12873#Hiob,1,1#1. EIN Mann war im Land Uz, Ijob mit Namen, und es war jener Mann schlicht und recht, Gott fürchtend und das Böse meidend.
12874#Hiob,1,2#2. Und ihm waren sieben Söhne und drei Töchter geboren worden,
12875#Hiob,1,3#3. und sein Viehstand betrug siebentausend Stück Kleinvieh, dreitausend Kamele, fünfhundert Rindergespanne und fünfhundert Eselstuten nebst sehr zahlreichem Gesinde, daß der Mann reicher war als alle Leute des Ostens.
12876#Hiob,1,4#4. Nun gingen aber seine Söhne hin und veranstalteten ein Mahl, je einen Tag in eines jeden Haus, und sie sandten hin und luden ihre drei Schwestern ein, mit ihnen zu essen und zu trinken.
12877#Hiob,1,5#5. Es war nun, da die Tage des Mahles reihum gegangen waren, da sandte Ijob hin und ließ sie sich heiligen. Und morgens machte er sich auf und brachte Hochopfer dar nach ihrer aller Zahl; denn Ijob dachte: «Vielleicht, daß meine Kinder sich versündigt / und daß sie Gott geschmäht in ihrem Herzen.» So machte es Ijob allezeit.
12878#Hiob,1,6#6. Da war nun der Tag, da die Gotteswesen kamen, um sich vor den Ewigen zu stellen, und es kam auch der Widergeist unter ihnen.
12879#Hiob,1,7#7. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Wo kommst du her?» Da entgegnete der Widergeist dem Ewigen und sprach: «Vom Streifen auf der Erde / und vom Schlendern drauf.
12880#Hiob,1,8#8. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Hast du auf Ijob acht gehabt, auf meinen Knecht? / Wie er ist keiner ja auf Erden / ein Mann, so schlicht und recht / Gott fürchtend und das Böse meidend.»
12881#Hiob,1,9#9. Da entgegnete der Widergeist dem Ewigen und sprach: «Ist Ijob denn umsonst so gottesfürchtig? /
12882#Hiob,1,10#10. Umhegst du ihn nicht und sein Haus und alles, was er hat, ringsum? / Hast seiner Hände Werk gesegnet / und sein Besitz geht weit ins Land. /
12883#Hiob,1,11#11. Reck aber einmal deine Hand / und triff, was immer ihm gehört / ob er ins Antlitz dir nicht flucht!»
12884#Hiob,1,12#12. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Sieh, alle seine Habe sei in deiner Hand / nur gegen ihn sollst du die Hand nicht richten!» Dann ging der Widergeist vom Ewigen hinweg.
12885#Hiob,1,13#13. Nun wars der Tag, da seine Söhne und Töchter im Haus ihres ältesten Bruders aßen und Wein tranken,
12886#Hiob,1,14#14. da kam ein Bote zu Ijob und sprach: «Die Rinder gingen pflügend / die Eselstuten grasten neben ihnen /
12887#Hiob,1,15#15. da fiel Scheba ein, raubte sie / die Burschen aber schlugen sie / ins Schwert hinein. / Nur ich entrann, nur ich allein / um dirs zu melden.»
12888#Hiob,1,16#16. Noch redet der, da kam schon der und sprach: «Ein Gottesfeuer fiel vom Himmel / flammt über Vieh und Burschen / und fraß sie. / Nur ich entrann, nur ich allein / um dirs zu melden.»
12889#Hiob,1,17#17. Noch redet der, da kam schon der und sprach: «Die Kasder bildeten drei Schwärme / auf die Kamele stürzten sie, sie raubend / die Burschen aber schlugen sie / ins Schwert hinein. / Nur ich entrann, nur ich allein / um dirs zu melden.
12890#Hiob,1,18#18. Noch redet der, da kam schon der und sprach: «Deine Söhne und deine Töchter / sie aßen und sie tranken Wein / im Hause ihres erstgebornen Bruders /
12891#Hiob,1,19#19. da kam ein Sturm gewaltig an / herüber von der Wüste Seite / stieß an des Hauses Ecken vier / auf deine Kinder fiels / sie starben. - / Nur ich entrann, nur ich allein / um dirs zu melden.»
12892#Hiob,1,20#20. Da stand Ijob auf, zerriß sein Gewand und schor sich das Haupt, warf sich auf die Erde nieder, sich tief verbeugend,
12893#Hiob,1,21#und sprach: 21. «Nackt kam ich aus der Mutter Schoß / und nackt muß ich dahin zurück. / Der Ewge gab, der Ewge nahm / des Ewgen Name sei gepriesen!»
12894#Hiob,1,22#22. Bei alledem versündigte sich Ijob nicht und legte Gott keine Schuld bei.
12895#Hiob,2,1#1. Da war nun der Tag, da die Gotteswesen kamen, um sich vor den Ewigen zu stellen, und es kam auch der Widergeist unter ihnen, um sich vor den Ewigen zu stellen.
12896#Hiob,2,2#2. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Wo kommst du her?» Da entgegnete der Widergeist dem Ewigen und sprach: «Vom Streifen auf der Erde / und vom Schlendern drauf.»
12897#Hiob,2,3#3. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Hast du auf Ijob acht gehabt, auf meinen Knecht? / Wie er ist keiner ja auf Erden / ein Mann so schlicht und recht / Gott fürchtend und das Böse meidend; / auch jetzt noch hält er fest am frommen Sinn / und du, du reiztest mich / ihn ohne Grund zu quälen!»
12898#Hiob,2,4#4. Da entgegnete der Widergeist dem Ewigen und sprach: «Haut (hüllt) um Haut (das Herz) / so setzt, allwas er hat, der Mensch vor seine Seele. /
12899#Hiob,2,5#5. Jedoch reck einmal deine Hand / und rühr ihm an sein Fleisch und Bein / ob er ins Antlitz dir nicht flucht!»
12900#Hiob,2,6#6. Da sprach der Ewige zum Widergeist: «Sieh an, er ist in deiner Hand; / allein sein Leben schone!»
12901#Hiob,2,7#7. Da ging der Widergeist vom Ewigen hinweg, und er schlug Ijob mit schlimmem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel.
12902#Hiob,2,8#8. Und der nahm sich eine Scherbe, um sich damit zu kratzen; wie er nun so mitten in der Asche saß,
12903#Hiob,2,9#9. da sprach zu ihm sein Weib: «Noch hältst du fest an deinem frommen Sinn? / So lästre Gott und stirb!»
12904#Hiob,2,10#10. Da sprach er zu ihr: «Wie der Gemeinen eine sprichst du; / ja, solln das Gute wir von Gott empfangen / das Böse nicht?» Bei alledem versündigte sich Ijob nicht mit seinen Lippen.
12905#Hiob,2,11#11. Da hörten die drei Freunde Ijobs von all diesem Unglück, das über ihn gekommen war, und kamen, jeder aus seinem Ort, Elifas aus Teman, Bildad aus Schuah und Zofar aus Naama, und verabredeten sich miteinander, hinzukommen, um ihm ihr Mitleid zu bezeugen und ihn zu trösten.
12906#Hiob,2,12#12. Und sie hoben von ferne her ihren Blick, erkannten ihn aber nicht wieder; da hoben sie laut zu weinen an, zerrissen ein jeder sein Gewand und streuten Staub, himmelwärts, auf ihr Haupt.
12907#Hiob,2,13#13. Und sie saßen mit ihm zur Erde sieben Tage und sieben Nächte, und keiner sprach zu ihm ein Wort, denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.
12908#Hiob,3,1#1. Hernach tat Ijob den Mund auf und verwünschte seinen Tag.
12909#Hiob,3,2#2. Da hob Ijob an und sprach:
12910#Hiob,3,3#3. «O wär verloren doch der Tag, da ich geboren / hätt es die Nacht verwehrt, daß da ein Mensch gezeugt. /
12911#Hiob,3,4#4. Wär jener Tag im Dunkel doch geblieben / daß Gott da droben nicht nach ihm gefragt / daß nimmer Morgenlicht an ihm erstrahlte. /
12912#Hiob,3,5#5. Hätt Finsternis, Toddunkel ihn befleckt / Gewölk ob ihm gelagert / und ihn entstellt des Tageslichts Verfinstrung. /
12913#Hiob,3,6#6. Hätt sie, die Nacht, die Dunkelheit entführt; / wär er vereint nicht mit des Jahres Tagen / nicht eingetreten in der Monde Zahl. /
12914#Hiob,3,7#7. Sieh, wäre jene Nacht doch unfruchtbar gewesen / der Hochzeitsjubel nie zu ihr gelangt; /
12915#Hiob,3,8#8. o hätten ihn verwünscht die Tagverflucher / die Recken, welche Liwjatan erweckte. /
12916#Hiob,3,9#9. Erdunkelt wären ihres Düsters Sterne / sie harrt' zum Licht, es käme nicht / hätt nimmer sie erschaut des Morgens Schweben.
12917#Hiob,3,10#10. Denn nicht verschloß er mir der Mutter Tor / daß er das Leid verhüllte meinem Blick. /
12918#Hiob,3,11#11. Warum vom Mutterleib weg starb ich nicht / daß ich, wie ich dem Schoß entstieg, verging? /
12919#Hiob,3,12#12. Warum nur bot man mir die Knie / die Brüste, daß ich daran saug? /
12920#Hiob,3,13#13. Dann läg ich ja und bliebe still / ich schliefe; dann, da hätt ich Ruh! /
12921#Hiob,3,14#14. Mit Königen und Landberatern / die sich Ruinenstätten aufgebaut /
12922#Hiob,3,15#15. mit Fürsten sei's, die Gold besitzen / die sich ihr Haus mit Silber angefüllt; /
12923#Hiob,3,16#16. wär ich verscharrtem Fehlwurf gleich, ein Nichts / wie Staubverhüllte, die das Licht nicht sahn! /
12924#Hiob,3,17#17. Dort hat der Bösen Schreck ein Ende / dort finden Ruhe, die sich müdgeplackt /
12925#Hiob,3,18#18. Gefangne allesamt in Frieden / sie hören keines Drängers Ruf. /
12926#Hiob,3,19#19. Gering und vornehm - es ist dort / der Knecht ist frei von seinem Herrn.
12927#Hiob,3,20#20. Wozu doch gibt dem Leidenden er Licht / und Leben dem verbitterten Gemüt? /
12928#Hiob,3,21#21. Die harrn des Todes, der nicht kommt / ausschaun nach ihm, mehr als nach Schätzen /
12929#Hiob,3,22#22. die sich der Gruft entgegenfreuen / frohlocken, finden sie ihr Grab /
12930#Hiob,3,23#23. dem Menschen, dessen Tun verborgen / da Gott ob ihm den Blick verhängt!
12931#Hiob,3,24#24. Ja, noch vor meinem Unglück kam mein Seufzen / und strömten meine Klagen hin wie Wasser. /
12932#Hiob,3,25#25. Ja, wo ich bangte, nun ist's eingetroffen / was ich gefürchtet, kommt nun über mich. /
12933#Hiob,3,26#26. War nie getrost, war niemals sicher / war nie in Ruh, bis kam der Schreck.»
12934#Hiob,4,1#1. Da hob Elifas aus Teman an und sprach:
12935#Hiob,4,2#2. «Ein Wort an dich verbieten kannst du nicht; / und wer vermöchts, der Rede wehren! /
12936#Hiob,4,3#3. Sieh, Hilflosen warst du ein Mahner / und schlaffen Armen gabst du Kraft. /
12937#Hiob,4,4#4. Der stürzte, deine Worte richteten ihn auf / den müden Knien gabst du Kraft. /
12938#Hiob,4,5#5. Da kommts an dich - und du versagst / da's dich berührt - bist du verstarrt. /
12939#Hiob,4,6#6. Ist deine Gottesfurcht dir nicht Vertraun / dein frommes Hoffen, dein unsträflich Tun? /
12940#Hiob,4,7#7. Bedenk, wo wär der Reine, der verdarb? / Und wo die Redlichen, die untergingen? /
12941#Hiob,4,8#8. Wie die ich sah, die Unheil pflügten / die Leid gesät - sie ernten es! /
12942#Hiob,4,9#9. Vor Gottes Atem schwinden sie / vergehn vor seines Mundes Hauch.
12943#Hiob,4,10#10. (Welch) Löwenbrüllen, Raubtierschrei / der Leuen Zähne, die da irrelaufen /
12944#Hiob,4,11#11. des Leun, verlaufen, ohne Fraß / der Löwenjungen, die versprengt: /
12945#Hiob,4,12#12. Und zu mir drang ein Wort verstohlen / und Schrecken faßt' davon mein Ohr! /
12946#Hiob,4,13#13. In Traumes Ängsten, nächtlichen Gesichten / wenn Starrschlaf auf die Menschen fällt /
12947#Hiob,4,14#14. kam über mich ein Schreck, ein Beben. / Hilflosigkeit macht meine Knochen schaudern. /
12948#Hiob,4,15#15. Und da, ein Wind, der streift an mir vorbei / und macht im Sturm mein Fleisch erstarren. /
12949#Hiob,4,16#16. Da hält es ein, ich merke kein Gebild / noch auch Gestalt vor meinen Augen. / (Wind)stille - und ich höre eine Stimme:
12950#Hiob,4,17#17. ,Könnt' Mensch vor Gott im Rechte bleiben? / Vor seinem Schöpfer rein der Mann bestehn? /
12951#Hiob,4,18#18. Traut er doch seinen Dienern nicht / und seinen (Himmels)boten teilt er Tadel zu; /
12952#Hiob,4,19#19. gar was in Häusern siedelt auf dem Lehm / mit deren Grund im Staub! / Noch vor der Motte mag man sie zerdrücken /
12953#Hiob,4,20#20. eh Morgen Abend wird, sind sie zerschlagen / man hat nicht acht - und sie sind fort für immer. /
12954#Hiob,4,21#21. Wird doch, was bleibt in ihnen, ausgerissen / sie sterben - nicht in Weisheit!'
12955#Hiob,5,1#1. So ruf nur! Gibt dir einer Antwort? / Und, von den Heiligen, an wen willst du dich wenden?
12956#Hiob,5,2#2. Den Toren tötet ja der Zorn / den Dummen bringt das Eifern um. /
12957#Hiob,5,3#3. Ich hab den Törichten im Zorn gesehn / ihn, unbesonnen, fluchen lassen seiner Trift. /
12958#Hiob,5,4#4. Da waren seine Kinder fern von Heil / man drückt' im Ratstor sie, und keiner half. /
12959#Hiob,5,5#5. Daß seine Mahd er hungrig ißt / zum tauben Drusch nimmt er sie auf / die Hungersnot verschlingt ihr Gut. /
12960#Hiob,5,6#6. Denn Unrecht(ssaat) sprießt aus der Erde nicht / das Übel will nicht aus dem Acker wachsen; /
12961#Hiob,5,7#7. und wird ein Menschenkind dem Übel (Säenden) geboren / entführen es die Reschef-Vögel hoch im Flug.
12962#Hiob,5,8#8. Doch ich, ich kann an einen Gott mich wenden / an Göttliche ich richten meine Rede.
12963#Hiob,5,9#9. Er, Großes wirkt er ohne Grenze / und Wunderbares ohne Zahl /
12964#Hiob,5,10#10. der Regen spendet auf der Erde Fläche / das Wasser auf die Fluren schickt. /
12965#Hiob,5,11#11. Die Niederen hochan zu stellen / Betrübte steigen auf im Glück. /
12966#Hiob,5,12#12. Der Schlauen Planen, er zerschlägt es / was sie erklügelt, führt die Hand nicht aus. /
12967#Hiob,5,13#13. Er fängt in ihrer List die Klugen / und der Gewundnen Rat war übereilt. /
12968#Hiob,5,14#14. Des Tages stoßen sie auf Dunkel / am Mittag tappend wie zur Nacht. /
12969#Hiob,5,15#15. Er rettet vor dem Schwert, aus ihrem Rachen / und aus des Starken Hand den Elenden. /
12970#Hiob,5,16#16. Da geht dem Niedern auf ein Hoffen / der Frevel aber schließt den Mund.
12971#Hiob,5,17#17. Ja, wohl dem Mann, den Gott zurechtweist / und des Gewaltgen Zucht mißachte nicht! /
12972#Hiob,5,18#18. Denn er verletzt, und er verbindet / er schlägt, und seine Hände heilen. /
12973#Hiob,5,19#19. In sechs Gefahren wird er dich erretten / in sieben - dich kein Übel trifft: /
12974#Hiob,5,20#20. Im Hunger löst er dich vom Tod / im Kriege aus des Schwerts Gewalt. /
12975#Hiob,5,21#21. Geborgen bleibst du vor der Zunge Streichen / und bangst nicht, wenn Verheerung naht. /
12976#Hiob,5,22#22. Verheerung, Hungersnot verlachst du / des Landes Tiere hast du nicht zu fürchten. /
12977#Hiob,5,23#23. Denn mit der Flur Gestein bist du im Bund / und im Gefilde ist das Wild dir Freund. /
12978#Hiob,5,24#24. Und du erkennst, daß heil dein Zelt / beschauest deine Trift: Hat nichts verfehlt. /
12979#Hiob,5,25#25. Bist dir bewußt, daß viel dein Same / und deine Sprößlinge wie Kraut im Grund. /
12980#Hiob,5,26#26. Nach voller Ernte kommst du heim zu Grabe / wie Schwaden Kornes eingebracht zu seiner Zeit. /
12981#Hiob,5,27#27. Sieh, dies erforschten wir, so ists / nun höre es und merk du dirs!»
12982#Hiob,6,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
12983#Hiob,6,2#2. «Wenn meinen Schmerz man wiegen könnte / und auf die Wage legen meine Qual gesamt /
12984#Hiob,6,3#3. so wär sie schwerer als der Meeressand. Drum sprechen meine Worte irre:
12985#Hiob,6,4#4. Denn des Gewaltgen Pfeil(dämonen) sind bei mir / daß meine Seele trinkt ihr Speichelgift / das Gottes Schreckgestalten anrichten für mich. /
12986#Hiob,6,5#5. Schreit denn der Eselhengst beim Gras? / Und brüllt der Ochs beim Heugemeng? /
12987#Hiob,6,6#6. Doch mag man essen Speichel, ohne Salz? / Und ist Geschmack in Traumgesichts Gespei? /
12988#Hiob,6,7#7. Es zu berühren, sträubt sich meine Seele / jedoch sie sind mir meiner Nahrung Becher!
12989#Hiob,6,8#8. O möchte doch mein Wünschen sich erfüllen / und meinem Hoffen Gott Gewährung leihn /
12990#Hiob,6,9#9. Gott sich entschließen, mich zermalmen / die Faust enthemmen, um mich zu vernichten! /
12991#Hiob,6,10#10. Doch dies noch mag mir Trost sein / - derweil ich zittre vor dem Grausamen, der nicht verschont - / daß ich des Heilgen Worte nicht verschwiegen.
12992#Hiob,6,11#11. Wo hätt ich Kraft, daß ich noch hoffte / was wär mein Zweck, mich zu gedulden? /
12993#Hiob,6,12#12. Ist meine Kraft denn steinern? / Ist denn mein Leib von Erz? /
12994#Hiob,6,13#13. Hab ich so keine Hilfe bei mir / und ist denn Rat von mir entfernt - /
12995#Hiob,6,14#14. so sollte dem Verzagten Treu vom Freunde kommen / in Furcht vor dem Gewaltgen, dem, den man verläßt. /
12996#Hiob,6,15#15. Doch meine Brüder trogen gleich dem Sturzbach / dem Bett der Bäche, die verrauschen. /
12997#Hiob,6,16#16. Die ausgebrannt sind vor dem Sturm / bei ihnen schwand hinweg der Schnee. /
12998#Hiob,6,17#17. Kommt ihre Zeit, verglühn sie und versiegen / wirds heiß, so sind sie weggelöscht von ihrem Ort. /
12999#Hiob,6,18#18. Gewunden gehen ihres Zuges Bahnen / ziehn in das Leere und verschwinden. /
13000#Hiob,6,19#19. Ausschauten Temas Karawanen / und Schebas Wanderzüge hofften drauf. /
13001#Hiob,6,20#20. Zuschanden wurden sie, da man vertraut / sie kamen hin und sind in Scham.
13002#Hiob,6,21#21. Nun wärt ihr denn zu nichts geworden / ihr säht den Schreck und wärt erschrocken! /
13003#Hiob,6,22#22. Sagt ich zu euch denn: ,Gebet mir! / Von eurem Gut bestecht für mich? /
13004#Hiob,6,23#23. Und rettet mich aus Drängers Hand / kauft los mich aus Tyrannenmacht?' /
13005#Hiob,6,24#24. Belehret mich, und ich will schweigen / wo ich gefehlt, dies zeiget mir! /
13006#Hiob,6,25#25. Was ist da ,krankhaft' an den graden Reden? / Und was das ,Schnauben', das, nach euch, drin schnaubt? /
13007#Hiob,6,26#26. Nehmt für Geschnaube ihr die Worte? / Für Wind die Sprache des Verzweifelten?/
13008#Hiob,6,27#27. (Sagt ich) auch: ,Loset um die Waise? / Häuft Schätze auf um euren Freund?' /
13009#Hiob,6,28#28. Doch nun, entschließt euch, wendet euch mir zu: / Ob euch ins Antlitz ich wohl lüge! /
13010#Hiob,6,29#29. Kommt wieder - wird kein Falsch da sein / und nochmals wieder: Ist mein Recht darin. /
13011#Hiob,6,30#30. Ob Unrecht weilt auf meiner Zunge? / Ob Unheil nicht mein Gaumen kennt?
13012#Hiob,7,1#1. Ein Diensttum hat - ists nicht? - der Mensch auf Erden / und wie des Löhners Tage sind die seinen. /
13013#Hiob,7,2#2. Wie nach dem Abendschatten lechzt der Werker / der Löhner hofft auf seinen Lohn /
13014#Hiob,7,3#3. so - - hab ich Monde mir ererbt des Trugs / und Elendsnächte teilte man mir zu. /
13015#Hiob,7,4#4. Leg ich mich, sprech ich: Wann steh ich schon auf! / - Mißt man mir's aus am Abend? - / Und satt werd ich der Unrast bis zur Dämmrung.
13016#Hiob,7,5#5. Wenn sich mein Körper kleidet in Gewürm / in Staubes Schollen meine Haut / erstarrt, entstellt. /
13017#Hiob,7,6#6. Mein Leben, flüchtger war es als der Rauch / und ist vergangen, hoffnungslos. /
13018#Hiob,7,7#7. Bedenk, daß Wind mein Leben / nie wieder schaut mein Auge Glück. /
13019#Hiob,7,8#8. Der nun mich sieht, sein Auge sieht mich nimmer / dein Blick auf mir, da bin ich nicht. /
13020#Hiob,7,9#9. Ein Wölkchen, das geschwunden und dahin / so steigt, wer zur Scheol hinabfuhr, nimmer auf. /
13021#Hiob,7,10#10. Nie kehrt er wieder in sein Heim / und nie mehr kennt ihn seine Stätte.
13022#Hiob,7,11#11. Auch ich will meinem Mund nicht wehren / will reden aus des Herzens Enge / will klagen aus der Seele Bitternis! /
13023#Hiob,7,12#12. Bin ich das Meer, das Ungeheuer / daß du mir eine Wache stellst? /
13024#Hiob,7,13#13. Dacht ich, mein Bett, es wird mich trösten / das Lager meinen Jammer von mir nehmen /
13025#Hiob,7,14#14. da schreckest du mit Träumen mich / und machst aus Nachtgesichten mich erschauern /
13026#Hiob,7,15#15. daß meiner Seele lieber wär das Würgen / der Tod mir im Gebein. /
13027#Hiob,7,16#16. Ich wollts verschmähen; leb ich doch nicht ewig! / Laß von mir, denn ein Hauch sind meine Tage! /
13028#Hiob,7,17#17. Was ist der Mensch, daß du ihn hochstellst / du auf ihn richtest deinen Sinn /
13029#Hiob,7,18#18. du nach ihm siehst an jedem Morgen / und alle Augenblicke du ihn prüfst? /
13030#Hiob,7,19#19. Wie willst du deinen Blick nicht von mir wenden / läßt nicht von mir, bis ich den Geifer schlucke! /
13031#Hiob,7,20#20. Gesündigt hab ich? Was tat dir ich, Menschenhüter? / Was hast du dir zum Anstoß mich gesetzt / daß ich mir bin zur Last? /
13032#Hiob,7,21#21. Und warum willst du meine Schuld mir nicht verzeihn / und tilgst nicht mein Vergehn? Denn dann - ruht ich im Staube / du suchtest mich - ich wär nicht da.»
13033#Hiob,8,1#1. Da hob Bildad aus Schuah an und sprach:
13034#Hiob,8,2#2. «Bis wann noch sprichst du solches? / Viel Wind ist deines Mundes Rede. /
13035#Hiob,8,3#3. Sollt Gott das Recht verkrümmen / Gerechtigkeit sollt der Gewaltge beugen? /
13036#Hiob,8,4#4. Wenn deine Kinder gegen ihn gefehlt / so hat ob ihres Frevels er sie fortgejagt; /
13037#Hiob,8,5#5. doch du, wenn Gott du aufsuchst / und zum Gewaltigen du flehst /
13038#Hiob,8,6#6. du lauter bist und grade / dann wird ob dir er wachen / befrieden deiner Tugend Heim. /
13039#Hiob,8,7#7. Und ist dein Anfang auch gering / gar groß wird deine Zukunft sein.
13040#Hiob,8,8#8. Denn: Frag nur an die erste Zeit / und forsche recht aus ihre Väter! /
13041#Hiob,8,9#9. - Denn wir, ein Gestern sind wir, wissen nichts / ein Schatten unsre Tage auf der Erde - /
13042#Hiob,8,10#10. Sie, wahrlich, werden dich belehren, dir es sagen / aus ihrem Sinn hervor die Worte bringen: /
13043#Hiob,8,11#11. ,Schießt hoch das Schilf, dort wo kein Sumpf? / Wächst stolz das Stromgras ohne Wasser? /
13044#Hiob,8,12#12. Nun, noch im Treiben, noch nicht abgepflückt / da, allem Grün voran, verdorrt es. /
13045#Hiob,8,13#13. So aller Gottvergeßnen Pfade / und was der Ruchlose erhofft, vergeht. /
13046#Hiob,8,14#14. Des Sicherheit ein Loch im Sand / und dessen Hort ein Spinnenbau; /
13047#Hiob,8,15#15. stützt er sich auf sein Haus, es hält nicht / und faßt er es, hats nicht Bestand. /
13048#Hiob,8,16#16. Er aber, saftfrisch vor der Sonne / und auf dem Brunnenbeete treibt sein Sproß /
13049#Hiob,8,17#17. an einer Quelle ranken seine Wurzeln / ein steinern Haus ersieht er sich. /
13050#Hiob,8,18#18. Reißt er ihn fort von seiner Stätte / und man verleugnet ihn: Ich sah dich nie; /
13051#Hiob,8,19#19. ist dies gar seines Wandels Wonne / aus anderm Boden sprießen sie empor.'
13052#Hiob,8,20#20. Ja, Gott verschmäht den Schlichten nicht / und hält die Hand den Bösen nimmer. /
13053#Hiob,8,21#21. Noch füllt er deinen Mund mit Lachen / die Lippen dir mit Jubelruf. /
13054#Hiob,8,22#22. In Schmach sich deine Hasser kleiden / der Frevler Zelt, es ist nicht da!»
13055#Hiob,9,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13056#Hiob,9,2#2. «Ja, freilich weiß ich, daß dem so / wie blieb im Recht der Mensch vor Gott! /
13057#Hiob,9,3#3. Gesetzt, er wollte mit ihm streiten / nicht eins auf tausend könnt er ihm entgegnen! /
13058#Hiob,9,4#4. Wer, weisen Herzens, stark an Kraft / wer trotzte ihm und bliebe heil? /
13059#Hiob,9,5#5. Der Berge fortrückt, daß man sie nicht kennt / die er in seinem Zorn verwandelt /
13060#Hiob,9,6#6. der schreckt das Land von seiner Stelle / daß seine Pfeiler schaudernd zittern /
13061#Hiob,9,7#7. der heißt der Sonne, daß sie nicht erstrahlt / vor die Gestirne setzt sein Siegel. /
13062#Hiob,9,8#8. Den Himmel spannt er aus zu seiner Presse / tritt Kelter auf des (Himmels)meeres Leib. /
13063#Hiob,9,9#9. So schuf er die Hyaden und den Orion / Plejaden und des Südwinds Kammern. /
13064#Hiob,9,10#10. Gewaltges wirkt er, unerforschlich / und Wunderbares ohne Zahl.
13065#Hiob,9,11#11. . . . Es zog vorüber, und ich sahs nicht / es huscht' vorbei, ich merkt' es nicht . . .
13066#Hiob,9,12#12. Da rafft er - wer wollt ihm es wehren? / Wer spräch zu ihm: ,Was tust du da?' /
13067#Hiob,9,13#13. Ein Gott kann seinen Zorn nicht wenden / der Rahab Helfer duckten sich vor ihm - /
13068#Hiob,9,14#14. wie gar sollt' ich ihm da entgegnen / die Worte wählen gegen ihn? /
13069#Hiob,9,15#15. Der ich, im Recht auch, nicht erwidern könnte / bei meinem Richter Gunst erflehn. /
13070#Hiob,9,16#16. Und rief ich, würd' er mir entgegnen? / Ich glaub's nicht, daß er meinem Rufen lauschte /
13071#Hiob,9,17#17. er, der im Sturme mich verwehte / und - unverschuldet - meine Wunden häufte. /
13072#Hiob,9,18#18. Der mich nicht Atem holen ließe / da er mit Bitternis mich sättigte. /
13073#Hiob,9,19#19. Gilt es die Kraft - ist er der Starke / solls zu Gericht - wer lädt ,mich' vor? /
13074#Hiob,9,20#20. Ob ich im Recht - mein Mund verdammte mich / ob schlicht ich - zeigt' er mich verdreht. /
13075#Hiob,9,21#21. Ob schlicht ich, würd ich selbst mich nicht erkennen / mich selbst verachten. /
13076#Hiob,9,22#22. Ist alles eins, so sag ich drum / ob Gut, ob Böse - er vernichtet. /
13077#Hiob,9,23#23. Wenn blindlings seine Geißel tötet / verlacht er auch der Reinen Angst. /
13078#Hiob,9,24#24. Dem Frevler ist das Land gegeben / das Antlitz seiner Richter deckt er zu. / Ists nicht so, nun, wer ists?
13079#Hiob,9,25#25. Und meine Tage, schneller als der Läufer / sie sind entflohn und sahn das Gute nicht. /
13080#Hiob,9,26#26. Vorbeigeglitten mit den Segelbooten / dem Adler gleich, der auf die Beute stürzt. /
13081#Hiob,9,27#27. Will ich verfliegen lassen und vergessen meine Klage / die Miene lassen und mich überwinden /
13082#Hiob,9,28#28. da macht mich bangen all mein Tun / ich weiß, du gibst mich nimmer frei. /
13083#Hiob,9,29#29. Soll ich verdammt denn sein? / Wozu dann müh ich mich vergebens? /
13084#Hiob,9,30#30. Und wüsch ich mich mit Seifenkraut / und reinigte mit Lauge meine Hände /
13085#Hiob,9,31#31. da tauchtest du mich in Verderbnis; / wovor mir graut, das wär mir Kleidung.
13086#Hiob,9,32#32. Kein Mann gleich mir ists ja, dem ich erwidre / daß wir zusammen gingen zu Gericht. /
13087#Hiob,9,33#33. Da ist kein Schiedsmann zwischen uns / der auf uns beide legte seine Hand. /
13088#Hiob,9,34#34. Er nehme fort die Rute über mir / sein Schrecken soll mich nicht verschüchtern! /
13089#Hiob,9,35#35. Dann redet' ich, ohn' ihn zu fürchten. / - Denn so wär bei mir selbst ich nicht gerecht,
13090#Hiob,10,1#1. zuwider wäre ich mir selber. - / Die Klage ließ ich über mich ergehn / ich wollte reden in der Seele Bitternis; /
13091#Hiob,10,2#2. wollt' zu Gott sagen: Sollst mich nicht verdammen! / Laß wissen mich, warum du mich bekämpfst. /
13092#Hiob,10,3#3. Ists, weils dir wohltut, zu bedrücken / daß deiner Hände Werk du schmähst / - und ob der Bösen Rat erstrahlst du! /
13093#Hiob,10,4#4. Hast du des Fleisches Augen / gleicht Menschenschaun dein Blick? /
13094#Hiob,10,5#5. Sind wie des Irdischen denn deine Tage / des Mannes Leben deine Jahre gleich? /
13095#Hiob,10,6#6. Daß meine Schuld du suchst / nach meiner Sünde forschst? /
13096#Hiob,10,7#7. Du weißt, daß ich nicht schuldig / und doch - kein Retter vor dir! /
13097#Hiob,10,8#8. Mich bildeten, mich schufen deine Hände / zum Ganzen, ringsumher und - du zerstörst mich. /
13098#Hiob,10,9#9. Denk, wie gleich Lehm du mich gefertigt / und doch: zum Staube führst du mich zurück! /
13099#Hiob,10,10#10. Hast du wie Milch mich nicht ergossen / wie Käse nicht gerinnen lassen /
13100#Hiob,10,11#11. mit Haut und Fleisch du mich umkleidet / mit Knochenwerk und Bändern mich durchrankt? /
13101#Hiob,10,12#12. Das Leben und den Treubund schufst du mir / und dein Gebot war: Wahre meinen Odem! /
13102#Hiob,10,13#13. Und dies hast du im Herzen wohl bewahrt / ich weiß, das ruht bei dir im Sinn. /
13103#Hiob,10,14#14. Hab ich gefehlt, so hast du mich belauert / von meiner Schuld gibst du mich nimmer frei. /
13104#Hiob,10,15#15. Hab ich gesündigt, wehe mir! / Bin ich im Recht - darf ich das Haupt nicht heben / so satt von Schande und des Elends trunken / und des Kummers?
