1750#Lukas,1,1#1. DA nun schon viele es unternommen haben, eine Erzählung der Ereignisse abzufassen, die sich unter uns zugetragen haben,
1751#Lukas,1,2#2. wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen gewesen sind und Diener des Wortes, -Joh. 15,27.
1752#Lukas,1,3#3. hielt auch ich es für gut, nachdem ich allem von vorn an genau nachgegangen, es der Reihenfolge nach für dich aufzuzeichnen, hochangesehener Theophilus, -Apg. 1,1.
1753#Lukas,1,4#4. damit du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, über die du unterrichtet worden bist.
1754#Lukas,1,5#5. IN den Tagen des Herodes, des Königs des jüdischen Landes, war ein Priester mit Namen Zacharias aus der Dienstabteilung des Abia, der hatte ein Weib von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. -Mt. 2,1; 1.Chr. 24,10; 2.Mo. 6,23; Neh. 12,17.
1755#Lukas,1,6#6. Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. -5.Mo. 10,12; Hiob 1,1.8.
1756#Lukas,1,7#7. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren schon betagt.
1757#Lukas,1,8#8. Es begab sich aber, als er in der Reihe seiner Abteilung vor Gott Priesterdienst tat,
1758#Lukas,1,9#9. da wurde er nach dem Brauch des Priesterdienstes durch das Los bestimmt, in den Tempel des Herrn zu gehen und zu räuchern. -2.Mo. 30,7.
1759#Lukas,1,10#10. Und die ganze Menge des Volkes stand betend draussen zur Stunde des Räucheropfers.
1760#Lukas,1,11#11. Es erschien ihm aber ein Engel des Herrn, der zur Rechten des Räucheraltars stand. -Apg. 10,3.
1761#Lukas,1,12#12. Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
1762#Lukas,1,13#13. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! denn dein Gebet ist erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
1763#Lukas,1,14#14. Und du wirst voll Freude und Jubel sein, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
1764#Lukas,1,15#15. Denn er wird gross sein vor dem Herrn, und Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit dem heiligen Geist wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an. -4.Mo. 6,3; Ri. 13,4.5; 1.Sam. 1,11.
1765#Lukas,1,16#16. Und viele von den Söhnen Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückbringen;
1766#Lukas,1,17#17. und er wird vor ihm her gehen im Geist und in der Kraft des Elia, um die Herzen der Väter zu den Kindern zurückzubringen und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein wohlgerüstetes Volk zu bereiten. -Mt. 11,14; 17,11-13; Mal. 3,1;4,5.6.
1767#Lukas,1,18#18. Und Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und mein Weib ist schon betagt.
1768#Lukas,1,19#19. Da antwortete der Engel und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. -Dan. 8,16; 9,21.
1769#Lukas,1,20#20. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, wo dies geschehen wird, darum, weil du nicht geglaubt hast meinen Worten, die zu ihrer Zeit in Erfüllung gehen werden.
1770#Lukas,1,21#21. Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb.
1771#Lukas,1,22#22. Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie merkten, dass er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
1772#Lukas,1,23#23. Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, da ging er hinweg in sein Haus.
1773#Lukas,1,24#24. Nach diesen Tagen aber wurde Elisabeth, sein Weib, schwanger; und sie verbarg sich fünf Monate und sagte:
1774#Lukas,1,25#25. So hat mir der Herr getan in den Tagen, in denen er darauf geachtet hat, meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen. -1.Mo. 30,23.
1775#Lukas,1,26#26. IM sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt
1776#Lukas,1,27#27. zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Joseph aus dem Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria. -Lk. 2,5; Mt. 1,16.18.
1777#Lukas,1,28#28. Und er kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüsst, du Begnadete! Der Herr ist mit dir.
1778#Lukas,1,29#29. Sie aber erschrak über das Wort und sann darüber nach, was das für ein Gruss sei.
1779#Lukas,1,30#30. Da sprach der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
1780#Lukas,1,31#31. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. -Jes. 7,14; Mt. 1,21-23.
1781#Lukas,1,32#32. Dieser wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, -Jes. 9,7.
1782#Lukas,1,33#33. und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein. -2.Sam. 7,12.13.16; Mi. 4,7; Dan. 7,14.
1783#Lukas,1,34#34. Maria aber sagte zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich von keinem Manne weiss?
1784#Lukas,1,35#35. Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; daher wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Sohn Gottes genannt werden. -Mt. 1,18.20; Joh. 10,36.
1785#Lukas,1,36#36. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie erwartet einen Sohn in ihrem Alter; und dies ist der sechste Monat für sie, die unfruchtbar hiess.
1786#Lukas,1,37#37. Denn «kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein». -Lk. 18,27; 1.Mo. 18,14.
1787#Lukas,1,38#38. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
1788#Lukas,1,39#39. MARIA aber machte sich in diesen Tagen auf und wanderte eilends nach dem Bergland in eine Stadt Judas
1789#Lukas,1,40#40. und trat in das Haus des Zacharias und begrüsste Elisabeth.
1790#Lukas,1,41#41. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruss der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leibe, und Elisabeth wurde mit dem heiligen Geist erfüllt
1791#Lukas,1,42#42. und brach mit lauter Stimme in die Worte aus: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
1792#Lukas,1,43#43. Und woher wird mir dies zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
1793#Lukas,1,44#44. Denn siehe, als der Klang deines Grusses in mein Ohr drang, hüpfte das Kind mit Frohlocken in meinem Leibe.
1794#Lukas,1,45#45. Und selig ist die, welche geglaubt hat, dass sich erfüllen wird, was vom Herrn zu ihr geredet worden ist. -Lk. 11,27.28; Hebr. 11,11; Joh. 20,29.
1795#Lukas,1,46#46. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, / -V. 46-55: 1.Sam. 2,1-10.
1796#Lukas,1,47#47. und mein Geist «frohlockt über Gott, meinen Heiland», / -Hab. 3,18.
1797#Lukas,1,48#48. dass er «hingesehen hat auf die Niedrigkeit seiner Magd»; / denn siehe, von jetzt an werden mich seligpreisen alle Geschlechter. / -Ps. 113,6.7.
1798#Lukas,1,49#49. Denn Grosses hat mir der Mächtige getan, / und «heilig ist sein Name», / -Ps. 126,3; 111,9.
1799#Lukas,1,50#50. und «seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht / über die, welche ihn fürchten». / -Ps. 103,13.17.
1800#Lukas,1,51#51. Er hat Macht geübt mit seinem Arm; / «er hat zerstreut, die hochmütig sind» in ihres Herzens Sinn; / -Ps. 89,11; 2.Sam. 22,28; Jes. 51,9; 1.Petr. 5,5.
1801#Lukas,1,52#52. er hat Gewaltige von den Thronen gestossen / und Niedrige erhöht. / -Ps. 147,6; Hiob 5,11.
1802#Lukas,1,53#53. «Hungrige hat er mit Gütern erfüllt» / und Reiche leer hinweggeschickt. / -Ps. 107,9.
1803#Lukas,1,54#54. Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, / zu gedenken der Barmherzigkeit, / -Jes. 41,8; Ps. 98,3.
1804#Lukas,1,55#55. wie er geredet hat zu unsern Vätern, / gegenüber Abraham und seiner Nachkommenschaft in Ewigkeit. -1.Mo. 17,7; 18,18; 22,17.
1805#Lukas,1,56#56. Maria aber blieb gegen drei Monate bei ihr und kehrte (dann) nach Hause zurück.
1806#Lukas,1,57#57. FÜR Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
1807#Lukas,1,58#58. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr gross gemacht hatte, und freuten sich mit ihr.
1808#Lukas,1,59#59. Und es begab sich am achten Tage, dass sie kamen, um das Kindlein zu beschneiden; und sie wollten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias nennen. -1.Mo. 17,12.
1809#Lukas,1,60#60. Da begann seine Mutter und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heissen.
1810#Lukas,1,61#61. Und sie sagten zu ihr: Es ist niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt.
1811#Lukas,1,62#62. Sie winkten aber seinem Vater, wie er wolle, dass er heissen sollte.
1812#Lukas,1,63#63. Und er forderte ein Schreibtäfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name. Und sie verwunderten sich alle.
1813#Lukas,1,64#64. Sofort aber tat sich sein Mund auf und seine Zunge (löste sich), und er redete und pries Gott.
1814#Lukas,1,65#65. Und es kam Furcht über alle, die in ihrer Nähe wohnten, und durch das ganze Bergland von Judäa hin wurden alle diese Dinge erzählt.
1815#Lukas,1,66#66. Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
1816#Lukas,1,67#67. UND sein Vater Zacharias wurde mit dem heiligen Geist erfüllt und sprach aus Eingebung:
1817#Lukas,1,68#68. «Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels»; / denn er hat sich seines Volkes angenommen und ihm Erlösung bereitet / -Ps. 111,9; Lk. 7,16.
1818#Lukas,1,69#69. und hat uns aufgerichtet ein Horn-1- des Heils / in dem Hause Davids, seines Knechtes, / -1.Sam. 2,10; Ps. 18,3; 132,17. 1) «Horn» ist im AT ein Sinnbild der Stärke.
1819#Lukas,1,70#70. wie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen, von Ewigkeit her ausgesandten Propheten: / -Apg. 3,21.24.
1820#Lukas,1,71#71. Errettung von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, / -Ps. 106,10.
1821#Lukas,1,72#72. Barmherzigkeit zu erweisen unsern Vätern / und zu gedenken seines heiligen Bundes, / -Ps. 105,8; 106,45; 1.Mo. 17,7; 3.Mo. 26,42.
1822#Lukas,1,73#73. des Eides, den er Abraham, unsrem Vater, geschworen hat, / uns zu verleihen, -1.Mo. 22,16.17.
1823#Lukas,1,74#74. dass wir, / erlöst aus der Hand unsrer Feinde, / ohne Furcht ihm dienen / -Gal. 1,4; Hebr. 2,15; 9,14.
1824#Lukas,1,75#75. in Heiligkeit und Gerechtigkeit / vor ihm alle unsre Tage. / -Eph. 4,24; Tit. 2,11-14.
1825#Lukas,1,76#76. Aber auch du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; / denn du wirst vor dem Herrn her gehen, seine Wege zu bereiten, / -Mal. 3,1; V. 17; Mt. 3,3.
1826#Lukas,1,77#77. um Erkenntnis des Heils zu geben seinem Volk / in Vergebung ihrer Sünden, / -Jer. 31,34.
1827#Lukas,1,78#78. wegen der mitleidsvollen Barmherzigkeit unsres Gottes, / womit auf uns strahlen wird-1- der Aufgang aus der Höhe, / -Mal. 4,2; Jes. 60,1.2. 1) nach vielen Textzeugen: «gestrahlt hat».
1828#Lukas,1,79#79. zu leuchten denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, / zu leiten unsre Füsse auf den Weg des Friedens. -Jes. 9,2; 42,7; 49,6; 58,8; Mt. 4,16.
1829#Lukas,1,80#80. Das Kindlein aber wuchs und wurde stark im Geist und war in der Einöde bis zum Tage seines Auftretens vor Israel. -Lk. 2,40; 3,2; Mt. 3,1.
1830#Lukas,2,1#1. ES begab sich aber in jenen Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl erging, dass der ganze Erdkreis sich einschätzen lassen sollte.
1831#Lukas,2,2#2. Diese Schatzung war die erste und geschah, als Quirinius Statthalter in Syrien war. -Apg. 5,37.
1832#Lukas,2,3#3. Und es machten sich alle auf, um sich einschätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.
1833#Lukas,2,4#4. Aber auch Joseph ging von Galiläa aus der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heisst, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, -Lk. 1,26.27; 1.Sam. 17,12; Mi. 5,2; Joh. 7,42.
1834#Lukas,2,5#5. um sich mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war, einschätzen zu lassen. -Lk. 1,31; Mt. 1,18-20.
1835#Lukas,2,6#6. Es begab sich aber, während sie dort waren, da vollendeten sich die Tage, dass sie gebären sollte.
1836#Lukas,2,7#7. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil sie in der Herberge keinen Platz fanden. -Mt. 1,25.
1837#Lukas,2,8#8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die hielten Nachtwache über ihre Herde.
1838#Lukas,2,9#9. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und Lichtglanz des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr.
1839#Lukas,2,10#10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volke widerfahren wird; -Jes. 9,3; 49,6.
1840#Lukas,2,11#11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher der Christus ist, der Herr-1-, in der Stadt Davids. -Jes. 9,6.  1) als ursprüngliche L. statt «der Christus, der Herr» hat man vermutet: «der Gesalbte des Herrn» (wie V. 26).
1841#Lukas,2,12#12. Und das sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
1842#Lukas,2,13#13. Und auf einmal war bei dem Engel die Menge des himmlischen Heeres, die lobten Gott und sprachen: -Dan. 7,10.
1843#Lukas,2,14#14. Ehre sei Gott in den Höhen / und Friede auf Erden / unter den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat.-1- -Lk. 19,38; Eph. 2,14.17.   1) w: «unter den Menschen des Wohlgefallens». Viele alte Textzeugen haben: «Ehre sei Gott in den Höhen / und Friede auf Erden, / an den Menschen ein Wohlgefallen.»
1844#Lukas,2,15#15. Und es begab sich, als die Engel von ihnen gen Himmel gefahren waren, da sprachen die Hirten zueinander: Lasset uns doch nach Bethlehem hingehen und diese Sache sehen, die geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat.
1845#Lukas,2,16#16. Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, und das Kind in der Krippe liegend.
1846#Lukas,2,17#17. Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort kund, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
1847#Lukas,2,18#18. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.
1848#Lukas,2,19#19. Maria aber behielt alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. -V. 51.
1849#Lukas,2,20#20. Und die Hirten kehrten zurück und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war.
1850#Lukas,2,21#21. UND als acht Tage vollendet waren, nach denen man ihn beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde. -Lk. 1,31; 3.Mo. 12,3; Gal. 4,4.
1851#Lukas,2,22#22. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen - -3.Mo. 12.
1852#Lukas,2,23#23. wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heissen» - -2.Mo. 13,2.12-15.
1853#Lukas,2,24#24. und um ein Opfer zu bringen nach der Bestimmung im Gesetz des Herrn: «ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben». -3.Mo. 12,8.
1854#Lukas,2,25#25. Und siehe, es war in Jerusalem ein Mann namens Simeon, und dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war auf ihm. -Jes. 40,1; 49,13; Ps. 119,166.
1855#Lukas,2,26#26. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, dass er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen hätte.
1856#Lukas,2,27#27. Und er kam, erfüllt vom Geist, in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun,
1857#Lukas,2,28#28. da nahm er es auf die Arme und pries Gott und sprach:
1858#Lukas,2,29#29. Jetzt lässest du deinen Knecht, o Herr, / nach deinem Wort in Frieden dahingehen; / -1.Mo. 46,30.
1859#Lukas,2,30#30. denn meine Augen haben dein Heil gesehen, / -Lk. 3,6.
1860#Lukas,2,31#31. das du im Angesicht aller Völker bereitet hast, / -Jes. 52,10.
1861#Lukas,2,32#32. ein Licht zur Erleuchtung der Heiden / und zur Verherrlichung deines Volkes Israel. -Jes. 42,6; 49,6; Apg. 13,47.
1862#Lukas,2,33#33. Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was über ihn gesagt wurde.
1863#Lukas,2,34#34. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - -Jes. 8,14; Apg. 28,22; Röm. 9,33; 1.Kor. 1,23.
1864#Lukas,2,35#35. aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen - damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden. -Joh. 19,25.
1865#Lukas,2,36#36. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie nach ihrer Jungfrauschaft (nur) sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt hatte,
1866#Lukas,2,37#37. und war Witwe bis zum Alter von 84 Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. -1.Tim. 5,5.
1867#Lukas,2,38#38. Und zu ebendieser Stunde trat sie hinzu und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels-1- warteten. -Lk. 24,21.   1) die meisten alten Textzeugen haben: «Jerusalems». Die in den grHs. für «Israel» und für «Jerusalem» gebrauchten Abkürzungen konnten leicht verwechselt werden.
1868#Lukas,2,39#39. Und nachdem sie alles nach dem Gesetz des Herrn vollbracht hatten, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. -Mt. 2,19-23.
1869#Lukas,2,40#40. Das Kindlein aber wuchs und wurde stark, indem es mit Weisheit erfüllt wurde, und die Gnade Gottes war auf ihm. -Lk. 1,80.
1870#Lukas,2,41#41. UND seine Eltern zogen jährlich am Passafest nach Jerusalem. -2.Mo. 23,14-17.
1871#Lukas,2,42#42. Und als er zwölf Jahre alt geworden war, gingen sie nach der Gewohnheit des Festes hinauf.
1872#Lukas,2,43#43. Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wussten es nicht.
1873#Lukas,2,44#44. Weil sie aber meinten, er sei unter der Reisegesellschaft, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
1874#Lukas,2,45#45. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn.
1875#Lukas,2,46#46. Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, wie er mitten unter den Lehrern sass, ihnen zuhörte und sie fragte.
1876#Lukas,2,47#47. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über seine Einsicht und seine Antworten. -Joh. 7,15.
1877#Lukas,2,48#48. Und als sie ihn sahen, wurden sie bestürzt, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich suchen dich mit Schmerzen.
1878#Lukas,2,49#49. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? -Ps. 26,8; 27,4.
1879#Lukas,2,50#50. Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. -Lk. 18,34.
1880#Lukas,2,51#51. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle die Worte in ihrem Herzen. -V. 19.
1881#Lukas,2,52#52. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und Menschen. -1.Sam. 2,26.
1882#Lukas,3,1#1. IM fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius aber, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Fürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Fürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Fürst von Abilene, -Mt. 27,2;14,1.3.
1883#Lukas,3,2#2. unter dem Hohenpriester Hannas und Kajaphas, da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. -Lk. 1,80; Joh. 18,13; 1,6.
1884#Lukas,3,3#3. Und er begab sich in die ganze Landschaft am Jordan und predigte, man solle sich taufen lassen auf Grund der Busse zur Vergebung der Sünden,
1885#Lukas,3,4#4. wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht: (Es erschallt) «die Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Strassen gerade! -V. 4-6: Jes. 40,3-5.
1886#Lukas,3,5#5. Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel niedrig gemacht werden, und das Krumme soll zu geraden Wegen und die rauhen sollen zu ebenen Wegen werden,
1887#Lukas,3,6#6. und alles Fleisch soll das Heil Gottes sehen.» -Lk. 2,30.
1888#Lukas,3,7#7. Er sprach nun zu der Volksmenge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Natterngezücht, wer hat euch unterwiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet?
1889#Lukas,3,8#8. Bringet darum Früchte, die der Busse gemäss sind, und fanget nicht an, bei euch selber zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. -Apg. 26,20.
1890#Lukas,3,9#9. Schon ist aber auch die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
1891#Lukas,3,10#10. Und die Volksmenge fragte ihn: Was sollen wir nun tun? -Apg. 2,37.
1892#Lukas,3,11#11. Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, gebe (einen) dem, der keinen hat; und wer Speise hat, tue ebenso! -Jak. 2,15-17; 1.Joh. 3,17.
1893#Lukas,3,12#12. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sagten zu ihm: Meister, was sollen wir tun? -Mt. 21,31.32.
1894#Lukas,3,13#13. Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als was euch verordnet ist!
1895#Lukas,3,14#14. Es fragten ihn aber auch Soldaten: Und was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Begehet gegen niemand Gewalttat noch Erpressung und begnüget euch mit eurem Solde!
1896#Lukas,3,15#15. Da aber das Volk in Erwartung stand und alle sich in ihren Herzen über Johannes Gedanken machten, ob er vielleicht der Christus sei,
1897#Lukas,3,16#16. begann Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, welcher stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm den Riemen seiner Schuhe zu lösen. Er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.
1898#Lukas,3,17#17. Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand, um seine Tenne zu fegen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
1899#Lukas,3,18#18. Indem er nun noch viele andre Mahnungen gab, verkündigte er dem Volke frohe Botschaft.
1900#Lukas,3,19#19. Der Fürst Herodes aber, der von ihm zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all des Bösen, das Herodes getan hatte, -Mt. 14,3.4; Mk. 6,17.18.
1901#Lukas,3,20#20. fügte zu allem noch dies hinzu: Er liess den Johannes ins Gefängnis einschliessen.
1902#Lukas,3,21#21. ES begab sich aber, als alles Volk sich taufen liess und auch Jesus getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf -Hes. 1,1.
1903#Lukas,3,22#22. und der heilige Geist schwebte in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und aus dem Himmel erscholl eine Stimme: «Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.» -Lk. 9,35; Ps. 2,7; Jes. 42,1. 1) nach and. alt. Textzeugen: «Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.» (vgl. Ps. 2,7).
1904#Lukas,3,23#23. UND er, Jesus, war, als er auftrat, etwa dreissig Jahre alt und war, wie man annahm, ein Sohn des Joseph, der (war ein Sohn) des Eli, -Lk. 4,22; Mt. 13,55.
1905#Lukas,3,24#24. der des Matthat, der des Levi, der des Melchi, der des Jannai, der des Joseph,
1906#Lukas,3,25#25. der des Mattathias, der des Amos, der des Nahum, der des Hesli, der des Naggai,
1907#Lukas,3,26#26. der des Maath, der des Mattathias, der des Semein, der des Josech, der des Joda,
1908#Lukas,3,27#27. der des Johanan, der des Resa, der des Serubbabel, der des Sealthiel, der des Neri, -1.Chr. 3,17; Esra 3,2.
1909#Lukas,3,28#28. der des Melchi, der des Addi, der des Kosam, der des Elmadam, der des Er,
1910#Lukas,3,29#29. der des Jesus, der des Elieser, der des Jorim, der des Matthat, der des Levi,
1911#Lukas,3,30#30. der des Simeon, der des Juda, der des Joseph, der des Jonam, der des Eljakim,
1912#Lukas,3,31#31. der des Melea, der des Menna, der des Mattatha, der des Nathan, der des David, -1.Sam. 16,13; 2.Sam. 5,14.
1913#Lukas,3,32#32. der des Isai, der des Jobed-1-, der des Boas, der des Sala-1-, der des Nahason, -Ruth 4,21.22; 1.Sam. 16,1. 1) im AT (1.Chr. 2,11.12; Ruth 4,20.21): Obed, Salmon.
1914#Lukas,3,33#33. der des Amminadab, der des Admin, der des Arni-1-, der des Hezron, der des Perez, der des Juda, -1.Chr. 2,1-12; 1.Mo. 29,35. 1) so nach den besten Textzeugen. Im AT (1.Chr. 2,9.10; Ruth 4,19) steht statt Admin und Arni nur: Ram.
1915#Lukas,3,34#34. der des Jakob, der des Isaak, der des Abraham, der des Tharah, der des Nahor, -1.Mo. 11,10-26; 1.Chr. 1,24-27.
1916#Lukas,3,35#35. der des Serug, der des Regu, der des Peleg, der des Heber, der des Selah,
1917#Lukas,3,36#36. der des Kainam-1-, der des Arpachsad, der des Sem, der des Noah, der des Lamech, -1.Mo. 5,3-32; 1.Chr. 1,1-4.  1) Kainam kommt nicht im Urtext, sondern nur in der grÜs. des AT (1.Mo. 10,24; 11,12.13) vor.
1918#Lukas,3,37#37. der des Methusalah, der des Henoch, der des Jared, der des Mahalaleel, der des Kenan,
1919#Lukas,3,38#38. der des Enos, der des Seth, der des Adam, der Gottes. -1.Mo. 4,25.26; 5,1-3.
1920#Lukas,4,1#1. JESUS aber kehrte voll des heiligen Geistes vom Jordan zurück und wurde während vierzig Tagen, vom Geist geleitet, in der Wüste umhergetrieben
1921#Lukas,4,2#2. und vom Teufel versucht. Und er ass in jenen Tagen nichts; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn.
1922#Lukas,4,3#3. Der Teufel aber sagte zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so gebiete diesem Stein, dass er Brot werde!
1923#Lukas,4,4#4. Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: «Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben.» -5.Mo. 8,3.
1924#Lukas,4,5#5. Dann führte er ihn empor und zeigte ihm alle Reiche des Erdkreises in einem Augenblick.
1925#Lukas,4,6#6. Und der Teufel sagte zu ihm: Dir will ich alle diese ihre Macht und Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. -1.Joh. 2,15-17.
1926#Lukas,4,7#7. Wenn nun du mich anbetest, soll das alles dein sein.
1927#Lukas,4,8#8. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» -5.Mo. 6,13.
1928#Lukas,4,9#9. Darauf führte er ihn nach Jerusalem, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sagte zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich von hier hinab!
1929#Lukas,4,10#10. denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engel deinethalben / Befehl geben, dich zu bewahren, / -V. 10-11: Ps. 91,11.12.
1930#Lukas,4,11#11. und sie werden dich auf den Händen tragen, / damit du deinen Fuss nicht etwa an einen Stein stossest.»
1931#Lukas,4,12#12. Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Es ist gesagt: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» -5.Mo. 6,16.
1932#Lukas,4,13#13. Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, stand er von ihm ab bis zu gelegener Zeit. -Hebr. 4,15.
1933#Lukas,4,14#14. DA kehrte Jesus in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück; und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen umliegenden Landschaft. -Mt. 4,12; Mk. 1,14.
1934#Lukas,4,15#15. Und er lehrte in ihren Synagogen, von allen gepriesen.
1935#Lukas,4,16#16. Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.
1936#Lukas,4,17#17. Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gegeben; und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben stand: -Jes. 61,1.2.
1937#Lukas,4,18#18. «Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Befreiung zu verkündigen und den Blinden das Augenlicht», «die Zerschlagenen zu befreien und zu entlassen», -Mt. 5,3; 11,5.
1938#Lukas,4,19#19. «ein angenehmes Jahr des Herrn zu verkündigen.» -3.Mo. 25,10.
1939#Lukas,4,20#20. Und als er das Buch zugetan hatte, gab er es dem Diener wieder und setzte sich, und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
1940#Lukas,4,21#21. Er begann aber damit, ihnen zu sagen: Heute ist dieses Schriftwort erfüllt vor euren Ohren.
1941#Lukas,4,22#22. Und alle gaben ihm Zeugnis und verwunderten sich über die Worte voll Anmut, die aus seinem Munde kamen, und sagten: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? -Joh. 6,42.
1942#Lukas,4,23#23. Und er sprach zu ihnen: Jedenfalls werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, heile dich selbst! So grosse Dinge in Kapernaum geschehen sind, wie wir gehört haben - (so grosse) tue auch hier in deiner Vaterstadt! -1.Kor. 1,22.
1943#Lukas,4,24#24. Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist gut aufgenommen in seiner Vaterstadt.
1944#Lukas,4,25#25. Der Wahrheit gemäss aber sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen des Elia in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate* lang verschlossen war und eine grosse Hungersnot über das ganze Land kam; -V. 25-26: 1.Kön. 17,1.9; 18,1; Jak. 5,17.
1945#Lukas,4,26#26. und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern nur zu einer Witwe nach Sarepta in Sidonien.
1946#Lukas,4,27#27. Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa; und keiner von ihnen wurde rein, sondern nur der Syrer Naeman. -2.Kön. 5,14.
1947#Lukas,4,28#28. Da wurden alle in der Synagoge, als sie dies hörten, voll Zorn
1948#Lukas,4,29#29. und standen auf, stiessen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis zum Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. -V: 29-30: Joh. 8,59; 10,39.
1949#Lukas,4,30#30. Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging hinweg.
1950#Lukas,4,31#31. UND er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat. -Mt. 4,13; Joh. 2,12.
1951#Lukas,4,32#32. Und sie erstaunten über seine Lehre, denn seine Rede war voll Gewalt. -Mt. 7,28.29; Joh. 7,46.
1952#Lukas,4,33#33. Und in der Synagoge war ein Mensch, der von einem Geist, einem unreinen Dämon, besessen war. Und er schrie mit lauter Stimme:
1953#Lukas,4,34#34. Ach, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiss, wer du bist: der Heilige Gottes! -Lk. 8,28.
1954#Lukas,4,35#35. Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Da riss ihn der Dämon in die Mitte und fuhr von ihm aus, ohne ihm Schaden zu tun.
1955#Lukas,4,36#36. Und Staunen kam über alle, und sie redeten untereinander und sagten: Was ist das für eine Rede? Er gebietet ja den unreinen Geistern mit Gewalt und Macht, und sie fahren aus.
1956#Lukas,4,37#37. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in jeden Ort der umliegenden Landschaft.
1957#Lukas,4,38#38. NACHDEM er sich aber aus der Synagoge aufgemacht hatte, ging er in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon aber war mit einem starken Fieber behaftet, und sie baten ihn für sie.
1958#Lukas,4,39#39. Und er trat ihr zu Häupten und bedrohte das Fieber, und es verliess sie. Da stand sie sofort auf und diente ihnen.
1959#Lukas,4,40#40. Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke hatten mit mancherlei Leiden, sie zu ihm; und er legte jedem von ihnen die Hände auf und heilte sie.
1960#Lukas,4,41#41. Es fuhren aber auch Dämonen von vielen aus, indem sie schrieen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und liess sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus sei. -Mt. 8,29; Mk. 3,11.12; Apg. 16,17.18.
1961#Lukas,4,42#42. Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus und begab sich an einen einsamen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen wegginge.
1962#Lukas,4,43#43. Er jedoch sprach zu ihnen: Auch den andern Städten muss ich das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt. -Lk. 8,1.
1963#Lukas,4,44#44. Und er predigte in den Synagogen des jüdischen Landes. -Mt. 4,23.
1964#Lukas,5,1#1. ES begab sich aber, als das Volk sich zu ihm drängte und das Wort Gottes hörte, während er am See von Gennesaret stand,
1965#Lukas,5,2#2. da sah er zwei Schiffe am Ufer des Sees liegen; die Fischer jedoch waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze.
1966#Lukas,5,3#3. Da stieg er in eins der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande wegzufahren. Darauf setzte er sich und lehrte die Volksmenge vom Schiffe aus.
1967#Lukas,5,4#4. Als er aber aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Höhe, und werfet eure Netze zum Fang aus! -Joh. 21,6.
1968#Lukas,5,5#5. Und Simon antwortete und sagte: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; doch auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.
1969#Lukas,5,6#6. Und als sie dies getan hatten, fingen sie eine grosse Menge Fische; ihre Netze aber wollten zerreissen.
1970#Lukas,5,7#7. Und sie winkten den Gefährten im andern Schiffe, sie möchten kommen und ihnen helfen; und sie kamen, und sie füllten beide Schiffe, sodass sie zu sinken drohten.
1971#Lukas,5,8#8. Als Simon Petrus das sah, warf er sich zu den Knieen Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, o Herr!
1972#Lukas,5,9#9. Denn Schrecken umfing ihn und alle, die bei ihm waren, wegen des Fischfanges, den sie getan hatten,
1973#Lukas,5,10#10. ebenso aber auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Genossen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.
1974#Lukas,5,11#11. Und sie brachten die Schiffe ans Land, verliessen alles und folgten ihm nach. -Mt. 19,27.
1975#Lukas,5,12#12. UND es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz. Als der Jesus sah, warf er sich aufs Angesicht nieder und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.
1976#Lukas,5,13#13. Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es, werde rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm.
1977#Lukas,5,14#14. Und er gebot ihm, es niemandem zu sagen; sondern (, sprach er,) geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis! -3.Mo. 14,2-32.
1978#Lukas,5,15#15. Aber die Rede über ihn breitete sich noch mehr aus; und eine grosse Volksmenge kam zusammen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
1979#Lukas,5,16#16. Er jedoch zog sich in einsame Gegenden zurück und verweilte im Gebet.
1980#Lukas,5,17#17. UND es begab sich an einem der Tage, dass er lehrte; und es sassen Pharisäer und Gesetzeslehrer da, die aus allen Ortschaften von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren. Und die Kraft des Herrn (in ihm) war darauf gerichtet, zu heilen.
1981#Lukas,5,18#18. Und siehe, da trugen Männer auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war, und suchten ihn hineinzubringen und vor ihn hinzulegen.
1982#Lukas,5,19#19. Und da sie wegen des Volkes keinen Weg fanden, wo sie ihn hineinbringen könnten, stiegen sie auf das Haus und liessen ihn samt dem Bett durch das Ziegeldach hinab in die Mitte vor Jesus hin.
1983#Lukas,5,20#20. Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!
1984#Lukas,5,21#21. Da fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, sich darüber Gedanken zu machen, und sagten: Wer ist dieser, der (solche) Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben ausser Gott allein?
1985#Lukas,5,22#22. Als aber Jesus ihre Gedanken merkte, begann er und sprach zu ihnen: Was macht ihr euch da für Gedanken in euren Herzen? -Lk. 6,8.
1986#Lukas,5,23#23. Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
1987#Lukas,5,24#24. Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh in dein Haus! -Joh. 17,2.
1988#Lukas,5,25#25. Und sofort stand er vor ihren Augen auf, hob (das Bett) auf, worauf er gelegen hatte, ging hinweg in sein Haus und pries Gott. -Joh. 5,9.
1989#Lukas,5,26#26. Und Staunen ergriff alle, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sagten: Wir haben heute unglaubliche Dinge gesehen.
1990#Lukas,5,27#27. UND darnach ging er aus und sah einen Zöllner mit Namen Levi an der Zollstätte sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!
1991#Lukas,5,28#28. Da verliess er alles, stand auf und folgte ihm nach.
1992#Lukas,5,29#29. Und Levi veranstaltete für ihn ein grosses Mahl in seinem Hause; und es war eine grosse Schar von Zöllnern und andern da, die mit ihnen zu Tische sassen. -Lk. 15,1.
1993#Lukas,5,30#30. Da murrten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten gegen seine Jünger und sagten: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? -Lk. 15,2; 19,7.
1994#Lukas,5,31#31. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken;
1995#Lukas,5,32#32. ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Busse.
1996#Lukas,5,33#33. SIE aber sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten häufig und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer; die deinigen dagegen essen und trinken. -Lk. 11,1.
1997#Lukas,5,34#34. Da sprach Jesus zu ihnen: Könnt ihr etwa die Hochzeitsleute zum Fasten bringen, während der Bräutigam bei ihnen ist? -Joh. 3,29.
1998#Lukas,5,35#35. Doch es werden Tage kommen, und dann, wenn der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, werden sie fasten in jenen Tagen.
1999#Lukas,5,36#36. Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand reisst ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; sonst wird er nicht nur das neue zerreissen, sondern auch zu dem alten wird das Stück vom neuen nicht passen.
2000#Lukas,5,37#37. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreissen, und er selbst wird verschüttet werden, und die Schläuche werden zugrunde gehen.
2001#Lukas,5,38#38. Sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen.
2002#Lukas,5,39#39. Und niemand, der alten getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte ist gut.
2003#Lukas,6,1#1. ES begab sich aber, dass er an einem Sabbat durch die Saaten wanderte; und seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und assen sie. -5.Mo. 23,25.
2004#Lukas,6,2#2. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?
2005#Lukas,6,3#3. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr (denn) das auch gar nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte? -1.Sam. 21,4-7.
2006#Lukas,6,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und ass, die niemand essen darf als die Priester allein, und auch seinen Begleitern davon gab? -3.Mo. 24,9.
2007#Lukas,6,5#5. Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.
2008#Lukas,6,6#6. ES begab sich aber an einem andern Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte; und daselbst war ein Mensch, dessen rechte Hand erstorben war.
2009#Lukas,6,7#7. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber gaben acht auf ihn, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie eine Anklage wider ihn finden könnten.
2010#Lukas,6,8#8. Doch er wusste ihre Gedanken. Er sagte aber zu dem Mann, der die erstorbene Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Und er stand auf und stellte sich dahin. -Mt. 9,4; 12,25.
2011#Lukas,6,9#9. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, ein Menschenleben zu retten oder zu verderben? -Lk. 14,3.
2012#Lukas,6,10#10. Und indem er sie alle ringsumher ansah, sagte er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt.
2013#Lukas,6,11#11. Da wurden sie voll sinnloser Wut und unterredeten sich miteinander, was sie Jesus wohl antun könnten. -Joh. 11,47.
2014#Lukas,6,12#12. ES begab sich aber in diesen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.
2015#Lukas,6,13#13. Und als es Tag geworden war, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:
2016#Lukas,6,14#14. Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus -V. 14-16: Apg. 1,13.
2017#Lukas,6,15#15. und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt Eiferer,
2018#Lukas,6,16#16. und Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischarioth, der zum Verräter wurde.
2019#Lukas,6,17#17. UND er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz und (mit ihm) eine grosse Schar seiner Jünger und eine grosse Menge Volkes aus dem ganzen jüdischen Lande und aus Jerusalem und von der Meeresküste von Tyrus und Sidon,
2020#Lukas,6,18#18. die gekommen waren, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
2021#Lukas,6,19#19. Und alles Volk suchte ihn anzurühren, denn eine Kraft ging von ihm aus und heilte alle. -Lk. 5,17; 8,46.
2022#Lukas,6,20#20. UND er erhob seine Augen auf seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn euch gehört das Reich Gottes. -Jak. 2,5.
2023#Lukas,6,21#21. Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet gesättigt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. -Offb. 7,16.17; Ps. 126,5.6; Jes. 61,3.
2024#Lukas,6,22#22. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausschliessen und schmähen und euren Namen als einen bösen ächten um des Sohnes des Menschen willen. -Joh. 15,18.19; 16,2.
2025#Lukas,6,23#23. Freuet euch an jenem Tage und frohlocket; denn siehe, euer Lohn wird gross sein im Himmel. Denn ebenso taten ihre Väter den Propheten. -Apg. 5,41.
2026#Lukas,6,24#24. Doch wehe euch, ihr Reichen; denn ihr habt euren Trost dahin. -Jak. 5,1.
2027#Lukas,6,25#25. Wehe euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet trauern und weinen. -Jak. 4,9.
2028#Lukas,6,26#26. Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden; denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten. -Jak. 4,4; Jer. 5,31.
2029#Lukas,6,27#27. EUCH aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebet eure Feinde; tut Gutes denen, die euch hassen; -Mt. 5,44.
2030#Lukas,6,28#28. segnet die, welche euch fluchen; bittet für die, welche euch beleidigen!
2031#Lukas,6,29#29. Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch den Rock nicht! -Mt. 5,39.40.
2032#Lukas,6,30#30. Jedem, der dich bittet, gib, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück! -Mt. 5,42.
2033#Lukas,6,31#31. Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, ebenso sollt auch ihr ihnen tun. -Mt. 7,12.
2034#Lukas,6,32#32. Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben. -Mt. 5,46.
2035#Lukas,6,33#33. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe.
2036#Lukas,6,34#34. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr zurückzuerhalten hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das gleiche zurückerhalten. -3.Mo. 25,35-37.
2037#Lukas,6,35#35. Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas zurückzuerwarten. Dann wird euer Lohn gross sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. -Mt. 5,44.45.
2038#Lukas,6,36#36. Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! -Mt. 5,7.48.
2039#Lukas,6,37#37. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet werden, und verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt werden; sprechet frei, so werdet ihr freigesprochen werden! -Mt. 7,1.2.
2040#Lukas,6,38#38. Gebet, so wird euch gegeben werden! ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes, überfliessendes Mass wird man in euren Schoss geben. Denn mit welchem Mass ihr messt, mit dem wird euch wieder gemessen werden. -Mk. 4,24; Spr. 19,17; 2.Kor. 9,6.
2041#Lukas,6,39#39. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? -Mt. 15,14.
2042#Lukas,6,40#40. Ein Jünger ist nicht über dem Meister; jeder aber, wenn er ganz vollendet ist, wird (nur) wie sein Meister sein. -Mt. 10,24; Joh. 15,20.
2043#Lukas,6,41#41. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, des Balkens jedoch in deinem eignen Auge wirst du nicht gewahr? -V. 41-42: Mt. 7,3-5.
2044#Lukas,6,42#42. Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: «Bruder, halt, ich will den Splitter, der in deinem Auge ist, herausziehen», wenn du selber den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du zusehen, dass du den Splitter herausziehst, der in deines Bruders Auge ist.
2045#Lukas,6,43#43. DENN es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, und wiederum keinen faulen Baum, der gute Frucht bringt. -V. 43-44: Mt. 7,16-20.
2046#Lukas,6,44#44. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; von Dornen sammelt man ja keine Feigen, und von einem Dornbusch schneidet man keine Traube.
2047#Lukas,6,45#45. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens das Gute hervor, und der böse bringt aus dem bösen (Schatze seines Herzens) das Böse hervor. Denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund. -Mt. 12,34.35.
2048#Lukas,6,46#46. Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr! und tut nicht, was ich sage? -Mal. 1,6.
2049#Lukas,6,47#47. JEDER, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut - ich will euch zeigen, wem er gleich ist.
2050#Lukas,6,48#48. Er ist gleich einem Menschen, der beim Bau eines Hauses tief grub und die Grundmauer auf dem Felsen errichtete. Als aber eine Flut kam, stiess der Wasserstrom an jenes Haus, und er vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gebaut war.
2051#Lukas,6,49#49. Wer aber hört und nicht tut, ist gleich einem Menschen, der ein Haus ohne Grundmauer auf das Erdreich baute; und der Wasserstrom stiess daran, und alsbald stürzte es zusammen, und der Einsturz jenes Hauses war gross.
2052#Lukas,7,1#1. NACHDEM er vor den Ohren des Volkes alle seine Aussprüche beendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum.
2053#Lukas,7,2#2. Der Knecht eines Hauptmanns aber, der diesem wert war, lag krank und war am Sterben.
2054#Lukas,7,3#3. Da er aber von Jesus gehört hatte, sandte er Älteste der Juden zu ihm und liess ihn bitten, dass er kommen und seinen Knecht retten möchte.
2055#Lukas,7,4#4. Sie aber kamen zu Jesus, baten ihn angelegentlich und sagten: Er verdient es, dass du ihm dies gewährst;
2056#Lukas,7,5#5. denn er hat unser Volk lieb, und er ist es, der uns die Synagoge gebaut hat. -Apg. 10,2.
2057#Lukas,7,6#6. Da ging Jesus mit ihnen hin. Als er aber nicht mehr fern von dem Hause war, schickte der Hauptmann Freunde und liess ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht! denn ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst.
2058#Lukas,7,7#7. Daher hielt ich auch mich nicht für würdig, selber zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht geheilt werden.
2059#Lukas,7,8#8. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und unter mir habe ich Soldaten; und sage ich zu diesem: Geh! so geht er; und zu einem andern: Komm! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's.
2060#Lukas,7,9#9. Als aber Jesus dies hörte, verwunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volke, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Selbst in Israel habe ich so grossen Glauben nicht gefunden.
2061#Lukas,7,10#10. Und als die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den Knecht gesund.
2062#Lukas,7,11#11. UND es begab sich bald darauf, dass er nach einer Stadt namens Nain ging; und mit ihm zogen seine Jünger und viel Volk.
2063#Lukas,7,12#12. Wie er sich aber dem Stadttor näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volk aus der Stadt war mit ihr.
2064#Lukas,7,13#13. Und als der Herr sie sah, fühlte er Erbarmen mit ihr und sprach zu ihr: Weine nicht! -Lk. 8,52; Offb. 5,5.
2065#Lukas,7,14#14. Und er trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen still. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf!
2066#Lukas,7,15#15. Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. -1.Kön. 17,23; 2.Kön. 4,36.
2067#Lukas,7,16#16. Furcht aber ergriff alle, und sie priesen Gott und sagten: Ein grosser Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat sich seines Volkes angenommen. -Lk. 1,68; Mt. 15,31.
2068#Lukas,7,17#17. Und diese Rede über ihn verbreitete sich im ganzen jüdischen Lande und in der ganzen Umgegend.
2069#Lukas,7,18#18. UND dem Johannes berichteten seine Jünger über dies alles. Da rief Johannes zwei seiner Jünger zu sich,
2070#Lukas,7,19#19. sandte sie zum Herrn und liess ihm sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2071#Lukas,7,20#20. Die Männer aber kamen zu ihm und sagten: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt dir sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2072#Lukas,7,21#21. In jener Stunde heilte er viele von Krankheiten und Qualen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
2073#Lukas,7,22#22. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und berichtet dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: «Blinde werden sehend», Lahme gehen, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote werden auferweckt, «Armen wird die frohe Botschaft gebracht» -Jes. 35,5; 61,1.
2074#Lukas,7,23#23. und selig ist, wer an mir keinen Anstoss nimmt.
2075#Lukas,7,24#24. ALS aber die Boten des Johannes hinweggegangen waren, fing er an, zur Volksmenge von Johannes zu reden: Was zu schauen seid ihr in die Wüste hinausgegangen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird?
2076#Lukas,7,25#25. Oder was zu sehen seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen, der mit weichen Kleidern angetan ist? Siehe, die in herrlicher Kleidung und Üppigkeit leben, sind in den Königspalästen.
2077#Lukas,7,26#26. Oder was zu sehen seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Sogar mehr als einen Propheten. -Lk. 1,76.
2078#Lukas,7,27#27. Dieser ist's, über den geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.» -Mal. 3,1; 2.Mo. 23,20.
2079#Lukas,7,28#28. Ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein grösserer Prophet als Johannes. Doch der Kleinste im Reiche Gottes ist grösser als er.
2080#Lukas,7,29#29. Und alles Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott Recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen liessen. -Mt. 21,32.
2081#Lukas,7,30#30. Die Pharisäer aber und die Gesetzeskundigen haben den Ratschluss Gottes über sie selber verworfen, indem sie sich von ihm nicht taufen liessen.
2082#Lukas,7,31#31. Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich?
2083#Lukas,7,32#32. Sie sind Kindern gleich, die am Markte sitzen und einander zurufen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; / wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.
2084#Lukas,7,33#33. Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der ass nicht Brot und trank nicht Wein; da sagt ihr: Er hat einen Dämon. -Lk. 1,15; Joh. 10,20.
2085#Lukas,7,34#34. Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagt ihr: Siehe, ein Schlemmer und Zecher, Freund mit Zöllnern und Sündern!
2086#Lukas,7,35#35. Und die Weisheit ist von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden.
2087#Lukas,7,36#36. ES bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tische. -Lk. 11,37.
2088#Lukas,7,37#37. Und siehe, eine Frau in der Stadt, die eine Sünderin war, hatte vernommen, dass er im Hause des Pharisäers zu Tische war, brachte eine Alabasterflasche voll Salbe -V. 37-38: Mt. 26,6.7; Joh. 12,3.
2089#Lukas,7,38#38. und trat hinten zu seinen Füssen, weinte und fing an, seine Füsse mit ihren Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füsse und salbte sie mit der Salbe.
2090#Lukas,7,39#39. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sagte er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, wüsste er, wer es ist und was für eine Frau, die ihn anrührt, dass sie (nämlich) eine Sünderin ist.
2091#Lukas,7,40#40. Und Jesus begann und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er erwiderte: Meister, sprich!
2092#Lukas,7,41#41. Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andre fünfzig.
2093#Lukas,7,42#42. Da sie nicht bezahlen konnten, schenkte er es beiden. Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?
2094#Lukas,7,43#43. Simon antwortete und sagte: Ich denke, der, dem er das meiste geschenkt hat. Da sprach er zu ihm: Du hast recht geurteilt.
2095#Lukas,7,44#44. Und indem er sich zu der Frau hinwandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen: Wasser für die Füsse hast du mir nicht gegeben; sie aber hat meine Füsse mit ihren Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet.
2096#Lukas,7,45#45. Einen Kuss hast du mir nicht gegeben; sie aber hat, seit sie hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füsse zu küssen.
2097#Lukas,7,46#46. Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt; sie aber hat mit Salbe meine Füsse gesalbt. -Ps. 23,5.
2098#Lukas,7,47#47. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
2099#Lukas,7,48#48. Er sprach aber zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. -V. 48-49: Lk. 5,20.21.
2100#Lukas,7,49#49. Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
2101#Lukas,7,50#50. Er sprach aber zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden! -Lk. 8,48; 17,19; 18,42; Mk. 5,34.
2102#Lukas,8,1#1. UND es begab sich bald darauf, dass er Städte und Dörfer durchwanderte, indem er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte, und die Zwölf begleiteten ihn -Lk. 4,43; 13,22.
2103#Lukas,8,2#2. und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt die aus Magdala, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, -Lk. 24,10; Mk. 15,40.41; 16,9.
2104#Lukas,8,3#3. und Johanna, die Frau des Chusa, eines Beamten des Herodes, und Susanna und viele andre, die mit ihrem Vermögen für sie sorgten. -Joh. 4,49.53.
2105#Lukas,8,4#4. ALS aber viel Volk zusammenkam und die Leute aus allen Städten zu ihm hinzogen, sprach er in einem Gleichnis:
2106#Lukas,8,5#5. Der Säemann ging aus, um seinen Samen zu säen. Und indem er säte, fiel etliches auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels frassen es auf.
2107#Lukas,8,6#6. Andres fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
2108#Lukas,8,7#7. Andres fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen, die mit aufwuchsen, erstickten es.
2109#Lukas,8,8#8. Noch andres fiel auf den guten Boden und wuchs auf und trug hundertfältige Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre!
2110#Lukas,8,9#9. Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute.
2111#Lukas,8,10#10. Da sprach er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit «sie mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht verstehen». -Jes. 6,9.10.
2112#Lukas,8,11#11. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. -1.Petr. 1,23.
2113#Lukas,8,12#12. Die auf dem Wege aber sind die, welche es gehört haben; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden.
2114#Lukas,8,13#13. Die aber auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel, sie, die nur für den Augenblick glauben und im Augenblick der Versuchung abfallen.
2115#Lukas,8,14#14. Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben; und sie werden in ihrem Wandel von Sorgen und Reichtum und Genüssen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife.
