4786#Römer,1,1#1. PAULUS, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert zum Evangelium Gottes,
4787#Römer,1,2#2. welches vorher verheißen wurde durch seine Propheten in heiligen Schriften,
4788#Römer,1,3#3. betreffs seines Sohnes, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids nach dem Fleisch
4789#Römer,1,4#4. und erwiesen als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geiste der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten, - Jesus Christus, unser Herr;
4790#Römer,1,5#5. durch welchen wir Gnade und Apostelamt empfangen haben, um für seinen Namen Glaubensgehorsam (zu verlangen) unter allen Völkern,
4791#Römer,1,6#6. unter welchen auch ihr seid, Berufene Jesu Christi;
4792#Römer,1,7#7. allen zu Rom anwesenden Geliebten Gottes, den berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unsrem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
4793#Römer,1,8#8. ZUERST danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, daß euer Glaube in der ganzen Welt verkündigt wird.
4794#Römer,1,9#9. Denn Gott, welchem ich in meinem Geist diene am Evangelium seines Sohnes, ist mein Zeuge, wie unablässig ich euer gedenke,
4795#Römer,1,10#10. indem ich allezeit in meinen Gebeten flehe, ob mir nicht endlich einmal durch den Willen Gottes das Glück zuteil werden möchte, zu euch zu kommen.
4796#Römer,1,11#11. Denn mich verlangt darnach, euch zu sehen, um euch etwas geistliche Gabe mitzuteilen, damit ihr gestärkt werdet,
4797#Römer,1,12#12. das heißt aber, daß ich mitgetröstet werde unter euch durch den gemeinschaftlichen Glauben, den euren und den meinen.
4798#Römer,1,13#13. Ich will euch aber nicht verschweigen, meine Brüder, daß ich mir schon oftmals vorgenommen habe, zu euch zu kommen - ich wurde aber verhindert bis jetzt -, um auch unter euch etwas Frucht zu schaffen, gleichwie unter den übrigen Nationen;
4799#Römer,1,14#14. denn ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als den Barbaren-1-, sowohl den Weisen als den Unverständigen; -1) Nichtgriechen.++
4800#Römer,1,15#15. darum bin ich, soviel an mir liegt, bereit, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.
4801#Römer,1,16#16. DENN ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft-1- zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; -1) o: eine Gotteskraft.++
4802#Römer,1,17#17. denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes-1- aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte wird infolge von Glauben leben»-2-. -1) d.h. das göttliche Rechtsverfahren, wonach demjenigen, welcher an den zu seiner Rettung geschehenen Sühnetod Christi glaubt, Gerechtigkeit zugesprochen wird.   2) o: der aus Glauben Gerechte wird leben.++
4803#Römer,1,18#18. ES offenbart sich nämlich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten,
4804#Römer,1,19#19. weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat;
4805#Römer,1,20#20. denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.
4806#Römer,1,21#21. Denn obschon sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott gepriesen und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in eitlen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
4807#Römer,1,22#22. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden
4808#Römer,1,23#23. und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit dem Bild vom vergänglichen Menschen, von Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren.
4809#Römer,1,24#24. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in die Gelüste ihrer Herzen, zur Unreinigkeit, daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren,
4810#Römer,1,25#25. sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf mehr Ehre und Dienst erwiesen als dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen!
4811#Römer,1,26#26. Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Gebrauch vertauscht mit dem widernatürlichen;
4812#Römer,1,27#27. gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.
4813#Römer,1,28#28. Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdigen Sinn, zu verüben, was sich nicht geziemt,
4814#Römer,1,29#29. als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Zank, Trug und Tücke,
4815#Römer,1,30#30. Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam;
4816#Römer,1,31#31. unverständig, unbeständig, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig;
4817#Römer,1,32#32. welche, wiewohl sie das Urteil Gottes kennen, daß die, welche solches verüben, des Todes würdig sind, es nicht nur selbst tun, sondern auch Gefallen haben an denen, die es verüben.
4818#Römer,2,1#1. Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du seist, der du richtest! Denn indem du den andern richtest, verdammst du dich selbst; denn du verübst ja dasselbe, was du richtest!
4819#Römer,2,2#2. Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes dem wahren Sachverhalt entsprechend über die ergeht, welche solches verüben.
4820#Römer,2,3#3. Oder denkst du, o Mensch, der du die richtest, welche solches verüben, und doch das Gleiche tust, daß du dem Gerichte Gottes entrinnen werdest?
4821#Römer,2,4#4. Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?
4822#Römer,2,5#5. Aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes,
4823#Römer,2,6#6. welcher einem jeglichen vergelten wird nach seinen Werken;
4824#Römer,2,7#7. denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit erstreben, ewiges Leben;
4825#Römer,2,8#8. den Streitsüchtigen aber, welche der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Zorn und Grimm!
4826#Römer,2,9#9. Trübsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen;
4827#Römer,2,10#10. Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute wirkt, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen;
4828#Römer,2,11#11. denn es gibt kein Ansehen der Person bei Gott:
4829#Römer,2,12#12. Welche ohne Gesetz gesündigt haben, die werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und welche unter dem Gesetz gesündigt haben, die werden durch das Gesetz verurteilt werden.
4830#Römer,2,13#13. Denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören; sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden.
4831#Römer,2,14#14. Denn wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz;
4832#Römer,2,15#15. da sie ja beweisen, daß des Gesetzes Werk in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, welche sich untereinander verklagen oder entschuldigen.
4833#Römer,2,16#16. Das wird an dem Tage offenbar werden, da Gott das Verborgene der Menschen richten wird, laut meinem Evangelium, durch Jesus Christus.
4834#Römer,2,17#17. Wenn du dich aber einen Juden nennst und dich auf das Gesetz verlässest und dich Gottes rühmst,
4835#Römer,2,18#18. wenn du seinen Willen weißt und verschiedenartige Dinge zu unterscheiden verstehst, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist;
4836#Römer,2,19#19. wenn du dir zutraust, ein Leiter der Blinden, ein Licht derer zu sein, die in der Finsternis sind,
4837#Römer,2,20#20. ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, der den Inbegriff der Erkenntnis und der Wahrheit im Gesetze hat:
4838#Römer,2,21#21. nun also, du lehrst andere, dich selbst aber lehrst du nicht? Du predigst, man solle nicht stehlen, und stiehlst selber?
4839#Römer,2,22#22. Du sagst, man solle nicht ehebrechen, und brichst selbst die Ehe? Du verabscheust die Götzen und begehst dabei Tempelraub?
4840#Römer,2,23#23. Du rühmst dich des Gesetzes und verunehrst doch Gott durch Übertretung des Gesetzes?
4841#Römer,2,24#24. wie geschrieben steht: «Der Name Gottes wird um euretwillen unter den Heiden gelästert.» -
4842#Römer,2,25#25. Denn die Beschneidung hat nur Wert, wenn du das Gesetz hältst; bist du aber ein Übertreter des Gesetzes, so ist deine Beschneidung schon zur Unbeschnittenheit geworden.
4843#Römer,2,26#26. Wenn nun der Unbeschnittene die Forderungen des Gesetzes beobachtet, wird ihm nicht seine Unbeschnittenheit als Beschneidung angerechnet werden?
4844#Römer,2,27#27. Und wird nicht der von Natur Unbeschnittene, der das Gesetz erfüllt, dich richten, der du trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter des Gesetzes bist?
4845#Römer,2,28#28. Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht;
4846#Römer,2,29#29. sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und das ist eine Beschneidung, die am Herzen, im Geiste, nicht dem Buchstaben nach vollzogen wird. Eines solchen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.
4847#Römer,3,1#1. Was hat nun der Jude für einen Vorzug, oder was nützt die Beschneidung?
4848#Römer,3,2#2. Viel, in jeder Hinsicht! Erstens sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden!
4849#Römer,3,3#3. Wie denn? Wenn auch etliche ungläubig waren, hebt etwa ihr Unglaube die Treue Gottes auf?
4850#Römer,3,4#4. Das sei ferne! Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner, wie geschrieben steht: «Auf daß du gerecht befunden werdest in deinen Worten und siegreich, wenn du gerichtet wirst-1-.» -1) d.h. wenn man mit dir rechtet.++
4851#Römer,3,5#5. Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit beweist, was sollen wir sagen? Ist dann Gott nicht ungerecht, wenn er darüber zürnt? <Ich rede nach Menschenweise.>
4852#Römer,3,6#6. Das sei ferne! Wie könnte Gott sonst die Welt richten?
4853#Römer,3,7#7. Wenn aber die Wahrhaftigkeit Gottes durch meine Lüge überfließender wird zu seinem Ruhm, was werde ich dann noch als Sünder gerichtet?
4854#Römer,3,8#8. Müßte man dann nicht so reden, wie wir verleumdet werden und wie etliche behaupten, daß wir sagen: «Lasset uns Böses tun, damit Gutes daraus komme»? Ihre Verurteilung ist gerecht!
4855#Römer,3,9#9. Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nichts! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, daß sie alle unter der Sünde sind,
4856#Römer,3,10#10. wie geschrieben steht: «Es ist keiner gerecht, auch nicht einer;
4857#Römer,3,11#11. es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott;
4858#Römer,3,12#12. alle sind abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; es ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer!
4859#Römer,3,13#13. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen trügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen;
4860#Römer,3,14#14. ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit,
4861#Römer,3,15#15. ihre Füße sind eilig, um Blut zu vergießen;
4862#Römer,3,16#16. Verwüstung und Jammer bezeichnen ihre Bahn,
4863#Römer,3,17#17. und den Weg des Friedens kennen sie nicht.
4864#Römer,3,18#18. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.»
4865#Römer,3,19#19. Wir wissen aber, daß das Gesetz alles, was es spricht, denen sagt, die unter dem Gesetze sind, auf daß jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei,
4866#Römer,3,20#20. weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
4867#Römer,3,21#21. NUN aber ist außerhalb-1- vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes geoffenbart worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, -1) unabhängig.++
4868#Römer,3,22#22. nämlich die Gerechtigkeit Gottes-1-, (veranlaßt) durch den Glauben an Jesus Christus, für alle, die da glauben. 23. Denn es ist kein Unterschied: -1) s. Anm. zu Röm. 1,17.++
4869#Römer,3,23#Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes,
4870#Römer,3,24#24. so daß sie gerechtfertigt werden ohne Verdienst, durch seine Gnade, mittels der Erlösung, die in Christus Jesus ist.
4871#Römer,3,25#25. Ihn hat Gott zum Sühnopfer verordnet, durch sein Blut, für alle, die glauben, zum Erweis seiner Gerechtigkeit, wegen der Nachsicht mit den Sünden, die zuvor geschehen waren unter göttlicher Geduld,
4872#Römer,3,26#26. zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.
4873#Römer,3,27#27. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen? Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens!
4874#Römer,3,28#28. So kommen wir zu dem Schluß, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt werde, ohne Gesetzeswerke.
4875#Römer,3,29#29. Oder ist Gott nur der Juden Gott, nicht auch der Heiden? Ja freilich, auch der Heiden!
4876#Römer,3,30#30. Denn es ist ja ein und derselbe Gott, welcher die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt.
4877#Römer,3,31#31. HEBEN wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr richten wir das Gesetz auf.
4878#Römer,4,1#1. Was wollen wir nun von dem sagen, was unser Vater Abraham erlangt hat nach dem Fleisch?
4879#Römer,4,2#2. Wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott.
4880#Römer,4,3#3. Denn was sagt die Schrift? «Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.»
4881#Römer,4,4#4. Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht als Gnade angerechnet, sondern nach Schuldigkeit;
4882#Römer,4,5#5. wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.
4883#Römer,4,6#6. Ebenso spricht auch David die Seligpreisung des Menschen aus, welchem Gott Gerechtigkeit anrechnet ohne Werke:
4884#Römer,4,7#7. «Selig sind die, welchen die Übertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt sind;
4885#Römer,4,8#8. selig ist der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zurechnet!»
4886#Römer,4,9#9. Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja, daß dem Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden sei.
4887#Römer,4,10#10. Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war!
4888#Römer,4,11#11. Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, welchen er schon vor der Beschneidung hatte; auf daß er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen sei, damit auch ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet werde;
4889#Römer,4,12#12. und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung sind, sondern auch wandeln in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.
4890#Römer,4,13#13. Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, daß er der Welt Erbe sein solle, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens.
4891#Römer,4,14#14. Denn wenn die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube wertlos geworden und die Verheißung entkräftet.
4892#Römer,4,15#15. Denn das Gesetz bewirkt Zorn; wo aber kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.
4893#Römer,4,16#16. Darum geschah es durch den Glauben, damit es aus Gnaden sei, auf daß die Verheißung dem ganzen Samen gesichert sei, nicht nur demjenigen aus dem Gesetz, sondern auch dem vom Glauben Abrahams, welcher unser aller Vater ist;
4894#Römer,4,17#17. wie geschrieben steht: «Ich habe dich zum Vater vieler Völker gesetzt» - vor dem Gott, dem er glaubte, welcher die Toten lebendig macht und dem ruft, was nicht ist, als wäre es da.
4895#Römer,4,18#18. Er hat gegen alle Hoffnung auf Hoffnung hin geglaubt, daß er ein Vater vieler Völker werde, wie zu ihm gesagt worden war: «Also soll dein Same sein!»
4896#Römer,4,19#19. Und er wurde nicht schwach im Glauben, so daß er seinen schon erstorbenen Leib in Betracht gezogen hätte, weil er schon hundertjährig war; auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara.
4897#Römer,4,20#20. Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab
4898#Römer,4,21#21. und völlig überzeugt war, daß Gott das, was er verheißen habe, auch zu tun vermöge.
4899#Römer,4,22#22. Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.
4900#Römer,4,23#23. Es ist aber nicht allein um seinetwillen geschrieben, daß es ihm zugerechnet worden ist,
4901#Römer,4,24#24. sondern auch um unsertwillen, denen es zugerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unsren Herrn Jesus Christus von den Toten auferweckt hat,
4902#Römer,4,25#25. welcher um unserer Übertretungen willen dahingegeben und zu unserer Rechtfertigung auferweckt worden ist.
4903#Römer,5,1#1. DA wir nun durch den Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus,
4904#Römer,5,2#2. durch welchen wir auch im Glauben Zutritt erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
4905#Römer,5,3#3. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Trübsalen, weil wir wissen, daß die Trübsal Standhaftigkeit wirkt;
4906#Römer,5,4#4. die Standhaftigkeit aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung;
4907#Römer,5,5#5. die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist.
4908#Römer,5,6#6. Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, zur rechten Zeit für Gottlose gestorben.
4909#Römer,5,7#7. Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten; für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben.
4910#Römer,5,8#8. Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
4911#Römer,5,9#9. Wieviel mehr werden wir nun, nachdem wir durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorngericht errettet werden!
4912#Römer,5,10#10. Denn, wenn wir, als wir noch Feinde waren, mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, wieviel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!
4913#Römer,5,11#11. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben.
4914#Römer,5,12#12. DARUM, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben -
4915#Römer,5,13#13. denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht angerechnet.
4916#Römer,5,14#14. Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht mit gleicher Übertretung gesündigt hatten wie Adam, der ein Vorbild des Zukünftigen ist.
4917#Römer,5,15#15. Aber es verhält sich mit dem Sündenfall nicht wie mit der Gnadengabe. Denn wenn durch des einen Sündenfall die vielen gestorben sind, wieviel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus den vielen reichlich zuteil geworden.
4918#Römer,5,16#16. Und es verhält sich mit der Sünde durch den einen nicht wie mit dem Geschenk. Denn das Urteil wurde wegen des einen zur Verurteilung; die Gnadengabe aber wird trotz vieler Sündenfälle zur Rechtfertigung.
4919#Römer,5,17#17. Denn wenn infolge des Sündenfalles des einen der Tod zur Herrschaft kam durch den einen, wieviel mehr werden die, welche den Überfluß der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!
4920#Römer,5,18#18. Also: wie der Sündenfall des einen zur Verurteilung aller Menschen führte - so führt auch das gerechte Tun des Einen alle Menschen zur lebenbringenden Rechtfertigung.
4921#Römer,5,19#19. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die vielen zu Gerechten gemacht.
4922#Römer,5,20#20. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Sünden voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überfließend geworden,
4923#Römer,5,21#21. auf daß, gleichwie die Sünde geherrscht hat im Tode, also auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben, durch Jesus Christus, unsren Herrn.
4924#Römer,6,1#1. WAS wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde?
4925#Römer,6,2#2. Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?
4926#Römer,6,3#3. Oder wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir auf-1- Jesus Christus getauft sind, auf-1- seinen Tod getauft sind? -1) w: in.++
4927#Römer,6,4#4. Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe auf-1- den Tod, auf daß, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. -1) w: in.++
4928#Römer,6,5#5. Denn wenn wir mit ihm verwachsen sind zur Ähnlichkeit seines Todes, so werden wir es auch zu der seiner Auferstehung sein,
4929#Römer,6,6#6. wissen wir doch, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so daß wir der Sünde nicht mehr dienen;
4930#Römer,6,7#7. denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde losgesprochen.
4931#Römer,6,8#8. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden,
4932#Römer,6,9#9. da wir wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn;
4933#Römer,6,10#10. denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er für Gott.
4934#Römer,6,11#11. Also auch ihr: Haltet euch selbst dafür, daß ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebet in Christus Jesus, unsrem Herrn!
4935#Römer,6,12#12. So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, so daß ihr seinen Lüsten gehorchet;
4936#Römer,6,13#13. gebet auch nicht eure Glieder der Sünde hin, als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebet euch selbst Gott hin, als solche, die aus Toten lebendig geworden sind, und eure Glieder Gott, als Waffen der Gerechtigkeit.
4937#Römer,6,14#14. Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade seid.
4938#Römer,6,15#15. Wie nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!
4939#Römer,6,16#16. Wisset ihr nicht: wem ihr euch als Knechte hingebet, ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müßt ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?
4940#Römer,6,17#17. Gott aber sei Dank, daß ihr Knechte der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, dem ihr euch übergeben habt.
4941#Römer,6,18#18. Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.
4942#Römer,6,19#19. Ich muß menschlich davon reden wegen der Schwachheit eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder in den Dienst der Unreinigkeit und der Gesetzwidrigkeit gestellt habt, um gesetzwidrig zu handeln, so stellet nun eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung.
4943#Römer,6,20#20. Denn als ihr Knechte der Sünde waret, da waret ihr frei gegenüber der Gerechtigkeit.
4944#Römer,6,21#21. Was hattet ihr nun damals für Frucht? Solche, derer ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod.
4945#Römer,6,22#22. Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben.
4946#Römer,6,23#23. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unsrem Herrn.
4947#Römer,7,1#1. ODER wisset ihr nicht, Brüder - denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen -, daß das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, als er lebt?
4948#Römer,7,2#2. Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit.
4949#Römer,7,3#3. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem andern Manne zu eigen wird; stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetze frei, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem andern Manne zu eigen wird.
4950#Römer,7,4#4. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetze getötet worden durch den Leib Christi, auf daß ihr einem andern angehöret, nämlich dem, der von den Toten auferstanden ist, damit wir Gott Frucht bringen.
4951#Römer,7,5#5. Denn als wir im Fleische waren, da wirkten die sündlichen Leidenschaften, durch das Gesetz erregt, in unsren Gliedern, um dem Tode Frucht zu bringen.
4952#Römer,7,6#6. Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so daß wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.
4953#Römer,7,7#7. Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Lust hätte ich nichts gewußt, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Laß dich nicht gelüsten!
4954#Römer,7,8#8. Da nahm aber die Sünde einen Anlaß und bewirkte durch das Verbot in mir allerlei Gelüste; denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot.
4955#Römer,7,9#9. Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war; als aber das Gesetz kam, lebte die Sünde auf;
4956#Römer,7,10#10. ich aber starb, und das zum Leben gegebene Gesetz erwies sich mir todbringend.
4957#Römer,7,11#11. Denn die Sünde nahm einen Anlaß und verführte mich durch das Gebot und tötete mich durch dasselbe.
4958#Römer,7,12#12. So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut!
4959#Römer,7,13#13. Gereichte nun das Gute mir zum Tode? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde erscheine, hat mir durch das Gute den Tod bewirkt, auf daß die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot.
4960#Römer,7,14#14. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
4961#Römer,7,15#15. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus.
4962#Römer,7,16#16. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz bei, daß es trefflich ist.
4963#Römer,7,17#17. Nun aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
4964#Römer,7,18#18. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht!
4965#Römer,7,19#19. Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, übe ich aus.
4966#Römer,7,20#20. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
4967#Römer,7,21#21. Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.
4968#Römer,7,22#22. Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inwendigen Menschen;
4969#Römer,7,23#23. ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meiner Vernunft widerstreitet und mich gefangen nimmt in dem Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
4970#Römer,7,24#24. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?
4971#Römer,7,25#25. Ich danke Gott durch Jesus Christus, unsren Herrn! So diene nun ich selbst mit der Vernunft dem Gesetz Gottes, mit dem Fleische aber dem Gesetz der Sünde.
4972#Römer,8,1#1. SO gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
4973#Römer,8,2#2. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
4974#Römer,8,3#3. Denn was dem Gesetz unmöglich war - weil es durch das Fleisch geschwächt wurde -, das hat Gott getan, nämlich die Sünde im Fleische verdammt, indem er seinen Sohn sandte in der Ähnlichkeit des sündlichen Fleisches und um der Sünde willen,
4975#Römer,8,4#4. damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.
4976#Römer,8,5#5. Denn die nach dem Fleische leben, sinnen auf das, was des Fleisches ist, die aber nach dem Geiste leben, auf das, was des Geistes ist.
4977#Römer,8,6#6. Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Friede,
4978#Römer,8,7#7. darum, weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft wider Gott ist; denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann es auch nicht.
4979#Römer,8,8#8. Die aber im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen.
4980#Römer,8,9#9. Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt; wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
4981#Römer,8,10#10. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.
4982#Römer,8,11#11. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
4983#Römer,8,12#12. So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleische nicht schuldig, nach dem Fleische zu leben!
4984#Römer,8,13#13. Denn wenn ihr nach dem Fleische lebet, so müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Geschäfte des Leibes tötet, so werdet ihr leben.
4985#Römer,8,14#14. Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Gottes Kinder.
4986#Römer,8,15#15. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft-1- empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Vater! -1) der Annahme an Sohnesstatt.++
4987#Römer,8,16#16. Dieser Geist gibt Zeugnis unsrem-1- Geist, daß wir Gottes Kinder sind. -1) w: samt unsrem.++
4988#Römer,8,17#17. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi; wenn anders wir mit ihm leiden, auf daß wir auch mit ihm verherrlicht werden.
4989#Römer,8,18#18. Denn ich halte dafür, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht in Betracht kommen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.
4990#Römer,8,19#19. Denn die gespannte Erwartung der Kreatur sehnt die Offenbarung der Kinder Gottes herbei.
4991#Römer,8,20#20. Die Kreatur ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin,
4992#Römer,8,21#21. daß auch sie selbst, die Kreatur, befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.
4993#Römer,8,22#22. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt;
4994#Römer,8,23#23. und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung-1-, die Erlösung unsres Leibes. -1) d.h. das volle Offenbarwerden derselben.++
4995#Römer,8,24#24. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung; denn was einer sieht, das hofft er doch nicht mehr!
4996#Römer,8,25#25. Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir es ab in Geduld.
4997#Römer,8,26#26. Ebenso kommt aber auch der Geist unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unausgesprochenen Seufzern.
4998#Römer,8,27#27. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was des Geistes Sinn-1- ist; denn er vertritt die Heiligen so, wie es Gott angemessen ist. -1) o: Trachten, Absicht.++
4999#Römer,8,28#28. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.
5000#Römer,8,29#29. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
5001#Römer,8,30#30. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.
5002#Römer,8,31#31. Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?
5003#Römer,8,32#32. Welcher sogar seines eigenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
5004#Römer,8,33#33. Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott, der sie rechtfertigt?
5005#Römer,8,34#34. Wer will verdammen? Christus, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der uns auch vertritt?
5006#Römer,8,35#35. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
5007#Römer,8,36#36. Wie geschrieben steht: «Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschafe!»
5008#Römer,8,37#37. Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat!
5009#Römer,8,38#38. Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
5010#Römer,8,39#39. weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unsrem Herrn!
5011#Römer,9,1#1. ICH sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist,
5012#Römer,9,2#2. daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe.
5013#Römer,9,3#3. Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch,
5014#Römer,9,4#4. welche Israeliten sind, denen die Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißung gehören;
5015#Römer,9,5#5. ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleische nach Christus, der da ist über alle, hochgelobter Gott, in Ewigkeit. Amen!
5016#Römer,9,6#6. Nicht aber, als ob das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel;
5017#Römer,9,7#7. auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, seine Kinder, sondern «in Isaak soll dir ein Same berufen werden»;
5018#Römer,9,8#8. das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.
5019#Römer,9,9#9. Denn das ist ein Wort der Verheißung: «Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben.»
5020#Römer,9,10#10. Und nicht dieses allein, sondern auch, als Rebekka von ein und demselben, von unserm Vater Isaak schwanger war,
5021#Römer,9,11#11. ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten - auf daß der nach Erwählung gefaßte Vorsatz Gottes bestehe, nicht um der Werke, sondern um des Berufers willen -,
5022#Römer,9,12#12. wurde zu ihr gesagt: «Der Größere wird dem Kleineren dienen»;
5023#Römer,9,13#13. wie auch geschrieben steht: «Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt.»
5024#Römer,9,14#14. Was wollen wir nun sagen! Ist etwa bei Gott Ungerechtigkeit? Das sei ferne!
5025#Römer,9,15#15. Denn zu Mose spricht er: «Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.»
5026#Römer,9,16#16. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
5027#Römer,9,17#17. Denn die Schrift sagt zum Pharao: «Eben dazu habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erweise und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.»
5028#Römer,9,18#18. So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will.
5029#Römer,9,19#19. Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen?
5030#Römer,9,20#20. Nun ja, lieber Mensch, wer bist denn du, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht?
5031#Römer,9,21#21. Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?
5032#Römer,9,22#22. Wenn aber Gott, da er seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, mit großer Geduld die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind,
5033#Römer,9,23#23. damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit kundtäte, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat,
5034#Römer,9,24#24. wie er denn als solche auch uns berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden, (was dann?)
5035#Römer,9,25#25. Wie er auch durch Hosea spricht: «Ich will das mein Volk nennen, was nicht mein Volk war, und Geliebte, die nicht die Geliebte war,
5036#Römer,9,26#26. und es soll geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, da sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.»
5037#Römer,9,27#27. Jesaja aber ruft über Israel aus: «Wenn die Zahl der Kinder Israel wäre wie der Sand am Meer, so wird (doch nur) der Überrest gerettet werden;
5038#Römer,9,28#28. denn eine abschließende und beschleunigte Abrechnung in Gerechtigkeit wird der Herr auf Erden veranstalten, ja eine summarische Abrechnung!»
5039#Römer,9,29#29. Und, wie Jesaja vorhergesagt hat: «Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht eine Nachkommenschaft übrigbleiben lassen, so wären wir wie Sodom geworden und gleich wie Gomorra!»
5040#Römer,9,30#30. Was wollen wir nun sagen? Daß Heiden, welche nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, nämlich Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt,
5041#Römer,9,31#31. daß aber Israel, welches dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, dem Gesetz nicht nachgekommen ist.
5042#Römer,9,32#32. Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes,
5043#Römer,9,33#33. wie geschrieben steht: «Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!»
5044#Römer,10,1#1. Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet.
5045#Römer,10,2#2. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand.
5046#Römer,10,3#3. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.
5047#Römer,10,4#4. Denn Christus ist des Gesetzes Ende zur Gerechtigkeit für einen jeden, der da glaubt.
5048#Römer,10,5#5. Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die durch das Gesetz kommt, also: «Der Mensch, welcher sie tut, wird dadurch leben.»
5049#Römer,10,6#6. Aber die Gerechtigkeit durch den Glauben redet so: «Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will in den Himmel hinaufsteigen?» - nämlich um Christus herabzuholen -
5050#Römer,10,7#7. oder: «wer will in den Abgrund hinuntersteigen?» - nämlich um Christus von den Toten zu holen!
5051#Römer,10,8#8. Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen!» - nämlich das Wort des Glaubens, das wir predigen.
5052#Römer,10,9#9. Denn wenn du mit deinem Munde Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet;
5053#Römer,10,10#10. denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht, und mit dem Munde bekennt man, um gerettet zu werden;
5054#Römer,10,11#11. denn die Schrift spricht: «Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!»
5055#Römer,10,12#12. Denn es ist kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen;
5056#Römer,10,13#13. denn «wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden».
5057#Römer,10,14#14. Wie sollen sie ihn aber anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Wie sollen sie aber glauben, wenn sie nichts von ihm gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?
5058#Römer,10,15#15. Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: «Wie lieblich sind die Füße derer, die das Evangelium des Friedens, die das Evangelium des Guten verkündigen!»
5059#Römer,10,16#16. Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht; denn Jesaja spricht: «Herr, wer hat unsrer Predigt geglaubt?»
5060#Römer,10,17#17. Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort.
5061#Römer,10,18#18. Aber ich frage: Haben sie etwa nicht gehört? Doch ja, «es ist in alle Lande ausgegangen ihr Schall und bis an die Enden der Erde ihre Worte».
5062#Römer,10,19#19. Aber ich frage: Hat es Israel nicht gewußt? Schon Mose sagt: «Ich will euch zur Eifersucht reizen durch das, was kein Volk ist, durch ein unverständiges Volk will ich euch erzürnen.»
5063#Römer,10,20#20. Jesaja aber wagt sogar zu sagen: «Ich bin von denen gefunden worden, welche mich nicht suchten, bin denen offenbar geworden, die nicht nach mir fragten.»
5064#Römer,10,21#21. In bezug auf Israel aber spricht er: «Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt nach einem ungehorsamen und widerspenstigen Volk!»
5065#Römer,11,1#1. Ich frage nun: Hat etwa Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamme Benjamin.
5066#Römer,11,2#2. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor ersehen hat! Oder wisset ihr nicht, was die Schrift bei (der Geschichte von) Elia spricht, wie er sich an Gott gegen Israel wendet:
5067#Römer,11,3#3. «Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten mir nach dem Leben!»
5068#Römer,11,4#4. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? «Ich habe mir siebentausend Mann übrigbleiben lassen, die kein Knie gebeugt haben vor Baal.»
5069#Römer,11,5#5. So ist auch in der jetzigen Zeit ein Rest vorhanden, dank der Gnadenwahl.
5070#Römer,11,6#6. Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen, sonst würde die Gnade nicht mehr Gnade sein; wenn aber um der Werke willen, so ist es nicht mehr aus Gnade, sonst wäre das Werk nicht mehr Werk.
5071#Römer,11,7#7. Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auswahl aber hat es erlangt, die übrigen aber wurden verstockt,
5072#Römer,11,8#8. wie geschrieben steht: «Gott hat ihnen einen Geist der Schlafsucht-1- gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis zum heutigen Tag.» -1) o: der Betäubung.++
5073#Römer,11,9#9. Und David spricht: «Ihr Tisch werde ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung;
5074#Römer,11,10#10. ihre Augen sollen verfinstert werden, daß sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit!»
5075#Römer,11,11#11. Ich frage nun: Sind sie denn darum gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, damit sie diesen nacheifern möchten.
5076#Römer,11,12#12. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der Heiden geworden ist, wieviel mehr ihre volle Zahl!
5077#Römer,11,13#13. Zu euch, den Heiden, rede ich - da ich nun eben Heidenapostel bin, rühme ich mein Amt,
5078#Römer,11,14#14. ob ich nicht etwa meine Volksgenossen zum Nacheifern reizen und etliche von ihnen erretten könnte -;
5079#Römer,11,15#15. (darum sage ich:) Wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt geworden ist, was würde ihre Annahme anderes sein, als Leben aus den Toten?
5080#Römer,11,16#16. Ist aber der Anbruch-1- heilig, so ist es auch der Teig, und ist die Wurzel heilig, so sind es auch die Zweige. -1) d.h. das Erstlingsbrot, 4.Mo. 15,19-21.++
5081#Römer,11,17#17. Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums teilhaftig geworden bist,
5082#Römer,11,18#18. so rühme dich nicht wider die Zweige! Rühmst du dich aber, so wisse, daß nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich!
5083#Römer,11,19#19. Nun sagst du aber: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde!
5084#Römer,11,20#20. Gut! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
5085#Römer,11,21#21. Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, so wird er wohl auch dich nicht verschonen.
5086#Römer,11,22#22. So schaue nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, sofern du in der Güte bleibst, sonst wirst auch du abgehauen werden!
5087#Römer,11,23#23. Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, sollen wieder eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wohl wieder einzupfropfen.