13105#Hiob,10,16#16. Dem Leun gleich jagst du mich / und immer wieder zeichnest du an mir dich aus. /
13106#Hiob,10,17#17. Erneuerst deine Zeugen, meinen Schlag / machst immer mehr den Schmerz bei mir. (O wär) Entlohnung mit dem Dienst bei mir!
13107#Hiob,10,18#18. Was brachtest aus dem Schoß du mich hervor? / Wär ich gestorben, eh ein Aug mich sah! /
13108#Hiob,10,19#19. Wie nicht gewesen wär ich dann / vom Mutterleib zum Grab geleitet.
13109#Hiob,10,20#20. Sind doch so wenig meine Tage, laß! / Halt ein, daß ichs ein Weilchen mir entrücke! /
13110#Hiob,10,21#21. Eh daß ich geh - und nimmer wiederkomm - / hin zu dem Land toddunkler Finsternis /
13111#Hiob,10,22#22. dem Lande von Gespenstern, wie im Dunkeln / toddüster, wo es kein Beschwören gibt; / da zieht es auf, dem Dunkel gleich.»
13112#Hiob,11,1#1. Da hob Zofar aus Naama an und sprach:
13113#Hiob,11,2#2. «Gibts für den Wortgewaltigen kein Erwidern / der Lippenheld, behält er Recht? /
13114#Hiob,11,3#3. Vor dir, da schweigen still die Männer / du lästerst und zeigst keine Scham. /
13115#Hiob,11,4#4. Drum sprichst du: ,Rein ist meine Rede / und lauter war ich deinen Augen.' /
13116#Hiob,11,5#5. O wollte aber Gott doch reden / die Lippen auftun wider dich! /
13117#Hiob,11,6#6. Er kündet' dir geheimste Weisheit / denn Doppelhüllen hat das Wissen; / dann wisse, daß von deiner Schuld Gott dich vergessen macht.
13118#Hiob,11,7#7. Willst du der Gottheit Grenzmaß finden / zu des Gewaltgen Endbereich du dringen? /
13119#Hiob,11,8#8. In Himmelshöhn - was wirkst du? / Was tiefer denn Scheol - wie kennst du's? /
13120#Hiob,11,9#9. Ja, weiter als der Erde Ausmaß / und breiter als der Ozean.
13121#Hiob,11,10#10. Wenn (Schuld) vergeht, schließt er sie ab / läßt sie vergessen - und wer brächt sie wieder? /
13122#Hiob,11,11#11. Ja er, er kennt des Truges Leute / er sieht das Unrecht, merkt die Nichtigkeit. /
13123#Hiob,11,12#12. Der Mann jedoch, ein Gras ist's, das da sproßt / als Eselsfüllen wird der Mensch geboren.
13124#Hiob,11,13#13. Hättst deinen Sinn du recht gestellt / zu ihm die Hände ausgebreitet /
13125#Hiob,11,14#14. ist Unrecht bei dir, schaff es fort / laß Frevel nicht in deinem Zelte weilen! /
13126#Hiob,11,15#15. Dann trügst das Antlitz du von Fehle frei / fest wärest du und bangtest nicht. /
13127#Hiob,11,16#16. Ja, du, des Leids vergäßest du / gedächtest sein, wie wenn darüber Wasser strömte. /
13128#Hiob,11,17#17. In Mittagshöh erstünd das Leben dir / du schwängst dich hoch und wärst dem Morgen gleich /
13129#Hiob,11,18#18. wärst zuversichtlich, daß es Hoffnung gibt / du schautest aus, gingst sorglos dann zur Ruh. /
13130#Hiob,11,19#19. Du legtest dich, und keiner schreckt dich auf / und viele sänftigten dein Antlitz. /
13131#Hiob,11,20#20. Der Frevler Augen aber schmachten / und ihre Zuflucht ist verloren / ihr Hoffen ist ein Seufzerhauch.»
13132#Hiob,12,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13133#Hiob,12,2#2. «Wahr ist es, ja, ihr seid das Volk / und mit euch muß die Weisheit sterben! /
13134#Hiob,12,3#3. Verstand wie ihr besitz auch ich / nicht fall ich hinter euch zurück. / Wer wüßte auch dergleichen nicht? /
13135#Hiob,12,4#4. Ein Lachen, auch dem Freunde, wär ich? / Anrufend Gott, und er erhört ihn / ein Lachen der Gerechte, Tadellose? /
13136#Hiob,12,5#5. Für Heimsuchung nur Spott, bei Ansturm sorglos / gesichert bei des Fußes Wanken? /
13137#Hiob,12,6#6. Die Zelte unbesorgt bei Plünderern / vertrauend bei den Schreckern Gottes / bei denen, die Gott für ihn brachte?
13138#Hiob,12,7#7. Jedoch, frag nur das Vieh, es wird dich lehren / der Höhe Vogelvolk, es wirds dir künden. /
13139#Hiob,12,8#8. Sprich wohl zur Erde, sie wird dir es weisen / die Fische werden dirs erzählen in der See. /
13140#Hiob,12,9#9. Wer wüßte nicht von alledem: / Des Ewgen Hand hat dies erschaffen! /
13141#Hiob,12,10#10. In dessen Hand ruht jedes Lebens Odem / der Hauch in jedes Mannes Leib.
13142#Hiob,12,11#11. Soll nicht das Ohr die Rede prüfen / gleichwie der Gaumen Speise, ob sie schmeckt? /
13143#Hiob,12,12#12. Bei den Bejahrten ist die Weisheit? / Bei hohen Tagen Einsicht? /
13144#Hiob,12,13#13. Bei ihm ist Weisheit - und ist Stärke / sein Rat und Einsicht! /
13145#Hiob,12,14#14. Sieh, er zerstört, man baut nicht wieder / schließt ab er ob dem Mann, wird nimmer aufgetan. /
13146#Hiob,12,15#15. Da hemmt das Wasser er - sie dörren aus / nun gibt ers frei, da kehrt es um das Land. /
13147#Hiob,12,16#16. Bei ihm ist Macht und Wissen / sein - sich Vergessen und Vergessen Machen. /
13148#Hiob,12,17#17. Er führt die Räte bloß (des Rats) / die Richter macht er toll. /
13149#Hiob,12,18#18. Er löst von Königen die Fessel / und schlingt den (Ehren)gurt um ihre Lenden. /
13150#Hiob,12,19#19. Er führt die Priester, bloß (des Priestertums) / und macht verdreht die (Rede der) Uralten /
13151#Hiob,12,20#20. raubt der Bewährten Rede / nimmt Alten den Verstand /
13152#Hiob,12,21#21. gießt Hohn aus über Edle. / Er lockert der Kanäle Damm /
13153#Hiob,12,22#22. legt bloß die Tiefen aus dem Dunkel / und bringt ans Licht die Todesnacht. /
13154#Hiob,12,23#23. Er türmt die Völkerwogen - läßt vergehn sie / flacht ab die Völkerflut - und leitet sie zum Ziel. /
13155#Hiob,12,24#24. Raubt den Verstand des Landvolks Führern / und läßt sie irregehn im Leeren ohne Weg. /
13156#Hiob,12,25#25. Sie tappen, dunkel ists, kein Licht / und taumeln läßt er sie, dem Trunknen gleich.
13157#Hiob,13,1#1. Sieh, alles hat mein Aug geschaut / mein Ohr gehört und wohl erfaßt. /
13158#Hiob,13,2#2. Wie ihr es wißt, so weiß ichs auch / nicht fall ich hinter euch zurück. /
13159#Hiob,13,3#3. Doch ich will reden zum Gewaltigen / mit Gott zu rechten drängt es mich. /
13160#Hiob,13,4#4. Ihr aber, ihr seid Schminkestreicher / seid Schwindelärzte allesamt. /
13161#Hiob,13,5#5. O hättet ihr doch still geschwiegen / als Weisheit hätt es euch gegolten! /
13162#Hiob,13,6#6. O hört doch an mein Rechten / vernehmet meiner Lippen Streiten. /
13163#Hiob,13,7#7. Sprecht Gott zulieb ihr Unrecht? / Für ihn wollt Trug ihr reden? /
13164#Hiob,13,8#8. Für ihn Partei noch nehmen / für Gott auch ihr noch streiten? /
13165#Hiob,13,9#9. Wärs recht, wenn euch er ausforscht? / Könnt Menschen gleich auch ihn ihr täuschen? /
13166#Hiob,13,10#10. Sollt er mit euch wohl rechten? / Wie? Bergt in einer Larve ihr das Antlitz? /
13167#Hiob,13,11#11. Müßt seine Wucht euch ja erschrecken / die Angst vor ihm euch überfalln. /
13168#Hiob,13,12#12. Gedenkt wer euer, ists im Aschengleichnis / bei Klumpen Lehms der Klumpen eures Leibs. /
13169#Hiob,13,13#13. O schweigt und laßt mich, daß ich rede / und komme über mich, was will! /
13170#Hiob,13,14#14. Warum sollt ich die Zunge mit den Zähnen fassen / die Kehle mir verhalten mit der Hand? /
13171#Hiob,13,15#15. Er wird mich töten? Darauf hoff ich! / Doch ,meinen' Wandel will ich ins Gesicht ihm rügen. /
13172#Hiob,13,16#16. Auch das muß mir ja Hilfe sein / daß vor sein Angesicht kein Schurke tritt. /
13173#Hiob,13,17#17. O hört, o höret meine Rede / und, was ich sage, euch ins Ohr! /
13174#Hiob,13,18#18. Sieh, klargelegt hab ich den Rechtsfall / ich weiß es, daß ich Sieger bleib. /
13175#Hiob,13,19#19. ,Wer ists, der mit mir stritte?' / Nun, müßt ich schweigen, würde ich vergehn.
13176#Hiob,13,20#20. Nur zweierlei tu nicht mit mir / dann will ich deinem Blick mich nicht entschlagen. /
13177#Hiob,13,21#21. Nimm ab von mir die Hand / daß mich dein Graun nicht schrecke! /
13178#Hiob,13,22#22. Dann ruf, und ich steh Rede / sonst spreche ich, entgegne mir! /
13179#Hiob,13,23#23. Wieviel hab ich Verfehlungen und Sünden / und meinen Frevel, meine Sünde tu mir kund. /
13180#Hiob,13,24#24. Warum birgst du dein Antlitz / hältst mich für deinen Feind? /
13181#Hiob,13,25#25. Schreckst du ein Blatt im Wind? / Und jagst du dürren Halm? /
13182#Hiob,13,26#26. Daß du die Bitternis mir überschreibst / mich erben läßt die Sünden meiner Burschen. /
13183#Hiob,13,27#27. Und setzest in den Block die Füße mir / bewachst all meine Wege / dich einzeichnest auf meiner Beine Wurzeln.
13184#Hiob,13,28#28. Doch er zerfällt wie morsches Zeug / dem Tuch gleich, das die Motte frißt:
13185#Hiob,14,1#1. Der Mensch, vom Weib geboren / an Tagen kurz, des Bangens satt /
13186#Hiob,14,2#2. gleich einer Blume sprießt er auf und welkt / verfliegt, dem Schatten gleich, und bleibt nicht. /
13187#Hiob,14,3#3. Und selbst auf den hast deine Augen du geöffnet / mich bringst du mit dir ins Gericht! /
13188#Hiob,14,4#4. Wer gäbs, daß Reines käm vom Unreinen! / Nicht einer (kommt hinzu) /
13189#Hiob,14,5#5. sind seine Tage abgeschlossen / und seiner Monde Zahl bei dir / hast seinen Satz bestimmt, nicht kann er weiter. /
13190#Hiob,14,6#6. Blick weg von ihm, und laß ihn säumig sein / bis daß er, wie der Löhner, gutmacht seinen Tag!
13191#Hiob,14,7#7. Denn Hoffnung gibt es für den Baum; / haut man ihn ab, wächst er doch wieder neu / der Safttrieb in ihm hört nicht auf. /
13192#Hiob,14,8#8. Wird alt im Boden seine Wurzel / und stirbt im Staube ab sein Stamm /
13193#Hiob,14,9#9. vom Duft des Wassers blüht er auf / schafft Laubschnitt wie gepflanztes Reis. /
13194#Hiob,14,10#10. Der Mann jedoch stirbt, kraftberaubt / der Mensch verendet - wo ist er? /
13195#Hiob,14,11#11. Fort ist das Wasser aus der See / der Strom vertrocknet und versiegt. /
13196#Hiob,14,12#12. Der Mann, legt er sich hin, steht nimmer auf / bis keine Himmel, wacht man nicht mehr auf / und reget nimmer sich aus seinem Schlummer. /
13197#Hiob,14,13#13. O möchtest in Scheol du mich verbergen / versteckt mich halten, bis dein Zorn sich wendet / mir eine Frist bestimmen und dann mein gedenken! /
13198#Hiob,14,14#14. Wenn stirbt der Mann, lebt er dann wieder? . . . All meines Diensttums Tage harr ich / bis mir Entlohnung kommt . . .
13199#Hiob,14,15#15. Du rufst, ich muß dir Rede stehn / belauerst deiner Hände Schöpfung; /
13200#Hiob,14,16#16. da zählst du meine Schritte / und übersiehst nicht meine Schuld. /
13201#Hiob,14,17#17. Gesiegelt auf dem Schriftbund ist mein Frevelbrief / und du verstreichst ob meiner Schuld. /
13202#Hiob,14,18#18. Jedoch der Berg mag stürzend dorren / der Fels von seiner Stelle rücken /
13203#Hiob,14,19#19. die Steine mag das Wasser mahlen / fort schwemmt ihm Regenflut des Bodens Staub. / Des Menschen Hoffen aber hast du ausgetilgt /
13204#Hiob,14,20#20. du stößt ihn fort für immer, und er schwindet / er kehrt sein Antlitz ab, du jagst ihn weg. /
13205#Hiob,14,21#21. Ehrt man die Kinder ihm, er weiß es nicht / sind sie gering, er merkts an ihnen nicht. /
13206#Hiob,14,22#22. Sein Leib an ihm allein, der schmerzt ihn / die Seele an ihm fühlt die Trauer.»
13207#Hiob,15,1#1. Da hob Elifas aus Teman an und sprach:
13208#Hiob,15,2#2. «Entgegnet wohl der Weise windges Wissen / und füllt mit Ostwind sich den Bauch? /
13209#Hiob,15,3#3. Mit Rede schnaubend, die nichts hilft / mit Worten ohne Nutzen dran? /
13210#Hiob,15,4#4. Ja, brichst du gar die Gottesfurcht / und stiehlst Gespräch, vor Gott geführt? /
13211#Hiob,15,5#5. Denn deine Schuld beweist dein Mund / da du der Listgen Sprache wählst. /
13212#Hiob,15,6#6. Dein Mund beschuldigt dich, nicht ich / und deine Lippen zeugen wider dich. /
13213#Hiob,15,7#7. Bist als der Urmensch du geboren / warst vor den Höhen du gekreißt? /
13214#Hiob,15,8#8. Hast du in Gottes Rat gelauscht / und Weisheit dir dort weggestohlen? /
13215#Hiob,15,9#9. Was weißt du, und wir wüßtens nicht / erkennst du, das nicht uns bewußt? /
13216#Hiob,15,10#10. Auch Graukopf, auch Bejahrter ist bei uns / an Tagen reicher als dein Vater.
13217#Hiob,15,11#11. Bot (jener) Gott zu wenig Trost für dich / und hat er Worte dir verhüllt? /
13218#Hiob,15,12#12. Was hat dir den Verstand genommen / wovon sind deine Augen krank? /
13219#Hiob,15,13#13. Daß deinen Wind du zuschiebst einem Gott / aus deinem Mund die Worte stießest: /
13220#Hiob,15,14#14. ,Was ist der Mensch, daß rein er sei / gerecht erschien der Weibgeborne?/
13221#Hiob,15,15#15. Sieh, seinen Heilgen glaubt er nicht / die Himmel sind nicht rein in seinen Augen - /
13222#Hiob,15,16#16. nun gar der Greuliche, Befleckte / der Mensch, der Unrecht trinkt wie Wasser?'
13223#Hiob,15,17#17. Ich will dirs zeigen, hör mir zu / und was ich sah, will ich erzählen. /
13224#Hiob,15,18#18. Was weise Männer mitgeteilt / rückhaltlos, von den Vätern her: /
13225#Hiob,15,19#19. Jenen allein gehört das Land / und kommt kein Fremder unter sie. /
13226#Hiob,15,20#20. Des Bösen Tage alle droht es ihm / der Jahre Zahl ists aufgespart dem Frechen. /
13227#Hiob,15,21#21. Der Schrecken Laut tönt ihm im Ohr / im Frieden: Plündrer kommen über ihn. /
13228#Hiob,15,22#22. Er glaubt an kein zurück aus Dunkelheit / und ausersehen ist er für das Schwert. /
13229#Hiob,15,23#23. Er flüchtet vor dem Schreck. Wo ist er? / Er weiß, daß ihm bereit des Dunkels Tag. /
13230#Hiob,15,24#24. Es schreckt ihn Drang und Druck. Da trieb's ihn, gleich dem Reckenkönig, auf zum Kampf. /
13231#Hiob,15,25#25. Denn der hatt' gegen Gott die Hand gereckt / und gegen den Gewaltigen sich stark gemacht. /
13232#Hiob,15,26#26. Lief wider ihn mit Nacken(panzer) / mit dicken Buckeln seiner Schilde; /
13233#Hiob,15,27#27. hatt' sich mit Fett das Antlitz überdeckt / und Schmiere auf die Lende sich getan /
13234#Hiob,15,28#28. gehauset in verschwundnen Städten / in Häusern, wo sonst keiner wohnt / die vorbestimmt zu Steingehäuf . . .
13235#Hiob,15,29#29. Er wird nicht reich, nicht bleibt sein Gut / von ihrem (flüchtgen) Gut kehrt nichts zur Erde nieder.
13236#Hiob,15,30#30. Nicht kann dem Dunkel er entgehn / den Safttrieb dörrt die Flamme ihm / er schwindet durch des Mundes Hauch. /
13237#Hiob,15,31#31. Nicht darf er traun, Trug täuscht ihn / denn trügend ist sein Palmbaum. /
13238#Hiob,15,32#32. Eh noch sein Tag kommt, wird er dorren / sein Zweig wird nimmer üppig sein. /
13239#Hiob,15,33#33. Abwirft er, gleich dem Rebstock, seinen Herbling / läßt wie der Ölbaum fallen seine Blüte. /
13240#Hiob,15,34#34. Denn abgestorben bleibt des Schurken Sippe / und Feuer frißt die Zelte der Bestechung. /
13241#Hiob,15,35#35. Mit Unheil schwangern, Übeltat gebären / Betrügerei ihr Schoß bereitet.»
13242#Hiob,16,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13243#Hiob,16,2#2. «Dergleichen hab ich viel gehört / - ach, leidge Tröster seid ihr alle -: /
13244#Hiob,16,3#3. ,Hat windges Reden einen Zweck? / Sei's, etwas macht dich krank, daß du erwiderst?' /
13245#Hiob,16,4#4. Hätt ich auch so wie ihr gesprochen / wenn's euer Leben gält statt meinem? / Ich hätt der Worte viel für euch gehabt / und hätt ob euch geschüttelt mit dem Haupt /
13246#Hiob,16,5#5. mit meinem Mund euch Kraft gegeben / und meiner Lippen Beileid wehrte ab. /
13247#Hiob,16,6#6. Sprech ich - so wehrt nichts meinen Schmerz / und laß ich's - was geht von mir?
13248#Hiob,16,7#7. Nun aber hat er wehrlos mich gemacht; / du schaffst Entsetzen - meine ganze Sippe /
13249#Hiob,16,8#8. sie tut Gewalt mir. Er wird da zum Zeugen / steht wider mich, sagt, daß ich lüge, mir ins Antlitz. /
13250#Hiob,16,9#9. Sein Zorn zerreißt, verfolgt mich / er fletscht die Zähne gegen mich! / Mein Dränger wetzt die Blicke wider mich. /
13251#Hiob,16,10#10. Aufsperren sie die Mäuler gegen mich / sie schlagen mir mit Schimpf die Wangen / zusammen ballen sie (die Faust) sich wider mich. /
13252#Hiob,16,11#11. Es gibt mich Gott dem Buben preis / und in der Bösen Hand läßt er mich fallen. /
13253#Hiob,16,12#12. War ahnungslos - da hat er mich zerkrümelt / am Nacken mich gepackt und hingesplittert / stellt mich als Wurfziel für sich hin. /
13254#Hiob,16,13#13. Gesammelt, ringsumher, sind seine Schützen / er spaltet mir die Nieren ohn Erbarmen / zur Erde schüttet er die Galle mir. /
13255#Hiob,16,14#14. Auf Bresche Bresche bricht er durch in mir / rennt wie ein Krieger wider mich.
13256#Hiob,16,15#15. Hab Sackzeug mir genäht an meine Haut / und in den Staub mein Haupt getan. /
13257#Hiob,16,16#16. Mein Antlitz, rot erbrennts vom Weinen / und um die Wimpern liegt mir Todesnacht. /
13258#Hiob,16,17#17. Wo doch kein Raub in meinen Händen / und rein ist mein Gebet. /
13259#Hiob,16,18#18. O Erde, decke nicht mein Blut / nicht sei ein Halt für meine Klage! /
13260#Hiob,16,19#19. Auch nun - wo doch mein Ankläger im Himmel / und in der Höh der Zeuge wider mich - /
13261#Hiob,16,20#20. hab ich als Dolmetscher die Freunde! / Zu Gott doch tränt mein Auge! /
13262#Hiob,16,21#21. Daß er dem Mann vorhalte, was bei Gott / daß seinen Sinn der Mensch verstehe.
13263#Hiob,16,22#22. Denn zählge Jahre rücken an / da muß den Weg ich gehn, der ohne Rückkehr.
13264#Hiob,17,1#1. Mein Geist ist zerstört, die Tage geschwunden / mein ist - das Grab. /
13265#Hiob,17,2#2. Sind nicht die Lügen mir bewußt / daß weilt bei ihren Reizungen mein Auge? /
13266#Hiob,17,3#3. ,Halt hin doch! Mach zum Bürgen mich bei Dir' / - Wer ist's, der mir zum Handschlag sich erböte!
13267#Hiob,17,4#4. Weil ihren Sinn der Einsicht du verwahrst / darum erhebt sie (ihre Jungen) nicht. /
13268#Hiob,17,5#5. Bei Schmeichelei erklärt er: ,Freunde!' / - So müssen seiner Jungen Augen schmachten . . .
13269#Hiob,17,6#6. Er stellt mich hin zur Völker Beute / ein Brandstoß ward ich für die Scharen. /
13270#Hiob,17,7#7. Erloschen ist vor Schmerz mein Auge / die Bilder alle sind wie Schatten mir. /
13271#Hiob,17,8#8. Erstaunen drob die Graden? / Wird ob des Frevlers da der Reine rege? /
13272#Hiob,17,9#9. Nimmt auf der Rechtliche den Weg? / Schöpft starke Kraft der, dessen Hände lauter? /
13273#Hiob,17,10#10. Ihr aber alle, kehrt zurück und kommt doch! / Ich finde keinen Weisen unter euch.
13274#Hiob,17,11#11. Dahin sind meine Tage / zerrissen meine Bänder / die Strähnen meines Herzens. /
13275#Hiob,17,12#12. Die Nacht - sie machen sie zum Tage. / ,Das Licht ist nah!' (heißt's) vor der Finsternis. /
13276#Hiob,17,13#13. Wenn in Scheol mein Haus ich spanne / im Dunkel mir das Lager bette /
13277#Hiob,17,14#14. zur Grube rufe ,Vater du' / und ,Mutter, Schwester' zum Gewürm /
13278#Hiob,17,15#15. wo wäre Hoffnung dann für mich / was ich erspannt, wer könnt es schauen? /
13279#Hiob,17,16#16. Hinunter zur Scheol hin fahren sie / wenn insgesamt es auf dem Staub ruht.»
13280#Hiob,18,1#1. Da hob Bildad aus Schuah an und sprach:
13281#Hiob,18,2#2. «Wie lang noch gebt den Worten ihr die Peitsche? / Versteht, und nachher wolln wir reden. /
13282#Hiob,18,3#3. Warum erscheinen wir wie Vieh / vertiert in euren Augen? /
13283#Hiob,18,4#4. Du, der im Zorn sich selbst zerreißt! / Soll dir zulieb das Land veröden / der Fels von seiner Stelle rücken?
13284#Hiob,18,5#5. Ja, auch der Bösen Licht erlischt! / nicht leuchtet seines Feuers Brand. /
13285#Hiob,18,6#6. Der Schein erdunkelt ihm im Zelt / sein Lämpchen über ihm verglimmt. /
13286#Hiob,18,7#7. Kurz werden seine kräftgen Schritte / sein eigner Anschlag wirft ihn hin. /
13287#Hiob,18,8#8. Denn mit den Füßen jagt es ihn ins Netz / und über Strickwerk schreitet er. /
13288#Hiob,18,9#9. Die Falle packt ihn an der Ferse / hart drückt auf ihn der Hunger. /
13289#Hiob,18,10#10. Verscharrt im Boden ist sein Strick / sein Fanggarn auf dem Pfad. /
13290#Hiob,18,11#11. Rings ängstigen ihn Schrecken / und jagen Graun an seine Füße. /
13291#Hiob,18,12#12. (Der Erbe) seiner Kraft muß hungern / Heimsuchung steht bereit für seine ,Rippe'. /
13292#Hiob,18,13#13. Es nagt die Riemen seiner Haut / die Riemen nagt sein Todeserstling. /
13293#Hiob,18,14#14. Herausgerissen wird er aus dem Zelt, ihm Sicherheit / ihn machen Schrecken schreiten hin zum ,König'. /
13294#Hiob,18,15#15. Sie wohnt in seinem Zelte - ohne Habe / und Schwefel wird gestreut auf seiner Flur. /
13295#Hiob,18,16#16. Zuunterst dorren seine Wurzeln / und obenan welkt seine Mahd. /
13296#Hiob,18,17#17. Es schwindet sein Gedenken von der Erde / und auf der Straße bleibt kein Name ihm. /
13297#Hiob,18,18#18. Man stößt ihn fort aus Licht in Dunkel / und jagt ihn aus dem festen Land hinaus. /
13298#Hiob,18,19#19. Kein Schößling und kein Sprössling ihm im Volk / kein Restling dort, wo er gewohnt. /
13299#Hiob,18,20#20. Ob seines Tags entsetzen sich die Späten / Uralte packt der Schauder an. /
13300#Hiob,18,21#21. Ja, diese sind des Sünders Stätten / dies dessen Ort, der Gott nicht kennt.»
13301#Hiob,19,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13302#Hiob,19,2#2. «Wie lange noch betrübt ihr meine Seele / und schlagt ihr mich mit Worten nieder? /
13303#Hiob,19,3#3. Schon zehnmal nun beschimpft ihr mich / ihr schämt euch nicht und kränket mich. /
13304#Hiob,19,4#4. Ist's Wahrheit auch, daß ich gefehlt / und bei mir weilet mein Vergehn /
13305#Hiob,19,5#5. daß wahrhaft über mich (den Mund) ihr weitet / und an mir rüget meine Schmach? /
13306#Hiob,19,6#6. So wisset denn, daß Gott mein Recht gekrümmt / sein Netz gezogen hat um mich. /
13307#Hiob,19,7#7. Da ruf ich ,Raub', man hört mich nicht / ich schreie, ist kein Recht. /
13308#Hiob,19,8#8. Den Weg verbaut er mir, ich kann nicht weiter / auf meine Pfade legt er Dunkel. /
13309#Hiob,19,9#9. Mein Ansehn hat er von mir abgestreift / die Krone riß er mir vom Haupt. /
13310#Hiob,19,10#10. Ringsher zerstört er mich, fort muß ich / reißt wie den Holzpflock aus mein Hoffen. /
13311#Hiob,19,11#11. Da läßt den Zorn er lodern wider mich / und seinen Feinden achtet er mich gleich. /
13312#Hiob,19,12#12. Geschlossen rücken seine Scharen an / und bahnen gegen mich den Weg / da lagern sie, rings um mein Zelt. /
13313#Hiob,19,13#13. Die Brüder hat er mir entfernt; / die mich gekannt, erzfremd sind sie mir worden. /
13314#Hiob,19,14#14. Verwandte - sind's nicht mehr / Bekannte - haben mich vergessen. /
13315#Hiob,19,15#15. Die mir im Hause wohnten und die Mägde mein / sie achten mich für einen Fremden / von Ferne wer ward ich in ihren Augen. /
13316#Hiob,19,16#16. Den Sklaven ruf ich, Antwort gibt er nicht / mit meinem Munde muß ich zu ihm flehn. /
13317#Hiob,19,17#17. Mein Denken, fremd ist's meinem Weib / Mitleid mit mir den Kindern meines Schoßes. /
13318#Hiob,19,18#18. Ja, Buben selbst verachten mich / ich stehe auf, sie reden wider mich. /
13319#Hiob,19,19#19. Die mir im Rat Genossen, scheun mich alle / und die ich liebte, traten gegen mich. /
13320#Hiob,19,20#20. An meiner Haut, am (Zungen)fleisch klebt mir mein (Gaumen)knochen / und festgekittet bin ich mit der Zähne Haut. /
13321#Hiob,19,21#21. Habt Mitleid, Mitleid, ihr Gefährten / da Gottes Hand mich hat berührt! /
13322#Hiob,19,22#22. Warum verfolgt ihr mich gleich Gott / und könnt an meinem Fleisch ihr nicht ersatten?
13323#Hiob,19,23#23. Wer gäb's, man schriebe meine Worte auf? / Wer gäb's, man zeichnete sie ein in eine Schrift? /
13324#Hiob,19,24#24. In Eisentafel und in Blei / für immer eingehauen in den Fels? /
13325#Hiob,19,25#25. Doch ich will lebend meinen Löser kennen / - der Spätre wird an meinem Staub nur stehn - /
13326#Hiob,19,26#26. nach meinem Leib mag dieses (Schriftstück) man zerschlagen! - /
13327#Hiob,19,27#27. Aus meinem Leib will Gott ich schauen / da ich ihn selber mir erschaue / ihn meine Augen sehn, kein Fremder / (das ist's, wonach) die Nieren mir im Leibe schmachten!
13328#Hiob,19,28#28. Sollt ihr denn sagen: ,Wie verfolgen wir ihn?' / und daß der Sache Wurzel an mir ist befunden? /
13329#Hiob,19,29#29. So fürchtet euch vor Schändlichkeit / - denn Sünden übersehn ist Schändlichkeit - / damit ihr's wißt, die Räuberein!»
13330#Hiob,20,1#1. Da hob Zofar aus Naama an und sprach:
13331#Hiob,20,2#2. «,Darum entgegnen mir die Traumesängste / deswegen sagts mein Fühlen mir. /
13332#Hiob,20,3#3. Die Rüge meiner Schande hör ich / ein Geist aus meiner Einsicht gibt mir Antwort!' . . .
13333#Hiob,20,4#4. Hast du seit jeher das gewußt / seit Menschen man gesetzt auf Erden?
13334#Hiob,20,5#5. Denn Bösewichterjubel ist nur nahhin / und Heuchlers Freude für den Augenblick. /
13335#Hiob,20,6#6. Steigt seine Woge auch zum Himmel / und reicht sein Haupt hoch zum Gewölk: /
13336#Hiob,20,7#7. Wie sie verrollt, vergeht auch er für ewig / die ihn gesehen, sprechen: ,Wo ist er?' /
13337#Hiob,20,8#8. So wie ein Traum verfliegt er, nicht zu finden / verscheucht, gleich dem Gesicht der Nacht. /
13338#Hiob,20,9#9. Das Aug, das ihn erhascht, tuts nimmer wieder / und nie mehr siehst du ihn an seiner Stätte. /
13339#Hiob,20,10#10. Gutmachens an den Armen seine Söhne / und seine Hände geben seine Habe wieder. /
13340#Hiob,20,11#11. Die Knochen seiner Kraft verdorren / und mit ihm ruht es auf dem Staub. /
13341#Hiob,20,12#12. Schmeckt ihm das Böse süß im Mund / und hehlt er's unter seiner Zunge; /
13342#Hiob,20,13#13. ists ihm zu schade, daß er es nicht läßt / in seinem Gaumen es zurückhält; /
13343#Hiob,20,14#14. sein Brot in seinem Leibe wandelt sich / in seinem Innern ist es Otterngalle. /
13344#Hiob,20,15#15. Den Reichtum, den er schlang, er speit ihn aus / aus seinem Bauche treibt ihn Gott heraus. /
13345#Hiob,20,16#16. Der Ottern Gift ists, was er saugt / der Viper Zunge tötet ihn. /
13346#Hiob,20,17#17. Er schlürft nicht satt sich an der Flüsse Betten / an Bächen voller Honig und von Rahm. /
13347#Hiob,20,18#18. Bemüht zurückzugeben, schlingt er nichts hinein; / fruchtlos sein Palmbaum, er kann nichts genießen. /
13348#Hiob,20,19#19. Weil er bedrückt, erpreßt den Armen / sein Haus geraubt, es nicht gebaut /
13349#Hiob,20,20#20. ja, kennt er keine Ruh in seinem Bauch / mit seinem Schatz entrinnt er nicht. /
13350#Hiob,20,21#21. Kein Restling bleibt ihm, daß der es genieße / drum harret keiner seines Guts. /
13351#Hiob,20,22#22. Mit voller Faust wird er bedrängt / und alle Hand kommt über ihn mit Leid. /
13352#Hiob,20,23#23. Daß dies den Leib ihm fülle / entfesselt wider ihn er seines Zornes Glut / gießt's aus auf sie auf ihre Backe. /
13353#Hiob,20,24#24. Entflüchtet er der Eisenwaffe / durchbohrt der Bogen ihn, von Erz. /
13354#Hiob,20,25#25. Durch zieht's, aus seinem Innern kommt's heraus / die Klinge kommt hervor aus seiner Galle. Ob ihm ist Grauen. /
13355#Hiob,20,26#26. All Dunkel wird zur Hülle seinen Schätzen / ein Feuer frißt ihn, das nicht angefacht / und übel geht's dem Restling ihm im Zelt. /
13356#Hiob,20,27#27. Bloß legt der Himmel seine Sünde / die Erde stellt sich wider ihn. /
13357#Hiob,20,28#28. Fort rollt da, was sein Haus getragen / in Strömen hin an seines Zornes Tag. /
13358#Hiob,20,29#29. Das ist des bösen Menschen Los vor Gott / des Trotzers Erbteil von der Gottheit.»