2116#Lukas,8,15#15. Das in dem guten Boden aber sind die, welche in einem feinen und guten Herzen das Wort, das sie gehört haben, behalten und Frucht tragen in Beharrlichkeit. -Apg. 16,14.
2117#Lukas,8,16#16. Niemand aber, der ein Licht angezündet hat, bedeckt es mit einem Gefäss oder stellt es unter ein Bett, sondern er stellt es auf einen Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. -Lk. 11,33; Mt. 5,15.
2118#Lukas,8,17#17. Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar werden wird, und nichts geheim, was nicht bekannt werden und an den Tag kommen wird. -Lk. 12,2; Mt. 10,26; 1.Kor. 4,5.
2119#Lukas,8,18#18. Gebet nun acht, wie ihr hört! Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint. -Lk. 19,26; Mt. 25,29.
2120#Lukas,8,19#19. ES kamen aber zu ihm seine Mutter und seine Brüder, und sie konnten des Volkes wegen nicht zu ihm gelangen.
2121#Lukas,8,20#20. Da wurde ihm berichtet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draussen und wollen dich sehen.
2122#Lukas,8,21#21. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun. -Lk. 11,28; Mt. 7,24.
2123#Lukas,8,22#22. ES begab sich aber eines Tages, da stieg er in ein Schiff samt seinen Jüngern; und er sagte zu ihnen: Lasset uns ans jenseitige Ufer des Sees fahren! Und sie fuhren ab.
2124#Lukas,8,23#23. Als sie aber auf der Fahrt waren, schlief er ein. Und es kam ein Windsturm auf den See herab, und das Schiff wurde voll Wasser, und sie standen in Gefahr.
2125#Lukas,8,24#24. Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sagten: Meister, Meister, wir gehen unter! Nachdem er aber erwacht war, bedrohte er den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich, und es trat Windstille ein.
2126#Lukas,8,25#25. Da sprach er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten und verwunderten sich und sagten zueinander: Wer ist doch dieser, dass er sogar den Winden gebietet und dem Wasser und sie ihm gehorsam sind?
2127#Lukas,8,26#26. UND sie fuhren nach der Landschaft der Gergesener, die Galiläa gegenüberliegt.
2128#Lukas,8,27#27. Als er aber ans Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der Dämonen hatte und seit langer Zeit keine Kleider anzog und in keinem Hause blieb, sondern in den Grüften.
2129#Lukas,8,28#28. Als dieser Jesus sah, schrie er auf, warf sich vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, peinige mich nicht! -Lk. 4,34.
2130#Lukas,8,29#29. Er hatte nämlich dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Jener hatte ihn nämlich seit langer Zeit mit sich fortgerissen, und er wurde in Ketten und Fussfesseln geschlossen und verwahrt; und er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöde getrieben. -Lk. 9,39.42.
2131#Lukas,8,30#30. Und Jesus fragte ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Legion. Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.
2132#Lukas,8,31#31. Und sie baten ihn, er möchte ihnen nicht befehlen, in die Unterwelt zu fahren.
2133#Lukas,8,32#32. Es war aber dort eine Herde von vielen Schweinen auf dem Berg zur Weide; und sie baten ihn, er möchte ihnen erlauben, in diese zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.
2134#Lukas,8,33#33. Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und ertrank.
2135#Lukas,8,34#34. Als aber die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande.
2136#Lukas,8,35#35. Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füssen Jesu sitzen; und sie fürchteten sich.
2137#Lukas,8,36#36. Die aber, welche es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie der Besessene gesund geworden war.
2138#Lukas,8,37#37. Und die ganze Menge aus der umliegenden Landschaft der Gergesener bat ihn, von ihnen wegzugehen; denn grosse Furcht hatte sie ergriffen. Da stieg er in ein Schiff und kehrte zurück.
2139#Lukas,8,38#38. Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Doch er entliess ihn und sagte:
2140#Lukas,8,39#39. Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Grosses getan hat! Und er ging aus und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm Grosses getan hatte. -Mt. 12,16; Mk. 7,36.
2141#Lukas,8,40#40. ALS aber Jesus zurückkam, empfing ihn das Volk; denn sie warteten alle auf ihn.
2142#Lukas,8,41#41. Und siehe, es kam ein Mann namens Jairus, und dieser war Vorsteher der Synagoge. Und er warf sich Jesus zu Füssen und bat ihn, in sein Haus zu kommen;
2143#Lukas,8,42#42. denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Während er aber hinging, umdrängte ihn die Volksmenge.
2144#Lukas,8,43#43. Und eine Frau, die seit zwölf Jahren am Blutfluss litt und all ihr Gut an die Ärzte gewendet hatte-1- und von niemandem hatte geheilt werden können, -1) mehrere alte Textzeugen lassen die Worte weg: «und all ihr Gut an die Ärzte gewendet hatte».
2145#Lukas,8,44#44. trat von hinten hinzu und rührte die Quaste seines Kleides an; und sofort kam ihr Blutfluss zum Stillstand.
2146#Lukas,8,45#45. Und Jesus sprach: Wer hat mich angerührt? Als aber alle es verneinten, sagte Petrus: Meister, die Volksmenge drückt und drängt dich.
2147#Lukas,8,46#46. Doch Jesus sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist. -Lk. 5,17; 6,19.
2148#Lukas,8,47#47. Als aber die Frau sah, dass sie nicht verborgen bleiben konnte, kam sie zitternd, warf sich vor ihm nieder und erzählte ihm vor dem ganzen Volke, aus welchem Grunde sie ihn angerührt habe und wie sie sofort geheilt worden sei.
2149#Lukas,8,48#48. Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden! -Lk. 7,50.
2150#Lukas,8,49#49. Während er noch redete, kam jemand von den Leuten des Vorstehers der Synagoge und sagte: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht mehr!
2151#Lukas,8,50#50. Als Jesus das hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht! glaube nur! und sie wird gerettet werden.
2152#Lukas,8,51#51. Als er aber in das Haus kam, liess er niemand mit sich hineingehen als Petrus und Johannes und Jakobus und den Vater des Kindes und die Mutter. -Lk. 9,28.
2153#Lukas,8,52#52. Sie weinten aber alle und klagten um sie. Er jedoch sprach: Weinet nicht! sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft. -Lk. 7,13.
2154#Lukas,8,53#53. Und sie verlachten ihn, weil sie wussten, dass sie gestorben war.
2155#Lukas,8,54#54. Er aber ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!
2156#Lukas,8,55#55. Da kehrte ihr Geist wieder, und sie stand sofort auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben.
2157#Lukas,8,56#56. Und ihre Eltern erstaunten; er aber gebot ihnen, niemandem zu sagen, was geschehen war. -Lk. 5,14; Mk. 7,36.
2158#Lukas,9,1#1. ER rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Macht und Gewalt über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten;
2159#Lukas,9,2#2. und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen und zu heilen.
2160#Lukas,9,3#3. Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld, noch soll einer zwei Röcke haben.
2161#Lukas,9,4#4. Und in dem Hause, in das ihr hineingeht, da bleibet und von da ziehet weiter!
2162#Lukas,9,5#5. Und wo immer sie euch nicht aufnehmen, ziehet aus jener Stadt weiter und schüttelt den Staub von euren Füssen, zum Zeugnis wider sie!
2163#Lukas,9,6#6. Da zogen sie aus und wanderten von Dorf zu Dorf, indem sie überall das Evangelium verkündigten und heilten.
2164#Lukas,9,7#7. Der Fürst Herodes aber hörte alles, was geschah; und er war ratlos, weil von etlichen gesagt wurde, Johannes sei von den Toten auferweckt worden, -Mt. 14,1.2; Mk. 6,14-16.
2165#Lukas,9,8#8. von etlichen aber, Elia sei erschienen, von andern aber, einer der alten Propheten sei auferstanden. -Mt. 16,14.
2166#Lukas,9,9#9. Da sagte Herodes: Den Johannes habe ich enthaupten lassen; wer ist aber dieser, über den ich solche Dinge höre? Und er suchte ihn zu sehen. -Lk. 23,8.
2167#Lukas,9,10#10. Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. UND er nahm sie mit sich und zog sich abseits in eine Stadt namens Bethsaida zurück. -Mk. 6,30; Mt. 14,13.
2168#Lukas,9,11#11. Als aber die Volksmenge es gewahr wurde, folgte sie ihm nach; und er liess sie zu sich und redete zu ihnen vom Reiche Gottes, und die, welche der Heilung bedurften, machte er gesund.
2169#Lukas,9,12#12. Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf herzu und sagten zu ihm: Entlass das Volk, damit sie in die Dörfer und Gehöfte ringsumher gehen und einkehren und Speise finden; denn hier sind wir an einem öden Ort.
2170#Lukas,9,13#13. Doch er sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, dass wir hingehen und für all dieses Volk Speise kaufen sollen. -V. 13-17: 2.Kön. 4,42-44.
2171#Lukas,9,14#14. Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasset sie sich lagern in Gruppen etwa zu je fünfzig!
2172#Lukas,9,15#15. Und sie taten so und liessen alle sich lagern.
2173#Lukas,9,16#16. Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Dankgebet darüber, brach sie und gab sie den Jüngern, sie dem Volke vorzulegen.
2174#Lukas,9,17#17. Und sie assen und wurden alle satt. Und es wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken übrigblieb, zwölf Körbe (voll).
2175#Lukas,9,18#18. UND es begab sich, als er für sich allein betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie: Für wen hält mich die Volksmenge?
2176#Lukas,9,19#19. Da antworteten sie und sagten: Für Johannes den Täufer, andre für Elia, noch andre (meinen), einer der alten Propheten sei auferstanden.
2177#Lukas,9,20#20. Darauf sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Gesalbten Gottes.
2178#Lukas,9,21#21. Er aber gebot ihnen mit strengem Befehl, dies niemandem zu sagen,
2179#Lukas,9,22#22. indem er sprach: Der Sohn des Menschen muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden, und am dritten Tage (muss er) auferweckt werden. -Lk. 17,25; 18,32.33.
2180#Lukas,9,23#23. ER sprach aber zu allen: Wenn jemand mit mir gehen will, verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach! -Lk. 14,27.
2181#Lukas,9,24#24. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. -Lk. 17,33; Mt. 10,39; Joh. 12,25.
2182#Lukas,9,25#25. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber ins (ewige) Verderben bringt oder an sich selbst die Strafe leidet?
2183#Lukas,9,26#26. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und in der (Herrlichkeit) des Vaters und der heiligen Engel. -Mt. 10,33.
2184#Lukas,9,27#27. Ich sage euch aber der Wahrheit gemäss: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.
2185#Lukas,9,28#28. ES begab sich aber etwa acht Tage nach diesen Reden, da nahm er Petrus und Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten. -Lk. 8,51.
2186#Lukas,9,29#29. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichtes, und sein Gewand wurde strahlend weiss.
2187#Lukas,9,30#30. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm - es waren Mose und Elia -
2188#Lukas,9,31#31. die erschienen in Lichtglanz und redeten von seinem Lebensausgang, den er in Jerusalem vollenden sollte. -Lk. 18,31.
2189#Lukas,9,32#32. Petrus aber und seine Gefährten waren vom Schlaf überwältigt. Als sie jedoch erwachten, sahen sie seinen Lichtglanz und die zwei Männer, die bei ihm standen. -2.Petr. 1,16-18; Joh. 1,14.
2190#Lukas,9,33#33. Und es begab sich, als diese von ihm schieden, da sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind, und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine; und er wusste nicht, was er sagte.
2191#Lukas,9,34#34. Während er so redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen.
2192#Lukas,9,35#35. Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: «Dies ist mein auserwählter Sohn, auf ihn höret!» -Lk. 3,22; Ps. 2,7.
2193#Lukas,9,36#36. Und während die Stimme erscholl, fand es sich, dass Jesus allein war. Und sie schwiegen und teilten in jenen Tagen niemandem etwas von dem mit, was sie gesehen hatten.
2194#Lukas,9,37#37. ES begab sich aber tags darauf, als sie von dem Berge hinabgingen, da kam ihm viel Volk entgegen.
2195#Lukas,9,38#38. Und siehe, ein Mann aus dem Volke rief: Meister, ich bitte dich, nimm dich meines Sohnes an, denn er ist mein einziger!
2196#Lukas,9,39#39. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und auf einmal schreit er, und er reisst ihn hin und her, sodass er schäumt, und lässt kaum einmal davon ab, ihn zu quälen.
2197#Lukas,9,40#40. Und ich habe deine Jünger gebeten, dass sie ihn austreiben möchten, und sie vermochten es nicht.
2198#Lukas,9,41#41. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bringe deinen Sohn hierher!
2199#Lukas,9,42#42. Aber noch während er herbeikam, riss und zerrte ihn der Dämon herum. Da bedrohte Jesus den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder.
2200#Lukas,9,43#43. Es erstaunten aber alle über die grosse Macht Gottes. WÄHREND sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
2201#Lukas,9,44#44. Fasset ihr zu Ohren diese Worte, nämlich: Der Sohn des Menschen muss ausgeliefert werden in die Hände der Menschen! -V. 22; Mt. 16,21.
2202#Lukas,9,45#45. Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, damit sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen. -Lk. 18,34.
2203#Lukas,9,46#46. ES stieg aber ein Gedanke in ihnen auf, wer wohl der Grösste unter ihnen wäre. -Lk. 22,24.
2204#Lukas,9,47#47. Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens kannte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich
2205#Lukas,9,48#48. und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind um meines Namens willen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste unter euch allen ist, der ist gross. -Lk. 22,26; Mt. 20,26.
2206#Lukas,9,49#49. JOHANNES aber begann und sprach: Meister, wir sahen einen, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm; denn er hält sich nicht zu uns.
2207#Lukas,9,50#50. Jesus aber sprach zu ihm: Wehret es nicht! denn wer nicht wider euch ist, der ist für euch. -Lk. 11,23; Phil. 1,18.
2208#Lukas,9,51#51. ES begab sich aber, als sich die Tage vollendeten, dass er in den Himmel emporgehoben werden sollte, da richtete er sein Angesicht nach Jerusalem, um dorthin zu reisen. -Mt. 19,1; Mk. 10,32; Lk. 13,22; 17,11.
2209#Lukas,9,52#52. Und er sandte Boten vor sich her. Und sie gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, um ihm Herberge zu bereiten.
2210#Lukas,9,53#53. Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem gerichtet war. -Joh. 4,9.
2211#Lukas,9,54#54. Als das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sagten sie: Herr, willst du, dass wir Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren heissen?-1- -2.Kön. 1,10.12.   1) viele alte Textzeugen fügen hinzu: «wie auch Elia getan hat».
2212#Lukas,9,55#55. Er aber wandte sich um und bedrohte sie -[und sprach: Ihr wisst nicht, welches Geistes ihr seid. -Mk. 3,17.
2213#Lukas,9,56#56. -Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenleben zu verderben, sondern zu retten.]-1- -Und sie begaben sich in ein andres Dorf. -1) ein. alte Textzeugen fügen diese Worte V. 55.56 hinzu.
2214#Lukas,9,57#57. UND als sie wanderten, sagte einer auf dem Wege zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
2215#Lukas,9,58#58. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels (haben) Nester; der Sohn des Menschen dagegen hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.
2216#Lukas,9,59#59. Er sprach aber zu einem andern: Folge mir nach! Der antwortete: Erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
2217#Lukas,9,60#60. Da sprach er zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! -4.Mo. 6,6.7.
2218#Lukas,9,61#61. Es sagte aber auch ein andrer: Ich will dir nachfolgen, Herr; zuvor jedoch erlaube mir, von denen, die in meinem Hause sind, Abschied zu nehmen. -1.Kön. 19,20.
2219#Lukas,9,62#62. Da sprach Jesus zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes. -Lk. 17,32.33.
2220#Lukas,10,1#1. DARNACH aber bestimmte der Herr siebzig andre und sandte sie zu zweien vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte: -Lk. 9,52; 2.Mo. 24,1.
2221#Lukas,10,2#2. Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist gross, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende! -Mt. 9,37.38; Joh. 4,35.
2222#Lukas,10,3#3. Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
2223#Lukas,10,4#4. Traget keinen Beutel, keine Tasche, keine Schuhe, und auf dem Wege grüsset niemand! -Lk. 22,35; 2.Kön. 4,29.
2224#Lukas,10,5#5. Wo ihr aber in ein Haus eintretet, da sprechet zuerst: Friede diesem Hause! -1.Sam. 25,6.
2225#Lukas,10,6#6. Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friedensgruss auf ihm ruhen; wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren.
2226#Lukas,10,7#7. In ebendiesem Haus aber bleibet und esset und trinket, was ihr von ihnen bekommt; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht aus einem Hause weg in das andre! -1.Kor. 9,5-14.
2227#Lukas,10,8#8. Und wo ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esset, was euch vorgesetzt wird, -1.Kor. 10,27.
2228#Lukas,10,9#9. und heilet die Kranken, die darin sind, und saget ihnen: Das Reich Gottes ist zu euch genaht! -Mt. 3,2.
2229#Lukas,10,10#10. Wo ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da gehet auf ihre Strassen hinaus und sprechet:
2230#Lukas,10,11#11. Auch den Staub, der sich von eurer Stadt uns an die Füsse gesetzt hat, wischen wir (zum Zeichen) wider euch ab; doch das sollt ihr wissen, dass das Reich Gottes genaht ist. -Apg. 13,51; 18,6.
2231#Lukas,10,12#12. Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen als dieser Stadt.
2232#Lukas,10,13#13. WEHE dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die machtvollen Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche sitzend Busse getan. -Lk. 8,26; 9,10; Jona 3,6.
2233#Lukas,10,14#14. Ja, Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch.
2234#Lukas,10,15#15. Und du, Kapernaum, wirst du «bis zum Himmel erhoben werden? Bis zum Totenreich wirst du hinuntergestossen werden». -Jes. 14,13.15.
2235#Lukas,10,16#16. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat. -Mt. 10,40; Joh. 5,23; 15,23; 1.Thes. 2,13; 4,8.
2236#Lukas,10,17#17. DIE Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sagten: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan kraft deines Namens. -Mk. 16,17.
2237#Lukas,10,18#18. Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. -Joh. 12,31; Offb. 12,8.9; Jes. 14,12.
2238#Lukas,10,19#19. Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und (Macht) über alle Gewalt des Feindes; und er wird euch keinen Schaden zufügen. -Mk. 16,18; Apg. 28,6; 5.Mo. 8,15; Ps. 91,13.
2239#Lukas,10,20#20. Doch nicht darüber freuet euch, dass die Geister euch untertan sind; freuet euch vielmehr, dass eure Namen in den Himmeln aufgeschrieben sind! -Phil. 4,3; Hebr. 12,23; Offb. 20,12; 21,27.
2240#Lukas,10,21#21. In ebendieser Stunde sprach er frohlockend, erfüllt vom heiligen Geist: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
2241#Lukas,10,22#22. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand weiss, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, (weiss niemand) als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. -Joh. 17,10.
2242#Lukas,10,23#23. Und er wandte sich zu den Jüngern im besondern und sprach: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht; -Mt. 13,16.17.
2243#Lukas,10,24#24. denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige haben gewünscht, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. -1.Petr. 1,10.
2244#Lukas,10,25#25. UND siehe, ein Gesetzeskundiger trat auf, ihn zu versuchen, und sagte: Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? -Lk. 18,18-20.
2245#Lukas,10,26#26. Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du?
2246#Lukas,10,27#27. Darauf antwortete er und sagte: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken» und «deinen Nächsten wie dich selbst.» -5.Mo. 6,5; 3.Mo. 19,18.
2247#Lukas,10,28#28. Da sprach er zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben! -3.Mo. 18,5; Röm. 10,5.
2248#Lukas,10,29#29. Der aber wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
2249#Lukas,10,30#30. Jesus erwiderte und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel Räubern in die Hände; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und liessen ihn halbtot liegen.
2250#Lukas,10,31#31. Zufällig aber ging ein Priester jene Strasse hinab; und er sah ihn und ging vorüber.
2251#Lukas,10,32#32. Ebenso kam auch ein Levit an den Ort, sah ihn und ging vorüber.
2252#Lukas,10,33#33. Ein Samariter aber, der unterwegs war, kam in seine Nähe, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen mit ihm -Lk. 17,16; Joh. 4,9; 8,48.
2253#Lukas,10,34#34. und trat hinzu, verband seine Wunden, indem er Öl und Wein daraufgoss, hob ihn auf sein Tier, brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
2254#Lukas,10,35#35. Und am folgenden Tage nahm er zwei Denare heraus, gab sie dem Wirt und sagte: Pflege ihn! und was du mehr aufwenden wirst, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
2255#Lukas,10,36#36. Welcher von diesen dreien, dünkt dich, sei der Nächste dessen gewesen, der den Räubern in die Hände gefallen war?
2256#Lukas,10,37#37. Er aber sagte: Der, welcher ihm die Barmherzigkeit erwiesen hat. Da sprach Jesus zu ihm: Geh auch du hin, tue desgleichen!
2257#Lukas,10,38#38. ES begab sich aber, als sie weiterzogen, da ging er in ein Dorf; und eine Frau mit Namen Martha nahm ihn in ihr Haus auf. -Joh. 11,1; 12,2.3.
2258#Lukas,10,39#39. Und diese hatte eine Schwester namens Maria, die setzte sich zu den Füssen des Herrn und hörte seiner Rede zu. -5.Mo. 33,3.
2259#Lukas,10,40#40. Martha dagegen machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Sie trat aber hinzu und sagte: Herr, achtest du nicht darauf, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlassen hat? Sage ihr nun, dass sie mir helfen soll!
2260#Lukas,10,41#41. Doch der Herr antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um viele Dinge. -V. 41-42: Mt. 6,33; Joh. 6,27.33.
2261#Lukas,10,42#42. Weniges aber ist not; Maria nämlich-1- hat das gute Teil erwählt, und das soll nicht von ihr genommen werden. -1) viele alte Textzeugen haben: «Eins aber ist not; Maria aber . . .» noch andre verbinden beide L. so: «Weniges aber ist not oder (nur) eins: Maria nämlich . . .»
2262#Lukas,11,1#1. UND es begab sich, dass er an einem Orte betete; und als er aufgehört hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat! -Lk. 5,33.
2263#Lukas,11,2#2. Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme.* /
2264#Lukas,11,3#3. Gib uns täglich unser tägliches Brot.-1- / -1) vgl. Anm. zu Mt. 6,11.
2265#Lukas,11,4#4. Und vergib uns unsre Sünden, / denn auch wir vergeben jedem, der gegen uns in Schuld ist. / Und führe uns nicht in Versuchung.
2266#Lukas,11,5#5. UND er sprach zu ihnen: Wer unter euch hätte einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und sagte zu ihm: Freund, leihe mir drei Brote,
2267#Lukas,11,6#6. denn ein Freund von mir ist auf der Reise zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts vorzusetzen;
2268#Lukas,11,7#7. und jener würde von innen antworten und sagen: Mach mir keine Mühe! Die Türe ist schon verschlossen, und meine Kinder sind mit mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben.
2269#Lukas,11,8#8. Ich sage euch: Wenn er auch nicht deswegen aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf. -Lk. 18,5.
2270#Lukas,11,9#9. Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan werden!
2271#Lukas,11,10#10. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden. -Lk. 13,25.
2272#Lukas,11,11#11. Wo ist unter euch ein Vater, der, wenn ihn sein Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt des Fisches eine Schlange gäbe,
2273#Lukas,11,12#12. oder auch, wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion gäbe?
2274#Lukas,11,13#13. Wenn nun ihr, die ihr (doch) böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!
2275#Lukas,11,14#14. UND er trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es begab sich aber, nachdem der Dämon ausgefahren war, da redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich.
2276#Lukas,11,15#15. Etliche von ihnen sagten jedoch: Durch Beelzebul, den Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
2277#Lukas,11,16#16. Andre aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. -Mt. 12,38; Mk. 8,11.
2278#Lukas,11,17#17. Er jedoch sprach, da er ihre Gedanken wusste, zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andre.
2279#Lukas,11,18#18. Wenn aber sogar der Satan mit sich selbst entzweit ist, wie kann sein Reich bestehen? Ihr sagt ja, ich treibe die Dämonen durch Beelzebul aus.
2280#Lukas,11,19#19. Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Deshalb werden sie eure Richter sein.
2281#Lukas,11,20#20. Wenn ich dagegen durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.
2282#Lukas,11,21#21. Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, bleibt sein Besitztum in Frieden.
2283#Lukas,11,22#22. Doch wenn ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn überwindet, nimmt er ihm seine Waffenrüstung, auf die er sich verliess, und verteilt seine Beute. -Kol. 2,15; 1.Joh. 4,4.
2284#Lukas,11,23#23. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. -Lk. 9,50.
2285#Lukas,11,24#24. WENN der unreine Geist aus dem Menschen ausgefahren ist, durchzieht er wasserlose Orte und sucht eine Ruhestätte. Und findet er keine, so sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich weggegangen bin.
2286#Lukas,11,25#25. Und wenn er kommt, findet er es gesäubert und geschmückt.
2287#Lukas,11,26#26. Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit, die schlimmer sind als er, und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird nachher mit jenem Menschen schlimmer als vorher. -Joh. 5,14; Hebr. 6,4-6.
2288#Lukas,11,27#27. UND es begab sich, als er dies sagte, da erhob eine Frau aus dem Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, an denen du dich genährt hast! -Lk. 1,28.42.48.
2289#Lukas,11,28#28. Er aber sprach: Selig sind vielmehr die, welche das Wort Gottes hören und bewahren! -Lk. 8,15.21; Jak. 1,22-25.
2290#Lukas,11,29#29. ALS aber die Volksmenge sich herzudrängte, fing er an, zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es begehrt ein Zeichen, und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden als nur das Zeichen des Jona. -1.Kor. 1,22.
2291#Lukas,11,30#30. Denn wie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlechte sein.
2292#Lukas,11,31#31. Die Königin von Süden wird im Gericht mit den Männern dieses Geschlechtes auftreten und sie verurteilen-1-; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo. -1.Kön. 10,1.   1) vgl. Anm. zu Mt. 12,41.
2293#Lukas,11,32#32. Die Männer von Ninive werden im Gericht mit diesem Geschlecht auftreten und es verurteilen-1-; denn sie taten Busse auf die Predigt des Jona hin, und siehe, hier ist mehr als Jona. -Jona 3,5.   1) vgl. Anm. zu Mt. 12,41.
2294#Lukas,11,33#33. Niemand zündet ein Licht an und stellt es in ein Versteck, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden den Schein sehen. -Lk. 8,16; Mt. 5,15.
2295#Lukas,11,34#34. Das Licht des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib voll Licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. -V. 34-36: Mt. 6,22.23.
2296#Lukas,11,35#35. Sieh nun zu, ob das Licht, das in dir ist, nicht etwa Finsternis sei!
2297#Lukas,11,36#36. Wenn nun dein ganzer Leib voll Licht ist und gar keinen finstern Teil an sich hat, wird er ganz (so) voll Licht sein, wie wenn das Licht dich mit seinem Strahl beleuchtet.
2298#Lukas,11,37#37. WÄHREND er aber redete, bat ihn ein Pharisäer, bei ihm zu Mittag zu essen. Da ging er hinein und setzte sich zu Tische. -Lk. 7,36; 14,1.
2299#Lukas,11,38#38. Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, dass er sich vor der Mahlzeit nicht zuerst gewaschen hatte. -Mt. 15,2.
2300#Lukas,11,39#39. Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt die Aussenseite des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit.
2301#Lukas,11,40#40. Ihr Toren! Hat nicht der, welcher das Äussere schuf, auch das Innere geschaffen?
2302#Lukas,11,41#41. Doch gebet das, was darin ist, als Almosen - und siehe, alles ist euch rein.
2303#Lukas,11,42#42. Aber wehe euch Pharisäern, dass ihr die Minze und die Raute und jegliches Gartengewächs verzehntet und das Recht und die Liebe zu Gott ausser acht lasst. Vielmehr sollte man diese Dinge tun und jene nicht unterlassen.
2304#Lukas,11,43#43. Wehe euch Pharisäern, dass ihr den Vorsitz in den Synagogen und die Begrüssungen auf den Märkten liebt.
2305#Lukas,11,44#44. Wehe euch, dass ihr wie die unkenntlichen Grabstätten seid, über die die Leute hingehen, ohne es zu wissen.
2306#Lukas,11,45#45. Da antwortete einer der Gesetzeskundigen und sagte zu ihm: Meister, indem du dies sagst, beschimpfst du auch uns.
2307#Lukas,11,46#46. Er aber sprach: Wehe auch euch Gesetzeskundigen, dass ihr die Menschen belastet mit schwer zu tragenden Lasten, und ihr selbst rührt die Lasten mit keinem Finger an.
2308#Lukas,11,47#47. Wehe euch, dass ihr die Grabmäler der Propheten baut, eure Väter aber haben sie getötet. -Apg. 7,52.
2309#Lukas,11,48#48. Demnach legt ihr Zeugnis ab für die Taten eurer Väter und habt gleichfalls Wohlgefallen daran; denn sie haben sie getötet, ihr aber baut (Grabmäler für sie).
2310#Lukas,11,49#49. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt*: Ich will zu ihnen Propheten und Apostel senden, und etliche von ihnen werden sie töten und verfolgen,
2311#Lukas,11,50#50. damit das Blut aller Propheten, das seit Erschaffung der Welt vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert wird,
2312#Lukas,11,51#51. vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem (Tempel-)Haus umkam. Ja, ich sage euch: Es wird von diesem Geschlecht gefordert werden. -1.Mo. 4,8; 2.Chr. 24,20.21.
2313#Lukas,11,52#52. Wehe euch Gesetzeskundigen, dass ihr den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen habt; ihr selbst seid nicht hineingekommen, und die, welche hinein wollten, habt ihr daran verhindert.
2314#Lukas,11,53#53. Und als er von dort weggegangen war, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, ihm scharf nachzustellen und ihn über mehrere Dinge auszufragen,
2315#Lukas,11,54#54. indem sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Munde zu erhaschen. -Lk. 20,20; Joh. 8,6.
2316#Lukas,12,1#1. ALS sich unterdessen die Zehntausende des Volkes versammelt hatten, sodass sie einander traten, fing er an, zuerst zu seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig, das heisst, vor der Heuchelei der Pharisäer!
2317#Lukas,12,2#2. Nichts aber ist verhüllt, was nicht enthüllt werden wird, und (nichts) verborgen, was nicht bekannt werden wird. -Lk. 8,17.
2318#Lukas,12,3#3. Deswegen wird alles, was ihr im Dunkeln gesagt habt, im Licht gehört werden, und was ihr in den Kammern ins Ohr geredet habt, wird auf den Dächern gepredigt werden.
2319#Lukas,12,4#4. Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nachher nichts Weiteres tun können!
2320#Lukas,12,5#5. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der, nachdem er getötet hat, Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch: Den fürchtet!
2321#Lukas,12,6#6. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zehn Rappen? und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen.
2322#Lukas,12,7#7. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. -Lk. 21,18.
2323#Lukas,12,8#8. Ich sage euch aber: Wer immer sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes.
2324#Lukas,12,9#9. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. -Lk. 9,26.
2325#Lukas,12,10#10. Und wer immer ein Wort wider den Sohn des Menschen sagt, dem wird vergeben werden; dem aber, der wider den heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden. -Mt. 12,31.32; Mk. 3,28.29.
2326#Lukas,12,11#11. Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Machthaber führen, so sorget euch nicht darum, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt! -V. 11-12: Lk. 21,14.15; Mt. 10,19.20; Mk. 13,11.
2327#Lukas,12,12#12. Denn der heilige Geist wird euch zu eben der Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
2328#Lukas,12,13#13. ES sagte aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, gebiete meinem Bruder, das Erbgut mit mir zu teilen!
2329#Lukas,12,14#14. Er jedoch sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch eingesetzt?
2330#Lukas,12,15#15. Darauf sagte er zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor aller Habsucht! denn (auch) wenn einer Überfluss hat, beruht sein Leben nicht auf seinem Besitz. -1.Tim. 6,7-10.
2331#Lukas,12,16#16. Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen: Das Land eines reichen Mannes hatte gut getragen.
2332#Lukas,12,17#17. Und er dachte bei sich selbst: Was soll ich tun, da ich keinen Raum habe, wohin ich meine Früchte sammeln kann?
2333#Lukas,12,18#18. Und er sagte: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und grössere bauen und dorthin all mein Getreide und meine Güter sammeln
2334#Lukas,12,19#19. und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter auf viele Jahre daliegen; ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich!
2335#Lukas,12,20#20. Aber Gott sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du aber bereitgelegt hast, wem wird es zufallen?
2336#Lukas,12,21#21. So geht es dem, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist vor Gott. -Mt. 6,20; 1.Tim. 6,17-19.
2337#Lukas,12,22#22. ER sprach aber zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Sorget euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt!
2338#Lukas,12,23#23. Denn das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung.
2339#Lukas,12,24#24. Betrachtet die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Vorratskammer noch Scheune, und Gott ernährt sie (doch). Wieviel mehr wert seid ihr als die Vögel!
2340#Lukas,12,25#25. Wer aber von euch kann durch sein Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?
2341#Lukas,12,26#26. Wenn ihr nun auch nicht das geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das übrige?
2342#Lukas,12,27#27. Betrachtet die Lilien, wie sie weder spinnen noch weben; ich sage euch aber: Auch Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von diesen.
2343#Lukas,12,28#28. Wenn aber Gott das Gras auf dem Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
2344#Lukas,12,29#29. Und ihr - fraget (doch) nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe!
2345#Lukas,12,30#30. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Völker der Welt; euer Vater aber weiss, dass ihr diese Dinge bedürft.
2346#Lukas,12,31#31. Vielmehr suchet sein Reich, dann wird euch dies hinzugefügt werden!
2347#Lukas,12,32#32. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. -Lk. 22,29; Jes. 41,14; Dan. 7,27.
2348#Lukas,12,33#33. Verkaufet euren Besitz und gebet ihn als Almosen; machet euch Beutel, die nicht veralten, einen unerschöpflichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte Zerstörung anrichtet! -Lk. 16,9; 18,22; Mt. 6,19-21.
2349#Lukas,12,34#34. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
2350#Lukas,12,35#35. EURE Lenden seien umgürtet und eure Lichter brennend! -1.Petr. 1,13.
2351#Lukas,12,36#36. und ihr sollt Menschen gleich sein, die auf ihren Herrn warten, wann er vom Gastmahl aufbrechen wird, damit sie, wenn er kommt und anklopft, ihm alsbald auftun. -Mt. 25,1-13.
2352#Lukas,12,37#37. Wohl jenen Knechten, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie heissen, sich zu Tische setzen und wird hinzutreten und sie bedienen. -Lk. 17,7.8; Joh. 13,4.
2353#Lukas,12,38#38. Und wenn er in der zweiten und wenn er in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, wohl ihnen!
2354#Lukas,12,39#39. Das aber merket: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, würde er nicht in sein Haus einbrechen lassen. -1.Thes. 5,2.
2355#Lukas,12,40#40. Auch ihr sollt bereit sein; denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, wo ihr es nicht meint. -Lk. 21,34-36.
2356#Lukas,12,41#41. Petrus aber sagte: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen (andern)?
2357#Lukas,12,42#42. Und der Herr sprach: Wer ist also der kluge, treue Haushalter, den sein Herr dazu über sein Gesinde setzen wird, (ihnen) zur rechten Zeit ihr Mass Speise zu geben?
2358#Lukas,12,43#43. Wohl jenem Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!
2359#Lukas,12,44#44. Der Wahrheit gemäss sage ich euch: Er wird ihn über sein ganzes Besitztum setzen. -Mt. 25,21.
2360#Lukas,12,45#45. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verzieht zu kommen, und anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
2361#Lukas,12,46#46. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiss, und wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil unter den Ungläubigen-1- geben. -1) vgl. Anm. zu 1.Kor. 6,1.
2362#Lukas,12,47#47. Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn gekannt und nichts nach seinem Willen bereitgemacht oder getan hat, wird viele Schläge erhalten; -Jak. 4,17.
2363#Lukas,12,48#48. der jedoch, der ihn nicht gekannt, aber etwas getan hat, was Schläge verdient, wird wenige erhalten. Von jedem aber, dem viel gegeben ist, wird viel gefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man (desto) mehr verlangen.
2364#Lukas,12,49#49. EIN Feuer auf die Erde zu bringen, bin ich gekommen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht!
2365#Lukas,12,50#50. Mit einer Taufe aber muss ich getauft werden, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet ist! -Mk. 10,38.
2366#Lukas,12,51#51. Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu schaffen? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung. -Mt. 10,34-36.
2367#Lukas,12,52#52. Denn von jetzt an werden fünf in einem Haus entzweit sein, drei mit zweien und zwei mit dreien.
2368#Lukas,12,53#53. Es werden entzweit sein der Vater mit dem Sohn und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und die Tochter mit der Mutter, die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter. -Mi. 7,6.
2369#Lukas,12,54#54. ER sprach aber auch zu der Volksmenge: Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr alsbald: Es kommt Regen; und es geschieht so.
2370#Lukas,12,55#55. Und wenn ihr den Südwind wehen seht, sagt ihr: Es wird Gluthitze geben; und es geschieht.
2371#Lukas,12,56#56. Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen; wie kommt es aber, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?
2372#Lukas,12,57#57. WARUM aber urteilt ihr nicht auch von euch selbst aus darüber, was recht ist?
2373#Lukas,12,58#58. Denn wenn du mit deinem Gegner zum Beamten gehst, so gib dir unterwegs Mühe, gütlich von ihm loszukommen, damit er dich nicht etwa vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis setzt. -V. 58-59: Mt. 5,25.26.
2374#Lukas,12,59#59. Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.
2375#Lukas,13,1#1. ES waren aber zu eben dieser Zeit einige zugegen, die ihm über die Galiläer berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.
2376#Lukas,13,2#2. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, diese Galiläer seien mehr als alle (andern) Galiläer Sünder gewesen, weil sie dies erlitten haben?
2377#Lukas,13,3#3. Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auf gleiche Weise umkommen.
2378#Lukas,13,4#4. Oder jene achtzehn, die der Turm am (Teich von) Siloah bei seinem Einsturz tötete, meint ihr, sie seien schuldiger gewesen als alle (andern) Menschen, die in Jerusalem wohnen? -Neh. 3,15.
2379#Lukas,13,5#5. Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle auf dieselbe Weise umkommen.
2380#Lukas,13,6#6. ER sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinen Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. -Mt. 21,19; Mk. 11,13.
2381#Lukas,13,7#7. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre sind's, seit ich komme und an diesem Feigenbaum Frucht suche und keine finde. Haue ihn um! Wozu soll er noch das Land unbrauchbar machen?
2382#Lukas,13,8#8. Doch der antwortete und sagte zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn her gegraben und Dünger gelegt habe;
2383#Lukas,13,9#9. und wenn er in Zukunft Frucht bringt (, so ist's gut) - sonst magst du ihn umhauen lassen.
2384#Lukas,13,10#10. ER lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat.
2385#Lukas,13,11#11. Und siehe, da war eine Frau, die achtzehn Jahre einen Krankheitsdämon hatte, und sie war verkrümmt und nicht imstande, sich ganz aufzurichten.
2386#Lukas,13,12#12. Als Jesus diese sah, rief er sie herbei und sprach zu ihr: Weib, du bist von deiner Krankheit erlöst!
2387#Lukas,13,13#13. Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sofort gerade und pries Gott.
2388#Lukas,13,14#14. Der Vorsteher der Synagoge aber, unwillig darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, begann und sagte zum Volke: Sechs Tage gibt's, an denen man arbeiten soll; an diesen nun kommet und lasset euch heilen und nicht am Sabbattag! -2.Mo. 20,9.
2389#Lukas,13,15#15. Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler, bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? -Lk. 14,5.
2390#Lukas,13,16#16. Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, achtzehn Jahre lang gebunden hielt, musste sie am Sabbattag nicht von dieser Fessel befreit werden?
2391#Lukas,13,17#17. Und als er dies sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt; und alles Volk freute sich über alle die herrlichen Dinge, die durch ihn geschahen.
2392#Lukas,13,18#18. ER sprach nun: Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?
2393#Lukas,13,19#19. Es ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten legte. Und es wuchs und wurde zum Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. -Hes. 17,23.
2394#Lukas,13,20#20. Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?
2395#Lukas,13,21#21. Es ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
2396#Lukas,13,22#22. UND er wanderte lehrend durch Städte und Dörfer und machte (so) die Reise nach Jerusalem. -Lk. 9,51.
2397#Lukas,13,23#23. Jemand aber sagte zu ihm: Herr, sind es wenige, die gerettet werden? Da sprach er zu ihnen:
2398#Lukas,13,24#24. Ringet darnach, dass ihr durch die enge Türe hineingeht! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht vermögen. -Mt. 7,13.14.
2399#Lukas,13,25#25. Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat und ihr anfangen werdet, draussen zu stehen und an die Türe zu klopfen und zu sagen: Herr, tue uns auf! da wird er antworten und zu euch sagen: Ich weiss von euch nicht, woher ihr seid. -Mt. 25,11.12.
2400#Lukas,13,26#26. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor deinen Augen gegessen und getrunken, und auf unsern Strassen hast du gelehrt. -Mt. 7,22.23.
2401#Lukas,13,27#27. Und er wird sagen: Ich sage euch: Ich weiss nicht, woher ihr seid. «Weichet von mir, ihr alle, die ihr die Ungerechtigkeit übt!» -Mt. 25,41; Ps. 6,9.
2402#Lukas,13,28#28. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, während ihr hinausgestossen seid. -Mt. 8,11.12.
2403#Lukas,13,29#29. Und sie werden von Morgen und Abend und von Mitternacht und Mittag kommen und sich im Reiche Gottes zu Tische setzen. -Jes. 49,12.
2404#Lukas,13,30#30. Und siehe, es sind Letzte, die werden Erste sein, und es sind Erste, die werden Letzte sein. -Mt. 19,30.
2405#Lukas,13,31#31. ZU ebendieser Stunde kamen einige Pharisäer herbei und sagten zu ihm: Geh fort und ziehe von hier weg, denn Herodes will dich töten!
2406#Lukas,13,32#32. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet.
2407#Lukas,13,33#33. Doch ich muss heute und morgen und am folgenden Tage wandern; denn es geht nicht an, dass ein Prophet ausserhalb Jerusalems umkomme.
2408#Lukas,13,34#34. Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihm gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
2409#Lukas,13,35#35. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen. Ich sage euch aber: Ihr werdet mich nicht sehen, bis die Zeit kommen wird, wo ihr sprecht: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» -Ps. 69,26; 118,26; Mt. 21,9; Lk. 19,38.
2410#Lukas,14,1#1. UND es begab sich, als er an einem Sabbat in das Haus eines der Oberen der Pharisäer kam, um an der Mahlzeit teilzunehmen - und sie gaben acht auf ihn - -Lk. 11,37; Mk. 3,2.
2411#Lukas,14,2#2. siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm.
2412#Lukas,14,3#3. Und Jesus begann und sprach zu den Gesetzeskundigen und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht? -Lk. 6,9; Mk. 3,4.
2413#Lukas,14,4#4. Sie aber schwiegen. Da fasste er ihn an, heilte ihn und entliess ihn.
2414#Lukas,14,5#5. Und zu ihnen sprach er: Wer unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in einen Brunnen fällt, wird ihn am Sabbattag nicht alsbald heraufziehen? -Lk. 13,15; Mt. 12,11.
2415#Lukas,14,6#6. Und sie vermochten darauf nicht zu erwidern.
2416#Lukas,14,7#7. ER sagte aber den Eingeladenen ein Gleichnis, da er darauf achtgab, wie sie die obersten Plätze auswählten, und sprach zu ihnen: -Mt. 23,6.
2417#Lukas,14,8#8. Wenn du von jemandem zu einem Gastmahl eingeladen bist, so setze dich nicht an den obersten Platz; es könnte sonst ein Vornehmerer als du von ihm eingeladen sein, -Spr. 25,6.7.
2418#Lukas,14,9#9. und der, welcher dich und ihn eingeladen hat, könnte kommen und zu dir sagen: Mach diesem Platz! und du müsstest dann beschämt den untersten Platz einnehmen.
2419#Lukas,14,10#10. Sondern wenn du eingeladen bist, so geh und setze dich an den untersten Platz, damit, wenn der kommt, welcher dich eingeladen hat, er zu dir sage: Freund, rücke weiter hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen deinen Tischgenossen.
2420#Lukas,14,11#11. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. -Lk. 18,14; Mt. 23,12.
2421#Lukas,14,12#12. Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du eine Mittag- oder Abendmahlzeit veranstaltest, so rufe nicht deine Freunde noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung zuteil wird.
2422#Lukas,14,13#13. Sondern wenn du ein Gastmahl veranstaltest, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein, -Jes. 58,7.
2423#Lukas,14,14#14. und du wirst glückselig sein, weil sie es dir nicht vergelten können; denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
2424#Lukas,14,15#15. ALS aber einer der Tischgenossen dies hörte, sagte er zu ihm: Selig ist, wer am Mahl im Reiche Gottes teilnehmen wird. -Lk. 13,29.
2425#Lukas,14,16#16. Er aber sprach zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein grosses Gastmahl und lud viele ein.
2426#Lukas,14,17#17. Und zur Stunde des Gastmahls sandte er seinen Knecht, den Eingeladenen zu sagen: Kommet, denn es ist nun bereit!
2427#Lukas,14,18#18. Und alle fingen gleichermassen an, sich zu entschuldigen. Der erste sagte zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss notwendig hinausgehen und ihn besichtigen; ich bitte dich, sieh mich als entschuldigt an!
2428#Lukas,14,19#19. Und ein andrer sagte: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu prüfen; ich bitte dich, sieh mich als entschuldigt an!
2429#Lukas,14,20#20. Noch ein andrer sagte: Ich habe eine Frau genommen und kann deshalb nicht kommen.
2430#Lukas,14,21#21. Und der Knecht kam und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sagte zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Strassen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen hier herein!
2431#Lukas,14,22#22. Und der Knecht sagte: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, und es ist noch Raum vorhanden.
2432#Lukas,14,23#23. Da sagte der Herr zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstrassen und an die Zäune und nötige sie, hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!
2433#Lukas,14,24#24. Denn ich sage euch: Keiner jener Männer, die eingeladen waren, wird mein Gastmahl zu kosten bekommen.
2434#Lukas,14,25#25. ES zog aber eine grosse Volksmenge mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen:
2435#Lukas,14,26#26. Wenn jemand zu mir kommt und nicht seinen Vater und seine Mutter und sein Weib und seine Kinder und seine Brüder und seine Schwestern und dazu auch sein Leben hasst, kann er nicht mein Jünger sein. -Mt. 10,37.38; 5.Mo. 33,9.10; Lk. 18,29.30; Joh. 12,25.
2436#Lukas,14,27#27. Wer nicht sein Kreuz trägt und mit mir geht, kann nicht mein Jünger sein. -Lk. 9,23.
2437#Lukas,14,28#28. DENN wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug habe zur Ausführung?
2438#Lukas,14,29#29. damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollenden vermag, alle Zuschauer anfangen, über ihn zu spotten:
2439#Lukas,14,30#30. Dieser Mensch fing an zu bauen und vermochte es nicht zu vollenden.
2440#Lukas,14,31#31. Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem andern König Krieg zu führen, wird sich nicht zuerst hinsetzen und Rat halten, ob er imstande sei, mit zehntausend dem entgegenzutreten, der mit 20 000 gegen ihn anrückt?
2441#Lukas,14,32#32. Wenn aber nicht, so schickt er, während jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden.
2442#Lukas,14,33#33. So nun kann keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
2443#Lukas,14,34#34. Das Salz nun ist etwas Gutes; wenn aber sogar das Salz seine Schärfe verliert, womit soll es wieder kräftig gemacht werden? -Mt. 5,13; Mk. 9,50.
2444#Lukas,14,35#35. Es ist weder für das Erdreich noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat, zu hören, der höre!
2445#Lukas,15,1#1. ES nahten ihm aber fortwährend alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. -Lk. 19,3; 5,29.30.
2446#Lukas,15,2#2. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sagten: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen. -Lk. 19,7; Mt. 9,11.
2447#Lukas,15,3#3. Da sagte er zu ihnen dieses Gleichnis:
2448#Lukas,15,4#4. Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verliert, lässt nicht die 99 in der Wüste zurück und geht dem verlornen nach, bis er es findet? -Hes. 34,11.16; Lk. 19,10.
2449#Lukas,15,5#5. Und wenn er es gefunden hat, legt er es voll Freude auf seine Schultern; -Jes. 40,11.
2450#Lukas,15,6#6. und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und seine Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freuet euch mit mir! denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. -Röm. 12,15.
2451#Lukas,15,7#7. Ich sage euch: So wird im Himmel mehr Freude sein über einen Sünder, der Busse tut, als über 99 Gerechte, die der Busse nicht bedürfen.
2452#Lukas,15,8#8. ODER welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiss, bis sie sie findet?
2453#Lukas,15,9#9. Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freuet euch mit mir! denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.
2454#Lukas,15,10#10. So, sage ich euch, ist bei den Engeln Gottes Freude über einen Sünder, der Busse tut.
2455#Lukas,15,11#11. ER sprach aber: Ein Mann hatte zwei Söhne. -Mt. 21,28.
2456#Lukas,15,12#12. Und der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zukommt! Der aber verteilte seine Habe unter sie.
2457#Lukas,15,13#13. Und nicht viele Tage darnach nahm der jüngere Sohn alles mit sich und zog hinweg in ein fernes Land, und dort vergeudete er sein Vermögen durch ein zügelloses Leben.
