7121#Jakobus,1,1#1. JAKOBUS, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, entbietet den zwölf Stämmen in der Zerstreuung seinen Gruß.
7122#Jakobus,1,2#2. Seid hocherfreut, meine Brüder, wenn ihr in allerlei Anfechtungen fallet!
7123#Jakobus,1,3#3. Ihr wißt ja, daß die Prüfung eures Glaubens Beharrlichkeit zur Folge hat.
7124#Jakobus,1,4#4. Und diese Beharrlichkeit sollt ihr in all euerm Handeln betätigen, damit ihr zur vollen geistlichen Reife kommt und es euch an keiner Tugend mangle.
7125#Jakobus,1,5#5. Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, der bitte Gott darum, und dann wird sie ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern und hält es nachher niemand vor*.
7126#Jakobus,1,6#6. Er bitte aber im Glauben, ohne zu zweifeln. Denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Sturme getrieben und geschaukelt wird.
7127#Jakobus,1,7#7. Ein solcher Mensch darf nicht erwarten, etwas von dem Herrn zu empfangen.
7128#Jakobus,1,8#8. Er hat gleichsam zwei Seelen in seiner Brust und schwankt ohne innern Halt auf allen seinen Wegen hin und her.-1-* -1) hört nun, wie ihr euch in euren Anfechtungen verhalten sollt:++
7129#Jakobus,1,9#9. Der arme, geringe Bruder rühme sich seiner (künftigen) Erhöhung,
7130#Jakobus,1,10#10. der reiche dagegen denke an seine Erniedrigung; denn wie des Grases Blume wird er vergehen.
7131#Jakobus,1,11#11. Die Sonne geht auf mit ihrer Glut und versengt das Gras; dann fällt seine Blume ab, und ihre Schönheit ist dahin-a-. So wird auch der Reiche in all seinem Treiben verwelken. -a) Jes. 40,6.7.++
7132#Jakobus,1,12#12. Heil dem Manne, der in Anfechtung ausharrt! Denn hat er sich bewährt, dann soll er das (ewige) Leben empfangen als Siegeskranz, den der Herr verheißen hat denen, die ihn lieben.
7133#Jakobus,1,13#13. Keiner, der versucht wird, behaupte: «Ich werde von Gott versucht». Denn Gott, dem alles Böse fremd ist, versucht niemand (zum Bösen).
7134#Jakobus,1,14#14. Sondern ein jeder wird versucht, indem er von seiner eignen Lust (zum Bösen) gereizt und verlockt wird.
7135#Jakobus,1,15#15. Wenn dann die Lust empfangen hat-1-, so gebiert sie die Sünde-2-. Ist aber die Sünde völlig ausgereift, so gebiert sie den Tod. -1) indem der Wille des Menschen ihrer Lockung folgt.   2) sie bringt den Entschluß zur bösen Tat hervor.++
7136#Jakobus,1,16#16. Laßt euch also nicht täuschen-1-, meine geliebten Brüder! -1) als könne euch Gott zum Bösen versuchen.++
7137#Jakobus,1,17#17. Jede vortreffliche Gabe und jede vollkommene Schenkung* kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter-1-. Bei ihm gibt's keine Veränderung, keinen Wechsel von Licht und Schatten*. -1) die Lichter sind die Gestirne. Gott ist der Vater der Gestirne, weil er sie geschaffen hat.++
7138#Jakobus,1,18#18. Er hat uns nach dem Ratschluß seines Willens durch das Wort der Wahrheit gezeugt, damit wir gleichsam eine Erstlingsschar unter seinen Geschöpfen wären.
7139#Jakobus,1,19#19. Das wißt ihr, meine geliebten Brüder*. Darum sei jeder schnell bereit zum Hören, langsam zum Reden, (und namentlich) langsam zum Zorn.
7140#Jakobus,1,20#20. Denn ein zorniger Mensch tut nicht, was Gott gefällt.
7141#Jakobus,1,21#21. So trennt euch nun von allem unsaubern Wesen und dem letzten Überrest der Bosheit-1- und nehmt das Wort, das euch eingepflanzt werden soll, mit Sanftmut auf! Denn es hat die Kraft, eure Seelen zu erretten. -1) der euch aus der vorchristlichen Zeit noch anklebt.++
7142#Jakobus,1,22#22. Werdet Täter des Worts und beschränkt euch nicht aufs Hören: sonst betrügt ihr euch selbst!
7143#Jakobus,1,23#23. Denn wer nur ein Hörer des Wortes ist, aber kein Täter, der gleicht einem Manne, der sein Äußeres im Spiegel beschaut.
7144#Jakobus,1,24#24. Er betrachtet sich wohl, aber er geht weg und vergißt sofort wieder, wie er ausgesehen hat*.
7145#Jakobus,1,25#25. Wer aber beharrlich in das vollkommene Gesetz der Freiheit-a-* blickt und dabei nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, ein solcher Mensch wird sich glücklich fühlen bei seinem Tun. -a) Röm. 8,2; 2.Kor. 3,17; Gal. 5,1.++
7146#Jakobus,1,26#26. Meint einer, er diene Gott, und hält dabei seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, des Gottesdienst hat keinen Wert.
7147#Jakobus,1,27#27. Ein in Gottes, des Vaters, Augen reiner und fleckenloser Gottesdienst ist es, wenn man Witwen und Waisen in ihrer Trübsal besucht und sich von der Welt unbefleckt bewahrt.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Jakobus 2 -+ --- MENGE/Jakobus 2 -+ --- ALBRECHT/Jakobus 2 -
7148#Jakobus,2,1#1. Meine Brüder, seid frei von Menschengefälligkeit, wenn ihr wirklich den Glauben habt, den unser Herr Jesus Christus, der zur Herrlichkeit erhoben ist, bewiesen hat und wirkt-1-*. -1) Dr. Robinsons -+Greek Test's Lexicon- bemerkt zu dem (gr.) Ausdruck (aus dem Englischen üs.): Glaube, der aus Christi eignem Glauben entspringt und mit ihm verbunden ist.++
7149#Jakobus,2,2#2. Da tritt zum Beispiel in eure (gottesdienstliche) Versammlung ein Mann, geschmückt mit goldnem Ringe und prächtigem Gewande, und ihm folgt ein Armer in unsauberm Kleide*.
7150#Jakobus,2,3#3. Staunt ihr nun den an, der das prächtige Gewand trägt, und sagt zu ihm: «Nimm du diesen Ehrenplatz!», während ihr zu dem Armen sprecht: «Du kannst dort stehn!» - oder auch: «Setze dich unten an meinen Fußschemel!» -,
7151#Jakobus,2,4#4. kommt ihr da nicht mit euch selbst in Widerspruch und zeigt euch als Richter von verwerflicher Sinnesart*?
7152#Jakobus,2,5#5. Merkt auf, geliebte Brüder: Hat Gott nicht gerade solche, die die Welt arm nennt, auserwählt, damit sie reich seien im Glauben und das Königreich ererben, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
7153#Jakobus,2,6#6. Ihr aber habt den Armen verächtlich behandelt! Sind es nicht gerade die Reichen, die euch Gewalt antun und euch vor die Gerichte schleppen?
7154#Jakobus,2,7#7. Sind sie es nicht, die den herrlichen Namen, nach dem ihr benannt worden seid-1-, verlästern? -1) den Namen Christi.++
7155#Jakobus,2,8#8. Gewiß, wenn ihr (ohne einen Unterschied zu machen) das königliche Gebot-1-** erfüllt, das zum Ausdruck kommt in dem Schriftwort: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst-a-», so tut ihr recht. -1) das Gebot der Liebe (V. 5).   a) 3.Mo. 19,18.++
7156#Jakobus,2,9#9. Handelt ihr aber nach Menschengunst, so tut ihr Sünde, und das Gesetz verurteilt euch als Übertreter.
7157#Jakobus,2,10#10. Wer nämlich das ganze Gesetz erfüllt, aber gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat damit alle Gebote übertreten.
7158#Jakobus,2,11#11. Denn ganz derselbe, der gesagt hat: «Du sollst nicht ehebrechen!», hat auch gesprochen: «Du sollst nicht morden!» Bist du nun zwar kein Ehebrecher, aber ein Mörder, so bist du ein Gesetzesübertreter.
7159#Jakobus,2,12#12. Denkt bei all euerm Reden und Handeln daran, daß ihr einst durch ein Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollt-1-. -1) tut also das Gute nicht unter einem gesetzlichen Zwange, sondern nach freier Wahl, nach freiem Willen!++
7160#Jakobus,2,13#13. Denn das Gericht trifft erbarmungslos den, der keine Barmherzigkeit geübt hat. Der Barmherzige dagegen braucht kein Gericht zu fürchten.
7161#Jakobus,2,14#14. Was nützt es, meine Brüder, wenn einer behauptet, er habe Glauben, und kann dabei doch keine Werke aufweisen? Kann ihn denn ein solcher Glaube retten?
7162#Jakobus,2,15#15. Denkt euch: Ein Bruder oder eine Schwester hat keine Kleidung, und es fehlt ihnen am täglichen Brot.
7163#Jakobus,2,16#16. Spräche nun einer von euch zu ihnen: «Geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt!», aber ihr gäbet ihnen nicht, was sie zum Leben nötig haben, - was nützte es ihnen?
7164#Jakobus,2,17#17. Ebenso ist's auch mit dem Glauben: hat er keine Werke aufzuweisen, dann ist er in sich selber tot.
7165#Jakobus,2,18#18. Man könnte nun (jemand, der sich auf einen Glauben ohne Werke verläßt) dies erwidern: «Du hast Glauben (wie du sagst), und ich habe (neben dem Glauben auch noch) Werke aufzuweisen. Zeig mir deinen Glauben, der ohne Werke ist, dann will ich dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen!
7166#Jakobus,2,19#19. Du glaubst: es gibt nur einen Gott? Sehr schön! Aber das glauben auch die bösen Geister, und trotzdem zittern sie.
7167#Jakobus,2,20#20. Willst du gedankenloser Mensch nun einsehn, daß ein Glaube ohne Werke nutzlos ist, (so frage dich:)
7168#Jakobus,2,21#21. Ist unser Vater Abraham nicht durch Werke gerechtfertigt worden? Er hat ja seinen Sohn Isaak auf dem Opferaltar dargebracht.
7169#Jakobus,2,22#22. Da siehst du: sein Glaube ging mit seinen Werken Hand in Hand, und erst durch seine Werke ist sein Glaube vollkommen geworden.
7170#Jakobus,2,23#23. So hat sich das Schriftwort erfüllt: ,Abraham glaubte Gott, und das ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet-a-', und er wurde Gottes Freund-b- genannt*.» -a) 1.Mo. 15,6.   b) vgl. 2.Chr. 20,7; Jes. 41,8.++
7171#Jakobus,2,24#24. Ihr seht also: der Mensch wird durch Werke gerechtfertigt, und nicht durch Glauben allein.
7172#Jakobus,2,25#25. Ist nicht ebenso auch die Dirne Rahab durch Werke gerechtfertigt worden? Sie hat ja die Kundschafter bei sich aufgenommen und sie nachher auf einem andern Wege entkommen lassen.
7173#Jakobus,2,26#26. Geradeso wie der Leib ohne Geist tot ist, ebenso ist auch der Glaube ohne Werke tot.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Jakobus 3 -+ --- MENGE/Jakobus 3 -+ --- ALBRECHT/Jakobus 3 -
7174#Jakobus,3,1#1. Tretet nicht so zahlreich als Lehrer auf, meine Brüder, und bedenkt, daß wir (Lehrer) eine größere Verantwortung haben (als andre)!
7175#Jakobus,3,2#2. Wir alle fehlen ja in vielen Stücken. Wer sich beim Reden nicht versündigt, der ist ein geistlich reifer Mann und vermag (außer der Zunge) auch den ganzen Leib im Zaume zu halten.
7176#Jakobus,3,3#3. Legen wir den Pferden, um sie uns gehorsam zu machen, die Zügel ins Maul, so lenken wir dadurch auch ihren ganzen Leib.
7177#Jakobus,3,4#4. Ja die größten und von heftigen Winden bewegten Schiffe lenkt der Steuermann mit einem ganz kleinen Ruder, wohin er will.
7178#Jakobus,3,5#5. So ist auch die Zunge nur ein kleines Glied; und wie großprahlerisch tritt sie auf! Welch großen Wald vermag ein kleines Feuer anzuzünden!
7179#Jakobus,3,6#6. Auch die Zunge ist ein Feuer. Die Zunge gibt sich her zum Schmuck der Ungerechtigkeit-1-. Sie ist's, die unter unsern Gliedern den ganzen Leib befleckt und sogar den Weltkreis in Flammen setzt, während sie selbst von der Hölle entzündet wird. -1) indem sie das Böse mit Redekünsten verherrlicht.++
7180#Jakobus,3,7#7. Die Kraft aller möglichen Geschöpfe - der vierfüßigen Tiere und der Vögel, der Schlangen und der Fische - kann der Mensch mit seiner Kraft zähmen und hat sie auch gezähmt.
7181#Jakobus,3,8#8. Die Zunge aber vermag kein Mensch zu zähmen: sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes.
7182#Jakobus,3,9#9. Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die doch nach Gottes Bild geschaffen sind.
7183#Jakobus,3,10#10. So gehen aus demselben Munde Segen und Fluch hervor. Das, meine Brüder, sollte nicht so sein.
7184#Jakobus,3,11#11. Läßt denn eine Quelle aus derselben Mündung süßes und bittres Wasser sprudeln?
7185#Jakobus,3,12#12. Kann ein Feigenbaum, meine Brüder, Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? Ebensowenig kann eine Salzquelle süßes Wasser geben.
7186#Jakobus,3,13#13. Wer unter euch ist weise und verständig? Der zeige das durch seinen guten Wandel und handle in jener Sanftmut, die aus der Weisheit fließt!
7187#Jakobus,3,14#14. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in euerm Herzen, so rühmt euch nur nicht (eurer Weisheit)! Denn das widerspräche der Wahrheit, und ihr würdet als Lügner erfunden.