13359#Hiob,21,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13360#Hiob,21,2#2. «O hört, o höret an mein Wort / und mag das euer Trösten sein! /
13361#Hiob,21,3#3. Ertraget mich, und ich will reden / nach meiner Rede magst du höhnen. /
13362#Hiob,21,4#4. Führ ich ob Menschen meine Klage? / Und wenn - warum sollt ich nicht ungeduldig sein? /
13363#Hiob,21,5#5. Kehrt mir euch zu und schweigt verstarrt / und legt die Hand euch vor den Mund! /
13364#Hiob,21,6#6. Denk ich daran, erschüttert's mich / und meinen Leib faßt Schauer an. /
13365#Hiob,21,7#7. Warum solln Bösewichter leben / sie wachsen hoch, ja, werden stark an Macht! /
13366#Hiob,21,8#8. Vor ihnen, sicher, ihre Brut bei ihnen / und ihre Sprößlinge vor ihren Augen /
13367#Hiob,21,9#9. die Häuser ihnen: Friede vor Gefahr / und Gottes Rute kommt nicht über sie. /
13368#Hiob,21,10#10. Hat ihm sein Stier befruchtet, findet er kein Fehl / die Kuh wirft ihm, verliert die Kälber nicht. /
13369#Hiob,21,11#11. Sie senden wie die Schafe ihre Kleinen aus / und ihre Kinder hüpfen her. /
13370#Hiob,21,12#12. Zur Pauke und zur Zither greifen sie / sind fröhlich bei dem Klange der Schalmei. /
13371#Hiob,21,13#13. Im Glück verbringen sie die Tage / und gehen hin zur Ruhe in Scheol. /
13372#Hiob,21,14#14. Und sagten doch zu Gott: ,Fort von uns / und deine Wege wollen wir nicht kennen! /
13373#Hiob,21,15#15. Was wäre der Gewaltige, daß wir ihm dienten? / Was nützt es uns, ihn bittend anzugehn?' /
13374#Hiob,21,16#16. ,Ja (saget ihr), nicht ist für sie ihr Glück; / - der Frevler Planen ist ,mir' fern?' /
13375#Hiob,21,17#17. Wie oft erlischt der Frevler Licht / kommt ihr Verderben über sie / da Lose er verteilt in seinem Zorn? /
13376#Hiob,21,18#18. Daß sie wie Halme vor dem Wind / wie Spreu sind, die der Sturm gestohlen? /
13377#Hiob,21,19#19. ,Gott spart für seine Kinder seine Stärke auf?' / Ihm soll er's zahlen, daß er's merkt! /
13378#Hiob,21,20#20. Daß seine Augen schaun den Gifttrank / von des Gewaltgen Gift er trinke. /
13379#Hiob,21,21#21. Denn was liegt ihm an seinem Haus nach ihm / da ausgelöscht sind seiner Monde Zahl?
13380#Hiob,21,22#22. ,Will Gott er Kenntnis lehren / ihn, der die Höhen richtet?' /
13381#Hiob,21,23#23. Der eine stirbt, so recht vollendet / ganz sorgenfrei, geruhig; /
13382#Hiob,21,24#24. in seinem Ölfett, voll mit Milch / von Mark durchtränkt die Knochen. /
13383#Hiob,21,25#25. Und der da stirbt in bittrem Mut / und hat des Guten nie genossen. /
13384#Hiob,21,26#26. Beisammen liegen sie im Staub / und deckt Gewürm sie zu. /
13385#Hiob,21,27#27. Sieh an, ich kenne euer Denken / die Klügelein, die wider mich ihr sinnt /
13386#Hiob,21,28#28. wenn ihr da sagt: ,Wo ist des Edlen Haus / und wo das Zelt, der Frevler Wohnstatt?' /
13387#Hiob,21,29#29. Habt ihr die Wandrer auf dem Wege nicht befragt? / Doch ihre Wunderzeichen mögt ihr nicht verfälschen! /
13388#Hiob,21,30#30. Daß für den Unglückstag der Böse aufgespart? / Zum Tag des Zornes, der da angebracht wird? /
13389#Hiob,21,31#31. Wer sagt ihm seinen Wandel ins Gesicht / hat ers verübt, wer zahlt's ihm heim? /
13390#Hiob,21,32#32. Und er, wenn er zu Gräbern wird gebracht / hat er für Ernteschwaden vorgesorgt /
13391#Hiob,21,33#33. die von des Baches Feuchtigkeit gesaugt; / ob's hinter ihm auch alle Menschen fortgerafft und vor ihm ohne Zahl.
13392#Hiob,21,34#34. Und wie vertröstet ihr mich eitel / und eure Antwort bleibt Betrug!»
13393#Hiob,22,1#1. Da hob Elifas aus Teman an und sprach:
13394#Hiob,22,2#2. «,Kann diesen anbequemen sich der Mann / daß ihnen sich der Kluge anbequemte? /
13395#Hiob,22,3#3. Ist's dem Gewaltgen lieb, wenn du gerecht bist / ist es Gewinn, wenn unsträflich dein Wandel? /
13396#Hiob,22,4#4. Verweist er dich ob deiner Frömmigkeit / und kommt er mit dir ins Gericht /
13397#Hiob,22,5#5. (dir sagend): Ist nicht deine Bosheit groß / und ohne Ende deine Sünden! /
13398#Hiob,22,6#6. Denn grundlos pfändest du die Brüder / den Nackten noch ziehst du die Kleider ab. /
13399#Hiob,22,7#7. Dem Matten reichest du kein Wasser / dem Hungernden versagst du Brot - /
13400#Hiob,22,8#8. du Mann der Faust, des ist das Land / der hochgeachtet darin wohnt - /
13401#Hiob,22,9#9. die Witwen jagtest leer du fort / der Waisen Arme schlägt man nieder. /
13402#Hiob,22,10#10. Darum sind Schlingen rings um dich / und jäher Schrecken macht dir bang. /
13403#Hiob,22,11#11. Wie, siehst du nicht das Dunkel / die Wasserfülle, die dich will bedecken?' /
13404#Hiob,22,12#12. Weilt Gott nicht an des Himmels Höhe / sieh, an der Sterne Gipfel, da sie hochstehn? /
13405#Hiob,22,13#13. Drum sagtest du: ,Was weiß denn Gott? / Kann er durch Wetterdunkel richten? /
13406#Hiob,22,14#14. Die Wolken sind ihm Hülle, und er sieht nicht / weil an des Himmels Rand er wandelt. /
13407#Hiob,22,15#15. Hast acht du auf den ewiggleichen Weg / darauf des Frevels Leute schritten? /
13408#Hiob,22,16#16. Die in Verderbnis, doch die Zeit (der Strafe) kommt nicht / gegossen, auf dem Urstrom, ist ihr Grund. /
13409#Hiob,22,17#17. Die zu Gott sagen: Fort von uns! / Und was könnt der Gewaltge ihnen tun! /
13410#Hiob,22,18#18. Und er, er füllt mit Segen ihre Häuser; / der Frevler Planen ist ,mir' fern.'
13411#Hiob,22,19#19. Die Schlichten werden sehen und sich freuen / der Reine ihrer spotten: /
13412#Hiob,22,20#20. ,Würd nicht ihr Kleinkind weggetilgt / und ihren Rest die Flamme fressen!'
13413#Hiob,22,21#21. Bequem dich ihm und habe Frieden / damit zieht zu dir ein das Glück. /
13414#Hiob,22,22#22. Nimm doch aus seinem Munde Weisung / und senke seine Worte dir ins Herz! /
13415#Hiob,22,23#23. Wenn zum Gewaltigen du wiederfindest, neu dich baust / das Unrecht bannst aus deinem Zelt /
13416#Hiob,22,24#24. den Schatz, der auf dem Staube hingelegt / das Gut der Bäche von Ofir; /
13417#Hiob,22,25#25. wenn der Gewaltge ist dein Schatz / dein Silber, dein Vermögen; /
13418#Hiob,22,26#26. dann wirst du beim Gewaltigen dich zärteln / und hin zu Gott dein Antlitz heben. /
13419#Hiob,22,27#27. Du flehst zu ihm, er hört auf dich / und die Gelübde zahlst du voll. /
13420#Hiob,22,28#28. Und du bestimmst: Erhöhung - und man stellt dirs hoch / und auf den Wegen strahlt dir Licht. /
13421#Hiob,22,29#29. Sind die da niedrig, höhest du den Leib / und dem, der senkt den Blick, gewährt er Hilfe. /
13422#Hiob,22,30#30. Ein Reiner hat ein Inselland gerettet; / so rettet's sich durch deiner Hände Reinheit.»
13423#Hiob,23,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13424#Hiob,23,2#2. «Auch heut (wollt ich) Auffliegen meiner Klage; / doch ,meine' Hand drückt schwer auf meinem Seufzen. /
13425#Hiob,23,3#3. O hätt ich Kenntnis doch, könnt ihn erreichen / zu seines Wesens Maß gelangen! /
13426#Hiob,23,4#4. Darlegen wollte ich vor ihm das Recht / und mir den Mund mit Streiten füllen. /
13427#Hiob,23,5#5. Ich wüßt die Worte, die er mir erwidert / verstünde, was er zu mir spricht. /
13428#Hiob,23,6#6. Wird rechten durch Bevollmächtigten er mit mir? / Nein! Selbst nur soll er's vor mich bringen! /
13429#Hiob,23,7#7. Dort, gradaus mit ihm rechtend / macht' ich vor meinem Richter mich zum Siege frei. /
13430#Hiob,23,8#8. Sieh, vorwärts geh ich, doch er ist nicht da / nach hinten - ich bemerk ihn nicht; /
13431#Hiob,23,9#9. linkshin -, er ist in seiner Decke, schau ihn nicht; / rechts hüllt er sich, ich kann ihn nicht erblicken. /
13432#Hiob,23,10#10. Kennt er den Weg zu meiner Seite doch / hat mich erprobt, wie Gold ging ich hervor. /
13433#Hiob,23,11#11. An seiner Spur hielt fest mein Fuß / ich wahrte seinen Weg und bog nicht ab. /
13434#Hiob,23,12#12. Gebot von seinen Lippen - und ich wich nicht / vor eigner Satzung wahrt ich seines Mundes Worte. /
13435#Hiob,23,13#13. Doch er im Eins - wer könnt ihm wehren? / Sein Sinn begehrt's, da führt er's aus. /
13436#Hiob,23,14#14. Wenn mir mein Maß er vollgemessen / so ist desgleichen vielmal noch bei ihm. /
13437#Hiob,23,15#15. Drum bangt es mir vor seinem Antlitz / ich schau und ängste mich vor ihm. /
13438#Hiob,23,16#16. Ja, Gott hat meinen Mut gebrochen / und der Gewaltge mich mit Schreck erfüllt. /
13439#Hiob,23,17#17. Ich war ja nicht verschlossen vor der Finsternis; / so hat das Dunkel vor mir mich verdeckt.
13440#Hiob,24,1#1. Warum sind dem, der den Gewaltigen nicht (ehrt), (Straf)zeiten vorenthalten / und schauen, die ihn kennen, seine Tage nicht? /
13441#Hiob,24,2#2. Die Grenzen rücken sie / die Herde rauben, treiben sie zur Weide. /
13442#Hiob,24,3#3. Der Waisen Esel holen sie hinweg / als Pfand das Rind der Witwe. /
13443#Hiob,24,4#4. Die Elenden stößt man vom Weg / verstecken müssen sich gesamt die Niederen im Land. /
13444#Hiob,24,5#5. Sieh, Wildesel im Wüstenland! / Da ziehn sie aus zum Werk, nach Beute suchend / die Steppe soll ihm Speise für die Burschen geben. /
13445#Hiob,24,6#6. Im Acker, der nichts trägt, dort mähen sie / Spätlese halten sie - in Frevlers Weinland. /
13446#Hiob,24,7#7. Nackt, ohne Kleidung, nächten sie / und keine Decke gibt es in der Kälte. /
13447#Hiob,24,8#8. Vom Regenguß der Berge werden sie durchnäßt / und ohne Schutz umfangen sie den Fels. /
13448#Hiob,24,9#9. Da reißt man von der Brust die Waise / und auf den Armen greift man als ein Pfand. /
13449#Hiob,24,10#10. Nackt gehen, ohne Kleidung, sie umher / und hungernd tragen sie die Garbe. /
13450#Hiob,24,11#11. Inmitten (kahler) Mauern lagern sie am Mittag / die Kelter treten sie - und dursten. /
13451#Hiob,24,12#12. Es schreien auf im Schreck die Leute / und der Erschlagenen Seele ächzt - / Gott aber setzt drob Vorwurf nicht.
13452#Hiob,24,13#13. Da waren jene, die sich gegens Licht empört / sie kannten seine Wege nicht /
13453#Hiob,24,14#14. und weilten nicht auf seinen Pfaden. / Aufstand da gegen (Tages)licht der Mörder / erschlug den Armen, Elenden / und in der Nacht ward er zum Dieb. /
13454#Hiob,24,15#15. Des Buhlers Blick auch folgt' dem Dunkel / sprach: ,Daß mich nur kein Auge sieht!' / Und eine Larve legt er vors Gesicht. /
13455#Hiob,24,16#16. Im Dunkel brach er Häuser auf. / Sie hatten sich den Tag versiegelt / sie kannten Licht nicht. /
13456#Hiob,24,17#17. Denn ihnen allen war Toddüster Morgen / Toddunkels Schrecken waren ihm vertraut. /
13457#Hiob,24,18#18. Flink war er auf des Wassers Fläche / doch Fluch war ihre Glätte ihnen auf dem Land / so lenkte er zum Weg der Weinberge nicht ein.
13458#Hiob,24,19#19. Die Dürre, ja die Hitze raffen Schneeflut / Scheol, die da gesündigt. /
13459#Hiob,24,20#20. Der Mutterschoß vergißt da sein / es saugt an ihm Gewürm; / sein denkt man nimmermehr / und wie das Holz zerbricht der Frevel. /
13460#Hiob,24,21#21. Freit er, ist's eine Unfruchtbare, die ihm nicht gebärt / sei's eine Witwe, bei der er's nicht gut hat. /
13461#Hiob,24,22#22. Erwirbt er, ist Verfliegendes in seinem Gut / da steht er, kann nicht trauen seinem Leben. /
13462#Hiob,24,23#23. Er läßt ihn sorglos bleiben, festgestützt / sein Auge aber ruht auf ihrem Wandel. /
13463#Hiob,24,24#24. Hebt euch ein wenig - und er ist nicht da / duckt euch ein allerkleinstes - sind sie abgeschlossen / und wie der Ähre Spitze abgedorrt.
13464#Hiob,24,25#25. Und ist's etwa nicht so - wer straft mich Lügen / und macht zunichte meine Rede?»
13465#Hiob,25,1#1. Da hob Bildad aus Shuah an und sprach:
13466#Hiob,25,2#2. «Herrschaft zu leihn und Schrecken ist bei ihm / der ,Frieden' schafft in seinen Höhen. /
13467#Hiob,25,3#3. Gibt's Zahl für seine Scharen? / Und über wem steht nicht sein Drohen? /
13468#Hiob,25,4#4. Und wie wär da gerecht der Mensch bei Gott / wie wär da rein der Weibgeborne? /
13469#Hiob,25,5#5. Sieh, er verwarnt den Mond, der leuchtet nicht / die Sterne sind nicht rein in seinen Augen. /
13470#Hiob,25,6#6. Nun gar der Mann, das Würmchen / das Menschenkind, die Made!»
13471#Hiob,26,1#1. Da hob Ijob an und sprach:
13472#Hiob,26,2#2. «Was hast Ohnmächtgem du geholfen / kraftlosem Arm du beigestanden? /
13473#Hiob,26,3#3. Beraten den, dem Klugheit fehlt / Hilflosem Rat du kundgetan? /
13474#Hiob,26,4#4. Wem hast du Reden vorgetragen / Beseelung wessen kam von dir?
13475#Hiob,26,5#5. Die Refaim erbebten / zutiefst das Wasser, und die es bewohnen. /
13476#Hiob,26,6#6. Nackt lag Scheol vor ihm / und hüllenlos der Abaddon. /
13477#Hiob,26,7#7. Er spannte schwimmend Land aus ob der Leere / und macht' die Erde schweben überm Nichts. /
13478#Hiob,26,8#8. In seine Wolken wickelt' er das Wasser / und das Gewölk zerbarst darunter nicht. /
13479#Hiob,26,9#9. Einfassend des Verdeckten Fläche / darüber breitend sein Gewölk. /
13480#Hiob,26,10#10. Zog einen Rand auf Wassers Fläche / setzt' fest das Endgebiet von Licht mit Finsternis. /
13481#Hiob,26,11#11. Des Himmels Pfeiler bebten / und sie erstarrten da vor seinem Dräun. /
13482#Hiob,26,12#12. In seiner Kraft verschüchtert' er die See / durch klugen Plan zerschmettert' er die Rahab. /
13483#Hiob,26,13#13. Durch seinen Sturmwind ward ein Netz am Himmel / und seine Hand erschlug den ausgestreckten Drachen.
13484#Hiob,26,14#14. Sieh, dies sind Endchen nur von seinen Wegen. / Und wie erschreckend war das Wort, das da gehört ward / und wer konnt' seiner Allmacht Donnern fassen!»
13485#Hiob,27,1#1. Da fuhr Ijob fort, sein Gleichnis vorzutragen, und sprach:
13486#Hiob,27,2#2. «Gott lebt, der mir mein Recht geraubt / und der Gewaltige, der mein Gemüt verbittert! /
13487#Hiob,27,3#3. Ob, allsolang mein Odem in mir / und Gottes Hauch in meinem Angesicht /
13488#Hiob,27,4#4. ob meine Lippen Unrecht redeten / ob meine Zunge Trug bekannt! /
13489#Hiob,27,5#5. Schmach sei's mir, daß ich Recht euch gäb, bis ich vergehe. /
13490#Hiob,27,6#6. Hab meine Unschuld nie von mir gelassen / hielt fest an meiner Rechtlichkeit, nicht ließ ich sie; / nie lästerte mein Herz, solang ich bin. /
13491#Hiob,27,7#7. (Sprach:) ,Mag es wie dem Bösen meinem Feind ergehn / und wie dem Übeltäter dem, der mich bekämpft! /
13492#Hiob,27,8#8. Denn was ist Frevlers Hoffen? Daß Gewinn ihm bleibt? / Daß Gott sein Leben ihm zur Beute gibt? /
13493#Hiob,27,9#9. Wird Gott sein Schreien hören / wenn Drängnis an ihn kommt? /
13494#Hiob,27,10#10. Wird er bei dem Gewaltgen sich verwöhnen / Gott rufen jederzeit?' /
13495#Hiob,27,11#11. Ich lehrte euch, was bei Gott gilt / was beim Gewaltgen gilt, hab ich euch nicht verschwiegen. /
13496#Hiob,27,12#12. ,Ihr habt ja alle es gesehn / und warum schwatzt ihr leeres Zeug? /
13497#Hiob,27,13#13. Das ist des bösen Menschen Teil bei Gott / das Los der Frechen, das sie vom Gewaltigen empfangen: /
13498#Hiob,27,14#14. Sind seine Söhne viel, ist's für das Schwert / und seine Kinder haben Brots nicht satt. /
13499#Hiob,27,15#15. Die Restlinge, im Tode, werden sie begraben / um seine Witwen weint man nimmermehr. /
13500#Hiob,27,16#16. Wenn Silber er wie Erde häuft / Gewänder schichtet gleich dem Lehm: /
13501#Hiob,27,17#17. Er schichtet's, doch der Redliche zieht's an / das Silber teilt der Reine sich. /
13502#Hiob,27,18#18. Er baut sein Haus wie (einst Hyaden-)Motte / und wie die Hütte, die ,der Hüter' sich gemacht. /
13503#Hiob,27,19#19. Reich legt er sich, doch wird nichts eingebracht / man schlägt die Augen auf - es ist nichts da. /
13504#Hiob,27,20#20. Den Fluten gleich ereilen Schrecken ihn / nachts hat der Sturmwind es entführt. /
13505#Hiob,27,21#21. Der Ostwind packt's - da fährt es hin / und stürmt es fort von seiner Stelle. /
13506#Hiob,27,22#22. Er wirft es fort von sich, schont seiner nicht / aus seiner Hand flieht es hinweg. /
13507#Hiob,27,23#23. Ballt er ob ihnen seine Hände - es pfeift fort über ihm von seiner Stätte.'
13508#Hiob,28,1#1. Hat ja das Silber einen Herkunftsort / und eine Statt das Gold, wo man es läutert /
13509#Hiob,28,2#2. wo Eisen aus der Erde wird geholt / Gestein daraus man Erz gießt. /
13510#Hiob,28,3#3. Ein Ende hat dem Dunkel er gesetzt / und alles Letzte forscht er aus / den Stein des Dunkels und der Todesnacht. /
13511#Hiob,28,4#4. Brach ein im Tal, von Wohnern leer / die von dem Schritt vergessen sind / an Menschen arm ziehn sie sich hin. /
13512#Hiob,28,5#5. Ein Land, daraus das Brot entsprießt / wo's drunter ist gewandelt Feuer gleich. /
13513#Hiob,28,6#6. Ein Ort, der zum Gestein Saphir / und Gold zum Boden hat. /
13514#Hiob,28,7#7. Ein Pfad, den Raubvögel nicht kennen / und keines Falken Aug erreicht /
13515#Hiob,28,8#8. der Höhe Söhne nie betreten / nie lief darüber hin der Leu. /
13516#Hiob,28,9#9. Da legt er an den Kieselfels die Hand / und stürzt vom Grund aus um die Berge. /
13517#Hiob,28,10#10. Der Ströme Schätze sprengt er los / und alle Kostbarkeit ersah sein Blick /
13518#Hiob,28,11#11. vom Quellort, der die Flüsse bindet / und Heimlichstes bringt er ans Licht.
13519#Hiob,28,12#12. Die Weisheit aber, wo wird sie gefunden / und wo ist der Erkenntnis Stätte? /
13520#Hiob,28,13#13. Es kennt der Mensch nichts, das ihr gleich / man findet sie nicht im Land der Lebenden. /
13521#Hiob,28,14#14. Die Tiefe spricht: ,Nicht in mir ist's' / das Meer sagt: ,Auch nicht bei mir.' /
13522#Hiob,28,15#15. Kein Feingold kann man für sie geben / mit Silber wägt man ihren Preis nicht dar. /
13523#Hiob,28,16#16. Mit Ofirs Gold vermischt man sie nicht / mit Schohamsteinen, köstlich, und Saphir. /
13524#Hiob,28,17#17. Kein Gold kommt gleich ihr und kein Glas / man tauscht sie nicht für güldenes Gerät. /
13525#Hiob,28,18#18. Korallen und Kristall, man denkt nicht dran / denn der Erwerb von Weisheit kommt vor Schmuck. /
13526#Hiob,28,19#19. Ihr steht nicht gleich Topas aus Kusch / mit reinstem Gold mischt sie sich nicht.
13527#Hiob,28,20#20. Die Weisheit aber, woher kommt sie / und wo ist der Erkenntnis Stätte? /
13528#Hiob,28,21#21. Entrückt dem Blick von allem Lebenden / verhüllt dem Vogelvolk der Höhe. /
13529#Hiob,28,22#22. Abaddon, Tod, sie sprachen: / ,Mit unsern Ohren hörten wir von ihr: /
13530#Hiob,28,23#23. Gott hat den Weg zu ihr erkundet / und er kennt ihre Stätte wohl /
13531#Hiob,28,24#24. denn er schaut zu der Erde Enden / und unterm ganzen Himmel blickt er aus /
13532#Hiob,28,25#25. dem Winde sein Gewicht zu setzen / das Wasser maß er mit dem Scheffel aus. /
13533#Hiob,28,26#26. Da er dem Regen sein Gesetz bestimmte / und eine Bahn dem Donnerstrahl /
13534#Hiob,28,27#27. da sah er sie und zählt sie vor / erstellte, ja ergründet' sie. /
13535#Hiob,28,28#28. Zum Menschen aber sprach er: / ,Sieh, Furcht des Herrn ist Weisheit / das Böse meiden ist Erkenntnis!'»
13536#Hiob,29,1#1. Da fuhr Ijob fort, sein Gleichnis vorzutragen und sprach:
13537#Hiob,29,2#2. «Wer mächte mich wie in den Monden einst / wie in den Tagen, da mich Gott beschützte. /
13538#Hiob,29,3#3. Da über meinem Haupt sein Licht erstrahlte / bei seinem Schein schritt ich durch Dunkel. /
13539#Hiob,29,4#4. Wie ich gewesen in der frühen Zeit / da mir noch Gottes Traulichkeit umschwebt das Zelt /
13540#Hiob,29,5#5. da der Gewaltige noch bei mir war / und um mich meine Burschen. /
13541#Hiob,29,6#6. Da meine Schritte badeten in Rahm / der Fels bei mir sich goß in Bächen Öls. /
13542#Hiob,29,7#7. Da ich zum Tor hinauskam an der Stadt / und auf dem Freiplatz aufschlug meinen Sitz. /
13543#Hiob,29,8#8. Da sahn die Knaben mich und bargen sich / die Greise hoben sich und blieben stehn. /
13544#Hiob,29,9#9. Amtsobre hielten ein mit Reden / und legten vor den Mund die Hand. /
13545#Hiob,29,10#10. Der Fürsten Stimme barg sich / und ihre Zunge klebt am Gaumen fest. /
13546#Hiob,29,11#11. Ja, hörts ein Ohr, es pries mich glücklich / und sahs ein Aug, gabs Zeugenschaft von mir /
13547#Hiob,29,12#12. daß ich des Armen Retter, da er schrie / der Waise, die sonst keinen Helfer fand. /
13548#Hiob,29,13#13. Der Segen des Verlornen kam auf mich / und jubeln machte ich der Witwe Herz. /
13549#Hiob,29,14#14. Gerechtigkeit legt an ich, und sie war mir Kleid / wie Mantelrock und Kopfbund mir mein Recht. /
13550#Hiob,29,15#15. Dem Blinden war ich Augenlicht / der Füße Paar dem Lahmen. /
13551#Hiob,29,16#16. Ich war den Armen Vater / mir Unbekannter Sache forscht ich aus; /
13552#Hiob,29,17#17. zerschmetterte des Frevlers Hauer / und aus den Zähnen riß ich ihm den Raub. /
13553#Hiob,29,18#18. Ich dacht: ,Ich werd mit meinem Stamm erst sterben / und wie der Sand soviel hab ich der Tage. /
13554#Hiob,29,19#19. Die Wurzel mir dem Wasser aufgetan / den Tau verweilend mir im Laub. /
13555#Hiob,29,20#20. Die Würde stets erneut bei mir / im Arm der Bogen tauschet frische Kraft.' /
13556#Hiob,29,21#21. Sie hörten zu mir, und sie harrten / und lauschten still auf meinen Rat. /
13557#Hiob,29,22#22. Nach meiner Rede sprachen sie nicht wieder / es träufelt auf sie hin mein Wort. /
13558#Hiob,29,23#23. Sie harrten auf mich wie auf Regen / dem späten Guß entgegen sperrn sie auf den Mund. /
13559#Hiob,29,24#24. Lach zu ich ihnen, weichen sie nicht rechts (noch links) / aufleuchtet meine Miene, lassen sie's nicht fallen; /
13560#Hiob,29,25#25. den Weg bestimmt ich ihnen, throne obenan / ich lagre wie ein König mit der Schar - / wie Trost wer spendet Trauernden.
13561#Hiob,30,1#1. Nun aber lachen meiner die / die jünger sind als ich an Tagen / ja, deren Väter ich verworfen / sie meiner Schafe Hunden zu gesellen. /
13562#Hiob,30,2#2. Auch ihrer Hände Kraft, was soll sie mir? / Bei ihnen geht der Feldertrag verloren /
13563#Hiob,30,3#3. in Mangel und in Hunger, unfruchtbar. / Die flüchten fort ins Durstland / ins Düster hin zu Graun und Grausen. /
13564#Hiob,30,4#4. Die Salzkraut pflücken, Staudenblätter / der Ginstersträucher Wurzel, sich zu wärmen. /
13565#Hiob,30,5#5. Vom Heim sind sie verstoßen / wie einem Dieb, so schreit man ihnen nach; /
13566#Hiob,30,6#6. um in der Täler Kluft zu hausen / in Löchern im Gestein und Erdreich. /
13567#Hiob,30,7#7. Bei Eseljungen, die da röhren / im Steppengras, das wild dort sproßt. /
13568#Hiob,30,8#8. Des Niederträchtgen, Namenlosen Söhne / die aus dem Land gestrichen wurden. /
13569#Hiob,30,9#9. Und nun bin ich ihr Lied geworden / und ihnen ward ich zum Gespräch. /
13570#Hiob,30,10#10. Sie ekeln sich, sie rücken ab von mir / und halten vor mir nicht zurück den Speichel. /
13571#Hiob,30,11#11. Denn meinen Halfter löst man, beugt mich nieder / das Zaumzeug reißen sie vor mir herab. /
13572#Hiob,30,12#12. Zur Rechten stehn sie auf zu flüchten / entfesseln Füße, die von mir (gebunden) / ja, bahnen ihre Unheilspfade gegen mich. /
13573#Hiob,30,13#13. Sie lenken ein in meine Bahn und wirken mir zum Unglück / die selber ohne Helfer. /
13574#Hiob,30,14#14. Wie weiter (Wasser)einbruch kommen sie heran / zuunterst wälzen sie sich her - ein Graun /
13575#Hiob,30,15#15. und über mich kehrt Schrecknis sich. / Du jagst dem Wind gleich meinen Adel / und wie die Wolke zieht dahin mein Heil. /
13576#Hiob,30,16#16. Und nun ergießt ob mir sich meine Seele / sie haben mich gepackt an meines Elends Tagen.
13577#Hiob,30,17#17. Nachts hat er meinen Leib mir abgelöst / doch meine Herzensadern schlafen nicht. /
13578#Hiob,30,18#18. Als ein Bevollmächtigter hüllts sich in mein Gewand / als meines Mundes (Sprecher) gürtets sich mit meinem Rock /
13579#Hiob,30,19#19. und lehrt mich: ,(Gleichst) dem Lehm!' / So bin dem Staub ich und der Asche gleich.
13580#Hiob,30,20#20. Ich schrei zu dir, du gibst mir keine Antwort / ich stehe da; hast du mich denn bemerkt? /
13581#Hiob,30,21#21. Du wandelst dich, erbarmungslos für mich / befehdest mich mit deines Armes Wucht. /
13582#Hiob,30,22#22. Hebst hoch windauf mich, läßt mich fahren / machst mich, Allwissender, zerfließen. /
13583#Hiob,30,23#23. Weiß ja, zum Tod führst du mich heim / zum Haus, wo alles Lebende sich trifft. /
13584#Hiob,30,24#24. ,Reck er nur an die Trümmerstätte nicht die Hand' / wenn so darob wer Klage rief in seinem Unglück /
13585#Hiob,30,25#25. - ob ich da nicht ob dem Geschickbeschwerten mitgeweint / und meine Seele um den Armen nicht geseufzt! /
13586#Hiob,30,26#26. Ja, Glück erhofft ich, doch das Böse kam / ich harrt des Lichts, und Düster ward. /
13587#Hiob,30,27#27. Mein Innres siedet, wird nicht still. / An meines Elends Tagen sind sie mir zuvorgekommen. /
13588#Hiob,30,28#28. Tiefdüster schreit ich, ohne Sonnenlicht / steh vor dem Volk ich, muß ich klagen. /
13589#Hiob,30,29#29. Ein Bruder ward ich den Schakalen / und ein Genoß den Wüstenvögeln. /
13590#Hiob,30,30#30. Die Haut ward schwarz an mir / versengt ist mein Gebein von Glut. /
13591#Hiob,30,31#31. So ward zum Trauersang die Zither mir / und die Schalmei zu Jammertönen.
13592#Hiob,31,1#1. Mit meinen Augen schloß ich einen Pakt / wie sollt ich nur auf eine Jungfrau blicken!
