Schalmeien. Und nur sie (hatte er), die einzige, er hatte sonst weder Sohn noch Tochter.
6864#Richter,11,35#35. Es war nun, als er sie erblickte, da zerriß er seine Kleider und rief: «Ach, meine Tochter, du brichst mich nieder, zu meinen Verderbern bist du getreten! Und ich habe meinen Mund zum Ewigen aufgetan und kann nicht mehr zurück.»
6865#Richter,11,36#36. Da sprach sie zu ihm: «Vater! Hast du deinen Mund zum Ewigen aufgetan, so tu mir, wie es aus deinem Mund gekommen, nachdem der Ewige dir Rache geschafft an deinen Feinden, den Söhnen Ammons.»
6866#Richter,11,37#37. Dann sagte sie zu ihrem Vater: «Möge mir dies getan werden: Laß mich zwei Monate, daß ich hingehe und niedersteige über die Berge und mein Mädchentum beweine, ich und meine Gespielinnen.»
6867#Richter,11,38#38. Und er sprach: «Geh hin!» Und er entließ sie auf zwei Monate. Da ging sie hin, sie und ihre Gespielinnen, und sie beweinte ihr Mädchentum auf den Bergen.
6868#Richter,11,39#39. Und es war nach Verlauf von zwei Monaten, da kehrte sie zu ihrem Vater zurück, und er vollzog an ihr sein Gelöbnis, das er gelobt hatte. Sie aber hatte keinen Mann gekannt. Und es ward zur Satzung in Jisraël:
6869#Richter,11,40#40. Von Jahr zu Jahr gehen die Töchter Jisraëls hin, die Tochter Jiftahs, des Gil'aditen, zu besingen, vier Tage im Jahr.
6870#Richter,12,1#1. Da taten sich die Männer Efraims zusammen und zogen hinüber, nach Norden. Und sie sprachen zu Jiftah: «Warum bist du hinübergezogen, um gegen die Söhne Ammons zu kämpfen, und hast uns nicht gerufen, mit dir zu gehen? Dein Haus wollen wir über dir im Feuer verbrennen.»
6871#Richter,12,2#2. Da sprach Jiftah zu ihnen: «In Fehde, heftig, war ich und mein Volk mit den Söhnen Ammons, da rief ich euch, aber ihr halft mir nicht aus ihrer Hand.
6872#Richter,12,3#3. Als ich nun sah, daß du mir nicht halfst, da nahm ich meine Kehle in die Hand, zog hinüber zu den Söhnen Ammons, und der Ewige gab sie in meine Hand. Und warum zieht ihr heute gegen mich herauf, um mich zu bekämpfen?»
6873#Richter,12,4#4. Dann sammelte Jiftah alle Männer von Gil'ad und kämpfte gegen Efraim, und die Männer von Gil'ad schlugen Efraim. Denn diese hatten gesagt: «Efraimitische Flüchtlinge seid ihr Gil'aditer inmitten von Efraim und Menaschsche!»
6874#Richter,12,5#5. Und Gil'ad besetzte die Furten des Jardens nach Efraim hin. Und so oft efraimitische Flüchtlinge sprachen: «Laßt mich doch hinübersetzen», sprachen zu ihm die Männer von Gil'ad: «Bist du ein Efraimite?» Sagte er: «Nein»,
6875#Richter,12,6#6. so sprachen sie zu ihm: «Sag doch Schibbolet.» Er aber sagte «Sibbolet», weil er es nicht richtig sprechen konnte; da ergriffen sie ihn und schlachteten ihn ab an den Furten des Jardens. So fielen damals von Efraim zweiundvierzigtausend.
6876#Richter,12,7#7. Und Jiftah richtete Jisraël sechs Jahre. Dann starb Jiftah, der Gil'adite, und wurde begraben in (einer der) Städte Gil'ads.
6877#Richter,12,8#8. Und nach ihm richtete Jisraël Ibzan aus Bet-Lehem.
6878#Richter,12,9#9. Der hatte dreißig Söhne; dreißig Töchter gab er nach auswärts, und dreißig Töchter führte er von auswärts seinen Söhnen zu. Und er richtete Jisraël sieben Jahre.
6879#Richter,12,10#10. Dann starb Ibzan und wurde begraben in Bet-Lehem.
6880#Richter,12,11#11. Und nach ihm richtete Jisraël Elon aus Sebulun; und er richtete Jisraël zehn Jahre.
6881#Richter,12,12#12. Dann starb Elon aus Sebulun und wurde begraben in Ajjalon im Land Sebulun.
6882#Richter,12,13#13. Und nach ihm richtete Jisraël Abdon, der Sohn Hillels, aus Pir'aton.
6883#Richter,12,14#14. Der hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eselsfüllen ritten. Und er richtete Jisraël acht Jahre.
6884#Richter,12,15#15. Dann starb Abdon, der Sohn Hillels, aus Pir'aton und wurde begraben in Pir'aton im Land Efraim auf dem Amalekiterberg.
6885#Richter,13,1#1. Und die Kinder Jisraël taten weiter, was übel war in den Augen des Ewigen. Da gab sie der Ewige in die Hand der Pelischtäer, vierzig Jahre.
6886#Richter,13,2#2. Und es war ein Mann aus Zor'a aus dem Geschlecht der Daniten, mit Namen Manoah; und sein Weib war unfruchtbar und hatte nicht geboren.
6887#Richter,13,3#3. Da erschien dem Weib ein Sendbote des Ewigen und sprach zu ihr: «Sieh doch, du bist unfruchtbar und hast nicht geboren, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
6888#Richter,13,4#4. Und nun: Nimm dich in acht, und trinke nicht Wein noch Rauschtrank, und iß nichts Unreines.
6889#Richter,13,5#5. Denn sieh, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und ein Schermesser komme nicht auf sein Haupt; denn ein Geweihter Gottes soll der Knabe sein vom Mutterleib an, und er wird beginnen, Jisraël zu retten aus der Hand der Pelischtäer.»
6890#Richter,13,6#6. Da kam das Weib und sprach zu ihrem Mann: «Ein Gottesmann ist zu mir gekommen, er sah aus wie ein Bote Gottes, gar schaurig; und ich habe ihn nicht gefragt, woher er ist, und seinen Namen hat er mir nicht genannt.
6891#Richter,13,7#7. Und er sagte mir: ,Du wirst schwanger und gebärst einen Sohn; und nun: Trinke nicht Wein noch Rauschtrank, und iß nichts Unreines; denn ein Geweihter Gottes soll der Knabe sein vom Mutterleib an bis zum Tag seines Todes.»
6892#Richter,13,8#8. Da betete Manoah zum Ewigen und sprach: «Ach, Herr! Der Gottesmann, den du gesandt hast, möge doch noch einmal zu uns kommen und uns anweisen, was wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren wird.»
6893#Richter,13,9#9. Da hörte Gott auf die Stimme Manoahs, und der Bote Gottes kam noch einmal zu dem Weib; und sie saß eben auf dem Feld. Ihr Mann Manoah aber war nicht bei ihr.
6894#Richter,13,10#10. Da lief das Weib eilends hin und erzählte es ihrem Mann und sprach zu ihm: «Sieh, der Mann ist mir erschienen, der an dem Tag zu mir kam.»
6895#Richter,13,11#11. Da stand Manoah auf, folgte seinem Weib nach und kam zu dem Mann. Und er sprach zu ihm: «Bist du der Mann, der zu dem Weib geredet?» Und er sprach: «Ich bin es.»
6896#Richter,13,12#12. Da sprach Manoah: «Wenn nun dein Wort eintrifft, wie soll des Knaben Weise sein und seine Behandlung?»
6897#Richter,13,13#13. Da sprach der Bote des Ewigen zu Manoah: «Vor allem, was ich dem Weib gesagt habe, soll sie sich in acht nehmen.
