1750#Lukas,1,1#1. NACHDEM schon viele es unternommen haben, eine Erzählung der Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind,
1751#Lukas,1,2#2. wie sie uns diejenigen überliefert haben, welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind;
1752#Lukas,1,3#3. so schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus,
1753#Lukas,1,4#4. damit du die Gewißheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.
1754#Lukas,1,5#5. IN den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Ordnung-1- Abias; der hatte eine Frau von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. -1) d.h. der Tagesklasse.++
1755#Lukas,1,6#6. Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten in allen Geboten und Rechten des Herrn untadelig.
1756#Lukas,1,7#7. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren hochbetagt.
1757#Lukas,1,8#8. Es begab sich aber, als er das Priesteramt vor Gott verrichtete, zur Zeit, wo seine Klasse an die Reihe kam,
1758#Lukas,1,9#9. traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, daß er räuchern sollte, und zwar drinnen im Tempel des Herrn.
1759#Lukas,1,10#10. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen, zur Stunde des Räucherns.
1760#Lukas,1,11#11. Da erschien ihm ein Engel des Herrn, stehend zur Rechten des Räucheraltars.
1761#Lukas,1,12#12. Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
1762#Lukas,1,13#13. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
1763#Lukas,1,14#14. Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
1764#Lukas,1,15#15. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit heiligem Geiste wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.
1765#Lukas,1,16#16. Und viele von den Kindern Israel wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen.
1766#Lukas,1,17#17. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, zu bereiten dem Herrn ein gerüstetes Volk.
1767#Lukas,1,18#18. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist schon betagt.
1768#Lukas,1,19#19. Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
1769#Lukas,1,20#20. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, da solches geschehen wird; darum, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche zu ihrer Zeit erfüllt werden sollen.
1770#Lukas,1,21#21. Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, daß er so lange im Tempel blieb.
1771#Lukas,1,22#22. Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden; und sie merkten, daß er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
1772#Lukas,1,23#23. Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, ging er heim in sein Haus.
1773#Lukas,1,24#24. Aber nach diesen Tagen empfing sein Weib Elisabeth, und sie verbarg sich fünf Monate und sprach:
1774#Lukas,1,25#25. Also hat mir der Herr getan in den Tagen, da er mich angesehen hat, meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen.
1775#Lukas,1,26#26. IM sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt
1776#Lukas,1,27#27. zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Joseph, vom Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.
1777#Lukas,1,28#28. Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen!
1778#Lukas,1,29#29. Als sie ihn aber sah, erschrak sie über seine Rede und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.
1779#Lukas,1,30#30. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
1780#Lukas,1,31#31. Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
1781#Lukas,1,32#32. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben;
1782#Lukas,1,33#33. und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein.
1783#Lukas,1,34#34. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich keinen Mann kenne?
1784#Lukas,1,35#35. Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das erzeugt wird, Sohn Gottes genannt werden.
1785#Lukas,1,36#36. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß.
1786#Lukas,1,37#37. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
1787#Lukas,1,38#38. Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
1788#Lukas,1,39#39. Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste eilends in das Gebirge, in eine Stadt in Juda,
1789#Lukas,1,40#40. und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
1790#Lukas,1,41#41. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe; und Elisabeth ward mit heiligem Geist erfüllt
1791#Lukas,1,42#42. und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!
1792#Lukas,1,43#43. Und woher wird mir das zuteil, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
1793#Lukas,1,44#44. Denn siehe, sowie die Stimme deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe.
1794#Lukas,1,45#45. Und selig ist, die geglaubt hat; denn es wird erfüllt werden, was ihr vom Herrn gesagt worden ist!
1795#Lukas,1,46#46. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
1796#Lukas,1,47#47. und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters,
1797#Lukas,1,48#48. daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter!
1798#Lukas,1,49#49. Denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;
1799#Lukas,1,50#50. und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten.
1800#Lukas,1,51#51. Er tat Mächtiges mit seinem Arm, er hat zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
1801#Lukas,1,52#52. Er hat Gewaltige von den Thronen gestoßen und Niedrige erhöht.
1802#Lukas,1,53#53. Hungrige hat er mit Gütern gesättigt und Reiche leer fortgeschickt.
1803#Lukas,1,54#54. Er hat sich seines Knechtes Israel angenommen, eingedenk zu sein der Barmherzigkeit,
1804#Lukas,1,55#55. wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinem Samen, auf ewig!
1805#Lukas,1,56#56. Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate und kehrte wieder nach Hause zurück.
1806#Lukas,1,57#57. FÜR Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
1807#Lukas,1,58#58. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, daß der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und freuten sich mit ihr.
1808#Lukas,1,59#59. Und es begab sich am achten Tage, daß sie kamen, das Kindlein zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.
1809#Lukas,1,60#60. Seine Mutter aber sprach: Nicht also, sondern er soll Johannes heißen!
1810#Lukas,1,61#61. Und sie sprachen zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt!
1811#Lukas,1,62#62. Sie winkten aber seinem Vater, wie er ihn genannt haben wolle.
1812#Lukas,1,63#63. Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle.
1813#Lukas,1,64#64. Alsbald aber tat sich sein Mund auf, und seine Zunge (ward gelöst), und er redete und lobte Gott.
1814#Lukas,1,65#65. Und es kam Furcht über alle ihre Nachbarn, und auf dem ganzen Gebirge von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen.
1815#Lukas,1,66#66. Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
1816#Lukas,1,67#67. Und sein Vater Zacharias ward mit heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach:
1817#Lukas,1,68#68. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet;
1818#Lukas,1,69#69. und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,
1819#Lukas,1,70#70. wie er verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her:
1820#Lukas,1,71#71. Errettung von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;
1821#Lukas,1,72#72. Barmherzigkeit zu erzeigen unsern Vätern und zu gedenken seines heiligen Bundes,
1822#Lukas,1,73#73. des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen hat, uns zu verleihen,
1823#Lukas,1,74#74. daß wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang
1824#Lukas,1,75#75. in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm.
1825#Lukas,1,76#76. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst vor dem Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten,
1826#Lukas,1,77#77. Erkenntnis des Heils zu geben seinem Volke, in Vergebung ihrer Sünden,
1827#Lukas,1,78#78. wegen der herzlichen Barmherzigkeit unsres Gottes, in welcher uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe,
1828#Lukas,1,79#79. zu scheinen denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, unsre Füße auf den Weg des Friedens zu richten!
1829#Lukas,1,80#80. Das Kindlein aber wuchs und wurde stark am Geist und war in der Wüste bis zum Tage seines Auftretens vor Israel.
1830#Lukas,2,1#1. ES begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen-1- lassen. -1) d.h. einschreiben.++
1831#Lukas,2,2#2. Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war.
1832#Lukas,2,3#3. Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.
1833#Lukas,2,4#4. Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
1834#Lukas,2,5#5. um sich schätzen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.
1835#Lukas,2,6#6. Es begab sich aber, während sie daselbst waren, da erfüllten sich die Tage, daß sie gebären sollte.
1836#Lukas,2,7#7. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.
1837#Lukas,2,8#8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde.
1838#Lukas,2,9#9. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr.
1839#Lukas,2,10#10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll.
1840#Lukas,2,11#11. Denn euch ist heute ein Retter-1- geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. -1) der Heiland.++
1841#Lukas,2,12#12. Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
1842#Lukas,2,13#13. Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
1843#Lukas,2,14#14. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen-1-! -1) aL: unter den Menschen des Wohlgefallens.++
1844#Lukas,2,15#15. Und es begab sich, als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten zueinander: Laßt uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die da geschehen ist, die der Herr uns kundgetan hat!
1845#Lukas,2,16#16. Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kindlein in der Krippe liegend.
1846#Lukas,2,17#17. Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort kund, das ihnen von diesem Kinde gesagt worden war.
1847#Lukas,2,18#18. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.
1848#Lukas,2,19#19. Maria aber behielt alle diese Worte und überlegte sie in ihrem Herzen.
1849#Lukas,2,20#20. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.
1850#Lukas,2,21#21. Und als acht Tage vollendet waren, da man das Kind beschneiden mußte, wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen worden war.
1851#Lukas,2,22#22. UND als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,
1852#Lukas,2,23#23. wie im Gesetze des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heißen»,
1853#Lukas,2,24#24. und um ein Opfer darzubringen, wie im Gesetze des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
1854#Lukas,2,25#25. Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und heiliger Geist war auf ihm.
1855#Lukas,2,26#26. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen.
1856#Lukas,2,27#27. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hineinbrachten, um mit ihm zu verfahren nach der Sitte des Gesetzes,
1857#Lukas,2,28#28. da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach:
1858#Lukas,2,29#29. Nun, Herr, entlässest du deinen Diener in Frieden nach deinem Wort!
1859#Lukas,2,30#30. Denn meine Augen haben dein Heil gesehen,
1860#Lukas,2,31#31. welches du angesichts aller Völker bereitet hast,
1861#Lukas,2,32#32. ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel!
1862#Lukas,2,33#33. Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde.
1863#Lukas,2,34#34. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen-1- vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - -1) o: Aufstehen.++
1864#Lukas,2,35#35. und dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen -, auf daß aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden.
1865#Lukas,2,36#36. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie mit ihrem Manne sieben Jahre gelebt hatte nach ihrer Jungfrauschaft;
1866#Lukas,2,37#37. und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
1867#Lukas,2,38#38. Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf Jerusalems Erlösung warteten.
1868#Lukas,2,39#39. Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth.
1869#Lukas,2,40#40. Das Kindlein aber wuchs und ward stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.
1870#Lukas,2,41#41. UND seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem.
1871#Lukas,2,42#42. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach Gewohnheit des Festes hinauf.
1872#Lukas,2,43#43. Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht.
1873#Lukas,2,44#44. Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
1874#Lukas,2,45#45. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn.
1875#Lukas,2,46#46. Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.
1876#Lukas,2,47#47. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten.
1877#Lukas,2,48#48. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
1878#Lukas,2,49#49. Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist?
1879#Lukas,2,50#50. Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
1880#Lukas,2,51#51. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
1881#Lukas,2,52#52. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
1882#Lukas,3,1#1. IM fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene,
1883#Lukas,3,2#2. unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste.
1884#Lukas,3,3#3. Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden,
1885#Lukas,3,4#4. wie geschrieben steht im Buche der Reden des Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!
1886#Lukas,3,5#5. Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die rauhen Wege eben werden,
1887#Lukas,3,6#6. und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.»
1888#Lukas,3,7#7. Er sprach nun zu dem Volke, das hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entrinnen?
1889#Lukas,3,8#8. So bringet nun Früchte, die der Buße würdig sind, und fanget nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
1890#Lukas,3,9#9. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
1891#Lukas,3,10#10. Da fragte ihn das Volk und sprach: Was sollen wir denn tun?
1892#Lukas,3,11#11. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, tue ebenso!
1893#Lukas,3,12#12. Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir tun?
1894#Lukas,3,13#13. Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als was euch verordnet ist!
1895#Lukas,3,14#14. Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Mißhandelt niemand, erhebet keine falsche Anklage und seid zufrieden mit eurem Sold!
1896#Lukas,3,15#15. Da aber das Volk in Erwartung stand und alle in ihren Herzen sich wegen Johannes fragten, ob er selbst vielleicht der Christus wäre,
1897#Lukas,3,16#16. antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, dem ich nicht gut genug bin, den Riemen seiner Schuhe zu lösen; der wird euch im heiligen Geist und Feuer taufen.
1898#Lukas,3,17#17. Er hat die Worfschaufel in seiner Hand, um seine Tenne durch und durch zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
1899#Lukas,3,18#18. Auch mit vielen andern Ermahnungen noch verkündigte er dem Volk die frohe Botschaft.
1900#Lukas,3,19#19. Der Vierfürst Herodes aber, da er von ihm getadelt wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, und wegen all des Bösen, was Herodes tat,
1901#Lukas,3,20#20. fügte zu allem noch das hinzu, daß er den Johannes ins Gefängnis schloß.
1902#Lukas,3,21#21. Es begab sich aber, da alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, daß sich der Himmel auftat
1903#Lukas,3,22#22. und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel erscholl: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!
1904#Lukas,3,23#23. UND Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing zu lehren; und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, 24. welcher war des Eli,
1905#Lukas,3,24#des Matthat, des Levi, des Melchi, des Janna, des Joseph,
1906#Lukas,3,25#25. des Mattathias, des Amos, des Nahum, des Esli, des Nangai,
1907#Lukas,3,26#26. des Maath, des Mattathias, des Semei, des Joseph, des Juda,
1908#Lukas,3,27#27. des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Sealtiel, des Neri,
1909#Lukas,3,28#28. des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er,
1910#Lukas,3,29#29. des Jesus, des Eliezer, des Jorim, des Matthat, des Levi,
1911#Lukas,3,30#30. des Simeon, des Juda, des Joseph, des Jonan, des Eliakim,
1912#Lukas,3,31#31. des Melea, des Menna, des Mattatha, des Nathan, des David,
1913#Lukas,3,32#32. des Jesse, des Obed, des Boas, des Salmon, des Nahasson,
1914#Lukas,3,33#33. des Aminadab, des Aram, des Esrom, des Perez, des Juda,
1915#Lukas,3,34#34. des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Thara, des Nahor,
1916#Lukas,3,35#35. des Seruch, des Regu, des Peleg, des Eber, des Sela,
1917#Lukas,3,36#36. des Kainan, des Arphaxad, des Sem, des Noah, des Lamech,
1918#Lukas,3,37#37. des Methusala, des Henoch, des Jared, des Maleleel, des Kainan,
1919#Lukas,3,38#38. des Enos, des Set, des Adam, Gottes.
1920#Lukas,4,1#1. JESUS aber, voll heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt
1921#Lukas,4,2#und vierzig Tage vom Teufel versucht. 2. Und er aß nichts in jenen Tagen; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn,
1922#Lukas,4,3#3. und der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sage zu diesem Stein, daß er Brot werde!
1923#Lukas,4,4#4. Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!»
1924#Lukas,4,5#5. Da führte er ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick.
1925#Lukas,4,6#6. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Herrschaft und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.
1926#Lukas,4,7#7. Wenn nun du vor mir anbetest, so soll alles dein sein.
1927#Lukas,4,8#8. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.»
1928#Lukas,4,9#9. Er aber führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich von hier hinab;
1929#Lukas,4,10#10. denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, dich zu behüten,
1930#Lukas,4,11#11. und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.»
1931#Lukas,4,12#12. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!»
1932#Lukas,4,13#13. Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang-1-. -1) o: bis zu einer gelegenen Zeit.++
1933#Lukas,4,14#14. UND Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm verbreitete sich durch die ganze umliegende Landschaft.
1934#Lukas,4,15#15. Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen.
1935#Lukas,4,16#16. Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.
1936#Lukas,4,17#17. Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gegeben; und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht:
1937#Lukas,4,18#18. «Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu predigen und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen;
1938#Lukas,4,19#19. zu predigen das angenehme Jahr des Herrn.»
1939#Lukas,4,20#20. Und er rollte das Buch zusammen und gab es dem Diener wieder und setzte sich, und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
1940#Lukas,4,21#21. Er aber fing an, ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren!
1941#Lukas,4,22#22. Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs?
1942#Lukas,4,23#23. Und er sprach zu ihnen: Allerdings werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, hilf dir selber! Die großen Taten, von denen wir gehört haben, daß sie zu Kapernaum geschehen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt!
1943#Lukas,4,24#24. Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seiner Vaterstadt.
1944#Lukas,4,25#25. In Wahrheit aber sage ich euch: Es waren viele Witwen in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnot entstand im ganzen Land;
1945#Lukas,4,26#26. und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern nur zu einer Witwe nach Sarepta in Zidonien.
1946#Lukas,4,27#27. Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa; aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman, der Syrer.
1947#Lukas,4,28#28. Da wurden alle voll Zorn in der Synagoge, als sie solches hörten.
1948#Lukas,4,29#29. Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen.
1949#Lukas,4,30#30. Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog davon.
1950#Lukas,4,31#31. UND er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt des galiläischen Landes, und lehrte sie am Sabbat.
1951#Lukas,4,32#32. Und sie waren betroffen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht.
1952#Lukas,4,33#33. Und in der Synagoge war ein Mensch, welcher den Geist eines unreinen Dämons hatte. Und er schrie mit lauter Stimme:
1953#Lukas,4,34#34. Ha! Was willst du mit uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
1954#Lukas,4,35#35. Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Da warf ihn der Dämon mitten unter sie und fuhr aus von ihm und tat ihm keinen Schaden.
1955#Lukas,4,36#36. Und es kam sie alle ein Entsetzen an, und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, daß er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren?
1956#Lukas,4,37#37. Und sein Ruf verbreitete sich in alle Orte der umliegenden Landschaft.
1957#Lukas,4,38#38. Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie.
1958#Lukas,4,39#39. Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stand sie auf und diente ihm.
1959#Lukas,4,40#40. Als aber die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.
1960#Lukas,4,41#41. Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wußten, daß er der Christus sei.
1961#Lukas,4,42#42. Als es aber Tag geworden, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen zöge.
1962#Lukas,4,43#43. Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den andern Städten die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt.
1963#Lukas,4,44#44. Und er predigte in den Synagogen von Judäa.
1964#Lukas,5,1#1. ES begab sich aber, als das Volk sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genezareth;
1965#Lukas,5,2#2. und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen die Netze.
1966#Lukas,5,3#3. Da trat er in eines der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande wegzufahren; und er setzte sich und lehrte die Menge vom Schiffe aus.
1967#Lukas,5,4#4. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Höhe und lasset eure Netze zu einem Fang hinunter!
1968#Lukas,5,5#5. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen!
1969#Lukas,5,6#6. Und als sie das getan, fingen sie eine große Menge Fische; aber ihr Netz zerriß.
1970#Lukas,5,7#7. Da winkten sie den Gefährten, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und ihnen hülfen; und sie kamen und füllten beide Schiffe, so daß sie zu sinken begannen.
1971#Lukas,5,8#8. Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; denn ich bin ein sündiger Mensch!
1972#Lukas,5,9#9. Denn ein Schrecken kam ihn an und alle, die bei ihm waren, wegen des Fischzuges, den sie getan hatten;
1973#Lukas,5,10#10. gleicherweise auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gehilfen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; von nun an sollst du Menschen fangen!
1974#Lukas,5,11#11. Und sie brachten die Schiffe ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.
1975#Lukas,5,12#12. Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz. Da er aber Jesus sah, warf er sich auf sein Angesicht, bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen!
1976#Lukas,5,13#13. Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es, sei gereinigt! Und alsbald wich der Aussatz von ihm.
1977#Lukas,5,14#14. Und er befahl ihm, es niemand zu sagen, sondern gehe hin, (sprach er,) zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
1978#Lukas,5,15#15. Aber die Kunde von ihm breitete sich desto mehr aus; und große Mengen kamen zusammen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
1979#Lukas,5,16#16. Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten und betete.
1980#Lukas,5,17#17. Und es begab sich an einem Tage, daß er lehrte; und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Flecken von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war (bereit), sie zu heilen.
1981#Lukas,5,18#18. Und siehe, Männer trugen auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.
1982#Lukas,5,19#19. Und da sie wegen der Volksmenge keine Möglichkeit fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mit dem Bett durch die Ziegel hinunter in die Mitte vor Jesus.
1983#Lukas,5,20#20. Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!
1984#Lukas,5,21#21. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, sich darüber Gedanken zu machen, und sprachen: Wer ist dieser, der (solche) Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben, als nur Gott allein?
1985#Lukas,5,22#22. Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen?
1986#Lukas,5,23#23. Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle?
1987#Lukas,5,24#24. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten -: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und gehe heim!
1988#Lukas,5,25#25. Und alsbald stand er auf vor ihren Augen, nahm das Bett, darauf er gelegen hatte, ging heim und pries Gott.
1989#Lukas,5,26#26. Da gerieten alle außer sich vor Staunen, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute Unglaubliches gesehen!
1990#Lukas,5,27#27. Darnach ging er aus und sah einen Zöllner namens Levi beim Zollhaus sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!
1991#Lukas,5,28#28. Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.
1992#Lukas,5,29#29. Und Levi bereitete ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und es saß eine große Schar von Zöllnern und andern, die es mit ihnen hielten, zu Tische.
1993#Lukas,5,30#30. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten wider seine Jünger und sprachen: Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern?
1994#Lukas,5,31#31. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken;
1995#Lukas,5,32#32. ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße!
1996#Lukas,5,33#33. Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes so oft und verrichten Gebete, desgleichen auch die der Pharisäer; die deinigen aber essen und trinken?
1997#Lukas,5,34#34. Und er sprach zu ihnen: Ihr könnt doch die Hochzeitsleute nicht fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist!
1998#Lukas,5,35#35. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird; dann werden sie fasten in jenen Tagen.
1999#Lukas,5,36#36. Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand reißt ein Stück von einem neuen Kleide und setzt es auf ein altes Kleid; denn sonst zerreißt er auch das neue, und das Stück vom neuen reimt sich nicht zu dem alten.
2000#Lukas,5,37#37. Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird verschüttet, und die Schläuche kommen um;
2001#Lukas,5,38#38. sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche fassen, so werden beide erhalten.
2002#Lukas,5,39#39. Und niemand, der alten trinkt, will neuen; denn er spricht: Der alte ist gesund-1-! -1) o: gut, milde.++
2003#Lukas,6,1#1. ES begab sich aber, daß er am zweiten-1- Sabbat durch die Saat ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. -1) w: zweitersten.++
2004#Lukas,6,2#2. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?
2005#Lukas,6,3#3. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr das nie gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte?
2006#Lukas,6,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab; welche doch niemand essen darf, als nur die Priester?
2007#Lukas,6,5#5. Und er sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist auch Herr des Sabbats.
2008#Lukas,6,6#6. Es begab sich aber an einem andern Sabbat, daß er in eine Synagoge ging und lehrte; und daselbst war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.
2009#Lukas,6,7#7. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer gaben acht auf ihn, ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zur Anklage wider ihn zu finden.
2010#Lukas,6,8#8. Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Und er stand auf und stellte sich dahin.
2011#Lukas,6,9#9. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, das Leben zu retten oder zu verderben?
2012#Lukas,6,10#10. Und indem er sie alle ringsumher ansah, sprach er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wieder gesund, wie die andere.
2013#Lukas,6,11#11. Sie aber wurden ganz unsinnig und besprachen sich miteinander, was sie doch Jesus antun könnten.
2014#Lukas,6,12#12. Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.
2015#Lukas,6,13#13. Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:
2016#Lukas,6,14#14. Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
2017#Lukas,6,15#15. Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt Zelotes-1-, -1) bed: Eiferer.++
2018#Lukas,6,16#16. Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischariot, der zum Verräter wurde.
2019#Lukas,6,17#17. Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer großen Schar seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste, von Tyrus und Zidon,
2020#Lukas,6,18#die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten; 18. und die, welche von unreinen Geistern geplagt waren, wurden geheilt.
2021#Lukas,6,19#19. Und alles Volk suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.
2022#Lukas,6,20#20. UND er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer!
2023#Lukas,6,21#21. Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt gesättigt werden! Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen!
2024#Lukas,6,22#22. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen.
2025#Lukas,6,23#23. Freuet euch alsdann und hüpfet! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben ihre Väter den Propheten getan.
2026#Lukas,6,24#24. Aber wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin!
2027#Lukas,6,25#25. Wehe euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern! Wehe euch, die ihr jetzt lachet, denn ihr werdet trauern und weinen!
2028#Lukas,6,26#26. Wehe euch, wenn alle Leute wohl von euch reden! Ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten.
2029#Lukas,6,27#27. Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen;
2030#Lukas,6,28#28. segnet, die euch fluchen, und bittet für die, welche euch beleidigen!
2031#Lukas,6,29#29. Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch den Rock nicht.
2032#Lukas,6,30#30. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.
2033#Lukas,6,31#31. Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, tut auch ihr ihnen gleicherweise.
2034#Lukas,6,32#32. Und wenn ihr die liebet, die euch lieben, was für eine Gnade habt ihr?-1- Denn auch die Sünder lieben ihre Liebhaber. -1) aüs: was für einen Dank erwartet ihr dafür? So auch V. 33.++
2035#Lukas,6,33#33. Und wenn ihr euren Wohltätern Gutes tut, was für eine Gnade habt ihr? Denn auch die Sünder tun dasselbe.
2036#Lukas,6,34#34. Und wenn ihr denen leihet, von welchen ihr wieder zu empfangen hoffet, was für eine Gnade habt ihr-1-? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen. -1) aüs: was für einen Dank erwartet ihr dafür?++
2037#Lukas,6,35#35. Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
2038#Lukas,6,36#36. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
2039#Lukas,6,37#37. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprechet los, so werdet ihr losgesprochen werden!
2040#Lukas,6,38#38. Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.
2041#Lukas,6,39#39. Er sagte ihnen aber ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen?
2042#Lukas,6,40#40. Der Jünger ist nicht über den Meister; wenn er aber ganz vollendet ist, so wird er sein wie sein Meister.
2043#Lukas,6,41#41. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, den Balken aber in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
2044#Lukas,6,42#42. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du doch den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du sehen, wie du den Splitter herausziehst, der in deines Bruders Auge ist!
2045#Lukas,6,43#43. Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt.
2046#Lukas,6,44#44. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben.
2047#Lukas,6,45#45. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen (Schatze seines Herzens) das Böse hervor. Denn wes das Herz voll ist, des geht sein Mund über.
2048#Lukas,6,46#46. Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?
2049#Lukas,6,47#47. Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut, - ich will euch zeigen, wem er gleich ist.
2050#Lukas,6,48#48. Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da prallte der Strom an dieses Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gegründet war.
2051#Lukas,6,49#49. Wer aber hört und nicht tut, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf das Erdreich baute ohne Grund; und der Strom prallte an dasselbe, und es brach sofort zusammen, und der Zusammenbruch dieses Hauses war groß.
2052#Lukas,7,1#1. NACHDEM er nun vor den Ohren des Volkes alle seine Reden beendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum.
2053#Lukas,7,2#2. Eines Hauptmanns Knecht aber, der jenem wert war, lag krank und war am Sterben.
2054#Lukas,7,3#3. Da er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten.
2055#Lukas,7,4#4. Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn angelegentlich und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm das erzeigst;
2056#Lukas,7,5#5. denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.
2057#Lukas,7,6#6. Da ging Jesus mit ihnen hin. Und als er schon nicht mehr fern von dem Hause war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst!
2058#Lukas,7,7#7. Darum hielt ich auch mich selbst nicht für würdig, zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!
2059#Lukas,7,8#8. Denn auch ich bin ein Mensch, der einem Kommando untersteht-1-, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Geh hin! so geht er; und zu einem andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's. -1) d.h. unter Vorgesetzten steht.++
2060#Lukas,7,9#9. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch, selbst in Israel habe ich einen so großen Glauben nicht gefunden!
2061#Lukas,7,10#10. Und als die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den krank gewesenen Knecht gesund.
2062#Lukas,7,11#11. Und es begab sich am folgenden Tage, daß er in eine Stadt namens Nain ging, und mit ihm zogen seine Jünger und eine große Volksmenge.
2063#Lukas,7,12#12. Wie er sich aber dem Stadttore näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
2064#Lukas,7,13#13. Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich ihrer und sprach zu ihr: Weine nicht!
2065#Lukas,7,14#14. Und er trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen still. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf!
2066#Lukas,7,15#15. Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter.
2067#Lukas,7,16#16. Da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht!
2068#Lukas,7,17#17. Und diese Rede von ihm verbreitete sich in ganz Judäa und in die ganze Umgegend.
2069#Lukas,7,18#18. Und es berichteten dem Johannes seine Jünger von dem allem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich,
2070#Lukas,7,19#19. sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2071#Lukas,7,20#20. Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2072#Lukas,7,21#21. Zu jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Gesicht.
2073#Lukas,7,22#22. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium gepredigt,
2074#Lukas,7,23#23. und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert!
2075#Lukas,7,24#24. Und als die Boten des Johannes weggegangen waren, fing er an zum Volke zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen, zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird?
2076#Lukas,7,25#25. Oder was seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in herrlicher Kleidung und Üppigkeit leben, sind an den königlichen Höfen!
2077#Lukas,7,26#26. Oder was seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, einen, der noch mehr ist als ein Prophet.
2078#Lukas,7,27#27. Dieser ist's, von dem geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.»
2079#Lukas,7,28#28. Denn ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist keiner größer, als Johannes. Doch der Kleinste im Reiche Gottes ist größer als er.
2080#Lukas,7,29#29. Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes;
2081#Lukas,7,30#30. die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten verwarfen den Rat Gottes, sich selbst zum Schaden, und ließen sich nicht von ihm taufen.
2082#Lukas,7,31#31. Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich?
2083#Lukas,7,32#32. Sie sind Kindern gleich, die am Markte sitzen und einander zurufen und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!
2084#Lukas,7,33#33. Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank keinen Wein; da sagt ihr: Er hat einen Dämon!
2085#Lukas,7,34#34. Des Menschen Sohn ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagt ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund!
2086#Lukas,7,35#35. Und doch ist die Weisheit von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden.
2087#Lukas,7,36#36. Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische.
2088#Lukas,7,37#37. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe
2089#Lukas,7,38#38. und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe.
2090#Lukas,7,39#39. Als aber der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, daß sie eine Sünderin ist!