13593#Hiob,31,2#2. Welch Anteil (dachte ich) gäb es von Gott hochoben / welch Erbe vom Gewaltgen in den Höhen? /
13594#Hiob,31,3#3. Verderben doch dem Bösewicht / und Elend für die Übeltäter! /
13595#Hiob,31,4#4. Sieht er ja meine Wege / zählt alle meine Schritte: /
13596#Hiob,31,5#5. Ob ich mit Trug je umging / zur Täuschung je mein Fuß geeilt. /
13597#Hiob,31,6#6. Wägt auf gerechter Wage mich; / so kennt Gott meine Redlichkeit. /
13598#Hiob,31,7#7. Wenn je mein Schritt vom Wege wich / mein Herz den Augen nachging / an meinen Händen je was haften blieb;
13599#Hiob,31,8#8. dann mag ich säen, und wer andrer zehrt / und meine Sprossen reiß man mit der Wurzel aus! /
13600#Hiob,31,9#9. Wenn um ein Weib sich mir mein Sinn betörte / am Tor des Nächsten je ich lauernd stand /
13601#Hiob,31,10#10. dann mag mein Weib dem andern mahlen / sich andre beugen über sie. /
13602#Hiob,31,11#11. Denn Treubruch wäre das / dies Sünde, bundverletzend /
13603#Hiob,31,12#12. denn Feuer ists, bis zu Abaddon frißts / in aller meiner Ernte zehrts die Wurzel fort. /
13604#Hiob,31,13#13. Hatt ich mißachtet meines Knechtes Recht / und meiner Magd in ihrem Streit mit mir /
13605#Hiob,31,14#14. was wollt ich tun, wenn Gott erscheint / was, fordert Rechenschaft er, ihm erwidern? /
13606#Hiob,31,15#15. - Hat doch, wer mich im Schoß schuf, ihn erschaffen / der Eine ihn im Mutterleib gebildet -. /
13607#Hiob,31,16#16. Wenn ich der Armen Wunsch versagt / der Witwe Augen schmachten ließ /
13608#Hiob,31,17#17. wenn ich mein Brot allein verzehrte / und nicht davon die Waise aß -
13609#Hiob,31,18#18. nein, wie von meinen Burschen wuchs sie mir, wie einem Vater / wie meines Mutterschoßes Kind war ich ihr Führer. /
13610#Hiob,31,19#19. Wenn ohne Kleid ich sah den Irrenden / und unbedeckt den Elenden /
13611#Hiob,31,20#20. wenn seine Lenden mich nicht segneten / da er sich wärmt' von meiner Lämmer Schur; /
13612#Hiob,31,21#21. wenn gegen eine Waise ich die Hand hob / weil ich im Tor mir Beistand sah /
13613#Hiob,31,22#22. dann müßt aus dem Gelenk mir meine Schulter fallen / der Arm mir brechen, los vom Balkenstab. /
13614#Hiob,31,23#23. Denn Gottes Drohen müßte mich erschrecken / vor seiner Furcht könnt ich nicht siegen. /
13615#Hiob,31,24#24. Wenn ich das Gold zu meinem Hort gemacht / zum Edelerz gesprochen: ,Meine Zuversicht' /
13616#Hiob,31,25#25. freut ich mich dran, daß mein Vermögen groß / daß meine Hand so viel errafft. /
13617#Hiob,31,26#26. Hätt ich das (Himmels)licht, das strahlte, angesehn / den Mond auch, wie in Pracht er zieht /
13618#Hiob,31,27#27. daß mir das Herz verstohlen sich betörte / und meine Hand im Kuß zum Mund sich hob /
13619#Hiob,31,28#28. - auch das wär Sünde, bundverletzend / da ich den Gott hoch oben hätt geleugnet -. /
13620#Hiob,31,29#29. Freut ich mich über meines Hassers Fall / und jauchzte, da ihn Unglück traf /
13621#Hiob,31,30#30. - hab ich ja meinen Gaumen nie versündigt / um jenes Tod im Fluche zu verlangen - /
13622#Hiob,31,31#31. wars nicht, daß mir im Zelt die Leute sprachen: / ,Ach, könnten wir von seinem Fleische nie ersatten' /
13623#Hiob,31,32#32. doch durft der Gast nie draußen übernachten / die Tore tat ich auf dem Wanderer. /
13624#Hiob,31,33#33. Wenn, Adam gleich, die Schuld ich decken wollte / im Busen drin vergrabend meine Sünde /
13625#Hiob,31,34#34. weil ich die Menge scheut, die große Stadt / und das Gespött der Sippen mich erschreckte / daß still ich blieb, nicht an die Türe ging . . .
13626#Hiob,31,35#35. Wer gäb es mir, daß er mich hörte / daß der Gewaltge meiner Schrift erwiderte / mir einen Brief mein Gegner schriebe!
13627#Hiob,31,36#36. Trug (meine Unschuld) ich nicht auf der Schulter / flocht sie als Kranz mir nicht ums Haupt? /
13628#Hiob,31,37#37. Ich meldete ihm meiner Schritte Zahl / wie einem Fürsten bracht ich sie vor ihn.
13629#Hiob,31,38#38. Wenn meinethalb mein Acker schrie / mitsammen seine Furchen weinten /
13630#Hiob,31,39#39. wenn seine Kraft ich ohn Entgelt genoß / und seines Eigners Seele seufzen ließ /
13631#Hiob,31,40#40. dann sollten statt des Weizens Dornen aufgehn / und statt der Gerste Stinkkraut!» Zuende sind die Worte Ijobs.
13632#Hiob,32,1#1. Nun ließen diese drei Männer ab, Ijob zu entgegnen, da er gerecht war in seinen Augen.
13633#Hiob,32,2#2. Da flammte das Angesicht Elihus auf, des Sohnes Barach'els, des Busäers aus dem Geschlecht Ram. Gegen Ijob flammte sein Antlitz, weil er sich Gott gegenüber gerecht hieß.
13634#Hiob,32,3#3. Und gegen seine drei Freunde flammte sein Angesicht darob, daß sie keine Antwort fanden und Ijob doch verdammten.
13635#Hiob,32,4#4. Und Elihu hatte Ijob bei der Rede abgewartet, weil jene betagter waren als er.
13636#Hiob,32,5#5. Nun sah aber Elihu, daß keine Antwort war im Mund der drei Männer, da flammte sein Angesicht.
13637#Hiob,32,6#6. Da hob Elihu, der Sohn Barach'els, der Busäer, an und sprach: «Jung bin an Jahren ich / und Greise ihr / drum scheut ich ängstlich mich / mein Wissen auch mit euch zu künden. /
13638#Hiob,32,7#7. Ich dachte: ,Laß die Tage reden / der Jahre Fülle Weisheit künden.' /
13639#Hiob,32,8#8. Doch ists der Geist allein im Menschen / und des Gewaltgen Hauch, der sie verständig macht. /
13640#Hiob,32,9#9. Nicht Große sinds, die Weisheit zeigen / die Greise die, die Recht verstehn. /
13641#Hiob,32,10#10. Drum sagte ich: ,Nun höre mich / auch ich will künden, was ich weiß.' /
13642#Hiob,32,11#11. Seht, eure Reden hab ich abgewartet / zu eurer Einsicht hingelauscht / daß ihr die Worte ausforscht. /
13643#Hiob,32,12#12. Und weil ich achtete auf euch / war keiner, sieh, der Ijob rügt / von euch, der seine Reden widerlegt. /
13644#Hiob,32,13#13. Sagt nur nicht: ,Weisheit fanden wir / Gott soll ihn rügen, nicht ein Mensch!' /
13645#Hiob,32,14#14. Doch hat an mich er Reden nicht gerichtet; / hätt ihm mit euren Worten nicht erwidert! /
13646#Hiob,32,15#15. Verschreckt, sie antworten nicht mehr / die Worte haben sie von sich gerückt. /
13647#Hiob,32,16#16. Und ich, ich wartete, da sie nicht redeten / stillhielten, nimmer Antwort gaben. /
13648#Hiob,32,17#17. So will auch ich mein Teil entgegnen / auch ich verkünden, was ich weiß. /
13649#Hiob,32,18#18. Denn angefüllt bin ich mit Worten / die Luft im Leibe drängt aus mir. /
13650#Hiob,32,19#19. Sieh an, mein Innres ist wie Wein, nicht aufgetan / wie frische Blasebälge, draus es vorbricht. /
13651#Hiob,32,20#20. Laßt reden mich, daß Luft mir wird / die Lippen will ich auftun und entgegnen. /
13652#Hiob,32,21#21. Ich will mitnichten jemand vorziehn / und werde keinem Menschen schmeicheln /
13653#Hiob,32,22#22. denn, weiß nicht, würd ich schmeicheln / ein Kleines, trüg mein Schöpfer mich hinweg.
13654#Hiob,33,1#1. Nun aber höre, Ijob, meine Rede / und merk auf alle meine Worte! /
13655#Hiob,33,2#2. Sieh, meinen Mund hab ich nun aufgetan / die Zunge spricht am Gaumen mir. /
13656#Hiob,33,3#3. Mein grader Sinn zeigt sich in meinen Worten / und Wissen sprechen rein die Lippen mir. /
13657#Hiob,33,4#4. Ein Gotteshauch ists, der mich schuf / und des Gewaltgen Odem gab mir Leben. /
13658#Hiob,33,5#5. Kannst du's, erwidre mir / mach dich bereit vor mir, tritt an! /
13659#Hiob,33,6#6. Sieh, Gottes bin ich so wie du / vom Lehm ward ich auch abgekniffen. /
13660#Hiob,33,7#7. Sieh, Furcht vor mir kann dich nicht schrecken / mein Druck auf dir nicht wuchten.
13661#Hiob,33,8#8. Nun sagtest du vor meinen Ohren / der Worte Klang hab ich gehört: /
13662#Hiob,33,9#9. ,Rein bin ich, ohne Missetat / bin lauter, Schuld gibts nicht bei mir. /
13663#Hiob,33,10#10. Sieh, Streitigkeiten sucht er gegen mich / erachtet mich für seinen Feind /
13664#Hiob,33,11#11. legt meine Füße in den Block / belauert alle meine Wege.' /
13665#Hiob,33,12#12. Sieh, Unrecht hast du da, erwidr' ich dir / denn, weil Gott mächtiger als Mensch /
13666#Hiob,33,13#13. warum denn hast du ihm da vorgeworfen / daß dieser allen Worten jenes nicht entgegnen kann? /
13667#Hiob,33,14#14. Doch redet einmal Gott / und andermal, so schaut man nichts; /
13668#Hiob,33,15#15. im Traume, im Gesicht der Nacht / da Starrschlaf sich auf Menschen senkt / im Schlummer auf der Lagerstatt /
13669#Hiob,33,16#16. da er der Menschen Ohr enthüllt / verriegelt (ihre Augen) er mit ihrer Fessel /
13670#Hiob,33,17#17. den Menschen fernzuhalten, das Geschöpf / und deckt Gestalt vom Manne. /
13671#Hiob,33,18#18. So hält er von der Gruft fern seine Seele / sein Leben vor der Todesfahrt. /
13672#Hiob,33,19#19. Gemahnt wird er durch Schmerz auf seinem Lager / unsagbar ist da seiner Knochen Streiten; /
13673#Hiob,33,20#20. daß sein Gemüt ihm ekelt vor dem Brot / und seiner Seele vor der Lieblingsspeise. /
13674#Hiob,33,21#21. So schwindet Schmutz aus seinem Leib / es heilen seine Knochen, nicht verunreint. /
13675#Hiob,33,22#22. Und kommet seine Seele nach dem Grabe / das Leben ihm zu Todesbringern - /
13676#Hiob,33,23#23. wenn er da einen Gottesboten bei sich hat als Mittler / von tausend einen nur / dem Menschen anzusagen, was (Gott) recht /
13677#Hiob,33,24#24. so schenkt er Gnade ihm und spricht: / ,Laß diesen frei vom Abstieg in die Gruft / hab Lösung gefunden.' /
13678#Hiob,33,25#25. Sein Leib wird jugendfrisch / zu seinen Jünglingstagen kehrt er wieder. /
13679#Hiob,33,26#26. Er fleht zu Gott, der ist ihm hold / er läßt sein Antlitz Jubel schaun / er gibt dem Menschen seine Tugend wieder /
13680#Hiob,33,27#27. das Redlichsein den Männern; und man spricht: / ,Gesündigt hatte ich, das grade Recht gekrümmt / hatt keinen Wert': /
13681#Hiob,33,28#28. So löst er seine Seele von der Todesfahrt / sein Leben weidet sich am Licht. /
13682#Hiob,33,29#29. Sieh, alles dieses, das tut Gott / zweimal und dreimal mit dem Mann /
13683#Hiob,33,30#30. um seine Seele vor der Gruft zu wenden / daß sie sich sonnt im Lebenslicht. /
13684#Hiob,33,31#31. Merk, Ijob, auf und hör mir zu / schweig still, und ich will reden. /
13685#Hiob,33,32#32. Hast Worte du, entgegne mir / sprich nur, gern wollt ich Recht dir geben! /
13686#Hiob,33,33#33. Wo nicht, so höre du mir zu / schweig still, ich will dich Weisheit lehren.»
13687#Hiob,34,1#1. Da hob Elihu an und sprach:
13688#Hiob,34,2#2. «O höret, Weise, meine Worte / ihr Kundigen, leiht mir Gehör! /
13689#Hiob,34,3#3. Soll ja das Ohr die Worte prüfen / dem Gaumen gleich, der Speise kostet. /
13690#Hiob,34,4#4. Laßt wählend uns das Recht bestimmen / erkennen unter uns, was gut. /
13691#Hiob,34,5#5. Denn Ijob sagt: ,Bin schuldlos / und Gott hat mir mein Recht entzogen. /
13692#Hiob,34,6#6. Trotz meines Rechts straf ich (mich) Lügen / bös schmerzt der Pfeil mich, ohne Missetat.' /
13693#Hiob,34,7#7. Wo wär ein Mann, wie Ijob / der Lästerung wie Wasser trinkt /
13694#Hiob,34,8#8. auszieht auf Kumpanei mit Übeltätern / und auf die Wanderschaft mit Frevelbrüdern? /
13695#Hiob,34,9#9. Sagt er ja: ,Keinen Nutzen hat der Mann / da willig er zu Gott steht.' /
13696#Hiob,34,10#10. Drum, kluge Männer, hört mir zu: / Schmach wärs für Gott zu freveln / für den Gewaltgen Unrecht tun. /
13697#Hiob,34,11#11. Ja, nach des Menschen Werk vergilt er ihm / und nach des Mannes Wandel läßt ers ihm ergehn. /
13698#Hiob,34,12#12. Ja, wahrlich, Gott verdammet nicht / und der Gewaltge beugt das Recht nicht. /
13699#Hiob,34,13#13. Wer hat die Erde ihm vertraut / und wer das Festland ganz (vor ihn) gesetzt? /
13700#Hiob,34,14#14. Wenn jemands Herz er heimführt / und seinen Hauch und Odem an sich nimmt /
13701#Hiob,34,15#15. muß alles Fleisch gesamt vergehn / zum Erdenstaub der Mensch zurück. /
13702#Hiob,34,16#16. Wenns so, merk auf und höre dies / und lausche meiner Worte Klang! /
13703#Hiob,34,17#17. Wird, wer das Recht haßt, auch verbinden? / Und nennst du Bösewicht den Allgerechten? /
13704#Hiob,34,18#18. Spricht man zum König: ,Nichtsnutz' / zum Fürsten: ,Bösewicht'? /
13705#Hiob,34,19#19. Der Amtsherrn nicht beachtet / nicht Edlen unterscheidet vor Geringem / denn alle sind sie seiner Hände Werk! /
13706#Hiob,34,20#20. Ein Nu, da sind sie tot / erbebt zur Mitternacht, vergeht ein Volk / man tut sie fort im Fluge, ohne Hand. /
13707#Hiob,34,21#21. Denn seine Augen ruhn auf Mannes Wegen / und alle seine Schritte sieht er. /
13708#Hiob,34,22#22. Kein Dunkel gibts und keine Todesnacht / daß dort die Übeltäter sich verbergen. /
13709#Hiob,34,23#23. Denn nimmer braucht dem Mann er aufzulegen / daß zum Gericht zu Gott er gehe. /
13710#Hiob,34,24#24. Zerschmettert er Gewaltge, ohne auszuforschen / und stellt er andre hin an ihren Platz /
13711#Hiob,34,25#25. ists, weil er ihre Taten kennt! / So wie die Nacht er wendet, werden sie zerschlagen. /
13712#Hiob,34,26#26. Anstatt der Frevler füllt er jene ein / anstelle der Beschmutzten; /
13713#Hiob,34,27#27. weil diese von ihm abgefallen / auf alle seine Wege nicht geachtet hatten /
13714#Hiob,34,28#28. vor sich zu bringen des Geringen Schrei / daß er der Armen Klage höre. /
13715#Hiob,34,29#29. Gewährt er Ruhe, wer möcht da verdammen? / - Weil er das Antlitz birgt, wer könnt ihn schaun? - / Und über Volk und Mensch mitsammen /
13716#Hiob,34,30#30. daß nicht der böse Mensch zum Herrscher werde / dem Volk zum Fallstrick. /
13717#Hiob,34,31#31. Denn Gott, der sprach: ,Ich hab verziehn' / tu ich nicht Unrecht. /
13718#Hiob,34,32#32. Wo ich nicht seh, da lehr du mich: / Tat Übel ich, will ichs nie wieder tun. /
13719#Hiob,34,33#33. Zahlt ers aus dem, was dein, daß du dich sträubst? / Nun, du magst wählen und nicht ich. / Doch was weißt du zu sagen? /
13720#Hiob,34,34#34. Einsichtge Leute sagen mir / der weise Mann, der auf mich hört: /
13721#Hiob,34,35#35. ,Nein, Ijob redet nicht mit Sinn / und seine Worte sind nicht mit Bedacht.' /
13722#Hiob,34,36#36. O würde Ijob doch vergehn, zum Ende / der Widerrede wegen mit des Frevels Leuten. /
13723#Hiob,34,37#37. Denn zu der Sünde fügt er Frevel noch / macht voll ihn unter uns / häuft seine Worte gegen Gott.»
13724#Hiob,35,1#1. Da hob Elihu an und sprach:
13725#Hiob,35,2#2. «Hältst solches du für richtig / und sprichst: ,Mein Recht vor Gottes!' /
13726#Hiob,35,3#3. Daß du da sagst: ,Was frommt es dir / was nützt' ich, wenn ich mich entsühnte?' /
13727#Hiob,35,4#4. Ich will dir Worte drauf erwidern / und deinen Freunden gleich mit dir. /
13728#Hiob,35,5#5. Blick himmelwärts und sieh / schau zu den Wolken, ragend über dir! /
13729#Hiob,35,6#6. Wenn du da sündigst, was tust ihm du an / sind deine Frevel viel, was tust du ihm? /
13730#Hiob,35,7#7. Wenn du gerecht, was schenkst du ihm / und was empfängt er da aus deiner Hand? /
13731#Hiob,35,8#8. Den Mann wie du, ihn trifft dein Frevel / das Menschenkind dein Rechttun. /
13732#Hiob,35,9#9. Da schrein vor Angst Bedrückte / und jammern vor dem Arm die Hilflosen. /
13733#Hiob,35,10#10. Sagt keiner: ,Wo ist Gott, mein Schöpfer / der (neue) Kraft gewährt des Nachts? /
13734#Hiob,35,11#11. Der uns belehret durch der Erde Tiere / uns durch der Höhe Vögel Klugheit gibt?' /
13735#Hiob,35,12#12. Da schrein sie, und er hört sie nicht / des Übermuts der Bösen wegen? /
13736#Hiob,35,13#13. Nein, falsch ist's, daß es Gott nicht hört / und der Gewaltige; nur sieht man's nicht. /
13737#Hiob,35,14#14. Auch wenn du denkst, du sähst ihn nicht / Recht steht vor ihm, und harre sein. /
13738#Hiob,35,15#15. Und nun, da nichts ist, dacht er seines Zorns / und sollt nichts ahnen, da sich's zahlreich häuft? /
13739#Hiob,35,16#16. Doch Ijob öffnet eitel seinen Mund / und sinnlos mehrt er seine Reden.»
13740#Hiob,36,1#1. Dann fuhr Elihu fort und sprach:
13741#Hiob,36,2#2. «Wart mir ein wenig, und ich will dir's zeigen / daß Gott auch sonst noch Worte hat. /
13742#Hiob,36,3#3. Fernhin erheb ich meinen Sinn / und meinem Schöpfer schaff ich Recht. /
13743#Hiob,36,4#4. Denn wahrlich, ,meine' Worte sind nicht falsch / allwissend steht er da vor dir. /
13744#Hiob,36,5#5. Sieh, Gott, der Rechtsgewaltge, achtet nicht gering / rechtskraftgewaltig und verständig. /
13745#Hiob,36,6#6. Den Frevler läßt er nicht am Leben / und der Bedrückten Recht gewährt er. /
13746#Hiob,36,7#7. Vom Frommen zieht er nicht den Blick; / hin neben Könige, zum Thron / da setzt er sie für immer, und sie sind erhöht. /
13747#Hiob,36,8#8. Und sind in Ketten sie gefesselt / gefangen in des Elends Banden /
13748#Hiob,36,9#9. da sagt er ihnen an ihr Tun / und ihre Freveltaten, da sie (ihm) getrotzt. /
13749#Hiob,36,10#10. Er tut ihr Ohr der Mahnung auf / heißt sie, vom Unrecht umzukehren. /
13750#Hiob,36,11#11. Wenn sie drauf hören und so tun / solln sie im Glück die Tage enden / in Wonnen ihre Jahre. /
13751#Hiob,36,12#12. Doch hören sie nicht, fahren sie zum Tod / ersterben müssen sie im Unverstand. /
13752#Hiob,36,13#13. Die frevlen Sinns, sie setzen Trotz / sie flehen nicht, da er sie fesselt. /
13753#Hiob,36,14#14. So stirbt in Jugend ihre Seele / ihr Leben mit den Knaben. /
13754#Hiob,36,15#15. In seiner Not erhört er den Bedrängten / in der Bedrückung deckt er auf ihr Ohr: /
13755#Hiob,36,16#16. ,Auch hat er dich befreit aus Drängers Rachen / der weiten Flut, die unter sich kein Firmament hat. /
13756#Hiob,36,17#17. Doch Frevels Urteil füllt dich aus / Urteil und Recht solln (deine Hände) fassen! /
13757#Hiob,36,18#18. Denn Zorn soll, mit der Faust, dich nicht verleiten / und viele Lösung soll dich nicht verführen. /
13758#Hiob,36,19#19. Wögs deinen Adel auf? Nicht Macht / und aller Kraft Gewalten! /
13759#Hiob,36,20#20. Ersehne nicht die Nacht / daß Völker aufwärts ziehn an ihre Stelle! /
13760#Hiob,36,21#21. Hab acht und wend dich nicht der Lüge zu / denn darum durftest du's, aus Elend, wählen!' /
13761#Hiob,36,22#22. Sieh, Gott, erhaben wirket er in seiner (Rechts)kraft / wer ist wie er ein Lehrer! /
13762#Hiob,36,23#23. Wer hat ihm seinen Weg geboten / und wer gesagt: ,Du tust nicht recht'? /
13763#Hiob,36,24#24. Gedenk, wie groß du's anerkennst, sein Wirken / das Menschen schauen. /
13764#Hiob,36,25#25. Wo alle Leute es ersehn / der Sterbliche fernher erblickt: /
13765#Hiob,36,26#26. Sieh, Gott ist groß, wir fassens nicht / und unergründlich seiner Jahre Zahl. /
13766#Hiob,36,27#27. Da er des Wassers Tropfen seiht / als Regen sie sich klären ihm zur Flut /
13767#Hiob,36,28#28. die fließen aus den rißgen Wolken / auf viele Menschen niederträufeln. /
13768#Hiob,36,29#29. Auch wie er lehrt, wenn er die Wolke überbreitet / in Höhen sie mit seinem Vorhang (hüllt): /
13769#Hiob,36,30#30. Sieh, ob ihr breitet er sein Aburteilen / verdeckt damit des (Himmels)meeres Wurzeln. /
13770#Hiob,36,31#31. Denn Völker richtet er damit / gibt Donnerruf an den, der Rechtsmacht gibt. /
13771#Hiob,36,32#32. Verdeckt die Weiten mit dem Aburteilen / entbietet gegen sie den Strafer /
13772#Hiob,36,33#33. daß seinen Willen er ob ihm verkünde / des Zornes Eifern ob des Unrechts.
13773#Hiob,37,1#1. Auch drob schrickt auf mein Herz / und zittert fort von seinem Platz. /
13774#Hiob,37,2#2. O höret, hört in Bangen seinen Hall / den Laut, der aus dem Mund ihm fährt. /
13775#Hiob,37,3#3. Sein Rechterklären, unter allem Himmel ist es / sein Aburteilen ob der Erde Säumen. /
13776#Hiob,37,4#4. Dahinter dröhnt der Schall ihm nach / er donnert mit der Hoheit Hall / nicht hält er sie zurück, da seinen Ruf man hört. /
13777#Hiob,37,5#5. Mit seiner Stimme donnert Gott, so wunderbar / so Großes wirkt er, und wir wissens nicht. /
13778#Hiob,37,6#6. Wenn er zum Schnee spricht: ,Sei auf Erden' / zum Regenguß, zu Regengüssen seiner Macht. /
13779#Hiob,37,7#7. Auf jedes Menschen Hand setzt er sein Siegel / daß alle Sterblichen, sein Werk, sie kennen. /
13780#Hiob,37,8#8. Da kommt das (Sturm)tier vor, auf seine Lauer / und weilt in seiner Lagerstätte. /
13781#Hiob,37,9#9. Her aus der ,Kammer' kommt der Wirbelwind / und von der (Himmels)presse kühles (Wasser) /
13782#Hiob,37,10#10. von Gottes Hauch treibt er den Sturm / des Wassers Fülle (jagt er) hinters Firmament. /
13783#Hiob,37,11#11. Auch Heilserklärung legt er auf der Wolke / da er sein Aburteilen spreitet aufs Gewölk. /
13784#Hiob,37,12#12. Die aber kehrt sich rings, wie ers geplant / zu ihrem Werk, ganz wie er sie geheißen / zuboden auf des Festlands Fläche. /
13785#Hiob,37,13#13. Obs nun zur Geißel, gilt die seinem Land / und obs zur Liebe, bringt sie es heran.
13786#Hiob,37,14#14. Merk, Ijob, drauf und steh / und acht auf Gottes Wundertaten! /
13787#Hiob,37,15#15. Weißt du, wie Gott es auf sie legt / und wie in seiner Wolke Aburteilen aufscheint? /
13788#Hiob,37,16#16. Begreifst du's, wenn die Wolke löchrig wird / die Wunderwerke des Allwissenden? /
13789#Hiob,37,17#17. Wo warm noch deine Kleider waren / da still das Land vom Mittag ruhte - /
13790#Hiob,37,18#18. daß du mit ihm die rißgen Wolken ausflickst / daß fest sie werden wie des Firmamentes Anblick? /
13791#Hiob,37,19#19. So tu uns kund, was wir zu solchem sagen könnten! / Wir wissen nichts zu formeln gegen (diese) Finsternis. /
13792#Hiob,37,20#20. Wirds ihr erzählt, daß ich hier spreche / wenn ruft ein Mann, daß er vernichtet wird? /
13793#Hiob,37,21#21. Nun aber sehen sie kein Aburteilen / hell wird es in den rißgen Wolken / ein Windhauch zog vorbei und hellt sie auf. /
13794#Hiob,37,22#22. Aus dem Verborgnen kommt es golden / von Gott her, schaurig in der Macht /
13795#Hiob,37,23#23. von dem Gewaltigen, den wir nicht finden können / an Rechtskraft groß und Urteil / an Milde reich, er unterdrückt nicht. /
13796#Hiob,37,24#24. Darum auch fürchten ihn die Menschen / die weisen Sinns, er sieht sie nimmer an.»
13797#Hiob,38,1#1. Da entgegnete der Ewige Ijob aus dem Sturmwind und sprach:
13798#Hiob,38,2#2. «Wer ists, der Rat ins Dunkel wirrt / mit Worten ohne Sinn? /
13799#Hiob,38,3#3. Auf, gürte wie ein Mann die Lenden / ich will dich fragen, gib du mir Bescheid! /
13800#Hiob,38,4#4. Wo warst du, da die Erde ich gegründet? / Sag an, wenn Einsicht du begreifst! /
13801#Hiob,38,5#5. Wer hat die Maße ihr gesetzt - wenn du es weißt! / Wie? Wer an sie die Schnur gespannt? /
13802#Hiob,38,6#6. Worauf sind ihre Sockel eingesenkt / wer hat den Eckstein ihr gesetzt /
13803#Hiob,38,7#7. als jubelten vereint des Morgens Sterne / und alle Gotteswesen jauchzten? /
13804#Hiob,38,8#8. Als er das (Himmels)meer in Schienen abschloß / da drängend aus dem Schoß es vorbrach /
13805#Hiob,38,9#9. als ich Gewölk zum Kleid ihm schuf / das Nebeldüster ihm zur Windel /
13806#Hiob,38,10#10. da ich Geburt gab, (setzt ich) ob ihm meine Grenze / stellt Querhölzer und Schienen ihm /
13807#Hiob,38,11#11. und sprach: / ,Bis hierher kommst du, doch nicht weiter / und hier halt ein in deiner Wogen Schwellen!' /
13808#Hiob,38,12#12. Hast deiner Tage je dem Morgen du geboten / dem Dämmern angewiesen seinen Platz? /
13809#Hiob,38,13#13. Der Erde Enden zu besetzen / so daß die Frevler draus verworfen sind /
13810#Hiob,38,14#14. - da sich wie Siegelton es wandelt / sie stehen da wie im Gewand - /
13811#Hiob,38,15#15. daß Bösewichtern sich ihr Licht entziehe / und der gehobne Arm zerbreche? /
13812#Hiob,38,16#16. Bist du gedrungen zu des Meeres Quellen / schrittst du den Grenzkreis ab des Ozeans? /
13813#Hiob,38,17#17. Hat dir des Todes Pforte sich enthüllt / und schautest du Toddunkels Tore? /
13814#Hiob,38,18#18. Hast du der Erde Weiten dir besehn? / Sag an, wenn du so ganz sie kennst! /
13815#Hiob,38,19#19. Wo ist der Weg dahin, wo Licht wohnt / die Finsternis, wo hat sie ihre Statt /
13816#Hiob,38,20#20. daß du in ihr Bereich sie holst / der Pfade achtest hin zu ihrem Haus? /
13817#Hiob,38,21#21. Du weißt es, bist ureinst geboren / und deiner Tage Zahl ist groß! /
13818#Hiob,38,22#22. Bist zu dem Schatzhaus du des Schnees gedrungen / und hast des Hagels Speicher du geschaut /
13819#Hiob,38,23#23. den ich gespart für Feindeszeit / zum Tag des Kampfs und Schlachtgedrängs? /
13820#Hiob,38,24#24. Welch Weg führt hin, wo West sich teilt / der Ost sich übers Land hin breitet? /
13821#Hiob,38,25#25. Wer spaltete dem Guß den Graben / und einen Weg dem Donnerstrahl /
13822#Hiob,38,26#26. ein Land, das ohne Menschen, zu beregnen / die Wüste, die kein Sterblicher bewohnt /
13823#Hiob,38,27#27. um Graun und Grausen sattzutränken / zum Wachstum lockend Frühlingsgrases Trieb? /
13824#Hiob,38,28#28. Hat wohl der Regen einen Vater? / Wer zeugte auch des Taues Becken? /
13825#Hiob,38,29#29. Aus wessen Schoße kam der Sturmwind / der Reif vom Himmel, wer gab ihm Geburt? /
13826#Hiob,38,30#30. Wie hinter Stein birgt sich das Wasser / und eingefangen ist der Fluten Spiegel. /
13827#Hiob,38,31#31. Schirrst den Plejaden du ihr Zaumzeug an / und lösest des Orion Halfter? /
13828#Hiob,38,32#32. Hast du zur Zeit herausgeführt die ,Wächter' / Hyades mit den Jungen, hast du sie geleitet? /
13829#Hiob,38,33#33. Kennst du des Himmels eingeschriebne Satzung / und setztest seine Schrift du an auf Erden? /
13830#Hiob,38,34#34. Kannst du zur Wolke deinen Ruf erheben / zur Wasserfülle, die dich mag bedecken? /
13831#Hiob,38,35#35. Entsendest Blitze du? Und gehn sie / und sprechen zu dir: ,Wir sind da'?
13832#Hiob,38,36#36. Wer hat den Vögeln Weisheit eingegeben / wer mit Verstand die Fliegenden begabt? /
13833#Hiob,38,37#37. Wer füllt die rißgen Wolken ein in Weisheit / und gießt die Himmelsschläuche wieder voll /
13834#Hiob,38,38#38. nachdem er Erde goß zum Firmament / die feuchten Schollen fest zusammenkleben?
13835#Hiob,38,39#39. Erjagst dem Löwen du den Fraß / und stillst der Bestien Gier /
13836#Hiob,38,40#40. da im Gelager sie sich kauern / im Laubversteck sie sich zur Lauer ducken? /
13837#Hiob,38,41#41. Wer rüstet seinen Fang dem Raben / da seine Jungen schrein zu Gott / und ohne Nahrung irreziehn?