7188#Jakobus,3,15#15. Solche Weisheit-1- kommt wahrlich nicht von oben; nein, sie ist irdisch, böse-2-, ja teuflisch. -1) die mit böser Gesinnung verbunden ist.   2) w: «seelisch», d.h: sie stammt aus den niedern sinnlichen Trieben und gibt ihnen nach. Der Gegensatz zu «seelisch» ist «geistlich» (vgl. 1.Kor. 2,14; 15,44-46; 2.Kor. 1,12).++
7189#Jakobus,3,16#16. Denn wo Neid und Hader herrschen, da finden sich auch Unordnung und alle möglichen schlimmen Händel.
7190#Jakobus,3,17#17. Die Weisheit aber, die von oben stammt, ist vor allem lauter, dann friedfertig, nachgiebig, folgsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, frei von Argwohn und Heuchelei.
7191#Jakobus,3,18#18. Der Same, der die Frucht der Gerechtigkeit hervorbringt, wird von denen, die Frieden stiften, mit friedfertigem Sinne ausgestreut.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Jakobus 4 -+ --- MENGE/Jakobus 4 -+ --- ALBRECHT/Jakobus 4 -
7192#Jakobus,4,1#1. Woher kommen die Kämpfe und Streitigkeiten (über mein und dein) unter euch? Kommen sie nicht aus euern (auf irdischen Reichtum gerichteten) Lüsten, die in euern Gliedern (mit euerm bessern Ich) im Streite sind?
7193#Jakobus,4,2#2. Ihr seid begehrlich (nach den Gütern dieser Welt) und bekommt sie doch nicht. Ihr haßt und neidet einander bis auf den Tod, aber damit erreicht ihr eure Wünsche nicht. Ihr lebt in offnem Kampf und Krieg und erlangt doch nichts, weil ihr nicht betet.
7194#Jakobus,4,3#3. Oder: ihr betet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht betet: ihr wollt ja (die irdischen Güter, um die ihr bittet) in euern Lüsten vergeuden.
7195#Jakobus,4,4#4. Ihr treulosen Gemeinden, die ihr den Bund mit Gott gebrochen habt, wißt ihr denn nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft ist gegen Gott? Wer also der Welt Freund sein will, der macht sich zu Gottes Feind.
7196#Jakobus,4,5#5. Oder meint ihr, die Worte der Schrift-1- hätten nichts zu bedeuten? Der Geist, den er-2- in uns hat Wohnung nehmen lassen, begehrt eifersüchtig (unser ganzes Herz). -1) hier denkt Jakobus (im Blick auf V. 4) ws. an solche alttestamentliche Stellen, die von dem geistlichen Ehebruche o. der Untreue gegen Gott handeln, z.B. Hos. 2; Hes. 16 und 23.   2) Gott. - Die zweite Hälfte von V. 5 fasse ich nicht als ein Schriftwort (was es ja auch tatsächlich nicht ist), sondern als ein Wort des Jakobus.++
7197#Jakobus,4,6#6. Um so größer aber ist die Gnade, die er gibt-1-. Deshalb heißt es: «Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade*.» -1) die Gnade, die Gott gibt, ist deshalb so groß, weil er als ein «eifriger Gott» unser ganzes Herz für sich begehrt.++
7198#Jakobus,4,7#7. Drum unterwerft euch Gott (in Demut)! Widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehn!
7199#Jakobus,4,8#8. Naht euch Gott, so wird er sich euch nahen! Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Unentschiednen-1-! -1) die ihr «zwei Seelen» habt, so daß ihr schwankt zwischen Gott und Welt.++
7200#Jakobus,4,9#9. Fühlt euer Elend-1- und trauert mit Tränen! Euer Lachen wandle sich in Leid und eure Freude in Betrübnis! -1) im Bewußtsein eurer Sünde.++
7201#Jakobus,4,10#10. Ja demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen!
7202#Jakobus,4,11#11. Redet einander nichts Böses nach, ihr Brüder! Wer seinem Bruder Böses nachredet oder seinen Bruder richtet, der mißbraucht das Gesetz und stellt sich über das Gesetz. Stellst du dich aber über das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern du wirfst dich zum Richter auf.
7203#Jakobus,4,12#12. Doch nur einer ist Gesetzgeber und Richter: er, der die Macht hat, zu erretten und zu verderben-a-. Wie kommst du aber dazu, über deinen Nächsten zu Gericht zu sitzen? -a) vgl. Mt. 10,28.++
7204#Jakobus,4,13#13. Jetzt ein Wort an euch, die ihr sagt: «Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehn, dort ein Jahr bleiben, Geschäfte machen und Geld verdienen» -
7205#Jakobus,4,14#14. und ihr wißt nicht einmal, was der morgende Tag bringt. Was ist denn euer Leben? Nur ein Dunst, der eine Weile sichtbar ist und dann verschwindet. -
7206#Jakobus,4,15#15. Statt dessen solltet ihr sagen: «Wenn es des Herrn Wille ist, so werden wir leben und dies oder jenes tun.»
7207#Jakobus,4,16#16. Nun aber prahlt ihr mit euern guten Tagen. All dies Prahlen ist verwerflich.
7208#Jakobus,4,17#17. Wer nun das Gute kennt, das er zu tun hat, und es unterläßt, dem wird es als Sünde angerechnet.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Jakobus 5 -+ --- MENGE/Jakobus 5 -+ --- ALBRECHT/Jakobus 5 -
7209#Jakobus,5,1#1. Jetzt ein Wort an euch, ihr Reichen: Weint und wehklagt ob der Leiden, die über euch kommen sollen!
7210#Jakobus,5,2#2. Euer Reichtum ist vermodert, und eure Kleider sind von Motten zernagt.
7211#Jakobus,5,3#3. Euer Gold und Silber ist mit Rost überzogen, und ihr Rost wird euch ein Zeugnis sein-1- und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Ihr habt Schätze aufgehäuft - noch dazu in den letzten Tagen-2-*! -1) ihr Rost wird euch ein Zeugnis sein, daß ihr ebenso verderben werdet wie eure Schätze.   2) da hättet ihr nicht irdische, sondern himmlische Schätze sammeln sollen.++
7212#Jakobus,5,4#4. Aber der Lohn, um den ihr die Arbeiter, die eure Felder gemäht, betrogen habt, der schreit (zum Himmel), und die Klagerufe der Schnitter sind zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gedrungen*.
7213#Jakobus,5,5#5. Ihr habt auf Erden geschwelgt und gepraßt; wie Tiere am Schlachttag seid ihr nach Genüssen gierig gewesen-1-. -1) wie die unvernünftigen Tiere noch an dem Tage, wo sie geschlachtet werden, nach ihrem Futter gierig sind, so habt auch ihr noch kurz vor dem Tage des Gerichts in irdischen Genüssen geschwelgt.++
7214#Jakobus,5,6#6. Verurteilt und hingemordet habt ihr den Gerechten, der eurer Willkür wehrlos preisgegeben war-1-*! -1) der Gerechte scheint der geplagte Arbeiter zu sein, während seine Bedrücker Mörder genannt werden (Jak. 4,2).++
7215#Jakobus,5,7#7. Harrt denn geduldig aus, ihr Brüder-1-, bis auf die Wiederkunft des Herrn! Ihr wißt: der Landmann wartet-2- auf die köstliche Frucht der Erde und harrt in Geduld, bis sie Herbstregen und Frühlingsregen empfängt-a-. -1) weil euern Unterdrückern das Gericht nahe bevorsteht.   2) wenn er gesät hat.   a) 5.Mo. 11,14.++
7216#Jakobus,5,8#8. So harrt auch ihr in Geduld, stärkt eure Herzen; denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe!
7217#Jakobus,5,9#9. Seufzt nicht widereinander-1-, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet (wegen eurer Ungeduld)! Bedenkt: der Richter steht schon vor der Tür! -1) die Unterdrückten sollen gegen ihre Unterdrücker nicht im Geist der Anklage seufzen.++
7218#Jakobus,5,10#10. Zum Vorbild im Leiden und in der Geduld nehmt euch, Brüder, die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben!
7219#Jakobus,5,11#11. Die Dulder preisen wir selig. Wie Hiob geduldig ausharrte, das habt ihr vernommen, und aus dem (herrlichen) Ende, das der Herr (seinen Leiden) bereitet hat, erkennt man deutlich, daß der Herr reich ist an Mitleid und Erbarmen.
7220#Jakobus,5,12#12. Vor allem, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem andern Schwur-a-*! Euer Ja sei einfach Ja, und euer Nein sei einfach Nein, damit ihr nicht (durch leichtfertiges Schwören) einem (göttlichen) Gericht verfallet! -a) vgl. Mt. 5,34-37.++
7221#Jakobus,5,13#13. Ist jemand unter euch bekümmert, der bete! Ist einer frohes Muts, der singe Loblieder!
7222#Jakobus,5,14#14. Ist jemand unter euch krank, der lasse die Ältesten der Gemeinde rufen! Die sollen dann über ihn beten und ihn mit Öl salben in dem Namen des Herrn-a-. -a) vgl. Mk. 6,13.++
7223#Jakobus,5,15#15. Das im Glauben dargebrachte Gebet wird den Kranken erretten, und der Herr wird ihn aufrichten (von seiner Krankheit). Und hat er Sünden begangen, so sollen sie ihm vergeben werden.
7224#Jakobus,5,16#16. So bekennt denn einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr Heilung findet! Denn das inständige Gebet eines Gerechten hat große Kraft.
7225#Jakobus,5,17#17. Elia war ein Mensch ganz ebenso wie wir, und er betete ernstlich, es möge nicht regnen. Und wirklich, es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf Erden.
7226#Jakobus,5,18#18. Dann betete er abermals. Da gab der Himmel wieder Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.
7227#Jakobus,5,19#19. Meine Brüder, irrt einer unter euch von dem Wege der Wahrheit ab, und es führt ihn jemand wieder zurück,
7228#Jakobus,5,20#20. so wisset: Wer einen Sünder von seinem Irrwege zurückbringt, der rettet des Sünders Seele vom Tode und gewinnt ihm Vergebung für viele Sünden-a-. -a) vgl. Spr. 10,12.++

6818#Hebräer,1,1#1. VIELFACH und mannigfaltig-1- hat Gott in vergangnen Zeiten zu den Vätern* geredet durch die Propheten. -1) «vielfach» bezieht sich auf die Zeit und die Personen, «mannigfaltig» auf die Art und Weise der Offenbarung (durch Weissagungen, Gesichte, Träume o. sinnbildliche Handlungen der Propheten: Jes. 8,1ff; 20,1-3; Jer. 18,1ff; 19,1ff; 27,1ff; Hes. 4,1ff; 12,1ff; Hos. 1,1ff).++
6819#Hebräer,1,2#2. Jetzt aber am Ende der Tage hat er zu uns geredet durch den Sohn. Den hat er zum Erben aller Dinge bestimmt-a-, durch den hat er auch die Welt erschaffen-b-. -a) vgl. Ps. 2,7f; Röm. 8,17; Mt. 28,18.   b) vgl. Kol. 1,16; Joh. 1,3.++
6820#Hebräer,1,3#3. Der ist der Abglanz seiner Herrlichkeit-a- und das Gepräge seines Wesens*. Der trägt das Weltall durch sein Allmachtswort-b-. Der hat die Reinigung von den Sünden vollbracht und sich dann gesetzt zur Rechten der Macht (Gottes) in der Höhe-1-. -1) während die Diener (auch die Engel) vor ihrem Herrn stehen, sitzt der Sohn auf dem Throne Gottes (Ps. 110,1). a) vgl. Kol. 1,15.   b) vgl. Kol. 1,17.++
6821#Hebräer,1,4#4. Dadurch ist er so weit erhoben worden über die Engel, als der Name, den er zum Erbe empfangen hat-1-, ihren Namen überragt. -1) der Name Sohn.++
6822#Hebräer,1,5#5. Denn zu welchem Engel hätte Gott je gesagt: «Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt-a-»? Und (zu welchem hätte er) ferner (gesprochen): «Ich werde sein sein Vater, und er wird sein mein Sohn-b-**»? -a) Ps. 2,7.   b) 2.Sam. 7,14.++
6823#Hebräer,1,6#6. Wenn er aber den Erstgebornen zum zweiten Male in die Welt einführt-1-, dann erfüllt sich das Wort: «Es sollen ihn anbeten alle Engel Gottes-a-.» -1) bei Christi Wiederkunft. a) 5.Mo. 32,43 und Ps. 97,7 nach LXX.++
6824#Hebräer,1,7#7. Von den Engeln heißt es: «Er macht zu Winden seine Engel, zu Feuerflammen seine Diener-1-**.» -1) Ps. 104,4 nach LXX (vgl. Ps. 148,8). Nach LXX ist der Sinn: Engel werden in Winde und Feuer verwandelt.++
6825#Hebräer,1,8#8. Von dem Sohne aber (steht geschrieben-a-): «Dein Thron, o Gott, steht fest in alle Ewigkeit;» Und: «Der Geradheit-1- Zepter ist das Zepter deiner Königsmacht. -1) der Gerechtigkeit.   a) Ps. 45,7.8.++
6826#Hebräer,1,9#9. Du hast Gerechtigkeit geliebt und hast gehaßt den Frevel-1-; darum hat, o Gott, dein Gott dich mehr mit Freudenöl* gesalbt, als einen deinesgleichen*.» -1) diese W. beziehen sich auf das irdische Leben Christi.++
6827#Hebräer,1,10#10. Und: «Du hast im Anfang, Herr, der Erde Grund gelegt, und deiner Hände Werke sind die Himmel.
