7128#Ruth,1,1#1. ZU der Zeit, als die Richter (in Israel) walteten, kam einmal eine Hungersnot über das Land. Da wanderte ein Mann aus Bethlehem in Juda mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen aus, um eine Zeitlang im Gebiet der Moabiter als Fremdling zu leben.
7129#Ruth,1,2#2. Der Mann hieß Elimelech, seine Frau Noomi-a-; und seine beiden Söhne hießen Machlon und Kiljon; sie waren Ephrathiter-1- aus Bethlehem in Juda. Sie kamen auch glücklich im Gebiet der Moabiter an und blieben dort. -1) Ephrata oder Ephrath hieß die Gegend, in der Bethlehem lag (1.Mo. 48,7).   a) vgl. V. 20.
7130#Ruth,1,3#3. Da starb Elimelech, der Mann Noomi's, so daß sie mit ihren beiden Söhnen allein zurückblieb.
7131#Ruth,1,4#4. Diese nahmen sich dann moabitische Frauen, von denen die eine Orpa, die andere Ruth-1- hieß. So wohnten sie dort etwa zehn Jahre. -1) d.h. Freundin.
7132#Ruth,1,5#5. Als dann auch die beiden Söhne, Machlon und Kiljon, starben und die Frau, ihrer beiden Söhne und ihres Mannes beraubt, allein stand,
7133#Ruth,1,6#6. machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf, um aus dem Gebiet der Moabiter in ihre Heimat zurückzukehren; denn sie hatte im Lande der Moabiter in Erfahrung gebracht, daß der HErr sich seines Volkes gnädig angenommen und ihm wieder Brot gegeben habe.
7134#Ruth,1,7#7. SIE verließ also in Begleitung ihrer beiden Schwiegertöchter den Ort, wo sie bis dahin gewohnt hatte. Als sie aber ihres Weges zogen, um ins Land Juda zurückzukehren,
7135#Ruth,1,8#8. sagte Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: «Kehrt jetzt wieder heim, eine jede ins Haus ihrer Mutter. Der HErr segne euch für die Liebe, die ihr den Verstorbenen und mir erwiesen habt!
7136#Ruth,1,9#9. Der HErr vergönne euch beiden, ein ruhiges Heim im Hause eines Gatten zu finden!» Als Noomi sie hierauf geküßt hatte, begannen jene laut zu weinen
7137#Ruth,1,10#10. und sagten zu ihr: «Nein, wir wollen dich zu deinem Volke-1- begleiten!» -1) = in deine Heimat.
7138#Ruth,1,11#11. Aber Noomi entgegnete: «Kehrt um, liebe Töchter! warum wollt ihr mit mir gehen? Darf ich etwa noch hoffen, Söhnen das Leben zu geben, daß sie eure Männer werden könnten?
7139#Ruth,1,12#12. Nein, kehrt um, liebe Töchter! geht heim! ich bin ja zu alt, um mich nochmals zu verheiraten. Und wenn ich auch dächte, noch Aussicht auf eine neue Ehe zu haben, ja wenn ich noch in dieser Nacht das Weib eines Mannes und sogar Mutter von Söhnen würde:
7140#Ruth,1,13#13. wolltet ihr deshalb warten, bis sie erwachsen wären? wolltet ihr euch deshalb bis dahin einschließen und unverheiratet bleiben? Nein, liebe Töchter! ich bin ja euretwegen tief betrübt, daß die Hand des HErrn mich so schwer getroffen hat!»
7141#Ruth,1,14#14. Da begannen sie von neuem laut zu weinen; dann küßte aber Orpa ihre Schwiegermutter und ging weg, Ruth aber schloß sie fest in ihre Arme.
7142#Ruth,1,15#15. Da sagte Noomi zu ihr: «Nachdem nun deine Schwägerin zu ihrem Volk und zu ihrem Gott zurückgekehrt ist, so kehre auch du um und folge deiner Schwägerin!»
7143#Ruth,1,16#16. Aber Ruth erwiderte: «Dringe nicht in mich, dich zu verlassen und ohne dich umzukehren: Nein, wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch: dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!
7144#Ruth,1,17#17. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, und da will ich begraben sein. Der HErr mache mit mir, was er will: nur der Tod soll mich von dir scheiden!»
7145#Ruth,1,18#18. Als Noomi nun sah, daß Ruth fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, redete sie nicht weiter auf sie ein.
7146#Ruth,1,19#19. SO gingen denn die beiden weiter, bis sie nach Bethlehem gelangten. Als sie aber dort ankamen, geriet der ganze Ort ihretwegen in Aufregung, und alle Frauen fragten: «Ist das nicht Noomi?»
7147#Ruth,1,20#20. Da antwortete sie ihnen: «Nennt mich nicht Noomi-1-, nennt mich lieber Mara-2-! denn der Allmächtige hat mich viel Bitteres erleben lassen. -1) d.h. meine Wonne; o: die Liebliche.  2) d.h. die Bittere.
7148#Ruth,1,21#21. Voll-1- bin ich weggegangen, und leer-2- hat mich der HErr zurückkehren lassen. Warum nennt ihr mich Noomi? Hat sich doch der HErr selbst gegen mich erklärt und der Allmächtige mich in Leid gestürzt!» -1) = Vollzählig.   2) = arm.
7149#Ruth,1,22#22. So kehrte Noomi und mit ihr Ruth, ihre Schwiegertochter, die Moabitin, aus dem Lande der Moabiter heim, und zwar kamen sie in Bethlehem an beim Beginn der Gerstenernte-1-. -1) d.h. im April.
7150#Ruth,2,1#1. NUN besaß Noomi einen Verwandten von seiten ihres Mannes, einen sehr wohlhabenden Mann aus der Familie Elimelechs, namens Boas.
7151#Ruth,2,2#2. Als nun die Moabitin Ruth zu Noomi sagte: «Ich will doch aufs Feld gehen und Ähren lesen hinter einem her-1-, der es mir erlauben wird», erwiderte diese ihr: «Geh nur, meine Tochter!» -1) = bei einem.
7152#Ruth,2,3#3. So ging sie denn hin und las auf dem Felde hinter den Schnittern her auf, und der Zufall wollte es, daß das Grundstück dem Boas gehörte, der aus der Familie Elimelechs stammte.
7153#Ruth,2,4#4. Da kam Boas gerade aus Bethlehem und sagte zu den Schnittern: «Der HErr sei mit euch!»; sie antworteten ihm: «Der HErr segne dich!»
7154#Ruth,2,5#5. Darauf fragte Boas den Großknecht bei seinen Schnittern: «Wem gehört das Mädchen-1- da?» -1) o: die junge Frau.
7155#Ruth,2,6#6. Der Großknecht antwortete: «Es ist das moabitische Mädchen, das mit Noomi aus dem Lande der Moabiter heimgekehrt ist.
7156#Ruth,2,7#7. Sie hat uns gebeten: ,Laßt mich doch Ähren lesen und zwischen den Garben sammeln hinter den Schnittern her!' So ist sie denn gekommen und hat ausgehalten vom frühen Morgen an bis jetzt und sich keinen Augenblick Ruhe gegönnt.»
7157#Ruth,2,8#8. Da sagte Boas zu Ruth: «Hörst du wohl, meine Tochter? Du brauchst auf kein anderes Feld zu gehen, um dort aufzulesen, und brauchst auch nicht von hier wegzugehen, sondern schließe dich hier an meine Mägde an!
7158#Ruth,2,9#9. Laß deine Augen immer auf das Feld gerichtet sein, wo sie schneiden, und gehe hinter ihnen her; ich habe auch den Knechten befohlen, dich nicht zu belästigen. Und wenn du Durst hast, so gehe nur zu den Gefäßen und trinke von dem Wasser, das die Knechte geholt haben!»
7159#Ruth,2,10#10. Da warf sie sich mit dem Angesicht vor ihm auf die Erde nieder und sagte zu ihm: «Wie kommt's doch, daß du so freundlich gegen mich bist und dich meiner annimmst, da ich doch eine Ausländerin bin?»
7160#Ruth,2,11#11. Boas antwortete ihr: «O es ist mir alles genau berichtet worden, was du an deiner Schwiegermutter nach dem Tode deines Mannes getan hast: Vater, Mutter und Heimatland hast du verlassen und bist zu einem Volk gezogen, das du früher nicht kanntest.
7161#Ruth,2,12#12. Der HErr vergelte dir dein Tun, und voller Lohn möge dir zuteil werden vom HErrn, dem Gott Israels, unter dessen Flügeln du Schutz zu suchen hergekommen bist!»
7162#Ruth,2,13#13. Da antwortete sie: «Ich danke dir für deine Freundlichkeit, mein Herr! denn du hast mich getröstet und deiner Magd mit Herzlichkeit zugesprochen, obgleich ich nicht einmal wie eine von deinen Mägden bin.»
7163#Ruth,2,14#14. ZUR Essenszeit sagte dann Boas zu ihr: «Komm hierher und iß mit von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig!» Als sie sich nun neben die Schnitter gesetzt hatte, reichte er ihr geröstete Körner, und sie aß, bis sie satt war, und behielt noch einen Teil übrig.
7164#Ruth,2,15#15. Als sie dann aufstand, um wieder zu lesen, gab Boas seinen Knechten den Befehl: «Sie darf auch zwischen den Garben lesen, und ihr sollt ihr nichts zuleide tun!
7165#Ruth,2,16#16. Zieht vielmehr hin und wieder Halme für sie aus den Bündeln-1- heraus und laßt sie liegen; sie mag sie dann auflesen, ohne daß ihr sie scheltet!» -1) o: Schwaden.
7166#Ruth,2,17#17. So las sie denn auf dem Felde bis zum Abend, und als sie dann das ausklopfte, was sie gesammelt hatte, war es beinahe ein Epha-1- Gerste. -1) ein Epha = 36,44 Liter.
7167#Ruth,2,18#18. Sie hob es auf, ging in die Stadt und zeigte ihrer Schwiegermutter, was sie gelesen hatte; dann holte sie auch noch das hervor, was sie vom Essen übrigbehalten hatte, und gab es ihr.
7168#Ruth,2,19#19. Da sagte ihre Schwiegermutter zu ihr: «Wo hast du heute so fleißig gelesen? Gesegnet sei, der sich deiner so freundlich angenommen hat!» Nun erzählte sie ihrer Schwiegermutter, auf wessen Felde sie bei der Arbeit gewesen war, und sagte: «Der Mann, auf dessen Felde ich heute bei der Arbeit gewesen bin, heißt Boas.»
7169#Ruth,2,20#20. Da erwiderte Noomi ihrer Schwiegertochter: «Gesegnet sei er vom HErrn, der seine Güte weder den noch Lebenden noch den schon Toten entzogen hat!» Dann fuhr Noomi fort: «Der Mann ist mit uns nahe verwandt; er ist einer von unsern Lösern-a-.» -a) vgl. 3.Mo. 25,25; 5.Mo. 25,5.
7170#Ruth,2,21#21. Darauf sagte die Moabitin Ruth: «Er hat auch zu mir gesagt: ,Halte dich nur zu meinen Leuten, bis sie mit meiner ganzen Ernte fertig sind!'»
7171#Ruth,2,22#22. Da antwortete Noomi ihrer Schwiegertochter Ruth: «Es ist gut, liebe Tochter, wenn du mit seinen Mägden hinausgehst: so kann man dir auf einem andern Felde nichts zuleide tun.»
7172#Ruth,2,23#23. So hielt sie sich denn beim Ährenlesen zu den Mägden des Boas, bis die Gersten- und Weizenernte zu Ende war; dann blieb sie bei ihrer Schwiegermutter zu Hause.
7173#Ruth,3,1#1. DA sagte ihre Schwiegermutter Noomi zu ihr: «Liebe Tochter, ich muß dir doch ein sicheres Heim verschaffen, damit du gut versorgt bist.
7174#Ruth,3,2#2. Nun denn, Boas, dessen Mägden du dich angeschlossen hast, gehört zu unserer Verwandtschaft; der worfelt gerade diese Nacht die Gerste auf der Tenne.
7175#Ruth,3,3#3. So bade und salbe dich denn, lege deine besten Kleider an und gehe zur Tenne hinab, laß dich aber von dem Manne nicht eher bemerken, als bis er mit Essen und Trinken fertig ist.
7176#Ruth,3,4#4. Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wohin er sich legt; dann gehe hin, hebe die Decke zu seinen Füßen auf und lege dich dort nieder; er wird dir dann schon sagen, was du zu tun hast.»
7177#Ruth,3,5#5. Sie antwortete ihr: «Ganz nach deiner Weisung will ich tun!»
7178#Ruth,3,6#6. Sie ging also zur Tenne hinab und machte es genau so, wie ihre Schwiegermutter ihr angegeben hatte.
7179#Ruth,3,7#7. Als Boas nämlich gegessen und getrunken hatte und guter Dinge geworden war, legte er sich am Ende-1- des Getreidehaufens schlafen; da kam sie leise heran, deckte den Platz zu seinen Füßen auf und legte sich dort nieder. -1) o: Rande.
7180#Ruth,3,8#8. DA, um Mitternacht, fuhr der Mann aus dem Schlafe auf, und als er sich vorbeugte, sah er ein Weib zu seinen Füßen liegen.
7181#Ruth,3,9#9. Als er nun fragte: «Wer bist du?» antwortete sie: «Ich bin Ruth, deine Magd; breite also deinen Fittich-1- über deine Magd aus; denn du bist Löser für mich!» -1) = Schutz; aÜs: den Zipfel deiner Decke.
7182#Ruth,3,10#10. Da erwiderte er: «Gesegnet seist du vom HErrn, meine Tochter! Du hast deine Liebe (zu Noomi) zuletzt noch schöner betätigt als früher, indem du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, sie seien arm oder reich.
7183#Ruth,3,11#11. Und nun, meine Tochter, sei ohne Angst! Alles, was du wünschest, will ich für dich tun; wissen doch alle Leute, die in unserm Ort auf dem Marktplatze am Stadttor zusammenkommen, daß du ein sittsames Weib bist.
7184#Ruth,3,12#12. Nun bin ich ja allerdings ein Löser für dich; aber es ist noch ein anderer Löser vorhanden, der näher mit dir verwandt ist als ich.
7185#Ruth,3,13#13. Bleibe übernacht hier; morgen wird sich's dann finden: wenn er dich lösen will, gut, so mag er es tun! Hat er aber keine Lust dazu, so will ich dich lösen, so wahr der HErr lebt! Bleibe nur liegen bis zum Morgen!»
7186#Ruth,3,14#14. So blieb sie denn zu seinen Füßen liegen bis zum Morgen; dann stand sie auf, ehe noch ein Mensch den andern erkennen konnte; er dachte nämlich: «Es braucht nicht bekannt zu werden, daß ein Weib auf die Tenne gekommen ist.»
7187#Ruth,3,15#15. Dann sagte er: «Nimm den Überwurf, den du anhast, und halte ihn fest.» Als sie ihn nun hinhielt, maß er ihr sechs Maß-1- Gerste ab und lud sie ihr auf. So ging sie in die Stadt. -1) ein Maß: wohl ein Gomer = 1/10 Epha = 3,64 Liter.
7188#Ruth,3,16#16. Als sie nun zu ihrer Schwiegermutter heimkam, fragte diese: «Wie ist es dir ergangen, liebe Tochter?» Da erzählte sie ihr alles, wie der Mann sich gegen sie verhalten hatte,
7189#Ruth,3,17#17. und schloß mit den Worten: «Diese sechs Maß Gerste hat er mir gegeben; denn er sagte: ,Du sollst nicht mit leeren Händen zu deiner Schwiegermutter zurückkommen.'»
7190#Ruth,3,18#18. Da sagte diese: «Warte nur ruhig ab, liebe Tochter, bis du erfährst, wie die Sache abläuft! denn der Mann wird nicht ruhen, bis er die Sache heute noch zur Entscheidung gebracht hat.»
7191#Ruth,4,1#1. BOAS aber war zum Stadttor hinaufgegangen und hatte sich dort niedergesetzt. Als nun gerade der Löser vorüberging, von dem Boas geredet hatte, rief er: «Komm her und setze dich hierher, du Soundso!» Als er nun gekommen war und sich gesetzt hatte,
7192#Ruth,4,2#2. holte (Boas) zehn Männer von den Ältesten-1- der Stadt und sagte zu ihnen: «Setzt euch hier nieder!» Als sie sich gesetzt hatten, -1) o: Vornehmsten.
7193#Ruth,4,3#3. sagte er zu dem Löser: «Das Stück Land-1-, das unserem Verwandten Elimelech gehört hat, will Noomi verkaufen, die aus dem Lande der Moabiter zurückgekehrt ist. -1) = Grundstück.
7194#Ruth,4,4#4. Nun habe ich gedacht, ich wollte dir einen Vorschlag machen, nämlich: Kaufe es in Gegenwart der hier Sitzenden und in Gegenwart der Ältesten meines Volkes! Willst du Löser sein, so sei Löser; wo nicht, so gib mir eine Erklärung ab, damit ich Bescheid weiß; denn außer dir ist kein Löser da, und ich komme erst nach dir.» Da erklärte jener: «Ja, ich will Löser sein.»
7195#Ruth,4,5#5. Da fuhr Boas fort: «Sobald du das Stück Land von Noomi erwirbst, hast du auch die Moabitin Ruth, die Witwe des Verstorbenen, erkauft, um das Geschlecht des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz fortzupflanzen-1-.» -1) w: um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz wieder aufleben zu lassen.
7196#Ruth,4,6#6. Da antwortete der Löser: «In diesem Falle kann ich es nicht für mich einlösen; ich würde sonst mein eigenes Besitztum schädigen; löse du für dich, was ich lösen sollte, denn ich kann nicht Löser sein!»
7197#Ruth,4,7#7. Nun bestand ehemals in Israel beim Lösen wie beim Tauschen der Brauch, daß, wenn man irgendeinen Handel fest abmachen wollte, der eine seinen Schuh auszog und ihn dem andern gab; dies galt als Beglaubigung in Israel.
7198#Ruth,4,8#8. Als daher der Löser zu Boas gesagt hatte: «Kaufe du es für dich!» zog er seinen Schuh aus.
7199#Ruth,4,9#9. Darauf sagte Boas zu den Ältesten und zu allen anwesenden Leuten: «Ihr seid heute Zeugen, daß ich alles, was dem Elimelech, und alles, was dem Kiljon und Machlon gehört hat, von Noomi gekauft habe;
7200#Ruth,4,10#10. aber auch die Moabitin Ruth, die Witwe Machlons, habe ich mir zum Weibe erkauft, um den Namen-1- des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz fortzupflanzen, damit nicht der Name des Verstorbenen aus dem Kreise seiner Verwandten und aus dem Tor-2- seines Heimatorts verschwindet: dafür seid ihr heute Zeugen!» -1) = das Geschlecht.   2) = der Bürgerschaft.
7201#Ruth,4,11#11. Da erklärten alle im Stadttor Anwesenden und auch die Ältesten: «Ja, wir sind Zeugen! Der HErr gebe, daß die Frau, die in dein Haus einziehen soll, (so fruchtbar) werde wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel aufgebaut haben! Werde glücklich in Ephratha-a- und schaffe dir einen Namen in Bethlehem! -a) vgl. Ruth 1,2.
7202#Ruth,4,12#12. Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Thamar dem Juda geboren hat-a-, durch die Nachkommenschaft, die der HErr dir von dieser jungen Frau bescheren wird!» -a) vgl. 1.Mo. 38,29; 4.Mo. 26,21.
7203#Ruth,4,13#13. SO heiratete denn Boas die Ruth, und sie wurde sein Weib; und als er zu ihr eingegangen war, verlieh ihr der HErr Mutterglück durch die Geburt eines Sohnes.
7204#Ruth,4,14#14. Da sagten die Frauen zu Noomi: «Gepriesen sei der HErr, der es dir heute an einem Löser nicht hat fehlen lassen! Möge sein Name in Israel gefeiert werden,
7205#Ruth,4,15#15. und möge er ein Trost für dein Herz sein und dein Versorger im Alter! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebhat, ist seine Mutter, sie, die dir mehr wert ist als sieben Söhne.»
7206#Ruth,4,16#16. Da nahm Noomi das Kind, legte es auf ihren Schoß und wurde seine Wärterin.
7207#Ruth,4,17#17. Die Nachbarinnen aber legten ihm einen Namen bei, indem sie sagten: «Ein Sohn ist der Noomi geboren!» und sie nannten ihn Obed-1-. Der ist der Vater Isai's, des Vaters Davids. -1) d.h. Diener = Obadja, «Diener des HErrn».
7208#Ruth,4,18#18. Dies ist der Stammbaum des Perez: Perez war der Vater Hezrons,
7209#Ruth,4,19#19. Hezron der Vater Rams, Ram der Vater Amminadabs,
7210#Ruth,4,20#20. Amminadab der Vater Nahassons, Nahasson der Vater Salmons,
7211#Ruth,4,21#21. Salmon der Vater des Boas, Boas der Vater Obeds,
7212#Ruth,4,22#22. Obed der Vater Isai's und Isai der Vater Davids.

6510#Richter,1,1#1. NACH Josua's Tode aber fragten die Israeliten beim HErrn an: «Wer von uns soll zuerst gegen die Kanaanäer hinaufziehen, um mit ihnen zu kämpfen?»
6511#Richter,1,2#2. Der HErr antwortete: «Juda soll hinaufziehen; hiermit gebe ich das Land in seine Gewalt.»
6512#Richter,1,3#3. Da richtete Juda die Aufforderung an seinen Bruderstamm Simeon: «Ziehe mit mir in das durchs Los mir zugeteilte Gebiet hinauf und laß uns die Kanaanäer gemeinsam bekriegen; dann will auch ich mit dir in deinen Losanteil ziehen.» So zog denn Simeon mit ihm.
6513#Richter,1,4#4. Als nun die Judäer hinaufgezogen waren, gab der HErr die Kanaanäer und Pherissiter in ihre Gewalt: sie schlugen sie bei Besek, zehntausend Mann-1-. -1) d.h. so daß von ihnen 10 000 Mann fielen.
6514#Richter,1,5#5. Als sie dann bei Besek auf Adoni-Besek stießen, griffen sie ihn an und besiegten die Kanaanäer und Pherissiter.
6515#Richter,1,6#6. Als dann Adoni-Besek die Flucht ergriff, verfolgten sie ihn, nahmen ihn gefangen und hieben ihm die Daumen an seinen Händen und die beiden großen Zehen ab.
6516#Richter,1,7#7. Da sagte Adoni-Besek: «Siebzig Könige, denen die Daumen an ihren Händen und die großen Zehen abgehauen waren, haben Brocken-1- unter meinem Tisch, auflesen müssen: wie ich getan habe, so hat Gott mir wieder vergolten.» Man brachte ihn dann nach Jerusalem, wo er starb. - -1) o: ihr Brot.
6517#Richter,1,8#8. Die Judäer belagerten hierauf Jerusalem, eroberten es, machten die Einwohnerschaft mit dem Schwert nieder und steckten die Stadt in Brand.
6518#Richter,1,9#9. DARAUF zogen die Judäer hinab, um die Kanaanäer zu bekriegen, die im Gebirge, sowie im Südland und in der Niederung wohnten.
6519#Richter,1,10#10. Die Judäer zogen also gegen die Kanaanäer, die in Hebron wohnten - Hebron hieß aber früher Kirjath-Arba -, und besiegten den Sesai, den Ahiman und den Thalmai.
6520#Richter,1,11#11. Von dort zog er-1- gegen die Einwohner von Debir - Debir hieß aber früher Kirjath-Sepher. -1) d.h. Kaleb.
6521#Richter,1,12#12. Da machte Kaleb bekannt: «Wer Kirjath-Sepher bezwingt und erobert, dem gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau.»
6522#Richter,1,13#13. Als nun Othniel, der Sohn des Kenas, der jüngere Bruder Kalebs, die Stadt eroberte, gab er ihm seine Tochter Achsa zur Frau.
6523#Richter,1,14#14. Als sie ihm nun zugeführt wurde, überredete sie ihn, ein Stück Ackerland von ihrem Vater erbitten zu dürfen; und als sie dann vom Esel herabsprang und Kaleb sie fragte: «Was wünschest du?»
6524#Richter,1,15#15. antwortete sie ihm: «Gib mir doch ein Abschiedsgeschenk! denn da du mich in das Südland verheiratet hast, so gib mir auch Wasserquellen mit!» Da gab Kaleb ihr die oberen und die unteren Quellen-a-. - -a) vgl. Jos. 15,16-19.
6525#Richter,1,16#16. AUCH die Söhne-1- des Keniters (Hobab), des Schwagers Mose's, waren mit den Judäern aus der Palmenstadt in die Steppe Juda hinaufgezogen, die im Süden-2- von Arad liegt; sie machten sich dann auf und siedelten sich unter dem Volke-3- an. - -1) = Nachkommen.   2) o: beim Südland.   3) d.h. unter den Amalekitern.
6526#Richter,1,17#17. DARAUF zogen die Judäer mit ihrem Bruderstamm Simeon zu Felde; sie besiegten die Kanaanäer, die in Zephath wohnten, vollstreckten den Bann an der Stadt und gaben ihr den Namen Horma-1-. - -1) d.h. Bann; vgl. 4.Mo. 21,3.
6527#Richter,1,18#18. Doch konnten die Judäer Gaza mit dem zugehörigen Gebiete, sowie Askalon und sein Gebiet und Ekron nebst seinem Gebiet nicht erobern(?);
6528#Richter,1,19#19. doch war der HErr mit den Judäern, so daß sie das Bergland in Besitz nahmen; dagegen die Bewohner der Niederung vermochten sie nicht zu vertreiben, weil diese eiserne Streitwagen hatten.
6529#Richter,1,20#20. Hebron aber gaben sie, wie Mose bestimmt hatte, dem Kaleb, und dieser vertrieb dann von dort die drei Enaksöhne.
6530#Richter,1,21#21. Aber die Jebusiter, die Bewohner Jerusalems, konnten die Benjaminiten-1- nicht vertreiben; daher sind die Jebusiter neben den Benjaminiten-1- in Jerusalem wohnen geblieben bis auf den heutigen Tag. -1) ws. ist «die Judäer» bzw. «den Judäern» zu lesen, vgl. auch V. 8, der sich demnach wohl nur auf einen Stadtteil bezieht (vgl. 2.Sam. 5,6).
6531#Richter,1,22#22. DIE vom Hause Joseph aber zogen ebenfalls in den Streit, und zwar gegen Bethel, und der HErr war mit ihnen.
6532#Richter,1,23#23. Das Haus Joseph ließ nämlich Bethel auskundschaften - die Stadt hieß vormals Lus -;
6533#Richter,1,24#24. und als die Späher einen Mann aus der Stadt herauskommen sahen, sagten sie zu ihm: «Zeige uns doch einen Zugang in die Stadt, wir wollen dich auch dafür belohnen.»
6534#Richter,1,25#25. Als er ihnen nun eine Stelle gezeigt hatte, wo man in die Stadt eindringen konnte, eroberten sie den Ort und machten alle Einwohner mit dem Schwert nieder; den Mann aber und seine ganze Familie ließen sie frei abziehen.
6535#Richter,1,26#26. Der Mann begab sich dann in das Land der Hethiter und gründete dort eine Stadt, die er Lus nannte; so heißt der Ort noch heutigen Tages.
6536#Richter,1,27#27. DER Stamm Manasse aber konnte die Bewohner von Beth-Sean nebst den zugehörigen Ortschaften nicht vertreiben, ebensowenig die Bewohner von Thaanach, von Dor, von Jibleam und von Megiddo nebst den zu ihnen gehörenden Ortschaften; daher gelang es den Kanaanäern, in dieser Gegend wohnen zu bleiben.
6537#Richter,1,28#28. Als später aber die Israeliten erstarkt waren, machten sie die Kanaanäer fronpflichtig, ohne sie jedoch völlig vertreiben zu können. -
6538#Richter,1,29#29. Ebensowenig vertrieb der Stamm Ephraim die Kanaanäer, die in Geser wohnten; daher blieben die Kanaanäer mitten unter ihnen in Geser wohnen. -
6539#Richter,1,30#30. Der Stamm Sebulon vertrieb nicht die Bewohner von Kitron und auch nicht die Bewohner von Nahalol; daher blieben die Kanaanäer mitten unter ihnen wohnen, wurden aber fronpflichtig. -
6540#Richter,1,31#31. Asser vertrieb nicht die Bewohner von Akko und die Bewohner von Sidon, sowie von Ahlab-1-, von Achsib, von Helba, von Aphik und von Rehob; -1) Mahaleb(?).
6541#Richter,1,32#32. daher blieben die Asseriten mitten unter den einheimischen Kanaanäern wohnen, denn sie hatten sie nicht vertreiben können. -
6542#Richter,1,33#33. Der Stamm Naphthali vertrieb nicht die Bewohner von Beth-Semes und auch nicht die Bewohner von Beth-Anath. So blieb denn dieser Stamm mitten unter den einheimischen Kanaanäern wohnen; doch wurden die Bewohner von Beth-Semes und von Beth-Anath ihnen fronpflichtig. -
6543#Richter,1,34#34. Die Amoriter aber drängten den Stamm Dan ins Gebirge zurück und ließen ihn nicht in die Niederung herabkommen.
6544#Richter,1,35#35. So gelang es denn den Amoritern, in Har-Heres, in Ajjalon und in Saalbim wohnen zu bleiben; doch lag die Hand des Stammes Joseph immer schwerer auf ihnen, so daß sie schließlich fronpflichtig wurden. -
6545#Richter,1,36#36. Das Gebiet der Amoriter-1- aber erstreckte sich von der Skorpionenhöhe bis nach Sela hin und weiter hinauf. -1) Edomiter(?).
6546#Richter,2,1#1. DA kam der Engel des HErrn von Gilgal-1- hinauf nach Bochim-a- und sprach: «Ich habe euch aus Ägypten hergeführt und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen hatte mit der Verheißung: ,Ich werde meinen Bund mit euch in Ewigkeit nicht brechen! -1) Örtlichkeit zwischen Jericho und dem Jordan (vgl. Ri. 3,19; Jos. 4,19).   a) V. 5.
6547#Richter,2,2#2. Ihr aber dürft mit den Bewohnern dieses Landes keinen Vertrag schließen, sondern müßt ihre Altäre niederreißen!' Doch ihr seid meinem Befehl nicht nachgekommen: was habt ihr da getan?
6548#Richter,2,3#3. So sage auch ich euch nun: ,Ich werde sie nicht mehr vor euch vertreiben, damit sie euch zu Schlingen-1- und ihre Götter euch zum Fallstrick werden!'» -1) o: Bedrängern.
6549#Richter,2,4#4. Als nun der Engel des HErrn diese Drohung gegen alle Israeliten ausgesprochen hatte, fing das Volk laut zu weinen an.
6550#Richter,2,5#5. Daher nannte man jenen Ort Bochim-1-; und sie brachten dort dem HErrn Schlachtopfer dar. -1) d.h. Ort der Weinenden.
6551#Richter,2,6#6. ALS nun Josua das Volk entlassen hatte-a- und die Israeliten weggegangen waren, ein jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen, -a) Jos. 24,28.
6552#Richter,2,7#7. da diente das Volk dem HErrn, solange Josua lebte und während der ganzen Lebenszeit der Ältesten, welche Josua überlebten und all die großen Taten gesehen hatten, die der HErr an-1- Israel vollbracht hatte. -1) o: für.
6553#Richter,2,8#8. Dann starb aber Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HErrn, im Alter von hundertundzehn Jahren,
6554#Richter,2,9#9. und man begrub ihn im Bereich seines Erbbesitzes zu Thimnath-Heres im Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaas-a-. -a) vgl. Jos. 24,29.30.
6555#Richter,2,10#10. Als dann auch jenes ganze Geschlecht zu seinen Vätern versammelt war und ein anderes Geschlecht nach ihnen erstand, das vom HErrn und von den Taten, die er an-1- Israel vollbracht hatte, nichts wußte, -1) o: für.
6556#Richter,2,11#11. da taten die Israeliten, was dem HErrn mißfiel, indem sie den Baalen dienten
6557#Richter,2,12#12. und den HErrn, den Gott ihrer Väter, verließen, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte; sie gingen andern Göttern nach, nämlich den Göttern der Nachbarvölker ringsumher; sie erwiesen ihnen Anbetung und reizten dadurch den HErrn zum Zorn.
6558#Richter,2,13#13. WENN sie nun so vom HErrn abfielen und dem Baal und den Astarten-1- dienten, -1) Baal die männliche, Astarte (Aschera) die weibliche Hauptgottheit der heidnischen Kanaanäer, örtlich verschieden, daher die Mz. (vgl. Ri. 2,11; 3,7).
6559#Richter,2,14#14. dann entbrannte der Zorn des HErrn gegen die Israeliten, und er gab sie der Gewalt von Räubern preis, die sie ausplünderten, und ließ sie in die Hand ihrer Feinde ringsum fallen, so daß sie vor ihren Feinden nicht mehr standzuhalten vermochten.
6560#Richter,2,15#15. Überall, wohin sie zogen-1-, war die Hand des HErrn gegen sie zum Unheil, wie der HErr es angedroht und wie er ihnen zugeschworen hatte, so daß sie in sehr große Not gerieten. -1) o: Jedesmal, wenn sie ins Feld zogen.
6561#Richter,2,16#16. Da ließ dann der HErr Richter-1- (unter ihnen) erstehen, die sie aus der Gewalt ihrer Räuber befreiten. -1) «Richter» d.h. von Gott berufene Retter (Ri. 3,9) und auf Grund ihrer rettenden Taten Führer ihres Volkes o. wenigstens einzelner Stämme.
6562#Richter,2,17#17. Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern wandten sich treulos anderen Göttern zu, denen sie Anbetung erwiesen; sie hatten gar schnell den Weg verlassen, den ihre Väter im Gehorsam gegen die Gebote des HErrn gewandelt waren: sie handelten nicht wie jene.
6563#Richter,2,18#18. So oft nun der HErr Richter unter ihnen erstehen ließ, war der HErr mit dem betreffenden Richter und errettete sie aus der Gewalt ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der HErr hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie über ihre Bedränger und Bedrücker wehklagten.
6564#Richter,2,19#19. Sobald aber der Richter gestorben war, trieben sie es aufs neue ärger als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sie anzubeten: sie ließen von ihrem bösen Tun und ihrem verstockten Wandel nicht ab.
6565#Richter,2,20#20. Da entbrannte der Zorn des HErrn gegen Israel, so daß er aussprach: «Zur Strafe dafür, daß dieses Volk die Verordnungen meines Bundes, den ich ihren Vätern zur Pflicht gemacht habe, übertreten und meine Weisungen nicht befolgt hat,
6566#Richter,2,21#21. so will ich meinerseits hinfort keinen einzigen mehr aus den Völkern, die Josua bei seinem Tode übriggelassen hat, vor ihnen her vertreiben;
6567#Richter,2,22#22. nein, ich will Israel durch sie auf die Probe stellen, ob sie den Weg des HErrn innehalten werden, um nach dem Vorgang ihrer Väter darauf zu wandeln, oder nicht.»
6568#Richter,2,23#23. Darum hatte also der HErr diese Völkerschaften weiter bestehen lassen, statt sie sogleich zu vertreiben, und hatte sie nicht in Josua's Hand fallen lassen.
6569#Richter,3,1#1. FOLGENDES sind aber die Völkerschaften, die der HErr hat weiter bestehen lassen, um durch sie die Israeliten auf die Probe zu stellen, nämlich alle die, welche die sämtlichen Kämpfe um Kanaan nicht mitgemacht hatten -
6570#Richter,3,2#2. [nur damit die Geschlechter der Israeliten Kenntnis von denselben erhielten, um sie die Kriegsführung zu lehren, und zwar nur die, welche von den früheren Kämpfen nichts erlebt-1-] -: -1) o: kennengelernt hatten.
6571#Richter,3,3#3. die fünf Fürsten der Philister, alle Kanaanäer, die Sidonier und Hewiter, die im Libanongebirge wohnen, vom Berge Baal-Hermon an bis in die Gegend von Hamath.
6572#Richter,3,4#4. Durch diese wollte er nämlich Israel auf die Probe stellen, damit es sich zeige, ob sie den Geboten des HErrn gehorchen würden, die er ihren Vätern durch Mose zur Pflicht gemacht hatte.
6573#Richter,3,5#5. So hatten denn die Israeliten ihre Wohnsitze mitten unter den Kanaanäern, Hethitern, Amoritern, Pherissitern, Hewitern und Jebusitern;
6574#Richter,3,6#6. sie nahmen sich deren Töchter zu Frauen und ließen ihre eigenen Töchter Ehen mit den Söhnen jener eingehen und verehrten die Götter jener.
6575#Richter,3,7#7. ALS nun die Israeliten taten, was dem HErrn mißfiel, und den HErrn, ihren Gott, vergaßen und den Baalen und den Astarten-a- dienten, -a) vgl. Ri. 2,13.
6576#Richter,3,8#8. da entbrannte der Zorn des HErrn gegen Israel, und er ließ sie in die Gewalt des Kusan-Risathaim, des Königs von Mesopotamien-1-, fallen, so daß die Israeliten dem Kusan-Risathaim acht Jahre lang dienstbar wurden. -1) w: Syrien der zwei Flüsse (Euphrat und Tigris).
6577#Richter,3,9#9. Als aber die Israeliten den HErrn laut um Hilfe anriefen, ließ der HErr ihnen einen Retter erstehen, der sie befreite, nämlich Othniel, den Sohn des Kenas, den jüngeren Bruder Kalebs.
6578#Richter,3,10#10. Über diesen kam also der Geist des HErrn, und er verhalf den Israeliten zu ihrem Recht. Als er nämlich zum Kampf ausgezogen war, gab der HErr den Kusan-Risathaim, den König von Mesopotamien, in seine Gewalt, so daß er ihn völlig besiegte
6579#Richter,3,11#11. und das Land vierzig Jahre lang Ruhe hatte. Als dann aber Othniel, der Sohn des Kenas, gestorben war,
6580#Richter,3,12#12. taten die Israeliten wiederum, was dem HErrn mißfiel; da verlieh der HErr dem Eglon, dem König der Moabiter, Macht über die Israeliten, weil sie taten, was dem HErrn mißfiel.
6581#Richter,3,13#13. Der verbündete sich nämlich mit den Ammonitern und Amalekitern, zog heran und besiegte die Israeliten, und sie bemächtigten sich der Palmenstadt (Jericho).
6582#Richter,3,14#14. So waren denn die Israeliten dem Moabiterkönig Eglon achtzehn Jahre lang untertan.
6583#Richter,3,15#15. Da riefen die Israeliten den HErrn laut um Hilfe an, und der HErr ließ ihnen einen Retter erstehen, nämlich Ehud, den Sohn des Benjaminiten Gera, einen Mann, der linkshändig-1- war. Durch diesen schickten nämlich die Israeliten die ihnen auferlegte Abgabe-2- an den Moabiterkönig Eglon. -1) w: an seiner rechten Hand gehemmt.   2) = den Tribut.
6584#Richter,3,16#16. Ehud hatte sich aber ein zweischneidiges Schwert, eine Elle-1- lang, machen lassen und es unter seinem Rock an seine rechte Hüfte gegürtet. -1) o: Spanne (?).
6585#Richter,3,17#17. So überreichte er dem Moabiterkönig Eglon die Abgabe; Eglon war aber ein sehr beleibter Mann.
6586#Richter,3,18#18. Als Ehud nun mit der Überreichung der Abgabe fertig war, ging er in Begleitung der Leute, welche die Abgabe getragen hatten, weg,
6587#Richter,3,19#19. kehrte dann aber selbst bei den Götzenbildern in der Nähe von Gilgal-1- wieder um und ließ (dem Eglon) sagen: «Ich habe einen geheimen Auftrag an dich, o König!» Als dieser ihm nun zu schweigen geboten hatte, bis alle, die um ihn her standen, hinausgegangen waren, -1) heilige Gottesstätte zwischen Jericho und dem Jordan, vgl. Ri. 2,1; Jos. 4,19.
6588#Richter,3,20#20. trat Ehud an ihn heran - er saß nämlich in dem kühlen Obergemach, das für ihn allein bestimmt war - und sagte zu ihm: «Ich habe einen Auftrag von Gott an dich!» Als jener nun vom Sessel aufgestanden war,
6589#Richter,3,21#21. griff Ehud mit seiner linken Hand zu, nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch,
6590#Richter,3,22#22. so daß sogar der Griff hinter der Klinge noch eindrang und das Fett sich um die Klinge schloß; denn er hatte ihm das Schwert nicht wieder aus dem Leibe herausgezogen.