2091#Lukas,7,40#40. Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an!
2092#Lukas,7,41#41. Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
2093#Lukas,7,42#42. Da sie aber nichts hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?
2094#Lukas,7,43#43. Simon antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat. Er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt!
2095#Lukas,7,44#44. Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
2096#Lukas,7,45#45. Du hast mir keinen Kuß gegeben; sie aber hat, seit sie hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.
2097#Lukas,7,46#46. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt.
2098#Lukas,7,47#47. Darum, sage ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben worden, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
2099#Lukas,7,48#48. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben!
2100#Lukas,7,49#49. Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
2101#Lukas,7,50#50. Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!
2102#Lukas,8,1#1. UND es begab sich hernach, daß er durch Städte und Dörfer reiste, wobei er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte; und die Zwölf (waren) mit ihm
2103#Lukas,8,2#2. und etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren,
2104#Lukas,8,3#3. und Johanna, das Weib Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, welche ihnen dienten mit ihrer Habe.
2105#Lukas,8,4#4. Als nun viel Volk zusammenkam und sie aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis:
2106#Lukas,8,5#5. Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
2107#Lukas,8,6#6. Und anderes fiel auf den Felsen; und als es keimte, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
2108#Lukas,8,7#7. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen, die mit ihm aufwuchsen, erstickten es.
2109#Lukas,8,8#8. Und anderes fiel auf gutes Erdreich und wuchs auf und brachte hundertfältige Frucht. Und als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
2110#Lukas,8,9#9. Da fragten ihn seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute.
2111#Lukas,8,10#10. Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den andern aber in Gleichnissen, auf daß sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht verstehen.
2112#Lukas,8,11#11. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.
2113#Lukas,8,12#12. Die am Wege sind die, welche es gehört haben; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und gerettet werden.
2114#Lukas,8,13#13. Die aber auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; aber sie haben keine Wurzel, sie glauben nur eine Zeitlang, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
2115#Lukas,8,14#14. Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben; aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife.
2116#Lukas,8,15#15. Das in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in Geduld-1-. -1) Beharrlichkeit.++
2117#Lukas,8,16#16. Niemand aber, der ein Licht anzündet, bedeckt es mit einem Gefäß, oder stellt es unter ein Bett, sondern er setzt es auf einen Leuchter, damit, wer hereinkommt, das Licht sehe.
2118#Lukas,8,17#17. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werden wird, und nichts ist geheim, das nicht kundwerden und an den Tag kommen wird.
2119#Lukas,8,18#18. So sehet nun darauf, wie ihr hört! Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.
2120#Lukas,8,19#19. Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.
2121#Lukas,8,20#20. Es wurde ihm aber gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und begehren dich zu sehen!
2122#Lukas,8,21#21. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun!
2123#Lukas,8,22#22. UND es begab sich an einem der Tage, daß er und seine Jünger in ein Schiff traten; und er sprach zu ihnen: Laßt uns ans andere Ufer des Sees fahren!
2124#Lukas,8,23#23. Und sie fuhren ab. Auf der Fahrt aber schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich, und sie liefen Gefahr.
2125#Lukas,8,24#24. Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber stand auf und bedrohte den Wind und die Wasserwogen; und sie legten sich, und es wurde still.
2126#Lukas,8,25#25. Da sprach er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist doch der, daß er auch den Winden gebietet und dem Wasser und sie ihm gehorsam sind?
2127#Lukas,8,26#26. Und sie fuhren zum Land der Gerasener-1-, welches Galiläa gegenüber liegt. -1) s. Mt. 8,28.++
2128#Lukas,8,27#27. Und als er ans Land gestiegen war, kam ihm aus der Stadt ein Besessener entgegen, der seit langer Zeit kein Kleid mehr trug, auch in keinem Hause blieb, sondern in den Gräbern.
2129#Lukas,8,28#28. Als er aber Jesus sah, schrie er, warf sich vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, peinige mich nicht!
2130#Lukas,8,29#29. Denn Jesus hatte dem unreinen Geiste geboten, von dem Menschen auszufahren; denn er hatte ihn schon lange Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten gebunden und mit Fußfesseln verwahrt. Aber er zerriß die Bande und wurde vom Dämon in die Wüste getrieben.
2131#Lukas,8,30#30. Jesus aber fragte ihn: Wie heißest du? Er sprach: Legion! Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.
2132#Lukas,8,31#31. Und sie baten ihn, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren.
2133#Lukas,8,32#32. Es war aber daselbst eine große Schweineherde an dem Berg zur Weide, und sie baten ihn, daß er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.
2134#Lukas,8,33#33. Da fuhren die Dämonen von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und ertrank.
2135#Lukas,8,34#34. Als aber die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande.
2136#Lukas,8,35#35. Da gingen sie hinaus zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von welchem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich.
2137#Lukas,8,36#36. Die aber, welche es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie dem Besessenen geholfen worden war.
2138#Lukas,8,37#37. Da bat ihn die ganze Bevölkerung der umliegenden Landschaft der Gerasener, von ihnen wegzugehen; denn große Furcht hatte sie ergriffen. Er aber trat in das Schiff und kehrte zurück.
2139#Lukas,8,38#38. Der Mann aber, von welchem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, daß er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus entließ ihn und sprach:
2140#Lukas,8,39#39. Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Großes getan hat! Und er ging und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm Großes getan habe.
2141#Lukas,8,40#40. ALS aber Jesus zurückkam, empfing ihn das Volk; denn sie warteten alle auf ihn.
2142#Lukas,8,41#41. Und siehe, es kam ein Mann, namens Jairus, der war ein Oberster der Synagoge; und er warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen.
2143#Lukas,8,42#42. Denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Als er aber hinging, drängte ihn die Volksmenge.
2144#Lukas,8,43#43. Und eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluß gehabt und all ihr Gut an die Ärzte gewandt hatte, aber von keinem geheilt werden konnte,
2145#Lukas,8,44#44. trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Kleides an; und auf der Stelle kam ihr Blutfluß zum Stehen.
2146#Lukas,8,45#45. Und Jesus fragte: Wer hat mich angerührt? Da nun alle leugneten, sprachen Petrus und die mit ihm waren: Meister, das Volk drückt und drängt dich.
2147#Lukas,8,46#46. Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn ich spürte, wie eine Kraft von mir ausging!
2148#Lukas,8,47#47. Als nun die Frau sah, daß sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm vor dem ganzen Volke, aus welchem Grunde sie ihn angerührt habe und wie sie auf der Stelle gesund geworden sei.
2149#Lukas,8,48#48. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!
2150#Lukas,8,49#49. Da er noch redete, kam jemand vom Synagogenvorsteher und sprach zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht mehr!
2151#Lukas,8,50#50. Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gerettet werden!
2152#Lukas,8,51#51. Und als er in das Haus kam, ließ er niemand mit sich hineingehen als Petrus und Jakobus und Johannes und den Vater des Kindes und die Mutter.
2153#Lukas,8,52#52. Sie weinten aber alle und beklagten sie. Er aber sprach: Weinet nicht! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.
2154#Lukas,8,53#53. Und sie verlachten ihn, weil sie wußten, daß sie gestorben war.
2155#Lukas,8,54#54. Er aber ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!
2156#Lukas,8,55#55. Und ihr Geist kehrte wieder, und sie stand augenblicklich auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben.
2157#Lukas,8,56#56. Und ihre Eltern gerieten außer sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.
2158#Lukas,9,1#1. ER rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und um Krankheiten zu heilen;
2159#Lukas,9,2#2. und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen, und zu heilen.
2160#Lukas,9,3#3. Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot noch Geld; auch soll einer nicht zwei Anzüge haben.
2161#Lukas,9,4#4. Und wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, und von da ziehet weiter.
2162#Lukas,9,5#5. Und wo man euch nicht aufnehmen wird, da gehet fort aus jener Stadt und schüttelt auch den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis wider sie.
2163#Lukas,9,6#6. Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer, predigten das Evangelium und heilten allenthalben.
2164#Lukas,9,7#7. ES hörte aber der Vierfürst Herodes alles, was geschah; und er geriet in Verlegenheit, weil von etlichen gesagt wurde, Johannes sei von den Toten auferstanden,
2165#Lukas,9,8#8. von etlichen aber, Elia sei erschienen, und von andern, einer der alten Propheten sei auferstanden.
2166#Lukas,9,9#9. Herodes aber sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber der, von welchem ich solches höre? Und er verlangte, ihn zu sehen.
2167#Lukas,9,10#10. Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.
2168#Lukas,9,11#11. Als aber das Volk es erfuhr, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reiche Gottes, und die der Heilung bedurften, machte er gesund.
2169#Lukas,9,12#12. Aber der Tag fing an, sich zu neigen; und die Zwölf traten herzu und sprachen zu ihm: Entlaß das Volk, damit sie in die umliegenden Dörfer und Höfe gehen und einkehren und Speise finden; denn hier sind wir an einem öden Ort.
2170#Lukas,9,13#13. Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; oder sollen wir hingehen und für dieses ganze Volk Speise kaufen?
2171#Lukas,9,14#14. Denn es waren etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Machet, daß sie sich gruppenweise setzen, je fünfzig und fünfzig.
2172#Lukas,9,15#15. Und sie taten so und ließen alle sich setzen.
2173#Lukas,9,16#16. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, brach und gab sie den Jüngern, damit sie sie dem Volke vorlegten.
2174#Lukas,9,17#17. Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgehoben, was ihnen von den Stücken übrigblieb, zwölf Körbe (voll).
2175#Lukas,9,18#18. Und es begab sich, als er in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie und sprach: Für wen halten mich die Leute?
2176#Lukas,9,19#19. Sie antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer; andere für Elia; andere aber (sagen), einer der alten Propheten sei auferstanden.
2177#Lukas,9,20#20. Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Gesalbten Gottes!
2178#Lukas,9,21#21. Er aber gebot ihnen ernstlich, solches niemand zu sagen,
2179#Lukas,9,22#22. indem er sprach: Des Menschen Sohn muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
2180#Lukas,9,23#23. Er sprach aber zu allen: Will jemand mir nachkommen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.
2181#Lukas,9,24#24. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen, der wird sie retten. -1) o: sein Leben.++
2182#Lukas,9,25#25. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?
2183#Lukas,9,26#26. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit.
2184#Lukas,9,27#27. Ich sage euch aber in Wahrheit, es sind etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes sehen.
2185#Lukas,9,28#28. ES begab sich aber ungefähr acht Tage nach dieser Rede, daß er Petrus und Johannes und Jakobus zu sich nahm und auf den Berg stieg, um zu beten.
2186#Lukas,9,29#29. Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Kleid strahlend weiß.
2187#Lukas,9,30#30. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, das waren Mose und Elia;
2188#Lukas,9,31#31. die erschienen in Herrlichkeit und redeten von seinem Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte.
2189#Lukas,9,32#32. Petrus aber und seine Gefährten waren vom Schlaf übermannt. Als sie aber erwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.
2190#Lukas,9,33#33. Und es begab sich, als diese von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Und er wußte nicht, was er sagte.
2191#Lukas,9,34#34. Während er aber solches redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen.
2192#Lukas,9,35#35. Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn; auf den sollt ihr hören!
2193#Lukas,9,36#36. Und während die Stimme erscholl, fand es sich, daß Jesus allein war. Und sie schwiegen und sagten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.
2194#Lukas,9,37#37. Es begab sich aber am folgenden Tage, als sie den Berg hinunterstiegen, kam ihm viel Volk entgegen.
2195#Lukas,9,38#38. Und siehe, ein Mann aus dem Volke rief und sprach: Meister, ich bitte dich, sieh doch meinen Sohn an, denn er ist mein einziger!
2196#Lukas,9,39#39. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er reißt ihn hin und her, daß er schäumt, und will kaum von ihm weichen, ohne ihn gänzlich aufzureiben.
2197#Lukas,9,40#40. Und ich habe deine Jünger gebeten, daß sie ihn austreiben möchten, aber sie vermochten es nicht.
2198#Lukas,9,41#41. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bringe deinen Sohn hierher!
2199#Lukas,9,42#42. Und noch während er hinzuging, riß und zerrte ihn der Dämon. Aber Jesus bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.
2200#Lukas,9,43#43. Es erstaunten aber alle über die große Macht Gottes. Da sich nun alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
2201#Lukas,9,44#44. Fasset ihr diese Worte zu Ohren: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden.
2202#Lukas,9,45#45. Sie aber verstanden das Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, so daß sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn wegen dieses Wortes zu fragen.
2203#Lukas,9,46#46. Es schlich sich aber der Gedanke bei ihnen ein, wer wohl der Größte unter ihnen sei.
2204#Lukas,9,47#47. Da nun Jesus ihres Herzens Gedanken merkte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich
2205#Lukas,9,48#und sprach zu ihnen: 48. Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen-1-, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß! -1) o: auf meinen Namen hin.++
2206#Lukas,9,49#49. Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.
2207#Lukas,9,50#50. Jesus aber sprach: Wehret ihm nicht! Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
2208#Lukas,9,51#51. ES begab sich aber, als sich die Tage seines Heimgangs-1- erfüllten und er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen, -1) seiner Aufnahme in den Himmel.++
2209#Lukas,9,52#52. sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten.
2210#Lukas,9,53#53. Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war.
2211#Lukas,9,54#54. Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel herabfalle und sie verzehre, wie auch Elia getan hat!
2212#Lukas,9,55#55. Er aber wandte sich und bedrohte sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes (Kinder) ihr seid?
2213#Lukas,9,56#56. Denn des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erretten. Und sie zogen in ein anderes Dorf.
2214#Lukas,9,57#57. Als sie aber ihre Reise fortsetzten, sprach einer auf dem Wege zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!
2215#Lukas,9,58#58. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.
2216#Lukas,9,59#59. Er sagte aber zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
2217#Lukas,9,60#60. Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes!
2218#Lukas,9,61#61. Es sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen, zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Hause sind, Abschied zu nehmen.
2219#Lukas,9,62#62. Jesus aber sprach zu ihm: Wer-1- seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist nicht geschickt zum Reiche Gottes! -1) w: Keiner, der . . . ist tauglich für das Reich Gottes.++
2220#Lukas,10,1#1. DARNACH aber bezeichnete der Herr noch siebzig andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte.
2221#Lukas,10,2#2. Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende-1-! -1) w: hinausstoße.++
2222#Lukas,10,3#3. Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
2223#Lukas,10,4#4. Traget weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßet niemand auf dem Wege.
2224#Lukas,10,5#5. Wo ihr aber in ein Haus hineingehet, da sprechet zuerst: Friede diesem Hause!
2225#Lukas,10,6#6. Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren.
2226#Lukas,10,7#7. In demselben Hause aber bleibet und esset und trinket, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht aus einem Haus ins andere.
2227#Lukas,10,8#8. Und wo ihr in eine Stadt kommt, und sie euch aufnehmen, da esset, was euch vorgesetzt wird;
2228#Lukas,10,9#9. und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen!
2229#Lukas,10,10#10. Wo ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da gehet auf ihre Gassen hinaus und sprechet:
2230#Lukas,10,11#11. Auch den Staub, der sich von eurer Stadt an unsre Füße gehängt hat, wischen wir ab wider euch; doch sollt ihr wissen, daß das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist!
2231#Lukas,10,12#12. Ich sage euch, es wird Sodom an jenem Tage erträglicher gehen als dieser Stadt.
2232#Lukas,10,13#13. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Zidon die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie vorlängst im Sack und in der Asche sitzend Buße getan.
2233#Lukas,10,14#14. Doch es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen im Gerichte als euch.
2234#Lukas,10,15#15. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoben worden, du wirst bis zur Hölle-1- hinabgeworfen werden! -1) w: Hades, Totenreich.++
2235#Lukas,10,16#16. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.
2236#Lukas,10,17#17. Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!
2237#Lukas,10,18#18. Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
2238#Lukas,10,19#19. Siehe, ich habe euch Vollmacht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen.
2239#Lukas,10,20#20. Doch nicht darüber freuet euch, daß euch die Geister untertan sind; freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel eingeschrieben sind!
2240#Lukas,10,21#21. Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im heiligen Geiste und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
2241#Lukas,10,22#22. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, (weiß niemand) als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.
2242#Lukas,10,23#23. Und er wandte sich zu seinen Jüngern besonders und sprach: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet!
2243#Lukas,10,24#24. Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wünschten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
2244#Lukas,10,25#25. UND siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
2245#Lukas,10,26#26. Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du?
2246#Lukas,10,27#27. Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen-1- und mit deinem ganzen Gemüte-2-, und deinen Nächsten wie dich selbst!» -1) o: deiner ganzen Kraft.   2) o: Denken.++
2247#Lukas,10,28#28. Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben!
2248#Lukas,10,29#29. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
2249#Lukas,10,30#30. Da erwiderte Jesus und sprach: Es ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und liefen davon und ließen ihn halbtot liegen.
2250#Lukas,10,31#31. Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er auf der andern Seite vorüber.
2251#Lukas,10,32#32. Desgleichen auch ein Levit, der zu der Stelle kam und ihn sah, ging auf der andern Seite vorüber.
2252#Lukas,10,33#33. Ein Samariter aber kam auf seiner Reise dahin, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen
2253#Lukas,10,34#34. und ging zu ihm hin, verband ihm die Wunden und goß Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
2254#Lukas,10,35#35. Und am andern Tage gab er dem Wirt zwei Denare und sprach: Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
2255#Lukas,10,36#36. Welcher von diesen Dreien dünkt dich nun der Nächste gewesen zu sein dem, der unter die Räuber gefallen war?
2256#Lukas,10,37#37. Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm tat! Da sprach Jesus zu ihm: So gehe du hin und tue desgleichen!
2257#Lukas,10,38#38. Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus.
2258#Lukas,10,39#39. Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu.
2259#Lukas,10,40#40. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr doch, daß sie mir helfe!
2260#Lukas,10,41#41. Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles;
2261#Lukas,10,42#42. eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!
2262#Lukas,11,1#1. UND es begab sich, daß er an einem Ort betete; und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte!
2263#Lukas,11,2#2. Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, geheiligt werde dein Name! Es komme dein Reich!
2264#Lukas,11,3#3. Gib uns täglich unser nötiges Brot!
2265#Lukas,11,4#4. Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist! Und führe uns nicht in Versuchung!
2266#Lukas,11,5#5. Und er sprach zu ihnen: Welcher unter euch hätte einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Freund, leihe mir drei Brote;
2267#Lukas,11,6#6. denn mein Freund ist von der Reise zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts vorzusetzen;
2268#Lukas,11,7#7. und jener würde von innen antworten und sagen: Mache mir keine Mühe! Die Türe ist schon verschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben!
2269#Lukas,11,8#8. Ich sage euch: Wenn er auch nicht deswegen aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.
2270#Lukas,11,9#9. Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden!
2271#Lukas,11,10#10. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.
2272#Lukas,11,11#11. Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange?
2273#Lukas,11,12#12. Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben?
2274#Lukas,11,13#13. So nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!
2275#Lukas,11,14#14. UND er trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es begab sich aber, nachdem der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich.
2276#Lukas,11,15#15. Etliche aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
2277#Lukas,11,16#16. Andere aber versuchten ihn und verlangten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel.
2278#Lukas,11,17#17. Er aber, da er ihre Gedanken wußte, sprach zu ihnen: Ein jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus, das wider sich selbst ist, fällt.
2279#Lukas,11,18#18. Wenn aber auch der Satan mit sich selbst uneins ist, wie kann sein Reich bestehen? Ihr saget ja, ich treibe die Dämonen durch Beelzebul aus.
2280#Lukas,11,19#19. Wenn ich aber die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie selbst eure Richter sein.
2281#Lukas,11,20#20. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!
2282#Lukas,11,21#21. Wenn ein Starker bewaffnet seinen Hof bewacht, so bleibt sein Besitztum in Frieden.
2283#Lukas,11,22#22. Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, darauf er sich verließ, und verteilt seine Beute.
2284#Lukas,11,23#23. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
2285#Lukas,11,24#24. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich weggegangen bin.
2286#Lukas,11,25#25. Und wenn er kommt, findet er es gesäubert und geschmückt.
2287#Lukas,11,26#26. Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird der letzte Zustand dieses Menschen ärger als der erste.
2288#Lukas,11,27#27. Es begab sich aber, als er solches redete, erhob eine Frau aus dem Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast!
2289#Lukas,11,28#28. Er aber sprach: Ja vielmehr, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
2290#Lukas,11,29#29. Als aber die Volksmenge sich herzudrängte, fing er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht! Es fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
2291#Lukas,11,30#30. Denn gleichwie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch des Menschen Sohn diesem Geschlechte sein.
2292#Lukas,11,31#31. Die Königin von Mittag wird im Gericht wider die Männer dieses Geschlechts auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo!
2293#Lukas,11,32#32. Die Männer von Ninive werden im Gerichte wider dieses Geschlecht auftreten und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf Jonas Predigt hin; und siehe, hier ist mehr denn Jona!
2294#Lukas,11,33#33. Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen verborgenen Ort, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen.
2295#Lukas,11,34#34. Dein Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.
2296#Lukas,11,35#35. So siehe nun zu, daß das Licht in dir nicht Finsternis sei!
2297#Lukas,11,36#36. Wenn nun dein ganzer Leib licht ist, so daß er keinen finstern Teil mehr hat, so wird er ganz hell sein, wie wenn das Licht mit seinem Strahl dich erleuchtet-1-. -1) o: beleuchtet.++
2298#Lukas,11,37#37. Und während er redete, bat ihn ein Pharisäer, bei ihm zu Mittag zu essen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tische.
2299#Lukas,11,38#38. Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, daß er sich vor dem Mittagsmahl nicht gewaschen hatte.
2300#Lukas,11,39#39. Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt die Außenseite des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit.
2301#Lukas,11,40#40. Ihr Toren! Hat nicht, der das Äußere schuf, auch das Innere gemacht?
2302#Lukas,11,41#41. Gebt nur von dem Inhalt Almosen, siehe, so ist euch alles rein!
2303#Lukas,11,42#42. Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Münze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgehet! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.
2304#Lukas,11,43#43. Wehe euch Pharisäern, daß ihr den Vorsitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten liebet!
2305#Lukas,11,44#44. Wehe euch, daß ihr wie die verborgenen Gräber seid, über welche die Leute dahingehen, ohne es zu wissen!
2306#Lukas,11,45#45. Da antwortete einer der Schriftgelehrten und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns!
2307#Lukas,11,46#46. Er aber sprach: Und wehe auch euch Schriftgelehrten; denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf, und ihr selbst rühret die Bürden nicht mit einem Finger an.
2308#Lukas,11,47#47. Wehe euch, daß ihr die Grabmäler der Propheten bauet! Eure Väter aber haben sie getötet.
2309#Lukas,11,48#48. So bestätiget ihr also die Taten eurer Väter und habt Wohlgefallen daran; denn jene haben sie getötet, ihr aber bauet (ihre Grabmäler).
2310#Lukas,11,49#49. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen;
2311#Lukas,11,50#50. auf daß von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, welches seit Erschaffung der Welt vergossen worden ist,
2312#Lukas,11,51#51. vom Blute Abels an bis auf das Blut Zacharias, welcher zwischen dem Altar und dem Tempel umkam. Ja, ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden!
2313#Lukas,11,52#52. Wehe euch Schriftgelehrten, daß ihr den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen habt! Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert!
2314#Lukas,11,53#53. Und als er von dort herauskam, fingen die Schriftgelehrten und Pharisäer an, ihm hart zuzusetzen und ihn über vieles auszufragen,
2315#Lukas,11,54#54. wobei sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Munde zu erhaschen.
2316#Lukas,12,1#1. ALS sich inzwischen das Volk zu Zehntausenden gesammelt hatte, so daß sie einander traten, fing er an, zu seinen Jüngern zu sagen: Zuerst hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt, vor der Heuchelei!
2317#Lukas,12,2#2. Nichts aber ist verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.
2318#Lukas,12,3#3. Darum wird man alles, was ihr im Finstern redet, am hellen Tage hören, und was ihr in den Kammern ins Ohr saget, wird auf den Dächern gepredigt werden.
2319#Lukas,12,4#4. Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nachher nichts weiteres tun können.
2320#Lukas,12,5#5. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet!
2321#Lukas,12,6#6. Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen.
2322#Lukas,12,7#7. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
2323#Lukas,12,8#8. Ich sage euch aber: Ein jeglicher, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch des Menschen Sohn bekennen vor den Engeln Gottes;
2324#Lukas,12,9#9. wer mich aber verleugnet hat vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.
2325#Lukas,12,10#10. Und einem jeglichen, der ein Wort gegen den Menschensohn reden wird, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.
2326#Lukas,12,11#11. Wenn sie euch aber vor die Synagogen und vor die Fürsten und Obrigkeiten führen, so sorget nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt;
2327#Lukas,12,12#12. denn der heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
2328#Lukas,12,13#13. Es sprach aber einer aus dem Volke zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, daß er das Erbe mit mir teile!
2329#Lukas,12,14#14. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?
2330#Lukas,12,15#15. Er sagte aber zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor jeglicher Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluß ab, den er an Gütern hat.
2331#Lukas,12,16#16. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Eines reichen Mannes Feld hatte viel Frucht getragen.
2332#Lukas,12,17#17. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann?
2333#Lukas,12,18#18. Und er sprach: Das will ich tun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern
2334#Lukas,12,19#19. und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und sei guten Muts!
2335#Lukas,12,20#20. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?
2336#Lukas,12,21#21. So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott.
2337#Lukas,12,22#22. Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch, sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen werdet.
2338#Lukas,12,23#23. Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung.
2339#Lukas,12,24#24. Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel!
2340#Lukas,12,25#25. Wer aber von euch kann mit seinem Sorgen seiner Länge-1- eine Elle hinzusetzen? -1) o: Lebenslänge.++
2341#Lukas,12,26#26. Wenn ihr nun das Geringste nicht vermöget, was sorget ihr euch um das übrige?
2342#Lukas,12,27#27. Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie spinnen nicht und weben nicht; ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen!
2343#Lukas,12,28#28. Wenn aber Gott das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
2344#Lukas,12,29#29. Fraget auch ihr nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und reget euch nicht auf!
2345#Lukas,12,30#30. Denn nach dem allem trachten die Heiden der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr dessen bedürfet.
2346#Lukas,12,31#31. Trachtet vielmehr nach seinem Reiche, so wird euch solches hinzugelegt werden.
2347#Lukas,12,32#32. Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben!
2348#Lukas,12,33#33. Verkaufet eure Habe und gebet Almosen! Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht ausgeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt.
2349#Lukas,12,34#34. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
2350#Lukas,12,35#35. Es sollen eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennend;
2351#Lukas,12,36#36. und seid gleich den Menschen, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm alsbald auftun.
2352#Lukas,12,37#37. Selig sind diese Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch, er wird sich schürzen und sie zu Tische führen und hinzutreten und sie bedienen.
2353#Lukas,12,38#38. Und wenn er in der zweiten oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, selig sind diese Knechte!
2354#Lukas,12,39#39. Das aber merket: Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
2355#Lukas,12,40#40. Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meinet.
2356#Lukas,12,41#41. Da sprach Petrus zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis für uns oder auch für alle?
2357#Lukas,12,42#42. Der Herr aber sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gebe?
2358#Lukas,12,43#43. Selig ist jener Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird.
2359#Lukas,12,44#44. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen.
2360#Lukas,12,45#45. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! - und anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
2361#Lukas,12,46#46. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; und wird ihn entzweihauen und ihm sein Teil mit den Ungläubigen geben.
2362#Lukas,12,47#47. Der Knecht aber, der seines Herrn Willen kannte und sich nicht bereit hielt, auch nicht nach seinem Willen tat, wird viele Streiche erleiden müssen;
2363#Lukas,12,48#48. wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was der Streiche wert ist, der wird wenig leiden müssen. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern.
2364#Lukas,12,49#49. Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu schleudern, und wie wollte ich, es wäre schon entzündet!
2365#Lukas,12,50#50. Aber ich habe eine Taufe zu bestehen, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist!
2366#Lukas,12,51#51. Meinet ihr, daß ich gekommen sei, Frieden zu spenden auf Erden? Nein, ich sage euch, sondern eher Zwietracht.
2367#Lukas,12,52#52. Denn von nun an werden fünf in einem Hause entzweit sein, drei wider zwei und zwei wider drei,
2368#Lukas,12,53#53. der Vater wider den Sohn und der Sohn wider den Vater, die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter, die Schwiegermutter wider ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter.
2369#Lukas,12,54#54. Er sprach aber auch zu dem Volke: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen sehet vom Westen her, so saget ihr sofort: Es gibt Regen! Und es geschieht.
2370#Lukas,12,55#55. Und wenn der Südwind weht, so saget ihr: Es wird heiß! Und es geschieht.
2371#Lukas,12,56#56. Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beurteilen; wie kommt es aber, daß ihr diese Zeit nicht zu prüfen versteht?
2372#Lukas,12,57#57. Warum entscheidet ihr aber nicht von euch selbst aus, was recht ist?
2373#Lukas,12,58#58. Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Wege Mühe, seiner loszuwerden, damit er dich nicht vor den Richter schleppe und der Richter dich dem Schergen überantworte und der Scherge dich ins Gefängnis werfe.
2374#Lukas,12,59#59. Ich sage dir, du wirst von dannen nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast!