6828#Hebräer,1,11#11. Sie werden einst vergehen, du aber bleibst. Sie werden alle wie ein Kleid veralten,
6829#Hebräer,1,12#12. wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen: Sie werden sich verwandeln. Du aber bleibst derselbe, und deine Jahre nehmen nie ein Ende-1-.» -1) Ps. 102,26-28. Christus ist als Schöpfer ewig und unwandelbar.++
6830#Hebräer,1,13#13. Zu welchem Engel hätte er ferner je gesagt: «Sitze du zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache-1-»? -1) Ps. 110,1. Ps. 110 hat für den Hebräerbrief entscheidende Bed.; manche wichtige Stellen des Briefes sind nichts als die nähere Erklärung der Hauptsätze dieses Psalms.++
6831#Hebräer,1,14#14. Sind sie nicht alle (priesterlich) dienende-1- Geister, die als Helfer-2- ausgesandt werden zum Besten derer, die das Heil ererben sollen? -1) w: «liturgische Geister». Die Liturgie ist der Dienst am Altar.   2) w: «zur Diakonie». - Im Himmel dienen die Engel gleichsam als Priester (vgl. Jes. 6,1-4), auf Erden als Diakonen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 2 -+ --- MENGE/Hebräer 2 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 2 -
6832#Hebräer,2,1#1. Daher-1- müssen wir ganz besonders achten auf das Wort-2-, das wir gehört haben, damit wir nicht des Heils verlustig gehen. -1) wegen dieser einzigartigen Hoheit Christi.   2) die Frohe Botschaft Christi.++
6833#Hebräer,2,2#2. Denn ist schon das durch Engel verkündigte Wort-1- streng verbindlich gewesen, so daß jede Übertretung und jeder Ungehorsam die gebührende Strafe empfingen: -1) das mosaische Gesetz (vgl. Apg. 7,38.53; Gal. 3,19; 5.Mo. 33,2 nach LXX).++
6834#Hebräer,2,3#3. wie könnten wir da (dem Gericht) entrinnen, wenn wir ein so hohes Heil mißachten*? Dies Heil ist zuerst durch den Herrn (selbst-1-) verkündigt und uns durch die Hörer (seiner) Predigt zuverlässig überliefert worden-2-*. -1) nicht durch Engel, wie das Gesetz.   2) hier bez. sich der Verfasser des Briefes als einen Schüler der Urapostel.++
6835#Hebräer,2,4#4. Zugleich hat Gott dafür Zeugnis abgelegt durch Zeichen, Wunder, mannigfache Kräfte und durch die Gaben des Heiligen Geistes, die er nach seinem Willen austeilt.
6836#Hebräer,2,5#5. Nicht Engel sind's, denen er die zukünftige Welt, von der wir reden, unterworfen hat.
6837#Hebräer,2,6#6. Sondern es hat einer irgendwo-a- feierlich versichert: «Was ist der Mensch doch, daß du sein gedenkest, was ist der Menschensohn*, daß du so für ihn sorgest*? -a) in Ps. 8,5-7.++
6838#Hebräer,2,7#7. Du hast ihn nur auf kurze Zeit erniedrigt unter Engel, dann aber hast du ihn gekrönt mit Herrlichkeit und Ehre;
6839#Hebräer,2,8#8. das ganze Weltall hast du ihm gelegt zu Füßen und hast ihn über deiner Hände Werk gesetzt.» Hat er ihm aber alles unterworfen, so gibt es nichts, was ihm nicht unterworfen wäre-a-. Jetzt freilich sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan ist. -a) vgl. 1.Kor. 15,27.++
6840#Hebräer,2,9#9. Wohl aber nehmen wir wahr-1-, wie Jesus, der auf kurze Zeit unter die Engel erniedrigt war, damit er durch Gottes Gnade zu eines jeden Heil den Tod schmecke, nun, weil er den Tod erduldet hat, gekrönt ist mit Herrlichkeit und Ehre-2-. -1) mit den Augen des Geistes.   2) in Jesus, der in die Herrlichkeit Gottes erhöht worden ist, steht der Mensch schon jetzt an der Spitze der ganzen Schöpfung.++
6841#Hebräer,2,10#10. Denn-1- es ziemte ihm-2-, für den und durch den alle Dinge sind, und der viele Söhne zur Herrlichkeit führen wollte, den Begründer ihres Heils durch Leiden zu vollenden. -1) V. 10 beantwortet die Frage, warum Jesus gerade durch Leiden zur Herrlichkeit eingegangen ist.   2) Gott.++
6842#Hebräer,2,11#11. Der da heiligt und die geheiligt werden-1-, die haben ja alle denselben Vater-2-. Darum schämt er-3- sich auch nicht, sie seine Brüder zu nennen, -1) d.h. Christus und die Christen.  2) Gott.  3) Christus.++
6843#Hebräer,2,12#12. wenn er sagt: «Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen-a-.» -a) Ps. 22,23.++
6844#Hebräer,2,13#13. An einer andern Stelle heißt es: «Ich werde mein Vertrauen auf ihn setzen-a-*.» Und ferner-b-: «Hier bin ich, und hier sind die Kinder-1-*, die mir Gott gegeben*.» -1) der Ausdruck Kinder enthält im Gr. den Begriff der Kleinheit und Unmündigkeit.   a) Jes. 8,17.   b) Jes. 8,18.++
6845#Hebräer,2,14#14. Da nun die Kinder* alle einen Leib von Fleisch und Blut an sich tragen, so hat er gleichfalls einen solchen Leib angenommen, um durch seinen Tod* dem Herrn des Todes, dem Teufel*, seine Macht zu rauben
6846#Hebräer,2,15#15. und die zu befreien, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben lang in Knechtschaft schmachteten*.
6847#Hebräer,2,16#16. Denn fürwahr, nicht Engeln reicht er helfend seine Hand, sondern den Nachkommen Abrahams*.
6848#Hebräer,2,17#17. Deshalb mußte er auch in jeder Hinsicht seinen Brüdern gleich werden, damit er Gott gegenüber ein barmherziger und zuverlässiger-1- Hoherpriester würde, um des Volkes* Sünden zu sühnen*. -1) «zuverlässig» bed: auf den man sich verlassen kann.++
6849#Hebräer,2,18#18. Denn weil er gelitten hat und dabei selbst versucht worden ist, kann er nun auch denen, die versucht werden, ein Helfer sein**.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 3 -+ --- MENGE/Hebräer 3 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 3 -
6850#Hebräer,3,1#1. Darum, ihr heiligen Brüder, ihr Mitgenossen einer himmlischen Berufung, schaut hin auf Jesus, den Gottesboten und Hohenpriester, den wir bekennen-1-! -1) Mose war Gottes Bote an Israel, und Aaron war der Hohepriester des Volkes. Jesus vereinigt beide Ämter in seiner Person.++
6851#Hebräer,3,2#2. Wie Mose beweist auch er in seinem ganzen Hause Treue gegen Gott, der ihn beauftragt hat-1-. -1) als Boten (w: Apostel) und Hohenpriester.++
6852#Hebräer,3,3#3. Doch überragt er Mose weit an Herrlichkeit, und zwar so weit, wie der Baumeister höher steht als das von ihm erbaute Haus-1-. - -1) Mose gehörte selbst zu dem Hause des Alten Bundes; Christus dagegen ist der Erbauer des neutestamentl. Hauses.++
6853#Hebräer,3,4#4. Jedes Haus hat ja einen Baumeister, der Baumeister aller Dinge aber ist Gott*. -
6854#Hebräer,3,5#5. Nun ist Mose treu gewesen in seinem ganzen Hause als ein Diener, der das kundmachen sollte, was Gott zu ihm redete-a-. -a) vgl. 4.Mo. 12,7.8.++
6855#Hebräer,3,6#6. Christus dagegen (ist treu) als Sohn, der da gesetzt ist über Gottes Haus. Dieses Haus sind wir, wenn wir die feste Zuversicht-1- und die freudige Hoffnung-2- bis ans Ende unerschütterlich bewahren. -1) zu Gott und seinen Verheißungen.   2) auf Christi Wiederkunft.++
6856#Hebräer,3,7#7. Deshalb merkt auf das Wort des Heiligen Geistes: «Heute, wenn ihr seine Stimme höret,
6857#Hebräer,3,8#8. verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter es taten, als sie widerspenstig waren an jenem Tage, da sie mich versuchten in der Wüste-a-. -a) 2.Mo. 17,1-7.++
6858#Hebräer,3,9#9. Dort* stellten eure Väter meine Langmut immer wieder auf die Probe-1-, obwohl sie meine Wunderwerke sahen vierzig Jahre. -1) indem sie an Gottes Macht und Güte zweifelten.++
6859#Hebräer,3,10#10. Darum ward ich zornig über dies Geschlecht und sprach: Stets wendet sich ihr Herz von mir, sie haben meine Wege nicht erkannt.
6860#Hebräer,3,11#11. Daher schwur ich in meinem Zorn: Nie sollen sie in meine Ruhe eingehn-a-!» -a) Ps. 95,7-11.++
6861#Hebräer,3,12#12. So seht denn zu, liebe Brüder, daß keiner von euch ein böses, ungläubiges Herz habe und abfalle von dem lebendigen Gott!
6862#Hebräer,3,13#13. Ermuntert vielmehr einander Tag für Tag, solange es noch «Heute» heißt-1-, damit keiner von euch verhärtet werde durch die trügerische Lockung der Sünde! -1) d.h. solange die Zeit der Gnade noch währt.++
6863#Hebräer,3,14#14. Denkt doch daran: Wir sind Genossen des Messias*, wenn wir die Glaubenszuversicht, die uns in den ersten Tagen* erfüllte, bis ans Ende unerschütterlich bewahren-1-. -1) vgl. den Schluß von V. 6.++
6864#Hebräer,3,15#15. Heißt es-1-: «Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter es taten, als sie widerspenstig waren -,» -1) V. 15 nehme ich als Vordersatz zu V. 16.++
6865#Hebräer,3,16#16. nun, so frage ich: «Wer sind denn jene, die seine Stimme hörten und trotzdem widerspenstig waren?» Sind es nicht alle, die einst unter Moses Leitung aus Ägypten zogen?
6866#Hebräer,3,17#17. Und über welche Leute war er zornig vierzig Jahre lang? Waren das nicht jene, die da sündigten, und deren Leiber ein Grab gefunden haben in der Wüste-a-? -a) 4.Mo. 14,29.++
6867#Hebräer,3,18#18. Und ferner: wer sind jene, denen er geschworen hat, sie sollten nicht in seine Ruhe eingehn?-a- Sind es nicht die, die ungehorsam waren? -a) 4.Mo. 14,22f.++
6868#Hebräer,3,19#19. So sehn wir denn: ihr Unglaube ist schuld daran gewesen, daß sie nicht haben eingehn können-1-*. -1) der Ungehorsam wurzelt in dem Unglauben, der Gottes Macht und Güte mißtraut.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 4 -+ --- MENGE/Hebräer 4 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 4 -
6869#Hebräer,4,1#1. Da nun die Verheißung, zu seiner Ruhe einzugehn, noch der Erfüllung harrt, so laßt uns auf der Hut sein, daß niemand unter euch das Ziel verfehle!
6870#Hebräer,4,2#2. Denn gerade so wie jenen* ist ja auch uns* die Freudenbotschaft-1- zugegangen. Jenen aber hat die Botschaft, die sie hörten, nichts genützt, weil sie sie nicht im Glauben aufgenommen haben. -1) von Gottes Ruhe.++
6871#Hebräer,4,3#3. Denn wir gehen nur in die Ruhe ein, sofern wir glauben. Nun aber hat Gott gesagt: «Ich schwur in meinem Zorn: Nie sollen sie in meine Ruhe eingehn*!» So hat er gesprochen, obwohl seine Werke schon seit der Erschaffung der Welt vollendet waren-1-*. -1) weil Gott seine Werke vollendet hatte, war er also auch schon zu seiner Ruhe eingegangen.++
6872#Hebräer,4,4#4. Denn an einer Stelle-a- heißt es von dem siebenten Tage: «Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken.» -a) 1.Mo. 2,2.++
6873#Hebräer,4,5#5. Trotzdem sagt er an dieser Stelle: «Nie sollen sie in meine Ruhe eingehn!»
6874#Hebräer,4,6#6. Der Eingang in die Ruhe steht also für einige noch in Aussicht. Jene* aber, an die zuerst die Freudenbotschaft-1- erging, sind ihres Ungehorsams wegen nicht eingegangen. -1) in die Ruhe einzugehn.++
6875#Hebräer,4,7#7. Darum bestimmt Gott mit dem Worte «Heute» von neuem einen Tag: das tut er nach so langer Zeit durch Davids Mund-1-, wie schon gesagt ist: «Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht!» -1) und zwar in Ps. 95,11.++
6876#Hebräer,4,8#8. Hätte sie* Josua damals in die Ruhe eingeführt, so würde Gott nicht später von einem andern Tage reden*.
6877#Hebräer,4,9#9. Es steht mithin dem Volke Gottes noch eine Sabbatruhe in Aussicht.
6878#Hebräer,4,10#10. Denn wer zu Gottes Ruhe eingegangen ist, der kommt damit auch zur Ruhe von seinen Werken-1-, wie Gott geruht hat von den seinen. -1) d.h. von der Arbeit und den Mühsalen dieses Erdenlebens.++
6879#Hebräer,4,11#11. So lasset uns denn Eifer zeigen, in diese Ruhe einzugehn, damit niemand ins Verderben falle und dann ebenso wie jene* durch seinen Ungehorsam ein warnendes Beispiel werde-1-! -1) für spätere Geschlechter.++
6880#Hebräer,4,12#12. Denn was Gott spricht-1-, das ist voll Leben und Kraft und schärfer als das schärfste Schwert: es dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, Gelenke und Mark-2-; es ist auch fähig, des Herzens Gedanken und Absichten zu beurteilen. -1) wie die in Ps. 95 ausgesprochene Drohung und Verheißung. 2) der Sinn ist: Gottes Wort deckt die geheimsten Tiefen des menschlichen Innern auf.++
6881#Hebräer,4,13#13. Ja nichts in der ganzen Schöpfung ist vor Gott verborgen; alles liegt unverhüllt und aufgedeckt vor seinen Augen. Und dieser Gott ist's, dem wir Rechenschaft zu geben haben.
6882#Hebräer,4,14#14. Weil wir nun einen großen Hohenpriester haben*, der seinen Weg durch die Himmel genommen hat-1-, Jesus, den Sohn Gottes, so laßt uns festhalten an unserm Bekenntnis*! -1) um in das Allerheiligste einzugehn.++
6883#Hebräer,4,15#15. Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der mit unsern Schwächen kein Mitleid haben könnte, sondern einen, der in jeder Hinsicht ebenso versucht ist wie wir, der aber nie gesündigt hat.