2458#Lukas,15,14#14. Nachdem er aber alles durchgebracht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er fing an, Mangel zu leiden.
2459#Lukas,15,15#15. Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Felder, Schweine zu hüten.
2460#Lukas,15,16#16. Und er begehrte, seinen Bauch mit den Schoten-1- zu füllen, die die Schweine frassen; und niemand gab sie ihm. -1) gemeint sind die schotenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums.
2461#Lukas,15,17#17. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um!
2462#Lukas,15,18#18. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; -Ps. 51,6.
2463#Lukas,15,19#19. ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen; stelle mich wie einen deiner Tagelöhner!
2464#Lukas,15,20#20. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und fühlte Erbarmen, lief hin, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
2465#Lukas,15,21#21. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen.
2466#Lukas,15,22#22. Doch der Vater sagte zu seinen Knechten: Bringet schnell das beste Kleid heraus und ziehet es ihm an und gebet ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füsse,
2467#Lukas,15,23#23. und holet das gemästete Kalb, schlachtet es und lasset uns essen und fröhlich sein!
2468#Lukas,15,24#24. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. -Eph. 2,1.5; 5,14.
2469#Lukas,15,25#25. Sein älterer Sohn aber war auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Reigentanz.
2470#Lukas,15,26#26. Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.
2471#Lukas,15,27#27. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.
2472#Lukas,15,28#28. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Doch sein Vater kam heraus und redete ihm zu. -Mt. 20,15.
2473#Lukas,15,29#29. Er aber antwortete und sagte zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie ein Gebot von dir übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
2474#Lukas,15,30#30. Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine Habe mit Dirnen aufgezehrt hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
2475#Lukas,15,31#31. Da sagte er zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. -Joh. 17,10.
2476#Lukas,15,32#32. Du solltest aber fröhlich sein und dich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, und (war) verloren und ist wiedergefunden worden.
2477#Lukas,16,1#1. ER sagte aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; und dieser wurde bei ihm verklagt, dass er ihm den Besitz verschleudere.
2478#Lukas,16,2#2. Und er liess ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich da über dich? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Denn du kannst nicht mehr Haushalter sein.
2479#Lukas,16,3#3. Da sagte der Haushalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich.
2480#Lukas,16,4#4. Ich weiss, was ich tun will, damit sie, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin, mich in ihre Häuser aufnehmen.
2481#Lukas,16,5#5. Und er liess jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn zu sich rufen und sagte zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
2482#Lukas,16,6#6. Der antwortete: hundert Bath Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm hier deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreibe: fünfzig.
2483#Lukas,16,7#7. Darnach sagte er zu einem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der antwortete: hundert Kor Weizen. Er sagte zu ihm: Nimm hier deinen Schuldschein und schreibe: achtzig.
2484#Lukas,16,8#8. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, dass er klug gehandelt habe. Denn die Söhne dieser Welt sind ihrem Geschlecht gegenüber klüger als die Söhne des Lichts. -Eph. 5,8.
2485#Lukas,16,9#9. Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit sie, wenn er (euch) ausgeht, euch aufnehmen in die ewigen Hütten! -Lk. 12,33; 14,14; Mt. 6,20; 19,21; 25,35-40.
2486#Lukas,16,10#10. WER im Kleinsten treu ist, der ist auch im Grossen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Grossen ungerecht. -Lk. 19,17; Mt. 25,21.
2487#Lukas,16,11#11. Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu waret, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen?
2488#Lukas,16,12#12. Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu waret, wer wird euch das eure geben?
2489#Lukas,16,13#13. Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. -Mt. 6,24.
2490#Lukas,16,14#14. DIES alles hörten aber die Pharisäer, die geldgierig sind, und sie höhnten über ihn. -Mt. 23,14.
2491#Lukas,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich gerecht hinstellen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen als etwas Hohes gilt, das ist ein Greuel vor Gott. -Lk. 18,9-14; Mt. 23,28.
2492#Lukas,16,16#16. Das Gesetz und die Propheten galten bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigt, und jeder drängt sich mit Gewalt hinein. -Mt. 11,12.13.
2493#Lukas,16,17#17. Es ist aber leichter, dass der Himmel und die Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes dahinfalle. -Lk. 21,33; Mt. 5,18.
2494#Lukas,16,18#18. Jeder, der seine Frau entlässt und eine andre heiratet, begeht Ehebruch, und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.-1- -Mt. 5,32; 19,9.   1) vgl. Anm. zu Mt. 5,32.
2495#Lukas,16,19#19. ES war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. -Jak. 5,5.
2496#Lukas,16,20#20. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Türe; der war mit Geschwüren bedeckt
2497#Lukas,16,21#21. und begehrte sich von dem zu sättigen, was vom Tisch des Reichen abfiel; dagegen kamen die Hunde und beleckten seine Geschwüre.
2498#Lukas,16,22#22. Es begab sich aber, dass der Arme starb und dass er von den Engeln in Abrahams Schoss getragen wurde. Aber auch der Reiche starb und wurde begraben. -Hebr. 1,14; Ps. 73.
2499#Lukas,16,23#23. Und als er im Totenreich, von Qualen geplagt, seine Augen erhob, sah er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoss.
2500#Lukas,16,24#24. Und er rief mit lauter Stimme: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme.
2501#Lukas,16,25#25. Abraham aber sprach: Kind, gedenke daran, dass du in deinem Leben dein Gutes empfangen hast und Lazarus gleichermassen das Böse; jetzt dagegen wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. -Lk. 6,24; Ps. 17,14.
2502#Lukas,16,26#26. Und bei alledem besteht zwischen uns und euch eine grosse Kluft, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht vermögen, noch die, welche dort sind, zu uns herübergelangen können.
2503#Lukas,16,27#27. Da sagte er: So bitte ich dich denn, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest -
2504#Lukas,16,28#28. denn ich habe fünf Brüder -, auf dass er ihnen sichere Kunde bringe, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.
2505#Lukas,16,29#29. Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; sie sollen auf sie hören! -2.Tim. 3,16; Jes. 8,20.
2506#Lukas,16,30#30. Der jedoch sagte: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen geht, werden sie Busse tun.
2507#Lukas,16,31#31. Da sprach er zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht gewinnen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht. -Joh. 5,46; 11,43-53.
2508#Lukas,17,1#1. ER sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass die Verführungen ausbleiben; doch wehe dem, durch den sie kommen! -Mt. 26,24.
2509#Lukas,17,2#2. Für ihn wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gelegt und er ins Meer versenkt wäre, als dass er einen dieser Kleinen verführte.
2510#Lukas,17,3#3. Habet acht auf euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn es ihn reut, so vergib ihm!
2511#Lukas,17,4#4. Und wenn er siebenmal des Tages wider dich sündigt und siebenmal sich wieder zu dir wendet und sagt: Es reut mich, so sollst du ihm vergeben.
2512#Lukas,17,5#5. UND die Apostel sagten zum Herrn: Mehre uns den Glauben! -Mk. 9,24.
2513#Lukas,17,6#6. Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet (auch nur so gross) wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: Entwurzle dich und pflanze dich ins Meer, und er würde euch gehorchen. -Mt. 17,20; 21,21; Mk. 11,22.23.
2514#Lukas,17,7#7. Wer aber von euch, der einen Knecht beim Pflügen oder auf der Weide hat, wird zu ihm, wenn er vom Felde heimkommt, sagen: Komm sogleich her und setz dich zu Tische? -Lk. 12,37.
2515#Lukas,17,8#8. Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir etwas zu essen, umgürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe, und nachher magst du essen und trinken?
2516#Lukas,17,9#9. Weiss er etwa dem Knechte Dank dafür, dass er getan hat, was ihm befohlen war?
2517#Lukas,17,10#10. So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben (nur) getan, was wir zu tun schuldig waren.
2518#Lukas,17,11#11. UND es geschah auf der Wanderung nach Jerusalem, als er (längs der Grenze) zwischen Samarien und Galiläa hinzog, -Lk. 9,51; 13,22.
2519#Lukas,17,12#12. da kamen ihm beim Betreten eines Dorfes zehn aussätzige Männer entgegen, die in der Ferne stehenblieben. -3.Mo. 13,45.46.
2520#Lukas,17,13#13. Und sie erhoben ihre Stimme und riefen: Jesus, Meister, erbarme dich unser!
2521#Lukas,17,14#14. Und als er sie sah, sagte er zu ihnen: Gehet und zeiget euch den Priestern! Und es begab sich, während sie hingingen, wurden sie rein. -Lk. 5,14; 3.Mo. 13,49; 14,2.3.
2522#Lukas,17,15#15. Einer aber von ihnen, der sah, dass er geheilt worden war, kehrte zurück, indem er mit lauter Stimme Gott pries,
2523#Lukas,17,16#16. warf sich aufs Angesicht zu seinen Füssen und dankte ihm; und das war ein Samariter.
2524#Lukas,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht die Zehn rein geworden? Wo sind aber die Neun?
2525#Lukas,17,18#18. Haben sich keine gefunden, die zurückgekehrt wären, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?
2526#Lukas,17,19#19. Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin! dein Glaube hat dich gerettet. -Lk. 7,50; 8,48.
2527#Lukas,17,20#20. ALS er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. -Joh. 3,3; 18,36.
2528#Lukas,17,21#21. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier! oder: dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist in eurer Mitte. -Lk. 19,11; Apg. 1,6; Röm. 14,17; 1.Kor. 4,20.
2529#Lukas,17,22#22. ER sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, wo ihr begehren werdet, auch nur einen von den Tagen des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.
2530#Lukas,17,23#23. Und man wird zu euch sagen: Siehe, dort! siehe, hier! Gehet nicht hin und laufet nicht nach! -Lk. 21,8; Mt. 24,23.26.
2531#Lukas,17,24#24. Denn wie der Blitz aufblitzt und von einer Gegend unter dem Himmel zur andern unter dem Himmel leuchtet, so wird der Sohn des Menschen an seinem Tage sein. -Mt. 24,27.
2532#Lukas,17,25#25. Zuvor aber muss er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. -Lk. 9,22.
2533#Lukas,17,26#26. Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein:
2534#Lukas,17,27#27. Sie assen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und alle vertilgte. -1.Mo. 7,7-23.
2535#Lukas,17,28#28. Ebenso wie es in den Tagen Lots zuging: Sie assen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; -1.Mo. 18,20.
2536#Lukas,17,29#29. an dem Tage aber, da Lot aus Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. -1.Mo. 19,24.25.
2537#Lukas,17,30#30. Auf gleiche Weise wird es an dem Tage sein, da der Sohn des Menschen sich offenbart.
2538#Lukas,17,31#31. Wer an jenem Tage auf dem Dach sein wird und seinen Hausrat im Hause hat, soll nicht hinabsteigen, um ihn zu holen; und wer auf dem Felde sein wird, soll gleichfalls nicht zurückkehren. -Lk. 21,21; Mt. 24,17.18.
2539#Lukas,17,32#32. Denket an Lots Frau! -1.Mo. 19,26.
2540#Lukas,17,33#33. Wer sein Leben-1- zu erhalten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es (neu) gewinnen. -Lk. 9,24.   1) vgl. Anm. zu Mt. 16,25.26.
2541#Lukas,17,34#34. Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bette sein; der eine wird angenommen und der andre zurückgelassen werden.
2542#Lukas,17,35#35. Zwei werden am gleichen Orte mahlen; die eine wird angenommen, die andre aber zurückgelassen werden.
2543#Lukas,17,36#36. -[Zwei werden auf dem Felde sein; der eine wird angenommen und der andre zurückgelassen werden.]-1- - 1) ein. Textzeugen fügen diesen Vers hinzu (vgl. Mt. 24,40).
2544#Lukas,17,37#37. Und sie antworteten und sagten zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo die Leichen sind, da sammeln sich auch die Adler. -Hiob 39,30; Mt. 24,28.
2545#Lukas,18,1#1. ER sagte ihnen aber ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, dass sie allezeit beten und nicht müde werden sollten, -Röm. 12,12; Eph. 6,18; Kol. 4,2; 1.Thes. 5,17.
2546#Lukas,18,2#2. und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.
2547#Lukas,18,3#3. Und eine Witwe war in jener Stadt, die kam (immer wieder) zu ihm und sagte: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Gegner! -2.Mo. 22,22-24; Jes. 1,17.
2548#Lukas,18,4#4. Und er wollte eine Zeitlang nicht; doch nachher sagte er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue,
2549#Lukas,18,5#5. so will ich doch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht schliesslich kommt und mich ins Gesicht schlägt. -Lk. 11,8.
2550#Lukas,18,6#6. Weiter sprach der Herr: Höret, was der ungerechte Richter sagt!
2551#Lukas,18,7#7. Gott aber sollte seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, ihr Recht nicht schaffen und sollte bei ihnen Langmut (gegen ihre Gegner) üben? -Ps. 55,17.18.
2552#Lukas,18,8#8. Ich sage euch: Er wird ihnen ihr Recht schaffen in Bälde. Wird jedoch der Sohn des Menschen, wenn er kommt, auf Erden den Glauben finden?
2553#Lukas,18,9#9. ER sagte aber auch zu etlichen, die sich selbst zutrauten, gerecht zu sein, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis: -Lk. 16,15.
2554#Lukas,18,10#10. Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andre ein Zöllner.
2555#Lukas,18,11#11. Der Pharisäer stellte sich für sich allein hin und betete so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. -Jes. 58,2.
2556#Lukas,18,12#12. Ich faste zweimal in der Woche, ich gebe den Zehnten von meinem ganzen Einkommen. -Lk. 11,42; Mt. 9,14; 23,23.
2557#Lukas,18,13#13. Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern er schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig! -Ps. 51,3.
2558#Lukas,18,14#14. Ich sage euch: Dieser ging mehr gerechtfertigt in sein Haus hinab als jener. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden. -Lk. 14,11; Mt. 23,12.
2559#Lukas,18,15#15. SIE brachten aber auch die Kindlein zu ihm, damit er sie anrühren möchte. Als die Jünger das sahen, schalten sie sie.
2560#Lukas,18,16#16. Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.
2561#Lukas,18,17#17. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen. -Mt. 18,3.
2562#Lukas,18,18#18. UND es fragte ihn ein Vorsteher: Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
2563#Lukas,18,19#19. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut ausser Gott allein.
2564#Lukas,18,20#20. Du kennst die Gebote: «Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, ehre deinen Vater und deine Mutter!» -2.Mo. 20,12-16; 5.Mo. 5,16-20.
2565#Lukas,18,21#21. Er aber sagte: Dies alles habe ich gehalten von Jugend auf.
2566#Lukas,18,22#22. Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Eins mangelt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an Arme, so wirst du einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach! -Mt. 6,20.
2567#Lukas,18,23#23. Der aber wurde tief betrübt, als er dies hörte; denn er war sehr reich.
2568#Lukas,18,24#24. Als ihn aber Jesus (so traurig) sah, sprach er: Wie schwer kommen die Begüterten in das Reich Gottes!
2569#Lukas,18,25#25. Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt.
2570#Lukas,18,26#26. Da sagten die, welche es gehört hatten: Wer kann dann gerettet werden?
2571#Lukas,18,27#27. Er aber sprach: Was unmöglich ist bei den Menschen, ist möglich bei Gott. -Lk. 19,8.9.
2572#Lukas,18,28#28. PETRUS aber sagte: Siehe, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt.
2573#Lukas,18,29#29. Da sprach er zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen hat,
2574#Lukas,18,30#30. der es nicht vielfältig empfangen würde in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
2575#Lukas,18,31#31. ER nahm aber die Zwölf an seine Seite und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und alles wird vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen hin geschrieben ist.
2576#Lukas,18,32#32. Denn er wird den Heiden ausgeliefert und verspottet und misshandelt und angespieen werden, -V. 32-33: Lk. 9,22.44.
2577#Lukas,18,33#33. und sie werden ihn geisseln und töten, und am dritten Tage wird er auferstehen.
2578#Lukas,18,34#34. Und sie erfassten nichts von diesen Dingen, und dieses Wort war vor ihnen verborgen, und sie begriffen das Gesagte nicht. -Mk. 9,32; Lk. 24,45.
2579#Lukas,18,35#35. ES begab sich aber, als er sich Jericho näherte, da sass ein Blinder am Weg und bettelte.
2580#Lukas,18,36#36. Und als dieser das Volk vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.
2581#Lukas,18,37#37. Da teilten sie ihm mit, Jesus der Nazoräer gehe vorüber.
2582#Lukas,18,38#38. Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2583#Lukas,18,39#39. Und die Voranziehenden bedrohten ihn, er solle schweigen; er schrie jedoch noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2584#Lukas,18,40#40. Da blieb Jesus stehen und befahl, man solle ihn zu ihm führen. Als er aber nahe herangekommen war, fragte er ihn:
2585#Lukas,18,41#41. Was willst du, dass ich dir tun soll? Er antwortete: Herr, dass ich wieder sehen kann.
2586#Lukas,18,42#42. Und Jesus sprach zu ihm: Werde wieder sehend! Dein Glaube hat dich gerettet. -Lk. 7,50; 17,19.
2587#Lukas,18,43#43. Und sofort wurde er wieder sehend, und er folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das zusah, gab Gott die Ehre. -Lk. 7,16; 17,15; 19,37.
2588#Lukas,19,1#1. UND er kam nach Jericho hinein und wollte hindurchziehen.
2589#Lukas,19,2#2. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war Oberzöllner und war reich.
2590#Lukas,19,3#3. Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei, und er vermochte es nicht wegen der Volksmenge, weil er von Gestalt klein war.
2591#Lukas,19,4#4. Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn er sollte auf jenem Weg hindurchziehen.
2592#Lukas,19,5#5. Und als Jesus an den Ort kam, blickte er zu ihm auf und sprach: Zachäus, steig eilends herab! denn heute muss ich in deinem Hause bleiben.
2593#Lukas,19,6#6. Und er stieg eilends herab und nahm ihn mit Freuden auf. -Joh. 1,12.
2594#Lukas,19,7#7. Und als sie es sahen, murrten sie alle und sagten: Bei einem sündigen Mann ist er eingekehrt, um Herberge zu nehmen. -Lk. 5,30; 15,2; Mt. 9,11.
2595#Lukas,19,8#8. Zachäus aber trat hin und sagte zum Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meines Besitzes gebe ich (nunmehr) den Armen, und wenn ich von jemandem etwas erpresst habe, gebe ich es vierfach zurück. -2.Mo. 22,1.9.
2596#Lukas,19,9#9. Da sprach Jesus zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, wie denn auch er ein Sohn Abrahams ist.
2597#Lukas,19,10#10. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorne zu suchen und zu retten. -Hes. 34,16; Mt. 18,11; Joh. 3,17.
2598#Lukas,19,11#11. ALS sie aber dies hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes werde sofort sichtbar werden. -Lk. 17,20; 24,21; Apg. 1,6.
2599#Lukas,19,12#12. Er sagte also: Ein Mann von vornehmer Abkunft begab sich in ein fernes Land, um sich ein Reich zu erwerben und (dann) zurückzukehren.
2600#Lukas,19,13#13. Er rief aber zehn seiner Knechte, gab ihnen zehn Pfunde-1- und sagte zu ihnen: Treibet Handel, während ich fort bin! -1) w: «Minen». Mit «Pfund» wird der Wert einer Mine durch Angabe des Gewichts (jedoch nicht des heutigen) bez.
2601#Lukas,19,14#14. Seine Mitbürger jedoch hassten ihn, schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und liessen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns König werde. -Joh. 1,11; 15,18.
2602#Lukas,19,15#15. Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er sich das Reich erworben hatte, da liess er die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen, um zu erfahren, was jeder bei seinen Geschäften gewonnen habe.
2603#Lukas,19,16#16. Da kam der erste und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzuerworben.
2604#Lukas,19,17#17. Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht! weil du in etwas ganz Geringem treu gewesen bist, sollst du über zehn Städte Macht haben. -Lk. 16,10.
2605#Lukas,19,18#18. Und der zweite kam und sagte: Dein Pfund, Herr, hat fünf Pfunde eingebracht.
2606#Lukas,19,19#19. Er sprach aber auch zu diesem: Und du sei über fünf Städte gesetzt!
2607#Lukas,19,20#20. Und der andre kam und sagte: Herr, siehe, da ist dein Pfund, das ich in einem Schweisstuch verwahrt hielt.
2608#Lukas,19,21#21. Denn ich fürchtete dich, weil du ein harter Mensch bist; du nimmst, was du nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.
2609#Lukas,19,22#22. Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde will ich dir das Urteil sprechen, du böser Knecht! Du wusstest, dass ich ein harter Mensch bin, dass ich nehme, was ich nicht hingelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? -Mt. 12,37.
2610#Lukas,19,23#23. Und warum hast du mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen eingefordert.
2611#Lukas,19,24#24. Und zu den Dabeistehenden sprach er: Nehmet ihm das Pfund weg und gebet es dem, der die zehn Pfunde hat!
2612#Lukas,19,25#25. Und sie sagten zu ihm: Herr, er hat (schon) zehn Pfunde. -
2613#Lukas,19,26#26. Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat. -Lk. 8,18; Mt. 13,12; Mk. 4,25.
2614#Lukas,19,27#27. Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König würde, führet hierher und machet sie vor meinen Augen nieder!
2615#Lukas,19,28#28. UND nachdem er dies gesagt hatte, wanderte er weiter, um nach Jerusalem hinaufzuziehen.
2616#Lukas,19,29#29. Und es begab sich, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien an dem Berge kam, der der Ölberg heisst, da sandte er zwei von den Jüngern
2617#Lukas,19,30#30. und sagte: Gehet in das gegenüberliegende Dorf, und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr darin ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; das bindet los und führet es her!
2618#Lukas,19,31#31. Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los? sollt ihr so sagen: Der Herr bedarf seiner.
2619#Lukas,19,32#32. Da gingen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte.
2620#Lukas,19,33#33. Als sie aber das Füllen losbanden, sagten seine Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?
2621#Lukas,19,34#34. Sie antworteten: Der Herr bedarf seiner.
2622#Lukas,19,35#35. Und sie führten es zu Jesus, warfen ihre Kleider auf das Füllen und liessen Jesus aufsteigen.
2623#Lukas,19,36#36. Während er aber dahinzog, breiteten sie auf dem Wege ihre Kleider hin. -2.Kön. 9,13.
2624#Lukas,19,37#37. Als er sich aber schon der Stelle näherte, wo man vom Ölberg (nach Jerusalem) hinabsteigt, fing die ganze Menge der Jünger voll Freude an, Gott mit lauter Stimme zu loben wegen all der machtvollen Taten, die sie gesehen hatten,
2625#Lukas,19,38#38. und sie sprachen: «Gepriesen sei, der da kommt», / der König, «im Namen des Herrn!» / Im Himmel Friede / und Ehre in den Höhen! -Ps. 118,26; Lk. 2,14; 13,35.
2626#Lukas,19,39#39. Und aus dem Volk heraus sagten etliche der Pharisäer zu ihm: Meister, verweise es deinen Jüngern!
2627#Lukas,19,40#40. Da antwortete er und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien. -Hab. 2,11.
2628#Lukas,19,41#41. UND als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie -Joh. 11,35.
2629#Lukas,19,42#42. und sprach: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.
2630#Lukas,19,43#43. Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen und dich ringsum einschliessen und dich von allen Seiten bedrängen -5.Mo. 28,52; Jes. 29,2.3; Jer. 6,6; Sach. 14,2.
2631#Lukas,19,44#44. und dich dem Erdboden gleichmachen und deine Kinder in dir (zu Boden schmettern) und keinen Stein in dir auf dem andern lassen darum, weil du die Zeit deiner (gnadenvollen) Heimsuchung nicht erkannt hast. -Lk. 21,6; Mt. 24,2.
2632#Lukas,19,45#45. UND nachdem er in den Tempel hineingegangen war, fing er an, die Verkäufer hinauszutreiben,
2633#Lukas,19,46#46. und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Und mein Haus soll ein Bethaus sein!» Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. -Jes. 56,7; Jer. 7,11.
2634#Lukas,19,47#47. Und er lehrte täglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes suchten ihn ins Verderben zu bringen, -Lk. 21,37; 22,53; Joh. 18,20; Mt. 21,45.46.
2635#Lukas,19,48#48. und sie fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing ihm an und hörte auf ihn. -Lk. 21,38; Mk. 12,37.
2636#Lukas,20,1#1. UND es begab sich an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten herzu
2637#Lukas,20,2#2. und sagten zu ihm: Sage uns: In was für einer Vollmacht tust du dies? oder wer ist's, der dir diese Vollmacht gegeben hat?
2638#Lukas,20,3#3. Da antwortete er und sprach zu ihnen: Auch ich will eine Frage an euch richten. Saget mir:
2639#Lukas,20,4#4. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?
2640#Lukas,20,5#5. Sie aber überlegten miteinander: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?
2641#Lukas,20,6#6. Wenn wir dagegen sagen: von Menschen, so wird uns das ganze Volk steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war. -Mt. 11,9.
2642#Lukas,20,7#7. Und sie antworteten, sie wüssten nicht woher.
2643#Lukas,20,8#8. Da sprach Jesus zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in was für einer Vollmacht ich dies tue.
2644#Lukas,20,9#9. ER fing aber an, zum Volke dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und zog für lange Zeit ausser Landes. -Jes. 5,1.
2645#Lukas,20,10#10. Und als die Zeit da war, sandte er zu den Weingärtnern einen Knecht, damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs (seinen Anteil) geben sollten. Die Weingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. -2.Chr. 36,15.16.
2646#Lukas,20,11#11. Er sandte sodann einen andern Knecht; sie aber schlugen auch den, misshandelten ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
2647#Lukas,20,12#12. Darauf sandte er einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und stiessen ihn hinaus.
2648#Lukas,20,13#13. Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht werden sie sich vor diesem scheuen.
2649#Lukas,20,14#14. Als ihn jedoch die Weingärtner sahen, überlegten sie miteinander und sagten: Dies ist der Erbe; lasset uns ihn töten, damit das Erbgut uns zufällt!
2650#Lukas,20,15#15. Und sie stiessen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?
2651#Lukas,20,16#16. Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Als sie das hörten, sagten sie: Das sei ferne!
2652#Lukas,20,17#17. Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet nun dieses Schriftwort: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / der ist zum Eckstein geworden»? -Ps. 118,22.
2653#Lukas,20,18#18. Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen. -Jes. 8,14.15; Dan. 2,34.44.
2654#Lukas,20,19#19. Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester suchten zu ebendieser Stunde Hand an ihn zu legen - und fürchteten doch das Volk -, denn sie merkten, dass er gegen sie dieses Gleichnis gesagt hatte. -Lk. 19,47.48; 22,2.
2655#Lukas,20,20#20. UND sie gaben acht auf ihn und sandten Leute hin, die angestiftet waren, sich zu stellen, als wäre es ihnen um die Gerechtigkeit zu tun; die sollten ihn bei einem Ausspruch fassen, sodass sie ihn der Gewalt und der Macht des Statthalters ausliefern könnten. -Lk. 11,54.
2656#Lukas,20,21#21. Und sie fragten ihn: Meister, wir wissen, dass du redest und lehrst, was recht ist, und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrst. -3.Mo. 19,15.
2657#Lukas,20,22#22. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht?
2658#Lukas,20,23#23. Da er aber ihre Arglist gewahr wurde, sprach er zu ihnen:
2659#Lukas,20,24#24. Zeiget mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie antworteten: Des Kaisers.
2660#Lukas,20,25#25. Da sprach er zu ihnen: So gebet denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! -Lk. 23,2; Röm. 13,7.
2661#Lukas,20,26#26. Und sie vermochten nicht, ihn vor dem Volk bei einem Worte zu fassen; und sie verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen.
2662#Lukas,20,27#27. ES kamen aber etliche der Sadduzäer hinzu, welche bestreiten, dass es eine Auferstehung gebe, und fragten ihn:
2663#Lukas,20,28#28. Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: «Wenn jemandes verheirateter Bruder stirbt und kinderlos ist, soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen schaffen.» -5.Mo. 25,5.6; 1.Mo. 38,8.
2664#Lukas,20,29#29. Nun waren sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
2665#Lukas,20,30#30. Und der zweite 31. nahm sie
2666#Lukas,20,31#und der dritte, ebenso aber auch die (übrigen der) sieben. Sie hinterliessen keine Kinder und starben.
2667#Lukas,20,32#32. Zuletzt starb auch die Frau.
2668#Lukas,20,33#33. Die Frau nun - welchem von ihnen wird sie in der Auferstehung als Frau angehören? Die Sieben haben sie ja (alle) zur Frau gehabt.
2669#Lukas,20,34#34. Da sprach Jesus zu ihnen: Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet.
2670#Lukas,20,35#35. Die aber, welche gewürdigt worden sind, jener Welt und der Auferstehung von den Toten teilhaft zu werden, heiraten nicht und werden nicht verheiratet. -Phil. 3,11.
2671#Lukas,20,36#36. Sie können ja auch nicht mehr sterben; denn sie sind Engeln gleich und sind Söhne Gottes, indem sie Söhne der Auferstehung sind. -1.Joh. 3,1.2.
2672#Lukas,20,37#37. Dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose bei der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, indem er den Herrn «den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs» nennt. -2.Mo. 3,2.6.
2673#Lukas,20,38#38. Gott aber ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen; denn für ihn sind alle lebendig. -Röm. 14,8.
2674#Lukas,20,39#39. Da antworteten einige der Schriftgelehrten und sagten: Meister, du hast trefflich geredet.
2675#Lukas,20,40#40. Denn sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen. -Mt. 22,46; Mk. 12,34.
2676#Lukas,20,41#41. ER sprach aber zu ihnen: Wie kann man sagen, der Christus sei Davids Sohn?
2677#Lukas,20,42#42. David selbst sagt ja im Buch der Psalmen: «Der Herr sprach zu meinem Herrn: / Setze dich zu meiner Rechten, / -V. 42-43: Ps. 110,1.
2678#Lukas,20,43#43. bis ich hinlege deine Feinde / als Schemel für deine Füsse!»
2679#Lukas,20,44#44. David also nennt ihn «Herr»; wie kann er dann sein Sohn sein?
2680#Lukas,20,45#45. WÄHREND aber das ganze Volk zuhörte, sprach er zu den Jüngern:
2681#Lukas,20,46#46. Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern einhergehen und die Begrüssungen auf den Märkten und den Vorsitz in den Synagogen und die obersten Plätze bei den Mahlzeiten lieben, -Lk. 11,43.
2682#Lukas,20,47#47. die die Häuser der Witwen aufzehren und (dabei) zum Schein lange Gebete sprechen; diese werden ein (um so) strengeres Gericht empfangen.
2683#Lukas,21,1#1. ALS er aber aufblickte, sah er die Reichen, die ihre Gaben in den Opferstock legten.
2684#Lukas,21,2#2. Er sah aber eine arme Witwe, die dort zwei Heller einlegte;
2685#Lukas,21,3#3. und er sprach: Der Wahrheit gemäss sage ich euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle.
2686#Lukas,21,4#4. Denn jene haben alle aus ihrem Überfluss zu den Gaben eingelegt; diese aber hat aus ihrem Mangel heraus all ihr Gut eingelegt, das sie hatte.
2687#Lukas,21,5#5. UND als einige über den Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er:
2688#Lukas,21,6#6. Was ihr da anschaut - es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem andern bleiben wird, der nicht zerstört würde. -Lk. 19,44.
2689#Lukas,21,7#7. SIE fragten ihn aber: Meister, wann wird dies nun geschehen, und was ist das Zeichen dafür, wann dies geschehen soll?
2690#Lukas,21,8#8. Er antwortete: Sehet zu, dass ihr nicht irregeführt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin's, und: die Zeit ist genaht. Laufet ihnen nicht nach! -Lk. 17,23.
2691#Lukas,21,9#9. Wenn ihr aber von Kriegen und Aufständen hören werdet, so erschrecket nicht! Denn diese Dinge müssen zuvor geschehen; aber nicht sofort ist das Ende da.
2692#Lukas,21,10#10. Dann sagte er zu ihnen: Erheben wird sich Volk wider Volk und Reich wider Reich, -Jes. 19,2; 2.Chr. 15,6.
2693#Lukas,21,11#11. und grosse Erdbeben werden kommen und da und dort Hungersnöte und Seuchen, und Schrecknisse und grosse Zeichen vom Himmel her werden kommen.
2694#Lukas,21,12#12. Vor diesem allem aber wird man Hand an euch legen und euch verfolgen, indem man euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefert, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen. -Lk. 12,11; Joh. 15,20; Apg. 12,1.
2695#Lukas,21,13#13. Es wird euch dazu ausschlagen, dass ihr Zeugnis (für mich) ablegen müsst.
2696#Lukas,21,14#14. Darum präget es euren Herzen ein, nicht zum voraus darauf zu sinnen, wie ihr euch verantworten sollt!
2697#Lukas,21,15#15. Denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht werden widerstehen oder widersprechen können. -Apg. 6,10; Eph. 6,19.
2698#Lukas,21,16#16. Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden ausgeliefert werden, und man wird etliche von euch töten,
2699#Lukas,21,17#17. und ihr werdet um meines Namens willen von jedermann gehasst sein.
2700#Lukas,21,18#18. Und nicht ein Haar von eurem Haupte wird verlorengehen. -Lk. 12,7; Mt. 10,30.
2701#Lukas,21,19#19. Durch eure Standhaftigkeit gewinnet euer (künftiges) Leben!
2702#Lukas,21,20#20. WENN ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren umringt sehen werdet, dann merket, dass seine Verwüstung genaht ist!
2703#Lukas,21,21#21. Dann sollen die in Judäa ins Gebirge fliehen, und die, welche in ihr-1- sind, sollen aus ihr entweichen, und die auf dem Lande sollen nicht in sie hineingehen. -Lk. 17,31.   1) nämlich in der Stadt Jerusalem.
2704#Lukas,21,22#22. Denn dies sind die Tage der Rache, damit alles erfüllt wird, was geschrieben steht. -Hos. 9,7; 5.Mo. 32,35.
2705#Lukas,21,23#23. Wehe den Schwangern und den Stillenden in jenen Tagen! Denn grosse Not wird über das Land kommen und ein Zorngericht für dieses Volk, -1.Kor. 7,26.
2706#Lukas,21,24#24. und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen und unter alle Heiden gefangen weggeführt werden; und Jerusalem wird von Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden vollendet sind. -5.Mo. 28,64; Jes. 63,18; Ps. 79,1; Röm. 11,25; Offb. 11,2.
2707#Lukas,21,25#25. UND es werden Zeichen eintreten an Sonne und Mond und Sternen und auf Erden Angst der Völker, sodass sie sich nicht zu raten wissen vor dem Tosen und Wogen des Meeres; -Ps. 65,8.
2708#Lukas,21,26#26. Menschen werden den Geist aufgeben vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen werden; denn «die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden». -Jes. 34,4.
2709#Lukas,21,27#27. Und dann wird man «den Sohn des Menschen auf einer Wolke kommen» sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. -Dan. 7,13; Mt. 26,64.
2710#Lukas,21,28#28. Wenn aber dies zu geschehen anfängt, so richtet euch auf und hebet eure Häupter empor; denn eure Erlösung naht. -2.Thes. 1,5-10; Jak. 5,8.
2711#Lukas,21,29#29. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Schauet auf den Feigenbaum und alle Bäume!
2712#Lukas,21,30#30. Wenn sie bereits ausschlagen und ihr seht es, merkt ihr von selbst, dass der Sommer schon nahe ist.
2713#Lukas,21,31#31. So sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, merken, dass das Reich Gottes nahe ist.
2714#Lukas,21,32#32. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen sein wird.
2715#Lukas,21,33#33. Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. -Lk. 16,17.
2716#Lukas,21,34#34. HABET aber acht auf euch, damit nicht etwa eure Herzen durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen um den Lebensunterhalt beschwert werden und jener Tag unversehens an euch herantritt -Mk. 4,19; Jes. 5,11-13; 1.Thes. 5,3.7; Röm. 13,13.
2717#Lukas,21,35#35. wie ein Fallstrick; denn er wird über alle hereinbrechen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. -Jes. 24,17.
2718#Lukas,21,36#36. Wachet aber zu jeder Zeit und bittet darum, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor den Sohn des Menschen gestellt zu werden! -Mt. 26,41; Mk. 13,33; 1.Petr. 4,7; 2.Petr. 3,11-13; 1.Joh. 2,28.
2719#Lukas,21,37#37. ER lehrte aber die Tage über im Tempel, des Nachts dagegen ging er hinaus und übernachtete an dem Berge, der der Ölberg heisst. -Lk. 19,47; Mt. 21,17; Joh. 8,1; 18,1.
2720#Lukas,21,38#38. Und alles Volk machte sich frühe zu ihm auf, um ihn im Tempel zu hören. -Lk. 19,48.
2721#Lukas,22,1#1. ES nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches Passa heisst.
2722#Lukas,22,2#2. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten das Volk. -Lk. 20,19.
2723#Lukas,22,3#3. ES fuhr aber der Satan in Judas, der Ischarioth heisst und der aus der Zahl der Zwölf war. -Joh. 13,2.27.
2724#Lukas,22,4#4. Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und Befehlshabern, wie er ihn an sie verraten könnte.
2725#Lukas,22,5#5. Und sie freuten sich und kamen mit ihm überein, ihm Geld zu geben.
2726#Lukas,22,6#6. Und er sagte zu und suchte eine gute Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie zu verraten.
2727#Lukas,22,7#7. ES kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm schlachten musste. -2.Mo. 12,18-20.
2728#Lukas,22,8#8. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet und bereitet für uns das Passamahl, damit wir es essen!
2729#Lukas,22,9#9. Sie antworteten ihm: Wo willst du, dass wir es bereiten?
2730#Lukas,22,10#10. Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; folget ihm in das Haus, in das er hineingeht,
2731#Lukas,22,11#11. und saget zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passamahl mit meinen Jüngern essen kann?
2732#Lukas,22,12#12. Und jener wird euch ein grosses Obergemach zeigen, das mit Polstern belegt ist; dort bereitet es zu!
2733#Lukas,22,13#13. Da gingen sie hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passamahl. -Lk. 19,32.
2734#Lukas,22,14#14. UND als die Stunde da war, setzte er sich zu Tische und die Apostel mit ihm.
2735#Lukas,22,15#15. Und er sprach zu ihnen: Mich hat sehnlich verlangt, dieses Passamahl mit euch zu essen, bevor ich leide. -1.Kor. 5,7.
2736#Lukas,22,16#16. Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis es in seiner Vollendung gefeiert wird im Reiche Gottes.
2737#Lukas,22,17#17. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet darüber und sagte: Nehmet ihn und teilet ihn unter euch!
2738#Lukas,22,18#18. Denn ich sage euch: Ich werde von jetzt an vom Gewächs des Weinstocks nicht (mehr) trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.
2739#Lukas,22,19#19. Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet darüber, brach es, gab es ihnen und sagte: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
2740#Lukas,22,20#20. Und ebenso nach der Mahlzeit den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird. -2.Mo. 24,8; Jer. 31,31; Hebr. 9,20.
2741#Lukas,22,21#21. Doch siehe, die Hand dessen, der mich verraten wird, ist mit mir auf dem Tische.
2742#Lukas,22,22#22. Denn der Sohn des Menschen zwar geht dahin, wie es bestimmt ist; doch wehe dem Menschen, durch den er verraten wird!
2743#Lukas,22,23#23. Und sie fingen an, sich untereinander zu besprechen, wer von ihnen es wohl wäre, der dies tun wollte.
2744#Lukas,22,24#24. ES entstand aber unter ihnen auch ein Streit darüber, wer von ihnen als der Grösste gelten könne. -Lk. 9,46.
2745#Lukas,22,25#25. Da sprach er zu ihnen: Die Könige der Völker üben die Herrschaft über sie aus, und ihre Gewalthaber lassen sich Wohltäter nennen.
2746#Lukas,22,26#26. Ihr dagegen nicht so! Sondern der Grösste unter euch soll werden wie der Jüngste, und der Hochstehende wie der Dienende. -Lk. 9,48.
2747#Lukas,22,27#27. Denn wer ist grösser, der zu Tische Sitzende oder der Dienende? Ist es nicht der zu Tische Sitzende? Ich aber bin mitten unter euch wie der Dienende. -Joh. 13,1-14.
2748#Lukas,22,28#28. Ihr aber seid die, welche in meinen Versuchungen bei mir ausgeharrt haben. -Joh. 6,67.
2749#Lukas,22,29#29. Und wie mir mein Vater ein Königreich bestimmt hat, bestimme ich für euch, -Lk. 12,32.
2750#Lukas,22,30#30. dass ihr an meinem Tisch essen und trinken sollt in meinem Reich und auf Thronen sitzen, um die zwölf Stämme Israels zu richten. -Mt. 19,28.
2751#Lukas,22,31#31. Simon, Simon, siehe, der Satan hat sich euch (von Gott) ausgebeten, um euch im Sieb zu schütteln wie den Weizen; -Joh. 13,36-38.
2752#Lukas,22,32#32. ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre; und du, wenn du dich einst bekehrt hast, stärke deine Brüder! -Joh. 17,9-15; 21,15.
2753#Lukas,22,33#33. Er aber sagte zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
2754#Lukas,22,34#34. Da sprach er: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.
2755#Lukas,22,35#35. Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ohne Beutel und Tasche und Schuhe aussandte, habt ihr da an etwas Mangel gehabt? Sie aber sagten: an nichts! -Lk. 9,3; 10,4.
2756#Lukas,22,36#36. Da sprach er zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, nehme ihn, gleichfalls auch (wer) eine Tasche (hat), und wer kein Schwert hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe eins!
2757#Lukas,22,37#37. Denn ich sage euch: Dieses Schriftwort muss sich an mir erfüllen: «Und er ist unter die Übeltäter gezählt worden.» Denn was mir bestimmt ist, kommt (jetzt) zu Ende. -Jes. 53,12.
2758#Lukas,22,38#38. Sie aber sagten: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.
2759#Lukas,22,39#39. UND er ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger. -Mk. 14,26; Lk. 21,37; Joh. 18,1.2.
2760#Lukas,22,40#40. Und als er an den Ort gelangt war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt!
2761#Lukas,22,41#41. Und er trennte sich von ihnen, ungefähr einen Steinwurf weit, und kniete nieder und betete:
2762#Lukas,22,42#42. Vater, wenn du willst, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! -Mt. 6,10; Joh. 6,38.
2763#Lukas,22,43#43. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
2764#Lukas,22,44#44. Und er geriet in angstvollen Kampf und betete noch anhaltender; und sein Schweiss wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fallen. -Hebr. 5,7.
2765#Lukas,22,45#45. Und als er vom Gebet aufgestanden war und zu den Jüngern kam, fand er sie schlafend vor Traurigkeit.
2766#Lukas,22,46#46. Und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Stehet auf und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt!
2767#Lukas,22,47#47. WÄHREND er noch redete, siehe, da kam ein Volkshaufe; und der, welcher Judas hiess, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. -Apg. 1,16.
2768#Lukas,22,48#48. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Sohn des Menschen?
2769#Lukas,22,49#49. Als aber die um ihn sahen, was bevorstand, sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?
2770#Lukas,22,50#50. Und einer von ihnen schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.
2771#Lukas,22,51#51. Da antwortete Jesus und sprach: Lasset es damit genug sein! Und er rührte das Ohr an und heilte ihn.
2772#Lukas,22,52#52. Jesus sagte aber zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Ältesten, die zu ihm herangekommen waren: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken.
2773#Lukas,22,53#53. Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr nicht Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. -Joh. 7,30; 8,20; 19,11.
2774#Lukas,22,54#54. UND nachdem sie ihn ergriffen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus jedoch folgte von ferne.
2775#Lukas,22,55#55. Als sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet und sich zueinander gesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie.
2776#Lukas,22,56#56. Da sah ihn eine Magd beim Feuer sitzen, blickte ihn an und sagte: Auch dieser war mit ihm.
2777#Lukas,22,57#57. Er aber verleugnete ihn und sagte: Weib, ich kenne ihn nicht.
2778#Lukas,22,58#58. Und kurz nachher sah ihn ein andrer und sagte: Auch du bist einer von ihnen. Petrus aber sagte: Mensch, ich bin's nicht.
2779#Lukas,22,59#59. Und ungefähr nach Verlauf einer Stunde versicherte ein andrer: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm; denn er ist ein Galiläer.
2780#Lukas,22,60#60. Petrus aber sagte: Mensch, ich weiss nicht, was du meinst. Und sofort, während er noch redete, krähte der Hahn.
2781#Lukas,22,61#61. Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. -V. 34.
2782#Lukas,22,62#62. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
2783#Lukas,22,63#63. UND die Männer, die ihn bewachten, verspotteten und schlugen ihn,
2784#Lukas,22,64#64. und sie verhüllten ihn und fragten ihn: Offenbare: Wer ist's, der dich geschlagen hat?
2785#Lukas,22,65#65. Und (noch) viele andre Lästerungen sagten sie wider ihn.
2786#Lukas,22,66#66. Und als es Tag geworden war, versammelte sich der Rat der Ältesten des Volkes, Hohepriester und Schriftgelehrte, und sie liessen ihn in ihre Versammlung führen -Mt. 27,1; Mk. 15,1.
2787#Lukas,22,67#67. und sagten: Bist du der Christus, so sage es uns! Da sprach er zu ihnen: Wenn ich es euch sage, werdet ihr es nicht glauben; -Joh. 3,12; 8,45; 10,24-26.
2788#Lukas,22,68#68. wenn ich aber frage, werdet ihr nicht antworten.
2789#Lukas,22,69#69. Doch von jetzt an wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes. -Dan. 7,13; Ps. 110,1.
2790#Lukas,22,70#70. Sie sagten aber alle: So bist du also der Sohn Gottes? Er antwortete ihnen: Ihr sagt es, dass ich es bin.
2791#Lukas,22,71#71. Da sagten sie: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört.
2792#Lukas,23,1#1. UND die ganze Menge derselben stand auf, und sie liessen ihn abführen zu Pilatus.
2793#Lukas,23,2#2. Sie fingen aber an, ihn anzuklagen, und sagten: Wir haben diesen erfunden als einen, der unser Volk verführt und es abhalten will, dem Kaiser Steuern zu geben, und sagt, er sei der Christus, der König. -Lk. 20,21-26.
2794#Lukas,23,3#3. Da fragte ihn Pilatus: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es.-1- -1.Tim. 6,13.   1) vgl. Anm. zu Mt. 26,64.
2795#Lukas,23,4#4. Pilatus aber sagte zu den Hohenpriestern und der Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.
2796#Lukas,23,5#5. Sie jedoch behaupteten immer heftiger: Er wiegelt das Volk auf, indem er lehrt im ganzen jüdischen Land von Galiläa an bis hierher. -Apg. 10,36-38.
2797#Lukas,23,6#6. ALS Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei.
2798#Lukas,23,7#7. Und als er vernahm, dass er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls in Jerusalem war. -Lk. 3,1.
2799#Lukas,23,8#8. Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn seit geraumer Zeit wünschte er ihn zu sehen, weil er von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen zu sehen, das von ihm getan würde. -Lk. 9,9; Mt. 14,1.2.
2800#Lukas,23,9#9. Und er fragte ihn mit vielen Worten; er jedoch antwortete ihm nichts. -Joh. 19,10.
2801#Lukas,23,10#10. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten aber standen da und klagten ihn heftig an.
2802#Lukas,23,11#11. Doch Herodes samt seinen Truppen trieb Hohn und Spott mit ihm, liess ihm ein Prunkgewand umwerfen und schickte ihn wieder zu Pilatus.
2803#Lukas,23,12#12. Herodes und Pilatus aber wurden Freunde miteinander an ebendiesem Tage. Zuvor nämlich waren sie in Feindschaft gegeneinander. -Apg. 4,27.
2804#Lukas,23,13#13. PILATUS aber rief die Hohenpriester und die Oberen und das Volk zusammen
2805#Lukas,23,14#14. und sagte zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk abwendig mache. Und siehe, beim Verhör vor euch habe ich an diesem Menschen keinen Grund für eure Anklagen gefunden;
2806#Lukas,23,15#15. aber auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre.
2807#Lukas,23,16#16. Darum will ich ihn freigeben, nachdem ich ihn habe züchtigen lassen.
2808#Lukas,23,17#17. -[Er musste ihnen aber jedes Fest einen freilassen.]-1- 1) viele alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Mt. 27,15).
2809#Lukas,23,18#18. Sie schrieen aber insgesamt: Hinweg mit diesem, lass uns dagegen Barabbas frei!
2810#Lukas,23,19#19. Der war nämlich wegen eines in der Stadt entstandenen Aufruhrs und Totschlags ins Gefängnis gesetzt worden.
2811#Lukas,23,20#20. Da redete sie Pilatus wiederum an, weil er Jesus freizulassen wünschte.
2812#Lukas,23,21#21. Sie aber riefen dagegen: Kreuzige, kreuzige ihn!
2813#Lukas,23,22#22. Darauf sagte er zum drittenmal zu ihnen: Was hat denn dieser Böses getan? Ich habe keinen Grund zu einem Todesurteil bei ihm gefunden. Darum will ich ihn freigeben, nachdem ich ihn habe züchtigen lassen.
2814#Lukas,23,23#23. Sie jedoch bestürmten ihn mit lautem Geschrei und begehrten, dass er gekreuzigt würde; und ihr Geschrei drang durch,
2815#Lukas,23,24#24. und Pilatus entschied, ihr Begehren solle ausgeführt werden.