5088#Römer,11,24#24. Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgeschnitten und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wieviel eher können diese, die natürlichen Zweige, wieder in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden!
5089#Römer,11,25#25. Denn ich will nicht, meine Brüder, daß euch dieses Geheimnis unbekannt bleibe, damit ihr euch nicht selbst klug dünket, - daß Israel zum Teil Verstockung widerfahren ist, bis daß die Vollzahl der Heiden eingegangen sein wird
5090#Römer,11,26#26. und also ganz Israel gerettet werde, wie geschrieben steht: «Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden»,
5091#Römer,11,27#27. und: «das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde».
5092#Römer,11,28#28. Nach dem Evangelium zwar sind sie Feinde um euretwillen, nach der Erwählung aber Geliebte um der Väter willen.
5093#Römer,11,29#29. Denn Gottes Gnadengaben und Berufung sind unwiderruflich.
5094#Römer,11,30#30. Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht gehorcht habt, nun aber begnadigt worden seid infolge ihres Ungehorsams,
5095#Römer,11,31#31. so haben auch sie jetzt nicht gehorcht infolge eurer Begnadigung, damit auch sie begnadigt würden.
5096#Römer,11,32#32. Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich aller erbarme.
5097#Römer,11,33#33. O welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte und unausforschlich seine Wege!
5098#Römer,11,34#34. Denn «wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?
5099#Römer,11,35#35. Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wiedervergolten werde?»
5100#Römer,11,36#36. Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
5101#Römer,12,1#1. ICH ermahne euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringet als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!
5102#Römer,12,2#2. Und passet euch nicht diesem Weltlauf an, sondern verändert euer Wesen durch die Erneuerung eures Sinnes, um prüfen zu können, was der Wille Gottes sei, der gute und wohlgefällige und vollkommene.
5103#Römer,12,3#3. Denn ich sage kraft der Gnade, die mir gegeben ist, einem jeden unter euch, daß er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern daß er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.
5104#Römer,12,4#4. Denn gleichwie wir an einem Leibe viele Glieder besitzen, nicht alle Glieder aber dieselbe Verrichtung haben,
5105#Römer,12,5#5. so sind auch wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber untereinander Glieder.
5106#Römer,12,6#6. Wenn wir aber auch verschiedene Gaben haben nach der uns verliehenen Gnade, zum Beispiel Weissagung, so stimmen sie doch mit dem Glauben überein!
5107#Römer,12,7#7. Wenn einer dient, (sei es so) in dem Dienst; wenn einer lehrt, in der Lehre;
5108#Römer,12,8#8. wenn einer ermahnt, in der Ermahnung. Wer gibt, gebe in Einfalt; wer vorsteht, tue es mit Fleiß; wer Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit!
5109#Römer,12,9#9. DIE Liebe sei ungeheuchelt! Hasset das Böse, hanget dem Guten an!
5110#Römer,12,10#10. In der Bruderliebe seid gegeneinander herzlich, in der Ehrerbietung komme einer dem andern zuvor!
5111#Römer,12,11#11. Im Fleiß lasset nicht nach, seid brennend im Geist, dienet dem Herrn!
5112#Römer,12,12#12. Seid fröhlich in Hoffnung, in Trübsal haltet stand, seid beharrlich im Gebet!
5113#Römer,12,13#13. Nehmet Anteil an den Nöten der Heiligen, befleißiget euch der Gastfreundschaft!
5114#Römer,12,14#14. Segnet die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht!
5115#Römer,12,15#15. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden!
5116#Römer,12,16#16. Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug!
5117#Römer,12,17#17. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem! Befleißiget euch dessen, was in aller Menschen Augen edel ist!
5118#Römer,12,18#18. Ist es möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.
5119#Römer,12,19#19. Rächet euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern gebet Raum dem Zorne (Gottes); denn es steht geschrieben: «Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.»
5120#Römer,12,20#20. Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.
5121#Römer,12,21#21. Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!
5122#Römer,13,1#1. JEDERMANN sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die vorhandenen aber sind von Gott verordnet.
5123#Römer,13,2#2. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Ordnung Gottes; die aber widerstreben, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.
5124#Römer,13,3#3. Denn die Herrscher sind nicht wegen guten Werken zu fürchten, sondern wegen bösen! Willst du also die Obrigkeit nicht fürchten, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen!
5125#Römer,13,4#4. Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; Gottes Dienerin ist sie, eine Rächerin zur Strafe an dem, der das Böse tut.
5126#Römer,13,5#5. Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.
5127#Römer,13,6#6. Deshalb zahlet ihr ja auch Steuern; denn sie sind Gottes Diener, die eben dazu bestellt sind.
5128#Römer,13,7#7. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.
5129#Römer,13,8#8. Seid niemand etwas schuldig, als daß ihr einander liebet; denn wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.
5130#Römer,13,9#9. Denn die (Forderung): «Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, laß dich nicht gelüsten» - und welches andere Gebot noch sei -, wird zusammengefaßt in diesem Wort: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!»
5131#Römer,13,10#10. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
5132#Römer,13,11#11. Und dieses (sollen wir tun) als solche, die die Zeit verstehen, daß nämlich die Stunde schon da ist, wo wir vom Schlafe aufwachen sollten; denn jetzt ist unser Heil näher, als da wir gläubig wurden;
5133#Römer,13,12#12. die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe. So lasset uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anziehen die Waffen des Lichts;
5134#Römer,13,13#13. laßt uns anständig wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien und Schlemmereien, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Hader und Neid;
5135#Römer,13,14#14. sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!
5136#Römer,14,1#1. DES Schwachen im Glauben nehmet euch an, doch nicht um über Meinungen zu streiten.
5137#Römer,14,2#2. Einer glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, ißt Gemüse.
5138#Römer,14,3#3. Wer ißt, verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen.
5139#Römer,14,4#4. Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber aufgerichtet werden; denn der Herr vermag ihn aufzurichten.
5140#Römer,14,5#5. Dieser achtet einen Tag höher als den andern, jener hält alle Tage gleich; ein jeglicher sei seiner Meinung gewiß!
5141#Römer,14,6#6. Wer auf den Tag schaut, schaut darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag schaut, schaut nicht darauf für den Herrn. Wer ißt, der ißt für den Herrn; denn er dankt Gott, und wer nicht ißt, der ißt nicht für den Herrn und dankt Gott.
5142#Römer,14,7#7. Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst.
5143#Römer,14,8#8. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir nun leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
5144#Römer,14,9#9. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er sowohl über Tote als auch über Lebende Herr sei.
5145#Römer,14,10#10. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi-1- erscheinen; -1) aL: Gottes.++
5146#Römer,14,11#11. denn es steht geschrieben: «So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich beugen jedes Knie, und jede Zunge wird Gott bekennen.»
5147#Römer,14,12#12. So wird also ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
5148#Römer,14,13#13. Darum laßt uns nicht mehr einander richten, sondern das richtet vielmehr, daß dem Bruder weder Anstoß noch Ärgernis gegeben werde!
5149#Römer,14,14#14. Ich weiß und bin in dem Herrn Jesus davon überzeugt, daß nichts an sich selbst unrein ist; sondern nur für den, der etwas für unrein hält, ist es unrein.
5150#Römer,14,15#15. Wenn aber dein Bruder um einer Speise willen betrübt wird, so wandelst du schon nicht nach der Liebe. Verdirb mit deiner Speise nicht den, für welchen Christus gestorben ist!
5151#Römer,14,16#16. So soll nun euer Bestes nicht verlästert werden!
5152#Römer,14,17#17. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geist;
5153#Römer,14,18#18. wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen gebilligt.
5154#Römer,14,19#19. So laßt uns nun dem nachjagen, was zum Frieden und zur Erbauung untereinander dient.
5155#Römer,14,20#20. Zerstöre nicht wegen einer Speise Gottes Werk! Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, welcher es mit Anstoß ißt.
5156#Römer,14,21#21. Es ist gut, wenn du kein Fleisch issest und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas (tust), woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte.
5157#Römer,14,22#22. Du hast Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott! Selig, wer sich selbst nicht beschuldigt in dem, was er billigt;
5158#Römer,14,23#23. wer aber zweifelt und doch ißt, der ist verurteilt, weil es nicht aus Glauben geschieht. Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.
5159#Römer,15,1#1. Es ist aber unsere, der Starken Pflicht, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und nicht Gefallen an uns selber zu haben.
5160#Römer,15,2#2. Es soll aber ein jeder von uns seinem Nächsten gefallen zum Guten, zur Erbauung.
5161#Römer,15,3#3. Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: «Die Schmähungen derer, die dich geschmäht haben, sind auf mich gefallen.»
5162#Römer,15,4#4. Was aber zuvor geschrieben worden ist, das wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld-1- und durch den Trost der Schrift Hoffnung fassen. -1) Standhaftigkeit.++
5163#Römer,15,5#5. Der Gott der Geduld-1- und des Trostes aber gebe euch, untereinander eines Sinnes zu sein, Christus Jesus gemäß, -1) Standhaftigkeit.++
5164#Römer,15,6#6. damit ihr einmütig, mit einem Munde Gott und den Vater unsres Herrn Jesus Christus lobet.
5165#Römer,15,7#7. Darum nehmet euch einer des andern an, gleichwie auch Christus sich euer angenommen hat, zu Gottes Ehre!
5166#Römer,15,8#8. Ich sage aber, daß Jesus Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen,
5167#Römer,15,9#9. daß aber die Heiden Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: «Darum will ich dich preisen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen!»
5168#Römer,15,10#10. Und wiederum spricht er: «Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!»
5169#Römer,15,11#11. Und wiederum: «Lobet den Herrn, alle Heiden, preiset ihn, alle Völker!»
5170#Römer,15,12#12. Und wiederum spricht Jesaja: «Es wird aus der Wurzel Jesses-1- sprossen der, welcher aufsteht, um über die Heiden zu herrschen; auf ihn werden die Heiden hoffen.» -1) o: Isais.++
5171#Römer,15,13#13. Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, daß ihr überströmet an Hoffnung, in der Kraft des heiligen Geistes!
5172#Römer,15,14#14. ICH habe aber, meine Brüder, die feste Überzeugung von euch, daß auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, einander zu ermahnen.
5173#Römer,15,15#15. Das machte mir aber zum Teil um so mehr Mut, euch zu schreiben, um euer Gedächtnis wieder aufzufrischen, wegen der Gnade, die mir von Gott gegeben ist,
5174#Römer,15,16#16. daß ich ein Diener Jesu Christi für die Heiden sein soll, der das Evangelium Gottes priesterlich verwaltet, auf daß das Opfer der Heiden angenehm werde, geheiligt im heiligen Geist.
5175#Römer,15,17#17. Ich habe also (Grund zum) Rühmen in Christus Jesus, vor Gott.
5176#Römer,15,18#18. Denn ich würde nicht wagen, etwas davon zu sagen, wenn nicht Christus es durch mich gewirkt hätte, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk,
5177#Römer,15,19#19. in Kraft von Zeichen und Wundern, in Kraft des heiligen Geistes, also daß ich von Jerusalem an und ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium von Christus völlig ausgerichtet habe,
5178#Römer,15,20#20. wobei ich es mir zur Ehre mache, das Evangelium nicht dort zu verkündigen, wo Christi Name schon bekannt ist, damit ich nicht auf einen fremden Grund baue,
5179#Römer,15,21#21. sondern, wie geschrieben steht: «Welchen nicht von ihm verkündigt worden ist, die sollen es sehen, und welche es nicht gehört haben, die sollen es vernehmen.»
5180#Römer,15,22#22. Darum bin ich auch oftmals verhindert worden, zu euch zu kommen.
5181#Römer,15,23#23. Da ich jetzt aber in diesen Gegenden keinen Raum mehr habe, wohl aber seit vielen Jahren ein Verlangen hege, zu euch zu kommen,
5182#Römer,15,24#24. so werde ich auf der Reise nach Spanien zu euch kommen; denn ich hoffe, euch auf der Durchreise zu sehen und von euch dorthin geleitet zu werden, wenn ich mich zuvor ein wenig an euch erquickt habe.
5183#Römer,15,25#25. Nun aber reise ich nach Jerusalem, im Dienste der Heiligen.
5184#Römer,15,26#26. Es hat nämlich Mazedonien und Achaja gefallen, eine Sammlung für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem zu veranstalten;
5185#Römer,15,27#27. es hat ihnen gefallen, und sie sind es ihnen auch schuldig; denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, jenen in den leiblichen zu dienen.
5186#Römer,15,28#28. Wenn ich nun das ausgerichtet und ihnen diese Frucht gesichert habe, will ich bei euch durchreisen nach Spanien.
5187#Römer,15,29#29. Ich weiß aber, daß, wenn ich zu euch komme, es in der Fülle des Segens Christi geschehen wird.
5188#Römer,15,30#30. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mit mir kämpfet in den Gebeten für mich zu Gott,
5189#Römer,15,31#31. daß ich errettet werde von den Ungläubigen in Judäa und daß meine Dienstleistung für Jerusalem den Heiligen angenehm sei,
5190#Römer,15,32#32. auf daß ich durch Gottes Willen mit Freuden zu euch komme und mich mit euch erquicke.
5191#Römer,15,33#33. Der Gott aber des Friedens sei mit euch allen! Amen.
5192#Römer,16,1#1. ICH empfehle euch aber unsere Schwester Phöbe, welche Dienerin der Gemeinde zu Kenchreä ist,
5193#Römer,16,2#2. damit ihr sie aufnehmet im Herrn, wie es Heiligen geziemt, und ihr beistehet, in welcher Sache sie euer bedarf; denn auch sie ist vielen eine Beschützerin gewesen, auch mir selbst.
5194#Römer,16,3#3. Grüßet Prisca und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus,
5195#Römer,16,4#4. welche für mein Leben ihren Nacken dargeboten haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Gemeinden der Heiden;
5196#Römer,16,5#grüßet auch die Gemeinde in ihrem Hause. 5. Grüßet den Epänetus, meinen Geliebten, welcher ein Erstling von Asien ist für Christus.
5197#Römer,16,6#6. Grüßet Maria, welche viel für uns gearbeitet hat.
5198#Römer,16,7#7. Grüßet Andronicus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, welche unter den Aposteln angesehen und vor mir in Christus gewesen sind.
5199#Römer,16,8#8. Grüßet Amplias, meinen Geliebten im Herrn.
5200#Römer,16,9#9. Grüßet Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christus, und Stachys, meinen Geliebten.
5201#Römer,16,10#10. Grüßet Apelles, den in Christus Bewährten, grüßet die vom Hause des Aristobulus.
5202#Römer,16,11#11. Grüßet Herodion, meinen Verwandten; grüßet die vom Hause des Narcissus, die im Herrn sind.
5203#Römer,16,12#12. Grüßet die Tryphena und die Tryphosa, die im Herrn arbeiten; grüßet Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herrn.
5204#Römer,16,13#13. Grüßet Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine und meine Mutter.
5205#Römer,16,14#14. Grüßet Asynkritus, Phlegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen.
5206#Römer,16,15#15. Grüßet Philologus und Julia, Nereus und seine Schwester, auch Olympas und alle Heiligen bei ihnen.
5207#Römer,16,16#16. Grüßet einander mit dem heiligen Kuß! Es grüßen euch alle Gemeinden Christi.
5208#Römer,16,17#17. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, gebet acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse anrichten abseits von der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.
5209#Römer,16,18#18. Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch gleisnerische Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen.
5210#Römer,16,19#19. Denn euer Gehorsam ist überall bekanntgeworden. Darum freue ich mich über euch, möchte aber, daß ihr weise wäret zum Guten und unvermischt bliebet mit dem Bösen.
5211#Römer,16,20#20. Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter euren Füßen zermalmen in kurzem! Die Gnade unsres Herrn Jesus Christus sei mit euch!
5212#Römer,16,21#21. Es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter, und Lucius und Jason und Sosipater, meine Verwandten.
5213#Römer,16,22#22. Ich, Tertius, der ich den Brief geschrieben habe, grüße euch im Herrn.
5214#Römer,16,23#23. Es grüßt euch Gajus, der mich und die ganze Gemeinde beherbergt. Es grüßt euch Erastus, der Stadtverwalter, und Quartus, der Bruder.
5215#Römer,16,24#24. Die Gnade unsres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.
5216#Römer,16,25#25. Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und der Predigt von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen gewesen,
5217#Römer,16,26#26. jetzt aber geoffenbart und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes kundgetan worden ist, zum Gehorsam des Glaubens, für alle Völker, -
5218#Römer,16,27#27. ihm, dem allein weisen Gott, durch Jesus Christus, sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. [An die Römer gesandt von Korinth durch Phöbe, die Dienerin der Gemeinde zu Kenchreä.]

3780#Apostelgeschichte,1,1#1. DEN ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat,
3781#Apostelgeschichte,1,2#2. bis zu dem Tage, da er (in den Himmel) aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben;
3782#Apostelgeschichte,1,3#3. welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen ihnen erschien und über das Reich Gottes redete.
3783#Apostelgeschichte,1,4#4. Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, welche ihr (, so sprach er,) von mir vernommen habt,
3784#Apostelgeschichte,1,5#5. denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen.
3785#Apostelgeschichte,1,6#6. Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, gibst du in dieser Zeit Israel die Königsherrschaft wieder?
3786#Apostelgeschichte,1,7#7. Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat;
3787#Apostelgeschichte,1,8#8. sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!
3788#Apostelgeschichte,1,9#9. Und nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und vor ihren Augen weg.
3789#Apostelgeschichte,1,10#10. Und als sie unverwandt gen Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen,
3790#Apostelgeschichte,1,11#die sprachen: 11. Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in gleicher Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.
3791#Apostelgeschichte,1,12#12. Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berge, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt.
3792#Apostelgeschichte,1,13#13. Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie verblieben-1-, nämlich Petrus und Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn. -1) o: wo sie sich aufzuhalten pflegten.++
3793#Apostelgeschichte,1,14#14. Diese alle verharrten einmütig im Gebet, samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
3794#Apostelgeschichte,1,15#15. UND in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach <es waren aber etwa hundertzwanzig Personen beisammen>:
3795#Apostelgeschichte,1,16#16. Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, welcher denen, die Jesus gefangennahmen, zum Wegweiser wurde.
3796#Apostelgeschichte,1,17#17. Denn er war uns beigezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen.
3797#Apostelgeschichte,1,18#18. Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit und stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide traten heraus.
3798#Apostelgeschichte,1,19#19. Und es wurde allen kund, die zu Jerusalem wohnen, so daß jener Acker in ihrer Sprache Akeldama genannt wurde, das heißt: Blutacker.
3799#Apostelgeschichte,1,20#20. Denn es steht geschrieben im Buche der Psalmen: «Seine Behausung soll öde werden, und niemand soll darin wohnen», und: «sein Amt empfange ein anderer.»
3800#Apostelgeschichte,1,21#21. So muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind die ganze Zeit über, da der Herr Jesus unter uns ein- und ausging,
3801#Apostelgeschichte,1,22#22. von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, da er von uns hinweg aufgenommen wurde, - einer von diesen muß mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.
3802#Apostelgeschichte,1,23#23. Und sie stellten zwei dar, Joseph, genannt Barsabas, mit Zunamen Justus, und Matthias,
3803#Apostelgeschichte,1,24#24. beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast,
3804#Apostelgeschichte,1,25#25. das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von welchem Judas abgetreten ist, um hinzugehen an seinen Ort.
3805#Apostelgeschichte,1,26#26. Und sie gaben ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den elf Aposteln hinzugewählt.
3806#Apostelgeschichte,2,1#1. UND als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.
3807#Apostelgeschichte,2,2#2. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen.
3808#Apostelgeschichte,2,3#3. Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen.
3809#Apostelgeschichte,2,4#4. Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen-1- zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab. -1) o: Sprachen.++
3810#Apostelgeschichte,2,5#5. Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel.
3811#Apostelgeschichte,2,6#6. Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
3812#Apostelgeschichte,2,7#7. Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer?
3813#Apostelgeschichte,2,8#8. Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind?
3814#Apostelgeschichte,2,9#9. Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien, in Judäa und Kappadocien, in Pontus und Asien;
3815#Apostelgeschichte,2,10#10. in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den Gegenden Lybiens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer,
3816#Apostelgeschichte,2,11#11. Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes verkünden!
3817#Apostelgeschichte,2,12#12. Sie erstaunten aber alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum andern: Was soll das sein?
3818#Apostelgeschichte,2,13#13. Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines!
3819#Apostelgeschichte,2,14#14. Da trat Petrus mit den Elfen auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte!
3820#Apostelgeschichte,2,15#15. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; denn es ist erst die dritte Stunde des Tages;
3821#Apostelgeschichte,2,16#16. sondern dies ist, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:
3822#Apostelgeschichte,2,17#17. «Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben;
3823#Apostelgeschichte,2,18#18. ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen.
3824#Apostelgeschichte,2,19#19. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf;
3825#Apostelgeschichte,2,20#20. die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und offenbar werdende Tag des Herrn kommt.
3826#Apostelgeschichte,2,21#21. Und es soll geschehen, daß jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird.»
3827#Apostelgeschichte,2,22#22. Ihr israelitischen Männer, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, von Gott bei euch erwiesen durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn tat, mitten unter euch, wie ihr selbst wisset;
3828#Apostelgeschichte,2,23#23. diesen, der nach Gottes festgesetztem Rat und Vorherwissen dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch der Ungerechten Hände (ans Kreuz) geheftet und getötet.
3829#Apostelgeschichte,2,24#24. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Bande-1- des Todes löste, wie es denn unmöglich war, daß er von ihm festgehalten würde. -1) o: Wehen.++
3830#Apostelgeschichte,2,25#25. Denn David spricht von ihm: «Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, daß ich nicht wanke.
3831#Apostelgeschichte,2,26#26. Darum freut sich mein Herz, und meine Zunge frohlockt, auch mein Fleisch wird ruhen auf Hoffnung;
3832#Apostelgeschichte,2,27#27. denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.
3833#Apostelgeschichte,2,28#28. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freuden vor deinem Angesicht!»
3834#Apostelgeschichte,2,29#29. Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag.
3835#Apostelgeschichte,2,30#30. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide verheißen hatte, aus der Frucht seiner Lenden einen auf seinen Thron zu setzen,
3836#Apostelgeschichte,2,31#31. hat er in dieser Voraussicht von der Auferstehung Christi geredet, daß seine Seele nicht im Totenreich gelassen werde, noch sein Fleisch die Verwesung sehe.
3837#Apostelgeschichte,2,32#32. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.
3838#Apostelgeschichte,2,33#33. Nachdem er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er das ausgegossen, was ihr jetzt sehet und höret.
3839#Apostelgeschichte,2,34#34. Denn nicht David ist in den Himmel hinaufgefahren, sondern er sagt selbst: «Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,
3840#Apostelgeschichte,2,35#35. bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße.»
3841#Apostelgeschichte,2,36#36. So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.
3842#Apostelgeschichte,2,37#37. Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?
3843#Apostelgeschichte,2,38#38. Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen.
3844#Apostelgeschichte,2,39#39. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, soviele der Herr unser Gott herrufen wird.
3845#Apostelgeschichte,2,40#40. Und noch mit vielen andern Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!
3846#Apostelgeschichte,2,41#41. Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
3847#Apostelgeschichte,2,42#42. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
3848#Apostelgeschichte,2,43#43. Es kam aber eine Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel.
3849#Apostelgeschichte,2,44#44. Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam;
3850#Apostelgeschichte,2,45#45. die Güter und Habe verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem einer es bedurfte.
3851#Apostelgeschichte,2,46#46. Und täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens,
3852#Apostelgeschichte,2,47#47. lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich solche, die gerettet wurden, zur Gemeinde hinzu.
3853#Apostelgeschichte,3,1#1. PETRUS aber und Johannes gingen in den Tempel hinauf um die neunte Stunde, da man zu beten pflegte.
3854#Apostelgeschichte,3,2#2. Und es wurde ein Mann herbeigebracht, der lahm war von Mutterleib an, den man täglich an die Pforte des Tempels, welche man «die Schöne» nennt, hinsetzte, damit er von denen, die in den Tempel hineingingen, ein Almosen erbitte.
3855#Apostelgeschichte,3,3#3. Als dieser Petrus und Johannes sah, die in den Tempel hineingehen wollten, bat er sie um ein Almosen.
3856#Apostelgeschichte,3,4#4. Petrus aber samt Johannes blickte ihn an und sprach: Sieh uns an!
3857#Apostelgeschichte,3,5#5. Er aber achtete auf sie in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen.
3858#Apostelgeschichte,3,6#6. Da sprach Petrus: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, stehe auf und wandle!
3859#Apostelgeschichte,3,7#7. Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Und alsbald wurden seine Füße und seine Knöchel fest,
3860#Apostelgeschichte,3,8#8. und er sprang auf und konnte stehen, ging umher und trat mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang und lobte Gott.
3861#Apostelgeschichte,3,9#9. Und alles Volk sah, wie er umherging und Gott lobte.
3862#Apostelgeschichte,3,10#10. Und sie erkannten, daß er der war, der um des Almosens willen an der «schönen» Pforte des Tempels gesessen hatte; und sie wurden mit Verwunderung und Erstaunen erfüllt über dem, was ihm widerfahren war.
3863#Apostelgeschichte,3,11#11. Da er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk voll Erstaunen bei ihnen zusammen in der sogenannten Halle Salomos.
3864#Apostelgeschichte,3,12#12. Als Petrus das sah, antwortete er dem Volke: Ihr israelitischen Männer, was verwundert ihr euch darüber, oder was blickt ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, daß dieser wandelt?
3865#Apostelgeschichte,3,13#13. Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Sohn-1- Jesus verherrlicht, den ihr überliefert und vor Pilatus verleugnet habt, als dieser ihn freisprechen wollte. -1) aüs: Knecht.++
3866#Apostelgeschichte,3,14#14. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und verlangt, daß euch ein Mörder geschenkt werde,
3867#Apostelgeschichte,3,15#15. den Fürsten-1- des Lebens aber habt ihr getötet; den hat Gott von den Toten auferweckt, dafür sind wir Zeugen. -1) o: Anführer, Urheber.++
3868#Apostelgeschichte,3,16#16. Und auf den Glauben an seinen Namen hin hat sein Name diesen (Mann) hier, den ihr sehet und kennet, gestärkt, und der durch ihn (gewirkte) Glaube hat ihm diese volle Gesundheit gegeben vor euch allen.
3869#Apostelgeschichte,3,17#17. Und nun, ihr Brüder, ich weiß, daß ihr in Unwissenheit gehandelt habt, wie auch eure Obersten;
3870#Apostelgeschichte,3,18#18. Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, daß nämlich Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt.
3871#Apostelgeschichte,3,19#19. So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden,
3872#Apostelgeschichte,3,20#20. damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen und er den euch vorherbestimmten Christus Jesus sende,
3873#Apostelgeschichte,3,21#21. welchen der Himmel aufnehmen muß bis auf die Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.
3874#Apostelgeschichte,3,22#22. Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: «Einen Propheten wird euch der Herr euer Gott erwecken aus euren Brüdern, gleichwie mich; auf den sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird.
3875#Apostelgeschichte,3,23#23. Und es wird geschehen: jede Seele, welche nicht auf diesen Propheten hören wird, soll aus dem Volk vertilgt werden.»
3876#Apostelgeschichte,3,24#24. Und alle Propheten, von Samuel an und den folgenden, soviele ihrer geredet haben, die haben auch diese Tage angekündigt.
3877#Apostelgeschichte,3,25#25. Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit unsern Vätern schloß, indem er zu Abraham sprach: «Und in deinem Samen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.»
3878#Apostelgeschichte,3,26#26. Euch zuerst hat Gott, indem er seinen Sohn-1- Jesus auferweckte, ihn gesandt, um euch zu segnen, durch Bekehrung eines jeden unter euch von seiner Bosheit. -1) aüs: Knecht.++
3879#Apostelgeschichte,4,1#1. WÄHREND sie aber zum Volk redeten, traten die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer auf sie zu.
3880#Apostelgeschichte,4,2#2. Die verdroß es, daß sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung von den Toten verkündigten.
3881#Apostelgeschichte,4,3#3. Und sie legten Hand an sie und setzten sie ins Gefängnis bis zum folgenden Morgen, denn es war schon Abend.
3882#Apostelgeschichte,4,4#4. Viele aber von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig. Und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend.
3883#Apostelgeschichte,4,5#5. Es geschah aber am folgenden Morgen, daß sich ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem versammelten,
3884#Apostelgeschichte,4,6#6. auch Hannas, der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlechte waren.
3885#Apostelgeschichte,4,7#7. Und sie stellten sie in ihre Mitte und fragten sie: Aus welcher Macht oder in welchem Namen habt ihr das getan?
3886#Apostelgeschichte,4,8#8. Da sprach Petrus, vom heiligen Geist erfüllt, zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel,
3887#Apostelgeschichte,4,9#9. wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört (und gefragt) werden, durch wen ihm geholfen worden sei,
3888#Apostelgeschichte,4,10#10. so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, daß durch den Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt, den Gott von den Toten auferweckt hat, daß durch ihn dieser gesund vor euch steht.
3889#Apostelgeschichte,4,11#11. Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verschmäht wurde, der zum Eckstein geworden ist.
3890#Apostelgeschichte,4,12#12. Und es ist in keinem andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir sollen gerettet werden!
3891#Apostelgeschichte,4,13#13. Als sie aber die Freimütigkeit des Petrus und Johannes sahen und erfuhren, daß sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich und erkannten sie, daß sie mit Jesus gewesen waren.
3892#Apostelgeschichte,4,14#14. Da sie aber den Menschen bei ihnen stehen sahen, der geheilt worden war, konnten sie nichts dagegen sagen.
3893#Apostelgeschichte,4,15#15. Da hießen sie sie aus dem Hohen Rate abtreten und beratschlagten miteinander und sprachen:
3894#Apostelgeschichte,4,16#16. Was wollen wir diesen Menschen tun? Denn daß ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, das ist allen Bewohnern von Jerusalem bekannt, und wir können es nicht leugnen.
3895#Apostelgeschichte,4,17#17. Aber damit es sich nicht weiter unter dem Volk verbreite, wollen wir ihnen ernstlich drohen, damit sie hinfort mit keinem Menschen mehr von diesem Namen reden.
3896#Apostelgeschichte,4,18#18. Und sie ließen sie rufen und geboten ihnen, durchaus nicht mehr in dem Namen Jesu zu reden noch zu lehren.
3897#Apostelgeschichte,4,19#19. Petrus aber und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott;
3898#Apostelgeschichte,4,20#20. denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
3899#Apostelgeschichte,4,21#21. Sie aber drohten ihnen noch weiter und ließen sie frei, weil sie keinen Weg fanden, sie zu bestrafen, wegen des Volkes; denn alle priesen Gott über dem, was geschehen war;
3900#Apostelgeschichte,4,22#22. denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.
3901#Apostelgeschichte,4,23#23. Als sie aber freigelassen waren, kamen sie zu den Ihrigen und verkündigten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
3902#Apostelgeschichte,4,24#24. Sie aber, da sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat;
3903#Apostelgeschichte,4,25#25. der du durch den Mund unsres Vaters David, deines Knechtes, gesagt hast: «Warum toben die Heiden und nehmen sich die Völker vor, was umsonst ist?
3904#Apostelgeschichte,4,26#26. Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich miteinander wider den Herrn und wider seinen Gesalbten.»
3905#Apostelgeschichte,4,27#27. Ja wahrlich, es haben sich versammelt in dieser Stadt wider deinen heiligen Sohn-1- Jesus, welchen du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und dem Volke Israel, -1) aüs: Knecht.++
3906#Apostelgeschichte,4,28#28. zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor beschlossen hatte, daß es geschehen sollte.
3907#Apostelgeschichte,4,29#29. Und nun, Herr, siehe an ihre Drohungen und verleihe deinen Knechten, mit aller Freimütigkeit dein Wort zu reden;
3908#Apostelgeschichte,4,30#30. indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und daß Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Sohnes-1- Jesus! -1) aüs: Knecht.++
3909#Apostelgeschichte,4,31#31. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.
3910#Apostelgeschichte,4,32#32. DIE Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam.
3911#Apostelgeschichte,4,33#33. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen.
3912#Apostelgeschichte,4,34#34. Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften
3913#Apostelgeschichte,4,35#35. und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte einem jeglichen aus, je nachdem einer es bedurfte.
3914#Apostelgeschichte,4,36#36. Joses aber, von den Aposteln zubenannt Barnabas <das heißt übersetzt: «Sohn des Trostes»>, ein Levit, aus Cypern gebürtig,
3915#Apostelgeschichte,4,37#37. der einen Acker hatte, verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.
3916#Apostelgeschichte,5,1#1. Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt seiner Frau Saphira, verkaufte ein Gut
3917#Apostelgeschichte,5,2#2. und entwendete von dem Erlös, unter Mitwissen seiner Frau, und brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen.