13838#Hiob,39,1#1. Kennst du der Felsengeißen Wurfzeit / hast acht du auf der Hindinnen Gekreiß? /
13839#Hiob,39,2#2. Zählst du die Monde, daß sie sie erfüllen / und weißt die Zeit, da sie gebären solln? /
13840#Hiob,39,3#3. Sie kauern, scheiden ab die Jungen / entsenden ihrer Wehen Last. /
13841#Hiob,39,4#4. Erstarken ihre Jungen, wachsen groß im Freien / schon sind sie fort und kehren nimmer heim. /
13842#Hiob,39,5#5. Wer hat den wilden Esel frei entsandt / und wer des Steppenesels Fesseln losgeknüpft /
13843#Hiob,39,6#6. dem ich die Senke als sein Heim bestellt / als Wohnung ihm das Salzgefild? /
13844#Hiob,39,7#7. Er lacht des Stadtgetümmels / hört nicht des Treibers Lärmen. /
13845#Hiob,39,8#8. Er späht auf Bergen seine Weide aus / und allem Grünen spürt er nach. /
13846#Hiob,39,9#9. Wird willig dir der Wildstier dienen / wird er an deiner Krippe nachten? /
13847#Hiob,39,10#10. Knüpfst du dem wilden Stier sein Seil zur Furche? / Pflügt er auch hinter dir die Täler durch? /
13848#Hiob,39,11#11. Darfst du ihm traun, daß reich wird sein Ertrag / das, dran du dich gemüht, ihm überlassen? /
13849#Hiob,39,12#12. Glaubst du an ihn, daß er die Saat dir heimbringt / dir einträgt deinen Drusch?
13850#Hiob,39,13#13. ,Welch Jubelflügel, köstlich fein / die Schwinge, anmutsvoll, das Federkleid!' /
13851#Hiob,39,14#14. (Dies hörend) läßt am Boden sie die Eier / und auf der Erde läßt sie sie im Stich /
13852#Hiob,39,15#15. vergessend, daß ein Fuß sie mag zerdrücken / das Tier des Feldes sie zerstampfen könnt. /
13853#Hiob,39,16#16. Läßt ihre Jungen der, der sie nicht zustehn / dem Nichts ihr Mühen, unbesorgt /
13854#Hiob,39,17#17. weil den Verstand Gott sie vergessen ließ / der Klugheit ihr kein Teil verlieh. /
13855#Hiob,39,18#18. Denn, wenn hoch oben sie sich aufgeschwungen / hätt Roß und seinen Reiter sie verlachen können.
13856#Hiob,39,19#19. Gabst du dem Rosse Stärke / bekleidetest mit Wucht ihm seinen Nacken?
13857#Hiob,39,20#20. Jagst du den (Geier), bebend wie den Heuschreck / in Furcht, durch Hall und Schnauben? /
13858#Hiob,39,21#21. Da stößt er nieder in das Tal, freut sich in Kraft / zieht aus, dem Waffenkampf entgegen. /
13859#Hiob,39,22#22. Er lacht des Schreckens, zaget nicht / und wendet sich nicht vor dem Schwert. /
13860#Hiob,39,23#23. Da stürmt der Köcher auf ihn los / der Lanzen und des Speeres Klinge - /
13861#Hiob,39,24#24. inmitten Zitterns, Schreckens stürzt er tief zum Grund / und weicht nicht rechts aus, weil das Kriegshorn schallt. /
13862#Hiob,39,25#25. Beim Horngetön, da ruft er: ,Hei!' / Von fernher wittert er die Schlacht / im Donnerruf der Obersten und Kampfgeschrei. /
13863#Hiob,39,26#26. Schwingt sich durch deine Kunst der Habicht hoch / und breitet aus die Fittige dem Südwind? /
13864#Hiob,39,27#27. Steigt auf dein Wort der Geier auf / und baut hoch oben sich sein Nest? /
13865#Hiob,39,28#28. Wohnt im Gefelse, horstet dort / an Steingezack und Bergesnest. /
13866#Hiob,39,29#29. Von dort her späht er Nahrung aus / zur Ferne lugen seine Augen /
13867#Hiob,39,30#30. und seine Jungen schlürfen Blut / und wo's Erschlagne gibt, dort ist er.»
13868#Hiob,40,1#1. Da entgegnete der Ewige Ijob und sprach:
13869#Hiob,40,2#2. «Will mit dem Allgewaltigen der Tadler rechten / will, der die Gottheit rügte, drauf erwidern?»
13870#Hiob,40,3#3. Da entgegnete Ijob dem Ewigen und sprach:
13871#Hiob,40,4#4. «Sieh, gar gering bin ich, was könnt ich dir erwidern! / Die Hand hab ich gelegt vor meinen Mund; /
13872#Hiob,40,5#5. hab einmal wohl gesprochen, heb nicht an / ein zweites Mal, und tu es nimmermehr.»
13873#Hiob,40,6#6. Da entgegnete der Ewige Ijob aus dem Sturmwind und sprach:
13874#Hiob,40,7#7. «Auf, gürte wie ein Mann die Lenden / ich will dich fragen, gib du mir Bescheid! /
13875#Hiob,40,8#8. Willst gar mein Recht du brechen / willst mich verdammen, daß du Sieger bleibst? /
13876#Hiob,40,9#9. Hast etwa du den Arm gleich Gott / vermagst im Hall wie er zu donnern? /
13877#Hiob,40,10#10. So schmück dich doch mit Hoheit, Majestät / und kleide dich in Macht und Furchtbarkeit! /
13878#Hiob,40,11#11. Verstreue deiner Wangen Zornesgluten / sieh jeden Stolzen an und duck ihn nieder! /
13879#Hiob,40,12#12. Sieh jeden Stolzen an und zwing ihn nieder / und auf der Stelle malm die Bösen! /
13880#Hiob,40,13#13. Scharr in den Staub sie ein mitsammen / hüll ein ihr Antlitz in Verborgenheit! /
13881#Hiob,40,14#14. Dann will auch ich dich preisen / daß deine Rechte Sieg dir schafft.
13882#Hiob,40,15#15. ,Sieh nur, da sind die Tiere / die ich mit dir erschaffen / was Gras frißt wie das Rind.'
13883#Hiob,40,16#16. Sieh nur, in seinen Lenden ward ihm Kraft / und seine Stärke in des Leibes Muskeln. /
13884#Hiob,40,17#17. Es steifte seinen Schwanz, der Zeder gleich / der Schenkel Bänder ihm in Flechten. /
13885#Hiob,40,18#18. Die Knochen Röhren gleich aus Erz / und das Gebein wie Eisenbarren. /
13886#Hiob,40,19#19. Er war der Wege Gottes Erstling / der ihn erschuf, daß er das Schwert ihm trüge /
13887#Hiob,40,20#20. denn Tiere des Gebirges brachte man ihm an / und alles Feldgetier, daß sie sich dran erlustgen. /
13888#Hiob,40,21#21. Da lagerte er (lauernd) unter Lotosbüschen / im Rohrversteck und Schilfgesümpf. /
13889#Hiob,40,22#22. Gebüsch verbarg ihn, ihn beschattend / des Baches Weiden waren ihm Verhang; /
13890#Hiob,40,23#23. versagt's der Strom ihm, war er nicht besorgt / vertraute, daß der Fluß ins Maul ihm Beute treibt. /
13891#Hiob,40,24#24. Dann packt' er sie bei ihren Augen / locht' mit den Fängen ihr die Schnauze.
13892#Hiob,40,25#25. Hättst mit der Angel du Liwjatan fangen / sie mit dem Strick in seine Zunge senken können? /
13893#Hiob,40,26#26. Den Haken ihm an seine Schnauze legen / ihm mit dem Dorn die Backe lochen? /
13894#Hiob,40,27#27. Hätt viele Bitten er an dich gerichtet / sanftschmeichelnd er zu dir geredet? /
13895#Hiob,40,28#28. Mit dir Vertrag geschlossen / daß du für immer ihn zum Knecht nimmst? /
13896#Hiob,40,29#29. Du dich mit ihm erlustigt wie mit Vogel(jagd) / ihn dann gebunden du, für deine Mägde? /
13897#Hiob,40,30#30. Solln sich die Speicherleute ob ihm überbieten / man unter Viehhändlern ihn teilen? /
13898#Hiob,40,31#31. Spickst du mit Näglein ihm die Haut / und mit Fischzwiebelchen sein Fleisch? /
13899#Hiob,40,32#32. Leg deine Hand an ihn! / An Kampf darfst du dann nimmer denken.
13900#Hiob,41,1#1. Sieh, sein Erwarten ward getäuscht / warf ihn bei seinem Anblick schon dahin. /
13901#Hiob,41,2#2. War da kein Grimmer, daß er jenen aufgeschreckt / und wer erst stellte sich vor mich? /
13902#Hiob,41,3#3. Wer trat vor mich hin, daß ich zahlte? / Was unter allem Himmel ist, ist mein! /
13903#Hiob,41,4#4. Ich schwieg nicht vor ihm / vor seiner trotzgen Rede und des Flehens, das er vortrug.
13904#Hiob,41,5#5. Wer lüftet' seines Kleides Öffnung / wer drang in seines Zaumzeugs Falte? /
13905#Hiob,41,6#6. Wer öffnet' seines Angesichtes Türen? / Um seine Zähne rings ist Graun. /
13906#Hiob,41,7#7. Ein Stolz der Schilde Rinnen / verschlossen, in der Siegelung geschnürt. /
13907#Hiob,41,8#8. Eins drängt' zum andern sich heran / kein Lüftchen kam da zwischen sie /
13908#Hiob,41,9#9. ein jedes hing am nächsten fest / einander haltend, unzertrennlich. /
13909#Hiob,41,10#10. Die Nüstern sprühten Lichtschein / und seine Blicke warn wie Dämmers Schweben /
13910#Hiob,41,11#11. aus seinem Rachen fuhren Fackeln / und schossen Feuerfunken aus. /
13911#Hiob,41,12#12. Rauch stieg aus seinen Nasenflügeln / dem Kessel gleich, gefacht und dampfend. /
13912#Hiob,41,13#13. Sein Hauch macht' Kohlen flammen / Brand fuhr ihm aus dem Maul. /
13913#Hiob,41,14#14. An seinem Hals weilt' Stärke / und vor ihm tanzte Ängsten. /
13914#Hiob,41,15#15. Wenn welche seinen Leib ihm werfen wollten, klebt' er fest / ihm angegossen, unerschütterlich. /
13915#Hiob,41,16#16. Die Brust geschmiedet, fest wie Stein / gehärtet gleich der Mühle unterm Block. /
13916#Hiob,41,17#17. Vor seinem Schreck erbangten Göttliche / vor der Zerschmettrung schmeichelten sie sich an. /
13917#Hiob,41,18#18. Erreicht' ihn wer, konnt' nicht bestehn das Schwert / der Speer, das Wurfgeschoß, der Panzer. /
13918#Hiob,41,19#19. Gleich Stroh galt ihm das Eisen / wie morsches Holz das Erz. /
13919#Hiob,41,20#20. Nicht macht' ihn fliehn des Bogens Kind / ihm wurden Spreu der Schleuder Steine. /
13920#Hiob,41,21#21. Wie Stoppeln schien die Waffe ihm / und er verlacht' der Lanze Sausen. /
13921#Hiob,41,22#22. Die Eisenzacken - Scherben unter ihm / er lagert', wie die Drescherplatte, auf dem Schlamm. /
13922#Hiob,41,23#23. Wie einen Topf ließ er das Seebett sieden / und macht' das Meer dem Braufaß gleich. /
13923#Hiob,41,24#24. Hell leuchtet' hinter ihm die Spur / man hielt die Flut für Silberhaar. /
13924#Hiob,41,25#25. Auf Erden war nicht seinesgleichen / geschaffen so, sich nicht zu fürchten. /
13925#Hiob,41,26#26. Und sah er alles Stolze an - / ein König war er über alle Höhenkinder.»
13926#Hiob,42,1#1. Da entgegnete Ijob dem Ewigen und sprach:
13927#Hiob,42,2#2. «Ich seh es ein, daß alles du vermagst / kein Planen dir zu kühn ist.
13928#Hiob,42,3#3. ,Wer, unverständig, hält zurück sein Meinen?' Drum sprach auch ich, da ich es nicht begriff / unfaßbar ist es mir, versteh's ja nicht.
13929#Hiob,42,4#4. ,Hör nur und ich soll reden / ich soll dich fragen, und du gib Bescheid!'
13930#Hiob,42,5#5. Wie so das Ohr hört, hab ich dich gehört / nun hat mein Auge dich erschaut! /
13931#Hiob,42,6#6. Darum verwerf ich und bereue . . . / bei Staub und Asche.»
13932#Hiob,42,7#7. Es war nun, nachdem der Ewige diese Worte zu Ijob gesprochen hatte, da sprach der Ewige zu Elifas aus Teman: «Aufgeflammt ist mein Angesicht gegen dich und deine beiden Gefährten, denn ihr habt mir nicht recht geredet wie mein Knecht Ijob.
13933#Hiob,42,8#8. Und nun nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder, geht zu meinem Knecht Ijob und bringt ein Hochopfer für euch dar, und mein Knecht Ijob soll für euch beten; denn nur ihn werde ich berücksichtigen, euch keinen Schimpf anzutun; denn ihr habt mir nicht recht geredet wie mein Knecht Ijob.»
13934#Hiob,42,9#9. Da gingen Elifas aus Teman, Bildad aus Schuah und Zofar aus Naama hin und taten, wie der Ewige zu ihnen geredet hatte, und der Ewige nahm Rücksicht auf Ijob.
13935#Hiob,42,10#10. Und der Ewige stellte Ijobs Glück wieder her, da er für seine Freunde betete, und der Ewige mehrte alles, was Ijob besessen hatte, aufs doppelte.
13936#Hiob,42,11#11. Da kamen alle seine Brüder und Schwestern und alle seine früheren Bekannten zu ihm, aßen mit ihm in seinem Haus, bemitleideten und trösteten ihn ob all des Unglücks, das der Ewige über ihn gebracht hatte; auch gaben sie ihm jeder ein Vollgewogenes und jeder einen goldenen Ring.
13937#Hiob,42,12#12. Und der Ewige segnete Ijobs Ende über seinen Anfang; und er besaß vierzehntausend Stück Kleinvieh, sechstausend Kamele, tausend Rindergespanne und tausend Eselstuten.
13938#Hiob,42,13#13. Auch hatte er sieben Söhne und drei Töchter.
13939#Hiob,42,14#14. Und er nannte die eine Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-ha-Puch.
13940#Hiob,42,15#15. Und so schöne Frauen wie Ijobs Töchter waren im ganzen Land nicht zu finden, und ihr Vater gab ihnen Erbbesitz unter ihren Brüdern.
13941#Hiob,42,16#16. Ijob aber lebte nachher noch hundertvierzig Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter.
13942#Hiob,42,17#17. Dann starb Ijob, alt und lebenssatt.

12706#Esther,1,1#1. UND es war in den Tagen Ahaschweroschs; das ist der Ahaschwerosch, der von Hoddu-1- bis Kusch hundertsiebenundzwanzig Provinzen regierte. -1) Indien.++
12707#Esther,1,2#2. In jenen Tagen, als der König Ahaschwerosch auf dem Thron seines Königtums, in der Burg Schuschan saß,
12708#Esther,1,3#3. im dritten Jahr seiner Regierung, da veranstaltete er ein Mahl für alle seine Obersten und Diener, die Heeresmacht Paras' und Madais, die Edlen und die Obersten der Provinzen, die vor ihn kamen,
12709#Esther,1,4#4. da er den Reichtum seiner königlichen Herrlichkeit und die glänzende Pracht seiner Größe zeigte, viele Tage lang, hundertachtzig Tage.
12710#Esther,1,5#5. Und als diese Tage voll waren, da veranstaltete der König für alles Volk, das sich in der Burg Schuschan fand, von groß bis klein, ein Mahl, sieben Tage lang, im Hof des königlichen Palastgartens.
12711#Esther,1,6#6. Weißzeug und Glanztuch und Blaupurpur, befestigt mit Bändern von Byssus, und Rotpurpur auf silbernen Rundstangen und Marmorsäulen, Ruhebetten von Gold und Silber auf Fußboden von Alabaster, Marmor, Perlstein und Buntstein.
12712#Esther,1,7#7. Und zu trinken reichte man in goldenen Gefäßen, Gefäß von Gefäß verschieden, und königlichen Wein in Fülle, wie es der König konnte.
12713#Esther,1,8#8. Und das Trinken war nach der Verordnung: Ohne Verwehren, denn so hatte der König allen Vorstehern seines Hauses angeordnet, es jedermann nach seinem Willen zu tun.
12714#Esther,1,9#9. Auch die Königin Waschti veranstaltete ein Frauenmahl im königlichen Haus des Königs Ahaschwerosch.
12715#Esther,1,10#10. Am siebenten Tag, als des Königs Herz vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta, Abagta, Setar und Karkas, den sieben Höflingen, die vor dem König Ahaschwerosch bedienten,
12716#Esther,1,11#11. die Königin Waschti vor den König zu bringen, mit der königlichen Krone, um den Völkern und Obersten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war schön von Aussehn.
12717#Esther,1,12#12. Aber die Königin Waschti weigerte sich, auf den Befehl des Königs durch die Höflinge zu kommen. Da zürnte der König heftig, und sein Grimm brannte in ihm.
12718#Esther,1,13#13. Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstehen - denn so kam eine Sache des Königs vor die Kenner von Gesetz und Recht -
12719#Esther,1,14#14. und den ihm Nächsten seiner Umgebung, Karschena, Schetar, Admata, Tarschisch, Meres, Marsena und Memuchan, den sieben Obersten von Paras und Madai, die das Antlitz des Königs sehen durften und zuoberst im Königtum saßen:
12720#Esther,1,15#15. Was nach dem Gesetz zu tun sei mit der Königin Waschti dafür, daß sie das Geheiß des Königs Ahaschwerosch durch die Höflinge nicht ausgeführt?
12721#Esther,1,16#16. Da sagte Memuchan vor dem König und den Obersten: «Nicht gegen den König allein hat die Königin Waschti gefehlt, sondern gegen alle Obersten und alle Völker in allen Provinzen des Königs Ahaschwerosch.
12722#Esther,1,17#17. Denn die Begebenheit mit der Königin wird hinausdringen zu allen Frauen, ihre Männer in ihren Augen verächtlich zu machen, indem sie sagen: ,Der König Ahaschwerosch befahl, die Königin Waschti vor ihn zu bringen, aber sie kam nicht.'
12723#Esther,1,18#18. Schon heute werden das die Frauen der Obersten von Paras und Madai, die von der Begebenheit mit der Königin gehört haben, zu allen Obersten des Königs sagen, und es gibt genug der Schande und des Ärgers!
12724#Esther,1,19#19. Wenn es dem König recht ist, so ergehe ein königlicher Bescheid von ihm und werde eingeschrieben in die Gesetze von Paras und Madai, unübertretbar: Daß Königin Waschti nicht mehr vor den König Ahaschwerosch komme, und ihre Königswürde der König einer andern gebe, die besser ist als sie.
12725#Esther,1,20#20. Wenn dann der Spruch des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Reich, so groß es ist, gehört wird, so werden alle Frauen ihren Männern Ehre erweisen, bei groß und klein.»
12726#Esther,1,21#21. Da war dies recht in den Augen des Königs und der Obersten, und der König tat nach dem Wort Memuchans,
12727#Esther,1,22#22. und er sandte Briefe aus in alle Provinzen des Königs, in jede Provinz nach ihrer Schrift und zu jedem Volk nach seiner Sprache, daß jeder Mann Herr sei in seinem Haus; und (dasselbe) besagend in der Sprache (je) seines Volkes.
12728#Esther,2,1#1. Nach diesen Begebenheiten, als der Grimm des Königs Ahaschwerosch sich gelegt hatte, gedachte er Waschtis und dessen, was sie getan hatte und was über sie beschlossen worden war.
12729#Esther,2,2#2. Da sprachen die Burschen des Königs, die ihn bedienten: «Man suche für den König jungfräuliche Mädchen, schön von Aussehn!
12730#Esther,2,3#3. So bestelle der König Beauftragte in allen Provinzen seines Reiches, die alle jungfräulichen Mädchen von schönem Aussehn nach der Burg Schuschan in das Frauenhaus sammeln sollen, unter Aufsicht Heges, des Höflings des Königs, des Aufsehers der Frauen, und man gebe ihre Salbungen.
12731#Esther,2,4#4. Und das Mädchen, das den Augen des Königs gefällt, soll Königin werden an Waschtis Stelle!» Da war dies recht in den Augen des Königs, und er tat so.
12732#Esther,2,5#5. Ein jehudäischer Mann war in der Burg Schuschan, namens Mordechai, der Sohn Jaïrs, des Sohnes Schim'is, des Sohnes Kischs, ein Binjaminit,
12733#Esther,2,6#6. der aus Jeruschalaim weggeführt worden war mit den Deportierten, die mit Jechonja, dem König von Jehuda, weggeführt wurden, den Nebuchadnezzar, der König von Babel, wegführte.
12734#Esther,2,7#7. Der war Erzieher Hadassas - das ist Ester - seines Oheims Tochter, da sie nicht Vater noch Mutter hatte. Das Mädchen aber war wohlgestaltet und schön von Aussehn, und als ihr Vater und ihre Mutter starben, nahm sie Mordechai sich zur Tochter.
12735#Esther,2,8#8. Und es war, als der Bescheid des Königs und sein Erlaß lautbar wurden und viele Mädchen nach der Burg Schuschan unter Aufsicht Hegais gesammelt wurden, da wurde (auch) Ester ins Haus des Königs geholt, unter Aufsicht Hegais, des Aufsehers der Frauen.
12736#Esther,2,9#9. Und das Mädchen gefiel seinen Augen und erlangte Gunst vor ihm; und er beeilte sich, ihr ihre Salbungen und ihre Rationen zu geben und die als Gabe für sie auserlesenen sieben Mädchen aus dem Haus des Königs, und er zeichnete sie und ihre Mädchen im Frauenhaus zum besten aus.
12737#Esther,2,10#10. Ester hatte ihr Volk und ihre Herkunft nicht mitgeteilt, da Mordechai ihr geboten hatte, es nicht zu sagen.
12738#Esther,2,11#11. Jeden Tag aber ging Mordechai vor dem Hof des Frauenhauses vorbei, um Esters Wohlergehen zu erkunden und was mit ihr geschah.
12739#Esther,2,12#12. Wenn dann die Reihe an jedes einzelne Mädchen kam, zum König Ahaschwerosch zu kommen, nachdem ihr zwölf Monate lang nach der Vorschrift für die Frauen geschehen war - denn so vollendete sich die Zeit ihrer Salbungen: Sechs Monate mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Wohlgerüchen und Frauensalbungen -
12740#Esther,2,13#13. damit kam dann das Mädchen zum König; alles, was sie ansagte, ließ man ihr aus dem Frauenhaus zum Haus des Königs mitkommen.
12741#Esther,2,14#14. Am Abend kam sie, und am Morgen kehrte sie zurück in ein zweites Frauenhaus, unter Aufsicht des Schaaschgas, des Höflings des Königs, des Aufsehers der Kebsen. Sie kam dann nicht mehr zum König, es sei denn, daß der König nach ihr Verlangen hatte und sie namentlich berufen wurde.
12742#Esther,2,15#15. Als nun die Reihe kam an Ester, die Tochter Abihails, des Oheims Mordechais, der sie sich zur Tochter genommen hatte, zum König zu kommen, da verlangte sie nichts außer dem, was Hegai, der Höfling des Königs, der Aufseher der Frauen, gesagt hatte, und Ester gewann Gunst bei allen, die sie sahen.
12743#Esther,2,16#16. Und Ester wurde zum König Ahaschwerosch in sein Königshaus geholt im zehnten Monat, das ist der Monat Tebet, im siebenten Jahr seiner Regierung.
12744#Esther,2,17#17. Und der König liebte Ester vor allen Frauen, und sie erlangte Gunst und Liebe bei ihm vor allen Mädchen; und er setzte eine Königskrone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Waschtis Stelle.
12745#Esther,2,18#18. Dann bereitete der König ein großes Mahl für alle seine Obersten und Diener, das Mahl Esters, und ordnete einen Steuererlaß an für die Provinzen und gab Geschenke, wie es der König konnte.
12746#Esther,2,19#19. Und als zum zweitenmal Mädchen zusammengebracht wurden, während Mordechai im Tor des Königs saß,
12747#Esther,2,20#20. teilte Ester ihre Herkunft und ihr Volk nicht mit, wie ihr Mordechai geboten hatte. Und Mordechais Geheiß führte Ester aus, wie sie es getan, als sie bei ihm in Pflege war.
12748#Esther,2,21#21. In jenen Tagen, während Mordechai im Tor des Königs saß, erzürnten sich Bigtan und Teresch, zwei Höflinge des Königs von den Schwellenhütern, und trachteten Hand an den König Ahaschwerosch zu legen.
12749#Esther,2,22#22. Aber die Sache wurde Mordechai kund, und er teilte es der Königin Ester mit, und Ester sagte es dem König im Namen Mordechais.
12750#Esther,2,23#23. Da wurde die Sache untersucht und (so) befunden, und die beiden wurden an das Holz gehängt. Und das wurde niedergeschrieben im Buch der Zeitbegebenheiten vor dem König.
12751#Esther,3,1#1. Nach diesen Begebenheiten machte der König Ahaschwerosch Haman, den Sohn Hammedatas, den Agagäer, groß und hoch und setzte seinen Stuhl über alle Obersten, die um ihn waren.
12752#Esther,3,2#2. Und alle Diener des Königs, die im Tor des Königs waren, knieten nieder und warfen sich hin vor Haman, denn so hatte es der König seinetwegen geboten. Mordechai aber kniete nicht nieder und warf sich nicht hin.
12753#Esther,3,3#3. Da sprachen die Diener des Königs, die im Tor des Königs waren, zu Mordechai: «Warum übertrittst du des Königs Gebot?»
12754#Esther,3,4#4. Es war aber, als sie das Tag für Tag zu ihm sagten und er nicht auf sie hörte, meldeten sie es Haman, um zu sehen, ob die Worte Mordechais gelten würden; denn er hatte ihnen mitgeteilt, daß er ein Jehudäer sei.
12755#Esther,3,5#5. Als nun Haman sah, daß Mordechai nicht vor ihm kniete und sich nicht niederwarf, da ward Haman voller Grimm.
12756#Esther,3,6#6. Aber da es ihm gering schien, an Mordechai allein Hand zu legen, weil man ihm das Volk Mordechais genannt hatte, trachtete Haman, alle Jehudäer im ganzen Reich Ahaschweroschs, das Volk Mordechais, zu vertilgen.
12757#Esther,3,7#7. Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahaschweroschs, warf man das «Pur», das ist das Los, vor Haman von Tag auf Tag und von Monat auf Monat, auf den Zwölften, das ist der Monat Adar.
12758#Esther,3,8#8. Dann sprach Haman zum König Ahaschwerosch: «Es gibt ein Volk, zerstreut und versprengt unter den Völkern in allen Provinzen deines Reiches; dessen Gesetze sind anders als die aller Völker, aber die Gesetze des Königs üben sie nicht, und es ist dem König nicht wert, sie zu belassen.
12759#Esther,3,9#9. Wenn es dem König recht ist, möge geschrieben werden, sie zu vernichten. Und zehntausend Scheiben Silber will ich darwägen zu Händen der Werkbeamten, um sie in die Schatzkammern des Königs zu bringen.»
12760#Esther,3,10#10. Da zog der König seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hammedatas, dem Agagäer, dem Jehudäerfeind.
12761#Esther,3,11#11. Und der König sprach zu Haman: «Das Geld sei dir überlassen, auch das Volk, um mit ihm zu tun, wie dir gut erscheint.»
12762#Esther,3,12#12. Da wurden die königlichen Schreiber gerufen, im ersten Monat, am dreizehnten Tag darin, und es wurde geschrieben, ganz wie es Haman gebot, an die Satrapen des Königs und die Statthalter, die über jede Provinz gesetzt waren, und zu den Obersten jedes einzelnen Volkes, jeder Provinz nach ihrer Schrift und jedem Volk nach seiner Sprache, im Namen des Königs Ahaschwerosch, geschrieben und mit dem Ring des Königs gesiegelt.
12763#Esther,3,13#13. So wurden Briefe geschickt durch die Läufer in alle Provinzen des Königs: Zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten alle Jehudäer vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen, an einem Tag, am dreizehnten des zwölften Monats - das ist der Monat Adar - und ihre Beute zu plündern.
12764#Esther,3,14#14. Abschriften des Briefes, damit Verordnung gegeben werde in jeder Provinz, offen an alle Völker, daß sie bereit seien für diesen Tag.
12765#Esther,3,15#15. Die Läufer gingen hinaus, eilend im Auftrag des Königs, und die Verordnung wurde gegeben in der Burg Schuschan. Und der König und Haman setzten sich zu zechen; die Stadt Schuschan aber war in Verwirrung.
12766#Esther,4,1#1. Als Mordechai alles erfuhr, was geschehen war, zerriß Mordechai seine Kleider, legte Sackzeug an und Asche (aufs Haupt), ging mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitteres Wehgeschrei.
12767#Esther,4,2#2. So kam er bis vor das Tor des Königs, denn es war nicht gestattet, zum Tor des Königs in Sackkleidung zu kommen.
12768#Esther,4,3#3. In allen Provinzen aber, allerorten, wohin der Bescheid des Königs und sein Erlaß gelangte, war große Trauer bei den Jehudäern, Fasten, Weinen und Wehklage, Sackzeug und Asche wurden vielen zum Lager bereitet.
12769#Esther,4,4#4. Und als die Mädchen Esters und ihre Höflinge kamen und es ihr berichteten, da erzitterte die Königin heftig. Dann schickte sie Gewänder, um Mordechai zu bekleiden, und das Sackzeug von ihm abzutun, aber er nahm nichts an.
12770#Esther,4,5#5. Da rief Ester Hatach, einen der Höflinge des Königs, die er zu ihrer Verfügung bestellt hatte, und entbot ihn zu Mordechai, um zu erfahren, was und warum das sei.
12771#Esther,4,6#6. Und Hatach ging hinaus zu Mordechai auf den Stadtplatz, der vor dem Tor des Königs war.
12772#Esther,4,7#7. Da erzählte ihm Mordechai alles, was ihn betroffen hatte, und den Sonderbetrag des Geldes, den Haman versprochen hatte, in die Schatzkammern des Königs für die Vernichtung der Jehudäer darzuwägen,
12773#Esther,4,8#8. und eine Abschrift des Erlaß-Schreibens, das in Schuschan zu ihrer Vertilgung ausgegeben worden war, gab er ihm, daß er sie Ester zeige und ihr mitteile und sie auffordere, zum König zu gehen, um ihn um Gnade anzuflehn und vor ihm für ihr Volk zu bitten.
12774#Esther,4,9#9. Da kam Hatach hinein und berichtete Ester die Worte Mordechais.
12775#Esther,4,10#10. Ester aber sprach zu Hatach und entbot ihn damit zu Mordechai:
12776#Esther,4,11#11. «Alle Diener des Königs und das Volk der Provinzen des Königs wissen, daß jeder, Mann oder Weib, der zum König in den innern Hof kommt, ohne gerufen zu sein - einem Gesetz verfällt: Getötet zu werden, außer wenn ihm der König das goldene Zepter entgegenstreckt; dann bleibt er am Leben. Ich aber bin nicht gerufen worden, zum König zu kommen, nun dreißig Tage.»
12777#Esther,4,12#12. Und man meldete Mordechai die Worte Esters.
12778#Esther,4,13#13. Da hieß Mordechai Ester antworten: «Wähne nicht in deiner Seele, im Haus des Königs zu entkommen, von allen Jehudäern,
12779#Esther,4,14#14. sondern wenn du schweigst zu dieser Zeit, wird Hilfe und Rettung den Jehudäern von anderer Stelle erstehen, aber du und dein Vaterhaus, ihr werdet zugrundegehn. Und wer weiß, ob du nicht für eine solche Zeit zur Königswürde gelangt bist!»
12780#Esther,4,15#15. Da hieß Ester Mordechai antworten:
12781#Esther,4,16#16. «Geh, versammle alle Jehudäer, die sich in Schuschan finden, und fastet um mich; eßt nicht und trinkt nicht drei Tage, Nacht und Tag, auch ich und meine Mädchen werden ebenso fasten. Und so will ich zum König gehen, gegen das Gesetz. Und wenn ich zugrundegehn soll, geh ich zugrunde!»
12782#Esther,4,17#17. Da ging Mordechai hinweg und tat ganz, wie ihm Ester geboten hatte.
12783#Esther,5,1#1. Es war aber am dritten Tag, da legte Ester Königsgewand an und trat in den innern Hof des Königshauses gegenüber dem Innenhaus des Königs; der König aber saß auf seinem Königsthron im Königshaus gegenüber dem Eingang des Hauses.
12784#Esther,5,2#2. Es war nun, als der König die Königin Ester im Hof stehen sah, da fand sie Gunst in seinen Augen; und der König streckte Ester das goldene Zepter hin, das in seiner Hand war, und Ester trat heran und berührte die Spitze des Zepters.
12785#Esther,5,3#3. Dann sprach zu ihr der König: «Was ist dir, Königin Ester, und was ist dein Begehr? Bis zur Hälfte des Königreichs - es sei dir gewährt!»
12786#Esther,5,4#4. Da sprach Ester: «Wenn es dem König gefällt, komme der König und Haman heute zu dem Mahl, das ich ihm bereitet habe.»
12787#Esther,5,5#5. Da sagte der König: «Holt eilends Haman, um das Wort Esters zu erfüllen!» Dann kamen der König und Haman zu dem Mahl, das Ester bereitet hatte,
12788#Esther,5,6#6. und der König sprach zu Ester beim Weingelage: «Was ist deine Bitte? Es sei dir gewährt! Und was ist dein Begehr? Bis zur Hälfte des Königreichs - es soll geschehen!»