2816#Lukas,23,25#25. Er liess aber den wegen Aufruhrs und Totschlags ins Gefängnis Gesetzten frei, den sie begehrten; Jesus dagegen gab er ihrem Willen preis. -Apg. 3,13.14.
2817#Lukas,23,26#26. UND als sie ihn abführten, griffen sie einen gewissen Simon aus Cyrene auf, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesu nachtrüge.
2818#Lukas,23,27#27. Es folgte ihm aber eine grosse Menge des Volkes und viele Frauen, die ihn betrauerten und beklagten.
2819#Lukas,23,28#28. Jesus jedoch wandte sich zu ihnen um und sprach: Ihr Töchter Jerusalems weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch und über eure Kinder!
2820#Lukas,23,29#29. Denn siehe, es kommen Tage, wo man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gestillt haben. -Lk. 21,23; Mt. 24,19.
2821#Lukas,23,30#30. Dann wird man anfangen «zu den Bergen zu sagen: Fallet auf uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns!» -Hos. 10,8; Offb. 6,16; 9,6.
2822#Lukas,23,31#31. Denn wenn man dies am grünen Holze tut, was soll am dürren geschehen? -1.Petr. 4,17.18.
2823#Lukas,23,32#32. Es wurden aber auch noch zwei Verbrecher abgeführt, um mit ihm hingerichtet zu werden.
2824#Lukas,23,33#33. UND als sie an den Platz kamen, welcher Schädel heisst, kreuzigten sie dort ihn und die Verbrecher, den einen zur Rechten, den andern zur Linken.
2825#Lukas,23,34#34. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Darauf warfen sie das Los, um seine Kleider unter sich zu verteilen. -Mt. 5,44; Apg. 3,17; Ps. 22,19.
2826#Lukas,23,35#35. Und das Volk stand da und sah zu. Aber auch die Oberen höhnten: Andre hat er gerettet; er rette sich selbst, wenn er der auserwählte Christus Gottes ist! -Ps. 22,8.
2827#Lukas,23,36#36. Es verspotteten ihn aber auch die Soldaten, indem sie hinzutraten, ihm Essig brachten -Ps. 69,22.
2828#Lukas,23,37#37. und sagten: Wenn du der König der Juden bist, so rette dich selbst!
2829#Lukas,23,38#38. Es stand aber auch eine Aufschrift über ihm: Dies ist der König der Juden.
2830#Lukas,23,39#39. Einer der gehenkten Verbrecher aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich und uns!
2831#Lukas,23,40#40. Der andre jedoch antwortete und sagte vorwurfsvoll zu ihm: Hast du (denn) auch gar keine Furcht vor Gott, da du doch dem gleichen Urteil verfallen bist?
2832#Lukas,23,41#41. Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsre Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
2833#Lukas,23,42#42. Und er sagte: Jesus, gedenke meiner, wenn du mit deiner Königsherrschaft kommst!
2834#Lukas,23,43#43. Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. -Joh. 5,24; 2.Kor. 12,4; Offb. 14,13; Jes. 53,11.12.
2835#Lukas,23,44#44. UND es war schon ungefähr die sechste Stunde, da kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde, -Amos 8,9.
2836#Lukas,23,45#45. indem die Sonne ihren Schein verlor; der Vorhang im Tempel aber riss mitten entzwei. -2.Mo. 36,35.
2837#Lukas,23,46#46. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, «in deine Hände befehle ich meinen Geist!» Und als er dies gesagt hatte, verschied er. -Ps. 31,6; Apg. 7,59.
2838#Lukas,23,47#47. Als aber der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sprach: Dieser Mensch war wirklich ein Gerechter.
2839#Lukas,23,48#48. Und die ganze Volksmenge, die zu diesem Schauspiel mitgekommen war, schlug sich beim Anblick dessen, was geschehen war, an die Brust und kehrte zurück. -Lk. 18,13.
2840#Lukas,23,49#49. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm von Galiläa her nachgefolgt waren, und sahen dies. -Lk. 8,2.3.
2841#Lukas,23,50#50. UND siehe, da war ein Mann mit Namen Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann
2842#Lukas,23,51#51. <der hatte ihrem Rat und Tun nicht beigestimmt>, aus Arimathäa, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete. -Lk. 2,25.38.
2843#Lukas,23,52#52. Dieser ging zu Pilatus und erbat sich den Leib Jesu.
2844#Lukas,23,53#53. Und er nahm ihn herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in eine ausgehauene Gruft, worin noch niemand gelegen hatte.
2845#Lukas,23,54#54. Und es war Rüsttag, und der Sabbat leuchtete auf.
2846#Lukas,23,55#55. Es waren aber die Frauen, die ihn von Galiläa her begleitet hatten, mitgegangen und beschauten die Gruft und wie sein Leib hingelegt wurde.
2847#Lukas,23,56#56. Nachdem sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie Balsam und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz. -Mk. 16,1; 2.Mo. 20,10.
2848#Lukas,24,1#1. AM ersten Tage der Woche aber kamen sie am frühen Morgen zur Gruft und brachten den Balsam, den sie bereitet hatten.
2849#Lukas,24,2#2. Da fanden sie den Stein von der Gruft weggewälzt.
2850#Lukas,24,3#3. Als sie aber hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.
2851#Lukas,24,4#4. Und es begab sich, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in blitzendem Gewand zu ihnen. -Apg. 1,10.
2852#Lukas,24,5#5. Als sie aber in Furcht gerieten und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
2853#Lukas,24,6#6. Er ist nicht hier, sondern er ist auferweckt worden. Erinnert euch, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war,
2854#Lukas,24,7#7. indem er sagte: Der Sohn des Menschen muss ausgeliefert werden in die Hände sündiger Menschen und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. -Lk. 18,31-33; Mt. 17,22.23.
2855#Lukas,24,8#8. Und sie erinnerten sich seiner Worte.
2856#Lukas,24,9#9. Und sie kehrten von der Gruft zurück und verkündigten dies alles den Elfen und allen übrigen.
2857#Lukas,24,10#10. Maria aus Magdala und Johanna und Maria des Jakobus und die übrigen mit ihnen sagten dies zu den Aposteln. -Lk. 8,2.3.
2858#Lukas,24,11#11. Und diese Worte kamen ihnen vor wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht.
2859#Lukas,24,12#12. -[Petrus aber machte sich auf und lief zur Gruft; und wie er sich hineinbeugt, sieht er nur die leinenen Binden. Und er ging heim voll Verwunderung über das Geschehene.]-1- 1) viele alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Joh. 20,3-10).
2860#Lukas,24,13#13. UND siehe, zwei von ihnen wanderten an ebendem Tage nach einem Dorf, das von Jerusalem sechzig Stadien entfernt ist, namens Emmaus*;
2861#Lukas,24,14#14. und sie redeten miteinander über alle diese Ereignisse.
2862#Lukas,24,15#15. Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. -Mt. 18,20.
2863#Lukas,24,16#16. Ihre Augen jedoch wurden gehalten, damit sie ihn nicht erkannten.
2864#Lukas,24,17#17. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr unterwegs miteinander wechselt? Und sie blieben traurigen Blickes stehen. -Joh. 16,20.
2865#Lukas,24,18#18. Einer aber mit Namen Kleopas antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht erfahren hat, was daselbst in diesen Tagen geschehen ist?
2866#Lukas,24,19#19. Und er sagte zu ihnen: Was? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volke, -Lk. 7,16; Apg. 2,22.
2867#Lukas,24,20#20. und wie ihn unsre Hohenpriester und unsre Oberen zum Todesurteil ausgeliefert und ihn gekreuzigt haben.
2868#Lukas,24,21#21. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen sollte. Aber bei dem allem ist es schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist. -Lk. 1,68; 2,38; Apg. 1,6.
2869#Lukas,24,22#22. Aber auch einige Frauen aus unsrer Mitte haben uns in Bestürzung versetzt. Nachdem sie früh am Morgen bei der Gruft gewesen waren
2870#Lukas,24,23#23. und seinen Leib nicht gefunden hatten, kamen sie und sagten, sie hätten gar eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagten, er lebe.
2871#Lukas,24,24#24. Und einige der Unsrigen gingen hin zur Gruft und fanden es so, wie es die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber haben sie nicht gesehen. -Joh. 20,3-10.
2872#Lukas,24,25#25. Und er sprach zu ihnen: O ihr, die ihr unverständig und zu trägen Herzens seid, um zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! -Mk. 16,14.
2873#Lukas,24,26#26. Musste nicht der Christus dies leiden und (dann) in seine Herrlichkeit eingehen?
2874#Lukas,24,27#27. Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was über ihn handelt. -5.Mo. 18,15; Ps. 22; Jes. 9,6; 53; Apg. 8,31-35.
2875#Lukas,24,28#28. Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie wanderten, und er stellte sich, als wolle er weitergehen.
2876#Lukas,24,29#29. Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt! Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.
2877#Lukas,24,30#30. Und es begab sich, als er mit ihnen zu Tische sass, nahm er das Brot, sprach das Dankgebet darüber, brach es und gab es ihnen. -Lk. 22,19; Mt. 26,26.
2878#Lukas,24,31#31. Da wurden ihnen die Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. -2.Kön. 6,17.
2879#Lukas,24,32#32. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Wege mit uns redete, wie er uns die Schriften erschloss?
2880#Lukas,24,33#33. Und sie standen in ebender Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und ihre Genossen versammelt,
2881#Lukas,24,34#34. die sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen. -1.Kor. 15,4.5.
2882#Lukas,24,35#35. Und sie selbst erzählten, was auf dem Wege geschehen und wie er von ihnen beim Brechen des Brotes erkannt worden war.
2883#Lukas,24,36#36. WÄHREND sie aber dies redeten, trat er selbst mitten unter sie. -[und sagte zu ihnen: Friede sei (mit) euch!]-1- -1.Kor. 15,5.   1) viele alte Textzeugen haben hier noch diese Worte (vgl. Joh. 20,19).
2884#Lukas,24,37#37. Da gerieten sie in Bestürzung und Furcht und meinten, einen Geist zu sehen. -Mt. 14,26.
2885#Lukas,24,38#38. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr erschrocken, und warum steigen Bedenken in euren Herzen auf?
2886#Lukas,24,39#39. Sehet meine Hände und meine Füsse, dass ich es selbst bin! Rühret mich an und sehet! denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, dass ich es habe. -1.Joh. 1,1.
2887#Lukas,24,40#40. -[Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füsse.]-1- 1) viele alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Joh. 20,20; s. auch Joh. 20,25.27; Ps. 22,17).
2888#Lukas,24,41#41. Da sie aber in ihrer Freude noch nicht glaubten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? -V. 41-42: Joh. 21,5.10.
2889#Lukas,24,42#42. Da reichten sie ihm ein Stück von einem gebratenen Fisch-1-. -1) manche alte Textzeugen haben hier noch: «und von einer Honigwabe».
2890#Lukas,24,43#43. Und er nahm es und ass vor ihren Augen. -Apg. 10,41.
2891#Lukas,24,44#44. Er sprach aber zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war: Alles müsse erfüllt werden, was im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen über mich geschrieben steht. -Lk. 18,31-33; V. 27.
2892#Lukas,24,45#45. Da öffnete er ihnen den Sinn, damit sie die Schriften verständen,
2893#Lukas,24,46#46. und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben, dass der Christus auf diese Weise leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen werde -Apg. 17,3.
2894#Lukas,24,47#47. und dass auf seinen Namen hin Busse zur Vergebung der Sünden gepredigt werden solle unter allen Völkern, beginnend mit Jerusalem. -Mt. 24,14; Apg. 17,30.
2895#Lukas,24,48#48. Ihr seid Zeugen dafür.
2896#Lukas,24,49#49. Und siehe, ich sende die Verheissung meines Vaters auf euch; ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr angetan sein werdet mit Kraft aus der Höhe! -Joh. 14,26; 15,26; 16,7; Apg. 1,4.8.
2897#Lukas,24,50#50. ER führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und erhob seine Hände und segnete sie.
2898#Lukas,24,51#51. Und es begab sich, während er sie segnete, entschwand er ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben.
2899#Lukas,24,52#52. Und sie warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten mit grosser Freude nach Jerusalem zurück. -Joh. 5,23; 16,22.
2900#Lukas,24,53#53. Und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

1072#Markus,1,1#1. ANFANG des Evangeliums von Jesus Christus-1-. -1) viele alte Textzeugen fügen hinzu: «dem Sohne Gottes».
1073#Markus,1,2#2. Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja-1-: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird»; -Mt. 11,10; Lk. 7,27.   1) die erste Hälfte des prophetischen Ausspruchs stammt aus Mal. 3,1 und 2.Mo. 23,20.
1074#Markus,1,3#3. «(es erschallt) die Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Strassen gerade», -Jes. 40,3.
1075#Markus,1,4#4. (so) taufte Johannes in der Wüste und predigte, man solle sich taufen lassen auf Grund der Busse zur Vergebung der Sünden. -Apg. 19,4.
1076#Markus,1,5#5. Und das ganze jüdische Land zog zu ihm hinaus und alle Bewohner von Jerusalem, und sie liessen sich von ihm im Jordanfluss taufen, indem sie ihre Sünden bekannten.
1077#Markus,1,6#6. Und Johannes war bekleidet mit (einem Gewand aus) Kamelhaaren und um seine Lenden mit einem ledernen Gürtel, und er ass Heuschrecken und wilden Honig. -2.Kön. 1,8; Sach. 13,4; Mt. 11,8.
1078#Markus,1,7#7. Und er predigte: Nach mir kommt der, welcher stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, mich zu bücken und ihm den Riemen seiner Schuhe zu lösen. -Apg. 13,25.
1079#Markus,1,8#8. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen. -Apg. 1,5.
1080#Markus,1,9#9. UND es begab sich in jenen Tagen, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen liess. -Lk. 2,51.
1081#Markus,1,10#10. Und sobald er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel sich öffnen und den Geist wie eine Taube auf sich herabschweben.
1082#Markus,1,11#11. Und eine Stimme erscholl aus den Himmeln: «Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.» -Mk. 9,7; Ps. 2,7; Jes. 42,1.
1083#Markus,1,12#12. UND alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
1084#Markus,1,13#13. Und er wurde in der Wüste vierzig Tage vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
1085#Markus,1,14#14. UND nachdem Johannes gefangengesetzt worden war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium Gottes -Mk. 6,17.
1086#Markus,1,15#15. und sprach: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist genaht; tut Busse und glaubet an das Evangelium! -Dan. 7,22; Gal. 4,4.
1087#Markus,1,16#16. Und als er am galiläischen See hinging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, im See das Netz auswerfen; sie waren nämlich Fischer.
1088#Markus,1,17#17. Und Jesus sprach zu ihnen: Kommet her, (folget) mir nach, und ich will machen, dass ihr Menschenfischer werdet.
1089#Markus,1,18#18. Da verliessen sie alsbald die Netze und folgten ihm nach.
1090#Markus,1,19#19. Als er dann ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes ebenfalls im Schiff, wie sie die Netze ausbesserten.
1091#Markus,1,20#20. Und alsbald rief er sie zu sich. Da liessen sie ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und schlossen sich ihm an.
1092#Markus,1,21#21. UND sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald lehrte er am Sabbat in der Synagoge. -Mt. 4,13.
1093#Markus,1,22#22. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. -Mt. 7,28.29.
1094#Markus,1,23#23. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie auf
1095#Markus,1,24#24. und rief: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Wir wissen, wer du bist: der Heilige Gottes! -Mk. 5,7.
1096#Markus,1,25#25. Da bedrohte ihn Jesus und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
1097#Markus,1,26#26. Und der unreine Geist riss ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus. -Mk. 9,26.
1098#Markus,1,27#27. Und sie erstaunten alle, sodass sie sich besprachen und sagten: Was ist das? Eine neue Lehre voll Gewalt; und den unreinen Geistern gebietet er, und sie gehorchen ihm.
1099#Markus,1,28#28. Und das Gerücht über ihn verbreitete sich alsbald überallhin in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa.
1100#Markus,1,29#29. UND sobald sie aus der Synagoge kamen, gingen sie in das Haus des Simon und des Andreas mit Jakobus und Johannes.
1101#Markus,1,30#30. Die Schwiegermutter des Simon aber lag am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr. -Apg. 28,8.
1102#Markus,1,31#31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verliess sie, und sie diente ihnen.
1103#Markus,1,32#32. Als es aber Abend geworden war, brachten sie nach Sonnenuntergang alle zu ihm, die krank und besessen waren.
1104#Markus,1,33#33. Und die ganze Stadt war an der Türe versammelt.
1105#Markus,1,34#34. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und liess die Dämonen nicht reden, weil sie ihn kannten. -Apg. 16,17.18.
1106#Markus,1,35#35. Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus und begab sich an einen einsamen Ort und betete dort.
1107#Markus,1,36#36. Und Simon eilte ihm nach samt seinen Begleitern;
1108#Markus,1,37#37. und sie fanden ihn und sagten zu ihm: Jedermann sucht dich.
1109#Markus,1,38#38. Da sagte er zu ihnen: Lasset uns anderswohin gehen, in die benachbarten Marktflecken, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.
1110#Markus,1,39#39. Und er ging und predigte in ganz Galiläa in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
1111#Markus,1,40#40. UND ein Aussätziger kommt bittend zu ihm, wirft sich vor ihm auf die Kniee und sagt zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich rein machen.
1112#Markus,1,41#41. Da hatte er Erbarmen mit ihm, streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will es, werde rein!
1113#Markus,1,42#42. Und alsbald wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein.
1114#Markus,1,43#43. Und er drohte ihm ernstlich und hiess ihn alsbald weggehen -Mk. 3,12; 7,36.
1115#Markus,1,44#44. und sprach zu ihm: Sieh zu, sage niemandem etwas, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis! -3.Mo. 14,2-32.
1116#Markus,1,45#45. Der aber ging hinweg und fing an, die Sache vielfach zu verkündigen und auszubreiten, sodass er nicht mehr offen in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draussen an einsamen Orten, und sie kamen von überallher zu ihm.
1117#Markus,2,1#1. UND als er nach einigen Tagen, wieder nach Kapernaum hineingegangen war, hörte man, dass er im Hause sei.
1118#Markus,2,2#2. Und es versammelten sich viele, sodass nicht einmal der Platz vor der Türe mehr reichte, und er verkündigte ihnen das Wort.
1119#Markus,2,3#3. Da kamen Leute und brachten zu ihm einen Gelähmten, der von vieren getragen wurde.
1120#Markus,2,4#4. Und da sie ihn wegen des Volkes nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war, und nachdem sie es durchbrochen hatten, liessen sie das Bett hinab, worauf der Gelähmte lag.
1121#Markus,2,5#5. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
1122#Markus,2,6#6. Es sassen aber dort etliche der Schriftgelehrten und machten sich in ihren Herzen Gedanken:
1123#Markus,2,7#7. Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben ausser Gott allein? -Ps. 130,4; Jes. 43,25; 44,22.
1124#Markus,2,8#8. Und alsbald merkte Jesus in seinem Geiste, dass sie sich bei sich selbst solche Gedanken machten, und sprach zu ihnen: Was macht ihr euch da für Gedanken in euren Herzen? -Joh. 2,25.
1125#Markus,2,9#9. Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh hinweg?
1126#Markus,2,10#10. Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sagt er zu dem Gelähmten:
1127#Markus,2,11#11. Ich sage dir: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh in dein Haus! -Joh. 5,8.
1128#Markus,2,12#12. Und er stand auf, hob alsbald sein Bett auf und ging vor aller Augen hinaus, sodass sie alle erstaunten, Gott priesen und sagten: Solches haben wir noch nie gesehen.
1129#Markus,2,13#13. UND er ging wieder an den See hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie.
1130#Markus,2,14#14. Und im Vorübergehen sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen; und er sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand er auf und folgte ihm nach.
1131#Markus,2,15#15. Und es begab sich, dass er in dessen Hause zu Tische sass, und viele Zöllner und Sünder sassen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische; denn es waren viele, die ihm nachfolgten.
1132#Markus,2,16#16. Und als die Schriftgelehrten (von der Partei) der Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern ass, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst er mit den Zöllnern und Sündern? -Lk. 15,1.2.
1133#Markus,2,17#17. Und Jesus hörte es und sprach zu ihnen: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder. -1.Kor. 1,26-30.
1134#Markus,2,18#18. UND die Jünger des Johannes und die Pharisäer hatten Fasttag. Und die Leute kamen und sagten zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
1135#Markus,2,19#19. Da sprach Jesus zu ihnen: Können etwa die Hochzeitsleute fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. -Joh. 3,29.
1136#Markus,2,20#20. Doch es werden Tage kommen, wo der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten an jenem Tage. -Lk. 17,22; Joh. 16,20.
1137#Markus,2,21#21. Niemand näht ein Stück ungewalktes Tuch auf ein altes Kleid; sonst reisst das Flickstück (einen Teil) von ihm ab, das neue von dem alten, und der Riss wird schlimmer.
1138#Markus,2,22#22. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der Wein die Schläuche zerreissen, und der Wein geht zugrunde samt den Schläuchen. Sondern neuen Wein (füllt man) in neue Schläuche. -Hiob 32,19.
1139#Markus,2,23#23. UND es begab sich, dass er am Sabbat durch die Saaten dahinwanderte; und seine Jünger fingen an, auf dem Weg Ähren abzureissen.
1140#Markus,2,24#24. Und die Pharisäer sagten zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
1141#Markus,2,25#25. Da sprach er zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, als er Not litt und ihn und seine Begleiter hungerte? -1.Sam. 21,4-7.
1142#Markus,2,26#26. Wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohenpriesters Abjathar-1-* und die Schaubrote ass, die niemand essen darf als nur die Priester, und (wie er) auch seinen Begleitern gab? -3.Mo. 24,5-9.   1) vgl. 1.Sam. 21,1-6.
1143#Markus,2,27#27. Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen. -5.Mo. 5,14.
1144#Markus,2,28#28. Somit ist der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat.
1145#Markus,3,1#1. UND er ging wiederum in eine Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine erstorbene Hand.
1146#Markus,3,2#2. Und sie gaben acht auf ihn, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn anklagen könnten.
1147#Markus,3,3#3. Da sagte er zu dem Menschen, der die erstorbene Hand hatte: Tritt her in die Mitte!
1148#Markus,3,4#4. Und er sprach zu ihnen: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, ein Menschenleben zu retten oder zu töten? Sie aber schwiegen.
1149#Markus,3,5#5. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, sagte er zu dem Menschen: Strecke die Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt.
1150#Markus,3,6#6. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten alsbald mit den Anhängern des Herodes Rat wider ihn, wie sie ihn ins Verderben bringen könnten. -Mk. 12,13; Mt. 22,16; Joh. 5,18.
1151#Markus,3,7#7. UND Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück, und eine grosse Menge aus Galiläa folgte ihm nach; auch aus Judäa
1152#Markus,3,8#8. und aus Jerusalem und aus Idumäa und von jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kam eine grosse Menge zu ihm, da sie hörten, wie grosse Dinge er tat.
1153#Markus,3,9#9. Und er befahl seinen Jüngern, einen Kahn für ihn bereitzuhalten um des Volkes willen, damit sie ihn nicht zu sehr bedrängten.
1154#Markus,3,10#10. Denn er heilte viele, sodass alle, die von Leiden gequält waren, sich zu ihm hin drängten, um ihn anzurühren. -Mt. 15,30.
1155#Markus,3,11#11. Und die unreinen Geister warfen sich, wenn sie ihn erblickten, vor ihm nieder und schrieen: Du bist der Sohn Gottes. -V. 11-12: Lk. 4,41.
1156#Markus,3,12#12. Und er gebot ihnen nachdrücklich, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten.
1157#Markus,3,13#13. UND er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte, und sie kamen zu ihm.
1158#Markus,3,14#14. Und er bestimmte zwölf, damit sie um ihn wären und damit er sie aussenden könnte zur Predigt (des Evangeliums)
1159#Markus,3,15#15. und mit der Macht, die Dämonen auszutreiben;
1160#Markus,3,16#16. und er bestimmte (so) die Zwölf und legte dem Simon den Namen Petrus bei,
1161#Markus,3,17#17. und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Namen Boanerges <das heisst: Donnersöhne> beilegte, -Lk. 9,54.
1162#Markus,3,18#18. und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon den Kananäer
1163#Markus,3,19#19. und Judas Ischarioth, den, der ihn verriet.
1164#Markus,3,20#20. UND er ging in ein Haus, und das Volk kam abermals zusammen, sodass sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten. -Mk. 6,31.
1165#Markus,3,21#21. Als die Seinigen das hörten, gingen sie aus, um sich seiner zu bemächtigen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. -Joh. 7,20; 8,48.52; 10,20.
1166#Markus,3,22#22. UND die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er hat den Beelzebul, und: Durch den Herrscher der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
1167#Markus,3,23#23. Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben?
1168#Markus,3,24#24. Und wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, kann dieses Reich nicht bestehen.
1169#Markus,3,25#25. Und wenn ein Haus mit sich selbst entzweit ist, wird dieses Haus nicht bestehen können.
1170#Markus,3,26#26. Und wenn der Satan wider sich selbst aufgetreten und (mit sich) entzweit ist, kann er nicht bestehen, sondern es ist aus mit ihm.
1171#Markus,3,27#27. Niemand aber kann in das Haus des Starken hineingehen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet; erst dann wird er sein Haus ausrauben.
1172#Markus,3,28#28. Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden und Lästerungen werden den Söhnen der Menschen vergeben werden, so viele sie auch aussprechen; -1.Joh. 5,16.
1173#Markus,3,29#29. wer aber wider den heiligen Geist lästert, hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist ewiger Sünde schuldig.
1174#Markus,3,30#30. Denn sie hatten gesagt: Er hat einen unreinen Geist. -Joh. 10,20.
1175#Markus,3,31#31. UND es kamen seine Mutter und seine Brüder; und als sie draussen standen, schickten sie zu ihm und liessen ihn rufen.
1176#Markus,3,32#32. Und das Volk sass um ihn her. Und sie sagen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draussen suchen dich.
1177#Markus,3,33#33. Da antwortet er ihnen und sagt: Wer sind meine Mutter und meine Brüder?
1178#Markus,3,34#34. Und indem er ringsumher die um ihn Sitzenden ansieht, sagt er: Siehe, das sind meine Mutter und meine Brüder.
1179#Markus,3,35#35. Wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
1180#Markus,4,1#1. UND er fing abermals an, am See zu lehren. Und es versammelte sich bei ihm sehr viel Volk, sodass er in ein Schiff stieg und auf dem See sich setzte; und alles Volk war am See auf dem Lande.
1181#Markus,4,2#2. Und er lehrte sie in Gleichnissen vieles und sagte zu ihnen in seiner Lehre:
1182#Markus,4,3#3. Höret zu! Siehe, der Säemann ging aus, um zu säen.
1183#Markus,4,4#4. Und es begab sich, indem er säte, fiel etliches auf den Weg, und die Vögel kamen und frassen es auf.
1184#Markus,4,5#5. Andres fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde fand, und es ging sogleich auf, weil es nicht tiefe Erde fand;
1185#Markus,4,6#6. und als die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es.
1186#Markus,4,7#7. Andres fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und es brachte keine Frucht.
1187#Markus,4,8#8. Noch andres fiel auf den guten Boden und brachte Frucht, indem es aufging und wuchs; und eins trug dreissigfältig und eins sechzigfältig und eins hundertfältig.
1188#Markus,4,9#9. Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1189#Markus,4,10#10. Und als er allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen über die Gleichnisse.
1190#Markus,4,11#11. Da sprach er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben, jenen aber, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
1191#Markus,4,12#12. auf dass «sie mit Augen sehen und nicht erkennen und mit Ohren hören und nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben werde». -Jes. 6,9.10; Joh. 12,40; Apg. 28,26.27.
1192#Markus,4,13#13. Und er sagte zu ihnen: Ihr versteht dieses Gleichnis nicht, und wie wollt ihr alle Gleichnisse begreifen?
1193#Markus,4,14#14. Der Säemann sät das Wort.
1194#Markus,4,15#15. Die auf dem Wege aber sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät worden ist.
1195#Markus,4,16#16. Und ebenso sind die auf den felsigen Boden Gesäten die, welche das Wort, wenn sie es gehört haben, alsbald mit Freuden aufnehmen;
1196#Markus,4,17#17. und sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind Menschen des Augenblicks. Wenn nachher um des Wortes willen Trübsal oder Verfolgung entsteht, nehmen sie alsbald Anstoss.
1197#Markus,4,18#18. Und andre sind die unter die Dornen Gesäten; das sind die, welche das Wort gehört haben,
1198#Markus,4,19#19. und die Sorgen der Welt und der Trug des Reichtums und die Begierden nach andern Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. -Mk. 10,23.24.
1199#Markus,4,20#20. Und die auf den guten Boden Gesäten sind die, welche das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, eins dreissigfältig und eins sechzigfältig und eins hundertfältig.
1200#Markus,4,21#21. Und er sprach zu ihnen: Bringt man etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird? nicht (vielmehr), damit es auf den Leuchter gestellt wird? -Mt. 5,15; Lk. 8,16; 11,33.
1201#Markus,4,22#22. Denn nichts ist verborgen, ausser damit es offenbar wird, und nichts ist ein Geheimnis geworden, ausser damit es an den Tag kommt. -Mt. 10,26; Lk. 8,17; 12,2.
1202#Markus,4,23#23. Wenn jemand Ohren hat, zu hören, so höre er!
1203#Markus,4,24#24. Und er sprach zu ihnen: Gebet acht auf das, was ihr hört! Mit welchem Mass ihr messt, mit dem wird euch gemessen werden, und es wird euch (noch) hinzugefügt werden. -Mt. 7,2; Lk. 6,38.
1204#Markus,4,25#25. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat. -Mt. 13,12; 25,29; Lk. 8,18; 19.26.
1205#Markus,4,26#26. UND er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft
1206#Markus,4,27#27. und schläft und aufsteht Nacht und Tag, und der Same sprosst und wird gross, er weiss selbst nicht wie. -Jak. 5,7; Ps. 127,2.
1207#Markus,4,28#28. Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
1208#Markus,4,29#29. Wenn aber die Frucht es zulässt, «legt er alsbald die Sichel an; denn die Ernte ist da». -Joel 3,13; Offb. 14,15.
1209#Markus,4,30#30. UND er sprach: Wie sollen wir das Reich Gottes abbilden oder unter welchem Gleichnis sollen wir es darstellen?
1210#Markus,4,31#31. (Es ist) gleich einem Senfkorn, das, wenn es in die Erde gesät wird, kleiner ist als alle (andern) Samenarten auf Erden;
1211#Markus,4,32#32. und wenn es gesät wird, geht es auf und wird grösser als alle Gartengewächse und treibt grosse Zweige, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können. -Dan. 4,9.18; Hes. 17,23; 31,6.
1212#Markus,4,33#33. Und in vielen solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, wie sie es verstehen konnten.
1213#Markus,4,34#34. Ohne Gleichnis dagegen redete er nicht zu ihnen; seinen Jüngern für sich allein aber legte er alles aus.
1214#Markus,4,35#35. UND an jenem Tage sagte er zu ihnen, als es Abend geworden war: Lasset uns ans jenseitige Ufer fahren!
1215#Markus,4,36#36. Und sie verliessen das Volk und nahmen ihn, wie er war, im Schiffe mit; und andre Schiffe waren bei ihm.
1216#Markus,4,37#37. Und es erhob sich ein grosser Windsturm, und die Wellen schlugen ins Schiff, sodass das Schiff sich schon füllte.
1217#Markus,4,38#38. Und er schlief im Hinterteil des Schiffes auf dem Kissen. Und sie wecken ihn und sagen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen? -Lk. 10,40.
1218#Markus,4,39#39. Und nachdem er erwacht war, bedrohte er den Wind und sprach zum See: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es trat eine grosse Windstille ein. -Mk. 6,51; Ps. 89,10; 107,23-32.
1219#Markus,4,40#40. Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?
1220#Markus,4,41#41. Und sie gerieten in grosse Furcht und sagten zueinander: Wer ist doch dieser, dass ihm sogar der Wind und der See gehorsam sind?
1221#Markus,5,1#1. UND sie kamen ans jenseitige Ufer des Sees in die Landschaft der Gerasener.
1222#Markus,5,2#2. Und als er aus dem Schiff gestiegen war, kam ihm alsbald von den Grüften her ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen,
1223#Markus,5,3#3. der seine Wohnung in den Grüften hatte. Und niemand konnte ihn mehr fesseln, auch nicht mit einer Kette;
1224#Markus,5,4#4. denn oft war er in Fussfesseln und Ketten geschlossen gewesen, und die Ketten waren von ihm zerrissen und die Fussfesseln zerrieben worden, und niemand vermochte ihn zu bändigen.
1225#Markus,5,5#5. Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Grüften und auf den Bergen, schrie und schlug sich mit Steinen.
1226#Markus,5,6#6. Und als er Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder
1227#Markus,5,7#7. und schrie mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, peinige mich nicht! -Mk. 1,24; Jak. 2,19.
1228#Markus,5,8#8. Er hatte nämlich zu ihm gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen!
1229#Markus,5,9#9. Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Er antwortete ihm: Legion ist mein Name, denn wir sind viele.
1230#Markus,5,10#10. Und er bat ihn dringend, sie nicht aus der Gegend zu verweisen.
1231#Markus,5,11#11. Es war aber dort am Berg eine grosse Herde Schweine zur Weide.
1232#Markus,5,12#12. Und sie baten ihn: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!
1233#Markus,5,13#13. Und er erlaubte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, ungefähr zweitausend, und sie ertranken im See.
1234#Markus,5,14#14. Und die Hirten flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. Da gingen die Leute, um zu sehen, was geschehen war.
1235#Markus,5,15#15. Und sie kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, bekleidet und vernünftig dasitzen; und sie fürchteten sich.
1236#Markus,5,16#16. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und (das) von den Schweinen.
1237#Markus,5,17#17. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge aus ihrem Gebiet hinweggehen.
1238#Markus,5,18#18. Und als er ins Schiff stieg, bat ihn der, welcher besessen gewesen war, dass er bei ihm bleiben dürfe.
1239#Markus,5,19#19. Und er liess es ihm nicht zu, sondern sagte zu ihm: Geh in dein Haus zu den Deinen und berichte ihnen, was der Herr dir Grosses getan und wie er sich deiner erbarmt hat.
1240#Markus,5,20#20. Und er ging aus und fing an, im Gebiet der Zehn Städte zu verkündigen, was Jesus ihm Grosses getan hatte, und jedermann verwunderte sich. -Mk. 7,31; Mt. 4,25.
1241#Markus,5,21#21. UND als Jesus im Schiffe wieder an das jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am See.
1242#Markus,5,22#22. Da kommt einer der Vorsteher der Synagoge mit Namen Jairus; und wie er ihn erblickt, wirft er sich ihm zu Füssen
1243#Markus,5,23#23. und bittet ihn inständig: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; komm und lege ihr die Hände auf, damit sie gerettet wird und am Leben bleibt.
1244#Markus,5,24#24. Da ging er mit ihm; und es folgte ihm viel Volk nach, und sie umdrängten ihn. -Mk. 3,9.
1245#Markus,5,25#25. Und es war eine Frau, die litt zwölf Jahre am Blutfluss,
1246#Markus,5,26#26. und sie hatte viel durchgemacht mit vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, und es hatte ihr nichts geholfen, sondern es war vielmehr schlimmer mit ihr geworden.
1247#Markus,5,27#27. Als sie von Jesus gehört hatte, kam sie unter dem Volke von hinten herzu und rührte sein Kleid an.
1248#Markus,5,28#28. Denn sie sagte: Wenn ich auch nur seine Kleider anrühre, werde ich gesund werden. -Mk. 6,56; Apg. 19,12.
1249#Markus,5,29#29. Und alsbald versiegte der Quell ihres Blutes, und sie spürte es am Leibe, dass sie von ihrer Qual geheilt war.
1250#Markus,5,30#30. Und alsbald spürte Jesus an sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich unter dem Volke um und sagte: Wer hat meine Kleider angerührt? -Lk. 6,19.
1251#Markus,5,31#31. Und seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich umdrängt, und sagst: Wer hat mich angerührt?
1252#Markus,5,32#32. Und er blickte umher, um die zu sehen, welche dies getan hatte.
1253#Markus,5,33#33. Die Frau aber kam mit Furcht und Zittern, weil sie wusste, was ihr geschehen war, warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.
1254#Markus,5,34#34. Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh hin in Frieden und sei von deiner Qual gesund! -Mk. 10,52; Lk. 7,50.
1255#Markus,5,35#35. Während er noch redet, kommen Leute des Vorstehers der Synagoge und sagen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du den Meister noch?
1256#Markus,5,36#36. Jesus aber achtete nicht auf das Wort, das gesprochen wurde, und sagte zu dem Vorsteher der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!
1257#Markus,5,37#37. Und er liess niemand mit sich gehen ausser Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
1258#Markus,5,38#38. Und sie kommen in das Haus des Vorstehers der Synagoge, und er nimmt den Lärm wahr und Leute, die weinen und laut klagen.
1259#Markus,5,39#39. Und er geht hinein und sagt zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. -Joh. 11,4.11.
1260#Markus,5,40#40. Und sie verlachten ihn. Er aber treibt alle hinaus, nimmt des Kindes Vater und Mutter und seine Begleiter mit sich und geht (in das Gemach) hinein, wo das Kind war. -Apg. 9,40.
1261#Markus,5,41#41. Und er ergreift des Kindes Hand und sagt zu ihm: Talitha kumi! was übersetzt heisst: Mädchen, ich sage dir, steh auf! -Mk. 9,27; Lk. 7,14.
1262#Markus,5,42#42. Da stand das Mädchen sogleich auf und ging umher; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie gerieten alsbald in grosses Staunen.
1263#Markus,5,43#43. Und er gebot ihnen ernstlich, dass niemand dies erfahren solle, und befahl, ihr zu essen zu geben. -Mk. 1,44; 7,36.
1264#Markus,6,1#1. UND er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach.
1265#Markus,6,2#2. Und als es Sabbat war, fing er an, in der Synagoge zu lehren. Und die Menge, die zuhörte, erstaunte und sagte: Woher hat der das, und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche machtvolle Taten geschehen durch seine Hände?
1266#Markus,6,3#3. Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon, und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoss an ihm.
1267#Markus,6,4#4. Da sprach Jesus zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet ausser in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. -Joh. 7,5.
1268#Markus,6,5#5. Und er konnte dort keine Machttat vollbringen, ausser dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte;
1269#Markus,6,6#6. und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte. -Mt. 8,10.
1270#Markus,6,7#7. UND er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. -Mt. 10,1.
1271#Markus,6,8#8. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts mit auf den Weg nehmen als nur einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel,
1272#Markus,6,9#9. sondern (nur) Sandalen an den Füssen; und ziehet (, sprach er,) nicht zwei Röcke an!
1273#Markus,6,10#10. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis ihr von dannen weiterzieht!
1274#Markus,6,11#11. Und wenn ein Ort euch nicht aufnimmt und sie euch nicht anhören, so ziehet von dort weiter und schüttelt den Staub ab, der euch an den Sohlen hängt, ihnen zum Zeugnis!
1275#Markus,6,12#12. Da zogen sie aus und predigten, man solle Busse tun,
1276#Markus,6,13#13. und trieben viele Dämonen aus, salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. -Jak. 5,14.15.
1277#Markus,6,14#14. UND der König Herodes hörte das; denn sein Name wurde bekannt, und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden, und deshalb sind die Wunderkräfte in ihm wirksam. -Mk. 8,28.
1278#Markus,6,15#15. Andre aber sagten: Es ist Elia; noch andre sagten: Er ist ein Prophet wie einer der Propheten.
1279#Markus,6,16#16. Als es aber Herodes hörte, sagte er: Johannes, den ich habe enthaupten lassen, der ist auferweckt worden.
1280#Markus,6,17#17. Er nämlich, Herodes, hatte hingesandt und Johannes festnehmen und ihn im Gefängnis fesseln lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.
1281#Markus,6,18#18. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Frau zu haben. -3.Mo. 18,16.
1282#Markus,6,19#19. Herodias aber stellte ihm nach und hätte ihn gern töten lassen, und sie vermochte es nicht.
1283#Markus,6,20#20. Denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und liess ihn bewachen, und wenn er ihn hörte, kam er in schwere Ratlosigkeit*, und er hörte ihn gern.
1284#Markus,6,21#21. Und als ein gelegener Tag kam, wo Herodes seinen Würdenträgern und den Kriegsobersten und den Vornehmsten Galiläas an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
1285#Markus,6,22#22. da trat ihre, der Herodias, Tochter herein und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und den Tischgenossen. Der König aber sprach zu dem Mädchen: Bitte mich um was du willst, und ich will es dir geben.
1286#Markus,6,23#23. Und er schwur ihr: Um was du mich auch bitten wirst, das will ich dir geben bis zur Hälfte meines Königreichs. -Esth. 5,3.6.
1287#Markus,6,24#24. Da ging sie hinaus und sagte zu ihrer Mutter: Um was soll ich bitten? Die aber sagte: Um das Haupt Johannes des Täufers.
1288#Markus,6,25#25. Und alsbald ging sie eilends zum König hinein und bat: Ich will, dass du mir sogleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers gibst.
1289#Markus,6,26#26. Da wurde der König sehr betrübt; doch um der Eidschwüre und der Tischgenossen willen wollte er sie nicht abweisen.
1290#Markus,6,27#27. Und der König schickte alsbald einen Soldaten der Leibwache hin und befahl, sein Haupt zu bringen. Da ging dieser hin, enthauptete ihn im Gefängnis,
1291#Markus,6,28#28. brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
1292#Markus,6,29#29. Als seine Jünger das hörten, kamen sie, nahmen seinen Leichnam und legten ihn in eine Gruft.
1293#Markus,6,30#30. UND die Apostel kamen (wieder) bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. -Lk. 10,17.
1294#Markus,6,31#31. Da sagte er zu ihnen: Kommet ihr allein abseits an einen öden Ort und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab und zu gingen, und sie hatten nicht einmal Zeit, zu essen. -Mk. 3,20.
1295#Markus,6,32#32. Und sie fuhren mit dem Schiff abseits an einen öden Ort.
1296#Markus,6,33#33. Und man sah sie wegfahren, und viele merkten es-1-; und sie liefen zu Fuss aus allen Städten dort zusammen und kamen ihnen zuvor. -1) nämlich: dass sie Jesus anderswo suchen müssten.
1297#Markus,6,34#34. Und als er ausstieg, sah er viel Volk, und er fühlte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren. -4.Mo. 27,17; Mt. 9,36.
1298#Markus,6,35#35. Und als die Zeit schon sehr vorgerückt war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist öde und die Zeit schon sehr vorgerückt. -Mk. 8,1-9.
1299#Markus,6,36#36. Entlasse sie, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsumher gehen und sich etwas zu essen kaufen.
1300#Markus,6,37#37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sagten zu ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
1301#Markus,6,38#38. Er aber sagte zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Gehet hin, sehet nach! Und als sie es erkundet hatten, sagten sie: Fünf, und zwei Fische.
1302#Markus,6,39#39. Und er befahl ihnen, alle sich nach Tischgesellschaften ins grüne Gras lagern zu lassen.
1303#Markus,6,40#40. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig.
1304#Markus,6,41#41. Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Dankgebet darüber, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie ihnen vorlegten, und die zwei Fische teilte er unter alle. -Mk. 7,34; Joh. 11,41; 17,1.
1305#Markus,6,42#42. Und alle assen und wurden satt.
1306#Markus,6,43#43. Und sie hoben an Brocken zwölf Körbe voll auf, und (dazu auch) von den Fischen.
1307#Markus,6,44#44. Und die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
1308#Markus,6,45#45. UND alsbald nötigte er seine Jünger, ins Schiff zu steigen und ans jenseitige Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, während er (inzwischen) das Volk entlassen wolle.
1309#Markus,6,46#46. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten.
1310#Markus,6,47#47. Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem See und er allein auf dem Lande.
1311#Markus,6,48#48. Und wie er sie beim Rudern Not leiden sah - der Wind war ihnen nämlich entgegen -, kam er um die vierte Nachtwache zu ihnen, auf dem See wandelnd, und wollte an ihnen vorübergehen.
1312#Markus,6,49#49. Als sie ihn aber auf dem See wandeln sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrieen auf;
1313#Markus,6,50#50. denn sie sahen ihn alle und erschraken. Er aber redete alsbald mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!
1314#Markus,6,51#51. Und er stieg zu ihnen ins Schiff, und der Wind legte sich. Da erstaunten sie bei sich selbst im höchsten Mass; -Mk. 4,39.
1315#Markus,6,52#52. denn sie waren nicht zur Einsicht gekommen bei den Broten, sondern ihr Herz war verhärtet. -Mk. 8,17; Mt. 16,9.
1316#Markus,6,53#53. UND nachdem sie ans Land hinübergefahren waren, kamen sie nach Gennesaret und legten an.
1317#Markus,6,54#54. Und als sie aus dem Schiffe stiegen, erkannten ihn die Leute alsbald,
1318#Markus,6,55#55. und sie liefen in jener ganzen Landschaft umher und fingen an, die Kranken auf den Betten hierhin und dorthin zu tragen, wo sie hörten, dass er (gerade) sei.
1319#Markus,6,56#56. Und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte hineinging, legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn, dass sie auch nur die Quaste seines Kleides anrühren dürften. Und alle, die sie anrührten, wurden gesund. -Mk. 5,27.28; Apg. 5,15; 19,11.12.
1320#Markus,7,1#1. UND es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, nachdem sie von Jerusalem gekommen waren.
1321#Markus,7,2#2. Und als sie einige seiner Jünger mit unreinen, das heisst mit ungewaschenen Händen Speise zu sich nehmen sahen - -Lk. 11,38.
1322#Markus,7,3#3. die Pharisäer und alle Juden essen nämlich nicht, ohne sich die Hände mit der Faust-1- gewaschen zu haben, indem sie die Überlieferung der Alten festhalten; -1) nach der Anweisung der Schriftgelehrten sollte die zu waschende Hand an der zusammengeballten andern Hand gerieben werden. Für ebenfalls zulässig galt das blosse Abspülen der Hände (V. 4).
1323#Markus,7,4#4. und wenn sie vom Markte kommen, essen sie nicht, ohne sich (die Hände) abgespült zu haben; und es gibt noch vieles andre, was sie zu halten überkommen haben, Waschungen der Becher und Krüge und ehernen Geschirre - -Mt. 23,25.
1324#Markus,7,5#5. da fragten ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern nehmen mit unreinen Händen Speise zu sich?
1325#Markus,7,6#6. Er aber sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit weg von mir; -V. 6-7: Jes. 29,13.
1326#Markus,7,7#7. vergeblich aber verehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Gebote von Menschen sind.»
1327#Markus,7,8#8. Ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest.
1328#Markus,7,9#9. Und er sprach zu ihnen: Prächtig verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung zu befolgen.
1329#Markus,7,10#10. Denn Mose hat gesagt: «Ehre deinen Vater und deine Mutter», und: «Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.» -2.Mo. 20,12; 21,17.
1330#Markus,7,11#11. Ihr aber sagt: Wenn jemand zu Vater oder Mutter spricht: «Was dir von mir zugute kommen könnte, soll (vielmehr) Korban, das heisst: eine Opfergabe, sein»,
1331#Markus,7,12#12. so lasst ihr ihn für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr tun
1332#Markus,7,13#13. und macht damit das Wort Gottes ungültig durch eure Überlieferung, die ihr überliefert habt; und Ähnliches der Art tut ihr viel.
1333#Markus,7,14#14. UND er rief wiederum das Volk herbei und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und verstehet!
1334#Markus,7,15#15. Nichts kommt von aussen in den Menschen hinein, das ihn verunreinigen kann, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. -Apg. 10,14.15.28.
1335#Markus,7,16#16. -[Wenn jemand Ohren hat, zu hören, so höre er!]-1- - -1) viele alte Textzeugen haben hier diesen Vers (vgl. Mk. 4,23; Mt. 11,15).
1336#Markus,7,17#17. Und als er vom Volke weg ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis.
1337#Markus,7,18#18. Und er sprach zu ihnen: Auch ihr seid so unverständig? Merkt ihr nicht, dass alles, was von aussen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann?
1338#Markus,7,19#19. Denn es kommt nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch, und kommt heraus an seinen Ort - und damit erklärte er alle Speisen für rein.
1339#Markus,7,20#20. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
1340#Markus,7,21#21. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
1341#Markus,7,22#22. Ehebruch, Habsucht, Bosheit, List, Ausschweifung, neidischer Blick, Lästerung, Hochmut, Narrheit.
1342#Markus,7,23#23. Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen.
1343#Markus,7,24#24. VON dort aber brach er auf und begab sich in das Gebiet von Tyrus. Und er ging in ein Haus und wollte nicht, dass es jemand erführe. Und er konnte nicht verborgen bleiben,
1344#Markus,7,25#25. sondern sogleich hörte eine Frau von ihm, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte. Und sie kam, warf sich ihm zu Füssen -
1345#Markus,7,26#26. die Frau war aber eine Heidin, aus Syrophönizien gebürtig - und bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.
1346#Markus,7,27#27. Da sprach er zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hunden hinzuwerfen.
1347#Markus,7,28#28. Sie aber antwortete und sagte zu ihm: Gewiss, Herr; auch die Hunde unter dem Tische zehren (ja nur) von den Brosamen der Kinder.
1348#Markus,7,29#29. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren.
1349#Markus,7,30#30. Da ging sie hinweg in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bette liegend und den Dämon ausgefahren.