6898#Richter,13,14#14. Von allem, was vom Weinstock kommt, soll sie nicht essen, nicht Wein noch Rauschtrank soll sie trinken, und nichts Unreines soll sie essen. Alles, was ich ihr geboten, soll sie wahren.»
6899#Richter,13,15#15. Da sprach Manoah zum Boten des Ewigen: «Dürften wir dich doch zurückhalten und vor dir ein Ziegenböcklein bereiten!»
6900#Richter,13,16#16. Da sprach der Bote des Ewigen zu Manoah: «Wenn du mich zurückhältst, werde ich von deiner Speise nicht essen; willst du aber ein Hochopfer bereiten, so bringe es dem Ewigen dar.» - Denn Manoah wußte nicht, daß es ein Bote des Ewigen war.
6901#Richter,13,17#17. Da sprach Manoah zum Boten des Ewigen: «Welches ist dein Name? Daß, wenn dein Wort eintrifft, wir dich ehren!»
6902#Richter,13,18#18. Da sprach zu ihm der Bote des Ewigen: «Warum doch fragst du nach meinem Namen, da er doch geheimnisvoll ist?»
6903#Richter,13,19#19. Da nahm Manoah das Ziegenböcklein und das Mehlopfer und brachte es auf dem Felsen dem Ewigen dar. Er aber vollbrachte Wunderbares, und Manoah und sein Weib sahen es.
6904#Richter,13,20#20. Es war nämlich, als die Flamme vom Altar gegen Himmel stieg, da fuhr der Bote des Ewigen in der Flamme des Altars empor. Als Manoah und sein Weib dies sahen, fielen sie auf ihr Angesicht zur Erde.
6905#Richter,13,21#21. Nie wieder aber erschien der Bote des Ewigen Manoah und seinem Weib. - Da erkannte Manoah, daß es ein Bote des Ewigen gewesen.
6906#Richter,13,22#22. Und Manoah sprach zu seinem Weib: «Sterben müssen wir, denn einen Gott haben wir geschaut!»
6907#Richter,13,23#23. Da sprach sein Weib zu ihm: «Wollte der Ewige uns sterben lassen, so hätte er nicht Hochopfer und Mehlopfer von uns angenommen und uns nicht all dieses sehen lassen, noch uns jetzt solches verkündet.»
6908#Richter,13,24#24. Und das Weib gebar einen Sohn und nannte ihn Schimschon. Und der Knabe wuchs heran, und der Ewige segnete ihn.
6909#Richter,13,25#25. Und der Geist des Ewigen begann ihn zu erregen im Lager Dans zwischen Zor'a und Eschtaol.
6910#Richter,14,1#1. Und Schimschon ging hinab nach Timnata und sah ein Weib in Timnata von den Töchtern der Pelischtäer.
6911#Richter,14,2#2. Dann zog er hinauf und erzählte es seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ein Weib hab ich gesehen in Timnata von den Töchtern der Pelischtäer; und nun nehmt sie mir zur Frau!»
6912#Richter,14,3#3. Da sprachen zu ihm sein Vater und seine Mutter: «Gibt es unter den Töchtern deiner Verwandten und in unserm ganzen Volk kein Weib, daß du hingehst, ein Weib zu nehmen von den unbeschnittenen Pelischtäern?» Aber Schimschon sprach zu seinem Vater: «Die nimm mir, denn die ist recht in meinen Augen!»
6913#Richter,14,4#4. Sein Vater aber und seine Mutter wußten nicht, daß das vom Ewigen kam; denn ein Getändel suchte er mit den Pelischtäern. Zu jener Zeit herrschten nämlich die Pelischtäer über Jisraël.
6914#Richter,14,5#5. So zog Schimschon mit seinem Vater und seiner Mutter nach Timnata hinab. Als sie an die Weinberge von Timnata kamen, sieh, da war ein großer Löwe, brüllend, ihm entgegen.
6915#Richter,14,6#6. Da kam über ihn der Geist des Ewigen, und er zerriß ihn, wie man ein Böcklein zerreißt - er hatte aber nichts in seiner Hand. Aber seinem Vater und seiner Mutter sagte er nicht, was er getan.
6916#Richter,14,7#7. Dann ging er hinab und redete mit dem Weib, und sie war recht in Schimschons Augen.
6917#Richter,14,8#8. Als er nach einer Zeit zurückkehrte, um sie zu holen, da ging er heran, um das Aas des Löwen zu sehen, und sieh, da war ein Bienenschwarm im Körper des Löwen und Honig.
6918#Richter,14,9#9. Und er nahm ihn aus in seine Hände und aß im Gehen. Dann ging er zu seinem Vater und seiner Mutter und gab ihnen, und sie aßen; er erzählte ihnen aber nicht, daß er aus dem Körper des Löwen den Honig ausgenommen hatte.
6919#Richter,14,10#10. Nun ging sein Vater zu dem Weib hinab. Und Schimschon veranstaltete daselbst ein Mahl, denn so tun es die Jünglinge.
6920#Richter,14,11#11. Es war nun, als sie ihn sahen, da holten sie dreißig Genossen, und die waren um ihn.
6921#Richter,14,12#12. Da sprach zu ihnen Schimschon: «Ich will euch ein Rätsel zu raten geben. Wenn ihr es mir kundtut in den sieben Tagen des Mahls, und ihr es trefft, so gebe ich euch dreißig Unterkleider und dreißig Gewandanzüge.
6922#Richter,14,13#13. Wenn ihr es mir aber nicht kundtun könnt, so gebt ihr mir dreißig Unterkleider und dreißig Gewandanzüge.» Da sagten sie ihm: «Gib dein Rätsel zu raten, wir wollen es hören.»
6923#Richter,14,14#14. Da sprach er zu ihnen: «Vom Fresser kam Fraß; Und vom Starken kam Süßes.» Aber sie vermochten das Rätsel nicht kundzutun, drei Tage lang.
6924#Richter,14,15#15. Es war aber am siebenten Tag, da sprachen sie zu dem Weib Schimschons: «Berede deinen Mann, daß er uns das Rätsel kundtut, sonst verbrennen wir dich und deines Vaters Haus im Feuer! Habt ihr, um uns zu beerben, uns geladen? Ists nicht so?»
6925#Richter,14,16#16. Da weinte das Weib Schimschons vor ihm und sprach: «Du haßt mich nur und liebst mich nicht. Das Rätsel hast du den Söhnen meines Volkes aufgegeben, mir aber hast du es nicht kundgetan.» Da sprach er zu ihr: «Hab ichs ja Vater und Mutter nicht kundgetan und sollte dir es sagen?»
6926#Richter,14,17#17. Da weinte sie vor ihm die sieben Tage, da sie das Mahl hielten. Es war aber am siebenten Tag, da verriet er es ihr, weil sie ihn quälte. Da tat sie das Rätsel ihren Volksgenossen kund.
6927#Richter,14,18#18. Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebenten Tag, bevor er nach (Timnat) Heres einging: «Was ist süßer als Honig? Und was ist stärker als der Löwe?» Er aber sprach zu ihnen: «Wenn ihr mit meiner Jungkuh nicht gepflügt, So hättet ihr mein Rätsel nicht getroffen!»
6928#Richter,14,19#19. Da kam über ihn der Geist des Ewigen, und er ging hinab nach Aschkelon und schlug von ihnen dreißig Mann. Und er nahm ihnen die Kleider und gab die Anzüge denen, die das Rätsel angesagt hatten. Sein Angesicht aber flammte, und er zog hinauf in das Haus seines Vaters.
6929#Richter,14,20#20. Und Schimschons Weib wurde seines Genossen, den er sich zugesellt hatte.