2375#Lukas,13,1#1. ES kamen aber zur selben Zeit etliche herbei, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.
2376#Lukas,13,2#2. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben?
2377#Lukas,13,3#3. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
2378#Lukas,13,4#4. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen seien als alle andern Leute, die zu Jerusalem wohnen?
2379#Lukas,13,5#5. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!
2380#Lukas,13,6#6. Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der war in seinem Weinberg gepflanzt; und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.
2381#Lukas,13,7#7. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich komme nun schon drei Jahre und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Haue ihn ab! Was hindert er das Land?
2382#Lukas,13,8#8. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn gegraben und Dünger gelegt habe.
2383#Lukas,13,9#9. Vielleicht bringt er noch Frucht; wenn nicht, so haue ihn darnach ab!
2384#Lukas,13,10#10. ER lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat.
2385#Lukas,13,11#11. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten.
2386#Lukas,13,12#12. Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist erlöst von deiner Krankheit!
2387#Lukas,13,13#13. Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich gerade und pries Gott.
2388#Lukas,13,14#14. Da ward der Synagogenvorsteher entrüstet, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zum Volke: Es sind sechs Tage, an welchen man arbeiten soll; an diesen kommet und lasset euch heilen, und nicht am Sabbattag!
2389#Lukas,13,15#15. Aber der Herr antwortete und sprach: Du Heuchler, löst nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn zur Tränke?
2390#Lukas,13,16#16. Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon achtzehn Jahre gebunden hielt, sollte nicht von diesem Bande gelöst werden am Sabbattag?
2391#Lukas,13,17#17. Und als er das sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt; und alles Volk freute sich über alle die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.
2392#Lukas,13,18#18. Da sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen?
2393#Lukas,13,19#19. Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Und es wuchs und ward zu einem Baume, und die Vögel des Himmels nisteten auf seinen Zweigen.
2394#Lukas,13,20#20. Und wiederum sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen?
2395#Lukas,13,21#21. Es ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte-1-, bis es ganz durchsäuert war. -1) w: verbarg.++
2396#Lukas,13,22#22. UND er zog durch Städte und Dörfer und lehrte und setzte seine Reise nach Jerusalem fort.
2397#Lukas,13,23#23. Es sprach aber einer zu ihm: Herr, werden wenige gerettet? Er aber sprach zu ihnen:
2398#Lukas,13,24#24. Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge Pforte! Denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen.
2399#Lukas,13,25#25. Wenn einmal der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat, werdet ihr anfangen draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf! Dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid!
2400#Lukas,13,26#26. Alsdann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Gassen hast du gelehrt!
2401#Lukas,13,27#27. Und er wird antworten: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!
2402#Lukas,13,28#28. Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, euch selbst aber hinausgestoßen!
2403#Lukas,13,29#29. Und sie werden kommen von Morgen und von Abend, von Mitternacht und von Mittag, und zu Tische sitzen im Reiche Gottes.
2404#Lukas,13,30#30. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Letzten sein.
2405#Lukas,13,31#31. Zur selben Stunde traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm: Geh fort und reise ab von hier; denn Herodes will dich töten!
2406#Lukas,13,32#32. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tage bin ich am Ziel.
2407#Lukas,13,33#33. Doch muß ich heute und morgen und übermorgen reisen; denn es geht nicht an, daß ein Prophet außerhalb Jerusalems umkomme.
2408#Lukas,13,34#34. Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt werden; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, aber ihr habt nicht gewollt!
2409#Lukas,13,35#35. Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
2410#Lukas,14,1#1. UND es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.
2411#Lukas,14,2#2. Und siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm.
2412#Lukas,14,3#3. Und Jesus hob an und sprach zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?
2413#Lukas,14,4#4. Sie aber schwiegen. Da rührte er ihn an und machte ihn gesund und entließ ihn.
2414#Lukas,14,5#5. Und er sprach zu ihnen: Wer von euch, wenn ihm sein Ochse oder Esel-1- in den Brunnen fällt, wird ihn nicht alsbald herausziehen am Sabbattag? -1) aL: sein Sohn oder sein Ochse.++
2415#Lukas,14,6#6. Und sie vermochten ihm nichts dagegen zu antworten.
2416#Lukas,14,7#7. Er sagte aber zu den Gästen ein Gleichnis, da er bemerkte, wie sie die ersten Plätze auswählten, und sprach zu ihnen:
2417#Lukas,14,8#8. Wenn du von jemand zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm geladen sei
2418#Lukas,14,9#9. und nun der, der dich und ihn geladen hat, komme und zu dir sage: Mache diesem Platz! - und du dann beschämt den letzten Platz einnehmen müssest.
2419#Lukas,14,10#10. Sondern wenn du geladen bist, so gehe hin und setze dich auf den letzten Platz, damit der, welcher dich eingeladen hat, wenn er kommt, zu dir spreche: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen.
2420#Lukas,14,11#11. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
2421#Lukas,14,12#12. Er sagte aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung werde;
2422#Lukas,14,13#13. sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein,
2423#Lukas,14,14#14. so wirst du selig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten.
2424#Lukas,14,15#15. Als nun einer, der mit ihm zu Tische saß, solches hörte, sprach er zu ihm: Selig ist, wer das Brot ißt im Reiche Gottes!
2425#Lukas,14,16#16. Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu.
2426#Lukas,14,17#17. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, den Geladenen zu sagen: Kommet, denn es ist schon alles bereit!
2427#Lukas,14,18#18. Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und bin genötigt, hinauszugehen und ihn zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich!
2428#Lukas,14,19#19. Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu prüfen; ich bitte dich, entschuldige mich!
2429#Lukas,14,20#20. Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau genommen, darum kann ich nicht kommen!
2430#Lukas,14,21#21. Und der Knecht kam wieder und berichtete das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Geh eilends hinaus auf die Gassen und Plätze der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein!
2431#Lukas,14,22#22. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; es ist aber noch Raum da!
2432#Lukas,14,23#23. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!
2433#Lukas,14,24#24. Denn ich sage euch, daß keiner jener Männer, die geladen waren, mein Mahl schmecken wird.
2434#Lukas,14,25#25. ES zog aber eine große Volksmenge mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen:
2435#Lukas,14,26#26. Wenn jemand zu mir kommt und nicht seinen Vater und die Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern haßt, dazu aber auch seine eigene Seele-1-, der kann nicht mein Jünger sein. -1) o: sein eigenes Leben.++
2436#Lukas,14,27#27. Und wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir her kommt, der kann nicht mein Jünger sein.
2437#Lukas,14,28#28. Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er genug habe zur gänzlichen Ausführung,
2438#Lukas,14,29#29. damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollenden vermag, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten
2439#Lukas,14,30#30. und zu sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und vermochte es nicht zu vollenden!
2440#Lukas,14,31#31. Oder welcher König, der auszieht, um mit einem andern König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande sei, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
2441#Lukas,14,32#32. Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Botschaft und bittet um die Friedensbedingungen.
2442#Lukas,14,33#33. So kann auch keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
2443#Lukas,14,34#34. Das Salz ist gut; wenn aber auch das Salz fade wird, womit soll es gewürzt werden?
2444#Lukas,14,35#35. Es ist weder für das Erdreich, noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
2445#Lukas,15,1#1. ES pflegten ihm aber alle Zöllner und Sünder zu nahen, um ihn zu hören.
2446#Lukas,15,2#2. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen!
2447#Lukas,15,3#3. Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach:
2448#Lukas,15,4#4. Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verliert, der nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und dem verlornen nachgeht, bis er es findet?
2449#Lukas,15,5#5. Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden;
2450#Lukas,15,6#6. und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war!
2451#Lukas,15,7#7. Ich sage euch, also wird Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
2452#Lukas,15,8#8. Oder welche Frau, die zehn Drachmen-1- hat, wenn sie eine Drachme verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet? -1) Silberstücke.++
2453#Lukas,15,9#9. Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte!
2454#Lukas,15,10#10. Also, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
2455#Lukas,15,11#11. Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
2456#Lukas,15,12#12. Und der jüngere sprach zum Vater: Gib mir, Vater, den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen das Gut.
2457#Lukas,15,13#13. Und nicht lange darnach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit liederlichem Leben.
2458#Lukas,15,14#14. Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.
2459#Lukas,15,15#15. Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Schweine zu hüten.
2460#Lukas,15,16#16. Und er begehrte, sich zu sättigen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.
2461#Lukas,15,17#17. Er kam aber zu sich selbst-1- und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe hier vor Hunger! -1) o: Er ging aber in sich.++
2462#Lukas,15,18#18. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
2463#Lukas,15,19#19. ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
2464#Lukas,15,20#20. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
2465#Lukas,15,21#21. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!
2466#Lukas,15,22#22. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet eilends das beste Feierkleid her und ziehet es ihm an, und gebet ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße;
2467#Lukas,15,23#23. und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein!
2468#Lukas,15,24#24. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. -
2469#Lukas,15,25#25. Aber sein älterer Sohn war auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Tanz.
2470#Lukas,15,26#26. Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.
2471#Lukas,15,27#27. Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.
2472#Lukas,15,28#28. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu.
2473#Lukas,15,29#29. Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
2474#Lukas,15,30#30. Da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Dirnen verschlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet!
2475#Lukas,15,31#31. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.
2476#Lukas,15,32#32. Man mußte aber fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden!
2477#Lukas,16,1#1. ER sagte aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; und dieser wurde bei ihm verklagt, daß er ihm seine Güter verschleudere.
2478#Lukas,16,2#2. Und er rief ihn zu sich und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Lege Rechnung ab von deiner Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein!
2479#Lukas,16,3#3. Da sprach der Haushalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich.
2480#Lukas,16,4#4. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen.
2481#Lukas,16,5#5. Und er rief einen jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
2482#Lukas,16,6#6. Der sprach: Hundert Bat Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreibe flugs fünfzig!
2483#Lukas,16,7#7. Darnach sprach er zu einem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der sagte: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreibe achtzig.
2484#Lukas,16,8#8. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klug gehandelt habe. Denn die Kinder dieser Welt sind ihrem Geschlecht gegenüber klüger als die Kinder des Lichts.
2485#Lukas,16,9#9. Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er (euch) ausgeht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.
2486#Lukas,16,10#10. Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.
2487#Lukas,16,11#11. Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu waret, wer wird euch das Wahre anvertrauen?
2488#Lukas,16,12#12. Und wenn ihr mit dem fremden (Gut) nicht treu waret, wer wird euch das Eure geben?
2489#Lukas,16,13#13. Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!
2490#Lukas,16,14#14. Das alles hörten aber auch die Pharisäer, die waren geldgierig und verspotteten ihn.
2491#Lukas,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Greuel vor Gott.
2492#Lukas,16,16#16. Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes durch das Evangelium verkündigt, und jedermann vergreift sich daran-1-. -1) o: jeder dringt mit Gewalt hinein.++
2493#Lukas,16,17#17. Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein einziges Strichlein des Gesetzes falle.
2494#Lukas,16,18#18. Jeder, der sich von seinem Weibe scheidet und eine andere heiratet, der bricht die Ehe, und jeder, der eine von ihrem Manne Geschiedene heiratet, bricht auch die Ehe.
2495#Lukas,16,19#19. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
2496#Lukas,16,20#20. Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre,
2497#Lukas,16,21#21. und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre.
2498#Lukas,16,22#22. Es begab sich aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben.
2499#Lukas,16,23#23. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
2500#Lukas,16,24#24. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme!
2501#Lukas,16,25#25. Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt.
2502#Lukas,16,26#26. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die von dort es vermögen, zu uns herüberzukommen.
2503#Lukas,16,27#27. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest -
2504#Lukas,16,28#28. denn ich habe fünf Brüder -, daß er sie warne, damit nicht auch sie kommen an diesen Ort der Qual!
2505#Lukas,16,29#29. Spricht zu ihm Abraham: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören!
2506#Lukas,16,30#30. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun!
2507#Lukas,16,31#31. Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstände.
2508#Lukas,17,1#1. ER sprach aber zu den Jüngern: Es ist unvermeidlich, daß Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen!
2509#Lukas,17,2#2. Es wäre für ihn besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als daß er einem dieser Kleinen Ärgernis gebe.
2510#Lukas,17,3#3. Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm.
2511#Lukas,17,4#4. Und wenn er siebenmal des Tages wider dich sündigte und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich! - so sollst du ihm vergeben.
2512#Lukas,17,5#5. Und die Apostel sprachen zum Herrn: Mehre uns den Glauben!
2513#Lukas,17,6#6. Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen.
2514#Lukas,17,7#7. Wer aber von euch wird zu seinem Knechte, der pflügt oder weidet, wenn er vom Felde heimkommt, sagen: Komm alsbald her und setze dich zu Tische?
2515#Lukas,17,8#8. Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendbrot, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und hernach iß und trink du?
2516#Lukas,17,9#9. Dankt er wohl dem Knecht, daß er getan hat, was ihm befohlen war? <Ich glaube nicht!>
2517#Lukas,17,10#10. Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren!
2518#Lukas,17,11#11. UND es begab sich, als er nach Jerusalem reiste, daß er mitten durch Samaria und Galiläa zog.
2519#Lukas,17,12#12. Und bei seiner Ankunft in einem Dorf begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben.
2520#Lukas,17,13#13. Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser!
2521#Lukas,17,14#14. Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es begab sich, während sie hingingen, wurden sie rein.
2522#Lukas,17,15#15. Einer aber von ihnen, als er sah, daß er geheilt worden war, kehrte wieder um und pries Gott mit lauter Stimme,
2523#Lukas,17,16#16. warf sich auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter.
2524#Lukas,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht ihrer zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?
2525#Lukas,17,18#18. Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling?
2526#Lukas,17,19#19. Und er sprach zu ihm: Steh auf und gehe hin; dein Glaube hat dich gerettet!
2527#Lukas,17,20#20. ALS er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen-1-. -1) d.h. in äusserlich wahrnehmbarer Weise.++
2528#Lukas,17,21#21. Man wird nicht sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch-1-. -1) aüs: mitten unter euch.++
2529#Lukas,17,22#22. Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.
2530#Lukas,17,23#23. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier, siehe dort! Gehet nicht hin und laufet ihnen nicht nach.
2531#Lukas,17,24#24. Denn gleichwie der Blitz, wenn er erstrahlt, von einer Himmelsgegend bis zur andern leuchtet, also wird auch des Menschen Sohn an seinem Tage sein.
2532#Lukas,17,25#25. Zuvor aber muß er viel leiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.
2533#Lukas,17,26#26. Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes:
2534#Lukas,17,27#27. Sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging; und die Sündflut kam und vertilgte alle.
2535#Lukas,17,28#28. Ähnlich wie es in den Tagen Lots zuging: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten;
2536#Lukas,17,29#29. an dem Tage aber, da Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle.
2537#Lukas,17,30#30. Gerade so wird es sein an dem Tage, da des Menschen Sohn geoffenbart wird.
2538#Lukas,17,31#31. Wer an jenem Tage auf dem Dache ist und sein Gerät im Hause hat, der steige nicht hinab, dasselbe zu holen; desgleichen, wer auf dem Felde ist, der kehre nicht wieder zurück.
2539#Lukas,17,32#32. Gedenket an Lots Weib!
2540#Lukas,17,33#33. Wer seine Seele-1- zu erhalten sucht, der wird sie verlieren, und wer sie verliert, der wird ihr zum Leben verhelfen. -1) o: sein Leben.++
2541#Lukas,17,34#34. Ich sage euch, in dieser Nacht werden zwei in einem Bette sein, der eine wird genommen und der andere gelassen werden.
2542#Lukas,17,35#35. Zwei werden miteinander mahlen; eine wird genommen, die andere wird gelassen werden.
2543#Lukas,17,36#36. Zwei werden auf dem Felde sein; der eine wird genommen und der andere gelassen werden.
2544#Lukas,17,37#37. Und sie antworteten und sprachen zu ihm: Wo, Herr? Und er sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da versammeln sich auch die Adler.
2545#Lukas,18,1#1. ER sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, daß sie allezeit beten und nicht nachlässig werden sollten,
2546#Lukas,18,2#2. nämlich: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.
2547#Lukas,18,3#3. Es war aber eine Witwe in jener Stadt; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher!
2548#Lukas,18,4#4. Und er wollte lange nicht; hernach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich schon Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue,
2549#Lukas,18,5#5. so will ich dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht schließlich komme und mich ins Gesicht schlage.
2550#Lukas,18,6#6. Und der Herr sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt!
2551#Lukas,18,7#7. Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt?
2552#Lukas,18,8#8. Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?
2553#Lukas,18,9#9. Er sagte aber auch zu etlichen, die sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis:
2554#Lukas,18,10#10. Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
2555#Lukas,18,11#11. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.
2556#Lukas,18,12#12. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.
2557#Lukas,18,13#13. Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig!
2558#Lukas,18,14#14. Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
2559#Lukas,18,15#15. SIE brachten aber auch Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre. Da es aber die Jünger sahen, schalten sie sie.
2560#Lukas,18,16#16. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes.
2561#Lukas,18,17#17. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen.
2562#Lukas,18,18#18. Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
2563#Lukas,18,19#19. Da sprach Jesus zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur Gott allein.
2564#Lukas,18,20#20. Du weißt die Gebote: «Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Ehre deinen Vater und deine Mutter!»
2565#Lukas,18,21#21. Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend an.
2566#Lukas,18,22#22. Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch; verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
2567#Lukas,18,23#23. Als er aber solches hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich.
2568#Lukas,18,24#24. Als aber Jesus ihn so sah, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes eingehen!
2569#Lukas,18,25#25. Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
2570#Lukas,18,26#26. Da sprachen die, welche es hörten: Wer kann dann gerettet werden?
2571#Lukas,18,27#27. Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
2572#Lukas,18,28#28. Da sprach Petrus: Siehe, wir haben das Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt!
2573#Lukas,18,29#29. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen,
2574#Lukas,18,30#30. der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!
2575#Lukas,18,31#31. Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles erfüllt werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist;
2576#Lukas,18,32#32. denn er wird den Heiden überliefert und verspottet und mißhandelt und verspeit werden.
2577#Lukas,18,33#33. Und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
2578#Lukas,18,34#34. Und sie verstanden nichts davon, und diese Rede war ihnen zu geheimnisvoll, und sie begriffen den Ausspruch nicht.
2579#Lukas,18,35#35. Es begab sich aber, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte.
2580#Lukas,18,36#36. Und da er das Volk vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.
2581#Lukas,18,37#37. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber.
2582#Lukas,18,38#38. Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2583#Lukas,18,39#39. Und die vorangingen, bedrohten ihn, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2584#Lukas,18,40#40. Da blieb Jesus stehen und hieß ihn zu sich führen. Und als er herangekommen war, fragte er ihn:
2585#Lukas,18,41#41. Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehend werde!
2586#Lukas,18,42#42. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet!
2587#Lukas,18,43#43. Und alsbald wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott; und alles Volk, das solches sah, lobte Gott.
2588#Lukas,19,1#1. UND er ging hinein und zog durch Jericho.
2589#Lukas,19,2#2. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, ein Oberzöllner, und der war reich.
2590#Lukas,19,3#3. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Person.
2591#Lukas,19,4#4. Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, damit er ihn sähe; denn dort sollte er vorbeikommen.
2592#Lukas,19,5#5. Und als Jesus an den Ort kam, blickte er auf und sah ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilends herab; denn heute muß ich in deinem Hause einkehren!
2593#Lukas,19,6#6. Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden.
2594#Lukas,19,7#7. Als sie es aber sahen, murrten sie alle und sprachen: Er ist bei einem sündigen Mann eingekehrt, um Herberge zu nehmen!
2595#Lukas,19,8#8. Zachäus aber trat hin und sprach zum Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück.
2596#Lukas,19,9#9. Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, dieweil auch er ein Sohn Abrahams ist;
2597#Lukas,19,10#10. denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
2598#Lukas,19,11#11. Als sie aber solches hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen.
2599#Lukas,19,12#12. Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und alsdann wiederzukommen.
2600#Lukas,19,13#13. Da rief er zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!
2601#Lukas,19,14#14. Seine Bürger aber haßten ihn und schickten ihm eine Gesandtschaft nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns König werde!
2602#Lukas,19,15#15. Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er die Königswürde empfangen, da ließ er die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, vor sich rufen, um zu erfahren, was ein jeder erhandelt habe.
2603#Lukas,19,16#16. Da kam der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund dazugewonnen!
2604#Lukas,19,17#17. Und er sprach zu ihm: Recht so, du braver Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte!
2605#Lukas,19,18#18. Und der zweite kam und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erworben!
2606#Lukas,19,19#19. Er sprach auch zu diesem: Und du sollst über fünf Städte gesetzt sein!
2607#Lukas,19,20#20. Und ein anderer kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, welches ich im Schweißtuch aufbewahrt habe!
2608#Lukas,19,21#21. Denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist; du nimmst, was du nicht hingelegt, und erntest, was du nicht gesät hast.
2609#Lukas,19,22#22. Da sprach er zu ihm: Aus deinem Munde will ich dich richten, du böser Knecht! Wußtest du, daß ich ein strenger Mann bin, daß ich nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe?
2610#Lukas,19,23#23. Warum hast du denn mein Geld nicht auf der Bank angelegt, so daß ich es bei meiner Ankunft mit Zinsen hätte einziehen können?
2611#Lukas,19,24#24. Und zu den Umstehenden sprach er: Nehmet ihm das Pfund und gebet es dem, der die zehn Pfunde hat!
2612#Lukas,19,25#25. Da sagten sie zu ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde! -
2613#Lukas,19,26#26. Ich sage euch: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
2614#Lukas,19,27#27. Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich König über sie werde, bringet her und erwürget sie vor mir!
2615#Lukas,19,28#28. Und nachdem er das gesagt, zog er weiter und reiste hinauf nach Jerusalem.
2616#Lukas,19,29#29. UND es begab sich, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, zu dem Berge, welcher Ölberg heißt, sandte er zwei seiner Jünger
2617#Lukas,19,30#30. und sprach: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen ist; bindet es los und führet es her.
2618#Lukas,19,31#31. Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los? - so sprechet also: Der Herr bedarf seiner!
2619#Lukas,19,32#32. Da gingen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte.
2620#Lukas,19,33#33. Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen die Herren desselben zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?
2621#Lukas,19,34#34. Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner!
2622#Lukas,19,35#35. Und sie brachten es zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf.
2623#Lukas,19,36#36. Als er aber weiterzog, breiteten sie auf dem Wege ihre Kleider aus.
2624#Lukas,19,37#37. Als er sich aber schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Taten, die sie gesehen hatten,
2625#Lukas,19,38#38. und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!
2626#Lukas,19,39#39. Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht!
2627#Lukas,19,40#40. Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!
2628#Lukas,19,41#41. Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie
2629#Lukas,19,42#42. und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! 43. Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen,
2630#Lukas,19,43#daß Tage über dich kommen werden, da deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen, dich ringsum einschließen und von allen Seiten ängstigen
2631#Lukas,19,44#44. und dich dem Erdboden gleich machen werden, auch deine Kinder in dir, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen werden, darum, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast!
2632#Lukas,19,45#45. Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer auszutreiben,
2633#Lukas,19,46#und sprach zu ihnen: 46. Es steht geschrieben: «Mein Haus ist ein Bethaus.» Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
2634#Lukas,19,47#47. Und er lehrte täglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes suchten ihn umzubringen.
2635#Lukas,19,48#48. Und sie fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und hörte auf ihn.
2636#Lukas,20,1#1. ES begab sich aber an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten herzu
2637#Lukas,20,2#2. und sprachen zu ihm: Sage uns, in welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
2638#Lukas,20,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen! Saget mir:
2639#Lukas,20,4#4. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?
2640#Lukas,20,5#5. Sie aber dachten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
2641#Lukas,20,6#6. Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, daß Johannes ein Prophet war.
2642#Lukas,20,7#7. Und sie antworteten, sie wüßten nicht woher.
2643#Lukas,20,8#8. Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue.
2644#Lukas,20,9#9. Er fing aber an, dem Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und hielt sich längere Zeit außer Landes auf.
2645#Lukas,20,10#10. Und als es Zeit war, sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs gäben. Die Weingärtner aber schlugen ihn und jagten ihn mit leeren Händen davon.
2646#Lukas,20,11#11. Und er fuhr fort und sandte einen andern Knecht. Sie aber schlugen auch diesen und beschimpften ihn und jagten ihn leer davon.
2647#Lukas,20,12#12. Und er fuhr fort und sandte einen dritten; aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
2648#Lukas,20,13#13. Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen Sohn senden, den geliebten; vielleicht werden sie sich vor ihm scheuen.
2649#Lukas,20,14#14. Als aber die Weingärtner diesen sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, damit das Erbgut unser werde!
2650#Lukas,20,15#15. Und sie stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?
2651#Lukas,20,16#16. Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne!
2652#Lukas,20,17#17. Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet denn das, was geschrieben steht: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden?»
2653#Lukas,20,18#18. Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden; auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen.
2654#Lukas,20,19#19. Da suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten Hand an ihn zu legen zu derselben Stunde; aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er im Blick auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte.
2655#Lukas,20,20#20. UND sie lauerten ihm auf und sandten Aufpasser ab, die sich stellen sollten, als wären sie redlich, um ein Wort von ihm aufzufangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Landpflegers überantworten könnten.
2656#Lukas,20,21#21. Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du richtig redest und lehrst und nicht die Person ansiehst, sondern den Weg Gottes der Wahrheit gemäß lehrst.
2657#Lukas,20,22#22. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
2658#Lukas,20,23#23. Da er aber ihre Arglist merkte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich?
2659#Lukas,20,24#24. Zeiget mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie antworteten: Des Kaisers.
2660#Lukas,20,25#25. Er aber sprach zu ihnen: So gebt doch dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
2661#Lukas,20,26#26. Und sie konnten an dem Wort nichts beanstanden vor dem Volk und verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen.
2662#Lukas,20,27#27. Da traten aber etliche der Sadduzäer herzu, welche behaupten, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn
2663#Lukas,20,28#28. und sprachen: Meister! Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn jemandes Bruder eine Frau hat und kinderlos stirbt, so soll dessen Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken.
2664#Lukas,20,29#29. Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
2665#Lukas,20,30#30. Da nahm der zweite die Frau und starb auch kinderlos.
2666#Lukas,20,31#31. Und der dritte nahm sie, desgleichen alle sieben und hinterließen keine Kinder bei ihrem Tod.
2667#Lukas,20,32#32. Zuletzt starb auch die Frau.
2668#Lukas,20,33#33. Wessen Frau wird sie nun in der Auferstehung sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
2669#Lukas,20,34#34. Und Jesus antwortete ihnen: Die Kinder dieser Weltzeit freien und lassen sich freien;
2670#Lukas,20,35#35. welche aber gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen,
2671#Lukas,20,36#36. denn sie können auch nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
2672#Lukas,20,37#37. Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose angedeutet bei (der Geschichte von) dem Busch, wo er den Herrn nennt «den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs».
2673#Lukas,20,38#38. Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn ihm leben alle.
2674#Lukas,20,39#39. Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast trefflich geantwortet!
2675#Lukas,20,40#40. Denn sie unterstanden sich nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
2676#Lukas,20,41#41. Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, daß Christus Davids Sohn sei?
2677#Lukas,20,42#42. Und doch sagt David selbst im Buche der Psalmen: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesprochen: Setze dich zu meiner Rechten,
2678#Lukas,20,43#43. bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!»
2679#Lukas,20,44#44. David nennt ihn also Herr; wie ist er denn sein Sohn?
2680#Lukas,20,45#45. Als aber das Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:
2681#Lukas,20,46#46. Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die im Talar-1- einhergehen wollen und sich gerne grüßen lassen auf den Märkten und den Vorsitz in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Mahlzeiten lieben; -1) in langen Kleidern.++
2682#Lukas,20,47#47. sie fressen der Witwen Häuser und sprechen zum Vorwand lange Gebete; diese ziehen sich ein um so schwereres Urteil zu.
2683#Lukas,21,1#1. Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Gotteskasten legten.
2684#Lukas,21,2#2. Er sah aber auch eine auf ihren Verdienst angewiesene Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein;
2685#Lukas,21,3#3. und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als alle eingelegt!
2686#Lukas,21,4#4. Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.
2687#Lukas,21,5#5. UND als etliche von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er:
2688#Lukas,21,6#6. Was ihr da sehet, - es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem andern bleiben wird, der nicht zerstört würde!
2689#Lukas,21,7#7. Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann es geschehen soll?
2690#Lukas,21,8#8. Er sprach: Sehet zu, daß ihr nicht irregeführt werdet! Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin es! - und: Die Zeit ist nahe! Laufet ihnen nicht nach!
2691#Lukas,21,9#9. Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hören werdet, so erschrecket nicht; denn das muß zuvor geschehen; aber das Ende kommt nicht so bald.
2692#Lukas,21,10#10. Dann sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich über das andere erheben und ein Reich über das andere;
2693#Lukas,21,11#11. und große Erdbeben werden sein hin und wieder, Seuchen und Hungersnöte; und Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel werden sich einstellen.
2694#Lukas,21,12#12. Vor diesem allem aber werden sie Hand an euch legen und euch verfolgen und in Synagogen und Gefängnisse überliefern und vor Könige und Fürsten führen um meines Namens willen.
2695#Lukas,21,13#13. Das wird euch aber Gelegenheit zum Zeugnis geben.