1350#Markus,7,31#31. UND nachdem er das Gebiet von Tyrus wieder verlassen hatte, kam er über Sidon an den galiläischen See mitten in das Gebiet der Zehn Städte. -Mt. 15,29-31.
1351#Markus,7,32#32. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen.
1352#Markus,7,33#33. Und er nahm ihn vom Volk weg beiseite, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte ihm die Zunge mit Speichel, -Mk. 8,23.
1353#Markus,7,34#34. blickte zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephatha, das heisst: tu dich auf! -Joh. 11,41.
1354#Markus,7,35#35. Da taten sich seine Ohren auf, und die Bindung seiner Zunge löste sich, und er redete richtig.
1355#Markus,7,36#36. Und er gebot ihnen, dass sie es niemandem sagen sollten; aber soviel er es ihnen gebot, um soviel mehr machten sie es kund. -Mk. 1,43-45.
1356#Markus,7,37#37. Und sie erstaunten im höchsten Mass und sprachen: Er hat alles wohl gemacht, und die Tauben macht er hören und die Stummen reden. -Jes. 35,5.
1357#Markus,8,1#1. ALS in jenen Tagen wiederum viel Volk da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
1358#Markus,8,2#2. Mich jammert das Volk; denn sie verharren schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. -V. 2-10: Mk. 6,34-44.
1359#Markus,8,3#3. Und wenn ich sie nüchtern nach Hause entlasse, werden sie unterwegs erliegen; zudem sind einige von ihnen von weit her gekommen.
1360#Markus,8,4#4. Da antworteten ihm seine Jünger: Woher könnte jemand diese hier in der Wüste mit Brot sättigen?
1361#Markus,8,5#5. Und er fragte sie: Wieviel Brote habt ihr? Sie aber sagten: Sieben.
1362#Markus,8,6#6. Da hiess er das Volk sich auf die Erde lagern und nahm die sieben Brote, sprach das Dankgebet darüber, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie vorlegten. Und sie legten sie dem Volke vor.
1363#Markus,8,7#7. Und sie hatten ein paar kleine Fische; und er sprach das Dankgebet darüber und hiess auch diese vorlegen.
1364#Markus,8,8#8. Und sie assen und wurden satt. Und sie hoben auf, was an Brocken übrigblieb, sieben Handkörbe (voll).
1365#Markus,8,9#9. Es waren aber etwa viertausend (Menschen); und er entliess sie.
1366#Markus,8,10#10. Und alsbald stieg er mit seinen Jüngern ins Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha.
1367#Markus,8,11#11. UND die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, mit ihm zu verhandeln, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel begehrten, um ihn zu versuchen. -Joh. 6,30.
1368#Markus,8,12#12. Da seufzte er in seinem Geiste auf und sprach: Warum begehrt dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Diesem Geschlecht wird kein Zeichen gegeben werden.
1369#Markus,8,13#13. Und er verliess sie, stieg wieder ein und fuhr ans jenseitige Ufer.
1370#Markus,8,14#14. UND sie hatten vergessen, Brot mitzunehmen, und hatten nur ein Brot bei sich im Schiffe.
1371#Markus,8,15#15. Und er gebot ihnen: Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes! -Mk. 3,6.
1372#Markus,8,16#16. Da machten sie sich untereinander Gedanken: Weil wir kein Brot haben!
1373#Markus,8,17#17. Und als er es merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht und begreift ihr nicht? Ist euer Herz verhärtet? -Mk. 6,52.
1374#Markus,8,18#18. Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht? Und erinnert ihr euch nicht, -Jer. 5,21; Hes. 12,2; Mt. 13,13.
1375#Markus,8,19#19. als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wieviel Körbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie sagen zu ihm: Zwölf. -Mk. 6,35-44.
1376#Markus,8,20#20. Als (ich) aber die sieben für die Viertausend (brach), wieviel Handkörbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Und sie sagen: Sieben. -V. 1-9.
1377#Markus,8,21#21. Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr noch nicht?
1378#Markus,8,22#22. UND sie kamen nach Bethsaida. Und man brachte ihm einen Blinden und bat ihn, dass er ihn anrühre.
1379#Markus,8,23#23. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus. Und nachdem er ihm in die Augen gespieen und ihm die Hände daraufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas? -Mk. 7,33; Joh. 9,6.
1380#Markus,8,24#24. Und er blickte auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn Wesen wie Bäume sehe ich umhergehen.
1381#Markus,8,25#25. Hierauf legte er ihm die Hände nochmals auf die Augen; und er blickte scharf hin und wurde wiederhergestellt und sah alles deutlich.
1382#Markus,8,26#26. Und er schickte ihn in sein Haus und sagte: Nicht einmal ins Dorf hinein sollst du gehen. -Mt. 9,30.
1383#Markus,8,27#27. UND Jesus ging samt seinen Jüngern hinweg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute?
1384#Markus,8,28#28. Da sagten sie zu ihm: Für Johannes den Täufer, andre für Elia, noch andre für einen der Propheten. -Mk. 6,14.15.
1385#Markus,8,29#29. Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortet und sagt zu ihm: Du bist der Christus.
1386#Markus,8,30#30. Und er gab ihnen strengen Befehl, sie sollten zu niemandem über ihn reden. -Mk. 9,9.
1387#Markus,8,31#31. UND er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden und getötet werden, und nach drei Tagen (müsse er) auferstehen.
1388#Markus,8,32#32. Und er redete das Wort frei heraus. Da nahm ihn Petrus beiseite und fing an, ihm Vorwürfe zu machen.
1389#Markus,8,33#33. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an, schalt den Petrus und sprach: Hinweg von mir, Satan! Denn du sinnst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
1390#Markus,8,34#34. UND er rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sprach zu ihnen: Wenn jemand mit mir gehen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
1391#Markus,8,35#35. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten. -Mt. 10,39.
1392#Markus,8,36#36. Denn was nützt es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein (künftiges) Leben einzubüssen?
1393#Markus,8,37#37. Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert (zur Wiedererlangung) seines Lebens geben? -Ps. 49,8.9.
1394#Markus,8,38#38. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen-1- und sündhaften Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. -Mt. 10,33.   1) vgl. Anm. zu Mt. 12,39.
1395#Markus,9,1#1. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die hier stehen, sind einige, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie gesehen haben, dass das Reich Gottes mit Macht gekommen ist.
1396#Markus,9,2#2. UND nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und den Johannes mit sich und führt sie abseits allein auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt,
1397#Markus,9,3#3. und seine Kleider wurden ganz weissglänzend, wie sie kein Walker auf Erden so weiss machen kann.
1398#Markus,9,4#4. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus.
1399#Markus,9,5#5. Und Petrus begann und sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.
1400#Markus,9,6#6. Er wusste nämlich nicht, was er dazu sagen sollte; denn sie waren in Furcht geraten.
1401#Markus,9,7#7. Und eine Wolke kam und überschattete sie, und aus der Wolke kam eine Stimme: «Dies ist mein geliebter Sohn, höret auf ihn!» -Mk. 1,11; 2.Petr. 1,17; Ps. 2,7; 5.Mo. 18,15; Apg. 3,22.
1402#Markus,9,8#8. Und plötzlich, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich ausser Jesus allein.
1403#Markus,9,9#9. Und als sie vom Berge hinabstiegen, gebot er ihnen, sie sollten niemandem erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden wäre. -Mk. 8,30.
1404#Markus,9,10#10. Und sie hielten das Wort fest und besprachen sich untereinander, was mit dem Auferstehen von den Toten gemeint sei.
1405#Markus,9,11#11. Und sie fragten ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuvor müsse Elia kommen?
1406#Markus,9,12#12. Er aber sprach zu ihnen: Elia kommt zwar zuvor und stellt alles her; und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben? Dass er viel leiden und verachtet werden soll. -Mal. 4,5; Jes. 53,3.
1407#Markus,9,13#13. Aber ich sage euch: Elia ist wirklich gekommen, und sie taten ihm, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht. -Mt. 11,14; 1.Kön. 19,2.10.
1408#Markus,9,14#14. UND als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie viel Volk um sie her und Schriftgelehrte, die mit ihnen verhandelten.
1409#Markus,9,15#15. Und alles Volk erstaunte, sobald sie ihn sahen, und sie liefen hinzu und grüssten ihn.
1410#Markus,9,16#16. Und er fragte sie: Was verhandelt ihr mit ihnen?
1411#Markus,9,17#17. Und einer aus dem Volk antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat;
1412#Markus,9,18#18. und wo er ihn überfällt, reisst er ihn herum, und er schäumt und knirscht mit den Zähnen, und er magert ab. Und ich sagte deinen Jüngern, sie möchten ihn austreiben; und sie vermochten es nicht.
1413#Markus,9,19#19. Da antwortete er ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn zu mir! -Lk. 24,25.
1414#Markus,9,20#20. Und sie brachten ihn zu ihm. Und als er ihn sah, riss ihn der Geist alsbald hin und her, und er fiel auf die Erde und wälzte sich schäumend.
1415#Markus,9,21#21. Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es her, dass ihm dies widerfahren ist? Er antwortete: Von Kindheit an;
1416#Markus,9,22#22. und er hat ihn oft sogar ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Aber wenn du etwas vermagst, so hab Erbarmen mit uns und hilf uns!
1417#Markus,9,23#23. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn du (etwas) vermagst? Alles ist möglich dem, der glaubt! -Mk. 11,23.
1418#Markus,9,24#24. Alsbald rief der Vater des Knaben laut: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! -Lk. 17,5.
1419#Markus,9,25#25. Als aber Jesus sah, dass das Volk zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
1420#Markus,9,26#26. Und nachdem er geschrieen und ihn heftig hin und her gerissen hatte, fuhr er aus; und er wurde wie tot, sodass die meisten sagten: Er ist gestorben. -Mk. 1,26.
1421#Markus,9,27#27. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. -Mk. 5,41.
1422#Markus,9,28#28. Und als er in ein Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? -Mk. 10,10.
1423#Markus,9,29#29. Da sprach er zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausgetrieben werden ausser durch Gebet-1-. -1) viele alte Textzeugen fügen hinzu: «und Fasten».
1424#Markus,9,30#30. UND sie gingen von dort weg und zogen ohne Aufenthalt durch Galiläa. Und er wollte nicht, dass es jemand erfahren sollte.
1425#Markus,9,31#31. Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. -Mk. 8,31; 10,32-34.
1426#Markus,9,32#32. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen. -Lk. 18,34.
1427#Markus,9,33#33. UND sie kamen nach Kapernaum. Und als er ins Haus eingetreten war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs verhandelt?
1428#Markus,9,34#34. Sie aber schwiegen; denn sie hatten sich unterwegs miteinander besprochen, wer der Grösste sei.
1429#Markus,9,35#35. Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, sei er der Letzte von allen und der Diener von allen! -Mk. 10,43.
1430#Markus,9,36#36. Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie, umarmte es und sprach zu ihnen: -Mk. 10,16.
1431#Markus,9,37#37. Wer ein solches Kind um meines Namens willen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. -Mt. 10,40; Joh. 13,20.
1432#Markus,9,38#38. JOHANNES sagte zu ihm: Meister, wir sahen einen, der sich nicht zu uns hält, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm. -4.Mo. 11,27.28.
1433#Markus,9,39#39. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht; denn niemand wird auf meinen Namen hin eine machtvolle Tat tun und bald darauf Böses von mir reden können. -1.Kor. 12,3.
1434#Markus,9,40#40. Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
1435#Markus,9,41#41. Denn wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt auf meinen Namen hin, weil ihr Christo angehört, wahrlich, ich sage euch: Ihm soll sein Lohn nicht mangeln. -Mt. 10,42.
1436#Markus,9,42#42. UND wer einen dieser Kleinen, die glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gelegt und er ins Meer versenkt wäre.
1437#Markus,9,43#43. Und wenn dich deine Hand zur Sünde verführt, so haue sie ab! Es ist besser, dass du verstümmelt in das Leben eingehst, als dass du beide Hände hast und in die Hölle kommst, in das unauslöschliche Feuer. -Mt. 5,30.
1438#Markus,9,44#44. -[wo «ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlischt».]-1- - 1) mehrere alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. V. 48).
1439#Markus,9,45#45. Und wenn dich dein Fuss zur Sünde verführt, so haue ihn ab! Es ist besser, dass du lahm in das Leben eingehst, als dass du beide Füsse hast und in die Hölle geworfen wirst.
1440#Markus,9,46#46. -[wo «ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlischt».]-1- - -1) mehrere alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. V. 48).
1441#Markus,9,47#47. Und wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, so reiss es aus! Es ist besser, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als dass du zwei Augen hast und in die Hölle geworfen wirst, -Mt. 5,29.
1442#Markus,9,48#48. wo «ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlischt». -Jes. 66,24.
1443#Markus,9,49#49. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden, -1-und jedes Opfer wird mit Salz gesalzen werden-1-. -3.Mo. 2,13. 1-1) mehrere alte Textzeugen lassen diese Worte weg.
1444#Markus,9,50#50. Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es wieder kräftig machen? Habet Salz in euch und haltet Frieden untereinander! -Mt. 5,13; Lk. 14,34; Kol. 4,6; Röm. 12,18; Hebr. 12,14.
1445#Markus,10,1#1. UND er bricht von dort auf und nimmt seinen Weg jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa; und wieder läuft eine Volksmenge bei ihm zusammen. Und er lehrte sie wieder, wie er gewohnt war. -Joh. 10,40.
1446#Markus,10,2#2. Und die Pharisäer traten herzu und fragten ihn - um ihn zu versuchen -, ob es dem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen.
1447#Markus,10,3#3. Da antwortete er und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
1448#Markus,10,4#4. Sie aber sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und (die Frau) zu entlassen. -5.Mo. 24,1; Mt. 5,31.32.
1449#Markus,10,5#5. Da sprach Jesus zu ihnen: Mit Rücksicht auf die Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot vorgeschrieben.
1450#Markus,10,6#6. Vom Anfang der Schöpfung an aber hat er sie als Mann und Weib geschaffen. -1.Mo. 1,27.
1451#Markus,10,7#7. «Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, -1.Mo. 2,24.
1452#Markus,10,8#8. und die zwei werden ein Leib sein.» Somit sind sie nicht mehr zwei, sondern (sie sind) ein Leib. -1.Kor. 6,16.
1453#Markus,10,9#9. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
1454#Markus,10,10#10. Und zu Hause fragten ihn die Jünger wiederum darüber. -Mk. 9,28.
1455#Markus,10,11#11. Und er sprach zu ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andre heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch.-1- -Lk. 16,18; 1.Kor. 7,10.11. 1) gemeint ist: Er bricht die Ehe, die ihn bis dahin mit seiner ersten Frau verbunden hat; vgl. Anm. zu Mt. 5,32.
1456#Markus,10,12#12. Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen andern heiratet, begeht sie Ehebruch.
1457#Markus,10,13#13. UND sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühren möchte. Die Jünger aber schalten die, welche sie brachten.
1458#Markus,10,14#14. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.
1459#Markus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen. -Mt. 18,3.
1460#Markus,10,16#16. Und er umarmte und segnete sie, indem er ihnen die Hände auflegte. -Mk. 9,36.
1461#Markus,10,17#17. UND als er sich auf den Weg machte, lief einer herzu, warf sich vor ihm auf die Kniee und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
1462#Markus,10,18#18. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut ausser Gott allein.
1463#Markus,10,19#19. Du kennst die Gebote: «Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden», du sollst nicht berauben, «ehre deinen Vater und deine Mutter!» -2.Mo. 20,12-16; 3.Mo. 19,13; 5.Mo. 5,16-20.
1464#Markus,10,20#20. Er aber sagte zu ihm: Meister, dies alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.
1465#Markus,10,21#21. Da blickte ihn Jesus an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach! -Mt. 6,20; Lk. 16,9.
1466#Markus,10,22#22. Er aber wurde traurig über das Wort und ging betrübt hinweg; denn er hatte viele Güter.
1467#Markus,10,23#23. Und Jesus blickte umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Begüterten in das Reich Gottes kommen! -Spr. 11,28; Ps. 62,11; 1.Tim. 6,17.
1468#Markus,10,24#24. Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da begann Jesus wiederum und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
1469#Markus,10,25#25. Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt.
1470#Markus,10,26#26. Sie aber entsetzten sich in hohem Mass und sagten zueinander: Wer kann dann gerettet werden?
1471#Markus,10,27#27. Jesus blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich. -Hiob 42,2.
1472#Markus,10,28#28. PETRUS fing an, zu ihm zu sagen: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
1473#Markus,10,29#29. Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat,
1474#Markus,10,30#30. ohne hundertfach zu empfangen jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker - unter Verfolgungen - und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
1475#Markus,10,31#31. Viele aber, welche Erste sind, werden Letzte sein und die Letzten Erste.
1476#Markus,10,32#32. SIE waren aber auf ihrer Wanderung unterwegs nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie erstaunten; die aber, welche nachfolgten, fürchteten sich. Und er nahm die Zwölf abermals an seine Seite und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren sollte:
1477#Markus,10,33#33. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern; -V. 33-34: Mk. 9,31.
1478#Markus,10,34#34. und sie werden ihn verspotten, ihn anspeien, ihn geisseln und ihn töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.
1479#Markus,10,35#35. UND Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, gehen zu ihm hin und sagen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du uns tust, um was wir dich bitten werden.
1480#Markus,10,36#36. Er aber sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?
1481#Markus,10,37#37. Da sagten sie zu ihm: Verleihe uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen dürfen in deiner Herrlichkeit!
1482#Markus,10,38#38. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, womit ich getauft werde? -Mk. 14,36; Lk. 12,50; Röm. 6,3.
1483#Markus,10,39#39. Sie aber sagten zu ihm: Wir können es. Da sprach Jesus zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, womit ich getauft werde, werdet ihr getauft werden; -Apg. 12,2; Offb. 1,9.
1484#Markus,10,40#40. aber das Sitzen zu meiner Rechten oder zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern denen (wird es zuteil), welchen es bereitet worden ist.
1485#Markus,10,41#41. Als die Zehn das hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden.
1486#Markus,10,42#42. Und Jesus ruft sie zu sich und sagt zu ihnen: Ihr wisst, dass die, welche als Fürsten der Völker gelten, sie knechten und ihre Grossen über sie Gewalt üben.
1487#Markus,10,43#43. Unter euch ist es aber nicht so, sondern wer unter euch gross sein will, sei euer Diener, -Mk. 9,35.
1488#Markus,10,44#44. und wer unter euch der Erste sein will, sei der Knecht aller;
1489#Markus,10,45#45. denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, damit ihm gedient werde, sondern damit er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. -Jes. 53,10-12.
1490#Markus,10,46#46. UND sie kamen nach Jericho. Und als er und seine Jünger und viel Volk von Jericho hinwegzogen, sass der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Wege.
1491#Markus,10,47#47. Als der hörte, dass es Jesus der Nazarener sei, fing er an zu schreien: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!
1492#Markus,10,48#48. Und es bedrohten ihn viele, er solle schweigen; er schrie jedoch noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1493#Markus,10,49#49. Und Jesus stand still und sagte: Rufet ihn! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei getrost, steh auf; er ruft dich!
1494#Markus,10,50#50. Der aber warf seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.
1495#Markus,10,51#51. Und Jesus begann und sprach zu ihm: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sagte zu ihm: Rabbuni, dass ich wiedersehen kann.
1496#Markus,10,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Geh hin; dein Glaube hat dich gerettet. Und alsbald sah er wieder und folgte ihm auf dem Wege nach. -Mk. 5,34.
1497#Markus,11,1#1. UND als sie in die Nähe Jerusalems gegen Bethphage und Bethanien am Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger
1498#Markus,11,2#2. und sagte zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich, wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringet es her!
1499#Markus,11,3#3. Und wenn jemand zu euch sagt: Was macht ihr da? so saget: Der Herr bedarf seiner, und er schickt es alsbald wieder hierher. -Mk. 14,14.
1500#Markus,11,4#4. Da gingen sie hin und fanden ein Füllen an einer Türe angebunden aussen auf der Strasse, und sie banden es los.
1501#Markus,11,5#5. Und einige der dort Stehenden sagten zu ihnen: Was macht ihr, dass ihr das Füllen losbindet?
1502#Markus,11,6#6. Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und man liess sie gewähren.
1503#Markus,11,7#7. Und sie brachten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe.
1504#Markus,11,8#8. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andre aber grüne Zweige, die sie auf den Feldern abgeschnitten hatten. -2.Kön. 9,13.
1505#Markus,11,9#9. Und die vorangingen und die nachfolgten, riefen: «Hosianna!» / «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!» / -Ps. 118,25.26.
1506#Markus,11,10#10. Gepriesen sei das Reich unsres Vaters David, das da kommt! / «Hosianna» in den Höhen!
1507#Markus,11,11#11. Und er ging nach Jerusalem hinein in den Tempel, und nachdem er alles ringsumher angesehen hatte, ging er, da es schon spät an der Zeit war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.
1508#Markus,11,12#12. UND als sie am folgenden Tage von Bethanien weggegangen waren, hungerte ihn.
1509#Markus,11,13#13. Und er sah von ferne einen Feigenbaum, der Blätter hatte, und ging hin, ob er nun auch etwas daran fände. Und als er zu ihm hin kam, fand er nichts als Blätter <es war nämlich nicht die Zeit der Feigen>.
1510#Markus,11,14#14. Und er begann und sprach zu ihm: In Ewigkeit soll nie mehr jemand Frucht von dir essen! Und seine Jünger hörten es.
1511#Markus,11,15#15. UND sie kamen nach Jerusalem. Und als er in den Tempel hineingegangen war, fing er an, die, welche im Tempel verkauften und kauften, hinauszutreiben, und stiess die Tische der Wechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um
1512#Markus,11,16#16. und liess es nicht zu, dass jemand ein Gefäss durch den Tempel trug.
1513#Markus,11,17#17. Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heissen für alle Völker»? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. -Jes. 56,7; Jer. 7,11.
1514#Markus,11,18#18. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten es und suchten, wie sie ihn ins Verderben bringen könnten; denn sie fürchteten ihn. Alles Volk nämlich erstaunte über seine Lehre. -Mk. 1,22; 6,2; 7,37.
1515#Markus,11,19#19. Und als es Abend geworden war, ging er zur Stadt hinaus.
1516#Markus,11,20#20. UND als sie am Morgen vorübergingen, sahen sie den Feigenbaum bis zu den Wurzeln verdorrt.
1517#Markus,11,21#21. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.
1518#Markus,11,22#22. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habet Glauben an Gott! -Joh. 14,1.
1519#Markus,11,23#23. Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge sagt: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, dem wird es zuteil werden. -Mt. 17,20; Lk. 17,6.
1520#Markus,11,24#24. Darum sage ich euch: Alles, um was ihr betet und bittet, glaubet (nur), dass ihr es empfangen habt, und es wird euch zuteil werden. -Mt. 7,7; Joh. 14,13; 16,23.
1521#Markus,11,25#25. Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit auch euer Vater in den Himmeln euch eure Verfehlungen vergibt. -Mt. 5,23; 6,14.
1522#Markus,11,26#26. -[Wenn aber ihr nicht vergebt, wird auch euer Vater in den Himmeln eure Verfehlungen nicht vergeben.]-1- - -1) mehrere alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Mt. 6,15).
1523#Markus,11,27#27. UND sie kamen wieder nach Jerusalem. Und während er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm,
1524#Markus,11,28#28. und sie sagten zu ihm: In was für einer Vollmacht tust du dies? oder wer hat dir diese Vollmacht gegeben, das zu tun?
1525#Markus,11,29#29. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will eine Frage an euch richten, und ihr sollt mir antworten; dann will ich euch sagen, in was für einer Vollmacht ich dies tue.
1526#Markus,11,30#30. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!
1527#Markus,11,31#31. Und sie überlegten miteinander; Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
1528#Markus,11,32#32. Sollen wir vielmehr sagen: Von Menschen? - Sie fürchteten (nämlich) das Volk; denn alle hielten dafür, Johannes sei wirklich ein Prophet gewesen.
1529#Markus,11,33#33. Und sie antworteten Jesus und sagten: Wir wissen es nicht. Da sprach Jesus zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in was für einer Vollmacht ich dies tue.
1530#Markus,12,1#1. UND er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog ausser Landes. -Jes. 5,1.2.
1531#Markus,12,2#2. Und als die Zeit da war, sandte er zu den Weingärtnern einen Knecht, um bei den Weingärtnern von den Früchten des Weinbergs (seinen Anteil) in Empfang zu nehmen.
1532#Markus,12,3#3. Und sie ergriffen ihn, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
1533#Markus,12,4#4. Und er sandte wieder einen andern Knecht zu ihnen, den schlugen sie auf den Kopf und misshandelten ihn.
1534#Markus,12,5#5. Und er sandte einen andern, den töteten sie, und viele andre, die einen schlugen sie, die andern töteten sie.
1535#Markus,12,6#6. Noch einen hatte er, einen geliebten Sohn; den sandte er zuletzt zu ihnen, indem er sagte: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen. -Hebr. 1,1.2.
1536#Markus,12,7#7. Jene Weingärtner aber sagten zueinander: Dies ist der Erbe; kommet, lasset uns ihn töten, so wird das Erbgut unser sein.
1537#Markus,12,8#8. Und sie ergriffen ihn, töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.
1538#Markus,12,9#9. Was wird der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.
1539#Markus,12,10#10. Habt ihr (denn) auch gar nicht dieses Schriftwort gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / der ist zum Eckstein geworden; / -V. 10-11: Ps. 118,22.23.
1540#Markus,12,11#11. durch den Herrn ist dieser es geworden, / und er ist wunderbar in unsern Augen»?
1541#Markus,12,12#12. Da suchten sie ihn festzunehmen und fürchteten doch das Volk; denn sie merkten, dass er das Gleichnis gegen sie gesagt hatte. Und sie verliessen ihn und gingen hinweg. -Mk. 14,1.
1542#Markus,12,13#13. UND sie senden zu ihm etliche der Pharisäer und der Anhänger des Herodes, um ihn bei einem Ausspruch zu fangen. -Mk. 3,6.
1543#Markus,12,14#14. Und sie kommen und sagen zu ihm: Meister, wir wissen, dass du wahrhaft bist und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes nach der Wahrheit. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben oder nicht geben?
1544#Markus,12,15#15. Da er aber ihre Heuchelei kannte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringet mir einen Denar, damit ich ihn sehe!
1545#Markus,12,16#16. Da brachten sie einen. Und er sagte zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
1546#Markus,12,17#17. Da sprach Jesus zu ihnen: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie verwunderten sich über ihn. -Röm. 13,7.
1547#Markus,12,18#18. UND es kamen Sadduzäer zu ihm, die bekanntlich sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn:
1548#Markus,12,19#Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: 19. «Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau zurücklässt und kein Kind hinterlässt, soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen schaffen.» -5.Mo. 25,5.6.
1549#Markus,12,20#20. Es waren sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau, und als er starb, hinterliess er keine Nachkommen.
1550#Markus,12,21#21. Und der zweite nahm sie und starb, ohne Nachkommen zurückzulassen, und der dritte ebenso;
1551#Markus,12,22#22. und die sieben hinterliessen keine Nachkommen. Zuletzt von allen starb auch die Frau.
1552#Markus,12,23#23. Welchem von ihnen wird sie in der Auferstehung als Frau angehören? Die sieben haben sie ja (alle) zur Frau gehabt.
1553#Markus,12,24#24. Jesus sprach zu ihnen: Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes?
1554#Markus,12,25#25. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht und werden nicht verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln.
1555#Markus,12,26#26. Was aber die Toten betrifft, dass sie auferweckt werden, habt ihr (denn) nicht gelesen im Buche Moses bei der Geschichte vom Dornbusch, wie Gott zu ihm sagte: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? -2.Mo. 3,2.6; Lk. 16,22.
1556#Markus,12,27#27. Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen. Ihr irrt sehr. -Mk. 9,4.
1557#Markus,12,28#28. UND einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie miteinander disputierten, trat hinzu, und da er wusste, dass er ihnen trefflich geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das erste Gebot unter allen?
1558#Markus,12,29#29. Jesus antwortete: Das erste ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist allein Herr; -V. 29-30: 5.Mo. 6,4.5.
1559#Markus,12,30#30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Denken und aus deiner ganzen Kraft.»
1560#Markus,12,31#31. Das zweite ist dieses: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» Grösser als diese ist kein andres Gebot. -3.Mo. 19,18; Joh. 15,12.
1561#Markus,12,32#32. Und der Schriftgelehrte sagte zu ihm: Trefflich, Meister, nach der Wahrheit hast du gesagt: «Er ist nur einer, und es gibt keinen andern ausser ihm»; -5.Mo. 4,35.
1562#Markus,12,33#33. und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzer Erkenntnis und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. -1.Sam. 15,22; Hos. 6,6.
1563#Markus,12,34#34. Und da Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes. Und niemand wagte es mehr, ihn zu fragen. -Mt. 22,46; Lk. 20,40.
1564#Markus,12,35#35. UND Jesus begann und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, dass der Christus Davids Sohn sei?
1565#Markus,12,36#36. David selbst hat durch den heiligen Geist gesagt: «Der Herr sprach zu meinem Herrn: / Setze dich zu meiner Rechten, / bis ich hinlege deine Feinde / unter deine Füsse!» -Ps. 110,1.
1566#Markus,12,37#37. David selbst nennt ihn «Herr»; und woher ist er (dann) sein Sohn? Und die grosse Menge hörte ihn gern.
1567#Markus,12,38#38. UND er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern einhergehen und die Begrüssungen auf den Märkten -V. 38-39: Lk. 11,43; Joh. 5,44.
1568#Markus,12,39#39. und den Vorsitz in den Synagogen und die obersten Plätze bei den Mahlzeiten lieben.
1569#Markus,12,40#40. Sie, die die Häuser der Witwen aufzehren und (dabei) zum Schein lange Gebete sprechen, sie werden ein (um so) strengeres Gericht empfangen.
1570#Markus,12,41#41. UND er setzte sich dem Opferstock gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld in den Opferstock einlegte. Und viele Reiche legten viel ein. -2.Kön. 12,9.
1571#Markus,12,42#42. Und eine arme Witwe kam und legte zwei Heller <das ist ein Rappen> ein.
1572#Markus,12,43#43. Da rief er seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den Opferstock eingelegt haben.
1573#Markus,12,44#44. Denn alle haben aus ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat aus ihrem Mangel heraus alles eingelegt, was sie hatte, ihr ganzes Gut.
1574#Markus,13,1#1. UND während er aus dem Tempel ging, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Meister, siehe, was für Steine und was für Bauten!
1575#Markus,13,2#2. Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese grossen Bauten? Kein Stein wird auf dem andern bleiben, der nicht zerstört würde.
1576#Markus,13,3#3. UND als er auf dem Ölberg gegenüber dem Tempel sass, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas für sich allein:
1577#Markus,13,4#4. Sage uns, wann wird dies geschehen, und was ist das Zeichen dafür, wann dies alles vollendet werden soll?
1578#Markus,13,5#5. Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, dass euch niemand irreführe!
1579#Markus,13,6#6. Viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin's, und werden viele irreführen.
1580#Markus,13,7#7. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören werdet, so erschrecket nicht; es muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende.
1581#Markus,13,8#8. Denn erheben wird sich Volk wider Volk und Reich wider Reich; es werden da und dort Erdbeben kommen, es werden Hungersnöte kommen. Dies ist der Anfang der Wehen. -Jes. 19,2; 2.Chr. 15,6.
1582#Markus,13,9#9. Ihr aber, sehet auf euch selbst! Man wird euch an die Gerichte überliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und vor Statthalter und Könige werdet ihr gestellt werden um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.
1583#Markus,13,10#10. Und unter allen Völkern muss zuvor das Evangelium gepredigt werden. -Mk. 16,15.
1584#Markus,13,11#11. Wenn sie euch dann hinführen, um euch zu überliefern, so sorget euch nicht zum voraus darum, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet! Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.
1585#Markus,13,12#12. Und ein Bruder wird den andern zum Tode überliefern und ein Vater das Kind, und Kinder werden wider die Eltern auftreten und sie zum Tode bringen; -Mi. 7,6.
1586#Markus,13,13#13. und ihr werdet um meines Namens willen von jedermann gehasst sein. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. -Joh. 15,21.
1587#Markus,13,14#14. WENN ihr aber den «Greuel der Verwüstung» stehen seht, wo er nicht sollte - wer es liest, der merke darauf! - dann sollen die in Judäa ins Gebirge fliehen; -Dan. 9,27; 11,31; 12,11.
1588#Markus,13,15#15. wer auf dem Dach ist, soll nicht hinabsteigen und nicht hineingehen, um etwas aus seinem Haus zu holen,
1589#Markus,13,16#16. und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren, um seinen Mantel zu holen.
1590#Markus,13,17#17. Wehe aber den Schwangern und den Stillenden in jenen Tagen!
1591#Markus,13,18#18. Betet aber, dass es nicht in den Winter falle.
1592#Markus,13,19#19. Denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie von Anfang der Schöpfung an, die Gott erschaffen hat, bis jetzt keine solche gewesen ist und keine sein wird. -Dan. 12,1; Joel 2,2.
1593#Markus,13,20#20. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
1594#Markus,13,21#21. Und wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, siehe, dort, so glaubet es nicht!
1595#Markus,13,22#22. Es werden aber falsche Christus und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten irrezuführen. -5.Mo. 13,1.
1596#Markus,13,23#23. Ihr jedoch, sehet zu! Ich habe euch alles vorhergesagt.
1597#Markus,13,24#24. ABER in jenen Tagen, nach jener Drangsal, «wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben», -Jes. 13,10.
1598#Markus,13,25#25. «und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden». -Jes. 34,4.
1599#Markus,13,26#26. Und dann wird man «den Sohn des Menschen auf den Wolken kommen» sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. -Dan. 7,13; 1.Thes. 4,15.16.
1600#Markus,13,27#27. Und dann wird er die Engel aussenden und die Auserwählten versammeln von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. -Sach. 2,6.
1601#Markus,13,28#28. Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und die Blätter hervorwachsen, merkt man, dass der Sommer nahe ist.
1602#Markus,13,29#29. So sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, merken, dass er nahe vor der Türe ist.
1603#Markus,13,30#30. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen sein wird.
1604#Markus,13,31#31. Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen. -Jes. 51,6.
1605#Markus,13,32#32. Über jenen Tag aber oder jene Stunde weiss niemand etwas, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern nur der Vater.
1606#Markus,13,33#33. SEHET zu, wachet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. -Lk. 21,36.
1607#Markus,13,34#34. Es ist wie bei einem Mann, der ausser Landes reiste, sein Haus verliess und seinen Knechten Vollmacht gab, jedem sein Werk, und dem Türhüter befahl, dass er wachen solle - -Mt. 25,14; Lk. 19,12.
1608#Markus,13,35#35. wachet also! denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am späten Abend oder um Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am frühen Morgen;
1609#Markus,13,36#36. damit er nicht, wenn er auf einmal kommt, euch schlafend finde.
1610#Markus,13,37#37. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
1611#Markus,14,1#1. NACH zwei Tagen war aber das Fest des Passa und der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie ihn mit List festnehmen und töten könnten.
1612#Markus,14,2#2. Sie sagten nämlich: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr des Volkes entsteht!
1613#Markus,14,3#3. UND als er in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, kam, während er bei Tische sass, eine Frau mit einer Alabasterflasche voll echter, teurer Nardensalbe; sie zerbrach die Alabasterflasche und goss sie ihm über das Haupt.
1614#Markus,14,4#4. Da murrten etliche bei sich selbst: Wozu ist diese Vergeudung der Salbe geschehen?
1615#Markus,14,5#5. Man hätte diese Salbe ja für mehr als dreihundert Denare verkaufen und (den Erlös) den Armen geben können. Und sie fuhren sie an.
1616#Markus,14,6#6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Was betrübt ihr sie? Sie hat eine schöne Tat an mir getan.
1617#Markus,14,7#7. Die Armen habt ihr ja allezeit bei euch, und sooft ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun; mich aber habt ihr nicht allezeit. -5.Mo. 15,11.
1618#Markus,14,8#8. Was sie vermochte, hat sie getan; sie hat im voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
1619#Markus,14,9#9. Und wahrlich, ich sage euch: Wo immer in der ganzen Welt das Evangelium gepredigt wird, da wird auch das, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis erzählt werden.
1620#Markus,14,10#10. UND Judas Ischarioth, jener eine von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie zu verraten.
1621#Markus,14,11#11. Sie aber freuten sich, als sie es hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er trachtete darnach, wie er ihn bei guter Gelegenheit verriete.
1622#Markus,14,12#12. UND am ersten Tag der ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm schlachtete, sagten seine Jünger zu ihm: Wohin willst du, dass wir gehen und Vorbereitungen treffen, damit du das Passamahl essen kannst?
1623#Markus,14,13#13. Und er sandte zwei seiner Jünger und sagte zu ihnen: Gehet in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; folget ihm,
1624#Markus,14,14#14. und wo er hineingeht, da saget zu dem Hausherrn: Der Meister lässt sagen: Wo ist meine Herberge, in der ich mit meinen Jüngern das Passamahl essen kann? -Mk. 11,3.
1625#Markus,14,15#15. Und er wird euch ein grosses Obergemach zeigen, das mit Polstern belegt und bereit ist; und dort bereitet es für uns zu!
1626#Markus,14,16#16. Da gingen die Jünger hin, kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passamahl.
1627#Markus,14,17#17. UND als es Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen.
1628#Markus,14,18#18. Und während sie bei Tische sassen und assen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten, (einer,) der mit mir isst. -Ps. 41,10.
1629#Markus,14,19#19. Sie fingen an, betrübt zu werden und einer nach dem andern zu ihm zu sagen: Doch nicht ich?
1630#Markus,14,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir die Hand in die Schüssel taucht.
1631#Markus,14,21#21. Denn der Sohn des Menschen zwar geht dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre ihm besser, wenn er nicht geboren wäre, jener Mensch.
1632#Markus,14,22#22. UND als sie assen, nahm er Brot, sprach das Dankgebet darüber, brach es, gab es ihnen und sagte: Nehmet! Das ist mein Leib.
1633#Markus,14,23#23. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet darüber und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
1634#Markus,14,24#24. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. -2.Mo. 24,8.
1635#Markus,14,25#25. Wahrlich, ich sage euch: Ich werde vom Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tage, wo ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.
1636#Markus,14,26#26. UND nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. -Ps. 113 - 118.
1637#Markus,14,27#27. Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Anstoss nehmen; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.» -Sach. 13,7; Joh. 16,32.
1638#Markus,14,28#28. Aber wenn ich auferweckt worden bin, werde ich euch nach Galiläa vorangehen. -Mk. 16,7.
1639#Markus,14,29#29. Da sagte Petrus zu ihm: Wenn auch alle Anstoss nehmen werden, so doch ich nicht.
1640#Markus,14,30#30. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Du wirst heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen. -Joh. 13,38.
1641#Markus,14,31#31. Er aber redete überlaut: Wenn ich gleich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Ebenso sagten aber auch (die andern) alle.
1642#Markus,14,32#32. Und sie kommen in ein Gut namens Gethsemane. Und er sagt zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis ich gebetet habe! -Joh. 18,1.
1643#Markus,14,33#33. Und er nimmt den Petrus und den Jakobus und den Johannes mit sich und fängt an, zu erschrecken und heftig zu zagen.
1644#Markus,14,34#34. Und er sagt zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode bekümmert; bleibet hier und wachet! -Joh. 12,27; Ps. 43,5.
1645#Markus,14,35#35. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, wenn es möglich wäre, möchte die Stunde an ihm vorübergehen,
1646#Markus,14,36#36. und sprach: Abba, Vater-1-, alles ist dir möglich; lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst. -Mk. 10,38; Gal. 4,6.  1) -+Abba- heisst in der aram. Mutter-sprache Jesu: «Vater»; -+Abba- wurde aber auch für «mein Vater» und für «unser Vater» gebraucht; vgl. Anm. zu Röm. 8,15.
1647#Markus,14,37#37. Und er kommt und findet sie schlafend; und er sagt zu Petrus: Simon, du schläfst? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen?
1648#Markus,14,38#38. Wachet, und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.
1649#Markus,14,39#39. Und er ging wiederum hin und betete und sprach dasselbe Wort.
1650#Markus,14,40#40. Und als er zurückkam, fand er sie schlafend; denn ihre Augen waren vom Schlaf ganz überwältigt, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
1651#Markus,14,41#41. Und er kommt zum drittenmal und sagt zu ihnen: Schlafet nur weiter und ruhet! - Es ist genug. Die Stunde ist gekommen; siehe, der Sohn des Menschen wird überliefert in die Hände der Sünder.
1652#Markus,14,42#42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist genaht. -Joh. 14,31.
1653#Markus,14,43#43. UND alsbald, während er noch redet, kommt Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und Stöcken von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten her.
1654#Markus,14,44#44. Es hatte aber der, welcher ihn verraten wollte, ihnen ein Zeichen angegeben und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist's; nehmet ihn fest und führet ihn sicher ab!
1655#Markus,14,45#45. Und wie er kam, trat er sogleich auf ihn zu und sagte: Rabbi! und küsste ihn.
1656#Markus,14,46#46. Da legten sie Hand an ihn und nahmen ihn fest.
1657#Markus,14,47#47. Einer aber von denen, die dabeistanden, zog das Schwert, schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
1658#Markus,14,48#48. Und Jesus begann und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu ergreifen.
1659#Markus,14,49#49. Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht festgenommen. Doch die Schriften müssen erfüllt werden.
1660#Markus,14,50#50. Da verliessen ihn alle und flohen. -Joh. 16,32.
1661#Markus,14,51#51. Und ein Jüngling ging ihm nach, der war mit einem linnenen Gewand auf dem blossen Leib bekleidet; und sie wollten ihn festnehmen.
1662#Markus,14,52#52. Er aber liess das Gewand fahren und entfloh nackt.
1663#Markus,14,53#53. UND sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten kamen zusammen.
1664#Markus,14,54#54. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Palast des Hohenpriesters; und er sass bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.
1665#Markus,14,55#55. Die Hohenpriester aber und der ganze Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen, und sie fanden keins.
1666#Markus,14,56#56. Denn viele redeten falsches Zeugnis wider ihn, und die Zeugnisse waren nicht gleich.
1667#Markus,14,57#57. Und etliche traten auf und redeten falsches Zeugnis wider ihn, indem sie aussagten:
1668#Markus,14,58#58. Wir haben ihn sagen hören: Ich werde diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und nach drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. -Joh. 2,19.
1669#Markus,14,59#59. Und auch so war ihr Zeugnis nicht gleich.
1670#Markus,14,60#60. Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
1671#Markus,14,61#61. Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sagte zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? -Mk. 15,5; Jes. 53,7.
1672#Markus,14,62#62. Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels. -Dan. 7,13; Ps. 110,1.
1673#Markus,14,63#63. Da zerreisst der Hohepriester seine Kleider und sagt: Was bedürfen wir weiter Zeugen?
1674#Markus,14,64#64. Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr? Sie alle aber sprachen das Urteil über ihn, er sei des Todes schuldig.
1675#Markus,14,65#65. Und einige fingen an, ihn anzuspeien und ihm das Angesicht zu verhüllen, ihn auf den Kopf zu schlagen und zu ihm zu sagen: Offenbare (, wer dich schlägt)! Und die Diener versetzten ihm Schläge ins Gesicht. -Mk. 10,34; 15,19.
1676#Markus,14,66#66. UND während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.
1677#Markus,14,67#67. Und als sie den Petrus sah, wie er sich wärmte, blickte sie ihn an und sagte: Auch du warst mit dem Nazarener Jesus.
1678#Markus,14,68#68. Er leugnete jedoch und sagte: Ich weiss nicht und verstehe nicht, was du meinst. Und er ging hinaus in den Vorhof. Und der Hahn krähte.
1679#Markus,14,69#69. Und als die Magd ihn sah, fing sie von neuem an, zu denen, die dabeistanden, zu sagen: Das ist einer von ihnen.
1680#Markus,14,70#70. Da leugnete er abermals. Und bald nachher sagten wiederum die Dabeistehenden zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von ihnen; denn du bist ein Galiläer.
1681#Markus,14,71#71. Er aber fing an, zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.
1682#Markus,14,72#72. Und alsbald krähte der Hahn zum zweitenmal. Da erinnerte sich Petrus des Wortes, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
1683#Markus,15,1#1. UND alsbald am Morgen fassten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und der ganze Rat einen Beschluss und liessen Jesus fesseln, abführen und dem Pilatus überliefern. -Lk. 22,66.
1684#Markus,15,2#2. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es.-1- -1) das bed: Ja, ich bin es.
1685#Markus,15,3#3. Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor.
1686#Markus,15,4#4. Da fragte ihn Pilatus wiederum: Antwortest du nichts? Sieh, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen.
1687#Markus,15,5#5. Doch Jesus antwortete nichts mehr, sodass Pilatus sich verwunderte. -Mk. 14,61; Jes. 53,7.
1688#Markus,15,6#6. AN jedem Fest aber liess er ihnen einen Gefangenen frei, den sie sich (gerade) ausbaten.
1689#Markus,15,7#7. Es lag aber der, welcher den Namen Barabbas trug, in Fesseln mit den Aufrührern, die in dem Aufruhr einen Mord begangen hatten.
1690#Markus,15,8#8. Und das Volk zog hinauf und fing an, zu begehren, (dass er täte,) wie er ihnen zu tun pflegte.
1691#Markus,15,9#9. Da antwortete ihnen Pilatus: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?
1692#Markus,15,10#10. Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überliefert hatten.
1693#Markus,15,11#11. Doch die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, damit er ihnen lieber den Barabbas freiliesse.
1694#Markus,15,12#12. Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was soll ich dann mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt?
1695#Markus,15,13#13. Sie schrieen jedoch abermals: Kreuzige ihn!
1696#Markus,15,14#14. Pilatus aber sagte zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Da schrieen sie überlaut: Kreuzige ihn! -Apg. 3,13.
1697#Markus,15,15#15. Weil aber Pilatus dem Volke Genüge leisten wollte, liess er ihnen Barabbas frei und überwies Jesus, nachdem er ihn hatte geisseln lassen, zur Kreuzigung. -Joh. 19,1.
1698#Markus,15,16#16. DIE Soldaten aber führten ihn hinein in den Palast <das ist die Burg des Statthalters> und riefen die ganze Kohorte zusammen.
1699#Markus,15,17#17. Und sie zogen ihm ein Purpurgewand an, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf.
1700#Markus,15,18#18. Dann fingen sie an, ihn zu begrüssen: Heil dir, König der Juden!
1701#Markus,15,19#19. und schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt, spieen ihn an, beugten die Kniee und huldigten ihm.
1702#Markus,15,20#20. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm das Purpurgewand aus und legten ihm seine Kleider an. UND sie führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.
1703#Markus,15,21#21. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon aus Cyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen. -Röm. 16,13.
1704#Markus,15,22#22. Und sie brachten ihn auf den Platz Golgotha <das heisst übersetzt: Schädel>.
1705#Markus,15,23#23. Und sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein; aber er nahm ihn nicht.
1706#Markus,15,24#24. Und sie kreuzigten ihn und verteilten seine Kleider unter sich, indem sie das Los über sie warfen, was jeder bekommen sollte. -Ps. 22,19.
1707#Markus,15,25#25. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
1708#Markus,15,26#26. Und die Aufschrift mit der Angabe seiner Schuld lautete: Der König der Juden.
1709#Markus,15,27#27. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
1710#Markus,15,28#28. Da wurde die Schriftstelle erfüllt, die sagt: «Und er wurde unter die Übeltäter gezählt».-1- -Jes. 53,12.   1) viele alte Textzeugen lassen diesen Vers weg, der bei Mt. 27,38 nicht vorkommt.
1711#Markus,15,29#29. Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sagten: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, -Mk. 14,58.
1712#Markus,15,30#30. rette dich selbst und steige vom Kreuz herab!
1713#Markus,15,31#31. Ebenso spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten untereinander und sagten: Andre hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.
1714#Markus,15,32#32. Der Christus, der König Israels, steige jetzt vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt worden waren, schmähten ihn.
1715#Markus,15,33#33. UND als die sechste Stunde eingetreten war, kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde.
1716#Markus,15,34#34. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: «Elohi, Elohi, lama sabachthani?» <das heisst übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?>. -Ps. 22,2.
1717#Markus,15,35#35. Und als es einige von denen hörten, die dabeistanden, sagten sie: Siehe, er ruft den Elia.
1718#Markus,15,36#36. Einer aber lief, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken, indem er sagte: Halt, lasset uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen! -Ps. 69,22.
1719#Markus,15,37#37. Da stiess Jesus einen lauten Schrei aus und verschied.
1720#Markus,15,38#38. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben bis unten.
1721#Markus,15,39#39. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüber in der Nähe stand, sah, dass er auf diese Weise verschieden war, sprach er: Dieser Mensch war in Wahrheit Gottes Sohn.
1722#Markus,15,40#40. Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngern und von Joses, und Salome, -Lk. 8,2.3.
1723#Markus,15,41#41. die ihm, als er in Galiläa war, folgten und dienten, und viele andre, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.
1724#Markus,15,42#42. UND als es schon Abend geworden war <es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat>,
1725#Markus,15,43#43. kam Joseph aus Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der ebenfalls auf das Reich Gottes wartete, und wagte es, ging zu Pilatus hinein und erbat sich den Leib Jesu.
1726#Markus,15,44#44. Pilatus aber verwunderte sich, dass er schon tot sein sollte, liess den Hauptmann zu sich rufen und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
1727#Markus,15,45#45. Und als er es vom Hauptmann erfahren hatte, schenkte er dem Joseph den Leichnam.