6930#Richter,15,1#1. Und es war nach einer Zeit, in den Tagen des Weizenschnitts, da bedachte Schimschon sein Weib mit einem Ziegenböcklein. Und er sprach: «Ich will zu meinem Weib eingehn ins Gemach.» Aber ihr Vater ließ ihn nicht hineingehn.
6931#Richter,15,2#2. Und ihr Vater sprach: «Ich dachte, daß du sie haßt, so gab ich sie deinem Genossen. Ist nicht ihre jüngere Schwester schöner als sie, werde sie doch dein statt jener.»
6932#Richter,15,3#3. Da sprach zu ihnen Schimschon: «Schuldlos bin ich diesmal vor den Pelischtäern, wenn ich ihnen Böses antue.»
6933#Richter,15,4#4. Da ging Schimschon hin, fing dreihundert Füchse, nahm Fackeln, kehrte Schwanz an Schwanz und tat je eine Fackel mitten zwischen zwei Schwänze.
6934#Richter,15,5#5. Dann zündete er Feuer an den Fackeln und sandte sie los in die Saaten der Pelischtäer. So steckte er in Brand Garbenhaufen wie Saatstand und Ölbaumpflanzung.
6935#Richter,15,6#6. Da sprachen die Pelischtäer: «Wer hat dies getan?» Da sagten sie: «Schimschon, der Eidam des Timniten, weil der sein Weib genommen und es seinem Genossen gegeben hat.» Da zogen die Pelischtäer hinauf und verbrannten sie und ihren Vater im Feuer.
6936#Richter,15,7#7. Da sprach zu ihnen Schimschon: «Wenn ihr solches tut . . ., erst, wenn ich Rache an euch genommen, nachher werde ich ablassen!»
6937#Richter,15,8#8. Und er schlug sie, Schenkel über Lende, ein gewaltiges Schlagen. Dann ging er hinab und setzte sich fest in der Kluft des Felsens Etam.
6938#Richter,15,9#9. Dann zogen die Pelischtäer hinauf, lagerten sich in Jehuda und breiteten sich aus zu Lehi.
6939#Richter,15,10#10. Da sprachen die Männer von Jehuda: «Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen?» Da sprachen sie: «Um Schimschon zu binden, sind wir heraufgezogen, um ihm zu tun, wie er uns getan.»
6940#Richter,15,11#11. Da zogen dreitausend Mann aus Jehuda nach der Kluft des Felsens Etam hinab und sprachen zu Schimschon: «Weißt du denn nicht, daß die Pelischtäer über uns herrschen? Was hast du uns da getan?» Da sprach er zu ihnen: «Wie sie mir taten, so tat ich ihnen!»
6941#Richter,15,12#12. Da sprachen sie zu ihm: «Um dich zu binden, sind wir herabgekommen, um dich in die Hand der Pelischtäer zu geben.» Da sprach zu ihnen Schimschon: «Schwört mir, daß nicht ihr mich schlagen wollt.»
6942#Richter,15,13#13. Da sagten sie ihm: «Nein, nur binden wollen wir dich und dich in ihre Hand geben, aber töten wollen wir dich nicht.» So banden sie ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn hinauf vom Felsen.
6943#Richter,15,14#14. Eben war er bis Lehi gekommen, und die Pelischtäer lärmten ihm entgegen, da kam über ihn der Geist des Ewigen, und die Stricke an seinen Armen wurden wie Flachsfäden, die im Feuer anbrennen, und seine Bande zerfielen ihm von den Händen.
6944#Richter,15,15#15. Und er fand einen frischen Eselskinnbacken, streckte die Hand aus, ergriff ihn und schlug damit tausend Mann.
6945#Richter,15,16#16. Da sprach Schimschon: «Mit des Esels Backen Packen über Packen, Mit des Esels Backen Schlug ich tausend Mann.»
6946#Richter,15,17#17. Es war aber, nachdem er ausgeredet hatte, da warf er den Kinnbacken aus seiner Hand. Da nannte man jenen Ort Ramat-Lehi-1-. -1) Kinnbackenhöhe.++
6947#Richter,15,18#18. Und ihn dürstete sehr; da rief er zum Ewigen und sprach: «Du hast durch die Hand deines Knechtes diesen großen Sieg gewährt, und nun soll ich vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen?»
6948#Richter,15,19#19. Da spaltete Gott den Kessel zu Lehi, daß Wasser daraus hervorkam; und er trank, und sein Geist kehrte wieder, und er lebte. Daher nannte man es: Quelle des Rufers, die zu Lehi ist bis auf diesen Tag.
6949#Richter,15,20#20. Und er richtete Jisraël zur Zeit der Pelischtäer zwanzig Jahre.
6950#Richter,16,1#1. Und Schimschon ging nach Asa und sah dort ein Buhlweib und kam zu ihr.
6951#Richter,16,2#2. Den Asatäern wurde so (berichtet): «Schimschon ist hierher gekommen.» Da kamen sie herum und lauerten ihm die ganze Nacht am Stadttor auf. Und sie besprachen sich leise die ganze Nacht und sagten: «Bis der Morgen tagt, werden wir ihn erschlagen.»
6952#Richter,16,3#3. Schimschon aber lag bis Mitternacht. Dann stand er auf zur Mitternacht, faßte die Flügel des Stadttors und die beiden Pfosten und riß sie aus mitsamt dem Riegelbalken, tat sie auf seine Schultern und trug sie hinauf auf den Gipfel des Berges, der vor Hebron liegt.
6953#Richter,16,4#4. Es war nun nachher, da liebte er ein Weib im Tal Sorek, und ihr Name war Delila.
6954#Richter,16,5#5. Da zogen zu ihr hinauf die Fürsten der Pelischtäer und sagten ihr: «Berede ihn und sieh zu, wodurch seine Kraft so groß ist, und womit wir ihm beikommen können, daß wir ihn binden, um ihn zu beugen; dann wollen wir dir jeder tausend und hundert Silberstücke geben.»
6955#Richter,16,6#6. Da sprach Delila zu Schimschon: «Sag mir doch, wodurch deine Kraft so groß ist, und womit man dich binden muß, um dich zu beugen!»
6956#Richter,16,7#7. Da sprach zu ihr Schimschon: «Wenn man mich mit sieben frischen Sehnen bände, die noch nicht getrocknet sind, so würde ich schwach und wäre wie einer der Menschen.»
6957#Richter,16,8#8. Da brachten ihr die Fürsten der Pelischtäer sieben frische Sehnen herauf, die noch nicht getrocknet waren, und sie band ihn damit.
6958#Richter,16,9#9. Und die Lauerer saßen ihr im Gemach. Da sprach sie zu ihm: «Pelischtäer über dich, Schimschon!» Da zerriß er die Sehnen, wie ein Zwirnsfaden zerreißt, wenn er Feuer riecht, und seine Kraft ward nicht kund.
6959#Richter,16,10#10. Da sprach Delila zu Schimschon: «Sieh, du hast mich getäuscht und zu mir Lügen geredet! Nun aber sag mir doch, womit du gebunden werden mußt.»
6960#Richter,16,11#11. Da sprach er zu ihr: «Wenn man mich mit neuen Stricken bände, mit denen noch keine Arbeit getan worden, dann würde ich schwach und wäre wie einer der Menschen.»
6961#Richter,16,12#12. Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit. Dann sprach sie zu ihm: «Pelischtäer über dich, Schimschon!» Und die Lauerer saßen im Gemach. Da riß er sie von seinen Armen wie einen Faden.
6962#Richter,16,13#13. Nun sprach Delila zu Schimschon: «Bisher hast du mich getäuscht und zu mir Lügen geredet. Sag mir doch, womit du gebunden werden mußt.» Da sprach er zu ihr: «Wenn du die sieben Flechtlocken meines Hauptes mit dem Gewebe verwebst.»
6963#Richter,16,14#14. Und sie schlug sie fest mit dem Pflock und sprach zu ihm: «Pelischtäer über dich, Schimschon!» Da erwachte er aus seinem Schlaf und riß den Webepflock aus, samt dem Gewebe.