2696#Lukas,21,14#14. So nehmet euch nun zu Herzen, daß ihr eure Verteidigung nicht vorher überlegen sollt;
2697#Lukas,21,15#15. denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht sollen widersprechen noch widerstehen können.
2698#Lukas,21,16#16. Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überantwortet werden, und man wird etliche von euch töten,
2699#Lukas,21,17#17. und ihr werdet von allen gehaßt sein um meines Namens willen.
2700#Lukas,21,18#18. Und kein Haar von eurem Haupte wird verloren gehen.
2701#Lukas,21,19#19. Durch eure Geduld-1- gewinnet eure Seelen! -1) Standhaftigkeit.++
2702#Lukas,21,20#20. Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert sehet, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung nahe ist.
2703#Lukas,21,21#21. Alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in (der Stadt) ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Lande ist, gehe nicht hinein.
2704#Lukas,21,22#22. Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht.
2705#Lukas,21,23#23. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen, denn es wird große Not im Lande sein und ein Zorn über dieses Volk!
2706#Lukas,21,24#24. Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt-1- sind. -1) vollendet, abgelaufen.++
2707#Lukas,21,25#25. Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Völker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen,
2708#Lukas,21,26#26. da die Menschen in Ohnmacht sinken-1- werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden in Bewegung geraten-2-. -1) o: den Geist aufgeben.   2) o: erschüttert werden.++
2709#Lukas,21,27#27. Und dann werden sie des Menschen Sohn kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
2710#Lukas,21,28#28. Wenn aber dieses zu geschehen anfängt, so richtet euch auf und erhebet eure Häupter, weil eure Erlösung naht.
2711#Lukas,21,29#29. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet den Feigenbaum und alle Bäume!
2712#Lukas,21,30#30. Wenn ihr sie schon ausschlagen sehet, so merket ihr von selbst, daß der Sommer jetzt nahe ist.
2713#Lukas,21,31#31. Also auch, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket ihr, daß das Reich Gottes nahe ist.
2714#Lukas,21,32#32. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen sein wird.
2715#Lukas,21,33#33. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
2716#Lukas,21,34#34. Habt aber acht auf euch selbst, daß eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Nahrungssorgen und jener Tag unversehens über euch komme!
2717#Lukas,21,35#35. Denn wie ein Fallstrick wird er über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen.
2718#Lukas,21,36#36. Darum wachet jederzeit und bittet, daß ihr gewürdigt-1- werdet, zu entfliehen diesem allem, was geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn! -1) aL: imstande sein.++
2719#Lukas,21,37#37. Er war aber tagsüber im Tempel und lehrte, des Nachts aber ging er hinaus und übernachtete an dem Berge, welcher Ölberg heißt.
2720#Lukas,21,38#38. Und alles Volk kam früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.
2721#Lukas,22,1#1. ES nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches man Passah nennt.
2722#Lukas,22,2#2. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten das Volk.
2723#Lukas,22,3#3. Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war.
2724#Lukas,22,4#4. Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte.
2725#Lukas,22,5#5. Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben.
2726#Lukas,22,6#6. Und er versprach es und suchte eine Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.
2727#Lukas,22,7#7. Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, da man das Passah schlachten mußte.
2728#Lukas,22,8#8. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Passah, damit wir es essen!
2729#Lukas,22,9#9. Sie aber sprachen: Wo willst du, daß wir es bereiten?
2730#Lukas,22,10#10. Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommet, so wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; dem folget in das Haus, in das er hineingeht,
2731#Lukas,22,11#11. und sprechet zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passah mit meinen Jüngern essen kann?
2732#Lukas,22,12#12. Und jener wird euch einen großen, mit Polstern belegten Saal zeigen; daselbst bereitet es zu.
2733#Lukas,22,13#13. Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah.
2734#Lukas,22,14#14. Und als die Stunde kam, setzte er sich zu Tische und die zwölf Apostel mit ihm.
2735#Lukas,22,15#15. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.
2736#Lukas,22,16#16. Denn ich sage euch, ich werde es nicht mehr essen, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.
2737#Lukas,22,17#17. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch!
2738#Lukas,22,18#18. Denn ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.
2739#Lukas,22,19#19. Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
2740#Lukas,22,20#20. ebenso auch den Kelch nach dem Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.
2741#Lukas,22,21#21. Doch siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir auf dem Tische.
2742#Lukas,22,22#22. Denn des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, durch welchen er verraten wird!
2743#Lukas,22,23#23. Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, welcher von ihnen es wohl wäre, der solches tun würde.
2744#Lukas,22,24#24. Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei.
2745#Lukas,22,25#25. Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter.
2746#Lukas,22,26#26. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener.
2747#Lukas,22,27#27. Denn wer ist größer: wer zu Tische sitzt, oder der Diener? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Diener.
2748#Lukas,22,28#28. Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen.
2749#Lukas,22,29#29. Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat,
2750#Lukas,22,30#30. daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.
2751#Lukas,22,31#31. Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen;
2752#Lukas,22,32#32. ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder!
2753#Lukas,22,33#33. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen!
2754#Lukas,22,34#34. Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du mich kennst!
2755#Lukas,22,35#35. Und er sprach zu ihnen: Als ich euch aussandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? Sie sprachen: Nichts!
2756#Lukas,22,36#36. Nun sprach er zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, gleicherweise auch die Tasche; und wer es nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert.
2757#Lukas,22,37#37. Denn ich sage euch, auch dieses Schriftwort muß sich an mir erfüllen: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.» Denn was sich auf mich bezieht, das geht in Erfüllung!
2758#Lukas,22,38#38. Sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug!
2759#Lukas,22,39#39. Und er ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.
2760#Lukas,22,40#40. Und als er an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
2761#Lukas,22,41#41. Und er riß sich von ihnen los, ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder, betete
2762#Lukas,22,42#42. und sprach: Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
2763#Lukas,22,43#43. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
2764#Lukas,22,44#44. Und er geriet in Todesangst und betete inbrünstiger; und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.
2765#Lukas,22,45#45. Und als er vom Gebet aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie schlafend vor Traurigkeit.
2766#Lukas,22,46#46. Und er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
2767#Lukas,22,47#47. Während er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar, und der, welcher Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.
2768#Lukas,22,48#48. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuß verrätst du des Menschen Sohn?
2769#Lukas,22,49#49. Als nun seine Begleiter sahen, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?
2770#Lukas,22,50#50. Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.
2771#Lukas,22,51#51. Da antwortete Jesus und sprach: Lasset es hierbei bewenden! Und er rührte das Ohr an und heilte ihn.
2772#Lukas,22,52#52. Es sprach aber Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die an ihn herangetreten waren: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und mit Stöcken!
2773#Lukas,22,53#53. Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hand nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.
2774#Lukas,22,54#54. NACHDEM sie ihn nun festgenommen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.
2775#Lukas,22,55#55. Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammen saßen, setzte sich Petrus mitten unter sie.
2776#Lukas,22,56#56. Es sah ihn aber eine Magd beim Feuer sitzen, schaute ihn an und sprach: Der war auch mit ihm!
2777#Lukas,22,57#57. Er aber leugnete und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht!
2778#Lukas,22,58#58. Und bald darnach sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht!
2779#Lukas,22,59#59. Und nach einer Weile von ungefähr einer Stunde bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, der war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer!
2780#Lukas,22,60#60. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst! Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.
2781#Lukas,22,61#61. Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, das er zu ihm gesprochen hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
2782#Lukas,22,62#62. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
2783#Lukas,22,63#63. Die Männer aber, die Jesus festhielten, verspotteten und mißhandelten ihn;
2784#Lukas,22,64#64. sie verhüllten ihn, schlugen ihn ins Angesicht, fragten ihn und sprachen: Weissage uns, wer ist's, der dich geschlagen hat?
2785#Lukas,22,65#65. Und viele andere Lästerungen sprachen sie gegen ihn aus.
2786#Lukas,22,66#66. Und als es Tag geworden, versammelten sich die Ältesten-1- des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn ab vor ihren Hohen Rat-2-; -1) das Presbyterium.   2) ihr Synedrium.++
2787#Lukas,22,67#67. und sie sprachen: Bist du der Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sagte, so würdet ihr es nicht glauben;
2788#Lukas,22,68#68. wenn ich aber auch fragte, so würdet ihr mir nicht antworten.
2789#Lukas,22,69#69. Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.
2790#Lukas,22,70#70. Da sprachen sie alle: Bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget, was ich bin-1-! -1) o: Ihr saget's, denn ich bin es.++
2791#Lukas,22,71#71. Da sprachen sie: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Denn wir selbst haben es aus seinem Munde gehört.
2792#Lukas,23,1#1. UND die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus.
2793#Lukas,23,2#2. Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben gefunden, daß dieser das Volk verführt und ihm wehrt, dem Kaiser die Steuern zu zahlen, und behauptet, er sei Christus, der König.
2794#Lukas,23,3#3. Da fragte ihn Pilatus und sprach: Du bist der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es!
2795#Lukas,23,4#4. Da sprach Pilatus zu den Hohenpriestern und dem Volk: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!
2796#Lukas,23,5#5. Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er lehrt in ganz Judäa, was er zuerst in Galiläa tat und (fortsetzte) bis hierher!
2797#Lukas,23,6#6. Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei.
2798#Lukas,23,7#7. Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls zu Jerusalem war.
2799#Lukas,23,8#8. Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen.
2800#Lukas,23,9#9. Er legte ihm denn auch viele Fragen vor; aber Jesus gab ihm keine Antwort.
2801#Lukas,23,10#10. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten standen da und verklagten ihn heftig.
2802#Lukas,23,11#11. Und Herodes samt seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete ihn, zog ihm ein weißes Kleid an und schickte ihn wieder zu Pilatus.
2803#Lukas,23,12#12. An demselben Tage schlossen Pilatus und Herodes Freundschaft miteinander, denn zuvor waren sie einander feind gewesen.
2804#Lukas,23,13#13. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen
2805#Lukas,23,14#14. und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk abtrünnig; und siehe, als ich ihn vor euch verhörte, habe ich an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deren ihr ihn anklagt,
2806#Lukas,23,15#15. aber auch Herodes nicht; denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt, und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre.
2807#Lukas,23,16#16. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen.
2808#Lukas,23,17#17. Er mußte ihnen aber auf das Fest einen freigeben.
2809#Lukas,23,18#18. Da schrie aber der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas frei!
2810#Lukas,23,19#19. Der war wegen eines in der Stadt vorgefallenen Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
2811#Lukas,23,20#20. Da redete ihnen Pilatus noch einmal zu, weil er Jesus freizulassen wünschte.
2812#Lukas,23,21#21. Sie aber riefen dagegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!
2813#Lukas,23,22#22. Und zum drittenmal sprach er zu ihnen: Was hat dieser denn Böses getan? Ich habe keine des Todes würdige Schuld an ihm gefunden. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen.
2814#Lukas,23,23#23. Sie aber hielten an mit lautem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt werde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand.
2815#Lukas,23,24#24. Da entschied Pilatus, daß ihre Forderung erfüllt werde,
2816#Lukas,23,25#25. und gab ihnen den frei, welcher eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefängnis geworfen worden war, den sie begehrten; Jesus aber übergab er ihrem Willen.
2817#Lukas,23,26#26. UND als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage.
2818#Lukas,23,27#27. Es folgte ihm aber eine große Volksmenge, auch Frauen, die ihn beklagten und betrauerten.
2819#Lukas,23,28#28. Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch selbst und über eure Kinder!
2820#Lukas,23,29#29. Denn siehe, es kommen Tage, da man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!
2821#Lukas,23,30#30. Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! - und zu den Hügeln: Bedecket uns!
2822#Lukas,23,31#31. Denn wenn man das am grünen Holze tut, was wird am dürren geschehen?
2823#Lukas,23,32#32. Es wurden aber auch zwei andere hingeführt, Übeltäter, um mit ihm hingerichtet zu werden.
2824#Lukas,23,33#33. Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie daselbst ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken.
2825#Lukas,23,34#34. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los.
2826#Lukas,23,35#35. Und das Volk stand da und sah zu. Es spotteten-1- aber auch die Obersten und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er Christus ist, der Auserwählte Gottes! -1) w: rümpften die Nase.++
2827#Lukas,23,36#36. Es verspotteten ihn aber auch die Kriegsknechte, indem sie herzutraten, ihm Essig brachten
2828#Lukas,23,37#37. und sprachen: Bist du der König der Juden, so rette dich selbst!
2829#Lukas,23,38#38. Es stand aber auch eine Inschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Dieser ist der König der Juden.
2830#Lukas,23,39#39. Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns!
2831#Lukas,23,40#40. Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in gleichem Gerichte bist?
2832#Lukas,23,41#41. Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan!
2833#Lukas,23,42#42. Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du zu-1- deiner Königswürde kommst! -1) aüs: in deiner.++
2834#Lukas,23,43#43. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!
2835#Lukas,23,44#44. Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
2836#Lukas,23,45#45. Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei.
2837#Lukas,23,46#46. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
2838#Lukas,23,47#47. Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht!
2839#Lukas,23,48#48. Und die ganze Volksmenge, die herbeigekommen war zu diesem Schauspiel, als sie sah, was geschah, schlug sich an die Brust und kehrte um.
2840#Lukas,23,49#49. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm von Galiläa her nachgefolgt waren, und sahen dies.
2841#Lukas,23,50#50. UND siehe, ein Mann namens Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann
2842#Lukas,23,51#51. <der ihrem Rat und Tun nicht beigestimmt hatte> von Arimathia, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete, -
2843#Lukas,23,52#52. dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu
2844#Lukas,23,53#53. und nahm ihn herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in eine ausgehauene Gruft, worin noch niemand gelegen hatte.
2845#Lukas,23,54#54. Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.
2846#Lukas,23,55#55. Die Frauen aber, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleite und sahen sich die Gruft an und wie sein Leib hineingelegt wurde.
2847#Lukas,23,56#56. Dann kehrten sie zurück und bereiteten Spezereien und Salben; am Sabbat aber ruhten sie nach dem Gesetz.
2848#Lukas,24,1#1. AM ersten Tage der Woche aber, früh morgens, kamen sie zur Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten.
2849#Lukas,24,2#2. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt.
2850#Lukas,24,3#3. Und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.
2851#Lukas,24,4#4. Und es begab sich, als sie deswegen ratlos waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlenden Kleidern bei ihnen.
2852#Lukas,24,5#5. Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten?
2853#Lukas,24,6#6. Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden! Denket daran, wie er zu euch redete, als er noch in Galiläa war
2854#Lukas,24,7#7. und sagte: Des Menschen Sohn muß in die Hände sündiger Menschen überantwortet und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.
2855#Lukas,24,8#8. Da erinnerten sie sich seiner Worte,
2856#Lukas,24,9#9. kehrten vom Grabe zurück und verkündigten das alles den Elfen und allen übrigen.
2857#Lukas,24,10#10. Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter; sie und die übrigen sagten dies den Aposteln.
2858#Lukas,24,11#11. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.
2859#Lukas,24,12#12. Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und ging nach Hause, voll Staunen über das, was geschehen war.
2860#Lukas,24,13#13. Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechzig Stadien entfernt war, namens Emmaus.
2861#Lukas,24,14#14. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen.
2862#Lukas,24,15#15. Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
2863#Lukas,24,16#16. Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten.
2864#Lukas,24,17#17. Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr unterwegs miteinander wechselt, und seid so traurig-1-? -1) aL: und sie blieben traurig stehen.++
2865#Lukas,24,18#18. Da antwortete der eine namens Kleopas und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was daselbst in diesen Tagen geschehen ist?
2866#Lukas,24,19#19. Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk;
2867#Lukas,24,20#20. wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben, daß er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde.
2868#Lukas,24,21#21. Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem ist heute schon der dritte Tag, seit solches geschehen ist.
2869#Lukas,24,22#22. Zudem haben uns auch einige Frauen aus unserer Mitte in Verwirrung gebracht; sie waren am Morgen früh beim Grabe,
2870#Lukas,24,23#23. fanden seinen Leib nicht, kamen und sagten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagten, er lebe.
2871#Lukas,24,24#24. Und etliche der Unsrigen gingen hin zum Grabe und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten, ihn selbst aber haben sie nicht gesehen.
2872#Lukas,24,25#25. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren! Wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben!
2873#Lukas,24,26#26. Mußte nicht Christus solches leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
2874#Lukas,24,27#27. Und er hob an von Mose und von allen Propheten, und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog.
2875#Lukas,24,28#28. Und sie näherten sich dem Flecken, wohin sie wanderten, und er stellte sich, als wollte er weitergehen.
2876#Lukas,24,29#29. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt! Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.
2877#Lukas,24,30#30. Und es begab sich, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen.
2878#Lukas,24,31#31. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen.
2879#Lukas,24,32#32. Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg, als er uns die Schrift öffnete?
2880#Lukas,24,33#33. Und sie standen auf in derselben Stunde und kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und ihre Genossen versammelt,
2881#Lukas,24,34#34. die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen!
2882#Lukas,24,35#35. Und sie selbst erzählten, was auf dem Wege geschehen, und wie er von ihnen am Brotbrechen erkannt worden war.
2883#Lukas,24,36#36. Während sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
2884#Lukas,24,37#37. Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen.
2885#Lukas,24,38#38. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen?
2886#Lukas,24,39#39. Sehet an meinen Händen und Füßen, daß ich es bin! Rühret mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe.
2887#Lukas,24,40#40. Und indem er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.
2888#Lukas,24,41#41. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
2889#Lukas,24,42#42. Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und von einem Honigwaben.
2890#Lukas,24,43#43. Und er nahm es und aß vor ihnen.
2891#Lukas,24,44#44. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.
2892#Lukas,24,45#45. Da öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen,
2893#Lukas,24,46#46. und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, daß Christus leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen werde,
2894#Lukas,24,47#47. und daß in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Völkern. 48. Fanget an in Jerusalem,
2895#Lukas,24,48#Zeugen davon zu sein!
2896#Lukas,24,49#49. Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
2897#Lukas,24,50#50. Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie.
2898#Lukas,24,51#51. Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel.
2899#Lukas,24,52#52. Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude
2900#Lukas,24,53#53. und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott.

1072#Markus,1,1#1. ANFANG des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes.
1073#Markus,1,2#2. Wie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.
1074#Markus,1,3#3. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!»
1075#Markus,1,4#4. So begann Johannes in der Wüste, taufte und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.
1076#Markus,1,5#5. Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem, und sie wurden im Jordan von ihm getauft, wenn sie ihre Sünden bekannten.
1077#Markus,1,6#6. Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig.
1078#Markus,1,7#7. Und er predigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, für den ich nicht gut genug bin, gebückt seinen Schuhriemen aufzulösen.
1079#Markus,1,8#8. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen.
1080#Markus,1,9#9. Und es begab sich in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.
1081#Markus,1,10#10. Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabsteigen.
1082#Markus,1,11#11. Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!
1083#Markus,1,12#12. Und alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
1084#Markus,1,13#13. Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
1085#Markus,1,14#14. NACHDEM aber Johannes überantwortet-1- worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reiche Gottes -1) gefangengesetzt.++
1086#Markus,1,15#15. und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe: Tut Buße und glaubet an das Evangelium!
1087#Markus,1,16#16. Und als er am galiläischen Meere-1- wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
1088#Markus,1,17#17. Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen!
1089#Markus,1,18#18. Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach.
1090#Markus,1,19#19. Und als er von da ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, des Zebedäus Sohn, und seinen Bruder Johannes, welche auch im Schiffe die Netze bereitmachten.
1091#Markus,1,20#20. Und alsbald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Taglöhnern im Schiff und folgten ihm nach.
1092#Markus,1,21#21. Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
1093#Markus,1,22#22. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
1094#Markus,1,23#23. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie
1095#Markus,1,24#24. und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
1096#Markus,1,25#25. Aber Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
1097#Markus,1,26#26. Da riß der unreine Geist ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
1098#Markus,1,27#27. Und sie erstaunten alle, so daß sie sich untereinander befragten, und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre! Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm.
1099#Markus,1,28#28. Und das Gerücht von ihm verbreitete sich alsbald in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa.
1100#Markus,1,29#29. Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes.
1101#Markus,1,30#30. Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr.
1102#Markus,1,31#31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen.
1103#Markus,1,32#32. Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen.
1104#Markus,1,33#33. Und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt.
1105#Markus,1,34#34. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
1106#Markus,1,35#35. Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete daselbst.
1107#Markus,1,36#36. Und Simon eilte ihm nach, samt denen, die bei ihm waren;
1108#Markus,1,37#37. und als sie ihn gefunden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich!
1109#Markus,1,38#38. Und er spricht zu ihnen: Laßt uns anderswohin, in die nächsten Flecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.
1110#Markus,1,39#39. Und er ging und predigte in ganz Galiläa in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
1111#Markus,1,40#40. Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Wenn du willst, kannst du mich reinigen!
1112#Markus,1,41#41. Da erbarmte sich Jesus seiner, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!
1113#Markus,1,42#42. Und während er redete, wich der Aussatz alsbald von ihm, und er wurde rein.
1114#Markus,1,43#43. Und er bedrohte ihn und schickte ihn alsbald fort
1115#Markus,1,44#44. und sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
1116#Markus,1,45#45. Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache-1- überall aus, so daß Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm. -1) w: das Wort.++
1117#Markus,2,1#1. UND nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und als man hörte, daß er im Hause wäre,
1118#Markus,2,2#2. versammelten sich alsbald viele, so daß kein Raum mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er predigte ihnen das Wort.
1119#Markus,2,3#3. Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde.
1120#Markus,2,4#4. Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie durchgebrochen, ließen sie das Bett, darauf der Gelähmte lag, herab.
1121#Markus,2,5#5. Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
1122#Markus,2,6#6. Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen:
1123#Markus,2,7#7. Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?
1124#Markus,2,8#8. Und alsbald merkte Jesus kraft seines Geistes, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen?
1125#Markus,2,9#9. Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? - oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle?
1126#Markus,2,10#10. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, - sprach er zu dem Gelähmten:
1127#Markus,2,11#11. Ich sage dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim!
1128#Markus,2,12#12. Und er stand auf, nahm alsbald sein Bett und ging vor aller Augen hinaus; so daß sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: Solches haben wir noch nie gesehen!
1129#Markus,2,13#13. Und er ging wieder an das Meer hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie.
1130#Markus,2,14#14. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm.
1131#Markus,2,15#15. Und es begab sich, als er in dessen Hause zu Tische saß, daß auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten.
1132#Markus,2,16#16. Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer sahen, daß er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?
1133#Markus,2,17#17. Und als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.
1134#Markus,2,18#18. Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu fasten; und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
1135#Markus,2,19#19. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.
1136#Markus,2,20#20. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird, alsdann werden sie fasten, an jenem Tage.
1137#Markus,2,21#21. Niemand näht ein Stück ungewalkten Tuches auf ein altes Kleid; sonst reißt die Füllung davon ab, das neue von dem alten, und der Riß wird ärger.
1138#Markus,2,22#22. Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein ist in neue Schläuche zu fassen.
1139#Markus,2,23#23. UND es begab sich, daß er am Sabbat durch die Saatfelder wandelte. Und seine Jünger fingen an, auf dem Wege die Ähren abzustreifen.
1140#Markus,2,24#24. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
1141#Markus,2,25#25. Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte,
1142#Markus,2,26#26. wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohenpriesters Abjathar und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und (wie er) auch denen davon gab, die bei ihm waren?
1143#Markus,2,27#27. Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.
1144#Markus,2,28#28. Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats.
1145#Markus,3,1#1. Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.
1146#Markus,3,2#2. Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
1147#Markus,3,3#3. Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte!
1148#Markus,3,4#4. Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen.
1149#Markus,3,5#5. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.
1150#Markus,3,6#6. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten alsbald mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn umbringen könnten.
1151#Markus,3,7#7. Aber Jesus entwich mit seinen Jüngern an das Meer; und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach; auch aus Judäa
1152#Markus,3,8#8. und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Zidon kamen große Scharen zu ihm, da sie gehört hatten, wie viel er tat.
1153#Markus,3,9#9. Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht drängten.
1154#Markus,3,10#10. Denn er heilte viele, so daß alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren.
1155#Markus,3,11#11. Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes!
1156#Markus,3,12#12. Und er drohte ihnen sehr, daß sie ihn nicht offenbar machen sollten.
1157#Markus,3,13#13. Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm.
1158#Markus,3,14#14. Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen
1159#Markus,3,15#15. und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben:
1160#Markus,3,16#16. Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte,
1161#Markus,3,17#17. und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, beilegte;
1162#Markus,3,18#18. und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananäer,
1163#Markus,3,19#19. und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.
1164#Markus,3,20#20. Und sie traten in das Haus, und das Volk kam abermals zusammen, also daß sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten.
1165#Markus,3,21#21. Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen!
1166#Markus,3,22#22. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
1167#Markus,3,23#23. Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben?
1168#Markus,3,24#24. Und wenn ein Reich in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen.
1169#Markus,3,25#25. Und wenn ein Haus in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen.
1170#Markus,3,26#26. Und wenn der Satan wider sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende.
1171#Markus,3,27#27. Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er binde zuvor den Starken; dann erst wird er sein Haus berauben.
1172#Markus,3,28#28. Wahrlich, ich sage euch, alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern;
1173#Markus,3,29#29. wer aber wider den heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einer ewigen Sünde schuldig.
1174#Markus,3,30#30. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.
1175#Markus,3,31#31. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.
1176#Markus,3,32#32. Und das Volk saß um ihn her. Und sie sagten zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.
1177#Markus,3,33#33. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter, oder meine Brüder?
1178#Markus,3,34#34. Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!
1179#Markus,3,35#35. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
1180#Markus,4,1#1. UND er fing abermals an zu lehren am Meere. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, so daß er in das Schiff stieg und auf dem Meere sich darin niedersetzte; und alles Volk war am Meer auf dem Lande.
1181#Markus,4,2#2. Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre:
1182#Markus,4,3#3. Höret zu! Siehe, der Sämann ging aus, zu säen.
1183#Markus,4,4#4. Und es begab sich, indem er säte, daß etliches an den Weg fiel; und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf.
1184#Markus,4,5#5. Anderes aber fiel auf steinigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
1185#Markus,4,6#6. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es.
1186#Markus,4,7#7. Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht.
1187#Markus,4,8#8. Und anderes fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, die aufwuchs und zunahm; und etliches trug dreißigfältig, etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig.
1188#Markus,4,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1189#Markus,4,10#10. Als er nun allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis.
1190#Markus,4,11#11. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes (zu erkennen), denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
1191#Markus,4,12#12. auf daß sie mit Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben werde.
1192#Markus,4,13#13. Und er spricht zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollt ihr alle Gleichnisse verstehen?
1193#Markus,4,14#14. Der Sämann sät das Wort.
1194#Markus,4,15#15. Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist.
1195#Markus,4,16#16. Gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, alsbald mit Freuden aufnehmen;
1196#Markus,4,17#17. aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch-1-; hernach, wenn Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, nehmen sie alsbald Anstoß. -1) o: Kinder des Augenblicks.++
1197#Markus,4,18#18. Andere sind, bei denen unter die Dornen gesät wurde; das sind die, welche das Wort hörten;
1198#Markus,4,19#19. aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach andern Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.
1199#Markus,4,20#20. Die aber auf das gute Erdreich gesät sind, das sind die, welche das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.
1200#Markus,4,21#21. Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt werde, und nicht vielmehr, daß man es auf den Leuchter setze?
1201#Markus,4,22#22. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts geschieht so heimlich, daß es nicht an den Tag käme.
1202#Markus,4,23#23. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1203#Markus,4,24#24. Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.
1204#Markus,4,25#25. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
1205#Markus,4,26#26. Und er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft
1206#Markus,4,27#27. und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß.
1207#Markus,4,28#28. Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, hernach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
1208#Markus,4,29#29. Wenn aber die Frucht sich darbietet, schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
1209#Markus,4,30#30. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder unter was für einem Gleichnis wollen wir es darstellen?
1210#Markus,4,31#31. Es ist einem Senfkorn gleich, welches, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden.
1211#Markus,4,32#32. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.
1212#Markus,4,33#33. Und in vielen solchen Gleichnissen trug er ihnen seine Lehre vor, wie sie es zu hören vermochten.
1213#Markus,4,34#34. Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; beiseite aber legte er seinen Jüngern alles aus.
1214#Markus,4,35#35. UND an jenem Tage, als es Abend geworden, sprach er zu ihnen: Lasset uns hinüberfahren!
1215#Markus,4,36#36. Und nachdem sie das Volk entlassen, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiffe war; es waren aber auch andere Schiffe bei ihm.
1216#Markus,4,37#37. Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, so daß es sich schon zu füllen begann.
1217#Markus,4,38#38. Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?
1218#Markus,4,39#39. Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zum Meere: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es ward eine große Stille.
1219#Markus,4,40#40. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?
1220#Markus,4,41#41. Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist doch der, daß auch der Wind und das Meer ihm gehorsam sind?
1221#Markus,5,1#1. Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres in die Landschaft der Gadarener-1-. -1) w: Gerasener.++
1222#Markus,5,2#2. Und als er aus dem Schiffe gestiegen war, lief ihm alsbald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen,
1223#Markus,5,3#3. der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten;
1224#Markus,5,4#4. denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand vermochte ihn zu bändigen.
1225#Markus,5,5#5. Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Gräbern und auf den Bergen, schrie und schlug sich selbst mit Steinen.