6884#Hebräer,4,16#16. Laßt uns deshalb mit Zuversicht dem Gnadenthrone nahen*, damit wir Erbarmen erlangen und Gnade finden, wenn uns Hilfe not ist-1-! -1) besonders in den Versuchungen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 5 -+ --- MENGE/Hebräer 5 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 5 -
6885#Hebräer,5,1#1. Jeder Hohepriester geht aus den Menschen hervor-1- und hat die Menschen bei Gott zu vertreten, indem er Gaben und Opfer darbringt für die Sünden*. -1) Erläuterung von Hebr. 4,15.++
6886#Hebräer,5,2#2. Er ist imstande, die Unwissenden und Irrenden milde zu beurteilen*, weil er selbst behaftet ist mit Schwachheit.
6887#Hebräer,5,3#3. Deshalb* muß er auch nicht nur für das Volk, sondern ebenso für seine eignen Sünden Opfer bringen-a-. -a) 3.Mo. 9,7; 16,6.15.++
6888#Hebräer,5,4#4. Und niemand kann sich aus eigner Macht die hohepriesterliche Würde aneignen. Die empfängt nur, wer von Gott dazu berufen wird, wie dies auch geschehen ist mit Aaron-1-. -1) vgl. 2.Mo. 28,1. Aaron war der erste Hohepriester Israels.++
6889#Hebräer,5,5#5. Ebenso hat auch Christus das Hohepriestertum nicht eigenmächtig an sich gerissen. Gott hat ihn eingesetzt in dieses Amt, indem er zu ihm sagte: «Mein Sohn bist du, heute hab ich dich gezeugt-a-*.» -a) Ps. 2,7 (vgl. Hebr. 1,5; Apg. 13,33).++
6890#Hebräer,5,6#6. Und an einer andern Stelle spricht er: «Du bist ein Priester in Ewigkeit nach Melchisedeks Weise-a-.» -a) Ps. 110,4; 1.Mo. 14,18.++
6891#Hebräer,5,7#7. Christus hat in den Tagen seines Erdenlebens Gebet und Flehen unter lautem Rufen und Weinen zu dem emporgesandt, der ihn aus des Todes Rachen erretten konnte-1-, und er ist auch erhört worden wegen seiner Frömmigkeit-2-*. -1) hier ist an Christi Seelenkampf in Gethsemane zu denken.   2) d.h. wegen seiner Ergebung in des Vaters Willen (Mt. 26,39.42).++
6892#Hebräer,5,8#8. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, in seinem Leiden die Schule des Gehorsams durchgemacht.
6893#Hebräer,5,9#9. Nach seiner Vollendung-1-* ist er dann für alle, die ihm gehorsam sind, der Spender ewigen Heils. -1) d.h: nach seiner Erhöhung in die himmlische Herrlichkeit.++
6894#Hebräer,5,10#10. Denn Gott hat ihn begrüßt* als einen Hohenpriester nach der Weise Melchisedeks-1-*. -1) V. 7-10 sollen beweisen, daß Christus sich das Hohepriestertum nicht angemaßt, sondern daß er es von Gott empfangen hat.++
6895#Hebräer,5,11#11. Hierüber-1- hätten wir wohl viel zu sagen; aber es ist euch schwer klarzumachen, weil ihr im geistlichen Verständnis so träge geworden seid. -1) über Christi himmlisches Hohepriestertum.++
6896#Hebräer,5,12#12. Ihr solltet andre belehren, weil ihr die Wahrheit schon so lange kennt*. Statt dessen habt ihr wieder einen Lehrer nötig, der euch in den allerersten Anfangsgründen der Offenbarungsworte Gottes-a- unterweise. So ist es dahin gekommen, daß ihr nur Milch vertragt und keine feste Speise-b-*. -a) vgl. Röm. 3,2.   b) vgl. 1.Kor. 3,1-3; (Hebr. 6,1ff.).++
6897#Hebräer,5,13#13. Mit denen, die nur Milch genießen können, meine ich solche, die eine tiefe Unterweisung nicht verstehn; denn sie sind in bezug auf geistliches Verständnis noch unmündige Kinder.
6898#Hebräer,5,14#14. Für geistlich Reife-a- aber schickt sich feste Speise: sie haben durch Erfahrung ihren Sinn geübt, daß sie unterscheiden können, was heilsam oder schädlich sei-1-. -1) für die Förderung ihres geistlichen Lebens.   a) vgl. 1.Kor. 2,6; 14,20; Kol. 1,28; 4,12; Eph. 4,13; Phil. 3,15; Jak. 3,2.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 6 -+ --- MENGE/Hebräer 6 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 6 -
6899#Hebräer,6,1#1. So wollen wir denn die Anfangsgründe der Lehre Christi jetzt beiseitelassen und uns dem zuwenden, was sich für geistliche Reife eignet. Wir wollen uns nicht von neuem mit der Grundlage* aufhalten: mit der Sinnesänderung, die sich von toten Werken* abkehrt, und mit dem Glauben, der sich zu Gott hinkehrt,
6900#Hebräer,6,2#2. mit der Belehrung über Taufen** und Handauflegung-a-, über Totenauferstehung und ewiges Gericht-1-. -1) das Gericht heißt ewig, weil sein Urteilsspruch ewig gültig ist.   a) Apg. 8,14-17; 19,1-6.++
6901#Hebräer,6,3#3. Dies wollen wir tun-1-, wenn es Gott gelingen läßt*. -1) uns der Darlegung der tiefern Wahrheiten zuwenden.++
6902#Hebräer,6,4#4. Es ist ja unmöglich*, solche, die einmal erleuchtet sind und die himmlische Gabe gekostet-a- haben, die des Heiligen Geistes teilhaftig geworden -a) vgl. Röm. 5,15.17.++
6903#Hebräer,6,5#5. und das tröstliche Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt geschmeckt haben,
6904#Hebräer,6,6#6. aber trotzdem abfallen, ein zweites Mal zu erneuern, so daß sie zur Sinnesänderung kommen: dies ist unmöglich, wenn sie den Sohn Gottes zu ihrem Verderben immer von neuem kreuzigen und zum Gespötte machen*.
6905#Hebräer,6,7#7. Denn ein Ackerfeld, das den reich niederströmenden Regen aufgesogen hat und denen, für die es bebaut wird, nützliches Gewächs hervorbringt, ein solches Feld wird von Gott mit immer reicherem Ertrag gesegnet.
6906#Hebräer,6,8#8. Trägt es aber Dornen und Disteln, so ist es wertlos und dem Fluche-1- nahe; ja schließlich verbrennt man es mit Feuer-a-*. -1) dem göttlichen Fluche gänzlicher Unfruchtbarkeit. a) 5.Mo. 29,22f.++
6907#Hebräer,6,9#9. Wenn wir nun auch mit solcher Strenge reden*, so sind wir dennoch überzeugt von euch, Geliebte-1-, daß euch ein besseres Los erwartet, und daß es etwas gibt, was eure endliche Errettung hoffen läßt*. -1) diese gewinnende Anr. kommt im ganzen Briefe nur hier vor.++
6908#Hebräer,6,10#10. Gott ist ja nicht ungerecht, daß er vergäße eurer Arbeit und der Liebe, die ihr zur Ehre seines Namens früher-1- und auch jetzt noch durch Unterstützung der Heiligen* bewiesen habt. -1) hier kann man denken an Apg. 2,44f; 4,34f.++
6909#Hebräer,6,11#11. Es ist nun unser Herzenswunsch, ein jeder von euch möge auch denselben Eifer* beweisen, wenn es sich darum handelt, die Hoffnung in voller Kraft und Zuversicht bis ans Ende festzuhalten.
6910#Hebräer,6,12#12. Denn ihr sollt nicht träge werden, sondern denen nachfolgen, die durch Glauben und Beharrlichkeit die Verheißungen erben.
6911#Hebräer,6,13#13. Als Gott Abraham* die Verheißung gegeben hatte-a-, da schwur er, weil er bei keinem Größern schwören konnte, bei sich selbst -a) 1.Mo. 12,7; 17,1-8; 18,17-19.++
6912#Hebräer,6,14#14. und sprach: «Wahrlich, ich will dich mit Segen überschütten und will dir eine große Schar Nachkommen schenken-a-.» -a) nach 1.Mo. 22,16f.++
6913#Hebräer,6,15#15. So erlangte Abraham durch geduldiges Ausharren, was ihm Gott verheißen hatte.
6914#Hebräer,6,16#16. Menschen schwören ja bei einem, der größer ist als sie: so dient der Eid bei ihnen zur Bekräftigung der Aussage, gegen die sich kein Widerspruch mehr erheben kann.
6915#Hebräer,6,17#17. Deshalb ist auch Gott, um den Erben der Verheißung* noch nachdrücklicher-1- die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zu beweisen, mit einem Eid als Bürge eingetreten. -1) als es durch ein bloßes Wort geschehen konnte.++
6916#Hebräer,6,18#18. So sollten wir durch zwei unwandelbare Tatsachen-1-, bei denen Gott unmöglich gelogen haben kann, aufs kräftigste ermuntert und getröstet werden* - wir, deren Zufluchtsort es ist, die dargebotne Hoffnung festzuhalten. -1) durch die Verheißung und den Schwur (V. 13).++
6917#Hebräer,6,19#19. Diese Hoffnung ist für uns ein zuverlässiger, sichrer Anker unsrer Seele*, und sie dringt* bis in die Stätte hinter dem Vorhang*.
6918#Hebräer,6,20#20. Dorthin ist Jesus uns zum Heil als unser Vorläufer eingegangen-a-, als er nach Melchisedeks Weise Hoherpriester ward in Ewigkeit. -a) vgl. Joh. 14,2.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 7 -+ --- MENGE/Hebräer 7 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 7 -
6919#Hebräer,7,1#1. Dieser Melchisedek-a-* war König von Salem-1- und ein Priester Gottes des Höchsten. Er ging Abraham entgegen, als dieser nach dem Siege über die Könige heimkehrte. -1) Salem ist Jerusalem.   a) vgl. 1.Mo. 14,17-20.++
6920#Hebräer,7,2#2. Ihm gab Abraham auch den Zehnten von der ganzen Kriegsbeute-1-. Nach der Bedeutung seines Namens ist Melchisedek zuerst «ein König der Gerechtigkeit». Dann ist er auch König von Salem, das heißt «ein König des Friedens». -1) durch die Entrichtung des Zehnten erkannte Abraham Melchisedeks Priestertum an.++
6921#Hebräer,7,3#3. Die Schrift nennt nicht seinen Vater, seine Mutter, seinen Stammbaum. Sie schweigt auch von seinem Lebensanfang und seinem Lebensende**. Darin* wird er von der Schrift ganz dem Sohn Gottes gleichgestellt*. Ebendieser Melchisedek bleibt Priester für immer*.
6922#Hebräer,7,4#4. Bedenkt, wie hoch und erhaben dieser Mann sein muß, dem der Erzvater Abraham sogar den Zehnten von den besten Beutestücken gegeben hat!
6923#Hebräer,7,5#5. Wohl werden auch die von Levis Nachkommen, die das Priestertum empfangen, durch eine Vorschrift des Gesetzes-a- dazu angewiesen, von dem Volke, das heißt also: von ihren Brüdern, die doch ebenso wie sie von Abraham abstammen, den Zehnten zu erheben. -a) 4.Mo. 18,21ff.++
6924#Hebräer,7,6#6. Hier dagegen hat einer, der gar nicht zu ihrem Geschlecht gehört, von Abraham den Zehnten erhoben und den Inhaber der Verheißung gesegnet-1-*. -1) Melchisedeks Priestertum muß viel höher stehen als das lev.++
6925#Hebräer,7,7#7. Nun läßt sich aber nicht bestreiten, daß das Geringere von dem Größeren gesegnet wird*.
6926#Hebräer,7,8#8. Und ferner: Hier* empfangen sterbliche Menschen den Zehnten; dort* aber empfängt ihn einer, von dem bezeugt wird, daß er lebe-1-. -1) denn die Schrift sagt nichts von Melchisedeks Lebensende (V. 3).++
6927#Hebräer,7,9#9. Ja in und mit Abraham hat auch sozusagen Levi selbst, der den Zehnten empfängt, den Zehnten entrichtet.
6928#Hebräer,7,10#10. Er war ja noch in seines Stammvaters Lenden, als Melchisedek mit diesem zusammentraf-1-. -1) Levi ist also Melchisedek untergeordnet.++
6929#Hebräer,7,11#11. Wäre nun freilich durch das levitische Priestertum Vollkommenheit erzielt worden* - und auf diesem Priestertum beruht ja das Gesetz, das dem Volke gegeben ist -, warum mußte dann ein ganz neuer Priester «nach der Weise Melchisedeks» auftreten? Warum wurde nicht geredet von einem Priester «nach der Weise Aarons»?
6930#Hebräer,7,12#12. Ändert sich aber das Priestertum, so ändert sich damit auch notwendig das Gesetz.
6931#Hebräer,7,13#13. Der, von dem jene Worte-a- gelten, gehörte ja einem andern Stamme an, aus dem niemand am Altar gedient hat. -a) in Ps. 110,4.++
6932#Hebräer,7,14#14. Denn es ist doch allbekannt, daß unser Herr aus Juda hervorgegangen ist; und von Priestern aus diesem Stamme hat Mose kein Wort gesagt.
6933#Hebräer,7,15#15. Noch klarer wird diese Tatsache-1- dadurch, daß ein ganz andrer Priester auftritt. Der ist Melchisedek ähnlich -1) die Tatsache, daß sich das Gesetz ändert (V. 12).++
6934#Hebräer,7,16#16. und empfängt sein Amt nicht nach einem Gesetz, das nur leibliche Abstammung-1- fordert, sondern er besitzt das Priestertum, weil ihm die Kraft eines unvergänglichen Lebens innewohnt. -1) von Levi.++
6935#Hebräer,7,17#17. Es wird ihm ja bezeugt: «Du bist ein Priester in Ewigkeit nach Melchisedeks Weise.»