1728#Markus,15,46#46. Dieser kaufte Leinwand, nahm ihn herab, hüllte ihn in die Leinwand, legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor die Türe der Gruft.
1729#Markus,15,47#47. Maria aus Magdala aber und die Maria des Joses sahen, wo er hingelegt worden war.
1730#Markus,16,1#1. UND als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala und die Maria des Jakobus und Salome Balsam, um hinzugehen und ihn zu salben. -Mk. 15,40; Lk. 23,56.
1731#Markus,16,2#2. Und sehr früh am ersten Tag der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufgegangen war.
1732#Markus,16,3#3. Und sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein von der Türe der Gruft wegwälzen?
1733#Markus,16,4#4. Und wie sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein fortgewälzt war. Er war nämlich sehr gross.
1734#Markus,16,5#5. Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen weissen Gewand; und sie erschraken.
1735#Markus,16,6#6. Er aber sagte zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferweckt worden, er ist nicht hier; siehe da den Ort, wo sie ihn hingelegt haben.
1736#Markus,16,7#7. Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. -Mk. 14,28.
1737#Markus,16,8#8. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft, denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.
1738#Markus,16,9#9. -1-*ALS er aber früh am ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria aus Magdala, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. -Lk. 8,2; Joh. 20,11-17.   1) V. 9-20: dieser Abschnitt ist ein Nachtrag von späterer Hand.
1739#Markus,16,10#10. Diese ging hin und verkündigte es denen, die um ihn gewesen waren, welche trauerten und weinten. -Joh. 16,20; 20,18; Lk. 24,10.
1740#Markus,16,11#11. Und als diese hörten, dass er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht. -Lk. 24,11.
1741#Markus,16,12#12. Darnach aber offenbarte er sich in andrer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Land gingen. -Lk. 24,13-35.
1742#Markus,16,13#13. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; doch auch ihnen glaubten sie es nicht.
1743#Markus,16,14#14. Später offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie bei Tische sassen, und schalt ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, weil sie denen, die ihn nach seiner Auferweckung gesehen, nicht geglaubt hatten. -1.Kor. 15,5; Lk. 24,25; Joh. 20,26-29.
1744#Markus,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium allen, die erschaffen sind! -Mt. 28,18-20.
1745#Markus,16,16#16. Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verurteilt werden. -Joh. 3,18; Apg. 2,38; 16,31.33.
1746#Markus,16,17#17. An Zeichen aber werden folgende die Gläubiggewordenen begleiten: in meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; in neuen Zungen werden sie reden; -Mk. 6,7.13; Apg. 16,18; 2,4.11; 10,46; 19,6; Lk. 9,1; 10,17.
1747#Markus,16,18#18. Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches getrunken haben, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden genesen. -Lk. 10,19; Apg. 28,3-6.8.
1748#Markus,16,19#19. Der Herr Jesus nun wurde, nachdem er zu ihnen geredet hatte, in den Himmel emporgehoben und setzte sich zur Rechten Gottes. -Lk. 24,50-53; Apg. 1,4-11; 1.Tim. 3,16; Ps. 110,1; Hebr. 1,3.13.
1749#Markus,16,20#20. Sie aber zogen aus und predigten überall, indem der Herr mitwirkte und das Wort durch die begleitenden Zeichen bestätigte. -Hebr. 2,4; Apg. 3,16; 5,12; 14,3.

1#Matthäus,1,1#1. DAS Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. -1.Mo. 5,1; 2.Sam. 7,12.13.
2#Matthäus,1,2#2. Abraham zeugte den Isaak. Isaak zeugte den Jakob. Jakob zeugte den Juda und seine Brüder. -1.Mo. 21,3.12; 25,26; 29,35.
3#Matthäus,1,3#3. Juda zeugte mit der Thamar den Perez und den Serah. Perez zeugte den Hezron. Hezron zeugte den Aram-1-. -1.Mo. 38,29.30; Ruth 4,12.18-21.   1) im AT: Ram.
4#Matthäus,1,4#4. Aram zeugte den Amminadab. Amminadab zeugte den Nahason. Nahason zeugte den Salmon. -1.Chr. 2,10.11.
5#Matthäus,1,5#5. Salmon zeugte mit der Rahab den Boas. Boas zeugte mit der Ruth den Jobed-1-. Jobed zeugte den Isai. -Ruth 4,13-17; Jos. 2,1; Hebr. 11,31; Jak. 2,25. 1) im AT: Obed.
6#Matthäus,1,6#6. Isai zeugte den König David. David zeugte mit der Frau des Uria den Salomo. -2.Sam. 12,24.
7#Matthäus,1,7#7. Salomo zeugte den Rehabeam. Rehabeam zeugte den Abia. Abia zeugte den Asaph-1-. -V. 7-11: 1.Chr. 3,10-16.   1) im AT: Asa.
8#Matthäus,1,8#8. Asaph zeugte den Josaphat. Josaphat zeugte den Joram. Joram zeugte den Usia.
9#Matthäus,1,9#9. Usia zeugte den Joatham-1-. Joatham zeugte den Ahas. Ahas zeugte den Hiskia. -1) im AT: Jotham.
10#Matthäus,1,10#10. Hiskia zeugte den Manasse. Manasse zeugte den Amos-1-. Amos zeugte den Josia. -1) im AT: Amon.
11#Matthäus,1,11#11. Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon.
12#Matthäus,1,12#12. Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Sealthiel. Sealthiel zeugte den Serubbabel. -1.Chr. 3,17; Esra 3,2.
13#Matthäus,1,13#13. Serubbabel zeugte den Abihud. Abihud zeugte den Eljakim. Eljakim zeugte den Asor.
14#Matthäus,1,14#14. Asor zeugte den Zadok. Zadok zeugte den Achim. Achim zeugte den Elihud.
15#Matthäus,1,15#15. Elihud zeugte den Eleasar. Eleasar zeugte den Matthan. Matthan zeugte den Jakob.
16#Matthäus,1,16#16. Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, aus der Jesus gezeugt wurde-1-, der der Christus-2- genannt wird. -Mt. 27,17.22.   1) so die ältHs. des gr. Grundtextes.   2) Christus heisst: der Gesalbte (vgl. darüber Jes. 61,1; Ps. 2,2). Man hat so den verheissenen Heiland bez.
17#Matthäus,1,17#17. Alle Geschlechter nun von Abraham bis zu David sind vierzehn Geschlechter, und von David bis zur Wegführung nach Babylon sind es vierzehn Geschlechter, und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus vierzehn Geschlechter.
18#Matthäus,1,18#18. MIT der Geburt Jesu Christi aber verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, fand es sich, ehe sie zusammengekommen waren, dass sie vom heiligen Geiste schwanger war. -Lk. 1,26-38.
19#Matthäus,1,19#19. Weil indessen Joseph, ihr Mann, rechtschaffen war und sie (doch) nicht in Schande bringen wollte, gedachte er sie heimlich zu entlassen. -5.Mo. 24,1-4.
20#Matthäus,1,20#20. Doch als er dies im Sinn hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom heiligen Geiste.
21#Matthäus,1,21#21. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden. -Lk. 1,31; 2,21; Apg. 4,12.
22#Matthäus,1,22#22. Dies alles jedoch ist geschehen, damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesprochen worden ist, welcher sagt:
23#Matthäus,1,23#23. «Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben», was übersetzt heisst: «Gott mit uns». -Jes. 7,14; 8,8.10.
24#Matthäus,1,24#24. Als aber Joseph vom Schlaf erwacht war, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich.
25#Matthäus,1,25#25. Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte-1-*; und er gab ihm den Namen Jesus. -Lk. 2,7.21.   1) nach and. alter Bezeugung: «bis sie ihren ersten Sohn geboren hatte» (wie Lk. 2,7).
26#Matthäus,2,1#1. ALS aber Jesus in den Tagen des Königs Herodes zu Bethlehem in Judäa geboren war, siehe, da kamen Weise-1- aus dem Morgenland nach Jerusalem, 2. die sagten: -1) w: «Magier», das sind Sterndeuter.
27#Matthäus,2,2#Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben nämlich seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen. -1.Mo. 49,10; 4.Mo. 24,17; 2.Petr. 1,19.
28#Matthäus,2,3#3. Als jedoch der König Herodes das hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm.
29#Matthäus,2,4#4. Und er liess alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenrufen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
30#Matthäus,2,5#5. Die aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht es durch den Propheten geschrieben: -Joh. 7,42.
31#Matthäus,2,6#6. «Und du, Bethlehem» im Lande Judas, bist keineswegs «die kleinste unter den Fürstenstädten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.» -Mi. 5,2.4; 2.Sam. 5,2.
32#Matthäus,2,7#7. Da berief Herodes heimlich die Weisen und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen sei,
33#Matthäus,2,8#8. und sandte sie nach Bethlehem und sagte: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein! Wenn ihr es aber gefunden habt, so meldet es mir, damit auch ich komme und ihm huldige.
34#Matthäus,2,9#9. Und nachdem sie den König angehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Orte stillstand, wo das Kindlein war.
35#Matthäus,2,10#10. Als sie aber den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut
36#Matthäus,2,11#11. und gingen in das Haus hinein und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter. Und sie warfen sich nieder, huldigten ihm, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben dar, Gold und Weihrauch und Myrrhe. -Ps. 72,10.15; Jes. 60,6.
37#Matthäus,2,12#12. Und da sie im Traum die Weisung empfingen, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg in ihr Land zurück.
38#Matthäus,2,13#13. ALS sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sagt: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kindlein aufsuchen, um es umzubringen. -4.Mo. 23,22; 24,8.
39#Matthäus,2,14#14. Da stand er auf, nahm des Nachts das Kindlein und seine Mutter mit sich und zog hinweg nach Ägypten.
40#Matthäus,2,15#15. Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, damit erfüllt würde, was vom Herrn gesprochen worden ist durch den Propheten, welcher sagt: «Aus Ägypten rief ich meinen Sohn.» -Hos. 11,1.
41#Matthäus,2,16#16. ALS darauf Herodes sah, dass er von den Weisen getäuscht worden war, wurde er sehr zornig, sandte hin und liess in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiet alle Knäblein töten, die zweijährig und darunter waren, gemäss der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte.
42#Matthäus,2,17#17. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesprochen worden ist, welcher sagt:
43#Matthäus,2,18#18. «Eine Stimme hört man in Rama, viel Weinen und Jammern; Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.» -Jer. 31,15; 1.Mo. 35,19.
44#Matthäus,2,19#19. ALS aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum
45#Matthäus,2,20#20. und sagt: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und ziehe in das Land Israels; denn die, welche dem Kindlein nach dem Leben trachteten, sind gestorben.
46#Matthäus,2,21#21. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich und ging in das Land Israels.
47#Matthäus,2,22#22. Als er jedoch hörte, dass Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dahin zu gehen. Nachdem er aber im Traum eine Weisung empfangen hatte, zog er hinweg in das Gebiet von Galiläa
48#Matthäus,2,23#23. und kam in eine Stadt namens Nazareth und nahm (dort) Wohnung, damit erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird «Nazoräer» heissen.-1- -Lk. 1,26; 2,39; Jes. 11,1; 53,2; Sach. 6,12; Joh. 1,46.   1) in dieser Form findet sich die Weissagung im AT nirgends. Gemeint ist ws. Jes. 11,1: «Ein Schoss aus seinen (d.h. Isais) Wurzeln wird Frucht tragen.» «Schoss» heisst nämlich im Hebr. -+nezer-, und von diesem Worte konnte «Nazoräer» herzustammen scheinen.
49#Matthäus,3,1#1. IN jenen Tagen aber trat Johannes der Täufer auf und predigte in der Wüste von Judäa: -Lk. 1,13.
50#Matthäus,3,2#2. Tut Busse! denn das Reich der Himmel ist genaht. -Mt. 4,17.
51#Matthäus,3,3#3. Dieser nämlich ist's, über den durch den Propheten Jesaja gesprochen worden ist, welcher sagt: «(Es erschallt) die Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Strassen gerade!» -Jes. 40,3; Joh. 1,23.
52#Matthäus,3,4#4. Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und um seine Lenden einen ledernen Gürtel; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. -2.Kön. 1,8; 3.Mo. 11,21.22; Lk. 1,15.
53#Matthäus,3,5#5. Da zog Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Landschaft am Jordanfluss zu ihm hinaus, -Mt. 11,7-10.
54#Matthäus,3,6#6. und sie liessen sich von ihm im Jordan taufen, indem sie ihre Sünden bekannten. -Apg. 19,3.4.
55#Matthäus,3,7#7. Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zur Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Ihr Natterngezücht, wer hat euch unterwiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? -Mt. 12,34; 23,33.
56#Matthäus,3,8#8. Bringet darum Frucht, die der Busse gemäss ist, -Lk. 3,8; Apg. 26,20.
57#Matthäus,3,9#9. und meinet nicht, bei euch selber sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. -Joh. 8,33-39; Röm. 2,28.29.
58#Matthäus,3,10#10. Schon ist aber die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. -Mt. 7,19; Lk. 13,7-9; Joh. 15,6.
59#Matthäus,3,11#11. Ich taufe euch mit Wasser zur Busse; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe zu tragen. Er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen. -Mt. 11,3; Apg. 13,24.25; 19,4; 2,3.4.
60#Matthäus,3,12#12. Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. -Mt. 13,30.
61#Matthäus,3,13#13. DA kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
62#Matthäus,3,14#14. Der aber wollte es ihm wehren und sagte: Ich habe nötig, mich von dir taufen zu lassen, und du kommst zu mir?
63#Matthäus,3,15#15. Doch Jesus antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da liess er es ihm zu.
64#Matthäus,3,16#16. Als aber Jesus getauft worden war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, die Himmel taten sich-1- auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabschweben und auf ihn kommen. -Jes. 11,2.   1) ein. alte Textzeugen fügen hinzu: «ihm».
65#Matthäus,3,17#17. Und siehe, eine Stimme aus den Himmeln sprach: «Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.» -Mt. 17,5; Lk. 9,35; 2.Petr. 1,17; Ps. 2,7; Jes. 42,1.
66#Matthäus,4,1#1. DANN wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. -Hebr. 4,15.
67#Matthäus,4,2#2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn nachher. -2.Mo. 34,28; 1.Kön. 19,8.
68#Matthäus,4,3#3. Da trat der Versucher zu ihm und sagte: Bist du Gottes Sohn, so gebiete, dass diese Steine Brot werden! -1.Mo. 3,1-7; Ps. 2,7.
69#Matthäus,4,4#4. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.» -5.Mo. 8,3; Joh. 4,34.
70#Matthäus,4,5#5. Darauf nimmt ihn der Teufel mit in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels
71#Matthäus,4,6#6. und sagt zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, / und sie werden dich auf den Händen tragen, / damit du deinen Fuss nicht etwa an einen Stein stossest.» -Ps. 91,11.12.
72#Matthäus,4,7#7. Jesus sprach zu ihm: Hinwiederum steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» -5.Mo. 6,16.
73#Matthäus,4,8#8. Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit -Offb. 21,10; Mt. 16,26.
74#Matthäus,4,9#9. und sagt zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du dich niederwirfst und mich anbetest.
75#Matthäus,4,10#10. Da sagt Jesus zu ihm: Hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.» -5.Mo. 6,13; Offb. 22,8.9.
76#Matthäus,4,11#11. Da verlässt ihn der Teufel; und siehe, Engel traten herzu und dienten ihm. -Hebr. 1,6.14.
77#Matthäus,4,12#12. ALS er aber hörte, dass Johannes gefangengesetzt worden war, zog er nach Galiläa zurück. -Mt. 14,13.
78#Matthäus,4,13#13. Und er verliess Nazareth und kam nach Kapernaum, das am See im Gebiet von Sebulon und Naphthali liegt, und nahm (dort) Wohnung, -Joh. 2,12.
79#Matthäus,4,14#14. damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesprochen worden ist, welcher sagt: -Joh. 7,52.
80#Matthäus,4,15#15. «Das Land Sebulon und das Land Naphthali gegen den See hin, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden, -Jes. 9,1.2.
81#Matthäus,4,16#16. das Volk, das in der Finsternis sass, hat ein grosses Licht gesehen, und die im Lande und Schatten des Todes sassen, denen ist ein Licht aufgegangen.» -Lk. 1,78.79.
82#Matthäus,4,17#17. Von da an begann Jesus zu predigen: Tut Busse, denn das Reich der Himmel ist genaht. -Mt. 3,2.
83#Matthäus,4,18#18. Als er aber am galiläischen See hinwandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas, das Netz in den See auswerfen; sie waren nämlich Fischer.
84#Matthäus,4,19#19. Und er sagte zu ihnen: Kommet her, (folget) mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen.
85#Matthäus,4,20#20. Da verliessen sie alsbald die Netze und folgten ihm nach. -Mt. 19,27.
86#Matthäus,4,21#21. Und als er von da weiterging, sah er zwei andre Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus im Schiff ihre Netze ausbessern; und er rief sie zu sich.
87#Matthäus,4,22#22. Da verliessen sie alsbald das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.
88#Matthäus,4,23#23. UND er zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volke. -Mt. 9,35; Mk. 1,39; Lk. 4,15.44; Apg. 10,38.
89#Matthäus,4,24#24. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Leidenden zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie. -Mk. 6,55; Mt. 17,15.
90#Matthäus,4,25#25. Und es folgte ihm eine grosse Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan. -Mk. 3,7.8; Lk. 6,17-19.
91#Matthäus,5,1#1. ALS er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. -Mt. 15,29.
92#Matthäus,5,2#2. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
93#Matthäus,5,3#3. Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Reich der Himmel. -Jes. 57,15; Mt. 11,5; Lk. 4,18; Jak. 2,5.
94#Matthäus,5,4#4. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. -Ps. 126,5; Jes. 61,2; 2.Kor. 7,10.
95#Matthäus,5,5#5. Selig sind die Sanftmütigen; denn «sie werden das Land besitzen». -Ps. 37,11.
96#Matthäus,5,6#6. Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. -Joh. 6,35.
97#Matthäus,5,7#7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. -Mt. 25,35-46; Jak. 2,13.
98#Matthäus,5,8#8. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. -Ps. 24,3-5; 51,12; 1.Joh. 3,2.3.
99#Matthäus,5,9#9. Selig sind die Friedfertigen-1-; denn sie werden Söhne Gottes heissen. -Hebr. 12,14.   1) w: «die Friedensstifter».
100#Matthäus,5,10#10. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Reich der Himmel. -1.Petr. 3,14.
101#Matthäus,5,11#11. Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Arge wider euch reden um meinetwillen und damit lügen. -Joh. 16,2; 1.Petr. 4,14.
102#Matthäus,5,12#12. Freuet euch und frohlocket, weil euer Lohn gross ist in den Himmeln. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. -Apg. 7,52; Jak. 5,10.
103#Matthäus,5,13#13. IHR seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz seine Schärfe verliert, womit soll es salzig gemacht werden? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. -Mk. 9,50; Lk. 14,34.35.
104#Matthäus,5,14#14. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen sein. -Phil. 2,15; Joh. 8,12.
105#Matthäus,5,15#15. Man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet es allen, die im Hause sind. -Mk. 4,21; Lk. 8,16; 11,33.
106#Matthäus,5,16#16. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, preisen. -Eph. 5,8.9; 1.Petr. 2,12.
107#Matthäus,5,17#17. MEINET nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. -Röm. 3,31.
108#Matthäus,5,18#18. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, wird nicht ein einziges Jota oder Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. -Lk. 16,17.
109#Matthäus,5,19#19. Wer nun eins dieser kleinsten Gebote auflöst und die Menschen so lehrt, wird der Kleinste heissen im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird gross heissen im Reich der Himmel. -Jak. 2,10; Dan. 12,3.
110#Matthäus,5,20#20. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen. -Mt. 23,2-33; Lk. 18,11.12.
111#Matthäus,5,21#21. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, soll dem Gericht verfallen sein. -2.Mo. 20,13; 5.Mo. 17,8.9.
112#Matthäus,5,22#22. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder-1- zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!-2- soll dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: du Tor!-3- soll der Hölle mit ihrem Feuer verfallen sein. -1.Joh. 3,15.  1) viele Textzeugen fügen hier ein: «ohne Ursache».   2) ein Ausdruck der Verachtung.   3) ein offenbar noch stärkerer, nicht sicher übersetzbarer Ausdruck der Verachtung, nach Ps. 14,1 etwa gleichbed. mit: du Gottloser.
113#Matthäus,5,23#23. Wenn du nun deine Opfergabe zum Altar bringst und dort eingedenk wirst, dass dein Bruder etwas wider dich hat, -Mk. 11,25.
114#Matthäus,5,24#24. so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar!
115#Matthäus,5,25#25. Willfahre schnell deinem Gegner, während du noch mit ihm unterwegs bist, damit dich nicht der Gegner dem Richter und der Richter dem Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis gesetzt wirst. -Mt. 6,14.15; 18,35; Lk. 12,58.59.
116#Matthäus,5,26#26. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Rappen bezahlt hast.
117#Matthäus,5,27#27. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen.» -2.Mo. 20,14.
118#Matthäus,5,28#28. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Ehefrau ansieht, um sie zu begehren, hat ihr gegenüber in seinem Herzen schon Ehebruch begangen. -2.Sam. 11,2; Hiob 31,1; 2.Petr. 2,14.
119#Matthäus,5,29#29. Wenn dich aber dein rechtes Auge zur Sünde verführt, so reiss es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verlorengeht und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. -Mt. 18,8.9; Mk. 9,43.47; Kol. 3,5.
120#Matthäus,5,30#30. Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verlorengeht und nicht dein ganzer Leib in die Hölle kommt. -Mt. 18,8.9; Mk. 9,43.47; Kol. 3,5.
121#Matthäus,5,31#31. Es ist ferner gesagt: «Wer seine Frau entlässt, soll ihr einen Scheidebrief geben.» -Mt. 19,3-9; Mk. 10,4-12; 5.Mo. 24,1.
122#Matthäus,5,32#32. Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt, ausser wegen Unzucht, gibt Anlass, dass ihr gegenüber Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch-1-*. -Lk. 16,18; 1.Kor. 7,10.11.   1) nämlich: ihr gegenüber.
123#Matthäus,5,33#33. Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören», «du sollst aber dem Herrn deine Eide halten.» -2.Mo. 20,7; 3.Mo. 19,12; 4.Mo. 30,3; 5.Mo. 23,21; Ps. 50,14.
124#Matthäus,5,34#34. Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, -Mt. 23,16-22; Jes. 66,1.
125#Matthäus,5,35#35. noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füsse, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des grossen Königs. -Ps. 48,3.
126#Matthäus,5,36#36. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiss oder schwarz zu machen.
127#Matthäus,5,37#37. Vielmehr sei eure Rede: «Ja, ja; nein, nein.» Was darüber ist, das ist vom Bösen. -2.Kor. 1,17; Jak. 5,12.
128#Matthäus,5,38#38. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn.» -2.Mo. 21,23-25; 3.Mo. 24,19.20.
129#Matthäus,5,39#39. Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstehen sollt; sondern wer dich auf den rechten Backen schlägt, dem biete auch den andern dar, -Lk. 6,29; Spr. 24,29.
130#Matthäus,5,40#40. und dem, der gegen dich den Richter anruft und dir den Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel, -1.Kor. 6,7.
131#Matthäus,5,41#41. und wer dich nötigt, eine Meile weit zu gehen, mit dem gehe zwei!
132#Matthäus,5,42#42. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem ab, der von dir borgen will! -5.Mo. 15,7.8; Lk. 6,30.34.
133#Matthäus,5,43#43. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben» und deinen Feind hassen. -3.Mo. 19,18.
134#Matthäus,5,44#44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde -[segnet die, welche euch fluchen, tut Gutes denen, die euch hassen]-1- -und bittet für die, welche euch -[beleidigen und]-1- -verfolgen, -Spr. 25,21.22; Lk. 6,27.28; 23,34; Apg. 7,60; 1.Petr. 3,9; Röm. 12,14-20.  1) in minder gewichtigen Textzeugen eingefügt.
135#Matthäus,5,45#45. damit ihr Söhne eures Vaters in den Himmeln seid! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. -Lk. 6,35; Eph. 5,1.
136#Matthäus,5,46#46. Denn wenn ihr (nur) die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? -Lk. 6,32.
137#Matthäus,5,47#47. Und wenn ihr nur eure Brüder grüsst, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden dasselbe?
138#Matthäus,5,48#48. Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. -5.Mo. 18,13; 3.Mo. 19,2.
139#Matthäus,6,1#1. HABET acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; wo nicht, so habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater in den Himmeln. -Mt. 23,5.
140#Matthäus,6,2#2. Wenn du nun Almosen gibst, so lass nicht vor dir her posaunen, wie die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
141#Matthäus,6,3#3. Wenn aber du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, -Röm. 12,8.
142#Matthäus,6,4#4. damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. -Lk. 14,14.
143#Matthäus,6,5#5. UND wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und wenn sie an den Ecken der Strassen stehen, um sich vor den Leuten sehen zu lassen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. -Mt. 23,6.
144#Matthäus,6,6#6. Du aber geh, wenn du betest, in dein Kämmerlein und schliess deine Tür zu und bete im Verborgenen zu deinem Vater; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. -2.Kön. 4,33.
145#Matthäus,6,7#7. Wenn ihr aber betet, sollt ihr kein unnützes Geschwätz machen wie die Heiden; denn sie meinen, dass sie um ihrer vielen Worte willen Erhörung finden werden. -Jes. 1,15; 1.Kön. 18,26.
146#Matthäus,6,8#8. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiss, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet. -Mt. 6,32.
147#Matthäus,6,9#9. Ihr nun sollt so beten: Unser Vater, / der du bist in den Himmeln, / dein Name werde geheiligt. / -Hes. 36,23; Lk. 11,2-4.
148#Matthäus,6,10#10. Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe / wie im Himmel, (so) auch auf Erden. / -Mt. 26,42; Lk. 22,42; Ps. 103,21.
149#Matthäus,6,11#11. Gib uns heute unser tägliches Brot-1-*. / -Spr. 30,8.   1) rw. hier und Lk. 11,3: «unser Brot für den kommenden Tag».
150#Matthäus,6,12#12. Und vergib uns unsre Schulden, / wie auch wir vergeben haben / unsern Schuldnern. / -Mt. 18,21-35.
151#Matthäus,6,13#13. Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. -[Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]-1- -Mt. 26,41; Joh. 17,11.15; 1.Kor. 10,13; 2.Tim. 4,18. 1) minder gewichtige Textzeugen fügen diese Worte hinzu. - Die einzelnen Ausdrücke dieses Zusatzes finden sich in ähnlichen Lobpreisungen, z.B. 1.Chr. 29,11.12; Offb. 4,11; 12.10.
152#Matthäus,6,14#14. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. -Kol. 3,13; Mk. 11,25.
153#Matthäus,6,15#15. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
154#Matthäus,6,16#16. WENN ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, um sich mit ihrem Fasten vor den Leuten sehen zu lassen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. -Jes. 58,5-8.
155#Matthäus,6,17#17. Du aber salbe, wenn du fastest, dein Haupt und wasche dein Angesicht,
156#Matthäus,6,18#18. damit du mit deinem Fasten dich nicht den Leuten zeigest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist-1-; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. -1) die V. 4.6 lassen vermuten, dass es ursprünglich hier entsprechend lautete: sondern im Verborgenen deinem Vater.
157#Matthäus,6,19#19. SAMMELT euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost (sie) zunichte machen und wo Diebe einbrechen und stehlen!
158#Matthäus,6,20#20. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost (sie) zunichte machen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen! -Mt. 19,21; Lk. 12,33.34; 16,9; Kol. 3,1.2.
159#Matthäus,6,21#21. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
160#Matthäus,6,22#22. Das Licht des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge lauter ist, wird dein ganzer Leib voll Licht sein. -Lk. 11,34-36.
161#Matthäus,6,23#23. Wenn aber dein Auge böse ist, wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie gross wird die Finsternis sein! -Mt. 20,15; Mk. 7,22; Joh. 11,10.
162#Matthäus,6,24#24. Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. -Lk. 16,9.13.
163#Matthäus,6,25#25. DESHALB sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? -Phil. 4,6; 1.Petr. 5,7.
164#Matthäus,6,26#26. Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie (doch). Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? -Mt. 10,29-31.
165#Matthäus,6,27#27. Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?
166#Matthäus,6,28#28. Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht;
167#Matthäus,6,29#29. ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Pracht nicht gekleidet war wie eine von diesen.
168#Matthäus,6,30#30. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
169#Matthäus,6,31#31. Darum sollt ihr euch nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werden wir uns kleiden? -Röm. 14,17.
170#Matthäus,6,32#32. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiss ja, dass ihr all dieser Dinge bedürft. -Mt. 6,8.
171#Matthäus,6,33#33. Suchet vielmehr zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit! dann werden euch alle diese Dinge hinzugefügt werden. -1.Kön. 3,13.14; Lk. 10,42; 12,31.
172#Matthäus,6,34#34. Darum sorget euch nicht um den morgenden Tag; denn der morgende Tag wird seine eigne Sorge haben. Jeder Tag hat genug an seiner eignen Plage.
173#Matthäus,7,1#1. RICHTET nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! -Lk. 6,37.38; Röm. 2,1.
174#Matthäus,7,2#2. Denn mit welchem Gericht ihr richtet, mit dem werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Mass ihr messt, mit dem wird euch gemessen werden. -Mk. 4,24.
175#Matthäus,7,3#3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, des Balkens jedoch in deinem Auge wirst du nicht gewahr? -Lk. 6,41.42.
176#Matthäus,7,4#4. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, in deinem Auge ist der Balken?
177#Matthäus,7,5#5. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du zusehen, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.
178#Matthäus,7,6#6. Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie nicht etwa mit ihren Füssen sie zertreten und sich umwenden und euch zerreissen.
179#Matthäus,7,7#7. BITTET, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden! -Joh. 14,13.14; Jak. 1,5.
180#Matthäus,7,8#8. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.
181#Matthäus,7,9#9. Oder welcher Mensch ist unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn um ein Brot bittet, einen Stein gäbe,
182#Matthäus,7,10#10. oder auch, wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gäbe?
183#Matthäus,7,11#11. Wenn nun ihr, die ihr (doch) böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wieviel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen Gutes geben, die ihn bitten! -Jak. 1,17.
184#Matthäus,7,12#12. ALLES nun, was ihr wollt, dass es euch die Menschen tun, das sollt auch ihr ihnen tun; denn darin besteht das Gesetz und die Propheten. -Lk. 6,31; Röm. 13,8-10.
185#Matthäus,7,13#13. Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zum Verderben hinführt und viele sind es, die auf ihm hineingehen; -Lk. 13,24.
186#Matthäus,7,14#14. denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben hinführt, und wenige sind es, die ihn finden. -Mt. 19,24; Apg. 14,22.
187#Matthäus,7,15#15. HÜTET euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie räuberische Wölfe! -Mt. 24,4.5.24; Apg. 20,29.
188#Matthäus,7,16#16. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? -Lk. 6,44; Gal. 5,19-23; Jak. 3,12.
189#Matthäus,7,17#17. So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. -Mt. 12,33.
190#Matthäus,7,18#18. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch (kann) ein fauler Baum gute Früchte bringen. -Lk. 6,43.
191#Matthäus,7,19#19. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. -Mt. 3,10; Joh. 15,2.6.
192#Matthäus,7,20#20. Also werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.
193#Matthäus,7,21#21. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel kommen, sondern wer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut. -Mt. 21,29; Röm. 2,13; Jak. 1,22-25.
194#Matthäus,7,22#22. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen als Propheten geredet und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht? -Lk. 13,25-27; 1.Kor. 13,1.2; Jer. 27,15.
195#Matthäus,7,23#23. Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; «weichet von mir, die ihr begeht, was wider das Gesetz ist». -Mt. 25,41; 2.Tim. 2,19; Ps. 6,9.
196#Matthäus,7,24#24. JEDER nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
197#Matthäus,7,25#25. Und der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und stiessen an jenes Haus, und es fiel nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet.
198#Matthäus,7,26#26. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, ist einem törichten Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Sand baute. -Jak. 1,22.
199#Matthäus,7,27#27. Und der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und stiessen an jenes Haus, und es fiel ein, und sein Fall war gross. -Hes. 13,10-12.
200#Matthäus,7,28#28. Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte, erstaunte die Volksmenge über seine Lehre; -Mt. 22,33; Mk. 1,22; Lk. 4,32.
201#Matthäus,7,29#29. denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. -Joh. 7,46.
202#Matthäus,8,1#1. ALS er aber von dem Berge hinabstieg, folgte ihm eine grosse Volksmenge nach.
203#Matthäus,8,2#2. Und siehe, ein Aussätziger kam herbei, warf sich vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.
204#Matthäus,8,3#3. Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es; werde rein! Und alsbald wurde er von seinem Aussatz rein.
205#Matthäus,8,4#4. Und Jesus sagt zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer, das Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis! -Mt. 9,30; Mk. 7,36; Lk. 17,14; 3.Mo. 14,2-32.
206#Matthäus,8,5#5. ALS er aber nach Kapernaum hineinkam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn
207#Matthäus,8,6#6. und sagte: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und leidet grosse Pein.
208#Matthäus,8,7#7. Er sagt zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen.
209#Matthäus,8,8#8. Der Hauptmann aber antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach hineingehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht geheilt werden.
210#Matthäus,8,9#9. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und unter mir habe ich Soldaten; und sage ich zu diesem: Geh! so geht er; und zu einem andern: Komm! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's.
211#Matthäus,8,10#10. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Bei keinem in Israel habe ich so grossen Glauben gefunden. -Mt. 15,28; Mk. 6,6.
212#Matthäus,8,11#11. Ich sage euch aber: Viele werden von Morgen und Abend kommen und sich mit Abraham und Isaak und Jakob im Reich der Himmel zu Tische setzen, -Lk. 13,28.29; Jes. 49,12.
213#Matthäus,8,12#12. die Söhne des Reiches dagegen werden in die Finsternis, die draussen ist, hinausgestossen werden. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 13,42.50; 22,13; 24,51; 25,30.
214#Matthäus,8,13#13. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht wurde in jener Stunde geheilt. -Mt. 9,29; 15,28.
215#Matthäus,8,14#14. UND als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er dessen Schwiegermutter darniederliegen und am Fieber leiden. -1.Kor. 9,5.
216#Matthäus,8,15#15. Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verliess sie, und sie stand auf und diente ihm.
217#Matthäus,8,16#16. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister mit dem Worte aus und heilte alle Kranken,
218#Matthäus,8,17#17. damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesprochen worden ist, welcher sagt: «Er nahm unsre Gebrechen weg, und unsre Krankheiten trug er fort.» -Jes. 53,4; Joh. 1,29.
219#Matthäus,8,18#18. ALS aber Jesus eine grosse Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren. -Mk. 4,35; Lk. 8,22.
220#Matthäus,8,19#19. Und ein Schriftgelehrter trat hinzu und sagte zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
221#Matthäus,8,20#20. Und Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels (haben) Nester; der Sohn des Menschen dagegen hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann. -2.Kor. 8,9.
222#Matthäus,8,21#21. Ein andrer aber von den Jüngern sagte zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. -1.Kön. 19,20.
223#Matthäus,8,22#22. Da sagt Jesus zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!
224#Matthäus,8,23#23. UND er stieg ins Schiff, und seine Jünger folgten ihm.
225#Matthäus,8,24#24. Und siehe, es erhob sich ein grosser Sturm auf dem See, sodass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde. Er aber schlief. -Ps. 4,9.
226#Matthäus,8,25#25. Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sagten: Herr, hilf, wir gehen unter.
227#Matthäus,8,26#26. Und er sagt zu ihnen: Warum seid ihr (so) furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, bedrohte die Winde und den See, und es trat grosse Windstille ein. -Mt. 14,31; 16,8; Ps. 89,10; 107,25-29.
228#Matthäus,8,27#27. Die Menschen aber verwunderten sich und sagten: Was ist das für ein Mann, dass ihm sogar die Winde und der See gehorsam sind?
229#Matthäus,8,28#28. UND als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener gekommen war, begegneten ihm, von den Grüften her kommend, zwei Besessene, die sehr bösartig waren, sodass niemand auf jenem Weg vorbeigehen konnte.
230#Matthäus,8,29#29. Und siehe, sie erhoben ein Geschrei und sagten: Was haben wir mit dir zu schaffen, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit zu peinigen? -Mk. 1,24; Lk. 4,41; 1.Kön. 17,18.
231#Matthäus,8,30#30. Es war aber fern von ihnen eine Herde von vielen Schweinen zur Weide.
232#Matthäus,8,31#31. Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, so schicke uns in die Schweineherde.
233#Matthäus,8,32#32. Und er sprach zu ihnen: Fahret hin! Sie aber fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und kam im Wasser um.
234#Matthäus,8,33#33. Die Hirten aber flohen und gingen in die Stadt und verkündigten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war.
235#Matthäus,8,34#34. Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen; und als sie ihn sahen, baten sie ihn, aus ihrem Gebiet wegzugehen.
236#Matthäus,9,1#1. UND er stieg in ein Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. -Mt. 4,13.
237#Matthäus,9,2#2. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben.
238#Matthäus,9,3#3. Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sagten bei sich selbst: Dieser lästert.
239#Matthäus,9,4#4. Und da Jesus ihre Gedanken kannte, sprach er: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen? -Mt. 12,25; Joh. 2,25.
240#Matthäus,9,5#5. Denn was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
241#Matthäus,9,6#6. Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - dann sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh in dein Haus! -Joh. 5,8.
242#Matthäus,9,7#7. Und er stand auf und ging hinweg in sein Haus.
243#Matthäus,9,8#8. Als es aber die Volksmenge sah, erschrak sie und pries Gott, der solche Macht den Menschen-1- gegeben habe. -1) o: «zugunsten der Menschen».
244#Matthäus,9,9#9. UND als Jesus von da weiterging, sah er an der Zollstätte einen Mann sitzen, der Matthäus hiess; und er sagt zu ihm: Folge mir nach! Da stand er auf und folgte ihm nach.
245#Matthäus,9,10#10. Und es begab sich, als er in dem Haus (des Matthäus) zu Tische sass, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und sassen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische.
246#Matthäus,9,11#11. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? -Lk. 15,2; 19,7.
247#Matthäus,9,12#12. Er aber hörte es und sagte: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.
248#Matthäus,9,13#13. Gehet aber hin und lernet, was das heisst: «Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer». Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder. -Mt. 12,7; 1.Sam. 15, 22; Hos. 6,6.
249#Matthäus,9,14#14. DA kommen die Jünger des Johannes zu ihm und sagen: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? -Lk. 18,12.
250#Matthäus,9,15#15. Und Jesus sprach zu ihnen: Können etwa die Hochzeitsleute trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Doch es werden Tage kommen, wo der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten. -Joh. 3,29.
251#Matthäus,9,16#16. Niemand setzt aber ein Stück ungewalktes Tuch auf ein altes Kleid; denn von dem Kleide reisst sein Flickstück (einen Teil) ab, und der Riss wird schlimmer.
252#Matthäus,9,17#17. Man füllt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreissen die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche gehen zugrunde. Sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche; dann bleiben beide miteinander erhalten. -Hiob 32,19.
253#Matthäus,9,18#18. ALS er dies zu ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher (der Synagoge), warf sich vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben.
254#Matthäus,9,19#19. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern.
255#Matthäus,9,20#20. Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten hinzu und rührte die Quaste seines Kleides an.
256#Matthäus,9,21#21. Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrühre, werde ich gesund werden. -Mt. 14,36.
257#Matthäus,9,22#22. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dich gerettet. Und die Frau war von jener Stunde an gesund. -Mk. 5,34.
258#Matthäus,9,23#23. Und als Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenbläser und das Volk lärmen sah,
259#Matthäus,9,24#sprach er: 24. Gehet hinweg; denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. -Joh. 11,11.14.25.
260#Matthäus,9,25#25. Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff ihre Hand; und das Mädchen stand auf.
261#Matthäus,9,26#26. Und das Gerücht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend. -Lk. 7,17.
262#Matthäus,9,27#27. UND als Jesus von da weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen: Erbarme dich unser, du Sohn Davids! -Mt. 20,29-34.
263#Matthäus,9,28#28. Als er aber in das Haus hineinging, kamen die Blinden zu ihm. Und Jesus sagt zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie sagen zu ihm: Ja, Herr.
264#Matthäus,9,29#29. Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! -Mt. 8,13.
265#Matthäus,9,30#30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus drohte ihnen ernstlich und sagte: Sehet zu, niemand soll es erfahren. -Mt. 8,4; 12,16; Mk. 1,44.
266#Matthäus,9,31#31. Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt.
267#Matthäus,9,32#32. Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Stummen zu ihm, der besessen war. -Mt. 12,22.
268#Matthäus,9,33#33. Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmenge verwunderte sich und sagte: Noch nie ist solches in Israel gesehen worden. -Lk. 7,16.
269#Matthäus,9,34#34. Die Pharisäer aber sagten: Durch den Herrscher der Dämonen treibt er die Dämonen aus. -Mt. 12,24; Mk. 3,22.
270#Matthäus,9,35#35. UND Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen. -Mt. 4,23.
271#Matthäus,9,36#36. Als er aber die Volksmenge sah, fühlte er Erbarmen mit ihnen; denn sie waren abgequält und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. -Mt. 14,14; Mk. 6,34; 4.Mo. 27,17; 1.Kön. 22,17; Hes. 34,4.5.
272#Matthäus,9,37#37. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist gross, aber der Arbeiter sind wenige. -Lk. 10,2; Joh. 4,35.
273#Matthäus,9,38#38. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!
274#Matthäus,10,1#1. UND er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. -Mt. 17,19.20; Mk. 6,7; Lk. 9,1.
275#Matthäus,10,2#2. Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Zuerst Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, -Joh. 1,40-49; Apg. 1,13.
276#Matthäus,10,3#3. Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus-1-, -Joh. 1,40-49; Apg. 1,13.   1) nach and. Textzeugen: «Lebbäus»; wieder andre schreiben: «Lebbäus, zubenannt Thaddäus».
277#Matthäus,10,4#4. Simon der Kananäer und Judas Ischarioth, der, welcher ihn verriet. -Joh. 1,40-49; Apg. 1,13.
278#Matthäus,10,5#5. DIESE Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Gehet nicht auf eine Strasse der Heiden und gehet nicht in eine Stadt der Samariter,
279#Matthäus,10,6#6. sondern gehet vielmehr zu den verlornen Schafen des Hauses Israel! -Mt. 15,24; Joh. 10,16; Apg. 13,46.
280#Matthäus,10,7#7. Wenn ihr aber hingeht, so prediget: «Das Reich der Himmel ist genaht.» -Mt. 4,17; Lk. 10,9.
281#Matthäus,10,8#8. Heilet Kranke, wecket Tote auf, machet Aussätzige rein, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet es! -Mk. 16,17.18; Apg. 8,20; 9,34.40; 2.Kön. 5,16.
282#Matthäus,10,9#9. Verschaffet euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel, -Lk. 22,35.
283#Matthäus,10,10#10. keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Röcke, auch nicht Schuhe noch Stab; denn der Arbeiter ist seiner Speise wert. -Lk. 10,4.7; 1.Kor. 9,7.14; 1.Tim. 5,18; 4.Mo. 18,31.
284#Matthäus,10,11#11. Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundiget euch, wer darin würdig sei, und bleibet dort, bis ihr weiterzieht!
285#Matthäus,10,12#12. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüsset es! -Lk. 10,5.6.
286#Matthäus,10,13#13. Und wenn das Haus würdig ist, soll euer Friedensgruss über dasselbe kommen. Ist es aber nicht würdig, so soll euer Friedensgruss zu euch zurückkehren. -Lk. 10,5.6.
287#Matthäus,10,14#14. Und wenn man euch nicht aufnimmt noch eure Worte anhört, so gehet fort aus jenem Haus oder aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füssen. -Lk. 10,10-12; Apg. 13, 51; 18,6.
288#Matthäus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom und Gomorrha am Tage des Gerichtes erträglicher ergehen als dieser Stadt. -Mt. 11,24.
289#Matthäus,10,16#16. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben! -Lk. 10,3.
290#Matthäus,10,17#17. HÜTET euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch an die Gerichte überliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geisseln. -Mt. 24,9; 2.Kor. 11,24; Apg. 5,40; Mt. 6,12.
291#Matthäus,10,18#18. Und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr um meinetwillen geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. -Apg. 25,23; Mt. 27,24.
292#Matthäus,10,19#19. Wenn sie euch aber überliefern, so sorget euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. -Lk. 12,11.12.
293#Matthäus,10,20#20. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist's, der in euch redet. -Joh. 14,26.
294#Matthäus,10,21#21. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern und ein Vater das Kind, und Kinder werden wider die Eltern auftreten und sie zum Tode bringen; -Mi. 7,6.
295#Matthäus,10,22#22. und ihr werdet um meines Namens willen von jedermann gehasst sein. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. -Mt. 24,9.13; Lk. 21,16.17; Joh. 15,21.
296#Matthäus,10,23#23. Wenn sie euch aber verfolgen in dieser Stadt, so fliehet in die andre! Denn wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis der Sohn des Menschen kommt. -Mt. 16,28; 23,34.
297#Matthäus,10,24#24. Ein Jünger ist nicht über dem Meister noch ein Knecht über seinem Herrn. -Lk. 6,40; Joh. 13,16; 15,20.
298#Matthäus,10,25#25. Es ist genug für den Jünger, dass er ist wie sein Meister, und (es ist genug,) dass der Knecht ist wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebub geheissen, wieviel mehr seine Hausgenossen! -Mk. 3,22; Joh. 8,48.
299#Matthäus,10,26#26. FÜRCHTET sie nun nicht! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt werden wird, und (nichts) verborgen, was nicht bekannt werden wird. -Mk. 4,22; Lk. 8,17; 12,2.
300#Matthäus,10,27#27. Was ich euch im Dunkeln sage, das saget im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das prediget auf den Dächern!
301#Matthäus,10,28#28. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle.
302#Matthäus,10,29#29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für fünf Rappen? und nicht einer von ihnen wird ohne Zutun eures Vaters auf die Erde fallen.
303#Matthäus,10,30#30. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt.
304#Matthäus,10,31#31. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. -Mt. 6,26; 12,12.
305#Matthäus,10,32#32. Wer immer nun sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater in den Himmeln.
306#Matthäus,10,33#33. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln. -Lk. 9,26; 2.Tim. 2,12.
307#Matthäus,10,34#34. Meinet nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. -Lk. 12,51-53.
308#Matthäus,10,35#35. Denn ich bin gekommen, einen Menschen mit seinem Vater zu entzweien und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter, -Mi. 7,6.
309#Matthäus,10,36#36. und «des Menschen Feinde werden die eignen Hausgenossen sein». -Mi. 7,6.
310#Matthäus,10,37#37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; -5.Mo. 13,6-11; Lk. 14,26.
311#Matthäus,10,38#38. und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. -Mt. 16,24.25; Lk. 14,27.
312#Matthäus,10,39#39. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. -Lk. 17,33; Joh. 12,25.
313#Matthäus,10,40#40. WER euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. -Mt. 18,5; Mk. 9,37; Joh. 13,20.
314#Matthäus,10,41#41. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten empfangen; -1.Kön. 17,9-24; 2.Kön. 4,8-37.
315#Matthäus,10,42#42. und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Ihm soll sein Lohn nicht mangeln. -Mt. 25,40; Mk. 9,41.
316#Matthäus,11,1#1. UND es begab sich, als Jesus seine Anweisungen an seine Jünger beendet hatte, ging er von da weiter, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
317#Matthäus,11,2#2. Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, liess er ihm durch seine Jünger sagen: -Mt. 14,3.
318#Matthäus,11,3#3. Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? -Mt. 3,11; Mal. 3,1.
319#Matthäus,11,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und berichtet dem Johannes, was ihr hört und seht:
320#Matthäus,11,5#5. «Blinde werden sehend» und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt und «Armen wird die frohe Botschaft gebracht», -Mt. 15,30.31; Jes. 35,5.6; 61,1; Lk. 4,18.
321#Matthäus,11,6#6. und selig ist, wer an mir keinen Anstoss nimmt. -Mt. 13,57; 26,31.
322#Matthäus,11,7#7. ALS diese aber hinweggingen, fing Jesus an, zur Volksmenge von Johannes zu reden: Wozu seid ihr in die Wüste hinausgegangen? Ein Rohr zu schauen, das vom Wind bewegt wird? -Mt. 3,5.
323#Matthäus,11,8#8. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen, der mit weichen Kleidern angetan ist? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige.
324#Matthäus,11,9#9. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Sogar mehr als einen Propheten. -Lk. 1,76.
325#Matthäus,11,10#10. Dieser ist's, über den geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.» -2.Mo. 23,20; Mal. 3,1; Mk. 1,2; Joh. 3,28.
326#Matthäus,11,11#11. Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Grösserer aufgetreten als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Reich der Himmel ist grösser als er.
327#Matthäus,11,12#12. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird das Reich der Himmel mit Gewalt erstrebt, und gewaltsam Ringende reissen es an sich. -Lk. 16,16.
328#Matthäus,11,13#13. Denn alle Propheten und das Gesetz haben auf Johannes hin geweissagt,
329#Matthäus,11,14#14. und wenn ihr es annehmen wollt: er ist Elia, der kommen soll. -Mal. 4,5; Lk. 1,17; Mt. 17,10-13.
330#Matthäus,11,15#15. Wer Ohren hat, der höre! -Mt. 13,9.