1226#Markus,5,6#6. Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,
1227#Markus,5,7#7. schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest!
1228#Markus,5,8#8. Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen!
1229#Markus,5,9#9. Und er fragte ihn: Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind viele!
1230#Markus,5,10#10. Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Lande zu verweisen.
1231#Markus,5,11#11. Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide.
1232#Markus,5,12#12. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!
1233#Markus,5,13#13. Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in das Meer <ihrer waren etwa zweitausend>, und sie ertranken im Meer.
1234#Markus,5,14#14. Die Hirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus zu sehen, was da geschehen war.
1235#Markus,5,15#15. Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.
1236#Markus,5,16#16. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und das von den Schweinen.
1237#Markus,5,17#17. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge aus ihren Grenzen weichen.
1238#Markus,5,18#18. Und als er in das Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, daß er bei ihm bleiben dürfe.
1239#Markus,5,19#19. Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, wie Großes der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat!
1240#Markus,5,20#20. Und er ging hin und fing an im Gebiet der Zehn-Städte zu verkündigen, wie Großes Jesus an ihm getan habe; und jedermann verwunderte sich.
1241#Markus,5,21#21. UND als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer.
1242#Markus,5,22#22. Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen,
1243#Markus,5,23#23. bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; ich bitte dich, komm und lege ihr die Hände auf, daß sie gesund werde und am Leben bleibe!
1244#Markus,5,24#24. Und er ging mit ihm; und es folgte ihm viel Volk nach, und sie drängten ihn.
1245#Markus,5,25#25. Und es war eine Frau, die hatte zwölf Jahre den Blutfluß,
1246#Markus,5,26#26. und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, ohne daß es ihr geholfen hätte, - es war vielmehr noch schlimmer mit ihr geworden.
1247#Markus,5,27#27. Als sie nun von Jesus hörte, kam sie unter dem Volke von hinten herzu und rührte sein Kleid an.
1248#Markus,5,28#28. Denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, so ist mir geholfen!
1249#Markus,5,29#29. Und alsbald vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leibe, daß sie von der Plage geheilt war.
1250#Markus,5,30#30. Jesus aber, der an sich selbst bemerkt hatte, daß eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich alsbald unter dem Volke um und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?
1251#Markus,5,31#31. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?
1252#Markus,5,32#32. Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.
1253#Markus,5,33#33. Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.
1254#Markus,5,34#34. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund!
1255#Markus,5,35#35. Während er noch redete, kommen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprechen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch?
1256#Markus,5,36#36. Sobald aber Jesus dies Wort hörte, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!
1257#Markus,5,37#37. Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
1258#Markus,5,38#38. Und er kommt in das Haus des Obersten der Synagoge und sieht das Getümmel und wie arg sie weinten und heulten.
1259#Markus,5,39#39. Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was macht ihr für ein Getümmel und weint? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.
1260#Markus,5,40#40. Und sie verlachten ihn. Er aber, nachdem er alle hinausgewiesen, nahm mit sich des Kindes Vater und Mutter und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag.
1261#Markus,5,41#41. Und er ergriff des Kindes Hand und sprach zu ihm: Talita kumi, das heißt übersetzt: Mägdlein, ich sage dir, stehe auf!
1262#Markus,5,42#42. Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sehr.
1263#Markus,5,43#43. Und er gebot ihnen ernstlich, daß es niemand erfahren dürfe, und befahl, man solle ihr zu essen geben.
1264#Markus,6,1#1. UND er zog von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach.
1265#Markus,6,2#2. Und als der Sabbat kam, fing er an in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und geschehen solche Taten durch seine Hände?
1266#Markus,6,3#3. Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
1267#Markus,6,4#4. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.
1268#Markus,6,5#5. Und er konnte daselbst kein Wunder tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
1269#Markus,6,6#6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens und zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.
1270#Markus,6,7#7. UND er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister.
1271#Markus,6,8#8. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel,
1272#Markus,6,9#9. sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen.
1273#Markus,6,10#10. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet.
1274#Markus,6,11#11. Und wenn ein Ort euch nicht aufnimmt und man euch nicht hören will, da zieht von dannen und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.
1275#Markus,6,12#12. Und sie gingen und predigten, man solle Buße tun,
1276#Markus,6,13#13. und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
1277#Markus,6,14#14. UND der König Herodes hörte das <denn sein Name ward bekannt>, und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum wirken die Wunderkräfte durch ihn!
1278#Markus,6,15#15. Andere aber sprachen: Es ist Elia; wieder andere: Es ist ein Prophet oder wie einer der Propheten.
1279#Markus,6,16#16. Da es also Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist (von den Toten) auferstanden!
1280#Markus,6,17#17. Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen, wegen Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.
1281#Markus,6,18#18. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib zu haben!
1282#Markus,6,19#19. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und sie vermochte es nicht.
1283#Markus,6,20#20. Denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn und gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.
1284#Markus,6,21#21. Als aber ein gelegener Tag kam, da Herodes seinen Großen und Obersten und den Vornehmsten des galiläischen Landes an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
1285#Markus,6,22#22. da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte. Das gefiel dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, so will ich es dir geben!
1286#Markus,6,23#23. Und er schwur ihr: Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.
1287#Markus,6,24#24. Da ging sie hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich erbitten? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes des Täufers!
1288#Markus,6,25#25. Und alsbald ging sie eilends zum König hinein, bat und sprach: Ich will, daß du mir gäbest jetzt gleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
1289#Markus,6,26#26. Da ward der König sehr betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tische saßen, wollte er sie nicht abweisen.
1290#Markus,6,27#27. Und der König schickte alsbald einen von der Wache hin und befahl, sein Haupt zu bringen. 28. Dieser ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis
1291#Markus,6,28#und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
1292#Markus,6,29#29. Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
1293#Markus,6,30#30. Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündigten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
1294#Markus,6,31#31. Und er sprach zu ihnen: Kommet ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab- und zugingen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.
1295#Markus,6,32#32. Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort.
1296#Markus,6,33#33. Und viele sahen sie wegfahren und merkten es; und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor.
1297#Markus,6,34#34. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge Volks und hatte Erbarmen mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren.
1298#Markus,6,35#35. Und als nun der Tag fast dahin war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist öde, und der Tag ist fast dahin.
1299#Markus,6,36#36. Entlasse sie, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.
1300#Markus,6,37#37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
1301#Markus,6,38#38. Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Gehet hin und sehet! Und als sie es erkundigt hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.
1302#Markus,6,39#39. Und er befahl ihnen, daß sich alle nach Tischgesellschaften ins grüne Gras setzen sollten.
1303#Markus,6,40#40. Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig.
1304#Markus,6,41#41. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel empor und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.
1305#Markus,6,42#42. Und sie aßen alle und wurden satt.
1306#Markus,6,43#43. Und sie hoben auf an Brocken zwölf Körbe voll, und von den Fischen.
1307#Markus,6,44#44. Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
1308#Markus,6,45#45. Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, voraus zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte.
1309#Markus,6,46#46. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.
1310#Markus,6,47#47. Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere und er allein auf dem Lande.
1311#Markus,6,48#48. Und er sah, daß sie beim Rudern Not litten; denn der Wind war ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen, auf dem Meere wandelnd; und er wollte bei ihnen vorübergehen.
1312#Markus,6,49#49. Als sie ihn aber auf dem Meere wandeln sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrieen.
1313#Markus,6,50#50. Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Er aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!
1314#Markus,6,51#51. Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich.
1315#Markus,6,52#52. Denn sie waren nicht verständig geworden durch die Brote; denn ihr Herz war verhärtet.
1316#Markus,6,53#53. Und sie fuhren hinüber ans Land, kamen nach Genezareth und landeten dort.
1317#Markus,6,54#54. Und als sie aus dem Schiffe traten, erkannten die Leute ihn alsbald,
1318#Markus,6,55#55. durchliefen die ganze umliegende Landschaft und fingen an, die Kranken auf den Betten dorthin zu tragen, wo sie hörten, daß er sei.
1319#Markus,6,56#56. Und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften. Und so viele ihn anrührten, die wurden gesund.
1320#Markus,7,1#1. UND es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren,
1321#Markus,7,2#2. und als sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen
1322#Markus,7,3#3. <denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, sie haben denn zuvor gründlich die Hände gewaschen, weil sie die Überlieferung der Alten halten.
1323#Markus,7,4#4. Und wenn sie vom Markte kommen, essen sie nicht, ohne sich zu baden-1-. Und noch viel anderes haben sie zu halten angenommen, nämlich das Untertauchen von Bechern und Krügen und ehernen Geschirren und Stühlen>, -1) aL: abzuspülen.++
1324#Markus,7,5#5. da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?
1325#Markus,7,6#6. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir;
1326#Markus,7,7#7. aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.»
1327#Markus,7,8#8. Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und Bechern, und viel anderes dergleichen tut ihr.
1328#Markus,7,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wohl fein verwerfet ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten.
1329#Markus,7,10#10. Denn Mose hat gesagt: «Ehre deinen Vater und deine Mutter» und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.»
1330#Markus,7,11#11. Ihr aber sagt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: «Korban», das heißt zum Opfer ist vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte,
1331#Markus,7,12#12. so muß er für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr tun.
1332#Markus,7,13#13. Also hebet ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und dergleichen tut ihr viel.
1333#Markus,7,14#14. Und er rief alles Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und merket!
1334#Markus,7,15#15. Es ist nichts außerhalb des Menschen, das, wenn es in ihn hineingeht, ihn verunreinigen kann; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt.
1335#Markus,7,16#16. Hat jemand Ohren zu hören, der höre!
1336#Markus,7,17#17. Und als er vom Volke weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis.
1337#Markus,7,18#18. Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Merket ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann?
1338#Markus,7,19#19. Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.
1339#Markus,7,20#20. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
1340#Markus,7,21#21. Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen hervor die bösen Gedanken, Unzucht, Mord, Diebstahl,
1341#Markus,7,22#22. Ehebruch, Geiz, Bosheit, Betrug, Üppigkeit, Neid, Lästerung, Hoffart, Unvernunft.
1342#Markus,7,23#23. All dies Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.
1343#Markus,7,24#24. UND er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in ein Haus, wollte aber nicht, daß es jemand erführe, und konnte doch nicht verborgen bleiben.
1344#Markus,7,25#25. Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen;
1345#Markus,7,26#26. die Frau war aber eine Griechin, aus Syrophönizien gebürtig; und sie bat ihn, er möge den Dämon von ihrer Tochter austreiben.
1346#Markus,7,27#27. Aber Jesus sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, daß man den Kindern das Brot nimmt und es den Hündlein hinwirft!
1347#Markus,7,28#28. Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und die Hündlein unter dem Tisch essen (nur) von den Brosamen der Kinder!
1348#Markus,7,29#29. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren.
1349#Markus,7,30#30. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie die Tochter auf dem Bette liegend und den Dämon ausgefahren.
1350#Markus,7,31#31. UND er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und begab sich durch Zidon nach dem galiläischen Meer, mitten in die Landschaft der Zehn-Städte.
1351#Markus,7,32#32. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen.
1352#Markus,7,33#33. Und er nahm ihn von dem Volk abseits, legte ihm die Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel.
1353#Markus,7,34#34. Dann blickte er gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: «Ephata!» das heißt, tue dich auf!
1354#Markus,7,35#35. Und alsbald wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig.
1355#Markus,7,36#36. Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es kund.
1356#Markus,7,37#37. Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden!
1357#Markus,8,1#1. In jenen Tagen, als sehr viel Volk zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
1358#Markus,8,2#2. Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.
1359#Markus,8,3#3. Und wenn ich sie nüchtern nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Wege erliegen; denn etliche von ihnen sind von weither gekommen.
1360#Markus,8,4#4. Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Wüste mit Brot sättigen?
1361#Markus,8,5#5. Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.
1362#Markus,8,6#6. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde niederzusetzen, und nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie vorlegten. Und sie legten sie dem Volke vor.
1363#Markus,8,7#7. Sie hatten auch noch einige Fischlein; und nach einem Segensspruch befahl er, auch diese vorzulegen.
1364#Markus,8,8#8. Und sie aßen und wurden satt und hoben an übriggebliebenen Brocken noch sieben Körbe auf.
1365#Markus,8,9#9. Es waren ihrer etwa viertausend; und er entließ sie.
1366#Markus,8,10#10. Und alsbald stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha.
1367#Markus,8,11#11. Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, sich mit ihm zu besprechen, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn auf die Probe zu stellen.
1368#Markus,8,12#12. Und er seufzte in seinem Geiste und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden.
1369#Markus,8,13#13. Und er ließ sie, stieg wieder in das Schiff und fuhr ans jenseitige Ufer.
1370#Markus,8,14#14. Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen, und hatten nur ein Brot bei sich im Schiff.
1371#Markus,8,15#15. Und er gebot ihnen und sprach: Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!
1372#Markus,8,16#16. Und sie besprachen sich untereinander und sagten: Weil wir kein Brot haben!
1373#Markus,8,17#17. Und als es Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was machet ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot habt? Verstehet ihr noch nicht und begreifet ihr noch nicht? Habt ihr noch euer verhärtetes Herz?
1374#Markus,8,18#18. Habt Augen und sehet nicht, Ohren und höret nicht? Und denket ihr nicht daran,
1375#Markus,8,19#19. als ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wieviel Körbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie sprachen zu ihm: Zwölf!
1376#Markus,8,20#20. Und als ich die sieben für die Viertausend brach, wieviel Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Sie sprachen: Sieben!
1377#Markus,8,21#21. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr denn noch so unverständig?
1378#Markus,8,22#22. UND sie kommen nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, daß er ihn anrühre.
1379#Markus,8,23#23. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sähe.
1380#Markus,8,24#24. Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume!
1381#Markus,8,25#25. Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wieder hergestellt und sah alles deutlich.
1382#Markus,8,26#26. Und er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemandem im Dorfe sagen!
1383#Markus,8,27#27. Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute?
1384#Markus,8,28#28. Sie antworteten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer; und andere, du seiest Elia; andere aber, du seiest einer der Propheten.
1385#Markus,8,29#29. Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!
1386#Markus,8,30#30. Und er gebot ihnen ernstlich, daß sie das niemandem von ihm sagen sollten.
1387#Markus,8,31#31. Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen.
1388#Markus,8,32#32. Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.
1389#Markus,8,33#33. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
1390#Markus,8,34#34. Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
1391#Markus,8,35#35. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. -1) o: sein Leben; so auch V. 36.++
1392#Markus,8,36#36. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein?
1393#Markus,8,37#37. Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele-1- geben? -1) o: seines Lebens.++
1394#Markus,8,38#38. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
1395#Markus,9,1#1. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes mit Macht haben kommen sehen.
1396#Markus,9,2#2. UND nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt-1-, -1) w: verwandelt.++
1397#Markus,9,3#3. und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.
1398#Markus,9,4#4. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus.
1399#Markus,9,5#5. Und Petrus hob an und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine!
1400#Markus,9,6#6. Er wußte nämlich nicht, was er sagte; denn sie waren voller Furcht.
1401#Markus,9,7#7. Und eine Wolke kam, die überschattete sie, und eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
1402#Markus,9,8#8. Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.
1403#Markus,9,9#9. Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden sei.
1404#Markus,9,10#10. Und sie behielten das Wort bei sich und besprachen sich untereinander, was das Auferstehen von den Toten bedeute.
1405#Markus,9,11#11. Und sie fragten ihn und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse?
1406#Markus,9,12#12. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt zwar zuvor und stellt alles her; und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben? Daß er viel leiden und verachtet werden müsse!
1407#Markus,9,13#13. Aber ich sage euch, daß Elia schon gekommen ist, und sie taten ihm, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
1408#Markus,9,14#14. Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen.
1409#Markus,9,15#15. Und alsbald geriet die ganze Menge in Bewegung, als sie ihn sahen, und sie liefen herzu und grüßten ihn.
1410#Markus,9,16#16. Und er fragte die Schriftgelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen?
1411#Markus,9,17#17. Und einer aus dem Volke antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
1412#Markus,9,18#18. und wo der ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr-1-; und ich habe zu deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht! -1) w: vertrocknet.+
1413#Markus,9,19#19. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir!
1414#Markus,9,20#20. Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, riß er ihn heftig, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.
1415#Markus,9,21#21. Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
1416#Markus,9,22#22. und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns!
1417#Markus,9,23#23. Jesus aber sprach zu ihm: «Wenn du etwas kannst?» - Alles ist möglich dem, der glaubt!
1418#Markus,9,24#24. Und alsbald schrie der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
1419#Markus,9,25#25. Da nun Jesus das Volk herbeilaufen sah, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
1420#Markus,9,26#26. Da schrie er und riß ihn heftig und fuhr aus; und der Knabe wurde wie tot, so daß auch viele sagten: Er ist tot!
1421#Markus,9,27#27. Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
1422#Markus,9,28#28. Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
1423#Markus,9,29#29. Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten.
1424#Markus,9,30#30. Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, daß es jemand erfahre.
1425#Markus,9,31#31. Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände übergeben; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tage wieder auferstehen.
1426#Markus,9,32#32. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
1427#Markus,9,33#33. UND er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt?
1428#Markus,9,34#34. Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei.
1429#Markus,9,35#35. Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener.
1430#Markus,9,36#36. Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie; und nachdem er es in die Arme genommen, sprach er zu ihnen:
1431#Markus,9,37#37. Wer ein solches Kindlein in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
1432#Markus,9,38#38. Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt.
1433#Markus,9,39#39. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können.
1434#Markus,9,40#40. Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
1435#Markus,9,41#41. Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben.
1436#Markus,9,42#42. Wer aber einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
1437#Markus,9,43#43. Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß du als Krüppel in das Leben eingehest, als daß du beide Hände habest und in die Hölle fahrest, in das unauslöschliche Feuer,
1438#Markus,9,44#44. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1439#Markus,9,45#45. Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, daß du lahm in das Leben eingehest, als daß du beide Füße habest und in die Hölle geworfen werdest, in das unauslöschliche Feuer,
1440#Markus,9,46#46. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1441#Markus,9,47#47. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiße es aus! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Reich Gottes eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest,
1442#Markus,9,48#48. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1443#Markus,9,49#49. Denn ein jeglicher muß mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.
1444#Markus,9,50#50. Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz bei euch und haltet Frieden untereinander!
1445#Markus,10,1#1. UND er brach auf von dort und kam durch das Land jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa. Und abermals kam die Menge in Scharen zu ihm, und er lehrte sie wieder, wie er gewohnt war.
1446#Markus,10,2#2. Und die Pharisäer traten herzu, versuchten ihn und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen?
1447#Markus,10,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
1448#Markus,10,4#4. Sie sprachen: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und (die Frau) zu entlassen.
1449#Markus,10,5#5. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wegen der Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben;
1450#Markus,10,6#6. am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie erschaffen als Mann und Weib.
1451#Markus,10,7#7. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen;
1452#Markus,10,8#8. und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
1453#Markus,10,9#9. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
1454#Markus,10,10#10. Und seine Jünger fragten ihn zu Hause nochmals darüber.
1455#Markus,10,11#11. Und er sprach zu ihnen: Wer seine Frau entläßt und eine andere heiratet, der bricht an ihr die Ehe.
1456#Markus,10,12#12. Und wenn eine Frau ihren Mann entläßt und einen andern nimmt, so bricht sie die Ehe.
1457#Markus,10,13#13. Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber schalten die, welche sie brachten.
1458#Markus,10,14#14. Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!
1459#Markus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!
1460#Markus,10,16#16. Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
1461#Markus,10,17#17. Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
1462#Markus,10,18#18. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein!
1463#Markus,10,19#19. Du weißt die Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst nicht rauben! Ehre deinen Vater und deine Mutter!
1464#Markus,10,20#20. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dies alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.
1465#Markus,10,21#21. Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!
1466#Markus,10,22#22. Er aber ward traurig über diese Rede und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
1467#Markus,10,23#23. Da blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen!
1468#Markus,10,24#24. Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da hob Jesus wiederum an und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, in das Reich Gottes einzugehen!
1469#Markus,10,25#25. Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
1470#Markus,10,26#26. Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: Wer kann denn gerettet werden?
1471#Markus,10,27#27. Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
1472#Markus,10,28#28. Da hob Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
1473#Markus,10,29#29. Jesus antwortete ihm und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat,
1474#Markus,10,30#30. der nicht hundertfältig empfinge, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben.
1475#Markus,10,31#31. Viele der Ersten aber werden Letzte sein und Letzte die Ersten.
1476#Markus,10,32#32. Sie waren aber auf dem Wege und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen. Und er nahm die Zwölf abermal beiseite und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde:
1477#Markus,10,33#33. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern;
1478#Markus,10,34#34. und sie werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
1479#Markus,10,35#35. Da begaben sich Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, daß du uns gewährest, um was wir dich bitten!
1480#Markus,10,36#36. Er aber sprach zu ihnen: Was wünscht ihr, daß ich euch tun soll?
1481#Markus,10,37#37. Sie sprachen zu ihm: Verleihe uns, daß wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit!
1482#Markus,10,38#38. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?
1483#Markus,10,39#39. Sie sprachen zu ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet (zwar) den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde;
1484#Markus,10,40#40. aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern (es wird denen zuteil), welchen es bereitet ist.
1485#Markus,10,41#41. Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden.
1486#Markus,10,42#42. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß diejenigen, welche als Herrscher der Völker gelten, sie herrisch behandeln und daß ihre Großen sie vergewaltigen.
1487#Markus,10,43#43. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,
1488#Markus,10,44#44. und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht.
1489#Markus,10,45#45. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
1490#Markus,10,46#46. Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und vielem Volk, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Wege.
1491#Markus,10,47#47. Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth sei, hob er an, rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1492#Markus,10,48#48. Und es bedrohten ihn viele, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1493#Markus,10,49#49. Und Jesus stand still und ließ ihn rufen. Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf; er ruft dich!
1494#Markus,10,50#50. Er aber warf seinen Mantel ab, stand auf und kam zu Jesus.
1495#Markus,10,51#51. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich wieder sehend werde!
1496#Markus,10,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen-1-! Und alsbald sah er wieder und folgte Jesus nach auf dem Wege. -1) o: dich gerettet. So auch anderswo.++
1497#Markus,11,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger
1498#Markus,11,2#2. und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und führet es her.
1499#Markus,11,3#3. Und wenn jemand zu euch spricht: Warum tut ihr das? so saget: Der Herr bedarf seiner; so wird er es alsbald hierher schicken.
1500#Markus,11,4#4. Da gingen sie hin und fanden ein Füllen angebunden an einer Tür draußen am Scheidewege und lösten es ab.
1501#Markus,11,5#5. Und etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was machet ihr da, daß ihr das Füllen losbindet?
1502#Markus,11,6#6. Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen.
1503#Markus,11,7#7. Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe.
1504#Markus,11,8#8. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
1505#Markus,11,9#9. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!
1506#Markus,11,10#10. Gepriesen sei das kommende Reich unsres Vaters David! Hosianna in der Höhe!
1507#Markus,11,11#11. Und Jesus zog in Jerusalem ein und in den Tempel, und, nachdem er alles besichtigt hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.
1508#Markus,11,12#12. Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn.
1509#Markus,11,13#13. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.
1510#Markus,11,14#14. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es.
1511#Markus,11,15#15. Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß er um.
1512#Markus,11,16#16. Und er ließ nicht zu, daß jemand ein Gerät durch den Tempel trug.
1513#Markus,11,17#17. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker»? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
1514#Markus,11,18#18. Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk staunte über seine Lehre.
1515#Markus,11,19#19. Und als es Abend geworden, ging er aus der Stadt hinaus.
1516#Markus,11,20#20. UND da sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, daß der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war.
1517#Markus,11,21#21. Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!
1518#Markus,11,22#22. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
1519#Markus,11,23#23. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.
1520#Markus,11,24#24. Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden!
1521#Markus,11,25#25. Und wenn ihr steht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Fehler vergebe.
1522#Markus,11,26#26. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird auch euer Vater im Himmel eure Fehler nicht vergeben.
1523#Markus,11,27#27. Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm
1524#Markus,11,28#28. und sprachen zu ihm: In welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun?
1525#Markus,11,29#29. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch richten; antwortet mir, so will ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue.
1526#Markus,11,30#30. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!
1527#Markus,11,31#31. Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: «Vom Himmel», so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
1528#Markus,11,32#32. Sollen wir aber sagen: «Von den Menschen?» - da fürchteten sie das Volk; denn alle hielten dafür, daß Johannes wirklich ein Prophet gewesen sei.
1529#Markus,11,33#33. Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach Jesus zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue!
1530#Markus,12,1#1. Und er fing an in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer Landes.
1531#Markus,12,2#2. Und er sandte zur bestimmten Zeit einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern von den Früchten des Weinberges empfinge.
1532#Markus,12,3#3. Die aber ergriffen ihn, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
1533#Markus,12,4#4. Und wiederum sandte er einen andern Knecht zu ihnen; den schlugen sie auf den Kopf und beschimpften ihn.
1534#Markus,12,5#5. Und er sandte wiederum einen andern; den töteten sie; und viele andere, die einen schlugen sie, die andern töteten sie.
1535#Markus,12,6#6. Nun hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zuletzt auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen!
1536#Markus,12,7#7. Jene Weingärtner aber sprachen untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbgut unser sein!
1537#Markus,12,8#8. Und sie nahmen ihn, töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.
1538#Markus,12,9#9. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.
1539#Markus,12,10#10. Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
1540#Markus,12,11#11. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
1541#Markus,12,12#12. Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er gegen sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.
1542#Markus,12,13#13. UND sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen.
1543#Markus,12,14#14. Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß. Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben oder nicht?
1544#Markus,12,15#15. Da er aber ihre Heuchelei sah, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringet mir einen Denar, damit ich ihn ansehe!
1545#Markus,12,16#16. Sie brachten einen. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers!
1546#Markus,12,17#17. Und Jesus antwortete und sprach: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie verwunderten sich über ihn.
1547#Markus,12,18#18. Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:
1548#Markus,12,19#19. Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau nehmen und seinem Bruder eine Nachkommenschaft erwecken.
1549#Markus,12,20#20. Nun sind sieben Brüder gewesen. Der erste nahm eine Frau und starb und hinterließ keine Nachkommenschaft.
1550#Markus,12,21#21. Da nahm sie der andere und starb, und auch er hinterließ keine Nachkommenschaft; und der dritte ebenso.
1551#Markus,12,22#22. Und es nahmen sie alle sieben und hinterließen keine Nachkommen. Zuletzt nach allen starb auch die Frau.
1552#Markus,12,23#23. In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wessen Frau wird sie sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
1553#Markus,12,24#24. Jesus sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennet noch die Kraft Gottes?
1554#Markus,12,25#25. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.
1555#Markus,12,26#26. Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei (der Geschichte von) dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»?
1556#Markus,12,27#27. Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.
1557#Markus,12,28#28. Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen?
1558#Markus,12,29#29. Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr-1-; -1) o: Herr allein.++
1559#Markus,12,30#30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot.
1560#Markus,12,31#31. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot.
1561#Markus,12,32#32. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht so, Meister! Es ist in Wahrheit so, wie du sagst, daß nur ein (Gott) ist und kein anderer außer ihm;
1562#Markus,12,33#33. und ihn zu lieben von ganzem Herzen und mit ganzem Verständnis und von ganzer Seele und mit aller Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
1563#Markus,12,34#34. Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes! Und es unterstand sich niemand mehr, ihn weiter zu fragen.
1564#Markus,12,35#35. Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei?
1565#Markus,12,36#36. David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!»
1566#Markus,12,37#37. So nennt David selbst ihn Herr; woher ist er denn sein Sohn? Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust.
1567#Markus,12,38#38. Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar-1- einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen -1) in langen Kleidern.++
1568#Markus,12,39#39. und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen,
1569#Markus,12,40#40. die der Witwen Häuser fressen und zum Schein lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
1570#Markus,12,41#41. Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten-1- gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. -1) Opferstock.++
1571#Markus,12,42#42. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller.
1572#Markus,12,43#43. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten-1- gelegt als alle, die eingelegt haben. -1) Opferstock.++
1573#Markus,12,44#44. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt eingelegt.
1574#Markus,13,1#1. UND als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das!
1575#Markus,13,2#2. Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird!
1576#Markus,13,3#3. Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders:
1577#Markus,13,4#4. Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dies alles vollendet werden soll?
1578#Markus,13,5#5. Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe!
1579#Markus,13,6#6. Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, - und werden viele irreführen!
1580#Markus,13,7#7. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschrecket nicht; denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.
1581#Markus,13,8#8. Denn ein Volk wird sich erheben wider das andere und ein Reich wider das andere; es wird hier und dort Erdbeben geben, und Hungersnöte und Unruhen werden sein. Das ist der Wehen Anfang.
1582#Markus,13,9#9. Ihr aber, sehet auf euch selbst! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und man wird euch vor Fürsten und Könige stellen um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.
1583#Markus,13,10#10. Und unter allen Völkern muß zuvor das Evangelium gepredigt werden.
1584#Markus,13,11#11. Wenn sie euch aber hinführen und überliefern werden, so sorget nicht zum voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch zu jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.
1585#Markus,13,12#12. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern und der Vater das Kind, und Kinder werden sich wider die Eltern erheben und werden sie zum Tode bringen;
1586#Markus,13,13#13. und ihr werdet von jedermann gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
1587#Markus,13,14#14. Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht soll <wer es liest, der merke darauf!>, alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge.