6964#Richter,16,15#15. Da sprach sie zu ihm: «Wie sagst du ,ich liebe dich', wo doch dein Herz nicht bei mir ist! Nun dreimal schon hast du mich getäuscht und mir nicht gesagt, wodurch deine Kraft so groß ist.»
6965#Richter,16,16#16. Es war nun, als sie ihm mit ihren Reden alle Tage zusetzte und ihn quälte, da zog sich ihm die Seele zusammen zum Sterben.
6966#Richter,16,17#17. Und er tat ihr sein ganzes Herz kund und sprach zu ihr: «Ein Schermesser ist nicht auf mein Haupt gekommen, denn ein Geweihter Gottes bin ich vom Mutterleib an. Würde ich geschoren, dann wiche meine Kraft von mir, und ich würde schwach und wäre wie alle Menschen.»
6967#Richter,16,18#18. Da nun Delila sah, daß er ihr sein ganzes Herz kundgetan hatte, sandte sie hin und ließ die Fürsten der Pelischtäer rufen und ihnen sagen: «Kommt diesmal herauf, denn er hat mir sein ganzes Herz kundgetan.» Da kamen die Fürsten der Pelischtäer zu ihr herauf, und sie brachten das Geld mit.
6968#Richter,16,19#19. Und sie schläferte ihn ein auf ihren Knien; dann rief sie den Mann und ließ die sieben Flechtlocken seines Hauptes abscheren. So begann sie ihn zu beugen, und seine Kraft wich von ihm.
6969#Richter,16,20#20. Dann sprach sie: «Pelischtäer über dich, Schimschon!» Da erwachte er aus seinem Schlaf und dachte: «Ich will los wie Mal um Mal und mich freischütteln.» Doch er wußte nicht, daß der Ewige von ihm gewichen war.
6970#Richter,16,21#21. Da ergriffen ihn die Pelischtäer und stachen ihm die Augen aus. Dann brachten sie ihn hinunter nach Asa und banden ihn mit ehernen Fesseln. Und er drehte die Mühle im Gefängnis.
6971#Richter,16,22#22. Nun begann sein Haupthaar zu wachsen, nachdem es geschoren worden war.
6972#Richter,16,23#23. Und die Fürsten der Pelischtäer versammelten sich, um ihrem Gott Dagon ein großes Opfer zu schlachten und sich zu freuen; denn sie sprachen: «Gegeben hat unser Gott in unsere Hand Schimschon, unsern Feind.»
6973#Richter,16,24#24. Und das Volk besah ihn, und sie priesen ihren Gott, denn sie sprachen: «Gegeben hat unser Gott in unsere Hand unsern Feind und den Verwüster unseres Landes, der so viele von uns erschlagen hat.»
6974#Richter,16,25#25. Als sie nun fröhlichen Sinnes waren, da sprachen sie: «Ruft Schimschon, daß er uns ergötze!» Da riefen sie Schimschon aus dem Gefängnis, und er ergötzte vor ihnen. Und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
6975#Richter,16,26#26. Da sprach Schimschon zu dem Burschen, der ihn an der Hand hielt: «Laß mich und mach, daß ich die Säulen ertaste, auf denen das Haus ruht, und mich an sie lehne!»
6976#Richter,16,27#27. Das Haus aber war voll von den Männern und Frauen, und dort waren alle Fürsten der Pelischtäer, und auf dem Dach gegen dreitausend Männer und Frauen, die Schimschons Ergötzung zusahen.
6977#Richter,16,28#28. Da rief Schimschon zum Ewigen und sprach: «Herr, o Gott, gedenke doch mein, und stärke mich nur noch diesmal, o Gott, daß ich Rache nehme für eines meiner beiden Augen an den Pelischtäern.»
6978#Richter,16,29#29. Dann ertastete Schimschon die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, und stemmte sich gegen sie, die eine mit seiner Rechten und die andere mit seiner Linken.
6979#Richter,16,30#30. Und Schimschon sprach: «So sterbe meine Seele mit den Pelischtäern!» Und er bog mit Macht, da stürzte das Haus über die Fürsten und über alles Volk, das darin war. Und es waren derer, die er bei seinem Tod tötete, mehr als die er bei seinem Leben getötet.
6980#Richter,16,31#31. Dann kamen seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters herab, nahmen ihn und trugen ihn hinauf und begruben ihn zwischen Zor'a und Eschtaol, in dem Grab seines Vaters Manoah. Und er hatte Jisraël zwanzig Jahre gerichtet.
6981#Richter,17,1#1. Und es war ein Mann im Gebirge Efraim, namens Michajehu.
6982#Richter,17,2#2. Und er sprach zu seiner Mutter: «Die elfhundert Silberstücke, die man dir genommen hat, und deretwegen du einen Flucheid abgelegt und auch vor meinen Ohren ausgesprochen hast, - sieh, das Geld ist bei mir, ich habe es genommen.» Da sprach seine Mutter: «Gesegnet sei mein Sohn dem Ewigen!»
6983#Richter,17,3#3. Und er gab die elfhundert Silberstücke seiner Mutter wieder. Da sprach seine Mutter: «Geweiht habe ich das Geld dem Ewigen, aus meiner Hand für meinen Sohn, um Schnitz- und Gußbild daraus zu machen.» «So gebe ich es dir nun zurück.»
6984#Richter,17,4#4. Und er gab das Geld seiner Mutter wieder. Da nahm seine Mutter zweihundert Silberstücke und gab sie dem Goldschmied, der verfertigte daraus Schnitz- und Gußbild, und es war im Haus Michajehus.
6985#Richter,17,5#5. Und der Mann Micha hatte so ein Gotteshaus. Und er machte Efod und Schandpuppen und setzte einen seiner Söhne ins Amt, und er war ihm Priester.
6986#Richter,17,6#6. In jenen Tagen war kein König in Jisraël; jeder tat, was recht war in seinen Augen.
6987#Richter,17,7#7. Nun war da ein Bursch aus Bet-Lehem in Jehuda, aus dem Geschlecht Jehudas. Und er war ein Lewite und hielt sich dort auf.
6988#Richter,17,8#8. Dann zog der Mann aus der Stadt, aus Bet-Lehem in Jehuda, fort, zu verweilen, wo er es träfe. So kam er nach dem Gebirge Efraim zum Haus Michas, um seine Reise auszuführen.
6989#Richter,17,9#9. Da sprach zu ihm Micha: «Woher kommst du?» Da sprach er zu ihm: «Ein Lewite bin ich aus Bet-Lehem in Jehuda, und ich gehe, mich zu verweilen, wo ich es treffe.»
6990#Richter,17,10#10. Da sprach zu ihm Micha: «Bleib bei mir und sei mir Vater und Priester, und ich will dir zehn Silberstücke geben fürs Jahr, Ausstattung an Kleidern und deinen Lebensbedarf.» Da ging der Lewite hin,
6991#Richter,17,11#11. und der Lewite entschloß sich, bei dem Mann zu bleiben, und der Bursch war ihm wie einer seiner Söhne.
6992#Richter,17,12#12. Und Micha setzte den Lewiten ins Amt, und der Bursch wurde sein Priester und blieb im Haus Michas.
6993#Richter,17,13#13. Da sprach Micha: «Nun weiß ich, daß der Ewige mir Gutes tun wird, weil mir der Lewite Priester geworden ist.»
6994#Richter,18,1#1. In jenen Tagen war kein König in Jisraël. Und in jenen Tagen suchte sich der Stamm der Daniten Besitz, um sich anzusiedeln; denn ihm war noch bis zu jenem Tag unter den Stämmen Jisraëls nichts als Besitztum zugefallen.