6936#Hebräer,7,18#18. Damit wird nun allerdings die bis dahin gültige Priesterordnung-1- aufgehoben, weil sie unwirksam und nutzlos war - -1) die levitische.++
6937#Hebräer,7,19#19. das Gesetz hat ja keine Vollkommenheit erzielt -; und zugleich wird-1- eine bessere Hoffnung-a- eingeführt, durch die wir uns Gott nahen dürfen-2-. -1) durch Christi Priestertum.   2) also gleichsam in das Allerheiligste Zutritt haben.   a) vgl. Hebr. 6,18f.++
6938#Hebräer,7,20#20. Ferner ist Christus auch nicht ohne Eid als Priester eingesetzt worden. Jene* sind ohne Eid ins Priesteramt gekommen.
6939#Hebräer,7,21#21. Er ist Priester geworden durch ein Gotteswort, das von einem Eide begleitet war. Es heißt ja: «Geschworen hat der Herr, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich-a-.» -a) Ps. 110,4.++
6940#Hebräer,7,22#22. Insofern ist nun Jesus auch der Bürge einer höheren Gottesstiftung geworden-1-. -1) Christus verbürgt den Menschen als Opfer und als Priester den Bestand der göttlichen Gnadenstiftung des Neuen Bundes.++
6941#Hebräer,7,23#23. Von jenen Priestern-1- gibt es eine größre Zahl, weil der Tod sie daran hindert, im Amte zu bleiben. -1) den levitischen.++
6942#Hebräer,7,24#24. Weil er* aber ewiglich am Leben bleibt, so hat er auch ein Priestertum, das auf keinen andern übergeht.
6943#Hebräer,7,25#25. Daher kann er auch allen, die sich durch ihn Gott nahen, vollkommene Errettung schenken-1-: er lebt ja allezeit, um fürbittend für sie einzutreten*. -1) was das levitische Priestertum nicht vermochte.++
6944#Hebräer,7,26#26. Gerade einen solchen Hohenpriester* mußten wir auch haben. Er ist heilig, unberührt vom Bösen, unbefleckt; er ist aus dem Bereich der Sünder weggerückt und hoch erhöhet über alle Himmel-1-. -1) durch die Himmelfahrt.++
6945#Hebräer,7,27#27. Er hat nicht wie die Hohenpriester täglich-1-* nötig, zunächst für eigne Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes - dies* hat er dadurch ein für allemal getan, daß er sich selbst zum Opfer brachte -. -1) 3.Mo. 16,11.15. Vlt. ist «täglich» unbestimmt aufzufassen im Sinne von «immerfort».++
6946#Hebräer,7,28#28. Denn* das Gesetz verordnet Menschen zu Hohenpriestern, die behaftet sind mit Schwachheit. Das Eideswort dagegen, das jünger ist als das Gesetz-1-*, (bestellt zum Hohenpriester) ihn, den Sohn, der für alle Ewigkeit vollendet ist-2-. -1) denn Ps. 110 stammt von David.   2) d.h: der eingegangen ist in die himmlische Herrlichkeit.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 8 -+ --- MENGE/Hebräer 8 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 8 -
6947#Hebräer,8,1#1. Der Hauptpunkt in unsrer Erörterung-1- ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der (göttlichen) Hoheit im Himmel niedergelassen hat, -1) über das himmlische Hohepriestertum.++
6948#Hebräer,8,2#2. und zwar als priesterlicher Diener des (himmlischen) Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und kein Mensch.
6949#Hebräer,8,3#3. Jeder Hohepriester wird dazu bestellt, Gaben und Opfer darzubringen. Darum muß auch dieser-1- etwas darzubringen haben. -1) der himmlische Hohepriester Jesus Christus.++
6950#Hebräer,8,4#4. Wäre er nun auf Erden, so wäre er gar kein Priester. Denn hier gibt es schon solche, die nach der Vorschrift des Gesetzes die Gaben darbringen-1-*. -1) Christus gehörte nicht der Familie Aarons an.++
6951#Hebräer,8,5#5. Sie dienen dem Bilde und dem Schattenriß des himmlischen Heiligtums, gemäß der göttlichen Weisung, die Mose empfing, als er die Stiftshütte aufrichten sollte: «Sieh zu», so ward ihm gesagt, «daß du alles nach dem Muster machest, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist-a-*.» -a) 2.Mo. 25,40.++
6952#Hebräer,8,6#6. Nun aber* hat Christus einen weit herrlicheren Priesterdienst empfangen-1-. Denn er hat eine viel höhere Gottesstiftung und Verordnung eingeführt, die sich auf höhere Verheißungen gründet. -1) als der levitische ist.++
6953#Hebräer,8,7#7. Wäre nämlich jene erste Gottesstiftung-1- ohne Mangel, so wäre gar kein Platz für eine zweite da. -1) das levitische Priestertum.++
6954#Hebräer,8,8#8. Nun aber spricht Gott einen Tadel über sie-1- aus, wenn er sagt: «Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich fürs Haus Israel und fürs Haus Juda eine neue Stiftung machen, -1) die Israeliten.++
6955#Hebräer,8,9#9. nicht eine Stiftung, wie ich sie zugunsten ihrer Väter machte, an jenem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, sie auszuführen aus Ägyptenland. Denn sie sind nicht beharrt bei meiner Stiftung, darum hab auch ich mich losgesagt von ihnen, spricht der Herr.
6956#Hebräer,8,10#10. Dies ist nun die Verordnung, die ich für das Haus Israel aufrichten will nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich gebe mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben; ich will dann sein ihr Gott, sie sollen sein mein Volk.
6957#Hebräer,8,11#11. Dann soll auch niemand seinen Volksgenossen und niemand seinen Bruder lehren und ihm sagen: Erkenne doch den Herrn! Denn alle werden sie mich kennen, klein und groß.
6958#Hebräer,8,12#12. Denn gegen ihre Ungerechtigkeiten will ich gnädig sein, und ihrer Sünden auch nicht mehr gedenken-a-.» -a) Jer. 31,31-34.++
6959#Hebräer,8,13#13. Indem er hier von einer neuen Verordnung-1- redet, hat er damit die frühere für veraltet erklärt. Was aber veraltet und abgelebt ist, das ist dem Verschwinden nahe**. -1) o: Stiftung.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 9 -+ --- MENGE/Hebräer 9 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 9 -
6960#Hebräer,9,1#1. Auch die alte Gottesstiftung* hatte einen durch genaue Vorschriften geordneten Gottesdienst und ein bestimmtes, allerdings nur irdisches Heiligtum*.
6961#Hebräer,9,2#2. Ein Zelt ward hergerichtet. In seinem Vorderraum standen der Leuchter und der Tisch mit den Schaubroten*; dieser Teil heißt das Heilige.
6962#Hebräer,9,3#3. Hinter dem zweiten Vorhang war ein andrer Raum: das sogenannte Allerheiligste.
6963#Hebräer,9,4#4. Hier befanden sich ein goldnes Rauchfaß-1- und die ganz mit Gold überzogene Bundeslade, worin ein goldner Krug mit Manna sowie der Stab Aarons, der Knospen getrieben hatte, und die Gesetzestafeln lagen-a-*. -1) dieses Rauchfaß gebrauchte der Hohepriester am großen Versöhnungstage, wenn er im Allerheiligsten räucherte (3.Mo. 16,13). Es ward aber nicht im Allerheiligsten selbst aufbewahrt, sondern in einem Nebenraume. a) 2.Mo. 16,33f; 4.Mo. 17,25; 2.Mo. 25,16.21.++
6964#Hebräer,9,5#5. Oben auf der Bundeslade waren die Cherubim der Herrlichkeit-a-*, die den Gnadenstuhl-b-* (mit ihren Flügeln) überschatteten. Doch ist hier nicht der Ort, darüber jetzt im einzelnen zu reden*. -a) 2.Mo. 25,22; Jes. 37,16; Ps. 99,1.   b) 2.Mo. 25,17-20; 26,34; 3.Mo. 16,15-17.++
6965#Hebräer,9,6#6. So war dies alles eingerichtet. In den Vorderraum treten die Priester, die den Gottesdienst auszuführen haben, tagtäglich ein.
6966#Hebräer,9,7#7. Den zweiten Raum betritt allein der Hohepriester, und zwar nur einmal jährlich-1-, jedoch nicht ohne Blut, das er für sich selbst und des Volkes Vergehen darbringt. -1) am großen Versöhnungstage (3.Mo. 16).++
6967#Hebräer,9,8#8. Damit wies der Heilige Geist beständig darauf hin, daß der Zutritt zum Allerheiligsten-1- so lange verschlossen sei, als der Vorderraum der Stiftshütte noch benutzt würde-2-. -1) des Himmels.   2) d.h. solange die levitischen Priester dort noch dienen.++
6968#Hebräer,9,9#9. Dieser Vorderraum ist ein Sinnbild bis auf die gegenwärtige Zeit*. Nach der in ihm gültigen Ordnung werden Gaben und Opfer dargebracht, die freilich dem, der Gott damit dient, nicht den wirklichen Gewissensfrieden geben können-1-. -1) weil sie nicht imstande sind, die Sünde und damit das Schuldbewußtsein hinwegzunehmen.++
6969#Hebräer,9,10#10. Ebenso wie die Bestimmungen über Speisen-a- und Getränke und die verschiedenen Waschungen-b- gehören sie-1- zu den Vorschriften, die nur die Verhältnisse des äußern Lebens regeln und die bis zu der Zeit gelten, wo eine bessere Ordnung eingeführt wird*. -1) die Gaben und Opfer (V. 9).   a) z.B. 3.Mo. 11,1-47.   b) vgl. 2.Mo. 29,4; 3.Mo. 14,1ff; 4.Mo. 19,13.++
6970#Hebräer,9,11#11. Als Christus erschien*, um als Hoherpriester die von ihm erworbnen Güter auszuteilen, da hat er ein höheres und vollkommneres Zelt durchschritten, das nicht von Menschenhänden errichtet ist und überhaupt nicht dieser irdischen Schöpfung angehört-1-. -1) Christus hat die Himmel durchschritten, um so in die eig. Wohnstätte Gottes, in das obere Allerheiligste, zu gelangen.++
6971#Hebräer,9,12#12. Auch nicht das Blut von Böcken und Kälbern, sondern sein eigen Blut-1- hat ihm ein für allemal den Eingang in das Allerheiligste erschlossen, nachdem er uns eine ewiggültige Erlösung erworben-2-. -1) das er am Kreuze vergossen.   2) durch sein Opfer am Kreuz. «Erlösung» bed. hier: Befreiung aus der Schuldhaft.++
6972#Hebräer,9,13#13. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh, woraus das Sprengwasser für Verunreinigte bereitet wird-a-, eine Weihe gibt, die leibliche Reinheit wirkt-1-: -1) so daß den Gereinigten der Zutritt zu dem Heiligen wieder offensteht.   a) 4.Mo. 19.++
6973#Hebräer,9,14#14. wieviel mehr wird da das Blut Christi, der, erfüllt und gestärkt von dem ewigen Geiste-1-, sich Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von den toten Werken-a- reinigen, so daß wir fähig sind, dem lebendigen Gott zu dienen! -1) der ewige Geist ist der Heilige Geist.   a) vgl. Hebr. 6,1.++
6974#Hebräer,9,15#15. So* hat er eine neue Gottesstiftung eingeführt-a-. Auf Grund seines Todes, der zur Befreiung von den unter der frühern Stiftung-1- begangenen Übertretungen erfolgt ist*, sollen alle, die dazu berufen sind-2-, das verheißne ewige Erbe empfangen. -1) d.h. unter dem Gesetze.   2) zunächst das Haus Israel und das Haus Juda (Hebr. 8,8.10).   a) vgl. Hebr. 8,6.++
6975#Hebräer,9,16#16. Denn wo es sich um eine letztwillige Stiftung-1- handelt, da muß notwendig der Tod des Stifters nachgewiesen werden. -1) o: ein Vermächtnis.++
6976#Hebräer,9,17#17. Eine Stiftung wird erst dann rechtskräftig, wenn der Erblasser tot ist; bei seinen Lebzeiten hat sie keine Gültigkeit.
6977#Hebräer,9,18#18. Daher ist auch die alte Gottesstiftung nicht ohne Blutvergießen-1- eingeweiht. -1) also nicht, ohne daß ein Tod erfolgte.++
6978#Hebräer,9,19#19. Denn als Mose dem ganzen Volke alle Gebote des Gesetzes verkündigt hatte, da nahm er das Blut der Kälber und der Böcke-a- nebst Wasser, scharlachroter Wolle und Ysop-1b-* und besprengte das eben vorgelesene Buch sowie das ganze Volk -1) der Ysop, eine Pflanze, diente als Sprengwedel. a) 2.Mo. 24,3-6.   b) 4.Mo. 19,6.18; 3.Mo. 14,5.6.++
6979#Hebräer,9,20#20. mit den Worten: «Dies ist das Blut der Stiftung, die Gott für euch verordnet hat-a-*.» -a) 2.Mo. 24,6-8.++
6980#Hebräer,9,21#21. Ebenso besprengte er die Stiftshütte und alle Geräte des Gottesdienstes mit dem Blute*.
6981#Hebräer,9,22#22. Ja nach der Vorschrift des Gesetzes wird fast alles mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen ist keine Vergebung zu erlangen-a-. -a) vgl. 3.Mo. 17,11.++
6982#Hebräer,9,23#23. So mußten die Abbilder der himmlischen Dinge* auf diese Weise-1- gereinigt werden-a-. Das Himmlische selbst aber erforderte höhere Opfer*. -1) durch Tierblut.   a) vgl. 3.Mo. 16,16.18.19.++
6983#Hebräer,9,24#24. Denn Christus ist nicht eingegangen in ein von Menschenhänden hergestelltes Heiligtum, also nicht in ein bloßes Abbild des wahrhaftigen Allerheiligsten*. Nein, er ist in den Himmel selbst eingetreten, um jetzt zu unserm Heil vor Gottes Angesicht zu erscheinen-1-. -1) als unser Fürsprecher.++
6984#Hebräer,9,25#25. Er ist auch nicht in den Himmel eingegangen, um sich dann wiederholt (Gott) zu opfern*, wie der Hohepriester alljährlich in das Allerheiligste eintritt mit fremdem Blut.