1588#Markus,13,15#15. Wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht hinab und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen;
1589#Markus,13,16#16. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen.
1590#Markus,13,17#17. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen!
1591#Markus,13,18#18. Bittet aber, daß eure Flucht-1- nicht im Winter geschehe! -1) aL: daß es nicht im Winter.++
1592#Markus,13,19#19. Denn es wird in jenen Tagen eine Trübsal sein, dergleichen nicht gewesen ist von Anfang der Schöpfung, die Gott erschaffen hat, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird.
1593#Markus,13,20#20. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
1594#Markus,13,21#21. Und wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder: Siehe dort, - so glaubet es nicht.
1595#Markus,13,22#22. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen.
1596#Markus,13,23#23. Ihr aber sehet euch vor! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.
1597#Markus,13,24#24. Aber in jenen Tagen, nach jener Trübsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben,
1598#Markus,13,25#25. und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte im Himmel in Bewegung geraten-1-. -1) o: erschüttert werden.++
1599#Markus,13,26#26. Und alsdann wird man des Menschen Sohn in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit.
1600#Markus,13,27#27. Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
1601#Markus,13,28#28. Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.
1602#Markus,13,29#29. Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket, daß er nahe ist, vor der Tür.
1603#Markus,13,30#30. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.
1604#Markus,13,31#31. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
1605#Markus,13,32#32. Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.
1606#Markus,13,33#33. Sehet zu, wachet und betet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist.
1607#Markus,13,34#34. Es ist wie bei einem Menschen, der verreiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, einem jeden sein Werk, und dem Türhüter befahl, daß er wachen solle: -
1608#Markus,13,35#35. so wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zur Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen;
1609#Markus,13,36#36. auf daß nicht, wenn er unversehens kommt, er euch schlafend findet.
1610#Markus,13,37#37. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
1611#Markus,14,1#1. ES war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten;
1612#Markus,14,2#2. denn sie sprachen: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entsteht!
1613#Markus,14,3#3. Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt.
1614#Markus,14,4#4. Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen?
1615#Markus,14,5#5. Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare verkaufen und es den Armen geben können. Und sie zürnten ihr.
1616#Markus,14,6#6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein edles Werk an mir getan.
1617#Markus,14,7#7. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
1618#Markus,14,8#8. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
1619#Markus,14,9#9. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
1620#Markus,14,10#10. Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern.
1621#Markus,14,11#11. Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten.
1622#Markus,14,12#12. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?
1623#Markus,14,13#13. Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Gehet in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folget,
1624#Markus,14,14#14. und wo er hineingeht, da sprechet zum Hausherrn: Der Meister läßt fragen: Wo ist meine Herberge, in der ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?
1625#Markus,14,15#15. Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern belegt und gerüstet ist, daselbst bereitet es für uns zu.
1626#Markus,14,16#16. Und seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah.
1627#Markus,14,17#17. Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen.
1628#Markus,14,18#18. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten!
1629#Markus,14,19#19. Da fingen sie an traurig zu werden und fragten ihn einer nach dem andern: Doch nicht ich?
1630#Markus,14,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taucht!
1631#Markus,14,21#21. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre besser, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!
1632#Markus,14,22#22. Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, lobpreisete, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib.
1633#Markus,14,23#23. Und er nahm den Kelch, sagte Dank und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
1634#Markus,14,24#24. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.
1635#Markus,14,25#25. Wahrlich, ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.
1636#Markus,14,26#26. Und nachdem sie den Lobgesang-a- gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. -a) Ps. 113 - 118.++
1637#Markus,14,27#27. Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.»
1638#Markus,14,28#28. Aber nachdem ich auferstanden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen.
1639#Markus,14,29#29. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich!
1640#Markus,14,30#30. Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
1641#Markus,14,31#31. Er aber sagte desto mehr: Wenn ich mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen. Gleicherweise sprachen aber auch alle.
1642#Markus,14,32#32. Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe!
1643#Markus,14,33#33. Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr.
1644#Markus,14,34#34. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet!
1645#Markus,14,35#35. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge.
1646#Markus,14,36#36. Und er sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
1647#Markus,14,37#37. Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht eine Stunde zu wachen?
1648#Markus,14,38#38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
1649#Markus,14,39#39. Und er ging wiederum hin und betete und sprach dieselben Worte.
1650#Markus,14,40#40. Und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden, und sie wußten nicht, was sie ihm antworten sollten.
1651#Markus,14,41#41. Und er kommt zum drittenmal und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? - Es ist genug! Die Stunde ist gekommen! Siehe, des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert.
1652#Markus,14,42#42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!
1653#Markus,14,43#43. Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.
1654#Markus,14,44#44. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet und führet ihn vorsichtig ab!
1655#Markus,14,45#45. Und als er nun kam, trat er alsbald auf ihn zu und sprach: Rabbi, - und küßte ihn.
1656#Markus,14,46#46. Sie aber legten Hand an ihn und griffen ihn.
1657#Markus,14,47#47. Einer aber von denen, die dabei standen, zog das Schwert, schlug den Knecht des obersten Priesters und hieb ihm ein Ohr ab.
1658#Markus,14,48#48. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu fangen.
1659#Markus,14,49#49. Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. Doch, damit die Schrift erfüllt würde!
1660#Markus,14,50#50. Da verließen ihn alle und flohen.
1661#Markus,14,51#51. Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn,
1662#Markus,14,52#52. er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.
1663#Markus,14,53#53. UND sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen (dort) zusammen.
1664#Markus,14,54#54. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.
1665#Markus,14,55#55. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins.
1666#Markus,14,56#56. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse doch nicht überein.
1667#Markus,14,57#57. Und es standen etliche auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab und sprachen:
1668#Markus,14,58#58. Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist.
1669#Markus,14,59#59. Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.
1670#Markus,14,60#60. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
1671#Markus,14,61#61. Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
1672#Markus,14,62#62. Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!
1673#Markus,14,63#63. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was bedürfen wir weiter Zeugen?
1674#Markus,14,64#64. Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.
1675#Markus,14,65#65. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener nahmen ihn mit Backenstreichen in Empfang.
1676#Markus,14,66#66. Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.
1677#Markus,14,67#67. Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener!
1678#Markus,14,68#68. Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.
1679#Markus,14,69#69. Und als die Magd ihn sah, hob sie wieder an und sprach zu den Umstehenden: Dieser ist einer von ihnen!
1680#Markus,14,70#70. Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden abermals zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich.
1681#Markus,14,71#71. Er aber fing an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!
1682#Markus,14,72#72. Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
1683#Markus,15,1#1. UND alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
1684#Markus,15,2#2. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es!
1685#Markus,15,3#3. Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor.
1686#Markus,15,4#4. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen!
1687#Markus,15,5#5. Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte.
1688#Markus,15,6#6. Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten.
1689#Markus,15,7#7. Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten.
1690#Markus,15,8#8. Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, (daß er täte,) wie er ihnen allezeit getan.
1691#Markus,15,9#9. Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden freigebe?
1692#Markus,15,10#10. Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten.
1693#Markus,15,11#11. Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle.
1694#Markus,15,12#12. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet?
1695#Markus,15,13#13. Sie aber schrieen wiederum: Kreuzige ihn!
1696#Markus,15,14#14. Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn!
1697#Markus,15,15#15. Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde.
1698#Markus,15,16#16. Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus-1-, und riefen die ganze Rotte-2- zusammen, -1) Prätorium.   2) Kohorte.++
1699#Markus,15,17#17. legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf.
1700#Markus,15,18#18. Und sie fingen an, ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden!
1701#Markus,15,19#19. Und schlugen sein Haupt mit einem Rohr, spieen ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder.
1702#Markus,15,20#20. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.
1703#Markus,15,21#21. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.
1704#Markus,15,22#22. Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha <das heißt übersetzt Schädelstätte>.
1705#Markus,15,23#23. Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht.
1706#Markus,15,24#24. Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte.
1707#Markus,15,25#25. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
1708#Markus,15,26#26. Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden.
1709#Markus,15,27#27. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
1710#Markus,15,28#28. Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.»
1711#Markus,15,29#29. Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: 30. Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust,
1712#Markus,15,30#hilf dir selbst und steige vom Kreuz herab!
1713#Markus,15,31#31. Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.
1714#Markus,15,32#32. Der Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuze herab, auf daß wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
1715#Markus,15,33#33. Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
1716#Markus,15,34#34. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
1717#Markus,15,35#35. Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia!
1718#Markus,15,36#36. Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, tränkte ihn und sprach: Halt! laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!
1719#Markus,15,37#37. Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.
1720#Markus,15,38#38. Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus.
1721#Markus,15,39#39. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!
1722#Markus,15,40#40. Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome,
1723#Markus,15,41#41. die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, auch viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.
1724#Markus,15,42#42. Und da es schon Abend geworden <es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat>,
1725#Markus,15,43#43. kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.
1726#Markus,15,44#44. Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
1727#Markus,15,45#45. Und als er es von dem Hauptmann erfahren, schenkte er dem Joseph den Leichnam.
1728#Markus,15,46#46. Und dieser kaufte Leinwand, nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang der Gruft.
1729#Markus,15,47#47. Maria Magdalena aber und Maria, Joses' Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.
1730#Markus,16,1#1. UND als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben.
1731#Markus,16,2#2. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging.
1732#Markus,16,3#3. Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft?
1733#Markus,16,4#4. Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß.
1734#Markus,16,5#5. Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken.
1735#Markus,16,6#6. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten!
1736#Markus,16,7#7. Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
1737#Markus,16,8#8. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.
1738#Markus,16,9#9. Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
1739#Markus,16,10#10. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten.
1740#Markus,16,11#11. Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.
1741#Markus,16,12#12. Darnach offenbarte er sich zweien von ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie sich aufs Land begaben.
1742#Markus,16,13#13. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.
1743#Markus,16,14#14. Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten.
1744#Markus,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung-1-! -1) o: Menschheit.++
1745#Markus,16,16#16. Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
1746#Markus,16,17#17. Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden,
1747#Markus,16,18#18. Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
1748#Markus,16,19#19. Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
1749#Markus,16,20#20. Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen.

1#Matthäus,1,1#1. GESCHLECHTSREGISTER Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.
2#Matthäus,1,2#2. Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Juda und seine Brüder,
3#Matthäus,1,3#3. Juda zeugte den Phares und den Zara mit der Tamar, Phares zeugte den Esrom, Esrom zeugte den Aram,
4#Matthäus,1,4#4. Aram zeugte den Aminadab, Aminadab zeugte den Nahasson, Nahasson zeugte den Salmon,
5#Matthäus,1,5#5. Salmon zeugte den Boas mit der Rahab, Boas zeugte den Obed mit der Ruth, Obed zeugte den Jesse,
6#Matthäus,1,6#6. Jesse zeugte den König David. Der König David zeugte den Salomo mit dem Weibe Urias,
7#Matthäus,1,7#7. Salomo zeugte den Rehabeam, Rehabeam zeugte den Abia, Abia zeugte den Asa,
8#Matthäus,1,8#8. Asa zeugte den Josaphat, Josaphat zeugte den Joram, Joram zeugte den Usia,
9#Matthäus,1,9#9. Usia zeugte den Jotam, Jotam zeugte den Ahas, Ahas zeugte den Hiskia,
10#Matthäus,1,10#10. Hiskia zeugte den Manasse, Manasse zeugte den Amon, Amon zeugte den Josia,
11#Matthäus,1,11#11. Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder, zur Zeit der Übersiedelung nach Babylon.
12#Matthäus,1,12#12. Nach der Übersiedelung nach Babylon zeugte Jechonia den Salatiel. Salatiel zeugte den Serubbabel,
13#Matthäus,1,13#13. Serubbabel zeugte den Abiud, Abiud zeugte den Eliakim, Eliakim zeugte den Azor,
14#Matthäus,1,14#14. Azor zeugte den Sadok, Sadok zeugte den Achim, Achim zeugte den Eliud,
15#Matthäus,1,15#15. Eliud zeugte den Eleazar, Eleazar zeugte den Mattan, Mattan zeugte den Jakob,
16#Matthäus,1,16#16. Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher geboren ist Jesus, der genannt wird Christus.
17#Matthäus,1,17#17. So sind es nun von Abraham bis auf David insgesamt vierzehn Glieder; und von David bis zur Übersiedelung nach Babylon vierzehn Glieder; und von der Übersiedelung nach Babylon bis auf Christus vierzehn Glieder.
18#Matthäus,1,18#18. DIE Geburt Jesu Christi aber war also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammenkamen, erfand sich's, daß sie empfangen hatte vom heiligen Geist.
19#Matthäus,1,19#19. Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
20#Matthäus,1,20#20. Während er aber solches im Sinne hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr erzeugt ist, das ist vom heiligen Geist.
21#Matthäus,1,21#21. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
22#Matthäus,1,22#22. Dieses alles aber ist geschehen, auf daß erfüllt würde, was von dem Herrn gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:
23#Matthäus,1,23#23. «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Emmanuel geben; das heißt übersetzt: Gott mit uns.»
24#Matthäus,1,24#24. Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen, und nahm sein Weib zu sich
25#Matthäus,1,25#25. und erkannte sie nicht, bis sie den Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus.
26#Matthäus,2,1#1. ALS nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen:
27#Matthäus,2,2#2. Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten.
28#Matthäus,2,3#3. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm.
29#Matthäus,2,4#4. Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
30#Matthäus,2,5#5. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten:
31#Matthäus,2,6#6. «Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll!»
32#Matthäus,2,7#7. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen wäre,
33#Matthäus,2,8#8. und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wenn ihr es gefunden habt, so tut mir's kund, auf daß auch ich komme und es anbete.
34#Matthäus,2,9#9. Und als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte stillstand, wo das Kindlein war.
35#Matthäus,2,10#10. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut
36#Matthäus,2,11#11. und gingen in das Haus hinein und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder, beteten es an, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen.
37#Matthäus,2,12#12. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, entwichen sie auf einem andern Wege in ihr Land.
38#Matthäus,2,13#13. Als sie aber entwichen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kindlein aufsuchen, um es umzubringen.
39#Matthäus,2,14#14. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter des Nachts und entwich nach Ägypten.
40#Matthäus,2,15#15. Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, auf daß erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt ist, der da spricht: «Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.»
41#Matthäus,2,16#16. Da sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, ward er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knäblein töten, die zu Bethlehem und in allen ihren Grenzen waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundigt hatte.
42#Matthäus,2,17#17. Da ward erfüllt, was durch Jeremia gesagt ist, den Propheten, der da spricht:
43#Matthäus,2,18#18. «Eine Stimme ist zu Rama gehört worden, viel Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.»
44#Matthäus,2,19#19. Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum
45#Matthäus,2,20#20. und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachteten!
46#Matthäus,2,21#21. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.
47#Matthäus,2,22#22. Als er aber hörte, daß Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dahin zu gehen. Und auf eine Anweisung hin, die er im Traume erhielt, entwich er in die Gegend des galiläischen Landes.
48#Matthäus,2,23#23. Und dort angekommen, ließ er sich nieder in einer Stadt namens Nazareth; auf daß erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist: «Er wird Nazarener heißen.»
49#Matthäus,3,1#1. IN jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und predigt in der Wüste des jüdischen Landes
50#Matthäus,3,2#2. und spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
51#Matthäus,3,3#3. Das ist der, von welchem gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!»
52#Matthäus,3,4#4. Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; und seine Speise waren Heuschrecken und wilder Honig.
53#Matthäus,3,5#5. Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze umliegende Landschaft des Jordan,
54#Matthäus,3,6#6. und es wurden von ihm getauft im Jordan, die ihre Sünden bekannten.
55#Matthäus,3,7#7. Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut, wer hat euch unterwiesen, dem zukünftigen Zorn zu entfliehen?
56#Matthäus,3,8#8. So bringet nun Frucht, die der Buße würdig ist!
57#Matthäus,3,9#9. Und denket nicht bei euch selbst, sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
58#Matthäus,3,10#10. Es ist aber schon die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
59#Matthäus,3,11#11. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so daß ich nicht gut genug bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch im heiligen Geist und mit Feuer taufen.
60#Matthäus,3,12#12. Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
61#Matthäus,3,13#13. Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
62#Matthäus,3,14#14. Er aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?
63#Matthäus,3,15#15. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da ließ er es ihm zu.
64#Matthäus,3,16#16. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.
65#Matthäus,3,17#17. Und siehe, eine Stimme (kam) vom Himmel, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!
66#Matthäus,4,1#1. DARAUF ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde.
67#Matthäus,4,2#2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn hernach.
68#Matthäus,4,3#3. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden!
69#Matthäus,4,4#4. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.»
70#Matthäus,4,5#5. Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels
71#Matthäus,4,6#6. und spricht zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stoßest.»
72#Matthäus,4,7#7. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.»
73#Matthäus,4,8#8. Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
74#Matthäus,4,9#9. und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.
75#Matthäus,4,10#10. Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!»
76#Matthäus,4,11#11. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
77#Matthäus,4,12#12. ALS aber Jesus hörte, daß Johannes gefangengesetzt worden war, entwich er nach Galiläa.
78#Matthäus,4,13#13. Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich zu Kapernaum nieder, das am Meere-a- liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali; -a) s. V. 18.++
79#Matthäus,4,14#14. auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, der da spricht:
80#Matthäus,4,15#15. «Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Wege des Meeres, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden,
81#Matthäus,4,16#16. das Volk, das in der Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen im Lande und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen.»
82#Matthäus,4,17#17. Von da an begann Jesus zu predigen und zu sprechen: Tut Buße; denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
83#Matthäus,4,18#18. Als er aber am galiläischen Meere-1- wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz ins Meer, denn sie waren Fischer. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
84#Matthäus,4,19#19. Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen!
85#Matthäus,4,20#20. Und sie verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach.
86#Matthäus,4,21#21. Und als er von da weiterging, sah er in einem Schiffe zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus ihre Netze flicken; und er berief sie.
87#Matthäus,4,22#22. Da verließen sie alsbald das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.
88#Matthäus,4,23#23. Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.
89#Matthäus,4,24#24. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Kranken zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie.
90#Matthäus,4,25#25. Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn-Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.
91#Matthäus,5,1#1. ALS er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm.
92#Matthäus,5,2#2. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
93#Matthäus,5,3#3. Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich!
94#Matthäus,5,4#4. Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden!
95#Matthäus,5,5#5. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land ererben!
96#Matthäus,5,6#6. Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden!
97#Matthäus,5,7#7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!
98#Matthäus,5,8#8. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!
99#Matthäus,5,9#9. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!
100#Matthäus,5,10#10. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich!
101#Matthäus,5,11#11. Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen!
102#Matthäus,5,12#12. Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn also haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
103#Matthäus,5,13#13. IHR seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde.
104#Matthäus,5,14#14. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben.
105#Matthäus,5,15#15. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind.
106#Matthäus,5,16#16. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
107#Matthäus,5,17#17. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
108#Matthäus,5,18#18. Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
109#Matthäus,5,19#19. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich, wer sie aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
110#Matthäus,5,20#20. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Himmelreich eingehen!
111#Matthäus,5,21#21. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.
112#Matthäus,5,22#22. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka-1-! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. -1) d.h. Nichtsnutz.++
113#Matthäus,5,23#23. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und daselbst eingedenk wirst, daß dein Bruder etwas wider dich habe,
114#Matthäus,5,24#24. so laß deine Gabe dort vor dem Altar und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe.
115#Matthäus,5,25#25. Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Wege bist; damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und du ins Gefängnis geworfen werdest.
116#Matthäus,5,26#26. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast!
117#Matthäus,5,27#27. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!»
118#Matthäus,5,28#28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
119#Matthäus,5,29#29. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.
120#Matthäus,5,30#30. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.
121#Matthäus,5,31#31. Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.»
122#Matthäus,5,32#32. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe.
123#Matthäus,5,33#33. Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.»
124#Matthäus,5,34#34. Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron,
125#Matthäus,5,35#35. noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt.
126#Matthäus,5,36#36. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören; denn du vermagst kein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.
127#Matthäus,5,37#37. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.
128#Matthäus,5,38#38. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!»
129#Matthäus,5,39#39. Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar;
130#Matthäus,5,40#40. und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem laß auch den Mantel;
131#Matthäus,5,41#41. und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei.
132#Matthäus,5,42#42. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will.
133#Matthäus,5,43#43. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!»
134#Matthäus,5,44#44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen;
135#Matthäus,5,45#45. auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
136#Matthäus,5,46#46. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe?
137#Matthäus,5,47#47. Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso?
138#Matthäus,5,48#48. Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!
139#Matthäus,6,1#1. HABET acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
140#Matthäus,6,2#2. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
141#Matthäus,6,3#3. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
142#Matthäus,6,4#4. damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
143#Matthäus,6,5#5. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
144#Matthäus,6,6#6. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
145#Matthäus,6,7#7. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
146#Matthäus,6,8#8. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet.
147#Matthäus,6,9#9. So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name.
148#Matthäus,6,10#10. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden.
149#Matthäus,6,11#11. Gib uns heute unser tägliches Brot.
150#Matthäus,6,12#12. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.
151#Matthäus,6,13#13. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.] -
152#Matthäus,6,14#14. Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.
153#Matthäus,6,15#15. Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.
154#Matthäus,6,16#16. Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, daß sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
155#Matthäus,6,17#17. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht,
156#Matthäus,6,18#18. damit es nicht von den Leuten bemerkt werde, daß du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
157#Matthäus,6,19#19. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen, und wo die Diebe nachgraben und stehlen.
158#Matthäus,6,20#20. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen.
159#Matthäus,6,21#21. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
160#Matthäus,6,22#22. Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
161#Matthäus,6,23#23. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
162#Matthäus,6,24#24. Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
163#Matthäus,6,25#25. Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
164#Matthäus,6,26#26. Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
165#Matthäus,6,27#27. Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Länge-1- eine einzige Elle hinzusetzen? -1) o: Lebenslänge.++
166#Matthäus,6,28#28. Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht;
167#Matthäus,6,29#29. ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie deren eine.
168#Matthäus,6,30#30. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
169#Matthäus,6,31#31. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden?
170#Matthäus,6,32#32. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden; aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürft.
171#Matthäus,6,33#33. Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden.
172#Matthäus,6,34#34. Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen-1-. Jedem Tage genügt seine eigene Plage! -1) o: seine eigene Sorge haben.++
173#Matthäus,7,1#1. RICHTET nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
174#Matthäus,7,2#2. Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden.
175#Matthäus,7,3#3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?
176#Matthäus,7,4#4. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, - und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
177#Matthäus,7,5#5. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge und dann siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!
178#Matthäus,7,6#6. Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
179#Matthäus,7,7#7. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!
180#Matthäus,7,8#8. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.
181#Matthäus,7,9#9. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe,
182#Matthäus,7,10#10. oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe?
183#Matthäus,7,11#11. Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten! -
184#Matthäus,7,12#12. Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.
185#Matthäus,7,13#13. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen.
186#Matthäus,7,14#14. Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!
187#Matthäus,7,15#15. Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.
188#Matthäus,7,16#16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
189#Matthäus,7,17#17. So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte.
190#Matthäus,7,18#18. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
191#Matthäus,7,19#19. Ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
192#Matthäus,7,20#20. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.
193#Matthäus,7,21#21. Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
194#Matthäus,7,22#22. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?
195#Matthäus,7,23#23. Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!
196#Matthäus,7,24#24. Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
197#Matthäus,7,25#25. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.
198#Matthäus,7,26#26. Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute.
199#Matthäus,7,27#27. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, da fiel es, und sein Fall war groß.
200#Matthäus,7,28#28. Und es begab sich, als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre.
201#Matthäus,7,29#29. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
202#Matthäus,8,1#1. ALS er aber von dem Berge herabstieg, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
203#Matthäus,8,2#2. Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.
204#Matthäus,8,3#3. Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein.
205#Matthäus,8,4#4. Und Jesus spricht zu ihm: Siehe zu, daß du es niemand sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer, das Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
206#Matthäus,8,5#5. Als er aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn
207#Matthäus,8,6#6. und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und ist furchtbar geplagt!
208#Matthäus,8,7#7. Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen.
209#Matthäus,8,8#8. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden.
210#Matthäus,8,9#9. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Gehe hin! so geht er; und zu einem andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Tue das! so tut er's.
211#Matthäus,8,10#10. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei niemand in Israel habe ich so großen Glauben gefunden!
212#Matthäus,8,11#11. Ich sage euch aber: Viele werden kommen von Morgen und Abend und werden mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen im Himmelreich;
213#Matthäus,8,12#12. aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis-1- hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen.++
214#Matthäus,8,13#13. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht ward gesund in derselben Stunde.
215#Matthäus,8,14#14. Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, daß dessen Schwiegermutter darniederlag und das Fieber hatte.
216#Matthäus,8,15#15. Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm.
217#Matthäus,8,16#16. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus durchs Wort und heilte alle Kranken;
218#Matthäus,8,17#17. auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, welcher spricht: «Er hat unsere Gebrechen weggenommen und die Krankheiten getragen.»
219#Matthäus,8,18#18. ALS aber Jesus die Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren.
220#Matthäus,8,19#19. Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!
221#Matthäus,8,20#20. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.
222#Matthäus,8,21#21. Ein anderer Jünger sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben!
223#Matthäus,8,22#22. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und laß die Toten ihre Toten begraben!
224#Matthäus,8,23#23. Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach.
225#Matthäus,8,24#24. Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem Meere-1-, so daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; er aber schlief. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
226#Matthäus,8,25#25. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um!
227#Matthäus,8,26#26. Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und bedrohte die Winde und das Meer; und es ward eine große Stille.
228#Matthäus,8,27#27. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Wer ist der, daß ihm auch die Winde und das Meer gehorsam sind?
229#Matthäus,8,28#28. Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener-1- kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern konnte. -1) auch Gergesener o. Gerasener genannt.++
230#Matthäus,8,29#29. Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen?
231#Matthäus,8,30#30. Es war aber fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide.
232#Matthäus,8,31#31. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so sende uns in die Schweineherde!
233#Matthäus,8,32#32. Und er sprach zu ihnen: Fahret hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinunter ins Meer, und sie kamen im Wasser um.
234#Matthäus,8,33#33. Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und verkündigten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war.
235#Matthäus,8,34#34. Und siehe, die ganze Stadt kam heraus, Jesus entgegen; und als sie ihn sahen, baten sie ihn, von ihren Grenzen zu weichen.
236#Matthäus,9,1#1. UND er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt.
237#Matthäus,9,2#2. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
238#Matthäus,9,3#3. Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert!
239#Matthäus,9,4#4. Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen?
240#Matthäus,9,5#5. Was ist denn leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle?
241#Matthäus,9,6#6. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten -: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim!
242#Matthäus,9,7#7. Und er stand auf und ging heim.
243#Matthäus,9,8#8. Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben.
244#Matthäus,9,9#9. Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.
245#Matthäus,9,10#10. Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische.
246#Matthäus,9,11#11. Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?
247#Matthäus,9,12#12. Er aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.
248#Matthäus,9,13#13. Gehet aber hin und lernet, was das sei: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.» Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
249#Matthäus,9,14#14. Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
250#Matthäus,9,15#15. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, wo der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten.
251#Matthäus,9,16#16. Niemand aber setzt einen Lappen von ungewalktem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Lappen reißt von dem Kleide ab, und der Riß wird ärger.
252#Matthäus,9,17#17. Man faßt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißen die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche kommen um; sondern man faßt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben beide miteinander erhalten.
253#Matthäus,9,18#18. Und da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher-1-, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben! -1) der Synagoge.++
254#Matthäus,9,19#19. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern.
255#Matthäus,9,20#20. Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rührte den Saum-1- seines Kleides an. -1) aüs: die Quaste.++
256#Matthäus,9,21#21. Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrühre, so bin ich gerettet-1-! -1) o: geheilt; o: so ist mir geholfen.++
257#Matthäus,9,22#22. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Und das Weib war gerettet von jener Stunde an.
258#Matthäus,9,23#23. Als nun Jesus in das Haus des Obersten kam und die Pfeifer und das Getümmel sah,
259#Matthäus,9,24#24. sprach er zu ihnen: Entfernet euch! Denn das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
260#Matthäus,9,25#25. Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und faßte sie bei der Hand; und das Mägdlein stand auf.
261#Matthäus,9,26#26. Und das Gerücht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.
262#Matthäus,9,27#27. Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Du Sohn Davids, erbarme dich unser!
263#Matthäus,9,28#28. Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
264#Matthäus,9,29#29. Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!
265#Matthäus,9,30#30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus drohte ihnen ernstlich und sprach: Sehet zu, daß es niemand erfahre!
266#Matthäus,9,31#31. Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt.
267#Matthäus,9,32#32. Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war.
268#Matthäus,9,33#33. Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Solches ist noch nie in Israel gesehen worden!
269#Matthäus,9,34#34. Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
270#Matthäus,9,35#35. UND Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.
271#Matthäus,9,36#36. Als er aber die Volksscharen sah, jammerten sie ihn, weil sie beraubt und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
272#Matthäus,9,37#37. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige.
273#Matthäus,9,38#38. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende!
274#Matthäus,10,1#1. Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
275#Matthäus,10,2#2. Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes;
276#Matthäus,10,3#3. Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Lebbäus, zubenannt Thaddäus;
277#Matthäus,10,4#4. Simon der Kananäer, und Judas, der Ischariot, welcher ihn verriet.