6995#Richter,18,2#2. Da sandten die Söhne Dans aus ihrem Geschlecht fünf Männer aus ihrer Gesamtheit, kriegstüchtige Männer, von Zor'a und Eschtaol aus, um das Land abzugehn und zu erkunden. Und sie sprachen zu ihnen: «Zieht hin und erforscht das Land!» Und sie kamen in das Gebirge Efraim zum Haus Michas und übernachteten daselbst.
6996#Richter,18,3#3. Sie waren eben am Haus Michas, da erkannten sie die Stimme des lewitischen Burschen, und sie kehrten dort ein und sprachen zu ihm: «Wer hat dich hierher gebracht, und was tust du hier, und was hast du hier?»
6997#Richter,18,4#4. Und er sprach zu ihnen: «So und so hat mir Micha getan, er hat mich gedungen, und so wurde ich sein Priester.»
6998#Richter,18,5#5. Da sagten sie zu ihm: «Befrage doch Gott, daß wir wissen, ob unser Weg Erfolg hat, den wir gehen.»
6999#Richter,18,6#6. Da sagte ihnen der Priester: «Zieht in Frieden! Vor dem Ewigen liegt der Weg, den ihr geht.»
7000#Richter,18,7#7. Da gingen die fünf Männer und kamen nach Laisch. Und sie sahen das Volk darin, in sicherer Siedlung. Nach Art der Zidonier, ruhig und sorglos, ohne daß jemand im Land etwas zuleide tat, Vermögen heimsend. Doch waren sie fern von den Zidoniern und hatten mit keinem Menschen Verkehr.
7001#Richter,18,8#8. Dann kamen sie zu ihren Brüdern nach Zor'a und Eschtaol. Da sagten ihnen ihre Brüder: «Was (bringt) ihr?»
7002#Richter,18,9#9. Da sprachen sie: «Auf, laßt uns gegen sie ziehen! Denn wir haben das Land gesehen, und es ist sehr gut. Und ihr haltet still? Seid nicht faul euch aufzumachen, daß ihr hinkommt und das Land in Besitz nehmt.
7003#Richter,18,10#10. Da ihr anlangt, kommt ihr zu einem sorglosen Volk; das Land ist weiträumig - ja, Gott hat es in eure Hand gegeben - ein Ort, wo an nichts Mangel ist, was es auf Erden gibt.»
7004#Richter,18,11#11. Da brachen von dort auf aus dem Geschlecht der Daniten von Zor'a und Eschtaol sechshundert Mann, gegürtet mit Kriegsgerät.
7005#Richter,18,12#12. Und sie zogen hinauf und lagerten zu Kirjat-Jearim in Jehuda. Daher hat man jenen Ort «Lager Dans» genannt bis zu diesem Tag; sieh, er liegt hinter Kirjat-Jearim.
7006#Richter,18,13#13. Von dort zogen sie weiter auf das Gebirge Efraim und kamen an das Haus Michas.
7007#Richter,18,14#14. Da hoben die fünf Männer, die gegangen waren, um das Land Laisch zu erkunden, an und sprachen zu ihren Brüdern: «Wißt ihr, daß es in diesen Häusern Efod und Puppen, Schnitz- und Gußbild gibt? Und nun wißt, was ihr zu tun habt!»
7008#Richter,18,15#15. Und sie kehrten dort ein, traten in das Haus des lewitischen Burschen, in das Haus Michas, und fragten ihn nach dem Wohlsein.
7009#Richter,18,16#16. Und sechshundert Mann, mit ihrem Kriegsgerät gegürtet, standen am Eingang des Tores, die zu den Söhnen Dans gehörten.
7010#Richter,18,17#17. Da gingen die fünf Männer, die gegangen waren, das Land zu erkunden, hinauf, kamen dort hinein, nahmen das Schnitzbild, das Efod, die Puppen und das Gußbild, während der Priester am Eingang des Tores stand, mit den sechshundert Mann, den Kriegsgerätumgürteten.
7011#Richter,18,18#18. Als jene nun in Michas Haus eindrangen und das Schnitzbild samt dem Efod, die Puppen und das Gußbild nahmen, sprach der Priester zu ihnen: «Was tut ihr?»
7012#Richter,18,19#19. Da sagten sie ihm: «Schweig, tu die Hand auf den Mund und komm mit uns und sei uns Vater und Priester! Ist's dir besser, Priester zu sein für das Haus eines Mannes oder Priester zu sein für einen Stamm und ein Geschlecht in Jisraël?»
7013#Richter,18,20#20. Da ward das Herz des Priesters froh, und er nahm das Efod, die Puppen und das Bild und kam unter das Volk.
7014#Richter,18,21#21. Dann wandten sie sich und zogen fort und stellten die Kinder, das Vieh und den Schatz voran.
7015#Richter,18,22#22. Sie hatten sich vom Haus Michas entfernt, da taten sich die Männer, die in den Häusern neben Michas Haus wohnten, zusammen und holten die Söhne Dans ein.
7016#Richter,18,23#23. Und sie riefen den Söhnen Dans zu. Da wandten die ihr Angesicht und sprachen zu Micha: «Was hast du, daß du dich zusammengetan?»
7017#Richter,18,24#24. Da sprach er: «Meinen Gott, den ich gemacht habe, habt ihr genommen samt dem Priester und seid fortgegangen! Und was habe ich noch? Wie sprecht ihr da zu mir: ,Was hast du?'»
7018#Richter,18,25#25. Da sprachen zu ihm die Söhne Dans: «Laß deine Stimme nicht laut werden bei uns, daß nicht Männer erbitterten Gemüts über euch herfallen, und du dein Leben verwirkst und das Leben deines Hauses!»
7019#Richter,18,26#26. Da gingen die Söhne Dans ihres Weges. Und da Micha sah, daß sie stärker waren als er, wandte er sich und kehrte in sein Haus zurück.
7020#Richter,18,27#27. Sie aber nahmen, was Micha hatte anfertigen lassen, und den Priester, der ihm gehörte. Und sie kamen über Laisch, ein Volk, ruhig und sorglos, schlugen sie, ins Schwert hinein, und die Stadt verbrannten sie im Feuer,
7021#Richter,18,28#28. und keiner rettete. Denn sie war fern von Zidon, und sie hatten mit keinem Menschen Verkehr. Und sie lag im Tal, das zu Bet-Rehob gehört. Dann bauten sie die Stadt auf und wohnten darin.
7022#Richter,18,29#29. Und sie nannten die Stadt Dan, nach dem Namen ihres Vaters Dan, der Jisraël geboren worden war. Laisch aber war zuvor der Name der Stadt.
7023#Richter,18,30#30. Dann stellten sich die Söhne Dans das Bild auf, und Jehonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes Menaschsches, er und seine Söhne waren Priester bei dem Stamm Dan bis zu dem Tag, wo das Land(volk) fortgeführt wurde.
7024#Richter,18,31#31. Und sie stellten sich das Bild Michas auf, das er hatte anfertigen lassen, all die Zeit, da das Haus Gottes zu Schilo stand.
7025#Richter,19,1#1. Und es war in jenen Tagen - es gab da keinen König in Jisraël -, da war da ein lewitischer Mann, der sich hinten im Gebirge Efraim aufhielt. Der nahm sich ein Weib, eine Kebse aus Bet-Lehem in Jehuda.
7026#Richter,19,2#2. Aber seine Kebse wurde ihm abtrünnig und ging von ihm in das Haus ihres Vaters nach Bet-Lehem in Jehuda. Dort blieb sie eine Zeit, vier Monate.
7027#Richter,19,3#3. Da machte ihr Mann sich auf und ging ihr nach, um ihr zu Herzen zu reden und sie zurückzuholen; und sein Bursch war mit ihm und ein Paar Esel. Und sie führte ihn in das Haus ihres Vaters, und der Vater des Mädchens sah ihn und freute sich ihm entgegen.