3918#Apostelgeschichte,5,3#3. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, den heiligen Geist zu belügen und von dem Erlös des Gutes (etwas) zu entwenden?
3919#Apostelgeschichte,5,4#4. Konntest du es nicht als dein Eigentum behalten? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum beschlossest du denn in deinem Herzen diese Tat? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!
3920#Apostelgeschichte,5,5#5. Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten.
3921#Apostelgeschichte,5,6#6. Es standen aber die Jünglinge auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.
3922#Apostelgeschichte,5,7#7. Und es begab sich, nach einer Weile von ungefähr drei Stunden, da kam seine Frau herein, ohne zu wissen, was geschehen war.
3923#Apostelgeschichte,5,8#8. Da hob Petrus an und sprach zu ihr: Sage mir, habt ihr das Gut um so und so viel verkauft? Sie sprach: Ja, um so viel!
3924#Apostelgeschichte,5,9#9. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich hinaustragen!
3925#Apostelgeschichte,5,10#10. Da fiel sie alsbald zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die Jünglinge hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Manne.
3926#Apostelgeschichte,5,11#11. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die davon hörten.
3927#Apostelgeschichte,5,12#12. Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos.
3928#Apostelgeschichte,5,13#13. Von den übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch;
3929#Apostelgeschichte,5,14#14. und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen,
3930#Apostelgeschichte,5,15#15. so daß man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschattete.
3931#Apostelgeschichte,5,16#16. Es kamen aber auch viele aus den umliegenden Städten in Jerusalem zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte; die wurden alle geheilt.
3932#Apostelgeschichte,5,17#17. ES erhob sich aber der Hohepriester und ein ganzer Anhang, nämlich die Sekte der Sadduzäer. 18. Die wurden voll Eifersucht
3933#Apostelgeschichte,5,18#und legten ihre Hände an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam.
3934#Apostelgeschichte,5,19#19. Aber ein Engel des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie heraus und sprach:
3935#Apostelgeschichte,5,20#20. Gehet hin, tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens!
3936#Apostelgeschichte,5,21#21. Als sie das hörten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Es kam aber der Hohepriester und sein Anhang, und sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Kinder Israel zusammen und sandten in das Gefängnis, um sie herbringen zu lassen.
3937#Apostelgeschichte,5,22#22. Als aber die Diener hinkamen, fanden sie jene nicht im Gefängnis. Da kehrten sie zurück, meldeten es
3938#Apostelgeschichte,5,23#und sprachen: 23. Das Gefängnis fanden wir zwar mit aller Sorgfalt verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin!
3939#Apostelgeschichte,5,24#24. Als aber der Tempelhauptmann und die Hohenpriester diese Worte hörten, konnten sie sich nicht erklären, wieso das komme.
3940#Apostelgeschichte,5,25#25. Da kam jemand und verkündigte ihnen: Siehe, die Männer, welche ihr ins Gefängnis gesetzt habt, stehen im Tempel und lehren das Volk!
3941#Apostelgeschichte,5,26#26. Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten, das Volk könnte sie steinigen.
3942#Apostelgeschichte,5,27#27. Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester fragte sie
3943#Apostelgeschichte,5,28#und sprach: 28. Haben wir euch nicht streng verboten, in diesem Namen zu lehren? Und siehe, ihr habt mit eurer Lehre Jerusalem erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!
3944#Apostelgeschichte,5,29#29. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!
3945#Apostelgeschichte,5,30#30. Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und umgebracht habt.
3946#Apostelgeschichte,5,31#31. Diesen hat Gott zum Anführer und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu verleihen.
3947#Apostelgeschichte,5,32#32. Und wir sind Seine Zeugen dieser Tatsachen, und der heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorsam sind.
3948#Apostelgeschichte,5,33#33. Als sie aber das hörten, fühlten sie sich tief getroffen und wollten sie umbringen.
3949#Apostelgeschichte,5,34#34. Es stand aber im Hohen Rate ein Pharisäer namens Gamaliel auf, ein beim ganzen Volke angesehener Gesetzeslehrer, und befahl, die Leute ein wenig abtreten zu lassen;
3950#Apostelgeschichte,5,35#35. dann sprach er zu ihnen: Ihr israelitischen Männer, nehmt euch in acht, was ihr mit diesen Menschen tun wollt!
3951#Apostelgeschichte,5,36#36. Denn vor diesen Tagen trat Theudas auf, der sich für etwas Großes ausgab und dem eine Anzahl Männer, etwa vierhundert, anhing; der wurde erschlagen, und alle, die ihm folgten, zerstreuten sich und wurden zunichte.
3952#Apostelgeschichte,5,37#37. Nach diesem trat Judas, der Galiläer, in den Tagen der Schatzung auf und brachte unter seiner Führung viel Volk zum Abfall; und auch er kam um, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut.
3953#Apostelgeschichte,5,38#38. Und jetzt sage ich euch: Stehet von diesen Menschen ab und lasset sie! Denn ist dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen, so wird es zunichte werden;
3954#Apostelgeschichte,5,39#39. ist es aber von Gott, so vermöget ihr es nicht zu vernichten. Daß ihr nicht gar als solche erfunden werdet, die wider Gott streiten! 40. Und sie fügten sich ihm
3955#Apostelgeschichte,5,40#und riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Streiche und verboten ihnen, von dem Namen Jesus zu reden, und entließen sie.
3956#Apostelgeschichte,5,41#41. Sie aber gingen fröhlich vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden;
3957#Apostelgeschichte,5,42#42. und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus als dem Christus zu verkündigen.
3958#Apostelgeschichte,6,1#1. IN jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten-1- gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. -1) d.h. der Gr. redenden Gemeindeglieder.++
3959#Apostelgeschichte,6,2#2. Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ziemt sich nicht, daß wir das Wort Gottes verlassen, um bei den Tischen zu dienen.
3960#Apostelgeschichte,6,3#3. Darum, ihr Brüder, sehet euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis, voll (heiligen) Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen Bedarf bestellen,
3961#Apostelgeschichte,6,4#4. wir aber wollen im Gebet und im Dienste des Wortes verharren.
3962#Apostelgeschichte,6,5#5. Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
3963#Apostelgeschichte,6,6#6. Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf.
3964#Apostelgeschichte,6,7#7. Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr zu Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurden dem Glauben gehorsam.
3965#Apostelgeschichte,6,8#8. STEPHANUS aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
3966#Apostelgeschichte,6,9#9. Es standen aber etliche aus der sogenannten Synagoge der Libertiner-1- und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asien auf und stritten mit Stephanus. -1) d.h. der freigelassenen jüd. Sklaven.++
3967#Apostelgeschichte,6,10#10. Und sie vermochten der Weisheit und dem Geist, womit er redete, nicht zu widerstehen.
3968#Apostelgeschichte,6,11#11. Da stifteten sie Männer an, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte wider Mose und Gott reden hören.
3969#Apostelgeschichte,6,12#12. Und sie wiegelten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, überfielen ihn, rissen ihn fort und führten ihn vor den Hohen Rat.
3970#Apostelgeschichte,6,13#13. Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Reden zu führen wider diese heilige Stätte und das Gesetz!
3971#Apostelgeschichte,6,14#14. Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern, die uns Mose überliefert hat!
3972#Apostelgeschichte,6,15#15. Und da alle, die im Hohen Rate saßen, ihn anblickten, sahen sie sein Angesicht, (das war) wie eines Engels Angesicht.
3973#Apostelgeschichte,7,1#1. Da sprach der Hohepriester: Verhält sich dieses also?
3974#Apostelgeschichte,7,2#2. Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte,
3975#Apostelgeschichte,7,3#und sprach zu ihm: 3. «Gehe hinweg aus deinem Lande und deiner Verwandtschaft und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde!»
3976#Apostelgeschichte,7,4#4. Da ging er hinweg aus dem Lande der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nach dem Tode seines Vaters, führte er ihn herüber in dieses Land, welches ihr jetzt bewohnet.
3977#Apostelgeschichte,7,5#5. Und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fuß breit, und verhieß, es ihm und seinem Samen nach ihm zum Eigentum zu geben, obwohl er kein Kind hatte.
3978#Apostelgeschichte,7,6#6. Gott sprach aber also: «Sein Same wird Fremdling sein in einem fremden Lande, und man wird ihn dienstbar machen und übel behandeln, vierhundert Jahre lang.
3979#Apostelgeschichte,7,7#7. Und das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, sprach Gott; und darnach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort.»
3980#Apostelgeschichte,7,8#8. Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und also zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Patriarchen.
3981#Apostelgeschichte,7,9#9. Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. 10. Aber Gott war mit ihm
3982#Apostelgeschichte,7,10#und rettete ihn aus allen seinen Trübsalen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und über sein ganzes Haus.
3983#Apostelgeschichte,7,11#11. Es kam aber eine Hungersnot über das ganze Land Ägypten und Kanaan und große Bedrängnis, und unsere Väter fanden keine Speise.
3984#Apostelgeschichte,7,12#12. Als aber Jakob hörte, daß Korn in Ägypten zu haben sei, sandte er unsre Väter zum erstenmal aus.
3985#Apostelgeschichte,7,13#13. Und beim zweitenmal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und die Abstammung Josephs wurde dem Pharao kund.
3986#Apostelgeschichte,7,14#14. Da sandte Joseph hin und berief seinen Vater Jakob zu sich und die ganze Verwandtschaft von fünfundsiebzig Seelen.
3987#Apostelgeschichte,7,15#15. Und Jakob zog nach Ägypten hinab und starb, er und unsre Väter.
3988#Apostelgeschichte,7,16#16. Und sie wurden herübergebracht nach Sichem und in das Grab gelegt, das Abraham um eine Summe Geld von den Söhnen Hemors in Sichem gekauft hatte.
3989#Apostelgeschichte,7,17#17. Als aber die Zeit der Verheißung nahte, welche Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,
3990#Apostelgeschichte,7,18#18. bis ein anderer König über Ägypten aufkam, der Joseph nicht kannte.
3991#Apostelgeschichte,7,19#19. Dieser handelte arglistig gegen unser Geschlecht und zwang die Väter, ihre Kinder auszusetzen, damit sie nicht am Leben blieben.
3992#Apostelgeschichte,7,20#20. In dieser Zeit wurde Mose geboren, der war Gott angenehm; und er wurde drei Monate lang im Hause seines Vaters ernährt.
3993#Apostelgeschichte,7,21#21. Als er aber ausgesetzt wurde, hob ihn die Tochter des Pharao auf und erzog ihn sich zum Sohne.
3994#Apostelgeschichte,7,22#22. Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war mächtig in Wort und Tat.
3995#Apostelgeschichte,7,23#23. Als er aber vierzig Jahre alt wurde, stieg der Gedanke in ihm auf, sich nach seinen Brüdern, den Kindern Israel, umzusehen.
3996#Apostelgeschichte,7,24#24. Und da er einen Unrecht leiden sah, wehrte er es ab und schaffte dem Unterdrückten Recht, indem er den Ägypter erschlug.
3997#Apostelgeschichte,7,25#25. Er meinte aber, seine Brüder würden es verstehen, daß Gott ihnen durch seine Hand Rettung gäbe; aber sie verstanden es nicht.
3998#Apostelgeschichte,7,26#26. Und am folgenden Tage erschien er bei ihnen, als sie miteinander haderten, und ermahnte sie zum Frieden und sprach: Ihr Männer, ihr seid Brüder; warum tut ihr einander Unrecht?
3999#Apostelgeschichte,7,27#27. Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt?
4000#Apostelgeschichte,7,28#28. Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?
4001#Apostelgeschichte,7,29#29. Da floh Mose auf dieses Wort hin und wurde ein Fremdling im Lande Midian, wo er zwei Söhne zeugte.
4002#Apostelgeschichte,7,30#30. Und als vierzig Jahre verflossen waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel des Herrn in der Feuerflamme eines Busches.
4003#Apostelgeschichte,7,31#31. Da Mose das sah, verwunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzutrat, sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn an ihn:
4004#Apostelgeschichte,7,32#32. «Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.» Mose aber zitterte und wagte nicht hinzuschauen.
4005#Apostelgeschichte,7,33#33. Da sprach der Herr zu ihm: Löse die Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!
4006#Apostelgeschichte,7,34#34. Ich habe die Mißhandlung meines Volkes, das in Ägypten ist, wohl gesehen und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgestiegen, sie zu erretten. Und nun komm, ich will dich nach Ägypten senden!
4007#Apostelgeschichte,7,35#35. Diesen Mose, den sie verleugneten, indem sie sprachen: Wer hat dich zum Obersten und Richter eingesetzt? - diesen sandte Gott als Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm im Busche erschienen war.
4008#Apostelgeschichte,7,36#36. Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen tat im Lande Ägypten und am Roten Meer und in der Wüste, vierzig Jahre lang.
4009#Apostelgeschichte,7,37#37. Das ist der Mose, der zu den Kindern Israel sprach: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott aus euren Brüdern erwecken, gleichwie mich; den sollt ihr hören!
4010#Apostelgeschichte,7,38#38. Das ist der, welcher in der Gemeinde in der Wüste war mit dem Engel, der auf dem Berge Sinai zu ihm redete und mit unsern Vätern, der lebendige Aussprüche empfing, um sie uns zu geben;
4011#Apostelgeschichte,7,39#39. dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten; sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihren Herzen nach Ägypten,
4012#Apostelgeschichte,7,40#40. indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus Ägypten geführt hat, widerfahren ist!
4013#Apostelgeschichte,7,41#41. Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen und brachten dem Götzen ein Opfer und freuten sich an den Werken ihrer Hände.
4014#Apostelgeschichte,7,42#42. Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, so daß sie dem Heer des Himmels dienten, wie im Buche der Propheten geschrieben steht: «Habt ihr mir etwa Brandopfer und Schlachtopfer dargebracht, die vierzig Jahre in der Wüste, Haus Israel?
4015#Apostelgeschichte,7,43#43. Ihr habt das Zelt des Moloch und das Sternbild eures Gottes Remphan umhergetragen, die Bilder, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen über Babylon hinaus.»
4016#Apostelgeschichte,7,44#44. Unsre Väter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wüste, wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte.
4017#Apostelgeschichte,7,45#45. Dieses brachten auch unsre Väter, wie sie es empfangen hatten, mit Josua (in das Land), als sie es von den Heiden in Besitz nahmen, welche Gott vor dem Angesichte unsrer Väter vertrieb, bis auf die Tage Davids.
4018#Apostelgeschichte,7,46#46. Der fand Gnade vor Gott und bat, ob er für den Gott Jakobs eine Wohnung finden dürfe.
4019#Apostelgeschichte,7,47#47. Salomo aber erbaute ihm ein Haus.
4020#Apostelgeschichte,7,48#48. Doch der Höchste wohnt nicht in Tempeln, von Händen gemacht, wie der Prophet spricht:
4021#Apostelgeschichte,7,49#49. «Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist die Stätte meiner Ruhe?
4022#Apostelgeschichte,7,50#50. Hat nicht meine Hand das alles gemacht?» -
4023#Apostelgeschichte,7,51#51. Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren! Ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geiste; wie eure Väter, also auch ihr!
4024#Apostelgeschichte,7,52#52. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche von dem Kommen des Gerechten vorher verkündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid;
4025#Apostelgeschichte,7,53#53. ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!
4026#Apostelgeschichte,7,54#54. Als sie aber das hörten, schnitt es ihnen ins Herz, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
4027#Apostelgeschichte,7,55#55. Er aber, voll heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen;
4028#Apostelgeschichte,7,56#56. und er sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen!
4029#Apostelgeschichte,7,57#57. Sie aber schrieen mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu, stürmten einmütig auf ihn los,
4030#Apostelgeschichte,7,58#stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. 58. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings nieder, welcher Saulus hieß.
4031#Apostelgeschichte,7,59#59. Und sie steinigten den Stephanus, welcher ausrief und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
4032#Apostelgeschichte,7,60#60. Er kniete aber nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und nachdem er das gesagt hatte, entschlief er.
4033#Apostelgeschichte,8,1#1. SAULUS aber hatte seiner Hinrichtung zugestimmt. Und es entstand an jenem Tage eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Landschaften von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel.
4034#Apostelgeschichte,8,2#2. Den Stephanus aber begruben gottesfürchtige Männer und veranstalteten eine große Trauer um ihn.
4035#Apostelgeschichte,8,3#3. Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und überlieferte sie ins Gefängnis.
4036#Apostelgeschichte,8,4#4. Die nun, welche sich zerstreut hatten, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums.
4037#Apostelgeschichte,8,5#5. Philippus aber kam hinab in eine Stadt von Samaria und predigte ihnen Christus.
4038#Apostelgeschichte,8,6#6. Und das Volk achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, als sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat.
4039#Apostelgeschichte,8,7#7. Denn aus vielen, welche unreine Geister hatten, fuhren diese mit großem Geschrei aus; es wurden aber auch viele Gichtbrüchige und Lahme geheilt.
4040#Apostelgeschichte,8,8#8. Und es herrschte große Freude in jener Stadt.
4041#Apostelgeschichte,8,9#9. Ein Mann aber mit Namen Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria in Erstaunen gesetzt, indem er sich für etwas Großes ausgab.
4042#Apostelgeschichte,8,10#10. Auf ihn achteten alle, klein und groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die große nennt.
4043#Apostelgeschichte,8,11#11. Sie achteten aber auf ihn, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in Erstaunen gesetzt hatte.
4044#Apostelgeschichte,8,12#12. Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi predigte, ließen sich Männer und Frauen taufen.
4045#Apostelgeschichte,8,13#13. Simon aber wurde auch gläubig und hielt sich, nachdem er getauft worden war, stets zu Philippus; und da er sah, daß Zeichen und große Wunder geschahen, staunte er.
4046#Apostelgeschichte,8,14#14. Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
4047#Apostelgeschichte,8,15#15. Diese kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfingen;
4048#Apostelgeschichte,8,16#16. denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
4049#Apostelgeschichte,8,17#17. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.
4050#Apostelgeschichte,8,18#18. Als aber Simon sah, daß durch die Handauflegung der Apostel der heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld
4051#Apostelgeschichte,8,19#und sprach: 19. Gebet auch mir diese Vollmacht, damit, wenn ich jemand die Hände auflege, er den heiligen Geist empfange!
4052#Apostelgeschichte,8,20#20. Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können!
4053#Apostelgeschichte,8,21#21. Du hast weder Anteil noch Erbe an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott!
4054#Apostelgeschichte,8,22#22. So tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir die Tücke deines Herzens möge vergeben werden;
4055#Apostelgeschichte,8,23#23. denn ich sehe, daß du in bitterer Galle und in Ungerechtigkeit verstrickt bist.
4056#Apostelgeschichte,8,24#24. Da antwortete Simon und sprach: Betet ihr für mich zum Herrn, daß nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme!
4057#Apostelgeschichte,8,25#25. Sie nun, nachdem sie das Wort des Herrn bezeugt und gelehrt hatten, kehrten nach Jerusalem zurück und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.
4058#Apostelgeschichte,8,26#26. EIN Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden-1- auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam. -1) o: gegen Mittag.++
4059#Apostelgeschichte,8,27#27. Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, ein Äthiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger Kandaces, der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war, der war gekommen, um in Jerusalem anzubeten;
4060#Apostelgeschichte,8,28#28. und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja.
4061#Apostelgeschichte,8,29#29. Da sprach der Geist zu Philippus: Geh hinzu und halte dich zu diesem Wagen!
4062#Apostelgeschichte,8,30#30. Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liesest?
4063#Apostelgeschichte,8,31#31. Er aber sprach: Wie kann ich es, wenn niemand mich anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
4064#Apostelgeschichte,8,32#32. Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: «Wie ein Schaf ward er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf.
4065#Apostelgeschichte,8,33#33. In seiner Erniedrigung ward sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!»
4066#Apostelgeschichte,8,34#34. Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet solches? Von sich selbst oder von einem andern?
4067#Apostelgeschichte,8,35#35. Da tat Philippus seinen Mund auf und hob an mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.
4068#Apostelgeschichte,8,36#36. Als sie aber des Weges dahinzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?
4069#Apostelgeschichte,8,37#37. Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist!
4070#Apostelgeschichte,8,38#38. Und er hieß den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn.
4071#Apostelgeschichte,8,39#39. Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog fröhlich seines Weges.
4072#Apostelgeschichte,8,40#40. Philippus aber wurde zu Azot gefunden, und er zog umher und verkündigte das Evangelium in allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.
4073#Apostelgeschichte,9,1#1. SAULUS aber schnaubte noch drohend und mordend wider die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester
4074#Apostelgeschichte,9,2#2. und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er etliche Anhänger des Weges-1- fände, Männer und Frauen, er sie gebunden nach Jerusalem führte. -1) d.h. der neuen Lehre vom Heilswege.++
4075#Apostelgeschichte,9,3#3. Auf der Reise aber begab es sich, als er sich der Stadt Damaskus näherte, daß ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte.
4076#Apostelgeschichte,9,4#4. Und als er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
4077#Apostelgeschichte,9,5#5. Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen!
4078#Apostelgeschichte,9,6#6. Da sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, daß ich tun soll? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf und gehe in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst!
4079#Apostelgeschichte,9,7#7. Die Männer aber, die mit ihm reisten, standen sprachlos da, indem sie zwar die Stimme hörten, aber niemand sahen.
4080#Apostelgeschichte,9,8#8. Da stand Saulus von der Erde auf; aber obgleich seine Augen geöffnet waren, sah er nichts. Sie leiteten ihn aber an der Hand und führten ihn nach Damaskus.
4081#Apostelgeschichte,9,9#9. Und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
4082#Apostelgeschichte,9,10#10. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr!
4083#Apostelgeschichte,9,11#11. Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und gehe in die Gasse, welche man «die Gerade» nennt, und frage im Hause des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Denn siehe, er betet;
4084#Apostelgeschichte,9,12#12. und er hat in einem Gesicht einen Mann gesehen, namens Ananias, der hereinkam und ihm die Hände auflegte, damit er wieder sehend werde.
4085#Apostelgeschichte,9,13#13. Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von vielen von diesem Mann gehört, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat.
4086#Apostelgeschichte,9,14#14. Und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle, die deinen Namen anrufen, gefangen zu nehmen.
4087#Apostelgeschichte,9,15#15. Aber der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israel zu tragen!
4088#Apostelgeschichte,9,16#16. Denn ich werde ihm zeigen, wieviel er um meines Namens willen leiden muß.
4089#Apostelgeschichte,9,17#17. Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest!
4090#Apostelgeschichte,9,18#18. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er konnte wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen,
4091#Apostelgeschichte,9,19#nahm Speise und stärkte sich. 19. Er war aber etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus.
4092#Apostelgeschichte,9,20#20. Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, daß dieser der Sohn Gottes sei.
4093#Apostelgeschichte,9,21#21. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die zerstörte, welche diesen Namen anrufen, und der dazu hierher gekommen war, um sie gebunden zu den Hohenpriestern zu führen?
4094#Apostelgeschichte,9,22#22. Saulus aber wurde noch mehr gekräftigt und beunruhigte die Juden, die zu Damaskus wohnten, indem er bewies, daß Jesus der Christus sei.
4095#Apostelgeschichte,9,23#23. Als aber viele Tage vergangen waren, beratschlagten die Juden miteinander, ihn umzubringen.
4096#Apostelgeschichte,9,24#24. Doch ihr Anschlag wurde dem Saulus kund. Und sie bewachten auch die Tore Tag und Nacht, um ihn umzubringen.
4097#Apostelgeschichte,9,25#25. Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb über die Mauer hinab.
4098#Apostelgeschichte,9,26#26. Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, daß er ein Jünger sei.
4099#Apostelgeschichte,9,27#27. Barnabas aber nahm ihn auf, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen und daß dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gepredigt habe.
4100#Apostelgeschichte,9,28#28. Und er ging in Jerusalem mit ihnen aus und ein und predigte freimütig im Namen des Herrn.
4101#Apostelgeschichte,9,29#29. Er redete und stritt auch mit den Hellenisten-1-; sie aber suchten ihn umzubringen. -1) d.h. der Griechisch redenden Gemeindeglieder.
4102#Apostelgeschichte,9,30#30. Da das aber die Brüder erfuhren, brachten sie ihn gen Cäsarea und schickten ihn nach Tarsus.
4103#Apostelgeschichte,9,31#31. So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samaria und baute sich auf und wandelte in der Furcht des Herrn und wuchs durch den Beistand-1- des heiligen Geistes. -1) o: Zuspruch.++
4104#Apostelgeschichte,9,32#32. ES begab sich aber, daß Petrus, als er durch alle (Gegenden) zog, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten.
4105#Apostelgeschichte,9,33#33. Er fand aber daselbst einen Mann mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren zu Bette lag, weil er gelähmt war.
4106#Apostelgeschichte,9,34#34. Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und alsbald stand er auf.
4107#Apostelgeschichte,9,35#35. Und es sahen ihn alle, die in Lydda und Saron wohnten; die bekehrten sich zum Herrn.
4108#Apostelgeschichte,9,36#36. Zu Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt «Gazelle» heißt; diese war reich an guten Werken und Almosen, die sie übte.
4109#Apostelgeschichte,9,37#37. Und es begab sich in jenen Tagen, daß sie krank wurde und starb; und man wusch sie und legte sie ins Obergemach.
4110#Apostelgeschichte,9,38#38. Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist und die Jünger gehört hatten, daß Petrus dort sei, sandten sie zwei Männer zu ihm mit der Bitte: Zögere nicht, bis zu uns zu kommen!
4111#Apostelgeschichte,9,39#39. Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach, und es traten alle Witwen zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche Tabitha gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.
4112#Apostelgeschichte,9,40#40. Da hieß Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete; dann wandte er sich zu der Leiche und sprach: Tabitha, steh auf! Sie aber öffnete ihre Augen, und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf.
4113#Apostelgeschichte,9,41#41. Und er reichte ihr die Hand und richtete sie auf. Und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie ihnen lebend dar.
4114#Apostelgeschichte,9,42#42. Und es wurde kund durch ganz Joppe, und viele wurden gläubig an den Herrn.
4115#Apostelgeschichte,9,43#43. Es geschah aber, daß er viele Tage in Joppe bei einem gewissen Simon, einem Gerber, blieb.
4116#Apostelgeschichte,10,1#1. ES war aber in Cäsarea ein Mann, namens Kornelius, ein Hauptmann der Rotte-1-, welche man «die italienische» nennt; -1) Kohorte.++
4117#Apostelgeschichte,10,2#2. fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, der dem Volke viele Almosen spendete und ohne Unterlaß zu Gott betete.
4118#Apostelgeschichte,10,3#3. Der sah in einem Gesichte deutlich, etwa um die neunte Stunde des Tages, einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen, der zu ihm sprach: Kornelius!
4119#Apostelgeschichte,10,4#4. Er aber blickte ihn an, erschrak und sprach: Was ist's, Herr? Er sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen ins Gedächtnis vor Gott!
4120#Apostelgeschichte,10,5#5. Und nun sende Männer nach Joppe und laß einen gewissen Simon holen, den man Petrus nennt.
4121#Apostelgeschichte,10,6#6. Dieser ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meere liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst.
4122#Apostelgeschichte,10,7#7. Als nun der Engel, der mit ihm redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Hausknechte und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die stets um ihn waren,
4123#Apostelgeschichte,10,8#8. und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.
4124#Apostelgeschichte,10,9#9. Am folgenden Tage aber, als jene auf dem Wege waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde.
4125#Apostelgeschichte,10,10#10. Da wurde er hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn.
4126#Apostelgeschichte,10,11#11. Und er sieht den Himmel geöffnet und ein Gefäß wie ein großes, leinenes Tuch herabkommen, das an vier Enden (gebunden) auf die Erde niedergelassen wurde;
4127#Apostelgeschichte,10,12#12. darin waren allerlei vierfüßige und wilde und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels.
4128#Apostelgeschichte,10,13#13. Und es sprach-1- eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! -1) w: geschah.++
4129#Apostelgeschichte,10,14#14. Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen!
4130#Apostelgeschichte,10,15#15. Und eine Stimme (sprach) wiederum, zum zweitenmal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein!
4131#Apostelgeschichte,10,16#16. Solches geschah dreimal, und das Gefäß wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen.
4132#Apostelgeschichte,10,17#17. Als aber Petrus bei sich selbst ganz ungewiß war, was das Gesicht bedeute, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, welche das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang,
4133#Apostelgeschichte,10,18#18. riefen und erkundigten sich, ob Simon mit dem Zunamen Petrus hier zur Herberge sei.
4134#Apostelgeschichte,10,19#19. Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich!
4135#Apostelgeschichte,10,20#20. Darum steh auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn Ich habe sie gesandt!
4136#Apostelgeschichte,10,21#21. Da stieg Petrus zu den Männern hinab und sprach: Siehe, ich bin der, den ihr suchet. Was ist die Ursache, weshalb ihr hier seid?
4137#Apostelgeschichte,10,22#22. Sie aber sprachen: Kornelius, der Hauptmann, ein rechtschaffener und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugnis hat beim ganzen Volk der Juden, hat von einem heiligen Engel den Befehl erhalten, dich in sein Haus holen zu lassen, um Worte von dir zu hören.
4138#Apostelgeschichte,10,23#23. Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am folgenden Tage aber stand er auf und zog mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.
4139#Apostelgeschichte,10,24#24. Und am andern Tage kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammenberufen.
4140#Apostelgeschichte,10,25#25. Als es nun geschah, daß Petrus hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete an-1-. -1) o: huldigte ihm.++
4141#Apostelgeschichte,10,26#26. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf! ich bin auch ein Mensch.
4142#Apostelgeschichte,10,27#27. Und indem er sich mit ihm unterredete, ging er hinein und fand viele versammelt.
4143#Apostelgeschichte,10,28#28. Und er sprach zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem jüdischen Manne nicht erlaubt ist, mit einem Ausländer zu verkehren oder sich ihm zu nahen; aber mir hat Gott gezeigt, daß ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll.
4144#Apostelgeschichte,10,29#29. Darum bin ich auch ohne Widerrede gekommen, als ich hergerufen wurde. Und nun frage ich: Aus welchem Grunde habt ihr mich gerufen?
4145#Apostelgeschichte,10,30#30. Und Kornelius sprach: Vor vier Tagen, um diese Stunde, fastete und betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann in glänzendem Kleide vor mir
4146#Apostelgeschichte,10,31#und sprach: 31. Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist vor Gott gedacht worden!
4147#Apostelgeschichte,10,32#32. Darum sende nach Joppe und laß Simon, der Petrus genannt wird, holen; dieser ist zur Herberge im Hause Simons, eines Gerbers, am Meer; der wird, wenn er kommt, zu dir reden.
4148#Apostelgeschichte,10,33#33. Da schickte ich zur Stunde zu dir, und du hast wohl daran getan, daß du gekommen bist. So sind wir nun alle vor Gott gegenwärtig, zu hören alles, was dir von Gott aufgetragen ist!
4149#Apostelgeschichte,10,34#34. Da tat Petrus den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht,
4150#Apostelgeschichte,10,35#35. sondern daß in allem Volk, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm ist!
4151#Apostelgeschichte,10,36#36. Das Wort, das er den Kindern Israel gesandt hat, indem er Frieden verkünden ließ durch Jesus Christus - welcher ist aller Herr -,
4152#Apostelgeschichte,10,37#37. ihr kennet (es, nämlich) die Geschichte, die in ganz Judäa geschehen ist und in Galiläa anfing nach der Taufe, die Johannes predigte:
4153#Apostelgeschichte,10,38#38. Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, welcher umherzog, indem er wohltat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.
4154#Apostelgeschichte,10,39#39. Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im jüdischen Lande und zu Jerusalem getan; den haben sie ans Holz gehängt und getötet.
4155#Apostelgeschichte,10,40#40. Diesen hat Gott am dritten Tage auferweckt und hat ihn offenbar werden lassen,
4156#Apostelgeschichte,10,41#41. nicht allem Volke, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von den Toten.
4157#Apostelgeschichte,10,42#42. Und er hat uns geboten, dem Volke zu verkündigen und zu bezeugen, daß er der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten sei.
4158#Apostelgeschichte,10,43#43. Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, daß jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfangen soll.
4159#Apostelgeschichte,10,44#44. Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.
4160#Apostelgeschichte,10,45#45. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, soviele ihrer mit Petrus gekommen waren, erstaunten, daß die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde.
4161#Apostelgeschichte,10,46#46. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott hoch preisen. Da antwortete Petrus:
4162#Apostelgeschichte,10,47#47. Kann auch jemand das Wasser verwehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie wir?
4163#Apostelgeschichte,10,48#48. Und er befahl, daß sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.
4164#Apostelgeschichte,11,1#1. Es hörten aber die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, daß auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hätten.