278#Matthäus,10,5#5. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebet euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter;
279#Matthäus,10,6#6. gehet vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
280#Matthäus,10,7#7. Gehet aber hin, prediget und sprechet: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
281#Matthäus,10,8#8. Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet es!
282#Matthäus,10,9#9. Nehmet weder Gold noch Silber noch Erz in eure Gürtel,
283#Matthäus,10,10#10. keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Röcke, weder Schuhe noch Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
284#Matthäus,10,11#11. Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingehet, da erkundiget euch, wer darin würdig sei, und bleibet dort, bis ihr weiterzieht.
285#Matthäus,10,12#12. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßet es.
286#Matthäus,10,13#13. Und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber nicht würdig, so soll euer Friede wieder zu euch zurückkehren.
287#Matthäus,10,14#14. Und wenn euch jemand nicht aufnehmen, noch eure Rede hören wird, so gehet fort aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
288#Matthäus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom und Gomorra am Tage des Gerichts erträglicher gehen als dieser Stadt.
289#Matthäus,10,16#16. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!
290#Matthäus,10,17#17. Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln;
291#Matthäus,10,18#18. auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen, um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
292#Matthäus,10,19#19. Wenn sie euch aber überliefern, so sorget euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt;
293#Matthäus,10,20#20. denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist's, der durch euch redet.
294#Matthäus,10,21#21. Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode überliefern und ein Vater sein Kind; und Kinder werden sich wider die Eltern erheben und werden sie zum Tode bringen.
295#Matthäus,10,22#22. Und ihr werdet von jedermann gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
296#Matthäus,10,23#23. Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis des Menschen Sohn kommt.
297#Matthäus,10,24#24. Der Jünger ist nicht über dem Meister, noch der Knecht über seinem Herrn.
298#Matthäus,10,25#25. Es ist für den Jünger genug, daß er sei-1- wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebul geheißen, wieviel mehr seine Hausgenossen! -1) o: wenn es ihm geht wie seinem Meister.++
299#Matthäus,10,26#26. So fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird.
300#Matthäus,10,27#27. Was ich euch im Finstern sage, das redet am Licht, und was ihr ins Ohr höret, das prediget auf den Dächern.
301#Matthäus,10,28#28. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet vielmehr den, welcher Seele und Leib verderben kann in der Hölle.
302#Matthäus,10,29#29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Und doch fällt keiner derselben auf die Erde ohne euren Vater.
303#Matthäus,10,30#30. Bei euch aber sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt.
304#Matthäus,10,31#31. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
305#Matthäus,10,32#32. Jeder nun, der mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater;
306#Matthäus,10,33#33. wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.
307#Matthäus,10,34#34. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
308#Matthäus,10,35#35. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
309#Matthäus,10,36#36. und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
310#Matthäus,10,37#37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
311#Matthäus,10,38#38. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
312#Matthäus,10,39#39. Wer sein Leben-1- findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben-1- verliert um meinetwillen, der wird es finden. -1) o: seine Seele.++
313#Matthäus,10,40#40. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
314#Matthäus,10,41#41. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet heißt, der wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter heißt, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen;
315#Matthäus,10,42#42. und wer einen dieser Geringen auch nur mit einem Becher kalten Wassers tränkt, weil er ein Jünger heißt, wahrlich, ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren!
316#Matthäus,11,1#1. Und es begab sich, als Jesus die Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte, zog er von dannen, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
317#Matthäus,11,2#2. ALS aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi vernahm, ließ er ihn durch seine Jünger fragen:
318#Matthäus,11,3#3. Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
319#Matthäus,11,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr sehet und höret:
320#Matthäus,11,5#5. Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt.
321#Matthäus,11,6#6. Und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir!
322#Matthäus,11,7#7. Als aber diese aufbrachen, fing Jesus an zur Volksmenge zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird?
323#Matthäus,11,8#8. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige!
324#Matthäus,11,9#9. Oder was seid ihr hinausgegangen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet!
325#Matthäus,11,10#10. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.»
326#Matthäus,11,11#11. Wahrlich, ich sage euch, unter denen, die vom Weibe geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten, als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.
327#Matthäus,11,12#12. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.
328#Matthäus,11,13#13. Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes haben geweissagt.
329#Matthäus,11,14#14. Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist der Elia, der da kommen soll.
330#Matthäus,11,15#15. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
331#Matthäus,11,16#16. Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die am Markte sitzen und ihren Gespielen zurufen
332#Matthäus,11,17#17. und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben geklagt, und ihr habt nicht geweint!
333#Matthäus,11,18#18. Denn Johannes ist gekommen, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon!
334#Matthäus,11,19#19. Des Menschen Sohn ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund! Und die Weisheit ist durch ihre Kinder-1- gerechtfertigt worden. -1) aL: Werke.++
335#Matthäus,11,20#20. Da fing er an, die Städte zu schelten, in welchen die meisten seiner Taten geschehen waren, weil sie nicht Buße getan.
336#Matthäus,11,21#21. Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst im Sack und in der Asche Buße getan.
337#Matthäus,11,22#22. Doch ich sage euch, es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen am Tage des Gerichts als euch!
338#Matthäus,11,23#23. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoben bist, du wirst bis zur Hölle-1- hinabgeworfen werden. Denn wenn zu Sodom die Taten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es stünde noch heutzutage! -1) w: bis zum Totenreich (Hades).++
339#Matthäus,11,24#24. Doch ich sage euch, es wird dem Lande Sodom erträglicher gehen am Tage des Gerichts als dir!
340#Matthäus,11,25#25. Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast!
341#Matthäus,11,26#26. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
342#Matthäus,11,27#27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.
343#Matthäus,11,28#28. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!
344#Matthäus,11,29#29. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;
345#Matthäus,11,30#30. denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!
346#Matthäus,12,1#1. ZU jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen.
347#Matthäus,12,2#2. Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!
348#Matthäus,12,3#3. Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte?
349#Matthäus,12,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?
350#Matthäus,12,5#5. Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?
351#Matthäus,12,6#6. Ich sage euch aber: Hier ist ein Größerer als der Tempel!
352#Matthäus,12,7#7. Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer», so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.
353#Matthäus,12,8#8. Denn des Menschen Sohn ist Herr über den Sabbat.
354#Matthäus,12,9#9. Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
355#Matthäus,12,10#10. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen? - damit sie ihn verklagen könnten.
356#Matthäus,12,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?
357#Matthäus,12,12#12. Wieviel besser ist nun ein Mensch, denn ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.
358#Matthäus,12,13#13. Dann sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere.
359#Matthäus,12,14#14. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat wider ihn, um ihn umzubringen.
360#Matthäus,12,15#15. Jesus aber, da er es merkte, zog sich von dort zurück; und es folgten ihm viele nach, und er heilte sie alle.
361#Matthäus,12,16#16. Und er gebot ihnen, ihn nicht offenbar zu machen,
362#Matthäus,12,17#17. damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist:
363#Matthäus,12,18#18. «Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen.
364#Matthäus,12,19#19. Er wird nicht zanken noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören.
365#Matthäus,12,20#20. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis daß er das Gericht-1- zum Sieg ausführe. -1) o: Recht.++
366#Matthäus,12,21#21. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.»
367#Matthäus,12,22#22. Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, so daß der Blinde und Stumme redete und sah.
368#Matthäus,12,23#23. Und alles Volk erstaunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?
369#Matthäus,12,24#24. Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
370#Matthäus,12,25#25. Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird veröden, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.
371#Matthäus,12,26#26. Wenn nun ein Satan den andern austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen?
372#Matthäus,12,27#27. Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
373#Matthäus,12,28#28. Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.
374#Matthäus,12,29#29. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus plündern.
375#Matthäus,12,30#30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
376#Matthäus,12,31#31. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.
377#Matthäus,12,32#32. Und wer ein Wort redet wider des Menschen Sohn, dem wird vergeben werden; wer aber wider den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.
378#Matthäus,12,33#33. Entweder pflanzet einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzet einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.
379#Matthäus,12,34#34. Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
380#Matthäus,12,35#35. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze (des Herzens) Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatze Böses hervor.
381#Matthäus,12,36#36. Ich sage euch aber, daß die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.
382#Matthäus,12,37#37. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden.
383#Matthäus,12,38#38. Da hoben etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer an und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!
384#Matthäus,12,39#39. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
385#Matthäus,12,40#40. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Schoße der Erde sein.
386#Matthäus,12,41#41. Leute von Ninive werden auftreten im Gericht wider dieses Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin. Und siehe, hier ist mehr als Jona!
387#Matthäus,12,42#42. Die Königin von Mittag wird auftreten im Gerichte wider dieses Geschlecht und wird es verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo!
388#Matthäus,12,43#43. Wenn aber der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.
389#Matthäus,12,44#44. Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus welchem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
390#Matthäus,12,45#45. Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird zuletzt mit diesem Menschen ärger als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht.
391#Matthäus,12,46#46. Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden.
392#Matthäus,12,47#47. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden.
393#Matthäus,12,48#48. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
394#Matthäus,12,49#49. Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder!
395#Matthäus,12,50#50. Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter!
396#Matthäus,13,1#1. AN jenem Tage ging Jesus zum Hause hinaus und setzte sich an das Meer.
397#Matthäus,13,2#2. Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, so daß er in ein Schiff trat und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer.
398#Matthäus,13,3#3. Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen.
399#Matthäus,13,4#4. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.
400#Matthäus,13,5#5. Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte;
401#Matthäus,13,6#6. als aber die Sonne aufging, ward es verbrannt; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
402#Matthäus,13,7#7. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
403#Matthäus,13,8#8. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.
404#Matthäus,13,9#9. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
405#Matthäus,13,10#10. Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?
406#Matthäus,13,11#11. Er aber antwortete und sprach: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; jenen aber ist's nicht gegeben.
407#Matthäus,13,12#12. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
408#Matthäus,13,13#13. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht hören und nicht verstehen;
409#Matthäus,13,14#14. und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche also lautet: «Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen!
410#Matthäus,13,15#15. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen, daß sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile».
411#Matthäus,13,16#16. Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören.
412#Matthäus,13,17#17. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört.
413#Matthäus,13,18#18. So höret nun ihr das Gleichnis vom Sämann:
414#Matthäus,13,19#19. So oft jemand das Wort vom Reiche hört und nicht versteht, so kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei welchem es an den Weg gestreut war.
415#Matthäus,13,20#20. Auf den felsigen Boden gestreut aber ist es bei dem, welcher das Wort hört und alsbald mit Freuden aufnimmt;
416#Matthäus,13,21#21. er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch-1-. Wenn nun Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er alsbald Anstoß. -1) o: ein Kind des Augenblicks.++
417#Matthäus,13,22#22. Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, welcher das Wort hört; aber die Sorge um das Zeitliche und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.
418#Matthäus,13,23#23. Auf das gute Erdreich gesät aber ist es bei dem, welcher das Wort hört und versteht; der bringt dann auch Frucht, einer hundertfältig, ein anderer sechzigfältig, ein dritter dreißigfältig.
419#Matthäus,13,24#24. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
420#Matthäus,13,25#25. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut-1- mitten unter den Weizen und ging davon. -1) w: Lolch, Afterweizen.++
421#Matthäus,13,26#26. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut.
422#Matthäus,13,27#27. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
423#Matthäus,13,28#28. Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, daß wir hingehen und es zusammenlesen?
424#Matthäus,13,29#29. Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut zusammenleset, zugleich mit ihm den Weizen ausraufet.
425#Matthäus,13,30#30. Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, daß man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!
426#Matthäus,13,31#31. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte.
427#Matthäus,13,32#32. Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
428#Matthäus,13,33#33. Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte-1-, bis es ganz durchsäuert ward. -1) w: verbarg.++
429#Matthäus,13,34#34. Dieses alles redete Jesus in Gleichnissen zum Volke, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,
430#Matthäus,13,35#35. damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht: «Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun, ich will verkündigen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war.»
431#Matthäus,13,36#36. Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
432#Matthäus,13,37#37. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist des Menschen Sohn.
433#Matthäus,13,38#38. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen.
434#Matthäus,13,39#39. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit, die Schnitter sind die Engel.
435#Matthäus,13,40#40. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende der Weltzeit.
436#Matthäus,13,41#41. Des Menschen Sohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und die da Unrecht tun
437#Matthäus,13,42#42. und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.
438#Matthäus,13,43#43. Alsdann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
439#Matthäus,13,44#44. Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.
440#Matthäus,13,45#45. Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
441#Matthäus,13,46#46. Als er nun eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
442#Matthäus,13,47#47. Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen ward und (Fische) von allerlei Art zusammenbrachte.
443#Matthäus,13,48#48. Als es voll war, zogen sie es ans Gestade, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg.
444#Matthäus,13,49#49. So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden
445#Matthäus,13,50#50. und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
446#Matthäus,13,51#51. Da sprach Jesus zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
447#Matthäus,13,52#52. Da sagte er zu ihnen: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der für das Himmelreich unterrichtet ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatze Neues und Altes hervorholt.
448#Matthäus,13,53#53. UND es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er von dannen.
449#Matthäus,13,54#54. Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, so daß sie erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Kräfte?
450#Matthäus,13,55#55. Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Joses und Simon und Judas?
451#Matthäus,13,56#56. Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher kommt ihm das alles?
452#Matthäus,13,57#57. Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet als in seiner Vaterstadt und in seinem Hause!
453#Matthäus,13,58#58. Und er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen.
454#Matthäus,14,1#1. ZU jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus.
455#Matthäus,14,2#2. Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer; der ist von den Toten auferstanden; darum sind auch die Kräfte wirksam in ihm!
456#Matthäus,14,3#3. Denn Herodes hatte den Johannes greifen, binden und ins Gefängnis legen lassen, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus.
457#Matthäus,14,4#4. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben!
458#Matthäus,14,5#5. Und er wollte ihn töten, fürchtete aber das Volk, denn sie hielten ihn für einen Propheten.
459#Matthäus,14,6#6. Als nun Herodes seinen Geburtstag beging, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel dem Herodes.
460#Matthäus,14,7#7. Darum verhieß er ihr mit einem Eide, ihr zu geben, was sie auch fordern würde.
461#Matthäus,14,8#8. Da sie aber von ihrer Mutter angeleitet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
462#Matthäus,14,9#9. Und der König ward betrübt; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische saßen, befahl er, es zu geben.
463#Matthäus,14,10#10. Und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
464#Matthäus,14,11#11. Und sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.
465#Matthäus,14,12#12. Und seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leichnam und begruben ihn und gingen hin und verkündigten es Jesus.
466#Matthäus,14,13#13. Als aber Jesus das hörte, entwich er von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach.
467#Matthäus,14,14#14. Als nun Jesus hervorkam, sah er eine große Menge und erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.
468#Matthäus,14,15#15. Und als es Abend geworden, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Stunde ist schon vorgeschritten; entlaß das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen!
469#Matthäus,14,16#16. Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig hinzugehen; gebt ihr ihnen zu essen!
470#Matthäus,14,17#17. Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.
471#Matthäus,14,18#18. Er sprach: Bringt sie mir hierher!
472#Matthäus,14,19#19. Und er befahl dem Volk, sich in das Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf, dankte, brach und gab den Jüngern die Brote, die Jünger aber (gaben sie) dem Volk.
473#Matthäus,14,20#20. Und sie aßen alle und wurden satt; und sie hoben auf, was übrigblieb an Brocken, zwölf Körbe voll.
474#Matthäus,14,21#21. Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
475#Matthäus,14,22#22. Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte.
476#Matthäus,14,23#23. Und nachdem er die Menge entlassen, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden, war er allein daselbst.
477#Matthäus,14,24#24. Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war entgegen.
478#Matthäus,14,25#25. Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und wandelte auf dem Meer.
479#Matthäus,14,26#26. Als ihn aber die Jünger auf dem Meere wandeln sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst, und schrieen vor Furcht.
480#Matthäus,14,27#27. Jesus aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!
481#Matthäus,14,28#28. Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen!
482#Matthäus,14,29#29. Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
483#Matthäus,14,30#30. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich!
484#Matthäus,14,31#31. Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum zweifeltest du?
485#Matthäus,14,32#32. Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind.
486#Matthäus,14,33#33. Da kamen, die in dem Schiffe waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!
487#Matthäus,14,34#34. Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genezareth.
488#Matthäus,14,35#35. Und da ihn die Männer dieser Gegend erkannten, sandten sie in die ganze Umgegend und brachten alle Kranken zu ihm.
489#Matthäus,14,36#36. Und sie baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften; und so viele ihn anrührten, die wurden ganz gesund.
490#Matthäus,15,1#1. DA kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen:
491#Matthäus,15,2#2. Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.
492#Matthäus,15,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
493#Matthäus,15,4#4. Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.»
494#Matthäus,15,5#5. Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zum Opfer vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte; der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht mehr zu ehren.
495#Matthäus,15,6#6. Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.
496#Matthäus,15,7#7. Ihr Heuchler! Trefflich hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht:
497#Matthäus,15,8#8. «Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.
498#Matthäus,15,9#9. Vergeblich aber ehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Menschengebote sind.»
499#Matthäus,15,10#10. Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret und verstehet!
500#Matthäus,15,11#11. Nicht das, was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
501#Matthäus,15,12#12. Da traten seine Jünger herzu und sprachen zu ihm: Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das hörten?
502#Matthäus,15,13#13. Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
503#Matthäus,15,14#14. Lasset sie; sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, werden beide in die Grube fallen.
504#Matthäus,15,15#15. Da sprach Petrus zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis!
505#Matthäus,15,16#16. Er aber sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig?
506#Matthäus,15,17#17. Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird?
507#Matthäus,15,18#18. Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.
508#Matthäus,15,19#19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
509#Matthäus,15,20#20. Das ist's, was den Menschen verunreinigt; aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht.
510#Matthäus,15,21#21. UND Jesus zog von dort weg und entwich in die Gegend von Tyrus und Zidon.
511#Matthäus,15,22#22. Und siehe, eine kananäische Frau kam aus jener Gegend, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist arg besessen!
512#Matthäus,15,23#23. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab; denn sie schreit uns nach!
513#Matthäus,15,24#24. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.
514#Matthäus,15,25#25. Sie aber kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
515#Matthäus,15,26#26. Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man das Brot der Kinder nehme und es den Hündlein vorwerfe!
516#Matthäus,15,27#27. Sie aber sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
517#Matthäus,15,28#28. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.
518#Matthäus,15,29#29. UND Jesus zog weiter und kam an das galiläische Meer; und er stieg auf den Berg und setzte sich daselbst.
519#Matthäus,15,30#30. Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie,
520#Matthäus,15,31#31. also daß sich die Menge verwunderte, als sie sah, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme wandelten und Blinde sehend wurden; und sie priesen den Gott Israels.
521#Matthäus,15,32#32. Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht nüchtern entlassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen.
522#Matthäus,15,33#33. Und seine Jünger sprachen zu ihm: Woher sollen wir in der Wüste so viele Brote nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?
523#Matthäus,15,34#34. Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und ein paar Fische.
524#Matthäus,15,35#35. Und er befahl dem Volk, sich auf die Erde zu lagern,
525#Matthäus,15,36#36. und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, die Jünger aber (gaben sie) dem Volke.
526#Matthäus,15,37#37. Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an Brocken übrigblieb, sieben Körbe voll.
527#Matthäus,15,38#38. Die aber gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
528#Matthäus,15,39#39. Und nachdem er das Volk entlassen, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala-1-. -1) aL: Magadan.++
529#Matthäus,16,1#1. Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und baten, daß er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möchte.
530#Matthäus,16,2#2. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön; denn der Himmel ist rot;
531#Matthäus,16,3#3. und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter; denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht!
532#Matthäus,16,4#4. Das böse und ehebrecherische Geschlecht fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona. Und er verließ sie und ging davon.
533#Matthäus,16,5#5. Und als seine Jünger ans jenseitige Gestade kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.
534#Matthäus,16,6#6. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
535#Matthäus,16,7#7. Da machten sie sich untereinander Gedanken und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben!
536#Matthäus,16,8#8. Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mitgenommen habt?
537#Matthäus,16,9#9. Versteht ihr noch nicht, und denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wie viele Körbe ihr da aufhobet?
538#Matthäus,16,10#10. Auch nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wie viele Körbchen ihr da aufhobet?
539#Matthäus,16,11#11. Warum versteht ihr denn nicht, daß ich nicht vom Brot gesprochen habe, sondern daß ihr euch hüten solltet vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer?
540#Matthäus,16,12#12. Da sahen sie ein, daß er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
541#Matthäus,16,13#13. ALS aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
542#Matthäus,16,14#14. Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten.
543#Matthäus,16,15#15. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
544#Matthäus,16,16#16. Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!
545#Matthäus,16,17#17. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!
546#Matthäus,16,18#18. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde-1- bauen, und die Pforten der Hölle-2- sollen sie nicht überwältigen. -1) bed. w: die Herausgerufene, gr. -+Ekklesia-.   2) w: des Totenreichs.++
547#Matthäus,16,19#19. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
548#Matthäus,16,20#20. Da gebot er seinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß er der Christus sei.
549#Matthäus,16,21#21. Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
550#Matthäus,16,22#22. Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht!
551#Matthäus,16,23#23. Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
552#Matthäus,16,24#24. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
553#Matthäus,16,25#25. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen, der wird sie finden. -1) o: sein Leben.++
554#Matthäus,16,26#26. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele-1- ein? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele-1- wieder löse? -1) o: sein Leben.++
555#Matthäus,16,27#27. Denn des Menschen Sohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinem Tun.
556#Matthäus,16,28#28. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie des Menschen Sohn haben kommen sehen in seinem Reich!
557#Matthäus,17,1#1. UND nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.
558#Matthäus,17,2#2. Und er wurde vor ihnen verklärt-1-, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. -1) w: verwandelt.++
559#Matthäus,17,3#3. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm.
560#Matthäus,17,4#4. Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind! Willst du, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Mose eine und Elia eine.
561#Matthäus,17,5#5. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!
562#Matthäus,17,6#6. Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.
563#Matthäus,17,7#7. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht!
564#Matthäus,17,8#8. Da sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.
565#Matthäus,17,9#9. Und als sie den Berg hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemandem von dem Gesichte, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist!
566#Matthäus,17,10#10. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse?
567#Matthäus,17,11#11. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt freilich und wird alles in den rechten Stand setzen;
568#Matthäus,17,12#12. ich sage euch aber, daß Elia schon gekommen ist; und sie haben ihn nicht anerkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Also wird auch des Menschen Sohn von ihnen leiden müssen.
569#Matthäus,17,13#13. Da verstanden die Jünger, daß er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete.
570#Matthäus,17,14#14. Und als sie zum Volke kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie
571#Matthäus,17,15#15. und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; denn er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser.
572#Matthäus,17,16#16. Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen.
573#Matthäus,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir!
574#Matthäus,17,18#18. Und Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr aus von ihm, und der Knabe war gesund von jener Stunde an.
575#Matthäus,17,19#19. Da traten die Jünger zu Jesus, beiseite, und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
576#Matthäus,17,20#20. Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Kleinglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berge sprechen: Hebe dich von hier weg dorthin! Und er würde sich hinwegheben, und nichts würde euch unmöglich sein.
577#Matthäus,17,21#21. Aber diese Art fährt nicht aus, außer durch Gebet und Fasten.
578#Matthäus,17,22#22. Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sprach Jesus zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden;
579#Matthäus,17,23#23. und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt.
580#Matthäus,17,24#24. ALS sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der (Tempel-)Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen?
581#Matthäus,17,25#25. Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden?
582#Matthäus,17,26#26. Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind also die Söhne frei!
583#Matthäus,17,27#27. Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, gehe hin ans Meer und wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, den du herausziehst; und wenn du seinen Mund öffnest, wirst du einen Stater-1- finden; den nimm und gib ihn für mich und dich. -1) d.i. ein Vierdrachmenstück.++
584#Matthäus,18,1#1. Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreich?
585#Matthäus,18,2#2. Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie
586#Matthäus,18,3#3. und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen!
587#Matthäus,18,4#4. Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.
588#Matthäus,18,5#5. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
589#Matthäus,18,6#6. Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
590#Matthäus,18,7#7. Wehe der Welt der Ärgernisse halber! Denn es ist zwar notwendig, daß die Ärgernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt!
591#Matthäus,18,8#8. Wenn aber deine Hand oder dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, daß du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und in das ewige Feuer geworfen werdest.
592#Matthäus,18,9#9. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Leben eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest.
593#Matthäus,18,10#10. Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.
594#Matthäus,18,11#11. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu retten.
595#Matthäus,18,12#12. Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte?
596#Matthäus,18,13#13. Und wenn es sich begibt, daß er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich über dasselbe mehr als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren.
597#Matthäus,18,14#14. Also ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, daß eines dieser Kleinen verloren gehe.
598#Matthäus,18,15#15. Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.
599#Matthäus,18,16#16. Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe.
600#Matthäus,18,17#17. Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Heide und Zöllner.
601#Matthäus,18,18#18. Wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein.
602#Matthäus,18,19#19. Weiter sage ich euch, wenn zwei von euch übereinkommen werden auf Erden über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel.
603#Matthäus,18,20#20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
604#Matthäus,18,21#21. Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal?
605#Matthäus,18,22#22. Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
606#Matthäus,18,23#23. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte.
607#Matthäus,18,24#24. Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
608#Matthäus,18,25#25. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und also zu bezahlen.
609#Matthäus,18,26#26. Da warf sich der Knecht vor ihm nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
610#Matthäus,18,27#27. Da erbarmte sich der Herr dieses Knechtes und gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.
611#Matthäus,18,28#28. Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm hundert Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!
612#Matthäus,18,29#29. Da warf sich sein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
613#Matthäus,18,30#30. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.
614#Matthäus,18,31#31. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn die ganze Geschichte.
615#Matthäus,18,32#32. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest;
616#Matthäus,18,33#33. solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?
617#Matthäus,18,34#34. Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.
618#Matthäus,18,35#35. Also wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen die Fehler vergebet.
619#Matthäus,19,1#1. UND es begab sich, als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und kam in die Grenzen von Judäa, jenseits des Jordan.
620#Matthäus,19,2#2. Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, und er heilte sie daselbst.
621#Matthäus,19,3#3. Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, aus irgend einem Grunde seine Frau zu entlassen?
622#Matthäus,19,4#4. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer (die Menschen) am Anfang als Mann und Weib erschuf
623#Matthäus,19,5#5. und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»?
624#Matthäus,19,6#6. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
625#Matthäus,19,7#7. Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen?
626#Matthäus,19,8#8. Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
627#Matthäus,19,9#9. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
628#Matthäus,19,10#10. Seine Jünger sprechen zu ihm: Hat ein Mensch solche Pflichten gegen seine Frau, so ist es nicht gut, zur Ehe zu schreiten!
629#Matthäus,19,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist.
630#Matthäus,19,12#12. Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!
631#Matthäus,19,13#13. Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber schalten sie.
632#Matthäus,19,14#14. Aber Jesus sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich!
633#Matthäus,19,15#15. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt, zog er von dannen.
634#Matthäus,19,16#16. Und siehe, einer trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?
635#Matthäus,19,17#17. Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem Guten? Es ist nur Einer gut! Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!
636#Matthäus,19,18#18. Er spricht zu ihm: Welche? Jesus antwortet: Das: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden!
637#Matthäus,19,19#19. Ehre deinen Vater und deine Mutter! und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
638#Matthäus,19,20#20. Der Jüngling spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch?
639#Matthäus,19,21#21. Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!
640#Matthäus,19,22#22. Als aber der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
641#Matthäus,19,23#23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher hat schwer in das Himmelreich einzugehen!
642#Matthäus,19,24#24. Und wiederum sage ich euch, ein Kamel kann leichter durch ein Nadelöhr eingehen, als ein Reicher in das Reich Gottes!
643#Matthäus,19,25#25. Als die Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann denn gerettet werden?
644#Matthäus,19,26#26. Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist das unmöglich; aber bei Gott ist alles möglich.
645#Matthäus,19,27#27. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür?
646#Matthäus,19,28#28. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
647#Matthäus,19,29#29. Und ein jeglicher, welcher Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben.
648#Matthäus,19,30#30. Aber viele von den Ersten werden Letzte, und Letzte werden Erste sein.
649#Matthäus,20,1#1. Denn das Himmelreich ist einem Hausherrn gleich, welcher am Morgen früh ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen.
650#Matthäus,20,2#2. Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg.
651#Matthäus,20,3#3. Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere auf dem Markte müßig stehen
652#Matthäus,20,4#4. und sprach zu diesen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben!
653#Matthäus,20,5#5. Und sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat ebenso.
654#Matthäus,20,6#6. Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andere dastehen und sprach zu ihnen: Warum steht ihr hier den ganzen Tag müßig?
655#Matthäus,20,7#7. Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedungen! Er spricht zu ihnen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, das werdet ihr empfangen!
656#Matthäus,20,8#8. Als es aber Abend geworden war, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und bezahle ihnen den Lohn, indem du bei den Letzten anfängst, bis zu den Ersten.
657#Matthäus,20,9#9. Und es kamen die, welche um die elfte Stunde gedungen worden, und empfingen jeder einen Denar.
658#Matthäus,20,10#10. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; da empfingen auch sie jeder einen Denar.
659#Matthäus,20,11#11. Und als sie ihn empfangen, murrten sie wider den Hausherrn
660#Matthäus,20,12#12. und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.