7028#Richter,19,4#4. Und sein Schwiegervater, der Vater des Mädchens, hielt ihn fest, und er blieb bei ihm drei Tage. Und sie aßen und tranken und blieben dort über Nacht.
7029#Richter,19,5#5. Nun war's am vierten Tag, da standen sie früh am Morgen auf, und er machte sich auf zu gehen. Da sagte der Vater des Mädchens zu seinem Eidam: «Stärke dein Herz mit einem Bissen Brot, und dann mögt ihr ziehen!»
7030#Richter,19,6#6. So blieben sie denn, aßen beide mitsammen und tranken. Dann sprach der Vater des Mädchens zu dem Mann: «Entschließ dich doch, bleib über Nacht und laß es deinem Herzen wohl sein.»
7031#Richter,19,7#7. Aber der Mann machte sich auf um zu gehen. Da drang sein Schwiegervater in ihn, daß er noch einmal über Nacht dablieb.
7032#Richter,19,8#8. Da machte er sich früh auf am fünften Tag um zu gehen. Aber der Vater des Mädchens sprach: «Stärke doch dein Herz und verweilet, bis der Tag sich neigt!» Und so aßen sie beide.
7033#Richter,19,9#9. Dann machte der Mann sich auf um zu gehen, er mit seiner Kebse und seinem Burschen. Da sagte ihm sein Schwiegervater, der Vater des Mädchens: «Sieh, der Tag senkt sich unterzugehn. Bleibt doch über Nacht! Sieh, der Tag neigt sich, übernachte hier und laß es deinem Herzen wohl sein! Morgen früh mögt ihr euch dann auf den Weg machen und du zu deinen Zelten ziehen.»
7034#Richter,19,10#10. Aber der Mann wollte nicht über Nacht bleiben, sondern machte sich auf und ging und kam bis gegenüber von Jebus, das ist Jeruschalaim; und er hatte bei sich ein Paar gesattelter Esel, und seine Kebse war mit ihm.
7035#Richter,19,11#11. Sie waren eben bei Jebus - und der Tag war schon sehr gesunken - da sprach der Bursche zu seinem Herrn: «Komm doch, wir wollen in dieser Jebusäerstadt einkehren und dort übernachten!»
7036#Richter,19,12#12. Da sprach zu ihm sein Herr: «Wir wollen nicht in einer Stadt von Fremden einkehren, die nicht von den Kindern Jisraël sind, sondern weiterziehn bis Gib'a.»
7037#Richter,19,13#13. Und er sprach zu seinem Burschen: «Komm, laß uns an einen der Orte herankommen und dort übernachten, zu ha-Gib'a oder ha-Rama!»
7038#Richter,19,14#14. So zogen sie denn weiter, aber die Sonne ging ihnen unter bei ha-Gib'a, das zu Binjamin gehört.
7039#Richter,19,15#15. Da gingen sie darauf zu, um hinzukommen und in ha-Gib'a zu übernachten. Als er nun hinkam, ließ er sich auf dem freien Platz der Stadt nieder; aber niemand war da, der sie zum Übernachten in sein Haus aufnahm.
7040#Richter,19,16#16. Da kam ein alter Mann von seiner Arbeit vom Feld, des Abends; und der Mann war vom Gebirge Efraim, und er hielt sich in ha-Gib'a auf, die Leute des Ortes aber waren Binjaminiten.
7041#Richter,19,17#17. Und er hob seine Augen und sah den Wandersmann auf dem Platz der Stadt. Da sprach der alte Mann: «Wohin gehst du und woher kommst du?»
7042#Richter,19,18#18. Da sprach er zu ihm: «Wir ziehen von Bet-Lehem in Jehuda bis hinten ins Gebirge Efraim - von daher bin ich - und ich war nach Bet-Lehem in Jehuda gegangen und gehe nun zum Haus des Ewigen. Aber niemand nimmt mich ins Haus auf.
7043#Richter,19,19#19. Und doch ist sowohl Stroh als Futter da für unsere Esel, auch Brot und Wein für mich und deine Magd und für den Burschen, der bei deinen Knechten ist; es ist an nichts Mangel.»
7044#Richter,19,20#20. Da sprach der alte Mann: «Friede dir! Nein, all dein Bedarf obliege mir! Nein, auf dem Platz darfst du nicht übernachten.»
7045#Richter,19,21#21. So führte er ihn in sein Haus, feuchtete Futter an für die Esel, und sie wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
7046#Richter,19,22#22. Während sie sich so gütlich taten, sieh, da umringten die Leute der Stadt, ruchlose Männer, das Haus, sich gegen die Tür drängend, und sprachen zu dem alten Mann, dem Herrn des Hauses: «Gib den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir ihn erkennen!»
7047#Richter,19,23#23. Da ging der Hausherr zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: «Nicht doch, meine Brüder, tut doch nichts Böses, nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist! Tut diese Schandtat nicht!
7048#Richter,19,24#24. Seht, da ist meine Tochter, die Jungfrau, und seine Kebse, die will ich herausbringen, daß ihr sie schwächt und mit ihnen tut, was recht ist in euren Augen. An diesem Mann aber dürft ihr solche Schandtat nicht tun.»
7049#Richter,19,25#25. Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Mann seine Kebse und führte sie zu ihnen auf die Straße hinaus, und sie erkannten sie und trieben ihren Mutwillen mit ihr, die ganze Nacht bis an den Morgen. Dann ließen sie sie gehen, als die Morgendämmerung sich hob.
7050#Richter,19,26#26. Da kam das Weib gegen Morgen und fiel hin vor dem Eingang des Hauses, darin ihr Herr war; bis es hell wurde.
7051#Richter,19,27#27. Und ihr Herr stand am Morgen auf und öffnete die Türen des Hauses und trat hinaus, um seines Weges zu ziehen; da lag das Weib, seine Kebse, da am Eingang des Hauses, ihre Hände auf der Schwelle.
7052#Richter,19,28#28. Da sprach er zu ihr: «Steh auf, wir wollen gehen!» Aber niemand antwortete. Da nahm er sie auf den Esel, und der Mann machte sich auf und zog nach seinem Ort.
7053#Richter,19,29#29. Und er kam nach seinem Haus. Da nahm er das Messer, ergriff seine Kebse, zerstückte sie nach ihren Knochen in zwölf Stücke und schickte sie herum im ganzen Gebiet Jisraëls.
7054#Richter,19,30#30. Und es war: Jeder, der es sah, sprach: «Solches ist nicht geschehen noch gesehen worden seit dem Tag, da die Kinder Jisraël aus dem Land Mizraim zogen, bis auf diesen Tag! So macht euch daran, schafft Rat und Rede!»
7055#Richter,20,1#1. Da zogen alle Kinder Jisraël aus, und die Gemeinde versammelte sich wie ein Mann von Dan bis Beer-Scheba samt dem Land Gil'ad vor dem Ewigen in ha-Mizpa.
7056#Richter,20,2#2. Und es traten hin die Enden des ganzen Volkes, alle Stämme Jisraëls, in der Schar des Gottesvolkes, vierhunderttausend Mann, Marschfähige, die ein Schwert führten.
7057#Richter,20,3#3. Und die Söhne Binjamins hörten, daß die Kinder Jisraël nach ha-Mizpa hinaufgezogen waren. Da sprachen die Kinder Jisraël: «Sprecht, wie ist dies Böse geschehen?»
7058#Richter,20,4#4. Da antwortete der lewitische Mann, der Mann des ermordeten Weibes, und sprach: «Nach ha-Gib'a, das zu Binjamin gehört, war ich gekommen, ich und meine Kebse, zu übernachten.
7059#Richter,20,5#5. Da erhoben sich gegen mich die Bürger von ha-Gib'a und umringten wider mich das Haus bei Nacht. Mich gedachten sie zu töten, meine Kebse aber schwächten sie, daß sie starb.