6591#Richter,3,23#23. Hierauf trat Ehud auf den Söller hinaus, nachdem er die Tür des Obergemachs hinter sich verschlossen und verriegelt hatte.
6592#Richter,3,24#24. Kaum war er nun hinausgegangen, als Eglons Diener kamen und nachsahen; als sie aber die Tür des Obergemachs verriegelt fanden, dachten sie: «Er wird wohl gerade seine Notdurft in dem kühlen Gemach verrichten.»
6593#Richter,3,25#25. So warteten sie sich denn zuschanden; schließlich aber, als er die Tür des Obergemachs immer noch nicht öffnete, holten sie einen Schlüssel und öffneten, und siehe: da lag ihr Herr als Leiche am Boden.
6594#Richter,3,26#26. Ehud aber war, während sie gezaudert hatten, entronnen; er war schon über die Götzenbilder hinausgelangt und nach Seira entkommen.
6595#Richter,3,27#27. Sobald er dann heimgekehrt war, stieß er im Gebirge Ephraim in die Posaune, und die Israeliten zogen mit ihm vom Gebirge hinab, er an ihrer Spitze;
6596#Richter,3,28#28. und er rief ihnen zu: «Folgt mir eilends nach! denn der HErr hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben!» Da zogen sie unter seiner Führung hinab, besetzten die Jordanfurten, die nach Moab führten, und ließen niemand hinüber.
6597#Richter,3,29#29. Und sie erschlugen damals den Moabitern gegen zehntausend Mann, lauter kräftige und streitbare Männer, und kein einziger entkam.
6598#Richter,3,30#30. So mußten die Moabiter sich damals unter die Gewalt der Israeliten beugen, und das Land hatte achtzig Jahre lang Ruhe. -
6599#Richter,3,31#31. Nach Ehud aber trat Samgar, der Sohn Anaths, auf und erschlug den Philistern sechshundert Mann mit einem Ochsentreiberstecken; und auch er brachte Israel Rettung.
6600#Richter,4,1#1. ALS aber die Israeliten nach Ehuds Tode aufs neue taten, was dem HErrn mißfiel,
6601#Richter,4,2#2. ließ der HErr sie in die Gewalt des kanaanäischen Königs Jabin fallen, der in Hazor regierte; sein Feldhauptmann war Sisera, der in Haroseth-Goim wohnte.
6602#Richter,4,3#3. Da riefen die Israeliten den HErrn laut um Hilfe an; denn Jabin besaß neunhundert eiserne-1- Kriegswagen und bedrückte die Israeliten gewaltsam zwanzig Jahre lang. -1) d.h. eisenbeschlagene.
6603#Richter,4,4#4. NUN wirkte-1- damals Debora, eine Prophetin, die Frau Lappidoths, als Richterin in Israel. -1) o: waltete.
6604#Richter,4,5#5. Sie hatte ihren Sitz unter der Debora-Palme zwischen Rama und Bethel im Gebirge Ephraim, und die Israeliten suchten sie dort oben auf, um sich von ihr Recht sprechen zu lassen.
6605#Richter,4,6#6. Diese nun schickte hin und ließ Barak, den Sohn Abinoams, aus Kedes im Stamme Naphthali rufen und sagte zu ihm: «Wisse wohl: der HErr, der Gott Israels, gebietet dir: ,Mache dich auf, ziehe auf-1- den Berg Thabor und nimm zehntausend Mann mit dir aus den beiden Stämmen Naphthali und Sebulon. -1) o: an.
6606#Richter,4,7#7. Ich will dann Sisera, den Heerführer Jabins, samt seinen Wagen und seinen Heerscharen zu dir an den Bach Kison führen und ihn in deine Gewalt geben.'»
6607#Richter,4,8#8. Barak antwortete ihr: «Wenn du mit mir gehst, so will ich gehen; wenn du aber nicht mit mir gehst, so gehe auch ich nicht.»
6608#Richter,4,9#9. Da erwiderte sie: «Gewiß will ich mit dir gehen; doch wird alsdann der Ruhm des Zuges, den du unternimmst, nicht dir zuteil werden, denn der HErr wird den Sisera in die Hand eines Weibes fallen lassen.» So machte sich denn Debora auf den Weg und begab sich mit Barak nach Kedes.
6609#Richter,4,10#10. Hierauf entbot Barak die Stämme Sebulon und Naphthali nach Kedes, und zehntausend Mann zogen unter seiner Führung (auf den Berg Thabor) hinauf; auch Debora zog mit ihm hinauf.
6610#Richter,4,11#11. Der Keniter Heber aber hatte sich von den übrigen Kenitern, von der Familie Hobabs, des Schwagers Mose's-a-, getrennt und schlug seine Zelte bis zur Eiche bei Zaanannim in der Nähe von Kedes auf-1-. -1) d.h. er zog als Nomade mit seinen Herden bis nach Kedes.  a) vgl. Ri. 1,16.
6611#Richter,4,12#12. ALS nun Sisera die Kunde erhielt, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Thabor hinaufgezogen sei,
6612#Richter,4,13#13. entbot Sisera alle seine Wagen, neunhundert eiserne Streitwagen, und das gesamte Kriegsvolk, das unter seinem Befehl stand, aus Haroseth-Goim an den Bach Kison.
6613#Richter,4,14#14. Da sagte Debora zu Barak: «Auf! denn dies ist der Tag, an dem der HErr den Sisera in deine Hand gibt! Der HErr ist (selbst) schon vor dir her ausgezogen!» So stieg denn Barak an der Spitze seiner zehntausend Mann vom Berge Thabor hinab,
6614#Richter,4,15#15. und der HErr setzte Sisera und alle seine Wagen und sein ganzes Heer durch die Ankunft und den wilden Schwertangriff Baraks in solche Verwirrung, daß Sisera vom Wagen stieg und zu Fuß floh.
6615#Richter,4,16#16. Barak aber verfolgte die Wagen und das Heer bis Haroseth-Goim, und das ganze Heer Sisera's wurde mit dem Schwert niedergemacht: auch nicht ein einziger blieb übrig.
6616#Richter,4,17#17. Sisera aber war zu Fuß nach dem Zelte Jaels, der Frau des Keniters Heber, geflohen; denn zwischen Jabin, dem König von Hazor, und der Familie des Keniters Heber herrschte Friede.
6617#Richter,4,18#18. Da trat Jael aus dem Zelte hinaus Sisera entgegen und sagte zu ihm: «Kehre ein, Herr, kehre ein bei mir: fürchte dich nicht!» Da trat er zu ihr ins Zelt, und sie deckte ihn mit einer Schlafdecke-1- zu. -1) o: einem Teppich.
6618#Richter,4,19#19. Dann bat er sie: «Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken, denn ich bin durstig!» Da öffnete sie den Milchschlauch, gab ihm zu trinken und deckte ihn wieder zu.
6619#Richter,4,20#20. Darauf bat er sie: «Stelle dich in den Eingang des Zeltes, und wenn jemand kommt und dich fragt, ob jemand hier sei, so antworte: ,Nein, kein Mensch!'»
6620#Richter,4,21#21. Nun holte Jael, Hebers Frau, einen Zeltpflock, nahm einen Hammer in die Hand, trat leise an ihn heran, während er vor Erschöpfung eingeschlafen war, und schlug ihm den Pflock durch die Schläfe, so daß er noch in den Erdboden eindrang; so starb er.
6621#Richter,4,22#22. In diesem Augenblick kam Barak, der den Sisera verfolgte; Jael trat hinaus, ihm entgegen und rief ihm zu: «Komm, ich will dir den Mann zeigen, den du suchst!» Als er dann bei ihr eintrat, fand er wirklich Sisera als Leiche am Boden liegen, und der Pflock steckte ihm noch in der Schläfe.
6622#Richter,4,23#23. So demütigte Gott an jenem Tage den Kanaanäerkönig Jabin vor den Israeliten,
6623#Richter,4,24#24. deren Hand dann immer schwerer auf Jabin, dem Kanaanäerkönig, lastete, bis sie ihn völlig vernichtet hatten.
6624#Richter,5,1#1. AN jenem Tage sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, folgendes Lied:
6625#Richter,5,2#2. DASS Führer an der Spitze standen in Israel-1-, / daß das Volk sich willig zeigte: drob preiset den HErrn! / -1) aÜs: Daß tapfere Krieger zum Kampf sich stellten in Israel. w: Daß ungeschorenes Haar sich lockte in Israel. Tapfere Krieger (bes. Anführer) gelobten oftmals, ihr Haar nicht zu schneiden, ehe sie als Sieger heimgekehrt seien.
6626#Richter,5,3#3. Hört zu, ihr Könige! merkt auf, ihr Fürsten! / ich will, ja ich will dem HErrn lobsingen, / will spielen dem HErrn, dem Gott Israels!
6627#Richter,5,4#4. HERR, als du auszogst von Seir, / als du schrittest von Edoms Gefilden her, / da bebte die Erde, es troffen die Himmel, / ja die Wolken troffen von Wasser; /
6628#Richter,5,5#5. die Berge wankten vor dem HErrn, / der Sinai dort vor dem HErrn, dem Gott Israels-a-. -a) vgl. 5.Mo. 33,2; Ps. 68,8.9.
6629#Richter,5,6#6. IN den Tagen Samgars, des Sohnes Anaths-a-, / in den Tagen Jaels waren öde die Straßen, / und die Wegewandrer gingen auf krummen Pfaden-1-; / -1) d.h. Schleichwegen.   a) Ri. 3,31.
6630#Richter,5,7#7. es fehlte an Führern in Israel, gebrach, / bis du auftratst, Debora, / auftratst, eine Mutter in Israel. /
6631#Richter,5,8#8. Man wählte sich neue Götter; / damals war Kampf schon vor den Toren, / und weder Schild noch Lanze war zu sehn / bei Vierzigtausenden in Israel.
6632#Richter,5,9#9. MEIN Herz gehört den Führern Israels, / denen, die willig sich zeigten im Volk: - preiset den HErrn! /
6633#Richter,5,10#10. Die ihr reitet auf weißglänzenden Eselinnen, / die ihr sitzet auf Teppichen / und die zu Fuß ihr wandert: erzählt es euch! /
6634#Richter,5,11#11. Horch!-1- . . . zwischen den Tränkrinnen! / dort preist man die Heilstaten des HErrn, / die Heilstaten seiner Führerschaft in Israel. / Da zog das Volk des HErrn zu den Toren hinab. -1) die ausgelassenen Worte sind unverständlich. Manche vermuten: Horch! wie sie scherzen (o: Horch! man singt) zwischen den Tränkrinnen (= an den Brunnen)!
6635#Richter,5,12#12. WACH auf, erwache, Debora! / wach auf, erwache und stimme den Sang an! / Erhebe dich, Barak, und fange deine Fänger, Sohn Abinoams! /
6636#Richter,5,13#13. Da zog Israel hinab samt seinen Edlen; / das Volk des HErrn zog hinab als Heldenschar. /
6637#Richter,5,14#14. Aus Ephraim kamen die, deren Stammsitz unter Amalek ist, / hinter ihnen Benjamin mit seinen Scharen; / aus Machir zogen Gebieter hinab / und aus Sebulon die Träger des Führerstabs, /
6638#Richter,5,15#15. und die Fürsten in Issaschar mit Debora / und wie Issaschar so Barak-1-: / in die Ebene stürmte er hin zu Fuß. / An Rubens Bächen fanden schwere Erwägungen statt: / -1) o: der Barakstamm.
6639#Richter,5,16#16. «Warum bliebst du zwischen den Hürden sitzen, / um das Herdengeblök-1- zu hören?» / An Rubens Bächen fanden schwere Erwägungen statt. / -1) o: Hirtengeflöt.
6640#Richter,5,17#17. Gilead blieb ruhig jenseit des Jordans, / und Dan - warum weilte er bei den Schiffen? / Asser saß still am Gestade des Meeres / und blieb ruhig an seinen Buchten; /
6641#Richter,5,18#18. aber Sebulon ist ein Volk, das sein Leben dem Tode preisgibt, / auch Naphthali auf den Höhen seines Gefildes.
6642#Richter,5,19#19. KÖNIGE kamen und stritten; / damals stritten die Könige Kanaans / bei Thaanach an den Wassern Megiddo's: / Beute an Silber gewannen sie nicht. /
6643#Richter,5,20#20. Vom Himmel her stritten die Sterne, / von ihren Bahnen her stritten sie gegen Sisera. /
6644#Richter,5,21#21. Der Kisonbach spühlte sie weg, der alte Schlachtenbach, der Kisonbach: / tritt sie nieder, meine Seele, mit aller Kraft! /
6645#Richter,5,22#22. Damals stampften die Hufe der Rosse vom Rennen, / dem Rennen ihrer Helden. /
6646#Richter,5,23#23. «Verfluchet Meros!» ruft der Engel des HErrn, / «ja, fluchet seinen Bewohnern! / denn sie sind dem HErrn nicht zu Hilfe gekommen, / dem HErrn nicht zu Hilfe unter den Helden!-1-» -1) die Lage der Stadt Meros ist uns unbekannt, ebenso worin ihr fluchwürdiges Verschulden bestanden hat.
6647#Richter,5,24#24. GEPRIESEN vor allen Weibern sei Jael, / das Weib des Keniters Heber, / vor den Weibern im Zelt gepriesen! /
6648#Richter,5,25#25. Um Wasser bat er, Milch gab sie, / im Ehrenbecher reichte sie Sahne. /
6649#Richter,5,26#26. Ihre Hand streckte sie aus nach dem Zeltpflock, / ihre Rechte nach einem Arbeitshammer, / hämmerte los auf Sisera, zermalmte sein Haupt, / zerschmetterte und durchbohrte ihm die Schläfe; /
6650#Richter,5,27#27. zu ihren Füßen brach er zusammen, sank hin, lag da; / zu ihren Füßen brach er zusammen, sank hin: / wo er zusammenbrach, blieb entseelt er liegen.
6651#Richter,5,28#28. DURCHS Fenster spähte sie aus und rief in Angst, / Sisera's Mutter, durch's Gitter hindurch: / «Warum zaudert sein Wagen heimzukommen? / warum säumt der Hufschlag seiner Gespanne?» /
6652#Richter,5,29#29. Die klügste ihrer Edelfrauen erwidert ihr, / und auch sie selbst gibt sich die Antwort: /
6653#Richter,5,30#30. «Sicherlich haben sie Beute zu teilen gefunden, / eine Dirne, zwei Dirnen für jeden Mann, / Beute an bunten Stoffen für Sisera, / Beute an buntgestickten Gewändern, / farbiges Zeug, ein Paar gestickte Tücher für den Hals der Herrin.»
6654#Richter,5,31#31. SO müssen umkommen alle deine Feinde, HErr! / Doch die ihn lieben, / sind wie der Sonne Aufgang in ihrer Kraft-1-. - Darauf hatte das Land vierzig Jahre lang Ruhe. -1) o: Pracht.
6655#Richter,6,1#1. ALS dann die Israeliten wiederum taten, was dem HErrn mißfiel, gab der HErr sie sieben Jahre lang in die Gewalt der Midianiter;
6656#Richter,6,2#2. und die Hand der Midianiter lag schwer auf Israel. Um sich der Midianiter zu erwehren, richteten die Israeliten sich die Schlupfwinkel ein, die sich in den Bergen befinden, und legten die Höhlen und die Bergfesten-1- an. -1) o: Burgen.
6657#Richter,6,3#3. Denn so oft die Israeliten gesät hatten, zogen die Midianiter, die Amalekiter und die übrigen Horden des Ostens gegen sie heran,
6658#Richter,6,4#4. lagerten sich gegen sie im Lande und verwüsteten den Ertrag der Felder bis nach Gaza hin und ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, auch kein Kleinvieh, keine Rinder und Esel;
6659#Richter,6,5#5. denn wenn sie mit ihren Herden und Zelten heranzogen, kamen sie so zahlreich wie Heuschreckenschwärme, so daß sie selbst und ihre Kamele nicht zu zählen waren; und wenn sie eingedrungen waren, verheerten sie das Land.
6660#Richter,6,6#6. Als Israel so von den Midianitern arg mitgenommen wurde, schrieen die Israeliten zum HErrn um Hilfe.
6661#Richter,6,7#7. ALS nun die Israeliten den HErrn um Hilfe gegen die Midianiter angerufen hatten,
6662#Richter,6,8#8. sandte der HErr einen Propheten zu den Israeliten, der zu ihnen sagte: «So hat der HErr, der Gott Israels, gesprochen: ,Ich selbst habe euch aus Ägypten hergebracht und euch aus dem Hause der Knechtschaft herausgeführt;
6663#Richter,6,9#9. ich habe euch aus der Hand der Ägypter und aus der Gewalt aller eurer Bedrücker errettet und sie vor euch her vertrieben und euch ihr Land gegeben
6664#Richter,6,10#10. und habe zu euch gesagt: Ich, der HErr, bin euer Gott: ihr dürft die Götter der Amoriter, in deren Lande ihr wohnt, nicht verehren! aber ihr habt nicht auf meine Mahnung gehört.'»
6665#Richter,6,11#11. DA kam der Engel des HErrn und setzte sich unter die Terebinthe in Ophra, die dem Abiesriten Joas gehörte, während dessen Sohn Gideon gerade Weizen in der Kelter ausklopfte, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen.
6666#Richter,6,12#12. Diesem erschien also der Engel des HErrn und redete ihn mit den Worten an: «Der HErr ist mit dir, du tapferer Held!»
6667#Richter,6,13#13. Gideon antwortete ihm: «Mit Verlaub-1-, mein Herr! wenn der HErr wirklich mit uns wäre, wie hätte uns da dies alles widerfahren können? Und wo sind alle seine Wundertaten, von denen unsere Väter uns erzählt haben, indem sie sagten: ,Der HErr ist es gewesen, der uns aus Ägypten hergeführt hat!' Jetzt aber hat der HErr uns verstoßen und uns in die Hand der Midianiter fallen lassen!» -1) o: Ach!
6668#Richter,6,14#14. Da wandte der HErr sich ihm zu und sagte: «Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Gewalt der Midianiter! Ich sende dich ja!»
6669#Richter,6,15#15. Er aber entgegnete ihm: «Mit Verlaub-1-, mein Herr! wie könnte ich Israel erretten, da doch mein Geschlecht das geringste-2- in Manasse ist und ich der Jüngste in meines Vaters Hause bin?» -1) o: Ach!   2) o: ärmste.
6670#Richter,6,16#16. Da antwortete ihm der HErr: «Ich werde ja mit dir sein, und du sollst die Midianiter schlagen wie einen einzelnen Mann.»
6671#Richter,6,17#17. Da entgegnete er ihm: «Wenn du mir wirklich gnädig gesinnt bist, so gib mir ein Zeichen, daß du selbst es bist, der mit mir redet!
6672#Richter,6,18#18. Entferne dich doch nicht von hier, bis ich zu dir zurückkehre und eine Gabe von mir herausbringe und sie dir vorsetze!» Da antwortete er: «Ich will hier sitzen bleiben, bis du wiederkommst.»
6673#Richter,6,19#19. Darauf ging Gideon ins Haus hinein und richtete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuerte Kuchen von einem Epha Mehl; das Fleisch legte er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf und brachte es dann zu ihm hinaus unter die Terebinthe und setzte es ihm vor.
6674#Richter,6,20#20. Doch der Engel Gottes sagte zu ihm: «Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Kuchen, lege sie auf den Felsen drüben und gieße die Brühe darüber aus!» Als er es getan hatte,
6675#Richter,6,21#21. streckte der Engel des HErrn den Stab aus, den er in der Hand hatte, und berührte mit der Spitze (des Stabes) das Fleisch und die ungesäuerten Kuchen; da schlug Feuer aus dem Gestein hervor und verzehrte das Fleisch und die Kuchen; der Engel des HErrn aber war vor seinen Augen verschwunden.
6676#Richter,6,22#22. Da erkannte Gideon, daß es der Engel des HErrn gewesen war, und er rief aus: «Wehe, HErr mein Gott! Ach, ich habe den Engel des HErrn von Angesicht zu Angesicht gesehen!»
6677#Richter,6,23#23. Aber der HErr antwortete ihm: «Friede dir-1-! fürchte nichts! du wirst nicht sterben!» -1) = beruhige dich!
6678#Richter,6,24#24. Darauf erbaute Gideon dort dem HErrn einen Altar und nannte ihn: «Der HErr ist Heil!» Bis auf den heutigen Tag steht er noch in Ophra, dem Wohnort der Abiesriten.
6679#Richter,6,25#25. IN derselben Nacht gebot ihm dann der HErr: «Nimm den jungen Stier, den dein Vater hat, und außerdem den zweiten siebenjährigen Stier-1-, reiße den Altar Baals, der deinem Vater gehört, nieder und haue den Götzenbaum um, der daneben steht! -1) ws. ist zu lesen: Nimm zehn Mann von deinen Knechten und einen siebenjährigen Stier.
6680#Richter,6,26#26. Dann baue dem HErrn, deinem Gott, auf der höchsten Stelle dieser Bergfeste einen Altar aus aufgeschichteten Steinen und nimm den Stier und bringe ihn als Brandopfer dar mit dem Holz des Götzenbaumes, den du umhauen sollst!»
6681#Richter,6,27#27. Da nahm Gideon zehn Männer von seinen Knechten und tat, wie der HErr ihm befohlen hatte; weil er sich aber vor seiner Familie und vor den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tage zu tun, tat er es bei Nacht.
6682#Richter,6,28#28. Als nun die Männer der Stadt am nächsten Morgen aufstanden, fanden sie den Altar Baals niedergerissen und den Götzenbaum, der daneben gestanden hatte, umgehauen; der Stier aber war als Brandopfer auf dem neuerbauten Altar dargebracht worden.
6683#Richter,6,29#29. Da fragten sie einer den andern: «Wer hat das getan?» und als sie dann nachforschten und sich erkundigten, hieß es: «Gideon, der Sohn des Joas, hat das getan.»
6684#Richter,6,30#30. Da sagten die Männer der Stadt zu Joas: «Gib deinen Sohn heraus: er muß sterben, weil er den Altar Baals niedergerissen und den heiligen Baum, der daneben stand, umgehauen hat!»
6685#Richter,6,31#31. Aber Joas entgegnete allen, die bei ihm standen: «Wollt ihr etwa für Baal streiten, oder wollt ihr für ihn eintreten? Wer für ihn streitet, soll noch diesen Morgen sterben! Wenn Baal ein Gott ist, so mag er für sich selbst eintreten, weil man seinen Altar niedergerissen hat!»
6686#Richter,6,32#32. Daher gab man ihm-1- an jenem Tage den Namen «Jerubbaal»-2-, indem man sagte: «Baal möge gegen ihn-3- streiten, weil er seinen Altar niedergerissen hat.» -1) d.h. dem Gideon.  2) d.h. Baal möge streiten.  3) d.h. Gideon.
6687#Richter,6,33#33. Als sich nun alle Midianiter, dazu auch die Amalekiter und die Horden des Ostens insgesamt vereinigt und sich nach Überschreitung (des Jordans) in der Ebene Jesreel gelagert hatten,
6688#Richter,6,34#34. kam der Geist des HErrn über Gideon, so daß er in die Posaune stieß, worauf die Abiesriter seinem Aufgebot folgten.
6689#Richter,6,35#35. Er sandte dann Boten in ganz Manasse umher, und auch dieser Stamm folgte seinem Ruf; ebenso sandte er Boten durch Asser, durch Sebulon und durch Naphthali, und auch diese Stämme zogen zur Hilfeleistung heran.
6690#Richter,6,36#36. Nun sagte Gideon zu Gott: «Willst du wirklich Israel durch meine Hand erretten, wie du verheißen hast: -
6691#Richter,6,37#37. gut, so will ich ein Schaffell-1- auf der Tenne ausbreiten; wenn dann der Tau bloß auf dem Fell-2- liegen wird, der ganze übrige Boden aber trocken bleibt, so will ich daran erkennen, daß du Israel durch meine Hand erretten willst, wie du verheißen hast.» -1) o: die Schafschur.   2) o: der Wollschur.
6692#Richter,6,38#38. Und so geschah es: als er am andern Morgen früh das Fell-1- ausdrückte, preßte er Tau aus dem Fell, eine ganze Schale voll Wasser. -1) o: die Wolle.
6693#Richter,6,39#39. Darauf sagte Gideon zu Gott: «Gerate nicht in Zorn gegen mich, wenn ich nur diesmal noch rede! Laß mich nur noch diesmal einen Versuch mit dem Fell-1- machen: das Fell allein möge trocken bleiben, auf dem ganzen übrigen Boden aber Tau liegen!» -1) o: der Wollschur.
6694#Richter,6,40#40. Da ließ Gott es in jener Nacht so geschehen: das Fell allein blieb trocken, während sonst auf dem Boden überall Tau lag.
6695#Richter,7,1#1. DA machte sich Jerubbaal, das ist Gideon, in der Frühe mit der gesamten Mannschaft, die bei ihm war, auf den Weg und lagerte sich bei der Quelle Harod, so daß sich das Lager der Midianiter nördlich von ihm in der Ebene nach dem Hügel More hin befand.
6696#Richter,7,2#2. DA sagte der HErr zu Gideon: «Das Volk, das du bei dir hast, ist zu zahlreich, als daß ich die Midianiter in ihre Gewalt geben sollte; die Israeliten könnten sich sonst mir gegenüber rühmen und behaupten: ,Wir haben uns durch eigene Kraft gerettet!'
6697#Richter,7,3#3. Darum laß vor dem Volk laut ausrufen: ,Wer sich fürchtet und Angst hat, der kehre um [und entferne sich vom Gebirge Gilead]!'» Da zogen 22 000 Mann von dem Kriegsvolk ab, und 10 000 blieben zurück.
6698#Richter,7,4#4. Der HErr aber sagte zu Gideon: «Das Volk ist immer noch zu zahlreich; führe sie hinab ans Wasser: dort will ich sie dir sichten; und von wem ich dir dann sagen werde: ,Dieser soll mit dir ziehen!' der soll dich begleiten; aber jeder, von dem ich dir sage: ,Dieser soll nicht mit dir ziehen!' der soll dich nicht begleiten!»
6699#Richter,7,5#5. Als nun Gideon die Leute an das Wasser hinabgeführt hatte, sagte der HErr zu ihm: «Jeden, der das Wasser mit der Zunge leckt, wie die Hunde es machen, den stelle besonders, und ebenso jeden, der niederkniet, um zu trinken.»
6700#Richter,7,6#6. Es belief sich aber die Zahl derer, die das Wasser [mit der Hand in den Mund] geleckt hatten, auf dreihundert Mann; alle übrigen hatten sich auf die Knie niedergelassen, um Wasser (mit der Hand in den Mund) zu trinken.
6701#Richter,7,7#7. Darauf sagte der HErr zu Gideon: «Durch die dreihundert Mann, die (das Wasser) geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine Hand geben; alle übrigen Leute aber sollen ein jeder in seinen Wohnort zurückkehren!»
6702#Richter,7,8#8. Da behielten sie den Mundvorrat-1- der Leute und deren Posaunen bei sich zurück, alle übrigen israelitischen Männer aber entließ er, einen jeden in seine Heimat; nur die dreihundert Mann behielt er bei sich. Das Lager der Midianiter aber befand sich unterhalb von ihm in der Ebene. -1) aL: die Krüge.
6703#Richter,7,9#9. IN derselben Nacht nun gebot ihm der HErr: «Mache dich auf, ziehe gegen das Lager hinab! denn ich habe es in deine Hand gegeben.
6704#Richter,7,10#10. Fürchtest du dich aber hinabzuziehen, so steige mit deinem Knappen-1- Pura zum Lager hinab; -1) o: Burschen.
6705#Richter,7,11#11. wenn du dann belauscht hast, was man dort redet, wirst du alsdann den Mut in dir fühlen, gegen das Lager hinabzuziehen.» Da begab er sich mit seinem Knappen Pura hinab bis zu den Kriegern am äußersten Rande des Lagers.
6706#Richter,7,12#12. Die Midianiter aber sowie die Amalekiter und die sämtlichen Horden aus dem Osten hatten sich in der Ebene gelagert so zahllos wie Heuschreckenschwärme, und die Menge ihrer Kamele war unzählbar wie der Sand am Gestade des Meeres.
6707#Richter,7,13#13. Als nun Gideon dort ankam, erzählte ein Mann gerade seinem Kameraden einen Traum mit den Worten: «Denke dir: ich habe einen Traum gehabt! Ich sah, wie ein hartgebackenes Gerstenbrot in das midianitische Lager rollte, bis es an ein Zelt kam und dieses so traf, daß es umfiel: es wurde umgestürzt, das Unterste zuoberst, und so lag das Zelt da.»
6708#Richter,7,14#14. Da antwortete der andere: «Das bedeutet nichts anderes als das Schwert des Israeliten Gideon, des Sohnes des Joas! Gott hat die Midianiter und unser ganzes Lager in seine Hand gegeben!»
6709#Richter,7,15#15. Als nun Gideon die Erzählung von dem Traum und seine Deutung gehört hatte, warf er sich danksagend auf die Kniee nieder, kehrte dann ins israelitische Lager zurück und rief: «Auf! der HErr hat das Lager der Midianiter in eure Hand gegeben!»
6710#Richter,7,16#16. HIERAUF teilte er seine dreihundert Mann in drei Abteilungen und gab ihnen allen Posaunen in die Hand und leere Krüge, in denen sich aber Fackeln befanden.
6711#Richter,7,17#17. Dann befahl er ihnen: «Achtet darauf, wie ich es mache, und macht es ebenso! Was ich tun werde, sobald ich unmittelbar vor dem Lager angekommen bin, das tut auch ihr!
6712#Richter,7,18#18. Wenn ich also samt allen Leuten, die zu meiner Abteilung gehören, in die Posaune stoße, so stoßt auch ihr in die Posaunen rings um das ganze Lager und ruft: ,Für den HErrn und für Gideon!'»
6713#Richter,7,19#19. Als nun Gideon mit den hundert Mann, die seine Abteilung bildeten, bei Beginn der mittleren Nachtwache - soeben hatte man die Wachen aufgestellt - unmittelbar vor dem Lager angekommen war, stießen sie in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, die sie in der Hand hatten;
6714#Richter,7,20#20. und zwar stießen die drei Abteilungen gleichzeitig in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, nahmen dann die Fackeln in die linke Hand und die Posaunen in die rechte, um hineinzustoßen, und schrieen: «Schwert für den HErrn und für Gideon!»
6715#Richter,7,21#21. Dabei blieben sie ein jeder ruhig an seiner Stelle rings um das Lager herum stehen. Da geriet das ganze Lager in Bewegung, alles schrie und suchte zu fliehen;
6716#Richter,7,22#22. als jene dann aber in die dreihundert Posaunen stießen, richtete der HErr das Schwert eines jeden gegen den andern, und zwar im ganzen Lager, und das Heerlager floh bis Beth-Sitta nach Zerera hin, bis an das (Jordan-)Ufer von Abel-Mehola bei Tabbath.
6717#Richter,7,23#23. NUN wurden die Mannschaften der Israeliten aus den Stämmen Naphthali, Asser und ganz Manasse aufgeboten und verfolgten die Midianiter.
6718#Richter,7,24#24. Auch hatte Gideon Boten im ganzen Berglande Ephraim umhergesandt mit der Aufforderung: «Kommt herab den Midianitern entgegen und schneidet ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara und den Übergang über den Jordan!» Da folgten alle Männer vom Stamm Ephraim dem Rufe und schnitten ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara und den Übergang über den Jordan.
6719#Richter,7,25#25. Auch nahmen sie die beiden midianitischen Fürsten-1- Oreb-2- und Seeb-3- gefangen und hieben Oreb am Rabenfelsen nieder und erschlugen Seeb bei der Wolfskelter-4-. Nach der Verfolgung der Midianiter aber brachten sie die Köpfe Orebs und Seebs zu Gideon auf die andere Seite des Jordans. -1) o: Häuptlinge.   2) d.h. Rabe.   3) d.h. Wolf.   4) o: Wolfsschlucht.
6720#Richter,8,1#1. Die Mannschaft der Ephraimiten aber sagte zu ihm: «Warum hast du uns das zuleide getan, daß du uns nicht gleich gerufen hast, als du zum Kampf gegen die Midianiter auszogst?» und machten ihm schwere Vorwürfe.
6721#Richter,8,2#2. Doch er entgegnete ihnen: «Was habe ich denn jetzt geleistet im Vergleich mit euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims ergiebiger als die Weinlese Abiesers?
6722#Richter,8,3#3. In eure Hand hat ja Gott die Häuptlinge der Midianiter, Oreb und Seeb, fallen lassen. Was habe ich also im Vergleich mit euch zu leisten vermocht?» Durch diese Worte, die er an sie richtete, wurde ihr Unwille gegen ihn beschwichtigt.
6723#Richter,8,4#4. ALS nun Gideon an den Jordan gekommen und mit seinen dreihundert Mann, erschöpft von der Verfolgung, übergesetzt war,
6724#Richter,8,5#5. bat er die Einwohner von Sukkoth: «Gebt doch den Leuten, die mir folgen, einige Laibe Brot-1-, denn sie sind erschöpft; und ich bin auf der Verfolgung der Midianiterkönige Sebah und Zalmunna.» -1) = Brotkuchen.
6725#Richter,8,6#6. Aber die Vorsteher von Sukkoth antworteten: «Hast du etwa die Faust Sebahs und Zalmunna's schon in deiner Hand, daß wir deiner Mannschaft Brot geben sollten?»
6726#Richter,8,7#7. Da erwiderte Gideon: «Nun gut! wenn der HErr den Sebah und Zalmunna in meine Gewalt gegeben hat, will ich euch den Leib mit Wüstendornen und Stechdisteln zerdreschen!»
6727#Richter,8,8#8. Er zog dann von dort weiter nach Pnuel hinauf und richtete an sie die gleiche Bitte; aber die Einwohner von Pnuel gaben ihm dieselbe Antwort wie die Leute von Sukkoth-1-. -1) beide fürchteten die Rache der schweifenden Horden.
6728#Richter,8,9#9. Da erklärte er auch den Einwohnern von Pnuel: «Wenn ich wohlbehalten zurückkomme, will ich den Turm hier niederreißen!»
6729#Richter,8,10#10. SEBAH und Zalmunna aber befanden sich mit ihren Heeren in Karkor, etwa 15 000 Mann, alle, die von dem gesamten Heere der Horden des Ostens übriggeblieben waren; denn 120 000 Mann hatten den Tod gefunden, lauter schwertbewaffnete Männer.
6730#Richter,8,11#11. Gideon zog nun auf der Karawanenstraße östlich von Nobah und Jogbeha heran und überfiel das Heer, das in seinem Lager keine Gefahr ahnte.
6731#Richter,8,12#12. Sebah und Zalmunna flohen, er aber verfolgte sie und nahm die beiden midianitischen Könige Sebah und Zalmunna gefangen; das ganze Heer aber hatte er zersprengt.
6732#Richter,8,13#13. Als dann Gideon, der Sohn des Joas, von der Anhöhe von Heres her aus dem Kampf zurückkehrte,
6733#Richter,8,14#14. griff er einen jungen Mann auf, der in Sukkoth zu Hause war, und fragte ihn aus; dieser mußte ihm die Namen der Vorsteher von Sukkoth und der dortigen Ältesten aufschreiben, siebenundsiebzig Personen.
6734#Richter,8,15#15. Als er dann in Sukkoth ankam, sagte er zu den Männern dort: «Hier sind nun Sebah und Zalmunna, derentwegen ihr mich verhöhnt habt mit der Frage: ,Hast du etwa die Faust Sebahs und Zalmunna's schon in deiner Hand, daß wir deinen erschöpften Leuten Brot geben sollten?'»
6735#Richter,8,16#16. Darauf ließ er die Ältesten des Orts ergreifen, nahm Wüstendornen und Stechdisteln und ließ damit den Männern von Sukkoth einen Denkzettel geben.
6736#Richter,8,17#17. Den Turm in Pnuel aber zerstörte er und ließ die Männer der Stadt niederhauen.
6737#Richter,8,18#18. DARAUF fragte er Sebah und Zalmunna: «Wie sahen die Männer aus, die ihr am Thabor-1- erschlagen habt?» Sie antworteten: «Ganz wie du, so sahen sie aus, ein jeder wie ein Königssohn an Wuchs.» -1) o: in Thabar.
6738#Richter,8,19#19. Da rief (Gideon) aus: «Das waren meine Brüder, die Söhne meiner Mutter! So wahr der HErr lebt: hättet ihr sie am Leben gelassen, so wollte ich euch auch nicht ums Leben bringen!»
6739#Richter,8,20#20. Hierauf sagte er zu seinem erstgeborenen Sohne Jether: «Auf! haue sie nieder!» Aber der Knabe zog sein Schwert nicht, denn er fürchtete sich, weil er noch zu jung war.
6740#Richter,8,21#21. Da sagten Sebah und Zalmunna: «Stehe du auf und stoße uns nieder! denn wie der Mann, so seine Kraft.» Da stand Gideon auf und hieb Sebah und Zalmunna nieder; die kleinen Monde aber, die ihre Kamele am Halse trugen, nahm er für sich.
6741#Richter,8,22#22. HIERAUF baten die Israeliten den Gideon: «Sei unser König, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn! denn du hast uns aus der Gewalt der Midianiter befreit.»
6742#Richter,8,23#23. Aber Gideon antwortete ihnen: «Ich will nicht euer König sein, und mein Sohn soll auch nicht über euch herrschen: der HErr soll euer König sein!»
6743#Richter,8,24#24. Dann fuhr er fort: «Eine Bitte möchte ich an euch richten: gebt mir ein jeder die Ringe, die er erbeutet hat!» - die Midianiter hatten nämlich goldene Ringe getragen, weil sie Ismaeliter waren.
6744#Richter,8,25#25. Da antworteten sie: «Gewiß, die wollen wir dir gern geben.» Da breiteten sie einen Mantel-1- aus, und ein jeder warf die von ihm erbeuteten Ringe darauf. -1) o: ein Tuch.
6745#Richter,8,26#26. Es betrug aber das Gewicht der goldenen Ringe, die er sich erbeten hatte, 1 700 Schekel Gold-1-, abgesehen von den kleinen Monden und den Ohrgehängen und den Purpurgewändern, welche die midianitischen Könige getragen hatten, und abgesehen von den Halsketten, die an den Hälsen ihrer Kamele gehangen hatten. -1) ein Goldschekel = 16,37 Gramm.
6746#Richter,8,27#27. Gideon ließ dann daraus einen kostbaren Ephod-1- anfertigen und stellte diesen in seinem Wohnort Ophra auf; und ganz Israel trieb dort Abgötterei mit ihm, so daß er für Gideon und sein Haus zum Fallstrick wurde. - -1) der «Ephod» ist nach 2.Mo. 28,6 das Schulterkleid des Priesters. Bisweilen wird aber damit auch ein Abbild Gottes (also ein Götzenbild) bez., das mit einem solchen Priestergewand bekleidet wurde.
6747#Richter,8,28#28. Die Midianiter aber waren von den Israeliten gedemütigt worden, so daß sie das Haupt nicht mehr hochtragen konnten; und das Land hatte vierzig Jahre lang Ruhe, solange Gideon lebte.
6748#Richter,8,29#29. Hierauf ging Jerubbaal-1-, der Sohn des Joas, hin und lebte ruhig in seinem Hause. -1) = Gideon.
6749#Richter,8,30#30. Gideon hatte aber siebzig vollbürtige Söhne, denn er hatte viele Frauen;
6750#Richter,8,31#31. auch von seinem Nebenweibe, die in Sichem wohnte, hatte er einen Sohn, dem er den Namen Abimelech-1- gab. -1) d.h. mein Vater ist König.
6751#Richter,8,32#32. Gideon, der Sohn des Joas, starb dann in hohem Alter und wurde im Grabe seines Vaters Joas zu Ophra, dem Wohnort der Abiesriten, beigesetzt.
6752#Richter,8,33#33. NACH Gideons Tode aber trieben die Israeliten wiederum Götzendienst mit den Baalen und machten den Bundesbaal-a- zu ihrem Gott; -a) Ri. 9,4.
6753#Richter,8,34#34. denn die Israeliten dachten nicht mehr an den HErrn, ihren Gott, der sie aus der Gewalt aller ihrer Feinde ringsum errettet hatte;
6754#Richter,8,35#35. auch bewiesen sie sich nicht dankbar gegen das Haus Jerubbaal-Gideons für alles Gute, das er an Israel getan hatte.