12789#Esther,5,7#7. Da antwortete Ester und sprach: «Meine Bitte und mein Begehr ist:
12790#Esther,5,8#8. Wenn ich Gunst gefunden habe in den Augen des Königs, und wenn es dem König gefällt, meine Bitte zu gewähren und mein Begehr zu erfüllen, so komme der König und Haman zu dem Mahl, das ich ihnen bereiten werde, und morgen werde ich nach dem Wort des Königs tun.»
12791#Esther,5,9#9. Da ging Haman an jenem Tag vergnügt und frohen Herzens hinaus; aber als Haman im Tor des Königs Mordechai sah, und der vor ihm nicht aufstand und nicht muckte, da ward Haman voller Grimm über Mordechai.
12792#Esther,5,10#10. Aber Haman hielt an sich. Und als er in sein Haus kam, sandte er hin und ließ seine Freunde und sein Weib Seresch holen.
12793#Esther,5,11#11. Und Haman erzählte ihnen von der Fülle seines Reichtums und der Menge seiner Söhne, und alles, wie ihn der König groß gemacht und ihn über die Obersten und Diener des Königs erhoben hatte.
12794#Esther,5,12#12. Dann sagte Haman: «Auch ließ die Königin Ester neben dem König zu dem Mahl, das sie bereitete, niemand kommen als nur mich, und auch für morgen bin ich zu ihr mit dem König eingeladen.
12795#Esther,5,13#13. Aber all dies ist mir nicht wert, solange ich den Jehudäer Mordechai im Tor des Königs sitzen sehe!»
12796#Esther,5,14#14. Da sagte ihm sein Weib Seresch und alle seine Freunde: «Man mache ein Holz, fünfzig Ellen hoch, und am Morgen sage dem König, daß man Mordechai daran hänge, und dann geh mit dem König fröhlich zum Mahl!» Da war dies recht vor Haman, und er machte das Holz.
12797#Esther,6,1#1. In jener Nacht floh den König der Schlaf; da befahl er, das Buch der Denkwürdigkeiten, der Zeitbegebenheiten zu bringen, und sie wurden dem König vorgelesen.
12798#Esther,6,2#2. Da fand sich niedergeschrieben, daß Mordechai ausgesagt hatte über Bigtana und Teresch, die beiden Höflinge des Königs von den Schwellenhütern, die getrachtet hatten, Hand an den König Ahaschwerosch zu legen.
12799#Esther,6,3#3. Da sagte der König: «Was ist an Auszeichnung und Ehre Mordechai dafür geschehen?» Da sagten die Burschen des Königs, die ihn bedienten: «Nichts ist ihm geschehen!»
12800#Esther,6,4#4. Da sprach der König: «Wer ist im Hof?» Haman aber kam in den äußern Hof des Königshauses, um dem König zu sagen, daß man Mordechai an das Holz hänge, das er für ihn hergerichtet hatte.
12801#Esther,6,5#5. Da sagten die Burschen des Königs zu ihm: «Da steht Haman im Hof.» Da sagte der König: «Er soll kommen!»
12802#Esther,6,6#6. Und Haman kam, und der König sagte ihm: «Was ist mit dem Mann zu tun, den der König zu ehren wünscht?» Haman aber dachte in seinem Herzen: «Wem könnte der König eher als mir Ehre erweisen wollen?»
12803#Esther,6,7#7. Und Haman sprach zum König: «Ein Mann, den der König zu ehren wünscht,
12804#Esther,6,8#8. dem bringe man ein Königsgewand, das der König vorher angetan hatte, und ein Roß, auf dem der König geritten, und auf dessen Kopf eine königliches Diadem gesetzt wurde,
12805#Esther,6,9#9. und gebe Gewand und Roß in die Hand eines von den Obersten des Königs, den Edlen, bekleide den Mann, den der König zu ehren wünscht, lasse ihn auf dem Roß auf dem Stadtplatz reiten und rufe vor ihm aus: ,So geschieht dem Manne, den der König zu ehren wünscht!'»
12806#Esther,6,10#10. Da sprach der König zu Haman: «Schnell, nimm das Gewand und das Roß, wie du geredet hast, und tu so dem Jehudäer Mordechai, der im Tor des Königs sitzt! Laß kein Wort fallen von allem, was du geredet hast!»
12807#Esther,6,11#11. Da nahm Haman das Gewand und das Roß, bekleidete Mordechai, ließ ihn auf dem Stadtplatz reiten und rief vor ihm aus: «So geschieht dem Mann, den der König zu ehren wünscht!»
12808#Esther,6,12#12. Dann kehrte Mordechai zum Tor des Königs zurück, Haman aber stürzte fort nach seinem Haus, trauernd und verhüllten Hauptes.
12809#Esther,6,13#13. Dann erzählte Haman seinem Weib Seresch und all seinen Freunden alles, was ihm begegnet war. Da sprachen zu ihm seine Weisen und sein Weib Seresch: «Wenn vom Samen der Jehudäer Mordechai ist, vor dem du zu fallen begonnen hast, wirst du gegen ihn nicht aufkommen, sondern weiter fallen vor ihm.»
12810#Esther,6,14#14. Während sie noch mit ihm sprachen, langten die Höflinge des Königs an und eilten, Haman zu dem Mahl zu bringen, das Ester bereitet hatte.
12811#Esther,7,1#1. So kam der König und Haman, um bei der Königin Ester zu zechen.
12812#Esther,7,2#2. Da sprach der König zu Ester auch am zweiten Tag beim Weingelage: «Was ist deine Bitte, Königin Ester? Sie sei dir gewährt! Und was ist dein Begehr? Bis zur Hälfte des Reiches - es soll geschehen!»
12813#Esther,7,3#3. Da antwortete die Königin Ester und sprach: «Wenn ich Gunst in deinen Augen gefunden habe, o König, und wenn es dem König recht ist, so sei mir mein Leben geschenkt auf meine Bitte und mein Volk auf mein Begehr!
12814#Esther,7,4#4. Denn verkauft sind wir, ich und mein Volk, zum Vertilgen, Erschlagen und Vernichten! Und wären wir nur als Knechte und Mägde verkauft, so hätte ich geschwiegen, denn der Dränger ist den Schaden des Königs nicht wert.»
12815#Esther,7,5#5. Da sprach der König Ahaschwerosch und sagte zur Königin Ester: «Wer ist der, und wo ist der, der sich in den Sinn genommen, dergleichen zu tun?»
12816#Esther,7,6#6. Da sprach Ester: «Der Mann, der Dränger und Widersacher, ist dieser Bösewicht Haman!» Da ward Haman bestürzt vor dem König und der Königin.
12817#Esther,7,7#7. Der König aber erhob sich in seinem Grimm vom Weingelage (und ging) in den Palastgarten; Haman aber blieb, um die Königin Ester um sein Leben zu bitten, da er sah, daß das Verderben für ihn von seiten des Königs beschlossen war.
12818#Esther,7,8#8. Als nun der König aus dem Palastgarten in den Saal des Weingelages zurückkam, da war Haman niedergeworfen an dem Bett, auf dem Ester war. Da rief der König: «Etwa auch der Königin Gewalt antun bei mir im Haus?» Das Wort entfuhr dem Mund des Königs - als man Haman das Gesicht verhüllte.
12819#Esther,7,9#9. Da sprach Harbona, einer von den Höflingen, vor dem König: «Da steht ja noch das Holz, das Haman für Mordechai errichtet hat, der zum Heil des Königs sprach, das steht im Haus Hamans fünfzig Ellen hoch!» Da sagte der König: «Hängt ihn daran!»
12820#Esther,7,10#10. So hängte man Haman an das Holz, das er für Mordechai vorbereitet hatte, und der Grimm des Königs legte sich.
12821#Esther,8,1#1. An jenem Tag gab der König Ahaschwerosch der Königin Ester das Haus Hamans, des Jehudäerfeindes. Mordechai aber kam vor den König, denn Ester hatte mitgeteilt, was er ihr war.
12822#Esther,8,2#2. Da zog der König seinen Ring ab, den er Haman abgenommen hatte, und übergab ihn Mordechai, und Ester setzte Mordechai über das Haus Hamans.
12823#Esther,8,3#3. Nun sprach Ester nochmals vor dem König, fiel ihm zu Füßen, weinte und flehte ihn an, das Unheil Hamans, des Agagäers, und seinen Plan, den er gegen die Jehudäer gesonnen hatte, abzuwenden.
12824#Esther,8,4#4. Und der König streckte Ester das goldene Zepter entgegen, und Ester erhob sich, trat vor den König
12825#Esther,8,5#5. und sprach: «Wenn es dem König recht ist, und wenn ich Gunst vor ihm gefunden habe, und die Sache dem König richtig erscheint, und ich recht bin in seinen Augen, so möge ein Schreiben ergehen, um die Briefe zurückzunehmen, den Plan Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagäers, die er schrieb, um die Jehudäer in allen Provinzen des Königs zu vernichten.
12826#Esther,8,6#6. Denn wie könnte ich das Unglück ansehn, das mein Volk treffen soll, und wie könnte ich ansehn die Vernichtung meiner Verwandtschaft?»
12827#Esther,8,7#7. Da sagte der König Ahaschwerosch zur Königin Ester und zu dem Jehudäer Mordechai: «Seht, das Haus Hamans habe ich Ester gegeben, und ihn hat man an das Holz gehängt dafür, daß er seine Hand gegen die Jehudäer ausgestreckt hat.
12828#Esther,8,8#8. Ihr nun, schreibt betreffs der Jehudäer, wie es in euren Augen recht ist, im Namen des Königs und siegelt mit dem Ring des Königs; denn ein Schriftstück, das geschrieben ist im Namen des Königs und gesiegelt mit dem Ring des Königs, ist nicht rückgängig zu machen.»
12829#Esther,8,9#9. Da wurden die Schreiber des Königs gerufen zu jener Zeit, im dritten Monat - das ist der Monat Siwan - am Dreiundzwanzigsten darin, und es wurde geschrieben, ganz wie es Mordechai befohlen, an die Jehudäer, an die Satrapen, Statthalter und Provinzobersten von Hoddu bis Kusch, hundertsiebenundzwanzig Provinzen, an jede Provinz in ihrer Schrift, an jedes Volk in seiner Sprache, und auch an die Jehudäer in ihrer Schrift und ihrer Sprache.
12830#Esther,8,10#10. Und er schrieb im Namen des Königs Ahaschwerosch und siegelte mit dem Ring des Königs, und sandte Briefe durch die Eilboten auf Rossen, wie sie auf den herrschaftlichen Reittieren aus den Gestüten ritten:
12831#Esther,8,11#11. Daß der König den Jehudäern in jeder einzelnen Stadt gestattet habe, sich zusammenzutun und für ihr Leben einzustehn, zu vertilgen, zu erschlagen und zu vernichten alle Streitmacht des Volkes und der Provinz, die sie bedrängen, Kinder und Frauen, und ihre Beute zur Plünderung,
12832#Esther,8,12#12. an einem Tag in allen Provinzen des Königs Ahaschwerosch, am dreizehnten Tag des zwölften Monats - das ist der Monat Adar.
12833#Esther,8,13#13. Abschriften des Schreibens als Erlaß auszugeben in jeder Provinz, offen an alle Völker, und daß die Jehudäer bereit sein sollten für diesen Tag, sich an ihren Feinden zu rächen.
12834#Esther,8,14#14. Die Läufer, die auf den herrschaftlichen Reittieren ritten, zogen auf das Wort des Königs jagend und eilend hinaus, und der Erlaß wurde (auch) in der Burg Schuschan ausgegeben.
12835#Esther,8,15#15. Mordechai aber ging hinaus vom König in königlichem Gewand von Blaupurpur und Weißzeug mit einer großen Goldkrone und einem Mantel von Byssus und Rotpurpur; und die Stadt Schuschan war voll Jubel und Freude.
12836#Esther,8,16#16. Bei den Jehudäern war Licht und Freude, Frohlocken und Herrlichkeit.
12837#Esther,8,17#17. Und in jeder Provinz und in jeder Stadt, allerorten, wohin der Bescheid des Königs und sein Erlaß gelangte, war Freude und Frohlocken bei den Jehudäern, Mahl und Festtag; und viele aus den Völkern des Landes gaben sich als Jehudäer aus, weil Furcht vor den Jehudäern sie befiel.
12838#Esther,9,1#1. Und im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tag darin, als des Königs Bescheid und sein Erlaß zur Ausführung gelangen sollte, an dem Tag, da die Feinde der Jehudäer hofften, sie zu überwältigen, es aber umgekehrt wurde, daß die Jehudäer ihrerseits ihre Hasser überwältigten,
12839#Esther,9,2#2. da taten sich die Jehudäer in ihren Städten zusammen in allen Provinzen des Königs Ahaschwerosch, um Hand zu legen an die, die nach ihrem Verderben trachteten, und niemand hielt vor ihnen stand, da Furcht vor ihnen alle Völker befallen hatte.
12840#Esther,9,3#3. Und alle Provinzobersten, Satrapen, Statthalter und Werkbeamte des Königs unterstützten die Jehudäer, da die Furcht vor Mordechai auf sie gefallen war.
12841#Esther,9,4#4. Denn groß war Mordechai im Königshaus, und sein Ruf ging durch alle Provinzen, denn der Mann Mordechai wurde immer größer.
12842#Esther,9,5#5. So schlugen die Jehudäer unter all ihren Feinden in Schwertschlag, Tötung und Vernichtung und taten an ihren Hassern nach ihrem Belieben.
12843#Esther,9,6#6. Und in der Burg Schuschan erschlugen die Jehudäer und brachten um fünfhundert Mann.
12844#Esther,9,7#7. Auch den Parschandata, Dalfon und Aspata,
12845#Esther,9,8#8. Porata, Adalja und Aridata,
12846#Esther,9,9#9. Parmaschta, Arisai, Aridai und Waisata,
12847#Esther,9,10#10. die zehn Söhne Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Jehudäerfeindes, erschlugen sie. Aber nach der Beute streckten sie ihre Hand nicht.
12848#Esther,9,11#11. An jenem Tag kam die Zahl der in der Burg Schuschan Erschlagenen vor den König.
12849#Esther,9,12#12. Da sprach der König zur Königin Ester: «In der Burg Schuschan haben die Jehudäer fünfhundert Mann erschlagen und umgebracht, sowie die zehn Söhne Hamans, und in den übrigen königlichen Provinzen - was mögen sie da getan haben! Was ist nun deine Bitte - es sei dir gewährt! Und was noch dein Begehr - es soll geschehen!»
12850#Esther,9,13#13. Da sagte Ester: «Wenn es dem König recht ist, möge auch morgen den Jehudäern in Schuschan gewährt sein, nach der heutigen Bestimmung zu handeln; und die zehn Söhne Hamans möge man an das Holz hängen!»
12851#Esther,9,14#14. Da befahl der König, daß es so geschehe, und es wurde ein Erlaß in Schuschan gegeben, und die zehn Söhne Hamans hängte man auf.
12852#Esther,9,15#15. Da taten sich die Jehudäer, die in Schuschan waren, auch am vierzehnten Tag des Monats Adar zusammen und erschlugen in Schuschan dreihundert Mann. Aber nach der Beute streckten sie ihre Hand nicht.
12853#Esther,9,16#16. Die übrigen Jehudäer aber in den Provinzen des Königs taten sich zusammen, standen für ihr Leben ein, bekamen Ruhe von ihren Feinden und erschlugen von ihren Hassern fünfundsiebzigtausend; aber nach der Beute streckten sie ihre Hand nicht.
12854#Esther,9,17#17. (Dies) am dreizehnten Tag des Monats Adar; dann ruhten sie am vierzehnten dessen und machten ihn zu einem Tag des Mahls und der Freude.
12855#Esther,9,18#18. Die Jehudäer in Schuschan aber taten sich am dreizehnten dessen und am vierzehnten dessen zusammen, und hatten Ruhe am fünfzehnten dessen und machten ihn zu einem Tag des Mahls und der Freude.
12856#Esther,9,19#19. Darum machen die Jehudäer des flachen Landes, die in den Landstädten wohnen, den vierzehnten Tag des Monats Adar zu Freude, Festmahl und Feiertag und Sendung von Gaben aneinander.
12857#Esther,9,20#20. Dann schrieb Mordechai diese Dinge nieder und schickte Briefe an alle Jehudäer in allen Provinzen des Königs Ahaschwerosch, die nahen und die fernen,
12858#Esther,9,21#21. um ihnen festzusetzen, daß sie begingen den vierzehnten Tag des Monats Adar und den fünfzehnten Tag darin, Jahr für Jahr,
12859#Esther,9,22#22. gleich den Tagen, an denen die Jehudäer Ruhe bekamen vor ihren Feinden, und den Monat, der sich ihnen wandelte von Kummer zur Freude und von Trauer zum Festtag, daß sie sie zu Tagen des Mahls und der Freude, der Sendung von Gaben aneinander und von Geschenken für die Armen machen.
12860#Esther,9,23#23. So nahmen die Jehudäer auf sich, was sie begonnen hatten zu tun, und was Mordechai ihnen schrieb.
12861#Esther,9,24#24. Denn Haman, der Sohn Hammedatas, der Agagäer, der Feind aller Jehudäer, plante über die Jehudäer, sie zu vernichten, und warf das «Pur», das ist das Los, sie zu zerstören und zu vernichten.
12862#Esther,9,25#25. Als sie aber vor den König kam, befahl er in einer Schrift: «Es falle sein böser Plan, den er über die Jehudäer geplant, auf sein Haupt zurück!» Und man hängte ihn und seine Söhne an das Holz.
12863#Esther,9,26#26. Darum nannte man diese Tage «Purim» nach dem Namen des «Pur». Deshalb, auf Grund aller Dinge dieses Schreibens und dessen, was sie davon (selbst) gesehen hatten und was ihnen zugegangen war,
12864#Esther,9,27#27. setzten die Jehudäer fest und nahmen auf sich und ihre Nachkommen und alle, die sich ihnen anschließen, unvergänglich: Zu begehen diese zwei Tage nach ihrer Vorschrift und ihrer Zeit, Jahr für Jahr.
12865#Esther,9,28#28. So werden diese Tage gemerkt und begangen in jedem Geschlecht, in jeder Familie, in jeder Provinz und jeder Stadt, und diese Purimtage werden aus der Mitte der Jehudäer nicht verschwinden, und ihr Gedenken bei ihren Nachkommen nicht aufhören.
12866#Esther,9,29#29. Dann schrieb die Königin Ester, die Tochter Abihails, und Mordechai, der Jehudäer, mit allem Nachdruck, dieses Purim-Schreiben durchzuführen, zum zweiten Mal.
12867#Esther,9,30#30. Und er sandte Briefe an alle Jehudäer in die hundertsiebenundzwanzig Provinzen des Reiches Ahaschweroschs, Worte des Friedens und Vertrauens,
12868#Esther,9,31#31. diese Purimtage zu ihren Zeiten zu halten, wie ihnen Mordechai, der Jehudäer, und die Königin Ester festgesetzt hatten, und wie sie sich und ihren Nachkommen die Bestimmungen des Fastens und seiner Wehklage festgesetzt hatten.
12869#Esther,9,32#32. Und Esters Geheiß setzte die Bestimmungen dieses Purim fest, und es wurde niedergeschrieben in einer Schrift.
12870#Esther,10,1#1. Dann legte der König Ahaschwerosch eine Fron auf das Land und die Seeländer.
12871#Esther,10,2#2. Und alles Werk seiner Macht und Stärke und die besondere Größe Mordechais, die der König ihm zuteil werden ließ, die sind ja niedergeschrieben im Buch der Zeitbegebenheiten der Könige von Madai und Paras.
12872#Esther,10,3#3. Denn Mordechai, der Jehudäer, war der Zweite nach dem König Ahaschwerosch und groß bei den Jehudäern, erwählt als Streiter für seine Brüder, bedacht auf das Beste seines Volkes und redend zum Wohl all seines Samens.

12300#Nehemia,1,1#1. WORTE Nehemjas, des Sohnes Hachaljas. «Und es war im Monat Kislew des zwanzigsten Jahres, während ich mich in der Burg Schuschan befand.
12301#Nehemia,1,2#2. Da kam Hanani, einer von meinen Brüdern, er und (einige) Männer, aus Jehuda. Und ich befragte sie über die Jehudäer, den Überrest, die von der Gefangenschaft übriggeblieben waren, und über Jeruschalaim.
12302#Nehemia,1,3#3. Da sagten sie mir: ,Die Übriggebliebenen, die von der Gefangenschaft dort in der Landschaft übriggeblieben sind, sind in großer Not und Schmach, und die Mauer Jeruschalaims ist in Breschen, und seine Tore im Feuer verbrannt.'
12303#Nehemia,1,4#4. Es war aber, als ich diese Worte hörte, da saß ich hin und weinte und trauerte tagelang, während ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels.
12304#Nehemia,1,5#5. Und ich sprach: ,Ach, Ewiger, Gott des Himmels, du großer und furchtbarer Gott, der den Bund und die Liebe wahrt denen, die ihn lieben und seine Gebote halten!
12305#Nehemia,1,6#6. Laß doch dein Ohr aufmerken und deine Augen offen sein, auf das Gebet deines Knechtes zu hören, das ich heute vor dir bete Tag und Nacht ob der Kinder Jisraël, deiner Knechte, und da ich Bekenntnis ablege von den Sünden der Kinder Jisraël, die wir gegen dich begangen haben! Und auch ich und mein Vaterhaus, wir haben gesündigt.
12306#Nehemia,1,7#7. Schlimmes taten wir gegen dich, haben nicht gewahrt die Gebote, die Satzungen und Rechtsvorschriften, die du deinem Knecht Mosche geboten.
12307#Nehemia,1,8#8. Gedenke doch des Wortes, das du deinem Knecht Mosche entboten hast, sprechend: Begeht ihr Untreue, so werde ich euch unter die Völker verstreuen.
12308#Nehemia,1,9#9. Kehrt ihr aber dann zu mir zurück und wahrt meine Gebote und übt sie - wenn eure Verstoßenen am Ende des Himmels sein sollten, von dort werde ich sie sammeln und werde sie an den Ort bringen, den ich erwählt habe, um meinen Namen dort wohnen zu lassen.
12309#Nehemia,1,10#10. Sie sind ja deine Knechte und dein Volk, das du befreit hast mit deiner großen Kraft und deiner starken Hand.
12310#Nehemia,1,11#11. Ach, mein Herr, möge doch dein Ohr aufmerksam sein auf das Gebet deines Knechtes und das Gebet deiner Knechte, die willig sind, deinen Namen zu fürchten, und gib doch deinem Knecht heute Gelingen und laß ihn Erbarmen finden vor diesem Mann!' - Ich war nämlich Mundschenk des Königs.
12311#Nehemia,2,1#1. Und es war im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artahschast, da stand Wein vor ihm; und ich nahm den Wein und gab dem König, und ich sah ,nicht' schlecht aus vor ihm.
12312#Nehemia,2,2#2. Da sprach zu mir der König: ,Warum siehst du schlecht aus? Du bist doch nicht krank! Das ist nichts als Herzensübel!' Und ich fürchtete mich gar sehr.
12313#Nehemia,2,3#3. Und ich sprach zum König: ,Der König lebe ewig! Wie soll ich nicht schlecht aussehn, da doch die Stadt, die Stätte der Gräber meiner Väter, verwüstet ist und ihre Tore vom Feuer verzehrt!'
12314#Nehemia,2,4#4. Da sprach zu mir der König: ,Um was also bittest du?' Da betete ich zum Gott des Himmels
12315#Nehemia,2,5#5. und sprach zum König: ,Wenn es dem König recht ist, und wenn dein Knecht wohlgefällig ist vor dir: Daß du mich sendest nach Jehuda, zur Stadt der Gräber meiner Väter, damit ich sie aufbaue.'
12316#Nehemia,2,6#6. Da sprach zu mir der König - und die Buhle saß neben ihm -: ,Bis wann wird deine Reise dauern, und wann kommst du zurück?' Und es gefiel dem König, daß er mich sandte, und ich gab ihm eine Frist an.
12317#Nehemia,2,7#7. Und ich sprach zum König: ,Wenn es dem König recht ist, möge man mir Briefe an die Statthalter des Überstromlands geben, damit sie mich durchziehn lassen, bis ich nach Jehuda komme.
12318#Nehemia,2,8#8. Und einen Brief an Asaf, den Forstaufseher des Königs, daß er mir Holz gebe, die Tore der Burg des (Gottes-)Hauses zu bälken, und für die Mauer der Stadt und für das Haus, in das ich komme.' Da gab es mir der König, da Gottes Hand gütig auf mir ruhte.
12319#Nehemia,2,9#9. So kam ich zu den Statthaltern des Überstromlands und gab ihnen die Briefe des Königs, und der König hatte Truppenoberste und Reiter mit mir gesandt.
12320#Nehemia,2,10#10. Als Saneballat, der Horonite, und Tobija, der ammonitische Knecht, davon hörten, da mißfiel es ihnen sehr, daß ein Mensch kam, um das Wohl der Kinder Jisraël zu fördern.
12321#Nehemia,2,11#11. Als ich nun nach Jeruschalaim kam und drei Tage dort war,
12322#Nehemia,2,12#12. da stand ich nachts auf, ich und wenige Männer mit mir. Ich hatte aber keinem Menschen mitgeteilt, was Gott mir ins Herz gegeben, für Jeruschalaim zu tun, und kein Tier war bei mir außer dem Tier, auf dem ich ritt.
12323#Nehemia,2,13#13. Und ich ging durchs Taltor hinaus bei Nacht und gegen die Drachenquelle und zum Misttor und besah mir die Mauern Jeruschalaims, die in Breschen lagen, und deren Tore vom Feuer verzehrt waren.
12324#Nehemia,2,14#14. Dann kam ich weiter zum Quelltor und zum Königsteich, und da war kein Platz für das Tier unter mir, durchzukommen.
12325#Nehemia,2,15#15. So zog ich nachts im Bachbett aufwärts und besah die Mauer, kehrte um, kam wieder ans Taltor und kehrte heim.
12326#Nehemia,2,16#16. Die Vorsteher aber wußten nicht, wohin ich gegangen war und was ich tat, und den Jehudäern, den Priestern, den Vornehmen, den Vorstehern und den übrigen Amtsführern hatte ich es bis dahin nicht mitgeteilt.
12327#Nehemia,2,17#17. Nun sprach ich zu ihnen: ,Ihr seht den Übelstand, darin wir uns befinden, daß Jeruschalaim wüst ist und seine Tore im Feuer verbrannt. Auf, bauen wir die Mauer Jeruschalaims, daß wir nicht mehr zur Schmach seien!'
12328#Nehemia,2,18#18. Dann erzählte ich ihnen von der Hand meines Gottes, die gütig auf mir ruhte, und auch von den Worten des Königs, die er zu mir gesprochen. Da sagten sie: ,Auf, laßt uns bauen!' Und sie festigten ihre Hände zum guten (Werk).
12329#Nehemia,2,19#19. Als aber Saneballat, der Horonite, Tobija, der ammonitische Knecht, und Geschem, der Araber, es hörten, da spotteten sie unser, höhnten und sagten: ,Was ist das für eine Sache, die ihr da macht? Wollt ihr euch etwa gegen den König empören?'
12330#Nehemia,2,20#20. Da gab ich ihnen Antwort und sagte ihnen: ,Der Gott des Himmels, er wird uns Gelingen geben, und wir, seine Knechte, werden darangehn und bauen. Ihr aber habt nicht Anteil, Verdienst oder Gedächtnis in Jeruschalaim.'
12331#Nehemia,3,1#1. Da machte sich Eljaschib, der Hohepriester, auf, und seine Brüder, die Priester, und bauten das Schaftor, sie heiligten es und setzten seine Torflügel, bis zum Turm der Hundert heiligten sie es, bis zum Turm Hanan'els.
12332#Nehemia,3,2#2. Und ihm zur Seite bauten die Männer von Jereho, und ihm zur Seite baute Sakkur, der Sohn Imris.
12333#Nehemia,3,3#3. Und das Fischtor bauten die Söhne des Senaa; sie bälkten es und setzten seine Torflügel, Schlösser und Riegelbalken.
12334#Nehemia,3,4#4. Und ihnen zur Seite befestigte Meremot, der Sohn Urijas, des Sohnes ha-Koz', und denen zur Seite befestigte Meschullam, der Sohn Berechjas, des Sohnes Meschesab'els, und denen zur Seite befestigte Zadok, der Sohn Baanas.
12335#Nehemia,3,5#5. Und denen zur Seite befestigten die von Tekoa, aber ihre Hirten fügten ihren Hals nicht in den Dienst ihres Herrn.
12336#Nehemia,3,6#6. Und das Jeschanator befestigten Jojada, der Sohn Paseahs, und Meschullam, der Sohn Besodejas; sie bälkten es und setzten seine Torflügel, Schlösser und Riegelbalken.
12337#Nehemia,3,7#7. Und ihnen zur Seite befestigte Melatja aus Gib'on und Jadon aus Meronot, die Männer von Gib'on und von ha-Mizpa, vom Amtsstuhl des Statthalters vom Überstromland.
12338#Nehemia,3,8#8. Ihm zur Seite befestigte Usiël, der Sohn Harhajas, von den Goldschmieden, und dem zur Seite befestigte Hananja, von den Salbenbereitern; die stellten Jeruschalaim bis zur breiten Mauer her.
12339#Nehemia,3,9#9. Und ihnen zur Seite befestigte Refaja, der Sohn Hurs, Vorsteher des halben Landkreises Jeruschalaim.
12340#Nehemia,3,10#10. Und ihnen zur Seite befestigte Jedaja, der Sohn Harumafs, und gegenüber seinem Haus und ihm zur Seite befestigte Hattusch, der Sohn Haschabnejas.
12341#Nehemia,3,11#11. Eine zweite Strecke befestigte Malkija, der Sohn Harims, und Haschschub, der Sohn Pahat-Moabs, sowie den Ofenturm.
12342#Nehemia,3,12#12. Und ihm zur Seite befestigte Schallum, der Sohn ha-Loheschs, Vorsteher des halben Landkreises Jeruschalaim, er und seine Töchter.
12343#Nehemia,3,13#13. Und das Taltor befestigte Hanun und die Bewohner von Sanoah; sie bauten es und setzten seine Torflügel, Schlösser und Riegelbalken, dazu tausend Ellen an der Mauer bis zum Misttor.
12344#Nehemia,3,14#14. Und das Misttor befestigte Malkija, der Sohn Rechabs, Vorsteher des Kreises Bet-ha-Kerem; er erbaute es und setzte seine Torflügel, Schlösser und Riegelbalken.
12345#Nehemia,3,15#15. Und das Quelltor befestigte Schallun, der Sohn Kol-hoses, Vorsteher des Landkreises von ha-Mizpa; er baute es, deckte es und setzte seine Torflügel, Schlösser und Riegelbalken, sowie die Mauer des Schelahteiches am Königsgarten bis zu den Stufen, die von der Dawidsburg hinabsteigen.
12346#Nehemia,3,16#16. Nach ihm befestigte Nehemja, der Sohn Asbuks, Vorsteher des halben Landkreises von Bet-Zur bis gegenüber den Dawidsgräbern und bis zu dem angelegten Teich und dem Haus der Helden.
12347#Nehemia,3,17#17. Nach ihm befestigten die Lewiten: Rehum, der Sohn Banis; dem zur Seite befestigte Haschabja, Vorsteher des halben Landkreises Këila, mit seinem Kreis.
12348#Nehemia,3,18#18. Nach ihm befestigten ihre Brüder, Bawwai, der Sohn Henadads, Vorsteher des halben Landkreises Këila.
12349#Nehemia,3,19#19. Dann befestigte ihm zur Seite Eser, der Sohn Jeschuas, Vorsteher von ha-Mizpa, eine zweite Strecke, gegenüber dem Aufgang zum Waffenhaus, in der Ecke.
12350#Nehemia,3,20#20. Nach ihm befestigte eifrig Baruch, der Sohn Sakkais, eine zweite Strecke, von der Ecke bis zum Eingang des Hauses des Hohepriesters Eljaschib.
12351#Nehemia,3,21#21. Nach ihm befestigte Meremot, der Sohn Urijas, des Sohnes ha-Koz', eine zweite Strecke, vom Eingang des Hauses Eljaschibs bis zum Ende des Hauses Eljaschibs.
12352#Nehemia,3,22#22. Und nach ihm befestigten die Priester, die Leute des (Jarden-)Runds.
12353#Nehemia,3,23#23. Nach ihm befestigte Binjamin und Haschschub gegenüber ihrem Haus; nach ihm befestigte Asarja, der Sohn Maasejas, des Sohnes Ananjas, neben seinem Haus.
12354#Nehemia,3,24#24. Nach ihm befestigte Binnui, der Sohn Henadads, eine zweite Strecke, vom Haus Asarjas bis zur Ecke und bis zur Zinne.
12355#Nehemia,3,25#25. Palal, der Sohn Usais, gegenüber der Ecke und dem Turm, der hervorspringt vom obern Königshaus, der am Wachthof liegt; nach ihm Pedaja, der Sohn Par'oschs.
12356#Nehemia,3,26#26. Und die Weihgeschenkten wohnten auf dem Ofelhügel bis gegenüber dem Wassertor nach Osten und dem vorspringenden Turm.
12357#Nehemia,3,27#27. Nach ihm befestigten die von Tekoa eine zweite Strecke, von (der Stelle) gegenüber dem großen vorspringenden Turm bis zur Mauer des Ofel.
12358#Nehemia,3,28#28. Oberhalb des Roßtors befestigten die Priester, jeder gegenüber seinem Haus.
12359#Nehemia,3,29#29. Nach ihm befestigte Zadok, der Sohn Immers, gegenüber seinem Haus, und nach ihm befestigte Schema'ja, der Sohn Schechanjas, der Hüter des Osttors.