7060#Richter,20,6#6. Da ergriff ich meine Kebse, zerstückte sie und schickte sie herum im ganzen Gefild von Jisraëls Besitz; denn Treubruch und Schandtat hatten sie verübt in Jisraël.
7061#Richter,20,7#7. Da seid ihr alle, Kinder Jisraël; so schafft euch hier Rede und Rat!»
7062#Richter,20,8#8. Da erhob sich das ganze Volk wie ein Mann und sprach: «Laßt uns nimmer gehen, jedermann nach seinem Zelt, und nicht hinziehn, jeder nach seinem Haus!
7063#Richter,20,9#9. Und nun, das ist es, was wir an ha-Gib'a tun wollen: Drauf nach dem Los!
7064#Richter,20,10#10. Und wir wollen je zehn Mann aus hundert nehmen, aus allen Stämmen Jisraëls, und je hundert von tausend und je tausend von zehntausend, um Zehrung zu holen für das Volk, um, angelangt, mit Geba in Binjamin zu tun nach all der Schandtat, die es getan in Jisraël.»
7065#Richter,20,11#11. Und so sammelten sich alle Männer Jisraëls bei der Stadt wie ein Mann, verbündet.
7066#Richter,20,12#12. Dann sandten die Stämme Jisraëls Männer durch alle Stämme Binjamins und ließen sagen: «Was ist das für ein Böses, das bei euch geschehen ist!
7067#Richter,20,13#13. Und nun, gebt die ruchlosen Männer heraus, die zu ha-Gib'a sind, daß wir sie töten und das Böse fortschaffen aus Jisraël!» Aber die Söhne Binjamins wollten auf die Stimme ihrer Brüder, der Kinder Jisraël, nicht hören.
7068#Richter,20,14#14. Und die Söhne Binjamins sammelten sich aus den Städten nach ha-Gib'a, um auszuziehn zum Kampf mit den Kindern Jisraël.
7069#Richter,20,15#15. Und die Söhne Binjamins ließen sich mustern an jenem Tag aus den Städten: Sechsundzwanzigtausend Mann, die ein Schwert führten, außer den Bewohnern von ha-Gib'a, die sich mustern ließen: Siebenhundert auserlesene Männer.
7070#Richter,20,16#16. Von all diesem Volk siebenhundert auserlesene Männer, beiderseits rechthändig, die alle mit dem Stein schleudernd auf ein Haar, ohne zu fehlen.
7071#Richter,20,17#17. Und die Männer von Jisraël ließen sich mustern, ohne Binjamin: Vierhunderttausend Mann, die das Schwert führten, die alle Kriegsmannen.
7072#Richter,20,18#18. Und sie machten sich auf, zogen nach Bet-El und befragten Gott. Da sprachen die Kinder Jisraël: «Wer soll für uns zuerst hinaufziehn zum Kampf mit den Söhnen Binjamins?» Da sprach der Ewige: «Jehuda zuerst!»
7073#Richter,20,19#19. Da machten sich die Kinder Jisraël am Morgen auf und lagerten sich gegen ha-Gib'a.
7074#Richter,20,20#20. Und die Männer von Jisraël zogen aus zum Kampf mit Binjamin, und die Männer von Jisraël ordneten sich ihnen gegenüber zur Schlacht bei ha-Gib'a.
7075#Richter,20,21#21. Die Söhne Binjamins aber zogen aus aus ha-Gib'a und vernichteten an jenem Tag zweiundzwanzigtausend Mann aus Jisraël, zur Erde hin.
7076#Richter,20,22#22. Da ermannte sich das Volk, die Männer von Jisraël, und sie ordneten sich abermals zur Schlacht an dem Ort, wo sie sich am ersten Tag aufgestellt hatten.
7077#Richter,20,23#23. Da zogen die Kinder Jisraël hinauf und weinten vor dem Ewigen bis zum Abend; und sie befragten den Ewigen, sprechend: «Soll ich noch einmal herantreten zum Kampf mit den Söhnen meines Bruders Binjamin?» Da sprach der Ewige: «Zieht hinauf gegen ihn!»
7078#Richter,20,24#24. Da rückten die Kinder Jisraël am zweiten Tag an die Söhne Binjamins heran.
7079#Richter,20,25#25. Und Binjamin zog ihnen entgegen von ha-Gib'a aus am zweiten Tag, und sie vernichteten unter den Kindern Jisraël weiter achtzehntausend Mann, zur Erde hin, die alle Schwertführende.
7080#Richter,20,26#26. Da zogen alle Kinder Jisraël und das ganze Volk hinauf und kamen nach Bet-El, und sie weinten und saßen dort vor dem Ewigen; und sie fasteten an jenem Tag bis zum Abend und brachten Hoch- und Mahlopfer vor dem Ewigen dar.
7081#Richter,20,27#27. Dann befragten die Kinder Jisraël den Ewigen - und dort war die Bundeslade Gottes in jenen Tagen,
7082#Richter,20,28#28. und Pinehas, der Sohn El'asars, des Sohnes Aharons, stand vor ihr in jenen Tagen - und sie sprachen: «Soll ich noch weiter ausziehn zum Kampf mit den Söhnen meines Bruders Binjamin oder es lassen?» Da sprach der Ewige: «Zieht hinauf, denn morgen will ich ihn in deine Hand geben!»
7083#Richter,20,29#29. Da legte Jisraël Lauerer gegen ha-Gib'a ringsum.
7084#Richter,20,30#30. Dann zogen die Kinder Jisraël gegen die Söhne Binjamins am dritten Tag und ordneten sich bei ha-Gib'a wie Mal um Mal.
7085#Richter,20,31#31. Und die Söhne Binjamins zogen aus, dem Volk entgegen, ließen sich von der Stadt abziehn und begannen von dem Volk Erschlagene zu fällen wie Mal um Mal, auf den Straßen, deren eine nach Bet-El hinansteigt, und die andere nach Gib'a, im Gefild, etwa dreißig Mann von Jisraël.
7086#Richter,20,32#32. Da sprachen die Söhne Binjamins: «Geschlagen sind sie vor uns wie zuerst.» Die Kinder Jisraël aber sprachen: «Fliehen wir, daß wir sie von der Stadt nach den Straßen hinabziehn.»
7087#Richter,20,33#33. Und alle Männer Jisraëls machten sich auf von ihrem Ort und ordneten sich in Baal-Tamar, während der Hinterhalt Jisraëls aus seinem Standort, dem Kahlfeld von Geba, hervorbrach.
7088#Richter,20,34#34. Und sie kamen von ha-Gib'a hin, zehntausend Mann, auserlesen aus ganz Jisraël, und der Kampf war schwer; jene aber merkten nicht, daß das Verderben sie erreichte.
7089#Richter,20,35#35. Und der Ewige schlug Binjamin vor Jisraël; und die Kinder Jisraël vernichteten von Binjamin an jenem Tag fünfundzwanzigtausendeinhundert Mann, die alle Schwertführende.
7090#Richter,20,36#36. Und die Söhne Binjamins hatten gesehen, wie jene geschlagen wurden. Die Kinder Jisraël aber hatten Binjamin Raum gegeben, weil sie sich auf den Hinterhalt verließen, den sie gegen ha-Gib'a gelegt hatten.
7091#Richter,20,37#37. Und die aus dem Hinterhalt eilten herbei und fielen über ha-Gib'a her; und der Hinterhalt griff zu und erschlug die ganze Stadt, ins Schwert hinein.
7092#Richter,20,38#38. Es war aber die Zeitbestimmung für die Männer von Jisraël seitens des Hinterhalts, wenn sie in Fülle den Rauchschwaden aus der Stadt aufsteigen ließen.