331#Matthäus,11,16#16. Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und den andern zurufen
332#Matthäus,11,17#17. und sagen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; / wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht getrauert.
333#Matthäus,11,18#18. Denn Johannes ist gekommen, der ass nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon. -Mt. 3,4; Joh. 10,20.
334#Matthäus,11,19#19. Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagen sie: Siehe, ein Schlemmer und Zecher, Freund mit Zöllnern und Sündern! Und die Weisheit ist aus ihren Werken-1- gerechtfertigt worden. -Mt. 9,10.14.15; Joh. 2,2.  1) statt «aus ihren Werken» haben viele alte Textzeugen: «von ihren Kindern» (wie Lk. 7,35).
335#Matthäus,11,20#20. DARAUF fing er an, die Städte, in denen die meisten seiner machtvollen Taten geschehen waren, zu schelten, weil sie nicht Busse taten:
336#Matthäus,11,21#21. Wehe dir, Chorazin! wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die machtvollen Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche Busse getan. -Hiob 42,6; Dan. 9,3; Jona 3,6; Lk. 9,10.
337#Matthäus,11,22#22. Ja, ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tage des Gerichtes erträglicher ergehen als euch.
338#Matthäus,11,23#23. Und du, Kapernaum, wirst du «bis zum Himmel erhoben werden? Bis zum Totenreich wirst du hinabfahren.» Denn wenn in Sodom die machtvollen Taten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, stände es noch heute. -Mt. 4,13; Jes. 14,13.15.
339#Matthäus,11,24#24. Ja, ich sage euch: Dem Lande Sodom wird es am Tage des Gerichtes erträglicher ergehen als dir. -Mt. 10,15.
340#Matthäus,11,25#25. ZU jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen geoffenbart hast. -Mt. 5,3; 1.Kor. 1,19-29; Jes. 29,14.
341#Matthäus,11,26#26. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
342#Matthäus,11,27#27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, und den Vater erkennt niemand als nur der Sohn* und wem es der Sohn offenbaren will. -Mt. 28,18; Joh. 1,18; 3,18; 14,6; 17,2.
343#Matthäus,11,28#28. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch Ruhe geben. -Jer. 31,25.
344#Matthäus,11,29#29. Nehmet mein Joch* auf euch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so «werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen». -Jer. 6,16; Sach. 9,9; Phil. 2,5-8.
345#Matthäus,11,30#30. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. -1.Joh. 5,3.
346#Matthäus,12,1#1. ZU jener Zeit wanderte Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzureissen und zu essen. -5.Mo. 23,25.
347#Matthäus,12,2#2. Als das die Pharisäer sahen, sagten sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist.
348#Matthäus,12,3#3. Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte? -1.Sam. 21,4-7.
349#Matthäus,12,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote assen, die er nicht essen durfte noch seine Begleiter, sondern allein die Priester? -3.Mo. 24,5-9.
350#Matthäus,12,5#5. Oder habt ihr im Gesetz nicht gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entheiligen und (doch) ohne Schuld sind? -4.Mo. 28,9; Joh. 7,22.23.
351#Matthäus,12,6#6. Ich sage euch aber: Hier ist Grösseres als der Tempel.
352#Matthäus,12,7#7. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heisst: «Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer», so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt. -Mt. 9,13; Hos. 6,6.
353#Matthäus,12,8#8. Denn der Sohn des Menschen ist Herr über den Sabbat.
354#Matthäus,12,9#9. UND nachdem er von da weitergezogen war, ging er in ihre Synagoge.
355#Matthäus,12,10#10. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine erstorbene Hand. Und sie fragten ihn: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? damit sie ihn anklagen könnten. -Lk. 14,3.
356#Matthäus,12,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?
357#Matthäus,12,12#12. Wieviel mehr wert ist nun ein Mensch als ein Schaf! Somit darf man am Sabbat Gutes tun. -Lk. 14,5.
358#Matthäus,12,13#13. Dann sagt er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder gesund wie die andre.
359#Matthäus,12,14#14. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat wider ihn, wie sie ihn ins Verderben bringen könnten. -Joh. 5,16.18.
360#Matthäus,12,15#15. Als Jesus das merkte, zog er von dort hinweg, und viele folgten ihm nach, und er heilte sie alle. -Mk. 3,7-12; Lk. 6,17-19.
361#Matthäus,12,16#16. Und er gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten, -Mt. 8,4; 9,30; Joh. 7,4.
362#Matthäus,12,17#17. damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesprochen worden ist, welcher sagt:
363#Matthäus,12,18#18. «Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen. -Jes. 42,1-4; Mt. 3,17.
364#Matthäus,12,19#19. Er wird nicht zanken noch schreien, und niemand wird auf den Strassen seine Stimme hören.
365#Matthäus,12,20#20. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt. -Apg. 4,12; Röm. 15,12.
366#Matthäus,12,21#21. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.»
367#Matthäus,12,22#22. DA wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah. -Mt. 9,32.
368#Matthäus,12,23#23. Und die ganze Volksmenge erstaunte und sagte: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids? -Joh. 7,31.
369#Matthäus,12,24#24. Als das die Pharisäer hörten, sagten sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Herrscher der Dämonen. -Mt. 9,34.
370#Matthäus,12,25#25. Da er aber ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und keine Stadt und kein Haus, das mit sich selbst entzweit ist, wird bestehen bleiben.
371#Matthäus,12,26#26. Und wenn der eine Satan den andern austreibt, so ist er mit sich selbst entzweit. Wie wird dann sein Reich bestehen?
372#Matthäus,12,27#27. Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Deshalb werden sie eure Richter sein.
373#Matthäus,12,28#28. Wenn ich dagegen durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. -1.Joh. 3,8.
374#Matthäus,12,29#29. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Erst dann wird er sein Haus ausrauben. -Jes. 49,24.
375#Matthäus,12,30#30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. -Mk. 9,40.
376#Matthäus,12,31#31. Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung wider den Geist wird nicht vergeben werden. -Hebr. 6,4-6; 10,26; 1.Joh. 5,16.
377#Matthäus,12,32#32. Und wer ein Wort wider den Sohn des Menschen redet, dem wird vergeben werden; wer aber eins wider den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden weder in dieser noch in der zukünftigen Welt. -Lk. 12,10; 1.Tim. 1,13.
378#Matthäus,12,33#33. Entweder machet den Baum gut, dann ist seine Frucht gut, oder machet den Baum faul, dann ist seine Frucht faul. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. -Mt. 7,17; Lk. 6,44.
379#Matthäus,12,34#34. Ihr Natterngezücht, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr doch böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. -Mt. 3,7.
380#Matthäus,12,35#35. Der gute Mensch bringt aus seinem guten Schatze Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatze Böses hervor. -Lk. 6,45.
381#Matthäus,12,36#36. Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unrechten Worte, das sie reden werden, am Tage des Gerichtes werden Rechenschaft geben müssen. -Jud. 15.
382#Matthäus,12,37#37. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtgesprochen werden, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden. -Lk. 19,22.
383#Matthäus,12,38#38. DA antworteten ihm etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. -Joh. 6,30; 1.Kor. 1,22.
384#Matthäus,12,39#39. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges-1- Geschlecht begehrt ein Zeichen; und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona. -1) w: «ehebrecherisches». Im AT wird das Verhältnis zwischen Gott und dem Volke Israel öfters, z.B. Hes. 16,1-43, als Ehe dargestellt, die das Volk in Zeiten der Gottlosigkeit bricht.
385#Matthäus,12,40#40. Denn wie «Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Meerungetüms war», so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoss der Erde sein. -Jona 2,1.
386#Matthäus,12,41#41. Die Männer von Ninive werden im Gericht mit diesem Geschlecht auftreten und es verurteilen-1-; denn sie taten Busse auf die Predigt des Jona hin, und siehe, hier ist mehr als Jona. -Jona 3,5.   1) nicht als Richter, sondern dadurch, dass sie sich als besser erweisen.
387#Matthäus,12,42#42. Die Königin von Süden wird im Gericht mit diesem Geschlecht auftreten und es verurteilen-1-; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo. -1.Kön. 10,1-10.   1) vgl. Anm. zu V. 41.
388#Matthäus,12,43#43. WENN aber der unreine Geist aus dem Menschen ausgefahren ist, durchzieht er wasserlose Orte und sucht eine Ruhestätte und findet keine.
389#Matthäus,12,44#44. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich weggegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
390#Matthäus,12,45#45. Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die schlimmer sind als er, und sie ziehen ein und wohnen dort; und es wird nachher mit jenem Menschen schlimmer als vorher. So wird es auch mit diesem bösen Geschlecht sein. -2.Petr. 2,20.
391#Matthäus,12,46#46. ALS er noch zur Volksmenge redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draussen und verlangten, mit ihm zu reden. -Mt. 13,55; Joh. 7,5.
392#Matthäus,12,47#47. -[Einer aber sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draussen und verlangen, mit dir zu reden.]-1- - -1) viele alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Mk. 3,32).
393#Matthäus,12,48#48. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?
394#Matthäus,12,49#49. Und er streckte seine Hand über seine Jünger aus und sprach: Siehe, das sind meine Mutter und meine Brüder!
395#Matthäus,12,50#50. Denn wer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. -Joh. 15,14.
396#Matthäus,13,1#1. AN jenem Tage verliess Jesus das Haus und setzte sich an den See.
397#Matthäus,13,2#2. Und es versammelte sich eine grosse Volksmenge bei ihm, sodass er in ein Schiff stieg und sich setzte; und alles Volk stand am Gestade. -Mk. 3,9.
398#Matthäus,13,3#3. Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Säemann ging aus, um zu säen.
399#Matthäus,13,4#4. Und indem er säte, fiel etliches auf den Weg, und die Vögel kamen und frassen es auf.
400#Matthäus,13,5#5. Andres fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und es ging sogleich auf, weil es nicht tiefe Erde hatte;
401#Matthäus,13,6#6. als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es.
402#Matthäus,13,7#7. Andres fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
403#Matthäus,13,8#8. Noch andres fiel auf den guten Boden und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreissigfältig.
404#Matthäus,13,9#9. Wer Ohren hat, der höre! -Mt. 11,15.
405#Matthäus,13,10#10. Und die Jünger traten herzu und sagten zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?
406#Matthäus,13,11#11. Er aber antwortete und sprach: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu erkennen, jenen aber ist es nicht gegeben.
407#Matthäus,13,12#12. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat. -Mt. 25,29; Mk. 4,25; Lk. 8,18; 19,26.
408#Matthäus,13,13#13. Deshalb rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht hören und nicht verstehen.
409#Matthäus,13,14#14. Und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung des Jesaja, welche sagt: «Hören werdet ihr und nicht verstehen, und sehen werdet ihr und nicht erkennen. -Jes. 6,9.10; Joh. 12,40; Apg. 28,26.27.
410#Matthäus,13,15#15. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und ihre Ohren sind schwerhörig geworden und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.»
411#Matthäus,13,16#16. Selig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. -Mt. 16,17; Spr. 20,12; Lk. 10,23.24.
412#Matthäus,13,17#17. Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. -Joh. 8,56; 1.Petr. 1,10; Hebr. 11,13.
413#Matthäus,13,18#18. So höret nun ihr das Gleichnis vom Säemann!
414#Matthäus,13,19#19. Sooft jemand das Wort vom Reiche hört und es nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Dies ist der, welcher auf den Weg gesät ist.
415#Matthäus,13,20#20. Der aber (, bei dem der Same) auf den felsigen Boden gesät ist, das ist der, welcher das Wort hört und es alsbald mit Freuden aufnimmt;
416#Matthäus,13,21#21. er hat jedoch keine Wurzel in sich, sondern ist ein Mensch des Augenblicks; wenn aber um des Wortes willen Trübsal oder Verfolgung entsteht, nimmt er alsbald Anstoss.
417#Matthäus,13,22#22. Der aber (, bei dem der Same) unter die Dornen gesät ist, das ist der, welcher das Wort hört, und die Sorge der Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. -Mt. 6,19-34; 19,23; 1.Tim. 6,9.
418#Matthäus,13,23#23. Der aber (, bei dem der Same) auf den guten Boden gesät ist, das ist der, welcher das Wort hört und versteht; dieser bringt denn auch Frucht, und zwar trägt der eine hundertfältig, der andre sechzigfältig, ein andrer dreissigfältig.
419#Matthäus,13,24#24. EIN andres Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
420#Matthäus,13,25#25. Doch während die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut-1- dazu mitten unter den Weizen und ging davon. -1) gen: «Lolch» (o: «Afterweizen»), der giftig ist und im Anfang des Wachstums dem echten Weizen so ähnlich sieht, dass man beim Ausraufen diesen leicht mit ihm verwechseln könnte.
421#Matthäus,13,26#26. Als aber die Saat sprosste und Frucht brachte, da zeigte sich auch das Unkraut.
422#Matthäus,13,27#27. Da traten die Knechte des Hausherrn herzu und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? woher hat er nun das Unkraut?
423#Matthäus,13,28#28. Er aber sagte zu ihnen: Ein feindlicher Mensch hat das getan. Da sagen die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammensuchen?
424#Matthäus,13,29#29. Er aber sagt: Nein, damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut zusammensucht, zugleich mit ihm den Weizen ausrauft.
425#Matthäus,13,30#30. Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Suchet zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune! -Mt. 3,12; Offb. 14,15.
426#Matthäus,13,31#31. EIN andres Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte.
427#Matthäus,13,32#32. Dieses ist zwar kleiner als alle (andern) Samenarten; wenn es aber herangewachsen ist, so ist es grösser als die Gartengewächse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. -Dan. 4,9.18; Hes. 17,23; 31,6.
428#Matthäus,13,33#33. Ein andres Gleichnis sagte er ihnen: Das Reich der Himmel ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
429#Matthäus,13,34#34. Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zur Volksmenge, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen,
430#Matthäus,13,35#35. damit erfüllt würde, was durch den Propheten-1- gesprochen worden ist, welcher sagt: «Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun, / will Dinge verkündigen, die verborgen waren / von Grundlegung der Welt an.» -1) der alttestamentliche Ausspruch steht in Ps. 78,2.
431#Matthäus,13,36#36. DA verliess Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut-1- auf dem Acker! -1) vgl. Anm. zu V. 25.
432#Matthäus,13,37#37. Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen.
433#Matthäus,13,38#38. Der Acker ist die Welt; der gute Same, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; -Joh. 8,44; 1.Joh. 3,8.
434#Matthäus,13,39#39. der Feind, der es aussät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt, die Schnitter sind die Engel. -Offb. 14,15.
435#Matthäus,13,40#40. Wie man nun das Unkraut zusammensucht und mit Feuer verbrennt, so wird es am Ende der Welt sein: -Joh. 15,6.
436#Matthäus,13,41#41. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle sammeln, die ein Ärgernis sind, und die, welche tun, was wider das Gesetz ist, -Zeph. 1,3; Mt. 25,31-46.
437#Matthäus,13,42#42. und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 13,50; Offb. 19,20.
438#Matthäus,13,43#43. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Wer Ohren hat, der höre! -Dan. 12,3.
439#Matthäus,13,44#44. DAS Reich der Himmel ist gleich einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und (wieder) verbarg. Und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. -Spr. 2,4; Phil. 3,7.
440#Matthäus,13,45#45. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
441#Matthäus,13,46#46. Als er aber eine kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie. -Spr. 8,10.11.
442#Matthäus,13,47#47. WIEDERUM ist das Reich der Himmel gleich einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und (Fische) von allerlei Art zusammenbrachte. -Mt. 22,9.10; Hab. 1,15.
443#Matthäus,13,48#48. Und als es voll geworden war, zogen sie es ans Gestade, setzten sich und sammelten die guten in Gefässe, die faulen aber warfen sie weg.
444#Matthäus,13,49#49. So wird es am Ende der Welt sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen mitten aus den Gerechten aussondern -Mt. 25,32.
445#Matthäus,13,50#50. und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 13,42; 8,12.
446#Matthäus,13,51#51. Habt ihr dies alles verstanden? Sie sagten zu ihm: Ja.
447#Matthäus,13,52#52. Da sagte er zu ihnen: Deshalb ist jeder Schriftgelehrte, der für das Reich der Himmel unterrichtet ist, einem Hausherrn gleich, der aus seinem Schatze Neues und Altes hervorholt. -Mt. 12,35.
448#Matthäus,13,53#53. UND es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er von dort hinweg.
449#Matthäus,13,54#54. Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, sodass sie erstaunten und sagten: Woher hat der diese Weisheit und die Wunderkräfte?
450#Matthäus,13,55#55. Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heisst nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Joseph-1- und Simon und Judas, -Joh. 6,42. 1) nach and. alt. Bezeugung: «Joses»; vgl. Mk. 6,3.
451#Matthäus,13,56#56. und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher hat der nun dies alles?
452#Matthäus,13,57#57. Und sie nahmen Anstoss an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet ausser in seiner Vaterstadt und in seinem Hause. -Joh. 4,44.
453#Matthäus,13,58#58. Und er vollbrachte dort nicht viele Machttaten um ihres Unglaubens willen.
454#Matthäus,14,1#1. ZU jener Zeit hörte der Fürst Herodes das Gerücht über Jesus
455#Matthäus,14,2#2. und sagte zu seinen Dienern: Dieser ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferweckt worden, und deshalb sind die Wunderkräfte in ihm wirksam.
456#Matthäus,14,3#3. Herodes hatte nämlich den Johannes festnehmen, fesseln und ins Gefängnis setzen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. -Mt. 11,2.
457#Matthäus,14,4#4. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben. -Mt. 19,9; 3.Mo. 18,16; 20,21.
458#Matthäus,14,5#5. Und er hätte ihn gern töten lassen, fürchtete aber das Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. -Mt. 21,26.
459#Matthäus,14,6#6. Als aber der Geburtstag des Herodes gekommen war, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen, und sie gefiel dem Herodes,
460#Matthäus,14,7#7. weshalb er mit einem Eid versprach, ihr zu geben, um was sie auch bitten würde.
461#Matthäus,14,8#8. Sie aber sagte, von ihrer Mutter angestiftet: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
462#Matthäus,14,9#9. Und voll Schmerz befahl der König um der Eidschwüre und der Tischgenossen willen, es solle ihr gegeben werden,
463#Matthäus,14,10#10. sandte hin und liess Johannes im Gefängnis enthaupten.
464#Matthäus,14,11#11. Und sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.
465#Matthäus,14,12#12. Und seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leichnam und begruben ihn, und sie gingen hin und berichteten es Jesus.
466#Matthäus,14,13#13. ALS es aber Jesus gehört hatte, zog er sich von dort zu Schiff abseits an einen öden Ort zurück. Und die Volksmenge folgte ihm, als sie es hörte, aus den Städten zu Fuss nach. -Mt. 4,12.
467#Matthäus,14,14#14. Und beim Aussteigen sah er viel Volk, und er fühlte Erbarmen mit ihnen und heilte ihre Kranken. -Mt. 9,36.
468#Matthäus,14,15#15. Als es aber Abend geworden war, traten die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist öde und die Zeit ist schon vorüber. Entlass nun die Volksmenge, damit sie in die Ortschaften gehen und sich Speise kaufen.
469#Matthäus,14,16#16. Doch Jesus sprach zu ihnen: Sie brauchen nicht fortzugehen. Gebet ihr ihnen zu essen!
470#Matthäus,14,17#17. Sie aber sagten zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.
471#Matthäus,14,18#18. Da sprach er: Bringet sie mir her!
472#Matthäus,14,19#19. Und er hiess die Volksmenge sich ins Gras lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Dankgebet darüber und brach und gab den Jüngern die Brote, die Jünger aber (gaben sie) der Volksmenge. -Mt. 15,35-39; Joh. 11,41; 17,1.
473#Matthäus,14,20#20. Und alle assen und wurden satt. Und sie hoben auf, was an Brocken übrigblieb, zwölf Körbe voll. -2.Kön. 4,44.
474#Matthäus,14,21#21. Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne die Frauen und Kinder.
475#Matthäus,14,22#22. UND er nötigte die Jünger, ins Schiff zu steigen und ihm ans jenseitige Ufer vorauszufahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte.
476#Matthäus,14,23#23. Und nachdem er die Volksmenge entlassen hatte, stieg er für sich allein auf den Berg, um zu beten; und als es Abend geworden, war er allein dort. -Lk. 6,12.
477#Matthäus,14,24#24. Das Schiff jedoch war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen; denn der Wind war (ihnen) entgegen.
478#Matthäus,14,25#25. In der vierten Nachtwache aber kam er zu ihnen, indem er auf dem See wandelte.
479#Matthäus,14,26#26. Als aber die Jünger ihn auf dem See wandeln sahen, erschraken sie und sagten: Es ist ein Gespenst, und schrieen vor Furcht. -Lk. 24,37.
480#Matthäus,14,27#27. Alsbald aber redete er sie an und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!
481#Matthäus,14,28#28. Da antwortete ihm Petrus und sprach: Herr, bist du es, so heisse mich zu dir auf das Wasser kommen.
482#Matthäus,14,29#29. Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
483#Matthäus,14,30#30. Doch als er den Wind sah, fürchtete er sich, und da er anfing zu sinken, schrie er: Herr, rette mich!
484#Matthäus,14,31#31. Alsbald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? -Mt. 8,26.
485#Matthäus,14,32#32. Und als sie ins Schiff gestiegen waren, legte sich der Wind.
486#Matthäus,14,33#33. Die im Schiff aber warfen sich vor ihm nieder und sagten: Du bist in Wahrheit Gottes Sohn. -Mt. 16,16; Joh. 1,49.
487#Matthäus,14,34#34. UND als sie hinübergefahren waren, kamen sie ans Land nach Gennesaret.
488#Matthäus,14,35#35. Und als ihn die Männer jenes Ortes erkannten, sandten sie in jene ganze Umgegend, und man brachte alle Kranken zu ihm.
489#Matthäus,14,36#36. Und sie baten ihn, dass sie auch nur die Quaste seines Kleides anrühren dürften; und alle, die sie anrührten, wurden gerettet. -Mt. 9,21; Lk. 6,19.
490#Matthäus,15,1#1. DA kommen zu Jesus von Jerusalem her Pharisäer und Schriftgelehrte und sagen:
491#Matthäus,15,2#2. Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Speise zu sich nehmen. -Lk. 11,38.
492#Matthäus,15,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet hinwiederum ihr das Gebot Gottes eurer Überlieferung wegen?
493#Matthäus,15,4#4. Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» und: «Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.» -2.Mo. 20,12; 21,17; 5.Mo. 5,16; Spr. 23,22.
494#Matthäus,15,5#5. Ihr aber sagt: Wer zu Vater oder Mutter spricht: Was dir von mir zugute kommen könnte, soll (vielmehr) eine Opfergabe (an den Tempel) sein -
495#Matthäus,15,6#6. der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht zu ehren; und so habt ihr das Wort Gottes eurer Überlieferung wegen ungültig gemacht.
496#Matthäus,15,7#7. Ihr Heuchler, trefflich hat über euch Jesaja geweissagt:
497#Matthäus,15,8#8. «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit weg von mir. -Jes. 29,13.
498#Matthäus,15,9#9. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Gebote von Menschen sind.» -Kol. 2,22; Tit. 1,14.
499#Matthäus,15,10#10. UND er rief das Volk herbei und sprach zu ihnen: Höret zu und verstehet!
500#Matthäus,15,11#11. Nicht was in den Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen. -Apg. 10,15; Röm. 14,14; 1.Tim. 4,4; Jak. 3,6.
501#Matthäus,15,12#12. Da traten die Jünger herzu und sagten zu ihm: Weisst du, dass die Pharisäer Anstoss genommen haben, als sie das Wort hörten?
502#Matthäus,15,13#13. Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. -Joh. 15,2; Apg. 5,38.
503#Matthäus,15,14#14. Lasset sie; sie sind blinde Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen. -Mt. 23,16.24; Lk. 6,39; Röm. 2,19.
504#Matthäus,15,15#15. Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: Erkläre uns das Gleichnis!
505#Matthäus,15,16#16. Er aber sprach: Seid auch ihr noch unverständig?
506#Matthäus,15,17#17. Merkt ihr nicht, dass alles, was in den Mund hineinkommt, in den Bauch gelangt und an seinen Ort ausgeschieden wird?
507#Matthäus,15,18#18. Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen.
508#Matthäus,15,19#19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. -1.Mo. 6,5; Röm. 7,18.
509#Matthäus,15,20#20. Das ist es, was den Menschen verunreinigt; aber essen mit ungewaschenen Händen verunreinigt den Menschen nicht.
510#Matthäus,15,21#21. UND Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.
511#Matthäus,15,22#22. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus jenem Gebiet her und schrie laut: Erbarme dich meiner, Herr, du Sohn Davids! meine Tochter wird von einem Dämon schwer geplagt.
512#Matthäus,15,23#23. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und seine Jünger traten hinzu und baten ihn: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach!
513#Matthäus,15,24#24. Doch er antwortete und sprach: Ich bin nur zu den verlornen Schafen des Hauses Israel gesandt. -Mt. 10,6; Lk. 4,25-27.
514#Matthäus,15,25#25. Da kam sie, warf sich vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!
515#Matthäus,15,26#26. Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hunden hinzuwerfen.
516#Matthäus,15,27#27. Sie aber sagte: Gewiss, Herr, auch die Hunde zehren ja (nur) von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
517#Matthäus,15,28#28. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist gross; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an. -Mt. 8,10.13.
518#Matthäus,15,29#29. UND indem Jesus von da weiterging, kam er an den galiläischen See, und er stieg auf den Berg und setzte sich dort. -Mt. 5,1; Mk. 7,31.
519#Matthäus,15,30#30. Und es kam eine grosse Volksmenge zu ihm, die hatten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andre bei sich und legten sie zu seinen Füssen nieder. Und er heilte sie,
520#Matthäus,15,31#31. sodass das Volk sich wunderte, da es sah, dass Stumme redeten, Krüppel gesund waren und Lahme gingen und Blinde sahen; und sie priesen den Gott Israels.
521#Matthäus,15,32#32. JESUS aber rief seine Jünger zu sich und sprach: Mich jammert das Volk, denn sie verharren schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht nüchtern entlassen, damit sie nicht unterwegs erliegen. -Mt. 14,14.
522#Matthäus,15,33#33. Und die Jünger sagen zu ihm: Woher sollen wir in der Wüste so viele Brote nehmen, um so viel Volk zu sättigen?
523#Matthäus,15,34#34. Und Jesus sagt zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Sie aber sagten: Sieben und ein paar kleine Fische.
524#Matthäus,15,35#35. Da hiess er das Volk sich auf die Erde lagern,
525#Matthäus,15,36#36. nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet darüber, brach sie und gab sie den Jüngern, die Jünger aber (gaben sie) der Volksmenge.
526#Matthäus,15,37#37. Und alle assen und wurden satt. Und sie hoben auf, was an Brocken übrigblieb, sieben Handkörbe voll.
527#Matthäus,15,38#38. Die aber gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne die Frauen und Kinder.
528#Matthäus,15,39#39. Und nachdem er die Volksmenge entlassen hatte, stieg er ins Schiff und kam in das Gebiet von Magdala-1-. -1) andre, sehr nahmhafte alte Textzeugen haben: «von Magadan», das sonst nicht bekannt ist.
529#Matthäus,16,1#1. UND die Pharisäer und Sadduzäer kamen herbei und baten ihn, um ihn zu versuchen, er möge sie ein Zeichen vom Himmel sehen lassen. -Mt. 12,38.
530#Matthäus,16,2#2. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wenn es Abend geworden ist, sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot;
531#Matthäus,16,3#3. und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und trübe. Das Aussehen des Himmels versteht ihr zu unterscheiden, aber bei den Zeichen der Zeiten könnt ihr's nicht?-1- -V. 2-3: Lk. 12,54-56.   1) der Ausspruch in V. 2.3 fehlt in gewichtigen alten Textzeugen.
532#Matthäus,16,4#4. Ein böses und abtrünniges-1- Geschlecht begehrt ein Zeichen, und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden als nur das Zeichen des Jona. Und er verliess sie und ging hinweg. -Jona 2,1.   1) vgl. Anm. zu Mt. 12,39.
533#Matthäus,16,5#5. UND als die Jünger ans jenseitige Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.
534#Matthäus,16,6#6. Jesus aber sagte zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! -Lk. 12,1; 1.Kor. 5,6; Gal. 5,9.
535#Matthäus,16,7#7. Da machten sie sich bei sich selbst Gedanken darüber und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben!
536#Matthäus,16,8#8. Als Jesus das merkte, sprach er: Was macht ihr euch bei euch selbst Gedanken darüber, ihr Kleingläubigen, dass ihr kein Brot habt?
537#Matthäus,16,9#9. Versteht ihr noch nicht und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote der Fünftausend und wieviel Körbe ihr aufgehoben habt, -Mt. 14,17-21.
538#Matthäus,16,10#10. auch nicht an die sieben Brote der Viertausend und wieviel Handkörbe ihr aufgehoben habt? -Mt. 15,34-38.
539#Matthäus,16,11#11. Wie könnt ihr nicht verstehen, dass ich nicht von Brot zu euch gesprochen habe? Hütet euch aber vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
540#Matthäus,16,12#12. Da sahen sie ein, dass er nicht gemeint hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
541#Matthäus,16,13#13. ALS aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Sohn des Menschen?
542#Matthäus,16,14#14. Da sagten sie: Etliche für Johannes den Täufer, andre für Elia, noch andre für Jeremia oder einen der Propheten. -Mt. 14,2; 17,10; Lk. 7,16.
543#Matthäus,16,15#15. Er sagte zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
544#Matthäus,16,16#16. Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. -Mt. 26,63; Joh. 6,69; 11,27.
545#Matthäus,16,17#17. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater in den Himmeln. -Gal. 1,16.
546#Matthäus,16,18#18. Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus-1-*, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche-2- bauen, und die Pforten des Totenreichs werden nicht fester sein als sie. -Joh. 1,42; Jes. 38,10.   1) Petrus bed: Fels; vgl. Joh. 1,42.   2) vgl. Anm. zu Eph. 1,22.
547#Matthäus,16,19#19. Ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird in den Himmeln gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird in den Himmeln gelöst sein-1-*. -Mt. 18,18; 23,13; Joh. 20,23; Offb. 1,18. 1) Binden und Lösen bed. nach jüd. Auffassung: für verboten oder für erlaubt erklären.
548#Matthäus,16,20#20. Dann gab er den Jüngern strengen Befehl, sie sollten niemandem sagen, dass er der Christus sei.
549#Matthäus,16,21#21. VON da an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet werden, und am dritten Tage (müsse er) auferweckt werden. -Mt. 12,40; 17,22.23; 20,18.19; Joh. 2,19.
550#Matthäus,16,22#22. Und Petrus nahm ihn beiseite, fing an, ihm Vorwürfe zu machen, und sagte: Gott verhüte es, Herr; das soll dir nicht widerfahren!
551#Matthäus,16,23#23. Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hinweg von mir, Satan! Du bist mir ein Fallstrick, denn du sinnst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. -Mt. 4,10; Jes. 8,14; 2.Sam. 19,23.
552#Matthäus,16,24#24. DANN sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mit mir gehen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! -Mt. 10,38.39.
553#Matthäus,16,25#25. Denn wer sein Leben-1- retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. -Lk. 17,33; Joh. 12,25. 1) mit «Leben» wird hier viermal das gr. Wort wiedergegeben, das an zahlreichen andern Stellen «Seele» bedeutet.
554#Matthäus,16,26#26. Denn was wird es dem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sein (künftiges) Leben aber einbüsst? oder was kann ein Mensch als Gegenwert (zur Wiedererlangung) seines Lebens-1- geben? -Mt. 4,8; Phil. 3,8.   1) s. Anm. zu V. 25.
555#Matthäus,16,27#27. Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem nach seinem Tun vergelten. -Mt. 24,30; 25,31; Joh. 5,29; Röm. 2,6; Ps. 62,13; Spr. 24,12.
556#Matthäus,16,28#28. Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die hier stehen, sind einige, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen mit seiner Königsherrschaft haben kommen sehen. -Mt. 10,23.
557#Matthäus,17,1#1. UND nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führt sie abseits auf einen hohen Berg. -Mt. 26,37.
558#Matthäus,17,2#2. Und er wurde vor ihnen verwandelt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiss wie das Licht. -2.Petr. 1,16-18.
559#Matthäus,17,3#3. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die mit ihm redeten.
560#Matthäus,17,4#4. Petrus aber begann und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.
561#Matthäus,17,5#5. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: «Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; höret auf ihn!» -Mt. 3,17; Ps. 2,7; 5.Mo. 18,15; Jes. 42,1.
562#Matthäus,17,6#6. Als das die Jünger hörten, warfen sie sich auf ihr Angesicht nieder und fürchteten sich sehr.
563#Matthäus,17,7#7. Und Jesus trat hinzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht!
564#Matthäus,17,8#8. Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.
565#Matthäus,17,9#9. Und als sie vom Berge hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Saget niemandem von der Erscheinung, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferweckt worden ist! -Mt. 16,20.
566#Matthäus,17,10#10. Und seine Jünger fragten ihn: Warum sagen nun die Schriftgelehrten, zuvor müsse Elia kommen? -Mt. 11,14; Mal. 4,5.
567#Matthäus,17,11#11. Er aber antwortete und sprach: Elia soll zwar kommen und wird alles herstellen;
568#Matthäus,17,12#12. ich sage euch aber: Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Sohn des Menschen durch sie leiden müssen. -Mt. 14,9.10; Lk. 1,17.
569#Matthäus,17,13#13. Da verstanden die Jünger, dass er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete.
570#Matthäus,17,14#14. UND als sie zum Volk gekommen waren, trat ein Mensch zu ihm, warf sich vor ihm auf die Kniee
571#Matthäus,17,15#15. und sagte: Herr, erbarme dich meines Sohnes, denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden; er fällt nämlich oft ins Feuer und oft ins Wasser.
572#Matthäus,17,16#16. Und ich brachte ihn zu deinen Jüngern, und sie konnten ihn nicht heilen.
573#Matthäus,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringet mir ihn hierher!
574#Matthäus,17,18#18. Und Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr aus von ihm, und der Knabe war von jener Stunde an geheilt.
575#Matthäus,17,19#19. Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sagten: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? -Mt. 10,1.
576#Matthäus,17,20#20. Er aber sagte zu ihnen: Um eures Kleinglaubens willen. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt (auch nur so gross) wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berge sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin! und er wird sich hinwegheben, und nichts wird euch unmöglich sein. -Mt. 21,21; Lk. 17,6; Mk. 11,23; 1.Kor. 13,2.
577#Matthäus,17,21#21. -[Aber diese Art fährt nicht aus ausser durch Gebet und Fasten.]-1- - -1) viele alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. auch Mk. 9,29).
578#Matthäus,17,22#22. ALS sie aber in Galiläa umherzogen, sprach Jesus zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert werden, -Mt. 16,21.
579#Matthäus,17,23#23. und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.
580#Matthäus,17,24#24. ALS sie aber nach Kapernaum gekommen waren, traten die Einnehmer der Doppeldrachmen-1- zu Petrus und sagten: Entrichtet euer Meister keine Doppeldrachmen? -2.Mo. 30,13.   1) dies ist der Betrag der Tempelsteuer für jede männliche Person.
581#Matthäus,17,25#25. Er sagte: Doch. Und als er ins Haus gekommen war, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Die Könige der Erde, von wem nehmen sie den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden?
582#Matthäus,17,26#26. Da er aber sagte: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.
583#Matthäus,17,27#27. Doch damit wir ihnen keinen Anstoss geben, geh an den See, wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, und wenn du sein Maul öffnest, wirst du ein Vierdrachmenstück finden; das nimm und gib es ihnen für mich und dich! -Röm. 14,13; 1.Kor. 8,13.
584#Matthäus,18,1#1. IN jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sagten: Wer ist wohl der Grösste im Reich der Himmel?
585#Matthäus,18,2#2. Und er rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie
586#Matthäus,18,3#3. und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Reich der Himmel kommen. -Mt. 19,14; Mk. 10,15; 1.Kor. 14,20.
587#Matthäus,18,4#4. Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Grösste im Reich der Himmel. -Mt. 23,12.
588#Matthäus,18,5#5. Und wer ein solches Kind um meines Namens willen aufnimmt, der nimmt mich auf. -Mt. 10,40; Joh. 13,20.
589#Matthäus,18,6#6. WER aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. -Lk. 17,2.
590#Matthäus,18,7#7. Wehe der Welt der Verführungen wegen! Denn es ist (zwar) notwendig, dass die Verführungen kommen; doch wehe dem Menschen, durch den die Verführung kommt! -Lk. 17,1.
591#Matthäus,18,8#8. Wenn dich aber deine Hand oder dein Fuss zur Sünde verführt, so haue ihn ab und wirf ihn von dir! Es ist besser für dich, dass du verstümmelt oder lahm in das Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füsse hast und in das ewige Feuer geworfen wirst. -Mt. 5,29.30.
592#Matthäus,18,9#9. Und wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, so reiss es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und in die Hölle mit ihrem Feuer geworfen wirst. -Mt. 5,29.30.
593#Matthäus,18,10#10. Sehet zu, dass ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel in den Himmeln schauen allezeit das Angesicht meines Vaters in den Himmeln.
594#Matthäus,18,11#11. -[Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorne zu retten.]-1- - -1) manche alte Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Lk. 19,10).
595#Matthäus,18,12#12. WAS meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eins von ihnen, wird er nicht die 99 auf den Bergen lassen, und geht er nicht hin und sucht das verirrte? -Hes. 34,11.12; 1.Petr. 2,25.
596#Matthäus,18,13#13. Und wenn es sich begibt, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich über dasselbe mehr als über die 99, die nicht verirrt waren.
597#Matthäus,18,14#14. So ist es nicht der Wille eures Vaters in den Himmeln, dass eins dieser Kleinen verlorengehe.
598#Matthäus,18,15#15. WENN aber dein Bruder sündigt, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. -3.Mo. 19,17; Gal. 6,1.
599#Matthäus,18,16#16. Hört er dagegen nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit «jede Sache auf Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe». -5.Mo. 19,15.
600#Matthäus,18,17#17. Wenn er jedoch nicht auf sie hört, so sage es der Gemeinde! Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hört, so sei er dir wie der Heide und der Zöllner! -1.Kor. 5,13; 2.Thes. 3,6.
601#Matthäus,18,18#18. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein-1-. Mt. 16,19; Joh. 20,23.   1) vgl. Anm. zu Mt. 16,19.
602#Matthäus,18,19#19. Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden darin übereinstimmen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln. -Mk. 11,24; Joh. 16,24.
603#Matthäus,18,20#20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. -Mt. 28,20; Lk. 24,36.
604#Matthäus,18,21#21. DA trat Petrus hinzu und sagte zu ihm: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der wider mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
605#Matthäus,18,22#22. Jesus sagt zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis 77mal. -Lk. 17,3.4; 1.Mo. 4,24.
606#Matthäus,18,23#23. Deshalb ist das Reich der Himmel gleich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.
607#Matthäus,18,24#24. Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
608#Matthäus,18,25#25. Weil er jedoch nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, dass er und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, verkauft und die Zahlung geleistet würde.
609#Matthäus,18,26#26. Der Knecht warf sich nun vor ihm zu Boden und sagte: Habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.
610#Matthäus,18,27#27. Da hatte der Herr Erbarmen mit jenem Knecht und gab ihn frei, und die Schuld erliess er ihm.
611#Matthäus,18,28#28. Als aber jener Knecht hinausging, fand er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war; und er ergriff ihn, würgte ihn und sagte: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!
612#Matthäus,18,29#29. Sein Mitknecht warf sich nun nieder und bat ihn: Habe Geduld mit mir, und ich will dir's bezahlen.
613#Matthäus,18,30#30. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und liess ihn ins Gefängnis setzen, bis er die Schuld bezahlt hätte.
614#Matthäus,18,31#31. Als nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und kamen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
615#Matthäus,18,32#32. Da liess sein Herr ihn herbeirufen und sagte zu ihm: Du böser Knecht, jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; -Mt. 7,2; Lk. 6,36-38.
616#Matthäus,18,33#33. hättest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen sollen, wie ich mich deiner erbarmt habe? -Jak. 2,13.
617#Matthäus,18,34#34. Und sein Herr wurde zornig und übergab ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. -Mt. 5,26.
618#Matthäus,18,35#35. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergebt. -Mt. 6,15; Mk. 11,25.
619#Matthäus,19,1#1. UND es begab sich, als Jesus diese Reden beendet hatte, brach er aus Galiläa auf und zog jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa.
620#Matthäus,19,2#2. Und eine grosse Volksmenge folgte ihm nach, und er heilte sie dort.
621#Matthäus,19,3#3. Da traten Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sagten: Ist es erlaubt, seine Frau aus beliebiger Ursache zu entlassen? -Mt. 5,31.32.
622#Matthäus,19,4#4. Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an als Mann und Weib geschaffen -1.Mo. 1,27.
623#Matthäus,19,5#5. und gesagt hat: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die zwei werden ein Leib sein»? -1.Mo. 2,24; Eph. 5,31.
624#Matthäus,19,6#6. Somit sind sie nicht mehr zwei, sondern (sie sind) ein Leib. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. -1.Kor. 7,10.11.
625#Matthäus,19,7#7. Sie sagen zu ihm: Warum hat dann Mose im Gesetz gestattet, einen Scheidebrief zu geben und (die Frau) zu entlassen? -5.Mo. 24,1.
626#Matthäus,19,8#8. Er sagt zu ihnen: Mose hat euch mit Rücksicht auf die Härte eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
627#Matthäus,19,9#9. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, ausser wegen Unzucht, und eine andre heiratet, begeht Ehebruch-1-. -Mt. 5,32; Lk. 16,18.   1) vgl. Anm. zu Mt. 5,32.
628#Matthäus,19,10#10. Die Jünger sagen zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit dem Weibe so steht, ist es nicht gut, zu heiraten.
629#Matthäus,19,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern (nur) die, denen es gegeben ist. -1.Kor. 7,7.17.
630#Matthäus,19,12#12. Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind, und es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten worden sind, und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen kann, fasse es! -1.Kor. 7,32-35.
631#Matthäus,19,13#13. DA wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflegen und über ihnen beten möchte. Die Jünger aber schalten sie.
632#Matthäus,19,14#14. Doch Jesus sprach: Lasset die Kinder, und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Reich der Himmel! -Mt. 18,2.3.
633#Matthäus,19,15#15. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, ging er von dort weg.
634#Matthäus,19,16#16. UND siehe, es kam einer herbei und sagte zu ihm: Meister, was muss ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben erlange? -Röm. 2,7.
635#Matthäus,19,17#17. Er aber sprach zu ihm: Warum fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute. Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote! -Lk. 10,26-28; Gal. 3,12.21.
636#Matthäus,19,18#18. Er sagte zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: «Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, -2.Mo. 20,13-16.
637#Matthäus,19,19#19. ehre deinen Vater und deine Mutter» und «du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» -2.Mo. 20,12; 3.Mo. 19,18.
638#Matthäus,19,20#20. Der Jüngling sagte zu ihm: Dies alles habe ich gehalten; was fehlt mir noch?
639#Matthäus,19,21#21. Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es Armen, und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach! -Mt. 6,20; Lk. 12,33.
640#Matthäus,19,22#22. Als aber der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt hinweg; denn er hatte viele Güter.
641#Matthäus,19,23#23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird (nur) schwer in das Reich der Himmel kommen.
642#Matthäus,19,24#24. Wiederum aber sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher ins Reich Gottes. -Mt. 13,22.
643#Matthäus,19,25#25. Als die Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sagten: Wer kann dann gerettet werden?
644#Matthäus,19,26#26. Jesus aber blickte sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich. -1.Mo. 18,14; Lk. 1,37.
645#Matthäus,19,27#27. DA begann Petrus und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns also zuteil werden? -Mt. 4,20; Lk. 5,11.
646#Matthäus,19,28#28. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen, um die zwölf Stämme Israels zu richten. -Lk. 22,28-30; Offb. 3,21.
647#Matthäus,19,29#29. Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, der wird es vielfältig empfangen und das ewige Leben ererben.
648#Matthäus,19,30#30. Viele aber, welche Erste sind, werden Letzte sein, und (viele,) welche Letzte sind, Erste. -Mt. 20,16; Lk. 13,30.
649#Matthäus,20,1#1. DENN das Reich der Himmel ist gleich einem Hausherrn, der am Morgen früh ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen. -Mt. 21,33; Jes. 5,1-7.
650#Matthäus,20,2#2. Nachdem er aber mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg.
651#Matthäus,20,3#3. Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andre müssig auf dem Markte stehen
652#Matthäus,20,4#4. und sagte zu diesen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben.
653#Matthäus,20,5#5. Sie aber gingen hin. Wiederum ging er um die sechste und um die neunte Stunde aus und tat ebenso.
654#Matthäus,20,6#6. Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andre dastehen und sagte zu ihnen: Warum steht ihr hier den ganzen Tag müssig?
655#Matthäus,20,7#7. Sie antworteten ihm: Weil uns niemand gedungen hat. Er sagte zu ihnen: Gehet auch ihr in den Weinberg!
656#Matthäus,20,8#8. Als es aber Abend geworden war, sagte der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und zahle den Lohn aus, indem du bei den Letzten anfängst, bis zu den Ersten! -3.Mo. 19,13; 5.Mo. 24,14.15.
657#Matthäus,20,9#9. Da kamen die von der elften Stunde und empfingen jeder einen Denar.
658#Matthäus,20,10#10. Und als die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen jeder einen Denar.
659#Matthäus,20,11#11. Als sie ihn aber empfangen hatten, murrten sie wider den Hausherren
660#Matthäus,20,12#12. und sagten: Diese Letzten haben (nur) eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last und Hitze des Tages getragen haben.
661#Matthäus,20,13#13. Er jedoch antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen?
662#Matthäus,20,14#14. Nimm das Deine und geh hin! Ich will aber diesem Letzten so viel geben wie dir.
663#Matthäus,20,15#15. Oder steht es mir nicht frei, mit dem Meinigen zu tun, was ich will? Oder ist dein Auge neidisch, weil ich gütig bin? -Mt. 6,23; Röm. 9,16.21.
664#Matthäus,20,16#16. So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein. -Mt. 19,30.
665#Matthäus,20,17#17. ALS aber Jesus im Begriff war, nach Jerusalem hinaufzuziehen, nahm er die Zwölf beiseite und sprach unterwegs zu ihnen:
666#Matthäus,20,18#18. Siehe, wir ziehen nach Jerusalem hinauf, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen -Mt. 16,21; 17,22.23.
667#Matthäus,20,19#19. und werden ihn den Heiden ausliefern, damit sie ihn verspotten und geisseln und kreuzigen, und am dritten Tage wird er auferweckt werden.
668#Matthäus,20,20#20. DA trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, warf sich ihm zu Füssen und wollte etwas von ihm erbitten. -Mt. 10,2.
669#Matthäus,20,21#21. Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagte zu ihm: Bestimme, dass diese meine zwei Söhne einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen sollen in deinem Reiche!
670#Matthäus,20,22#22. Jesus aber antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagen zu ihm: Wir können es. -Mt. 26,39; Lk. 12,50; Joh. 18,11.
671#Matthäus,20,23#23. Er sagt zu ihnen: Meinen Kelch zwar werdet ihr trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, das zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern denen (wird es zuteil), welchen es von meinem Vater bereitet worden ist. -Apg. 12,2.
672#Matthäus,20,24#24. Als die Zehn das hörten, wurden sie über die zwei Brüder unwillig. -Lk. 22,24-26.
673#Matthäus,20,25#25. Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Fürsten der Völker sie knechten und die Grossen über sie Gewalt üben.
674#Matthäus,20,26#26. Unter euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch gross sein will, sei euer Diener,
675#Matthäus,20,27#27. und wer unter euch der Erste sein will, sei euer Knecht, -Mt. 23,11; Mk. 9,35; 1.Kor. 9,19.
676#Matthäus,20,28#28. wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, damit ihm gedient werde, sondern damit er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. -Lk. 22,27; Ps. 49,8; Jes. 53,10-12; Phil. 2,7; 1.Tim. 2,6; 1.Petr. 1,18.19.
677#Matthäus,20,29#29. UND als sie von Jericho wegzogen, folgte ihm viel Volk nach.
678#Matthäus,20,30#30. Und siehe, zwei Blinde, die am Wege sassen, hörten, dass Jesus vorüberging, und schrieen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids! -Mt. 9,27.
679#Matthäus,20,31#31. Das Volk aber bedrohte sie, sie sollten schweigen. Sie schrieen jedoch noch mehr: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids!
680#Matthäus,20,32#32. Und Jesus stand still, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?
681#Matthäus,20,33#33. Sie sagten zu ihm: Herr, dass unsre Augen geöffnet werden.
682#Matthäus,20,34#34. Da hatte Jesus Erbarmen mit ihnen und berührte ihre Augen; und alsbald sahen sie wieder und folgten ihm nach.
683#Matthäus,21,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger
684#Matthäus,21,2#2. und sagte zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führet sie zu mir!
685#Matthäus,21,3#3. Und wenn jemand etwas zu euch sagt, so sollt ihr sagen: Der Herr bedarf ihrer. Dann wird er sie alsbald freigeben. -Mt. 26,18.
686#Matthäus,21,4#4. Dies geschah aber, damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet worden ist, welcher spricht:
687#Matthäus,21,5#5. «Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.» -Jes. 62,11; Sach. 9,9.
688#Matthäus,21,6#6. Die Jünger aber gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
689#Matthäus,21,7#7. führten die Eselin und das Füllen herbei und legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich auf sie.