12360#Nehemia,3,30#30. Nach ihm befestigte Hananja, der Sohn Schelemjas, und Hanun, der sechste Sohn Zalafs, eine zweite Strecke; nach ihm befestigte Meschullam, der Sohn Berechjas, gegenüber seiner Kammer.
12361#Nehemia,3,31#31. Nach ihm befestigte Malkija von den Goldschmieden bis zum Haus der Weihgeschenkten und der Krämer, gegenüber dem Amtstor, bis zum Zinnensöller.
12362#Nehemia,3,32#32. Und zwischen dem Zinnensöller und dem Schaftor befestigten die Goldschmiede und die Krämer.
12363#Nehemia,3,33#33. Es war aber, als Saneballat hörte, daß wir die Mauer bauen, da verdroß es ihn, er ärgerte sich gewaltig und spottete über die Jehudäer.
12364#Nehemia,3,34#34. Und er sprach vor seinen Brüdern und dem Heer von Schomeron und sagte: ,Was tun die erbärmlichen Jehudäer? Wird mans ihnen hingehn lassen? Sollen sie opfern? Werden sie es jetzt vollbringen? Werden sie aus den Schutthaufen die Steine, die doch verbrannt sind, wieder zum Leben bringen?'
12365#Nehemia,3,35#35. Und Tobija, der Ammoniter, der bei ihm war, sagte: ,Was sie schon bauen - wenn ein Fuchs hinaufläuft, wird er ihre Steinmauer einreißen!'
12366#Nehemia,3,36#36. Höre, unser Gott, wie wir zum Gespött wurden, und bringe ihren Schimpf auf ihr Haupt zurück und gib sie zum Raub im Land der Gefangenschaft!
12367#Nehemia,3,37#37. Und decke nicht zu ihre Schuld, und ihre Sünde laß vor dir nicht löschen; denn sie kränkten, zu Trotz den Bauenden,
12368#Nehemia,3,38#38. wir aber bauten die Mauer, und die ganze Mauer wurde bis zu ihrer Hälfte geschlossen, und des Volkes Herz war bei der Arbeit.
12369#Nehemia,4,1#1. Es war nun, als Saneballat, Tobija, die Araber, Ammoniter und Aschdoder hörten, daß der Mauer Jeruschalaims Wiederherstellung geworden und daß die Breschen sich zu schließen begannen, da verdroß es sie sehr.
12370#Nehemia,4,2#2. Und sie verschworen sich alle insgesamt, zu kommen und gegen Jeruschalaim zu kämpfen und ihm Verwirrung zu bereiten.
12371#Nehemia,4,3#3. Da beteten wir zu unserm Gott, und wir stellten ihretwegen Wachen gegen sie auf bei Tag und bei Nacht.
12372#Nehemia,4,4#4. Da sprach Jehuda: ,Es wankt der Träger Kraft, und des Schuttes ist viel, und wir vermögens nicht, an der Mauer zu bauen!'
12373#Nehemia,4,5#5. Unsere Feinde aber sprachen: ,Sie werden nichts merken und nichts sehen, bis daß wir unter sie kommen, sie erschlagen und das Werk zum Stillstand bringen.'
12374#Nehemia,4,6#6. Es war nun, sobald die Jehudäer, die bei ihnen wohnten, kamen, da sagten sie es uns, zehnmal: ,Von allen Orten, wohin ihr euch wenden mögt, auf uns her.'
12375#Nehemia,4,7#7. Da stellte ich unten an dem Platz hinter der Mauer, auf den Felsen, dort stellte ich das Volk auf nach Geschlechtern mit ihren Schwertern, ihren Lanzen und ihren Bogen.
12376#Nehemia,4,8#8. Und ich sah nach, trat hervor und sprach zu den Vornehmen, den Vorstehern und dem übrigen Volk: ,Fürchtet nicht vor ihnen! Des Herrn, des großen und furchtbaren, gedenkt und kämpft für eure Brüder, eure Söhne, eure Töchter, eure Frauen und eure Häuser!'
12377#Nehemia,4,9#9. Es war nun, als unsere Feinde hörten, daß es uns kundgeworden war, da machte Gott ihren Plan zunichte, und wir kehrten alle zur Mauer zurück, jeder zu seiner Arbeit.
12378#Nehemia,4,10#10. Und es war von diesem Tag an, da arbeitete die Hälfte meiner Burschen an dem Werk, und die Hälfte von ihnen hielt die Lanzen, Schilde, Bogen und Panzer, und die Obersten (standen) hinter jedem Haus von Jehuda.
12379#Nehemia,4,11#11. Die an der Mauer bauten und die an der Last trugen, luden auf; mit der einen Hand arbeitete er am Werk, und die andere hielt die Waffe.
12380#Nehemia,4,12#12. Und die Bauleute hatten jeder sein Schwert um die Lenden gebunden, da sie bauten, und der das Horn blies, war bei mir.
12381#Nehemia,4,13#13. Da sagte ich zu den Vornehmen, zu den Vorstehern und zum übrigen Volk: ,Das Werk ist groß und weithin, und wir sind gesondert auf der Mauer, einer weit vom andern.
12382#Nehemia,4,14#14. An den Ort, woher ihr den Schall des Hornes hört, dorthin sammelt euch zu uns. Unser Gott wird für uns streiten!'
12383#Nehemia,4,15#15. So arbeiteten wir an dem Werk, während die Hälfte von ihnen die Lanzen hielt, vom Abzug der Morgendämmerung bis zum Aufgang der Sterne.
12384#Nehemia,4,16#16. Zu jener Zeit auch sagte ich zum Volk: ,Jeder soll mit seinem Knappen innerhalb Jeruschalaims übernachten; so werden sie uns nachts als Wache dienen und tags am Werk.'
12385#Nehemia,4,17#17. Ich aber, meine Brüder, meine Knappen und die Wachtleute, die mir folgten, wir zogen unsere Kleider nicht aus: Jeder mit der Waffe (selbst) zum Wasser.
12386#Nehemia,5,1#1. Es war aber ein Wehgeschrei des Volkes, da ihre Schuldverpflichtung groß war bei ihren jehudäischen Brüdern.
12387#Nehemia,5,2#2. Und es gab welche, die sagten: ,Unserer Söhne und Töchter (verpfänden) wir viele, daß wir Korn kaufen, um zu essen und zu leben.'
12388#Nehemia,5,3#3. Und es gab welche, die sagten: ,Unsere Felder, Weinberge und Häuser verpfänden wir, daß wir Korn kaufen in der Hungersnot.'
12389#Nehemia,5,4#4. Und welche gab es, die sagten: ,Wir haben Geld geliehen für die Steuer des Königs auf unsere Felder und Weinberge.
12390#Nehemia,5,5#5. Und nun: Wie unserer Brüder Leib ist unser Leib, wie ihre Söhne unsere Söhne; und sieh, wir pressen unsere Söhne und Töchter zu Sklaven, und manche unserer Töchter sind versklavt, und wir sind machtlos, und unsere Felder und Weinberge gehören anderen!'
12391#Nehemia,5,6#6. Das verdroß mich sehr, als ich ihr Wehgeschrei und diese Worte hörte.
12392#Nehemia,5,7#7. Da suchte mein Herz in mir sich Rat, und ich stritt mit den Vornehmen und den Vorstehern und sagte ihnen: ,Schuldforderung betreibt ihr, einer gegen den andern!' Und ich brachte gegen sie eine große Zusammenrottung auf.
12393#Nehemia,5,8#8. Dann sprach ich zu ihnen: ,Wir haben unsere jehudäischen Brüder, die unter die Völker verkauft waren, losgekauft, soweit es bei uns stand; ihr wollt nun gar eure Brüder verkaufen, daß sie (wieder) an uns verkauft werden?' Da schwiegen sie und fanden keine Worte.
12394#Nehemia,5,9#9. Dann sagte ich: ,Nicht gut ist die Sache, die ihr tut! Solltet ihr nicht in der Furcht unseres Gottes wandeln vor dem Schimpf der uns feindlichen Völker?
12395#Nehemia,5,10#10. Und auch ich, meine Brüder und meine Burschen, wir haben bei ihnen Geld und Korn zu fordern. Lassen wir doch diese Forderung fahren!
12396#Nehemia,5,11#11. Gebt ihnen doch noch heute ihre Felder, Weinberge, Ölbäume und Häuser zurück und den Hundertsatz von Geld und Korn, Most und Ölsaft, den ihr bei ihnen zu fordern habt!'
12397#Nehemia,5,12#12. Da sagten sie: ,Wir geben es zurück und verlangen von ihnen nichts. So wollen wir tun, wie du sagst!' Da rief ich die Priester und ließ sie schwören, demgemäß zu tun.
12398#Nehemia,5,13#13. Auch schüttelte ich meinen Gewandbausch und sagte: ,So möge Gott jeden Mann, der dieses Wort nicht hält, aus seinem Haus und seinem Erworbenen ausschütteln, so sei er, ausgeschüttelt und leer!' Da rief die ganze Volksschar: ,Amen!', und sie priesen den Ewigen, und das Volk tat demgemäß.
12399#Nehemia,5,14#14. Auch von dem Tag an, wo er mich entbot, Statthalter im Land Jehuda zu sein, vom zwanzigsten Jahr bis zum zweiunddreißigsten Jahr des Königs Artahschast, zwölf Jahre hindurch, habe ich und meine Brüder Unterhalt des Statthalters nicht genossen.
12400#Nehemia,5,15#15. Die früheren Statthalter dagegen, die vor mir waren, drückten schwer auf das Volk und nahmen von ihnen für Brot und Wein, außerdem noch vierzig Schekel Silber (täglich), auch ihre Burschen schalteten über das Volk. Ich aber tat nicht so, aus Furcht vor Gott.
12401#Nehemia,5,16#16. Und auch bei dieser Arbeit an der Mauer half ich mit, und Felder haben wir nicht gekauft, und alle meine Burschen waren dort bei der Arbeit versammelt.
12402#Nehemia,5,17#17. Und die Jehudäer und die Vorsteher, hundertfünfzig Mann, und die zu uns kamen von den Völkern rings um uns, waren an meinem Tisch.
12403#Nehemia,5,18#18. Und was für einen Tag hergerichtet wurde, war: Ein Ochs, sechs auserlesene Schafe und Geflügel wurde für mich zubereitet, und alle zehn Tage von allerlei Wein in großer Menge; und bei alledem habe ich Unterhalt des Statthalters nicht beansprucht, da die Fron schwer auf diesem Volk lastete.
12404#Nehemia,5,19#19. Gedenke mir, mein Gott, zum Guten alles, was ich für dieses Volk getan habe!
12405#Nehemia,6,1#1. Es war aber, als es Saneballat, Tobija, dem Araber Geschem und unseren übrigen Feinden zu Ohren kam, daß ich die Mauer gebaut hatte, und keine Bresche in ihr geblieben war - ich hatte wohl bis zu jener Zeit nicht Türflügel in die Tore gesetzt -
12406#Nehemia,6,2#2. da sandten Saneballat und Geschem zu mir, und sie ließen sagen: ,Komm, wir wollen uns in Kefirim in der Ebene von Ono treffen.' Sie gedachten aber, mir Böses anzutun.
12407#Nehemia,6,3#3. Da sandte ich Boten an sie und ließ sagen: ,An einem großen Werk arbeite ich und kann nicht hinunterkommen. Warum soll das Werk stillstehn, wenn ich es lasse und zu euch hinunterkomme?'
12408#Nehemia,6,4#4. Da schickten sie zu mir in dieser Weise viermal, aber ich antwortete ihnen in gleicher Weise.
12409#Nehemia,6,5#5. Da sandte zu mir Saneballat in dieser Weise ein fünftes Mal seinen Knappen, mit einem offenen Brief in seiner Hand.
12410#Nehemia,6,6#6. Darin war geschrieben: ,Baggoji(m) kam es zu Ohren, und Gaschmu sagt es: Du und die Jehudäer gedenken einen Aufstand zu machen, deshalb baust du die Mauer, und du sollst ihr König werden nach diesen Reden.
12411#Nehemia,6,7#7. Und auch Gottbegeistete hast du bestellt, über dich in Jeruschalaim auszurufen: König in Jehuda! Und nun werden dem König solche Reden zu Ohren kommen. So komm denn, daß wir uns gemeinsam beraten.'
12412#Nehemia,6,8#8. Da sandte ich an ihn und ließ sagen: ,Es ist nichts dergleichen geschehen, was du sagst, sondern aus deinem Herzen ersinnst du es!'
12413#Nehemia,6,9#9. Denn sie alle wollten uns Furcht einjagen, indem sie dachten: Ihre Hände werden von dem Werk lassen, daß es nicht ausgeführt wird. Und nun festige meine Hände!
12414#Nehemia,6,10#10. Und ich kam in das Haus Schema'jas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetab'els, während er sich eingeschlossen hatte. Und er sprach: ,Wir wollen uns einfinden im Haus Gottes, im Innern des Tempels, und die Türen des Tempels verschließen! Denn man kommt, dich zu erschlagen, und des Nachts kommt man, dich zu erschlagen!'
12415#Nehemia,6,11#11. Ich aber sagte: ,Ein Mann wie ich soll fliehen? Und wie könnte wer meinesgleichen, der in den Tempel käme, am Leben bleiben? Ich komme nicht!'
12416#Nehemia,6,12#12. Und ich erkannte: Nein, nicht Gott hatte ihn gesandt, sondern die Weissagung sprach er über mich, weil Tobija und Saneballat ihn gedungen hatten.
12417#Nehemia,6,13#13. Dazu war er gedungen, daß ich mich fürchte, so tue und mich versündige, daß es ,ihnen' zu üblem Leumund diene, damit sie mich verlästern.
12418#Nehemia,6,14#14. Gedenke, mein Gott, dem Tobija und Saneballat nach diesen seinen Taten! Auch der Noadja, der Begeisteten, und den übrigen Begeisteten, die mich in Furcht jagen wollten!
12419#Nehemia,6,15#15. Und die Mauer war vollendet am fünfundzwanzigsten Elul, nach zweiundfünfzig Tagen.
12420#Nehemia,6,16#16. Es war aber, als alle unsere Feinde es hörten und alle Völker rings um uns es sahen, da sanken sie sehr in ihren Augen, und sie erkannten, daß von unserm Gott aus dieses Werk getan worden war.
12421#Nehemia,6,17#17. Auch in jenen Tagen ließen die Vornehmen aus Jehuda häufig ihre Briefe an Tobija gehen, und solche von Tobija kamen zu ihnen.
12422#Nehemia,6,18#18. Denn zahlreich waren in Jehuda seine Schwurbrüder, da er ein Eidam Schechanjas, des Sohnes Arahs, war, und sein Sohn Jehohanan die Tochter Meschullams, des Sohnes Berechjas, genommen hatte.
12423#Nehemia,6,19#19. Auch sprachen sie vor mir zu seinen Gunsten und hinterbrachten ihm meine Worte. Briefe sandte Tobija, um mir Furcht einzujagen.
12424#Nehemia,7,1#1. Es war nun, als die Mauer gebaut war, und ich die Türflügel gesetzt hatte und die ,Tormänner', Sänger und Lewiten bestellt waren,
12425#Nehemia,7,2#2. da entbot ich meinen Bruder Hanani und Hananja, den Burgobersten über Jeruschalaim - denn der galt als getreuer Mann und gottesfürchtig vor vielen -
12426#Nehemia,7,3#3. und ich sprach zu ihnen: ,Die Tore Jeruschalaims sollen nicht geöffnet werden, bis die Sonne heiß ist, und noch während man dabei steht, soll man die Türflügel zuschlagen, und ihr sichert sie; und man stelle Wachen der Bewohner Jeruschalaims auf, jeden in seiner Wache und jeden gegenüber seinem Haus.'
12427#Nehemia,7,4#4. Aber die Stadt war weiträumig und groß, und das Volk in ihr spärlich, und keine Häuser gebaut.
12428#Nehemia,7,5#5. Da gab mir mein Gott ins Herz, daß ich die Vornehmen, die Vorsteher und das Volk nach der Geschlechtseintragung versammelte. Und ich fand das Geschlechtsverzeichnis derer, die zuerst heraufgezogen waren, und fand darin geschrieben:
12429#Nehemia,7,6#6. Dies sind die Söhne der Landschaft, die heraufgezogen aus der Gefangenschaft der Deportierten, die Nebuchadnezzar, der König von Babel, fortgeführt hatte, und die dann nach Jeruschalaim und Jehuda zurückkehrten, jeder in seine Stadt.
12430#Nehemia,7,7#7. Die kamen mit Serubbabel, Jeschua, Nehemja, Asarja, Raamja, Nahamani, Mordechai-Bilschan, Misperet, Bigwai, Nehum, Baana. Die Zahl der Männer des Volkes Jisraël:
12431#Nehemia,7,8#8. Söhne Par'oschs: Zweitausendeinhundertzweiundsiebzig.
12432#Nehemia,7,9#9. Söhne Schefatjas: Dreihundertzweiundsiebzig.
12433#Nehemia,7,10#10. Söhne Arahs: Sechshundertzweiundfünfzig.
12434#Nehemia,7,11#11. Söhne Pahat-Moabs, von den Söhnen Jeschuas und Joabs: Zweitausendachthundertachtzehn.
12435#Nehemia,7,12#12. Söhne Elams: Tausendzweihundertvierundfünfzig.
12436#Nehemia,7,13#13. Söhne Sattus: Achthundertfünfundvierzig.
12437#Nehemia,7,14#14. Söhne Sakkais: Siebenhundertsechzig.
12438#Nehemia,7,15#15. Söhne Binnuis: Sechshundertachtundvierzig.
12439#Nehemia,7,16#16. Söhne Bebais: Sechshundertachtundzwanzig.
12440#Nehemia,7,17#17. Söhne Asgads: Zweitausenddreihundertzweiundzwanzig.
12441#Nehemia,7,18#18. Söhne Adonikams: Sechshundertsiebenundsechzig.
12442#Nehemia,7,19#19. Söhne Bigwais: Zweitausendsiebenundsechzig.
12443#Nehemia,7,20#20. Söhne Adins: Sechshundertfünfundfünfzig.
12444#Nehemia,7,21#21. Söhne Aters; von Hiskija: Achtundneunzig.
12445#Nehemia,7,22#22. Söhne Haschums: Dreihundertachtundzwanzig.
12446#Nehemia,7,23#23. Söhne Bezais: Dreihundertvierundzwanzig.
12447#Nehemia,7,24#24. Söhne Harifs: Hundertzwölf.
12448#Nehemia,7,25#25. Söhne Gib'ons: Fünfundneunzig.
12449#Nehemia,7,26#26. Männer von Bet-Lehem und Netofa: Hundertachtundachtzig.
12450#Nehemia,7,27#27. Männer von Anatot: Hundertachtundzwanzig.
12451#Nehemia,7,28#28. Männer von Bet-Asmawet: Zweiundvierzig.
12452#Nehemia,7,29#29. Männer von Kirjat-Jearim, Kefira und Beerot: Siebenhundertdreiundvierzig.
12453#Nehemia,7,30#30. Männer von ha-Rama und Geba: Sechshunderteinundzwanzig.
12454#Nehemia,7,31#31. Männer von Michmas: Hundertzweiundzwanzig.
12455#Nehemia,7,32#32. Männer von Bet-El und ha-Ai: Hundertdreiundzwanzig.
12456#Nehemia,7,33#33. Männer von dem andern Nebo: Zweiundfünfzig.
12457#Nehemia,7,34#34. Söhne des andern Elam: Tausendzweihundertvierundfünfzig.
12458#Nehemia,7,35#35. Söhne Harims: Dreihundertzwanzig.
12459#Nehemia,7,36#36. Söhne von Jereho: Dreihundertfünfundvierzig.
12460#Nehemia,7,37#37. Söhne von Lod, Hadid und Ono: Siebenhunderteinundzwanzig.
12461#Nehemia,7,38#38. Söhne Senaas: Dreitausendneunhundertdreißig.
12462#Nehemia,7,39#39. Die Priester: Söhne Jeda'jas, vom Hause Jeschuas: Neunhundertdreiundsiebzig.
12463#Nehemia,7,40#40. Söhne Immers: Tausendzweiundfünfzig.
12464#Nehemia,7,41#41. Söhne Paschhurs: Tausendzweihundertsiebenundvierzig.
12465#Nehemia,7,42#42. Söhne Harims: Tausendsiebzehn.
12466#Nehemia,7,43#43. Die Lewiten: Söhne Jeschuas, von Kadmiël von den Söhnen Lehodejas: Vierundsiebzig.
12467#Nehemia,7,44#44. Die Sänger: Söhne Asafs: Hundertachtundvierzig.
12468#Nehemia,7,45#45. Die ,Tormänner': Söhne Schallums, Söhne Aters, Söhne Talmons, Söhne Akkubs, Söhne Hatitas, Söhne Schobais: Hundertachtunddreißig.
12469#Nehemia,7,46#46. Die Weihgeschenkten: Söhne Zihas, Söhne Hasufas, Söhne Tabbaots,
12470#Nehemia,7,47#47. Söhne Keros', Söhne Sias, Söhne Padons,
12471#Nehemia,7,48#48. Söhne Lebanas, Söhne Hagabas, Söhne Salmais,
12472#Nehemia,7,49#49. Söhne Hanans, Söhne Giddels, Söhne Gahars,
12473#Nehemia,7,50#50. Söhne Reajas, Söhne Rezins, Söhne Nekodas,
12474#Nehemia,7,51#51. Söhne Gasams, Söhne Usas, Söhne Paseahs,
12475#Nehemia,7,52#52. Söhne Besais, Söhne der Mëunäer, Söhne der Nefischesäer,
12476#Nehemia,7,53#53. Söhne Bakbuks, Söhne Hakufas, Söhne Harhurs,
12477#Nehemia,7,54#54. Söhne Bazlits, Söhne Mehidas, Söhne Harschas,
12478#Nehemia,7,55#55. Söhne Barkos', Söhne Siseras, Söhne Tamahs,
12479#Nehemia,7,56#56. Söhne Neziahs, Söhne Hatifas.
12480#Nehemia,7,57#57. Die Söhne der Knechte Schelomos: Söhne Sotais, Söhne Soferets, Söhne Peridas,
12481#Nehemia,7,58#58. Söhne Jaalas, Söhne Darkons, Söhne Giddels,
12482#Nehemia,7,59#59. Söhne Schefatjas, Söhne Hattils, Söhne Pocheret-haZebajims, Söhne Amons.
12483#Nehemia,7,60#60. Alle Weihgeschenkten und Söhne der Knechte Schelomos: Dreihundertzweiundneunzig.
12484#Nehemia,7,61#61. Und diese sind es, die heraufgezogen aus Tel-Melah, Tel-Harscha, Kerub, Addon und Immer, die ihr Vaterhaus und ihre Abkunft nicht angeben konnten, ob sie aus Jisraël waren:
12485#Nehemia,7,62#62. Söhne Delajas, Söhne Tobijas, Söhne Nekodas: Sechshundertzweiundvierzig.
12486#Nehemia,7,63#63. Und von den Priestern: Söhne Hobajas, Söhne ha-Koz', Söhne Barsillais, der ein Weib genommen von den Töchtern des Gil'aditen Barsillai und nach ihrem Namen genannt wurde.
12487#Nehemia,7,64#64. Diese suchten ihre Urkunde über die Geschlechtseintragung, aber sie fand sich nicht; und so wurden sie vom Priestertum ausgeschlossen.
12488#Nehemia,7,65#65. Und der Ehrwürdige befahl ihnen, nicht vom Hochheiligen zu essen, bis der Priester antritt für die Urim und Tummim.
12489#Nehemia,7,66#66. Die ganze Volksschar insgesamt: Zweiundvierzigtausenddreihundertsechzig.
12490#Nehemia,7,67#67. Außer ihren Knechten und Mägden; diese waren siebentausenddreihundertsiebenunddreißig. Und Sänger und Sängerinnen hatten sie zweihundertfünfundvierzig.
12491#Nehemia,7,68#68. [Ihre Pferde: Siebenhundertsechsunddreißig; ihre Maultiere: Zweihundertfünfundvierzig.]
12492#Nehemia,7,69#69. Kamele: Vierhundertfünfunddreißig; Esel: Sechstausendsiebenhundertzwanzig.
12493#Nehemia,7,70#70. Und ein Teil der Häupter der Vaterschaften schenkte für das Werk. Der Ehrwürdige gab für den Schatz: An Gold tausend Drachmen, Sprengbecken fünfzig, Priesterröcke fünfhundertdreißig.
12494#Nehemia,7,71#71. Und (einige) von den Häuptern der Vaterschaften gaben für den Werkschatz: An Gold zwanzigtausend Drachmen, an Silber zweitausendzweihundert Minen.
12495#Nehemia,7,72#72. Und was das übrige Volk gab, war an Gold zwanzigtausend Drachmen, an Silber zweitausend Minen, an Priesterröcken siebenundsechzig.
12496#Nehemia,7,73#73. Und es wohnten die Priester, die Lewiten, die ,Tormänner', die Sänger, die vom Volk, die Weihgeschenkten und ganz Jisraël in ihren Städten.» Als der siebente Monat herankam, daß die Kinder Jisraël in ihren Städten waren,
12497#Nehemia,8,1#1. da versammelte sich alles Volk wie ein Mann auf dem Freiplatz vor dem Wassertor, und sie sagten Esra, dem Schriftgelehrten, daß er das Buch der Weisung Mosches bringe, die der Ewige Jisraël geboten hatte.
12498#Nehemia,8,2#2. Da brachte Esra, der Priester, die Weisung vor die Volksschar, Mann und Weib und jeden, der zu hören verstand, am ersten Tag des siebenten Monats.
12499#Nehemia,8,3#3. Und er las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor, vom Tageslicht an bis zum Mittag, vor den Männern, Frauen und denen, die es verstehen konnten, und die Ohren des ganzen Volkes waren dem Buch der Weisung zugewandt.
12500#Nehemia,8,4#4. Und Esra, der Schriftgelehrte, stand auf einem Holzgestell, das man hierfür errichtet hatte, und neben ihm standen: Mattitja, Schema, Anaja, Urija, Hilkija und Maaseja zu seiner Rechten, und zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja, Meschullam.
12501#Nehemia,8,5#5. Und Esra öffnete das Buch vor den Augen alles Volkes - denn er stand über allem Volk - und als er es öffnete, stand alles Volk auf.
12502#Nehemia,8,6#6. Dann pries Esra den Ewigen, den großen Gott, und alles Volk erwiderte: «Amen! Amen!», mit Erheben ihrer Hände, neigten sich und warfen sich nieder vor dem Ewigen, mit dem Antlitz zur Erde.
12503#Nehemia,8,7#7. Und Jeschua, Bani, Scherebeja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja und die Lewiten erläuterten dem Volk die Weisung, und das Volk blieb auf seinem Standort.
12504#Nehemia,8,8#8. So lasen sie aus dem Buch der Weisung Gottes vor mit Erläuterung und Darlegung des Sinnes, daß sie das Gelesene verständlich machten.
12505#Nehemia,8,9#9. Dann sprach Nehemja - das ist der Ehrwürdige - und Esra, der schriftgelehrte Priester, und die Lewiten, die dem Volk erläuterten, zu allem Volk: «Der Tag ist heilig dem Ewigen, eurem Gott, trauert nicht und weint nicht!» Denn alles Volk weinte, als sie die Worte der Weisung hörten.
12506#Nehemia,8,10#10. Und er sprach zu ihnen: «Geht, eßt Üppiges und trinkt Süßes und sendet Gaben dem, der nichts bereit hat, denn heilig ist der Tag unserm Herrn; und seid nicht betrübt, denn des Ewigen Wonne ist es, eurer Schutzburg.»
12507#Nehemia,8,11#11. Und die Lewiten beruhigten alles Volk, indem sie sagten: «Seid still, denn der Tag ist heilig, und seid nicht betrübt!»
12508#Nehemia,8,12#12. Da ging alles Volk, zu essen und zu trinken, Gaben zu senden und ein großes Freudenfest zu veranstalten, denn sie verstanden die Worte, die man ihnen verkündet hatte.
12509#Nehemia,8,13#13. Und am zweiten Tag versammelten sich die Häupter der Vaterschaften des ganzen Volkes, die Priester und die Lewiten bei Esra, dem Schriftgelehrten, um aufzumerken auf die Worte der Weisung.
12510#Nehemia,8,14#14. Da fanden sie in der Weisung, die der Ewige durch Mosche geboten hatte, geschrieben, daß die Kinder Jisraël in Hütten wohnen sollten am Fest im siebenten Monat,
12511#Nehemia,8,15#15. so daß sie kundtaten und einen Ruf ergehen ließen durch alle ihre Städte und in Jeruschalaim, besagend: «Zieht hinaus aufs Gebirge und bringt Laub von der Olive, Laub vom (wilden) Ölbaum, Laub von der Myrte, Laub von Palmen und Laub von dichtbelaubten Bäumen, um Hütten zu machen, wie geschrieben steht.»
12512#Nehemia,8,16#16. Da zog das Volk hinaus und brachte es, und sie machten sich Hütten ein jeder auf seinem Dach und in ihren Höfen und in den Höfen des Gotteshauses, auch auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Efraimtor.
12513#Nehemia,8,17#17. So machte die ganze Volksschar der aus der Gefangenschaft Zurückgekehrten Hütten, und sie wohnten in den Hütten; denn seit den Tagen Jeschuas, des Sohnes Nuns, hatten die Kinder Jisraël dergleichen nicht gemacht bis zu jenem Tag, und es war sehr große Freude.
12514#Nehemia,8,18#18. Und er las aus dem Buch der Weisung Gottes Tag für Tag, vom ersten Tag bis zum letzten Tag; und sie feierten ein Fest sieben Tage lang, und am achten die Festversammlung nach der Vorschrift.
12515#Nehemia,9,1#1. Am vierundzwanzigsten Tag dieses Monats aber versammelten sich die Kinder Jisraël bei Fasten und in Sackzeug und mit Erde auf sich.
12516#Nehemia,9,2#2. Da schied sich der Same Jisraëls ab von allen Kindern der Fremde; und sie traten hin und bekannten ihre Sünden und die Vergehen ihrer Väter.
12517#Nehemia,9,3#3. Und sie standen auf ihrem Platz und lasen aus dem Buch der Weisung des Ewigen, ihres Gottes, ein Viertel des Tages, und ein Viertel bekannten sie und warfen sich nieder vor dem Ewigen, ihrem Gott.
12518#Nehemia,9,4#4. Und es trat auf die Erhöhung der Lewiten: Jeschua, Banai, Kadmiël, Schebanja, Bunni, Scherebeja, Bani und Kenani, und sie riefen mit lauter Stimme zum Ewigen, ihrem Gott.
12519#Nehemia,9,5#5. Dann sprachen die Lewiten Jeschua, Kadmiël, Bani, Haschabneja, Scherebeja, Hodija, Schebanja, Petahja: «Auf, preist den Ewigen, euren Gott, (des Preis) von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man preise den Namen deiner Herrlichkeit, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!
12520#Nehemia,9,6#6. Du, Ewiger, bist es allein! Du hast den Himmel geschaffen, der Himmel Himmel und all ihr Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist, die Meere und alles, was in ihnen ist, und du hältst sie alle am Leben, und das Heer des Himmels wirft sich vor dir nieder.
12521#Nehemia,9,7#7. Du bist der Ewige, der Gott, der du Abram ausgewählt hast, ihn hinausgeführt hast aus Ur der Kasdäer und seinen Namen in Abraham gewandelt hast.
12522#Nehemia,9,8#8. Und da du sein Herz bewährt vor dir fandest, schlossest du mit ihm den Bund, zu geben das Land des Kenaani, Hitti, Emori, Perisi, Jebusi und Girgaschi, es seinem Samen zu geben, und du hieltest deine Worte, denn gerecht bist du.
12523#Nehemia,9,9#9. Dann sahst du das Elend unserer Väter in Mizraim, und ihren Notschrei hörtest du am Schilfmeer.
12524#Nehemia,9,10#10. Und du gabst Wunderzeichen und Wahrbeweise an Par'o, allen seinen Knechten und allem Volk seines Landes, denn du wußtest, daß sie böswillig an ihnen gehandelt, und schufst dir einen Namen wie noch am heutigen Tag.
12525#Nehemia,9,11#11. Und das Meer spaltetest du vor ihnen, daß sie inmitten des Meeres auf dem Trockenen hindurchzogen, doch ihre Verfolger stürztest du in die Tiefe, wie einen Stein in mächtige Wasser.
12526#Nehemia,9,12#12. Und mit einer Wolkensäule leitetest du sie des Tags und mit einer Feuersäule des Nachts, um ihnen den Weg zu erleuchten, auf dem sie gehen sollten.
12527#Nehemia,9,13#13. Und auf den Berg Sinai stiegst du herab und sprachst mit ihnen vom Himmel her, gabst ihnen gerechte Vorschriften und Weisungen der Wahrheit, gute Satzungen und Gebote.
12528#Nehemia,9,14#14. Und deinen heiligen Sabbat tatest du ihnen kund, und Gebote, Satzungen und Weisung gebotest du ihnen durch Mosche, deinen Knecht.
12529#Nehemia,9,15#15. Und Brot vom Himmel gabst du ihnen für ihren Hunger, und Wasser brachtest du ihnen aus dem Felsen hervor für ihren Durst, und hießest sie einziehn, um das Land in Besitz zu nehmen, das ihnen zu geben du deine Hand erhoben.
12530#Nehemia,9,16#16. Sie aber und unsere Väter handelten böswillig, sie steiften ihren Nacken und hörten nicht auf deine Gebote.