6985#Hebräer,9,26#26. Sonst* hätte er ja oftmals leiden müssen seit Grundlegung der Welt*. Er ist vielmehr nur einmal, und zwar am Ende des jetzigen Weltlaufs, erschienen, um durch sein Opfer die Sünde-1- hinwegzutun. -1) «die Sünde» der ganzen Menschheit.++
6986#Hebräer,9,27#27. Wie den Menschen ein einmaliges Sterben bestimmt ist und nach dem Sterben ein Gericht,
6987#Hebräer,9,28#28. so ist auch Christus nur einmal geopfert worden, um vieler Sünden zu tragen-1-. Nun wird er zum zweiten Male, ohne wieder die Sünde auf sich zu nehmen-2-, denen erscheinen, die mit Sehnsucht auf ihn warten, um ihnen Errettung zu bringen-a-. -1) d.h. um sie zu büßen und zu sühnen (Jes. 53,4ff.11).   2) als Opferlamm.   a) vgl. Röm. 8,23; Phil. 3,20f.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 10 -+ --- MENGE/Hebräer 10 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 10 -
6988#Hebräer,10,1#1. Das Gesetz-1-* zeigt die künftigen Güter-2- nur in schattenhaftem Umriß; das eigentliche Bild der (himmlischen) Dinge hat es nicht. Darum kann es auch mit den Opfern, die Jahr für Jahr fortwährend in derselben Weise dargebracht werden-3-, die Opfernden* nie und nimmer zur Vollendung bringen-4-. - -1) w: «Denn das Gesetz».   2) des Neuen Bundes.   3) und zwar am großen Versöhnungstage.   4) es kann sie nicht innerlich und vollkommen von der Sünde reinigen.++
6989#Hebräer,10,2#2. Hätte man sonst nicht mit den Opfern aufgehört, wenn jene, die sie darbringen, dadurch ein für allemal gereinigt würden und kein Schuldbewußtsein mehr hätten? -
6990#Hebräer,10,3#3. Gerade durch die Opfer wird Jahr für Jahr* immer wieder die Erinnerung an die Sünden wachgerufen-1-. -1) die Opfer können also die Sünden nicht tilgen.++
6991#Hebräer,10,4#4. Denn es ist unmöglich, daß das Blut von Stieren und Böcken Sünden tilge.
6992#Hebräer,10,5#5. Deshalb spricht Christus auch bei seinem Eintritt in die Welt*: «Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gefordert; doch einen Leib hast du mir zubereitet-1-*. -1) im Hebr. heißt es hier: «Ohren hast du mir gegraben», d.h. du hast mir die Fähigkeit verliehen, dein Wort zu vernehmen.++
6993#Hebräer,10,6#6. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
6994#Hebräer,10,7#7. Da sprach ich: Sieh, ich bin gekommen - im Buche-1- ist von mir geschrieben -, um deinen Willen, Gott, zu tun*.» -1) die Buchrolle ist hier das ganze AT als das Buch der Weissagung von dem Messias.++
6995#Hebräer,10,8#8. Während er in den Anfangsworten sagt: «Schlachtopfer und Speisopfer, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gefordert, sie gefallen dir auch nicht» - obgleich doch diese Opfer nach der Vorschrift des Gesetzes dargebracht werden müssen -,
6996#Hebräer,10,9#9. spricht er weiter: «Sieh, ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun.» - Damit hebt er* die erste Ordnung-1- auf, um die zweite Ordnung-2- festzustellen -. -1) den Opferdienst des Alten Bundes.   2) das Tun des göttlichen Willens.++
6997#Hebräer,10,10#10. Durch diesen Gotteswillen-1- sind wir geheiligt*, da Jesus Christus ein für allemal seinen Leib zum Opfer hingegeben hat-2-. -1) zu dessen Erfüllung sich Christus bereit erklärt hat.   2) durch Christi Opfer ist Gottes Wille erfüllt worden.++
6998#Hebräer,10,11#11. Ferner: Jeder Priester* steht täglich da-a-*, vollzieht den Dienst und bringt immer wieder dieselben Opfer, die doch nie und nimmer die Sünden tilgen können. -a) 5.Mo. 10,8; 17,12; 18,7.++
6999#Hebräer,10,12#12. Dieser* aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt.
7000#Hebräer,10,13#13. Seitdem wartet er darauf, daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden-a-. -a) Ps. 110,1.++
7001#Hebräer,10,14#14. Denn mit einem Opfer hat er alle, die sich dadurch heiligen lassen, für immer zur Vollkommenheit gebracht*.
7002#Hebräer,10,15#15. Das bezeugt uns auch der Heilige Geist. Denn nach den Worten:
7003#Hebräer,10,16#16. «Dies ist nun die Verordnung, die ich für sie aufrichten will nach jenen Tagen, spricht der Herr-a-: Ich gebe mein Gesetz in ihre Herzen, und will es ihnen schreiben in den Sinn», heißt es weiter: -a) vgl. Hebr. 8,10a; Jer. 31,33.++
7004#Hebräer,10,17#17. «Und ihrer Sünden und Ungerechtigkeiten will ich nicht mehr gedenken-a-.» -a) vgl. Hebr. 8,10b; Jer. 31,33.34.++
7005#Hebräer,10,18#18. Wo aber die Sünden wirklich vergeben sind, da ist kein Sündopfer weiter nötig.
7006#Hebräer,10,19#19. So haben wir nun, Brüder, die Zuversicht, daß uns der Eingang ins Allerheiligste-1- durch Jesu Blut geöffnet ist. -1) des Himmels.++
7007#Hebräer,10,20#20. Er* hat uns einen neuen, immer offnen Weg erschlossen, und der führt durch den Vorhang: durch sein Fleisch-a-**. -a) vgl. Mt. 27,51; vgl. 1.Kor. 15,50.++
7008#Hebräer,10,21#21. Wir haben einen Hohenpriester, der da waltet über Gottes Haus-1-. -1) über die Gemeinde des Neuen Bundes.++
7009#Hebräer,10,22#22. Darum lasset uns (Gott) nahen mit aufrichtigem Herzen in voller Glaubenszuversicht! Durch die Besprengung unsrer Herzen-1- sind wir des Schuldbewußtseins ledig. Am Leibe gewaschen mit reinem Wasser*; -1) es ist die Besprengung mit dem Blute Christi gemeint (Hebr. 12,24; 1.Petr. 1,2).++
7010#Hebräer,10,23#23. laßt uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeugsam festhalten! Denn er, der die Verheißung-1- gegeben hat, ist treu. -1) worauf sich die Hoffnung gründet.++
7011#Hebräer,10,24#24. Laßt uns sorgfältig aufeinander achten, um uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Werken anzuspornen!
7012#Hebräer,10,25#25. Kehren wir nicht unsrer besondern gottesdienstlichen Versammlung* den Rücken, wie es bei manchen Gewohnheit ist! Laßt uns vielmehr einander ermahnen-1-, und das um so mehr, als ihr den Tag-2- schon herannahen seht! -1) zur Treue und zum Eifer.   2) der Wiederkunft Christi.++
7013#Hebräer,10,26#26. Denn wenn wir vorsätzlich* in der Sünde beharren, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so gibt es für uns kein Sündopfer mehr-1-, -1) das von uns verschmähte und keiner Wiederholung fähige Opfer Christi hätte dann seine Bedeutung für uns verloren.++
7014#Hebräer,10,27#27. sondern es bleibt uns nur eine furchtbare Erwartung des Gerichts und der Zorneifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird-a-. -a) vgl. Jes. 26,11 nach LXX.++
7015#Hebräer,10,28#28. Wer das Gesetz Moses übertreten hat, der muß auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen hin ohne Erbarmen sterben-a-. -a) 4.Mo. 35,30; 5.Mo. 17,2-7.++
7016#Hebräer,10,29#29. Wieviel härter, meint ihr wohl, wird da der bestraft werden, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, das Blut der Gottesstiftung, durch das er geheiligt worden ist, für wertlos hält-1- und den Geist der Gnade-2- schmäht! -1) der Christi Blut ansieht wie das Blut eines gewöhnlichen Menschen.   2) den Heiligen Geist, der uns die göttliche Erlösungsgnade mitteilt.++
7017#Hebräer,10,30#30. Wir kennen doch den, der gesagt hat: «Mir kommt die Rache zu, ich will vergelten-a-.» Und anderswo heißt es: «Der Herr wird sein Volk richten-b-.» -a) 5.Mo. 32,35; Röm. 12,19.   b) 5.Mo. 32,36; Ps. 135,14.++
7018#Hebräer,10,31#31. Furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen-a-. -a) vgl. 5.Mo. 32,39-41.++
7019#Hebräer,10,32#32. Denkt doch zurück an die vergangnen Tage, wo ihr bald nach eurer Erleuchtung-a-* so manchen schweren Leidenskampf bestanden habt! -a) vgl. Hebr. 6,4.++
7020#Hebräer,10,33#33. Bald wurdet ihr selbst durch Schmach und Trübsal der Welt zum Schauspiel, bald halfet ihr denen, die so leiden mußten-1-. -1) und zwar durch Wort und Tat.++
7021#Hebräer,10,34#34. Denn den Gefangenen-1- habt ihr Mitgefühl bewiesen-2- und den Verlust eurer Güter-3- mit Freuden aufgenommen* in dem Bewußtsein, daß ihr ein höheres, unvergängliches Besitztum habt-a-*. -1) den auf obrigkeitlichen Befehl Eingekerkerten.   2) durch Besuche und Unterstützungen.   3) die ws. von der Obrigkeit eingezogen wurden.   a) V. 32-34: vgl. Apg. 8,1-3; 12,1.2.++
7022#Hebräer,10,35#35. So laßt nun eure Hoffnungszuversicht nicht fahren! Eine hohe Belohnung ist ja mit ihr verbunden.
7023#Hebräer,10,36#36. Denn standhafte Ausdauer ist euch not, damit ihr Gottes Willen tut und den verheißnen Preis erlanget.
7024#Hebräer,10,37#37. Denn nur noch «eine kleine, kleine Weile, dann wird erscheinen, der da kommen soll, und nicht verziehn.
7025#Hebräer,10,38#38. Mein Gerechter aber* wird durch den Glauben das Leben-1- erlangen. Doch weicht er feig zurück, so hat meine Seele an ihm kein Wohlgefallen-a-.» -1) das ewige Leben.   a) Hab. 2,3.4 frei nach LXX.++
7026#Hebräer,10,39#39. Unsre Art ist's aber nicht, feig zurückzuweichen und dadurch ins Verderben zu geraten. Wir halten's mit dem Glauben, um das Leben zu gewinnen.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 11 -+ --- MENGE/Hebräer 11 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 11 -
7027#Hebräer,11,1#1. Glauben heißt: zuversichtlich vertrauen auf das, was man hofft, und fest überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.
7028#Hebräer,11,2#2. Durch solchen Glauben haben die alten Väter Lob empfangen-1-. -1) von Gott.++
7029#Hebräer,11,3#3. Durch den Glauben erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort entstanden ist. Aus Unsichtbarem-1- also ist das Sichtbare hervorgegangen-2-. -1) d.h. dem Worte Gottes.   2) ohne den Glauben bleibt die Entstehung der Welt ein unlösbares Rätsel.++
7030#Hebräer,11,4#4. Durch den Glauben hat Abel Gott ein angenehmeres Opfer dargebracht als Kain. Durch den Glauben empfing er auch das Zeugnis, gerecht zu sein, indem ihm Gott sein Wohlgefallen an seinen Opfergaben kundtat*. Durch seinen Glauben redet er noch jetzt nach seinem Tode*.
7031#Hebräer,11,5#5. Seines Glaubens wegen wurde Henoch entrückt, so daß er den Tod nicht sah, und er ward nicht mehr (auf Erden) gefunden, weil ihn Gott entrückt hatte. Denn nach dem Zeugnis der Schrift hat er vor seiner Entrückung nach Gottes Wohlgefallen gelebt-a-. -a) 1.Mo. 5,24.++
7032#Hebräer,11,6#6. Ohne Glauben aber ist's unmöglich, Gott zu gefallen. Denn wer Gott naht, der muß glauben, daß er da ist, und daß er denen, die ihn suchen-1-, ihre gebührende Belohnung gibt. -1) und verehren.++
7033#Hebräer,11,7#7. Im Glauben baute Noah, dem Gott Kunde gab von dem, was noch nicht zu sehen war-1-, in frommer Vorsicht eine Arche zur Rettung seines Hauses-a-. Durch solchen Glauben hat er der Welt-2- das Urteil gesprochen und die Glaubensgerechtigkeit ererbt. -1) d.h. von der kommenden Sintflut.   2) seinen ungläubigen Zeitgenossen.   a) 1.Mo. 6,8ff.++
7034#Hebräer,11,8#8. Im Glauben folgte Abraham dem göttlichen Befehle, auszuziehen an einen Ort, den er zum Erbe empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin-a-. -a) 1.Mo. 12,1ff.++
7035#Hebräer,11,9#9. Im Glauben lebte er als Gast-1- in dem verheißnen Lande wie in der Fremde-a-: er wohnte in Zelten ebenso wie Isaak und Jakob, die Miterben derselben Verheißung. -1) der keine Rechte hat, sondern nur geduldet wird. a) 1.Mo. 23,4; 35,27.++
7036#Hebräer,11,10#10. Denn er wartete auf die Stadt mit den rechten Grundfesten-1-, deren Bildner und Baumeister Gott ist. -1) das himmlische Jerusalem. Diese Stadt steht im Gegensatz zu den Zelten.++
7037#Hebräer,11,11#11. Durch Glauben empfing Sara trotz ihres hohen Alters die Fähigkeit zur Mutterschaft; denn sie hielt den für treu, der ihr die Verheißung gegeben hatte-a-. -a) 1.Mo. 18,11-14.++
7038#Hebräer,11,12#12. So ist denn-1- von einem Manne*, der noch dazu die Lebenskraft bereits verloren hatte-a-, ein Geschlecht entsprossen so zahlreich wie des Himmels Sterne und wie der Sand am Meeresufer, den niemand zählen kann-b-. -1) wegen des von Sara bewiesenen Glaubens. a) vgl. Röm. 4,19.  b) 1.Mo. 15,5; 22,17.++
7039#Hebräer,11,13#13. Im Glauben sind alle diese gestorben. Sie haben die verheißnen Güter nicht empfangen, sondern sie nur von ferne geschaut und mit Freuden begrüßt-1-. Bekannten sie doch offen, daß sie hier auf Erden nur Fremdlinge und Pilger seien-a-. -1) wie der Wandrer die in der Ferne auftauchende Vaterstadt begrüßt.   a) vgl. 1.Mo. 23,4; Ps. 39,13.++
7040#Hebräer,11,14#14. Die solche Sprache führen, erklären damit deutlich, daß sie eine Heimat suchen.