661#Matthäus,20,13#13. Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen?
662#Matthäus,20,14#14. Nimm das Deine und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten so viel geben wie dir.
663#Matthäus,20,15#15. Habe ich nicht Macht, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder siehst du darum scheel, daß ich so gütig bin?
664#Matthäus,20,16#16. Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. [Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.]
665#Matthäus,20,17#17. Und als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die Zwölf auf dem Wege beiseite und sprach zu ihnen:
666#Matthäus,20,18#18. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem; und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet, und sie werden ihn zum Tode verurteilen
667#Matthäus,20,19#19. und werden ihn den Heiden überantworten, ihn zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen.
668#Matthäus,20,20#20. Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel ihm zu Füßen, um etwas von ihm zu erbitten.
669#Matthäus,20,21#21. Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, daß diese meine beiden Söhne einer zur Rechten, der andere zu deiner Linken sitzen sollen in deinem Reiche.
670#Matthäus,20,22#22. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Sie sprechen zu ihm: Wir können es!
671#Matthäus,20,23#23. Und er spricht zu ihnen: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu; sondern es wird denen zuteil, welchen es von meinem Vater bereitet ist.
672#Matthäus,20,24#24. Und als die Zehn das hörten, wurden sie unwillig über die beiden Brüder.
673#Matthäus,20,25#25. Aber Jesus rief sie herzu und sprach: Ihr wisset, daß die Fürsten der Völker sie unterjochen, und daß die Großen sie vergewaltigen;
674#Matthäus,20,26#26. unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener;
675#Matthäus,20,27#27. und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht,
676#Matthäus,20,28#28. gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, sich dienen zu lassen, sondern damit er diene und sein Leben gebe zum Lösegeld für viele.
677#Matthäus,20,29#29. Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
678#Matthäus,20,30#30. Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; als sie hörten, daß Jesus vorüberziehe, schrieen sie und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
679#Matthäus,20,31#31. Aber das Volk bedrohte sie, sie sollten schweigen. Sie aber schrieen nur noch mehr und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
680#Matthäus,20,32#32. Und Jesus stand still, rief sie und sprach: Was wollt ihr, daß ich euch tun soll?
681#Matthäus,20,33#33. Sie sagten zu ihm: Herr, daß unsere Augen geöffnet werden!
682#Matthäus,20,34#34. Da erbarmte sich Jesus ihrer und rührte ihre Augen an, und alsbald sahen sie wieder und folgten ihm nach.
683#Matthäus,21,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger
684#Matthäus,21,2#2. und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr, die bindet los und führet sie zu mir!
685#Matthäus,21,3#3. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; dann wird er sie alsbald senden.
686#Matthäus,21,4#4. Das ist aber geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht:
687#Matthäus,21,5#5. «Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.»
688#Matthäus,21,6#6. Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,
689#Matthäus,21,7#7. und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf.
690#Matthäus,21,8#8. Aber die meisten unter dem Volk breiteten ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
691#Matthäus,21,9#9. Und das Volk, das vorausging, und die, welche nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
692#Matthäus,21,10#10. Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist der?
693#Matthäus,21,11#11. Das Volk aber sagte: Das ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa!
694#Matthäus,21,12#12. Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften.
695#Matthäus,21,13#13. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.
696#Matthäus,21,14#14. Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.
697#Matthäus,21,15#15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder hörten, die im Tempel schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! wurden sie entrüstet
698#Matthäus,21,16#16. und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: «Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet»?
699#Matthäus,21,17#17. Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete daselbst.
700#Matthäus,21,18#18. DA er aber des Morgens früh in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.
701#Matthäus,21,19#19. Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Wege sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun komme von dir keine Frucht mehr in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum.
702#Matthäus,21,20#20. Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?
703#Matthäus,21,21#21. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer! - so wird es geschehen.
704#Matthäus,21,22#22. Und alles, was ihr gläubig erbittet im Gebet, werdet ihr empfangen.
705#Matthäus,21,23#23. Und als er in den Tempel kam, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
706#Matthäus,21,24#24. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue.
707#Matthäus,21,25#25. Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
708#Matthäus,21,26#26. Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so müssen wir das Volk fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.
709#Matthäus,21,27#27. Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue.
710#Matthäus,21,28#28. Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg!
711#Matthäus,21,29#29. Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging.
712#Matthäus,21,30#30. Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! - und ging nicht.
713#Matthäus,21,31#31. Welcher von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr!
714#Matthäus,21,32#32. Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Wege-1- der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und obwohl ihr es sahet, reute es euch nicht einmal nachträglich, so daß ihr ihm geglaubt hättet. -1) d.h. mit der Lehre von.++
715#Matthäus,21,33#33. Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste ab.
716#Matthäus,21,34#34. Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.
717#Matthäus,21,35#35. Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie.
718#Matthäus,21,36#36. Da sandte er wieder andere Knechte, mehr denn zuvor; und sie behandelten sie ebenso.
719#Matthäus,21,37#37. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen.
720#Matthäus,21,38#38. Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut behalten!
721#Matthäus,21,39#39. Und sie nahmen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.
722#Matthäus,21,40#40. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?
723#Matthäus,21,41#41. Sie sprachen zu ihm: Er wird die Übeltäter übel umbringen und den Weinberg andern Weingärtnern verpachten, welche ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.
724#Matthäus,21,42#42. Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie gelesen in der Schrift: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
725#Matthäus,21,43#43. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das dessen Früchte bringt.
726#Matthäus,21,44#44. -Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschlagen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen. Dieser Vers ist in der Schlachter-Bibel nicht enthalten, er wurde dem Begleittestament (NT) der Schlachter-Üs. entnommen.++
727#Matthäus,21,45#45. Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen redete.
728#Matthäus,21,46#46. Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt.
729#Matthäus,22,1#1. Und Jesus hob an und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach:
730#Matthäus,22,2#2. Das Himmelreich ist einem menschlichen König gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte.
731#Matthäus,22,3#3. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen.
732#Matthäus,22,4#4. Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit!
733#Matthäus,22,5#5. Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe;
734#Matthäus,22,6#6. die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie.
735#Matthäus,22,7#7. Da wurde der König zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
736#Matthäus,22,8#8. Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig;
737#Matthäus,22,9#9. darum gehet hin an die Kreuzungen der Straßen und ladet zur Hochzeit, soviele ihr findet!
738#Matthäus,22,10#10. Und die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal ward voll von Gästen.
739#Matthäus,22,11#11. Als aber der König hineinging, die Gäste zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der kein hochzeitliches Kleid anhatte;
740#Matthäus,22,12#12. und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte.
741#Matthäus,22,13#13. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die äußerste Finsternis-1-! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen.++
742#Matthäus,22,14#14. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!
743#Matthäus,22,15#15. DA gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten.
744#Matthäus,22,16#16. Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an.
745#Matthäus,22,17#17. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
746#Matthäus,22,18#18. Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich?
747#Matthäus,22,19#19. Zeiget mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar.
748#Matthäus,22,20#20. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Aufschrift?
749#Matthäus,22,21#21. Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
750#Matthäus,22,22#22. Und als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ihn und gingen davon.
751#Matthäus,22,23#23. An jenem Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn
752#Matthäus,22,24#24. und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.»
753#Matthäus,22,25#25. Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
754#Matthäus,22,26#26. Desgleichen auch der andere und der dritte, bis zum siebenten.
755#Matthäus,22,27#27. Zuletzt, nach allen, starb auch die Frau.
756#Matthäus,22,28#28. In der Auferstehung nun, wem von den Sieben wird sie als Frau angehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt.
757#Matthäus,22,29#29. Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt.
758#Matthäus,22,30#30. Denn in der Auferstehung freien sie nicht, noch lassen sie sich freien, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.
759#Matthäus,22,31#31. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht:
760#Matthäus,22,32#32. «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.
761#Matthäus,22,33#33. Und als die Menge solches hörte, erstaunte sie über seine Lehre.
762#Matthäus,22,34#34. Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich;
763#Matthäus,22,35#35. und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach:
764#Matthäus,22,36#36. Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?
765#Matthäus,22,37#37. Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt-1-.» -1) o: Denken.++
766#Matthäus,22,38#38. Das ist das erste und größte Gebot.
767#Matthäus,22,39#39. Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.»
768#Matthäus,22,40#40. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
769#Matthäus,22,41#41. Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus
770#Matthäus,22,42#42. und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids.
771#Matthäus,22,43#43. Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht:
772#Matthäus,22,44#44. «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»?
773#Matthäus,22,45#45. Wenn also David ihn Herr nennt, wie ist er denn sein Sohn?
774#Matthäus,22,46#46. Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von jenem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen.
775#Matthäus,23,1#1. DA sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern:
776#Matthäus,23,2#2. Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt.
777#Matthäus,23,3#3. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.
778#Matthäus,23,4#4. Sie binden aber schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie selbst aber wollen sie nicht mit einem Finger berühren.
779#Matthäus,23,5#5. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen ihre Denkzettel-1- breit und die Säume-2- an ihren Kleidern groß -1) Gebetsriemen.   2) o: Quasten.++
780#Matthäus,23,6#6. und lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und den Vorsitz in den Synagogen
781#Matthäus,23,7#7. und die Begrüßungen auf den Märkten und wenn sie von den Leuten Rabbi genannt werden!
782#Matthäus,23,8#8. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.
783#Matthäus,23,9#9. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische.
784#Matthäus,23,10#10. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus.
785#Matthäus,23,11#11. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
786#Matthäus,23,12#12. Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
787#Matthäus,23,13#13. Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein.
788#Matthäus,23,14#14. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr der Witwen Häuser fresset und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!
789#Matthäus,23,15#15. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchziehet, um einen einzigen Judengenossen-1- zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ein Kind der Hölle aus ihm, zwiefältig mehr, als ihr seid! -1) Proselyten.++
790#Matthäus,23,16#16. Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr saget: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden. -
791#Matthäus,23,17#17. Ihr Narren und Blinde, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
792#Matthäus,23,18#18. Und: Wer beim Brandopferaltar schwört, das gilt nichts; wer aber beim Opfer schwört, welches darauf liegt, der ist gebunden. -
793#Matthäus,23,19#19. Ihr Blinden! Was ist denn größer, das Opfer oder der Brandopferaltar, der das Opfer heiligt?
794#Matthäus,23,20#20. Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist.
795#Matthäus,23,21#21. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
796#Matthäus,23,22#22. Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Throne Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
797#Matthäus,23,23#23. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässiget, nämlich das Gericht und das Erbarmen und den Glauben! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
798#Matthäus,23,24#24. Ihr blinden Führer, die ihr Mücken seihet und Kamele verschlucket!
799#Matthäus,23,25#25. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget; inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!
800#Matthäus,23,26#26. Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde!
801#Matthäus,23,27#27. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind!
802#Matthäus,23,28#28. So erscheinet auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzwidrigkeit.
803#Matthäus,23,29#29. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Gräber der Propheten bauet und die Denkmäler der Gerechten schmücket
804#Matthäus,23,30#30. und saget: Hätten wir in den Tagen unsrer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.
805#Matthäus,23,31#31. So gebt ihr ja über euch selbst das Zeugnis, daß ihr Söhne der Prophetenmörder seid.
806#Matthäus,23,32#32. Ja, machet nur das Maß eurer Väter voll!
807#Matthäus,23,33#33. Ihr Schlangen! Ihr Otterngezüchte! Wie wollt ihr dem Gerichte der Hölle entgehen?
808#Matthäus,23,34#34. Darum, siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur andern;
809#Matthäus,23,35#35. auf daß über euch komme alles gerechte Blut, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blute Abels, des Gerechten, an bis auf das Blut Zacharias, des Sohnes Barachias, welchen ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.
810#Matthäus,23,36#36. Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.
811#Matthäus,23,37#37. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!
812#Matthäus,23,38#38. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden;
813#Matthäus,23,39#39. denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
814#Matthäus,24,1#1. UND Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen.
815#Matthäus,24,2#2. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird!
816#Matthäus,24,3#3. Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft-1- und des Endes der Weltzeit sein? -1) o: Ankunft.++
817#Matthäus,24,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe!
818#Matthäus,24,5#5. Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen.
819#Matthäus,24,6#6. Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.
820#Matthäus,24,7#7. Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königreich wider das andere; und es werden hin und wieder Hungersnöte, Pest und Erdbeben sein.
821#Matthäus,24,8#8. Dies alles ist der Wehen Anfang.
822#Matthäus,24,9#9. Alsdann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern um meines Namens willen.
823#Matthäus,24,10#10. Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen.
824#Matthäus,24,11#11. Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.
825#Matthäus,24,12#12. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten;
826#Matthäus,24,13#13. wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
827#Matthäus,24,14#14. Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden, zum Zeugnis allen Völkern, und dann wird das Ende kommen.
828#Matthäus,24,15#15. Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, stehen sehet an heiliger Stätte <wer es liest, der merke darauf!>,
829#Matthäus,24,16#16. alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge;
830#Matthäus,24,17#17. wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen;
831#Matthäus,24,18#18. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen.
832#Matthäus,24,19#19. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen!
833#Matthäus,24,20#20. Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter, noch am Sabbat geschehe.
834#Matthäus,24,21#21. Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.
835#Matthäus,24,22#22. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.
836#Matthäus,24,23#23. Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder dort, - so glaubet es nicht.
837#Matthäus,24,24#24. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen.
838#Matthäus,24,25#25. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.
839#Matthäus,24,26#26. Wenn sie nun zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, - so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in den Kammern, - so glaubet es nicht.
840#Matthäus,24,27#27. Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
841#Matthäus,24,28#28. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler.
842#Matthäus,24,29#29. Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Bewegung geraten-1-. -1) o: werden erschüttert werden.++
843#Matthäus,24,30#30. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.
844#Matthäus,24,31#31. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von einem Ende des Himmels bis zum andern.
845#Matthäus,24,32#32. Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.
846#Matthäus,24,33#33. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe vor der Türe ist.
847#Matthäus,24,34#34. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist;
848#Matthäus,24,35#35. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
849#Matthäus,24,36#36. Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.
850#Matthäus,24,37#37. Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein.
851#Matthäus,24,38#38. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, freiten und sich freien ließen bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,
852#Matthäus,24,39#39. und nichts merkten, bis die Sündflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.
853#Matthäus,24,40#40. Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird genommen, und der andere wird zurückgelassen.
854#Matthäus,24,41#41. Zwei werden auf der Mühle mahlen; eine wird genommen und die andere wird zurückgelassen.
855#Matthäus,24,42#42. So wachet nun, da ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt!
856#Matthäus,24,43#43. Das aber merket: wenn der Hausvater wüßte, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
857#Matthäus,24,44#44. Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu der Stunde, da ihr es nicht meinet.
858#Matthäus,24,45#45. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit?
859#Matthäus,24,46#46. Selig ist dieser Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird.
860#Matthäus,24,47#47. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen.
861#Matthäus,24,48#48. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen,
862#Matthäus,24,49#49. und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken;
863#Matthäus,24,50#50. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
864#Matthäus,24,51#51. und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
865#Matthäus,25,1#1. DANN wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
866#Matthäus,25,2#2. Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug.
867#Matthäus,25,3#3. Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich.
868#Matthäus,25,4#4. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
869#Matthäus,25,5#5. Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
870#Matthäus,25,6#6. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Gehet aus, ihm entgegen!
871#Matthäus,25,7#7. Da erwachten alle jene Jungfrauen und rüsteten ihre Lampen.
872#Matthäus,25,8#8. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl; denn unsre Lampen erlöschen!
873#Matthäus,25,9#9. Aber die klugen antworteten und sprachen: Niemals! Es würde nicht reichen für uns und für euch! Gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst!
874#Matthäus,25,10#10. Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen.
875#Matthäus,25,11#11. Hernach kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tue uns auf!
876#Matthäus,25,12#12. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!
877#Matthäus,25,13#13. Darum wachet; denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde!
878#Matthäus,25,14#14. Denn es ist wie bei einem Menschen, der verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab;
879#Matthäus,25,15#15. dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Kraft, und reiste ab.
880#Matthäus,25,16#16. Da ging der, welcher die fünf Talente empfangen, hin und handelte mit ihnen und gewann fünf andere.
881#Matthäus,25,17#17. Desgleichen, der die zwei Talente empfangen, gewann auch zwei andere.
882#Matthäus,25,18#18. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn.
883#Matthäus,25,19#19. Nach langer Zeit kommt der Herr dieser Knechte und hält Abrechnung mit ihnen.
884#Matthäus,25,20#20. Da trat der hinzu, der die fünf Talente empfangen, brachte noch fünf andere Talente herzu und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe damit fünf andere gewonnen.
885#Matthäus,25,21#21. Sein Herr spricht zu ihm: Gut, du braver und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
886#Matthäus,25,22#22. Da trat auch der hinzu, welcher die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe zwei andere Talente gewonnen.
887#Matthäus,25,23#23. Sein Herr spricht zu ihm: Gut, du braver und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
888#Matthäus,25,24#24. Da trat auch der hinzu, der das eine Talent empfangen, und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
889#Matthäus,25,25#25. und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine!
890#Matthäus,25,26#26. Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
891#Matthäus,25,27#27. Dann hättest du mein Geld den Wechslern bringen sollen, so hätte ich bei meinem Kommen das Meine mit Zinsen zurückerhalten.
892#Matthäus,25,28#28. Darum nehmet ihm das Talent weg und gebet es dem, der die zehn Talente hat!
893#Matthäus,25,29#29. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluß habe; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
894#Matthäus,25,30#30. Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußerste Finsternis-1-. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen; vgl. Mt. 8,12.++
895#Matthäus,25,31#31. Wenn aber des Menschen Sohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit;
896#Matthäus,25,32#32. und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,
897#Matthäus,25,33#33. und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.
898#Matthäus,25,34#34. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!
899#Matthäus,25,35#35. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt;
900#Matthäus,25,36#36. ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
901#Matthäus,25,37#37. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig und haben dich getränkt?
902#Matthäus,25,38#38. Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt, oder nackt und haben dich bekleidet?
903#Matthäus,25,39#39. Wann haben wir dich krank gesehen, oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen?
904#Matthäus,25,40#40. Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan!
905#Matthäus,25,41#41. Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!
906#Matthäus,25,42#42. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt;
907#Matthäus,25,43#43. ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt; nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und gefangen, und ihr habt mich nicht besucht!
908#Matthäus,25,44#44. Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder gefangen gesehen und haben dir nicht gedient?
909#Matthäus,25,45#45. Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es nicht getan habt einem dieser Geringsten, habt ihr es mir auch nicht getan!
910#Matthäus,25,46#46. Und sie werden in die ewige Pein gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.
911#Matthäus,26,1#1. UND es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern:
912#Matthäus,26,2#2. Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah ist; dann wird des Menschen Sohn überantwortet, damit er gekreuzigt werde.
913#Matthäus,26,3#3. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß.
914#Matthäus,26,4#4. Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen und töten könnten.
915#Matthäus,26,5#5. Sie sprachen aber: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht!
916#Matthäus,26,6#6. Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war,
917#Matthäus,26,7#7. trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß.
918#Matthäus,26,8#8. Als das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung?
919#Matthäus,26,9#9. Man hätte das teuer verkaufen und den Armen geben können!
920#Matthäus,26,10#10. Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Warum bekümmert ihr das Weib? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan!
921#Matthäus,26,11#11. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit!
922#Matthäus,26,12#12. Damit, daß sie diese Salbe auf meinen Leib goß, hat sie mich zum Begräbnis gerüstet.
923#Matthäus,26,13#13. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis!
924#Matthäus,26,14#14. Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern
925#Matthäus,26,15#15. und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar.
926#Matthäus,26,16#16. Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten.
927#Matthäus,26,17#17. Am ersten Tage nun der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir das Passahmahl zu essen bereiten?
928#Matthäus,26,18#18. Und er sprach: Gehet hin in die Stadt zu dem und dem und sprechet zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah halten!
929#Matthäus,26,19#19. Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen befohlen, und bereiteten das Passah.
930#Matthäus,26,20#20. Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische.
931#Matthäus,26,21#21. Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!
932#Matthäus,26,22#22. Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich?
933#Matthäus,26,23#23. Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.
934#Matthäus,26,24#24. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre diesem Menschen besser, daß er nicht geboren wäre.
935#Matthäus,26,25#25. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!
936#Matthäus,26,26#26. Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, dankte-1-, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset! Das ist mein Leib. -1) o: lobpries, segnete.++
937#Matthäus,26,27#27. Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus!
938#Matthäus,26,28#28. Denn das ist mein Blut des Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!
939#Matthäus,26,29#29. Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.
940#Matthäus,26,30#30. Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
941#Matthäus,26,31#31. Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.»
942#Matthäus,26,32#32. Wenn ich aber auferstanden sein werde, will ich euch nach Galiläa vorangehen.
943#Matthäus,26,33#33. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern!
944#Matthäus,26,34#34. Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
945#Matthäus,26,35#35. Petrus spricht zu ihm: Und wenn ich auch mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen! Gleicherweise sprachen auch alle Jünger.
946#Matthäus,26,36#36. Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete.
947#Matthäus,26,37#37. Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr.
948#Matthäus,26,38#38. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir!
949#Matthäus,26,39#39. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!
950#Matthäus,26,40#40. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen?
951#Matthäus,26,41#41. Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
952#Matthäus,26,42#42. Wiederum zum zweitenmal, ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!
953#Matthäus,26,43#43. Und er kommt und findet sie abermals schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden.
954#Matthäus,26,44#44. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum drittenmal und sprach dieselben Worte.
955#Matthäus,26,45#45. Da kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? Siehe, die Stunde ist nahe, und des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert!
956#Matthäus,26,46#46. Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!
957#Matthäus,26,47#47. Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
958#Matthäus,26,48#48. Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet!
959#Matthäus,26,49#49. Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, - und küßte ihn.
960#Matthäus,26,50#50. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du hier? Da traten sie hinzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
961#Matthäus,26,51#51. Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
962#Matthäus,26,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.
963#Matthäus,26,53#53. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir noch jetzt mehr als zwölf Legionen Engel schicken?
964#Matthäus,26,54#54. Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, daß es so kommen muß?
965#Matthäus,26,55#55. In jener Stunde sprach Jesus zu der Schar: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, mich zu ergreifen! Täglich bin ich bei euch lehrend im Tempel gesessen, und ihr habt mich nicht ergriffen.
966#Matthäus,26,56#56. Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. - Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
967#Matthäus,26,57#57. DIE aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
968#Matthäus,26,58#58. Petrus aber folgte ihnen von ferne, bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang (der Sache) zu sehen.
969#Matthäus,26,59#59. Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen.
970#Matthäus,26,60#60. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. 61. Zuletzt aber kamen zwei
971#Matthäus,26,61#und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen aufbauen.
972#Matthäus,26,62#62. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
973#Matthäus,26,63#63. Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist!
974#Matthäus,26,64#64. Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels!
975#Matthäus,26,65#65. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habt ihr seine Lästerung gehört.
976#Matthäus,26,66#66. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig!
977#Matthäus,26,67#67. Da spieen sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; andere gaben ihm Backenstreiche
978#Matthäus,26,68#68. und sprachen: Christus, weissage uns! Wer ist's, der dich geschlagen hat?
979#Matthäus,26,69#69. Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!
980#Matthäus,26,70#70. Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst!
981#Matthäus,26,71#71. Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazarener!
982#Matthäus,26,72#72. Und er leugnete abermals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht!
983#Matthäus,26,73#73. Bald darauf aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von ihnen; denn auch deine Sprache verrät dich.
984#Matthäus,26,74#74. Da fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und alsbald krähte der Hahn.
985#Matthäus,26,75#75. Und Petrus ward eingedenk des Wortes Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
986#Matthäus,27,1#1. Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen.
987#Matthäus,27,2#2. Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.
988#Matthäus,27,3#3. Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück
989#Matthäus,27,4#4. und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu!
990#Matthäus,27,5#5. Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich.
991#Matthäus,27,6#6. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist.
992#Matthäus,27,7#7. Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge.
993#Matthäus,27,8#8. Daher wird jener Acker Blutacker genannt bis auf den heutigen Tag.
994#Matthäus,27,9#9. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Wert des Geschätzten, den sie geschätzt hatten, von den Kindern Israel
995#Matthäus,27,10#10. und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir befohlen hatte.»
996#Matthäus,27,11#11. JESUS aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es!
997#Matthäus,27,12#12. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts.
998#Matthäus,27,13#13. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen?
999#Matthäus,27,14#14. Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so daß der Landpfleger sich sehr verwunderte.
1000#Matthäus,27,15#15. Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten.
1001#Matthäus,27,16#16. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas.
1002#Matthäus,27,17#17. Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt?
1003#Matthäus,27,18#18. Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
1004#Matthäus,27,19#19. Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
1005#Matthäus,27,20#20. Aber die Hohenpriester und die Ältesten beredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen.
1006#Matthäus,27,21#21. Der Landpfleger aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden wollt ihr, daß ich euch frei lasse? Sie sprachen: Den Barabbas!
1007#Matthäus,27,22#22. Pilatus spricht zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man Christus nennt? Sie sprachen alle zu ihm: Kreuzige ihn!
1008#Matthäus,27,23#23. Da sagte der Landpfleger: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn!
1009#Matthäus,27,24#24. Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu!
1010#Matthäus,27,25#25. Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!
1011#Matthäus,27,26#26. Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.
1012#Matthäus,27,27#27. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus in das Amthaus-1- und versammelten die ganze Rotte-2- um ihn. -1) -+Prätorium-, Palast des Landpflegers.   2) -+Kohorte-.++
1013#Matthäus,27,28#28. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um
1014#Matthäus,27,29#29. und flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Knie, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!
1015#Matthäus,27,30#30. Dann spieen sie ihn an und nahmen das Rohr und schlugen ihn auf das Haupt.
1016#Matthäus,27,31#31. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen.
1017#Matthäus,27,32#32. ALS sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen.
1018#Matthäus,27,33#33. Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte,
1019#Matthäus,27,34#34. gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er es gekostet hatte, wollte er nicht trinken.
1020#Matthäus,27,35#35. Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.»
1021#Matthäus,27,36#36. Und sie saßen daselbst und hüteten ihn.
1022#Matthäus,27,37#37. Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Juden.
1023#Matthäus,27,38#38. Dann wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten, der andere zur Linken.
1024#Matthäus,27,39#39. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe
1025#Matthäus,27,40#40. und sprachen: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig vom Kreuze herab!
1026#Matthäus,27,41#41. Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
1027#Matthäus,27,42#42. Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, so wollen wir ihm glauben!
1028#Matthäus,27,43#43. Er hat auf Gott vertraut, der befreie ihn jetzt, wenn er Lust an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn!
1029#Matthäus,27,44#44. Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren.
1030#Matthäus,27,45#45. Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
1031#Matthäus,27,46#46. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
1032#Matthäus,27,47#47. Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia!
1033#Matthäus,27,48#48. Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.
1034#Matthäus,27,49#49. Die Übrigen aber sprachen: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten!
1035#Matthäus,27,50#50. Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
1036#Matthäus,27,51#51. Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.
1037#Matthäus,27,52#52. Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf
1038#Matthäus,27,53#53. und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
1039#Matthäus,27,54#54. Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!
1040#Matthäus,27,55#55. Es waren aber daselbst viele Frauen, die von ferne zusahen, welche Jesus von Galiläa her gefolgt waren und ihm gedient hatten;
1041#Matthäus,27,56#56. unter ihnen waren Maria Magdalena, und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
1042#Matthäus,27,57#57. ALS es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war.
1043#Matthäus,27,58#58. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben werde.
1044#Matthäus,27,59#59. Und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand
1045#Matthäus,27,60#60. und legte ihn in seine neue Gruft, welche er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor die Tür der Gruft und ging davon.
1046#Matthäus,27,61#61. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, die saßen dem Grabe gegenüber.
1047#Matthäus,27,62#62. Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus
1048#Matthäus,27,63#63. und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen.
1049#Matthäus,27,64#64. So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden, und der letzte Betrug ärger werde als der erste.
1050#Matthäus,27,65#65. Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben! Gehet hin und bewacht es, so gut ihr könnt!
1051#Matthäus,27,66#66. Da gingen sie hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab mit der Wache.
1052#Matthäus,28,1#1. NACH dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
1053#Matthäus,28,2#2. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf.
1054#Matthäus,28,3#3. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der Schnee.
1055#Matthäus,28,4#4. Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot.
1056#Matthäus,28,5#5. Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
1057#Matthäus,28,6#6. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her, sehet den Ort, wo er gelegen hat.
1058#Matthäus,28,7#7. Und gehet eilends hin und saget seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
1059#Matthäus,28,8#8. Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen.
1060#Matthäus,28,9#9. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfaßten seine Füße und huldigten ihm.
1061#Matthäus,28,10#10. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen.
1062#Matthäus,28,11#11. Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
1063#Matthäus,28,12#12. Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug
1064#Matthäus,28,13#13. und sprachen: Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
1065#Matthäus,28,14#14. Und wenn solches vor den Landpfleger kommt, so wollen wir ihn besänftigen und machen, daß ihr außer Sorge sein könnt.
1066#Matthäus,28,15#15. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie belehrt worden waren: Und so wurde diese Rede unter den Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag.
1067#Matthäus,28,16#16. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.
1068#Matthäus,28,17#17. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten.
1069#Matthäus,28,18#18. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
1070#Matthäus,28,19#19. Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
1071#Matthäus,28,20#20. und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!