690#Matthäus,21,8#8. Die meisten aber unter dem Volk breiteten ihre Kleider auf dem Wege aus; andre hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. -2.Kön. 9,13.
691#Matthäus,21,9#9. Die Volksmenge aber, die ihm voranging und nachfolgte, rief: «Hosianna» dem Sohne Davids! / «Gepriesen sei, der da kommt / im Namen des Herrn! / Hosianna» in den Höhen! -Ps. 118,25.26; Mt. 23,39.
692#Matthäus,21,10#10. Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sagte: Wer ist das?
693#Matthäus,21,11#11. Die Volksmenge aber sagte: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.
694#Matthäus,21,12#12. UND Jesus ging in den Tempel Gottes und trieb alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinaus und stiess die Tische der Wechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um -Sach. 14,21.
695#Matthäus,21,13#13. und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heissen»; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. -Jes. 56,7; Jer. 7,11.
696#Matthäus,21,14#14. Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie. -Mt. 11,5.
697#Matthäus,21,15#15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die staunenswerten Taten sahen, die er vollbrachte, und die Kinder, die im Tempel schrieen: Hosianna dem Sohne Davids! wurden sie unwillig -Ps. 118,25.
698#Matthäus,21,16#16. und sagten zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Da sprach Jesus zu ihnen: Ja; habt ihr nie gelesen: «Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet»? -Ps. 8,3.
699#Matthäus,21,17#17. Und er verliess sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und blieb dort übernacht.
700#Matthäus,21,18#18. ALS er aber am Morgen wieder in die Stadt ging, hungerte ihn.
701#Matthäus,21,19#19. Und er sah einen Feigenbaum am Wege, ging zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Und er sprach zu ihm: Nie mehr soll Frucht von dir kommen in Ewigkeit! Und sofort verdorrte der Feigenbaum.
702#Matthäus,21,20#20. Als die Jünger das sahen, verwunderten sie sich und sagten: Wie ist der Feigenbaum sofort verdorrt?
703#Matthäus,21,21#21. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was dem Feigenbaum widerfahren ist, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! so wird es geschehen. -Mt. 17,20; Lk. 17,6.
704#Matthäus,21,22#22. Und alles, was ihr im Gebet gläubig erbittet, werdet ihr empfangen.
705#Matthäus,21,23#23. UND als er in den Tempel gekommen war, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sagten: In was für einer Vollmacht tust du dies, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben? -Joh. 2,18.
706#Matthäus,21,24#24. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch etwas fragen; und wenn ihr es mir sagt, will auch ich euch sagen, in was für einer Vollmacht ich dies tue.
707#Matthäus,21,25#25. Woher stammte die Taufe des Johannes? vom Himmel oder von Menschen? Sie aber überlegten bei sich selbst: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er uns erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? -Lk. 7,30.
708#Matthäus,21,26#26. Wenn wir aber sagen: von Menschen, so müssen wir das Volk fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten. -Mt. 14,5.
709#Matthäus,21,27#27. Und sie antworteten Jesus: Wir wissen es nicht. Da sprach auch er zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in was für einer Vollmacht ich dies tue.
710#Matthäus,21,28#28. WAS meint ihr aber? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er trat zu dem ersten und sagte: Mein Sohn, geh, arbeite heute im Weinberg!
711#Matthäus,21,29#29. Der aber antwortete: Ja, Herr, und ging nicht hin.
712#Matthäus,21,30#30. Dann trat er zu dem zweiten und sagte ebenso. Der aber antwortete: Ich will nicht. Später reute es ihn, und er ging hin.
713#Matthäus,21,31#31. Wer von den zweien hat den Willen des Vaters getan? Sie sagten: Der zweite. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen kommen vor euch in das Reich Gottes. -Lk. 3,12; Mt. 18,14.
714#Matthäus,21,32#32. Denn Johannes ist zu euch gekommen mit der Lehre von der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner und die Dirnen aber haben ihm geglaubt; ihr dagegen habt, als ihr es saht, hinterdrein nicht einmal Reue empfunden, sodass ihr ihm geglaubt hättet.
715#Matthäus,21,33#33. HÖRET ein andres Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm; und er verpachtete ihn an Weingärtner und zog ausser Landes. -Mt. 25,14; Jes. 5,1.2.
716#Matthäus,21,34#34. Als aber die Zeit der Früchte herangekommen war, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.
717#Matthäus,21,35#35. Und die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie.
718#Matthäus,21,36#36. Wiederum sandte er andre Knechte hin, mehr als die ersten, und sie taten ihnen ebenso.
719#Matthäus,21,37#37. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen, indem er sagte: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen.
720#Matthäus,21,38#38. Als jedoch die Weingärtner den Sohn sahen, sagten sie untereinander: Dies ist der Erbe; kommet, lasset uns ihn töten und sein Erbgut behalten! -Mt. 26,3.4; 27,23.
721#Matthäus,21,39#39. Und sie ergriffen ihn, stiessen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. -Hebr. 13,12.
722#Matthäus,21,40#40. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?
723#Matthäus,21,41#41. Sie sagen zu ihm: Er wird sie als Übeltäter übel umbringen und den Weinberg an andre Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.
724#Matthäus,21,42#42. Jesus sagt zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / der ist zum Eckstein geworden; / durch den Herrn ist dieser es geworden, / und er ist wunderbar in unsern Augen»? -Ps. 118,22.23; Apg. 4,11; Jes. 28,16; Röm. 9,33; 1.Petr. 2,6-8.
725#Matthäus,21,43#43. Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt. -Apg. 13,46.
726#Matthäus,21,44#44. -[Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.]-1- - -Jes. 8,14.15; Dan. 2,34.35.44.45.   1) viele alte Textzeugen fügen diesen Vers hinzu (vgl. Lk. 20,18).
727#Matthäus,21,45#45. Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, merkten sie, dass er von ihnen redete;
728#Matthäus,21,46#46. und sie suchten ihn festzunehmen, fürchteten aber die Volksmenge, weil sie ihn für einen Propheten hielt.
729#Matthäus,22,1#1. UND Jesus begann und redete wieder zu ihnen in Gleichnissen und sprach:
730#Matthäus,22,2#2. Das Reich der Himmel ist gleich einem König, der seinem Sohn die Hochzeitsfeier rüstete.
731#Matthäus,22,3#3. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht kommen.
732#Matthäus,22,4#4. Wiederum sandte er andre Knechte aus und sprach: Saget den Geladenen: Siehe, ich habe meine Mahlzeit bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit!
733#Matthäus,22,5#5. Sie jedoch achteten nicht darauf, sondern gingen hinweg, der eine auf seinen Acker, der andre an sein Geschäft,
734#Matthäus,22,6#6. die übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten sie und töteten sie. -Mt. 23,37.
735#Matthäus,22,7#7. Da wurde der König zornig und sandte seine Heere aus, liess jene Mörder umbringen und ihre Stadt anzünden. -Mt. 24,2.
736#Matthäus,22,8#8. Dann sagte er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren unwürdig. -Apg. 13,46.
737#Matthäus,22,9#9. Darum gehet an die Kreuzungen der Strassen und ladet zur Hochzeit ein, so viele ihr findet!
738#Matthäus,22,10#10. Und jene Knechte gingen hinaus auf die Strassen und brachten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.
739#Matthäus,22,11#11. Als aber der König hineinging, um sich die Gäste zu betrachten, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid angetan war. -Eph. 4,24.
740#Matthäus,22,12#12. Und er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne ein Hochzeitskleid? Der aber verstummte.
741#Matthäus,22,13#13. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füsse und werfet ihn hinaus in die Finsternis, die draussen ist! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 8,12; Ps. 112,10.
742#Matthäus,22,14#14. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.
743#Matthäus,22,15#15. DARAUF gingen die Pharisäer hin und beratschlagten, wie sie ihn bei einem Ausspruch fangen könnten. -Joh. 8,6.
744#Matthäus,22,16#16. Und sie sandten ihre Jünger mit den Anhängern des Herodes zu ihm, und diese sagten: Meister, wir wissen, dass du wahrhaft bist und den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. -Mk. 3,6; Joh. 3,2.
745#Matthäus,22,17#17. Sage uns nun: Was meinst du? Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht?
746#Matthäus,22,18#18. Da aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Was versucht ihr mich, ihr Heuchler?
747#Matthäus,22,19#19. Zeiget mir die Steuermünze! Da brachten sie ihm einen Denar.
748#Matthäus,22,20#20. Und er sagt zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?
749#Matthäus,22,21#21. Sie antworteten: Des Kaisers. Da sagt er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist -Lk. 23,2; Röm. 13,7.
750#Matthäus,22,22#22. Und als sie es hörten, verwunderten sie sich, und sie verliessen ihn und gingen hinweg.
751#Matthäus,22,23#23. AN jenem Tage kamen Sadduzäer zu ihm, welche sagen, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn: -Apg. 23,6.8.
752#Matthäus,22,24#24. Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, soll sein Bruder dessen Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen schaffen.» -5.Mo. 25,5; 1.Mo. 38,8.
753#Matthäus,22,25#25. Es waren aber bei uns sieben Brüder. Und der erste starb, nachdem er geheiratet hatte, und weil er keine Nachkommen hatte, hinterliess er seine Frau seinem Bruder.
754#Matthäus,22,26#26. Ebenso auch der zweite und der dritte bis zum siebenten.
755#Matthäus,22,27#27. Zuletzt aber von allen starb die Frau.
756#Matthäus,22,28#28. Welchem nun von den sieben wird sie in der Auferstehung als Frau angehören? Sie haben sie ja alle gehabt.
757#Matthäus,22,29#29. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Ihr irrt, indem ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes.
758#Matthäus,22,30#30. Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht und werden nicht verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel.
759#Matthäus,22,31#31. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, welcher spricht:
760#Matthäus,22,32#32. «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen. -2.Mo. 3,6.
761#Matthäus,22,33#33. Und als die Volksmenge es hörte, erstaunte sie über seine Lehre. -Mt. 7,28.
762#Matthäus,22,34#34. ALS aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich (alle) an demselben Ort;
763#Matthäus,22,35#35. und einer von ihnen, ein Gesetzeskundiger, fragte ihn, um ihn zu versuchen:
764#Matthäus,22,36#36. Meister, welches ist das grösste Gebot im Gesetz?
765#Matthäus,22,37#37. Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.» -5.Mo. 6,5; 10,12.
766#Matthäus,22,38#38. Dies ist das grösste und erste Gebot.
767#Matthäus,22,39#39. Das zweite ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» -3.Mo. 19,18; Röm. 13,9.
768#Matthäus,22,40#40. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. -Röm. 13,10.
769#Matthäus,22,41#41. ALS aber die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus:
770#Matthäus,22,42#42. Was dünkt euch vom Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Des David.
771#Matthäus,22,43#43. Er sagt zu ihnen: Wie kann ihn dann David durch den Geist «Herr» nennen, indem er sagt:
772#Matthäus,22,44#44. «Der Herr sprach zu meinem Herrn: / Setze dich zu meiner Rechten, / bis ich hinlege deine Feinde / unter deine Füsse»? -Mt. 26,64; Ps. 110,1; Apg. 2,34; Hebr. 1,13.
773#Matthäus,22,45#45. Wenn nun David ihn «Herr» nennt, wie kann er (dann) sein Sohn sein?
774#Matthäus,22,46#46. Und niemand konnte ihm ein Wort antworten; auch wagte es von jenem Tag an niemand mehr, ihn zu fragen. -Mk. 12,34; Lk. 20,40.
775#Matthäus,23,1#1. DARAUF redete Jesus zur Volksmenge und zu seinen Jüngern
776#Matthäus,23,2#2. und sprach: Auf Moses Stuhl haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt.
777#Matthäus,23,3#3. Alles nun, was sie euch sagen, tut und befolget; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es und tun es nicht. -Röm. 2,21.
778#Matthäus,23,4#4. Sie binden aber schwere Bürden und legen sie auf die Schultern der Menschen; doch sie selbst wollen sie nicht (einmal) mit dem Finger bewegen. -Lk. 11,46; Apg. 15,10.
779#Matthäus,23,5#5. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden. Denn sie machen ihre Gebetsriemen breit und ihre Quasten gross; -Mt. 6,1; 2.Mo. 13,9; 4.Mo. 15,38.39; 5.Mo. 6,8.
780#Matthäus,23,6#6. sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und den Vorsitz in den Synagogen -Mt. 6,5; Mk. 12,38.39; Lk. 20,46.
781#Matthäus,23,7#7. und die Begrüssungen auf den Märkten und dass sie von den Leuten Rabbi genannt werden.
782#Matthäus,23,8#8. Ihr dagegen sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
783#Matthäus,23,9#9. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische. -1.Kor. 8,6.
784#Matthäus,23,10#10. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus.
785#Matthäus,23,11#11. Wer aber unter euch grösser ist (als die andern), soll euer Diener sein. -Mt. 20,26.27.
786#Matthäus,23,12#12. Wer sich aber selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. -Mt. 18,4; Lk. 14,11; 18,14; 1.Petr. 5,5.
787#Matthäus,23,13#13. WEHE aber euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschliesst. Denn ihr kommt nicht hinein, und die, welche hinein wollen, lasst ihr nicht hinein.
788#Matthäus,23,14#14. -[Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Häuser der Witwen aufzehrt und (dabei) zum Schein lange Gebete sprecht. Deshalb werdet ihr ein strengeres Gericht empfangen.]-1- - -1) minder gewichtige Textzeugen haben diesen Vers (vgl. Mk. 12,40).
789#Matthäus,23,15#15. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Judengenossen zu gewinnen; und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle aus ihm, zweifach schlimmer, als ihr seid.
790#Matthäus,23,16#16. Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden. -Mt. 15,14.
791#Matthäus,23,17#17. Ihr Toren und Blinden! Was ist denn grösser, das Gold oder der Tempel, der das Gold geheiligt hat?
792#Matthäus,23,18#18. Und: wer beim Altar schwört, das gilt nichts; wer aber bei dem Opfer schwört, das darauf ist, der ist gebunden.
793#Matthäus,23,19#19. Ihr Blinden! Was ist denn grösser, das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiligt? -2.Mo. 29,37.
794#Matthäus,23,20#20. Wer nun beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist;
795#Matthäus,23,21#21. und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt;
796#Matthäus,23,22#22. und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Throne Gottes und bei dem, der darauf sitzt. -Mt. 5,34.
797#Matthäus,23,23#23. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und die gewichtigern Stücke des Gesetzes ausser acht gelassen habt: das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue. Diese Dinge aber sollte man tun und jene nicht unterlassen. -Mt. 12,7; 3.Mo. 27,30; Mi. 6,8; 1.Tim. 1,5.
798#Matthäus,23,24#24. Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke seiht, das Kamel aber verschluckt! -Mt. 15,14.
799#Matthäus,23,25#25. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Aussenseite des Bechers und der Schüssel reinigt; inwendig aber sind sie gefüllt mit Raub und Unmässigkeit. -Mk. 7,4.
800#Matthäus,23,26#26. Du blinder Pharisäer, mache zuerst den Inhalt des Bechers rein, damit auch seine Aussenseite rein wird!
801#Matthäus,23,27#27. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr geweissten Gräbern gleich seid, die auswendig schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und allem Unrat sind.
802#Matthäus,23,28#28. So erscheint auch ihr auswendig den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voll von Heuchelei und Gesetzesverachtung. -Lk. 16,15.
803#Matthäus,23,29#29. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Gräber der Propheten baut und die Grüfte der Gerechten schmückt -Lk. 11,47.48.
804#Matthäus,23,30#30. und sagt: Hätten wir in den Tagen unsrer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen am Blute der Propheten schuldig gemacht.
805#Matthäus,23,31#31. Somit stellt ihr euch selbst das Zeugnis aus, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten getötet haben. -Apg. 7,52.
806#Matthäus,23,32#32. Und ihr, machet nur das Mass eurer Väter voll! -1.Thes. 2,16.
807#Matthäus,23,33#33. Ihr Schlangen! ihr Natterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entrinnen? -Mt. 3,7.
808#Matthäus,23,34#34. Siehe, ich sende deshalb zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geisseln und von einer Stadt zur andern verfolgen,
809#Matthäus,23,35#35. damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf Erden vergossen wird, vom Blut Abels, des Gerechten, an bis zum Blut des Sacharja, des Sohnes des Berechja, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt. -1.Mo. 4,8; 2.Chr. 24,20.21.
810#Matthäus,23,36#36. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.
811#Matthäus,23,37#37. JERUSALEM, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihm gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, und ihr habt nicht gewollt! -Joh. 8,59; 10,31; Apg. 7,59; Hebr. 11,37.
812#Matthäus,23,38#38. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen. -Mt. 24,2; Jer. 12,7; 1.Kön. 9,7.8.
813#Matthäus,23,39#39. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht (mehr) sehen, bis ihr sprechen werdet: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.» -Mt. 21,9; Joh. 12,13; Ps. 118,26.
814#Matthäus,24,1#1. UND Jesus verliess den Tempel und wollte weitergehen. Und seine Jünger traten hinzu, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen.
815#Matthäus,24,2#2. Er aber begann und sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerstört würde. -Lk. 19,44.
816#Matthäus,24,3#3. ALS er aber auf dem Ölberg sass, traten die Jünger für sich allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Welt sein?
817#Matthäus,24,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand irreführe! -Mt. 7,15; 2.Thes. 2,3.
818#Matthäus,24,5#5. Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verführen.
819#Matthäus,24,6#6. Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht, denn es muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende. -Joh. 5,43; Apg. 5,36.37; 1.Joh. 2,18.
820#Matthäus,24,7#7. Denn erheben wird sich Volk wider Volk und Reich wider Reich, und es werden da und dort Hungersnöte und Erdbeben kommen. -Jes. 19,2.
821#Matthäus,24,8#8. Dies alles aber ist (erst) der Anfang der Wehen.
822#Matthäus,24,9#9. Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen von allen Völkern gehasst sein. -Joh. 16,2.
823#Matthäus,24,10#10. Und dann «werden viele abfallen» und werden einander verraten und einander hassen.
824#Matthäus,24,11#11. Und viele falsche Propheten werden auftreten und werden viele irreführen. -Mt. 7,15; 1.Joh. 4,1.
825#Matthäus,24,12#12. Und weil die Gesetzesverachtung überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten. -2.Thes. 2,10; 2.Tim. 3,1-5.
826#Matthäus,24,13#13. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
827#Matthäus,24,14#14. Und dieses Evangelium vom Reiche wird auf dem ganzen Erdkreis gepredigt werden allen Völkern zum Zeugnis, und dann wird das Ende kommen. -Mt. 28,19.
828#Matthäus,24,15#15. WENN ihr nun den «Greuel der Verwüstung», von dem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, an heiliger Stätte stehen seht - wer es liest, der merke darauf! - -Dan. 9,27; 11,31; 12,11.
829#Matthäus,24,16#16. dann sollen die in Judäa ins Gebirge fliehen;
830#Matthäus,24,17#17. wer auf dem Dach ist, soll nicht hinabsteigen, um seine Habe aus seinem Haus zu holen, -Lk. 17,31.
831#Matthäus,24,18#18. und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren, um seinen Mantel zu holen.
832#Matthäus,24,19#19. Wehe aber den Schwangern und den Stillenden in jenen Tagen! -Lk. 23,29.
833#Matthäus,24,20#20. Betet aber, dass eure Flucht nicht in den Winter oder auf den Sabbat falle!
834#Matthäus,24,21#21. Denn dann wird eine grosse Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine sein wird. -Dan. 12,1.
835#Matthäus,24,22#22. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
836#Matthäus,24,23#23. Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus, oder dort, so glaubet es nicht! -Lk. 17,23.
837#Matthäus,24,24#24. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten auftreten und werden grosse Zeichen und Wunder vollbringen, sodass sie, wenn möglich, auch die Auserwählten irreführen. -2.Thes. 2,9.
838#Matthäus,24,25#25. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. -Joh. 14,29; 16,1.4.
839#Matthäus,24,26#26. Wenn man nun zu euch sagt: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in den Gemächern, so glaubet es nicht!
840#Matthäus,24,27#27. Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen leuchtet, so wird die Wiederkunft des Sohnes des Menschen sein. -Lk. 17,23.24.
841#Matthäus,24,28#28. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler. -Hiob 39,30; Lk. 17,37.
842#Matthäus,24,29#29. SOGLEICH aber nach der Drangsal jener Tage «wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben», «und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.» -Offb. 6,12-17; Jes. 13,10.
843#Matthäus,24,30#30. Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde wehklagen und werden «den Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels kommen» sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. -Mt. 25,31; 26,64; Mk. 14,62; Dan. 7,13.14; Offb. 1,7.
844#Matthäus,24,31#31. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von einem Ende des Himmels bis zum andern. -Mt. 13,41; 1.Thes. 4,16; Jes. 27,13; Sach. 2,6.
845#Matthäus,24,32#32. Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und die Blätter hervorwachsen, merkt man, dass der Sommer nahe ist.
846#Matthäus,24,33#33. So sollt auch ihr, wenn ihr dies alles seht, merken, dass er nahe vor der Türe ist.
847#Matthäus,24,34#34. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen sein wird.
848#Matthäus,24,35#35. Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.
849#Matthäus,24,36#36. Über jenen Tag aber und jene Stunde weiss niemand etwas, auch die Engel in den Himmeln nicht, -[auch der Sohn nicht]-1- -sondern allein der Vater. -1.Thes. 5,1.2.   1) mehrere alte Textzeugen fügen hier diese Worte ein (wie Mk. 13,32).
850#Matthäus,24,37#37. DENN wie die Tage des Noah, so wird die Wiederkunft des Sohnes des Menschen sein. -1.Mo. 6,11-13.
851#Matthäus,24,38#38. Wie sie nämlich in den Tagen vor der Sintflut schmausten und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,
852#Matthäus,24,39#39. und es nicht merkten, bis die Sintflut kam und alle hinwegraffte, so wird auch die Wiederkunft des Sohnes des Menschen sein.
853#Matthäus,24,40#40. Dann werden zwei auf dem Felde sein: einer wird angenommen und einer wird zurückgelassen.
854#Matthäus,24,41#41. Zwei werden mit dem Mühlstein mahlen: eine wird angenommen und eine wird zurückgelassen.
855#Matthäus,24,42#42. Darum wachet! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. -Mt. 25,13.
856#Matthäus,24,43#43. Das aber merket: Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Nachtwache der Dieb kommt, würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. -2.Petr. 3,10; Offb. 3,3.
857#Matthäus,24,44#44. Deshalb sollt auch ihr bereit sein! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, wo ihr es nicht meint. -Offb. 16,15.
858#Matthäus,24,45#45. WER ist also der treue und kluge Knecht, den sein Herr dazu über sein Gesinde gesetzt hat, ihnen die Speise zur rechten Zeit zu geben?
859#Matthäus,24,46#46. Wohl jenem Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!
860#Matthäus,24,47#47. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Besitztum setzen. -Mt. 25,21.23.
861#Matthäus,24,48#48. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr bleibt noch aus,
862#Matthäus,24,49#49. und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, aber mit den Trunkenen isst und trinkt,
863#Matthäus,24,50#50. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiss,
864#Matthäus,24,51#51. und wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm sein Teil unter den Heuchlern geben. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 8,12.
865#Matthäus,25,1#1. DANN wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. -Offb. 19,7.
866#Matthäus,25,2#2. Fünf aber von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
867#Matthäus,25,3#3. Die törichten nämlich nahmen ihre Lampen und nahmen kein Öl mit sich.
868#Matthäus,25,4#4. Die klugen dagegen nahmen ausser ihren Lampen Öl in ihren Gefässen mit.
869#Matthäus,25,5#5. Doch als der Bräutigam ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
870#Matthäus,25,6#6. Mitten in der Nacht aber erscholl ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam! Gehet hinaus, ihm entgegen!
871#Matthäus,25,7#7. Da erwachten alle jene Jungfrauen und rüsteten ihre Lampen. -Lk. 12,36.
872#Matthäus,25,8#8. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebet uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen!
873#Matthäus,25,9#9. Da antworteten die klugen: Es möchte für uns und für euch nicht reichen; gehet vielmehr zu den Krämern und kaufet euch!
874#Matthäus,25,10#10. Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die, welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Türe wurde verschlossen.
875#Matthäus,25,11#11. Später kamen dann auch die übrigen Jungfrauen und sagten: Herr, Herr, öffne uns! -Lk. 13,25-28.
876#Matthäus,25,12#12. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. -Mt. 7,22.23.
877#Matthäus,25,13#13. Darum wachet! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde. -Mt. 24,42.
878#Matthäus,25,14#14. DENN es ist wie bei einem Mann, der ausser Landes reisen wollte, seine Knechte rief und ihnen sein Vermögen übergab. -Mt. 21,33.
879#Matthäus,25,15#15. Und dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, jedem nach seinen Kräften, und reiste ab.
880#Matthäus,25,16#Alsbald 16. ging der hin, der die fünf Talente empfangen hatte, handelte damit und gewann fünf andre.
881#Matthäus,25,17#17. Ebenso gewann der, welcher die zwei (Talente empfangen hatte), zwei andre.
882#Matthäus,25,18#18. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, machte eine Grube in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
883#Matthäus,25,19#19. Nach langer Zeit aber kommt der Herr jener Knechte und rechnet mit ihnen ab. -Mt. 18,23.
884#Matthäus,25,20#20. Und der, welcher die fünf Talente empfangen hatte, trat herzu, brachte fünf andre Talente herbei und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe fünf andre Talente gewonnen.
885#Matthäus,25,21#21. Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zum Freudenfest deines Herrn! -Mt. 24,45-47.
886#Matthäus,25,22#22. Auch der, welcher die zwei (Talente empfangen hatte), trat herzu und sagte: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe, ich habe zwei andre Talente gewonnen.
887#Matthäus,25,23#23. Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zum Freudenfest deines Herrn!
888#Matthäus,25,24#24. Aber auch der, welcher das eine Talent empfangen hatte, trat herzu und sagte: Herr, ich kannte dich, dass du ein harter Mensch bist, dass du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
889#Matthäus,25,25#25. und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine!
890#Matthäus,25,26#26. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht, wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
891#Matthäus,25,27#27. Dann hättest du mein Geld den Geldverleihern bringen sollen, und ich hätte bei meiner Rückkehr das Meinige mit Zinsen zurückerhalten.
892#Matthäus,25,28#28. Darum nehmet ihm das Talent weg und gebet es dem, der die zehn Talente hat!
893#Matthäus,25,29#29. Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat. -Mt. 13,12; Mk. 4,25; Lk. 8,18.
894#Matthäus,25,30#30. Und den unnützen Knecht stosset hinaus in die Finsternis, die draussen ist! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -Mt. 8,12.
895#Matthäus,25,31#31. WENN aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, -Mt. 16,27; Sach. 14,5; Offb. 20,11-13.
896#Matthäus,25,32#32. und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander sondern, wie der Hirt die Schafe von den Böcken-1- sondert. -Röm. 14,10.   1) gemeint sind nicht Schafböcke, sondern Ziegenböcke, und gedacht ist an den Gegensatz zwischen Schafen und Ziegen, die in Erez Israel zusammen geweidet und dann durch den Hirten für die Nacht getrennt werden.
897#Matthäus,25,33#33. Und die Schafe wird er zu seiner Rechten stellen, die Böcke-1- aber zur Linken. -Hes. 34,17.   1) s. Anm. zu V. 32.
898#Matthäus,25,34#34. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch von Grundlegung der Welt an bereitet ist!
899#Matthäus,25,35#35. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; -Jes. 58,7.
900#Matthäus,25,36#36. (ich war) nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
901#Matthäus,25,37#37. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dich gespeist? oder durstig und haben dich getränkt?
902#Matthäus,25,38#38. Wann sahen wir dich als Fremden und haben dich beherbergt? oder nackt und haben dich bekleidet?
903#Matthäus,25,39#39. Wann sahen wir dich krank oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?
904#Matthäus,25,40#40. Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Wiefern ihr es einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr es mir getan. -Mt. 10,42; Spr. 19,17.
905#Matthäus,25,41#41. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat! -Mt. 7,23; Offb. 20,10.15.
906#Matthäus,25,42#42. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt; -Jak. 2,15.16; 4,17.
907#Matthäus,25,43#43. ich war fremd, und ihr habt mich nicht beherbergt; (ich war) nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; (ich war) krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.
908#Matthäus,25,44#44. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?
909#Matthäus,25,45#45. Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch: Wiefern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan.
910#Matthäus,25,46#46. Und diese werden in die ewige Strafe gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben. -Joh. 5,29; Dan. 12,2.
911#Matthäus,26,1#1. UND es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, da sprach er zu seinen Jüngern:
912#Matthäus,26,2#2. Ihr wisst, dass nach zwei Tagen das Passafest ist und der Sohn des Menschen wird überliefert, damit er gekreuzigt werde.
913#Matthäus,26,3#3. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der Kajaphas hiess,
914#Matthäus,26,4#4. und berieten sich, um Jesus mit List festzunehmen und zu töten.
915#Matthäus,26,5#5. Sie sagten aber: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr im Volk entsteht!
916#Matthäus,26,6#6. ALS aber Jesus in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war,
917#Matthäus,26,7#7. trat eine Frau zu ihm mit einer Alabasterflasche voll kostbarer Salbe und goss sie ihm über das Haupt, während er bei Tische sass.
918#Matthäus,26,8#8. Als die Jünger das sahen, wurden sie unwillig und sagten: Wozu diese Verschwendung?
919#Matthäus,26,9#9. Das hätte man ja teuer verkaufen und (den Erlös) den Armen geben können.
920#Matthäus,26,10#10. Als es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was betrübt ihr die Frau? Sie hat doch eine schöne Tat an mir getan.
921#Matthäus,26,11#11. Die Armen habt ihr ja allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. -5.Mo. 15,11.
922#Matthäus,26,12#12. Denn dass sie diese Salbe auf meinen Leib goss, das hat sie getan für mein Begräbnis.
923#Matthäus,26,13#13. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer in der ganzen Welt dieses Evangelium gepredigt wird, da wird auch das, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis erzählt werden. -Mt. 24,14.
924#Matthäus,26,14#14. DA ging einer der Zwölf namens Judas Ischarioth zu den Hohenpriestern
925#Matthäus,26,15#15. und sagte: Was wollt ihr mir geben, dass ich ihn euch verrate? «Sie aber wogen ihm dreissig Silberlinge dar.» -Joh. 11,57; Sach. 11,12; Mt. 27,9; 1.Tim. 6,9.10.
926#Matthäus,26,16#16. Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten.
927#Matthäus,26,17#17. AM ersten Tage der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und sagten: Wo willst du, dass wir dir das Passamahl zu essen bereiten? -2.Mo. 12,17-20.
928#Matthäus,26,18#18. Da sprach er: Gehet in die Stadt zu dem und dem und saget zu ihm: Der Meister lässt sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passamahl halten. -Mt. 21,3.
929#Matthäus,26,19#19. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passamahl.
930#Matthäus,26,20#20. ALS es aber Abend geworden war, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische.
931#Matthäus,26,21#21. Und während sie assen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.
932#Matthäus,26,22#22. Und sehr betrübt fingen sie einer nach dem andern an, zu ihm zu sagen: Doch nicht ich, Herr?
933#Matthäus,26,23#23. Er aber antwortete und sprach: Der, welcher mit mir die Hand in die Schüssel getaucht hat, der wird mich verraten. -Joh. 13,18.
934#Matthäus,26,24#24. Der Sohn des Menschen zwar geht dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre ihm besser, wenn er nicht geboren wäre, jener Mensch. -Mt. 18,7.
935#Matthäus,26,25#25. Judas aber, der ihn verraten wollte, antwortete und sprach: Doch nicht ich, Rabbi? Er sagt zu ihm: Du hast es gesagt-1-. -1) das bed: Doch, du bist es.
936#Matthäus,26,26#26. ALS sie aber assen, nahm Jesus Brot, sprach das Dankgebet darüber, brach es, gab es den Jüngern und sagte: Nehmet, esset! Das ist mein Leib. -Mt. 14,19.
937#Matthäus,26,27#27. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet darüber, gab ihnen denselben und sagte: Trinket alle daraus!
938#Matthäus,26,28#28. Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. -Mt. 20,28; 2.Mo. 24,8; Jer. 31,31; Hebr. 9,20.
939#Matthäus,26,29#29. Ich sage euch aber: Ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht trinken bis zu jenem Tage, wo ich es mit euch neu trinken werde im Reiche meines Vaters. -Lk. 22,30.
940#Matthäus,26,30#30. UND nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. -Ps. 113 - 118; Joh. 18,1.
941#Matthäus,26,31#31. Da sagt Jesus zu ihnen: Ihr werdet in dieser Nacht alle an mir Anstoss nehmen; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» -Sach. 13,7; Joh. 16,32.
942#Matthäus,26,32#32. Wenn ich aber auferweckt worden bin, werde ich euch nach Galiläa vorangehen. -Mt. 28,7.
943#Matthäus,26,33#33. Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: Wenn alle an dir Anstoss nehmen, werde ich doch niemals Anstoss nehmen.
944#Matthäus,26,34#34. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. -Joh. 13,38.
945#Matthäus,26,35#35. Petrus sagt zu ihm: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Ebenso sagten auch alle (andern) Jünger.
946#Matthäus,26,36#36. Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, genannt Gethsemane, und sagt zu den Jüngern: Setzet euch hier, bis ich dorthin gegangen bin und gebetet habe!
947#Matthäus,26,37#37. Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit sich und fing an, bekümmert zu werden und heftig zu zagen. -Mt. 17,1; Hebr. 5,7.
948#Matthäus,26,38#38. Da sprach er zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode bekümmert; bleibet hier und wachet mit mir! -Ps. 43,5; Joh. 12,27.
949#Matthäus,26,39#39. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht nieder und betete: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. -Joh. 18,11; Hebr. 5,7.8.
950#Matthäus,26,40#40. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er sagt zu Petrus: So wenig vermochtet ihr, eine Stunde mit mir zu wachen?
951#Matthäus,26,41#41. Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.
952#Matthäus,26,42#42. Wiederum, zum zweitenmal, ging er hin und betete: Mein Vater, wenn dieser (Kelch) nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! -Mt. 6,10.
953#Matthäus,26,43#43. Und er kam und fand sie abermals schlafend; denn ihre Augen waren vom Schlaf überwältigt.
954#Matthäus,26,44#44. Und er verliess sie, ging wieder hin, betete zum drittenmal und sprach wiederum dasselbe Wort.
955#Matthäus,26,45#45. Dann kommt er zu den Jüngern und sagt zu ihnen: Schlafet nur weiter und ruhet!  Siehe, die Stunde ist genaht, dass der Sohn des Menschen überliefert wird in die Hände der Sünder.
956#Matthäus,26,46#46. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist genaht! -Joh. 14,31.
957#Matthäus,26,47#47. UND während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine grosse Schar mit Schwertern und Stöcken von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
958#Matthäus,26,48#48. Der aber, der ihn verraten wollte, hatte ihnen ein Zeichen angegeben und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist's, nehmet ihn fest!
959#Matthäus,26,49#49. Und alsbald trat er auf Jesus zu und sagte: Sei gegrüsst, Rabbi! und küsste ihn.
960#Matthäus,26,50#50. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du hier? Da traten sie hinzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
961#Matthäus,26,51#51. Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
962#Matthäus,26,52#52. Da sagt Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. -1.Mo. 9,6.
963#Matthäus,26,53#53. Oder meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könnte, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen? -Joh. 1,51; 18,36.
964#Matthäus,26,54#54. Wie sollen dann die Schriften erfüllt werden, dass es so kommen muss?
965#Matthäus,26,55#55. In jener Stunde sprach Jesus zu der Menge: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu ergreifen. Täglich habe ich lehrend im Tempel gesessen, und ihr habt mich nicht festgenommen. -Joh. 18,20.
966#Matthäus,26,56#56. Dies alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. - Da verliessen ihn alle Jünger und flohen.
967#Matthäus,26,57#57. DIE aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zum Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
968#Matthäus,26,58#58. Petrus jedoch folgte ihm von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang zu erfahren.
969#Matthäus,26,59#59. Die Hohenpriester aber und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen,
970#Matthäus,26,60#60. und sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. Doch zuletzt kamen zwei -5.Mo. 19,15.
971#Matthäus,26,61#61. und sagten aus: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und nach drei Tagen aufbauen. -Joh. 2,19-21.
972#Matthäus,26,62#62. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
973#Matthäus,26,63#63. Jesus aber schwieg. Da sprach der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist. -Mt. 16,16; 27,12; Joh. 10,24.
974#Matthäus,26,64#64. Jesus antwortet ihm: Du hast es gesagt.-1- Ja, ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. -Mt. 16,27; 24,30; Dan. 7,13; Apg. 7,56. 1) das bed: Ja, ich bin es.
975#Matthäus,26,65#65. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. -Mt. 9,3; Joh. 10,33.
976#Matthäus,26,66#66. Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. -Joh. 19,7; 3.Mo. 24,16.
977#Matthäus,26,67#67. Da spieen sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn auf den Kopf, andre aber ins Gesicht, -Jes. 50,6.
978#Matthäus,26,68#68. und sagten: Christus, offenbare uns: Wer ist's, der dich geschlagen hat?
979#Matthäus,26,69#69. PETRUS aber sass draussen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sagte: Auch du warst mit Jesus dem Galiläer.
980#Matthäus,26,70#70. Er leugnete jedoch vor allen und sagte: Ich weiss nicht, was du meinst.
981#Matthäus,26,71#71. Als er aber in den Vorhof hinausgegangen war, sah ihn eine andre und sagte zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus dem Nazoräer.
982#Matthäus,26,72#72. Und wiederum leugnete er mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht. -Mt. 16,16.
983#Matthäus,26,73#73. Bald nachher aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, auch du bist einer von ihnen; denn deine Sprache verrät dich.
984#Matthäus,26,74#74. Darauf fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn.
985#Matthäus,26,75#75. Da erinnerte sich Petrus des Wortes Jesu, der gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. -Mt. 26,34.
986#Matthäus,27,1#1. ALS es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. -Lk. 22,66.
987#Matthäus,27,2#2. Und sie liessen ihn fesseln, abführen und dem Statthalter Pontius Pilatus überliefern.
988#Matthäus,27,3#3. ALS dann Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreissig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück -Mt. 26,15.
989#Matthäus,27,4#4. und sagte: Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe. Doch sie sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu!
990#Matthäus,27,5#5. Und er warf das Geld in den Tempel und entfernte sich, und er ging hinweg und erhängte sich. -Apg. 1,18; 2.Sam. 17,23; Sach. 11,13.
991#Matthäus,27,6#6. Die Hohenpriester aber nahmen das Geld und sagten: Man darf es nicht in den Tempelschatz legen, weil es Blutgeld ist.
992#Matthäus,27,7#7. Nachdem sie aber Rat gehalten hatten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers als Begräbnisplatz für die Fremden.
993#Matthäus,27,8#8. Daher wurde jener Acker Blutacker genannt bis heute. -Apg. 1,19.
994#Matthäus,27,9#9. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia-1-* gesprochen worden ist, welcher sagt: «Und sie nahmen die dreissig Silberlinge, die Schätzungssumme für den Wertgeschätzten, den man von seiten der Söhne Israels eingeschätzt hatte, -1) Jer. 18,2; s. auch Sach. 11,13.
995#Matthäus,27,10#10. und gaben sie für den Acker des Töpfers»-1-, «wie der Herr mir befohlen hatte.» -1) s. Anm. zu V. 9.
996#Matthäus,27,11#11. JESUS aber wurde vor den Statthalter gestellt; und der Statthalter fragte ihn: Bist du der König der Juden? Da sprach Jesus: Du sagst es.-1- -1) vgl. Anm. zu Mt. 26,64.
997#Matthäus,27,12#12. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. -Mt. 26,63; Jes. 53,7.
998#Matthäus,27,13#13. Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wieviel Zeugnisse sie wider dich vorbringen?
999#Matthäus,27,14#14. Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, sodass der Statthalter sich sehr verwunderte. -Joh. 19,9.
1000#Matthäus,27,15#15. AN jedem Fest aber pflegte der Statthalter dem Volk einen Gefangenen freizulassen, welchen sie wollten.
1001#Matthäus,27,16#16. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas.
1002#Matthäus,27,17#17. Als sie nun versammelt waren, sagte Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, dass ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, den man den Christus nennt?
1003#Matthäus,27,18#18. Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überliefert hatten. -Joh. 11,47.48; 12,19.
1004#Matthäus,27,19#19. Während er aber auf dem Richterstuhl sass, sandte seine Frau zu ihm und liess sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten.
1005#Matthäus,27,20#20. Die Hohenpriester und die Ältesten aber beredeten die Volksmenge, sie sollten Barabbas begehren, Jesus dagegen zum Tode bringen. -Apg. 3,13.14.
1006#Matthäus,27,21#21. Da begann der Statthalter und sprach zu ihnen: Welchen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse? Sie aber sagten: Barabbas.
1007#Matthäus,27,22#22. Pilatus sagt zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Sie sagen alle: Gekreuzigt soll er werden!
1008#Matthäus,27,23#23. Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Da schrieen sie überlaut: Gekreuzigt soll er werden!
1009#Matthäus,27,24#24. Als aber Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern dass vielmehr ein heftiger Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch sich vor dem Volk die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! -Mt. 27,4; 5.Mo. 21,6.7; Ps. 26,6.
1010#Matthäus,27,25#25. Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder! -Mt. 23,35; Apg. 5,28.
1011#Matthäus,27,26#26. Da liess er ihnen Barabbas frei; Jesus aber überwies er, nachdem er ihn hatte geisseln lassen, zur Kreuzigung.
1012#Matthäus,27,27#27. DA nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus in die Burg und brachten die ganze Kohorte wider ihn zusammen.
1013#Matthäus,27,28#28. Und sie zogen ihn aus und hängten ihm einen roten Mantel um,
1014#Matthäus,27,29#29. flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm aufs Haupt und (gaben ihm) ein Rohr in seine rechte Hand, warfen sich vor ihm auf die Kniee und verspotteten ihn mit den Worten: Heil dir, König der Juden!
1015#Matthäus,27,30#30. Und sie spieen ihn an, nahmen das Rohr und schlugen ihn auf das Haupt. -Jes. 50,6.
1016#Matthäus,27,31#31. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an. UND sie führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.
1017#Matthäus,27,32#32. Als sie aber hinauszogen, trafen sie einen Mann aus Cyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen.
1018#Matthäus,27,33#33. Und als sie an einen Platz namens Golgotha <das bedeutet: Schädel> gekommen waren,
1019#Matthäus,27,34#34. gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er gekostet hatte, wollte er nicht trinken. -Ps. 69,22.
1020#Matthäus,27,35#35. Nachdem sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider unter sich, indem sie das Los warfen, -[damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt worden ist: «Sie haben meine Kleider unter sich verteilt / und über mein Gewand das Los geworfen.»]-1- - -Ps. 22,19.   1) einige alte Textzeugen fügen diese Worte hinzu (vgl. Joh. 19,24).
1021#Matthäus,27,36#36. Und sie sassen dort und bewachten ihn.
1022#Matthäus,27,37#37. Und sie hefteten über seinem Haupte die Tafel mit der Angabe seiner Schuld an: Dies ist Jesus, der König der Juden.
1023#Matthäus,27,38#38. Dann wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. -Jes. 53,12.
1024#Matthäus,27,39#39. Die Vorübergehenden aber lästerten ihn, schüttelten die Köpfe -Ps. 22,8; 109,25.
1025#Matthäus,27,40#40. und sagten: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steige vom Kreuze herab! -Mt. 26,61; 4,3.6; Joh. 2,19.
1026#Matthäus,27,41#41. Ebenso spotteten die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten:
1027#Matthäus,27,42#42. Andre hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist der König Israels, er steige jetzt vom Kreuz herab, und wir wollen an ihn glauben.
1028#Matthäus,27,43#43. «Er hat auf Gott vertraut, der helfe ihm jetzt heraus, wenn er ihn liebhat.» Er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. -Ps. 22,9.
1029#Matthäus,27,44#44. In der gleichen Weise schmähten ihn aber auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt worden waren.
1030#Matthäus,27,45#45. ABER von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde.
1031#Matthäus,27,46#46. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus laut auf: «Eli, Eli, lema sabachthani?» <das heisst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?> -Ps. 22,2.
1032#Matthäus,27,47#47. Als das einige von den dort Stehenden hörten, sagten sie: Dieser ruft den Elia.
1033#Matthäus,27,48#48. Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. -Ps. 69,22.
1034#Matthäus,27,49#49. Die übrigen aber sagten: Halt, lasset uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten!
1035#Matthäus,27,50#50. Da schrie Jesus abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
1036#Matthäus,27,51#51. Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss von oben bis unten in zwei Stücke, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, -2.Mo. 26,31; Hebr. 10,19.20.
1037#Matthäus,27,52#52. und die Grüfte öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt;
1038#Matthäus,27,53#53. und sie kamen nach seiner Auferweckung aus den Grüften hervor, gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
1039#Matthäus,27,54#54. Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sagten: Dieser war in Wahrheit Gottes Sohn.
1040#Matthäus,27,55#55. Es sahen aber dort viele Frauen von ferne zu, die Jesus von Galiläa her gefolgt waren, um ihm zu dienen; -Lk. 8,2.3.
1041#Matthäus,27,56#56. und unter diesen waren Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
1042#Matthäus,27,57#57. ALS es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann aus Arimathäa mit Namen Joseph, der ebenfalls ein Jünger Jesu geworden war.
1043#Matthäus,27,58#58. Dieser ging zu Pilatus und erbat sich den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, ihn auszuliefern. -5.Mo. 21,23.
1044#Matthäus,27,59#59. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand,
1045#Matthäus,27,60#60. legte ihn in seine neue Gruft, die er im Felsen hatte aushauen lassen, wälzte einen grossen Stein vor die Türe der Gruft und ging hinweg. -Jes. 53,9.
1046#Matthäus,27,61#61. Es waren aber dort Maria aus Magdala und die andre Maria, die sassen dem Grabe gegenüber.
1047#Matthäus,27,62#62. AM Tage darnach aber, der auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus
1048#Matthäus,27,63#63. und sagten: Herr, wir haben daran gedacht, dass jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferweckt. -Mt. 12,40; 16,21; 17,23; Joh. 7,12.
1049#Matthäus,27,64#64. Befiehl nun, dass das Grab bis zum dritten Tage bewacht werde, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Toten auferweckt worden, und der letzte Betrug schlimmer wird als der erste.
1050#Matthäus,27,65#65. Pilatus sagte zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben; gehet hin, bewachet es, so gut ihr könnt!
1051#Matthäus,27,66#66. Die aber gingen hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab gemeinsam mit der Wache.
1052#Matthäus,28,1#1. NACH dem Sabbat aber, als es zum ersten Tag der Woche aufleuchtete, kamen Maria aus Magdala und die andre Maria, um das Grab zu besehen.
1053#Matthäus,28,2#2. Und siehe, es geschah ein grosses Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
1054#Matthäus,28,3#3. Sein Aussehen aber war wie der Blitz und sein Kleid weiss wie der Schnee. -Mt. 17,2; Apg. 1,10.
1055#Matthäus,28,4#4. Aus Furcht vor ihm aber erbebten die Wächter und wurden wie tot.
1056#Matthäus,28,5#5. Der Engel jedoch begann und sprach zu den Frauen: Ihr sollt euch nicht fürchten; denn ich weiss, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
1057#Matthäus,28,6#6. Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommet her, sehet den Ort, wo er gelegen hat; -Mt. 12,40; 16,21; 17,23; 20,19.
1058#Matthäus,28,7#7. und gehet eilends hin und saget seinen Jüngern, dass er von den Toten auferweckt worden ist! Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. -Mt. 26,32; Joh. 16,16.22.
1059#Matthäus,28,8#8. Und sie gingen eilends von der Gruft hinweg mit Furcht und grosser Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
1060#Matthäus,28,9#9. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüsst! Sie aber traten hinzu, ergriffen seine Füsse und warfen sich vor ihm nieder.
1061#Matthäus,28,10#10. Da sagt Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen, und dort werden sie mich sehen. -Hebr. 2,11; Ps. 22,23.
1062#Matthäus,28,11#11. WÄHREND sie aber weggingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
1063#Matthäus,28,12#12. Und sie versammelten sich mit den Ältesten, hielten Rat und gaben den Soldaten reichlich Geld
1064#Matthäus,28,13#13. und sprachen: Saget: Seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. -Mt. 27,64.
1065#Matthäus,28,14#14. Und wenn dies beim Statthalter vernommen wird, wollen wir ihn überreden und machen, dass ihr ausser Sorge sein könnt.
1066#Matthäus,28,15#15. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie angeleitet worden waren. Und diese Aussage verbreitete sich bei den Juden bis zum heutigen Tag.
1067#Matthäus,28,16#16. DIE elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin sie Jesus beschieden hatte. -Mt. 28,7; 26,32.
1068#Matthäus,28,17#17. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige jedoch zweifelten.
1069#Matthäus,28,18#18. Und Jesus trat hinzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. -Mt. 11,27; Eph. 1,20-22; Dan. 7,14.
1070#Matthäus,28,19#19. Darum gehet hin und machet alle Völker zu Jüngern und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, -Mt. 10,5.6; Mk. 16,15.16.
1071#Matthäus,28,20#20. und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe!-1- und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. -Mt. 5,19; 18,20; Joh. 14,23.   1) V. 19-20 w: «. . . machet alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, indem ihr sie alles halten lehrt, was ich euch befohlen habe!»