4165#Apostelgeschichte,11,2#2. Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe
4166#Apostelgeschichte,11,3#und sprachen: 3. Du bist zu unbeschnittenen Männern hineingegangen und hast mit ihnen gegessen!
4167#Apostelgeschichte,11,4#4. Da hob Petrus an und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach:
4168#Apostelgeschichte,11,5#5. Ich war in der Stadt Joppe und betete; da sah ich in der Verzückung ein Gesicht, ein Gefäß herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden vom Himmel herniedergelassen wurde, und es kam bis zu mir.
4169#Apostelgeschichte,11,6#6. Als ich nun hineinblickte und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die wilden und kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels.
4170#Apostelgeschichte,11,7#7. Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Steh auf, Petrus, schlachte und iß!
4171#Apostelgeschichte,11,8#8. Ich aber sprach: Keineswegs, Herr; denn nie ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen!
4172#Apostelgeschichte,11,9#9. Aber eine Stimme vom Himmel antwortete mir zum zweitenmal: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein!
4173#Apostelgeschichte,11,10#10. Dies geschah aber dreimal; und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen.
4174#Apostelgeschichte,11,11#11. Und siehe, alsbald standen vor dem Hause, worin ich war, drei Männer, die von Cäsarea zu mir gesandt worden waren.
4175#Apostelgeschichte,11,12#12. Und der Geist hieß mich mit ihnen ziehen, ohne Bedenken. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes hinein.
4176#Apostelgeschichte,11,13#13. Und er berichtete uns, wie er in seinem Hause den Engel gesehen habe, der dastand und zu ihm sagte: Sende nach Joppe und laß Simon, der Petrus zubenannt wird, holen;
4177#Apostelgeschichte,11,14#14. der wird Worte zu dir reden, durch welche du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.
4178#Apostelgeschichte,11,15#15. Als ich aber zu reden anfing, fiel der heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang.
4179#Apostelgeschichte,11,16#16. Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geist getauft werden.
4180#Apostelgeschichte,11,17#17. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat, wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich, daß ich Gott hätte wehren können?
4181#Apostelgeschichte,11,18#18. Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben!
4182#Apostelgeschichte,11,19#19. DIE nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Cypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand, als nur zu Juden.
4183#Apostelgeschichte,11,20#20. Es waren aber etliche unter ihnen, Cyprier und Kyrenäer, die, als sie nach Antiochia kamen, auch zu den Griechen redeten und ihnen das Evangelium vom Herrn Jesus verkündigten.
4184#Apostelgeschichte,11,21#21. Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn.
4185#Apostelgeschichte,11,22#22. Es kam aber die Kunde von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten Barnabas, daß er hingehe nach Antiochia.
4186#Apostelgeschichte,11,23#23. Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, gemäß dem Vorsatz des Herzens bei dem Herrn zu verharren;
4187#Apostelgeschichte,11,24#24. denn er war ein trefflicher Mann und voll heiligen Geistes und Glaubens; und es schloß sich dem Herrn eine beträchtliche Menge an.
4188#Apostelgeschichte,11,25#25. Und Barnabas zog aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen,
4189#Apostelgeschichte,11,26#und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. 26. Es begab sich aber, daß sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde beisammen blieben und eine beträchtliche Menge lehrten, und daß die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.
4190#Apostelgeschichte,11,27#27. In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem hinab nach Antiochia.
4191#Apostelgeschichte,11,28#28. Und einer von ihnen, mit Namen Agabus, trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, welche über den ganzen Erdkreis kommen sollte; welche dann auch eintrat unter dem Kaiser Claudius.
4192#Apostelgeschichte,11,29#29. Da beschlossen die Jünger, daß ein jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfeleistung senden solle;
4193#Apostelgeschichte,11,30#30. das taten sie auch und sandten es durch die Hand von Barnabas und Saulus an die Ältesten.
4194#Apostelgeschichte,12,1#1. UM jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an, um etliche von der Gemeinde zu mißhandeln.
4195#Apostelgeschichte,12,2#2. Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.
4196#Apostelgeschichte,12,3#3. Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote.
4197#Apostelgeschichte,12,4#4. Und als er ihn festgenommen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und übergab ihn vier Abteilungen von je vier Kriegsknechten zur Bewachung, in der Absicht, ihn nach dem Passah dem Volke vorzuführen.
4198#Apostelgeschichte,12,5#5. So wurde Petrus nun im Gefängnis verwahrt; von der Gemeinde aber wurde inbrünstig für ihn zu Gott gebetet.
4199#Apostelgeschichte,12,6#6. Als aber Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden; und Wächter vor der Tür bewachten das Gefängnis.
4200#Apostelgeschichte,12,7#7. Und siehe, ein Engel des Herrn trat hinzu, und ein Licht erglänzte in dem Gemach. Er weckte aber Petrus durch einen Schlag an die Seite und sprach: Steh eilends auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen.
4201#Apostelgeschichte,12,8#8. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und ziehe deine Schuhe an! Da tat er also. Und er spricht zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir!
4202#Apostelgeschichte,12,9#9. Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was so durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen.
4203#Apostelgeschichte,12,10#10. Als sie aber durch die erste und die zweite Wache hindurchgegangen waren, kamen sie zu dem eisernen Tor, welches nach der Stadt führt, und dieses tat sich ihnen von selbst auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse vorwärts, und alsbald schied der Engel von ihm.
4204#Apostelgeschichte,12,11#11. Da kam Petrus zu sich selbst und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erwartete, errettet hat.
4205#Apostelgeschichte,12,12#12. Und er besann sich und ging zum Hause der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Zunamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten.
4206#Apostelgeschichte,12,13#13. Als aber Petrus an die Haustür klopfte, kam eine Magd namens Rhode herbei, um zu horchen.
4207#Apostelgeschichte,12,14#14. Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, tat sie vor Freuden das Tor nicht auf, sondern lief hinein und meldete, Petrus stehe vor dem Tor.
4208#Apostelgeschichte,12,15#15. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist nicht bei Sinnen! Aber sie bestand darauf, es sei so. Da sprachen sie: Es ist sein Engel!
4209#Apostelgeschichte,12,16#16. Petrus aber fuhr fort zu klopfen; und als sie öffneten, sahen sie ihn und erstaunten sehr.
4210#Apostelgeschichte,12,17#17. Er winkte ihnen aber mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt habe. Er sprach aber: Meldet dies dem Jakobus und den Brüdern! Und er ging hinaus und zog an einen andern Ort.
4211#Apostelgeschichte,12,18#18. Als es nun Tag geworden, entstand eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was doch aus Petrus geworden sei.
4212#Apostelgeschichte,12,19#19. Herodes aber, als er ihn forderte und nicht fand, verhörte die Hüter und ließ sie abführen. Und er ging aus Judäa nach Cäsarea hinab und hielt sich daselbst auf.
4213#Apostelgeschichte,12,20#20. Er war aber erzürnt über die Bewohner von Tyrus und Zidon. Da kamen sie einmütig zu ihm, gewannen Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land von dem des Königs ernährt wurde.
4214#Apostelgeschichte,12,21#21. Aber an einem bestimmten Tage zog Herodes ein königliches Kleid an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie.
4215#Apostelgeschichte,12,22#22. Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht eines Menschen!
4216#Apostelgeschichte,12,23#23. Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und von Würmern zerfressen, verschied er.
4217#Apostelgeschichte,12,24#24. Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich.
4218#Apostelgeschichte,12,25#25. Barnabas aber und Saulus kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie die Hilfeleistung ausgerichtet hatten, und nahmen auch Johannes mit dem Zunamen Markus mit sich.
4219#Apostelgeschichte,13,1#1. ES waren aber zu Antiochia in der dortigen Gemeinde etliche Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus.
4220#Apostelgeschichte,13,2#2. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu welchem ich sie berufen habe!
4221#Apostelgeschichte,13,3#3. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.
4222#Apostelgeschichte,13,4#4. Diese nun, vom heiligen Geist ausgesandt, zogen hinab gen Seleucia und fuhren von dort zu Schiff nach Cypern.
4223#Apostelgeschichte,13,5#5. Und in Salamis angekommen, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Sie hatten aber auch Johannes zum Diener.
4224#Apostelgeschichte,13,6#6. Und als sie die ganze Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, fanden sie einen jüdischen Zauberer und falschen Propheten, namens Barjesus,
4225#Apostelgeschichte,13,7#7. welcher bei dem Statthalter Sergius Paulus war, einem verständigen Mann. Dieser ließ Barnabas und Saulus holen und begehrte das Wort Gottes zu hören.
4226#Apostelgeschichte,13,8#8. Aber es widersetzte sich ihnen Elymas, der Zauberer <denn so wird sein Name übersetzt>, und suchte den Statthalter vom Glauben abzuhalten.
4227#Apostelgeschichte,13,9#9. Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll heiligen Geistes, blickte ihn an
4228#Apostelgeschichte,13,10#10. und sprach: O du Kind des Teufels, voll von aller List und aller Schalkheit, Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren?
4229#Apostelgeschichte,13,11#11. Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst blind sein und die Sonne nicht sehen eine Zeitlang. Alsbald aber fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und er tappte umher und suchte Leute, die ihn führen könnten.
4230#Apostelgeschichte,13,12#12. Als nun der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig, betroffen von der Lehre des Herrn.
4231#Apostelgeschichte,13,13#13. Paulus aber und seine Gefährten fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück.
4232#Apostelgeschichte,13,14#14. Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbattag in die Synagoge und setzten sich.
4233#Apostelgeschichte,13,15#15. Und nach der Verlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Synagoge ihnen sagen: Ihr Männer und Brüder, habt ihr ein Wort der Ermahnung an das Volk, so redet!
4234#Apostelgeschichte,13,16#16. Da stand Paulus auf und winkte mit der Hand und sprach: Ihr israelitischen Männer, und die ihr Gott fürchtet, höret zu!
4235#Apostelgeschichte,13,17#17. Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsre Väter und erhöhte das Volk, da sie Fremdlinge waren im Lande Ägypten, und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus.
4236#Apostelgeschichte,13,18#18. Und er trug sie etwa vierzig Jahre lang in der Wüste
4237#Apostelgeschichte,13,19#19. und vertilgte sieben Völker im Lande Kanaan und gab ihnen deren Land zum Erbe.
4238#Apostelgeschichte,13,20#20. Und darnach, während etwa vierhundertfünfzig Jahren, gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten.
4239#Apostelgeschichte,13,21#21. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang.
4240#Apostelgeschichte,13,22#22. Und nachdem er ihn auf die Seite gesetzt hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er auch Zeugnis gab und sprach: «Ich habe David gefunden, den Sohn des Jesse-1-, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird.» -1) o: des Isai.++
4241#Apostelgeschichte,13,23#23. Von dessen Nachkommen hat nun Gott nach der Verheißung Jesus als Retter für Israel erweckt,
4242#Apostelgeschichte,13,24#24. nachdem Johannes vor seinem Auftreten dem ganzen Volk Israel die Taufe der Buße gepredigt hatte.
4243#Apostelgeschichte,13,25#25. Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Der, für den ihr mich haltet, bin ich nicht; doch siehe, es kommt einer nach mir, für den ich nicht gut genug bin, die Schuhe seiner Füße zu lösen!
4244#Apostelgeschichte,13,26#26. Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, an euch ist dieses Wort des Heils gesandt.
4245#Apostelgeschichte,13,27#27. Denn die, welche in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten haben diesen nicht erkannt und haben die Stimmen der Propheten, die an jedem Sabbat gelesen werden, durch ihr Urteil erfüllt.
4246#Apostelgeschichte,13,28#28. Und obgleich sie keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, daß er hingerichtet werde.
4247#Apostelgeschichte,13,29#29. Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holze herab und legten ihn in eine Gruft.
4248#Apostelgeschichte,13,30#30. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt.
4249#Apostelgeschichte,13,31#31. Und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche nun seine Zeugen sind vor dem Volk.
4250#Apostelgeschichte,13,32#32. Und wir verkündigen euch das Evangelium von der den Vätern zuteil gewordenen Verheißung,
4251#Apostelgeschichte,13,33#daß Gott diese für uns, ihre Kinder, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte. 33. Wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.»
4252#Apostelgeschichte,13,34#34. Daß er ihn aber von den Toten auferweckte, so daß er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren sollte, hat er so ausgesprochen: «Ich will euch die gewissen Heiligtümer-1- Davids geben.» -1) d.h. die Heils- oder Gnadengüter.++
4253#Apostelgeschichte,13,35#35. Darum spricht er auch an einem andern Ort: «Du wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.»
4254#Apostelgeschichte,13,36#36. Denn David ist, nachdem er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hat, entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen.
4255#Apostelgeschichte,13,37#37. Der aber, den Gott auferweckte, hat die Verwesung nicht gesehen.
4256#Apostelgeschichte,13,38#38. So sei euch nun kund, ihr Männer und Brüder, daß euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird;
4257#Apostelgeschichte,13,39#39. und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der da glaubt.
4258#Apostelgeschichte,13,40#40. So sehet nun zu, daß nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist:
4259#Apostelgeschichte,13,41#41. «Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und verschwindet, denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt!»
4260#Apostelgeschichte,13,42#42. Als sie aber aus der Versammlung gingen, bat man sie, daß ihnen diese Worte (auch) am nächsten Sabbat gepredigt werden möchten.
4261#Apostelgeschichte,13,43#43. Nachdem aber die (Versammlung in der) Synagoge sich aufgelöst hatte, folgten viele Juden und gottesfürchtige Proselyten dem Paulus und Barnabas nach, welche zu ihnen redeten und sie ermahnten, bei der Gnade Gottes zu beharren.
4262#Apostelgeschichte,13,44#44. Und am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören.
4263#Apostelgeschichte,13,45#45. Als aber die Juden die Volksmenge sahen, wurden sie voll Eifersucht und widersprachen dem, was Paulus sagte, und lästerten.
4264#Apostelgeschichte,13,46#46. Da sprachen Paulus und Barnabas freimütig: Euch mußte das Wort Gottes zuerst gepredigt werden; da ihr es aber von euch stoßet und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.
4265#Apostelgeschichte,13,47#47. Denn also hat uns der Herr geboten: «Ich habe dich zum Licht der Heiden gesetzt, daß du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde!»
4266#Apostelgeschichte,13,48#48. Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden gläubig, soviele ihrer zum ewigen Leben verordnet waren.
4267#Apostelgeschichte,13,49#49. Das Wort des Herrn aber wurde durch das ganze Land getragen.
4268#Apostelgeschichte,13,50#50. Aber die Juden reizten die andächtigen und angesehenen Frauen und die Vornehmsten der Stadt auf und erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.
4269#Apostelgeschichte,13,51#51. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen gegen sie ab und gingen nach Ikonium.
4270#Apostelgeschichte,13,52#52. Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geistes.
4271#Apostelgeschichte,14,1#1. Es geschah aber in Ikonium, daß sie miteinander in die Synagoge der Juden gingen und derart redeten, daß eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurde.
4272#Apostelgeschichte,14,2#2. Die ungläubig gebliebenen Juden aber erregten und erbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder.
4273#Apostelgeschichte,14,3#3. Doch blieben sie längere Zeit daselbst und lehrten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab und Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschehen ließ.
4274#Apostelgeschichte,14,4#4. Aber die Menge der Stadt teilte sich, und die einen hielten es mit den Juden, die andern mit den Aposteln.
4275#Apostelgeschichte,14,5#5. Als sich aber ein Ansturm der Heiden und Juden samt ihren Obersten erhob, um sie zu mißhandeln und zu steinigen,
4276#Apostelgeschichte,14,6#6. und sie dessen inne wurden, entflohen sie in die Städte Lykaoniens, Lystra und Derbe, und in die umliegende Landschaft
4277#Apostelgeschichte,14,7#7. und predigten dort das Evangelium.
4278#Apostelgeschichte,14,8#8. Und zu Lystra saß ein Mann mit gebrechlichen Füßen, lahm von Geburt, der niemals hatte gehen können.
4279#Apostelgeschichte,14,9#9. Der hörte Paulus reden; und als dieser ihn anblickte und sah, daß er Glauben hatte, ihm könnte geholfen werden,
4280#Apostelgeschichte,14,10#10. sprach er mit lauter Stimme: Steh aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher.
4281#Apostelgeschichte,14,11#11. Als aber die Volksmenge sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind Menschen gleichgeworden und zu uns herabgekommen!
4282#Apostelgeschichte,14,12#12. Und sie nannten den Barnabas Jupiter-1-, den Paulus aber Merkur-2-, weil er das Wort führte. -1) w: Zeus.   2) w: Hermes.++
4283#Apostelgeschichte,14,13#13. Der Priester Jupiters aber, dessen Tempel vor ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze an die Tore und wollte samt dem Volke opfern.
4284#Apostelgeschichte,14,14#14. Als aber die Apostel Barnabas und Paulus das hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen heraus unter das Volk, riefen
4285#Apostelgeschichte,14,15#und sprachen: 15. Ihr Männer, was macht ihr da? Auch wir sind Menschen, von gleicher Beschaffenheit wie ihr, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch von diesen eitlen Göttern bekehret zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat;
4286#Apostelgeschichte,14,16#16. der in den vergangenen Zeitaltern alle Heiden ihre eigenen Wege gehen ließ;
4287#Apostelgeschichte,14,17#17. und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat uns viel Gutes getan, uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsre Herzen erfüllt mit Speise und Freude.
4288#Apostelgeschichte,14,18#18. Obschon sie solches sagten, konnten sie die Menge kaum beruhigen, daß sie ihnen nicht opferte.
4289#Apostelgeschichte,14,19#19. Es kamen aber aus Antiochia und Ikonium Juden herbei; die überredeten das Volk und steinigten Paulus und schleiften ihn vor die Stadt hinaus, da sie meinten, er sei gestorben.
4290#Apostelgeschichte,14,20#20. Als ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Und am folgenden Tage zog er mit Barnabas fort nach Derbe.
4291#Apostelgeschichte,14,21#21. Und nachdem sie in dieser Stadt das Evangelium gepredigt und eine schöne Zahl Jünger gemacht hatten, kehrten sie wieder nach Lystra und Ikonium und Antiochia zurück,
4292#Apostelgeschichte,14,22#22. stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und (sagten ihnen,) daß wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.
4293#Apostelgeschichte,14,23#23. Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste erwählt hatten, übergaben sie diese unter Gebet und Fasten dem Herrn, an welchen sie gläubig geworden waren.
4294#Apostelgeschichte,14,24#24. Und sie durchzogen Pisidien und kamen nach Pamphylien.
4295#Apostelgeschichte,14,25#25. Und nachdem sie in Perge das Wort gepredigt hatten, zogen sie nach Attalia hinab.
4296#Apostelgeschichte,14,26#26. Und von da schifften sie nach Antiochia, von wo aus sie der Gnade Gottes übergeben worden waren zu dem Werke, das sie (nun) vollbracht hatten.
4297#Apostelgeschichte,14,27#27. Als sie aber angekommen waren, versammelten sie die Gemeinde und erzählten, wie viel Gott mit ihnen getan und daß er den Heiden die Tür des Glaubens aufgetan habe.
4298#Apostelgeschichte,14,28#28. Sie verbrachten aber nicht geringe Zeit mit den Jüngern.
4299#Apostelgeschichte,15,1#1. UND etliche kamen aus Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnt ihr nicht gerettet werden!
4300#Apostelgeschichte,15,2#2. Da sich nun Zwiespalt erhob und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Streitfrage wegen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten.
4301#Apostelgeschichte,15,3#3. So durchzogen sie, nun als Abgeordnete der Gemeinde, Phönizien und Samarien, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten.
4302#Apostelgeschichte,15,4#4. Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten, wie vieles Gott mit ihnen getan habe.
4303#Apostelgeschichte,15,5#5. Es standen aber etliche von der Sekte der Pharisäer, welche gläubig geworden waren, auf und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten!
4304#Apostelgeschichte,15,6#6. Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen.
4305#Apostelgeschichte,15,7#7. Als sich nun viel Streit erhob, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wißt, daß Gott lange vor diesen Tagen unter euch die Wahl getroffen hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten.
4306#Apostelgeschichte,15,8#8. Und Gott, der Herzenskündiger, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den heiligen Geist verlieh, gleich wie uns;
4307#Apostelgeschichte,15,9#9. und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er durch den Glauben ihre Herzen gereinigt hatte.
4308#Apostelgeschichte,15,10#10. Was versuchet ihr nun Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger leget, welches weder unsre Väter noch wir zu tragen vermochten?
4309#Apostelgeschichte,15,11#11. Denn durch die Gnade des Herrn Jesus Christus glauben wir gerettet zu werden, auf gleiche Weise wie jene.
4310#Apostelgeschichte,15,12#12. Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, welche erzählten, wieviele Zeichen und Wunder Gott unter den Heiden durch sie getan hatte.
4311#Apostelgeschichte,15,13#13. Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, hob Jakobus an und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu!
4312#Apostelgeschichte,15,14#14. Simon hat erzählt, wie Gott zum erstenmal sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen.
4313#Apostelgeschichte,15,15#15. Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:
4314#Apostelgeschichte,15,16#16. «Darnach will ich umkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten,
4315#Apostelgeschichte,15,17#17. auf daß die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Völker, über welche mein Name angerufen worden ist, spricht der Herr, der solche Dinge tut»
4316#Apostelgeschichte,15,18#18. und dem sie von Ewigkeit her bekannt sind.
4317#Apostelgeschichte,15,19#19. Darum halte ich dafür, daß man diejenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, nicht weiter belästigen soll,
4318#Apostelgeschichte,15,20#20. sondern ihnen nur anbefehle, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.
4319#Apostelgeschichte,15,21#21. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt Leute, die ihn predigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
4320#Apostelgeschichte,15,22#22. Da gefiel es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Zunamen Barsabbas, und Silas, leitende Männer unter den Brüdern.
4321#Apostelgeschichte,15,23#23. Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: «Die Apostel und die Ältesten und Brüder entbieten den Brüdern zu Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß!
4322#Apostelgeschichte,15,24#24. Da wir gehört haben, daß etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, ohne daß wir sie dazu beauftragt hätten,
4323#Apostelgeschichte,15,25#25. so hat es uns, die wir einmütig versammelt waren, gefallen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unsren geliebten Barnabas und Paulus,
4324#Apostelgeschichte,15,26#26. Männern, die ihre Seelen hingegeben haben für den Namen unsres Herrn Jesus Christus.
4325#Apostelgeschichte,15,27#27. Wir haben also Judas und Silas gesandt, welche euch mündlich dasselbe verkündigen sollen.
4326#Apostelgeschichte,15,28#28. Es hat nämlich dem heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzulegen, außer diesen notwendigen Stücken:
4327#Apostelgeschichte,15,29#29. daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor in acht nehmet, so tut ihr recht. Lebet wohl!»
4328#Apostelgeschichte,15,30#30. So wurden sie nun verabschiedet und kamen nach Antiochia und versammelten die Menge und übergaben das Schreiben.
4329#Apostelgeschichte,15,31#31. Und als sie es gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost.
4330#Apostelgeschichte,15,32#32. Judas aber und Silas, die auch selbst Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Reden und stärkten sie.
4331#Apostelgeschichte,15,33#33. Und nachdem sie einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden zu denen zurückgesandt, welche sie abgeordnet hatten.
4332#Apostelgeschichte,15,34#34. [Es gefiel aber dem Silas, dort zu bleiben.]
4333#Apostelgeschichte,15,35#35. Paulus aber und Barnabas hielten sich in Antiochia auf und lehrten und predigten mit noch vielen andern das Wort des Herrn.
4334#Apostelgeschichte,15,36#36. NACH etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns wieder umkehren und nach den Brüdern sehen in all den Städten, in welchen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, wie es um sie stehe.
4335#Apostelgeschichte,15,37#37. Barnabas aber wollte auch den Johannes, der Markus zubenannt wird, mitnehmen.
4336#Apostelgeschichte,15,38#38. Paulus aber hielt dafür, daß der, welcher in Pamphylien von ihnen gewichen und nicht mit ihnen zu dem Werke gekommen war, nicht mitzunehmen sei.
4337#Apostelgeschichte,15,39#39. Darob entstand eine Erbitterung, so daß sie sich voneinander trennten und Barnabas den Markus zu sich nahm und zu Schiff nach Cypern fuhr.
4338#Apostelgeschichte,15,40#40. Paulus aber wählte sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen.
4339#Apostelgeschichte,15,41#41. Er durchzog aber Syrien und Cilicien und stärkte die Gemeinden.
4340#Apostelgeschichte,16,1#1. Er kam aber auch nach Derbe und nach Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters.
4341#Apostelgeschichte,16,2#2. Der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.
4342#Apostelgeschichte,16,3#3. Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die an jenem Orte waren; denn sie wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war.
4343#Apostelgeschichte,16,4#4. Indem sie aber die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem gefaßten Beschlüsse.
4344#Apostelgeschichte,16,5#5. Da wurden die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.
4345#Apostelgeschichte,16,6#6. Als sie aber Phrygien und die Landschaft Galatien durchzogen, wurde ihnen vom heiligen Geist gewehrt, das Wort in Asien-1- zu verkünden. -1) röm. Provinz im westlichen Kleinasien.++
4346#Apostelgeschichte,16,7#7. Und sie kamen gen Mysien und versuchten nach Bithynien zu reisen; und der Geist Jesu ließ es ihnen nicht zu.
4347#Apostelgeschichte,16,8#8. Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas.
4348#Apostelgeschichte,16,9#9. Und es erschien dem Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!
4349#Apostelgeschichte,16,10#10. Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, trachteten wir alsbald nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, daß uns der Herr berufen habe, ihnen das Evangelium zu predigen.
4350#Apostelgeschichte,16,11#11. SO fuhren wir denn von Troas ab und kamen in gerader Fahrt nach Samothrace und am folgenden Tage nach Neapolis;
4351#Apostelgeschichte,16,12#12. und von da nach Philippi, welches die erste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine Kolonie. Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf.
4352#Apostelgeschichte,16,13#13. Und am Sabbattage gingen wir zum Tor hinaus an den Fluß, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten; und wir setzten uns und redeten zu den Frauen, die da zusammengekommen waren.
4353#Apostelgeschichte,16,14#14. Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, daß sie achthatte auf das, was von Paulus geredet wurde.
4354#Apostelgeschichte,16,15#15. Als sie aber samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, daß ich an den Herrn gläubig bin, so kommet in mein Haus und bleibet daselbst! Und sie nötigte uns.
4355#Apostelgeschichte,16,16#16. Es begab sich aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, daß uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte und ihren Herren durch ihr Wahrsagen großen Gewinn verschaffte.
4356#Apostelgeschichte,16,17#17. Diese folgte Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die euch den Weg des Heils verkündigen!
4357#Apostelgeschichte,16,18#18. Und solches tat sie viele Tage. Paulus aber, den das bemühte, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus zur selben Stunde.
4358#Apostelgeschichte,16,19#19. Als aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden-1- war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Markt vor die Obersten, -1) w: ausgefahren.++
4359#Apostelgeschichte,16,20#20. führten sie den Hauptleuten zu und sprachen: Diese Männer, die Juden sind, verwirren unsere Stadt
4360#Apostelgeschichte,16,21#21. und verkündigen Gebräuche, welche anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind!
4361#Apostelgeschichte,16,22#22. Und das Volk stand ebenfalls wider sie auf; und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen.
4362#Apostelgeschichte,16,23#23. Und nachdem sie ihnen viele Streiche gegeben, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.
4363#Apostelgeschichte,16,24#24. Dieser warf sie auf solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloß ihre Füße in den Block.
4364#Apostelgeschichte,16,25#25. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten sie.
4365#Apostelgeschichte,16,26#26. Plötzlich aber entstand ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und alsbald öffneten sich alle Türen, und die Bande aller wurden los.
4366#Apostelgeschichte,16,27#27. Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen.
4367#Apostelgeschichte,16,28#28. Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tue dir kein Leid an; denn wir sind alle hier!
4368#Apostelgeschichte,16,29#29. Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.
4369#Apostelgeschichte,16,30#30. Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, um gerettet zu werden?
4370#Apostelgeschichte,16,31#31. Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!
4371#Apostelgeschichte,16,32#32. Und sie sagten ihm und allen, die in seinem Hause waren, das Wort des Herrn.
4372#Apostelgeschichte,16,33#33. Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab und ließ sich auf der Stelle taufen, er samt den Seinigen.
4373#Apostelgeschichte,16,34#34. Und er führte sie in sein Haus, deckte den Tisch und frohlockte, daß er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden war.
4374#Apostelgeschichte,16,35#35. Als es aber Tag geworden war, sandten die Hauptleute die Gerichtsdiener mit dem Befehl: Laß jene Leute frei!
4375#Apostelgeschichte,16,36#36. Da verkündigte der Kerkermeister dem Paulus diese Worte: Die Hauptleute haben hergesandt, daß man euch freilasse. So geht nun hinaus und ziehet hin in Frieden!
4376#Apostelgeschichte,16,37#37. Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns, die wir Römer sind, öffentlich ohne Urteil geschlagen und ins Gefängnis geworfen; und jetzt schicken sie uns heimlich fort? Nicht also; sondern sie mögen selbst kommen und uns hinausführen!
4377#Apostelgeschichte,16,38#38. Da verkündigten die Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten; und diese fürchteten sich, als sie hörten, daß sie Römer seien;
4378#Apostelgeschichte,16,39#39. und sie kamen und redeten ihnen zu und führten sie hinaus und baten sie, die Stadt zu verlassen.
4379#Apostelgeschichte,16,40#40. Da verliessen sie das Gefängnis und begaben sich zu Lydia; und als sie die Brüder sahen, ermahnten sie sie und zogen fort.
4380#Apostelgeschichte,17,1#1. SIE reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war.
4381#Apostelgeschichte,17,2#2. Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen auf Grund der Schrift,
4382#Apostelgeschichte,17,3#3. indem er erläuterte und darlegte, daß Christus leiden und von den Toten auferstehen mußte, und daß dieser Jesus, welchen ich euch verkündige - so sprach er -, der Christus sei.
4383#Apostelgeschichte,17,4#4. Und etliche von ihnen ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, auch von den gottesfürchtigen Griechen eine große Menge, und von den vornehmsten Frauen nicht wenige.
4384#Apostelgeschichte,17,5#5. Aber die ungläubigen Juden wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, machten Lärm und brachten die Stadt in Aufruhr, drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor das Volk zu führen.
4385#Apostelgeschichte,17,6#6. Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen: Diese Leute, welche in der ganzen Welt Unruhe stiften, sind jetzt auch hier;
4386#Apostelgeschichte,17,7#7. Jason hat sie aufgenommen! Und doch handeln sie alle wider die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus!
4387#Apostelgeschichte,17,8#8. Sie brachten aber das Volk und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung,
4388#Apostelgeschichte,17,9#9. so daß sie Jason und die übrigen nur gegen Bürgschaft freiließen.
4389#Apostelgeschichte,17,10#10. Die Brüder aber schickten alsbald während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben.
4390#Apostelgeschichte,17,11#11. Diese aber waren edler gesinnt als die zu Thessalonich, indem sie das Wort mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen und täglich in der Schrift forschten, ob es sich also verhalte.
4391#Apostelgeschichte,17,12#12. Es wurden denn auch viele von ihnen gläubig, auch von den angesehenen griechischen Frauen und Männern nicht wenige.
4392#Apostelgeschichte,17,13#13. Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch zu Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dahin und erregten und bewegten das Volk.
4393#Apostelgeschichte,17,14#14. Alsbald aber sandten da die Brüder den Paulus fort, damit er bis ans Meer ziehe; Silas aber und Timotheus blieben daselbst zurück.
4394#Apostelgeschichte,17,15#15. Die nun, welche den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und nachdem sie den Auftrag an Silas und Timotheus empfangen hatten, daß sie so bald als möglich zu ihm kommen sollten, zogen sie fort.
4395#Apostelgeschichte,17,16#16. WÄHREND aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voll Götzenbilder sah.
4396#Apostelgeschichte,17,17#17. Er hatte nun in der Synagoge Unterredungen mit den Juden und den Gottesfürchtigen, auch täglich auf dem Markte mit denen, welche zugegen waren.
4397#Apostelgeschichte,17,18#18. Aber etliche der epikureischen und stoischen Philosophen maßen sich mit ihm; und etliche sprachen: Was will doch dieser Krächzer-1- sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein! - weil er ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte. -1) Schwätzer.++
4398#Apostelgeschichte,17,19#19. Und sie nahmen ihn und führten ihn auf den Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre sei, die von dir vorgetragen wird?
4399#Apostelgeschichte,17,20#20. Denn du bringst etwas Fremdartiges vor unsere Ohren; so wollen wir nun erfahren, was das sein soll!
4400#Apostelgeschichte,17,21#21. Alle Athener nämlich, auch die Ausländer, die sich dort aufhielten, vertrieben sich mit nichts anderm so gerne die Zeit, als damit, etwas Neues zu sagen oder zu hören.