7041#Hebräer,11,15#15. Hätten sie dabei an jenes Land gedacht, von dem sie ausgezogen waren-1-, so stand es ihnen ja frei, dorthin zurückzukehren. -1) gemeint ist hier Chaldäa.++
7042#Hebräer,11,16#16. Nun aber tragen sie Verlangen nach einer bessern Heimat: nach einer Heimat, die im Himmel ist. Darum läßt sich Gott auch herab, sich ihren Gott zu nennen-a-; denn er hat ihnen* eine Stadt-1- als Wohnung zubereitet. -1) statt der Wanderzelte.   a) 2.Mo. 3,6.++
7043#Hebräer,11,17#17. Im Glauben hat Abraham, als ihn Gott versuchte-a-, den Isaak zum Opfer dargebracht. Seinen einzigen Sohn wollte er opfern - er, der im freudigen Glauben die Verheißungen empfangen hatte, -a) 1.Mo. 22,1ff.++
7044#Hebräer,11,18#18. und an den das Wort ergangen war: «Von Isaak soll dein Geschlecht herkommen-a-*.» -a) 1.Mo. 21,12.++
7045#Hebräer,11,19#19. Denn er war überzeugt: Gott hat die Macht, sogar Tote zu erwecken. Daher-1- empfing er seinen Sohn auch wieder aus des Todes Rachen. -1) wegen seines Glaubens.++
7046#Hebräer,11,20#20. Im Glauben segnete Isaak Jakob und Esau, indem er von zukünftigen Dingen redete-a-. -a) 1.Mo. 27,28f.39f.++
7047#Hebräer,11,21#21. Im Glauben segnete Jakob im Sterben die beiden Söhne Josefs-a-, und, auf seines Stabes Spitze gestützt*, neigte er sich anbetend-b-*. -a) 1.Mo. 48,14-16.   b) 1.Mo. 47,31 nach LXX.++
7048#Hebräer,11,22#22. Im Glauben gedachte Josef an seinem Lebensende des Auszugs der Kinder Israels und bestimmte, was mit seinen Gebeinen geschehen sollte-a-. -a) 1.Mo. 50,24f.++
7049#Hebräer,11,23#23. Im Glauben ward Mose nach seiner Geburt drei Monate lang von seinen Eltern verborgen gehalten-a-, weil sie sahen, daß er ein liebliches Kind war; und sie ließen sich nicht einschüchtern durch des Königs Gebot. -a) 2.Mo. 2,2.++
7050#Hebräer,11,24#24. Im Glauben veschmähte es Mose, als er herangewachsen war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen.
7051#Hebräer,11,25#25. Er wollte lieber mit dem Volke Gottes Unbill leiden, als sich durch Sünde-1- flüchtige Genüsse erkaufen. -1) durch die Lossagung von seinem Volke.++
7052#Hebräer,11,26#26. Denn er hielt Christi Schmach für größern Reichtum als Ägyptens Schätze, weil sein Blick auf die künftige Belohnung gerichtet war-1-. -1) Christus wirkte schon inmitten Israels (vgl. 1.Kor. 10,4.9). Die Schmach und Unbill, die den Israeliten in Ägypten widerfuhr, traf also auch Christus.++
7053#Hebräer,11,27#27. Im Glauben verließ er Ägypten-a-*, ohne des Königs Zorn zu fürchten. Denn er war mutig, als sähe er den Unsichtbaren*.+ -a) 2.Mo. 2,11.15.++
7054#Hebräer,11,28#28. Im Glauben hielt er die Passahfeier und ließ (die Häuser) mit Blut besprengen-a-, damit der Engel, der die Erstgeburten schlug, sie-1- nicht berühre. -1) die Israeliten.   a) 2.Mo. 12.++
7055#Hebräer,11,29#29. Im Glauben gingen sie* durch das Rote Meer wie durch trocknes Land, während die Ägypter, die es auch versuchten, von der Flut verschlungen wurden.
7056#Hebräer,11,30#30. Durch Glauben fielen Jerichos Mauern, als man sieben Tage lang um sie herumgezogen war-a-. -a) Jos. 6,20.++
7057#Hebräer,11,31#31. Um ihres Glaubens willen kam die Dirne Rahab nicht ums Leben mit den Ungehorsamen, weil sie die Kundschafter freundlich aufgenommen hatte-a-. -a) Jos. 2,1ff.++
7058#Hebräer,11,32#32. Was soll ich noch weiter sagen-1-? Es würde mir an Zeit fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon, Barak, Simson, Jefta und David, von Samuel und den Propheten. -1) welche andern Beispiele soll ich noch aus der großen Menge auswählen?++
7059#Hebräer,11,33#33. Diese Männer haben in der Kraft des Glaubens Königreiche bezwungen, gerechtes Gericht geübt-1-, die Erfüllung göttlicher Verheißungen erfahren-a-, Löwen den Rachen zugehalten-b- -1) wie es die Aufgabe der Richter und der Könige war.  a) z.B. Ri. 4,14; 6,14; 7,7; 2.Sam. 7,11ff.  b) 1.Sam. 17,34f; Dan. 6,22.++
7060#Hebräer,11,34#34. und Feuersglut gelöscht-a-. Sie sind des Schwertes Schneide entronnen-1- und von Krankheit wieder genesen-2-. Sie sind Helden im Kampfe geworden* und haben die feindlichen Heere zum Weichen gebracht. -1) wie Elia und Elisa (1.Kön. 19,1ff; 2.Kön. 6,8ff.).   2) wie Hiskia (Jes. 38).   a) Dan. 3,27.++
7061#Hebräer,11,35#35. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiedererhalten-a-. Andre haben sich auf der Marterbank zu Tode schlagen lassen* und die ihnen angebotne Lebensrettung zurückgewiesen*, um eine bessere Auferstehung* zu erlangen*. -a) 1.Kön. 17,23; 2.Kön. 4,36.37.++
7062#Hebräer,11,36#36. Wieder andre wurden verhöhnt und gegeißelt, ja in Ketten und Kerker geworfen-a-. -a) Jer. 37,21; 38,6.13.28.++
7063#Hebräer,11,37#37. Sie wurden gesteinigt-a-, verbrannt*, zersägt-1- und mit dem Schwerte erwürgt-b-. Sie gingen umher in Schafpelzen-c- und Ziegenfellen unter Entbehrung, Trübsal und Ungemach. -1) wie nach der Überlieferung der Prophet Jesaja unter dem Könige Manasse. a) 2.Chr. 24,20f.   b) vgl. 1.Kön. 19,10; Jer. 26,22-24.   c) vgl. 1.Kön. 19,13.19; 2.Kön. 2,8.13f. nach LXX.++
7064#Hebräer,11,38#38. Die ganze Welt konnte ihnen keine würdige Wohnstatt bieten, und doch mußten sie in Wüsteneien und Gebirgen, in Höhlen und Erdklüften heimatlos umherirren-a-*. -a) vgl. 1.Kön. 18,4.13; 19,4.9.++
7065#Hebräer,11,39#39. Diese alle-1- haben durch den Glauben Lob erlangt-2-, aber die Erfüllung der Verheißung-3- haben sie nicht erlebt. -1) die von V. 4 an Genannten.   2) von Gott (V. 2).   3) gemeint ist die Verheißung des Kommens Christi und seines Reiches.++
7066#Hebräer,11,40#40. Denn im Blick auf uns hatte Gott etwas Besseres vor: sie sollten nicht ohne uns vollendet werden*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 12 -+ --- MENGE/Hebräer 12 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 12 -
7067#Hebräer,12,1#1. Weil wir von einer so dichten Zeugenwolke umgeben sind-1-, so wollen auch wir alle Last, die uns beschwert-2-, und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, ablegen und in dem Wettkampf, der uns obliegt, voll Ausdauer dem Ziele entgegenlaufen*. -1) der Glaubenssieg der alten Zeugen verbürgt auch unsern Sieg; sie sehen gleichsam mit gespannter Teilnahme zu, wie wir uns in dem uns verordneten Kampfe bewähren.   2) alle irdische Sorge.++
7068#Hebräer,12,2#2. Dabei laßt uns unverwandt auf Jesus schauen, auf ihn, der den Glauben in uns pflanzt und auch zur vollen Reife bringt! Um die Freude zu erringen-1-, die ihn als Siegespreis erwartete, hat er des Kreuzes Pein erduldet und die Schande-2- nicht geachtet; drum sitzt er nun zur Rechten auf dem Throne Gottes. -1) die Freude der zukünftigen Herrlichkeit für sich und die Seinen (Joh. 17,5.24).   2) die mit dem Kreuzestode verbunden war.++
7069#Hebräer,12,3#3. Ja denkt daran, welch großen Widerspruch er von den Sündern gegen sich erdulden mußte: dann werdet ihr nicht ermüden-1- noch innerlich erschlaffen! -1) im Glaubenskampfe.++
7070#Hebräer,12,4#4. Bis jetzt habt ihr* im Kampfe mit der Sünde das Leben noch nicht eingesetzt-a-*. -a) vgl. Apg. 8,1-3; 12,1.2.++
7071#Hebräer,12,5#5. Aber trotzdem habt ihr schon die Mahnung ganz vergessen, die zu euch als Söhnen redet: «Mein Sohn, mißachte nicht die Züchtigung des Herrn und laß den Mut nicht sinken, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst!
7072#Hebräer,12,6#6. Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er, und geißelt jeden Sohn, den er zur Kindschaft annimmt-a-.» -a) Spr. 3,11.12.++
7073#Hebräer,12,7#7. Stellt euch unter die Zucht und ertragt sie standhaft! Als Söhne behandelt euch Gott! Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
7074#Hebräer,12,8#8. Bleibt ihr aber ohne Züchtigung, die alle (Söhne Gottes) erfahren haben, dann seid ihr ja unechte, nicht echte Söhne.
7075#Hebräer,12,9#9. Ferner: unsern leiblichen Vätern, die uns züchtigten-1-, haben wir ehrfurchtsvolle Scheu bewiesen. Sollten wir uns da nicht viel mehr dem Vater der Geister-a-* unterwerfen, um so zum (ewigen) Leben einzugehn? -1) während unsrer Kindheit.   a) vgl. 4.Mo. 16,22; 27,16.++
7076#Hebräer,12,10#10. Jene* haben für eine kurze Zeit* nach ihrem Gutdünken* Zucht an uns geübt. Dieser* aber erzieht uns zu unserm wahren Besten-1-, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil haben-a-*. -1) weil er stets in vollkommner Weisheit und Liebe handelt. a) 1.Petr. 1,15f.++
7077#Hebräer,12,11#11. Jede Züchtigung* scheint freilich für den Augenblick nicht erfreulich, sondern schmerzlich zu sein. Nachher aber bringt sie allen, die sich dadurch haben üben lassen-1-*, einen beseligenden Gewinn: Gerechtigkeit-2-. -1) im Gottvertrauen und Gehorsam.   2) d.h. Übereinstimmung mit Gottes Willen in ihrem ganzen Verhalten.++
7078#Hebräer,12,12#12. Darum: «Richtet wieder auf die schlaffen Hände und die gelähmten Knie-a-! -a) frei nach Jes. 35,3.++
7079#Hebräer,12,13#13. Und: Suchet ebene Bahnen-1- für eure Füße zu finden-a-*!» Dann wird das Lahme-2- nicht vom rechten Wege abweichen, sondern vielmehr gesund werden*! -1) d.h. Wege, die nicht irreführen.   2) das bereits zum Abfall geneigte Gemeindeglied.   a) frei nach Spr. 4,26.++
7080#Hebräer,12,14#14. Sucht mit allen in Frieden zu leben-a- und trachtet nach der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird-b-! -a) Ps. 34,15.   b) vgl. Ps. 11,7; 17,15; Mt. 5,8; 1.Joh. 3,2.++
7081#Hebräer,12,15#15. Habt acht darauf, daß niemand Gottes Gnade unbenutzt lasse! Sonst kann ein Giftkraut aufwachsen-a- und Schaden stiften zum Verderben vieler. -a) vgl. 5.Mo. 29,17.++
7082#Hebräer,12,16#16. Niemand sei bundbrüchig-1-* oder irdisch gesinnt wie Esau, der für eine einzige Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte-a-! -1) w: ein Hurer sei; bed. hier wie Ps. 73,27; 106,39: einer, der den Bund mit Gott bricht.   a) 1.Mo. 25,29-34.++
7083#Hebräer,12,17#17. Als er dann nachher, wie ihr wißt, den Segen doch erlangen wollte, da wurde er (von seinem Vater) zurückgewiesen. Er fand keine Möglichkeit, den Sinn (des Vaters) zu ändern-1-, obwohl er unter Tränen darum bat-a-. -1) d.h. den über Jakob ausgesprochenen Segen rückgängig zu machen, weil Isaak unter göttlicher Eingebung geredet hatte. a) 1.Mo. 27,33-40.++
7084#Hebräer,12,18#18. Ihr seid ja* nicht-1- hingetreten zu einem Berge, den man anrühren konnte-2-, und der in Feuersglut brannte, auch nicht zu Dunkel, Finsternis und Sturmwind-a-, -1) wie die Israeliten bei der Gesetzgebung am Sinai.   2) der also sinnlich wahrnehmbar war.   a) 5.Mo. 4,11; 5,22.++
7085#Hebräer,12,19#19. noch zu Posaunenklang-a- und Donnerworten-b-, bei deren Schall die Hörer-1- baten, es möchte nicht weiter zu ihnen geredet werden-c-. - -1) von Schrecken erfüllt.   a) 2.Mo. 19,16.   b) 5.Mo. 4,12.   c) 2.Mo. 20,18f; 5.Mo. 5,23-27.++
7086#Hebräer,12,20#20. Denn sie konnten nicht ertragen, daß verordnet wurde: «Sogar ein Tier, das den Berg berührt, soll gesteinigt werden-a-.» -a) 2.Mo. 19,12f.++
7087#Hebräer,12,21#21. Ja die Erscheinung war so schrecklich, daß selbst Mose sprach: «Ich bin voll Furcht und Zittern-a-.» - -a) 5.Mo. 9,19; Apg. 7,32.++
7088#Hebräer,12,22#22. Ihr seid vielmehr hingetreten zu dem Berge Zion-a- und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem-b-, zu einer Festversammlung vieler tausend Engel-1-*, -1) w: zu Zehntausenden von Engeln, die eine Festversammlung bilden. Vgl. Ps. 68,18; 5.Mo. 33,2; Dan. 7,10. a) Offb. 14,1.   b) Gal. 4,26.++
7089#Hebräer,12,23#23. zu der Gemeinde der Erstgebornen*, deren Namen im Himmel eingetragen sind-1-; zu einem Helfer-2-, der aller Menschen Gott ist; zu den Geistern der vollendeten Gerechten*; -1) und zwar im Lebensbuche (vgl. 2.Mo. 32,32; Ps. 69,29; Dan. 12,1; Lk. 10,20; Phil. 4,3).   2) w: Richter. Aber Richter bed. öfter: Helfer, Retter (z.B. in Ps. 68,6; Jes. 30,18; 33,22).++
7090#Hebräer,12,24#24. zu Jesus, dem Vermittler einer neuen Gottesstiftung, und zu dem Blute der Besprengung-a-, das noch wirksamer redet als Abel-b-*. -a) vgl. Hebr. 9,13; 10,22.   b) Hebr. 11,4.++
7091#Hebräer,12,25#25. Hütet euch, dem euer Ohr zu verschließen, der zu euch redet*! Denn sind jene* der Strafe nicht entronnen, die seine Worte nicht hören wollten, als er auf Erden* zu ihnen redete: wie werden wir da ungestraft bleiben, wenn wir dem den Rücken kehren, der jetzt vom Himmel zu uns redet!