7093#Richter,20,39#39. Als nun die Männer von Jisraël in der Schlacht kehrt machten, und Binjamin begonnen hatte, Erschlagene zu fällen, von den Männern Jisraëls etwa dreißig Mann - indem sie sprachen: «Geschlagen ist es ja vor uns wie in der ersten Schlacht»,
7094#Richter,20,40#40. da begann der Schwaden aus der Stadt aufzusteigen, eine Rauchsäule, und als Binjamin sich umwandte, sieh, da ging die ganze Stadt in Flammen auf himmelwärts.
7095#Richter,20,41#41. Da kehrten die Männer von Jisraël sich um, die Männer von Binjamin aber erschraken, denn sie sahen, daß das Verderben sie erreicht hatte.
7096#Richter,20,42#42. Und sie wandten sich vor den Männern von Jisraël auf den Weg nach der Wüste, aber der Kampf folgte ihnen nach, und auch die aus den Städten vernichteten sie mitten unter ihnen.
7097#Richter,20,43#43. Sie umzingelten Binjamin, verfolgten es nach Menuha, trieben es bis vor ha-Gib'a nach Sonnenaufgang.
7098#Richter,20,44#44. Da fielen von Binjamin achtzehntausend Mann, die alle kriegstüchtige Männer.
7099#Richter,20,45#45. Und sie wandten sich und flohen in die Wüste zum Felsen ha-Rimmon, aber jene hielten nach ihnen Nachlese auf den Straßen: Fünftausend Mann; und sie setzten ihnen nach bis Gid'om und schlugen von ihnen zweitausend Mann.
7100#Richter,20,46#46. So waren alle von Binjamin an jenem Tag Gefallenen fünfundzwanzigtausend Mann, die ein Schwert führten, die alle kriegstüchtige Männer.
7101#Richter,20,47#47. Und es wandten sich und flohen in die Wüste nach dem Felsen ha-Rimmon hin sechshundert Mann, und sie blieben am Felsen Rimmon vier Monate.
7102#Richter,20,48#48. Die Männer von Jisraël aber kehrten zu den Söhnen Binjamins zurück und schlugen sie, ins Schwert hinein, so die Stadt, allesamt, wie das Vieh und alles, was sich vorfand. Auch alle vorhandenen Städte steckten sie in Brand.
7103#Richter,21,1#1. Die Männer von Jisraël aber hatten in ha-Mizpa geschworen und gesprochen: «Keiner von uns darf seine Tochter Binjamin zum Weib geben.»
7104#Richter,21,2#2. Nun kam das Volk nach Bet-El, und sie saßen dort bis zum Abend vor Gott, hoben ihre Stimme und weinten sehr.
7105#Richter,21,3#3. Und sie sprachen: «Warum, o Ewiger, Gott Jisraëls, ist das in Jisraël geschehen, daß heute ein Stamm vermißt wird aus Jisraël?»
7106#Richter,21,4#4. Es war nun am andern Tag, da stand das Volk früh auf, und sie bauten dort einen Altar und brachten Hoch- und Mahlopfer dar.
7107#Richter,21,5#5. Dann sprachen die Kinder Jisraël: «Wer ist da, der von allen Stämmen Jisraëls nicht mit zur Volksschar zum Ewigen heraufgekommen ist?» Denn es war der große Schwur ergangen betreffs dessen, der nicht zum Ewigen nach ha-Mizpa hinaufkommen würde, der besagte: Getötet soll er werden!
7108#Richter,21,6#6. Nun aber war es den Kindern Jisraël leid um ihren Bruder Binjamin, und sie sprachen: «Abgehauen ist heute ein Stamm von Jisraël!
7109#Richter,21,7#7. Was sollen wir für sie, die Übriggebliebenen, um Frauen tun, da wir doch beim Ewigen geschworen haben, ihnen nicht von unseren Töchtern zu Frauen zu geben?»
7110#Richter,21,8#8. Da sprachen sie: «Wo ist einer von den Stämmen Jisraëls, der nicht zum Ewigen nach haMizpa heraufgekommen ist?» Und sieh, da war niemand aus Jabesch-Gil'ad ins Lager zur Volksschar gekommen.
7111#Richter,21,9#9. Da ließ sich das Volk mustern, und sieh, da war niemand von den Bewohnern von Jabesch-Gil'ad.
7112#Richter,21,10#10. Da entsandte die Gemeinde dorthin zwölftausend Mann von den Kriegsmannen, und sie befahlen ihnen, sprechend: «Geht hin und schlagt die Bewohner von Jabesch-Gil'ad, ins Schwert hinein, samt den Frauen und Kindern.
7113#Richter,21,11#11. Und dies ists, was ihr tun sollt: Alles Männliche und jedes Weib, das Mannes Beilager kennt, sollt ihr bannen.»
7114#Richter,21,12#12. Nun fanden sie unter den Einwohnern von Jabesch-Gil'ad vierhundert jungfräuliche Mädchen, die keinen Mann im Beilager erkannt hatten. Und sie brachten sie ins Lager nach Schilo, das im Land Kenaan liegt.
7115#Richter,21,13#13. Da sandte die ganze Gemeinde und ließ sprechen zu den Söhnen Binjamins, die am Felsen Rimmon waren, und entbot ihnen Frieden.
7116#Richter,21,14#14. So kehrte Binjamin damals zurück; und sie gaben ihnen die Frauen, die man am Leben gelassen hatte von den Frauen aus Jabesch-Gil'ad. Aber sie reichten so nicht für sie.
7117#Richter,21,15#15. Dem Volk aber war es leid um Binjamin, weil der Ewige einen Riß in die Stämme Jisraëls gemacht hatte.
7118#Richter,21,16#16. Da sprachen die Ältesten der Gemeinde: «Was sollen wir für die Übriggebliebenen um Frauen tun, da die Frauen aus Binjamin ausgerottet sind?»
7119#Richter,21,17#17. Und sie sagten: «Ein gerettetes Erbteil muß Binjamin bleiben, und nimmer soll ein Stamm getilgt werden aus Jisraël.
7120#Richter,21,18#18. Wir aber können ihnen keine Frauen geben von unsern Töchtern! Denn die Kinder Jisraël haben geschworen und gesagt: Verflucht, der Binjamin ein Weib gibt!»
7121#Richter,21,19#19. Da sprachen sie: «Sieh, ein Fest des Ewigen ist Jahr für Jahr in Schilo, das nördlich von Bet-El liegt, nach Sonnenaufgang von der Straße, die von Bet-El nach Schechem ansteigt, und südlich von Lebona.»
7122#Richter,21,20#20. Und sie wiesen die Söhne Binjamins an und sprachen: «Geht hin, und lauert in den Weinbergen!
7123#Richter,21,21#21. Und wenn ihr dann seht, daß die Mädchen von Schilo herauskommen, um die Schalmeien zu spielen, so kommt aus den Weinbergen hervor und raubt euch ein jeder sein Weib von den Töchtern Schilos, und geht in das Land Binjamin.
7124#Richter,21,22#22. Und es wird sein: Wenn ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um mit uns zu rechten, so werden wir zu ihnen sprechen: ,Schenkt sie uns; denn haben wir nicht jeder sein Weib im Krieg genommen? Ihr aber habt sie ihnen ja nicht gegeben, daß ihr jetzt der Schuld verfielet.'»
7125#Richter,21,23#23. Da taten die Söhne Binjamins so und holten sich Frauen, ihrer Zahl entsprechend, aus den Spielenden, die sie raubten. Dann gingen sie hin und kehrten heim in ihr Besitztum, bauten die Städte auf und wohnten darin.
7126#Richter,21,24#24. Dann gingen die Kinder Jisraël von dort zu jener Zeit, jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und sie zogen von dort, ein jeder in sein Besitztum.
7127#Richter,21,25#25. In jenen Tagen gab es keinen König in Jisraël; jeder tat, was recht war in seinen Augen.