4401#Apostelgeschichte,17,22#22. Da stellte sich Paulus mitten auf den Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe an allem, daß ihr sehr religiöse Leute seid!
4402#Apostelgeschichte,17,23#23. Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, an welchem geschrieben stand: «Dem unbekannten Gott.» Was ihr nun verehret, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch.
4403#Apostelgeschichte,17,24#24. Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln von Händen gemacht;
4404#Apostelgeschichte,17,25#25. ihm wird auch nicht von Menschenhänden gedient, als ob er etwas bedürfte, da er ja selbst allen Leben und Odem und alles gibt.
4405#Apostelgeschichte,17,26#26. Und er hat aus einem Blut das ganze Menschengeschlecht gemacht, daß es auf dem ganzen Erdboden wohne, und hat im voraus die Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt,
4406#Apostelgeschichte,17,27#27. daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl spüren und finden möchten, da er ja nicht ferne ist von einem jeglichen unter uns;
4407#Apostelgeschichte,17,28#28. denn in ihm leben, weben und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: «Wir sind auch seines Geschlechts.»
4408#Apostelgeschichte,17,29#29. Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Golde oder Silber oder Stein, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung gleich.
4409#Apostelgeschichte,17,30#30. Nun hat zwar Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen allenthalben, Buße zu tun,
4410#Apostelgeschichte,17,31#31. weil er einen Tag festgesetzt hat, an welchem er den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für jedermann dadurch beglaubigte, daß er ihn von den Toten auferweckt hat.
4411#Apostelgeschichte,17,32#32. Da sie aber von Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber nochmals hören.
4412#Apostelgeschichte,17,33#33. Und so ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg.
4413#Apostelgeschichte,17,34#34. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, ein Mitglied des Areopags, und eine Frau namens Damaris und andere mit ihnen.
4414#Apostelgeschichte,18,1#1. DARNACH schied Paulus von Athen und kam nach Korinth.
4415#Apostelgeschichte,18,2#2. Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor kurzem samt seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war <weil Claudius befohlen hatte, daß alle Juden aus Rom weichen sollten>;
4416#Apostelgeschichte,18,3#3. zu diesen ging er, und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.
4417#Apostelgeschichte,18,4#4. Er hatte aber in der Synagoge jeden Sabbat Unterredungen und überzeugte Juden und Griechen.
4418#Apostelgeschichte,18,5#5. Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, war Paulus eifrig mit dem Wort beschäftigt, indem er den Juden bezeugte, daß Jesus der Christus sei.
4419#Apostelgeschichte,18,6#6. Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden!
4420#Apostelgeschichte,18,7#7. Und er ging von dannen und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß.
4421#Apostelgeschichte,18,8#8. Krispus aber, der Synagogenvorsteher, wurde samt seinem ganzen Hause an den Herrn gläubig; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.
4422#Apostelgeschichte,18,9#9. Aber der Herr sprach in der Nacht durch ein Gesicht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!
4423#Apostelgeschichte,18,10#10. Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
4424#Apostelgeschichte,18,11#11. Und er blieb ein Jahr und sechs Monate daselbst und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.
4425#Apostelgeschichte,18,12#12. Als aber Gallion Statthalter von Achaja war, traten die Juden einmütig wider Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl
4426#Apostelgeschichte,18,13#13. und sprachen: Dieser überredet die Leute zu einem gesetzwidrigen Gottesdienst!
4427#Apostelgeschichte,18,14#14. Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es sich um eine Ungerechtigkeit oder um einen argen Frevel handelte, ihr Juden, so würde ich euch billig anhören;
4428#Apostelgeschichte,18,15#15. sind es aber Streitfragen über eine Lehre und über Namen und über euer Gesetz, so sehet ihr selbst zu, denn darüber will ich nicht Richter sein!
4429#Apostelgeschichte,18,16#16. Und er wies sie vom Richterstuhl hinweg.
4430#Apostelgeschichte,18,17#17. Da ergriffen alle Griechen Sosthenes, den Synagogenvorsteher, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl; und Gallion nahm sich dessen nichts an.
4431#Apostelgeschichte,18,18#18. PAULUS aber, nachdem er noch viele Tage dort verblieben war, nahm von den Brüdern Abschied und segelte nach Syrien, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde.
4432#Apostelgeschichte,18,19#19. Und er gelangte nach Ephesus und ließ jene dort zurück; er selbst aber ging in die Synagoge und hatte Gespräche mit den Juden.
4433#Apostelgeschichte,18,20#20. Als sie ihn aber baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein;
4434#Apostelgeschichte,18,21#21. sondern nahm Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muß durchaus das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern, ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Und er fuhr ab von Ephesus,
4435#Apostelgeschichte,18,22#22. landete in Cäsarea, zog hinauf und grüßte die Gemeinde und ging hinab nach Antiochia.
4436#Apostelgeschichte,18,23#23. UND nachdem er einige Zeit dort zugebracht hatte, zog er aus und durchreiste nacheinander die Landschaft Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger.
4437#Apostelgeschichte,18,24#24. Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, mächtig in der Schrift, kam nach Ephesus.
4438#Apostelgeschichte,18,25#25. Dieser war unterwiesen im Wege des Herrn und feurig im Geist, redete und lehrte genau über Jesus, kannte aber nur die Taufe des Johannes.
4439#Apostelgeschichte,18,26#26. Dieser fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Da aber Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus.
4440#Apostelgeschichte,18,27#27. Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, sie möchten ihn aufnehmen. Und als er dort ankam, wurde er denen sehr behilflich, die gläubig geworden waren durch die Gnade.
4441#Apostelgeschichte,18,28#28. Denn mit großem Fleiß widerlegte er die Juden öffentlich, indem er durch die Schrift bewies, daß Jesus der Christus sei.
4442#Apostelgeschichte,19,1#1. ES begab sich aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand,
4443#Apostelgeschichte,19,2#sprach er zu ihnen: 2. Habt ihr den heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber sprachen: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei!
4444#Apostelgeschichte,19,3#3. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sprachen: Auf die Taufe des Johannes.
4445#Apostelgeschichte,19,4#4. Da sprach Paulus: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft und dem Volke gesagt, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das heißt an Christus Jesus.
4446#Apostelgeschichte,19,5#5. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.
4447#Apostelgeschichte,19,6#6. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.
4448#Apostelgeschichte,19,7#7. Es waren aber im ganzen etwa zwölf Männer.
4449#Apostelgeschichte,19,8#8. Und er ging in die Synagoge und trat öffentlich auf, drei Monate lang, indem er Gespräche hielt und sie betreffs des Reiches Gottes zu überzeugen versuchte.
4450#Apostelgeschichte,19,9#9. Da aber etliche verstockt blieben und sich nicht überzeugen ließen, sondern den Weg-1- vor der Menge lästerten, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab und hielt täglich Gespräche in der Schule des Tyrannus. -1) d.h. den Heilsweg, s. auch Apg. 18,26.++
4451#Apostelgeschichte,19,10#10. Das geschah zwei Jahre lang, so daß alle, die in Asien-1- wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen. -1) s. Apg. 16,6.++
4452#Apostelgeschichte,19,11#11. Und Gott wirkte ungewöhnliche Wunder durch die Hände des Paulus,
4453#Apostelgeschichte,19,12#12. so daß sogar Schweißtücher oder Gürtel von seinem Leibe weg auf die Kranken gelegt wurden und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister ausfuhren.
4454#Apostelgeschichte,19,13#13. Es unterwanden sich aber etliche der herumziehenden jüdischen Beschwörer, über denen, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus zu nennen, indem sie sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, welchen Paulus predigt!
4455#Apostelgeschichte,19,14#14. Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters Skevas, die solches taten.
4456#Apostelgeschichte,19,15#15. Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl, und von Paulus weiß ich; wer aber seid ihr?
4457#Apostelgeschichte,19,16#16. Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie los, überwältigte zwei von ihnen und zeigte ihnen dermaßen seine Kraft, daß sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen.
4458#Apostelgeschichte,19,17#17. Das aber wurde allen kund, Juden und Griechen, die zu Ephesus wohnten. Und Furcht befiel sie alle, und der Name des Herrn Jesus wurde hoch gepriesen.
4459#Apostelgeschichte,19,18#18. Und viele von denen, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten und erzählten ihre Taten.
4460#Apostelgeschichte,19,19#19. Viele aber von denen, die vorwitzige Künste-1- getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich; und sie berechneten ihren Wert und kamen auf fünfzigtausend Silberlinge. -1) Zauberkünste.++
4461#Apostelgeschichte,19,20#20. So wuchs das Wort des Herrn mächtig und gewann die Oberhand.
4462#Apostelgeschichte,19,21#21. Nachdem aber solches vollbracht war, nahm sich Paulus im Geiste vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, indem er sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen.
4463#Apostelgeschichte,19,22#22. Er sandte aber zwei seiner Gehilfen, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien und hielt sich noch eine Zeitlang in Asien auf.
4464#Apostelgeschichte,19,23#23. Es entstand aber um jene Zeit ein nicht unbedeutender Aufruhr um des Weges-1- willen. -1) d.h. den Heilsweg, s. auch Apg. 18,26.++
4465#Apostelgeschichte,19,24#24. Denn ein gewisser Demetrius, ein Silberschmied, verfertigte silberne Tempel der Diana-1- und verschaffte den Künstlern nicht unbedeutenden Gewinn. -1) w: Artemis.++
4466#Apostelgeschichte,19,25#25. Diese versammelte er samt den Arbeitern desselben Faches und sprach: Ihr Männer, ihr wisset, daß von diesem Gewerbe unser Wohlstand kommt.
4467#Apostelgeschichte,19,26#26. Und ihr sehet und höret, daß dieser Paulus nicht allein in Ephesus, sondern fast in ganz Asien viel Volk überredet und abwendig gemacht hat, indem er sagt, das seien keine Götter, die mit Händen gemacht werden.
4468#Apostelgeschichte,19,27#27. Aber es besteht nicht nur die Gefahr, daß dieses unser Geschäft in Verfall komme, sondern auch, daß der Tempel der großen Göttin Diana für nichts geachtet und zuletzt auch ihre Majestät gestürzt werde, welche doch ganz Asien und der Erdkreis verehrt!
4469#Apostelgeschichte,19,28#28. Als sie das hörten, wurden sie voll Zorn und schrieen: Groß ist die Diana der Epheser!
4470#Apostelgeschichte,19,29#29. Und die ganze Stadt kam in Verwirrung, und sie stürmten einmütig ins Theater und rissen die Mazedonier Gajus und Aristarchus, des Paulus Reisegefährten, mit sich.
4471#Apostelgeschichte,19,30#30. Da aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen es ihm die Jünger nicht zu.
4472#Apostelgeschichte,19,31#31. Auch etliche der Obersten von Asien, die seine Freunde waren, schickten zu ihm und baten ihn, sich nicht ins Theater zu begeben.
4473#Apostelgeschichte,19,32#32. Hier schrie nun alles durcheinander; denn die Versammlung war in der größten Verwirrung, und die Mehrzahl wußte nicht, weswegen sie zusammengekommen waren.
4474#Apostelgeschichte,19,33#33. Da zogen sie aus der Volksmenge den Alexander hervor, da die Juden ihn vorschoben. Und Alexander winkte mit der Hand und wollte sich vor dem Volk verantworten.
4475#Apostelgeschichte,19,34#34. Als sie aber vernahmen, daß er ein Jude sei, schrieen sie alle wie aus einem Munde etwa zwei Stunden lang: Groß ist die Diana der Epheser!
4476#Apostelgeschichte,19,35#35. Da beruhigte der Stadtschreiber das Volk und sprach: Ihr Männer von Ephesus, wo ist denn ein Mensch, der nicht wüßte, daß die Stadt Ephesus die Tempelpflegerin der großen Diana und des vom Himmel gefallenen Bildes ist?
4477#Apostelgeschichte,19,36#36. Da nun solches unwidersprechlich ist, so solltet ihr ruhig sein und nichts Übereiltes tun.
4478#Apostelgeschichte,19,37#37. Denn ihr habt diese Männer hergeführt, die weder Tempelräuber sind, noch unsere Göttin gelästert haben.
4479#Apostelgeschichte,19,38#38. Haben aber Demetrius und die Künstler, die mit ihm sind, an jemand einen Anspruch, so werden Gerichtstage gehalten, und es sind Statthalter da; sie mögen einander verklagen!
4480#Apostelgeschichte,19,39#39. Habt ihr aber ein weiteres Begehren zu stellen, so wird es in der gesetzlichen Versammlung erledigt werden.
4481#Apostelgeschichte,19,40#40. Denn wir stehen in Gefahr, daß wir des heutigen Tages wegen des Aufruhrs angeklagt werden, weil kein Grund vorliegt, womit wir diese Zusammenrottung entschuldigen könnten. - Und als er das gesagt, entließ er die Versammlung.
4482#Apostelgeschichte,20,1#1. NACHDEM sich aber der Tumult gelegt hatte, ließ Paulus die Jünger zu sich kommen und ermahnte sie; dann nahm er Abschied von ihnen und zog aus, um nach Mazedonien zu reisen.
4483#Apostelgeschichte,20,2#2. Und nachdem er jene Bezirke durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland.
4484#Apostelgeschichte,20,3#3. Und er brachte daselbst drei Monate zu; und da ihm die Juden, als er nach Syrien abfahren wollte, nachstellten, entschloß er sich, über Mazedonien zurückzukehren.
4485#Apostelgeschichte,20,4#4. Es begleiteten ihn aber bis nach Asien Sopater, des Pyrrhus Sohn von Beröa, von den Thessalonichern Aristarchus und Sekundus, und Gajus von Derbe und Timotheus, aus Asien aber Tychikus und Trophimus.
4486#Apostelgeschichte,20,5#5. Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.
4487#Apostelgeschichte,20,6#6. Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten Brote von Philippi ab und kamen in fünf Tagen zu ihnen nach Troas, wo wir uns sieben Tage aufhielten.
4488#Apostelgeschichte,20,7#7. Am ersten Tage der Woche aber, als wir versammelt waren, um das Brot zu brechen, unterredete sich Paulus mit ihnen, da er am folgenden Tage abreisen wollte, und dehnte die Rede bis Mitternacht aus.
4489#Apostelgeschichte,20,8#8. Es waren aber zahlreiche Lampen in dem Obersaal, wo wir versammelt waren.
4490#Apostelgeschichte,20,9#9. Und ein Jüngling namens Eutychus saß am Fenster; der sank in einen tiefen Schlaf, weil Paulus so lange redete, und vom Schlaf überwältigt, fiel er vom dritten Stock hinab und wurde tot aufgehoben.
4491#Apostelgeschichte,20,10#10. Da ging Paulus hinab und warf sich über ihn, umfaßte ihn und sprach: Machet keinen Lärm; denn seine Seele ist in ihm!
4492#Apostelgeschichte,20,11#11. Und er ging wieder hinauf und brach das Brot, aß und unterredete sich noch lange mit ihnen, bis der Tag anbrach, und zog alsdann fort.
4493#Apostelgeschichte,20,12#12. Sie brachten aber den Knaben lebendig und waren nicht wenig getröstet.
4494#Apostelgeschichte,20,13#13. Wir aber gingen voraus zum Schiff und fuhren nach Assus, um dort Paulus aufzunehmen; denn so hatte er es angeordnet, weil er zu Fuß reisen wollte.
4495#Apostelgeschichte,20,14#14. Als er aber in Assus mit uns zusammentraf, nahmen wir ihn auf und kamen nach Mitylene.
4496#Apostelgeschichte,20,15#15. Und von dort segelten wir ab und kamen am folgenden Tage auf die Höhe von Chios; tags darauf aber fuhren wir nach Samos, und nachdem wir in Trogyllium geblieben waren, gelangten wir am nächsten Tage nach Milet.
4497#Apostelgeschichte,20,16#16. Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorbeizusegeln, damit er in Asien nicht zu viel Zeit zubringen müßte, denn er eilte, um, wenn es ihm möglich wäre, auf den Tag der Pfingsten in Jerusalem zu sein.
4498#Apostelgeschichte,20,17#17. Von Milet aber schickte er gen Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
4499#Apostelgeschichte,20,18#18. Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wißt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe,
4500#Apostelgeschichte,20,19#19. daß ich dem Herrn diente mit aller Demut, unter Tränen und Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren;
4501#Apostelgeschichte,20,20#20. wie ich nichts von dem, was nützlich ist, verschwiegen habe, daß ich es euch nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern,
4502#Apostelgeschichte,20,21#21. indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesus Christus bezeugt habe.
4503#Apostelgeschichte,20,22#22. Und nun siehe, gebunden im Geiste reise ich nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird,
4504#Apostelgeschichte,20,23#23. außer daß der heilige Geist von Stadt zu Stadt mir bezeugt und sagt, daß Bande und Trübsal meiner warten.
4505#Apostelgeschichte,20,24#24. Aber ich halte mein Leben nicht der Rede wert, wenn es gilt, meinen Lauf und den Dienst zu vollenden, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.
4506#Apostelgeschichte,20,25#25. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei welchen ich umhergezogen bin und das Reich Gottes gepredigt habe.
4507#Apostelgeschichte,20,26#26. Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, daß ich rein bin von aller Blut.
4508#Apostelgeschichte,20,27#27. Denn ich habe nichts zurückbehalten, daß ich euch nicht den ganzen Ratschluß Gottes verkündigt hätte.
4509#Apostelgeschichte,20,28#28. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu weiden, welche er durch das Blut seines eigenen Sohnes-1- erworben hat! -1) aL: durch sein eigenes Blut.++
4510#Apostelgeschichte,20,29#29. Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch kommen werden, die der Herde nicht schonen;
4511#Apostelgeschichte,20,30#30. auch aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger auf ihre Seite zu ziehen.
4512#Apostelgeschichte,20,31#31. Darum wachet und denket daran, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.
4513#Apostelgeschichte,20,32#32. Und nun übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, ihm, der-1- mächtig ist zu erbauen und (euch) das Erbe zu geben unter allen Geheiligten. -1) aüs: dem Wort seiner Gnade, welches . . .++
4514#Apostelgeschichte,20,33#33. Silber oder Gold oder Kleider habe ich von niemand begehrt;
4515#Apostelgeschichte,20,34#34. ihr wißt selbst, daß für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten diese Hände gesorgt haben.
4516#Apostelgeschichte,20,35#35. Überall habe ich euch gezeigt, daß man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen und der Worte des Herrn Jesus eingedenk sein müsse, da er selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen!
4517#Apostelgeschichte,20,36#36. Und nachdem er solches gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen.
4518#Apostelgeschichte,20,37#37. Da weinten alle sehr, fielen Paulus um den Hals und küßten ihn,
4519#Apostelgeschichte,20,38#38. schmerzlich betrübt, am meisten über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. - Und sie geleiteten ihn zum Schiff.
4520#Apostelgeschichte,21,1#1. Als es aber geschah, daß wir uns von ihnen losgerissen hatten und abgefahren waren, kamen wir in gerader Fahrt nach Kos und am folgenden Tage nach Rhodus und von da nach Patara.
4521#Apostelgeschichte,21,2#2. Und da wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien fuhr, stiegen wir ein und fuhren ab.
4522#Apostelgeschichte,21,3#3. Als wir aber Cypern erblickten, ließen wir es links liegen, fuhren nach Syrien und gelangten nach Tyrus; denn daselbst sollte das Schiff die Last ausladen.
4523#Apostelgeschichte,21,4#4. Und als wir die Jünger aufgefunden hatten, blieben wir sieben Tage dort. Und sie sagten dem Paulus durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufziehen.
4524#Apostelgeschichte,21,5#5. Als es aber geschah, daß wir diese Tage verlebt hatten, brachen wir auf und zogen fort, wobei sie uns alle mit Frau und Kind bis vor die Stadt hinaus begleiteten; und wir knieten am Meeresstrand nieder und beteten.
4525#Apostelgeschichte,21,6#6. Und nachdem wir voneinander Abschied genommen hatten, stiegen wir in das Schiff; sie aber kehrten wieder nach Hause zurück.
4526#Apostelgeschichte,21,7#7. Wir aber beendigten die Fahrt und kamen von Tyrus nach Ptolemais und begrüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen.
4527#Apostelgeschichte,21,8#8. Am folgenden Tage aber zogen wir aus und kamen nach Cäsarea; und wir gingen in das Haus des Evangelisten Philippus, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm.
4528#Apostelgeschichte,21,9#9. Dieser hatte vier Töchter, Jungfrauen, welche weissagten.
4529#Apostelgeschichte,21,10#10. Als wir uns aber mehrere Tage dort aufhielten, kam aus Judäa ein Prophet namens Agabus herab.
4530#Apostelgeschichte,21,11#11. Der kam zu uns, nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Hände und die Füße und sprach: Das sagt der heilige Geist: den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Heiden ausliefern!
4531#Apostelgeschichte,21,12#12. Da wir solches hörten, baten wir und die Einwohner des Ortes, daß er nicht nach Jerusalem hinaufziehen möchte.
4532#Apostelgeschichte,21,13#13. Aber Paulus antwortete: Was macht ihr, daß ihr weinet und mir das Herz brechet? Ich bin bereit, nicht nur mich binden zu lassen, sondern auch in Jerusalem zu sterben für den Namen des Herrn Jesus!
4533#Apostelgeschichte,21,14#14. Und da er sich nicht überreden ließ, beruhigten wir uns und sprachen: Des Herrn Wille geschehe!
4534#Apostelgeschichte,21,15#15. Nach diesen Tagen aber machten wir uns reisefertig und zogen hinauf nach Jerusalem.
4535#Apostelgeschichte,21,16#16. Es gingen aber auch etliche Jünger aus Cäsarea mit uns, die brachten uns zu einem gewissen Mnason aus Cypern, einem alten Jünger, bei welchem wir Herberge nehmen sollten.
4536#Apostelgeschichte,21,17#17. UND als wir in Jerusalem angekommen waren, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf.
4537#Apostelgeschichte,21,18#18. Am folgenden Tage aber ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Ältesten fanden sich ein.
4538#Apostelgeschichte,21,19#19. Und nachdem er sie begrüßt hatte, erzählte er alles bis ins einzelne, was Gott unter den Heiden durch seinen Dienst getan hatte.
4539#Apostelgeschichte,21,20#20. Sie aber priesen Gott, als sie solches hörten, und sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, wie viele Tausende von Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz.
4540#Apostelgeschichte,21,21#21. Es ist ihnen aber über dich berichtet worden, du lehrest alle Juden, die unter den Heiden sind, den Abfall von Mose und sagest, sie sollen ihre Kinder nicht beschneiden und nicht nach den Gebräuchen wandeln.
4541#Apostelgeschichte,21,22#22. Was ist nun zu tun? Auf jeden Fall muß die Menge zusammenkommen; denn sie werden hören, daß du angelangt bist.
4542#Apostelgeschichte,21,23#23. So tue nun das, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben;
4543#Apostelgeschichte,21,24#24. diese nimm zu dir, laß dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, daß sie das Haupt scheren, so werden alle erkennen, daß an dem, was über dich berichtet worden, nichts ist, sondern daß auch du dich der Beobachtung des Gesetzes befleißigst.
4544#Apostelgeschichte,21,25#25. Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir hingesandt und angeordnet, daß sie von alledem nichts zu beobachten haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und dem Blut und dem Erstickten und der Unzucht.
4545#Apostelgeschichte,21,26#26. Da nahm Paulus die Männer zu sich und ging am folgenden Tage, nachdem er sich hatte reinigen lassen, mit ihnen in den Tempel und kündigte die Erfüllung der Tage der Reinigung an, bis für einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht wäre.
4546#Apostelgeschichte,21,27#27. Als aber die sieben Tage zu Ende gingen, brachten die Juden aus Asien, die ihn im Tempel sahen, das ganze Volk in Aufruhr und legten Hand an ihn
4547#Apostelgeschichte,21,28#und schrieen: 28. Ihr israelitischen Männer, kommet zu Hilfe! Das ist der Mensch, der allenthalben jedermann lehrt gegen das Volk und das Gesetz und diese Stätte. Dazu hat er auch noch Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht!
4548#Apostelgeschichte,21,29#29. Sie hatten nämlich vorher den Trophimus aus Ephesus mit ihm in der Stadt gesehen und meinten, Paulus habe ihn in den Tempel geführt.
4549#Apostelgeschichte,21,30#30. Und die ganze Stadt kam in Bewegung, und es entstand ein Zusammenlauf des Volkes; und sie ergriffen den Paulus und schleppten ihn zum Tempel hinaus, und alsbald wurden die Türen verschlossen.
4550#Apostelgeschichte,21,31#31. Als sie ihn aber zu töten suchten, kam die Anzeige hinauf zum Obersten der Schar-1-, daß ganz Jerusalem in Aufruhr sei. -1) der Kohorte.++
4551#Apostelgeschichte,21,32#32. Der nahm sogleich Soldaten und Hauptleute mit sich und eilte zu ihnen hinab. Als sie aber den Obersten und die Soldaten sahen, hörten sie auf, Paulus zu schlagen.
4552#Apostelgeschichte,21,33#33. Da kam der Oberste herzu und verhaftete ihn und ließ ihn mit zwei Ketten fesseln und erkundigte sich, wer er sei und was er getan habe.
4553#Apostelgeschichte,21,34#34. Unter dem Volk aber schrieen die einen dies, die andern das; und da er vor dem Lärm nichts Gewisses erfahren konnte, befahl er, ihn in die Kaserne zu führen.
4554#Apostelgeschichte,21,35#35. Als er aber an die Stufen kam, mußte er von den Soldaten getragen werden wegen dem Druck des Volkes.
4555#Apostelgeschichte,21,36#36. Denn die Menge des Volkes folgte nach und schrie: Hinweg mit ihm in die Kaserne!
4556#Apostelgeschichte,21,37#37. UND da Paulus hineingeführt werden sollte, sprach er zu dem Obersten: Darf ich etwas zu dir sagen? Er aber sprach: Du verstehst Griechisch?
4557#Apostelgeschichte,21,38#38. Bist du also nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen einen Aufruhr machte und die viertausend Mann Meuchelmörder in die Wüste hinausführte?
4558#Apostelgeschichte,21,39#39. Aber Paulus sprach: Ich bin ein jüdischer Mann, aus Tarsus in Cilicien, Bürger einer nicht unberühmten Stadt. Ich bitte dich, erlaube mir, zum Volk zu reden!
4559#Apostelgeschichte,21,40#40. Und da er ihm die Erlaubnis gab, stellte sich Paulus auf die Stufen und winkte dem Volke mit der Hand. Und als es ganz still geworden war, redete er sie in hebräischer Sprache an und sagte:
4560#Apostelgeschichte,22,1#1. Ihr Männer, Brüder und Väter, höret jetzt meine Verteidigung vor euch an!
4561#Apostelgeschichte,22,2#2. Als sie aber hörten, daß er in hebräischer Sprache zu ihnen redete, wurden sie noch ruhiger; und er sprach:
4562#Apostelgeschichte,22,3#3. Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, unterrichtet mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid.
4563#Apostelgeschichte,22,4#4. Ich verfolgte diesen Weg-1- bis auf den Tod, indem ich Männer und Frauen band und ins Gefängnis überlieferte, -1) s. Anm. zu Apg. 19,9.++
4564#Apostelgeschichte,22,5#5. wie mir auch der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten Zeugnis gibt. Von ihnen empfing ich sogar Briefe an die Brüder und zog nach Damaskus, um auch die, welche dort waren, gebunden nach Jerusalem zu führen, damit sie bestraft würden.
4565#Apostelgeschichte,22,6#6. Es geschah mir aber, als ich auf meiner Reise in die Nähe von Damaskus kam, daß mich am Mittag plötzlich vom Himmel her ein helles Licht umstrahlte.
4566#Apostelgeschichte,22,7#7. Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Saul! Saul! was verfolgst du mich?
4567#Apostelgeschichte,22,8#8. Ich aber antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus, der Nazarener, den du verfolgst!
4568#Apostelgeschichte,22,9#9. Meine Begleiter aber sahen zwar das Licht und wurden voll Furcht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.
4569#Apostelgeschichte,22,10#10. Und ich sprach: Was soll ich tun, Herr? Der Herr sprach zu mir: Steh auf und gehe nach Damaskus; dort wird man dir alles sagen, was dir zu tun verordnet ist.
4570#Apostelgeschichte,22,11#11. Da ich aber vor dem Glanze jenes Lichtes nicht sehen konnte, wurde ich von meinen Begleitern an der Hand geführt und kam nach Damaskus.
4571#Apostelgeschichte,22,12#12. Aber ein gewisser Ananias, ein frommer Mann nach dem Gesetz, der von allen Juden, die dort wohnten, ein gutes Zeugnis hat,
4572#Apostelgeschichte,22,13#13. der kam zu mir, trat herzu und sprach zu mir: Bruder Saul, werde wieder sehend! Und zur selben Stunde konnte ich ihn sehen.
4573#Apostelgeschichte,22,14#14. Er aber sprach: Der Gott unsrer Väter hat dich vorherbestimmt, seinen Willen zu erkennen und den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Munde zu hören;
4574#Apostelgeschichte,22,15#15. denn du sollst bei allen Menschen ein Zeuge für ihn sein von dem, was du gesehen und gehört hast.
4575#Apostelgeschichte,22,16#16. Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!
4576#Apostelgeschichte,22,17#17. Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, daß ich in eine Verzückung geriet
4577#Apostelgeschichte,22,18#18. und Ihn sah, der zu mir sprach: Eile und geh schnell aus Jerusalem fort, denn sie werden dein Zeugnis von mir nicht annehmen!
4578#Apostelgeschichte,22,19#19. Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, daß ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen schlagen ließ,
4579#Apostelgeschichte,22,20#20. und daß auch ich dabei stand, als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, und seiner Hinrichtung beistimmte und die Kleider derer verwahrte, die ihn töteten.
4580#Apostelgeschichte,22,21#21. Und er sprach zu mir: Gehe hin, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden!
4581#Apostelgeschichte,22,22#22. Sie hörten ihm aber zu bis zu diesem Wort; da erhoben sie ihre Stimme und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde! Denn es ziemt sich nicht, daß er am Leben bleibe!
4582#Apostelgeschichte,22,23#23. Als sie aber schrieen und die Kleider abwarfen und Staub in die Luft schleuderten,
4583#Apostelgeschichte,22,24#24. ließ der Oberste ihn in die Kaserne führen und befahl, ihn unter Geißelhieben zu verhören, damit er erführe, aus welchem Grund sie derart über ihn schrieen.
4584#Apostelgeschichte,22,25#25. Als sie ihn aber (für die Geißelung) mit den Riemen ausstreckten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dabeistand: Ist es euch erlaubt, einen Römer, dazu noch ohne Urteil, zu geißeln?
4585#Apostelgeschichte,22,26#26. Als der Hauptmann das hörte, ging er zu dem Obersten, meldete es ihm und sprach: Siehe zu, was du tun willst, denn dieser Mensch ist ein Römer!
4586#Apostelgeschichte,22,27#27. Da kam der Oberste herzu und sprach zu ihm: Sage mir, bist du ein Römer? Er antwortete: Ja!
4587#Apostelgeschichte,22,28#28. Und der Oberste erwiderte: Ich habe dieses Bürgerrecht um eine große Summe erworben. Paulus aber sprach: Und ich bin sogar darin geboren!
4588#Apostelgeschichte,22,29#29. Alsbald standen die, welche ihn peinlich verhören wollten, von ihm ab, und auch der Oberste fürchtete sich, da er vernommen hatte, daß er ein Römer sei, und weil er ihn hatte fesseln lassen.
4589#Apostelgeschichte,22,30#30. AM folgenden Tage aber, da er mit Gewißheit erfahren wollte, wessen er von den Juden angeklagt werde, entledigte er ihn der Fesseln und ließ die Hohenpriester samt dem ganzen Hohen Rat zusammenkommen und führte Paulus hinab und stellte ihn vor sie.
4590#Apostelgeschichte,23,1#1. Da sah Paulus den Hohen Rat fest an und sprach: Ihr Männer und Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen Gott zu dienen gesucht bis auf diesen Tag.
4591#Apostelgeschichte,23,2#2. Aber der Hohepriester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen.
4592#Apostelgeschichte,23,3#3. Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Du sitzest da, mich zu richten nach dem Gesetz, und heißest mich schlagen wider das Gesetz?
4593#Apostelgeschichte,23,4#4. Die Umstehenden aber sprachen: Schmähst du den Hohenpriester Gottes?
4594#Apostelgeschichte,23,5#5. Da sprach Paulus: Ich wußte nicht, ihr Brüder, daß er Hoherpriester ist, denn es steht geschrieben: «Den Obersten deines Volkes sollst du nicht schmähen.»
4595#Apostelgeschichte,23,6#6. Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; wegen der Hoffnung und der Auferstehung der Toten werde ich gerichtet!