6755#Richter,9,1#1. ABIMELECH aber, der Sohn Jerubbaals, begab sich nach Sichem zu den Brüdern-1- seiner Mutter und stellte ihnen, sowie allen, die zu der Familie des Vaters seiner Mutter gehörten, folgendes vor: -1) o: Verwandten.
6756#Richter,9,2#2. «Richtet doch an alle Bürger von Sichem laut die Frage: ,Was ist vorteilhafter für euch, wenn siebzig Männer, sämtliche Söhne Jerubbaals, über euch herrschen oder wenn ein einziger Mann euer Herrscher ist?' Bedenkt auch, daß ich von eurem Fleisch und Bein bin!»
6757#Richter,9,3#3. Als nun die Brüder-1- seiner Mutter alle diese Äußerungen vor den Bürgern von Sichem laut aussprachen und für ihn eintraten, da neigten sich ihre Herzen dem Abimelech zu; denn sie sagten: «Er ist unser Bruder-2-.» -1) o: Verwandten.   2) = Stammesgenosse.
6758#Richter,9,4#4. Sie gaben ihm also siebzig Schekel Silber aus dem Tempel des Bundesbaals, und mit diesem Gelde nahm Abimelech eine Anzahl nichtsnutziger und verwegener Leute in seinen Dienst: sie bildeten sein Gefolge.
6759#Richter,9,5#5. Er begab sich dann nach Ophra in das Haus seines Vaters und ermordete dort seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Männer, alle auf einem Steine-1-; nur Jotham, der jüngste Sohn Jerubbaals, blieb am Leben, weil er sich versteckt hatte. -1) o: auf einmal.
6760#Richter,9,6#6. Darauf versammelten sich alle Bürger von Sichem und alle Bewohner des Millo-1-, begaben sich zu der Denkmalseiche, die in der Nähe von Sichem steht-a-, und machten dort Abimelech zum König. -1) d.h. der Burg.   a) vgl. Jos. 24,26.
6761#Richter,9,7#7. ALS man das dem Jotham hinterbrachte, machte er sich auf, trat auf den Gipfel des Berges Garizim und rief ihnen mit hocherhobener Stimme zu: «Hört mich an, ihr Bürger von Sichem, damit auch Gott euch anhöre!»
6762#Richter,9,8#8. «Einst gingen die Bäume hin, um einen König über sich zu salben, und sagten zum Ölbaum: ,Sei du unser König!'
6763#Richter,9,9#9. Aber der Ölbaum erwiderte ihnen: ,Soll ich etwa meine Fettigkeit aufgeben, um deretwillen Götter und Menschen mich preisen-1-, und soll hingehen, um über den Bäumen zu schweben?' -1) aÜs: mit der man Götter und Menschen durch mich ehrt.
6764#Richter,9,10#10. Da sagten die Bäume zum Feigenbaum: ,Komm du, sei unser König!'
6765#Richter,9,11#11. Aber der Feigenbaum erwiderte ihnen: ,Soll ich etwa meine Süßigkeit und meine köstlichen Früchte aufgeben und hingehen, um über den Bäumen zu schweben?'
6766#Richter,9,12#12. Da sagten die Bäume zum Weinstock: ,Komm du, sei unser König!'
6767#Richter,9,13#13. Aber der Weinstock erwiderte ihnen: ,Soll ich etwa meinen Wein aufgeben, der Götter und Menschen fröhlich macht, und hingehen, um über den Bäumen zu schweben?'
6768#Richter,9,14#14. Da sagten die Bäume alle zum Dornstrauch: ,Komm du, sei unser König!'
6769#Richter,9,15#15. Da antwortete der Dornstrauch den Bäumen: ,Wenn ihr mich wirklich-1- zum König über euch salben wollt, so kommt: vertraut euch meinem Schatten an! Wo nicht, so soll Feuer vom Dornstrauch ausgehen und die Zedern des Libanons verzehren!'» -1) aÜs: im Ernst (o: in Aufrichtigkeit).
6770#Richter,9,16#16. «Und nun, wenn ihr treu und redlich gehandelt habt, daß ihr Abimelech zum König gemacht, und wenn ihr ehrenhaft an Jerubbaal und seinem Hause gehandelt und euch dankbar für seine Verdienste um euch bewiesen habt -
6771#Richter,9,17#17. denn mein Vater hat für euch gekämpft und sein Leben aufs Spiel gesetzt und euch aus der Gewalt der Midianiter errettet,
6772#Richter,9,18#18. während ihr euch jetzt gegen das Haus meines Vaters erhoben und seine Söhne ermordet habt, siebzig Männer, alle auf einmal-a-, und habt Abimelech, den Sohn seiner Magd-1-, zum König über die Bürger von Sichem gemacht, weil er euer Bruder-2- ist -; -1) = Sklavin.   2) o: Stammesgenosse.   a) vgl. V. 6.
6773#Richter,9,19#19. wenn ihr also heute treu und ehrenhaft an Jerubbaal und seinem Hause gehandelt habt, so wünsche ich euch, Freude an Abimelech zu erleben, und auch er möge euer froh werden!
6774#Richter,9,20#20. wenn aber nicht, so möge Feuer von Abimelech ausgehen und die Bürger von Sichem samt den Bewohnern der Burg verzehren, und ebenso möge Feuer von den Bürgern Sichems und von den Bewohnern der Burg ausgehen und den Abimelech verzehren!»
6775#Richter,9,21#21. Darauf entfloh Jotham eilig und kam glücklich nach Beer, wo er sich in weiter Entfernung von seinem Bruder Abimelech niederließ.
6776#Richter,9,22#22. ALS nun Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,
6777#Richter,9,23#23. ließ Gott einen bösen Geist-1- zwischen Abimelech und den Bürgern von Sichem entstehen, so daß die Bürger von Sichem von Abimelech abfielen - -1) = Zwietracht und Zerwürfnis.
6778#Richter,9,24#24. dies geschah nämlich, damit das an den siebzig Söhnen Jerubbaals begangene Verbrechen gerächt würde und Gott ihr Blut auf ihren Bruder Abimelech, der sie ermordet hatte, und auf die Bürger von Sichem kommen ließe, die ihm bei der Ermordung seiner Brüder behilflich gewesen waren-1-. -1) aÜs: die ihn zur Ermordung seiner Brüder ermutigt hatten.
6779#Richter,9,25#25. Die Bürger von Sichem legten also, um ihn verhaßt zu machen, auf den Bergeshöhen Wegelagerer in Hinterhalt; die mußten jeden ausplündern, der auf der Straße an ihnen vorüberzog. Das wurde dem Abimelech hinterbracht.
6780#Richter,9,26#26. Damals war nämlich Gaal, der Sohn Ebeds, mit seinen Brüdern-1- gekommen und hatte sich in Sichem niedergelassen, und die Bürger von Sichem hatten Vertrauen zu ihm gewonnen. -1) o: Stammesgenossen.
6781#Richter,9,27#27. Als sie nun einst aufs Feld hinausgezogen waren und die Weinlese gehalten und gekeltert hatten, veranstalteten sie ein Freudenfest, begaben sich in den Tempel ihres Gottes, aßen und tranken und stießen Verwünschungen gegen Abimelech aus.
6782#Richter,9,28#28. Da rief Gaal, der Sohn Ebeds, aus: «Wer ist Abimelech, und wer sind wir Sichemiten, daß wir seine Untertanen sein sollten? Ist er nicht ein Sohn Jerubbaals und Sebul sein Vogt? Müßte er nicht den Männern Hemors, des Stammvaters von Sichem untertan sein? warum sollen nun wir ihm dienen?
6783#Richter,9,29#29. Hätte ich nur dies Volk unter meinem Befehl: ich wollte diesem Abimelech schon den Weg weisen und dem Abimelech sagen lassen: ,Verstärke dein Heer und rücke aus!'»
6784#Richter,9,30#30. Als nun Sebul, der Stadthauptmann, Kunde von den Reden Gaals, des Sohnes Ebeds, erhielt, geriet er in Zorn;
6785#Richter,9,31#31. er sandte insgeheim-1- Boten an Abimelech und ließ ihm sagen: «Wisse wohl: Gaal, der Sohn Ebeds, ist mit seinen Brüdern-a- nach Sichem gekommen, und sie wiegeln nun die Stadt gegen dich auf. -1) vlt. ist zu lesen «nach Aruma» (vgl. V. 41).   a) vgl. V. 26.
6786#Richter,9,32#32. Mache dich also in der Nacht-1- mit dem Kriegsvolk, das du bei dir hast, auf den Weg und lege dich draußen auf dem Felde in einen Hinterhalt. -1) o: noch in dieser Nacht.
6787#Richter,9,33#33. Frühmorgens aber, sobald die Sonne aufgeht, brich auf und überfalle die Stadt. Wenn er dann mit seinen Leuten gegen dich ausrückt, so verfahre mit ihm nach den Umständen.»
6788#Richter,9,34#34. Da machte sich Abimelech mit allem Kriegsvolk, das er bei sich hatte, in der Nacht auf den Weg, und sie legten sich in vier Abteilungen in den Hinterhalt gegen Sichem.
6789#Richter,9,35#35. Als nun Gaal, der Sohn Ebeds, hinausging und an den Eingang des Stadttores trat, brach Abimelech mit seinen Leuten aus dem Hinterhalt hervor.
6790#Richter,9,36#36. Sobald Gaal die Leute erblickte, sagte er zu Sebul: «Da kommt ja Kriegsvolk von den Berghöhen herab!» Aber Sebul entgegnete ihm: «Den Schatten der Berge siehst du für Männer an.»
6791#Richter,9,37#37. Doch Gaal blieb dabei: «Nein, es sind Krieger, die vom Nabel des Landes-1- herabziehen, und dort ist noch eine Schar, die des Weges von der Wahrsager-Eiche her kommt.» -1) o: vom Erdnabel; wohl Bez. des Garizim.
6792#Richter,9,38#38. Da rief Sebul ihm zu: «Wo ist denn nun dein großes Maul, mit dem du ausgerufen hast: ,Wer ist Abimelech, daß wir seine Untertanen sein sollten?' Das ist ja das Kriegsvolk, das du verachtet hast! So ziehe nun jetzt aus und kämpfe mit ihm!»
6793#Richter,9,39#39. Da zog Gaal an der Spitze der Bürger von Sichem aus und wurde mit Abimelech handgemein;
6794#Richter,9,40#40. dieser aber schlug ihn zurück, und er mußte vor ihm fliehen, und viele blieben erschlagen liegen bis an den Eingang des Stadttores.
6795#Richter,9,41#41. Während Abimelech dann in Aruma blieb, vertrieb Sebul den Gaal und dessen Brüder-1-, so daß sie nicht länger in Sichem bleiben konnten. -1) o: Genossen.
6796#Richter,9,42#42. ALS dann am folgenden Morgen die Leute aufs Feld hinausgegangen waren, nahm Abimelech, der Kunde davon erhalten hatte,
6797#Richter,9,43#43. sein Kriegsvolk, teilte es in drei Abteilungen und legte sich draußen auf dem Felde in den Hinterhalt. Als er nun sah, wie die Leute aus der Stadt herauskamen, fiel er über sie her und machte sie nieder;
6798#Richter,9,44#44. dann stürmte er mit seiner Abteilung vor und nahm am Eingang des Stadttores Stellung, während die beiden anderen Abteilungen über alle die herfielen, welche auf dem Felde waren, und sie niederhieben.
6799#Richter,9,45#45. Abimelech bestürmte dann die Stadt jenen ganzen Tag hindurch, und als er sie erobert hatte, ließ er die Einwohner töten, zerstörte die Stadt und streute Salz über die ganze Stätte.
6800#Richter,9,46#46. Als die Bewohner der Burg von Sichem das vernahmen, begaben sie sich alle in den Keller des Tempels des Bundesgottes.
6801#Richter,9,47#47. Sobald nun dem Abimelech gemeldet wurde, daß alle Bewohner der Burg von Sichem dort beisammen seien,
6802#Richter,9,48#48. stieg er mit seiner gesamten Mannschaft auf den Berg Zalmon; dort nahm Abimelech seine Axt zur Hand, hieb einen Busch Holz ab, lud ihn sich auf die Schultern und befahl seinen Leuten: «Was ihr mich habt tun sehen, das tut auch ihr ohne Verzug!»
6803#Richter,9,49#49. Da hieben auch sämtliche Krieger Mann für Mann einen Busch für sich ab, zogen dann hinter Abimelech her, warfen (das Holz) oben auf den Keller und setzten so den Keller von obenher in Brand, so daß nun auch alle Bewohner der Burg von Sichem ihren Tod fanden, ungefähr tausend Männer und Frauen.
6804#Richter,9,50#50. Hierauf rückte Abimelech gegen Thebez, belagerte den Ort und eroberte ihn.
6805#Richter,9,51#51. Mitten im Ort stand aber ein fester Turm, in den sich alle Männer und Frauen, sämtliche Bürger des Orts, geflüchtet hatten; sie hatten sich daselbst eingeschlossen und waren auf das Dach des Turmes gestiegen.
6806#Richter,9,52#52. Als nun Abimelech an den Turm herangerückt war und ihn bestürmte und dabei bis an den Eingang des Turmes heranging, um Feuer an ihn zu legen,
6807#Richter,9,53#53. schleuderte ihm eine Frau den oberen Stein einer Handmühle auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel.
6808#Richter,9,54#54. Da rief er schnell seinen Waffenträger herbei und befahl ihm: «Ziehe dein Schwert und töte mich vollends, damit man mir nicht nachsagen kann, ein Weib habe mich umgebracht!» Da durchbohrte ihn sein Waffenträger, und er starb.
6809#Richter,9,55#55. Als nun die Israeliten sahen, daß Abimelech tot war, kehrten sie ein jeder in seinen Wohnort zurück.
6810#Richter,9,56#56. So vergalt Gott dem Abimelech das Verbrechen, das er durch die Ermordung seiner siebzig Brüder an seinem Vater begangen hatte;
6811#Richter,9,57#57. und ebenso ließ Gott alle Freveltaten der Einwohner von Sichem auf ihr Haupt zurückfallen. So erfüllte sich an ihnen der Fluch Jothams, des Sohnes Jerubbaals.
6812#Richter,10,1#1. NACH Abimelech trat dann zur Errettung Israels ein Mann aus dem Stamm Issaschar auf, nämlich Thola, der Sohn Pua's, des Sohnes Dodo's; er wohnte in Samir im Gebirge Ephraim
6813#Richter,10,2#2. und waltete als Richter in Israel dreiundzwanzig Jahre lang; dann starb er und wurde in Samir begraben.
6814#Richter,10,3#3. Nach ihm trat Jair aus Gilead auf und richtete Israel zweiundzwanzig Jahre.
6815#Richter,10,4#4. Er hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Eselsfüllen ritten und dreißig Ortschaften besaßen, die man bis auf den heutigen Tag die «Zeltdörfer Jairs» nennt; sie liegen in der Landschaft Gilead.
6816#Richter,10,5#5. Dann starb Jair und wurde in Kamon begraben.-a- -a) vgl. 4.Mo. 32,41.
6817#Richter,10,6#6. ABER die Israeliten taten wiederum, was dem HErrn mißfiel; denn sie dienten den Baalen und Astarten-a-, den Göttern der Syrer und der Sidonier, den Göttern der Moabiter, der Ammoniter und der Philister; den HErrn aber verließen sie und dienten ihm nicht. -a) vgl. Ri. 2,13.
6818#Richter,10,7#7. Da entbrannte der Zorn des HErrn gegen die Israeliten, so daß er sie in die Gewalt der Philister und in die Hand der Ammoniter fallen ließ;
6819#Richter,10,8#8. die bedrückten und mißhandelten die Israeliten achtzehn Jahre lang, nämlich alle Israeliten jenseit des Jordans im Lande der Amoriter, die in Gilead wohnten.
6820#Richter,10,9#9. Als nun die Ammoniter sogar über den Jordan zogen, um auch Juda, Benjamin und den Stamm Ephraim zu bekriegen, da gerieten die Israeliten in sehr große Angst.
6821#Richter,10,10#10. Da riefen die Israeliten den HErrn laut um Hilfe an und bekannten: «Wir haben gegen dich gesündigt, und zwar dadurch, daß wir unsern Gott verlassen und den Baalen gedient haben!»
6822#Richter,10,11#11. Da antwortete der HErr den Israeliten: «Habe ich euch nicht von den Ägyptern und Amoritern, von den Ammonitern und Philistern errettet?
6823#Richter,10,12#12. und als die Sidonier, die Amalekiter und die Midianiter euch bedrängten und ihr mich um Hilfe anrieft, habe ich euch da nicht aus ihrer Gewalt befreit?
6824#Richter,10,13#13. Ihr aber habt mich verlassen und anderen Göttern gedient; darum will ich euch hinfort nicht mehr erretten.
6825#Richter,10,14#14. Geht hin und schreit um Hilfe zu den Göttern, die ihr euch erwählt habt: die mögen euch helfen, wenn ihr in Not seid!»
6826#Richter,10,15#15. Da beteten die Israeliten zum HErrn: «Wir haben gesündigt! verfahre mit uns ganz so, wie es dir wohlgefällt, nur rette uns noch dies eine Mal!»
6827#Richter,10,16#16. Darauf entfernten sie die fremden Götter aus ihrer Mitte und verehrten den HErrn; da konnte er sein Erbarmen mit der Not Israels nicht länger zurückhalten.
6828#Richter,10,17#17. ALS nun die Ammoniter nach dem Aufgebot ihrer Kriegsmacht sich in Gilead lagerten und die Israeliten sich gesammelt und ein Lager bei Mizpa bezogen hatten,
6829#Richter,10,18#18. da sagte das Volk, die Fürsten von Gilead, zueinander: «Wer ist der Mann, der zuerst den Angriff gegen die Ammoniter wagt? Er soll das Oberhaupt aller Bewohner Gileads sein!»
6830#Richter,11,1#1. Nun war der Gileaditer Jephtha ein tapferer Held, obwohl der Sohn einer Dirne; sein Vater war irgend ein Gileaditer.
6831#Richter,11,2#2. Als nun die (rechtmäßige) Frau des (betreffenden) Gileaditers ihm Söhne gebar und die Söhne dieser Frau herangewachsen waren, hatten sie Jephtha ausgestoßen und zu ihm gesagt: «Du sollst in unserer Familie nicht miterben! denn du bist der Sohn einer fremden Frau.»
6832#Richter,11,3#3. So war denn Jephtha vor seinen Brüdern geflohen und hatte sich in der Landschaft Tob niedergelassen, wo sich nichtsnutzige Leute um ihn sammelten, die mit ihm Raubzüge unternahmen.
6833#Richter,11,4#4. Nun begab es sich nach einiger Zeit, daß die Ammoniter Krieg mit den Israeliten anfingen.
6834#Richter,11,5#5. Als nun die Ammoniter gegen die Israeliten zu Felde zogen, machten sich die Ältesten der Gileaditer auf den Weg, um Jephtha aus der Landschaft Tob zu holen.
6835#Richter,11,6#6. Sie baten ihn: «Komm und werde unser Anführer, damit wir gegen die Ammoniter kämpfen!»
6836#Richter,11,7#7. Aber Jephtha antwortete den Ältesten der Gileaditer: «Seid ihr es nicht, die mich gehaßt und aus meines Vaters Hause vertrieben haben? Warum kommt ihr jetzt zu mir, wo ihr in Not seid?»
6837#Richter,11,8#8. Da erwiderten ihm die Ältesten der Gileaditer: «Eben deshalb sind wir jetzt wieder zu dir gekommen, und wenn du mit uns gehst und gegen die Ammoniter kämpfen willst, so sollst du bei uns das Oberhaupt aller Bewohner Gileads sein!»
6838#Richter,11,9#9. Da antwortete Jephtha den Ältesten der Gileaditer: «Wenn ihr mich zurückholt, damit ich gegen die Ammoniter kämpfe, und der HErr sie von mir besiegt werden läßt, werde ich dann wirklich euer Oberhaupt sein?»
6839#Richter,11,10#10. Da erwiderten ihm die Ältesten von Gilead: «Der HErr sei Zeuge zwischen uns (und strafe uns), wenn wir nicht so tun, wie du es verlangst!»
6840#Richter,11,11#11. So ging denn Jephtha mit den Ältesten von Gilead, und das Kriegsvolk machte ihn zu seinem Oberhaupt und zum Befehlshaber über sich, [und Jephtha trug alles, was er zu sagen hatte, dem HErrn in Mizpa vor].
6841#Richter,11,12#12. HIERAUF sandte Jephtha Boten an den König der Ammoniter und ließ ihm sagen: «Was willst du von mir, daß du gegen mich herangezogen bist, um mein Land zu bekriegen?»
6842#Richter,11,13#13. Der König der Ammoniter antwortete den Boten Jephtha's: «Israel hat mir, als es aus Ägypten heraufzog, mein Land weggenommen vom Arnon bis an den Jabbok und bis an den Jordan: gib es mir also jetzt gutwillig zurück!»
6843#Richter,11,14#14. Darauf sandte Jephtha nochmals Boten an den König der Ammoniter
6844#Richter,11,15#15. und ließ ihm sagen: «Jephtha macht dich auf folgendes aufmerksam: Die Israeliten haben den Moabitern und den Ammonitern ihr Land nicht weggenommen,
6845#Richter,11,16#16. sondern als die Israeliten beim Auszug aus Ägypten durch die Wüste bis ans Schilfmeer gewandert und in Kades angekommen waren,
6846#Richter,11,17#17. schickten sie Gesandte an den König der Edomiter und ließen ihn um freien Durchzug durch sein Land bitten; aber der König der Edomiter wollte davon nichts wissen. Darauf schickten sie auch an den König der Moabiter, aber auch der wollte es nicht bewilligen. So mußten denn die Israeliten in Kades bleiben,
6847#Richter,11,18#18. dann durch die Wüste ziehen, um das Land der Edomiter und das Land der Moabiter herumwandern und nach ihrer Ankunft auf der Ostseite des Landes der Moabiter jenseit des Arnons lagern, ohne das Gebiet der Moabiter betreten zu haben; denn der Arnon bildet die Grenze der Moabiter.
6848#Richter,11,19#19. Darauf schickten die Israeliten Gesandte an den Amoriterkönig Sihon, der in Hesbon seinen Wohnsitz hatte, und baten ihn um freien Durchzug durch sein Land, um an das Ziel ihrer Wanderung zu gelangen.
6849#Richter,11,20#20. Aber Sihon wollte den Israeliten den Durchzug durch sein Gebiet aus Mißtrauen nicht gestatten, sondern bot sein gesamtes Kriegsvolk auf, bezog ein Lager bei Jahaz und griff die Israeliten an.
6850#Richter,11,21#21. Da ließ der HErr, der Gott Israels, Sihon mit seinem ganzen Heer in die Hand der Israeliten fallen, so daß diese sie besiegten. So nahmen die Israeliten das ganze Land der Amoriter, die in jenem Lande wohnten, in Besitz
6851#Richter,11,22#22. und bemächtigten sich des ganzen Gebiets der Amoriter vom Arnon bis an den Jabbok und von der Wüste bis zum Jordan.
6852#Richter,11,23#23. Und jetzt, nachdem der HErr, der Gott Israels, die Amoriter vor seinem Volke Israel vertrieben hat, willst du uns aus ihrem Besitz verdrängen?-1- -1) aÜs: willst du in ihren Besitz eintreten.
6853#Richter,11,24#24. Nicht wahr? was dein Gott Kamos dir zum Besitz gibt, das nimmst du in Besitz; und alles, was der HErr, unser Gott, vor uns vertrieben hat, in dessen Besitz treten wir ein!
6854#Richter,11,25#25. Und nun: bist du etwa besser-1- als der Moabiterkönig Balak, der Sohn Zippors? Hat er etwa mit Israel gerechtet oder je Krieg gegen sie geführt, -1) o: stärker.
6855#Richter,11,26#26. während Israel in Hesbon und den zugehörigen Ortschaften, sowie in Aroer und den zugehörigen Ortschaften, und in allen Städten, die auf beiden Seiten des Arnons liegen, dreihundert Jahre lang wohnte? Warum habt ihr sie denn in jener Zeit nicht wieder an euch gerissen?
6856#Richter,11,27#27. Ich habe dir also nichts zuleide getan, du aber handelst unrecht gegen mich, indem du Krieg mit mir anfängst: der HErr, der Richter, möge heute zwischen den Israeliten und den Ammonitern richten-1-!» -1) o: entscheiden.
6857#Richter,11,28#28. Aber der König der Ammoniter ließ die Vorstellungen unbeachtet, die Jephtha ihm hatte entbieten lassen.
6858#Richter,11,29#29. DA kam der Geist des HErrn über Jephtha, und er zog durch Gilead und Manasse, zog dann weiter nach Mizpe in Gilead, und von Mizpe in Gilead zog er gegen die Ammoniter.
6859#Richter,11,30#30. Damals brachte er dem HErrn folgendes Gelübde dar: «Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Gewalt gibst,
6860#Richter,11,31#31. so soll der, welcher mir (zuerst) aus der Tür meines Hauses entgegenkommt, wenn ich wohlbehalten-1- aus dem Kriege mit den Ammonitern heimkehre, der soll dem HErrn gehören, und ich will ihn als Brandopfer darbringen!» -1) o: siegreich.
6861#Richter,11,32#32. Hierauf zog Jephtha gegen die Ammoniter, um ihnen eine Schlacht zu liefern, und der HErr gab sie in seine Hand:
6862#Richter,11,33#33. er brachte ihnen eine schwere Niederlage bei, von Aroer an bis in die Gegend von Minnith [zwanzig Städte] und bis nach Abel-Keramim-1-. So wurden die Ammoniter von den Israeliten gedemütigt. -1) d.h. Weingartenau.
6863#Richter,11,34#34. ALS nun Jephtha nach Mizpe in sein Haus zurückkehrte, siehe, da trat seine Tochter heraus ihm entgegen mit Handpauken und im Reigentanz; sie war sein einziges Kind: außer ihr hatte er weder Sohn noch Tochter.
6864#Richter,11,35#35. Bei ihrem Anblick zerriß er seine Kleider und rief aus: «Ach, meine Tochter! du beugst mich tief darnieder! O daß gerade du mich in solches Leid bringen mußt! Ich habe mich ja gegen den HErrn verpflichtet und kann mein Gelübde nicht zurücknehmen!»
6865#Richter,11,36#36. Da erwiderte sie ihm: «Lieber Vater, hast du dich durch ein Gelübde gegen den HErrn verpflichtet, so verfahre mit mir nach dem Gelübde, das du ausgesprochen hast, nachdem der HErr dich Rache an deinen Feinden, den Ammonitern, hat nehmen lassen!»
6866#Richter,11,37#37. Dann bat sie ihren Vater: «Nur dies eine möge mir noch gewährt werden: laß mir noch zwei Monate Zeit, damit ich mich auf den Bergen ergehe und meine Jungfrauschaft mit meinen Freundinnen beweine!»
6867#Richter,11,38#38. Da antwortete er ihr: «Ja, gehe hin!» und entließ sie auf zwei Monate; und sie ging mit ihren Freundinnen hin und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.
6868#Richter,11,39#39. Aber nach Ablauf von zwei Monaten kehrte sie zu ihrem Vater zurück, und er vollzog an ihr das Gelübde, das er getan hatte; sie hatte aber nie mit einem Manne ein Verhältnis gehabt. Seitdem ist die Sitte in Israel aufgekommen:
6869#Richter,11,40#40. alljährlich ziehen die israelitischen Mädchen aus, um die Tochter des Gileaditers Jephtha in Liedern zu feiern, vier Tage im Jahr.
6870#Richter,12,1#1. ES wurden aber die Ephraimiten aufgeboten; sie zogen nordwärts-1- und ließen dem Jephtha sagen: «Warum bist du zum Krieg gegen die Ammoniter ausgezogen, ohne uns zur Teilnahme am Feldzuge aufzufordern? Nun wollen wir dir dein Haus über dem Kopf in Brand stecken!» -1) ws. ist zu lesen «nach Zaphon» (vgl. Jos. 13,27).
6871#Richter,12,2#2. Jephtha erwiderte ihnen: «Ich und mein Volk haben einen schweren Streit mit den Ammonitern gehabt, und ich habe euch um Hilfe angerufen, aber ihr habt mir keinen Beistand gegen sie geleistet.
6872#Richter,12,3#3. Als ich nun sah, daß du mir nicht zu Hilfe kommen wolltest, setzte ich mein Leben aufs Spiel und zog gegen die Ammoniter zu Felde, und der HErr gab sie in meine Gewalt. Warum zieht ihr also jetzt gegen mich heran, um Händel mit mir anzufangen?»
6873#Richter,12,4#4. Darauf bot Jephtha alle Männer von Gilead auf und griff die Ephraimiten an, und diese wurden von den Gileaditern geschlagen; sie hatten nämlich die Behauptung ausgesprochen: «Flüchtige Ephraimiten seid ihr; Gilead liegt nämlich in der Mitte von Ephraim und Manasse.»
6874#Richter,12,5#5. Die Gileaditer aber hatten die Jordanfurten nach Ephraim zu besetzt. So oft nun flüchtige Ephraimiten baten: «Laßt mich hinüber!» fragten ihn die Männer von Gilead, ob er ein Ephratiter-1- sei; antwortete er dann mit nein, -1) = Ephraimit.
6875#Richter,12,6#6. so forderte man ihn auf, das Wort «Schibboleth»-1- auszusprechen. Sagte er dann «Sibboleth», weil ihm die richtige Aussprache unmöglich war, so ergriffen sie ihn und machten ihn an den Jordanfurten nieder. So kamen damals 42 000 Ephraimiten ums Leben. -1) d.h. Strömung o. Ähre.
6876#Richter,12,7#7. Jephtha aber war sechs Jahre lang Richter in Israel; dann starb Jephtha, der Gileaditer, und wurde in einer der Städte Gileads begraben.
6877#Richter,12,8#8. NACH ihm war Ibzan aus Bethlehem Richter in Israel.
6878#Richter,12,9#9. Er hatte dreißig Söhne, und dreißig Töchter verheiratete er nach auswärts, und dreißig Töchter-1- führte er seinen Söhnen von auswärts als Gattinnen zu. Nachdem er sieben Jahre lang als Richter in Israel gewaltet hatte, -1) = Mädchen.
6879#Richter,12,10#10. starb Ibzan und wurde in Bethlehem begraben.
6880#Richter,12,11#11. Nach ihm war Elon aus dem Stamme Sebulon Richter in Israel und zwar zehn Jahre lang.
6881#Richter,12,12#12. Als Elon aus Sebulon dann starb, wurde er in Ajjalon im Lande Sebulon begraben.
6882#Richter,12,13#13. Nach ihm war Abdon aus Pirathon, der Sohn Hillels, Richter in Israel.
6883#Richter,12,14#14. Er hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eselsfüllen ritten. Nachdem er acht Jahre lang Richter in Israel gewesen war,
6884#Richter,12,15#15. starb Abdon aus Pirathon, der Sohn Hillels, und wurde zu Pirathon im Lande Ephraim am Amalekiterberge begraben.
6885#Richter,13,1#1. ALS dann die Israeliten wiederum taten, was dem HErrn mißfiel, ließ der HErr sie in die Hand der Philister fallen, vierzig Jahre lang.
6886#Richter,13,2#2. Nun war da ein Mann aus Zora vom Geschlecht der Daniten namens Manoah, dessen Frau unfruchtbar war und keine Kinder hatte.
6887#Richter,13,3#3. Da erschien der Engel des HErrn der Frau und sagte zu ihr: «Du bist bis jetzt unfruchtbar gewesen und kinderlos geblieben, aber wisse wohl: du wirst guter Hoffnung und Mutter eines Sohnes werden.
6888#Richter,13,4#4. So nimm dich nun fortan in acht, trinke keinen Wein und keine berauschenden Getränke und iß nichts Unreines-a-. -a) vgl. 4.Mo. 6,2-5.
6889#Richter,13,5#5. Denn wisse wohl: wenn du guter Hoffnung und Mutter eines Sohnes geworden bist, so darf kein Schermesser auf sein Haupt kommen; denn der Knabe soll ein Gottgeweihter von Geburt an sein, und er wird den Anfang damit machen, Israel von der Herrschaft der Philister zu befreien.»
6890#Richter,13,6#6. Da ging die Frau hin und erzählte ihrem Manne: «Ein Gottesmann ist zu mir gekommen, der ganz wie ein Engel Gottes aussah, sehr furchterregend-1-; ich habe ihn aber nicht gefragt, woher er sei, und seinen Namen hat er mir nicht angegeben. -1) o: ehrwürdig.
6891#Richter,13,7#7. Er hat mir aber gesagt: ,Du wirst alsbald guter Hoffnung und Mutter eines Sohnes werden. So trinke denn fortan keinen Wein und keine berauschenden Getränke und iß nichts Unreines; denn ein Gottgeweihter soll der Knabe von Geburt an bis zu seinem Todestage sein.'»
6892#Richter,13,8#8. Darauf betete Manoah zum HErrn folgendermaßen: «Ach, Allherr, laß doch den Gottesmann, den du gesandt hast, noch einmal zu uns kommen und uns darüber belehren, wie wir es mit dem Knaben, der geboren werden soll, zu halten haben!»
6893#Richter,13,9#9. Und Gott erhörte das Gebet Manoahs, so daß der Engel Gottes nochmals zu der Frau kam, während sie sich gerade auf dem Felde befand und ihr Mann Manoah nicht bei ihr war.
6894#Richter,13,10#10. Da lief die Frau eiligst hin und berichtete es ihrem Manne mit den Worten: «Soeben ist mir der Mann wieder erschienen, der schon neulich zu mir gekommen ist!»
6895#Richter,13,11#11. Da machte sich Manoah auf, hinter seiner Frau her, und als er zu dem Manne gekommen war, fragte er ihn: «Bist du der Mann, der meiner Frau die Verheißung gegeben hat?» 12. Er antwortete: «Ja, ich bin es.»
6896#Richter,13,12#Da fragte Manoah weiter: «Wenn nun deine Verheißung eintrifft, wie soll es dann mit dem Knaben gehalten werden, und was hat er zu tun?»
6897#Richter,13,13#13. Da antwortete der Engel des HErrn dem Manoah: «Die Frau muß sich vor dem Genuß alles dessen hüten, was ich ihr angegeben habe:
6898#Richter,13,14#14. sie darf nichts genießen, was vom Weinstock kommt; Wein und berauschende Getränke darf sie nicht trinken und nichts Unreines essen; sie muß alles beobachten, was ich ihr geboten habe.»
6899#Richter,13,15#15. Da sagte Manoah zu dem Engel des HErrn: «Wir möchten dich gern noch länger bei uns behalten und dir ein Ziegenböckchen vorsetzen.»
6900#Richter,13,16#16. Aber der Engel des HErrn erwiderte dem Manoah: «Wenn du mich auch zum Bleiben veranlaßtest, würde ich doch von deinem Mahl nichts genießen; willst du aber ein Brandopfer zurüsten, so bringe es dem HErrn zu Ehren dar!» - Manoah wußte nämlich nicht, daß es der Engel des HErrn war.
6901#Richter,13,17#17. Hierauf fragte Manoah den Engel des HErrn: «Wie heißt du? Wir möchten dir gern eine Ehre antun, wenn deine Verheißung eintrifft.»
6902#Richter,13,18#18. Aber der Engel des HErrn antwortete ihm: «Warum fragst du da nach meinem Namen, der doch geheimnisvoll-1- ist?» -1) o: wunderbar.
6903#Richter,13,19#19. Da holte Manoah das Ziegenböckchen und das (zugehörige) Speisopfer und brachte es auf dem Felsen dem HErrn dar, wobei dieser ein Wunder geschehen ließ, während Manoah und seine Frau zusahen;
6904#Richter,13,20#20. denn als die Flamme vom Altar gen Himmel aufschlug, fuhr der Engel des HErrn in der Flamme des Altars in die Höhe. Als Manoah und seine Frau das sahen, warfen sie sich auf ihr Angesicht zur Erde nieder;
6905#Richter,13,21#21. der Engel des HErrn aber erschien dem Manoah und seiner Frau fortan nicht wieder. Doch Manoah hatte nun erkannt, daß es der Engel des HErrn gewesen war,
6906#Richter,13,22#22. und sagte zu seiner Frau: «Wir müssen sicherlich sterben, denn wir haben Gott gesehen!»
6907#Richter,13,23#23. Aber seine Frau entgegnete ihm: «Wenn der HErr uns hätte töten wollen, so hätte er kein Brand- und Speisopfer von uns angenommen und hätte uns dies alles nicht sehen lassen und jetzt uns nicht solche Ankündigungen gemacht.» -
6908#Richter,13,24#24. Die Frau aber gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; und der Knabe wuchs heran, und der HErr segnete ihn.
6909#Richter,13,25#25. ALS dann der Geist des HErrn sich in ihm zu regen begann im Lager Dans-a- zwischen Zora und Esthaol, -a) vgl. Ri. 18,12.
6910#Richter,14,1#1. ging Simson nach Thimna hinab und lernte dort ein Mädchen unter den Töchtern der Philister kennen.
6911#Richter,14,2#2. Nach seiner Rückkehr erzählte er es seinen Eltern mit den Worten: «Ich habe in Thimna ein Mädchen unter den Töchtern der Philister kennengelernt: nehmt sie mir nun zur Frau!»
6912#Richter,14,3#3. Da erwiderten ihm seine Eltern: «Gibt's denn unter den Töchtern deiner Stammesgenossen und in unserem ganzen Volke kein Weib mehr, daß du hingehen mußt, um dir eine Frau von den heidnischen Philistern zu holen?» Doch Simson erwiderte seinem Vater: «Diese nimm mir zur Frau! denn gerade sie gefällt mir» -
6913#Richter,14,4#4. seine Eltern wußten eben nicht, daß dies eine Fügung vom HErrn war, der nach einem Anlaß zum Vorgehen gegen die Philister suchte; denn damals waren die Philister Herren über Israel.
6914#Richter,14,5#5. So ging denn Simson mit seinen Eltern nach Thimna hinab, und als sie bei den Weinbergen von Thimna angelangt waren, trat ihm plötzlich ein junger Löwe brüllend in den Weg.
6915#Richter,14,6#6. Da kam der Geist des HErrn über ihn, so daß er den Löwen zerriß, wie man ein Böckchen zerreißt, ohne daß er irgend etwas in der Hand hatte; seinen Eltern erzählte er aber nichts von dem, was er getan hatte.
6916#Richter,14,7#7. Dann ging er (nach Thimna) hinab und besprach sich mit dem Mädchen; denn sie gefiel ihm wohl.
6917#Richter,14,8#8. Als er dann nach einiger Zeit wieder hinging, um Hochzeit mit ihr zu machen, und vom Wege abbog, um sich den toten Löwen noch einmal anzusehen, da befand sich im Körper des Löwen ein Bienenschwarm und Honig.
6918#Richter,14,9#9. Diesen nahm er heraus in seine hohlen Hände und aß im Weitergehen davon; und als er dann zu seinen Eltern gekommen war, gab er auch ihnen davon zu essen, ohne ihnen jedoch mitzuteilen, daß er den Honig aus dem Körper des toten Löwen herausgenommen hatte.
6919#Richter,14,10#10. Hierauf brachte sein Vater die Sache mit dem Mädchen in Ordnung, und Simson richtete daselbst ein Gelage her-1-; denn so pflegten es die jungen Leute dort zu halten. -1) ws. ist zu lesen: und man richtete dort dem Simson ein Trinkmahl her.
6920#Richter,14,11#11. Als sie ihn nun sahen, holten sie dreißig Brautgesellen herbei, die um ihn sein sollten.
6921#Richter,14,12#12. Zu diesen sagte Simson: «Ich will euch einmal ein Rätsel aufgeben! wenn ihr es mir innerhalb der sieben Tage des Gelages erraten könnt und die Lösung findet, so gebe ich euch dreißig Unterkleider und dreißig Festgewänder;
6922#Richter,14,13#13. könnt ihr mir aber die Lösung nicht angeben, so müßt ihr mir dreißig Unterkleider und dreißig Festgewänder geben.» Sie antworteten ihm: «Gib uns dein Rätsel auf, daß wir es hören!»
6923#Richter,14,14#14. Da sagte er zu ihnen: «Fraß-1- kam aus dem Fresser, und Süßigkeit kam aus dem Starken.» Drei Tage lang waren sie nicht imstande, das Rätsel zu lösen; -1) = Speise.