12531#Nehemia,9,17#17. Und sie weigerten sich zu hören und gedachten nicht deiner Wunder, die du an ihnen getan, sie steiften ihren Nacken und setzten ein Oberhaupt, zu ihrer Knechtschaft in ihrem Trotz zurückzukehren. Du aber bist ein Gott der Verzeihung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Liebe, und verließest sie nicht.
12532#Nehemia,9,18#18. Sogar als sie sich ein gegossenes Kalb machten und sprachen: ,Das ist dein Gott, der dich aus Mizraim heraufgeführt hat!' und große Lästerungen verübten,
12533#Nehemia,9,19#19. hast du sie doch in deinem großen Erbarmen nicht in der Wüste verlassen; die Wolkensäule wich nicht von ihnen bei Tag, um sie auf dem Weg zu leiten, noch die Feuersäule bei Nacht, um ihnen den Weg zu erleuchten, auf dem sie gehen sollten.
12534#Nehemia,9,20#20. Und deinen guten Geist gabst du, um sie zur Einsicht zu führen, dein Manna versagtest du ihrem Mund nicht, und Wasser gabst du ihnen für ihren Durst.
12535#Nehemia,9,21#21. Und vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, daß sie keinen Mangel hatten; ihre Kleider wurden nicht abgetragen, und ihre Füße schwollen nicht.
12536#Nehemia,9,22#22. Dann gabst du ihnen Königreiche und Völker und teiltest sie stückweise; und sie nahmen das Land Sihons, das Land des Königs von Heschbon, und das Land Ogs, des Königs des Baschan, in Besitz.
12537#Nehemia,9,23#23. Und ihre Söhne machtest du zahlreich wie die Sterne des Himmels und brachtest sie in das Land, von dem du ihren Vätern geheißen hattest, einzuziehen, um es in Besitz zu nehmen.
12538#Nehemia,9,24#24. Dann kamen die Söhne und nahmen das Land in Besitz, und du beugtest vor ihnen die Bewohner des Landes, die Kenaanäer, und gabst sie in ihre Hand, ihre Könige und die Völker des Landes, mit ihnen zu tun nach ihrem Belieben.
12539#Nehemia,9,25#25. Und sie eroberten befestigte Städte und fetten Boden, sie nahmen Besitz von Häusern voll von allem Guten, gehauene Zisternen, Weinberge, Ölbäume und Fruchtbäume in Menge, sie aßen, wurden satt und fett und lebten in Wonne durch deine große Güte.
12540#Nehemia,9,26#26. Da trotzten sie und empörten sich gegen dich, warfen deine Weisung hinter ihren Rücken, erschlugen deine Begeisteten, die sie verwarnt, um sie zu dir zurückzuführen, und verübten große Lästerungen.
12541#Nehemia,9,27#27. Da gabst du sie in die Hand ihrer Dränger, und sie bedrängten sie; aber in der Zeit ihrer Bedrängnis schrien sie zu dir, und du hörtest vom Himmel her, und nach deinem großen Erbarmen gabst du ihnen Retter, die sie aus der Hand ihrer Dränger retteten.
12542#Nehemia,9,28#28. Sobald sie aber Ruhe hatten, taten sie wieder Böses vor dir; da überließest du sie der Hand ihrer Feinde, daß sie Gewalt hatten über sie. Dann kamen sie wieder und schrien zu dir, und du hörtest vom Himmel her und rettetest sie nach deinem Erbarmen, viele Male.
12543#Nehemia,9,29#29. Und du verwarntest sie, um sie zu deiner Weisung zurückzuführen; sie aber handelten böswillig, hörten nicht auf deine Gebote und sündigten gegen deine Vorschriften, die der Mensch tun soll, daß er durch sie lebe; sie zeigten eine störrige Schulter, steiften ihren Nacken und hörten nicht.
12544#Nehemia,9,30#30. Du hieltest es hin mit ihnen viele Jahre und verwarntest sie mit deinem Geist durch deine Begeisteten - aber sie merkten nicht auf. Da gabst du sie in die Hand der Völker der Länder.
12545#Nehemia,9,31#31. Aber in deinem großen Erbarmen machtest du ihnen nicht garaus und verließest sie nicht, denn ein gnädiger und barmherziger Gott bist du.
12546#Nehemia,9,32#32. Und nun, unser Gott, du großer, starker und furchtbarer Gott, der den Bund und die Liebe wahrt, laß nicht gering sein vor dir all die Heimsuchung, die uns betroffen, unsere Könige, Obersten, Priester und Gottbegeisteten, unsere Väter und dein ganzes Volk seit den Tagen der Könige von Aschschur bis auf diesen Tag.
12547#Nehemia,9,33#33. Du aber bist gerecht bei allem, was über uns gekommen ist; denn du hast Treue geübt, wir aber haben gefrevelt.
12548#Nehemia,9,34#34. Und unsere Könige, unsere Obersten, unsere Priester und unsere Väter haben deine Weisung nicht ausgeführt, haben nicht aufgemerkt auf deine Gebote und auf deine Warnungen, mit denen du sie verwarnt hast.
12549#Nehemia,9,35#35. Und sie, in ihrem Königtum und bei deinem reichen Gut, das du ihnen gegeben hast, und in dem geräumigen und fetten Land, das du ihnen überlassen hast, haben sie dir nicht gedient, und sie kehrten nicht um von ihren bösen Taten.
12550#Nehemia,9,36#36. Sieh, wir sind heute Knechte, und das Land, das du unseren Vätern gegeben hast, seine Frucht und sein Gut zu genießen - sieh, wir sind Knechte darauf.
12551#Nehemia,9,37#37. Und sein Ertrag zinst für die Könige, die du ob unserer Sünden über uns gesetzt hast, über unsere Leiber gebieten sie und über unser Vieh nach ihrem Belieben, und in großer Not sind wir!
12552#Nehemia,10,1#1. Und bei alledem schließen wir einen Vertrag und schreiben nieder, und auf der Versiegelung (unterzeichnen): Unsere Obersten, unsere Lewiten, unsere Priester.
12553#Nehemia,10,2#2. Und auf der Versiegelung stehen: Nehemja, der Ehrwürdige, der Sohn Hachaljas, und Zidkija,
12554#Nehemia,10,3#3. Seraja, Asarja, Jirmeja,
12555#Nehemia,10,4#4. Paschhur, Amarja, Malkija,
12556#Nehemia,10,5#5. Hattusch, Schebanja, Malluch,
12557#Nehemia,10,6#6. Harim, Meremot, Obadja,
12558#Nehemia,10,7#7. Danijel, Ginneton, Baruch,
12559#Nehemia,10,8#8. Meschullam, Abija, Mijamin,
12560#Nehemia,10,9#9. Maasja, Bilgai, Schema'ja. Dies sind die Priester.
12561#Nehemia,10,10#10. Und die Lewiten: Jeschua, der Sohn Asanjas, Binnui von den Söhnen Henadads, Kadmiël.
12562#Nehemia,10,11#11. Und ihre Brüder: Schebanja, Hodija, Kelita, Pelaja, Hanan,
12563#Nehemia,10,12#12. Micha, Rehob, Haschabja,
12564#Nehemia,10,13#13. Sakkur, Scherebeja, Schebanja,
12565#Nehemia,10,14#14. Hodija, Bani, Beninu.
12566#Nehemia,10,15#15. Die Häupter des Volkes: Par'osch, Pahat-Moab, Elam, Sattu, Bani,
12567#Nehemia,10,16#16. Bunni, Asgad, Bebai,
12568#Nehemia,10,17#17. Adonija, Bigwai, Adin,
12569#Nehemia,10,18#18. Ater, Hiskija, Asur,
12570#Nehemia,10,19#19. Hodija, Haschum, Bezai,
12571#Nehemia,10,20#20. Harif, Anatot, Nebai,
12572#Nehemia,10,21#21. Magpiasch, Meschullam, Hesir,
12573#Nehemia,10,22#22. Meschesab'el, Zadok, Jaddua,
12574#Nehemia,10,23#23. Pelatja, Hanan, Anaja,
12575#Nehemia,10,24#24. Hoschea, Hananja, Haschschub,
12576#Nehemia,10,25#25. ha-Lohesch, Pilha, Schobek,
12577#Nehemia,10,26#26. Rehum, Haschabna, Maaseja
12578#Nehemia,10,27#27. und Ahija, Hanan, Anan,
12579#Nehemia,10,28#28. Malluch, Harim, Baana.
12580#Nehemia,10,29#29. Und das übrige Volk, die Priester, Lewiten, ,Tormänner', Sänger, Weihgeschenkten und alles, was sich abgeschieden hat von den Völkern der Länder zur Weisung Gottes, ihre Frauen, Söhne und Töchter, jeder Verständige, Einsichtige,
12581#Nehemia,10,30#30. machen es fest ob ihren Brüdern, sie in Gelöbnis nehmend, und treten in Eid und Schwur, zu wandeln in der Weisung Gottes, die durch Mosche, den Gottesknecht, gegeben wurde, und zu wahren und zu üben alle Gebote des Ewigen, unseres Herrn, und seine Vorschriften und Satzungen;
12582#Nehemia,10,31#31. und daß wir unsere Töchter nicht den Völkern des Landes geben, und ihre Töchter nicht für unsere Söhne nehmen wollen.
12583#Nehemia,10,32#32. Und wenn die Völker des Landes die Waren und allerlei Getreide am Sabbat zum Verkauf bringen, so wollen wir ihnen am Sabbat und am heiligen Tag nichts abnehmen, und wollen das siebente Jahr preisgeben, wie jede Handforderung.
12584#Nehemia,10,33#33. Und wir legen uns auf als Verpflichtung, ein Drittel Schekel im Jahr für den Dienst am Haus unseres Gottes zu geben,
12585#Nehemia,10,34#34. für das Schichtbrot und das ständige Mehlopfer, für das ständige Hochopfer, die Sabbat-, Neumond- und Festopfer, für die Weihopfer und die Sündopfer, zur Sühne für Jisraël, und für alle Verrichtung im Haus unseres Gottes.
12586#Nehemia,10,35#35. Und die Lose haben wir geworfen, Priester, Lewiten und Volk, über die Holzspende, sie zum Haus unseres Gottes je nach dem Vaterhaus zu bestimmten Zeiten Jahr für Jahr zu bringen, es zu verbrennen auf dem Altar des Ewigen, unseres Gottes, wie in der Weisung geschrieben steht.
12587#Nehemia,10,36#36. Und die Erstlinge unseres Bodens und die Erstlinge aller Frucht jedes Baumes Jahr für Jahr ins Haus des Ewigen zu bringen
12588#Nehemia,10,37#37. und die Erstlinge unserer Söhne und unseres Viehs, wie in der Weisung geschrieben steht; und die Erstlinge unserer Rinder und unserer Schafe ins Haus unseres Gottes zu bringen, zu den Priestern, die im Haus Gottes Dienst tun.
12589#Nehemia,10,38#38. Und das Erste unserer Teigtröge, unsere Hebegaben und die Frucht jedes Baumes, von Most und Ölsaft, wollen wir den Priestern bringen in die Kammern des Hauses unseres Gottes, und den Zehnten von unserm Boden den Lewiten, und sie, die Lewiten, nehmen den Zehnten in allen Städten unserer Arbeit.
12590#Nehemia,10,39#39. Und es soll der Priester, ein Sohn Aharons, bei den Lewiten sein, wenn die Lewiten verzehnten und die Lewiten dann den Zehnten des Zehnten hinaufbringen in das Haus unseres Gottes, in die Kammern zum Schatzhaus.
12591#Nehemia,10,40#40. Denn in die Kammern sollen die Kinder Jisraël und die Söhne Lewis die Hebegabe von Korn Most und Ölsaft bringen, und dort sind die Gefäße des Heiligtums, die diensttuenden Priester, die ,Tormänner' und die Sänger. Und wir werden das Haus unseres Gottes nicht im Stich lassen.»
12592#Nehemia,11,1#1. Und die Obersten des Volkes wohnten in Jeruschalaim, und das übrige Volk warf Lose, um einen von zehn hineinzubringen, daß er in Jeruschalaim, der heiligen Stadt, wohnte, und neun Teile in den Städten.
12593#Nehemia,11,2#2. Das Volk aber segnete alle Männer, die sich edelmütig erboten, in Jeruschalaim zu wohnen.
12594#Nehemia,11,3#3. Und dies sind die Häupter der Landschaft, die in Jeruschalaim wohnten; in den Städten Jehudas aber wohnten sie, jeder auf seinem Erbbesitz in ihren Städten, Jisraël, die Priester, die Lewiten, die Weihgeschenkten und die Söhne der Knechte Schelomos.
12595#Nehemia,11,4#4. Und in Jeruschalaim wohnten von den Söhnen Jehudas und den Söhnen Binjamins: Von den Söhnen Jehudas: Ataja, der Sohn Usijas, des Sohnes Secharjas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Schefatjas, des Sohnes Mahalal'els, von den Söhnen Perez'.
12596#Nehemia,11,5#5. Und Maaseja, der Sohn Baruchs, des Sohnes Kol-hoses, des Sohnes Hasajas, des Sohnes Adajas, des Sohnes Jojaribs, des Sohnes Secharjas, des Sohnes des Schiloni.
12597#Nehemia,11,6#6. Alle Söhne Perez', die in Jeruschalaim wohnten, waren vierhundertachtundsechzig kriegstüchtige Männer.
12598#Nehemia,11,7#7. Und dies sind die Söhne Binjamins: Sallu, der Sohn Meschullams, des Sohnes Joëds, des Sohnes Pedajas, des Sohnes Kolajas, des Sohnes Maasejas, des Sohnes Itiëls, des Sohnes Jescha'jas.
12599#Nehemia,11,8#8. Und nach ihm Gabbai, Sallai: Neunhundertachtundzwanzig.
12600#Nehemia,11,9#9. Und Joël, der Sohn Sichris, war Aufseher über sie, und Jehuda, der Sohn des Senua, war über die Stadt gesetzt, als Zweiter.
12601#Nehemia,11,10#10. Von den Priestern: Jeda'ja, der Sohn Jojaribs, Jachin,
12602#Nehemia,11,11#11. Seraja, der Sohn Hilkijas, des Sohnes Meschullams, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Merajots, des Sohnes Ahitubs, Vorsteher des Gotteshauses.
12603#Nehemia,11,12#12. Und ihre Brüder, die den Dienst im Haus verrichteten, achthundertzweiundzwanzig. Und Adaja, der Sohn Jerohams, des Sohnes Pelaljas, des Sohnes Amzis, des Sohnes Secharjas, des Sohnes Paschhurs, des Sohnes Malkijas,
12604#Nehemia,11,13#13. und seine Brüder, Häupter von Vaterschaften, waren zweihundertzweiundvierzig. Ferner Amaschsai, der Sohn Asar'els, des Sohnes Ahsais, des Sohnes Meschillemots, des Sohnes Immers,
12605#Nehemia,11,14#14. und ihre Brüder, Kriegsmannen, hundertachtundzwanzig; und Aufseher über sie war Sabdiël, der Sohn ha-Gedolims.
12606#Nehemia,11,15#15. Und von den Lewiten: Schema'ja, der Sohn Haschschubs, des Sohnes Asrikams, des Sohnes Haschabjas, des Sohnes Bunnis.
12607#Nehemia,11,16#16. Und Schabbetai und Josabad von den Häuptern der Lewiten standen dem äußern Dienst im Gotteshaus vor.
12608#Nehemia,11,17#17. Und Mattanja, der Sohn Michas, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Asafs, war der Erste beim Anfang, der beim Gebet huldigte, und Bakbukja der Zweite danach von seinen Brüdern, ferner Abda, der Sohn Schammuas, des Sohnes Galals, des Sohnes Jedutuns.
12609#Nehemia,11,18#18. Alle Lewiten in der heiligen Stadt waren zweihundertvierundachtzig.
12610#Nehemia,11,19#19. Und die «Tormänner»: Akkub, Talmon und ihre Brüder, die an den Toren Wache hielten, hundertzweiundsiebzig.
12611#Nehemia,11,20#20. Und der Rest Jisraëls, der Priester und Lewiten war in allen Städten Jehudas, jeder in seinem Erbbesitz.
12612#Nehemia,11,21#21. Und die Weihgeschenkten wohnten auf dem Ofelhügel, und Ziha und Gischpa standen den Weihgeschenkten vor.
12613#Nehemia,11,22#22. Und Aufseher der Lewiten in Jeruschalaim war Usi, der Sohn Banis, des Sohnes Haschabjas, des Sohnes Mattanjas, des Sohnes Michas, von den Söhnen Asafs, den Sängern bei dem Dienst des Gotteshauses.
12614#Nehemia,11,23#23. Denn königliches Gebot lag auf ihnen, und eine Vertragsverpflichtung oblag den Sängern: Des Tages Satz an seinem Tag.
12615#Nehemia,11,24#24. Und Petahja, der Sohn Meschesab'els, von den Söhnen Serahs, des Sohnes Jehudas, dem König zur Seite für alle Angelegenheiten des Volkes.
12616#Nehemia,11,25#25. Und in den Gehöften auf ihren Feldern wohnten von den Söhnen Jehudas (welche) in Kirjat-Arba und seinen Tochterstädten, in Dibon und seinen Tochterstädten, und in Jekabzeël und seinen Gehöften,
12617#Nehemia,11,26#26. und in Jeschua, in Molada und in Bet-Pelet,
12618#Nehemia,11,27#27. und in Hazar-Schual, in Beer-Scheba und seinen Tochterstädten,
12619#Nehemia,11,28#28. und in Zikelag und in Mechona und seinen Tochterstädten,
12620#Nehemia,11,29#29. und in En-Rimmon, in Zor'a und in Jarmut,
12621#Nehemia,11,30#30. Sanoah, Adullam und ihren Gehöften, Lachisch und seinen Feldern, Aseka und seinen Tochterstädten. So ließen sie sich nieder von Beer-Scheba bis zum Tal Hinnom.
12622#Nehemia,11,31#31. Und die Söhne Binjamins von Geba an, in Michmas, Ajja und Bet-El und seinen Tochterstädten,
12623#Nehemia,11,32#32. Anatot, Nob, Ananja,
12624#Nehemia,11,33#33. Hazor, Rama, Gittaim,
12625#Nehemia,11,34#34. Hadid, Zeboim, Neballat,
12626#Nehemia,11,35#35. Lod, Ono, Ge-Haraschim.
12627#Nehemia,11,36#36. Und von den Lewiten waren Abteilungen Jehudas (und) bei Binjamin.
12628#Nehemia,12,1#1. Und dies sind die Priester und Lewiten, die heraufkamen mit Serubbabel, dem Sohn Schealtiëls, und Jeschua: Seraja, Jirmeja, Esra,
12629#Nehemia,12,2#2. Amarja, Malluch, Hattusch,
12630#Nehemia,12,3#3. Schechanja, Rehum, Meremot,
12631#Nehemia,12,4#4. Iddo, Ginnetoj, Abija,
12632#Nehemia,12,5#5. Mijamin, Maadja, Bilga,
12633#Nehemia,12,6#6. Schema'ja, Jojarib, Jeda'ja,
12634#Nehemia,12,7#7. Sallu, Amok, Hilkija, Jeda'ja. Dies sind die Häupter der Priester und ihre Brüder in den Tagen Jeschuas.
12635#Nehemia,12,8#8. Und die Lewiten: Jeschua, Binnui, Kadmiël, Scherebeja, Jehuda, Mattanja; für die Huldigung war er und seine Brüder bestellt;
12636#Nehemia,12,9#9. und Bakbukja und Unni, ihre Brüder, ihnen gegenüber nach Dienstposten.
12637#Nehemia,12,10#10. Und Jeschua zeugte Jojakim, und Jojakim zeugte Eljaschib, und Eljaschib zeugte Jojada,
12638#Nehemia,12,11#11. und Jojada zeugte Jonatan, und Jonatan zeugte Jaddua.
12639#Nehemia,12,12#12. Und in den Tagen Jojakims waren Priester, Häupter der Vaterschaften, für Seraja: Meraja, für Jirmeja: Hananja,
12640#Nehemia,12,13#13. für Esra: Meschullam, für Amarja: Jehohanan.
12641#Nehemia,12,14#14. Für Melichu: Jonatan, für Schebanja: Josef.
12642#Nehemia,12,15#15. Für Harim: Adna, für Merajot: Helkai.
12643#Nehemia,12,16#16. Für Iddo: Secharja, für Ginneton: Meschullam.
12644#Nehemia,12,17#17. Für Abija: Sichri, für Minjamin, für Moadja: Piltai.
12645#Nehemia,12,18#18. Für Bilga: Schammua, für Schema'ja: Jehonatan.
12646#Nehemia,12,19#19. Und für Jojarib: Mattenai, für Jeda'ja: Usi.
12647#Nehemia,12,20#20. Für Sallai: Kallai, für Amok: Eber.
12648#Nehemia,12,21#21. Für Hilkija: Haschabja, für Jeda'ja: Netan'el.
12649#Nehemia,12,22#22. Die Lewiten in den Tagen Eljaschibs, Jojadas, Johanans und Jadduas sind aufgeschrieben nach Häuptern der Vaterschaften, sowie die Priester während der Regierung Darjaweschs, des Parsäers.
12650#Nehemia,12,23#23. Die Söhne Lewis, die Häupter der Vaterschaften, sind aufgeschrieben im Buch der Zeitbegebenheiten bis zu den Tagen Johanans, des Sohnes Eljaschibs.
12651#Nehemia,12,24#24. Und die Häupter der Lewiten: Haschabja, Scherebeja und Jeschua, der Sohn Kadmiëls, und ihre Brüder ihnen zur Seite, um zu lobpreisen und zu huldigen nach dem Gebot Dawids, des Gottesmannes, Dienstposten um Dienstposten.
12652#Nehemia,12,25#25. Mattanja, Bakbukja, Obadja, Meschullam, Talmon, Akkub, wachthabende «Tormänner», als Posten an den Schwellen der Tore.
12653#Nehemia,12,26#26. Diese waren in den Tagen Jojakims, des Sohnes Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, und in den Tagen Nehemjas, des Statthalters, und Esras, des schriftgelehrten Priesters.
12654#Nehemia,12,27#27. Und bei der Weihe der Mauer Jeruschalaims lud man die Lewiten aus allen ihren Orten ein, um sie nach Jeruschalaim zu bringen, daß sie Einweihung und Jubelfest veranstalteten mit Huldigungen, Lied, Zimbeln, Harfen und Zithern.
12655#Nehemia,12,28#28. Da versammelten sich die Söhne (Lewis), die Sänger, sowohl aus dem (Jordan-)Rund, der Umgebung Jeruschalaims wie aus den Gehöften derer von Netofa,
12656#Nehemia,12,29#29. und aus Bet-ha-Gilgal und den Feldbezirken von Geba und Asmawet, denn Gehöfte hatten sich die Sänger rings um Jeruschalaim gebaut.
12657#Nehemia,12,30#30. Dann reinigten sich die Priester und die Lewiten und reinigten das Volk, die Tore und die Mauer.
12658#Nehemia,12,31#31. «Und ich ließ die Obersten Jehudas oben auf die Mauer steigen und stellte zwei große Huldigungs(chöre) auf und Festzüge: (Einen) nach rechts hin oben auf der Mauer zum Misttor.
12659#Nehemia,12,32#32. Und es zog hinter ihnen her Hoscha'ja und die Hälfte der Obersten Jehudas
12660#Nehemia,12,33#33. und Asarja, Esra und Meschullam,
12661#Nehemia,12,34#34. Jehuda, Binjamin, Schema'ja und Jirmeja.
12662#Nehemia,12,35#35. Und von den Priestersöhnen mit Trompeten: Secharja, der Sohn Jonatans, des Sohnes Schema'jas, des Sohnes Mattanjas, des Sohnes Michajas, des Sohnes Sakkurs, des Sohnes Asafs.
12663#Nehemia,12,36#36. Und seine Brüder: Schema'ja, Asar'el, Milalai, Gilalai, Maai, Netan'el, Jehuda, Hanani mit den Musikinstrumenten Dawids, des Gottesmannes, und vor ihnen Esra, der Schriftgelehrte.
12664#Nehemia,12,37#37. Und am Quelltor und geradeaus stiegen sie auf den Stufen zur Dawidsburg am Aufgang zur Mauer hinauf, oberhalb des Hauses Dawids, bis zum Wassertor nach Osten.
12665#Nehemia,12,38#38. Der zweite Huldigungs(chor) aber ging nach der (andern) Seite, und ich hinter ihm her und die Hälfte des Volkes, oben auf der Mauer, über den Ofenturm bis zur breiten Mauer;
12666#Nehemia,12,39#39. und über das Efraimtor, und über das Jeschanator, das Fischtor, den Turm Hanan'els und den Turm der Hundert bis zum Schaftor, und sie hielten am Wachttor.
12667#Nehemia,12,40#40. Dann standen beide Huldigungs(chöre) im Haus Gottes still, auch ich und die Hälfte der Vorsteher mit mir.
12668#Nehemia,12,41#41. Und die Priester Eljakim, Maaseja, Minjamin, Michaja, Eljoënai, Secharja, Hananja mit den Trompeten.
12669#Nehemia,12,42#42. Und Maaseja, Schema'ja, El'asar, Usi, Jehohanan, Malkija, Elam und Eser. Dann stimmten die Sänger an, und Jisrahja war ihr Aufseher.
12670#Nehemia,12,43#43. Dann schlachteten sie an jenem Tag große Opfer und freuten sich, denn Gott hatte ihnen große Freude bereitet; und auch die Frauen und Kinder freuten sich; und der Jubel Jeruschalaims wurde weithin vernommen.
12671#Nehemia,12,44#44. An jenem Tag wurden Männer zur Aufsicht bestellt über die Vorratskammern, für die Hebegaben, das Erste und die Zehnten, um dahin einzubringen von den Feldern der Städte die gesetzlichen Gabenanteile für die Priester und Lewiten. Denn Jehuda hatte seine Freude an den Priestern und Lewiten, die da standen.
12672#Nehemia,12,45#45. Und sie wahrten die Wartung ihres Gottes und die Wartung der Reinigung. Und die Sänger und ,Tormänner' waren nach dem Gebot Dawids und seines Sohnes Schelomo.
12673#Nehemia,12,46#46. Denn in den Tagen Dawids und Asafs, schon von alters her, gab es Häupter der Sänger, Preislied und Huldigungen an Gott.
12674#Nehemia,12,47#47. Und ganz Jisraël gab in den Tagen Serubbabels und in den Tagen Nehemjas die Gabenanteile der Sänger und ,Tormänner', des Tages Satz an seinem Tag, und sie weihten für die Lewiten, und die Lewiten weihten für die Söhne Aharons.
12675#Nehemia,13,1#1. An jenem Tag wurde aus dem Buch Mosches vor den Ohren des Volkes vorgelesen, und es fand sich darin geschrieben, daß kein Ammoniter und Moabiter in die Volksschar Gottes kommen soll bis in Ewigkeit,
12676#Nehemia,13,2#2. weil sie den Kindern Jisraël nicht Brot und Wasser entgegenbrachten, sondern man Bil'am gegen sie dang, um sie zu verfluchen, unser Gott aber kehrte den Fluch in Segen um.
12677#Nehemia,13,3#3. Es war nun, als sie die Weisung hörten, da schieden sie alle Beimischung aus Jisraël ab.
12678#Nehemia,13,4#4. Vordem aber hatte der Priester Eljaschib, der in der Kammer im Haus unseres Gottes angestellt war, ein Verwandter Tobijas,
12679#Nehemia,13,5#5. diesem eine große Kammer hergerichtet - und dorthin hatte man früher das Mehlopfer getan, den Weihrauch, die Geräte und den Zehnten von Korn, Most und Ölsaft, den Pflichtanteil der Lewiten, Sänger und ,Tormänner' und die Hebegabe der Priester.
12680#Nehemia,13,6#6. Und ich war bei alledem nicht in Jeruschalaim gewesen; denn im zweiunddreißigsten Jahr Artahschasts, des Königs von Babel, war ich zum König gekommen, und nach Ablauf einer Zeit bat ich mich frei vom König.
12681#Nehemia,13,7#7. Als ich nun nach Jeruschalaim kam und den Frevel bemerkte, den Eljaschib für Tobija begangen, daß er ihm eine Kammer in den Höfen des Gotteshauses bereitet hatte,
12682#Nehemia,13,8#8. da mißfiel es mir sehr, und ich warf alle Hausgeräte Tobijas aus der Kammer hinaus.
12683#Nehemia,13,9#9. Dann befahl ich, daß man die Kammern reinige, und brachte die Geräte des Gotteshauses, das Mehlopfer und den Weihrauch wieder dorthin.
12684#Nehemia,13,10#10. Und ich erfuhr, daß die Gabenanteile für die Lewiten nicht geliefert wurden, so daß die diensttuenden Lewiten und Sänger geflohen waren, jeder auf sein Feld.
12685#Nehemia,13,11#11. Da stritt ich mit den Vorstehern und sagte: ,Warum ist das Haus Gottes verlassen?' Und ich sammelte sie und stellte sie auf ihren Posten.
12686#Nehemia,13,12#12. Und ganz Jehuda brachte den Zehnten vom Korn, Most und Ölsaft in die Vorratskammern.
12687#Nehemia,13,13#13. Und ich setzte über die Vorratskammern den Priester Schelemja und den Schreiber Zadok und Pedaja von den Lewiten und ihnen zur Seite Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Mattanjas; denn die wurden als vertrauenswürdig betrachtet, und ihnen oblag es, die Verteilung an ihre Brüder vorzunehmen.
12688#Nehemia,13,14#14. Gedenke mir dies, mein Gott, und lösche nicht aus meine frommen Handlungen, die ich am Haus meines Gottes und an seiner Wartung getan habe!
12689#Nehemia,13,15#15. In jenen Tagen sah ich in Jehuda welche, die Keltern traten am Sabbat und die Garben einbrachten und auf die Esel luden, auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last, und nach Jeruschalaim am Sabbattag brachten. Und ich warnte sie am Tag, wo sie Fang verkauften.
12690#Nehemia,13,16#16. Und die Zorier, die darin wohnten, brachten Fische und allerhand Verkaufsware und verkauften sie am Sabbat den Söhnen Jehudas und in Jeruschalaim.
12691#Nehemia,13,17#17. Da stritt ich mit den Vornehmen Jehudas und sagte zu ihnen: ,Was ist das für eine böse Sache, die ihr da tut, daß ihr den Sabbattag schändet!
12692#Nehemia,13,18#18. Haben nicht eure Väter so getan, und darum unser Gott all dies Unheil über uns und über diese Stadt gebracht? Und ihr bringt noch mehr Grimm über Jisraël, da ihr den Sabbat schändet?'
12693#Nehemia,13,19#19. Es war nun, als die Tore Jeruschalaims vor dem Sabbat Schatten warfen, da befahl ich, daß die Tore geschlossen würden, und befahl, sie bis nach dem Sabbat nicht zu öffnen, und stellte etliche von meinen Burschen an die Tore, daß keine Last am Sabbattag hereinkomme.
12694#Nehemia,13,20#20. Da übernachteten die Krämer und die Verkäufer von allerhand Verkaufsware außerhalb Jeruschalaims, einmal und zweimal.
12695#Nehemia,13,21#21. Aber ich warnte sie und sprach zu ihnen: ,Warum übernachtet ihr gegenüber der Mauer? Wenn ihr das noch einmal tut, werde ich Hand an euch legen!' Von jener Zeit an kamen sie nicht mehr am Sabbat.
12696#Nehemia,13,22#22. Und ich befahl den Lewiten, daß sie sich reinigen und als Wächter an die Tore kommen sollten, um den Sabbattag heilig zu halten. Auch dies gedenke mir, mein Gott, und erbarme dich meiner nach der Fülle deiner Liebe!
12697#Nehemia,13,23#23. In jenen Tagen sah ich auch Jehudäer, die aschdodische, ammonitische, moabitische Frauen heimgeführt hatten.
12698#Nehemia,13,24#24. Und ihre Kinder sprachen zur Hälfte aschdodisch - und verstanden nicht jehudäisch zu sprechen - oder in der Sprache dieses und jenes Volkes.
12699#Nehemia,13,25#25. Da zankte ich mit ihnen und fluchte ihnen, und schlug einige von ihnen und raufte sie und beschwor sie bei Gott: ,Daß ihr ja nicht eure Töchter ihren Söhnen gebt oder von ihren Töchtern euren Söhnen und euch Frauen nehmt!
12700#Nehemia,13,26#26. Hat nicht dagegen Schelomo, der König von Jisraël, gesündigt? Und war doch unter den vielen Völkern kein König ihm gleich, und er ein Liebling seines Gottes, und Gott setzte ihn als König über ganz Jisraël: Und doch haben auch ihn die fremden Frauen zur Sünde verführt!
12701#Nehemia,13,27#27. Und von euch - ist es erhört, daß ihr all diesen großen Frevel begeht, Untreue zu üben an unserm Gott, indem ihr fremde Frauen heimführt?'
12702#Nehemia,13,28#28. Und von den Söhnen des Hohenpriesters Jojada, des Sohnes Eljaschibs, war einer Eidam des Horoniters Saneballat; den trieb ich von mir hinweg.
12703#Nehemia,13,29#29. Gedenke es ihnen, mein Gott, ob der Befleckung des Priestertums und des Bundes der Priester und Lewiten!
12704#Nehemia,13,30#30. Und ich reinigte sie von allem Fremdbürtigen und stellte Posten auf für die Priester und Lewiten, jeden in seinem Werk.
12705#Nehemia,13,31#31. Auch für die Holzspende zu festgelegten Zeiten und für die Erstlinge. Gedenke es mir, mein Gott, zum Guten!»