4596#Apostelgeschichte,23,7#7. Als er aber solches sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern, und die Versammlung spaltete sich.
4597#Apostelgeschichte,23,8#8. Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist; die Pharisäer aber bekennen sich zu beidem.
4598#Apostelgeschichte,23,9#9. Es entstand aber ein großes Geschrei, und einige Schriftgelehrte von der Partei der Pharisäer standen auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Böses an diesem Menschen; hat aber ein Geist zu ihm geredet oder ein Engel, so wollen wir nicht wider Gott streiten!
4599#Apostelgeschichte,23,10#10. Da aber ein großer Zwist entstand, befürchtete der Oberste, Paulus möchte von ihnen zerrissen werden, und er ließ die Truppe herabkommen und ihn aus ihrer Mitte reißen und in die Kaserne führen.
4600#Apostelgeschichte,23,11#11. Aber in der folgenden Nacht trat der Herr zu ihm und sprach: Sei getrost, Paulus! Denn wie du in Jerusalem von mir gezeugt hast, so sollst du auch in Rom zeugen.
4601#Apostelgeschichte,23,12#12. ALS es aber Tag geworden war, rotteten sich etliche Juden zusammen und verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie den Paulus umgebracht hätten.
4602#Apostelgeschichte,23,13#13. Es waren aber ihrer mehr als vierzig, die diese Verschwörung gemacht hatten.
4603#Apostelgeschichte,23,14#14. Diese gingen zu den Hohenpriestern und Ältesten und sprachen: Wir haben uns mit einem Fluche verschworen, nichts zu genießen, bis wir den Paulus umgebracht haben.
4604#Apostelgeschichte,23,15#15. So machet nun ihr samt dem Hohen Rate es dem Obersten klar, daß er ihn morgen zu euch hinabführe, daß ihr seine Sache genauer untersuchen möchtet; wir aber sind bereit, ihn vor seiner Ankunft umzubringen.
4605#Apostelgeschichte,23,16#16. Als aber der Schwestersohn des Paulus von diesem Anschlag hörte, kam er, ging in die Kaserne hinein und meldete es dem Paulus.
4606#Apostelgeschichte,23,17#17. Da rief Paulus einen der Hauptleute zu sich und sprach: Führe diesen Jüngling zu dem Obersten, denn er hat ihm etwas zu melden.
4607#Apostelgeschichte,23,18#18. Der nahm ihn und führte ihn zu dem Obersten und sprach: Der Gefangene Paulus rief mich zu sich und bat mich, diesen Jüngling zu dir zu führen, der dir etwas zu sagen habe.
4608#Apostelgeschichte,23,19#19. Da nahm ihn der Oberste bei der Hand, ging mit ihm beiseite und fragte ihn: Was hast du mir zu melden?
4609#Apostelgeschichte,23,20#20. Und er sprach: Die Juden sind übereingekommen, dich zu bitten, daß du morgen Paulus in den Hohen Rat hinabführen lassest, da sie seine Sache noch genauer untersuchen möchten.
4610#Apostelgeschichte,23,21#21. Laß dich aber nicht von ihnen bereden, denn mehr als vierzig Männer von ihnen stellen ihm nach; die haben sich verschworen, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn umgebracht haben, und jetzt sind sie bereit und warten auf deine Zusage.
4611#Apostelgeschichte,23,22#22. Nun entließ der Oberste den Jüngling und gebot ihm, niemandem zu sagen, daß er ihm solches angezeigt habe.
4612#Apostelgeschichte,23,23#23. Und er ließ zwei Hauptleute zu sich rufen und sprach: Haltet zweihundert Soldaten bereit, damit sie nach Cäsarea ziehen, dazu siebzig Reiter und zweihundert Schleuderer, von der dritten Stunde der Nacht an;
4613#Apostelgeschichte,23,24#24. auch soll man Tiere bereitstellen, um den Paulus daraufzusetzen und ihn zu dem Landpfleger Felix in Sicherheit zu bringen.
4614#Apostelgeschichte,23,25#25. Und er schrieb einen Brief, der folgenden Inhalt hatte:
4615#Apostelgeschichte,23,26#26. «Claudius Lysias schickt dem edlen Landpfleger Felix einen Gruß!
4616#Apostelgeschichte,23,27#27. Diesen Mann, den die Juden ergriffen haben und umbringen wollten, habe ich mit Hilfe der Truppe befreit, da ich vernahm, daß er ein Römer sei.
4617#Apostelgeschichte,23,28#28. Da ich aber den Grund ihrer Anklage gegen ihn ermitteln wollte, führte ich ihn in ihren Hohen Rat hinab.
4618#Apostelgeschichte,23,29#29. Da fand ich, daß er wegen Streitfragen ihres Gesetzes angeklagt werde, aber keine Anklage auf sich habe, die des Todes oder der Bande wert wäre.
4619#Apostelgeschichte,23,30#30. Da mir aber angezeigt wurde, daß eine Verschwörung gegen diesen Mann bestehe, so habe ich ihn sogleich zu dir geschickt und auch den Klägern befohlen, sich seinetwegen an dich zu wenden. Lebe wohl!» -
4620#Apostelgeschichte,23,31#31. Die Kriegsknechte nun nahmen den Paulus, wie ihnen befohlen war, und führten ihn bei Nacht nach Antipatris.
4621#Apostelgeschichte,23,32#32. Am folgenden Tage aber ließen sie die Reiter mit ihm ziehen und kehrten wieder in die Kaserne zurück.
4622#Apostelgeschichte,23,33#33. Jene aber übergaben bei ihrer Ankunft in Cäsarea dem Landpfleger den Brief und führten ihm auch den Paulus vor.
4623#Apostelgeschichte,23,34#34. Nachdem aber der Landpfleger den Brief gelesen und auf die Frage, aus welcher Provinz er wäre, erfahren hatte, daß er aus Cilicien sei,
4624#Apostelgeschichte,23,35#sprach er: 35. Ich will dich verhören, wenn deine Ankläger auch eingetroffen sind. Und er befahl, ihn im Palast des Herodes zu bewachen.
4625#Apostelgeschichte,24,1#1. NACH fünf Tagen aber kam der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und einem Redner, einem gewissen Tertullus, hinab; diese erschienen vor dem Landpfleger wider Paulus.
4626#Apostelgeschichte,24,2#2. Als dieser aber gerufen worden war, erhob Tertullus die Anklage und sprach:
4627#Apostelgeschichte,24,3#3. Daß wir viel Frieden durch dich genießen und daß diesem Volke durch deine Fürsorge bessere Zustände geschaffen worden sind, das anerkennen wir allezeit und allenthalben, edelster Felix, mit aller Dankbarkeit!
4628#Apostelgeschichte,24,4#4. Damit ich dich aber nicht allzusehr bemühe, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Freundlichkeit anzuhören.
4629#Apostelgeschichte,24,5#5. Wir haben nämlich diesen Mann als eine Pest befunden, als einen, der Zwietracht stiftet unter allen Juden in der ganzen Welt, als einen Anführer der Sekte der Nazarener;
4630#Apostelgeschichte,24,6#6. der auch versuchte, den Tempel zu entheiligen; den haben wir auch ergriffen und wollten ihn nach unsrem Gesetze richten.
4631#Apostelgeschichte,24,7#7. Aber Lysias, der Oberste, kam dazu und führte ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen hinweg
4632#Apostelgeschichte,24,8#8. und hieß seine Ankläger zu dir kommen. Von ihm kannst du selbst, so du ihn verhörest, alles das erfahren, dessen wir ihn anklagen.
4633#Apostelgeschichte,24,9#9. Dem stimmten aber auch die Juden bei und behaupteten, es verhielte sich so.
4634#Apostelgeschichte,24,10#10. Paulus aber gab auf den Wink des Landpflegers folgende Antwort: Da ich weiß, daß du seit vielen Jahren unter diesem Volke Richter bist, so verteidige ich meine Sache guten Mutes,
4635#Apostelgeschichte,24,11#11. da du erfahren kannst, daß es nicht länger als zwölf Tage her ist, seit ich hinaufzog, um in Jerusalem anzubeten.
4636#Apostelgeschichte,24,12#12. Und sie fanden mich weder im Tempel, daß ich mich mit jemand unterredet oder einen Volksauflauf erregt hätte, noch in den Synagogen, noch in der Stadt.
4637#Apostelgeschichte,24,13#13. Sie können dir auch das nicht beweisen, wessen sie mich jetzt anklagen.
4638#Apostelgeschichte,24,14#14. Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Wege-1-, welchen sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter also diene, daß ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht; -1) d.h. der Glaubensrichtung, s. Apg. 19,9.++
4639#Apostelgeschichte,24,15#15. und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten, daß es eine Auferstehung der Toten, sowohl der Gerechten als der Ungerechten, geben wird.
4640#Apostelgeschichte,24,16#16. Darum übe ich mich auch, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.
4641#Apostelgeschichte,24,17#17. Ich bin aber nach vielen Jahren gekommen, um Almosen für mein Volk zu bringen und Opfer.
4642#Apostelgeschichte,24,18#18. Dabei fanden mich, als ich im Tempel ohne Lärm und Getümmel gereinigt wurde,
4643#Apostelgeschichte,24,19#etliche Juden aus Asien; 19. die sollten vor dir erscheinen und Anklage erheben, wenn sie etwas wider mich hätten.
4644#Apostelgeschichte,24,20#20. Oder diese selbst mögen sagen, was für ein Unrecht sie an mir gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rate stand;
4645#Apostelgeschichte,24,21#21. es wäre denn wegen jenes einzigen Wortes, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute von euch gerichtet!
4646#Apostelgeschichte,24,22#22. Als Felix solches hörte, verwies er sie auf eine spätere Zeit, da er den Weg-a- genauer kannte, und sprach: Wenn Lysias, der Oberste, herabkommt, will ich eure Sache untersuchen. -a) s. V. 14.++
4647#Apostelgeschichte,24,23#23. Und er befahl dem Hauptmann, Paulus in Gewahrsam zu halten, jedoch in milder Haft, auch keinem der Seinigen zu wehren, ihm Dienste zu leisten.
4648#Apostelgeschichte,24,24#24. Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seinem Weibe Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus Jesus.
4649#Apostelgeschichte,24,25#25. Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht redete, wurde dem Felix bange, und er antwortete: Für diesmal gehe hin; wenn ich aber gelegene Zeit bekomme, will ich dich wieder rufen lassen!
4650#Apostelgeschichte,24,26#26. Zugleich hoffte er aber auch, daß ihm von Paulus Geld gegeben würde, damit er ihn freiließe. Darum ließ er ihn auch öfters kommen und besprach sich mit ihm.
4651#Apostelgeschichte,24,27#27. ALS aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix zum Nachfolger den Porcius Festus, und da sich Felix die Juden zu Dank verpflichten wollte, ließ er den Paulus gebunden zurück.
4652#Apostelgeschichte,25,1#1. Als nun Festus in der Provinz angekommen war, zog er nach drei Tagen von Cäsarea nach Jerusalem hinauf.
4653#Apostelgeschichte,25,2#2. Da wurden die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden bei ihm vorstellig gegen Paulus,
4654#Apostelgeschichte,25,3#3. redeten ihm zu und baten es sich als eine Gunst wider ihn aus, daß er ihn nach Jerusalem holen ließe; dabei planten sie einen Anschlag, um ihn unterwegs umzubringen.
4655#Apostelgeschichte,25,4#4. Da antwortete Festus, Paulus werde in Cäsarea in Verwahrung gehalten, er selbst aber werde in Bälde wieder abreisen.
4656#Apostelgeschichte,25,5#5. So lasset nun, sprach er, eure Bevollmächtigten mit hinabziehen; und wenn eine Schuld an diesem Manne ist, sollen sie ihn anklagen!
4657#Apostelgeschichte,25,6#6. Nachdem er aber nicht mehr als acht oder zehn Tage bei ihnen gewesen war, zog er nach Cäsarea hinab, und am folgenden Tage setzte er sich auf den Richterstuhl und ließ den Paulus vorführen.
4658#Apostelgeschichte,25,7#7. Und als dieser erschien, umringten ihn die Juden, die von Jerusalem herabgekommen waren, und brachten viele und schwere Klagen gegen ihn vor, die sie nicht beweisen konnten,
4659#Apostelgeschichte,25,8#8. während Paulus sich also verteidigte: Weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser habe ich etwas verbrochen!
4660#Apostelgeschichte,25,9#9. Festus aber, der sich die Juden zu Dank verpflichten wollte, antwortete dem Paulus und sprach: Willst du nach Jerusalem hinaufziehen und dich dort hierüber von mir richten lassen?
4661#Apostelgeschichte,25,10#10. Aber Paulus sprach: Ich stehe vor dem Richterstuhl des Kaisers, da muß ich gerichtet werden! Den Juden habe ich kein Unrecht getan, wie du selbst am besten weißt.
4662#Apostelgeschichte,25,11#11. Bin ich aber im Unrecht und habe etwas begangen, was des Todes wert ist, so weigere ich mich nicht zu sterben. Ist aber nichts an dem, dessen diese mich anklagen, so kann mich niemand ihnen zu Gefallen preisgeben. Ich berufe mich auf den Kaiser!
4663#Apostelgeschichte,25,12#12. Da besprach sich Festus mit seinem Rat und antwortete: Du hast dich auf den Kaiser berufen; zum Kaiser sollst du ziehen!
4664#Apostelgeschichte,25,13#13. ALS aber etliche Tage vergangen waren, kam der König Agrippa mit Bernice nach Cäsarea, um Festus zu begrüßen.
4665#Apostelgeschichte,25,14#14. Und da sie sich mehrere Tage dort aufhielten, legte Festus dem König die Sache des Paulus vor und sprach: Es ist von Felix ein Mann gefangen zurückgelassen worden,
4666#Apostelgeschichte,25,15#15. wegen dessen, als ich in Jerusalem war, die Hohenpriester und Ältesten der Juden vorstellig wurden, indem sie seine Verurteilung verlangten.
4667#Apostelgeschichte,25,16#16. Denen antwortete ich, es sei nicht der Römer Brauch, einen Menschen preiszugeben, ehe der Angeklagte die Kläger vor Augen habe und Gelegenheit erhalte, sich der Klage wegen zu verteidigen.
4668#Apostelgeschichte,25,17#17. Als sie nun hier zusammengekommen waren, machte ich keinen Aufschub, sondern setzte mich am folgenden Tage auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen.
4669#Apostelgeschichte,25,18#18. Als nun die Kläger auftraten, brachten sie gar keine Klage wegen eines Verbrechens über ihn vor, wie ich vermutet hatte;
4670#Apostelgeschichte,25,19#19. dagegen hatten sie einige Streitfragen betreffend ihre Religion und einen verstorbenen Jesus, von welchem Paulus behauptete, er lebe.
4671#Apostelgeschichte,25,20#20. Da ich aber nicht wußte, wie ich über solche Fragen ein Verhör anstellen sollte, fragte ich, ob er nach Jerusalem ziehen und sich dort hierüber richten lassen wolle.
4672#Apostelgeschichte,25,21#21. Da sich aber Paulus darauf berief, daß er in Erwartung der Entscheidung des Kaisers in Gewahrsam gehalten werde, befahl ich, ihn in Haft zu behalten, bis ich ihn zum Kaiser sende.
4673#Apostelgeschichte,25,22#22. Agrippa aber sprach zu Festus: Ich möchte den Menschen auch gerne hören! Er sprach: Morgen sollst du ihn hören!
4674#Apostelgeschichte,25,23#23. Am folgenden Tage nun kamen Agrippa und Bernice mit großem Gepränge und gingen mit den Obersten und den angesehensten Männern der Stadt in den Hörsaal, und auf Befehl des Festus wurde Paulus gebracht.
4675#Apostelgeschichte,25,24#24. Und Festus sprach: König Agrippa und alle anwesenden Männer! Da seht ihr den, um dessentwillen die ganze Menge der Juden in Jerusalem und hier mich anging, indem sie schrieen, er dürfe nicht länger leben.
4676#Apostelgeschichte,25,25#25. Weil ich aber erkannte, daß er nichts getan hat, was des Todes würdig wäre, und auch er selbst sich auf den Kaiser berufen hat, so habe ich beschlossen, ihn abzusenden.
4677#Apostelgeschichte,25,26#26. Ich weiß jedoch dem Herrn nichts Gewisses über ihn zu schreiben. Darum habe ich ihn euch vorgeführt, allermeist dir, König Agrippa, damit ich nach geschehener Untersuchung etwas zu schreiben wisse.
4678#Apostelgeschichte,25,27#27. Denn es dünkt mich unvernünftig, einen Gefangenen abzusenden, ohne die gegen ihn erhobenen Klagen anzugeben.
4679#Apostelgeschichte,26,1#1. Agrippa aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubt, für dich zu reden! Da streckte Paulus die Hand aus und verantwortete sich also:
4680#Apostelgeschichte,26,2#2. Ich schätze mich glücklich, König Agrippa, mich heute vor dir verantworten zu dürfen wegen aller Anklagen, welche die Juden gegen mich erheben,
4681#Apostelgeschichte,26,3#3. da du ja alle Gebräuche und Streitfragen der Juden genau kennst; darum bitte ich dich, mich geduldig anzuhören.
4682#Apostelgeschichte,26,4#4. Was nun meinen Lebenswandel von Jugend auf betrifft, den ich von Anfang an unter meinem Volke, und zwar in Jerusalem führte, so kennen mich alle Juden;
4683#Apostelgeschichte,26,5#5. da sie wissen, wenn sie es bezeugen wollen, daß ich früher nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer.
4684#Apostelgeschichte,26,6#6. Und jetzt stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die von Gott an unsre Väter ergangene Verheißung,
4685#Apostelgeschichte,26,7#7. zu welcher unsere zwölf Stämme Tag und Nacht mit anhaltendem Gottesdienst zu gelangen hoffen. Wegen dieser Hoffnung werde ich, König Agrippa, von den Juden angeklagt!
4686#Apostelgeschichte,26,8#8. Warum wird es bei euch für unglaublich gehalten, daß Gott Tote auferweckt?
4687#Apostelgeschichte,26,9#9. Ich habe zwar auch gemeint, ich müßte gegen den Namen Jesus von Nazareth viel Feindseliges verüben,
4688#Apostelgeschichte,26,10#10. was ich auch zu Jerusalem tat; und viele der Heiligen ließ ich ins Gefängnis schließen, wozu ich von den Hohenpriestern die Vollmacht empfangen hatte, und wenn sie getötet werden sollten, gab ich die Stimme dazu.
4689#Apostelgeschichte,26,11#11. Und in allen Synagogen zwang ich sie oft durch Strafen, zu lästern, und über die Maßen gegen sie wütend, verfolgte ich sie sogar bis in die auswärtigen Städte.
4690#Apostelgeschichte,26,12#12. Als ich nun in solchem Tun mit Vollmacht und Erlaubnis der Hohenpriester nach Damaskus reiste,
4691#Apostelgeschichte,26,13#13. sah ich mitten am Tage auf dem Wege, o König, vom Himmel her ein Licht, heller als der Sonne Glanz, welches mich und meine Reisegefährten umleuchtete.
4692#Apostelgeschichte,26,14#14. Und da wir alle zur Erde fielen, hörte ich eine Stimme in hebräischer Sprache zu mir sagen: Saul, Saul! was verfolgst du mich? Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen!
4693#Apostelgeschichte,26,15#15. Ich aber sprach: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst!
4694#Apostelgeschichte,26,16#16. Aber steh auf und tritt auf deine Füße! Denn dazu bin ich dir erschienen, dich zu verordnen zum Diener und Zeugen dessen, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch offenbaren werde,
4695#Apostelgeschichte,26,17#17. und ich will dich erretten von-1- dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich sende, -1) aüs: indem ich dich herausnehme aus . . .++
4696#Apostelgeschichte,26,18#18. um ihnen die Augen zu öffnen, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, auf daß sie Vergebung der Sünden und ein Erbteil unter den Geheiligten empfangen durch den Glauben an mich!
4697#Apostelgeschichte,26,19#19. Daher, König Agrippa, bin ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam gewesen,
4698#Apostelgeschichte,26,20#20. sondern ich habe zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und dann im ganzen jüdischen Lande und den Heiden verkündigt, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind.
4699#Apostelgeschichte,26,21#21. Deswegen griffen mich die Juden im Tempel und suchten mich umzubringen.
4700#Apostelgeschichte,26,22#22. Aber da mir Hilfe von Gott widerfahren ist, so stehe ich bis auf diesen Tag und lege Zeugnis ab vor Kleinen und Großen und lehre nichts anderes, als was die Propheten und Mose gesagt haben, daß es geschehen werde:
4701#Apostelgeschichte,26,23#23. nämlich, daß Christus leiden müsse und daß er, der Erstling aus der Auferstehung der Toten, Licht verkündigen werde dem Volke und auch den Heiden.
4702#Apostelgeschichte,26,24#24. Als er aber zu seiner Verteidigung solches sagte, sprach Festus mit lauter Stimme: Paulus, du bist von Sinnen! Das viele Studieren bringt dich um den Verstand!
4703#Apostelgeschichte,26,25#25. Er aber sprach: Edelster Festus, ich bin nicht von Sinnen, sondern ich rede wahre und wohlüberlegte Worte!
4704#Apostelgeschichte,26,26#26. Denn der König versteht diese Dinge sehr wohl, an ihn richte ich meine freimütige Rede. Denn ich bin überzeugt, daß ihm nichts davon unbekannt ist; denn solches ist nicht im Winkel geschehen!
4705#Apostelgeschichte,26,27#27. Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubst.
4706#Apostelgeschichte,26,28#28. Agrippa aber sprach zu Paulus: Du überredest mich bald, daß ich ein Christ werde!
4707#Apostelgeschichte,26,29#29. Paulus erwiderte: Ich wünschte zu Gott, daß über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande!
4708#Apostelgeschichte,26,30#30. Und der König stand auf, ebenso der Landpfleger und Bernice und die bei ihnen saßen.
4709#Apostelgeschichte,26,31#31. Und sie zogen sich zurück und redeten miteinander und sprachen: Dieser Mensch tut nichts, was des Todes oder der Bande wert ist!
4710#Apostelgeschichte,26,32#32. Agrippa aber sprach zu Festus: Man könnte diesen Menschen freilassen, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte!
4711#Apostelgeschichte,27,1#1. ALS es aber beschlossen worden war, daß wir nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der Kaiserlichen Schar.
4712#Apostelgeschichte,27,2#2. Nachdem wir aber ein adramyttenisches Schiff bestiegen hatten, welches der kleinasiatischen Küste entlang fahren sollte, reisten wir ab in Begleitung des Mazedoniers Aristarchus aus Thessalonich.
4713#Apostelgeschichte,27,3#3. Und am andern Tage liefen wir in Zidon ein; und Julius erzeigte sich menschenfreundlich gegen Paulus und erlaubte ihm, zu seinen Freunden zu gehen und ihrer Pflege zu genießen.
4714#Apostelgeschichte,27,4#4. Von da fuhren wir ab und segelten unter Cypern hin, weil die Winde uns entgegen waren.
4715#Apostelgeschichte,27,5#5. Und nachdem wir das Meer bei Cilicien und Pamphylien durchschifft hatten, kamen wir nach Myra in Lycien.
4716#Apostelgeschichte,27,6#6. Und dort fand der Hauptmann ein alexandrinisches Schiff, das nach Italien fuhr, und brachte uns auf dasselbe.
4717#Apostelgeschichte,27,7#7. Da wir aber während vieler Tage eine langsame Fahrt hatten und nur mit Mühe in die Nähe von Knidus kamen, weil der Wind uns nicht hinzuließ, so segelten wir unter Kreta hin gegen Salmone,
4718#Apostelgeschichte,27,8#8. und indem wir mit Mühe der Küste entlang fuhren, kamen wir an einen Ort, «die schönen Häfen» genannt, in dessen Nähe die Stadt Lasäa war.
4719#Apostelgeschichte,27,9#9. Da aber schon geraume Zeit verflossen war und die Schiffahrt gefährlich wurde, weil auch die Fastenzeit bereits vorüber war, warnte Paulus
4720#Apostelgeschichte,27,10#und sprach zu ihnen: 10. Ihr Männer, ich sehe, daß die Schiffahrt mit Schädigung und großem Verlust nicht nur für die Ladung und das Schiff, sondern auch für unser Leben verbunden sein wird!
4721#Apostelgeschichte,27,11#11. Aber der Hauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr, als dem, was Paulus sagte.
4722#Apostelgeschichte,27,12#12. Da aber der Hafen ungeeignet war zum Überwintern, gab die Mehrzahl den Rat, von dort abzufahren, um womöglich nach Phönix, einem Hafen von Kreta, der gegen Südwest und Nordwest liegt, zu gelangen, und daselbst zu überwintern.
4723#Apostelgeschichte,27,13#13. Da nun ein schwacher Südwind wehte, meinten sie, sie hätten ihre Absicht erreicht, lichteten die Anker und fuhren nahe bei der Küste von Kreta hin.
4724#Apostelgeschichte,27,14#14. Aber nicht lange darnach fegte von der Insel ein Wirbelwind daher, «Nord-Ost» genannt;
4725#Apostelgeschichte,27,15#15. der riß das Schiff mit sich fort, und da es dem Winde nicht widerstehen konnte, gaben wir es preis und ließen uns treiben.
4726#Apostelgeschichte,27,16#16. Als wir aber an einer kleinen Insel, Klauda genannt, vorbeifuhren, vermochten wir kaum das Boot-1- zu meistern, -1) d.h. das Rettungsboot.++
4727#Apostelgeschichte,27,17#welches man emporzog, weil man es-1- nötig hatte, um das Schiff zu unterbinden; 17. und weil sie fürchteten, auf die Syrte geworfen zu werden, zogen sie die Segel ein und ließen sich so treiben. -1) d.h. die Stricke.++
4728#Apostelgeschichte,27,18#18. Da wir aber vom Sturme heftig umhergetrieben wurden, warfen sie am folgenden Tage die Ladung über Bord
4729#Apostelgeschichte,27,19#19. und am dritten Tage mit eigener Hand das Schiffsgerät.
4730#Apostelgeschichte,27,20#20. Da aber während mehrerer Tage weder Sonne noch Sterne schienen und ein heftiger Sturm anhielt, schwand endlich alle Hoffnung, daß wir gerettet würden.
4731#Apostelgeschichte,27,21#21. Und da man lange ohne Nahrung geblieben war, trat Paulus mitten unter sie und sprach: Man hätte zwar, ihr Männer, mir gehorchen und nicht von Kreta abfahren und sich diese Schädigung und den Verlust ersparen sollen.
4732#Apostelgeschichte,27,22#22. Doch auch jetzt ermahne ich euch, guten Mutes zu sein, denn kein Leben von euch wird verloren gehen, nur das Schiff.
4733#Apostelgeschichte,27,23#23. Denn in dieser Nacht trat zu mir ein Engel des Gottes, dem ich angehöre, dem ich auch diene,
4734#Apostelgeschichte,27,24#24. und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du mußt vor den Kaiser treten; und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiffe sind!
4735#Apostelgeschichte,27,25#25. Darum seid guten Mutes, ihr Männer! Denn ich vertraue Gott, daß es so gehen wird, wie es mir gesagt worden ist.
4736#Apostelgeschichte,27,26#26. Wir müssen aber auf eine Insel verschlagen werden.
4737#Apostelgeschichte,27,27#27. Als nun die vierzehnte Nacht kam, seitdem wir auf dem Adriatischen Meere umhergetrieben wurden, vermuteten die Schiffsleute um Mitternacht, daß sich ihnen Land nähere.
4738#Apostelgeschichte,27,28#28. Und sie ließen das Senkblei hinunter und fanden zwanzig Klafter. Und als sie ein wenig weitergefahren waren und es wieder hinunterließen, fanden sie fünfzehn Klafter.
4739#Apostelgeschichte,27,29#29. Und da sie fürchteten, wir könnten auf Klippen geworfen werden, warfen sie vom Hinterteil des Schiffes vier Anker aus und wünschten, daß es Tag würde.
4740#Apostelgeschichte,27,30#30. Als aber die Schiffsleute aus dem Schiffe zu entfliehen suchten und das Boot ins Meer hinabließen unter dem Vorwande, als wollten sie vom Vorderteile Anker auswerfen,
4741#Apostelgeschichte,27,31#31. sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Soldaten: Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden.
4742#Apostelgeschichte,27,32#32. Da hieben die Kriegsknechte die Stricke des Bootes ab und ließen es hinunterfallen.
4743#Apostelgeschichte,27,33#33. Bis es aber Tag werden wollte, ermahnte Paulus alle, Speise zu sich zu nehmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr vor banger Erwartung ohne Nahrung geblieben seid und nichts zu euch genommen habt.
4744#Apostelgeschichte,27,34#34. Darum ermahne ich euch, Speise zu euch zu nehmen, denn das dient zu eurer Rettung; denn keinem von euch wird ein Haar vom Haupte verloren gehen!
4745#Apostelgeschichte,27,35#35. Und nachdem er das gesagt hatte, nahm er Brot, dankte Gott vor allen, brach es und fing an zu essen.
4746#Apostelgeschichte,27,36#36. Da wurden alle guten Mutes und nahmen ebenfalls Speise zu sich.
4747#Apostelgeschichte,27,37#37. Wir waren aber auf dem Schiff insgesamt 276 Seelen.
4748#Apostelgeschichte,27,38#38. Und nachdem sie sich mit Speise gesättigt hatten, erleichterten sie das Schiff, indem sie das Getreide ins Meer warfen.
4749#Apostelgeschichte,27,39#39. Als es aber Tag wurde, erkannten sie das Land nicht; sie wurden aber einer Bucht gewahr, die ein flaches Gestade hatte, an welches sie das Schiff womöglich hinzutreiben beschlossen.
4750#Apostelgeschichte,27,40#40. Und so schnitten sie die Anker ab und ließen sie ins Meer und lösten zugleich die Bande der Steuerruder; dann zogen sie das Vordersegel auf, gegen den Wind, und hielten dem Gestade zu.
4751#Apostelgeschichte,27,41#41. Da sie aber an eine Landzunge gerieten, stießen sie mit dem Schiffe auf; und das Vorderteil blieb unbeweglich stecken, das Hinterteil aber zerbrach von der Gewalt der Wellen.
4752#Apostelgeschichte,27,42#42. Von den Soldaten aber wurde vorgeschlagen, man solle die Gefangenen töten, damit keiner schwimmend entfliehe.
4753#Apostelgeschichte,27,43#43. Der Hauptmann aber, der den Paulus retten wollte, verhinderte ihr Vorhaben und befahl, wer schwimmen könne, solle sich zuerst ins Meer werfen, um ans Land zu kommen,
4754#Apostelgeschichte,27,44#und die übrigen teils auf Brettern, teils auf Schiffstrümmern. 44. Und so geschah es, daß alle ans Land gerettet wurden.
4755#Apostelgeschichte,28,1#1. UND als wir gerettet waren, da erfuhren wir, daß die Insel Melite-1- hieß. -1) d.i. Malta.++
4756#Apostelgeschichte,28,2#2. Die Barbaren aber erzeigten uns ungewöhnliche Menschenfreundlichkeit; denn sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle herbei wegen des anhaltenden Regens und um der Kälte willen.
4757#Apostelgeschichte,28,3#3. Als aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam infolge der Hitze eine Otter hervor und fuhr ihm an die Hand.
4758#Apostelgeschichte,28,4#4. Wie aber die Einwohner das Tier an seiner Hand hängen sahen, sprachen sie zueinander: Gewiß ist dieser Mensch ein Mörder, den, ob er sich gleich aus dem Meere gerettet hat, die Rache dennoch nicht leben läßt.
4759#Apostelgeschichte,28,5#5. Er jedoch schleuderte das Tier ins Feuer und ihm widerfuhr kein Übel.
4760#Apostelgeschichte,28,6#6. Sie aber erwarteten, er werde aufschwellen oder plötzlich tot niederfallen. Als sie aber lange warteten und sahen, daß ihm kein Leid widerfuhr, änderten sie ihre Meinung und sagten, er sei ein Gott.
4761#Apostelgeschichte,28,7#7. Aber in der Umgebung jenes Ortes hatte der Vornehmste der Insel, namens Publius, ein Landgut; dieser nahm uns auf und beherbergte uns drei Tage lang freundlich.
4762#Apostelgeschichte,28,8#8. Es begab sich aber, daß der Vater des Publius am Fieber und an der Ruhr krank darniederlag. Paulus ging zu ihm hinein, betete und legte ihm die Hände auf und machte ihn gesund.
4763#Apostelgeschichte,28,9#9. Daraufhin kamen auch die übrigen Kranken auf der Insel herbei und ließen sich heilen.