6924#Richter,14,15#15. am vierten Tage aber sagten sie zu Simsons Frau: «Berede deinen Mann, daß er uns die Lösung des Rätsels angibt; sonst verbrennen wir dich samt deines Vaters Hause mit Feuer! Ihr habt uns wohl hierher eingeladen, um uns arm zu machen?»
6925#Richter,14,16#16. Da brach die Frau Simsons in Tränen vor ihm aus und sagte: «Nur Haß hegst du gegen mich, aber keine Liebe! Du hast meinen Landsleuten das Rätsel aufgegeben und mir die Lösung nicht mitgeteilt!» Da erwiderte er ihr: «Bedenke doch: meinen eigenen Eltern habe ich die Lösung nicht verraten und sollte sie dir angeben?»
6926#Richter,14,17#17. So weinte sie denn vor ihm die sieben Tage hindurch, solange sie das Gelage hielten; endlich am siebenten Tage teilte er ihr die Lösung mit, weil sie ihm keine Ruhe ließ, sie aber verriet die Lösung ihren Landsleuten.
6927#Richter,14,18#18. Da sagten denn die Männer der Stadt am siebten Tage zu ihm, ehe die Sonne unterging: «Was ist süßer als Honig, und was ist stärker als ein Löwe?» Er antwortete ihnen: «Hättet ihr nicht mit meinem Rinde gepflügt, so hättet ihr mein Rätsel nicht erraten!»
6928#Richter,14,19#19. Da kam der Geist des HErrn über ihn, so daß er nach Askalon hinabging und dort dreißig Mann von ihnen erschlug; diesen nahm er alles ab, was sie an sich hatten, und gab die Festgewänder denen, die das Rätsel gelöst hatten; dann kehrte er voller Zorn in das Haus seines Vaters zurück.
6929#Richter,14,20#20. Simsons Frau aber wurde an einen von seinen Hochzeitsgenossen verheiratet, der sein Brautführer gewesen war.
6930#Richter,15,1#1. NACH einiger Zeit aber, in den Tagen der Weizenernte, wollte Simson seine Frau besuchen, indem er ihr ein Ziegenböckchen mitbrachte; er dachte dabei: «Ich will zu meiner Frau in die Frauenwohnung gehen.» Doch ihr Vater gestattete ihm nicht hineinzugehen,
6931#Richter,15,2#2. sondern sagte: «Ich mußte doch fest annehmen, daß du nichts mehr von ihr wissen wolltest; daher habe ich sie einem von deinen Hochzeitsgenossen zur Frau gegeben. Aber ihre jüngere Schwester ist noch schöner als sie: die soll deine Frau werden an ihrer Statt!»
6932#Richter,15,3#3. Da erwiderte ihnen Simson: «Diesmal haben mir die Philister nichts vorzuwerfen, wenn ich ihnen einen Denkzettel gebe!»
6933#Richter,15,4#4. Er ging also hin und fing dreihundert Füchse-1-, nahm dann Feuerbrände, kehrte Schwanz gegen Schwanz und brachte einen Feuerbrand mitten zwischen je zwei Schwänzen an. -1) o: Schakale.
6934#Richter,15,5#5. Hierauf zündete er die Feuerbrände an, jagte die Tiere in die Kornfelder der Philister und setzte dadurch sowohl die Garbenhaufen als auch das auf dem Halm stehende Getreide und selbst die Weinberge und Ölbaumgärten in Brand.
6935#Richter,15,6#6. Als nun die Philister fragten: «Wer hat das getan?» hieß es: «Simson, der Schwiegersohn des Thimniters, weil der ihm seine Frau genommen und sie einem von seinen Hochzeitsgenossen gegeben hat.» Da kamen die Philister herangezogen und verbrannten sie-1- samt ihres Vaters Hause. -1) d.h. die Frau.
6936#Richter,15,7#7. Simson aber sagte zu ihnen: «Wenn ihr es so treibt, will ich nicht eher ruhen, als bis ich mich an euch gerächt habe!»
6937#Richter,15,8#8. Hierauf richtete er sie mit Schlägen so zu, daß kein gesundes Glied an ihnen blieb-1-; dann ging er hinab und nahm seinen Wohnsitz in der Felsenkluft von Etham. -1) w: er schlug sie «Wade auf Lende» mit heftigen Schlägen.
6938#Richter,15,9#9. DA zogen die Philister hinauf, lagerten sich in Juda und breiteten sich bei Lehi aus.
6939#Richter,15,10#10. Als nun die Judäer fragten: «Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen?» antworteten sie: «Um Simson gefangenzunehmen, sind wir hergekommen; wir wollen ihm Gleiches mit Gleichem vergelten.»
6940#Richter,15,11#11. Da zogen dreitausend Mann aus Juda nach der Felsenkluft von Etham hinab und sagten zu Simson: «Weißt du nicht, daß die Philister Herren über uns sind? Was hast du uns da angerichtet!» Simson antwortete ihnen: «Wie sie mir getan, so habe ich ihnen wieder getan.»
6941#Richter,15,12#12. Da sagten sie zu ihm: «Wir sind hergekommen, um dich zu binden und dich den Philistern auszuliefern.» Simson entgegnete ihnen: «Leistet mir einen Schwur, daß ihr selbst mich nicht erschlagen wollt!»
6942#Richter,15,13#13. Sie antworteten ihm: «Nein, wir wollen dich nur binden und dich ihnen dann ausliefern; aber töten wollen wir dich nicht.» Darauf banden sie ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn aus der Felsenkluft weg hinauf.
6943#Richter,15,14#14. Als er nun bis Lehi gekommen war und die Philister seine Ankunft mit Jubelgeschrei begrüßten, da kam der Geist des HErrn über ihn, so daß die Stricke an seinen Armen wie Flachsfäden wurden, die vom Feuer versengt sind, und seine Fesseln ihm an den Händen zergingen-1-. -1) eig: wegschmolzen.
6944#Richter,15,15#15. Als er dann einen noch frischen Eselskinnbacken fand, streckte er seine Hand aus, ergriff ihn und erschlug damit tausend Mann.
6945#Richter,15,16#16. Da rief Simson aus: «Mit dem Eselskinnbacken habe ich sie gründlich geschoren! mit dem Eselskinnbacken habe ich tausend Mann erschlagen!»
6946#Richter,15,17#17. Als er diese Worte ausgerufen hatte, warf er den Kinnbacken weg; und man nannte jenen Ort seitdem «Kinnbackenhöhe.»
6947#Richter,15,18#18. Nun aber dürstete ihn sehr; daher betete er laut zum HErrn: «Du hast durch die Hand deines Knechtes diesen großen Sieg herbeigeführt, und nun soll ich verdursten und den Heiden in die Hände fallen?»
6948#Richter,15,19#19. Da spaltete Gott die Vertiefung in dem Kinnbacken, so daß Wasser daraus hervorfloß; und als er getrunken hatte, kehrten seine Lebensgeister zurück, und er erholte sich wieder; daher nannte man (jenen Ort) «Quelle des Rufers-1-»; sie befindet sich bei Lehi noch heutigen Tages. - -1) o: Beters.
6949#Richter,15,20#20. Er war dann zwanzig Jahre lang Richter in Israel zur Zeit der Herrschaft der Philister.
6950#Richter,16,1#1. ALS Simson sich einst nach Gaza begeben hatte, sah er dort eine Dirne und kehrte bei ihr ein.
6951#Richter,16,2#2. Als nun den Einwohnern von Gaza berichtet wurde, Simson sei dorthin gekommen, umstellten sie ihn und lauerten ihm die ganze Nacht am Stadttor auf, verhielten sich aber die ganze Nacht hindurch ruhig, weil sie dachten: «(Wir wollen warten,) bis es am Morgen hell wird, dann wollen wir ihn erschlagen!»
6952#Richter,16,3#3. Simson aber blieb nur bis Mitternacht liegen; um Mitternacht aber stand er auf, faßte die beiden Flügel des Stadttors samt den beiden Pfosten, riß sie mitsamt dem Riegel heraus, lud sie sich auf die Schultern und trug sie auf den Gipfel des Berges, der gegen Hebron hin-1- liegt. -1) = östlich von Hebron.
6953#Richter,16,4#4. SPÄTER gewann er ein Mädchen im Tale Sorek-1- lieb, die hieß Delila. -1) d.h. Edelrebe, Edelwein; der Ort lag in der Nähe von Zora.
6954#Richter,16,5#5. Zu dieser kamen die Fürsten der Philister hinauf und sagten zu ihr: «Rede ihm zu und suche zu erfahren, woher seine große Kraft stammt und wie wir ihn überwältigen können, um ihn zu binden und unschädlich zu machen; wir würden dir dann auch jeder 1 100 Silberstücke geben.»
6955#Richter,16,6#6. Da bat Delila den Simson: «Verrate mir doch, woher deine große Kraft kommt und womit man dich binden müßte, um dich zu überwältigen.»
6956#Richter,16,7#7. Simson antwortete ihr: «Wenn man mich mit sieben frischen, noch nicht ausgetrockneten Sehnen-1- bände, so würde ich schwach sein und wie jeder andere Mensch werden.» -1) gemeint sind Bogensehnen aus Tierdärmen.
6957#Richter,16,8#8. Da brachten die Fürsten der Philister sieben frische, noch nicht ausgetrocknete Sehnen zu ihr hinauf, und sie band ihn damit,
6958#Richter,16,9#9. während sich Leute, die ihn überfallen sollten, bei ihr im Frauengemach befanden. Als sie ihm nun zurief: «Die Philister überfallen dich, Simson!» da zerriß er die Sehnen, wie ein Wergfaden zerreißt, wenn er Feuer riecht-1-; und seine Kraft blieb unerklärt. -1) = gefangen hat.
6959#Richter,16,10#10. Da sagte Delila zu Simson: «Siehe, du hast mich betrogen und mir Lügen vorgeredet. Verrate mir jetzt doch, womit man dich binden kann!»
6960#Richter,16,11#11. Da antwortete er ihr: «Wenn man mich fest mit neuen Seilen bände, die noch zu keiner Arbeit benutzt sind, so würde ich schwach sein und wie jeder andere Mensch werden.»
6961#Richter,16,12#12. Da nahm Delila neue Seile und band ihn damit; dann rief sie ihm zu: «Die Philister überfallen dich, Simson!» - es befanden sich aber (auch diesmal) Leute, die ihn überfallen sollten, im Frauengemach -; da riß er die Stricke von seinen Armen ab wie einen Faden.
6962#Richter,16,13#13. Nun sagte Delila zu Simson: «Bisher hast du mich betrogen und mir Lügen vorgeredet; verrate mir doch, womit man dich binden kann!» Da antwortete er ihr: «Wenn du die sieben Locken-1- meines Kopfes in den Aufzug eines Gewebes hineinwebtest und sie mit dem Pflock festschlügest, so würde ich schwach sein und wie jeder andere Mensch werden.» Da ließ sie ihn einschlafen, webte die sieben Locken seines Kopfes in den Aufzug eines Gewebes hinein -1) o: Strähnen.
6963#Richter,16,14#14. und schlug den Aufzug mit dem Pflock fest. Als sie ihm nun zurief: «Die Philister überfallen dich, Simson!» und er aus seinem Schlaf erwachte, riß er den Webepflock samt dem Aufzug heraus.
6964#Richter,16,15#15. Da sagte sie zu ihm: «Wie kannst du behaupten, du habest mich lieb, während doch dein Herz mir gar nicht gehört? Du hast mich nun schon dreimal betrogen und mir nicht verraten, woher deine große Kraft rührt.»
6965#Richter,16,16#16. Als sie ihm nun alle Tage mit ihren Reden zusetzte und ihm keine Ruhe ließ, so daß er gar keine Freude mehr am Leben hatte,
6966#Richter,16,17#17. schüttete er ihr sein ganzes Herz aus, so daß er zu ihr sagte: «Noch kein Schermesser ist auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Gottgeweihter von meiner Geburt an; würde ich geschoren, so würde meine Kraft von mir weichen; ich würde dann schwach sein und wie alle anderen Menschen werden.»
6967#Richter,16,18#18. Da nun Delila erkannte, daß er ihr sein ganzes Herz ausgeschüttet hatte, ließ sie die Fürsten der Philister rufen und ihnen sagen: «Diesmal müßt ihr heraufkommen, denn er hat mir sein ganzes Herz entdeckt.» Da begaben sich die Fürsten der Philister zu ihr hinauf und brachten auch das Geld mit.
6968#Richter,16,19#19. Als sie ihn dann auf ihrem Schoße hatte einschlafen lassen, rief sie einen Mann herbei, der die sieben Locken auf seinem Haupt abscheren mußte; da wurde er schwächer und schwächer, und seine Kraft wich von ihm.
6969#Richter,16,20#20. Als sie nun rief: «Die Philister überfallen dich, Simson!» und er aus seinem Schlaf erwachte, dachte er: «Ich werde mich auch jetzt wie die vorigen Male freimachen und glücklich davonkommen!» er wußte ja nicht, daß der HErr von ihm gewichen war.
6970#Richter,16,21#21. Da ergriffen ihn die Philister, stachen ihm die Augen aus und führten ihn nach Gaza hinab; dort legten sie ihn in eherne Doppelketten, und er mußte im Gefängnis die Handmühle drehen.
6971#Richter,16,22#22. Allmählich wuchs ihm aber das Haupthaar wieder, nachdem es abgeschoren worden war.
6972#Richter,16,23#23. NUN kamen einst die Fürsten der Philister zusammen, um ihrem Gott Dagon ein großes Schlachtopfer zu veranstalten und ein Freudenfest zu feiern; denn sie sagten: «Unser Gott hat unsern Feind Simson in unsere Hand gegeben!»
6973#Richter,16,24#24. Als ihn nun das Volk erblickte, priesen sie ihren Gott, indem sie ausriefen: «Unser Gott hat unsern Feind in unsere Hand gegeben, der unsere Felder verwüstet und viele von unsern Leuten erschlagen hat.»
6974#Richter,16,25#25. Als nun ihr Herz guter Dinge war, riefen sie: «Laßt Simson herkommen, damit er uns belustige-1-!» So ließ man denn Simson aus dem Gefängnis holen, und er mußte vor ihnen spielen-2-. Da man ihn nun zwischen die Säulen (der Halle) gestellt hatte, -1) o: uns etwas vortanze, oder: uns eins aufspiele.  2) o: tanzen.
6975#Richter,16,26#26. bat Simson den Burschen-1-, der ihn an der Hand gefaßt hielt: «Laß mich doch mal los, damit ich die Säulen betaste, auf denen das Haus ruht: ich möchte mich an sie anlehnen!» -1) o: Diener.
6976#Richter,16,27#27. Das Haus war aber voll von Männern und Frauen; auch alle Fürsten der Philister waren dort anwesend, und auf dem Dache befanden sich gegen dreitausend Männer und Frauen, die dem Spiel-1- Simsons zugesehen hatten. -1) o: Tanz.
6977#Richter,16,28#28. Da betete Simson zum HErrn mit den Worten: «O HErr, mein Gott! gedenke doch meiner und verleihe mir nur dies eine Mal noch Kraft, o Gott, damit ich Rache an den Philistern nehme für eins von meinen beiden Augen!»
6978#Richter,16,29#29. Darauf umfaßte Simson die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit seinem rechten, die andere mit seinem linken Arm, und stemmte sich gegen sie;
6979#Richter,16,30#30. und indem er ausrief: «Nun will ich mit den Philistern sterben!» neigte er sich mit aller Kraft vornüber. Da stürzte das Haus auf die Fürsten und auf alle Leute, die darin waren, und die Zahl der Toten, die er im Sterben tötete, war größer als die Zahl derer, die er während seines Lebens getötet hatte.
6980#Richter,16,31#31. Darauf kamen seine Stammesgenossen und seine ganze Familie hinab und holten seinen Leichnam; sie brachten ihn dann hinauf und begruben ihn zwischen Zora und Esthaol im Grabe seines Vaters Manoah. Er war aber zwanzig Jahre lang Richter in Israel gewesen.
6981#Richter,17,1#1. ES war einst ein Mann vom Gebirge Ephraim mit Namen Micha;
6982#Richter,17,2#2. der sagte zu seiner Mutter: «Die elfhundert Silberstücke, die dir entwendet worden sind und um derenwillen du einen Fluch ausgestoßen und ihn gar vor meinen Ohren ausgesprochen hast -, wisse, das Geld ist in meinem Besitz: ich selbst habe es genommen; nun aber will ich es dir zurückgeben!» Da antwortete seine Mutter: «Gesegnet seist du vom HErrn, mein Sohn!»
6983#Richter,17,3#3. Als er nun die elfhundert Silberstücke seiner Mutter zurückgegeben hatte, sagte diese: «Ich will das Geld dem HErrn weihen (und es) aus meiner Hand zugunsten meines Sohnes (hingeben): es soll ein geschnitztes und gegossenes Gottesbild-1- davon angefertigt werden.» -1) d.h. wohl ein Schnitzbild mit einem getriebenen Überzuge.
6984#Richter,17,4#4. Als er nun das Geld seiner Mutter zurückgegeben hatte, nahm diese zweihundert Silberstücke und gab sie einem Goldschmied, der davon ein geschnitztes und gegossenes Gottesbild anfertigte, das nun im Hause Micha's aufgestellt wurde.
6985#Richter,17,5#5. So besaß denn dieser Micha ein Gotteshaus; er ließ dann noch ein kostbares Schulterkleid-1- und einen Hausgott-a- anfertigen und stellte einen seiner Söhne an, daß er ihm-2- als Priester diente. -1) o: Priestergewand, vgl. 2.Mo. 28,6ff.  2) dem Micha.  a) vgl. 1.Mo. 31,19; 1.Sam. 19,13.
6986#Richter,17,6#6. Zu jener Zeit gab es noch keinen König in Israel; ein jeder tat, was ihm beliebte.
6987#Richter,17,7#7. NUN war da ein junger Mann aus Bethlehem in Juda aus dem Geschlecht Juda's; der war ein Levit und hielt sich dort als Fremder auf.
6988#Richter,17,8#8. Dieser Mann verließ die Stadt Bethlehem in Juda, um sich an irgend einem anderen Orte, wo es sich gerade träfe, als Fremder niederzulassen, und kam bei seiner Wanderung im Gebirge Ephraim zum Hause Micha's.
6989#Richter,17,9#9. Dieser fragte ihn: «Woher kommst du?» Er antwortete ihm: «Ich bin ein Levit aus Bethlehem in Juda und bin unterwegs, um mich an irgendeinem Ort niederzulassen, wo ich etwas Geeignetes finde.»
6990#Richter,17,10#10. Da sagte Micha zu ihm: «Bleibe bei mir und sei mir ein Vater-1- und Priester, so will ich dir jährlich zehn Silberstücke geben und für Kleidung und deinen Lebensunterhalt aufkommen.» Als er dann dem Leviten weiter zuredete, -1) = Berater.
6991#Richter,17,11#11. erklärte dieser sich einverstanden, bei dem Manne zu bleiben; und der junge Mann galt ihm wie einer seiner Söhne.
6992#Richter,17,12#12. Micha nahm also den Leviten in seinen Dienst, so daß der junge Mann sein Priester wurde und im Hause Micha's blieb.
6993#Richter,17,13#13. Micha aber dachte: «Jetzt bin ich gewiß, daß der HErr es mir wird glücken lassen, weil ich einen Leviten zum Priester (gewonnen) habe.»
6994#Richter,18,1#1. ZU jener Zeit gab es noch keinen König in Israel; und der Stamm der Daniten suchte sich damals gerade ein Gebiet zur Ansiedlung, denn es war ihm bis dahin inmitten der israelitischen Stämme noch kein Gebiet als Erbbesitz zugefallen.
6995#Richter,18,2#2. Daher schickten die Daniten fünf Männer aus der Gesamtheit ihrer Stammesgenossen ab, kriegstüchtige Männer aus Zora und Esthaol, um das Land auszukundschaften und zu erforschen, und gaben ihnen den Auftrag, sich zur Erforschung des Landes aufzumachen. So kamen diese denn auf das Gebirge Ephraim in den Wohnort Micha's und übernachteten dort.
6996#Richter,18,3#3. Als sie nun in der Nähe von Micha's Hause waren und den jungen Mann, den Leviten, an seiner Sprache-1- erkannten, kehrten sie dort ein und fragten ihn: «Wer hat dich hierher gebracht? was tust du hier, und wie geht's dir hier?» -1) = Mundart.
6997#Richter,18,4#4. Da antwortete er ihnen: «So und so hat Micha mit mir verhandelt und mich dann in seinen Dienst genommen, und ich bin sein Priester geworden.»
6998#Richter,18,5#5. Da baten sie ihn: «Befrage doch Gott, damit wir erfahren, ob das Unternehmen, für das wir jetzt unterwegs sind, glücklichen Erfolg haben wird.»
6999#Richter,18,6#6. Der Priester gab ihnen hierauf den Bescheid: «Zieht getrost hin: euer jetziges Unternehmen ist dem HErrn wohlgefällig!»
7000#Richter,18,7#7. Da zogen die fünf Männer weiter, gelangten nach Lais und sahen, daß die dortige Bevölkerung nach der Weise der Sidonier sorglos lebte, friedlich und in Sicherheit, und an nichts Mangel hatte, was es auf Erden gibt, vielmehr im Besitz von Reichtum war; daß sie auch von den Sidoniern entfernt wohnten und mit den Aramäern-1- in keiner Verbindung standen. -1) = Syrern.
7001#Richter,18,8#8. Als sie daher zu ihren Stammesgenossen nach Zora und Esthaol zurückgekehrt waren und diese sie fragten: «Welche Auskunft bringt ihr uns?»
7002#Richter,18,9#9. antworteten sie: «Auf! laßt uns gegen sie zu Felde ziehen! denn wir haben uns das Land angesehen und gefunden, daß es ganz vortrefflich ist. Und da sitzt ihr noch untätig da? Säumt nicht, euch aufzumachen und hinzuziehen, um das Land in Besitz zu nehmen!
7003#Richter,18,10#10. Wenn ihr hinkommt, werdet ihr ein sorgloses Volk antreffen, dessen Land sich nach allen Seiten hin weit ausdehnt. Ja, Gott hat es in eure Hand gegeben, eine Gegend, die an nichts Mangel hat, was es auf Erden gibt.»
7004#Richter,18,11#11. DA brachen sechshundert wohlbewaffnete Männer von dort aus dem Stamme der Daniten, aus Zora und Esthaol, auf;
7005#Richter,18,12#12. sie zogen hinauf und lagerten bei Kirjath-Jearim in Juda; daher führt der betreffende Platz den Namen «Dans Lager» bis auf den heutigen Tag; er liegt bekanntlich westlich von Kirjath-Jearim.
7006#Richter,18,13#13. Von dort zogen sie weiter in das Gebirge Ephraim und kamen in den Wohnort Micha's.
7007#Richter,18,14#14. Da machten die fünf Männer, die vordem zur Auskundschaftung des Gebiets der Stadt Lais ausgezogen waren, ihren Stammesgenossen die Mitteilung: «Wißt ihr wohl, daß sich in den Gehöften hier ein kostbares Priestergewand und ein Hausgott, sowie ein geschnitztes und gegossenes Gottesbild-a- befinden? Bedenkt also, was ihr zu tun habt!» -a) vgl. Ri. 17,4.5.
7008#Richter,18,15#15. Da bogen sie vom Wege dorthin ab, traten in die Wohnung des jungen Leviten, in das Haus Micha's ein, und begrüßten ihn.
7009#Richter,18,16#16. Während dann die sechshundert bewaffneten Männer, die zu den Daniten gehörten, draußen am Eingang des Tores blieben,
7010#Richter,18,17#17. stiegen die fünf Männer, die vordem zur Auskundschaftung des Landes hergekommen waren, hinauf, gingen in das Haus hinein und nahmen das geschnitzte Bild, sowie das Priestergewand, den Hausgott und das gegossene Bild an sich, während der Priester draußen am Toreingang bei den sechshundert bewaffneten Kriegern stand.
7011#Richter,18,18#18. Als jene nämlich in das Haus Micha's eingetreten waren und das Schnitzbild, sowie das Priestergewand, den Hausgott und das Gußbild wegnahmen, sagte der Priester zu ihnen: «Was macht ihr da?»
7012#Richter,18,19#19. Sie antworteten ihm: «Schweige still, lege dir die Hand auf den Mund, komm mit uns und werde unser Vater-a- und Priester! Ist es besser für dich, Priester für das Haus eines einzelnen Mannes zu sein oder Priester für einen ganzen Stamm und für ein Geschlecht in Israel?» -a) Ri. 17,10.
7013#Richter,18,20#20. Da erklärte sich der Priester mit Freuden einverstanden: er nahm das Priestergewand, den Hausgott und das geschnitzte Bild und trat mitten unter die Kriegsleute.
7014#Richter,18,21#21. Darauf wandten sie sich zum Abzug, nachdem sie noch die Frauen mit den Kindern, sowie das Herdenvieh und die wertvollen Gegenstände an ihre Spitze gestellt hatten.
7015#Richter,18,22#22. Kaum hatten sie sich aber eine Strecke vom Hause Micha's entfernt, als sich die Männer, die in den Gehöften beim Hause Micha's wohnten, zusammenscharten und die Daniten einholten.
7016#Richter,18,23#23. Als sie dann den Daniten zuriefen, wandten diese sich um und fragten Micha: «Was soll dieser Auflauf bedeuten?»
7017#Richter,18,24#24. Er antwortete: «Meinen Gott, den ich mir gemacht habe, habt ihr mit euch genommen samt dem Priester und seid weggezogen: was bleibt mir da noch? Wie könnt ihr mich nur fragen, was ich hier will?»
7018#Richter,18,25#25. Aber die Daniten erwiderten ihm: «Laß dein Geschrei uns hier nicht länger hören, sonst könnten erbitterte Männer über euch herfallen, und es könnte dich und deine Angehörigen das Leben kosten!»
7019#Richter,18,26#26. Darauf zogen die Daniten ihres Weges, und Micha, der wohl einsah, daß sie stärker waren als er, wandte sich um und kehrte nach Hause zurück.
7020#Richter,18,27#27. NACHDEM aber die Daniten das Gottesbild-a-, das Micha sich angefertigt hatte, samt dem Priester, der bei ihm gewesen war, mitgenommen hatten, überfielen sie Lais, dessen Bevölkerung friedlich und sorglos war, machten alle Einwohner mit dem Schwert nieder und ließen die Stadt in Flammen aufgehen, -a) V. 24.
7021#Richter,18,28#28. ohne daß ihr jemand zu Hilfe gekommen wäre; denn der Ort lag von Sidon weit entfernt und stand auch mit den Aramäern-1- in keiner Verbindung; er lag nämlich in dem Tal, das sich nach Beth-Rehob hin erstreckt. Sie bauten dann die Stadt wieder auf und siedelten sich in ihr an, -1) = Syrern, V. 7.
7022#Richter,18,29#29. nannten aber die Stadt «Dan» nach dem Namen ihres Ahnherrn Dan, dem Sohne Israels, während der Ort früher Lais geheißen hatte.
7023#Richter,18,30#30. Sodann stellten die Daniten das geschnitzte Gottesbild bei sich auf, und Jonathan, der Sohn Gersoms, des Sohnes Mose's, er und seine Nachkommen, waren Priester bei dem Stamme der Daniten bis zu der Zeit, wo die Bevölkerung in die Verbannung-1- ziehen mußte. -1) o: Gefangenschaft.
7024#Richter,18,31#31. Das geschnitzte Bild aber, das Micha hatte anfertigen lassen, war bei ihnen aufgestellt die ganze Zeit hindurch, solange das Haus Gottes sich in Silo befand.
7025#Richter,19,1#1. ZU jener Zeit, als es noch keinen König in Israel gab, begab es sich, daß ein Levit, der ganz hinten im Gebirge Ephraim als Fremdling wohnte, sich ein Mädchen aus Bethlehem in Juda zum Nebenweibe nahm.
7026#Richter,19,2#2. Aber sein Nebenweib überwarf sich mit ihm, verließ ihn und kehrte in ihres Vaters Haus nach Bethlehem in Juda zurück; dort blieb sie vier Monate lang.
7027#Richter,19,3#3. Da machte ihr Mann sich auf den Weg und zog ihr nach, um sie durch freundliches Zureden zur Rückkehr zu bewegen; seinen Diener-1- und ein Paar Esel hatte er bei sich. Sie-2- führte ihn dann in das Haus ihres Vaters, und als dieser ihn sah, kam er ihm freundlich entgegen. -1) = Burschen, Knecht.   2) d.h. das junge Weib.
7028#Richter,19,4#4. Sein Schwiegervater, der Vater des jungen Weibes, hielt ihn dann zurück, so daß er drei Tage bei ihm blieb; sie aßen und tranken miteinander und übernachteten dort.
7029#Richter,19,5#5. Am vierten Tage aber, als sie in der Frühe aufgestanden waren und er aufbrechen wollte, sagte der Vater des jungen Weibes zu seinem Schwiegersohn: «Stärke dich noch mit einem Imbiß, dann mögt ihr euch auf den Weg machen!»
7030#Richter,19,6#6. So setzten sie sich denn hin, und die beiden aßen und tranken zusammen; dann bat der Vater des jungen Weibes den Mann: «Entschließe dich doch, über Nacht noch hierzubleiben, und sei guter Dinge!»
7031#Richter,19,7#7. und als der Mann aufstand, um sich auf den Weg zu machen, nötigte ihn sein Schwiegervater, so daß er wiederum über Nacht dablieb.
7032#Richter,19,8#8. Als er dann am fünften Tage frühmorgens aufbrechen wollte, sagte der Vater des jungen Weibes wiederum: «Stärke dich doch erst und wartet noch bis zum Nachmittag!» und so aßen sie beide nochmals zusammen.
7033#Richter,19,9#9. Als dann der Mann aufstand, um mit seinem Nebenweibe und seinem Diener aufzubrechen, sagte sein Schwiegervater, der Vater des jungen Weibes, zu ihm: «Sieh doch, der Tag geht zu Ende, es will Abend werden: übernachtet doch hier! Sieh doch, wie der Tag schon zur Neige geht; bleibe über Nacht hier und laß dir's bei mir gefallen! Morgen früh macht ihr euch dann auf euren Weg, und du kehrst nach Hause zurück.»
7034#Richter,19,10#10. Aber der Mann wollte nicht noch einmal über Nacht bleiben, sondern brach auf und zog fort und kam bis in die Gegend von Jebus, das ist Jerusalem; seine beiden gesattelten-1- Esel, sein Nebenweib (und sein Diener) waren bei ihm. -1) o: bepackten.
7035#Richter,19,11#11. ALS sie nun bei Jebus waren und der Tag schon stark zu Ende ging, sagte der Diener zu seinem Herrn: «Komm, laß uns hier in der Jebusiterstadt einkehren und darin übernachten!»
7036#Richter,19,12#12. Aber sein Herr erwiderte ihm: «Nein, wir wollen in keiner Stadt von fremden Leuten einkehren, die nicht zu den Israeliten gehören, sondern wollen bis Gibea weiterziehen.»
7037#Richter,19,13#13. Weiter sagte er zu seinem Diener: «Komm, wir wollen eine von den Ortschaften dort zu erreichen suchen und in Gibea oder in Rama über Nacht bleiben!»
7038#Richter,19,14#14. Als sie nun eiligst weiterzogen, ging die Sonne ihnen unter, als sie nahe bei Gibea waren, das zu Benjamin gehört.
7039#Richter,19,15#15. Da kehrten sie dort ein, um zu einem Nachtquartier in Gibea zu gelangen, und er machte nach seiner Ankunft auf dem Marktplatz der Stadt halt; aber da war niemand, der sie zum Übernachten ins Haus aufgenommen hätte.
7040#Richter,19,16#16. Endlich kam ein alter Mann abends vom Felde von seiner Arbeit heim; der stammte vom Gebirge Ephraim und lebte als Fremdling in Gibea, während die Bewohner des Ortes Benjaminiten waren.
7041#Richter,19,17#17. Als dieser nun sich umsah und den Wandersmann auf dem Marktplatz der Stadt erblickte, fragte er: «Wohin willst du, und woher kommst du?»
7042#Richter,19,18#18. Der antwortete ihm: «Wir sind auf der Wanderung von Bethlehem in Juda nach dem äußersten Teil des Gebirges Ephraim, wo ich zu Hause bin. Ich war nach Bethlehem in Juda gereist und will jetzt nach meinem Wohnort zurückkehren; aber niemand nimmt mich in sein Haus auf,
7043#Richter,19,19#19. obgleich wir sowohl Stroh als auch Futter für unsere Esel und auch Brot und Wein für mich und deine Magd und für den Burschen, der hier bei uns, deinen Knechten, ist, bei uns haben und nichts weiter bedürfen.»
7044#Richter,19,20#20. Da sagte der alte Mann: «Friede dir-1-! nur, was du bedarfst, laß meine Sorge sein! Doch auf dem Platz hier sollst du nicht übernachten!» -1) = Sei mir willkommen.
7045#Richter,19,21#21. Dann nahm er ihn in sein Haus mit und mengte Futter für die Esel; und als sie sich die Füße gewaschen hatten, aßen und tranken sie.
7046#Richter,19,22#22. WÄHREND sie so sich gütlich taten, umringten die Männer der Stadt, nichtsnutzige Buben, das Haus, schlugen laut an die Tür und riefen dem alten Mann, dem das Haus gehörte, die Worte zu: «Gib den Mann heraus, der bei dir eingekehrt ist: wir wollen uns an ihn machen!»
7047#Richter,19,23#23. Da ging der Besitzer des Hauses zu ihnen hinaus und sagte zu ihnen: «Nicht doch, meine Brüder! begeht doch nichts so Böses! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, dürft ihr eine solche Schandtat nimmermehr verüben.
7048#Richter,19,24#24. Da ist meine Tochter, die Jungfrau, und das Nebenweib dieses Mannes: die will ich euch herausbringen; denen mögt ihr Gewalt antun und mit ihnen machen, was euch gefällt, aber an diesem Manne dürft ihr eine solche Schandtat nicht verüben!»
7049#Richter,19,25#25. Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da nahm der Mann sein Nebenweib und führte sie zu ihnen hinaus auf die Straße, und sie mißbrauchten sie und taten ihr Gewalt an die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen; erst bei Tagesanbruch ließen sie sie gehen.
7050#Richter,19,26#26. Als nun der Morgen tagte, kam das Weib heim und fiel am Toreingang zum Hause des Mannes, woselbst ihr Herr war, nieder und blieb da liegen, bis es hell wurde.
7051#Richter,19,27#27. Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Haustür öffnete und hinaustrat, um seines Weges weiter zu ziehen, fand er das Weib, sein Nebenweib, am Toreingang zum Hause liegen mit den Händen auf der Schwelle.
7052#Richter,19,28#28. Er rief ihr zu: «Stehe auf, wir wollen weiterziehen!» aber es erfolgte keine Antwort. Da hob er sie auf den Esel, machte sich dann auf und zog nach seinem Wohnort.
7053#Richter,19,29#29. Als er dort in sein Haus gekommen war, nahm er ein Messer, ergriff sein Nebenweib, zerschnitt sie Glied für Glied in zwölf Stücke und schickte diese im ganzen Gebiet Israels umher.
7054#Richter,19,30#30. Da erklärte denn jeder, der das sah: «So etwas ist bisher noch nicht vorgekommen und noch nicht erlebt worden seit der Zeit, wo die Israeliten aus dem Lande Ägypten heraufgezogen sind, bis zum heutigen Tage. Nehmt es zu Herzen, beratet euch und redet!»
7055#Richter,20,1#1. DA zogen alle Israeliten aus, und die Volksgemeinde versammelte sich wie ein Mann von Dan bis Beerseba, auch das Land Gilead, vor dem HErrn in Mizpa;
7056#Richter,20,2#2. und die Häupter des ganzen Volkes, der sämtlichen Stämme Israels, stellten sich in der Versammlung des Volkes Gottes ein, 400 000 Mann Fußvolk, mit Schwertern bewaffnet.
7057#Richter,20,3#3. Und die Benjaminiten hörten, daß die Israeliten nach Mizpa hinaufgezogen seien. Nun fragten die Israeliten: «Sagt an, wie diese Untat vor sich gegangen ist.»
7058#Richter,20,4#4. Da nahm der Levit, der Mann des ermordeten Weibes, das Wort und berichtete: «Ich war mit meinem Nebenweibe nach Gibea im Stamme Benjamin gekommen, um dort zu übernachten.
7059#Richter,20,5#5. Da erhoben sich die Bürger von Gibea gegen mich und umringten nachts das Haus in feindseliger Absicht gegen mich: mich gedachten sie umzubringen, meinem Nebenweibe aber haben sie Gewalt angetan, so daß sie gestorben ist.
7060#Richter,20,6#6. Da habe ich mein Nebenweib genommen, habe sie zerstückt und die Stücke in alle Teile des israelitischen Erbbesitzes gesandt; denn man hat ein Verbrechen und eine ruchlose Tat in Israel verübt.
7061#Richter,20,7#7. Ihr seid jetzt hier alle versammelt, ihr Israeliten: so beratet denn allhier die Sache und faßt einen Beschluß!»
7062#Richter,20,8#8. Da erhob sich das ganze Volk wie ein Mann und rief: «Keiner von uns darf in seinen Wohnort zurückkehren und keiner sich nach seinem Hause begeben!
7063#Richter,20,9#9. Nein, so wollen wir jetzt mit Gibea verfahren: Wir wollen gegen die Stadt nach dem Lose vorgehen!
7064#Richter,20,10#10. und zwar wollen wir von allen Stämmen Israels je zehn Männer von hundert und je hundert von tausend und je tausend von zehntausend nehmen, die sollen Lebensmittel für das Kriegsvolk holen, damit wir dann nach ihrer Rückkehr mit Gibea im Stamme Benjamin ganz so verfahren, wie die Schandtat es verdient, die es in-1- Israel verübt hat.» -1) o: an.
7065#Richter,20,11#11. So versammelte sich denn die gesamte Mannschaft der Israeliten gegen die Stadt, wie ein Mann verbündet.
7066#Richter,20,12#12. HIERAUF sandten die israelitischen Stämme Männer durch den ganzen Stamm Benjamin-1- mit der Botschaft: «Was ist das für eine Untat, die bei euch verübt worden ist! -1) = an alle benjaminitischen Geschlechter.
7067#Richter,20,13#13. So gebt nun jetzt die Männer, die ruchlosen Buben, die sich in Gibea befinden, heraus, damit wir sie töten und das Böse aus Israel wegschaffen!» Aber die Benjaminiten wollten der Forderung ihrer Brüder-1-, der Israeliten, nicht nachkommen, -1) = Volksgenossen.
7068#Richter,20,14#14. sie versammelten sich vielmehr aus ihren Ortschaften in Gibea, um zum Kampf mit den Israeliten auszurücken.
7069#Richter,20,15#15. Als man damals die Benjaminiten aus den Ortschaften musterte, belief sich ihre Zahl auf 26 000 schwertbewaffnete Männer, abgesehen von den Bewohnern Gibeas selbst, die bei der Musterung 700 auserlesene Krieger stellten.
7070#Richter,20,16#16. Unter all diesen Leuten waren 700 auserlesene Männer linkshändig: ein jeder von ihnen schleuderte mit Steinen haarscharf, ohne zu fehlen.
7071#Richter,20,17#17. Als man dann auch die Mannschaft der Israeliten, außer dem Stamme Benjamin musterte, ergab sich bei ihnen die Zahl von 400 000 schwertbewaffneten Männern, lauter kampffähige Krieger.
7072#Richter,20,18#18. HIERAUF machten die Israeliten sich auf den Weg und zogen nach Bethel hinauf, um Gott zu befragen, wer von ihnen zuerst zum Kampf mit den Benjaminiten ausziehen solle. Der HErr antwortete ihnen: «Juda soll den Anfang machen!»
7073#Richter,20,19#19. So brachen denn die Israeliten am folgenden Morgen früh auf und lagerten sich vor-1- Gibea; -1) o: gegen.
7074#Richter,20,20#20. dann zogen die Männer von Israel zum Kampf mit den Benjaminiten aus und stellten sich gegen sie in Schlachtordnung vor Gibea auf.
7075#Richter,20,21#21. Die Benjaminiten aber brachen aus Gibea hervor und streckten an diesem Tage 22 000 Mann von Israel zu Boden.
7076#Richter,20,22#22. Doch das Kriegsvolk, die israelitische Mannschaft, ließ sich dadurch nicht entmutigen, sondern stellte sich noch einmal in Schlachtordnung auf an derselben Stelle, wo sie sich am ersten Tage aufgestellt hatten.
7077#Richter,20,23#23. Zuvor aber zogen die Israeliten (nach Bethel) hinauf und weinten vor dem HErrn bis zum Abend und befragten dann den HErrn, ob sie noch einmal zum Kampfe mit ihren Brüdern-1-, den Benjaminiten, ausrücken sollten. Der HErr gab ihnen die Antwort: «Zieht gegen sie aus!» -1) = Volksgenossen.
7078#Richter,20,24#24. Als nun die Israeliten an diesem zweiten Tage wieder gegen die Benjaminiten anrückten,
7079#Richter,20,25#25. zogen diese ihnen auch an diesem zweiten Tage aus Gibea entgegen und streckten von den Israeliten abermals 18 000 Mann zu Boden, lauter Männer, die das Schwert führten.
7080#Richter,20,26#26. Da zogen die Israeliten allesamt, das ganze Kriegsvolk, nach Bethel hinauf, weinten dort ununterbrochen vor dem HErrn, fasteten während jenes Tages bis zum Abend und brachten Brand- und Heilsopfer vor dem HErrn dar.
7081#Richter,20,27#27. Als die Israeliten dann den HErrn befragten - dort befand sich nämlich zu jener Zeit die Bundeslade Gottes,
7082#Richter,20,28#28. und Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, versah damals den Dienst vor ihm - und die Anfrage stellten: «Soll ich noch einmal zum Kampf gegen meine Brüder, die Benjaminiten, ausziehen oder davon abstehen?» gab der HErr die Antwort: «Zieht hin, denn morgen will ich sie in eure Gewalt geben!»
7083#Richter,20,29#29. DARAUF legte Israel ringsum gegen Gibea Leute in den Hinterhalt.
7084#Richter,20,30#30. Als dann die Israeliten am dritten Tage wieder gegen die Benjaminiten heranzogen und sich wie die beiden vorigen Male in Schlachtordnung vor-1- Gibea aufstellten, -1) o: gegen.
7085#Richter,20,31#31. rückten die Benjaminiten heraus dem (feindlichen) Heere entgegen, ließen sich von der Stadt weglocken und begannen, wie die beiden vorigen Male, einige von dem Heere zu erschlagen auf den Landstraßen, - von denen die eine nach Bethel hinaufgeht, die andere durch die Felder nach Gibeon führt - etwa dreißig Mann von den Israeliten.
7086#Richter,20,32#32. Da dachten die Benjaminiten: «Sie sind von uns geschlagen wie früher»; die Israeliten dagegen hatten verabredet: «Wir wollen fliehen, um sie noch weiter von der Stadt wegzulocken nach den Landstraßen hin!»
7087#Richter,20,33#33. Daher verließen sie, die gesamte Mannschaft der Israeliten, ihren Standort und stellten sich erst wieder bei Baal-Thamar auf, während die im Hinterhalt liegenden Israeliten aus ihrem Standort westlich von Gibea hervorbrachen.
7088#Richter,20,34#34. So rückten denn 10 000 Mann, eine aus ganz Israel erlesene Mannschaft, gegen Gibea heran, und ein wütender Kampf entstand; jene aber hatten keine Ahnung davon, daß das Verderben daran war, über sie hereinzubrechen.
7089#Richter,20,35#35. Da ließ der HErr den Stamm Benjamin von Israel besiegt werden, so daß die Israeliten von den Benjaminiten 25 100 Mann an diesem Tage niedermachten, lauter Männer, die das Schwert führten.
7090#Richter,20,36#36. Da sahen die Benjaminiten, daß sie geschlagen waren; die Israeliten hatten sich nämlich vor den Benjaminiten zurückgezogen, weil sie sich auf den Hinterhalt verließen, den sie gegen Gibea gelegt hatten.
7091#Richter,20,37#37. Die im Hinterhalt Liegenden warfen sich dann auch eiligst auf Gibea, drangen in die Stadt ein und machten die ganze Bevölkerung mit dem Schwerte nieder.
7092#Richter,20,38#38. Die Israeliten hatten aber mit den im Hinterhalt Liegenden verabredet, daß sie eine große Rauchwolke aus der Stadt aufsteigen lassen sollten.
7093#Richter,20,39#39. Als sich nun das israelitische Heer in der Schlacht zur Flucht gewandt und die Benjaminiten schon angefangen hatten, unter den Israeliten einige, etwa dreißig Mann, zu erschlagen, weil sie dachten, jene seien völlig von ihnen geschlagen wie beim früheren Kampf: -
7094#Richter,20,40#40. da begann das verabredete Zeichen aus der Stadt aufzusteigen, die Rauchsäule; und als die Benjaminiten sich umwandten, sahen sie die Flammen der ganzen Stadt zum Himmel aufsteigen.
7095#Richter,20,41#41. Nun machte das israelitische Heer kehrt, die Benjaminiten aber gerieten in Bestürzung, denn sie erkannten, daß das Unheil sie erreicht hatte.
7096#Richter,20,42#42. Sie zogen sich dann vor den Israeliten in der Richtung nach der Steppe hin zurück; aber das feindliche Heer folgte ihnen auf dem Fuße nach, und die aus der Stadt Kommenden vernichteten sie in ihrer Mitte.
7097#Richter,20,43#43. Sie umzingelten die Benjaminiten, verfolgten sie, holten sie ein, wo sie ausruhen wollten, bis in die Gegend östlich von Gibea(?);
7098#Richter,20,44#44. dabei fielen von den Benjaminiten 18 000 Mann, lauter tapfere Krieger.
7099#Richter,20,45#45. Die anderen wandten sich zur Flucht gegen die Wüste, nach dem Felsen Rimmon hin, jene aber erschlugen von ihnen auf den Landstraßen nachträglich noch 5 000 Mann und verfolgten sie weiter bis Gideom-1- und machten von ihnen noch 2 000 Mann nieder. -1) o: bis zu ihrer Vernichtung.
7100#Richter,20,46#46. So betrug die Gesamtzahl der an jenem Tage gefallenen Benjaminiten 25 000 Mann, lauter schwertbewaffnete, tapfere Krieger.
7101#Richter,20,47#47. 600 Mann aber, die sich zur Flucht gewandt hatten, waren in die Wüste nach dem Felsen Rimmon entkommen und blieben dort am Felsen Rimmon vier Monate lang.
7102#Richter,20,48#48. Die israelitische Mannschaft aber kehrte ins Land der noch übrigen Benjaminiten zurück und machten mit dem Schwert alles nieder, was sich vorfand, die Menschen in den Ortschaften bis zum Vieh; auch alle Ortschaften, die sich da vorfanden, steckten sie in Brand.
7103#Richter,21,1#1. DIE Männer von Israel hatten aber in Mizpa folgenden feierlichen Schwur abgelegt: «Keiner von uns darf seine Tochter einem Benjaminiten zur Frau geben!»
7104#Richter,21,2#2. Als nun das Volk nach Bethel gezogen war und dort bis zum Abend vor Gott (beim Heiligtum) verweilte, fingen sie an, laut zu weinen,
7105#Richter,21,3#3. und wehklagten: «Warum, o HErr, Gott Israels, ist dies in Israel geschehen, daß heute ein ganzer Stamm aus Israel fehlt!»
7106#Richter,21,4#4. Am folgenden Tage aber in der Frühe baute das Volk dort einen Altar und brachte Brand- und Heilsopfer dar.
7107#Richter,21,5#5. Dann fragten die Israeliten: «Wer von allen Stämmen Israels ist nicht mit der Gemeinde-1- zum HErrn hergekommen?» Man hatte nämlich in betreff eines jeden, der nicht zum HErrn nach Mizpa hinkommen würde, einen feierlichen Eid ausgesprochen des Inhalts: «Er muß unbedingt sterben.» -1) aÜs: in die (o: zu der) Versammlung.
7108#Richter,21,6#6. Nun tat es aber den Israeliten um ihren Bruderstamm Benjamin leid, so daß sie klagten: «Heute ist ein ganzer Stamm von Israel abgehauen!
7109#Richter,21,7#7. Wie können wir nun den Übriggebliebenen zu Frauen verhelfen, da wir doch beim HErrn geschworen haben, daß wir ihnen keine von unsern Töchtern zu Frauen geben wollen?»
7110#Richter,21,8#8. Da fragten sie: «Ist etwa einer von den Stämmen Israels nicht zum HErrn nach Mizpa hinaufgekommen?» Da ergab es sich, daß aus Jabes in Gilead niemand ins Lager zur Versammlung gekommen war.
7111#Richter,21,9#9. Man hatte nämlich das Volk gemustert, und da stellte es sich heraus, daß von den Einwohnern von Jabes in Gilead keiner anwesend war.
7112#Richter,21,10#10. Nun sandte die Volksgemeinde 12 000 Mann von den tapfersten Männern dorthin mit dem Befehl: «Geht hin und erschlagt die Einwohner von Jabes in Gilead mit dem Schwerte, auch die Frauen und die Kinder!
7113#Richter,21,11#11. Verfahrt dabei aber so: an allen Männern sowie an allen weiblichen Personen, die schon mit Männern zu tun gehabt haben, sollt ihr den Blutbann vollstrecken, (die Jungfrauen aber am Leben lassen und sie hierher ins Lager bringen)!»
7114#Richter,21,12#12. Sie-1- fanden aber unter den Bewohnern von Jabes in Gilead vierhundert jungfräuliche Mädchen, die noch mit keinem Mann zu tun gehabt hatten; die brachten sie ins Lager nach Silo, das im Lande Kanaan liegt. -1) d.h. die Abgesandten.
7115#Richter,21,13#13. Hierauf sandte die ganze Volksgemeinde hin und verhandelte mit den Benjaminiten, die sich noch am Felsen Rimmon befanden, und ließ ihnen Sicherheit-1- entbieten. -1) o: freies Geleit.
7116#Richter,21,14#14. So kehrten denn die Benjaminiten damals zurück, und man gab ihnen die Mädchen, die man von den weiblichen Personen aus Jabes in Gilead am Leben gelassen hatte, zu Frauen; diese reichten jedoch für sie nicht aus.
7117#Richter,21,15#15. WEIL nun die Benjaminiten dem Volke leid taten, da der HErr einen Riß in den Stämmen Israels hatte entstehen lassen,
7118#Richter,21,16#16. sagten die Ältesten der Gemeinde: «Wie können wir den Übriggebliebenen zu Frauen verhelfen, da ja die Frauen aus Benjamin ausgerottet sind?»
7119#Richter,21,17#17. Da sagten sie: «Der Erbbesitz soll den Benjaminiten verbleiben, die mit dem Leben davongekommen sind, damit nicht ein Stamm aus Israel ausgetilgt wird.
7120#Richter,21,18#18. Wir aber können ihnen keine von unsern Töchtern zu Frauen geben, denn die Israeliten haben feierlich geschworen: ,Verflucht sei, wer seine Tochter einem Benjaminiten zur Frau gibt!'»
7121#Richter,21,19#19. Da sagten sie: «Es findet bekanntlich alle Jahre ein Fest des HErrn in Silo statt (auf dem Platze) nördlich von Bethel, östlich von der Landstraße, die von Bethel nach Sichem hinaufführt, und südlich von Lebona.»
7122#Richter,21,20#20. Da gaben sie den Benjaminiten folgende Weisung: «Geht hin und versteckt euch in den Weinbergen!
7123#Richter,21,21#21. Wenn ihr dann die Mädchen von Silo herauskommen seht, um Reigentänze aufzuführen, so brecht aus den Weinbergen hervor und erhascht euch ein jeder sein Weib aus den Mädchen von Silo und kehrt mit ihr ins Land Benjamin zurück.
7124#Richter,21,22#22. Wenn dann ihre Väter oder Brüder kommen, um sich bei uns (über euch) zu beschweren, so wollen wir zu ihnen sagen: ,Vergönnt sie ihnen um unsertwillen! [denn wir haben durch den Krieg (gegen Jabes) nicht für jeden eine Frau gewonnen]. Nicht ihr habt sie ihnen ja gegeben; denn in diesem Fall würdet ihr als schuldig dastehen.'»
7125#Richter,21,23#23. Die Benjaminiten befolgten die Weisung: sie holten sich die erforderliche Zahl von Frauen aus den tanzenden Mädchen, die sie raubten, kehrten dann in ihren Erbbesitz zurück, bauten die Ortschaften wieder auf und ließen sich darin nieder.
7126#Richter,21,24#24. Nunmehr zogen auch die Israeliten von dort heim, ein jeder in seinen Stamm und zu seinem Geschlecht, und begaben sich von dort weg, ein jeder in seinen Erbbesitz.
7127#Richter,21,25#25. Zu jener Zeit gab es noch keinen König in Israel; jeder tat, was ihn gut dünkte.

5852#Josua,1,1#1. NACH dem Tode Mose's, des Knechtes des HErrn, sagte der HErr zu Josua, dem Sohne Nuns, dem Diener Mose's:
5853#Josua,1,2#2. «Mein Knecht Mose ist tot; so mache du dich nun auf und ziehe über den Jordan dort, du und das ganze Volk da, in das Land hinüber, das ich ihnen, den Israeliten, geben will.
5854#Josua,1,3#3. Allen Grund und Boden, auf den eure Fußsohle treten wird, gebe ich euch, wie ich es Mose zugesagt habe.
5855#Josua,1,4#4. Von der Wüste und dem Libanon dort bis an den großen Strom, den Euphratstrom, das ganze Land der Hethiter, bis zu dem großen Meer im Westen soll euer Gebiet reichen.
5856#Josua,1,5#5. Niemand soll vor dir standhalten können, solange du lebst: wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein; ich will dir meine Hilfe nicht entziehen und dich nicht verlassen.
5857#Josua,1,6#6. Sei mutig und stark! denn du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, dessen Verleihung ich ihren Vätern zugeschworen habe.
5858#Josua,1,7#7. Nur sei stark und festentschlossen, auf die Beobachtung aller Weisungen des Gesetzes bedacht zu sein, das mein Knecht Mose dir zur Pflicht gemacht hat; weiche davon weder nach rechts noch nach links ab, damit du bei allen deinen Unternehmungen glücklichen Erfolg hast.
5859#Josua,1,8#8. Höre nicht auf, von diesem Gesetzbuch zu reden-1-, und sinne Tag und Nacht darüber nach, damit du auf die Beobachtung alles dessen, was darin geschrieben steht, bedacht bist; denn alsdann wirst du glücklichen Erfolg bei deinen Unternehmungen haben, und alsdann wird dir alles gelingen. -1) w: dieses Gesetzbuch soll nicht von (o: aus) deinem Munde weichen.
5860#Josua,1,9#9. Ich habe dir also zur Pflicht gemacht: Sei stark und entschlossen! Habe keine Angst und verzage nicht! denn mit dir ist der HErr, dein Gott, bei allem, was du unternimmst.»
5861#Josua,1,10#10. DA gab Josua den Obmännern-a- des Volkes folgenden Befehl: -a) vgl. 5.Mo. 1,15.
5862#Josua,1,11#11. «Geht hin und her im Lager und gebt dem Volke folgenden Befehl: ,Versorgt euch mit Lebensmitteln! denn (schon) in drei Tagen werdet ihr über den Jordan dort ziehen, um in den Besitz des Landes zu kommen, das der HErr, euer Gott, euch zum Eigentum geben will.'»
5863#Josua,1,12#12. ZU den Stämmen Ruben und Gad und dem halben Stamm Manasse aber sagte Josua:
5864#Josua,1,13#13. «Denkt an das Wort, das Mose, der Knecht des HErrn, euch zur Pflicht gemacht hat, als er sagte: ,Der HErr, euer Gott, hat euch ans Ziel gelangen lassen-1- und euch dieses Land gegeben.' -1) aÜs: hat euch Ruhe verschafft (o: verliehen) = euch zu eurer Ruhestätte gebracht.
5865#Josua,1,14#14. Eure Frauen, eure kleinen Kinder und euer Vieh mögen in dem Lande bleiben, das euch Mose auf dieser Seite des Jordans angewiesen hat; ihr aber, alle kriegstüchtigen Männer, müßt kampfgerüstet an der Spitze eurer Brüder-1- hinüberziehen und ihnen Beistand leisten, -1) = Volksgenossen.
5866#Josua,1,15#15. bis der HErr eure Brüder ebenso wie euch ans Ziel gebracht hat und auch sie das Land in Besitz genommen haben, das der HErr, euer Gott, ihnen geben will. Alsdann sollt ihr in euer eigenes Land zurückkehren und es als Besitz innehaben, das Mose, der Knecht des HErrn, euch im Ostjordanlande angewiesen hat.»
5867#Josua,1,16#16. Da gaben sie dem Josua folgende Antwort: «Alles, was du uns befohlen hast, wollen wir tun, und wohin du uns auch sendest, dahin wollen wir gehen.
5868#Josua,1,17#17. Ganz so, wie wir Mose gehorcht haben, wollen wir auch dir gehorchen. Nur möge der HErr, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Mose gewesen ist!
5869#Josua,1,18#18. Jeder, der sich deinen Befehlen widersetzt und deinen Anordnungen nicht gehorcht, so oft du uns etwas gebietest, soll mit dem Tode bestraft werden. Nur sei stark und entschlossen!»
5870#Josua,2,1#1. HIERAUF sandte Josua, der Sohn Nuns, von Sittim aus heimlich zwei Männer als Kundschafter aus mit der Weisung: «Geht hin, seht euch das Land und besonders Jericho an!» Da machten sie sich auf den Weg und kamen in das Haus einer Dirne namens Rahab und legten sich dort schlafen.
5871#Josua,2,2#2. Als nun dem König von Jericho die Meldung zuging: «Wisse wohl: es sind heute abend einige Männer von den Israeliten hierhergekommen, um das Land auszukundschaften»,
5872#Josua,2,3#3. da sandte der König von Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: «Gib die Männer heraus, die zu dir gekommen und in deinem Hause eingekehrt sind; denn sie sind hergekommen, um das ganze Land auszukundschaften.»
5873#Josua,2,4#4. Das Weib aber hatte die beiden Männer genommen und sie versteckt und sagte nun: «Jawohl, die Männer sind bei mir gewesen, aber ich wußte nicht, woher sie waren;
5874#Josua,2,5#5. und als nun das Stadttor beim Dunkelwerden geschlossen werden sollte, sind die Männer weggegangen; ich weiß nicht, wohin die Männer sich begeben haben. Jagt ihnen schnell nach; denn ihr könnt sie noch einholen.»
5875#Josua,2,6#6. Sie hatte sie jedoch auf das Dach hinaufgeführt und sie dort unter Flachsbündeln versteckt, die sie sich auf dem Dache aufgeschichtet hatte.
5876#Josua,2,7#7. Die Männer verfolgten sie nun in der Richtung nach dem Jordan hin bis zu den Furten; das Stadttor aber schloß man, sobald die zur Verfolgung ausgesandten Leute draußen waren.
5877#Josua,2,8#8. BEVOR aber jene sich schlafen legten, stieg das Weib zu ihnen auf das Dach hinauf
5878#Josua,2,9#9. und sagte zu den Männern: «Ich weiß, daß der HErr euch das Land verliehen und daß uns ein Schrecken vor euch befallen hat, so daß alle Bewohner des Landes verzagt vor euch sind.
5879#Josua,2,10#10. Denn wir haben davon gehört, daß der HErr bei eurem Auszug aus Ägypten das Wasser im Schilfmeer vor euch hat vertrocknen lassen und wie ihr mit den beiden Königen der Amoriter jenseit des Jordans, mit Sihon und Og, verfahren seid, an denen ihr den Bann vollstreckt habt.
5880#Josua,2,11#11. Als wir das vernahmen, ist uns alles Vertrauen entschwunden, und niemand hat euch gegenüber noch Mut behalten; denn der HErr, euer Gott, ist Gott im Himmel oben und auf der Erde unten.
5881#Josua,2,12#12. Und nun schwört mir doch beim HErrn, daß, weil ich euch Gutes erwiesen habe, auch ihr meines Vaters Hause Gutes erweisen wollt, und gebt mir ein sicheres Zeichen,
5882#Josua,2,13#13. daß ihr meine Eltern und meine Geschwister samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und uns vor dem Tode retten wollt.»
5883#Josua,2,14#14. Da antworteten ihr die Männer: «Wir bürgen mit unserem Leben für das eurige! Wenn ihr an dieser unserer Verabredung nicht zu Verrätern werdet, so wollen wir, wenn der HErr uns das Land gibt, dir Liebe und Treue widerfahren lassen!»
5884#Josua,2,15#15. Hierauf ließ sie die beiden an einem Seil durch das Fenster hinunter; denn ihr Haus war an die Stadtmauer angebaut, weil sie an der Stadtmauer wohnte.
5885#Josua,2,16#16. Dann sagte sie zu ihnen: «Geht ins Gebirge, sonst könnten die Verfolger euch begegnen, und haltet euch dort drei Tage lang verborgen, bis die Verfolger zurückgekehrt sind; alsdann könnt ihr eures Weges ziehen.»
5886#Josua,2,17#17. Da sagten die Männer zu ihr: «Wir werden uns dieses Eides entledigen, den du uns hast schwören lassen.
5887#Josua,2,18#18. Wisse wohl: wenn wir ins Land kommen, mußt du diese purpurrote Schnur am Fenster befestigen, durch das du uns hinuntergelassen hast, und mußt deine Eltern und Geschwister, überhaupt alle zu deines Vaters Hause Gehörigen bei dir in deinem Hause versammeln.
5888#Josua,2,19#19. Jeder, der dann aus der Tür deines Hauses auf die Straße hinausgeht, ist selbst für sein Leben verantwortlich-1-, während wir frei von Schuld sind; wer aber bei dir im Hause sein wird, für dessen Leben tragen wir die Verantwortung, wenn Hand an ihn gelegt wird. -1) w: dessen Blut sei auf seinem Haupte, d.h. der ist selbst an seinem Tode schuld.
5889#Josua,2,20#20. Auch wenn du treulos gegen diese unsere Verabredung handelst, sind wir des dir geleisteten Eides ledig, den du uns hast schwören lassen.»
5890#Josua,2,21#21. Sie antwortete: «Wie ihr gesagt habt, so soll es abgemacht sein!» Dann ließ sie sie gehen, und sie entfernten sich; sie aber knüpfte die Purpurschnur an das Fenster.
5891#Josua,2,22#22. ALS jene nun weggegangen und in das Gebirge gekommen waren, blieben sie dort drei Tage, bis die Verfolger zurückgekehrt waren; diese hatten (nämlich) bei der Verfolgung überall auf dem Wege nach ihnen gesucht, aber sie nicht gefunden.
5892#Josua,2,23#23. Nun traten die beiden Männer den Heimweg an, stiegen vom Gebirge hinab, setzten über den Jordan und begaben sich zu Josua, dem Sohne Nuns, dem sie alles erzählten, was ihnen begegnet war.
5893#Josua,2,24#24. Sie berichteten aber dem Josua: «Der HErr hat das ganze Land in unsere Gewalt gegeben; auch sind alle Bewohner des Landes vor uns verzagt.»
5894#Josua,3,1#1. DARAUF ließ Josua am andern Morgen früh aufbrechen, und sie kamen von Sittim an den Jordan, er mit allen Israeliten; und sie blieben dort über Nacht, ehe sie hinüberzogen.
5895#Josua,3,2#2. Nach drei Tagen aber gingen die Obmänner-a- im ganzen Lager hin und her -a) vgl. 5.Mo. 1,15.
5896#Josua,3,3#3. und gaben dem Volke folgenden Befehl: «Sobald ihr die Bundeslade des HErrn, eures Gottes, erblickt, wie sie von den levitischen Priestern aufgehoben-1- wird, so brecht auch ihr von eurem Standort auf und zieht hinter ihr her; -1) o: weggetragen.
5897#Josua,3,4#4. doch muß zwischen euch und ihr ein Abstand von etwa zweitausend Ellen bleiben - ihr dürft ihr nicht zu nahe kommen -, damit ihr den Weg wisset, den ihr einzuschlagen habt; denn ihr seid bisher noch nie auf solchem Wege gezogen.»
5898#Josua,3,5#5. Weiter befahl Josua dem Volke: «Heiligt euch, denn morgen wird der HErr Wunder unter euch tun!»
5899#Josua,3,6#6. Dann gab Josua den Priestern die Weisung: «Hebt die Bundeslade auf und zieht vor dem Volke her hinüber!» Da hoben sie die Bundeslade auf und zogen vor dem Volke einher.
5900#Josua,3,7#7. DER HErr aber sagte zu Josua: «Heute will ich anfangen, dich in den Augen von ganz Israel groß zu machen-1-, damit sie erkennen, daß ich mit dir sein werde, wie ich mit Mose gewesen bin. -1) = zu verherrlichen.
5901#Josua,3,8#8. Gib du nun den Priestern, welche die Bundeslade tragen, folgenden Befehl: ,Wenn ihr beim Jordan an den Rand des Wassers gekommen seid, so bleibt am Jordan stehen!'»
5902#Josua,3,9#9. Dann sagte Josua zu den Israeliten: «Tretet herzu und vernehmt die Worte des HErrn, eures Gottes!»
5903#Josua,3,10#10. Dann hielt Josua folgende Ansprache: «Daran sollt ihr erkennen, daß ein lebendiger Gott in eurer Mitte ist und daß er die Kanaanäer, Hethiter, Hewiter, Pherissiter, Girgasiter, Amoriter und Jebusiter gewißlich vor euch her vertreiben wird:
5904#Josua,3,11#11. sehet, die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde wird vor euch her durch den Jordan ziehen.
5905#Josua,3,12#12. So wählt euch nun zwölf Männer aus den Stämmen Israels, aus jedem Stamm einen Mann.
5906#Josua,3,13#13. Sobald dann die Fußsohlen der Priester, welche die Lade Gottes, des Herrn der ganzen Erde, tragen, in das Wasser des Jordans eintauchen-1-, wird das Wasser des Jordans, nämlich das Wasser, das von oben her zufließt, auf einmal von dem übrigen Wasser abgeschnitten werden-2- und wie ein einziger Damm stehenbleiben.» -1) = sich niedersenken.   2) = sich trennen.
5907#Josua,3,14#14. ALS nun das Volk aus seinen Zelten aufbrach, um über den Jordan zu ziehen, indem die Priester die Bundeslade vor dem Volke her trugen,
5908#Josua,3,15#15. und als die Träger der Lade an den Jordan kamen und die Füße der Priester, der Träger der Lade, in den Rand des Wassers eintauchten - der Jordan ist aber während der ganzen Erntezeit vollströmend bis über alle seine Ufer hinaus -,
5909#Josua,3,16#16. da blieb das von oben her zufließende Wasser stehen: es erhob sich wie ein einziger Damm in weiter Entfernung bei der Ortschaft Adam, die seitwärts von Zarthan liegt; dagegen das nach dem Steppensee, dem Toten Meer, hinabfließende Wasser verlief sich völlig. So zog denn das Volk hindurch, Jericho gegenüber.
5910#Josua,3,17#17. Die Priester aber, welche die Bundeslade des HErrn trugen, standen festen Fußes mitten im Jordan auf trockenem Boden, während ganz Israel trockenen Fußes hindurchzog, bis das ganze Volk den Übergang über den Jordan vollständig bewerkstelligt hatte.
5911#Josua,4,1#1. ALS nun das ganze Volk den Übergang über den Jordan vollständig bewerkstelligt hatte, gebot der HErr dem Josua folgendes:
5912#Josua,4,2#2. «Wählt euch aus dem Volke zwölf Männer, aus jedem Stamme einen Mann,
5913#Josua,4,3#3. und erteilt ihnen folgenden Befehl: ,Nehmt euch von hier, aus der Mitte des Jordans, von der Stelle, wo die Füße der Priester festgestanden-1- haben, zwölf Steine auf, schafft sie mit euch hinüber und legt sie auf dem Lagerplatz nieder, wo ihr diese Nacht zubringen werdet.'» -1) = haltgemacht.
5914#Josua,4,4#4. Da berief Josua die zwölf Männer, die er aus den Israeliten hatte wählen lassen, aus jedem Stamme einen Mann,
5915#Josua,4,5#5. und befahl ihnen: «Geht hin vor die Lade des HErrn, eures Gottes, mitten in den Jordan hinein und ladet euch ein jeder einen Stein auf seine Schulter, entsprechend der Zahl der israelitischen Stämme,
5916#Josua,4,6#6. damit dies ein Wahrzeichen-1- unter euch werde! Wenn dann eure Kinder euch künftig fragen: ,Was haben diese Steine für euch zu bedeuten?' -1) = Erinnerungszeichen.
5917#Josua,4,7#7. so sollt ihr ihnen antworten: ,Daß das Wasser des Jordans vor der Bundeslade des HErrn zu fließen aufgehört hat; als die durch den Jordan zog, hat das Wasser des Jordans zu fließen aufgehört; deshalb sollen diese Steine für die Israeliten ein ewiges Denkmal sein!'»
5918#Josua,4,8#8. Da taten die Israeliten so, wie Josua befohlen hatte: sie hoben zwölf Steine mitten aus dem Jordan auf, wie der HErr dem Josua geboten hatte, entsprechend der Zahl der israelitischen Stämme, nahmen sie mit sich nach dem Platze des Nachtlagers hinüber und legten sie dort nieder.
5919#Josua,4,9#9. Zwölf andere Steine aber ließ Josua mitten im Jordan an der Stelle aufrichten, wo die Füße der Priester, welche die Bundeslade trugen, gestanden hatten; dort befinden sie sich noch heutigen Tages.
5920#Josua,4,10#10. Die Priester aber, welche die Lade trugen, blieben mitten im Jordan stehen, bis alle Arbeit ausgeführt war, die Josua nach dem Befehl des HErrn dem Volk geboten hatte, genauso, wie Mose dem Josua geboten hatte; und das Volk zog eilends hinüber.
5921#Josua,4,11#11. Als dann das ganze Volk den Übergang vollständig bewerkstelligt hatte, zog auch die Lade des HErrn hinüber und die Priester angesichts des Volkes.
5922#Josua,4,12#12. Es waren aber die Stämme Ruben und Gad und der halbe Stamm Manasse kampfgerüstet an der Spitze der Israeliten hinübergezogen, wie Mose ihnen geboten hatte.
5923#Josua,4,13#13. In der Zahl von etwa vierzigtausend kampfgerüsteten Männern waren sie vor dem HErrn her zum Kampf in die Steppen von Jericho hinübergezogen.
5924#Josua,4,14#14. AN jenem Tage machte der HErr den Josua groß-a- in den Augen von ganz Israel, so daß sie Ehrfurcht vor ihm hatten während seines ganzen Lebens, wie sie vor Mose Ehrfurcht gehabt hatten. -a) vgl. Jos. 3,7.
5925#Josua,4,15#15. Hierauf gebot der HErr dem Josua folgendes:
5926#Josua,4,16#16. «Befiehl den Priestern, welche die Gesetzeslade tragen, aus dem Jordan heraufzusteigen.»
5927#Josua,4,17#17. Da gab Josua den Priestern den Befehl: «Steigt aus dem Jordan herauf!»
5928#Josua,4,18#18. Als nun die Priester, welche die Bundeslade des HErrn trugen, aus dem Jordan heraufgestiegen waren und die Fußsohlen der Priester kaum das trockene Ufer betreten hatten, da kehrte das Wasser des Jordans in sein Bett zurück und ergoß sich wie früher überall über seine Ufer.
5929#Josua,4,19#19. Das Volk war aber aus dem Jordan am zehnten Tage des ersten Monats heraufgestiegen und lagerte in Gilgal an der Ostgrenze des Gebiets von Jericho.
5930#Josua,4,20#20. Da ließ Josua jene zwölf Steine, die sie aus dem Jordan mitgebracht hatten, in Gilgal aufrichten
5931#Josua,4,21#21. und sagte dabei zu den Israeliten: «Wenn eure Kinder künftig an ihre Väter die Frage richten: ,Was haben diese Steine zu bedeuten?'
5932#Josua,4,22#22. so gebt euren Kindern folgende Auskunft: ,Trockenen Fußes ist Israel hier durch den Jordan gezogen,
5933#Josua,4,23#23. weil der HErr, euer Gott, das Wasser des Jordans vor euch her hat vertrocknen lassen, bis ihr hindurchgezogen wart, ebenso wie der HErr, euer Gott, es mit dem Schilfmeer gemacht hat, das er vor uns hat vertrocknen lassen, bis wir hindurchgezogen waren;
5934#Josua,4,24#24. denn alle Völker der Erde sollten erkennen, daß die Hand des HErrn stark ist, damit ihr den HErrn, euren Gott, allezeit fürchtet.'»
5935#Josua,5,1#1. ALS nun alle Könige der Amoriter, die jenseit des Jordans nach Westen hin wohnten, und alle Könige der Kanaanäer an der Meeresküste die Kunde erhielten, daß der HErr das Wasser des Jordans vor den Israeliten hatte vertrocknen lassen, bis sie hinübergezogen waren, da schwand ihnen alles Vertrauen, und sie hatten den Israeliten gegenüber keinen Mut mehr.
5936#Josua,5,2#2. Damals gebot der HErr dem Josua: «Fertige dir Steinmesser an und beschneide wiederum die Israeliten zum zweitenmal!»
5937#Josua,5,3#3. Da machte sich Josua Steinmesser und beschnitt mit ihnen die Israeliten am Hügel Araloth-1-. -1) d.h. Hügel der Vorhäute.
5938#Josua,5,4#4. Der Grund aber, weshalb Josua die Beschneidung vornahm, war folgender: Das gesamte Volk männlichen Geschlechts, das aus Ägypten ausgezogen war, alle Kriegsleute, waren nach ihrem Auszug aus Ägypten während der Wanderung in der Wüste gestorben.
5939#Josua,5,5#5. Das ganze Volk nämlich, welches auszog, war beschnitten gewesen; aber das gesamte Volk, das nach dem Auszug aus Ägypten während der Wanderung in der Wüste geboren war, hatte die Beschneidung nicht empfangen.
5940#Josua,5,6#6. Denn vierzig Jahre lang waren die Israeliten in der Wüste gewandert, bis die Gesamtheit der Kriegsleute nach dem Auszug aus Ägypten weggestorben war, weil sie den Weisungen des HErrn nicht nachgekommen waren; deshalb hatte der HErr ihnen geschworen, er wolle sie das Land nicht sehen lassen, das er uns, wie er ihren Vätern zugeschworen hatte, geben wollte, ein Land, das von Milch und Honig überfließt.
5941#Josua,5,7#7. Aber ihre Söhne, die der HErr an ihrer Statt hatte aufwachsen lassen, diese beschnitt jetzt Josua; denn sie waren unbeschnitten geblieben, weil man sie während der Wanderung nicht beschnitten hatte.
5942#Josua,5,8#8. Als nun die Beschneidung am ganzen Volke vorgenommen worden war, blieben sie an Ort und Stelle gelagert, bis sie genesen waren.
5943#Josua,5,9#9. Der HErr aber sagte zu Josua: «Heute habe ich die ägyptische Schmach-1- von euch abgewälzt.» Daher heißt dieser Ort Gilgal-2- bis auf den heutigen Tag. -1) o: die Schmähung der Ägypter.   2) d.h. Abwälzung.
5944#Josua,5,10#10. WÄHREND nun die Israeliten in Gilgal gelagert waren, feierten sie das Passah am vierzehnten Tage des Monats am Abend in den Steppen von Jericho
5945#Josua,5,11#11. und aßen am anderen Tage nach dem Passah von den Erzeugnissen des Landes, nämlich ungesäuertes Brot und geröstetes Getreide, an eben diesem Tage.
5946#Josua,5,12#12. Da hörte am folgenden Morgen das Manna auf, weil sie jetzt von den Erzeugnissen des Landes zu essen hatten, und es gab hinfort für die Israeliten kein Manna mehr, sondern sie nährten sich in jenem Jahre von den Erzeugnissen des Landes Kanaan.
5947#Josua,5,13#13. WÄHREND sich nun Josua bei Jericho befand, begab es sich, daß er seine Augen aufschlug und einen Mann, der ein gezücktes Schwert in der Hand hatte, sich gegenüber stehen sah. Josua ging auf ihn zu und fragte ihn: «Gehörst du zu uns oder zu unsern Feinden?»
5948#Josua,5,14#14. Da antwortete er: «Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HErrn; soeben bin ich gekommen.» Da warf sich Josua auf sein Angesicht nieder, um ihm zu huldigen, und fragte ihn dann: «Was hat mein Herr seinem Knecht zu sagen?»
5949#Josua,5,15#15. Da antwortete der Heeresoberste des HErrn dem Josua: «Ziehe dir die Schuhe aus von deinen Füßen! denn die Stätte, auf der du stehst, ist heilig.» Da tat Josua so.
5950#Josua,6,1#1. JERICHO aber hatte (seine Tore) geschlossen und blieb den Israeliten gegenüber verriegelt-1-, so daß niemand aus- oder eingehen konnte. -1) = geschlossen.
5951#Josua,6,2#2. Da sagte der HErr zu Josua: «Hiermit gebe ich Jericho und seinen König samt den streitbaren Männern in deine Gewalt.
5952#Josua,6,3#3. So zieht denn um die Stadt herum, alle Kriegsleute, einmal rings um die Stadt her. So sollst du es sechs Tage lang tun;
5953#Josua,6,4#4. dabei sollen sieben Priester sieben Lärmposaunen-a- vor der Lade her tragen. Am siebten Tage aber sollt ihr siebenmal um die Stadt herumziehen, und die Priester sollen dabei in die Posaunen stoßen. -a) vgl. 3.Mo. 25,9.10; 2.Mo. 19,13.
5954#Josua,6,5#5. Wenn man dann ein Zeichen mit dem Lärmhorn-1- gibt, soll das gesamte Volk, sobald ihr den Posaunenschall hört, ein lautes Kriegsgeschrei erheben; dann wird die Stadtmauer von selbst in sich zusammenstürzen, und das Volk soll sie ersteigen, wo ein jeder gerade steht.» -1) aÜs: Widderhorn (vgl. 2.Mo. 19,13).
5955#Josua,6,6#6. DARAUF berief Josua, der Sohn Nuns, die Priester und befahl ihnen: «Hebt die Bundeslade auf, und sieben Priester sollen sieben Lärmposaunen vor der Lade des HErrn her tragen!»
5956#Josua,6,7#7. Hierauf befahl er dem Volk: «Zieht rings um die Stadt herum, und zwar sollen die Gewappneten vor der Lade des HErrn herziehen!»
5957#Josua,6,8#8. Als nun Josua dem Volk diesen Befehl erteilt hatte, da setzten sich die sieben Priester in Bewegung, welche die sieben Lärmposaunen vor dem HErrn her trugen, und stießen in die Posaunen, während die Bundeslade des HErrn ihnen nachfolgte;
5958#Josua,6,9#9. die Gewappneten aber zogen vor den Priestern einher, die in die Posaunen stießen, und die Nachhut zog hinter der Lade her, während man dabei fortwährend in die Posaunen stieß.
5959#Josua,6,10#10. Dem Volk aber hatte Josua streng geboten: «Ihr dürft kein Kriegsgeschrei erheben und eure Stimme nicht hören lassen, und kein Wort darf aus eurem Munde kommen bis zu dem Tage, an dem ich euch zurufe: ,Laßt ein Geschrei erschallen!' dann müßt ihr das Kriegsgeschrei erheben.»
5960#Josua,6,11#11. So ließ er denn die Lade des HErrn einmal den Umzug rings um die Stadt machen; hierauf begaben sie sich wieder ins Lager und blieben über Nacht im Lager. -
5961#Josua,6,12#12. Am folgenden Morgen machte sich Josua früh auf, und die Priester trugen wiederum die Lade des HErrn;
5962#Josua,6,13#13. und die sieben Priester, welche die sieben Lärmposaunen vor der Lade des HErrn her trugen, stießen beim Gehen fortwährend in die Posaunen, während die Gewappneten vor ihnen herzogen und die Nachhut hinter der Lade des HErrn folgte, indem man dabei immerfort in die Posaunen stieß.
5963#Josua,6,14#14. So zogen sie am zweiten Tage einmal um die Stadt herum und kehrten dann wieder ins Lager zurück. So machten sie es sechs Tage lang.
5964#Josua,6,15#15. AM siebten Tage aber machten sie sich früh beim Aufgang der Morgenröte auf und zogen in derselben Weise siebenmal um die Stadt herum; nur an diesem Tage umzogen sie die Stadt siebenmal.
5965#Josua,6,16#16. Beim siebten Umzug aber, als die Priester in die Posaunen gestoßen hatten, rief Josua dem Volke zu: «Erhebt das Kriegsgeschrei! denn der HErr hat die Stadt in eure Gewalt gegeben!
5966#Josua,6,17#17. Aber die Stadt mit allem, was darin ist, soll dem Bann-1- für den HErrn geweiht sein; nur die Dirne Rahab soll am Leben bleiben, sie nebst allen denen, die sich bei ihr im Hause befinden; denn sie hat die Kundschafter versteckt, die wir ausgesandt hatten. -1) = Vernichtungsgericht.
5967#Josua,6,18#18. Nehmt ihr euch aber ja vor dem gebannten Gut in acht, daß ihr nicht, obgleich ihr es dem Bann geweiht habt, euch doch etwas von dem gebannten Gut aneignet und dadurch das Lager der Israeliten dem Bannfluch überliefert und es ins Unglück stürzt!
5968#Josua,6,19#19. Alles Silber und Gold nebst den kupfernen und eisernen Geräten soll dem HErrn geheiligt sein und in den Schatz des HErrn kommen!» -
5969#Josua,6,20#20. Da erhob das Volk das Kriegsgeschrei, und die Posaunen ertönten; und als das Volk den Posaunenschall vernahm und ein lautes Kriegsgeschrei erhoben hatte, da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk drang in die Stadt ein, ein jeder da, wo er gerade stand. Als sie so die Stadt eingenommen hatten,
5970#Josua,6,21#21. vollstreckten sie den Bann an allem, was sich in der Stadt befand, an Männern wie an Weibern, an jung und alt, an den Rindern wie am Kleinvieh und an den Eseln: alles wurde mit der Schärfe des Schwertes niedergemacht.
5971#Josua,6,22#22. DEN beiden Männern aber, die das Land ausgekundschaftet hatten, hatte Josua befohlen: «Geht in das Haus der Dirne und führt das Weib mit allen ihren Angehörigen von dort heraus, wie ihr es ihr zugeschworen habt!»
5972#Josua,6,23#23. Da gingen die jungen Männer, die beiden Kundschafter, hin und führten Rahab nebst ihren Eltern und Geschwistern und allen ihren Angehörigen hinaus: alle ihre Verwandten führten sie hinaus und brachten sie an einem Orte außerhalb des israelitischen Lagers unter.
5973#Josua,6,24#24. Die Stadt aber mit allem, was darin war, ließen sie in Flammen aufgehen; nur das Silber und Gold, sowie die kupfernen und eisernen Geräte taten sie in den Schatz im Hause des HErrn.
5974#Josua,6,25#25. Die Dirne Rahab aber nebst ihrer Familie und allen ihren Angehörigen ließ Josua am Leben, und sie ist inmitten der Israeliten bis auf den heutigen Tag wohnen geblieben, weil sie die Boten versteckt hatte, die Josua zur Auskundschaftung Jericho's ausgesandt hatte.
5975#Josua,6,26#26. Damals ließ Josua (das Volk) folgenden Eid schwören: «Verflucht vor dem HErrn sei der Mann, der es unternimmt, diese Stadt Jericho wieder aufzubauen! Um den Preis seines Erstgeborenen wird-1- er ihren Grundstein legen und um den Preis seines jüngsten Sohnes ihre Tore einsetzen!»-a- -1) o: soll.   a) vgl. 1.Kön. 16,34.
5976#Josua,6,27#27. Der HErr aber war mit Josua, so daß sein Ruhm sich durch das Land verbreitete.
5977#Josua,7,1#1. DIE Israeliten hatten sich aber eine Veruntreuung an dem gebannten Gut zuschulden kommen lassen; denn Achan, der Sohn Karmi's, des Sohnes Sabdi's, des Sohnes Serahs, vom Stamme Juda, hatte sich etwas von dem gebannten Gut angeeignet. Darob entbrannte der Zorn des HErrn gegen die Israeliten. -
5978#Josua,7,2#2. Nun sandte Josua einige Männer von Jericho aus nach Ai, das bei Beth-Awen östlich von Bethel liegt, mit der Weisung: «Geht hinauf und kundschaftet die Gegend aus!» Als nun die Männer hinaufgegangen waren und Ai ausgekundschaftet hatten,
5979#Josua,7,3#3. berichteten sie dem Josua nach ihrer Rückkehr: «Nicht das gesamte Volk braucht hinaufzuziehen; zwei- bis dreitausend Mann genügen, um Ai zu erobern. Bemühe nicht das ganze Volk dorthin; denn die Zahl ihrer Leute ist gering.»
5980#Josua,7,4#4. So zogen denn von dem Volk etwa dreitausend Mann dorthin, wurden aber von den Aiten in die Flucht geschlagen,
5981#Josua,7,5#5. und die Aiten erschlugen etwa sechsunddreißig Mann von ihnen, verfolgten sie dann von dem Stadttor bis an die Steinbrüche und schlugen sie am Bergabhang. Da schwand dem Volk aller Mut und schlug in Verzagtheit um-1-; -1) w: und wurde zu Wasser.
5982#Josua,7,6#6. Josua aber zerriß seine Kleider, warf sich vor der Lade des HErrn auf sein Angesicht zur Erde nieder bis zum Abend, er samt den Ältesten der Israeliten, und sie streuten sich Staub-1- aufs Haupt. -1) o: Asche.
5983#Josua,7,7#7. Darauf betete Josua: «Ach, HErr, mein Gott! warum hast du dieses Volk über den Jordan geführt? Um uns in die Hand der Amoriter fallen zu lassen, damit sie uns vernichten? O hätten wir uns doch daran genügen lassen, jenseit des Jordans wohnen zu bleiben!
5984#Josua,7,8#8. Verzeihe, HErr! was soll ich sagen, nachdem Israel sich vor seinen Feinden zur Flucht gewandt hat?
5985#Josua,7,9#9. Wenn das die Kanaanäer und alle übrigen Bewohner des Landes erfahren, so werden sie von allen Seiten über uns herfallen und unsern Namen von der Erde vertilgen! Was willst du nun-1- für deinen großen Namen tun?» -1) o: dann.
5986#Josua,7,10#10. DA antwortete der HErr dem Josua: «Stehe auf! wozu liegst du da auf deinem Angesicht?
5987#Josua,7,11#11. Israel hat sich versündigt! denn sie haben sowohl mein Bundesgebot übertreten, das ich ihnen zur Pflicht gemacht habe, als auch sich etwas von dem gebannten Gut angeeignet; so haben sie sowohl einen Diebstahl begangen, als auch das Gestohlene versteckt und unter ihre eigenen Geräte getan.
5988#Josua,7,12#12. Daher vermögen die Israeliten jetzt vor ihren Feinden nicht mehr standzuhalten, sondern müssen vor ihren Feinden die Flucht ergreifen; denn sie sind selbst dem Bann verfallen. Ich werde hinfort nicht mehr mit euch sein, wenn ihr das gebannte Gut nicht aus eurer Mitte wegschafft.
5989#Josua,7,13#13. Stehe auf, laß das Volk sich heiligen und mache bekannt: ,Heiligt euch auf morgen!' denn so hat der HErr, der Gott Israels, gesprochen: ,Gebanntes Gut befindet sich in deiner Mitte, Israel; du wirst deinen Feinden nicht eher zu widerstehen vermögen, als bis ihr das gebannte Gut aus eurer Mitte weggeschafft habt.'
5990#Josua,7,14#14. Darum sollt ihr morgen früh antreten, Stamm für Stamm; und der Stamm, den der HErr durch das Los bezeichnet, soll herantreten, ein Geschlecht nach dem andern; und das Geschlecht, das der HErr durch das Los bezeichnet, soll herantreten, eine Familie nach der andern; und die Familie, die der HErr durch das Los bezeichnet, soll Mann für Mann herantreten.
5991#Josua,7,15#15. Wer dann als dem Bann verfallen-1- durch das Los bezeichnet wird, soll mit allem, was er besitzt, im Feuer verbrannt werden, weil er das Bundesgebot des HErrn übertreten und eine Schandtat in Israel begangen hat!» -1) o: als im Besitz gebannten Gutes befindlich.
5992#Josua,7,16#16. DA ließ Josua am andern Morgen in der Frühe die Israeliten antreten, Stamm für Stamm; da wurde der Stamm Juda durch das Los getroffen.
5993#Josua,7,17#17. Als er dann die Geschlechter von Juda herantreten ließ, wurde das Geschlecht der Sarchiten getroffen. Als er dann das Geschlecht der Sarchiten herantreten ließ, eine Familie nach der andern, wurde die Familie Sabdi's getroffen;
5994#Josua,7,18#18. und als er dessen Familie Mann für Mann herantreten ließ, wurde Achan getroffen, der Sohn Karmi's, des Sohnes Sabdi's, des Sohnes Serahs, vom Stamme Juda.
5995#Josua,7,19#19. Da sagte Josua zu Achan: «Mein Sohn, gib doch dem HErrn, dem Gott Israels, die Ehre und lege ein offenes Bekenntnis vor ihm ab: gestehe mir, was du getan hast: verhehle mir nichts!»
5996#Josua,7,20#20. Da antwortete Achan dem Josua: «Fürwahr, ich habe mich am HErrn, dem Gott Israels, versündigt! So und so habe ich getan:
5997#Josua,7,21#21. ich sah unter den Beutestücken einen schönen babylonischen Mantel, dazu zweihundert Schekel Silber und eine Goldstange, fünfzig Schekel an Gewicht; da gelüstete mich nach diesen Sachen, und ich eignete sie mir an; sie sind jetzt mitten in meinem Zelt im Boden vergraben, und das Silber liegt zuunterst.»
5998#Josua,7,22#22. Da sandte Josua Boten hin, die liefen zum Zelt, und man fand die Sachen wirklich in seinem Zelt vergraben, und das Silber lag zuunterst.
5999#Josua,7,23#23. Da nahmen sie die Sachen aus dem Zelte mit, brachten sie zu Josua und zu allen Israeliten und legten sie vor den HErrn hin.
6000#Josua,7,24#24. Nun nahm Josua, und ganz Israel mit ihm, Achan, den Sohn Serahs, und das Silber, den Mantel und die Goldstange, dazu seine Söhne und Töchter, auch seine Rinder, seine Esel und sein Kleinvieh, ferner sein Zelt und alles, was er sonst noch besaß, und brachten das alles in das Tal Achor hinauf.
6001#Josua,7,25#25. Dort sagte Josua zu Achan: «Wie hast du uns ins Unglück gestürzt! Dafür möge der HErr auch dich heute ins Unglück stürzen!» Hierauf steinigten ihn alle Israeliten, [und man verbrannte sie im Feuer und vollzog die Steinigung an ihnen];
6002#Josua,7,26#26. dann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen, der noch heutigentags dort liegt. Da ließ der HErr von seiner Zornesglut ab. Daher heißt jener Ort bis auf den heutigen Tag das Tal Achor-1-. -1) d.h. Unglückstal.
6003#Josua,8,1#1. HIERAUF sagte der HErr zu Josua: «Fürchte dich nicht und sei ohne Angst! Nimm das gesamte Kriegsvolk mit dir und mache dich auf, ziehe gegen Ai hinauf: hiermit gebe ich den König von Ai samt seinem Volk, seiner Stadt und seinem Lande in deine Gewalt.
6004#Josua,8,2#2. Du sollst mit Ai und seinem König so verfahren, wie du mit Jericho und seinem König verfahren bist; jedoch die dortige Beute und das Vieh dürft ihr für euch behalten. Lege dir einen Hinterhalt gegen die Stadt auf ihrer Westseite!»
6005#Josua,8,3#3. Da machte sich Josua mit dem gesamten Kriegsvolk auf, um gegen Ai hinaufzuziehen. Er wählte aber 30 000 Mann tapfere Krieger aus und sandte sie bei Nacht ab,
6006#Josua,8,4#4. nachdem er ihnen folgenden Befehl gegeben hatte: «Wisset wohl: ihr sollt euch gegen die Stadt in den Hinterhalt legen, und zwar auf der Westseite der Stadt; entfernt euch nicht zu weit von der Stadt und haltet euch allesamt bereit!
6007#Josua,8,5#5. Ich aber und das ganze Kriegsvolk, das bei mir ist, werden gegen die Stadt anrücken, und wenn sie dann wie das vorige Mal einen Ausfall gegen uns machen, wollen wir vor ihnen fliehen.
6008#Josua,8,6#6. Sie werden dann herauskommen, um uns zu verfolgen, bis wir sie von der Stadt ganz abgezogen haben; denn sie werden denken: ,Die fliehen vor uns wie das vorige Mal'; und wir wollen ja auch wirklich vor ihnen fliehen.
6009#Josua,8,7#7. Dann müßt ihr aus dem Hinterhalt hervorbrechen und euch der Stadt bemächtigen; denn der HErr, euer Gott, wird sie in eure Gewalt geben.
6010#Josua,8,8#8. Wenn ihr aber die Stadt eingenommen habt, so steckt sie in Brand: nach dem Gebot des HErrn sollt ihr verfahren! Das sind meine Befehle für euch.»
6011#Josua,8,9#9. Als Josua sie so entlassen hatte, zogen sie in den Hinterhalt und nahmen Stellung zwischen Bethel und Ai, und zwar auf der Westseite von Ai, während Josua jene Nacht inmitten des übrigen Kriegsvolkes verbrachte.
6012#Josua,8,10#10. Josua machte sich dann am folgenden Morgen früh auf und zog, nachdem er das Kriegsvolk gemustert hatte, mit den Ältesten-1- der Israeliten an der Spitze des Heeres gegen Ai hinauf. -1) o: Vornehmsten.
6013#Josua,8,11#11. Das gesamte Kriegsvolk, das bei ihm war, zog hinauf und rückte heran und kam vor der Stadt an; sie lagerten nördlich von Ai, so daß das Tal zwischen ihnen und Ai lag.
6014#Josua,8,12#12. [Er hatte aber etwa fünftausend Mann genommen und sie als Hinterhalt zwischen Bethel und Ai, auf der Westseite der Stadt, Stellung nehmen lassen.
6015#Josua,8,13#13. Dann stellten sie das Volk auf, das ganze Heer, das sich nördlich von der Stadt befand, und dessen Hinterhalt westlich von der Stadt; Josua aber begab sich in jener Nacht mitten in das Tal.]
6016#Josua,8,14#14. ALS nun der König von Ai dies sah, machten sich die Männer der Stadt in der Frühe eilends auf und zogen aus, den Israeliten zum Kampf entgegen, er und sein ganzes Volk, an den bestimmten Ort vor der Steppe, ohne zu wissen, daß ihm auf der Westseite der Stadt ein Hinterhalt gelegt war.
6017#Josua,8,15#15. Da ließen sich Josua und ganz Israel von ihnen schlagen und flohen in der Richtung nach der Steppe zu.
6018#Josua,8,16#16. Darauf wurde das gesamte Volk, das noch in der Stadt war, zu ihrer Verfolgung aufgeboten, und sie verfolgten Josua und ließen sich so von der Stadt weglocken:
6019#Josua,8,17#17. kein Mann blieb in Ai [und Bethel] zurück, der nicht zur Verfolgung der Israeliten ausgezogen wäre; die Stadt aber ließen sie hinter sich offenstehen und verfolgten die Israeliten.
6020#Josua,8,18#18. Da sagte der HErr zu Josua: «Strecke die Lanze, die du in der Hand hast, gegen Ai aus, denn ich gebe es in deine Gewalt.» Da streckte Josua die Lanze, die er in der Hand hatte, gegen die Stadt aus.
6021#Josua,8,19#19. Nun verließ der Hinterhalt in aller Eile seinen Standort und gelangte, als Josua seine Hand ausgestreckt hatte, im Lauf zur Stadt, die sie einnahmen und sofort in Brand steckten.
6022#Josua,8,20#20. Als nun die Aiten sich umwandten und den Rauch von der Stadt zum Himmel aufsteigen sahen, hatten sie keine Möglichkeit mehr, hierhin oder dorthin zu fliehen; denn das israelitische Heer, das nach der Wüste hin geflohen war, wandte sich gegen seine Verfolger um.
6023#Josua,8,21#21. Denn als Josua und alle Israeliten sahen, daß der Hinterhalt die Stadt eingenommen hatte und daß der Rauch von der Stadt aufstieg, machten sie kehrt und schlugen die Aiten.
6024#Josua,8,22#22. Jene anderen aber waren ihnen aus der Stadt entgegengezogen, so daß sich die Aiten mitten zwischen den Israeliten befanden, da die einen von dieser, die anderen von jener Seite kamen; und sie machten sie nieder, bis kein einziger von ihnen übrig war, der sich hätte retten oder entfliehen können.
6025#Josua,8,23#23. Den König von Ai aber nahmen sie lebendig gefangen und brachten ihn zu Josua.
6026#Josua,8,24#24. ALS nun die Israeliten alle Bewohner von Ai auf dem freien Felde und in der Wüste, wohin die sie verfolgt hatten, niedergemacht hatten und diese alle bis auf den letzten Mann durch das Schwert gefallen waren, da wandten sich alle Israeliten wieder gegen Ai und machten alle Einwohner ohne Gnade nieder.
6027#Josua,8,25#25. Die Zahl aller, die an diesem Tage fielen, Männer und Weiber, betrug zwölftausend, die ganze Einwohnerschaft von Ai.
6028#Josua,8,26#26. Josua hatte nämlich seine Hand, die er mit der Lanze ausgestreckt hatte, nicht eher zurückgezogen, als bis der Bann an allen Bewohnern von Ai vollstreckt war.
6029#Josua,8,27#27. Nur das Vieh und die Beute dieser Stadt behielten die Israeliten für sich, nach der Weisung, die der HErr dem Josua erteilt hatte.
6030#Josua,8,28#28. Josua verbrannte dann Ai und machte es für ewige Zeiten zu einem Schutthaufen, zu einer wüsten Stätte, bis auf den heutigen Tag.
6031#Josua,8,29#29. Den König von Ai aber ließ er bis zur Abendzeit an einen Baum-1- hängen; doch bei Sonnenuntergang nahm man seinen Leichnam auf Befehl Josua's von dem Baume ab und warf ihn an den Eingang des Stadttores, wo man über ihm einen großen Steinhaufen errichtete, der dort noch bis zum heutigen Tage vorhanden ist. -1) o: Pfahl.
6032#Josua,8,30#30. DAMALS baute Josua dem HErrn, dem Gott Israels, einen Altar auf dem Berge Ebal,
6033#Josua,8,31#31. wie Mose, der Knecht des HErrn, den Israeliten geboten hatte, wie im Gesetzbuch Mose's geschrieben steht-a-, einen Altar aus unbehauenen Steinen, an die noch kein eisernes Werkzeug gekommen war-1-; und sie brachten auf ihm dem HErrn Brandopfer dar und schlachteten Dankopfer. -1) w: über die man kein Eisen geschwungen hatte. a) 2.Mo. 20,25.
6034#Josua,8,32#32. Dann schrieb er dort auf Steine eine Abschrift des mosaischen Gesetzes, das (Mose) einst in Gegenwart der Israeliten geschrieben hatte-1-. -1) aÜs: das (Mose) den Israeliten vorgeschrieben hatte.
6035#Josua,8,33#33. Und ganz Israel mit seinen Ältesten und Obmännern-a- und seinen Richtern stand zu beiden Seiten der Lade den levitischen Priestern gegenüber, welche die Bundeslade des HErrn zu tragen hatten, sowohl die Fremdlinge als auch die Einheimischen, die eine Hälfte von ihnen nach dem Berge Garizim zu, die andere Hälfte nach dem Berge Ebal hin, wie Mose, der Knecht des HErrn, einstmals geboten hatte, das Volk Israel zu segnen. -a) vgl. 5.Mo. 1,15.
6036#Josua,8,34#34. Darnach las Josua alle Worte des Gesetzes laut vor, den Segen wie den Fluch, genau so, wie es im Gesetzbuch geschrieben steht:
6037#Josua,8,35#35. es gab kein Wort von allem, was Mose geboten hatte, das Josua nicht vor der ganzen Versammlung der Israeliten, auch vor den Frauen und Kindern und den Fremdlingen, die unter ihnen mitzogen, laut vorgelesen hätte.
6038#Josua,9,1#1. ALS nun alle Könige dies vernahmen, die diesseit des Jordans im Berglande, in der Niederung und an der ganzen Küste des großen Meeres nach dem Libanon hin wohnten, nämlich die Hethiter und die Amoriter, die Kanaanäer, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter,
6039#Josua,9,2#2. da taten sie sich alle zusammen, um einmütig gegen Josua und die Israeliten zu kämpfen.
6040#Josua,9,3#3. ALS aber die Einwohner von Gibeon vernahmen, wie Josua mit Jericho und Ai verfahren war,
6041#Josua,9,4#4. gingen sie ihrerseits mit List zu Werke: sie machten sich auf den Weg, und zwar versorgten sie sich mit Lebensmitteln, nahmen alte Säcke für ihre Esel und alte, geborstene und geflickte Weinschläuche,
6042#Josua,9,5#5. zogen alte, geflickte Schuhe und abgetragene Kleider an, und alles Brot, das sie als Mundvorrat bei sich hatten, war vertrocknet und zerbröckelt.
6043#Josua,9,6#6. Als sie so zu Josua ins Lager nach Gilgal gekommen waren, sagten sie zu ihm und zu den Israeliten: «Aus einem fernen Lande sind wir gekommen; so schließt denn jetzt einen Vertrag mit uns.»
6044#Josua,9,7#7. Da antworteten die Israeliten den Hewitern: «Vielleicht wohnt ihr mitten unter uns: wie könnten wir da einen Vertrag mit euch schließen?»
6045#Josua,9,8#8. Da sagten sie zu Josua: «Wir sind deine Knechte.» Als Josua sie nun fragte: «Wer seid ihr, und woher kommt ihr?»
6046#Josua,9,9#9. antworteten sie ihm: «Aus einem ganz fernen Lande sind deine Knechte infolge des Ruhmes des HErrn, deines Gottes, gekommen; denn wir haben die Kunde von ihm vernommen, sowohl alles, was er an Ägypten getan hat,
6047#Josua,9,10#10. als auch alles, was er an den beiden Königen der Amoriter jenseit des Jordans getan hat, an Sihon, dem König von Hesbon, und an Og, dem König von Basan, der zu Astaroth wohnte.
6048#Josua,9,11#11. Da haben unsere Ältesten und alle Bewohner unseres Landes zu uns gesagt: ,Nehmt Lebensmittel mit euch auf den Weg, geht ihnen entgegen und sagt zu ihnen: Wir sind eure Knechte; so schließt nun einen Vertrag mit uns!'
6049#Josua,9,12#12. Hier ist unser Brot: es war noch warm, als wir es aus unseren Häusern als Reisekost mitnahmen an dem Tage, als wir aufbrachen, um zu euch zu ziehen; nun aber seht ihr, daß es vertrocknet und zerbröckelt geworden ist.
6050#Josua,9,13#13. Und hier sind unsere Weinschläuche, die neu waren, als wir sie füllten; nun aber sind sie geborsten, wie ihr seht, und unsere Kleider und Schuhe hier sind von dem sehr weiten Wege ganz abgenutzt.»
6051#Josua,9,14#14. Da ließen sich die israelitischen Männer etwas von ihrem Mundvorrat geben, aber einen Ausspruch des HErrn holten sie nicht ein,
6052#Josua,9,15#15. sondern Josua gewährte ihnen Frieden-1- und schloß einen Vertrag mit ihnen, daß er sie am Leben lassen wolle; und die Fürsten der Gemeinde leisteten ihnen einen Eid. -1) = Freundschaft.
6053#Josua,9,16#16. ALS aber nach Abschluß des Vertrags mit ihnen drei Tage vergangen waren, da erfuhr man, daß jene ganz aus der Nähe waren und mitten unter ihnen wohnten.
6054#Josua,9,17#17. Denn als die Israeliten weiter zogen, kamen sie am dritten Tage zu ihren Städten, nämlich zu den Ortschaften Gibeon, Kephira, Beeroth und Kirjath-Jearim.
6055#Josua,9,18#18. Die Israeliten taten ihnen aber nichts zuleide, weil die Fürsten der Gemeinde ihnen beim HErrn, dem Gott Israels, geschworen hatten. Als nun die ganze Gemeinde über die Fürsten murrte,
6056#Josua,9,19#19. sagten diese alle zu der ganzen Gemeinde: «Wir haben ihnen beim HErrn, dem Gott Israels, einen Eid geleistet; darum dürfen wir uns jetzt nicht an ihnen vergreifen.
6057#Josua,9,20#20. Wir wollen so mit ihnen verfahren, daß wir sie am Leben lassen, damit kein Zorngericht-1- über uns komme wegen des Eides, den wir ihnen geschworen haben.» -1) o: Strafgericht.
6058#Josua,9,21#21. Die Fürsten gaben also (vor dem Volk) die Erklärung ab: «Sie sollen am Leben bleiben, aber Holzhauer und Wasserträger für die ganze Gemeinde werden.» (Da taten die Israeliten,) wie die Fürsten ihnen vorgeschlagen hatten.
6059#Josua,9,22#22. Hierauf ließ Josua sie rufen und sagte bei der Unterredung zu ihnen: «Warum habt ihr uns getäuscht, indem ihr vorgabt: ,Wir wohnen sehr weit von euch weg', während ihr doch mitten unter uns wohnt?
6060#Josua,9,23#23. Nun denn, so sollt ihr verflucht sein und in Zukunft immer Knechte, sowohl Holzhauer als Wasserträger, für das Haus meines Gottes sein!»
6061#Josua,9,24#24. Da gaben sie dem Josua zur Antwort: «Deinen Knechten wurde als gewiß mitgeteilt, daß der HErr, dein Gott, seinem Knechte Mose geboten hat, euch dies ganze Land zu geben, und ihr solltet alle Bewohner des Landes vor euch her vertilgen. Da gerieten wir vor euch in große Furcht für unser Leben und haben so gehandelt.
6062#Josua,9,25#25. Und nun - wir sind ja in deiner Gewalt: verfahre mit uns so, wie es dich gut und recht dünkt!»
6063#Josua,9,26#26. Da verfuhr er in der angegebenen Weise mit ihnen und rettete sie aus der Hand der Israeliten, so daß diese sie nicht ums Leben brachten.
6064#Josua,9,27#27. Josua machte sie also damals zu Holzhauern und Wasserträgern für die Gemeinde und für den Altar des HErrn-1- an der Stätte, die der HErr erwählen würde; und so ist's geblieben bis auf den heutigen Tag. -1) d.h. zu Tempelsklaven.
6065#Josua,10,1#1. ALS nun Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, die Kunde erhielt, daß Josua Ai erobert und den Bann an der Stadt vollstreckt habe, daß er mit Ai und seinem König ebenso wie mit Jericho und seinem König verfahren sei und daß die Bewohner von Gibeon Frieden mit den Israeliten geschlossen hätten und mitten unter ihnen wohnen geblieben seien,
6066#Josua,10,2#2. da fürchteten sie sich sehr; denn Gibeon war eine bedeutende Stadt, so groß wie irgend eine von den Königsstädten und noch größer als Ai, und alle ihre Männer tapfere Krieger.
6067#Josua,10,3#3. Daher schickte Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, Gesandte an Hoham, den König von Hebron, sowie an Piream, den König von Jarmuth, an Japhia, den König von Lachis, und an Debir, den König von Eglon, und ließ ihnen sagen:
6068#Josua,10,4#4. «Zieht zu mir herauf und helft mir, Gibeon dafür zu strafen, daß es mit Josua und den Israeliten Frieden geschlossen hat.»
6069#Josua,10,5#5. Da vereinigten sich und zogen hinauf die fünf Amoriterkönige: der König von Jerusalem, der König von Hebron, der König von Jarmuth, der König von Lachis und der König von Eglon mit allen ihren Heeren und belagerten Gibeon und bestürmten es.
6070#Josua,10,6#6. Da sandten die Gibeoniten Boten zu Josua in das Lager nach Gilgal und ließen ihm sagen: «Laß deine Knechte nicht im Stich-1-! Komm eilends zu uns herauf, rette uns und hilf uns! denn alle Könige der Amoriter, die das Bergland bewohnen, haben sich gegen uns verbündet.» -1) w: ziehe deine Hände nicht ab von deinen Knechten!
6071#Josua,10,7#7. Da zog Josua mit seinem gesamten Kriegsvolk, lauter tapferen Männern, von Gilgal aus hinauf;
6072#Josua,10,8#8. und der HErr sagte zu ihm: «Fürchte dich nicht vor ihnen! denn ich habe sie in deine Gewalt gegeben: kein einziger von ihnen soll vor dir standhalten können.»
6073#Josua,10,9#9. Als Josua sie nun plötzlich überfiel - die ganze Nacht hindurch war er von Gilgal hinaufgezogen -,
6074#Josua,10,10#10. ließ der HErr unter ihnen einen plötzlichen Schrecken vor den Israeliten entstehen, so daß diese ihnen eine schwere Niederlage bei Gibeon beibrachten und sie in der Richtung nach dem Berghang von Beth-Horon verfolgten und sie bis Aseka und Makkeda schlugen.
6075#Josua,10,11#11. ALS sie sich nun auf der Flucht vor den Israeliten am Abhang von Beth-Horon befanden, ließ der HErr große Steine-1- vom Himmel bis nach Aseka hin auf sie herabfallen, so daß sie dadurch den Tod fanden; die Zahl derer, welche durch den Steinhagel das Leben verloren, war größer als die Zahl derer, welche durch das Schwert der Israeliten gefallen waren. -1) d.h. Hagelstücke.
6076#Josua,10,12#12. Damals betete Josua zum HErrn, an dem Tage, an dem der HErr die Amoriter den Israeliten preisgab, und zwar rief er angesichts der Israeliten aus: «Sonne, stehe still zu Gibeon und du, Mond, im Tal von Ajjalon!»
6077#Josua,10,13#13. Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis das Volk Rache an seinen Feinden genommen hatte. Das steht bekanntlich im «Buch des Braven»-1- geschrieben. Die Sonne blieb also mitten am Himmel stehen und eilte beinahe einen ganzen Tag lang nicht zum Untergang. -1) o: «Buch des (o: der) Wackeren» o: «der Helden» = Heldenbuch, wohl eine Sammlung israelitischer Volks- und Heldenlieder, vgl. 2.Sam. 1,18.
6078#Josua,10,14#14. Einen Tag wie diesen hat es weder vorher noch später gegeben, daß der HErr auf die Stimme eines Menschen gehört hätte; denn der HErr stritt für Israel.
6079#Josua,10,15#15. [Hierauf kehrte Josua und ganz Israel mit ihm in das Lager nach Gilgal zurück.]
6080#Josua,10,16#16. JENE fünf Könige aber waren geflohen und hatten sich in der-1- Höhle bei Makkeda versteckt. -1) o: einer.
6081#Josua,10,17#17. Als nun Josua die Meldung erhielt, daß man die fünf Könige versteckt in der Höhle bei Makkeda gefunden habe,
6082#Josua,10,18#18. gab er den Befehl: «Wälzt große Steine vor den Eingang der Höhle und stellt Leute zu ihrer Bewachung daneben auf!
6083#Josua,10,19#19. Ihr anderen aber steht nicht still, sondern verfolgt eure Feinde und haut ihre Nachzügler nieder! laßt sie nicht in ihre Städte entkommen; denn der HErr, euer Gott, hat sie in eure Gewalt gegeben.»
6084#Josua,10,20#20. Als nun Josua und die Israeliten eine sehr schwere Niederlage unter ihnen bis zur völligen Vernichtung angerichtet hatten - diejenigen von ihnen, welche entkommen waren, hatten sich in die festen Plätze geflüchtet -
6085#Josua,10,21#21. und als das ganze Kriegsvolk unangefochten zu Josua in das Lager nach Makkeda zurückgekehrt war, ohne daß jemand den Israeliten auch nur das Geringste hatte anhaben können-1-, -1) w: ohne daß jemand gegen die Israeliten auch nur seine Zunge gespitzt hatte.
6086#Josua,10,22#22. da gab Josua den Befehl: «Macht den Eingang der Höhle frei und bringt jene fünf Könige aus der Höhle zu mir heraus!»
6087#Josua,10,23#23. Man kam dem Befehl nach und brachte jene fünf Könige aus der Höhle zu ihm heraus, die Könige von Jerusalem, von Hebron, von Jarmuth, von Lachis und von Eglon.
6088#Josua,10,24#24. Als man diese Könige nun zu Josua herausgeführt hatte, rief Josua alle Israeliten herbei und sagte zu den Anführern der Kriegsleute, die mit ihm gezogen waren: «Tretet heran und setzt diesen Königen den Fuß auf den Nacken!» Da traten sie heran und setzten ihnen den Fuß auf den Nacken.
6089#Josua,10,25#25. Dann fuhr Josua fort: «Fürchtet euch nicht und habt keine Angst, seid mutig und stark! denn ebenso wird der HErr es mit allen euren Feinden machen, mit denen ihr noch zu kämpfen habt.»
6090#Josua,10,26#26. Hierauf ließ Josua sie totschlagen und an fünf Bäumen-1- aufhängen; und sie blieben an den Bäumen bis zum Abend hängen. -1) o: Pfählen.
6091#Josua,10,27#27. Bei Sonnenuntergang aber nahm man sie auf Befehl Josua's von den Bäumen ab und warf sie in die Höhle, in der sie sich versteckt hatten, und legte große Steine an den Eingang der Höhle, die noch bis zum heutigen Tage dort liegen.
6092#Josua,10,28#28. JOSUA eroberte dann an jenem Tage noch Makkeda und schlug es mit der Schärfe des Schwertes, indem er am dortigen König, an der Stadt und der gesamten Einwohnerschaft den Bann vollstreckte; er verschonte keinen einzigen von ihnen und verfuhr mit dem König von Makkeda, wie er mit dem König von Jericho verfahren war. -
6093#Josua,10,29#29. Hierauf zog Josua mit allen Israeliten von Makkeda weiter nach Libna und bestürmte es;
6094#Josua,10,30#30. und der HErr ließ auch diese Stadt in die Hand der Israeliten fallen samt ihrem König, und er schlug sie mit der Schärfe des Schwertes samt der ganzen Einwohnerschaft; er verschonte keinen einzigen von ihnen und verfuhr mit dem dortigen König, wie er mit dem König von Jericho verfahren war. -
6095#Josua,10,31#31. Dann zog Josua mit allen Israeliten von Libna weiter nach Lachis, das er belagerte und bestürmte.
6096#Josua,10,32#32. Und der HErr ließ auch Lachis in die Gewalt der Israeliten fallen, so daß Josua es am zweiten Tage eroberte und die Stadt samt der ganzen Einwohnerschaft mit der Schärfe des Schwertes schlug, genauso, wie er es mit Libna gemacht hatte.
6097#Josua,10,33#33. Damals zog Horam, der König von Geser, herauf, um Lachis Hilfe zu leisten; aber Josua schlug ihn und sein Kriegsvolk so, daß kein einziger von ihnen am Leben blieb. -
6098#Josua,10,34#34. Dann zog Josua mit allen Israeliten von Lachis weiter nach Eglon, das sie belagerten und bestürmten.
6099#Josua,10,35#35. Sie eroberten es noch an demselben Tage und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes; an der ganzen Einwohnerschaft vollstreckte er an jenem Tage den Bann, genauso, wie er es mit Lachis gemacht hatte.
6100#Josua,10,36#36. Hierauf zog Josua mit allen Israeliten von Eglon nach Hebron hinauf, das sie bestürmten;
6101#Josua,10,37#37. sie eroberten es und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes samt seinem König und allen zugehörigen Ortschaften und deren gesamten Einwohnerschaft, ohne einen einzigen zu verschonen, genauso, wie er es mit Eglon gemacht hatte, indem er an der Stadt und allen ihren Einwohnern den Bann vollstreckte. -
6102#Josua,10,38#38. Dann wandte sich Josua mit allen Israeliten gegen Debir, das er bestürmte.
6103#Josua,10,39#39. Er nahm die Stadt ein samt ihrem König und allen zugehörigen Ortschaften; und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes und vollzogen an der gesamten Einwohnerschaft den Bann, ohne einen einzigen zu verschonen; wie er es mit Hebron gemacht hatte und wie er mit Libna und dem dortigen König verfahren war, ebenso machte er es auch mit Debir und dem dortigen König.
6104#Josua,10,40#40. So unterwarf Josua das ganze Land, nämlich das Bergland und das Südland, die Niederung und das Hügelland samt allen ihren Königen, ohne auch nur einen einzigen übrig zu lassen; und an allem Lebenden vollstreckte er den Bann, wie der HErr, der Gott Israels, geboten hatte.
6105#Josua,10,41#41. Josua unterwarf sie von Kades-Barnea bis Gaza und das ganze Land Gosen bis Gibeon;
6106#Josua,10,42#42. und zwar brachte Josua alle diese Könige und ihr Land auf einmal in seine Gewalt, denn der HErr, der Gott Israels, stritt für Israel.
6107#Josua,10,43#43. Hierauf kehrte Josua mit allen Israeliten in das Lager nach Gilgal zurück.
6108#Josua,11,1#1. ALS nun Jabin, der König von Hazor, Kunde davon erhielt, schickte er Gesandte an Jobab, den König von Madon, sowie an den König von Simron und an den König von Achsaph
6109#Josua,11,2#2. und an die Könige, die im Norden im Berglande, sowie in der Jordanebene südlich vom See Genezareth und in der Niederung und im Hügelgelände von Dor gegen Westen wohnten,
6110#Josua,11,3#3. an die Kanaanäer gegen Osten und gegen Westen und an die Amoriter, Hethiter, Pherissiter und Jebusiter im Berglande und an die Hewiter am Fuß des Hermon in der Landschaft Mizpa.
6111#Josua,11,4#4. So zogen sie denn mit allen ihren Heeren ins Feld, ein Kriegsvolk unzählig wie der Sand am Meeresufer, auch mit sehr vielen Rossen und Streitwagen.
6112#Josua,11,5#5. Alle diese Könige, die sich verbündet hatten, rückten ins Feld und schlugen gemeinsam ihr Lager am Wasser von Merom auf, um den Israeliten eine Schlacht zu liefern.
6113#Josua,11,6#6. Da sagte der HErr zu Josua: «Fürchte dich nicht vor ihnen! denn morgen um diese Zeit will ich es fügen, daß sie alle erschlagen vor den Israeliten daliegen; ihre Rosse aber sollst du lähmen und ihre Streitwagen im Feuer verbrennen.»
6114#Josua,11,7#7. Als dann Josua sie mit seiner ganzen Heeresmacht plötzlich am Wasser von Merom überfiel und sich auf sie warf,
6115#Josua,11,8#8. gab der HErr sie in die Gewalt der Israeliten, so daß diese sie besiegten und bis Groß-Sidon und bis Misrephoth-Majim und bis in die Talebene von Mizpe gegen Osten verfolgten und ein Blutbad unter ihnen anrichteten, bis kein einziger von ihnen mehr übrig war.
6116#Josua,11,9#9. Josua verfuhr dann mit ihnen, wie der HErr ihm geboten hatte: ihre Rosse lähmte er, und ihre Kriegswagen verbrannte er im Feuer.
6117#Josua,11,10#10. DANN machte Josua wieder Kehrt zu jener Zeit, eroberte Hazor und ließ den dortigen König mit dem Schwert erschlagen; Hazor war nämlich ehedem die Hauptstadt aller jener Reiche.
6118#Josua,11,11#11. Sie machten dann die ganze dortige Einwohnerschaft mit der Schärfe des Schwertes nieder, indem sie den Bann an ihnen vollstreckten: nichts blieb übrig, was Odem hatte, und Hazor selbst ließ er in Flammen aufgehen.
6119#Josua,11,12#12. Alle Städte jener Könige samt allen ihren Königen brachte Josua in seine Gewalt; er schlug sie mit der Schärfe des Schwertes und vollstreckte den Bann an ihnen, wie Mose, der Knecht Gottes, geboten hatte.
6120#Josua,11,13#13. Jedoch alle Städte, die auf den dortigen Anhöhen lagen, verbrannten die Israeliten nicht, mit alleiniger Ausnahme von Hazor, das Josua in Flammen aufgehen ließ.
6121#Josua,11,14#14. Alle Beute aber aus diesen Ortschaften und das Vieh nahmen die Israeliten für sich hin, doch alle Menschen machten sie mit der Schärfe des Schwertes nieder bis zu völliger Vernichtung: sie verschonten nichts Lebendes.
6122#Josua,11,15#15. Wie der HErr seinem Knecht Mose geboten hatte, so hatte Mose es dem Josua zur Pflicht gemacht, und so führte Josua es auch aus: er ließ nicht das Geringste unbefolgt von allem, was der HErr dem Mose geboten hatte.
6123#Josua,11,16#16. SO unterwarf Josua dieses ganze Land, nämlich das Bergland wie das ganze Südland, die ganze Landschaft Gosen, die Niederung, das Jordantal und das Bergland von Israel mit der dazugehörigen Niederung,
6124#Josua,11,17#17. von dem kahlen Gebirge an, das sich nach Seir hin erhebt, bis nach Baal-Gad in der Talebene des Libanons am Fuße des Hermongebirges. Auch alle dortigen Könige bekam er in seine Gewalt: er schlug sie und ließ sie sterben.
6125#Josua,11,18#18. Lange Zeit führte Josua mit allen diesen Königen Krieg.
6126#Josua,11,19#19. Es gab keine Stadt, die sich freiwillig den Israeliten ergeben hätte, außer den Hewitern, die in Gibeon wohnten; alles andere mußten sie mit Waffengewalt erobern.
6127#Josua,11,20#20. Denn vom HErrn geschah es, daß er ihr Herz zum Krieg mit den Israeliten verhärtete, damit der Bann an ihnen vollstreckt werden könnte, ohne daß ihnen Gnade gewährt würde, vielmehr damit sie ausgerottet würden, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
6128#Josua,11,21#21. ZU jener Zeit zog Josua hin und vernichtete die Enakiter-1- im Gebirge: in Hebron, in Debir, in Anab, sowie im ganzen Berglande Juda und im ganzen Berglande Israel; an ihnen wie an ihren Ortschaften vollstreckte Josua den Bann. -1) d.h. Riesen.
6129#Josua,11,22#22. Es blieben keine Enakiter im Lande der Israeliten übrig; nur in Gaza, in Gath und in Asdod erhielten sich Reste von ihnen. -
6130#Josua,11,23#23. So eroberte denn Josua das ganze Land genauso, wie der HErr dem Mose geboten hatte, und Josua gab es den Israeliten zum Erbbesitz nach ihren Abteilungen in den einzelnen Stämmen; das Land bekam dann Ruhe vom Kriege.
6131#Josua,12,1#1. DIES sind die Könige des Landes, welche die Israeliten besiegt und deren Land sie in Besitz genommen haben: im Ostjordanlande (die Gebiete) vom Fluß Arnon an bis zum Hermongebirge nebst der ganzen Steppe östlich vom Jordan:
6132#Josua,12,2#2. Sihon, der König der Amoriter, der in Hesbon seinen Sitz hatte; er herrschte von Aroer an, das am Ufer des Flusses Arnon liegt, und zwar von der Mitte des Flußtals an und über die Hälfte von Gilead bis zum Fluß Jabbok, der Grenze der Ammoniter,
6133#Josua,12,3#3. und über das Jordantal bis an die Ostseite des Sees Genezareth und bis an die Ostseite des Meeres der Steppe, des Salzsees, nach Beth-Jesimoth hin und südwärts (über das Land) am Fuß der Abhänge des Pisgagebirges.
6134#Josua,12,4#4. Sodann das Gebiet Ogs, des Königs von Basan, der zu den Überresten der Rephaiter-1- gehörte und in Astaroth und Edrei seinen Sitz hatte; -1) = Riesen.
6135#Josua,12,5#5. er herrschte über das Hermongebirge, über Salcha und ganz Basan bis an die Grenze der Gesuriter und Maachathiter und über die Hälfte von Gilead bis an das Gebiet Sihons, des Königs von Hesbon.
6136#Josua,12,6#6. Mose, der Knecht des HErrn, und die Israeliten hatten sie besiegt, und Mose, der Knecht des HErrn, hatte ihr Gebiet den beiden Stämmen Ruben und Gad und dem halben Stamm Manasse zum Besitz gegeben.
6137#Josua,12,7#7. UND dies sind die Könige des Landes, welche Josua und die Israeliten im Westjordanlande besiegt haben, von Baal-Gad im Libanontal an bis zu dem kahlen Gebirge, das nach Seir hin ansteigt, und deren Land Josua den israelitischen Stämmen zum Besitz überwies, jedem Stamme einen Teil,
6138#Josua,12,8#8. im Berglande wie in der Niederung und im Jordantal, an den Bergabhängen wie in der Wüste und im Südlande, die (Gebiete der) Hethiter, Amoriter, Kanaanäer, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter:
6139#Josua,12,9#9. der König von Jericho (war) einer; der König von Ai, das seitwärts von Bethel liegt, einer;
6140#Josua,12,10#10. der König von Jerusalem einer; der König von Hebron einer;
6141#Josua,12,11#11. der König von Jarmuth einer; der König von Lachis einer;
6142#Josua,12,12#12. der König von Eglon einer; der König von Geser einer;
6143#Josua,12,13#13. der König von Debir einer; der König von Geder einer;
6144#Josua,12,14#14. der König von Horma einer; der König von Arad einer;
6145#Josua,12,15#15. der König von Libna einer; der König von Adullam einer;
6146#Josua,12,16#16. der König von Makkeda einer; der König von Bethel einer;
6147#Josua,12,17#17. der König von Thappuah einer; der König von Hepher einer;
6148#Josua,12,18#18. der König von Aphek einer; der König von Saron einer;
6149#Josua,12,19#19. der König von Madon einer; der König von Hazor einer;
6150#Josua,12,20#20. der König von Simron-Meron einer; der König von Achsaph einer;
6151#Josua,12,21#21. der König von Thaanach einer; der König von Megiddo einer;
6152#Josua,12,22#22. der König von Kedes einer; der König von Jokneam am Karmel einer;
6153#Josua,12,23#23. der König von Dor in dem Hügelgelände von Dor einer; der König von Gojim-1- in Gilgal-2- einer; -1) o: der Heiden. 2) aL: der König der Völkerschaften von Galil (= Galiläa).
6154#Josua,12,24#24. der König von Thirza einer. Im ganzen waren es einunddreißig Könige.
6155#Josua,13,1#1. ALS nun Josua alt und hochbetagt geworden war, sagte der HErr zu ihm: «Du bist nun alt und hochbetagt, und von dem Lande sind sehr viele Teile bisher noch unerobert geblieben.
6156#Josua,13,2#2. Dies ist das noch uneroberte Land: sämtliche Bezirke der Philister und das ganze Gesuriterland.
6157#Josua,13,3#3. Vom Sihorbach-1- an, der östlich von Ägypten fließt, bis an das Gebiet von Ekron im Norden - es wird zum Gebiet der Kanaanäer gerechnet -: die fünf Fürsten der Philister, nämlich der von Gaza, der von Asdod, der von Askalon, der von Gath und der von Ekron, sowie die Awwiter -1) Sihor = der Schwarze wird Jes. 23,3 und Jer. 2,18 der Nil genannt; hier wird der östlichste Nilkanal gemeint sein.
6158#Josua,13,4# im Süden; 4. ferner das ganze Land der Kanaanäer und Meara-1-, das den Sidoniern gehört, bis nach Aphek, bis an die Grenze der Amoriter; -1) aÜs: von Meara an (o. von der Höhle an).
6159#Josua,13,5#5. sodann das Land der Gibliter und der ganze Libanon östlichen Teils, von Baal-Gad am Fuß des Hermongebirges bis dahin, wo man nach Hamath kommt.
6160#Josua,13,6#6. Alle Gebirgsbewohner vom Libanon an bis Misrephoth-Majim, alle Sidonier, werde ich selbst vor den Israeliten her vertreiben; verlose es immerhin an Israel als Erbbesitz, wie ich dir geboten habe.
6161#Josua,13,7#7. So verteile also jetzt dieses Land als Erbbesitz an die neun Stämme und an den halben Stamm Manasse.»
6162#Josua,13,8#8. MIT dem andern halben Stamm Manasse nämlich hatten die Stämme Ruben und Gad ihren Erbbesitz bereits empfangen, den ihnen Mose im Ostjordanlande angewiesen hatte, wie ihn Mose, der Knecht des HErrn, ihnen angewiesen hatte:
6163#Josua,13,9#9. von Aroer an, das am Ufer des Flusses Arnon liegt, und überhaupt von den Städten an, die mitten im Flußtal liegen, dazu die ganze Hochebene von Medeba bis Dibon,
6164#Josua,13,10#10. ferner sämtliche Städte des Amoriterkönigs Sihon, der in Hesbon geherrscht hatte, bis an das Gebiet der Ammoniter;
6165#Josua,13,11#11. sodann Gilead und das Gebiet der Gesuriter und der Maachathiter, sowie das ganze Hermongebirge und ganz Basan bis nach Salcha,
6166#Josua,13,12#12. das ganze Reich Ogs in Basan, der in Astharoth und Edrei geherrscht hatte, - er war vom Überrest der Rephaiter noch übriggeblieben -; diese hatte Mose besiegt und aus ihrem Besitz vertrieben.
6167#Josua,13,13#13. Die Israeliten dagegen haben die Gesuriter und Maachathiter nicht aus ihrem Besitz vertrieben, sondern diese beiden Völkerschaften sind mitten unter den Israeliten bis auf den heutigen Tag wohnen geblieben. -
6168#Josua,13,14#14. Nur dem Stamme Levi hatte (Mose) keinen Erbbesitz verliehen: die Feueropfer des HErrn, des Gottes der Israeliten, die sind dessen Erbbesitz, wie er ihm zugesagt hat.
6169#Josua,13,15#15. MOSE hatte aber dem Stamme der Rubeniten Landbesitz nach ihren Geschlechtern angewiesen,
6170#Josua,13,16#16. so daß ihnen folgendes Gebiet zuteil wurde: das Gebiet von Aroer an, das am Ufer des Flusses Arnon liegt, und überhaupt von den Städten an, die mitten im Flußtal liegen, dazu die ganze Hochebene bis Medeba;
6171#Josua,13,17#17. Hesbon mit allen zugehörigen Ortschaften, die auf der Hochebene liegen, nämlich Dibon, Bamoth-Baal, Beth-Baal-Meon,
6172#Josua,13,18#18. Jahza, Kedemoth, Mephaath,
6173#Josua,13,19#19. Kirjathaim, Sibma, Zereth-Sahar auf dem Berge in der Talebene,
6174#Josua,13,20#20. Beth-Peor, die Abhänge des Pisga, Beth-Jesimoth
6175#Josua,13,21#21. und alle übrigen Ortschaften der Hochebene; ferner das ganze Reich des Amoriterkönigs Sihon, der in Hesbon geherrscht hatte, - Mose hatte ihn besiegt, ihn mitsamt den Fürsten der Midianiter, nämlich Ewi, Rekem, Zur, Hur und Reba, den Häuptlingen Sihons, die im Lande gewohnt hatten.
6176#Josua,13,22#22. Auch den Wahrsager Bileam, den Sohn Beors, hatten die Israeliten mit dem Schwert getötet außer den anderen von ihnen Erschlagenen.
6177#Josua,13,23#23. Die (westliche) Grenze des Stammes Ruben aber bildete der Jordan und sein Uferland. Dies war der Erbbesitz der Rubeniten nach ihren Geschlechtern: die genannten Städte mit den zugehörigen Gehöften-1-. -1) o: Dörfern.
6178#Josua,13,24#24. Sodann hatte Mose dem Stamme Gad, den Gaditen, Landbesitz nach ihren Geschlechtern angewiesen,
6179#Josua,13,25#25. so daß ihnen folgendes Gebiet zuteil wurde: Jaser und sämtliche Ortschaften in Gilead und das halbe Ammoniterland bis Aroer, das östlich von Rabba liegt;
6180#Josua,13,26#26. ferner das Land von Hesbon bis Ramath-Mizpe und Betonim und von Mahanaim bis an das Gebiet von Lidebir;
6181#Josua,13,27#27. sodann in der Talebene: Beth-Haram, Beth-Nimra, Sukkoth und Zaphon, der Rest vom Reiche Sihons, des Königs von Hesbon, der Jordan mit seinem Uferland bis an das Ende des Sees Genezareth auf der Ostseite des Jordans.
6182#Josua,13,28#28. Das war der Erbbesitz der Gaditen nach ihren Geschlechtern, die genannten Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6183#Josua,13,29#29. Ferner hatte Mose dem halben Stamm Manasse Landbesitz angewiesen, so daß dem halben Stamme der Manassiten nach ihren Geschlechtern folgendes Gebiet zuteil wurde:
6184#Josua,13,30#30. das Land von Mahanaim an, das ganze Basan, das ganze Reich Ogs, des Königs von Basan, und sämtliche Zeltdörfer Jairs, die in Basan liegen, sechzig Ortschaften;
6185#Josua,13,31#31. ferner die Hälfte von Gilead, sowie Astaroth und Edrei, die Hauptstädte des Reiches Ogs in Basan. Dies alles wurde den Nachkommen Machirs, des Sohnes Manasse's, und zwar der Hälfte der Nachkommen Machirs, nach ihren Geschlechtern zuteil.
6186#Josua,13,32#32. DIESE Gebiete sind es, die Mose in den Steppen der Moabiter jenseit des Jordans, östlich von Jericho, ausgeteilt hatte.
6187#Josua,13,33#33. Dem Stamme Levi aber hatte Mose keinen Erbbesitz gegeben: der HErr, der Gott Israels, der sollte ihr Erbbesitz sein, wie er ihnen zugesagt hatte.
6188#Josua,14,1#1. UND dies sind die Gebiete, welche die Israeliten im Lande Kanaan als Erbbesitz empfangen haben, die ihnen der Priester Eleasar und Josua, der Sohn Nuns, und die Häupter der israelitischen Stämme
6189#Josua,14,2#2. als ihren Erbbesitz durch das Los zugeteilt haben, wie der HErr es durch Mose bezüglich der neuneinhalb Stämme verordnet hatte;
6190#Josua,14,3#3. denn den zweieinhalb Stämmen hatte Mose ihren Erbbesitz jenseit des Jordans angewiesen, den Leviten aber keinen Erbbesitz unter den Israeliten verliehen.
6191#Josua,14,4#4. Die Nachkommen Josephs bildeten nämlich zwei Stämme, Manasse und Ephraim; den Leviten aber gab man keinen Anteil am Landbesitz, sondern nur einzelne Städte zum Bewohnen nebst den zugehörigen Weidetriften für ihr Vieh und ihre Habe.
6192#Josua,14,5#5. Wie der HErr dem Mose geboten hatte, so verfuhren die Israeliten bei der Verteilung des Landes.
6193#Josua,14,6#6. DA traten die Judäer vor Josua in Gilgal, und Kaleb, der Sohn Jephunne's, der Kenissite, sagte zu Josua: «Du weißt selbst, was der HErr zu Mose, dem Manne Gottes, in bezug auf mich und auf dich in Kades-Barnea gesagt hat.
6194#Josua,14,7#7. Vierzig Jahre war ich alt, als Mose, der Knecht des HErrn, mich von Kades-Barnea zur Auskundschaftung des Landes aussandte, und ich erstattete ihm Bericht, wie ich in meinem Herzen wirklich dachte.
6195#Josua,14,8#8. Meine Volksgenossen aber, die mit mir hinaufgezogen waren, machten dem Volk das Herz verzagt, während ich dem HErrn, meinem Gott, vollen Gehorsam bewies.
6196#Josua,14,9#9. Da sprach Mose an jenem Tage folgenden Schwur aus: ,Fürwahr das Land, das dein Fuß betreten hat, soll dir und deinen Nachkommen auf ewige Zeiten als Erbbesitz zuteil werden, weil du dem HErrn, meinem Gott, vollkommen gehorsam gewesen bist!'
6197#Josua,14,10#10. Und nun hat mich der HErr, wie du siehst, seiner Verheißung gemäß noch fünfundvierzig Jahre am Leben erhalten seit der Zeit, als der HErr jenes Wort zu Mose gesprochen hat und während die Israeliten in der Wüste umhergezogen sind; und so bin ich jetzt fünfundachtzig Jahre alt.
6198#Josua,14,11#11. Ich bin heute noch so rüstig wie damals, als Mose mich aussandte; wie meine Kraft damals war, so ist sie jetzt noch zum Kriegsdienst, zum Ausmarsch und zur Heimkehr-1- ausreichend. -1) o: zu jeder Arbeit und Leistung.
6199#Josua,14,12#12. So überweise mir nun dieses Bergland, von dem der HErr damals gesprochen hat; du selbst hast ja damals gehört, daß es dort noch Enakiter-a- und große, feste Städte gibt; vielleicht ist der HErr mit mir, so daß ich sie nach der Verheißung des HErrn aus ihrem Besitz vertreiben kann.» -a) Jos. 11,21.
6200#Josua,14,13#13. Da segnete Josua den Kaleb-1-, den Sohn Jephunne's, und verlieh ihm Hebron als Erbbesitz. -1) aÜs: Da wünschte Josua dem Kaleb Glück.
6201#Josua,14,14#14. Auf diese Weise ist Hebron an Kaleb, den Sohn Jephunne's, den Kenissiten, als Erbbesitz bis auf den heutigen Tag gekommen, weil er nämlich dem HErrn, dem Gott Israels, vollen Gehorsam bewiesen hatte.
6202#Josua,14,15#15. Hebron hieß aber ehemals Kirjath-Arba-1-; Arba war der größte Mann unter den Enakitern gewesen. - Und das Land hatte Ruhe vom Kriege. -1) d.h. die Stadt Arba's.
6203#Josua,15,1#1. FÜR die einzelnen Geschlechter des Stammes Juda aber fiel das Los südwärts nach dem Gebiet der Edomiter, nach der Wüste Zin hin im äußersten Süden des Landes;
6204#Josua,15,2#2. und zwar geht ihre Südgrenze vom Ende des Salzmeeres, von seiner Südspitze aus,
6205#Josua,15,3#3. läuft dann weiter gegen die Südseite der Skorpionenhöhe, dann nach Zin hinüber, steigt aufwärts südlich von Kades-Barnea, geht dann weiter nach Hezron, zieht sich aufwärts nach Addar, wendet sich herum nach Karka,
6206#Josua,15,4#4. geht dann nach Azmon hinüber und setzt sich fort bis an den Bach Ägyptens, bis sie nach dem Meere hin ihr Ende erreicht: dies soll eure Südgrenze sein. -
6207#Josua,15,5#5. Die Ostgrenze aber bildet das Salzmeer bis zur Jordanmündung; - und die Nordgrenze geht vom Nordende des Salzmeeres, von der Jordanmündung aus;
6208#Josua,15,6#6. dann zieht sich die Grenze hinauf nach Beth-Hogla und läuft weiter bis nördlich von Beth-Araba; dann zieht die Grenze sich aufwärts zum Felsen Bohans, des Sohnes Rubens,
6209#Josua,15,7#7. geht dann vom Tal Achor aufwärts nach Debir, läuft mit veränderter Richtung nordwärts nach Gilgal, das der Anhöhe Adummim gegenüber liegt, die sich südlich von dem Bache befindet; dann zieht sich die Grenze hinüber nach dem Wasser En-Semes-1- und läuft weiter nach der Quelle Rogel-2-; -1) d.h. Sonnenquell.   2) d.h. Walkerquelle.
6210#Josua,15,8#8. sodann geht sie im Tale Ben-Hinnom hinauf südlich vom Bergrücken der Jebusiter, das ist Jerusalem; weiter zieht die Grenze sich hinauf zu dem Gipfel des Berges, der westlich vor dem Tale Hinnom am Nordende der Talebene Rephaim liegt;
6211#Josua,15,9#9. dann biegt die Grenze vom Gipfel des Berges um nach der Quelle des Wassers Nephthoah, läuft weiter nach den Ortschaften des Ephrongebirges hin und zieht mit veränderter Richtung nach Baala, das ist Kirjath-Jearim;
6212#Josua,15,10#10. von Baala wendet sie sich dann westwärts nach dem Gebirge Seir, geht hierauf hinüber nach der Nordseite des Berges Jearim, das ist Kesalon, senkt sich hinab nach Beth-Semes und weiter nach Thimna;
6213#Josua,15,11#11. dann läuft die Grenze weiter an den Nordabhang des Berges Ekron und mit veränderter Richtung nach Sikkeron, geht dann hinüber nach dem Berge von Baala, läuft weiter bis Jabneel und erreicht schließlich ihr Ende am Meer. -
6214#Josua,15,12#12. Die Westgrenze aber bildet das große Meer und sein Küstenland. Das ist die Grenze des Stammes der Judäer ringsum für ihre Geschlechter.
6215#Josua,15,13#13. KALEB aber, dem Sohne Jephunne's, gab Josua einen Landbesitz mitten im Stamme Juda nach dem Befehl des HErrn an Josua, nämlich die Stadt Arba's, des Stammvaters der Enakiter-a-, das ist Hebron. -a) vgl. Jos. 14,12.
6216#Josua,15,14#14. Kaleb vertrieb dann von dort die drei Enakssöhne Sesai, Ahiman und Thalmai, die Abkömmlinge Enaks,
6217#Josua,15,15#15. und zog von dort weiter gegen die Bewohner von Debir, das ehemals Kirjath-Sepher geheißen hatte.
6218#Josua,15,16#16. Als nun Kaleb bekanntmachte: «Wer Kirjath-Sepher bezwingt und erobert, dem gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau»
6219#Josua,15,17#17. und Othniel, der Sohn des Kenas, ein Bruder Kalebs, die Stadt eroberte, gab er ihm seine Tochter Achsa zur Frau.
6220#Josua,15,18#18. Als sie ihm nun zugeführt wurde, überredete sie ihn, ein Stück Ackerland von ihrem Vater erbitten zu dürfen, und als sie dann vom Esel herabsprang und Kaleb sie fragte: «Was wünschest du?»
6221#Josua,15,19#19. antwortete sie: «Gib mir doch ein Abschiedsgeschenk! Weil du mich in das Südland verheiratet hast, so gib mir auch Wasserquellen!» Da gab er ihr die oberen und die unteren Brunnen-1-. -1) o: Quellen.
6222#Josua,15,20#20. FOLGENDES ist der Erbbesitz der einzelnen Geschlechter des Stammes Juda.
6223#Josua,15,21#21. Es liegen nämlich im südlichen Teil des Stammes Juda nach dem Gebiet der Edomiter hin die Ortschaften: Kabzeel, Eder, Jagur,
6224#Josua,15,22#22. Kina, Dimona, Adada-1-, -1) nach althebr. Schrift wohl Arara = Aroer.
6225#Josua,15,23#23. Kedes, Hazor und Jithnan;
6226#Josua,15,24#24. Siph, Telem, Bealoth,
6227#Josua,15,25#25. Hazor-Hadattha und Kerioth-Hezron, das ist Hazor;
6228#Josua,15,26#26. Amam, Sema, Molada,
6229#Josua,15,27#27. Hazar-Gadda, Hesmon, Beth-Pelet,
6230#Josua,15,28#28. Hazar-Sual, Beerseba, Bisjothja;
6231#Josua,15,29#29. Baala, Jjjim, Ezem,
6232#Josua,15,30#30. Eltholad, Kesil, Horma,
6233#Josua,15,31#31. Ziklag, Madmanna, Sansanna,
6234#Josua,15,32#32. Lebaoth, Silhim, Ain und Rimmon: im ganzen 29 Ortschaften nebst den zugehörigen Dörfern-1-. -1) o: Gehöften.
6235#Josua,15,33#33. In der Niederung: Esthaol, Zora, Asna,
6236#Josua,15,34#34. Sanoah und En-Gannim, Thappuah und Enam,
6237#Josua,15,35#35. Jarmuth und Adullam, Socho, Aseka,
6238#Josua,15,36#36. Saaraim, Adithaim, Gedera und Gederothaim: 14 Ortschaften nebst den zugehörigen Dörfern.
6239#Josua,15,37#37. Zenan, Hadasa, Migdal-Gad,
6240#Josua,15,38#38. Dilgan, Mizpe und Joktheel,
6241#Josua,15,39#39. Lachis, Bozkath, Eglon,
6242#Josua,15,40#40. Kabbon, Lahmas, Kithlis
6243#Josua,15,41#41. und Gederoth, Beth-Dagon, Naama und Makkeda: 16 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6244#Josua,15,42#42. Libna, Ether, Asan,
6245#Josua,15,43#43. Jiphthah, Asna, Nezib,
6246#Josua,15,44#44. Kegila, Achsib und Maresa: 9 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6247#Josua,15,45#45. Ekron mit den zugehörigen Ortschaften und Dörfern.
6248#Josua,15,46#46. Von Ekron an, und zwar nach dem Meere zu, alles, was seitlich von Asdod und den zugehörigen Dörfern liegt:
6249#Josua,15,47#47. Asdod mit den zugehörigen Ortschaften und Dörfern; Gaza mit den zugehörigen Ortschaften und Dörfern bis an den Bach Ägyptens; die Westgrenze aber bildet das große Meer nebst seinem Küstenlande.
6250#Josua,15,48#48. Ferner im Berglande: Samir, Jatthir, Socho,
6251#Josua,15,49#49. Danna, Kirjath-Sanna, das ist Debir,
6252#Josua,15,50#50. Anab, Esthemo, Anim,
6253#Josua,15,51#51. Gosen, Holon und Gilo: 11 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6254#Josua,15,52#52. Arab, Duma, Esgan,
6255#Josua,15,53#53. Janum, Beth-Thappuah, Apheka,
6256#Josua,15,54#54. Humta, Kirjath-Arba, das ist Hebron, und Zior: 9 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6257#Josua,15,55#55. Maon, Karmel, Siph, Juta,
6258#Josua,15,56#56. Jesreel, Jokdeam, Sanoah,
6259#Josua,15,57#57. Kain, Gibea und Thimna: 10 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6260#Josua,15,58#58. Halhul, Beth-Zur, Gedor,
6261#Josua,15,59#59. Maarath, Beth-Anoth und Elthekon: 6 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6262#Josua,15,60#60. Kirjath-Baal, das ist Kirjath-Jearim, und Rabba: 2 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6263#Josua,15,61#61. In der Steppe: Beth-Araba, Middin, Sechacha,
6264#Josua,15,62#62. Nibsan und die Salzstadt und Engedi: 6 Ortschaften mit den zugehörigen Dörfern.
6265#Josua,15,63#63. Was aber die Jebusiter, die Bewohner von Jerusalem, anbetrifft, so vermochte der Stamm Juda sie nicht zu vertreiben; daher sind die Jebusiter in Jerusalem neben den Judäern wohnen geblieben bis auf den heutigen Tag.
6266#Josua,16,1#1. SODANN fiel den Nachkommen Josephs durch das Los ihr Anteil zu vom Jordan bei Jericho an und begriff im Osten das Uferland von Jericho, dann die Wüste-1-, die sich von Jericho an aufsteigend im Gebirge nach Bethel erstreckt. -1) o: Steppe.
6267#Josua,16,2#2. Die Grenze läuft dann von Bethel weiter nach Lus und zieht sich hinüber nach dem Gebiet der Arkiter, nach Atharoth,
6268#Josua,16,3#3. läuft hierauf westwärts hinab zum Gebiet der Japhletiter bis zum Gebiet von Unter-Beth-Horon und bis Geser; ihr Endpunkt liegt dann am Meer.
6269#Josua,16,4#4. Dies ist der Erbbesitz, den die Nachkommen Josephs, die Stämme Manasse und Ephraim, erhielten.
6270#Josua,16,5#5. DIES aber ist das Gebiet der Geschlechter des Stammes Ephraim: Die Grenze ihres Erbteils geht nämlich im Osten von Ateroth-Addar bis Ober-Beth-Horon;
6271#Josua,16,6#6. von da läuft die Grenze dem Meere zu. - Im Norden bildet Michmethath die Grenze, und zwar wendet sich die Grenze ostwärts nach Thaanath-Silo und geht daran östlich vorbei nach Janoha.
6272#Josua,16,7#7. Von Janoha senkt sie sich nach Ataroth und Naarath hinab, berührt dann Jericho und endet am Jordan.
6273#Josua,16,8#8. Von Thappuah aus geht die Grenze westwärts an den Bach Kana und erreicht ihr Ende am Meer. Dies ist der Erbbesitz des Stammes Ephraim, auf die einzelnen Geschlechter verteilt.
6274#Josua,16,9#9. Dazu kommen noch die Städte, die für die Ephraimiten mitten im Erbteil der Manassiten abgesondert waren, sämtliche Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6275#Josua,16,10#10. Sie vertrieben aber die Kanaanäer nicht, die in Geser wohnten; daher sind die Kanaanäer mitten unter den Ephraimiten wohnen geblieben bis auf den heutigen Tag und sind nur fronpflichtig geworden.
6276#Josua,17,1#1. SODANN fiel dem Stamm Manasse - dieser war nämlich der erstgeborene Sohn Josephs - sein Losanteil zu. Machir, dem erstgeborenen Sohne Manasse's, dem Vater Gileads, wurde Gilead und Basan zuteil, denn er war ein Kriegsmann.
6277#Josua,17,2#2. Sodann erhielten die übrigen Nachkommen Manasse's, Geschlecht für Geschlecht, ihren Anteil, nämlich die Nachkommen Abiesers, die Nachkommen Heleks, die Nachkommen Asriels, die Nachkommen Sichems, die Nachkommen Hephers und die Nachkommen Semida's; dies waren die männlichen Nachkommen Manasse's, des Sohnes Josephs, Geschlecht für Geschlecht.
6278#Josua,17,3#3. ABER Zelophhad, der Sohn Hephers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasse's, hatte keine Söhne, sondern nur Töchter; deren Namen waren Mahla, Noa, Hogla, Milka und Thirza.
6279#Josua,17,4#4. Diese traten nun vor den Priester Eleasar und vor Josua, den Sohn Nuns, und vor die Fürsten und sagten: «Der HErr hat Mose geboten, uns ein Erbteil unter unsern Stammesgenossen zu geben.» Da überwies er-1- ihnen nach dem Befehl des HErrn ein Erbteil unter den Stammesgenossen ihres Vaters; -1) o: man.
6280#Josua,17,5#5. und so fielen dem Stamm Manasse zehn Losanteile zu, abgesehen von der Landschaft Gilead und Basan, die jenseit des Jordans liegen;
6281#Josua,17,6#6. denn die weiblichen Nachkommen Manasse's erhielten ein Erbteil gerade wie seine männlichen Nachkommen; die Landschaft Gilead aber kam an die übrigen Nachkommen Manasse's.
6282#Josua,17,7#7. ES geht aber die Grenze des Stammes Manasse von Asser nach Michmethath, das östlich von Sichem liegt; dann geht die Grenze südwärts zu den Bewohnern von En-Thappuah hin.
6283#Josua,17,8#8. Die Landschaft Thappuah gehört zum Stamm Manasse; die Stadt Thappuah selbst aber, an der Grenze von Manasse, gehört zum Stamme Ephraim.
6284#Josua,17,9#9. Dann geht die Grenze hinab zum Bache Kana, südlich von dem Bache - die dort mitten unter den Städten Manasse's liegenden Ortschaften gehören zum Stamm Ephraim -; alsdann aber läuft die Grenze nördlich vom Bache und endet am Meer;
6285#Josua,17,10#10. die Südseite ist ephraimitisch, die Nordseite manassitisch, und das Meer bildet hier die Grenze; nordwärts aber stoßen sie an Asser, ostwärts an Issaschar.
6286#Josua,17,11#11. Außerdem erhielt der Stamm Manasse in Issaschar und in Asser folgende Städte: Beth-Sean mit den zugehörigen Ortschaften, ferner Jibleam mit den zugehörigen Ortschaften sowie die Bewohner von Dor und von En-Dor mit den zugehörigen Ortschaften, die Bewohner von Thaanach mit den zugehörigen Ortschaften und die Bewohner von Megiddo mit den zugehörigen Ortschaften: das Dreihügelgebiet. -
6287#Josua,17,12#12. Der Stamm Manasse vermochte jedoch nicht diese Städte zu erobern; daher gelang es den Kanaanäern, in dieser Gegend wohnen zu bleiben.
6288#Josua,17,13#13. Als später aber die Israeliten erstarkten, machten sie die Kanaanäer fronpflichtig, ohne sie jedoch ganz vertreiben zu können.
6289#Josua,17,14#14. DA wandten sich die beiden Josephstämme an Josua und trugen ihm folgendes vor: «Warum hast du mir nur ein Los und einen einzigen Anteil als Erbbesitz gegeben, obgleich ich doch ein zahlreiches Volk bin, da der HErr mich bisher gesegnet hat?»
6290#Josua,17,15#15. Josua antwortete ihnen: «Wenn du ein zahlreiches Volk bist, so ziehe doch in den Wald hinauf und schaffe dir dort im Lande der Pherissiter und der Rephaiter durch Ausroden des Waldes Raum zum Wohnen, wenn-1- dir das Bergland Ephraim zu enge ist.» -1) o: weil.
6291#Josua,17,16#16. Da entgegneten die Nachkommen Josephs: «Das Bergland reicht für uns nicht aus; alle Kanaanäer aber, die unten in der Ebene wohnen, haben eiserne Streitwagen, sowohl die, welche in Beth-Sean und den zugehörigen Ortschaften, als auch die, welche in der Ebene Jesreel wohnen.»
6292#Josua,17,17#17. Da antwortete Josua den beiden Josephstämmen Ephraim und Manasse: «Du bist ein sehr zahlreiches und sehr starkes Volk; so sollst du nicht nur ein Los erhalten;
6293#Josua,17,18#18. denn ein Bergland wird dir zuteil werden. Da es Wald ist, mußt du ihn ausroden: dann werden auch die Ausläufer-1- dir zuteil werden; denn du wirst die Kanaanäer vertreiben, wenn sie auch eiserne Wagen haben und wenn sie auch stark sind.» -1) d.h. die anliegenden Gegenden.
6294#Josua,18,1#1. HIERAUF versammelte sich die ganze Volksgemeinde der Israeliten in Silo und schlug dort das Offenbarungszelt auf; denn das Land lag unterworfen vor ihnen da.
6295#Josua,18,2#2. Nun waren aber unter den Israeliten noch sieben Stämme übrig, deren Erbbesitz man noch nicht ausgeteilt hatte.
6296#Josua,18,3#3. Da sagte Josua zu den Israeliten: «Wie lange wollt ihr noch lässig bleiben, statt hinzugehen, um das Land in Besitz zu nehmen, das der HErr, der Gott eurer Väter, euch gegeben hat?
6297#Josua,18,4#4. Bestimmt doch drei Männer aus jedem Stamm, so will ich sie aussenden, damit sie sich daran machen, das Land zu durchwandern und es schriftlich aufzunehmen mit Rücksicht auf den für sie erforderlichen Erbbesitz. Wenn sie dann zu mir zurückgekommen sind,
6298#Josua,18,5#5. mögen sie es in sieben Teile unter sich verteilen. Juda soll sein Gebiet im Süden behalten und das Haus Josephs auf seinem Gebiet im Norden bleiben;
6299#Josua,18,6#6. ihr aber fertigt schriftlich eine Übersicht des Landes bei Zerlegung in sieben Teile an und bringt die Aufzeichnung mir hierher, so will ich das Los für euch werfen hier vor dem HErrn, unserm Gott.
6300#Josua,18,7#7. Denn die Leviten erhalten keinen Landbesitz unter euch, weil das Priestertum des HErrn ihr Erbteil ist; Gad aber und Ruben und der halbe Stamm Manasse haben ihren Erbbesitz bereits im Ostjordanlande empfangen, den ihnen Mose, der Knecht Gottes, angewiesen hat.»
6301#Josua,18,8#8. Da machten sich die Männer auf den Weg, und Josua gab ihnen, als sie zur schriftlichen Aufnahme des Landes aufbrachen, die Weisung: «Geht hin, durchwandert das Land und nehmt es schriftlich auf; dann kommt wieder zu mir, so will ich hier zu Silo das Los für euch vor dem HErrn werfen.»
6302#Josua,18,9#9. So machten sich denn die Männer auf den Weg, zogen durch das Land und trugen es Stadt für Stadt unter Zerlegung in sieben Teile in ein Buch ein; dann kehrten sie zu Josua ins Lager nach Silo zurück.
6303#Josua,18,10#10. Da warf Josua das Los für sie zu Silo vor dem HErrn, und Josua verteilte dort das Land unter die Israeliten, wie es ihren Anteilen-1- entsprach. -1) o: Abteilungen.
6304#Josua,18,11#11. SO kam denn das Los für die Geschlechter des Stammes Benjamin heraus, und zwar kam das Gebiet, das ihnen durchs Los zufiel, zwischen die Stämme Juda und Joseph zu liegen.
6305#Josua,18,12#12. Ihre Nordgrenze begann aber am Jordan, zieht sich dann aufwärts nach dem Bergzuge nördlich von Jericho und von da auf das Gebirge nach Westen zu und endet nach der Wüste von Beth-Awen hin.
6306#Josua,18,13#13. Von dort geht die Grenze dann nach Lus hinüber, nach dem Höhenzuge südlich von Lus, das ist Bethel; dann senkt sich die Grenze hinab nach Ateroth-Addar über den Berg, der südlich von Unter-Beth-Horon liegt.
6307#Josua,18,14#14. Sodann zieht die Grenze in veränderter Richtung auf ihrer Westseite nach Süden von dem Berg an, der südlich BethHoron gegenüber liegt, und endet bei Kirjath-Baal, das ist die judäische Stadt Kirjath-Jearim. Dies ist die Westseite.
6308#Josua,18,15#15. Die Südseite aber beginnt bei der Stadtgrenze von Kirjath-Jearim und setzt sich dann westwärts fort nach der Quelle des Wassers von Nephthoah;
6309#Josua,18,16#16. dann läuft die Grenze hinab bis an das Ende des Berges, der östlich vom Tal Ben-Hinnom und nördlich von der Talebene Rephaim liegt, zieht dann in das Hinnomtal hinab südlich vom Bergrücken der Jebusiter und weiter hinab zur Quelle Rogel-1-; -1) d.h. Walkerquelle.
6310#Josua,18,17#17. alsdann läuft sie mit veränderter Richtung nordwärts und zwar nach En-Semes und weiter nach Geliloth-1- hin, das der Anhöhe Adummim gegenüber liegt, senkt sich dann hinab zum Felsen Bohans, des Sohnes Rubens, -1) = Gilgal.
6311#Josua,18,18#18. und geht hinüber zu dem Höhenzug, der nordwärts der Araba gegenüber liegt; hierauf senkt die Grenze sich in die Araba hinab,
6312#Josua,18,19#19. läuft dann hinüber bis nördlich vom Bergrücken von Beth-Hogla und erreicht ihr Ende an der Nordspitze des Salzmeeres, am südlichen Ende des Jordans. Dies ist die Südgrenze.
6313#Josua,18,20#20. Der Jordan aber bildet die Grenze auf der Ostseite. Dies ist der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Benjamin nach seinen Grenzen ringsum.
6314#Josua,18,21#21. Die Städte der Geschlechter des Stammes Benjamin aber sind: Jericho, Beth-Hogla, Emek-Keziz,
6315#Josua,18,22#22. Beth-Araba, Zemaraim, Bethel,
6316#Josua,18,23#23. Awwim, Para, Ophra,
6317#Josua,18,24#24. Kephar-Ammoni, Ophni und Geba: 12 Städte mit den zugehörigen Dörfern;
6318#Josua,18,25#25. Gibeon, Rama, Beeroth,
6319#Josua,18,26#26. Mizpe, Kephira, Moza,
6320#Josua,18,27#27. Rekem, Jirpeel, Tharala,
6321#Josua,18,28#28. Zela, Eleph und die Jebusiterstadt, das ist Jerusalem, Gibeath, Kirjath: 14 Städte mit den zugehörigen Dörfern. Das ist der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Benjamin.
6322#Josua,19,1#1. DANN kam das zweite Los heraus für Simeon, für die Geschlechter des Stammes der Simeoniten; und zwar lag ihr Erbteil mitten im Erbbesitz der Judäer.
6323#Josua,19,2#2. Es wurde ihnen aber als ihr Erbbesitz zuteil: Beerseba, Seba, Molada,
6324#Josua,19,3#3. Hazar-Sual, Bala, Ezem,
6325#Josua,19,4#4. Eltholad, Bethul, Horma,
6326#Josua,19,5#5. Ziklag, Beth-Markaboth, Hazar-Susa,
6327#Josua,19,6#6. Beth-Lebaoth und Saruhen: 13 Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6328#Josua,19,7#7. Ferner Ain, Rimmon, Ether und Asan: 4 Städte mit den zugehörigen Dörfern;
6329#Josua,19,8#8. außerdem alle Dörfer, die rings um diese Städte liegen bis nach Baalath-Beer, dem Rama des Südlandes. Dies ist der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Simeon.
6330#Josua,19,9#9. Von dem Anteil der Judäer war der Erbbesitz der Simeoniten genommen; denn der Anteil der Judäer war für diese zu groß; daher erhielten die Simeoniten ihren Erbbesitz mitten in deren Besitztum.
6331#Josua,19,10#10. HIERAUF kam das dritte Los heraus für die Geschlechter des Stammes Sebulon; und die Grenze ihres Erbbesitzes reichte bis Sarid.
6332#Josua,19,11#11. Ihre Grenze geht aber westwärts hinauf und zwar nach Marala hin, berührt Dabbeseth und stößt an den Bach, der östlich von Jokneam fließt.
6333#Josua,19,12#12. Aber auf der östlichen Seite von Sarid, gegen Sonnenaufgang, wendet sie sich nach dem Gebiet von Kisloth-Thabor, geht weiter nach Daberath, zieht sich aufwärts nach Japhia,
6334#Josua,19,13#13. läuft von da ostwärts, gegen Sonnenaufgang, nach Gath-Hepher, nach Eth-Kazin hinüber, läuft aus bei Rimmon und erstreckt sich nach Nea hin;
6335#Josua,19,14#14. dann zieht sich die Grenze mit veränderter Richtung um dasselbe herum nördlich von Hannathon und erreicht ihr Ende im Tal von Jiphthah-El.
6336#Josua,19,15#15. -1-. . . und Kattath, Nahalal, Simron, Jidala und Bethlehem: 12 Städte mit den zugehörigen Dörfern. -1) im überlieferten Text sind hier sieben Ortsnamen ausgefallen.
6337#Josua,19,16#16. Dies war der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Sebulon: die genannten Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6338#Josua,19,17#17. FÜR Issaschar kam das vierte Los heraus, für die Geschlechter der Issaschariten.
6339#Josua,19,18#18. Ihr Gebiet erstreckte sich über Jesreel, Kesulloth, Sunem,
6340#Josua,19,19#19. Hapharaim, Sion, Anaharath,
6341#Josua,19,20#20. Rabbith, Kisjon, Ebez,
6342#Josua,19,21#21. Remeth, En-Gannim, En-Hadda und Beth-Pazzez.
6343#Josua,19,22#22. Die Grenze berührt Thabor, Sahazima und Beth-Semes, und ihre Grenze endet am Jordan: 16 Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6344#Josua,19,23#23. Dies war der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes der Issaschariten: die Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6345#Josua,19,24#24. DANN kam das fünfte Los heraus für die Geschlechter des Stammes Asser.
6346#Josua,19,25#25. Ihr Gebiet umfaßte Helkath, Hali, Beten, Achsaph,
6347#Josua,19,26#26. Allammelech, Amgad und Miseal und stößt westwärts an den Karmel und an den Sihor von Libnath.
6348#Josua,19,27#27. Sodann wendet sich die Grenze ostwärts nach Beth-Dagon, berührt Sebulon und das Tal Jiphthah-El im Norden, dann Beth-Emek und Negiel und setzt sich nordwärts fort nach Kabul,
6349#Josua,19,28#28. Ebron, Rehob, Hammon und Kana bis zu der großen Stadt Sidon;
6350#Josua,19,29#29. dann zieht die Grenze mit veränderter Richtung nach Rama und bis zu der festen Stadt Tyrus, sodann mit veränderter Richtung nach Hossa und endet am Meer. Mahaleb, Aksib,
6351#Josua,19,30#30. Umma, Aphek und Rehob: 22 Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6352#Josua,19,31#31. Dies war der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Asser: die genannten Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6353#Josua,19,32#32. FÜR den Stamm Naphthali kam das sechste Los heraus, für die Geschlechter der Naphthaliten.
6354#Josua,19,33#33. Ihre Grenze geht von Heleph, von der Eiche-1- bei Zaanannim, über Adami-Nekeb und Jabneel bis Lakkum und endet am Jordan; -1) o: dem Eichenwald.
6355#Josua,19,34#34. dann geht die Grenze mit veränderter Richtung westwärts nach AsnothThabor, setzt sich fort nach Hukkok hin, berührt dann im Süden Sebulon, stößt im Westen an Asser und im Osten an den Jordan.
6356#Josua,19,35#35. Die festen Städte waren: Ziddim, Zer und Hammath, Rakkath, Kinnereth,
6357#Josua,19,36#36. Adama, Rama, Hazor,
6358#Josua,19,37#37. Kedes, Edrei, En-Hazor,
6359#Josua,19,38#38. Jireon, Migdal-El, Horem, Beth-Anath und BethSemes: 19 Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6360#Josua,19,39#39. Dies war der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes der Naphthaliten: die Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6361#Josua,19,40#40. FÜR die Geschlechter des Stammes Dan kam das siebte Los heraus.
6362#Josua,19,41#41. Das Gebiet ihres Erbteils umfaßte: Zorga, Esthaol, Ir-Semes,
6363#Josua,19,42#42. Saalabbin, Ajjalon, Jithla,
6364#Josua,19,43#43. Elon, Thimnath, Ekron,
6365#Josua,19,44#44. Eltheke, Gibbethon, Baalath,
6366#Josua,19,45#45. Jehud, Bene-Berak, Gath-Rimmon,
6367#Josua,19,46#46. Me-Jarkon und Rakkon samt dem Gebiete gegen Japho hin.
6368#Josua,19,47#47. Als das Gebiet den Daniten später zu enge wurde, zogen sie hinauf und bekriegten Lesem-1-; und nachdem sie es erobert und die Einwohner mit der Schärfe des Schwertes niedergemacht hatten, nahmen sie es in Besitz, siedelten sich dort an und gaben Lesem den Namen «Dan» nach ihrem Stammvater Dan-a-. -1) Lais.   a) vgl. Ri. 18,27-29.
6369#Josua,19,48#48. Dies war der Erbbesitz der Geschlechter des Stammes Dan: die genannten Städte mit den zugehörigen Dörfern.
6370#Josua,19,49#49. ALS nun die Israeliten mit der Verteilung des Landes nach seinem ganzen Umfang fertig waren, gaben sie Josua, dem Sohne Nuns, ein Besitztum in ihrer Mitte.
6371#Josua,19,50#50. Nach dem Befehl des HErrn gaben sie ihm die Stadt, die er sich erbeten hatte, nämlich Thimnath-Serah im Berglande Ephraim; er befestigte dann die Stadt und ließ sich in ihr nieder.
6372#Josua,19,51#51. Dies sind die Erbteile, die der Priester Eleasar und Josua, der Sohn Nuns, und die Stammeshäupter der Israeliten in Silo vor dem HErrn am Eingang des Offenbarungszeltes durch das Los verteilten. ALS sie dann mit der Verteilung des Landes fertig waren,
6373#Josua,20,1#1. gebot der HErr dem Josua folgendes:
6374#Josua,20,2#2. «Mache den Israeliten folgende Mitteilung: ,Bestimmt euch noch die Zufluchtsstädte-1-, von denen ich zu euch durch Mose gesagt habe-a-, -1) o: Freistädte.   a) 4.Mo. 35,9ff.; 5.Mo. 19,1-13.
6375#Josua,20,3#3. daß ein Totschläger dahin fliehen solle, der jemand aus Versehen, unvorsätzlich, getötet hat; die sollen euch als Zufluchtsstätten vor dem Bluträcher dienen.'
6376#Josua,20,4#4. Flüchtet er sich dann in eine von diesen Städten und bleibt am Eingang des Stadttores stehen und trägt den Ältesten der betreffenden Stadt seine Sache vor, so sollen sie ihn bei sich in der Stadt aufnehmen und ihm einen Ort anweisen, daß er bei ihnen wohnen kann.
6377#Josua,20,5#5. Wenn dann der Bluträcher ihn verfolgt, so dürfen sie ihm den Totschläger nicht ausliefern, weil er den andern unvorsätzlich getötet hat, ohne ihm schon früher feind gewesen zu sein.
6378#Josua,20,6#6. Er soll vielmehr in der betreffenden Stadt wohnen bleiben, bis er vor der Gemeinde gestanden hat, um abgeurteilt zu werden, und dann bis zum Tode des derzeitigen Hohenpriesters; alsdann darf der Totschläger wieder in seine Ortschaft und in sein Haus zurückkehren, in die Ortschaft, aus der er geflohen war.»
6379#Josua,20,7#7. DA machten die Israeliten Kedes in Galiläa im Gebirge Naphthali und Sichem im Berglande auf dem Gebirge Ephraim und Kirjath-Arba, das ist Hebron, im Gebirge Juda zu geweihten Zufluchtsstätten.
6380#Josua,20,8#8. Jenseit des Jordans aber, östlich von Jericho, bestimmten sie zu derartigen Städten Bezer in der Steppe, auf der Hochebene im Stamme Ruben-1-, ferner Ramoth in Gilead im Stamme Gad, und Golan in Basan im Stamme Manasse. -1) w: vom Stamme (= Stammgebiet) Ruben.
6381#Josua,20,9#9. Dies waren die Städte, die man für alle Israeliten und für die unter ihnen lebenden Fremdlinge dazu bestimmte, daß jeder, der einen andern unvorsätzlich getötet hätte, sich dorthin flüchten sollte, damit er nicht durch die Hand des Bluträchers den Tod fände, ehe er vor der Gemeinde gestanden hätte.
6382#Josua,21,1#1. HIERAUF traten die Familienhäupter der Leviten zu dem Priester Eleasar und zu Josua, dem Sohne Nuns, und zu den Häuptern der israelitischen Stämme
6383#Josua,21,2#2. und sagten zu ihnen in Silo im Lande Kanaan: «Der HErr hat durch Mose geboten, daß man uns Städte zu Wohnsitzen und die zugehörigen Weidetriften für unser Vieh anweise.»
6384#Josua,21,3#3. So überwiesen denn die Israeliten von ihrem Erbbesitz den Leviten nach dem Gebot des HErrn folgende Städte nebst den zugehörigen Weidetriften:
6385#Josua,21,4#4. Als das Los für die Familien der Kahathiten herauskam, erhielten unter den Leviten die Nachkommen des Priesters Aaron von den Stämmen Juda, Simeon und Benjamin durch das Los dreizehn Städte-1-; -1) o: Ortschaften.
6386#Josua,21,5#5. die übrigen Nachkommen Kahaths aber erhielten durch das Los zehn Städte von den Geschlechtern der Stämme Ephraim, Dan und halb Manasse. -
6387#Josua,21,6#6. Die Nachkommen Gersons erhielten durch das Los dreizehn Städte von den Geschlechtern der Stämme Issaschar, Asser, Naphthali und halb Manasse in Basan. -
6388#Josua,21,7#7. Die Familien der Nachkommen Merari's erhielten zwölf Städte von den Stämmen Ruben, Gad und Sebulon.
6389#Josua,21,8#8. Diese Städte also mit den zugehörigen Weidetriften wiesen die Israeliten den Leviten durch das Los zu, wie der HErr es durch Mose geboten hatte.
6390#Josua,21,9#9. Sie traten aber vonseiten der Stämme Juda und Simeon folgende mit Namen bezeichnete Städte ab:
6391#Josua,21,10#10. den Nachkommen Aarons - denn auf sie fiel das erste Los - wurde von den Familien der Kahathiten unter den Leviten folgendes zuteil:
6392#Josua,21,11#11. man gab ihnen die Stadt Arba's, des Vaters Enaks, das ist Hebron, im Gebirge Juda, samt den zugehörigen Weidetriften rings um die Stadt her;
6393#Josua,21,12#12. aber das zur Stadt gehörige Ackerland nebst den zugehörigen Dörfern hatten sie Kaleb, dem Sohne Jephunne's, als seinen Besitz gegeben.
6394#Josua,21,13#13. Sie überwiesen also den Nachkommen des Priesters Aaron Hebron, die Zufluchtsstadt für Totschläger, nebst den zugehörigen Weidetriften, außerdem Libna nebst den zugehörigen Weidetriften,
6395#Josua,21,14#14. Jatthir nebst den zugehörigen Weidetriften, Esthemoa nebst den zugehörigen Weidetriften,
6396#Josua,21,15#15. Holon nebst den zugehörigen Weidetriften, Debir nebst den zugehörigen Weidetriften,
6397#Josua,21,16#16. Asan-a- nebst den zugehörigen Weidetriften, Jutta nebst den zugehörigen Weidetriften, Beth-Semes nebst den zugehörigen Weidetriften: neun Städte von diesen beiden Stämmen. -a) 1.Chr. 6,44.
6398#Josua,21,17#17. Ferner vom Stamme Benjamin: Gibeon nebst den zugehörigen Weidetriften, Geba nebst den zugehörigen Weidetriften,
6399#Josua,21,18#18. Anathoth nebst den zugehörigen Weidetriften und Almon nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6400#Josua,21,19#19. Demnach erhielten die Nachkommen Aarons, die Priester, im ganzen dreizehn Städte nebst den zugehörigen Weidetriften.
6401#Josua,21,20#20. Was sodann die Familien der übrigen zu den Leviten gehörenden Nachkommen Kahaths betrifft, so waren die ihnen durch das Los zugefallenen Städte vom Gebiet des Stammes Ephraim genommen;
6402#Josua,21,21#21. und zwar überwies man ihnen Sichem, die Zufluchtsstadt für Totschläger, nebst den zugehörigen Weidetriften im Gebirge Ephraim; ferner Geser nebst den zugehörigen Weidetriften,
6403#Josua,21,22#22. Kibzaim nebst den zugehörigen Weidetriften und Beth-Horon nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6404#Josua,21,23#23. Ferner vom Stamme Dan: Eltheke nebst den zugehörigen Weidetriften, Gibbethon nebst den zugehörigen Weidetriften,
6405#Josua,21,24#24. Ajjalon nebst den zugehörigen Weidetriften, Gath-Rimmon nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6406#Josua,21,25#25. Sodann vom halben Stamme Manasse: Thaanach nebst den zugehörigen Weidetriften und Gath-Rimmon nebst den zugehörigen Weidetriften: zwei Städte.
6407#Josua,21,26#26. Demnach erhielten die Familien der übrigen Nachkommen Kahaths im ganzen zehn Städte nebst den zugehörigen Weidetriften.
6408#Josua,21,27#27. Weiter erhielten unter den Geschlechtern der Leviten die Nachkommen Gersons vom halben Stamm Manasse: Golan in Basan, die Zufluchtsstadt für Totschläger, nebst den zugehörigen Weidetriften, und Beesthera nebst den zugehörigen Weidetriften: zwei Städte.
6409#Josua,21,28#28. Ferner vom Stamme Issaschar: Kisjon nebst den zugehörigen Weidetriften, Daberath nebst den zugehörigen Weidetriften,
6410#Josua,21,29#29. Jarmuth nebst den zugehörigen Weidetriften und En-Gannim nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6411#Josua,21,30#30. Weiter vom Stamme Asser: Miseal nebst den zugehörigen Weidetriften, Abdon nebst den zugehörigen Weidetriften,
6412#Josua,21,31#31. Helkath nebst den zugehörigen Weidetriften und Rehob nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6413#Josua,21,32#32. Sodann vom Stamme Naphthali: Kedes in Galiläa, die Zufluchtsstadt für Totschläger, nebst den zugehörigen Weidetriften, Hammoth-Dor nebst den zugehörigen Weidetriften, und Karthan nebst den zugehörigen Weidetriften: drei Städte.
6414#Josua,21,33#33. Demnach erhielten die Familien der Gersoniten im ganzen dreizehn Städte nebst den zugehörigen Weidetriften.
6415#Josua,21,34#34. Die Familien der Nachkommen Merari's aber, die noch übrigen Leviten, erhielten vom Stamme Sebulon: Jokneam nebst den zugehörigen Weidetriften, Kartha nebst den zugehörigen Weidetriften,
6416#Josua,21,35#35. Dimna nebst den zugehörigen Weidetriften, und Nahalal nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6417#Josua,21,36#36. Ferner vom Stamme Ruben: Bezer, (die Zufluchtsstadt für Totschläger), nebst den zugehörigen Weidetriften, Jahza nebst den zugehörigen Weidetriften,
6418#Josua,21,37#37. Kedemoth nebst den zugehörigen Weidetriften, und Mephaath nebst den zugehörigen Weidetriften: vier Städte.
6419#Josua,21,38#38. Weiter vom Stamme Gad: Ramoth in Gilead, die Zufluchtsstadt für Totschläger, nebst den zugehörigen Weidetriften, Mahanaim nebst den zugehörigen Weidetriften,
6420#Josua,21,39#39. Hesbon nebst den zugehörigen Weidetriften, Jaser nebst den zugehörigen Weidetriften: im ganzen vier Städte.
6421#Josua,21,40#40. Demnach erhielten die Familien der Nachkommen Merari's, die von den Geschlechtern der Leviten noch übrig waren, als Losanteil zwölf Städte.
6422#Josua,21,41#41. Die Gesamtzahl der levitischen Städte inmitten des Erbbesitzes der Israeliten betrug achtundvierzig Städte nebst den zugehörigen Weidetriften.
6423#Josua,21,42#42. Diese Städte hatten ausnahmslos ihre Weidetriften rings um sich her: so verhielt es sich bei allen diesen Städten-1-. -1) o: Ortschaften.
6424#Josua,21,43#43. SO hatte also der HErr den Israeliten das ganze Land gegeben, dessen Verleihung er ihren Vätern zugeschworen hatte; sie hatten es in Besitz genommen und sich darin niedergelassen.
6425#Josua,21,44#44. Und der HErr verschaffte ihnen Ruhe auf allen Seiten, ganz so, wie er es ihren Vätern zugeschworen hatte; denn keiner von all ihren Feinden hatte ihnen widerstehen können: alle ihre Feinde hatte der HErr in ihre Gewalt gegeben.
6426#Josua,21,45#45. Von allen Segensverheißungen, die der HErr dem Hause Israel gegeben hatte, war keine einzige unerfüllt geblieben: alle waren eingetroffen.
6427#Josua,22,1#1. DAMALS berief Josua die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse
6428#Josua,22,2#2. und sagte zu ihnen: «Ihr habt alles erfüllt, was euch Mose, der Knecht des HErrn, geboten hat, und habt euch auch mir gegenüber in allem, was ich euch befohlen habe, gehorsam bewiesen:
6429#Josua,22,3#3. ihr habt eure Volksgenossen diese lange Zeit hindurch bis auf den heutigen Tag nicht im Stich gelassen und das Gebot des HErrn, eures Gottes, treu erfüllt.
6430#Josua,22,4#4. Da nun aber der HErr, euer Gott, euren Volksgenossen Ruhe-1- verschafft hat, wie er ihnen verheißen hatte, so kehrt jetzt zu euren Zelten-2- zurück, in das euch gehörige Land, das euch Mose, der Knecht des HErrn, jenseit des Jordans zugewiesen hat. -1) d.h. Ruhesitze.   2) = in eure Heimat.
6431#Josua,22,5#5. Nur seid auf die genaue Beobachtung des Gesetzes und der Gebote bedacht, die euch Mose, der Knecht des HErrn, zur Pflicht gemacht hat, daß ihr den HErrn, euren Gott, liebt und allezeit auf seinen Wegen wandelt, seine Gebote beobachtet und ihm treu bleibt und ihm von ganzem Herzen und mit ganzer Seele dient!»
6432#Josua,22,6#6. Als Josua sie dann mit Segenswünschen verabschiedet hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurück.
6433#Josua,22,7#7. Der einen Hälfte des Stammes Manasse aber hatte Mose in Basan Landbesitz gegeben; der andern Hälfte dagegen hatte Josua bei ihren Volksgenossen im Westjordanlande ihren Erbbesitz angewiesen. Als Josua sie nun in ihre Heimat entließ, segnete er auch sie
6434#Josua,22,8#8. und sagte zu ihnen: «Kehrt zu euren Zelten zurück mit vielen Schätzen und mit einem sehr großen Viehbesitz, mit Silber und Gold, mit Kupfer, Eisen und Kleidern in großer Menge. Teilt das, was ihr von euren Feinden erbeutet habt, mit euren Brüdern-1-!» -1) = Volksgenossen.
6435#Josua,22,9#9. SO kehrten denn die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse zurück und verließen die übrigen Israeliten in Silo, das im Lande Kanaan liegt, um in das ihnen gehörige Land Gilead heimzuziehen, wo sie sich nach dem durch Mose verkündigten Befehl des HErrn ansässig gemacht hatten.
6436#Josua,22,10#10. Als sie nun an die Steinkreise-1- am Jordan gekommen waren, die noch im Lande Kanaan liegen, da bauten die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse dort einen Altar am Jordan, einen großen, weithin sichtbaren Altar. -1) ws. eine alte Opferstätte.
6437#Josua,22,11#11. Als aber die (übrigen) Israeliten die Kunde erhielten: «Die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse haben den Altar gerade dem Lande Kanaan gegenüber bei den Steinkreisen am Jordan, auf der anderen Seite des Gebietes der Israeliten, gebaut», -
6438#Josua,22,12#12. als die Israeliten das erfuhren, da versammelte sich die ganze Gemeinde der Israeliten in Silo, um gegen sie zu Felde zu ziehen.
6439#Josua,22,13#13. Da sandten die Israeliten an die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse in das Land Gilead Pinehas, den Sohn des Priesters Eleasar,
6440#Josua,22,14#14. und zehn Fürsten mit ihm, je einen Fürsten von jedem Stamme, von sämtlichen israelitischen Stämmen, von denen jeder das Oberhaupt der Familien seines Stammes unter den Tausendschaften Israels war.
6441#Josua,22,15#15. Als diese zu den Stämmen Ruben, Gad und halb Manasse in das Land Gilead gekommen waren, besprachen sie sich mit ihnen und sagten:
6442#Josua,22,16#16. «Die ganze Gemeinde des HErrn läßt euch folgendes sagen: Was ist das für eine Treulosigkeit, die ihr euch gegen den Gott Israels habt zuschulden kommen lassen, daß ihr euch heute vom HErrn abwendet, indem ihr euch einen Altar baut und euch so gegen den HErrn auflehnt?
6443#Josua,22,17#17. Haben wir noch nicht genug an der Versündigung bezüglich Peors-a-, von der wir uns bis auf den heutigen Tag noch nicht gereinigt haben und um deretwillen das Sterben über die Gemeinde des HErrn kam? -a) vgl. 4.Mo. 25,1-15.
6444#Josua,22,18#18. Und ihr wollt euch dennoch heute vom HErrn lossagen? Die Folge davon wird sein: wenn ihr euch heute gegen den HErrn auflehnt, so wird er morgen seinen Zorn an der ganzen Gemeinde Israel auslassen.
6445#Josua,22,19#19. Wenn übrigens das Land, das ihr innehabt, nach eurer Ansicht unrein ist, so kommt doch in das Eigentumsland des HErrn herüber, wo sich die Wohnstätte des HErrn befindet, und macht euch mitten unter uns ansässig! Aber lehnt euch nicht gegen den HErrn auf und lehnt euch nicht gegen uns auf, indem ihr euch außer dem Altar des HErrn, unseres Gottes, noch einen besonderen Altar erbaut!
6446#Josua,22,20#20. Ist nicht damals, als Achan, der Sohn Serahs, sich treuloserweise an dem gebannten Gut vergriffen hatte, ein Zorngericht über die ganze Gemeinde Israel ergangen, obgleich er nur ein einzelner Mann war? Hat er nicht sein Vergehen mit dem Tode büßen müssen?»
6447#Josua,22,21#21. DA antworteten die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse den Häuptern der Tausendschaften Israels folgendermaßen:
6448#Josua,22,22#22. «Der Starke, Gott der HErr, ja der Starke, Gott der HErr, der weiß es, und Israel soll es wissen: Wenn es aus Auflehnung und wenn es aus Treulosigkeit gegen den HErrn geschehen ist, so möge uns am heutigen Tage keine Rettung von dir (o Pinehas) zuteil werden!
6449#Josua,22,23#23. Wenn wir uns einen Altar erbaut haben, um uns vom HErrn abzuwenden, oder wenn es zu dem Zweck geschehen ist, daß wir auf ihm Brandopfer und Speisopfer darbringen oder Heilsopfer auf ihm herrichten wollten, so möge der HErr selbst es ahnden!
6450#Josua,22,24#24. Nein, nur aus Besorgnis vor einer gewissen Sache-1- haben wir das getan, weil wir nämlich dachten, künftig würden eure Kinder zu unsern Kindern sagen: ,Was habt ihr mit dem HErrn, dem Gott Israels, gemein-2-? -1) o: einem möglichen Gerede.  2) aÜs: Was geht euch der HErr, der Gott Israels, an?
6451#Josua,22,25#25. Der HErr hat ja doch den Jordan zur Grenze zwischen uns und euch Rubeniten und Gaditen gemacht: ihr habt keinen Anteil am HErrn!'; - dadurch würden eure Kinder dann die unsrigen davon abbringen, den HErrn zu fürchten.
6452#Josua,22,26#26. Darum dachten wir: Wir wollen uns doch daranmachen, den Altar zu bauen, nicht für Brandopfer und nicht für Schlachtopfer;
6453#Josua,22,27#27. sondern er soll zwischen uns und euch und zwischen unsern künftigen Geschlechtern ein Zeugnis sein, daß wir dem Dienst des HErrn vor ihm mit unsern Brandopfern, unsern Schlachtopfern und unsern Heilsopfern obliegen (wollen); sonst könnten eure Kinder künftig zu unsern Kindern sagen: ,Ihr habt keinen Anteil am HErrn!'
6454#Josua,22,28#28. Wir dachten also: Wenn sie künftig zu uns oder unsern Nachkommen so sprechen sollten, dann wollen wir entgegnen: ,Seht euch doch die Bauart des Gottesaltars an, den unsere Väter errichtet haben, nicht für Brandopfer und nicht für Schlachtopfer, sondern zum Zeugnis zwischen uns und euch!'
6455#Josua,22,29#29. Fern sei es von uns, daß wir uns gegen den HErrn auflehnen (wollen) und uns heute vom HErrn abwenden, indem wir für Brandopfer, für Speisopfer und für Schlachtopfer noch einen besonderen Altar bauen außer dem Altar des HErrn, unseres Gottes, der vor seiner Wohnung steht!»
6456#Josua,22,30#30. Als nun der Priester Pinehas und die Fürsten der Gemeinde, die Häupter der Tausendschaften Israels, die ihn begleiteten, diese Erklärung der Rubeniten, Gaditen und Manassiten vernommen hatten, waren sie dadurch zufriedengestellt.
6457#Josua,22,31#31. Daher antwortete Pinehas, der Sohn des Priesters Eleasar, den Rubeniten, Gaditen und Manassiten: «Heute erkennen wir, daß der HErr wirklich in unserer Mitte ist, weil ihr euch eine solche Treulosigkeit gegen den HErrn nicht habt zuschulden kommen lassen. Dadurch habt ihr die Israeliten vor der Hand-1- des HErrn behütet.» -1) = vor dem Strafgericht.
6458#Josua,22,32#32. Als hierauf Pinehas, der Sohn des Priesters Eleasar, mit den Fürsten aus dem Lande Gilead von den Rubeniten und Gaditen ins Land Kanaan zu den Israeliten zurückgekehrt war und sie ihnen Bericht erstattet hatten,
6459#Josua,22,33#33. waren die Israeliten dadurch zufriedengestellt; sie priesen Gott und dachten nicht mehr daran, gegen sie mit Heeresmacht auszuziehen, um das Land zu verwüsten, in welchem die Rubeniten und Gaditen wohnten.
6460#Josua,22,34#34. Die Rubeniten und Gaditen aber gaben dem Altar den Namen ,Zeuge'-1-; denn (sie sagten): «Er soll als Zeuge zwischen uns dienen, daß der HErr (der wahre) Gott ist.» -1) o: Zeugnis.
6461#Josua,23,1#1. GERAUME Zeit später, nachdem der HErr den Israeliten Ruhe vor allen ihren Feinden ringsum verschafft hatte und Josua alt und hochbetagt geworden war,
6462#Josua,23,2#2. berief Josua das gesamte Israel, die Ältesten-1- und die Oberhäupter des Volkes, seine Richter und Obmänner-a-, und sprach zu ihnen: «Ich bin nun alt geworden und hochbetagt; -1) o: Vornehmsten.   a) vgl. 5.Mo. 1,15.
6463#Josua,23,3#3. ihr aber habt alles gesehen, was der HErr, euer Gott, allen diesen Völkerschaften vor euch her hat widerfahren lassen; denn der HErr, euer Gott, ist es, der für euch gestritten hat.
6464#Josua,23,4#4. Wisset wohl: ich habe diese Völkerschaften, die noch übriggeblieben sind, durch das Los euren einzelnen Stämmen als Erbteil zugewiesen, gerade so wie alle Völkerschaften, die ich ausgerottet habe, vom Jordan an bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang;
6465#Josua,23,5#5. und der HErr, euer Gott, selbst wird sie vor euch verjagen und vor euch her vertreiben, und ihr werdet ihr Land in Besitz nehmen, wie der HErr, euer Gott, es euch verheißen hat.
6466#Josua,23,6#6. So haltet denn unerschütterlich fest daran, alles, was im Gesetzbuch Mose's geschrieben steht, zu beobachten und zu befolgen, ohne nach rechts und nach links davon abzuweichen,
6467#Josua,23,7#7. damit ihr euch mit diesen Völkerschaften, die bei euch noch übriggeblieben sind, nicht vermischt und den Namen ihrer Götter nicht anruft-1-, auch bei ihnen nicht schwört und ihnen nicht dient und sie nicht anbetet; -1) o: in den Mund nehmt.
6468#Josua,23,8#8. sondern am HErrn, eurem Gott, sollt ihr festhalten, wie ihr es bis auf den heutigen Tag getan habt.
6469#Josua,23,9#9. Der HErr hat ja große und mächtige Völkerschaften vor euch her vertrieben, und niemand hat vor euch bis auf den heutigen Tag standhalten können.
6470#Josua,23,10#10. Ein einziger Mann von euch treibt tausend von ihnen in die Flucht; denn der HErr, euer Gott, ist es, der für euch streitet, wie er euch verheißen hat.
6471#Josua,23,11#11. So seid denn um eures Lebens willen eifrig darauf bedacht, den HErrn, euren Gott, zu lieben!
6472#Josua,23,12#12. denn wenn ihr euch irgendwie von ihm abwendet und euch dem Überrest dieser Völkerschaften, die bei euch noch übriggeblieben sind, anschließt und Heiraten mit ihnen eingeht, so daß ihr euch mit ihnen vermischt und sie mit euch:
6473#Josua,23,13#13. so sollt ihr bestimmt wissen, daß dann der HErr, euer Gott, diese Völkerschaften nicht länger vor euch her vertreiben wird, sondern sie werden für euch zur Schlinge und zum Fallstrick werden, zur Geißel in euren Seiten und zu Dornen in euren Augen, bis ihr aus diesem schönen Lande vertilgt seid, das der HErr, euer Gott, euch gegeben hat.»
6474#Josua,23,14#14. «Seht, ich gehe jetzt den Weg alles Irdischen-1-; so bedenkt denn mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, daß von all den Segensverheißungen, die der HErr, euer Gott, in bezug auf euch gegeben hat, keine einzige unerfüllt geblieben ist; nein, alle sind bei euch eingetroffen, keine einzige von ihnen ist unerfüllt geblieben. -1) = den alle Welt gehen muß.
6475#Josua,23,15#15. Aber wie alle Segensverheißungen, die der HErr, euer Gott, euch gegeben hat, bei euch eingetroffen sind, ebenso wird der HErr auch alle Drohungen an euch in Erfüllung gehen lassen, bis er euch aus diesem schönen Lande vertilgt hat, das ihr vom HErrn, eurem Gott, empfangen habt.
6476#Josua,23,16#16. Wenn ihr den Bund, zu dem der HErr, euer Gott, euch verpflichtet hat, übertretet und hingeht, um anderen Göttern zu dienen und sie anzubeten, so wird der Zorn des HErrn gegen euch entbrennen, und ihr werdet schnell aus dem schönen Lande verschwunden sein, das er euch gegeben hat.»
6477#Josua,24,1#1. WEITER versammelte Josua alle Stämme der Israeliten in Sichem und berief dorthin die Ältesten-1- der Israeliten, sowie ihre Oberhäupter, ihre Richter und Obmänner. Als sie sich dann vor Gott aufgestellt hatten, -1) o: Vornehmsten.
6478#Josua,24,2#2. sagte Josua zu dem ganzen Volke: «So spricht der HErr, der Gott Israels: ,Eure Väter haben vor alters jenseit des Euphratstromes gewohnt, nämlich Tharah, der Vater Abrahams und Nahors, und haben andere Götter verehrt.
6479#Josua,24,3#3. Da holte ich euren Vater Abraham aus dem Lande jenseit des Euphratstromes und ließ ihn im ganzen Lande Kanaan umherwandern und gab ihm zahlreiche Nachkommenschaft, nachdem ich ihm Isaak geschenkt hatte.
6480#Josua,24,4#4. Dem Isaak aber ließ ich Jakob und Esau geboren werden und gab dem Esau das Gebirge Seir zum Besitz, während Jakob und seine Söhne nach Ägypten hinabzogen.
6481#Josua,24,5#5. Dann sandte ich Mose und Aaron und suchte Ägypten heim mit den Wundertaten, die ich inmitten des Landes verrichtete, und führte euch danach von dort weg.
6482#Josua,24,6#6. Als ich aber eure Väter aus Ägypten wegführte und ihr an das Meer gekommen wart, verfolgten die Ägypter eure Väter mit Kriegswagen und Reitern bis ans Schilfmeer.
6483#Josua,24,7#7. Als sie nun zum HErrn um Hilfe schrien, ließ er dichte Finsternis zwischen euch und die Ägypter treten und ließ das Meer über sie hinströmen, so daß es sie überflutete; ihr habt ja mit eigenen Augen gesehen, was ich den Ägyptern habe widerfahren lassen. Dann habt ihr geraume Zeit in der Wüste zugebracht.
6484#Josua,24,8#8. Hierauf führte ich euch in das Land der Amoriter, die jenseit des Jordans ansässig waren; und als sie gegen euch kämpften, gab ich sie in eure Gewalt, so daß ihr in den Besitz ihres Landes kamet, und ich vernichtete sie vor euch.
6485#Josua,24,9#9. Als dann der Moabiterkönig Balak, der Sohn Zippors, sich erhob und gegen Israel kämpfen wollte und Bileam, den Sohn Beors, durch Gesandte rufen ließ, damit er euch verfluche,
6486#Josua,24,10#10. war ich nicht gewillt, auf Bileam zu hören; er mußte euch vielmehr segnen, und so errettete ich euch aus seiner Gewalt.
6487#Josua,24,11#11. Als ihr hierauf über den Jordan gezogen und nach Jericho gekommen wart und die Bürger von Jericho sowie die Amoriter, Pherissiter, Kanaanäer, Hethiter, Girgasiter, Hewiter und Jebusiter feindlich gegen euch auftraten, gab ich sie in eure Gewalt
6488#Josua,24,12#12. und sandte die Hornissen-a- vor euch her: die trieben sie vor euch her in die Flucht, die beiden Amoriterkönige, ohne Zutun deines Schwertes und deines Bogens. -a) 2.Mo. 23,28.
6489#Josua,24,13#13. So habe ich euch ein Land gegeben, um das du dich nicht hast zu mühen brauchen, und Städte, in denen ihr jetzt wohnt, ohne sie gebaut zu haben; von Weinbergen und Ölbaumgärten, die ihr nicht angelegt habt, genießt ihr die Früchte.'»
6490#Josua,24,14#14. «So fürchtet nun den HErrn und dient ihm aufrichtig und treu! Schafft die Götter weg, denen eure Väter jenseit des Euphratstromes und in Ägypten gedient haben, und dient dem HErrn!
6491#Josua,24,15#15. Wollt ihr euch aber nicht dazu verstehen, dem HErrn zu dienen, so entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt, ob den Göttern, denen eure Väter jenseit des Euphratstromes gedient haben, oder den Göttern der Amoriter, in deren Lande ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HErrn dienen!»
6492#Josua,24,16#16. DA gab das Volk die Erklärung ab: «Fern sei es von uns, den HErrn zu verlassen und anderen Göttern zu dienen!
6493#Josua,24,17#17. Denn der HErr, unser Gott, ist es, der uns und unsere Väter aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, hergeführt und der vor unsern Augen jene großen Wunder verrichtet und uns auf dem ganzen Wege, den wir gezogen sind, und unter all den Völkerschaften, durch deren Land unsere Wanderung gegangen ist, behütet hat.
6494#Josua,24,18#18. Ja, der HErr ist es, der alle Völker, auch die Amoriter, die Bewohner des Landes, vor uns her vertrieben hat. Auch wir wollen dem HErrn dienen, denn er ist unser Gott!»
6495#Josua,24,19#19. Da sagte Josua zum Volk: «Ihr seid nicht imstande, dem HErrn zu dienen; denn er ist ein heiliger Gott; ein eifersüchtiger Gott ist er, der euch eure Übertretungen und eure Sünden nicht vergeben wird.
6496#Josua,24,20#20. Wenn ihr den HErrn verlaßt und fremden Göttern dient, so wird er sich (von euch) abwenden und euch Unheil widerfahren lassen und euch vernichten, nachdem er euch Gutes getan hat.»
6497#Josua,24,21#21. Das Volk aber erklärte dem Josua: «Nein, dem HErrn wollen wir dienen!»
6498#Josua,24,22#22. Da sagte Josua zum Volk: «Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, daß ihr euch den HErrn erwählt habt, ihm zu dienen.» Sie antworteten: «Ja, wir sind Zeugen!»
6499#Josua,24,23#23. «So schafft nun die fremden Götter weg, die noch unter euch sind, und neigt euer Herz dem HErrn, dem Gott Israels, zu!»
6500#Josua,24,24#24. Da erklärte das Volk dem Josua: «Dem HErrn, unserem Gott, wollen wir dienen und seinen Weisungen gehorchen!»
6501#Josua,24,25#25. So verpflichtete denn Josua das Volk an jenem Tage feierlich auf den Bund und setzte für die Israeliten in Sichem Gesetz und Recht-1- fest. -1) = Verordnungen und Pflichten.
6502#Josua,24,26#26. Darauf trug Josua dies alles in das Gesetzbuch Gottes ein, nahm dann einen großen Stein und richtete ihn dort unter der Terebinthe-a- auf, die im-1- Heiligtum des HErrn stand. -1) o: beim.   a) 1.Mo. 35,4.
6503#Josua,24,27#27. Dann sagte Josua zu dem ganzen Volk: «Wisset wohl: dieser Stein da soll als Zeuge gegen uns dienen, denn er hat alle Worte gehört, die der HErr zu uns geredet hat; darum soll er Zeuge gegen euch sein, damit ihr gegen euren Gott nicht treulos handelt!»
6504#Josua,24,28#28. Hierauf entließ Josua das Volk, einen jeden in sein Besitztum.
6505#Josua,24,29#29. NACH diesen Begebenheiten starb Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HErrn, im Alter von hundertundzehn Jahren;
6506#Josua,24,30#30. und man begrub ihn im Bereich seines Erbbesitzes zu Thimnath-Serah auf dem Gebirge Ephraim nördlich vom Berge Gaas.
6507#Josua,24,31#31. Die Israeliten aber dienten dem HErrn, solange Josua lebte und während der ganzen Lebenszeit der Ältesten, die Josua noch lange überlebten und die alle die Taten kannten, die der HErr an-1- Israel vollbracht hatte. -1) o: für.
6508#Josua,24,32#32. Die Gebeine Josephs aber, welche die Israeliten aus Ägypten mitgebracht hatten-a-, begrub man zu Sichem auf dem Stück Land, das Jakob einst von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, um den Preis von hundert Kesita gekauft hatte-b- und das dann in den Besitz der Nachkommen Josephs übergegangen war. -a) vgl. 2.Mo. 13,19.   b) vgl. 1.Mo. 33,19.
6509#Josua,24,33#33. Als hierauf auch Eleasar, der Sohn Aarons, gestorben war, begrub man ihn in Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinehas, die diesem auf dem Gebirge Ephraim zugewiesen worden war.