7092#Hebräer,12,26#26. Damals* hat seine Stimme die Erde bewegt-a-. Jetzt* aber gilt sein Verheißungswort: «Noch einmal werde ich nicht nur die Erde erschüttern, sondern auch den Himmel-b-.» -a) 2.Mo. 19,18.   b) Hag. 2,6 frei nach LXX.++
7093#Hebräer,12,27#27. Dies Wort «Noch einmal» deutet an, daß das, was erschüttert wird - und zwar, weil es der (vergänglichen) Schöpfung angehört - verwandelt werden soll, damit für immer bleibe, was nicht erschüttert werden kann-1-. -1) = der neue Himmel und die neue Erde (2.Petr. 3,13).++
7094#Hebräer,12,28#28. Weil wir nun im Begriffe sind, ein unerschütterliches Königreich zu empfangen, so laßt uns dankbar sein*! So dienen wir Gott wohlgefällig. Und unser Dank verbinde sich mit ehrfurchtsvoller Scheu*.
7095#Hebräer,12,29#29. Denn unser Gott ist auch ein verzehrendes Feuer-a-. -a) 5.Mo. 4,24.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Hebräer 13 -+ --- MENGE/Hebräer 13 -+ --- ALBRECHT/Hebräer 13 -
7096#Hebräer,13,1#1. Die Bruderliebe daure fort-1-! -1) so wie sie früher von euch geübt worden ist.++
7097#Hebräer,13,2#2. Gastfreundschaft zu üben vergesset nicht! Denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt-a-. -a) vgl. 1.Mo. 18 und 19.++
7098#Hebräer,13,3#3. Gedenket der Gefangenen-1-*, als wäret ihr auch im Gefängnis*! Nehmt euch der Bedrängten an; ihr seid ja auch im (sterblichen) Leibe*! -1) der um ihres Glaubens willen Gefangenen.++
7099#Hebräer,13,4#4. Haltet die Ehe in jeder Hinsicht in Ehren; beflecket nicht das Ehebett! Denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.
7100#Hebräer,13,5#5. Euer Sinn sei frei von Geldgier! Seid zufrieden mit dem, was euch beschieden ist! Er selbst-1- hat ja gesagt: «Nie will ich von dir abtun meine Hand, nie dich verlassen-a-.» -1) Gott.   a) 5.Mo. 31,6.++
7101#Hebräer,13,6#6. Darum können wir auch getrosten Mutes sprechen: «Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten. Was können mir Menschen tun-a-?» -a) Ps. 118,6.++
7102#Hebräer,13,7#7. Gedenket eurer Führer, die euch Gottes Wort verkündigt haben! Schaut auf den Ausgang ihrer Erdenwallfahrt und folgt ihrem Glauben nach-1-*! -1) z.B. dem des Diakons Stephanus, des Apostels Jakobus, des Bischofs Jakobus und des Apostels Petrus.++
7103#Hebräer,13,8#8. Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe-1-*! -1) Christus ist der ewig Gleiche und ewig Lebendige.++
7104#Hebräer,13,9#9. Laßt euch nicht durch allerlei fremdartige-1- Lehren irreführen*! Denn gut und heilsam ist's, daß das Herz durch Gnade fest werde. Durch Speisen kann das nicht geschehn*. Die sich damit befassen, sind ohne den erwarteten Gewinn geblieben-2-. -1) dem Christentum widerstreitende.   2) sie haben dadurch nicht die innere Festigkeit und Glaubenszuversicht erlangt.++
7105#Hebräer,13,10#10. Wir haben einen Altar*, von dessen Opfer-1-** die nicht essen dürfen, die (Gott nach den Vorschriften) der Stiftshütte dienen*. -1) Erinnerungsopfer (1.Kor. 11,26; Hebr. 9,25-28; 10,10.12).++
7106#Hebräer,13,11#11. Denn die Leiber jener Tiere, deren Blut zur Sühnung für die Sünde durch den Hohenpriester in das Allerheiligste getragen wird-1-, die pflegt man außerhalb des Lagers zu verbrennen-a-*. -1) das geschah am großen Versöhnungstage.   a) 3.Mo. 16,27.++
7107#Hebräer,13,12#12. Darum hat auch Jesus, um durch sein eigen Blut das Volk zu weihen*, außerhalb des Tores-1- gelitten. -1) außerhalb der Tore Jerusalems, und zwar auf Golgatha.++
7108#Hebräer,13,13#13. So laßt uns denn zu ihm hinausgehn außerhalb des Lagers und seine Schmach auf uns nehmen*!
7109#Hebräer,13,14#14. Denn hier haben wir keine bleibende Stadt-1-, sondern unsre Sehnsucht steht nach der zukünftigen*. -1) in diesen Worten scheint ein Hinweis auf die nahe Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels zu liegen.++
7110#Hebräer,13,15#15. Durch ihn-1- laßt uns nun fort und fort Gott Lobopfer bringen: «die Frucht der Lippen-a-», die seinen Namen preisen-2-! -1) Christus.   2) die Lobopfer sind also Lob- und Dankgebete. a) Hos. 14,3 nach LXX.++
7111#Hebräer,13,16#16. Vergesset auch nicht wohlzutun und mitzuteilen, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen!
7112#Hebräer,13,17#17. Gehorchet euern Vorstehern und folget ihnen! Denn sie sind Wächter zum Heile eurer Seelen-a-, und sie sollen einst Rechenschaft (von ihrer Arbeit) ablegen*. Das möchten sie mit Freuden tun und nicht mit Seufzen-1-; denn dies* wäre euch zum Schaden*. -1) über eure Widerspenstigkeit. a) vgl. Jes. 52,8; Jer. 6,17; Hes. 3,17; 33,7.++
7113#Hebräer,13,18#18. Betet für uns-1-! Denn wir meinen, daß wir ein gutes Gewissen haben, da wir in jeder Hinsicht recht zu wandeln trachten*. -1) und dieser Fürbitte sind wir nicht unwert; «denn» usw.++
7114#Hebräer,13,19#19. Und besonders deshalb fordere ich euch zu dieser Fürbitte auf, damit ich euch desto eher zurückgegeben werde-1-*. -1) kein Hinweis auf eine Gefangenschaft (beachte V. 23).++
7115#Hebräer,13,20#20. Gott, der Friedenspender, der Jesus, unsern Herrn, aus den Toten heraufgeführt-a-, weil er durch sein Blut eine ewige Gottesstiftung begründet hat-b-, und ihn nun eingesetzt zum Oberhirten seiner Schafe-c-*, -a) vgl. Jes. 63,11 nach LXX (?).   b) vgl. Jer. 32,40; 50,5.   c) vgl. Hes. 34,23.++
7116#Hebräer,13,21#21. der vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, und wirke selbst in euch, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus! Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit! Amen.
7117#Hebräer,13,22#22. Ich bitte euch, Brüder, nehmt mein Ermahnungswort-1- freundlich auf! Ich habe euch ja auch nur einen kurzen Brief geschrieben*. -1) so bez. der Verfasser seinen ganzen Brief (vgl. Apg. 4,36).++
7118#Hebräer,13,23#23. Die Abreise des Bruders Timotheus ist euch bekannt*. Sobald er zu mir zurückkehrt, will ich euch mit ihm besuchen.
7119#Hebräer,13,24#24. Grüßt alle eure Vorsteher und alle Heiligen! Es grüßen euch die Brüder in Italien-1-*. -1) w: von Italien her.++
7120#Hebräer,13,25#25. Die Gnade sei mit euch allen! Amen.

6793#Philemon,1,1#1. PAULUS, der im Dienste Christi Jesu in Ketten liegt, und der Bruder Timotheus, wir entbieten unserm geliebten Mitarbeiter Philemon,
6794#Philemon,1,2#2. unsrer Schwester Appia, unserm Mitkämpfer Archippus-1-* und deiner Hausgemeinde* unsern Gruß. -1) Appia war vlt. Philemons Frau und Archippus sein Sohn.++
6795#Philemon,1,3#3. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
6796#Philemon,1,4#4. Ich danke meinem Gott jedesmal, wenn ich dein in meinen Gebeten gedenke.
6797#Philemon,1,5#5. Höre ich doch fort und fort von deinem Glauben an den Herrn Jesus und von deiner Liebe zu allen Heiligen.
6798#Philemon,1,6#6. Ich bete nun, die Glaubensgemeinschaft, in der du mit uns stehst, möge sich wirksam zeigen für die Sache Christi, so daß du alle uns verliehenen Heilsgüter dankbar zu schätzen wissest.
6799#Philemon,1,7#7. Ja, durch deine (werktätige) Liebe habe ich viel Freude und Trost gehabt. Denn du, teurer Bruder, hast die Herzen der Heiligen erquickt.
6800#Philemon,1,8#8. Kraft meiner Gemeinschaft mit Christus-1- könnte ich sehr kühn auftreten und dir vorschreiben, was du zu tun hast*. -1) d.h. als Christi Apostel.++
6801#Philemon,1,9#9. Wenn ich aber an deine Liebe denke, so ziehe ich's vor, dir mit einer Bitte zu kommen. Ich, Paulus, ein alter Mann und jetzt noch obendrein um Christi Jesu willen in Gefangenschaft,
6802#Philemon,1,10#10. ich bitte dich für mein liebes Kind, dessen Vater ich in meinem Gefängnis geworden bin*: für Onesimus-1-. -1) Onesimus heißt: der Nützliche. Diesem Namen hat aber Onesimus bisher keine Ehre gemacht.++
6803#Philemon,1,11#11. Der hat sich zwar früher bei dir als Nichtsnutz gezeigt, nun aber kann er uns beiden, dir und mir, von großem Nutzen sein.
6804#Philemon,1,12#12. Ich schicke ihn dir zurück, ihn, das heißt: mein eigen Herz.
6805#Philemon,1,13#13. Ich hätte ihn freilich gern an deiner Statt zu meinem Dienste hier behalten, während ich der Frohen Botschaft wegen im Gefängnis bin*.
6806#Philemon,1,14#14. Aber ohne deine Erlaubnis will ich nichts tun, denn du sollst dich nicht gleichsam gezwungen, sondern ganz freiwillig gütig zeigen-1-. -1) das tat Philemon, indem er Onesimus freiließ.++
6807#Philemon,1,15#15. Vielleicht ist er auch gerade darum für kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig zu eigen hättest-1- - -1) der christliche Bruderbund dauert ewig.++
6808#Philemon,1,16#16. nicht mehr als Sklaven, nein, als einen, der viel höher steht als ein Sklave: als einen geliebten Bruder. Das ist er im schönsten Sinne mir, und dir wird er's noch mehr sein. Denn dir ist er ja zwiefach verbunden: dem Fleische nach und auch im Herrn-1-. -1) d.h. als Sklave und auch als christlicher Bruder.++
6809#Philemon,1,17#17. Hältst du mich nun für deinen Freund, so nimm ihn auf wie mich selbst!
6810#Philemon,1,18#18. Und hat er dich geschädigt, oder schuldet er dir etwas, so schreib es nur auf meine Rechnung!
6811#Philemon,1,19#19. Ich, Paulus, - das gebe ich dir hier schriftlich - ich will's bezahlen. Ich will hier gar nicht davon reden, daß du bei mir noch Schulden hast: du schuldest mir dich selbst*.
6812#Philemon,1,20#20. Ja, Bruder, jetzt will ich Nutzen von dir ziehen im Sinn des Herrn. Mach meinem Herzen eine Freude, wie es Christus wohlgefällt-1-! -1) Philemon soll dem Apostel Freude machen durch die gute Aufnahme des Onesimus.++
6813#Philemon,1,21#21. Ich schreibe dir in der festen Überzeugung, daß du meinen Wunsch erfüllst. Ja ich weiß, du wirst noch viel mehr tun, als ich verlange*.
6814#Philemon,1,22#22. Zugleich aber rüste dich auch, mich als Gast aufzunehmen! Denn ich hoffe, ich werde euch durch eure Gebete wiedergeschenkt*.
6815#Philemon,1,23#23. Epaphras-1-, der um Christi Jesu willen meine Gefangenschaft teilt, -1) Epaphras stammte aus Kolossä (Kol. 4,12).++
6816#Philemon,1,24#24. und meine Mitarbeiter Markus, Aristarchus, Demas und Lukas senden dir Grüße.
6817#Philemon,1,25#25. Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit euerm Geiste*! Amen.