4764#Apostelgeschichte,28,10#10. Diese erwiesen uns auch viel Ehre und gaben uns bei der Abfahrt noch alles Nötige mit.
4765#Apostelgeschichte,28,11#11. Nach drei Monaten aber fuhren wir ab auf einem Schiffe von Alexandria, das auf der Insel überwintert hatte und das Zeichen der Zwillinge führte.
4766#Apostelgeschichte,28,12#12. Und wir liefen in Syrakus ein und blieben drei Tage daselbst.
4767#Apostelgeschichte,28,13#13. Und von da segelten wir um die Küste herum und kamen nach Regium; und da sich nach einem Tage der Südwind erhob, gelangten wir am zweiten Tage nach Puteoli.
4768#Apostelgeschichte,28,14#14. Daselbst fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, sieben Tage zu bleiben, und so gelangten wir nach Rom.
4769#Apostelgeschichte,28,15#15. Und von dort kamen die Brüder, als sie von uns gehört hatten, uns entgegen bis gen Appii Forum und Tres Tabernä. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und faßte Mut.
4770#Apostelgeschichte,28,16#16. Da wir aber nach Rom kamen, übergab der Hauptmann die Gefangenen dem Obersten der Leibwache; dem Paulus aber wurde gestattet, für sich zu bleiben mit dem Soldaten, der ihn bewachte.
4771#Apostelgeschichte,28,17#17. Es begab sich aber nach drei Tagen, daß er die Vornehmsten der Juden zusammenrief. Und als sie versammelt waren, sprach er zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, wiewohl ich nichts wider das Volk oder die Gebräuche der Väter getan habe, bin ich gefangen von Jerusalem aus in die Hände der Römer überliefert worden.
4772#Apostelgeschichte,28,18#18. Diese wollten mich freilassen, nachdem sie mich verhört hatten, weil keine todeswürdige Schuld bei mir vorlag.
4773#Apostelgeschichte,28,19#19. Da aber die Juden widersprachen, war ich genötigt, mich auf den Kaiser zu berufen, nicht als ob ich gegen mein Volk etwas zu klagen hätte.
4774#Apostelgeschichte,28,20#20. Aus diesem Grunde also habe ich euch rufen lassen, um euch zu sehen und mit euch zu sprechen; denn um der Hoffnung Israels willen umschließt mich diese Kette.
4775#Apostelgeschichte,28,21#21. Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben weder Briefe deinethalben aus Judäa empfangen, noch ist jemand von den Brüdern gekommen, der über dich etwas Böses berichtet oder gesagt hätte.
4776#Apostelgeschichte,28,22#22. Wir wollen aber gerne von dir hören, was du für Ansichten hast; denn von dieser Sekte ist uns bekannt, daß ihr allenthalben widersprochen wird.
4777#Apostelgeschichte,28,23#23. Nachdem sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge. Diesen legte er vom Morgen bis zum Abend in einem ausführlichen Zeugnis das Reich Gottes dar und suchte sie von Jesus zu überzeugen, ausgehend von dem Gesetze Moses und von den Propheten.
4778#Apostelgeschichte,28,24#24. Und die einen ließen sich von dem überzeugen, was er sagte, die andern aber blieben ungläubig.
4779#Apostelgeschichte,28,25#25. Und da sie sich nicht einigen konnten, trennten sie sich, nachdem Paulus den Ausspruch getan hatte: Wie trefflich hat der heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu unsern Vätern geredet,
4780#Apostelgeschichte,28,26#26. als er sprach: «Gehe hin zu diesem Volke und sprich: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen;
4781#Apostelgeschichte,28,27#27. denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie zugeschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile!»
4782#Apostelgeschichte,28,28#28. So sei euch nun kund, daß den Heiden dieses Heil Gottes gesandt ist; sie werden auch hören!
4783#Apostelgeschichte,28,29#29. Und als er das gesagt hatte, liefen die Juden davon und hatten viel Wortwechsel miteinander.
4784#Apostelgeschichte,28,30#30. Paulus aber blieb zwei Jahre in einer eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die ihm zuliefen,
4785#Apostelgeschichte,28,31#31. predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit aller Freimütigkeit und ungehindert.

2901#Johannes,1,1#1. IM Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2902#Johannes,1,2#2. Dieses war im Anfang bei Gott.
2903#Johannes,1,3#3. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.
2904#Johannes,1,4#4. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
2905#Johannes,1,5#5. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.
2906#Johannes,1,6#6. Es wurde ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes.
2907#Johannes,1,7#7. Dieser kam zum Zeugnis, um zu zeugen von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.
2908#Johannes,1,8#8. Nicht er war das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
2909#Johannes,1,9#9. Das wahrhaftige Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
2910#Johannes,1,10#10. Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn-1- geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. -1) d.h. durch den Herrn, das Licht der Welt.++
2911#Johannes,1,11#11. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
2912#Johannes,1,12#12. Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
2913#Johannes,1,13#13. welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
2914#Johannes,1,14#14. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen-1- vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. -1) d.h. als eines einzigen Sohnes.++
2915#Johannes,1,15#15. Johannes zeugte von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich.
2916#Johannes,1,16#16. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.
2917#Johannes,1,17#17. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
2918#Johannes,1,18#18. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat uns Aufschluß über ihn gegeben.
2919#Johannes,1,19#19. UND dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?
2920#Johannes,1,20#20. Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht der Christus!
2921#Johannes,1,21#21. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht! Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein!
2922#Johannes,1,22#22. Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben. Was sagst du über dich selbst?
2923#Johannes,1,23#23. Er sprach: Ich bin «eine Stimme, die da ruft in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!» wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
2924#Johannes,1,24#24. Sie waren aber von den Pharisäern abgesandt.
2925#Johannes,1,25#25. Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet?
2926#Johannes,1,26#26. Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser-1-; aber mitten unter euch steht Einer, den ihr nicht kennt, -1) w: in Wasser.++
2927#Johannes,1,27#27. welcher nach mir kommt, der doch vor mir gewesen ist, für den ich nicht würdig bin, ihm den Schuhriemen zu lösen.
2928#Johannes,1,28#28. Dieses geschah zu Bethabara-1-, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. -1) aL: Bethanien.++
2929#Johannes,1,29#29. Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt!
2930#Johannes,1,30#30. Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.
2931#Johannes,1,31#31. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser-1- zu taufen. -1) w: in Wasser.++
2932#Johannes,1,32#32. Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und auf ihm bleiben.
2933#Johannes,1,33#33. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser-1- zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der im heiligen Geiste tauft. -1) w: in Wasser.++
2934#Johannes,1,34#34. Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist.
2935#Johannes,1,35#35. AM folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger.
2936#Johannes,1,36#36. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!
2937#Johannes,1,37#37. Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
2938#Johannes,1,38#38. Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi <das heißt übersetzt: Lehrer>, wo wohnst du?
2939#Johannes,1,39#39. Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
2940#Johannes,1,40#40. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren.
2941#Johannes,1,41#41. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden <das heißt übersetzt: den Gesalbten-1- >. -1) d.i. Christus.++
2942#Johannes,1,42#42. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen <das wird übersetzt: Fels-1- >. -1) d.i. Petrus.++
2943#Johannes,1,43#43. Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa reisen; und er findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach!
2944#Johannes,1,44#44. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
2945#Johannes,1,45#45. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.
2946#Johannes,1,46#46. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!
2947#Johannes,1,47#47. Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem keine Falschheit ist!
2948#Johannes,1,48#48. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!
2949#Johannes,1,49#49. Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
2950#Johannes,1,50#50. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst Größeres sehen als das!
2951#Johannes,1,51#51. Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf des Menschen Sohn!
2952#Johannes,2,1#1. UND am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort.
2953#Johannes,2,2#2. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit geladen.
2954#Johannes,2,3#3. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.
2955#Johannes,2,4#4. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen-1-? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! -1) w: was steht mir zu und was dir?++
2956#Johannes,2,5#5. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen wird, das tut!
2957#Johannes,2,6#6. Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Sitte der jüdischen Reinigung, wovon jeder zwei oder drei Eimer faßte.
2958#Johannes,2,7#7. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.
2959#Johannes,2,8#8. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister! Und sie brachten es.
2960#Johannes,2,9#9. Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte <und er wußte nicht, woher es war; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es>, ruft der Speisemeister den Bräutigam
2961#Johannes,2,10#10. und spricht zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bis jetzt behalten!
2962#Johannes,2,11#11. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
2963#Johannes,2,12#12. Darnach zog er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht viele Tage daselbst.
2964#Johannes,2,13#13. UND das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
2965#Johannes,2,14#14. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen.
2966#Johannes,2,15#15. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um
2967#Johannes,2,16#16. und sprach zu denen, welche die Tauben feilboten: Traget das von dannen! Machet nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus!
2968#Johannes,2,17#17. Es dachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben steht: «Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.»
2969#Johannes,2,18#18. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, weil du solches tun darfst?
2970#Johannes,2,19#19. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab-1-, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! -1) w: brechet diesen Tempel.++
2971#Johannes,2,20#20. Da sprachen die Juden: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
2972#Johannes,2,21#21. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
2973#Johannes,2,22#22. Als er nun von den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, daß er solches gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Worte, das Jesus gesprochen hatte.
2974#Johannes,2,23#23. Als er aber am Passahfeste in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat;
2975#Johannes,2,24#24. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte,
2976#Johannes,2,25#25. und weil er nicht bedurfte, daß jemand über einen Menschen Zeugnis gäbe; denn er wußte selbst, was im Menschen war.
2977#Johannes,3,1#1. ES war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden.
2978#Johannes,3,2#2. Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm!
2979#Johannes,3,3#3. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!
2980#Johannes,3,4#4. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in seiner Mutter Schoß gehen und geboren werden?
2981#Johannes,3,5#5. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!
2982#Johannes,3,6#6. Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist.
2983#Johannes,3,7#7. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden!
2984#Johannes,3,8#8. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.
2985#Johannes,3,9#9. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen?
2986#Johannes,3,10#10. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
2987#Johannes,3,11#11. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
2988#Johannes,3,12#12. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde?
2989#Johannes,3,13#13. Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel ist.
2990#Johannes,3,14#14. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß des Menschen Sohn erhöht werden,
2991#Johannes,3,15#15. auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
2992#Johannes,3,16#16. Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
2993#Johannes,3,17#17. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde.
2994#Johannes,3,18#18. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
2995#Johannes,3,19#19. Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
2996#Johannes,3,20#20. Denn wer Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gestraft-1- werden. -1) o: untersucht, aufgedeckt.++
2997#Johannes,3,21#21. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott getan sind.
2998#Johannes,3,22#22. DARNACH kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und daselbst hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
2999#Johannes,3,23#23. Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen.
3000#Johannes,3,24#24. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.
3001#Johannes,3,25#25. Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden wegen der Reinigung.
3002#Johannes,3,26#26. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis ablegtest, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!
3003#Johannes,3,27#27. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen-1-, es sei ihm denn vom Himmel gegeben. -1) o: nehmen.++
3004#Johannes,3,28#28. Ihr selbst bezeuget mir, daß ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt.
3005#Johannes,3,29#29. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
3006#Johannes,3,30#30. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
3007#Johannes,3,31#31. Der von oben kommt, ist über allen; wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
3008#Johannes,3,32#32. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an.
3009#Johannes,3,33#33. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist.
3010#Johannes,3,34#34. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt (ihm) den Geist nicht nach Maß.
3011#Johannes,3,35#35. Der Vater hat den Sohn lieb und hat alles in seine Hand gegeben.
3012#Johannes,3,36#36. Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt-1-, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. -1) w: nicht gehorcht, sich nicht unterwirft.++
3013#Johannes,4,1#1. ALS nun der Herr erfuhr, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes
3014#Johannes,4,2#2. <wiewohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger>,
3015#Johannes,4,3#3. verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa.
3016#Johannes,4,4#4. Er mußte aber durch Samaria reisen.
3017#Johannes,4,5#5. Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab.
3018#Johannes,4,6#6. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
3019#Johannes,4,7#7. Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
3020#Johannes,4,8#8. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
3021#Johannes,4,9#9. Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie begehrst du, ein Jude, von mir zu trinken, die ich eine Samariterin bin? <Denn die Juden haben keinen Verkehr mit den Samaritern.>
3022#Johannes,4,10#10. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkenntest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! - so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser!
3023#Johannes,4,11#11. Sie spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser?
3024#Johannes,4,12#12. Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh?
3025#Johannes,4,13#13. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten;
3026#Johannes,4,14#14. wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.
3027#Johannes,4,15#15. Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierher kommen müsse, um zu schöpfen!
3028#Johannes,4,16#16. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her!
3029#Johannes,4,17#17. Die Frau antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann! Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann.
3030#Johannes,4,18#18. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen.
3031#Johannes,4,19#19. Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist!
3032#Johannes,4,20#20. Unsre Väter haben auf diesem Berge angebetet; und ihr sagt, zu Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten solle.
3033#Johannes,4,21#21. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet.
3034#Johannes,4,22#22. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
3035#Johannes,4,23#23. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter.
3036#Johannes,4,24#24. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
3037#Johannes,4,25#25. Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
3038#Johannes,4,26#26. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet!
3039#Johannes,4,27#27. Und währenddem kamen seine Jünger und verwunderten sich, daß er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was fragst du? oder: Was redest du mit ihr?
3040#Johannes,4,28#28. Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und spricht zu den Leuten:
3041#Johannes,4,29#29. Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?
3042#Johannes,4,30#30. Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
3043#Johannes,4,31#31. Inzwischen baten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß!
3044#Johannes,4,32#32. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt!
3045#Johannes,4,33#33. Da sprachen die Jünger zueinander: Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?
3046#Johannes,4,34#34. Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.
3047#Johannes,4,35#35. Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch, hebet eure Augen auf und beschauet die Felder; sie sind schon weiß zur Ernte.
3048#Johannes,4,36#36. Wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen.
3049#Johannes,4,37#37. Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.
3050#Johannes,4,38#38. Ich habe euch ausgesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.
3051#Johannes,4,39#39. Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um der Rede der Frau willen, welche bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
3052#Johannes,4,40#40. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage daselbst.
3053#Johannes,4,41#41. Und noch vielmehr Leute glaubten um seines Wortes willen.
3054#Johannes,4,42#42. Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, daß dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus, ist!
3055#Johannes,4,43#43. NACH den zwei Tagen aber zog er von dannen und ging nach Galiläa.
3056#Johannes,4,44#44. Jesus selbst bezeugte zwar, daß ein Prophet in seinem eigenen Vaterlande nicht geachtet werde.
3057#Johannes,4,45#45. Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen, was er zu Jerusalem am Feste getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen.
3058#Johannes,4,46#46. Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein königlicher Beamter, dessen Sohn lag krank zu Kapernaum.
3059#Johannes,4,47#47. Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte hinabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn er lag im Sterben.
3060#Johannes,4,48#48. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht!
3061#Johannes,4,49#49. Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm hinab, ehe mein Kind stirbt!
3062#Johannes,4,50#50. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sprach, und ging hin.
3063#Johannes,4,51#51. Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und verkündigten ihm: Dein Sohn lebt!
3064#Johannes,4,52#52. Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden sei. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber.
3065#Johannes,4,53#53. Da erkannte der Vater, daß es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen Hause.
3066#Johannes,4,54#54. Dies ist das zweite Zeichen, welches Jesus wiederum tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.
3067#Johannes,5,1#1. DARNACH war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
3068#Johannes,5,2#2. Es ist aber zu Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.
3069#Johannes,5,3#3. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen, Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.
3070#Johannes,5,4#4. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcherlei Krankheit er auch behaftet war.
3071#Johannes,5,5#5. Es war aber ein Mensch daselbst, der achtunddreißig Jahre in seiner Krankheit zugebracht hatte.
3072#Johannes,5,6#6. Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, daß es schon so lange Zeit mit ihm währte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
3073#Johannes,5,7#7. Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser bewegt wird, in den Teich befördert; während ich aber selbst komme, steigt ein anderer vor mir hinab.
3074#Johannes,5,8#8. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und wandle!
3075#Johannes,5,9#9. Und alsbald wurde der Mensch gesund, hob sein Bett auf und wandelte. Es war aber Sabbat an jenem Tage.
3076#Johannes,5,10#10. Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, das Bett zu tragen!
3077#Johannes,5,11#11. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, sprach zu mir: Nimm dein Bett und wandle!
3078#Johannes,5,12#12. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm es und wandle?
3079#Johannes,5,13#13. Aber der Geheilte wußte nicht, wer es war, denn Jesus war entwichen, weil so viel Volk an dem Orte war.
3080#Johannes,5,14#14. Darnach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe zu, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Ärgeres widerfahre.
3081#Johannes,5,15#15. Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.
3082#Johannes,5,16#16. Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er solches am Sabbat getan hatte.
3083#Johannes,5,17#17. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.
3084#Johannes,5,18#18. Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleichstellte.
3085#Johannes,5,19#19. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.
3086#Johannes,5,20#20. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundern werdet.
3087#Johannes,5,21#21. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
3088#Johannes,5,22#22. Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben,
3089#Johannes,5,23#23. damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
3090#Johannes,5,24#24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
3091#Johannes,5,25#25. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.
3092#Johannes,5,26#26. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben.
3093#Johannes,5,27#27. Und er hat ihm Macht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist.
3094#Johannes,5,28#28. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden;
3095#Johannes,5,29#29. und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
3096#Johannes,5,30#30. Ich kann nichts von mir selbst tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
3097#Johannes,5,31#31. Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.
3098#Johannes,5,32#32. Ein anderer ist es, der von mir zeugt; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, welches er von mir zeugt.
3099#Johannes,5,33#33. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben.
3100#Johannes,5,34#34. Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen, sondern ich sage solches, damit ihr gerettet werdet.
3101#Johannes,5,35#35. Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Scheine ergötzen.
3102#Johannes,5,36#36. Ich aber habe ein Zeugnis, welches größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat.
3103#Johannes,5,37#37. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen;
3104#Johannes,5,38#38. und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubet, den er gesandt hat.
3105#Johannes,5,39#39. Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen.
3106#Johannes,5,40#40. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
3107#Johannes,5,41#41. Ich nehme nicht Ehre von Menschen,
3108#Johannes,5,42#42. aber bei euch habe ich erkannt, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt.
3109#Johannes,5,43#43. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.
3110#Johannes,5,44#44. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre vom alleinigen Gott nicht suchet?
3111#Johannes,5,45#45. Denket nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf welchen ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
3112#Johannes,5,46#46. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
3113#Johannes,5,47#47. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
3114#Johannes,6,1#1. DARNACH fuhr Jesus über das galiläische Meer bei Tiberias.
3115#Johannes,6,2#2. Und es folgte ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
3116#Johannes,6,3#3. Jesus aber ging auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern.
3117#Johannes,6,4#4. Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden.
3118#Johannes,6,5#5. Da nun Jesus die Augen erhob und sah, daß eine große Menge zu ihm kam, spricht er zu Philippus: Woher kaufen wir Brot, daß diese essen können?
3119#Johannes,6,6#6. <Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wußte wohl, was er tun wollte.>
3120#Johannes,6,7#7. Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Denare Brot reicht nicht hin für sie, daß jeder von ihnen auch nur ein wenig nehme!
3121#Johannes,6,8#8. Da spricht einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:
3122#Johannes,6,9#9. Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das unter so viele?
3123#Johannes,6,10#10. Jesus spricht: Machet, daß die Leute sich setzen! Es war aber viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer, etwa fünftausend an Zahl.
3124#Johannes,6,11#11. Jesus aber nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, soviel sie wollten.
3125#Johannes,6,12#12. Als sie aber gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nichts umkomme!
3126#Johannes,6,13#13. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übriggeblieben waren, welche gegessen hatten.
3127#Johannes,6,14#14. Als nun die Leute das Zeichen sahen, welches Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!
3128#Johannes,6,15#15. Da nun Jesus merkte, daß sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum Könige zu machen, entwich er wiederum auf den Berg, er allein.
3129#Johannes,6,16#16. Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab ans Meer,
3130#Johannes,6,17#17. stiegen in das Schiff und fuhren über das Meer nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen.
3131#Johannes,6,18#18. Und das Meer ging hoch, da ein starker Wind wehte.
3132#Johannes,6,19#19. Als sie nun ungefähr fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem Meere wandeln und sich Schiffe nähern; und sie fürchteten sich.
3133#Johannes,6,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's, fürchtet euch nicht!
3134#Johannes,6,21#21. Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff am Lande, wohin sie fuhren.
3135#Johannes,6,22#22. AM folgenden Tage sah das Volk, das jenseits des Meeres stand, daß kein anderes Schiff daselbst war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren.
3136#Johannes,6,23#23. Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn.
3137#Johannes,6,24#24. Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.
3138#Johannes,6,25#25. Und als sie ihn jenseits des Meeres fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
3139#Johannes,6,26#26. Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
3140#Johannes,6,27#27. Wirket nicht-1- die Speise, die vergänglich ist, sondern die Speise, die ins ewige Leben bleibt, welche des Menschen Sohn euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt-2-! -1) o: arbeitet nicht für.   2) w: versiegelt.++
3141#Johannes,6,28#28. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun um die Werke Gottes zu wirken?
3142#Johannes,6,29#29. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
3143#Johannes,6,30#30. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir es sehen und dir glauben? Was wirkst du?
3144#Johannes,6,31#31. Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: «Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.»
3145#Johannes,6,32#32. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
3146#Johannes,6,33#33. Denn das Brot Gottes ist derjenige, welcher vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.
3147#Johannes,6,34#34. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!
3148#Johannes,6,35#35. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
3149#Johannes,6,36#36. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubet.
3150#Johannes,6,37#37. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
3151#Johannes,6,38#38. Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
3152#Johannes,6,39#39. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am letzten Tage.
3153#Johannes,6,40#40. Denn das ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3154#Johannes,6,41#41. Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, -
3155#Johannes,6,42#42. und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
3156#Johannes,6,43#43. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander!
3157#Johannes,6,44#44. Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3158#Johannes,6,45#45. Es steht geschrieben in den Propheten: «Sie werden alle von Gott gelehrt sein.» Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.
3159#Johannes,6,46#46. Nicht, daß jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott (gekommen) ist, der hat den Vater gesehen.
3160#Johannes,6,47#47. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.
3161#Johannes,6,48#48. Ich bin das Brot des Lebens.
3162#Johannes,6,49#49. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;
3163#Johannes,6,50#50. dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, auf daß, wer davon ißt, nicht sterbe.
3164#Johannes,6,51#51. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel herabgekommen. Wenn jemand von diesem Brot ißt, wird er in Ewigkeit leben. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.
3165#Johannes,6,52#52. Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?
3166#Johannes,6,53#53. Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch.
3167#Johannes,6,54#54. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3168#Johannes,6,55#55. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank.
3169#Johannes,6,56#56. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.
3170#Johannes,6,57#57. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben.
3171#Johannes,6,58#58. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter (das Manna) gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit!
3172#Johannes,6,59#59. Solches sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte.
3173#Johannes,6,60#60. Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören?
3174#Johannes,6,61#61. Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?
3175#Johannes,6,62#62. Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war?
3176#Johannes,6,63#63. Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.
3177#Johannes,6,64#64. Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde.
3178#Johannes,6,65#65. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!
3179#Johannes,6,66#66. Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.
3180#Johannes,6,67#67. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?
3181#Johannes,6,68#68. Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.
3182#Johannes,6,69#69. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist-1-! -1) aL: daß du der Heilige Gottes bist.++
3183#Johannes,6,70#70. Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel!
3184#Johannes,6,71#71. Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot; denn dieser sollte ihn verraten, einer von den Zwölfen.
3185#Johannes,7,1#1. DARNACH zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten.
3186#Johannes,7,2#2. Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe.
3187#Johannes,7,3#3. Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und ziehe nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust!
3188#Johannes,7,4#4. Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht doch öffentlich bekannt zu sein. Wenn du solches tust, so offenbare dich der Welt!
3189#Johannes,7,5#5. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
3190#Johannes,7,6#6. Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit.
3191#Johannes,7,7#7. Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber haßt sie; denn ich bezeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind.
3192#Johannes,7,8#8. Gehet ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
3193#Johannes,7,9#9. Solches sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa.
3194#Johannes,7,10#10. NACHDEM aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen.
3195#Johannes,7,11#11. Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er?
3196#Johannes,7,12#12. Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk. Etliche sagten: Er ist gut; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk.
3197#Johannes,7,13#13. Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.
3198#Johannes,7,14#14. Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte.
3199#Johannes,7,15#15. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kennt dieser die Schrift? Er hat doch nicht studiert!
3200#Johannes,7,16#16. Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.
3201#Johannes,7,17#17. Will jemand seinen Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selbst rede.
3202#Johannes,7,18#18. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
3203#Johannes,7,19#19. Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch tut keiner von euch das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?
3204#Johannes,7,20#20. Das Volk antwortete und sprach: Du hast einen Dämon! Wer sucht dich zu töten?
3205#Johannes,7,21#21. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch darüber.
3206#Johannes,7,22#22. Mose hat euch die Beschneidung gegeben <nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern>, und am Sabbat beschneidet ihr den Menschen.
3207#Johannes,7,23#23. Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten werde, was zürnet ihr mir denn, daß ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?
3208#Johannes,7,24#24. Richtet nicht nach dem Schein, sondern fället ein gerechtes Urteil.
3209#Johannes,7,25#25. Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?
3210#Johannes,7,26#26. Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser der Christus ist?
3211#Johannes,7,27#27. Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist.
3212#Johannes,7,28#28. Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern der Wahrhaftige ist es, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet.
3213#Johannes,7,29#29. Ich kenne ihn; denn von ihm bin ich, und er hat mich gesandt.
3214#Johannes,7,30#30. Da suchten sie ihn zu greifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
3215#Johannes,7,31#31. Viele aber aus dem Volke glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?
3216#Johannes,7,32#32. Die Pharisäer hörten, daß das Volk solches von ihm murmelte; darum sandten die Hohenpriester und die Pharisäer Diener ab, um ihn zu greifen.
3217#Johannes,7,33#33. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.
3218#Johannes,7,34#34. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen.
3219#Johannes,7,35#35. Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren?
3220#Johannes,7,36#36. Was soll das bedeuten, daß er sagt: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen?
3221#Johannes,7,37#37. Aber am letzten, dem großen Tage des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!
3222#Johannes,7,38#38. Wer an mich glaubt - wie die Schrift sagt -, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
3223#Johannes,7,39#39. Das sagte er aber von dem Geiste, den die empfangen sollten, welche an ihn glaubten; denn der heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
3224#Johannes,7,40#40. Viele nun aus dem Volke, die diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.
3225#Johannes,7,41#41. Andere sagten: Er ist der Christus. Andere aber sagten: Christus kommt doch nicht aus Galiläa?
3226#Johannes,7,42#42. Sagt nicht die Schrift, daß der Christus aus dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommen werde?
3227#Johannes,7,43#43. Also entstand seinetwegen eine Spaltung unter dem Volk.
3228#Johannes,7,44#44. Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, doch legte niemand Hand an ihn.
3229#Johannes,7,45#45. Nun kamen die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?
3230#Johannes,7,46#46. Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch!
3231#Johannes,7,47#47. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden?
3232#Johannes,7,48#48. Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn?
3233#Johannes,7,49#49. Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!
3234#Johannes,7,50#50. Da spricht zu ihnen Nikodemus, der des Nachts zu ihm gekommen und einer der Ihren war:
3235#Johannes,7,51#51. Richtet auch unser Gesetz einen Menschen, man habe ihn denn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut?
3236#Johannes,7,52#52. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch aus Galiläa? Forsche nach, und du wirst sehen, daß aus Galiläa kein Prophet ersteht!
3237#Johannes,7,53#53. So ging jeder in sein Haus.
3238#Johannes,8,1#1. JESUS aber ging an den Ölberg.
3239#Johannes,8,2#2. Und am Morgen früh stellte er sich wieder im Tempel ein, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie.
3240#Johannes,8,3#3. Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer ein Weib zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte
3241#Johannes,8,4#4. und sprachen zu ihm: Meister, dieses Weib ist auf der Tat beim Ehebruch ergriffen worden.
3242#Johannes,8,5#5. Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Was sagst nun du?
3243#Johannes,8,6#6. Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
3244#Johannes,8,7#7. Als sie nun dabei verharrten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!
3245#Johannes,8,8#8. Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde.
3246#Johannes,8,9#9. Als sie aber das hörten, gingen sie <von ihrem Gewissen gestraft> einer nach dem andern hinaus, die Ältesten zuerst; Jesus aber ward allein gelassen, mit dem Weib, das in der Mitte stand.
3247#Johannes,8,10#10. Da richtete sich Jesus auf und sprach zu ihr: Weib, wo sind deine Ankläger? Hat dich niemand verdammt?
3248#Johannes,8,11#11. Sie sprach: Herr, niemand! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
3249#Johannes,8,12#12. NUN redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.
3250#Johannes,8,13#13. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr!
3251#Johannes,8,14#14. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisset nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.
3252#Johannes,8,15#15. Ihr richtet nach dem Fleische; ich richte niemand.
3253#Johannes,8,16#16. Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahr; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
3254#Johannes,8,17#17. Es steht aber auch in eurem Gesetze geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr sei.
3255#Johannes,8,18#18. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge, und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat.
3256#Johannes,8,19#19. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen.
3257#Johannes,8,20#20. Diese Worte redete Jesus bei dem Gotteskasten, als er im Tempel lehrte; und niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
3258#Johannes,8,21#21. Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen!
3259#Johannes,8,22#22. Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen?
3260#Johannes,8,23#23. Er aber sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
3261#Johannes,8,24#24. Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
3262#Johannes,8,25#25. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstens das, was ich euch eben sage!
3263#Johannes,8,26#26. Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.
3264#Johannes,8,27#27. Sie verstanden aber nicht, daß er vom Vater zu ihnen redete.
3265#Johannes,8,28#28. Darum sprach Jesus: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin; und von mir selbst tue ich nichts, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich.
3266#Johannes,8,29#29. Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; er läßt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.
3267#Johannes,8,30#30. Als er solches redete, glaubten viele an ihn.
3268#Johannes,8,31#31. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,
3269#Johannes,8,32#32. und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
3270#Johannes,8,33#33. Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden?
3271#Johannes,8,34#34. Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
3272#Johannes,8,35#35. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Hause; der Sohn bleibt ewig.
3273#Johannes,8,36#36. Wird euch nun der Sohn frei machen, so seid ihr wirklich frei.
3274#Johannes,8,37#37. Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch.
3275#Johannes,8,38#38. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr von eurem Vater gehört habt.
3276#Johannes,8,39#39. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham! Jesus spricht zu ihnen: Wäret ihr Abrahams Kinder, so tätet ihr Abrahams Werke.
3277#Johannes,8,40#40. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, welche ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan.
3278#Johannes,8,41#41. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott!
3279#Johannes,8,42#42. Da sprach Jesus zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.
3280#Johannes,8,43#43. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören!
3281#Johannes,8,44#44. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
3282#Johannes,8,45#45. Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht.
3283#Johannes,8,46#46. Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich die Wahrheit rede, warum glaubet ihr mir nicht?
3284#Johannes,8,47#47. Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
3285#Johannes,8,48#48. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast?
3286#Johannes,8,49#49. Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehret mich.
3287#Johannes,8,50#50. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet.
3288#Johannes,8,51#51. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit!
3289#Johannes,8,52#52. Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit.
3290#Johannes,8,53#53. Bist du größer als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst?
3291#Johannes,8,54#54. Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; es ist mein Vater, der mich ehrt, von welchem ihr saget, er sei euer Gott.
3292#Johannes,8,55#55. Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
3293#Johannes,8,56#56. Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte. Und er sah ihn und freute sich.
3294#Johannes,8,57#57. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
3295#Johannes,8,58#58. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich!
3296#Johannes,8,59#59. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entwich also.
3297#Johannes,9,1#1. UND da er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an.
3298#Johannes,9,2#2. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist?
3299#Johannes,9,3#3. Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden!
3300#Johannes,9,4#4. Ich muß-1- die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann. -1) aL: Wir müssen.++
3301#Johannes,9,5#5. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
3302#Johannes,9,6#6. Als er solches gesagt, spie er auf die Erde und machte einen Teig mit dem Speichel und strich ihm den Teig auf die Augen
3303#Johannes,9,7#7. und sprach zu ihm: Gehe hin, wasche dich im Teiche Siloah <das heißt übersetzt: Gesandt>! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.
3304#Johannes,9,8#8. Die Nachbarn nun, und die ihn zuvor als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher dasaß und bettelte?
3305#Johannes,9,9#9. Etliche sagten: Er ist's! - andere aber: Nein, aber er sieht ihm ähnlich! Er selbst sagte: Ich bin's!
3306#Johannes,9,10#10. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind dir deine Augen aufgetan worden?
3307#Johannes,9,11#11. Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Teig und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Gehe hin zum Teich Siloah und wasche dich! Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend.
3308#Johannes,9,12#12. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist der? Er spricht: Ich weiß es nicht!
3309#Johannes,9,13#13. Da führten sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharisäern.
3310#Johannes,9,14#14. Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete.
3311#Johannes,9,15#15. Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Einen Teig hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend!
3312#Johannes,9,16#16. Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält! Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen.
3313#Johannes,9,17#17. Da sprachen sie wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er dir die Augen aufgetan hat? Er sprach: Er ist ein Prophet!
3314#Johannes,9,18#18. Nun glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten.
3315#Johannes,9,19#19. Und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von welchem ihr sagt, daß er blind geboren ist? Wie ist er denn jetzt sehend?
3316#Johannes,9,20#20. Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist und daß er blind geboren ist;
3317#Johannes,9,21#21. wieso er aber jetzt sieht, das wissen wir nicht; und wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fraget ihn! Er ist alt genug, er mag selbst für sich reden!
3318#Johannes,9,22#22. Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, er aus der Synagoge ausgestoßen werden solle.
3319#Johannes,9,23#23. Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug; fragt ihn selbst!
3320#Johannes,9,24#24. Da riefen sie zum zweitenmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.
3321#Johannes,9,25#25. Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eins weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehend bin!
3322#Johannes,9,26#26. Sie sprachen wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie tat er dir die Augen auf?
3323#Johannes,9,27#27. Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht darauf gehört; was wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
3324#Johannes,9,28#28. Sie schmähten ihn und sprachen: Du bist sein Jünger! Wir aber sind Moses Jünger.
3325#Johannes,9,29#29. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.
3326#Johannes,9,30#30. Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, daß ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat doch meine Augen aufgetan.
3327#Johannes,9,31#31. Wir wissen, daß Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.
3328#Johannes,9,32#32. Seit die Welt steht, ist nicht gehört worden, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan hat.
3329#Johannes,9,33#33. Wäre dieser nicht von Gott, so könnte er nichts tun!
3330#Johannes,9,34#34. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus.
3331#Johannes,9,35#35. Jesus hörte, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes-1-? -1) aL: an den Menschensohn.++
3332#Johannes,9,36#36. Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube?
3333#Johannes,9,37#37. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es!
3334#Johannes,9,38#38. Er aber sprach: Ich glaube, Herr! - und fiel vor ihm nieder.
3335#Johannes,9,39#39. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf daß die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden.
3336#Johannes,9,40#40. Solches hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind?
3337#Johannes,9,41#41. Jesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber saget: Wir sind sehend! so bleibt eure Sünde.
3338#Johannes,10,1#1. WAHRLICH, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
3339#Johannes,10,2#2. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
3340#Johannes,10,3#3. Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.
3341#Johannes,10,4#4. Und wenn er seine Schafe alle herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.
3342#Johannes,10,5#5. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.
3343#Johannes,10,6#6. Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.
3344#Johannes,10,7#7. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Tür zu den Schafen.
3345#Johannes,10,8#8. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.
3346#Johannes,10,9#9. Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
3347#Johannes,10,10#10. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluß haben.
3348#Johannes,10,11#11. Ich bin der gute Hirt; der gute Hirt läßt sein Leben für die Schafe.
3349#Johannes,10,12#12. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist, dem die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe.
3350#Johannes,10,13#13. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.
3351#Johannes,10,14#14. Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
3352#Johannes,10,15#15. gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
3353#Johannes,10,16#16. Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stalle sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt werden.
3354#Johannes,10,17#17. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme.
3355#Johannes,10,18#18. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
3356#Johannes,10,19#19. Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen.
3357#Johannes,10,20#20. Viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, was hört ihr auf ihn?
3358#Johannes,10,21#21. Andere sagten: Das sind nicht Reden eines Besessenen. Kann auch ein Dämon Blinden die Augen auftun?
3359#Johannes,10,22#22. ES fand aber in Jerusalem die Tempelweihe statt; es war Winter,
3360#Johannes,10,23#23. und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos.
3361#Johannes,10,24#24. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus!
3362#Johannes,10,25#25. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese zeugen von mir.
3363#Johannes,10,26#26. Aber ihr glaubet nicht, weil ihr nicht von meinen Schafen seid; wie ich euch gesagt habe:
3364#Johannes,10,27#27. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.
3365#Johannes,10,28#28. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
3366#Johannes,10,29#29. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.
3367#Johannes,10,30#30. Ich und der Vater sind eins.
3368#Johannes,10,31#31. Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.
3369#Johannes,10,32#32. Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen steinigt ihr mich?
3370#Johannes,10,33#33. Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen einer Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!
3371#Johannes,10,34#34. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: «Ich habe gesagt: Ihr seid Götter»?
3372#Johannes,10,35#35. Wenn es diejenigen Götter nennt, an welche das Wort Gottes erging - und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden -,
3373#Johannes,10,36#36. wie sprechet ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst! weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
3374#Johannes,10,37#37. Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht!
3375#Johannes,10,38#38. Tue ich sie aber, so glaubet, wenn ihr auch mir nicht glaubet, doch den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich im Vater.
3376#Johannes,10,39#39. Da suchten sie wiederum ihn zu greifen; aber er entging ihren Händen
3377#Johannes,10,40#40. und zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst.
3378#Johannes,10,41#41. Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr.
3379#Johannes,10,42#42. Und es glaubten dort viele an ihn.
3380#Johannes,11,1#1. ES war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha,
3381#Johannes,11,2#2. nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.
3382#Johannes,11,3#3. Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank!
3383#Johannes,11,4#4. Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde!
3384#Johannes,11,5#5. Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.
3385#Johannes,11,6#6. Als er nun hörte, daß jener krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war.
3386#Johannes,11,7#7. Dann erst spricht er zu den Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!
3387#Johannes,11,8#8. Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben noch haben dich die Juden zu steinigen gesucht, und du begibst dich wieder dorthin?
3388#Johannes,11,9#9. Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht dieser Welt.
3389#Johannes,11,10#10. Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
3390#Johannes,11,11#11. Solches sprach er, und darnach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist entschlafen; aber ich gehe hin, um ihn aus dem Schlafe zu erwecken.
3391#Johannes,11,12#12. Da sprachen seine Jünger: Herr, ist er entschlafen, so wird er genesen!
3392#Johannes,11,13#13. Jesus aber hatte von seinem Tode geredet; sie meinten aber, er rede von dem natürlichen Schlaf.
3393#Johannes,11,14#14. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben;
3394#Johannes,11,15#15. und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm gehen!
3395#Johannes,11,16#16. Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasset uns auch hingehen, daß wir mit ihm sterben!
3396#Johannes,11,17#17. Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend.
3397#Johannes,11,18#18. Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit.
3398#Johannes,11,19#19. Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
3399#Johannes,11,20#20. Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause.
3400#Johannes,11,21#21. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
3401#Johannes,11,22#22. Aber auch jetzt weiß ich, was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben.
3402#Johannes,11,23#23. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen!
3403#Johannes,11,24#24. Martha spricht zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage.
3404#Johannes,11,25#25. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;
3405#Johannes,11,26#26. und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?
3406#Johannes,11,27#27. Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
3407#Johannes,11,28#28. Und als sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich!
3408#Johannes,11,29#29. Als diese es hörte, stand sie eilends auf und begab sich zu ihm.
3409#Johannes,11,30#30. Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern befand sich noch an dem Orte, wo Martha ihm begegnet war.
3410#Johannes,11,31#31. Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß Maria so eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach, in der Meinung, sie gehe zum Grabe, um dort zu weinen.
3411#Johannes,11,32#32. Als aber Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
3412#Johannes,11,33#33. Als nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, ergrimmte er im Geiste und wurde bewegt-1- -1) o: erschüttert.++
3413#Johannes,11,34#34. und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh!
3414#Johannes,11,35#35. Jesus weinte.
3415#Johannes,11,36#36. Da sagten die Juden: Seht, wie hatte er ihn so lieb!
3416#Johannes,11,37#Etliche aber von ihnen sprachen: 37. Konnte der, welcher dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht machen, daß auch dieser nicht stürbe?
3417#Johannes,11,38#38. Jesus nun, indem er abermals bei sich selbst ergrimmte, kam zum Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor.
3418#Johannes,11,39#39. Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier.
3419#Johannes,11,40#40. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?
3420#Johannes,11,41#41. Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
3421#Johannes,11,42#42. Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.
3422#Johannes,11,43#43. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
3423#Johannes,11,44#44. Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen!
3424#Johannes,11,45#45. Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.
3425#Johannes,11,46#46. Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
3426#Johannes,11,47#47. Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen!
3427#Johannes,11,48#48. Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.
3428#Johannes,11,49#49. Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: 50. Ihr wisset nichts
3429#Johannes,11,50#und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe!
3430#Johannes,11,51#51. Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk,
3431#Johannes,11,52#52. und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins-1- zusammenbrächte. -1) d.h. zu einer Einheit.++
3432#Johannes,11,53#53. Von jenem Tage an beratschlagten sie nun, ihn zu töten.
3433#Johannes,11,54#54. Darum wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim, und hielt sich daselbst auf mit seinen Jüngern.
3434#Johannes,11,55#55. Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus der Gegend gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen.
3435#Johannes,11,56#56. Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander, im Tempel stehend: Was dünkt euch, kommt er nicht auf das Fest?
3436#Johannes,11,57#57. Es hatten aber auch die Hohenpriester und die Pharisäer einen Befehl gegeben, daß, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeige, damit sie ihn greifen könnten.
3437#Johannes,12,1#1. Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte.
3438#Johannes,12,2#2. Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen.
3439#Johannes,12,3#3. Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch der Salbe.
3440#Johannes,12,4#4. Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner Jünger, der ihn hernach verriet:
3441#Johannes,12,5#5. Warum hat man diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und es den Armen gegeben?
3442#Johannes,12,6#6. Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde.
3443#Johannes,12,7#7. Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.
3444#Johannes,12,8#8. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.
3445#Johannes,12,9#9. Es erfuhr nun eine große Menge der Juden, daß er dort sei; und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte.
3446#Johannes,12,10#10. Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten,
3447#Johannes,12,11#11. denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
3448#Johannes,12,12#12. Als am folgenden Tage die vielen Leute, welche zum Fest erschienen waren, hörten, daß Jesus nach Jerusalem komme,
3449#Johannes,12,13#13. nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
3450#Johannes,12,14#14. Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht:
3451#Johannes,12,15#15. «Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin!»
3452#Johannes,12,16#16. Solches aber verstanden seine Jünger anfangs nicht, sondern als Jesus verherrlicht war, wurden sie dessen eingedenk, daß solches von ihm geschrieben stehe und daß sie ihm solches getan hatten.
3453#Johannes,12,17#17. Die Menge nun, die bei ihm war, bezeugte, daß er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn von den Toten auferweckt habe.
3454#Johannes,12,18#18. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, daß er dieses Zeichen getan habe.
3455#Johannes,12,19#19. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach!
3456#Johannes,12,20#20. ES waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um am Fest anzubeten.
3457#Johannes,12,21#21. Diese gingen zu Philippus, der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten Jesus gern sehen!
3458#Johannes,12,22#22. Philippus kommt und sagt es dem Andreas, Andreas und Philippus aber sagen es Jesus.
3459#Johannes,12,23#23. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, daß des Menschen Sohn verherrlicht werde!
3460#Johannes,12,24#24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so bringt es viele Frucht.
3461#Johannes,12,25#25. Wer seine Seele-1- liebt, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- in dieser Welt haßt, wird sie zum ewigen Leben bewahren. -1) o: sein Leben.++
3462#Johannes,12,26#26. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wer mir dient, den wird mein Vater ehren.
3463#Johannes,12,27#27. Jetzt ist meine Seele erschüttert-1-. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. -1) o: beunruhigt.++
3464#Johannes,12,28#28. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!
3465#Johannes,12,29#29. Das Volk nun, das dabeistand und solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.
3466#Johannes,12,30#30. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme erschollen, sondern um euretwillen.
3467#Johannes,12,31#31. Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;
3468#Johannes,12,32#32. und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
3469#Johannes,12,33#33. Das sagte er aber, um anzudeuten, welches Todes er sterben würde.
3470#Johannes,12,34#34. Das Volk antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetze gehört, daß Christus in Ewigkeit bleibt; wie sagst du denn, des Menschen Sohn müsse erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?
3471#Johannes,12,35#35. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle! Wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.
3472#Johannes,12,36#36. Solange ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet! 37. Solches redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen.
3473#Johannes,12,37#Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn;
3474#Johannes,12,38#38. auf daß das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, welches er gesprochen hat: «Herr, wer hat dem geglaubt, was wir gehört haben, und wem wurde der Arm des Herrn geoffenbart?»
3475#Johannes,12,39#39. Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja spricht wiederum:
3476#Johannes,12,40#40. «Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.»
3477#Johannes,12,41#41. Solches sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.
3478#Johannes,12,42#42. Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht von der Synagoge ausgestoßen würden.
3479#Johannes,12,43#43. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.
3480#Johannes,12,44#44. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.
3481#Johannes,12,45#45. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.
3482#Johannes,12,46#46. Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an mich glaubt, in der Finsternis bleibe.
3483#Johannes,12,47#47. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette.
3484#Johannes,12,48#48. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage.
3485#Johannes,12,49#49. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.
3486#Johannes,12,50#50. Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.
3487#Johannes,13,1#1. VOR dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende-1-. -1) aüs: aufs äußerste.++
3488#Johannes,13,2#2. Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
3489#Johannes,13,3#3. obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott hingehe,
3490#Johannes,13,4#4. steht er vom Mahle auf, legt seine Kleider ab, nimmt einen Schurz und umgürtet sich;
3491#Johannes,13,5#5. darauf goß er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.
3492#Johannes,13,6#6. Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen?
3493#Johannes,13,7#7. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren.
3494#Johannes,13,8#8. Petrus spricht zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir-1-. -1) w: keinen Teil an mir.++
3495#Johannes,13,9#9. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Füße nur, sondern auch die Hände und das Haupt!
3496#Johannes,13,10#10. Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
3497#Johannes,13,11#11. Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
3498#Johannes,13,12#12. Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und seine Kleider angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tische und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe?
3499#Johannes,13,13#13. Ihr heißet mich Meister und Herr und saget es mit Recht; denn ich bin es auch.
3500#Johannes,13,14#14. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen.
3501#Johannes,13,15#15. Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe.
3502#Johannes,13,16#16. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat.
3503#Johannes,13,17#17. Wenn ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut.
3504#Johannes,13,18#18. Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muß die Schrift erfüllt werden: «Der mit mir das Brot ißt, hat seine Ferse wider mich erhoben.»
3505#Johannes,13,19#19. Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin.
3506#Johannes,13,20#20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, welchen ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
3507#Johannes,13,21#21. Da Jesus solches gesprochen hatte, ward er im Geiste erregt, bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten!
3508#Johannes,13,22#22. Da sahen die Jünger einander an und wußten nicht, von welchem er redete.
3509#Johannes,13,23#23. Es hatte aber einer seiner Jünger, den Jesus liebte, bei Tische seinen Platz an der Seite Jesu.
3510#Johannes,13,24#24. Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen möchte, wer es sei, von dem er rede.
3511#Johannes,13,25#25. Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist's?
3512#Johannes,13,26#26. Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.
3513#Johannes,13,27#27. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!
3514#Johannes,13,28#28. Das aber verstand keiner von denen, die zu Tische saßen, wozu er es ihm sagte.
3515#Johannes,13,29#29. Denn etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Feste bedürfen; oder er solle den Armen etwas geben.
3516#Johannes,13,30#30. Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht.
3517#Johannes,13,31#31. ALS er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn!
3518#Johannes,13,32#32. Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.
3519#Johannes,13,33#33. Kindlein, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen, so sage ich jetzt auch zu euch.
3520#Johannes,13,34#34. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; daß, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.
3521#Johannes,13,35#35. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
3522#Johannes,13,36#36. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen, du wirst mir aber später folgen.
3523#Johannes,13,37#37. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen!
3524#Johannes,13,38#38. Jesus antwortete: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast!
3525#Johannes,14,1#1. Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich!
3526#Johannes,14,2#2. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.
3527#Johannes,14,3#3. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin.
3528#Johannes,14,4#4. Wohin ich aber gehe, wisset ihr, und ihr kennet den Weg.
3529#Johannes,14,5#5. Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg wissen?
3530#Johannes,14,6#6. Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!
3531#Johannes,14,7#7. Hättet ihr mich erkannt, so würdet ihr auch meinen Vater kennen; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen.
3532#Johannes,14,8#8. Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!
3533#Johannes,14,9#9. Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?
3534#Johannes,14,10#10. Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke.
3535#Johannes,14,11#11. Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen!
3536#Johannes,14,12#12. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe;
3537#Johannes,14,13#13. und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.
3538#Johannes,14,14#14. Wenn ihr etwas in meinem Namen bitten werdet, so werde ich es tun.
3539#Johannes,14,15#15. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote!
3540#Johannes,14,16#16. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand-1- geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, -1) o: Fürsprecher, Tröster.++
3541#Johannes,14,17#17. den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
3542#Johannes,14,18#18. Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu euch.
3543#Johannes,14,19#19. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr sollt leben!
3544#Johannes,14,20#20. An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
3545#Johannes,14,21#21. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
3546#Johannes,14,22#22. Da spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?
3547#Johannes,14,23#23. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
3548#Johannes,14,24#24. Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht; und doch ist das Wort, das ihr höret, nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.
3549#Johannes,14,25#25. Solches habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin;
3550#Johannes,14,26#26. der Beistand aber, der heilige Geist, welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
3551#Johannes,14,27#27. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz errege sich nicht und verzage nicht!
3552#Johannes,14,28#28. Ihr habt gehört, daß ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.
3553#Johannes,14,29#29. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschieht.
3554#Johannes,14,30#30. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts.
3555#Johannes,14,31#31. Damit aber die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und also tue, wie mir der Vater befohlen hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen!
3556#Johannes,15,1#1. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
3557#Johannes,15,2#2. Jegliches Schoß an mir, das keine Frucht bringt, nimmt er weg; jedes fruchtbare aber reinigt er, damit es mehr Frucht bringe.
3558#Johannes,15,3#3. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
3559#Johannes,15,4#4. Bleibet in mir, und ich (bleibe) in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.
3560#Johannes,15,5#5. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir-1- könnt ihr nichts tun. -1) o: ohne mich.++
3561#Johannes,15,6#6. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie das Rebschoß und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.
3562#Johannes,15,7#7. Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, möget ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren.
3563#Johannes,15,8#8. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und meine Jünger werdet.
3564#Johannes,15,9#9. Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibet in meiner Liebe!
3565#Johannes,15,10#10. Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.
3566#Johannes,15,11#11. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.
3567#Johannes,15,12#12. Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe.
3568#Johannes,15,13#13. Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.
3569#Johannes,15,14#14. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete.
3570#Johannes,15,15#15. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe.
3571#Johannes,15,16#16. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, auf daß, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.
3572#Johannes,15,17#17. Das gebiete ich euch, daß ihr einander liebet.
3573#Johannes,15,18#18. Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat.
3574#Johannes,15,19#19. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt.
3575#Johannes,15,20#20. Gedenket an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort befolgt, so werden sie auch das eurige befolgen.
3576#Johannes,15,21#21. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
3577#Johannes,15,22#22. Wenn ich nicht gekommen wäre und es ihnen gesagt hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.
3578#Johannes,15,23#23. Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater.
3579#Johannes,15,24#24. Hätte ich nicht die Werke unter ihnen getan, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie (dieselben) gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater;
3580#Johannes,15,25#25. doch solches geschieht, damit das Wort erfüllt werde, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: Sie hassen mich ohne Ursache.
3581#Johannes,15,26#26. Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen;
3582#Johannes,15,27#27. und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.
3583#Johannes,16,1#1. Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet.
3584#Johannes,16,2#2. Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.
3585#Johannes,16,3#3. Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.
3586#Johannes,16,4#4. Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.
3587#Johannes,16,5#5. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?
3588#Johannes,16,6#6. Sondern weil ich euch solches gesagt habe, ist euer Herz voll Trauer.
3589#Johannes,16,7#7. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
3590#Johannes,16,8#8. Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht;
3591#Johannes,16,9#9. von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;
3592#Johannes,16,10#10. von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht mehr sehet;
3593#Johannes,16,11#11. von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
3594#Johannes,16,12#12. Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
3595#Johannes,16,13#13. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
3596#Johannes,16,14#14. Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen.
3597#Johannes,16,15#15. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, daß er es von dem Meinigen nehmen und euch verkündigen wird.
3598#Johannes,16,16#16. In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater.
3599#Johannes,16,17#17. Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater?
3600#Johannes,16,18#18. Sie fragten nämlich: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, was er redet!
3601#Johannes,16,19#19. Jesus merkte, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befraget einander darüber, daß ich gesagt habe: In kurzem sehet ihr mich nicht mehr, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen?
3602#Johannes,16,20#20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet trauern; doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
3603#Johannes,16,21#21. Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt geboren ist.
3604#Johannes,16,22#22. So habt auch ihr nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird eure Freude von euch nehmen.
3605#Johannes,16,23#23. Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben!
3606#Johannes,16,24#24. Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde!
3607#Johannes,16,25#25. Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde.
3608#Johannes,16,26#26. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle;
3609#Johannes,16,27#27. denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.
3610#Johannes,16,28#28. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
3611#Johannes,16,29#29. Da sagen seine Jünger: Siehe, jetzt redest du offen und brauchst kein Gleichnis!
3612#Johannes,16,30#30. Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist!
3613#Johannes,16,31#31. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr?
3614#Johannes,16,32#32. Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
3615#Johannes,16,33#33. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!
3616#Johannes,17,1#1. SOLCHES redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! -
3617#Johannes,17,2#2. gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.
3618#Johannes,17,3#3. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
3619#Johannes,17,4#4. Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk vollendet habe, das du mir gegeben hast, daß ich es tun solle.
3620#Johannes,17,5#5. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
3621#Johannes,17,6#6. Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.
3622#Johannes,17,7#7. Nun erkennen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt;
3623#Johannes,17,8#8. denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast.
3624#Johannes,17,9#9. Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind.
3625#Johannes,17,10#10. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.
3626#Johannes,17,11#11. Und ich bin nicht mehr in der Welt, sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den-1- du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir! -1) aL: die du mir gegeben.++
3627#Johannes,17,12#12. Als ich bei ihnen in der Welt war, erhielt ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens, auf daß die Schrift erfüllt würde.
3628#Johannes,17,13#13. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, damit sie meine Freude vollkommen in sich haben.
3629#Johannes,17,14#14. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
3630#Johannes,17,15#15. Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Argen.
3631#Johannes,17,16#16. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
3632#Johannes,17,17#17. Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.
3633#Johannes,17,18#18. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.
3634#Johannes,17,19#19. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.
3635#Johannes,17,20#20. Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,
3636#Johannes,17,21#21. auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.
3637#Johannes,17,22#22. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind.
3638#Johannes,17,23#23. Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.
3639#Johannes,17,24#24. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt!
3640#Johannes,17,25#25. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht! Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast.
3641#Johannes,17,26#26. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen!
3642#Johannes,18,1#1. ALS Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat.
3643#Johannes,18,2#2. Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern.
3644#Johannes,18,3#3. Nachdem nun Judas die Rotte-1- und von den Obersten und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen. -1) Kohorte.++
3645#Johannes,18,4#4. Jesus aber, der alles wußte, was über ihn kommen sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?
3646#Johannes,18,5#5. Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazarener! Spricht Jesus zu ihnen: Ich bin es! Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen.
3647#Johannes,18,6#6. Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin es! - wichen sie alle zurück und fielen zu Boden.
3648#Johannes,18,7#7. Nun fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesus, den Nazarener!
3649#Johannes,18,8#8. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! -
3650#Johannes,18,9#9. auf daß das Wort erfüllt würde, das er gesagt hatte: Ich habe keinen verloren von denen, die du mir gegeben hast.
3651#Johannes,18,10#10. Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus.
3652#Johannes,18,11#11. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?
3653#Johannes,18,12#12. DIE Rotte-1- nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn -1) Kohorte.++
3654#Johannes,18,13#13. und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war.
3655#Johannes,18,14#14. Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein Mensch für das Volk sterbe.
3656#Johannes,18,15#15. Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters.
3657#Johannes,18,16#16. Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.
3658#Johannes,18,17#17. Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Petrus spricht: Ich bin's nicht!
3659#Johannes,18,18#18. Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten - denn es war kalt - und wärmten sich; Petrus aber trat auch zu ihnen und wärmte sich.
3660#Johannes,18,19#19. Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
3661#Johannes,18,20#20. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet.
3662#Johannes,18,21#21. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe! Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.
3663#Johannes,18,22#22. Als er aber solches sagte, gab einer der Diener, die dabeistanden, Jesus einen Backenstreich und sprach: Antwortest du dem Hohenpriester also?
3664#Johannes,18,23#23. Jesus erwiderte ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?
3665#Johannes,18,24#24. Da sandte ihn Hannas gebunden zum Hohenpriester Kajaphas.
3666#Johannes,18,25#25. Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Sie sprachen zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's nicht!
3667#Johannes,18,26#26. Da sagte einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?
3668#Johannes,18,27#27. Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
3669#Johannes,18,28#28. SIE führten nun Jesus von Kajaphas in das Amthaus-1-. Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Amthaus nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten. -1) -+Prätorium-. Palast des Landpflegers.++
3670#Johannes,18,29#29. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was für eine Klage erhebt ihr wider diesen Menschen?
3671#Johannes,18,30#30. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht überantwortet!
3672#Johannes,18,31#31. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden sprachen zu ihm: Wir dürfen niemand töten! -
3673#Johannes,18,32#32. auf daß Jesu Wort erfüllt würde, das er sagte, als er andeutete, welches Todes er sterben sollte.
3674#Johannes,18,33#33. Nun ging Pilatus wieder ins Amthaus hinein und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden?
3675#Johannes,18,34#34. Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt?
3676#Johannes,18,35#35. Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet! Was hast du getan?
3677#Johannes,18,36#36. Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.
3678#Johannes,18,37#37. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
3679#Johannes,18,38#38. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm!
3680#Johannes,18,39#39. Ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich euch am Passahfest einen freigebe; wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden freigebe?
3681#Johannes,18,40#40. Sie schrieen alle und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.
3682#Johannes,19,1#1. Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
3683#Johannes,19,2#2. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm ein Purpurkleid um,
3684#Johannes,19,3#traten vor ihn hin 3. und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! - und gaben ihm Backenstreiche.
3685#Johannes,19,4#4. Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde!
3686#Johannes,19,5#5. Also kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch-1-! -1) w: Sehet, der Mensch!++
3687#Johannes,19,6#6. Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuziget ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm.
3688#Johannes,19,7#7. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserm Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.
3689#Johannes,19,8#8. Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr
3690#Johannes,19,9#9. und ging wieder in das Amthaus hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
3691#Johannes,19,10#10. Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen?
3692#Johannes,19,11#11. Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überantwortet hat, größere Schuld!
3693#Johannes,19,12#12. Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrieen und sprachen: Lässest du diesen frei, so bist du nicht des Kaisers Freund; denn wer sich selbst zum König macht, der ist wider den Kaiser!
3694#Johannes,19,13#13. Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl, an der Stätte, die Steinpflaster genannt wird, auf hebräisch aber Gabbatha.
3695#Johannes,19,14#14. Es war aber Rüsttag für das Passah, um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König.
3696#Johannes,19,15#15. Sie aber schrieen: Fort, fort mit ihm! Kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser!
3697#Johannes,19,16#16. Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. SIE nahmen aber Jesus und führten ihn hin.
3698#Johannes,19,17#17. Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt.
3699#Johannes,19,18#18. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
3700#Johannes,19,19#19. Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus, der Nazarener, der König der Juden.
3701#Johannes,19,20#20. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache geschrieben.
3702#Johannes,19,21#21. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt habe: Ich bin König der Juden.
3703#Johannes,19,22#22. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!
3704#Johannes,19,23#23. Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben.
3705#Johannes,19,24#24. Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; - auf daß die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte.
3706#Johannes,19,25#25. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena.
3707#Johannes,19,26#26. Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn!
3708#Johannes,19,27#27. Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
3709#Johannes,19,28#28. Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet!
3710#Johannes,19,29#29. Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.
3711#Johannes,19,30#30. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
3712#Johannes,19,31#31. DIE Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben - es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß -, baten Pilatus, daß ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden.
3713#Johannes,19,32#32. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
3714#Johannes,19,33#33. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,
3715#Johannes,19,34#34. sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer, und alsbald floß Blut und Wasser heraus.
3716#Johannes,19,35#35. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet.
3717#Johannes,19,36#36. Denn solches ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden!»
3718#Johannes,19,37#37. Und abermals spricht eine andere Schrift: «Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben.»
3719#Johannes,19,38#38. Darnach bat Joseph von Arimathia - der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, - den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leib Jesu herab.
3720#Johannes,19,39#39. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
3721#Johannes,19,40#40. Also nahmen sie den Leib Jesu und banden ihn samt den Spezereien in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegen.
3722#Johannes,19,41#41. Es war aber an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch niemand gelegt worden war.
3723#Johannes,19,42#42. Dahin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden, weil die Gruft nahe war.
3724#Johannes,20,1#1. AM ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen.
3725#Johannes,20,2#2. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben!
3726#Johannes,20,3#3. Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu der Gruft.
3727#Johannes,20,4#4. Die beiden liefen miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zur Gruft,
3728#Johannes,20,5#5. bückte sich hinein und sieht die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein.
3729#Johannes,20,6#6. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in die Gruft hinein und sieht die Tücher daliegen
3730#Johannes,20,7#7. und das Schweißtuch, das um sein Haupt gebunden war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besondern Ort.
3731#Johannes,20,8#8. Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte.
3732#Johannes,20,9#9. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse.
3733#Johannes,20,10#10. Nun gingen die Jünger wieder heim.
3734#Johannes,20,11#11. Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte. Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft
3735#Johannes,20,12#12. und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.
3736#Johannes,20,13#13. Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!
3737#Johannes,20,14#14. Und als sie das gesagt, wendet sie sich um und sieht Jesus dastehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.
3738#Johannes,20,15#15. Jesus spricht zu ihr: Weib, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen!
3739#Johannes,20,16#16. Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! <das heißt: Meister!>
3740#Johannes,20,17#17. Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
3741#Johannes,20,18#18. Da kommt Maria Magdalena und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und daß er solches zu ihr gesprochen habe.
3742#Johannes,20,19#19. Als es nun an jenem ersten Wochentag Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, - kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
3743#Johannes,20,20#20. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, als sie den Herrn sahen.
3744#Johannes,20,21#21. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
3745#Johannes,20,22#22. Und nachdem er das gesagt, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfanget heiligen Geist!
3746#Johannes,20,23#23. Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
3747#Johannes,20,24#24. Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
3748#Johannes,20,25#25. Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht!
3749#Johannes,20,26#26. Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!
3750#Johannes,20,27#27. Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
3751#Johannes,20,28#28. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
3752#Johannes,20,29#29. Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
3753#Johannes,20,30#30. NOCH viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind.
3754#Johannes,20,31#31. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen.
3755#Johannes,21,1#1. DARNACH offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:
3756#Johannes,21,2#2. Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
3757#Johannes,21,3#3. Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.
3758#Johannes,21,4#4. Als es aber schon Morgen wurde, stand Jesus am Gestade; doch wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei.
3759#Johannes,21,5#5. Spricht nun Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein!
3760#Johannes,21,6#6. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und vermochten es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische.
3761#Johannes,21,7#7. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr! Als nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er das Oberkleid um sich, denn er war nackt, und warf sich ins Meer.
3762#Johannes,21,8#8. Die andern Jünger aber kamen mit dem Schiffe <denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern etwa zweihundert Ellen weit> und zogen das Netz mit den Fischen nach.
3763#Johannes,21,9#9. Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sehen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot.
3764#Johannes,21,10#10. Jesus spricht zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!
3765#Johannes,21,11#11. Da stieg Simon Petrus hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig; und wiewohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht.
3766#Johannes,21,12#12. Jesus spricht zu ihnen: Kommet zum Frühstück! Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war.
3767#Johannes,21,13#13. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch.
3768#Johannes,21,14#14. Das war schon das drittemal, daß sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
3769#Johannes,21,15#15. Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer!
3770#Johannes,21,16#16. Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe!
3771#Johannes,21,17#17. Und zum drittenmal fragt er ihn: Simon Jona, hast du mich lieb? Da ward Petrus traurig, daß er ihn zum drittenmal fragte: Hast du mich lieb? - und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!
3772#Johannes,21,18#18. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.
3773#Johannes,21,19#19. Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
3774#Johannes,21,20#20. Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät?
3775#Johannes,21,21#21. Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser?
3776#Johannes,21,22#22. Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
3777#Johannes,21,23#23. Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?
3778#Johannes,21,24#24. Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist.
3779#Johannes,21,25#25. Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; und wenn sie eins nach dem andern beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären.