7213#1. Samuel,1,1#1. ES war ein Mann unter den Bürgern von Rama, ein Zuphit vom Gebirge Ephraim, der hiess Elkana, der Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Thohus, des Sohnes Zuphs aus Ephraim.
7214#1. Samuel,1,2#2. Der hatte zwei Frauen; die eine hiess Hanna, die andere Peninna. Peninna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder.
7215#1. Samuel,1,3#3. Dieser Mann zog Jahr für Jahr hinauf aus seiner Stadt, um vor dem Herrn der Heerscharen in Silo zu beten und zu opfern. Daselbst waren Eli und seine beiden Söhne Hophni und Pinehas Priester des Herrn. -Jos. 18,1.
7216#1. Samuel,1,4#4. Wenn nun der Tag kam, da Elkana opferte, pflegte er seinem Weibe Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern je einen Anteil zu geben,
7217#1. Samuel,1,5#5. der Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieber, obwohl der Herr ihren Schoss verschlossen hatte.
7218#1. Samuel,1,6#6. Ihre Nebenfrau jedoch kränkte sie dazu noch tief wegen ihres Unglücks, dass der Herr ihren Schoss verschlossen hatte.
7219#1. Samuel,1,7#7. So geschah es Jahr für Jahr: sooft sie zum Haus des Herrn hinaufzogen, kränkte jene sie so, dass sie weinte und nichts ass.
7220#1. Samuel,1,8#8. Ihr Mann Elkana sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du? warum issest du nicht? warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?
7221#1. Samuel,1,9#9. Als man nun einst in der Halle gegessen und getrunken hatte, da stand Hanna auf und trat vor den Herrn, während der Priester Eli auf seinem Stuhle am Pfosten des Tempels des Herrn sass,
7222#1. Samuel,1,10#10. und betrübten Herzens betete sie zum Herrn unter vielen Tränen;
7223#1. Samuel,1,11#11. und sie tat ein Gelübde und sprach: Herr der Heerscharen! Wenn du das Elend deiner Magd ansiehst und meiner gedenkst, wenn du deiner Magd nicht vergissest und ihr einen Sohn schenkst, so will ich ihn dem Herrn weihen für sein ganzes Leben, und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen. -4.Mo. 6,5; Ri. 13,5.
7224#1. Samuel,1,12#12. Als sie nun lange vor dem Herrn betete, während Eli auf ihren Mund acht hatte -
7225#1. Samuel,1,13#13. Hanna redete nämlich bei sich selbst; nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber hörte man nicht -, da meinte Eli, sie sei betrunken,
7226#1. Samuel,1,14#14. und er sprach zu ihr: Wie lange willst du dich trunken gebären? Mach, dass du deinen Rausch los wirst!
7227#1. Samuel,1,15#15. Hanna aber antwortete: Nein, mein Herr, ich bin ein unglückliches Weib. Wein und starkes Getränk habe ich nicht getrunken, sondern ich habe mein Herz vor dem Herrn ausgeschüttet.
7228#1. Samuel,1,16#16. Du wollest deine Magd nicht für eine Nichtswürdige halten; denn aus grossem Kummer und Leid habe ich so lange geredet.
7229#1. Samuel,1,17#17. Da erwiderte Eli: Gehe hin in Frieden! Der Gott Israels wird dir gewähren, was du von ihm erbeten hast.
7230#1. Samuel,1,18#18. Sie sprach: Lass deine Magd Gnade finden vor deinen Augen! Und die Frau ging ihres Weges und ass und sah nicht mehr traurig aus.
7231#1. Samuel,1,19#19. Und am andern Morgen in der Frühe beteten sie vor dem Herrn; dann zogen sie wieder heim nach Rama. Als nun Elkana seinem Weibe Hanna beiwohnte, da gedachte der Herr ihrer,
7232#1. Samuel,1,20#20. und Hanna ward schwanger, und am Ende des Jahres gebar sie einen Sohn und hiess ihn Samuel; denn(, sprach sie,) vom Herrn habe ich ihn erbeten.
7233#1. Samuel,1,21#21. Als nun der Mann Elkana mit seinem ganzen Hause hinaufzog, dem Herrn das jährliche Opfer und sein Gelübde darzubringen,
7234#1. Samuel,1,22#22. zog Hanna nicht mit, sondern sprach zu ihrem Mann: Bis der Knabe entwöhnt ist und ich ihn hinbringen kann (, bleibe ich hier); dann wollen wir vor dem Herrn erscheinen, und er soll immer daselbst bleiben.
7235#1. Samuel,1,23#23. Ihr Mann Elkana sprach zu ihr: Tue, was dir gefällt; bleibe, bis du ihn entwöhnt hast. Nur möge der Herr dein Wort wahr machen! Also blieb die Frau zurück und stillte ihr Kind, bis sie es entwöhnt hatte.
7236#1. Samuel,1,24#24. Und als sie es entwöhnt, nahm sie es mit sich hinauf, dazu ein dreijähriges Rind, ein Epha Mehl und einen Schlauch Wein, und brachte es in das Haus des Herrn nach Silo.
7237#1. Samuel,1,25#25. Und sie schlachteten das Rind; dann ging die Mutter des Knaben zu Eli hinein
7238#1. Samuel,1,26#26. und sprach: Mit Verlaub, Herr! So wahr du lebst, Herr: ich bin das Weib, das hier bei dir stand, um zum Herrn zu beten.
7239#1. Samuel,1,27#27. Um diesen Knaben habe ich gebetet; nun hat der Herr mir gewährt, was ich von ihm erflehte.
7240#1. Samuel,1,28#28. Darum leihe auch ich ihn dem Herrn; für sein ganzes Leben ist er dem Herrn geliehen. Und sie liess ihn daselbst vor dem Herrn.
7241#1. Samuel,2,1#1. UND Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn; / hoch ragt mein Horn-1- durch meinen Gott. / Weit tut sich auf mein Mund wider meine Feinde; / denn ich freue mich deiner Hilfe. / -1) im AT häufiges Sinnbild der Kraft. Vgl. V. 10.
7242#1. Samuel,2,2#2. Niemand ist heilig wie der Herr; / denn ausser dir ist keiner, / und es ist kein Fels wie unser Gott! / -5.Mo. 4,35; Ps. 18,32; Jes. 44,8.
7243#1. Samuel,2,3#3. Machet nicht trotziger Worte so viel, / Vermessenes entfahre nicht eurem Mund! / Denn der Herr ist ein Gott, der alles weiss, / und von ihm werden die Taten gewogen. /
7244#1. Samuel,2,4#4. Der Bogen der Helden wird zerbrochen, / Wankende aber gürten sich mit Kraft. /
7245#1. Samuel,2,5#5. Satte müssen sich um Brot verdingen, / doch Hungrige können feiern. / Die Unfruchtbare gebiert sieben, / dieweil die Kinderreiche dahinwelkt. /
7246#1. Samuel,2,6#6. Der Herr tötet und macht lebendig, / er stösst in die Grube und führt herauf. / -5.Mo. 32,39.
7247#1. Samuel,2,7#7. Der Herr macht arm und macht reich, / er erniedrigt und er erhöht. / -Ps. 75,8.
7248#1. Samuel,2,8#8. Er richtet den Dürftigen auf aus dem Staube, / aus dem Kot erhebt er den Armen, / dass er sie setze neben die Fürsten / und ihnen den Ehrenthron gebe; / denn des Herrn sind die Säulen der Erde, / und er hat den Erdkreis darauf gestellt. / -Hiob 38,5; Ps. 24,1; 104,5; 113,7.8.
7249#1. Samuel,2,9#9. Die Füsse seiner Frommen behütet er, / aber die Gottlosen werden zunichte in Dunkel; / denn der Mensch vermag nichts aus eigener Kraft. /
7250#1. Samuel,2,10#10. Des Herrn Widersacher werden zerschlagen, / der Höchste im Himmel zerschmettert sie; / der Herr richtet die Enden der Erde. / Er gebe seinem König Stärke / und erhöhe das Horn seines Gesalbten! -Ps. 89,25.
7251#1. Samuel,2,11#11. DANN ging sie heim nach Rama; der Knabe aber diente dem Herrn vor dem Priester Eli.
7252#1. Samuel,2,12#12. Nun waren die Söhne Elis nichtswürdige Buben; die kümmerten sich nicht um den Herrn
7253#1. Samuel,2,13#13. noch darum, was dem Priester vom Volke zukam. Sooft jemand ein Opfer schlachtete, so kam, wenn man das Fleisch kochte, der Bursche des Priesters, eine dreizinkige Gabel in der Hand,
7254#1. Samuel,2,14#14. und stiess in den Topf oder den Kessel oder die Pfanne oder den Hafen; was dann die Gabel herauf brachte, das nahm der Priester für sich. So taten sie allen Israeliten, die dorthin kamen, dem Herrn in Silo zu opfern.
7255#1. Samuel,2,15#15. Sogar ehe man das Fett verbrannte, kam der Bursche des Priesters und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib Fleisch her für den Priester zum Braten; er will nicht gekochtes Fleisch von dir, sondern rohes.
7256#1. Samuel,2,16#16. Sagte dann der Mann zu ihm: «Man soll doch zuerst das Fett verbrennen, dann nimm, was dein Herz begehrt», so sprach er: «Nein, sondern gleich sollst du es geben! Wo nicht, so nehme ich es mit Gewalt.»
7257#1. Samuel,2,17#17. So wurde die Sünde der Jünglinge sehr gross vor dem Herrn, weil sie das Opfer des Herrn gering achteten.
7258#1. Samuel,2,18#18. Samuel aber diente vor dem Herrn, ein Knabe, mit einem leinenen Ephod umgürtet.
7259#1. Samuel,2,19#19. Dazu machte ihm seine Mutter Jahr für Jahr ein kleines Oberkleid und brachte es ihm mit, wenn sie mit ihrem Manne herauf kam, das jährliche Opfer darzubringen.
7260#1. Samuel,2,20#20. Dann segnete Eli den Elkana und sein Weib und sprach: Der Herr gebe dir Kinder von diesem Weibe für das Darlehen, das sie dem Herrn geliehen hat! 21. Darnach gingen sie heim an ihren Ort. -1.Sam. 1,28.
7261#1. Samuel,2,21#Und der Herr nahm sich Hannas an, dass sie schwanger wurde, und sie gebar noch drei Söhne und zwei Töchter; aber der Knabe Samuel wuchs heran bei dem Herrn.
7262#1. Samuel,2,22#22. Eli aber war sehr alt geworden. Wenn er nun hörte, was alles seine Söhne an ganz Israel verübten, und dass sie bei den Weibern schliefen, die am Eingang des heiligen Zeltes Dienst taten,
7263#1. Samuel,2,23#23. sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solches, wie ich es vom ganzen Volke höre?
7264#1. Samuel,2,24#24. Nicht doch, meine Söhne! denn das ist kein gutes Gerücht, das ich vom Volk des Herrn verbreiten höre.
7265#1. Samuel,2,25#25. Sündigt Mensch wider Mensch, so ist die Gottheit Schiedsrichter; wenn aber ein Mensch wider den Herrn sündigt, wer wollte da für ihn Schiedsrichter sein? Doch sie hörten nicht auf ihren Vater; denn der Herr hatte beschlossen, sie zu töten.
7266#1. Samuel,2,26#26. Der Knabe Samuel aber nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem Herrn und den Menschen. -Lk. 2,52.
7267#1. Samuel,2,27#27. Da kam ein Gottesmann zu Eli und sprach zu ihm: Ich habe mich doch deines Vaters Hause geoffenbart, als sie noch in Ägypten unter dem Hause des Pharao waren,
7268#1. Samuel,2,28#28. und habe sie mir dort aus allen Stämmen Israels zum Priesterdienst erwählt, dass sie zu meinem Altar hinaufsteigen, Rauchwerk anzünden und das Ephod vor mir tragen; und ich habe dem Hause deines Vaters alle Feueropfer der Israeliten bestimmt. -2.Mo. 28,4; 3.Mo. 10,14.
7269#1. Samuel,2,29#29. Warum blickst du scheel auf mein Schlachtopfer und Speisopfer, das ich geboten habe, und ehrst deine Söhne mehr als mich, dass ihr euch mästet von den Erstlingen aller Opfer meines Volkes Israel?
7270#1. Samuel,2,30#30. Darum spricht der Herr, der Gott Israels: «Wohl habe ich gesagt: Dein Haus und deines Vaters Haus sollen ewiglich vor mir ein und aus gehen.» Jetzt aber spricht der Herr: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich ehrt, den ehre ich; wer mich verachtet, der wird zuschanden.
7271#1. Samuel,2,31#31. Siehe, es kommen Tage, da werde ich deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters abhauen, dass in deinem Hause kein Betagter sein wird.
7272#1. Samuel,2,32#32. Dann wirst du scheel blicken auf alles Gute, das ich Israel tun werde; und es wird kein Betagter sein in deinem Hause allezeit.
7273#1. Samuel,2,33#33. Nur einen will ich dir nicht wegtilgen von meinem Altar, sodass deine Augen verschmachten müssten und deine Seele sich abhärmen; aber aller Nachwuchs deines Hauses soll sterben durch das Schwert von Menschen. -1.Sam. 22,18.20.
7274#1. Samuel,2,34#34. Und das soll dir das Zeichen sein, daß über deine beiden Söhne, Hophni und Pinehas, kommen wird: an einem Tage werden beide sterben. -1.Sam. 4,11.
7275#1. Samuel,2,35#35. Ich aber will mir einen treuen Priester bestellen, der nach meinem Herzen und nach meinem Sinne tut; dem will ich ein dauerndes Haus bauen, und der soll immerdar vor meinem Gesalbten ein und aus gehen. -1.Kön. 2,35.
7276#1. Samuel,2,36#36. Und wer dann noch von deinem Hause übrig ist, der wird kommen und sich vor ihm niederwerfen um ein Geldstück oder einen Brotfladen und wird sprechen: Lass mich doch zu einem Priesteramt zu, damit ich einen Bissen Brot zu essen habe.
7277#1. Samuel,3,1#1. DER Knabe Samuel nun diente dem Herrn vor Eli. In jenen Tagen aber waren Offenbarungen des Herrn selten; Gesichte waren nicht häufig.
7278#1. Samuel,3,2#2. Zu jener Zeit begab sich folgendes: Während Eli an seinem Orte schlief und die Lampe Gottes noch nicht erloschen war - Elis Augen aber hatten angefangen schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte - -2.Mo. 27,20.
7279#1. Samuel,3,3#3. und während Samuel im Tempel des Herrn schlief, wo die Lade Gottes war,
7280#1. Samuel,3,4#4. da rief der Herr: Samuel! Samuel! Er antwortete: Hier bin ich!
7281#1. Samuel,3,5#5. lief zu Eli und sprach: Hier bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen. Lege dich wieder schlafen. Und er ging und legte sich schlafen.
7282#1. Samuel,3,6#6. Der Herr aber rief abermal: Samuel! Und Samuel stand auf, ging zu Eli und sprach: Hier bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn. Lege dich wieder schlafen.
7283#1. Samuel,3,7#7. Aber Samuel kannte den Herrn noch nicht, und eine Offenbarung des Herrn war ihm noch nicht zuteil geworden.
7284#1. Samuel,3,8#8. Da rief der Herr den Samuel zum dritten Male; und er stand auf, ging zu Eli und sprach: Hier bin ich! du hast mich gerufen. Nun merkte Eli, dass der Herr den Knaben rief.
7285#1. Samuel,3,9#9. Und Eli sprach zu Samuel: Geh, lege dich schlafen; und wenn er dich ruft, so sprich: Rede, Herr, dein Knecht hört. Da ging Samuel hin und legte sich an seinem Orte schlafen.
7286#1. Samuel,3,10#10. Da kam der Herr, trat herzu und rief wie zuvor: Samuel! Samuel! Und Samuel sprach: Rede, dein Knecht hört.
7287#1. Samuel,3,11#11. Und der Herr sprach zu Samuel: Siehe, ich will in Israel etwas tun, dass jedem, der es hört, beide Ohren gellen werden.
7288#1. Samuel,3,12#12. An jenem Tage will ich an Eli alles in Erfüllung gehen lassen, was ich über sein Haus geredet habe, von Anfang bis zu Ende. -1.Sam. 2,31-34.
7289#1. Samuel,3,13#13. So tue ihm nun kund, dass ich sein Haus auf ewig verurteile, weil er wusste, dass seine Söhne Gott lästern, und ihnen doch nicht wehrte.
7290#1. Samuel,3,14#14. Und darum habe ich dem Hause Elis geschworen: Fürwahr, die Schuld des Hauses Elis lässt sich nie und nimmer sühnen, weder durch Schlachtopfer noch durch Speisopfer.
7291#1. Samuel,3,15#15. Und Samuel schlief weiter bis zum Morgen. In der Frühe dann öffnete er die Türe am Hause des Herrn. Samuel aber scheute sich, Eli das Gesicht kundzutun.
7292#1. Samuel,3,16#16. Da rief Eli den Samuel und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich!
7293#1. Samuel,3,17#17. Er sprach: Was hat er zu dir geredet? Verhehle mir's ja nicht! Gott tue dir dies und das, wenn du mir irgend etwas verhehlst von dem, was er zu dir geredet hat!
7294#1. Samuel,3,18#18. Da tat ihm Samuel alles kund und verhehlte ihm nichts. Er aber sprach: Er ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt! -Mt. 6,10.
7295#1. Samuel,3,19#19. Samuel aber wuchs heran, und der Herr war mit ihm und liess keines von allen seinen Worten auf die Erde fallen-1-. -1) d.h. Gott liess kein Wort Samuels unerfüllt.
7296#1. Samuel,3,20#20. Und ganz Israel, von Dan bis Beerseba, erkannte, dass Samuel damit betraut war, Prophet des Herrn zu sein.
7297#1. Samuel,3,21#21. Und der Herr fuhr fort, in Silo zu erscheinen; denn der Herr offenbarte sich Samuel. Eli aber war sehr alt geworden, und der Wandel seiner Söhne vor dem Herrn wurde immer schlechter.
7298#1. Samuel,4,1#1. IN jenen Tagen nun sammelten sich die Philister wider Israel zum Streite; Israel aber zog ihnen entgegen in den Streit und lagerte sich bei Eben-Eser, während die Philister sich bei Aphek gelagert hatten.
7299#1. Samuel,4,2#2. Und die Philister stellten sich in Schlachtordnung gegen Israel. Als nun der Kampf hart wurde, erlag Israel den Philistern; die erschlugen in der Schlacht auf freiem Felde bei viertausend Mann.
7300#1. Samuel,4,3#3. Und als das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum hat uns der Herr heute den Philistern erliegen lassen? Lasst uns die Lade unseres Gottes von Silo zu uns her holen, dass er in unsre Mitte komme und uns aus der Hand unsrer Feinde errette!
7301#1. Samuel,4,4#4. Da sandte das Volk nach Silo, und man holte von dort die Lade des Herrn der Heerscharen, der über den Cheruben thront; die beiden Söhne Elis aber, Hophni und Pinehas, begleiteten die Lade. -2.Mo. 25,22.
7302#1. Samuel,4,5#5. Als nun die Lade des Herrn ins Lager kam, da brach ganz Israel in lauten Jubel aus, sodass die Erde erdröhnte.
7303#1. Samuel,4,6#6. Wie aber die Philister den lauten Jubel hörten, sprachen sie: Was bedeutet dieser laute Jubel im Lager der Hebräer? Und als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei,
7304#1. Samuel,4,7#7. fürchteten sie sich; denn sie dachten: Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen! und sie sprachen: Wehe uns! denn solches ist zuvor niemals geschehen.
7305#1. Samuel,4,8#8. Wehe uns! wer wird uns aus der Hand dieses gewaltigen Gottes erretten? Das ist der Gott, der die Ägypter mit allerlei Plagen und mit der Pest schlug.
7306#1. Samuel,4,9#9. So seid nun tapfer und zeigt euch als Männer, ihr Philister, dass ihr nicht Knechte der Hebräer werdet, wie sie eure Knechte waren! Seid Männer und kämpft! -Ri. 13,1.
7307#1. Samuel,4,10#10. Da kämpften die Philister, sodass Israel geschlagen wurde und ein jeder zu seinen Zelten floh. So wurde die Niederlage sehr gross, und es fielen von Israel 30 000 Mann Fussvolk.
7308#1. Samuel,4,11#11. Auch die Lade Gottes wurde genommen, und die beiden Söhne Elis, Hophni und Pinehas, kamen um. -1.Sam. 2,34.
7309#1. Samuel,4,12#12. Ein Benjaminit nun lief aus der Schlacht und kam noch am selben Tage nach Silo mit zerrissenen Kleidern und mit Erde auf dem Haupte.
7310#1. Samuel,4,13#13. Und als er ankam, sass Eli auf dem Stuhle neben dem Tor und spähte auf die Strasse; denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Als nun der Mann kam, es in der Stadt zu melden, da schrie die ganze Stadt auf;
7311#1. Samuel,4,14#14. und als Eli das laute Geschrei hörte, fragte er: Was ist das für ein lautes Getümmel? Da kam der Mann eilends herzu und berichtete es Eli.
7312#1. Samuel,4,15#15. Eli aber war 98 Jahre alt, und seine Augen waren starr geworden, sodass er nicht mehr sehen konnte. -1.Sam. 3,2.
7313#1. Samuel,4,16#16. Und als der Mann zu Eli sprach: Ich bin es, der aus der Schlacht gekommen ist; heute bin ich aus der Schlacht geflohen, da fragte er: Wie ist es gegangen, mein Sohn?
7314#1. Samuel,4,17#17. Der Bote antwortete: Geflohen ist Israel vor den Philistern! Es ist auch ein grosses Gemetzel unter dem Volke angerichtet worden, und auch deine beiden Söhne, Hophni und Pinehas, sind tot, und die Lade Gottes ist genommen.
7315#1. Samuel,4,18#18. Als er aber die Lade Gottes erwähnte, fiel Eli neben dem Tor rücklings vom Stuhle, brach das Genick und starb; denn der Mann war alt und schwer. Vierzig Jahre lang war er Richter über Israel gewesen.
7316#1. Samuel,4,19#19. Aber seine Sohnsfrau, das Weib des Pinehas, war hochschwanger. Als sie nun die Kunde hörte, dass die Lade Gottes genommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot seien, sank sie nieder und gebar; denn die Wehen waren über sie gekommen.
7317#1. Samuel,4,20#20. Und wie sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die neben ihr standen: Sei getrost, du hast einen Sohn geboren! Aber sie antwortete nicht und achtete nicht darauf,
7318#1. Samuel,4,21#21. und sie hiess den Knaben Ikabod-1-, indem sie sprach: «Dahin ist die Herrlichkeit aus Israel!» - weil die Lade Gottes genommen war, und um ihres Schwiegervaters und ihres Mannes willen. -1) der Name bed. vlt. «Nicht-Herrlichkeit».
7319#1. Samuel,4,22#22. Und sie sprach: Dahin ist die Herrlichkeit aus Israel, denn die Lade Gottes ist genommen!
7320#1. Samuel,5,1#1. DIE Philister aber brachten die Lade Gottes, die sie genommen, von Eben-Eser nach Asdod.
7321#1. Samuel,5,2#2. Dann nahmen die Philister die Lade Gottes, brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon. -Ri. 16,23.
7322#1. Samuel,5,3#3. Als aber die Leute von Asdod am andern Morgen in der Frühe in das Haus Dagons kamen, sahen sie den Dagon vor der Lade des Herrn mit dem Gesicht auf der Erde liegen. Da richteten sie den Dagon auf und stellten ihn wieder an seinen Ort.
7323#1. Samuel,5,4#4. Am andern Morgen aber in der Frühe lag Dagon (abermals) vor der Lade des Herrn mit dem Gesichte auf der Erde; der Kopf Dagons und seine beiden Hände lagen abgeschlagen auf der Schwelle, nur der Rumpf war von ihm übriggeblieben.
7324#1. Samuel,5,5#5. Darum treten die Priester Dagons und alle, die ins Haus Dagons hineingehen, nicht auf die Schwelle Dagons zu Asdod, bis auf diesen Tag.
7325#1. Samuel,5,6#6. Aber die Hand des Herrn lag schwer auf den Leuten von Asdod und verstörte sie und schlug sie mit Beulen, Asdod und sein Gebiet.
7326#1. Samuel,5,7#7. Als nun die Leute von Asdod sahen, dass es also stand, sprachen sie: Die Lade des Gottes Israels darf nicht bei uns bleiben; denn seine Hand lastet schwer auf uns und unserem Gotte Dagon.
7327#1. Samuel,5,8#8. So sandten sie denn hin und versammelten alle Fürsten der Philister bei sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels machen? Die antworteten: Nach Gath soll die Lade des Gottes Israels weiterziehen! Da schaffte man die Lade des Gottes Israels dorthin.
7328#1. Samuel,5,9#9. Als man sie aber hingeschafft hatte, da brachte die Hand des Herrn über die Stadt eine sehr grosse Bestürzung; er schlug die Leute der Stadt vom Kleinsten bis zum Grössten, sodass an ihnen Beulen ausbrachen.
7329#1. Samuel,5,10#10. Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron. Als aber die Lade Gottes nach Ekron kam, schrieen die Leute von Ekron: Sie haben die Lade des Gottes Israels zu uns gebracht, uns und unser Volk zu töten.
7330#1. Samuel,5,11#11. So sandten sie hin  und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Schicket die Lade des Gottes Israels wieder fort, dass sie heimkehre und nicht uns und unser Volk töte! Denn es war eine tödliche Bestürzung über die Stadt gekommen; die Hand Gottes lastete schwer auf ihr.
7331#1. Samuel,5,12#12. Die Leute aber, die nicht starben, wurden mit Beulen geschlagen, und das Wehgeschrei der Stadt stieg empor zum Himmel.
7332#1. Samuel,6,1#1. SO blieb die Lade des Herrn sieben Monate im Lande der Philister.
7333#1. Samuel,6,2#2. Da beriefen die Philister ihre Priester und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels machen? Zeigt uns, wie wir sie heimschaffen sollen.
7334#1. Samuel,6,3#3. Die antworteten: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels fortschaffen, so entlasset sie nicht leer, sondern entrichtet ihm eine Busse; dann werdet ihr gesund, und es wird euch kundwerden, warum seine Hand nicht von euch ablässt.
7335#1. Samuel,6,4#4. Sie aber sprachen: Welches ist die Busse, die wir ihm entrichten sollen? Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse, nach der Zahl der Fürsten der Philister; denn dieselbe Plage trifft euch und eure Fürsten.
7336#1. Samuel,6,5#5. So macht nun Abbilder eurer Beulen und Abbilder eurer Mäuse, die das Land verheeren, und gebt dem Gott Israels die Ehre; vielleicht nimmt er dann seine schwere Hand von euch, von eurem Gott und eurem Land.
7337#1. Samuel,6,6#6. Warum denn wollt ihr euer Herz verhärten, wie die Ägypter und der Pharao ihr Herz verhärtet haben? Nicht wahr, als er ihnen übel mitgespielt hatte, da liessen sie sie ziehen? -2.Mo. 8,15.32; 12,31.
7338#1. Samuel,6,7#7. So macht nun einen neuen Wagen und nehmt zwei säugende Kühe, auf die noch nie ein Joch gekommen ist, und spannt die Kühe an den Wagen; ihre Kälber aber treibt von ihnen weg nach Hause.
7339#1. Samuel,6,8#8. Dann nehmt die Lade des Gottes Israels und stellt sie auf den Wagen; und die goldenen Kleinodien, die ihr ihm als Busse entrichtet, legt in ein Kästlein an ihre Seite; dann lasst sie ziehen.
7340#1. Samuel,6,9#9. Aber sehet zu: zieht sie hinauf, heimwärts, Beth-Semes zu, so hat er dieses grosse Unheil über uns gebracht; wo nicht, so wissen wir, dass nicht seine Hand uns geschlagen hat; dann ist's ein Zufall, was uns widerfahren ist.
7341#1. Samuel,6,10#10. Die Leute taten so und nahmen zwei säugende Kühe und spannten sie an den Wagen; ihre Kälber aber behielten sie im Hause zurück.
7342#1. Samuel,6,11#11. Dann stellten sie die Lade des Herrn auf den Wagen, dazu das Kästlein mit den goldenen Mäusen und den Abbildern ihrer Beulen.
7343#1. Samuel,6,12#12. Die Kühe aber gingen geradeaus, Beth-Semes zu; auf derselben Strasse gingen sie dahin, beständig brüllend, und wichen nicht zur Rechten noch zur Linken, während die Fürsten der Philister ihnen bis an die Grenze von Beth-Semes folgten.
7344#1. Samuel,6,13#13. Die Leute von Beth-Semes aber schnitten eben den Weizen im Tale. Als sie nun ihre Augen erhoben und die Lade sahen, da liefen sie ihr freudig entgegen.
7345#1. Samuel,6,14#14. Der Wagen aber war zum Felde Josuas, eines Mannes von Beth-Semes, gekommen; dort blieb er stehen. Und es war dort ein grosser Stein; da spalteten sie das Holz des Wagens, und die Kühe brachten sie dem Herrn als Brandopfer dar.
7346#1. Samuel,6,15#15. Die Leviten aber hoben die Lade des Herrn herab und das Kästlein neben ihr, worin die goldenen Kleinodien lagen, und stellten sie auf den grossen Stein. Und die Leute von Beth-Semes brachten an jenem Tage dem Herrn Brandopfer und Schlachtopfer dar.
7347#1. Samuel,6,16#16. Als die fünf Fürsten der Philister das gesehen hatten, kehrten sie am selben Tage nach Ekron zurück.
7348#1. Samuel,6,17#17. Dies aber sind die goldenen Beulen, welche die Philister dem Herrn als Busse entrichteten: von Asdod eine, von Gaza eine, von Askalon eine, von Gatz eine, von Ekron eine;
7349#1. Samuel,6,18#18. dazu die goldenen Mäuse nach der Zahl aller Ortschaften der Philister unter den fünf Fürsten, sowohl der festen Städte als der Bauerndörfer. Und Zeuge ist bis auf diesen Tag der grosse Stein, auf den sie die Lade des Herrn niederliessen, auf dem Felde des Josua von Beth-Semes.
7350#1. Samuel,6,19#19. Die Söhne des Jechonja aber hatten sich nicht mitgefreut unter den Leuten von Beth-Semes, als sie ihre Lust sahen an der Lade des Herrn; da erschlug er unter ihnen siebzig Mann. Das Volk aber trug Leid, weil der Herr ihrer so viele geschlagen hatte.
7351#1. Samuel,6,20#20. Und die Leute von Beth-Semes sprachen: Wer kann bestehen vor dem Herrn, diesem heiligen Gott? und zu wem soll er von uns weg ziehen?
7352#1. Samuel,6,21#21. Und sie sandten Boten zu den Bewohnern von Kirjath-Jearim und liessen ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht; kommt herab und holt sie zu euch hinauf.
7353#1. Samuel,7,1#1. Da kamen die Leute von Kirjath-Jearim, holten die Lade des Herrn hinauf und brachten sie in das Haus Abinadabs auf dem Hügel; seinen Sohn Eleaser aber weihten sie, dass er die Lade des Herrn hüte. -2.Sam. 6,3.
7354#1. Samuel,7,2#2. Und von dem Tage an, da die Lade des Herrn in Kirjath-Jearim blieb, verging eine lange Zeit, verstrichen zwanzig Jahre; da wandte sich das ganze Haus Israel dem Herrn zu.
7355#1. Samuel,7,3#3. SAMUEL aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr von ganzem Herzen zu dem Herrn zurückkehren wollt, so entfernt die fremden Götter aus eurer Mitte und die Astarten; richtet euer Herz auf den Herrn und dient ihm allein, dass er euch aus der Hand der Philister errette. -Jos. 24,14.23.
7356#1. Samuel,7,4#4. Da entfernte Israel die Baale und die Astarten und diente dem Herrn allein.
7357#1. Samuel,7,5#5. Samuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, so will ich für euch zum Herrn beten. -Ri. 20,1.
7358#1. Samuel,7,6#6. Da kamen sie in Mizpa zusammen, schöpften Wasser und gossen es aus vor dem Herrn, und sie fasteten an jenem Tage und sprachen: Wir haben gegen den Herrn gesündigt. Und Samuel sprach den Israeliten Recht in Mizpa.
7359#1. Samuel,7,7#7. Als aber die Philister hörten, dass die Israeliten in Mizpa zusammengekommen waren, zogen die Fürsten der Philister wider Israel heran. Da die Israeliten das hörten, fürchteten sie sich vor den Philistern,
7360#1. Samuel,7,8#8. und sie sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, für uns zu dem Herrn, unserem Gott, zu schreien, dass er uns aus der Hand der Philister errette.
7361#1. Samuel,7,9#9. Da nahm Samuel ein Milchlamm und brachte es dem Herrn dar als Brandopfer; und Samuel schrie zum Herrn für Israel, und der Herr erhörte ihn.
7362#1. Samuel,7,10#10. An jenem Tage nun, während Samuel das Brandopfer darbrachte - die Philister aber waren herangerückt, wider Israel zu streiten -, donnerte der Herr gewaltig wider die Philister und verwirrte sie, dass sie Israel unterlagen. -Jos. 10,10.
7363#1. Samuel,7,11#11. Und die Männer Israels rückten von Mizpa aus, verfolgten die Philister und schlugen sie bis unterhalb von Beth-Kar.
7364#1. Samuel,7,12#12. Da nahm Samuel einen Stein, stellte ihn zwischen Mizpa und Jesana auf und nannte ihn Eben-Eser-1- und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen. -Jos. 24,26.   1) d.h. Stein der Hilfe.
7365#1. Samuel,7,13#13. So wurden die Philister gedemütigt und kamen hinfort nicht mehr in das Gebiet Israels. Und die Hand des Herrn war wider die Philister, solange Samuel lebte.
7366#1. Samuel,7,14#14. Nun kamen auch die Städte, welche die Philister den Israeliten abgenommen hatten, an Israel zurück, von Ekron an bis Gath; auch ihr Gebiet entriss Israel den Händen der Philister. Es war aber Friede zwischen Israel und den Amoritern.
7367#1. Samuel,7,15#15. Samuel nun war Richter über Israel sein Leben lang;
7368#1. Samuel,7,16#16. er zog Jahr für Jahr umher und machte die Runde über Bethel, Gilgal und Mizpa und sprach Israel Recht an allen diesen Städten.
7369#1. Samuel,7,17#17. Dann kehrte er zurück nach Rama; denn dort war sein Haus, und dort sprach er Israel Recht. Und er baute daselbst dem Herrn einen Altar.
7370#1. Samuel,8,1#1. ALS aber Samuel alt geworden war, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel.
7371#1. Samuel,8,2#2. Sein Erstgeborener hiess Joel, sein zweiter Abia; die sprachen Recht zu Beerseba.
7372#1. Samuel,8,3#3. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen dem Gewinne nach, liessen sich bestechen und beugten das Recht.
7373#1. Samuel,8,4#4. Da versammelten sich alle Ältesten Israels, kamen zu Samuel nach Rama
7374#1. Samuel,8,5#5. und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, deine Söhne aber wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, dass er uns regiere, wie es bei allen Völkern Brauch ist.
7375#1. Samuel,8,6#6. Doch Samuel missfiel es, als sie sagten: Gib uns einen König, dass er uns regiere! und Samuel betete zum Herrn.
7376#1. Samuel,8,7#7. Der Herr aber sprach zu Samuel: Willfahre dem Begehren des Volkes in allem, was sie zu dir sagen; denn nicht dich, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.
7377#1. Samuel,8,8#8. Ganz so, wie sie mir getan haben seit dem Tage, da ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe, bis auf diesen Tag, indem sie mich verliessen und andern Göttern dienten, so tun sie nun auch dir.
7378#1. Samuel,8,9#9. So willfahre denn ihrem Begehren; nur warne sie ausdrücklich und tue ihnen kund die Gerechtsame des Königs, der über sie herrschen soll. -5.Mo. 17,14-20.
7379#1. Samuel,8,10#10. Und Samuel sagte dem Volke, das einen König von ihm begehrte, alle Worte des Herrn
7380#1. Samuel,8,11#11. und sprach: Das wird die Gerechtsame des Königs sein, der über euch herrschen soll: eure Söhne wird er nehmen, dass er sie für seinen Wagen und seine Rosse verwende, dass sie vor seinem Wagen her laufen,
7381#1. Samuel,8,12#12. dass er sie zu seinen Obersten über Tausend und zu Obersten über Fünfzig mache, dass sie seine Äcker pflügen und seine Ernte schneiden und dass sie seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte machen.
7382#1. Samuel,8,13#13. Eure Töchter wird er nehmen, dass sie ihm Salben mischen, ihm kochen und backen.
7383#1. Samuel,8,14#14. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Dienern geben.
7384#1. Samuel,8,15#15. Von euren Saaten und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Dienern geben.
7385#1. Samuel,8,16#16. Eure Knechte und Mägde und eure schönsten Rinder und eure Esel wird er nehmen und für seine Hofhaltung verwenden.
7386#1. Samuel,8,17#17. Von euren Schafen wird er den Zehnten nehmen, und ihr selbst müsst seine Sklaven sein.
7387#1. Samuel,8,18#18. Wenn ihr dann wegen eures Königs, den ihr euch erwählt habt, schreit, so wird der Herr euch alsdann nicht antworten.
7388#1. Samuel,8,19#19. Aber das Volk weigerte sich, auf Samuel zu hören, und sprach: Nein! ein König soll über uns herrschen!
7389#1. Samuel,8,20#20. Wir wollen es eben so haben wie alle andern Völker! Unser König soll uns Recht sprechen, soll vor uns her ziehen und unsre Kriege führen!
7390#1. Samuel,8,21#21. Als Samuel alle Worte des Volkes gehört hatte, trug er sie dem Herrn vor.
7391#1. Samuel,8,22#22. Der Herr aber sprach zu Samuel: Willfahre ihrem Begehren und gib ihnen einen König. Darnach sprach Samuel zu den Männern Israels: Geht heim, ein jeder in seine Stadt.
7392#1. Samuel,9,1#1. ES war ein Mann aus Gibea in Benjamin, der hiess Kis, der Sohn Abiels, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechoraths, des Sohnes Aphiahs, ein Benjaminit, ein wohlhabender Mann.
7393#1. Samuel,9,2#2. Der hatte einen Sohn, mit Namen Saul, stattlich und schön; es war kein schönerer Mann in Israel als er, um Haupteslänge überragte er alles Volk.
7394#1. Samuel,9,3#3. Nun gingen einst Kis, dem Vater Sauls, die Eselinnen verloren. Da sprach Kis zu seinem Sohne Saul: Nimm doch einen von den Knechten mit dir und mache dich auf, geh und suche die Eselinnen.
7395#1. Samuel,9,4#4. Da durchzogen sie das Gebirge Ephraim und durchzogen die Landschaft Salisa, aber sie fanden sie nicht. Dann durchzogen sie die Landschaft Saalim; da waren sie auch nicht. Darnach durchzogen sie die Landschaft Benjamin und fanden sie nicht.
7396#1. Samuel,9,5#5. Als sie aber in die Landschaft Zuph gekommen waren, sprach Saul zu seinem Knechte, der bei ihm war: Komm, lass uns umkehren; mein Vater könnte sich sonst um uns sorgen statt um die Eselinnen.
7397#1. Samuel,9,6#6. Er aber sprach zu ihm: Es ist ja ein Gottesmann in der Stadt dort, und der Mann ist hoch angesehen; alles, was er sagt, trifft sicher ein. So lass uns nun dahin gehen; vielleicht gibt er uns Auskunft über den Weg, den wir angetreten haben.
7398#1. Samuel,9,7#7. Saul aber sprach zu seinem Knechte: Und gesetzt, wir gehen hin, was bringen wir dem Manne? Das Brot in unsern Taschen ist ja ausgegangen, und wir haben keine Gabe, die wir dem Gottesmanne bringen könnten. Was haben wir?
7399#1. Samuel,9,8#8. Da fuhr der Knecht fort und antwortete Saul: Ich habe da noch ein viertel Lot Silber bei mir; das magst du dem Gottesmanne schenken, dass er uns Auskunft gebe über unsern Weg.
7400#1. Samuel,9,9#9. <Vor Zeiten sagte man in Israel, wenn man hinging, Gott zu befragen: Kommt, lasst uns zum Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten heisst, die hiess man vor Zeiten Seher.>
7401#1. Samuel,9,10#10. Saul sprach zu seinem Knechte: Du hast wohl geredet; komm, lass uns gehen! Und sie gingen nach der Stadt, wo der Gottesmann war.
7402#1. Samuel,9,11#11. Als sie nun den Steig zur Stadt hinaufgingen, trafen sie Mädchen, die herauskamen, um Wasser zu schöpfen; zu denen sprachen sie: Ist der Seher hier?
7403#1. Samuel,9,12#12. Sie antworteten ihnen: Ja, seht, der Seher ist da vor euch; eben jetzt ist er in die Stadt hereingekommen; die Leute haben nämlich heute ein Opferfest auf der Höhe.
7404#1. Samuel,9,13#13. Wenn ihr in die Stadt hineingeht, so werdet ihr ihn noch treffen, ehe er auf die Höhe hinaufsteigt, um zu essen. Denn die Leute essen nicht, bis er kommt; er nämlich segnet das Opfer, darnach essen die Geladenen. Geht also nun hinauf; denn eben jetzt werdet ihr ihn treffen.
7405#1. Samuel,9,14#14. Da stiegen sie zur Stadt hinauf. Wie sie aber gerade in das Tor eintraten, siehe, da kam Samuel heraus, ihnen entgegen, um zur Höhe hinaufzusteigen.
7406#1. Samuel,9,15#15. Der Herr hatte aber einen Tag, bevor Saul kam, dem Samuel dies geoffenbart:
7407#1. Samuel,9,16#16. Morgen um diese Zeit werde ich einen Mann aus dem Lande Benjamin zu dir senden; den sollst du zum Fürsten über mein Volk Israel salben. Er wird mein Volk aus der Hand der Philister erretten; denn ich habe das Elend meines Volkes gesehen, da sein Geschrei zu mir gedrungen ist.
7408#1. Samuel,9,17#17. Kaum erblickte nun Samuel den Saul, so bedeutete ihm der Herr auch schon: Da ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe: Der soll über mein Volk herrschen!
7409#1. Samuel,9,18#18. Da trat Saul im Torgang an Samuel heran und sprach: Sage mir doch, wo ist das Haus des Sehers?
7410#1. Samuel,9,19#19. Samuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Gehe mir voran auf die Höhe; ihr sollt heute mit mir essen. Am Morgen will ich dich dann ziehen lassen und dir Auskunft geben über alles, was dein Herz bewegt.
7411#1. Samuel,9,20#20. Um die Eselinnen aber, die dir heute vor drei Tagen verlorengegangen sind, sorge dich nicht; denn sie sind gefunden. Gehört doch dir und dem ganzen Hause deines Vaters alles, was wertvoll ist in Israel!
7412#1. Samuel,9,21#21. Da antwortete Saul: Ich bin ja nur ein Benjaminit, aus dem kleinsten der Stämme Israels, und mein Geschlecht ist das geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin! Warum redest du denn solches zu mir? -1.Sam. 15,17.
7413#1. Samuel,9,22#22. Samuel aber nahm Saul und seinen Knecht, führte sie in die Halle und setzte sie obenan unter den Geladenen; es waren ihrer etwa dreissig Mann.
7414#1. Samuel,9,23#23. Und Samuel sprach zum Koch: Gib das Stück her, das ich dir gegeben habe, von dem ich dir sagte: Hebe es bei dir auf!
7415#1. Samuel,9,24#24. Da trug der Koch die Keule auf; und er setzte sie Saul vor und sprach: Siehe, da ist dir vorgesetzt, was übriggeblieben ist; iss, denn man hat es auf die bestimmte Zeit für dich aufbehalten, dass du mit den Geladenen essest. Also ass Saul mit Samuel an jenem Tage.
7416#1. Samuel,9,25#25. Und als sie von der Höhe zur Stadt hinabgegangen waren, bereitete man Saul auf dem Dache das Lager,
7417#1. Samuel,9,26#26. und er legte sich schlafen. Als aber die Morgenröte emporstieg, rief Samuel dem Saul nach dem Dach hinauf: Steh auf! ich will dich geleiten. Da erhob sich Saul, und sie beide, er und Samuel, gingen hinaus.
7418#1. Samuel,9,27#27. Während sie nun am Ende der Stadt hinabstiegen, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knechte, er solle uns vorausgehen; du aber stehe jetzt stille, dass ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.
7419#1. Samuel,10,1#1. DANN nahm Samuel die Ölflasche und goss sie über sein Haupt aus, küsste ihn und sprach: Hat dich nicht der Herr zum Fürsten über sein Volk gesalbt? Du sollst herrschen über das Volk des Herrn, und du sollst es erretten aus der Hand seiner Feinde ringsumher. Dies aber sei dir das Zeichen, dass dich der Herr zum Fürsten über sein Eigentum gesalbt hat:
7420#1. Samuel,10,2#2. Wenn du heute von mir gehst, wirst du beim Grab der Rahel an der Grenze Benjamins, in Zelzah, zwei Männer treffen; die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen gegangen bist; und siehe, dein Vater denkt gar nicht mehr an die Eselinnen, sondern er sorgt sich um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun? -1.Mo. 35,19.
7421#1. Samuel,10,3#3. Und wenn du von dort weitergehst und zu der Eiche Thabor kommst, so werden dir daselbst drei Männer begegnen, die zu Gott nach Bethel hinaufziehen; einer trägt drei Böcklein, der andere drei Laibe Brot, der dritte einen Schlauch Wein.
7422#1. Samuel,10,4#4. Die werden dich grüssen und dir zwei Brote geben; die sollst du von ihnen annehmen.
7423#1. Samuel,10,5#5. Darnach wirst du nach dem Gibea Gottes kommen, wo der Vogt der Philister wohnt. Und wenn du daselbst in die Stadt hineingehst, wirst du auf eine Schar Propheten stossen, die von der Höhe herabkommen; vor ihnen her ertönt Harfe, Handpauke, Flöte und Zither, während sie selbst in Verzückung sind.
7424#1. Samuel,10,6#6. Alsdann wird der Geist des Herrn über dich kommen, und du wirst mit ihnen in Verzückung geraten und wirst dich in einen andern Menschen verwandeln.
7425#1. Samuel,10,7#7. Wenn dir nun diese Zeichen eintreffen, so tue, was sich dir darbietet; denn Gott ist mit dir!
7426#1. Samuel,10,8#8. Gehe mir voran nach Gilgal hinab; ich werde dann zu dir kommen, um Brandopfer und Heilsopfer darzubringen. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir sage, was du tun sollst. -1.Sam. 13,8.
7427#1. Samuel,10,9#9. Als er nun den Rücken wandte, um von Samuel wegzugehen, wandelte ihm Gott das Herz, und es trafen alle diese Zeichen an jenem Tage ein.
7428#1. Samuel,10,10#10. Sobald sie von dort nach Gibea kamen, da begegnete ihm auch schon eine Schar Propheten, und der Geist Gottes kam über ihn, und er geriet in Verzückung unter ihnen. -1.Sam. 19,20.
7429#1. Samuel,10,11#11. Als aber alle, die ihn von früher kannten, sahen, wie er mit den Propheten in Verzückung war, sprachen die Leute zueinander: Was ist denn mit dem Sohn des Kis geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten?
7430#1. Samuel,10,12#12. Und einer von dort hob an und sprach: Wer ist denn ihr Vater? Daher ist es zum Sprichwort geworden: Ist Saul auch unter den Propheten? -1.Sam. 19,24.
7431#1. Samuel,10,13#13. Als aber seine Verzückung zu Ende war, kam er nach Hause.
7432#1. Samuel,10,14#14. Da sprach der Oheim Sauls zu ihm und seinem Knechte: Wo seid ihr hingegangen? Er antwortete: Die Eselinnen zu suchen; und als wir sahen, dass sie nirgends waren, da gingen wir zu Samuel hinein.
7433#1. Samuel,10,15#15. Da sprach Sauls Oheim: Tue mir doch kund, was Samuel zu euch gesagt hat.
7434#1. Samuel,10,16#16. Saul antwortete seinem Oheim: Er hat uns kundgetan, dass die Eselinnen gefunden seien. Aber was Samuel vom Königtum gesagt hatte, tat er ihm nicht kund.
7435#1. Samuel,10,17#17. SAMUEL aber berief das Volk zum Herrn nach Mizpa. -1.Sam. 7,5; Ri. 20,1.
7436#1. Samuel,10,18#18. Und er sprach zu den Israeliten: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten heraufgeführt und euch errettet aus der Gewalt der Ägypter und aller Königreiche, die euch bedrängten.
7437#1. Samuel,10,19#19. Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus allen euren Nöten und Drangsalen erlöst hat, und habt gesagt: «Nein! einen König sollst du über uns setzen!» Wohlan, so tretet vor den Herrn nach Stämmen und nach Tausenden. -1.Sam. 8,7.
7438#1. Samuel,10,20#20. Als nun Samuel alle Stämme Israels herzutreten liess, da traf es-1- den Stamm Benjamin. -1) d.h. das Los.
7439#1. Samuel,10,21#21. Und als er den Stamm Benjamin herzutreten liess, Geschlecht um Geschlecht, da traf es das Geschlecht Matri; und als er das Geschlecht Matri Mann für Mann herzutreten liess, da traf es Saul, den Sohn des Kis. Wie man ihn aber suchte, war er nicht zu finden.
7440#1. Samuel,10,22#22. Da befragten sie den Herrn nochmals: Ist der Mann überhaupt hergekommen? Der Herr antwortete: Ja; er hält sich beim Gepäck versteckt.
7441#1. Samuel,10,23#23. Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Als er aber mitten unter das Volk trat, da überragte er alles Volk um Haupteslänge.
7442#1. Samuel,10,24#24. Und Samuel sprach zum ganzen Volk: Seht ihr, wen der Herr erwählt hat? Seinesgleichen ist ja nicht im ganzen Volke! Da jauchzte alles Volk und rief: Es lebe der König!
7443#1. Samuel,10,25#25. Samuel aber verkündete dem Volk das Königrecht und schrieb es in ein Buch und legte es vor dem Herrn nieder. Darnach entliess Samuel das ganze Volk, einen jeden in sein Haus. -1.Sam. 8,9.
7444#1. Samuel,10,26#26. Auch Saul ging heim nach Gibea, und mit ihm die Tapfern, denen Gott das Herz gerührt hatte.
7445#1. Samuel,10,27#27. Einige Nichtswürdige aber sprachen: Was kann der uns helfen? und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk.
7446#1. Samuel,11,1#1. ETWA nach einem Monat aber zog der Ammoniter Nahas heran und belagerte Jabes in Gilead. Da sprachen alle Männer von Jabes zu Nahas: Schliesse einen Vertrag mit uns, so wollen wir dir dienen!
7447#1. Samuel,11,2#2. Aber der Ammoniter Nahas antwortete ihnen: So will ich mit euch einen Vertrag schliessen, dass ich jedem von euch das rechte Auge aussteche und damit Schmach bringe über ganz Israel.
7448#1. Samuel,11,3#3. Da sprachen die Ältesten von Jabes zu ihm: Lass uns sieben Tage Ruhe, dass wir Boten senden in alle Gaue Israels. Ist dann niemand, der uns hilft, so wollen wir uns dir ergeben.
7449#1. Samuel,11,4#4. Als nun die Boten nach dem Gibea Sauls kamen und dem Volk die Sache vorbrachten, hob alles Volk laut zu weinen an.
7450#1. Samuel,11,5#5. Siehe, da kam eben Saul vom Felde heim hinter den Rindern her, und er fragte: Was hat das Volk, dass es weint? Und man erzählte ihm das Anliegen der Männer von Jabes.
7451#1. Samuel,11,6#6. Da kam der Geist Gottes über Saul, als er die Botschaft hörte, und sein Zorn entbrannte heftig:
7452#1. Samuel,11,7#7. er nahm ein paar Rinder, zerstückte sie und sandte davon durch Boten in alle Gaue Israels und liess sagen: Wer nicht auszieht, Saul und Samuel nach, dessen Rindern wird man ebenso tun. Da fiel der Schrecken des Herrn auf das Volk, dass sie auszogen wie ein Mann.
7453#1. Samuel,11,8#8. Und er musterte sie zu Besek; es waren 300 000 Israeliten und 30 000 Judäer.
7454#1. Samuel,11,9#9. Da sprach er zu den Boten, die gekommen waren: So sollt ihr zu den Männern von Jabes in Gilead sagen: Morgen, wenn die Sonne heiss scheint, soll euch Hilfe werden. Als die Boten heimkamen und den Männern von Jabes das verkündigten, freuten sie sich.
7455#1. Samuel,11,10#10. Und die Männer von Jabes sprachen: Morgen wollen wir uns euch ergeben; dann mögt ihr uns tun, was euch beliebt.
7456#1. Samuel,11,11#11. Am andern Morgen aber teilte Saul das Volk in drei Haufen, und sie drangen um die Morgenwache in das Lager ein und schlugen die Ammoniter, bis der Tag heiss wurde. Die aber übrigblieben, zerstreuten sich, dass ihrer nicht zwei beieinander blieben.
7457#1. Samuel,11,12#12. Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind die, welche sagten: «Sollte Saul über uns König sein?» Her mit ihnen, dass wir sie töten! -1.Sam. 10,27.
7458#1. Samuel,11,13#13. Saul aber sprach: An diesem Tage soll niemand getötet werden! denn heute hat der Herr Heil geschafft in Israel.
7459#1. Samuel,11,14#14. Und Samuel sprach zum Volke: Auf, lasst uns nach Gilgal gehen und dort das Königtum erneuern!
7460#1. Samuel,11,15#15. Da zog alles Volk nach Gilgal, und sie machten dort Saul zum König vor dem Herrn in Gilgal und schlachteten dort Heilsopfer vor dem Herrn. Und Saul und alle Männer Israels waren dort gar fröhlich.
7461#1. Samuel,12,1#1. DA sprach Samuel zu ganz Israel: Seht, ich habe eurem Wunsche nun willfahrt in allem, was ihr von mir begehrt habt, und habe einen König über euch gesetzt.
7462#1. Samuel,12,2#2. So wird denn jetzt der König vor euch her ziehen; ich aber bin alt und grau geworden, sodass nun meine Söhne unter euch sind. Nun bin ich vor euch gewandelt von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.
7463#1. Samuel,12,3#3. Da bin ich! Zeuget wider mich vor dem Herrn und seinem Gesalbten: Wessen Rind oder wessen Esel habe ich genommen? Wen habe ich bedrückt und wem Gewalt angetan? Von wem habe ich Sühnegeld genommen, dass ich deshalb ein Auge zugedrückt hätte? Ich will euch Rede stehen!
7464#1. Samuel,12,4#4. Sie sprachen: Du hast uns nicht bedrückt und uns nicht Gewalt angetan noch jemandem etwas genommen.
7465#1. Samuel,12,5#5. Da sprach er zu ihnen: Der Herr ist Zeuge euch gegenüber, und sein Gesalbter ist heute Zeuge, dass ihr gar nichts in meiner Hand gefunden habt! Und sie sprachen: Er ist Zeuge!
7466#1. Samuel,12,6#6. Dann sprach Samuel zum Volke: Zeuge ist der Herr, der Mose und Aaron geschaffen und der eure Väter aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!
7467#1. Samuel,12,7#7. So tretet nun her, dass ich mit euch rechte vor dem Herrn und euch vorhalte alle Wohltaten des Herrn, die er euch und euren Vätern erwiesen hat:
7468#1. Samuel,12,8#8. Als Jakob und seine Söhne nach Ägypten kamen, bedrückten die Ägypter sie. Da schrieen eure Väter zum Herrn, und der Herr sandte Mose und Aaron; die führten eure Väter aus Ägypten. Dann liess er sie in diesem Lande wohnen. -2.Mo. 2,23.
7469#1. Samuel,12,9#9. Doch weil sie des Herrn, ihres Gottes, vergassen, verkaufte er sie in die Gewalt Siseras, des Feldhauptmanns des Königs Jabin von Hazor, und in die Gewalt der Philister und in die Gewalt des Königs von Moab; die stritten wider sie. -Ri. 4,2; 10,7; 3,12.
7470#1. Samuel,12,10#10. Sie aber schrieen zum Herrn und sprachen. «Wir haben gesündigt; denn wir haben den Herrn verlassen und den Baalen und Astarten gedient. Nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen.»
7471#1. Samuel,12,11#11. Und der Herr sandte Jerubaal, Barak, Jephtha und Samuel und errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum, sodass ihr sicher wohntet. -Ri. 6,32; 4,6; 11,1.
7472#1. Samuel,12,12#12. Als ihr aber saht, dass Nahas, der König der Amoriter, wider euch heranzog, spracht ihr zu mir: «Nein, ein König soll über uns herschen!» - da doch der Herr, euer Gott, König über euch ist. -1.Sam. 8,19.
7473#1. Samuel,12,13#13. Da habt ihr jetzt den König, den ihr erwählt, den ihr begehrt habt; seht, der Herr hat einen König über euch gesetzt.
7474#1. Samuel,12,14#14. Werdet ihr nun den Herrn fürchten, ihm dienen und auf ihn hören und euch nicht auflehnen wider den Befehl des Herrn, und werdet ihr und euer König, der über euch herrscht, dem Herrn, eurem Gott, treu bleiben (so ist es gut);
7475#1. Samuel,12,15#15. werdet ihr aber auf den Herrn nicht hören, sondern euch wider den Befehl des Herrn auflehnen, so wird die Hand des Herrn wider euch und euren König sein.
7476#1. Samuel,12,16#16. Und nun tretet her und seht, was der Herr Grosses vor euren Augen tun wird.
7477#1. Samuel,12,17#17. Ist nicht jetzt Weizenernte? Ich will den Herrn anrufen, dass er donnern und regnen lasse, damit ihr innewerdet und sehet, dass ihr in den Augen des Herrn ein grosses Unrecht begangen, indem ihr euch einen König begehrt habt.
7478#1. Samuel,12,18#18. Und Samuel rief den Herrn an. Da liess der Herr donnern und regnen an jenem Tage, und über das ganze Volk kam eine grosse Furcht vor dem Herrn und vor Samuel.
7479#1. Samuel,12,19#19. Und das ganze Volk sprach zu Samuel: Bete für deine Knechte zum Herrn, deinem Gott, dass wir nicht sterben; denn zu allen unsren Sünden haben wir noch das Unrecht begangen, einen König für uns zu begehren.
7480#1. Samuel,12,20#20. Samuel aber sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all dies Unrecht begangen; doch weicht nur von dem Herrn nicht ab, sondern dient dem Herrn mit ganzem Herzen
7481#1. Samuel,12,21#21. und folgt nicht den Nichtigen-1- nach, die nichts nützen und nicht retten können, weil sie nichtig sind! -Jes. 41,29; 1.Kor. 8,4.   1) d.i. Götzen.
7482#1. Samuel,12,22#22. Denn der Herr wird um seines grossen Namens willen sein Volk nicht verstossen, weil es dem Herrn gefallen hat, euch zu seinem Volk zu machen.
7483#1. Samuel,12,23#23. Auch von mir sei es ferne, mich so an dem Herrn zu versündigen, dass ich abliesse, für euch zu beten; vielmehr will ich euch den guten und geraden Weg weisen. -1.Sam. 7,8.
7484#1. Samuel,12,24#24. Nur fürchtet den Herrn und dient ihm treulich mit ganzem Herzen; denn seht doch, wie grosse Dinge er an euch getan hat!
7485#1. Samuel,12,25#25. Wenn ihr aber Böses tut, so werdet ihr und euer König weggerafft.
7486#1. Samuel,13,1#1. -dieser Vers lautet im hebrT: «Saul war . . . Jahre alt, als er König wurde, und zweiund- . . . Jahre regierte er über Israel.» Es fehlen zwei Zahlen; in der grÜs. fehlt der ganze Vers.
7487#1. Samuel,13,2#2. UND Saul wählte sich dreitausend Mann aus Israel aus: zweitausend standen bei Saul in Michmas und auf dem Gebirge von Bethel und tausend bei Jonathan zu Gibea in Benjamin; den Rest des Volkes hatte er entlassen, einen jeden in seine Heimat.
7488#1. Samuel,13,3#3. Jonathan nun erschlug den Vogt der Philister, der in Geba hauste. Da hörten die Philister sagen: Die Hebräer sind abgefallen! Saul aber hatte im ganzen Lande in die Posaune stossen lassen,
7489#1. Samuel,13,4#4. und ganz Israel hatte die Kunde gehört: Saul hat den Vogt der Philister erschlagen; auch ist Israel bei den Philistern in Verruf gekommen. Da wurde das Volk aufgeboten, Saul nach Gilgal zu folgen.
7490#1. Samuel,13,5#5. Die Philister aber hatten sich schon gesammelt, wider Israel zu streiten, dreitausend Streitwagen, sechstausend Reiter, und Fussvolk so viel wie der Sand am Gestade des Meeres; die zogen herauf und lagerten sich in Michmas, östlich von Beth-Awen.
7491#1. Samuel,13,6#6. Als nun die Männer Israels sahen, dass sie in Not gerieten, weil sie bedrängt wurden, verkrochen sich die Leute in Höhlen und Löchern, in Felsen, Grüften und Zisternen,
7492#1. Samuel,13,7#7. andere aber gingen über die Jordanfurten in das Gebiet von Gad und Gilead. Saul war noch in Gilgal; das ganze Volk aber hatte sich erschreckt ihm angeschlossen.
7493#1. Samuel,13,8#8. Und er wartete sieben Tage, bis zu der Zeit, die Samuel bestimmt hatte; doch Samuel kam nicht nach Gilgal. Da nun das Volk ihn verliess und sich zerstreute, -1.Sam. 10,8.
7494#1. Samuel,13,9#9. sprach Saul: Schafft mir das Brandopfer und die Heilsopfer her, und er brachte das Brandopfer dar.
7495#1. Samuel,13,10#10. Kaum aber hatte er das Brandopfer vollendet, da kam auch schon Samuel. Saul ging ihm entgegen, ihn zu begrüssen.
7496#1. Samuel,13,11#11. Samuel aber sprach: Was hast du getan? Saul antwortete: Da ich sah, dass mich das Volk verliess und sich zerstreute, du aber nicht zur bestimmten Zeit kamst, während doch die Philister in Michmas versammelt sind,
7497#1. Samuel,13,12#12. dachte ich: Nun werden die Philister gegen mich nach Gilgal herabkommen, bevor ich den Herrn begütigt habe; so wagte ich es denn und brachte das Brandopfer dar.
7498#1. Samuel,13,13#13. Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt! Hättest du das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir gegeben, befolgt, so hätte der Herr jetzt dein Königtum über Israel für immer bestätigt.
7499#1. Samuel,13,14#14. Nun aber wird dein Königtum nicht bestehen bleiben. Der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen gesucht und ihn zum Fürsten über sein Volk bestellt, weil du nicht gehalten hast, was dir der Herr geboten hat. -1.Sam. 16,1.
7500#1. Samuel,13,15#15. Dann machte sich Samuel auf, zog von Gilgal hinweg und ging seines Weges; der Rest des Volkes aber zog hinter Saul her, dem Kriegsvolk entgegen, und sie kamen von Gilgal nach Gibea in Benjamin. Da musterte Saul die Leute, des sich bei ihm befanden, ungefähr sechshundert Mann.
7501#1. Samuel,13,16#16. Und Saul und sein Sohn Jonathan und die Leute, die sich bei ihnen befanden, blieben zu Geba in Benjamin; die Philister aber hatten sich in Michmas gelagert.
7502#1. Samuel,13,17#17. Da zog aus dem Lager der Philister die Plündererschar in drei Haufen aus: der eine Haufe wandte sich in der Richtung gegen Ophra nach der Landschaft Sual,
7503#1. Samuel,13,18#18. der zweite wandte sich in der Richtung gegen Beth-Horon, und der dritte wandte sich in der Richtung gegen Geba, das über dem Hyänental gegen die Wüste hin liegt.
7504#1. Samuel,13,19#19. Aber im ganzen Lande Israels fand sich kein Schmied; denn die Philister dachten, die Hebräer könnten sich Schwerter oder Spiesse machen.
7505#1. Samuel,13,20#20. Darum musste ganz Israel zu den Philistern hinabgehen, wenn einer seine Pflugschar, seine Haue, seine Axt oder seinen Ochsenstachel zu schärfen hatte.
7506#1. Samuel,13,21#21. -dieser Vers ist unübersetzbar, ws. weitere Ausführung zu V. 20.
7507#1. Samuel,13,22#22. So fand sich denn am Tage der Schlacht bei Michmas kein Schwert noch Spiess in der Hand des ganzen Volkes, das bei Saul und Jonathan war; Saul aber und seinem Sohne Jonathan waren sie zur Hand.
7508#1. Samuel,13,23#23. Ein Posten der Philister aber rückte nach dem Passe von Michmas vor.
7509#1. Samuel,14,1#1. Eines Tages nun sprach Jonathan, der Sohn Sauls, zu dem Burschen, der ihm die Waffen trug: Komm, wir wollen hinübergehen auf den Posten der Philister zu, der dort drüben liegt; seinem Vater aber sagte er nichts davon.
7510#1. Samuel,14,2#2. Saul sass gerade an der Grenze von Gibea unter dem Granatbaum, der bei der Tenne steht. Das Kriegsvolk, das er bei sich hatte, zählte ungefähr sechshundert Mann,
7511#1. Samuel,14,3#3. und Ahia, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des Pinehas, des Sohnes Elis, des Priesters des Herrn zu Silo, trug das Ephod. Die Leute aber wussten nicht, dass Jonathan weggegangen war. -1.Sam. 4,19-21.
7512#1. Samuel,14,4#4. An der Übergangsstelle aber, wo Jonathan gegen den Philisterposten hinüberzugehen suchte, war hüben und drüben je ein Felszahn; der eine hiess Bozez, der andere Sene.
7513#1. Samuel,14,5#5. Der eine Zahn erhebt sich nördlich gegenüber Michmas, der andre südlich gegenüber Geba.
7514#1. Samuel,14,6#6. Jonathan also sprach zu dem Burschen, der ihm die Waffen trug: Komm, wir wollen hinübergehen auf den Posten dieser Unbeschnittenen zu, vielleicht tut der Herr etwas für uns; denn dem Herrn ist es ein leichtes, zu helfen, es sei durch viel oder durch wenig. -2.Chr. 14,11.
7515#1. Samuel,14,7#7. Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tue, was immer du vorhast. Ich bin dabei; was du willst, das will ich auch!
7516#1. Samuel,14,8# 8. Jonathan sprach: Siehe, wir wollen zu den Leuten hinübergehen und uns ihnen zeigen.
7517#1. Samuel,14,9#9. Sagen sie dann zu uns: «Steht still, bis wir zu euch gelangen!» so wollen wir an Ort und Stelle stehen bleiben und nicht zu ihnen hinaufsteigen.
7518#1. Samuel,14,10#10. Sagen sie aber: «Kommt doch zu uns herauf!» so wollen wir zu ihnen hinaufsteigen, denn der Herr hat sie in unsre Hand gegeben. Das soll uns das Zeichen sein.
7519#1. Samuel,14,11#11. Als nun die beiden dem Philisterposten zu Gesichte kamen, sprachen die Philister: Sieh, da kommen ja Hebräer aus den Löchern hervor, darein sie sich verkrochen haben. -1.Sam. 13,6.
7520#1. Samuel,14,12#12. Und die Männer des Postens riefen Jonathan und seinen Waffenträger an und sprachen: Kommt nur herauf zu uns, so wollen wir ein Wörtchen mit euch reden! Da sprach Jonathan zu seinem Waffenträger: Steige mir nach; denn der Herr hat sie in die Hand Israels gegeben.
7521#1. Samuel,14,13#13. Und Jonathan kletterte auf Händen und Füssen hinauf und sein Waffenträger ihm nach. Und sie wandten sich vor Jonathan zur Flucht, und er schlug sie nieder, sein Waffenträger aber tötete sie vollends hinter ihm her.
7522#1. Samuel,14,14#14. So erschlug Jonathan und sein Waffenträger in diesem ersten Kampfe etwa zwanzig Mann-1-. -1) w. bed. die Schlussworte etwa: «wie in der Hälfte einer Furche ein Joch Feldes».
7523#1. Samuel,14,15#15. Da entstand ein Schrecken im Feldlager unter dem ganzen Volke, auch der Posten und die Plünderschar erschraken; dazu bebte die Erde, und so entstand ein Gottesschrecken.
7524#1. Samuel,14,16#16. Als nun die Späher Sauls zu Gibea in Benjamin hinsahen, da wogte die Menge hin und her.
7525#1. Samuel,14,17#17. Da sprach Saul zu den Leuten, die bei ihm waren: Schaut nach und seht, wer von uns weggegangen ist. Als sie nun nachschauten, siehe, da fehlte Jonathan und sein Waffenträger.
7526#1. Samuel,14,18#18. Nun sprach Saul zu Ahia: Bringe das Ephod herzu! Denn er trug damals das Ephod vor Israel-1-. -1.Sam. 14,3.   1) so die grÜs.; der überlieferte hebrT. lautet: «Bringe die Lade Gottes herzu. Denn die Lade Gottes war damals vor Israel.»
7527#1. Samuel,14,19#19. Während Saul noch mit dem Priester redete, wurde das Getümmel im Lager der Philister immer grösser. Da sprach Saul zum Priester: Lass es bleiben!
7528#1. Samuel,14,20#20. Dann versammelten sich Saul und alles Volk, das bei ihm war; und als sie zum Kampfe kamen, siehe, da war eines jeden Schwert wider den andern, eine gewaltige Verwirrung!
7529#1. Samuel,14,21#21. Die Hebräer aber, die schon lange den Philistern angehörten und mit ihnen zu Felde gezogen waren, auch sie wandten sich, um zu den Israeliten zu halten, die bei Saul und Jonathan waren.
7530#1. Samuel,14,22#22. Und als alle die Männer von Israel, die sich auf dem Gebirge Ephraim verkrochen hatten, hörten, dass die Philister flohen, setzten auch sie ihnen nach im Kampfe.
7531#1. Samuel,14,23#23. So gab der Herr an jenem Tage Israel den Sieg. Der Kampf aber zog sich über Beth-Awen hinaus; und das ganze Volk war mit Saul, ungefähr zehntausend Mann, und der Kampf breitete sich aus über das ganze Gebirge Ephraim.
7532#1. Samuel,14,24#24. Saul aber hatte an jenem Tage dem Volke ein schweres Enthaltungsgebot auferlegt und es schwören lassen: Verflucht ist der Mann, der etwas isst bis zum Abend, bis ich mich gerächt habe an meinen Feinden. Da genoss niemand im Volke etwas.
7533#1. Samuel,14,25#25. Es waren aber Honigwaben auf dem Felde.
7534#1. Samuel,14,26#26. Als nun das Volk zu den Waben kam, da flossen sie über von Honig, aber niemand führte die Hand zum Munde; denn das Volk fürchtete den Fluch.
7535#1. Samuel,14,27#27. Jonathan aber hatte es nicht gehört, als sein Vater das Volk schwören liess; so streckte er den Stab aus, den er in der Hand hatte, tauchte die Spitze in die Honigwaben und führte die Hand zum Munde; da wurden seine Augen hell.
7536#1. Samuel,14,28#28. Da hob einer aus dem Volke an und sprach: Dein Vater hat doch das Volk schwören lassen: «Verflucht ist der Mann, der heute etwas isst!»
7537#1. Samuel,14,29#29. Jonathan erwiderte: Mein Vater bringt das Land ins Unglück! Seht doch, wie meine Augen hell sind, weil ich dies bisschen Honig gekostet habe!
7538#1. Samuel,14,30#30. Hätte nun gar das Volk heute von der Beute seiner Feinde gegessen, die es gefunden hat! - so aber ist die Niederlage unter den Philistern nicht gross geworden.
7539#1. Samuel,14,31#31. Sie schlugen aber die Philister an jenem Tage von Michmas bis Ajalon, und das Volk war sehr ermüdet.
7540#1. Samuel,14,32#32. Da machten sich die Leute über die Beute her, nahmen Schafe, Rinder und Kälber und schlachteten sie auf der blossen Erde, und das Volk ass das Fleisch samt dem Blute. -3.Mo. 7,26.
7541#1. Samuel,14,33#33. Da brachte man Saul die Kunde: Siehe, das Volk versündigt sich an dem Herrn: es isst das Fleisch samt dem Blute. Er sprach: Ihr frevelt! Wälzt einen grossen Stein hierher zu mir!
7542#1. Samuel,14,34#34. Dann sprach Saul: Zerstreut euch unter die Leute und sagt ihnen: Ein jeder bringe sein Rind und sein Schaf her zu mir, schlachte es hier und esse dann; versündigt euch aber nicht an dem Herrn, indem ihr das Fleisch samt dem Blute esst. Da brachte alles Volk, ein jeder, was er hatte, und schlachtete daselbst.
7543#1. Samuel,14,35#35. Und Saul baute dem Herrn einen Altar; das ist der erste Altar, den er dem Herrn baute.
7544#1. Samuel,14,36#36. Dann sprach Saul: Lasst uns noch in der Nacht hinabziehen, den Philistern nach, damit wir sie ausplündern, bis es Morgen wird, und keinen von ihnen übriglassen. Sie antworteten: Tue, was dir gefällt. Aber der Priester sprach: Lasst uns erst hier vor Gott treten!
7545#1. Samuel,14,37#37. Und Saul fragte Gott: Soll ich hinabziehen, den Philistern nach? Wirst du sie in die Hand Israels geben? Aber er antwortete ihm an jenem Tage nicht. -1.Sam. 28,6.
7546#1. Samuel,14,38#38. Da sprach Saul: Tretet hierher, ihr Häupter des Volkes alle, forschet nach und seht, durch wen heute diese Sünde begangen worden ist.
7547#1. Samuel,14,39#39. Denn so wahr der Herr lebt, der Israel den Sieg gegeben hat: wenn sie gleich an meinem Sohne Jonathan wäre, er müsste sterben! Aber niemand antwortete ihm aus dem ganzen Volke.
7548#1. Samuel,14,40#40. Da sprach er zu ganz Israel: Ihr sollt auf die eine Seite treten; ich aber und mein Sohn Jonathan, wir wollen auf die andere Seite treten. Das Volk sprach zu Saul: Tue, was dir gefällt.
7549#1. Samuel,14,41#41. Nun sprach Saul: O Herr, Gott Israels, warum hast du deinem Knechte heute nicht geantwortet? Ist diese Schuld an mir oder an meinem Sohne Jonathan, o Herr, Gott Israels, so lass Urim erscheinen; ist diese Schuld aber an deinem Volke Israel, so lass Thummim erscheinen! Da traf es Jonathan und Saul, das Volk aber ging frei aus.
7550#1. Samuel,14,42#42. Und Saul sprach: Werft das Los zwischen mir und meinem Sohne Jonathan! Da traf es Jonathan.
7551#1. Samuel,14,43#43. Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan? Jonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe nur ein wenig Honig gekostet mit der Spitze des Stabes, den ich in der Hand hatte. Ich bin bereit zu sterben!
7552#1. Samuel,14,44#44. Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das! Ja, du musst sterben, Jonathan!
7553#1. Samuel,14,45#45. Aber das Volk sprach zu Saul: Wie? Jonathan soll sterben, der diesen grossen Sieg in Israel errungen hat? Das sei ferne! So wahr der Herr lebt, es soll kein Haar von seinem Haupte auf die Erde fallen! Denn mit Gott hat er's an diesem Tage ausgerichtet. So löste das Volk den Jonathan, dass er nicht sterben musste.
7554#1. Samuel,14,46#46. Da liess Saul ab von den Philistern und zog hinweg, die Philister aber kehrten heim.
7555#1. Samuel,14,47#47. Als Saul das Königtum über Israel gewonnen hatte, stritt er wider alle seine Feinde ringsum, wider Moab, wider die Ammoniter, wider Edom, wider den König von Zoba und wider die Philister; und wohin er sich wandte, da war er siegreich.
7556#1. Samuel,14,48#48. Und er verrichtete tapfere Taten und schlug Amalek und errettete Israel aus der Hand derer, die es beraubten.
7557#1. Samuel,14,49#49. Die Söhne Sauls waren: Jonathan, Isjo und Malkisua. Und von seinen beiden Töchtern hiess die ältere Merab, die jüngere Michal.
7558#1. Samuel,14,50#50. Und das Weib Sauls hieß Ahinoam, die Tochter des Ahimaaz. Und sein Feldhauptmann hiess Abiner, der Sohn Ners, des Oheims Sauls.
7559#1. Samuel,14,51#51. Kis nämlich, der Vater Sauls, und Ner, der Vater Abners, waren die Söhne Abiels.
7560#1. Samuel,14,52#52. Aber der Krieg gegen die Philister war heftig, solange Saul lebte; und wenn Saul irgendeinen tapfern und kriegstüchtigen Mann sah, so zog er ihn an sich.
7561#1. Samuel,15,1#1. SAMUEL aber sprach zu Saul: Mich hat dereinst der Herr gesandt, dich zum König über sein Volk Israel zu salben; so höre denn auf die Worte des Herrn! -1.Sam. 10,1.
7562#1. Samuel,15,2#2. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich will ahnden, was Amalek an Israel getan hat, indem es ihm in den Weg trat, als es aus Ägypten heraufzog. -2.Mo. 17,8; 5.Mo. 25,17.
7563#1. Samuel,15,3#3. So ziehe nun hin, schlage Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und allem, was es hat; schone seiner nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel. -5.Mo. 20,16.17.
7564#1. Samuel,15,4#4. Da bot Saul das Volk auf und musterte es in Telam, 200 000 Mann Fussvolk, und zehntausend Mann aus Juda.
7565#1. Samuel,15,5#5. Dann rückte Saul vor die Hauptstadt von Amalek und legte einen Hinterhalt im Tale.
7566#1. Samuel,15,6#6. Aber den Kenitern liess Saul sagen: Auf, zieht euch zurück, geht fort aus dem Gebiet von Amalek, dass ich euch nicht mit ihnen aufreibe, da ihr doch ganz Israel Freundlichkeit erwiesen habt, als es aus Ägypten herauf kam. Da zogen sich die Keniter aus Amalek zurück. -Ri. 1,16.
7567#1. Samuel,15,7#7. Saul aber schlug Amalek von Hawila an bis Sur, das östlich von Ägypten liegt.
7568#1. Samuel,15,8#8. Agag, den König von Amalek, nahm er lebendig gefangen, an allem Volk aber vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwertes.
7569#1. Samuel,15,9#9. Doch schonten Saul und seine Leute den Agag und die besten Schafe und Rinder, die fetten Tiere und die Lämmer und alles, was wertvoll war, und wollten an ihnen den Bann nicht vollstrecken; alle wertlose und geringe Ware aber bannten sie.
7570#1. Samuel,15,10#10. Da erging das Wort des Herrn an Samuel:
7571#1. Samuel,15,11#11. Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht vollzogen. Das tat Samuel weh, und er schrie die ganze Nacht zum Herrn. -1.Mo. 6,6.
7572#1. Samuel,15,12#12. Am Morgen aber in der Frühe ging Samuel dem Saul entgegen. Und es wurde Samuel gemeldet: Saul ist nach Karmel gekommen und hat sich da ein Denkmal errichtet; dann hat er sich gewandt und ist weitergezogen, hinab nach Gilgal.
7573#1. Samuel,15,13#13. Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom Herrn! Ich habe den Befehl des Herrn vollstreckt.
7574#1. Samuel,15,14#14. Samuel erwiderte: Was ist denn das für ein Blöken von Schafen, das zu meinen Ohren dringt, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?
7575#1. Samuel,15,15#15. Und Saul antwortete: Aus Amalek hat das Volk sie heimgebracht; denn es hat die besten Schafe und Rinder verschont, um sie dem Herrn, deinem Gott, zu opfern; das übrige haben wir gebannt.
7576#1. Samuel,15,16#16. Da sprach Samuel zu Saul: Lass das! Ich will dir sagen, was der Herr diese Nacht zu mir geredet hat. Er sprach zu ihm: Rede!
7577#1. Samuel,15,17#17. Samuel sprach: Bist du nicht, wenn gleich gering in deinen Augen, doch das Haupt der Stämme Israels? Der Herr hat dich ja zum König über Israel gesalbt, -1.Sam. 9,21.
7578#1. Samuel,15,18#18. und der Herr hat dich auf den Weg gesandt mit dem Geheiss: Ziehe hin und vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und streite wider sie, bis du sie ausgerottet hast.
7579#1. Samuel,15,19#19. Warum hast du denn nicht auf die Stimme des Herrn gehört, sondern hast dich auf die Beute gestürzt und getan, was dem Herrn missfiel?
7580#1. Samuel,15,20#20. Saul antwortete Samuel: Ich habe doch auf die Stimme des Herrn gehört und bin den Weg gezogen, den mich der Herr gesandt hat; ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht  und den Bann an Amalek vollstreckt.
7581#1. Samuel,15,21#21. Aber das Volk hat Schafe und Rinder von der Beute genommen, das Beste von dem, was dem Bann verfallen war, um es dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.
7582#1. Samuel,15,22#22. Samuel aber sprach: Hat der Herr Wohlgefallen an Brandopfern und Schlachtopfern gleichwie am Gehorsam gegen den Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer, Aufmerken besser als Fett von Widdern. -Ps. 50,7-14; Hos. 6,6; Amos 5,22; Mt. 9,13.
7583#1. Samuel,15,23#23. Denn Ungehorsam ist gerade so Sünde wie Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist gerade so Frevel wie Abgötterei. Weil du das Wort des Herrn verworfen, hat er dich verworfen als König.
7584#1. Samuel,15,24#24. Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, weil ich den Befehl des Herrn und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk, und so willfahrte ich ihnen.
7585#1. Samuel,15,25#25. Nun aber, vergib mir doch meine Sünde und kehre mit mir um, dass ich den Herrn anbete.
7586#1. Samuel,15,26#26. Samuel sprach zu Saul: Ich kehre nicht mit dir um; weil du das Wort des Herrn verworfen hast, hat der Herr dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seiest über Israel.
7587#1. Samuel,15,27#27. Und Samuel wandte sich zum Gehen. Da ergriff Saul den Zipfel seines Mantels, dass er abriss.
7588#1. Samuel,15,28#28. Da sprach Samuel zu ihm: Der Herr reisst heute das Königtum über Israel von dir und wird es einem andern geben, der besser ist als du. -1.Sam. 28,17.
7589#1. Samuel,15,29#29. Auch lügt Er nicht, der Israels Ruhm ist, und lässt sich's nicht gereuen; denn er ist kein Mensch, dass er sich's gereuen liesse. -4.Mo. 23,19.
7590#1. Samuel,15,30#30. Er aber sprach: Ich habe gesündigt, aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den Herrn, deinen Gott, anbete.
7591#1. Samuel,15,31#31. Da kehrte Samuel um und folgte Saul, und Saul betete den Herrn an.
7592#1. Samuel,15,32#32. Samuel aber sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir her! Da ging Agag heiter zu ihm hin und sprach: Traun, die Bitterkeit des Todes ist dahin!
7593#1. Samuel,15,33#33. Samuel sprach: Wie dein Schwert Frauen die Kinder geraubt hat, so soll deine Mutter vor andern Frauen der Kinder beraubt sein! Damit hieb Samuel den Agag in Stücke vor dem Herrn in Gilgal.
7594#1. Samuel,15,34#34. Dann ging Samuel nach Rama; Saul aber zog heim, hinauf nach dem Gibea Sauls. -1.Sam. 7,17.
7595#1. Samuel,15,35#35. Und Samuel sah Saul nicht wieder bis an den Tag seines Todes; denn Samuel trug Leid um Saul. DA es nun den Herrn gereute, dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte,
7596#1. Samuel,16,1#1. sprach er zu Samuel: Wie lange willst du Leid tragen um Saul, den ich verworfen habe, dass er nicht mehr König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin, ich will dich zu dem Bethlehemiten Isai senden; denn ich habe mir unter seinen Söhnen einen zum Könige ersehen.
7597#1. Samuel,16,2#2. Samuel aber sprach: Wie kann ich hingehen? Wenn Saul es erfährt, bringt er mich um. Der Herr sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sage: «Dem Herrn zu opfern bin ich gekommen!»
7598#1. Samuel,16,3#3. und lade Isai zum Opfermahl. Ich selbst will dich dann wissen lassen, was du tun sollst: den sollst du mir salben, den ich dir nennen werde.
7599#1. Samuel,16,4#4. Samuel tat, was ihm der Herr gesagt hatte. Als er nun nach Bethlehem kam, da gingen ihm die Ältesten der Stadt erschrocken entgegen und sprachen: Bedeutet dein Kommen Heil?
7600#1. Samuel,16,5#5. Er sprach: Ja! dem Herrn zu opfern bin ich gekommen. Weihet euch und kommt mit mir zum Opfermahl! Und er weihte Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfermahl.
7601#1. Samuel,16,6#6. Als sie nun kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss ist er der Fürst des Herrn, sein Gesalbter!
7602#1. Samuel,16,7#7. Aber der Herr sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich will ihn nicht. Denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; der Mensch sieht auf den äusseren Schein, der Herr aber sieht auf das Herz. -1.Kön. 8,39; Spr. 21,2; Jer. 17,10.
7603#1. Samuel,16,8#8. Da rief Isai den Abinadab und liess ihn vor Samuel treten. Der aber sprach: Auch diesen hat der Herr nicht erwählt.
7604#1. Samuel,16,9#9. Dann liess Isai den Samma vortreten. Aber er sprach: Auch diesen hat der Herr nicht erwählt.
7605#1. Samuel,16,10#10. So liess Isai seine sieben Söhne vor Samuel treten. Aber Samuel sprach zu Isai: Der Herr hat diese nicht erwählt.
7606#1. Samuel,16,11#11. Dann fragte Samuel den Isai: Sind das die Knaben alle? Er antwortete: Es fehlt noch der Jüngste; der hütet die Schafe. Samuel sprach zu Isai: Sende hin und lass ihn holen; denn wir werden uns nicht (zum Mahle) setzen, bis er da ist. -2.Sam. 7,8; Ps. 78,70.
7607#1. Samuel,16,12#12. Da sandte er hin und liess ihn holen. Er war ein rotblonder Jüngling mit schönen Augen und von guter Gestalt. Und der Herr sprach: Auf! salbe ihn; der ist es!
7608#1. Samuel,16,13#13. Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder, und der Geist des Herrn kam über David und blieb auf ihm von jenem Tage an. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama. -Ps. 89,21.
7609#1. Samuel,16,14#14. ALS nun der Geist des Herrn von Saul gewichen war, quälte ihn ein böser Geist, vom Herrn gesandt.
7610#1. Samuel,16,15#15. Da sprachen die Diener zu Saul: Siehe doch, ein böser Dämon quält dich.
7611#1. Samuel,16,16#16. Unser Herr gebiete nur: deine Knechte sind bereit, nach einem Mann zu suchen, der auf der Laute spielen kann. Wenn dann der böse Geist über dich kommt, so soll er spielen; dann wird es besser werden mit dir.
7612#1. Samuel,16,17#17. Und Saul sprach zu seinen Dienern: So sehet euch für mich um nach einem Manne, der sich wohl versteht aufs Saitenspiel, und bringt ihn zu mir.
7613#1. Samuel,16,18#18. Da erwiderte einer der Diener: Siehe, ich habe einen Sohn des Isai von Bethlehem gesehen, der sich aufs Saitenspiel versteht, ein tapferer Mann und streitbar, der Rede mächtig und schön von Gestalt, und der Herr ist mit ihm.
7614#1. Samuel,16,19#19. Da sandte Saul Boten an Isai und liess ihm sagen: Sende mir deinen Sohn David, der bei den Schafen ist.
7615#1. Samuel,16,20#20. Da nahm Isai zehn Brote, einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es an Saul durch seinen Sohn David:
7616#1. Samuel,16,21#21. So kam David zu Saul und trat in seinen Dienst, und er gewann ihn sehr lieb, sodass er sein Waffenträger wurde.
7617#1. Samuel,16,22#22. Und Saul sandte an Isai und liess ihm sagen: Lass doch David in meinem Dienste bleiben, denn er gefällt mir wohl.
7618#1. Samuel,16,23#23. Wenn nun der böse Geist über Saul kam, nahm David die Laute und spielte; dann wurde es Saul leichter und besser, und der böse Geist wich von ihm.
7619#1. Samuel,17,1#1. NUN sammelten die Philister ihr Heer zum Kriege, und sie kamen in Socho zusammen, das zu Juda gehört, und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Ephes-Dammim.
7620#1. Samuel,17,2#2. Saul aber und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im Terebinthentale und rüsteten sich zum Kampfe gegen die Philister.
7621#1. Samuel,17,3#3. Die Philister standen am Berge jenseits, und die Israeliten am Berge diesseits, sodass das Tal zwischen ihnen war.
7622#1. Samuel,17,4#4. Da trat aus den Reihen der Philister ein Zweikämpfer hervor mit Namen Goliath, aus Gath, sechs Ellen und eine Spanne hoch.
7623#1. Samuel,17,5#5. Der hatte einen ehernen Helm auf dem Haupte und war mit einem Schuppenpanzer angetan, und das Gewicht seines Panzers betrug fünftausend Lot Erz;
7624#1. Samuel,17,6#6. er hatte eherne Schienen an den Beinen und einen ehernen Wurfspiess auf dem Rücken.
7625#1. Samuel,17,7#7. Der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum, und die Spitze seines Speeres wog sechshundert Lot Eisen, und der Schildträger schritt vor ihm her.
7626#1. Samuel,17,8#8. Und er stellte sich hin und rief den Reihen Israels zu: Warum zieht ihr aus, euch zum Kampf zu rüsten? Bin ich nicht der Philister, ihr aber Knechte Sauls? Erwählt euch einen Mann, dass er zu mir herabkomme!
7627#1. Samuel,17,9#9. Vermag er mit mir zu kämpfen und erschlägt er mich, so wollen wir eure Knechte sein; bin aber ich ihm überlegen und erschlage ihn, so sollt ihr unsre Knechte sein und uns dienen.
7628#1. Samuel,17,10#10. Und der Philister sprach: Ich verhöhne heute die Reihen Israels. Stellt mir einen Mann, dass wir miteinander kämpfen!
7629#1. Samuel,17,11#11. Als Saul und ganz Israel diese Worte des Philisters hörten, verzagten sie und fürchteten sich sehr.
7630#1. Samuel,17,12#12. David aber war der Sohn eines Ephrathiters aus Bethlehem in Juda; der hiess Isai und hatte acht Söhne, und der Mann war alt und hochbetagt zu Sauls Zeiten. -1.Sam. 16,1.
7631#1. Samuel,17,13#13. Nun waren die drei ältesten Söhne Isais mit Saul in den Krieg gezogen; diese drei Söhne, die in den Krieg gezogen waren, hiessen: Der Erstgeborne Eliab, der zweite Abinadab und der dritte Samma;
7632#1. Samuel,17,14#14. David aber war der jüngste. Die drei ältesten waren Saul gefolgt.
7633#1. Samuel,17,15#15. David nun ging ab und zu von Saul weg, um seines Vaters Schafe in Bethlehem zu hüten.
7634#1. Samuel,17,16#16. Aber der Philister trat am Morgen und am Abend auf und stellte sich hin, vierzig Tage lang.
7635#1. Samuel,17,17#17. Da sprach einst Isai zu seinem Sohne David: Nimm doch für deine Brüder ein Epha von dem gerösteten Korn da und diese zehn Brote und bringe sie eilends deinen Brüdern ins Lager.
7636#1. Samuel,17,18#18. Und die zehn Käse da bringst du dem Obersten und schaust nach dem Befinden deiner Brüder und lässest dir das Pfand von ihnen geben.
7637#1. Samuel,17,19#19. Saul nämlich und sie und alle Männer Israels lagen im Terebinthentale im Kampf mit den Philistern.
7638#1. Samuel,17,20#20. Da machte sich David am Morgen in der Frühe auf und überliess die Schafe einem Hüter, dann lud er auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte. Er kam eben zur Wagenburg, als das Heer sich in Schlachtordnung aufstellte und man das Kriegsgeschrei erhob;
7639#1. Samuel,17,21#21. und Israel und die Philister stellten sich auf, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe.
7640#1. Samuel,17,22#22. Da legte David sein Gepäck ab und übergab es dem Trosswächter; dann lief er zur Schlachtreihe, ging hinein und begrüsste seine Brüder.
7641#1. Samuel,17,23#23. Während er mit ihnen redete, da kam gerade der Zweikämpfer, Goliath mit Namen, der Philister von Gath, aus den Reihen der Philister herauf und führte die gewohnten Reden, und David hörte es.
7642#1. Samuel,17,24#24. Aber alle Männer Israels flohen vor dem Manne, als sie ihn sahen, und fürchteten sich sehr.
7643#1. Samuel,17,25#25. Ein Israelit aber sprach: Habt ihr den Mann gesehen, der da heraufkommt? Israel zu verhöhnen, kommt er herauf. Wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben, und seines Vaters Haus will er steuerfrei machen in Israel.
7644#1. Samuel,17,26#26. Da fragte David die Männer, die bei ihm standen: Was wird dem zuteil, der den Philister da erschlägt und die Schmach von Israel wegnimmt? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, dass er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes höhnen darf?
7645#1. Samuel,17,27#27. Die Leute sagten ihm dasselbe: Das und das wird dem zuteil, der ihn erschlägt.
7646#1. Samuel,17,28#28. Als aber Eliab, sein ältester Bruder, ihn mit den Männern reden hörte, geriet er in Zorn über David und sprach: Warum bist du da herabgekommen, und wem hast du die paar Schafe in der Wüste überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit und deinen schlimmen Sinn; nur um den Krieg zu sehen, bist du da herabgekommen.
7647#1. Samuel,17,29#29. David antwortete: Was habe ich denn nun getan? Man wird doch ein Wort reden dürfen!
7648#1. Samuel,17,30#30. Und er wandte sich von ihm ab zu einem andern und fragte dasselbe, und die Leute antworteten ihm wie das erstemal.
7649#1. Samuel,17,31#31. Als nun bekannt wurde, was David gesprochen hatte, hinterbrachte man es Saul; der liess ihn holen.
7650#1. Samuel,17,32#32. Und David sprach zu Saul: Mein Herr lasse den Mut nicht sinken! Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
7651#1. Samuel,17,33#33. Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; denn du bist ein Knabe, er aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.
7652#1. Samuel,17,34#34. Da sprach David zu Saul: Dein Knecht hütete seinem Vater die Schafe; kam nun der Löwe oder der Bär und trug ein Schaf weg von der Herde,
7653#1. Samuel,17,35#35. so lief ich ihm nach, erschlug ihn und riss es ihm aus dem Rachen; erhob er sich aber wider mich, so ergriff ich ihn beim Barte und schlug ihn tot.
7654#1. Samuel,17,36#36. Den Löwen wie den Bären hat dein Knecht erschlagen; und diesem unbeschnittenen Philister soll es ebenso ergehen, weil er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes gehöhnt hat.
7655#1. Samuel,17,37#37. Und David sprach: Der Herr, der mich aus der Tatze des Löwen und des Bären errettet hat, wird mich auch aus der Hand dieses Philisters erretten! Da sagte Saul zu David: Gehe hin! der Herr wird mit dir sein!
7656#1. Samuel,17,38#38. Und Saul zog David seine Rüstung an: er setzte ihm einen ehernen Helm aufs Haupt und legte ihm einen Panzer um.
7657#1. Samuel,17,39#39. Darnach gürtete er David sein Schwert um, über der Rüstung, und er bemühte sich zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann darin nicht gehen; denn ich habe es noch nie versucht. Und David legte alles wieder ab,
7658#1. Samuel,17,40#40. nahm seinen Stecken in die Hand und suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die ihm als Steinbeutel diente; dann nahm er seine Schleuder zur Hand und trat dem Philister entgegen.
7659#1. Samuel,17,41#41. Der Philister aber näherte sich David immer mehr, während der Schildträger vor ihm her schritt.
7660#1. Samuel,17,42#42. Als nun der Philister hinschaute und David sah, verachtete er ihn, weil er noch ein Knabe war, ein rotblonder Jüngling von schöner Gestalt.
7661#1. Samuel,17,43#43. Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stecken zu mir kommst? Und er fluchte David bei seinem Gott.
7662#1. Samuel,17,44#44. Dann sprach er zu David: Komm nur her, so will ich dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes geben!
7663#1. Samuel,17,45#45. David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Wurfspiess; ich aber komme zu dir mit dem Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast.
7664#1. Samuel,17,46#46. Am heutigen Tage wird dich der Herr in meine Hände liefern, dass ich dich erschlage und dir den Kopf abhaue; und ich werde heute deinen Leichnam und die Leichname des Philisterheeres den Vögeln des Himmels und dem Wild der Erde geben, damit alle Welt erkenne, dass Israel einen Gott hat,
7665#1. Samuel,17,47#47. und damit diese ganze Heerschar erfahre, dass der Herr nicht durch Schwert und Speer Sieg schafft; denn des Herrn ist der Krieg, und er wird euch in unsre Hände geben. -Sach. 4,6.
7666#1. Samuel,17,48#48. Als sich nun der Philister aufmachte und auf David losschritt, lief David eilends aus der Schlachtreihe auf den Philister zu.
7667#1. Samuel,17,49#49. Und David griff mit der Hand in die Tasche, nahm einen Stein daraus, schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, dass ihm der Stein in die Stirn drang und er auf sein Angesicht zur Erde fiel.
7668#1. Samuel,17,50#50. So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne dass er ein Schwert zur Hand hatte.
7669#1. Samuel,17,51#51. Dann lief er hin, trat zu dem Philister, fasste dessen Schwert, zog es aus der Scheide und tötete ihn vollends, indem er ihm damit den Kopf abhieb. Als nun die Philister sahen, dass ihr Held tot war, flohen sie.
7670#1. Samuel,17,52#52. Die Männer Israels und Judas aber machten sich auf, erhoben das Feldgeschrei und verfolgten die Philister bis nach Gath und bis an die Tore von Ekron. Und erschlagene Philister lagen auf dem Wege von Saaraim an bis nach Gath und Ekron.
7671#1. Samuel,17,53#53. Dann kehrten die Israeliten um von der Verfolgung der Philister und plünderten ihr Lager.
7672#1. Samuel,17,54#54. David aber nahm den Kopf des Philisters und brachte ihn nach Jerusalem-1-, seine Waffen aber legte er in sein Zelt. -1.Sam. 21,10.   1) einzelne vermuten, es habe hier statt «nach Jerusalem» ursprünglich geheissen «vor den Herrn».
7673#1. Samuel,17,55#55. Als Saul sah, wie David dem Philister entgegenging, sprach er zu dem Feldhauptmann Abner: Wessen Sohn ist denn der Knabe, Abner? Abner sprach: So wahr du lebst, König, ich weiss es nicht!
7674#1. Samuel,17,56#56. Da sprach der König: So frage du, wessen Sohn der Jüngling sei.
7675#1. Samuel,17,57#57. Als nun David nach dem Siege über den Philister zurückkam, nahm ihn Abner und führte ihn vor Saul, während er noch den Kopf des Philisters in der Hand hielt.
7676#1. Samuel,17,58#58. Und Saul sprach zu ihm: Wessen Sohn bist du, Knabe? David sprach: Der Sohn deines Knechtes Isai aus Bethlehem.
7677#1. Samuel,18,1#1. UND als sein Gespräch mit Saul zu Ende war, schloss Jonathan den David in sein Herz, und er gewann ihn lieb wie sein eignes Leben. -2.Sam. 1,26.
7678#1. Samuel,18,2#2. Saul aber nahm ihn an jenem Tage zu sich und liess ihn nicht mehr in seines Vaters Haus zurückkehren.
7679#1. Samuel,18,3#3. Und Jonathan schloss einen Bund mit David, weil er ihn lieb hatte wie sein eignes Leben. -1.Sam. 20,8.
7680#1. Samuel,18,4#4. Und Jonathan zog den Mantel aus, den er anhatte, und gab ihn David, auch seine Rüstung und sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
7681#1. Samuel,18,5#5. Und wenn David auszog, so hatte er Glück in allem, wozu Saul ihn sandte, sodass ihn Saul über die Kriegsleute setzte; und er war beliebt beim ganzen Volke, auch bei den Dienern Sauls.
7682#1. Samuel,18,6#6. Als sie nun heimkamen bei Davids Rückkehr vom Siege über den Philister, zogen aus allen Städten Israels die Frauen unter Gesang und Reigen dem König Saul entgegen mit Handpauken, Jubel und Zimbeln;
7683#1. Samuel,18,7#7. und die tanzenden Frauen sangen: Saul hat seine Tausende geschlagen, / David aber seine Zehntausende.
7684#1. Samuel,18,8#8. Da ergrimmte Saul sehr, und es missfiel ihm dieses Wort, und er sprach: Sie haben David die Zehntausende gegeben und mir die Tausende; am Ende fällt ihm auch noch das Königtum zu!
7685#1. Samuel,18,9#9. Und Saul beneidete David von jenem Tage an und forthin.
7686#1. Samuel,18,10#10. Am folgenden Tage kam ein böser Geist über Saul, sodass er ausser sich geriet im Hause; David aber spielte die Laute, wie er jeden Tag zu tun pflegte, und Saul hielt den Speer in der Hand. -1.Sam. 16,14.
7687#1. Samuel,18,11#11. Und Saul zückte den Speer, indem er dachte: Ich will David an die Wand spiessen. David aber wich ihm zweimal aus.
7688#1. Samuel,18,12#12. Und Saul fürchtete sich vor David; denn der Herr war mit ihm, von Saul jedoch war er gewichen.
7689#1. Samuel,18,13#13. Darum entfernte ihn Saul aus seiner Nähe und setzte ihn zum Obersten über Tausend, und er zog an der Spitze des Volkes aus und ein.
7690#1. Samuel,18,14#14. David aber hatte Glück auf allen seinen Wegen; denn der Herr war mit ihm.
7691#1. Samuel,18,15#15. Als nun Saul sah, dass er so viel Glück hatte, überkam ihn ein Grauen vor ihm.
7692#1. Samuel,18,16#16. Bei ganz Israel und Juda aber war David beliebt; denn er zog aus und ein vor ihnen her.
7693#1. Samuel,18,17#17. UND Saul sprach zu David: Hier meine ältere Tochter Merab, die will ich dir zum Weibe geben; nur sei mir tapfer und führe die Kriege des Herrn. Saul dachte nämlich: Meine Hand soll nicht an ihn kommen; an ihn komme die Hand der Philister.
7694#1. Samuel,18,18#18. David aber antwortete Saul: Wer bin ich? Und was ist meine Sippe, das Geschlecht meines Vaters, in Israel, dass ich des Königs Tochtermann werden könnte? -2.Sam. 7,18.
7695#1. Samuel,18,19#19. Als aber die Zeit kam, da Merab, die Tochter Sauls, David gegeben werden sollte, wurde sie Adriel von Mehola zum Weibe gegeben.
7696#1. Samuel,18,20#20. Aber Michal, die Tochter Sauls, hatte David lieb. Als man Saul das hinterbrachte, war es ihm recht.
7697#1. Samuel,18,21#21. Saul dachte nämlich: Ich will sie ihm geben, dass sie ihm zum Fallstrick werde und die Hand der Philister an ihn komme.
7698#1. Samuel,18,22#22. Und Saul gebot seinen Dienern: Redet heimlich mit David und sagt: Siehe, der König hat Gefallen an dir, und bei all seinen Dienern bist du beliebt; so werde doch nun des Königs Tochtermann.
7699#1. Samuel,18,23#23. Und die Diener Sauls redeten so zu David. David aber sprach: Dünkt euch das ein Geringes, des Königs Tochtermann zu werden, wo ich doch ein armer und geringer Mann bin?
7700#1. Samuel,18,24#24. Die Diener Sauls hinterbrachten ihm dies und sprachen: Das und das hat David gesagt.
7701#1. Samuel,18,25#25. Da sprach Saul: Saget so zu David: Der König begehrt keinen andern Brautpreis als hundert Vorhäute von Philistern, um an den Feinden des Königs sich zu rächen. Aber Saul gedachte David durch die Philister zu Fall zu bringen.
7702#1. Samuel,18,26#26. Als nun seine Diener David diese Worte hinterbrachten, war David es zufrieden, des Königs Tochtermann zu werden.
7703#1. Samuel,18,27#27. So machte sich David auf und zog mit seinen Leuten hin und erschlug zweihundert Mann unter den Philistern. Und David brachte ihre Vorhäute und legte sie dem König vollzählig vor, um des Königs Tochtermann zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.
7704#1. Samuel,18,28#28. Als aber Saul sah und erkannte, dass der Herr mit David war und dass ganz Israel ihn liebte,
7705#1. Samuel,18,29#29. da fürchtete er sich noch mehr vor David. So wurde Saul Davids Feind für alle Zeit.
7706#1. Samuel,18,30#30. Und die Fürsten der Philister zogen zu Felde; sooft sie aber auszogen, hatte David mehr Glück als alle Diener Sauls. So wurde sein Name hochgeehrt.
7707#1. Samuel,19,1#1. NUN redete Saul zu seinem Sohne Jonathan und zu allen seinen Dienern davon, David zu töten. Aber Jonathan, der Sohn Sauls, war David sehr zugetan.
7708#1. Samuel,19,2#2. Darum hinterbrachte Jonathan dies David und sprach: Mein Vater Saul trachtet darnach, dich zu töten. So nimm dich nun morgen früh in acht, verstecke dich und bleibe verborgen.
7709#1. Samuel,19,3#3. Ich aber will hinauskommen und neben meinen Vater treten auf dem Felde, wo du bist, und will mit meinem Vater von dir reden; und was ich da etwa erfahre, das will ich dir kundtun.
7710#1. Samuel,19,4#4. Und Jonathan redete zu Davids Gunsten bei seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Der König versündige sich nicht an seinem Knechte David; denn er hat sich nicht wider dich vergangen, und sein Tun ist dir sehr nützlich gewesen:
7711#1. Samuel,19,5#5. er hat doch sein Leben aufs Spiel gesetzt und den Philister erschlagen, und so hat der Herr ganz Israel einen grossen Sieg verliehen. Du hast es mitangesehen und dich gefreut. Warum willst du dich an unschuldigem Blut versündigen, indem du David ohne Ursache tötest?
7712#1. Samuel,19,6#6. Da hörte Saul auf Jonathan und schwur: So wahr der Herr lebt, er soll nicht sterben!
7713#1. Samuel,19,7#7. Nun rief Jonathan den David und tat ihm alle diese Worte kund. Dann führte Jonathan den David zu Saul, und er blieb wieder bei ihm wie zuvor.
7714#1. Samuel,19,8#8. Als aber der Krieg wieder ausbrach, zog David aus zum Kampfe gegen die Philister und brachte ihnen eine schwere Niederlage bei, sodass sie vor ihm flohen.
7715#1. Samuel,19,9#9. Da kam ein böser Geist vom Herrn über Saul, als er, den Speer in der Hand, in seinem Hause sass, während David die Laute spielte. -1.Sam. 16,14; 18,10.
7716#1. Samuel,19,10#10. Und Saul versuchte David mit dem Speer an die Wand zu spiessen; der jedoch wich Saul aus, sodass er den Speer in die Wand stiess. David aber floh und entrann. 11. In jener Nacht
7717#1. Samuel,19,11#sandte Saul Boten nach dem Hause Davids, ihn zu bewachen, damit er ihn am Morgen töte. Michal aber, Davids Weib, verriet es ihm und sprach: Wenn du nicht diese Nacht dein Leben rettest, so wirst du morgen umgebracht.
7718#1. Samuel,19,12#12. Und Michal liess ihn durch das Fenster hinab, und er ging davon, floh und entrann. -Jos. 2,15.
7719#1. Samuel,19,13#13. Dann nahm Michal den Theraphim und legte ihn auf das Bett, das Geflecht von Ziegenhaaren aber legte sie zu seinen Häupten und deckte ihn mit der Decke zu.
7720#1. Samuel,19,14#14. Da sandte Saul Boten, David zu holen. Sie aber sprach: Er ist krank.
7721#1. Samuel,19,15#15. Saul aber sandte die Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn mitsamt dem Bette zu mir herauf, dass ich ihn töte.
7722#1. Samuel,19,16#16. Als aber die Boten kamen, siehe, da lag der  Theraphim auf dem Bette und das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.
7723#1. Samuel,19,17#17. Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind laufen lassen, dass er entrinnen konnte? Michal erwiderte Saul: Er sprach zu mir: «Lass mich gehen, oder ich töte dich!»
7724#1. Samuel,19,18#18. David aber floh und entrann und kam zu Samuel nach Rama und sagte ihm alles, was ihm Saul getan hatte. Und er ging mit Samuel hin, und sie wohnten im Prophetenhause.
7725#1. Samuel,19,19#19. Es wurde aber Saul hinterbracht: Siehe, David ist im Prophetenhause zu Rama.
7726#1. Samuel,19,20#20. Da sandte Saul Boten, David zu holen. Als sie nun die Schar der Propheten in Verzückung sahen und Samuel an ihrer Spitze, da kam der Geist Gottes über die Boten Sauls, dass sie auch in Verzückung gerieten. -1.Sam. 10,10.
7727#1. Samuel,19,21#21. Als man das Saul meldete, sandte er andre Boten, aber auch sie gerieten in Verzückung. Da sandte er noch zum dritten Male Boten, aber auch sie gerieten in Verzückung.
7728#1. Samuel,19,22#22. Nun ging er selbst nach Rama, und als er zur Tennen-Zisterne auf der kahlen Höhe kam, fragte er: Wo sind Samuel und David? Man antwortete: Im Prophetenhause zu Rama.
7729#1. Samuel,19,23#23. Als er nun von dort nach dem Prophetenhause in Rama ging, kam der Geist Gottes auch über ihn, und er war auf dem ganzen Wege in Verzückung, bis er zum Prophetenhause in Rama kam. -1.Sam. 10,11.
7730#1. Samuel,19,24#24. Und auch er zog seine Kleider aus, und auch er war in Verzückung vor Samuel und lag nackt da jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: Ist Saul auch unter den Propheten?
7731#1. Samuel,20,1#1. David aber floh aus dem Prophetenhause in Rama. UND David kam und sprach vor Jonathan: Was habe ich getan? Was ist meine Schuld und was ist mein Vergehen vor deinem Vater, dass er mir nach dem Leben trachtet? -1.Sam. 26,18.
7732#1. Samuel,20,2#2. Er aber sprach zu ihm: Bewahre! du wirst nicht sterben! Sieh, mein Vater tut nichts, weder Grosses noch Kleines, ohne es mir zu offenbaren. Warum sollte denn mein Vater mir nun dieses verbergen? Es ist nichts daran.
7733#1. Samuel,20,3#3. David erwiderte: Dein Vater weiss wohl, dass du mir zugetan bist; so wird er denken: «Jonathan darf das nicht erfahren, es könnte ihn bekümmern.» Aber, so wahr der Herr lebt und so wahr du lebst! es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode.
7734#1. Samuel,20,4#4. Jonathan aber sprach zu David: Was begehrst du denn von mir?
7735#1. Samuel,20,5#5. David sprach zu Jonathan: Siehe, morgen ist Neumond; da sollte ich mit dem König zu Tische sitzen. Aber lass mich, damit ich mich auf dem Felde verberge bis zum Abend.
7736#1. Samuel,20,6#6. Wenn dann dein Vater mich vermisst, so sprich: «David hat sich von mir ausgebeten, nach seiner Heimat Bethlehem zu eilen, weil dort das Jahresopfer für das ganze Geschlecht stattfindet.»
7737#1. Samuel,20,7#7. Sagt er dann: «Gut!» so steht es wohl um deinen Knecht. Gerät er aber in Zorn, so wisse, dass das Unheil bei ihm beschlossen ist.
7738#1. Samuel,20,8#8. So übe nun Barmherzigkeit an deinem Knechte; denn du hast ja mit deinem Knechte einen Gottesbund geschlossen. Ist aber eine Schuld an mir, so töte du mich; warum denn wolltest du mich zu deinem Vater bringen? -1.Sam. 18,3.
7739#1. Samuel,20,9#9. Und Jonathan sprach: Bewahre! Vielmehr, wenn ich merken sollte, dass bei meinem Vater beschlossen wäre, das Unheil über dich zu bringen, sollte ich es dir nicht anzeigen?
7740#1. Samuel,20,10#10. David aber sprach zu Jonathan: Wenn es mir nur jemand anzeigen wollte, wenn etwa dein Vater dir hart antwortet!
7741#1. Samuel,20,11#11. Jonathan nun sprach zu David: Komm, lass uns aufs Feld hinausgehen! Und sie gingen beide aufs Feld hinaus.
7742#1. Samuel,20,12#12. Und Jonathan sprach zu David: Der Herr, der Gott Israels, ist Zeuge: wenn ich morgen um diese Zeit meinen Vater ausforsche und es steht gut für David, so werde ich alsdann sicher zu dir senden und es dir offenbaren.
7743#1. Samuel,20,13#13. Der Herr tue dem Jonathan dies und das: wenn mein Vater das Unheil über dich beschliesst, so will ich es dir offenbaren und dich ziehen lassen, dass du ungefährdet von dannen gehest. Und der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist!
7744#1. Samuel,20,14#14. Und möchtest du, wenn ich noch lebe, o möchtest du dann doch Barmherzigkeit des Herrn an mir üben! wenn ich aber sterbe,
7745#1. Samuel,20,15#15. o so entziehe niemals meinem Hause deine Huld! Und wenn der Herr die Feinde Davids Mann für Mann vom Erdboden vertilgt,
7746#1. Samuel,20,16#16. so möge nicht der Name Jonathans neben dem Hause Davids ausgerottet werden, wohl aber möge der Herr Rache üben an den Feinden Davids!
7747#1. Samuel,20,17#17. Dann schwur Jonathan dem David noch einmal, weil er ihn liebte; denn er liebte ihn wie sein eignes Leben.
7748#1. Samuel,20,18#18. Und Jonathan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.
7749#1. Samuel,20,19#19. Übermorgen aber wird man dich erst recht vermissen; dann komme an den Ort, wo du dich versteckt hast am Tage jener Tat, und setze dich neben den Erdhaufen dort. -1.Sam. 19,2.
7750#1. Samuel,20,20#20. Ich aber werde übermorgen mit Pfeilen nach seiner Seite schiessen, als ob ich für mich nach einem Ziele schösse.
7751#1. Samuel,20,21#21. Dann werde ich den Burschen schicken: «Geh, suche den Pfeil!» Sage ich zu dem Burschen: «Sieh, der Pfeil liegt herwärts von dir, hole ihn!» so komm, denn es steht gut für dich, und es hat keine Gefahr, so wahr der Herr lebt.
7752#1. Samuel,20,22#22. Sage ich aber zu dem Jüngling: «Sieh, der Pfeil liegt hinwärts von dir!» so gehe, denn der Herr heisst dich gehen.
7753#1. Samuel,20,23#23. Was wir aber, ich und du, miteinander geredet haben - siehe, da ist der Herr (Zeuge) zwischen mir und dir ewiglich.
7754#1. Samuel,20,24#24. Da versteckte sich David auf dem Felde. Als nun der Neumond kam, setzte sich der König zu Tische, um zu essen.
7755#1. Samuel,20,25#25. Der König sass an seinem Platz wie immer, auf dem Platze an der Wand, Jonathan ihm gegenüber und Abner an der Seite Sauls; Davids Platz aber blieb leer.
7756#1. Samuel,20,26#26. An diesem Tage sagte Saul nichts; denn er dachte sich: Es ist ihm etwas widerfahren; er ist wohl nicht rein, weil er sich noch nicht hat reinigen lassen. -3.Mo. 7,20; 22,4-7.
7757#1. Samuel,20,27#27. Als aber auch am Tage nach dem Neumond Davids Platz leer blieb, sprach Saul zu seinem Sohne Jonathan: Warum ist der Sohn Isais weder gestern noch heute zu Tische gekommen?
7758#1. Samuel,20,28#28. Jonathan antwortete Saul: David hat sich bei mir Urlaub nach Bethlehem erbeten;
7759#1. Samuel,20,29#29. er sagte: «Lass mich doch gehen; denn wir haben ein Familienopfer im Orte, und meine Brüder haben mich dazu entboten. Und nun, wenn du mir wohlgesinnt bist, so lass mich doch fort, meine Brüder zu sehen.» Darum ist er nicht zum Tische des Königs gekommen.
7760#1. Samuel,20,30#30. Da entbrannte der Zorn Sauls wider Jonathan, und er sprach zu ihm: Du Sohn einer Zuchtvergessenen! Ich weiss ja wohl, dass du an dem Sohne Isais hängst, dir selbst und dem Leibe deiner Mutter zur Schande.
7761#1. Samuel,20,31#31. Denn solange der Sohn Isais auf Erden lebt, wirst weder du noch dein Königtum Bestand haben. So sende nun hin und lass ihn zu mir her holen; denn er ist ein Kind des Todes!
7762#1. Samuel,20,32#32. Jonathan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan?
7763#1. Samuel,20,33#33. Da zückte Saul den Speer gegen ihn, um ihn zu treffen. Nun merkte Jonathan, dass es bei seinem Vater beschlossene Sache war, David zu töten,
7764#1. Samuel,20,34#34. und Jonathan stand auf vom Tisch in glühendem Zorn und ass an jenem zweiten Tage des Neumondes nichts; denn er war um David bekümmert, weil sein Vater ihn geschmäht hatte.
7765#1. Samuel,20,35#35. Am Morgen aber ging Jonathan mit einem jungen Burschen aufs Feld hinaus, wie er mit David verabredet hatte,
7766#1. Samuel,20,36#36. und er sprach zu seinem Burschen: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich abschiesse. Während nun der Bursche lief, schoss er den Pfeil über ihn hinaus.
7767#1. Samuel,20,37#37. Und als der Bursche an den Ort kam, wo der Pfeil lag, den Jonathan abgeschossen hatte, rief Jonathan dem Burschen nach: Der Pfeil liegt ja hinwärts von dir!
7768#1. Samuel,20,38#38. Und Jonathan rief dem Burschen nach: Schnell, eile dich! Steh nicht still! Da las der Bursche Jonathans Pfeile auf und brachte sie seinem Herrn.
7769#1. Samuel,20,39#39. Aber der Bursche wusste nichts; nur Jonathan und David wussten um die Sache.
7770#1. Samuel,20,40#40. Dann gab Jonathan seine Waffen dem Burschen und sprach zu ihm: Geh, trage sie in die Stadt.
7771#1. Samuel,20,41#41. Während nun der Bursche heimging, erhob sich David neben dem Erdhaufen, warf sich auf sein Angesicht zur Erde und verneigte sich dreimal; und sie küssten einander und weinten umeinander über die Massen.
7772#1. Samuel,20,42#42. Und Jonathan sprach zu David: Zieh hin in Frieden! Was wir beide einander im Namen des Herrn geschworen haben - da ist der Herr (Zeuge) zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen ewiglich!
7773#1. Samuel,21,1#1. So machte sich David denn auf und zog hinweg, Jonathan aber kehrte heim in die Stadt.
7774#1. Samuel,21,2#2. UND David kam nach Nob zum Priester Ahimelech. Ahimelech aber ging David erschrocken entgegen und sprach zu ihm: Warum kommst du allein und ist niemand bei dir?
7775#1. Samuel,21,3#3. David antwortete dem Priester Ahimelech: Der König hat mir etwas aufgetragen und zu mir gesagt: «Niemand darf von der Sache wissen, in der ich dich sende und die ich dir aufgetragen habe.» Drum habe ich auch meine Leute da und da hin beschieden.
7776#1. Samuel,21,4#4. Und nun, hast du vielleicht fünf Brote zur Hand? So gib sie mir, oder was sich sonst vorfindet.
7777#1. Samuel,21,5#5. Der Priester antwortete David: Ich habe kein gewöhnliches Brot zur Hand, es ist bloss heiliges Brot da. Wenn sich nur die Leute der Weiber enthalten haben! -3.Mo. 24,5-9.
7778#1. Samuel,21,6#6. David erwiderte dem Priester: Bewahre! schon seit einiger Zeit waren uns Weiber versagt. Als ich auszog, waren die Leiber der Leute rein, und doch handelt es sich nur um ein gewöhnliches Unternehmen; wieviel mehr werden sie heute rein sein am Leibe!
7779#1. Samuel,21,7#7. Da gab ihm der Priester heiliges Brot, weil kein andres da war als das Schaubrot, das man vor dem Angesicht des Herrn wegnimmt, um frisches Brot aufzulegen an dem Tage, wo man (das alte) wegnimmt. -Mt. 12,3.4.
7780#1. Samuel,21,8#8. Nun befand sich aber dort an jenem Tage, eingeschlossen vor dem Herrn, einer von Sauls Knechten, namens Doeg, ein Edomiter, der Oberste der Hirten Sauls.
7781#1. Samuel,21,9#9. Und David sprach zu Ahimelech: Hast du hier nicht einen Speer oder ein Schwert zur Hand? Ich habe nämlich weder mein Schwert noch meine Waffen mitgenommen, da der Auftrag des Königs dringend war. -1.Sam. 17,54.
7782#1. Samuel,21,10#10. Der Priester sprach: Siehe, das Schwert des Philisters Goliath, den du im Terebinthental erschlagen hast, ist hier hinter dem Ephod, in ein Tuch gewickelt. Willst du es an dich nehmen, so nimm es; ein andres ausser diesem ist nicht da. David sprach: Es gibt nicht seinesgleichen. Reiche es mir!
7783#1. Samuel,21,11#11. Dann machte sich David auf und floh an jenem Tage vor Saul und kam zu Achis, dem König von Gath.
7784#1. Samuel,21,12#12. Und die Diener des Achis sprachen zu diesem: Ist das nicht David, der König des Landes? Ist das nicht der, von dem sie im Reigen singen: Saul hat seine Tausende erschlagen, / David aber seine Zehntausende. -1.Sam. 18,7.
7785#1. Samuel,21,13#13. Diese Worte beunruhigten David, und er fürchtete sich sehr vor Achis, dem König von Gath;
7786#1. Samuel,21,14#14. daher stellte er sich wahnsinnig und tat unter ihren Händen wie ein Rasender, trommelte gegen die Türflügel und liess den Geifer in den Bart triefen.
7787#1. Samuel,21,15#15. Da sprach Achis zu seinen Dienern: Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist! Warum bringt ihr ihn zu mir?
7788#1. Samuel,21,16#16. Habe ich etwa nicht Verrückte genug, dass ihr den da herbringt, mich mit seiner Verrücktheit zu belästigen? Der soll in mein Haus kommen?
7789#1. Samuel,22,1#1. DA ging David von dannen und entkam in die Höhle von Adullam. Als das seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie zu ihm dorthin.
7790#1. Samuel,22,2#2. Und es sammelten sich um ihn alle, die bedrängt, verschuldet oder verzweifelt waren, und er wurde ihr Hauptmann. Es waren bei ihm ungefähr vierhundert Mann.
7791#1. Samuel,22,3#3. Von da zog David nach Mizpe in Moab und sprach zum König von Moab: Lass doch meinen Vater und meine Mutter bei euch wohnen, bis ich weiss, was Gott mit mir tun will.
7792#1. Samuel,22,4#4. Und er liess sie bei dem König von Moab, und sie blieben bei ihm, solange David auf der Bergfeste war.
7793#1. Samuel,22,5#5. Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleibe nicht auf der Bergfeste. Auf, und komm ins Land Juda! Da ging David fort und kam nach Jaar-Hereth.
7794#1. Samuel,22,6#6. Und Saul hörte davon; denn David und die Männer bei ihm waren bekannt geworden. Saul aber sass eben zu Gibea unter der Tamariske auf der Anhöhe, den Speer in der Hand, und alle seine Leute standen vor ihm.
7795#1. Samuel,22,7#7. Da sprach Saul zu seinen Leuten, die vor ihm standen: Höret doch, ihr Benjaminiten! Wird der Sohn Isais euch auch Äcker und Weinberge geben, und wird er euch alle zu Anführern über Tausend und über Hundert machen,
7796#1. Samuel,22,8#8. dass ihr euch alle wider mich verschworen habt und niemand es mir offenbarte, als mein Sohn sich mit dem Sohne Isais verbündete, und dass niemand unter euch Mitleid mit mir hatte und es mir offenbarte, dass mein Sohn meinen Knecht aufgestiftet hat, mir nachzustellen, wie es jetzt am Tage ist? -1.Sam. 18,3.
7797#1. Samuel,22,9#9. Da antwortete der Edomiter Doeg, der gerade neben den Dienern Sauls stand, und sprach: Ich sah, wie der Sohn Isais nach Nob zu Ahimelech, dem Sohne Ahitubs, kam. -1.Sam 21,8; 22,18.
7798#1. Samuel,22,10#10. Der befragte den Herrn für ihn; auch Wegzehrung gab er ihm und das Schwert des Philisters Goliath.
7799#1. Samuel,22,11#11. Da sandte der König hin, den Priester Ahimelech, den Sohn Ahitubs, und seines Vaters ganzes Haus, die Priester in Nob, zu rufen; und sie kamen alle zum König.
7800#1. Samuel,22,12#12. Und Saul sprach: Höre doch, Sohn Ahitubs! Er antwortete: Hier bin ich, Herr!
7801#1. Samuel,22,13#13. Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr euch wider mich verschworen, du und der Sohn Isais, dass du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Gott für ihn befragt hast, sodass er sich wider mich auflehnt und mir nachstellt, wie es jetzt am Tage ist?
7802#1. Samuel,22,14#14. Ahimelech antwortete dem König: Aber wer ist unter allen deinen Knechten so treu wie David, dazu des Königs Tochtermann und Oberster über deine Leibwache und geehrt in deinem Hause?
7803#1. Samuel,22,15#15. Habe ich denn jetzt zum erstenmal Gott für ihn befragt? Mitnichten! Der König lege doch nicht seinem Knechte und dem ganzen Hause meines Vaters etwas zur Last; denn dein Knecht hat von alledem nichts gewusst, weder Kleines noch Grosses.
7804#1. Samuel,22,16#16. Aber der König sprach: Du musst sterben, Ahimelech, du und deines Vaters ganzes Haus!
7805#1. Samuel,22,17#17. Und der König befahl seinen Trabanten, die vor ihm standen: Tretet herzu und tötet die Priester des Herrn; denn sie halten auch zu David, und wiewohl sie wussten, dass er auf der Flucht sei, haben sie es mir nicht offenbart. Aber die Diener des Königs wollten nicht Hand anlegen, um die Priester des Herrn niederzustossen.
7806#1. Samuel,22,18#18. Da sprach der König zu Doeg: Tritt du herzu und stosse die Priester nieder. Der Edomiter Doeg trat herzu und stiess die Priester nieder und tötete an jenem Tage 85 Männer, die das linnene Ephod trugen. -1.Sam. 21,8; 22,9.
7807#1. Samuel,22,19#19. Und Nob, die Stadt der Priester, schlug der König mit der Schärfe des Schwertes - Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder, Esel und Schafe mit der Schärfe des Schwertes.
7808#1. Samuel,22,20#20. Nur ein einziger Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, namens Abjathar, entrann und floh zu David.
7809#1. Samuel,22,21#21. Und Abjathar meldete David, dass Saul die Priester des Herrn umgebracht habe.
7810#1. Samuel,22,22#22. David aber sprach zu Abjathar: Ich wusste schon an jenem Tage, dass der Edomiter Doeg, der ja dort war, es Saul verraten würde. Ich bin schuld am Tode aller aus deines Vaters Hause.
7811#1. Samuel,22,23#23. Bleibe bei mir und fürchte dich nicht! Denn wer dir nach dem Leben trachtet, der trachtet mir nach dem Leben; bei mir bist du in guter Hut.
7812#1. Samuel,23,1#1. UND man meldete David: Siehe, die Philister belagern Kegila und plündern die Tennen.
7813#1. Samuel,23,2#2. Da befragte David den Herrn: Soll ich hingehen und diese Philister schlagen? Und der Herr antwortete David: Geh hin, schlage die Philister und rette Kegila.
7814#1. Samuel,23,3#3. Aber die Leute Davids sprachen zu ihm: Siehe, wir müssen uns schon hier in Juda fürchten, und nun sollen wir gar nach Kegila wider die Reihen der Philister ziehen?
7815#1. Samuel,23,4#4. Da befragte David den Herrn abermals, und der Herr antwortete ihm: Auf, ziehe hinab nach Kegila; denn ich werde die Philister in deine Hand geben.
7816#1. Samuel,23,5#5. Also zog David mit seinen Leuten nach Kegila, stritt wider die Philister, trieb ihr Vieh weg und brachte ihnen eine schwere Niederlage bei. So rettete David die Bewohner von Kegila.
7817#1. Samuel,23,6#6. Abjathar, der Sohn Ahimelechs, aber war auf seiner Flucht zu David mit dem Ephod nach Kegila hinabgegangen. -1.Sam. 22,20.
7818#1. Samuel,23,7#7. Nun wurde Saul gemeldet, dass David nach Kegila gekommen sei. Da sprach Saul: Gott hat ihn in meine Hand gegeben; denn er hat sich selbst eingeschlossen, indem er in eine Stadt mit Toren und Riegeln hineingegangen ist.
7819#1. Samuel,23,8#8. Und Saul bot alles Volk zum Kriege auf, um nach Kegila hinabzuziehen und David samt seinen Leuten zu belagern.
7820#1. Samuel,23,9#9. Als aber David erfuhr, dass Sauls böser Anschlag ihm galt, sprach er zu dem Priester Abjathar: Bring das Ephod her! -1.Sam. 14,18; 30,7; 4.Mo. 27,21.
7821#1. Samuel,23,10#10. Und David sprach: Herr, Gott Israels, dein Knecht hat gehört, dass Saul darauf sinnt, nach Kegila zu kommen und die Stadt um meinetwillen zu verderben.
7822#1. Samuel,23,11#11. Wird Saul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Herr, Gott Israels, tue das doch deinem Knechte kund! Da sprach der Herr: Er wird herabkommen.
7823#1. Samuel,23,12#12. Dann fragte David: Werden die Bürger von Kegila mich und meine Leute Saul ausliefern? Der Herr antwortete: Sie werden dich ausliefern.
7824#1. Samuel,23,13#13. Da machte sich David auf mit seinen Leuten, etwa sechshundert Mann, und sie zogen von Kegila fort und streiften hierhin und dorthin. Als Saul gemeldet wurde, dass David aus Kegila entronnen sei, stand er von seinem Zuge ab.
7825#1. Samuel,23,14#14. David nun hielt sich in der Wüste auf den Höhen auf, im Gebirge, in der Wüste Siph. Und Saul suchte ihn die ganze Zeit; aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
7826#1. Samuel,23,15#15. David aber fürchtete sich, da Saul auszog, ihm nach dem Leben zu trachten. Als nun David in Hores in der Wüste Siph war,
7827#1. Samuel,23,16#16. da machte sich Jonathan, der Sohn Sauls, auf und ging zu David nach Hores, stärkte ihn, indem er ihn auf Gott wies,
7828#1. Samuel,23,17#17. und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; denn die Hand meines Vaters Saul wird dich nicht erreichen, sondern du wirst König werden über Israel, und ich werde der zweite nach dir sein. Auch mein Vater Saul weiss das wohl. -1.Sam. 24,21.
7829#1. Samuel,23,18#18. Dann schlossen die beiden einen Bund miteinander vor dem Herrn; und David blieb in Hores, Jonathan aber ging nach Hause. -1.Sam. 18,3.
7830#1. Samuel,23,19#19. Einige Siphiter aber zogen hinauf zu Saul nach Gibea und sprachen: Sieh, David hält sich bei uns verborgen auf den Höhen in Hores, auf dem Hügel Hachila, südlich von der Einöde. -1.Sam. 26,1.
7831#1. Samuel,23,20#20. Nun denn, ganz wie es dir beliebt, o König, komme herab; an uns wird es dann sein, ihn dem König auszuliefern.
7832#1. Samuel,23,21#21. Da sprach Saul: Seid gesegnet von dem Herrn, dass ihr euch meiner erbarmt habt!
7833#1. Samuel,23,22#22. Geht denn hin und gebt weiter acht, forscht und seht, an welchem Ort sein flüchtiger Fuss sich aufhält; denn man hat mir gesagt: Er führt sicher eine List im Schilde.
7834#1. Samuel,23,23#23. Seht und forscht nach allen Schlupfwinkeln, wo er sich versteckt, und bringt mir sichern Bericht zurück, dann will ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich ihn aufspüren unter allen Tausenden Judas.
7835#1. Samuel,23,24#24. Da machten sie sich auf und gingen Saul voraus nach Siph. David aber und seine Leute waren in der Wüste Maon, in der Steppe südlich von der Einöde.
7836#1. Samuel,23,25#25. Da nun Saul mit seinen Leuten hinzog, ihn zu suchen, hinterbrachte man es David, und er zog zu dem Felsen hinab, der in der Wüste Maon liegt. Als Saul das hörte, jagte er David nach in die Wüste Maon.
7837#1. Samuel,23,26#26. Und Saul ging mit seinen Leuten auf der einen Seite des Berges, David aber mit den Seinen auf der andern. Während so David hastig floh, um Saul zu entgehen, Saul aber mit seinen Leuten David und seine Leute umzingelte, um sie zu greifen,
7838#1. Samuel,23,27#27. kam auf einmal ein Bote zu Saul und sprach: Komm eilends; denn die Philister sind ins Land eingefallen.
7839#1. Samuel,23,28#28. Da stand Saul von der Verfolgung Davids ab und zog den Philistern entgegen. Daher heisst man jenen Ort «Fels des Entschlüpfens».
7840#1. Samuel,24,1#1. DAVID aber zog von dort hinauf und weilte auf den Berghöhen von Engedi.
7841#1. Samuel,24,2#2. Als nun Saul von der Verfolgung der Philister zurückgekehrt war, meldete man ihm: Siehe, David ist in der Wüste von Engedi.
7842#1. Samuel,24,3#3. Da nahm Saul dreitausend Mann, auserlesen aus ganz Israel, und zog hin, um David und seine Leute zu suchen, östlich von den Steinbockfelsen.
7843#1. Samuel,24,4#4. Und er kam zu den Schafhürden am Wege; daselbst war eine Höhle. Und Saul ging hinein, um seine Notdurft zu verrichten; David aber und seine Leute sassen hinten in der Höhle.
7844#1. Samuel,24,5#5. (a) Da sprachen die Leute Davids zu ihm: Das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: «Siehe, ich will deinen Feind in deine Hand geben; da magst du mit ihm machen, was dir gefällt.» (b) Dann stand David auf und schnitt heimlich den Zipfel von Sauls Mantel ab. -V. 5-8: Versreihenfolge in Originalüs: 5a, 7, 8a, 5b, 6, 8b.
7845#1. Samuel,24,6#6. Aber hernach schlug dem David das Gewissen, dass er den Zipfel von Sauls Mantel abgeschnitten hatte.
7846#1. Samuel,24,7#7. Aber er sprach zu seinen Leuten: Da sei Gott vor! Nie werde ich meinem Gebieter, dem Gesalbten des Herrn, das antun, dass ich Hand an ihn legte; denn er ist der Gesalbte des Herrn. -1.Sam. 26,11.
7847#1. Samuel,24,8#8. (a) Und David schalt seine Leute aus und duldete nicht, dass sie sich wider Saul erhöben. (b) Als nun Saul die Höhle verlassen hatte und seines Weges ging,
7848#1. Samuel,24,9#9. erhob sich David hinterher, trat aus der Höhle und rief Saul nach: Mein Herr und König! Da schaute Saul zurück, und David neigte sich mit seinem Angesichte ehrfurchtsvoll zur Erde.
7849#1. Samuel,24,10#10. Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Gerede der Leute, die da sagen: «Siehe, David sinnt auf dein Verderben?»
7850#1. Samuel,24,11#11. An diesem Tage hast du doch mit eignen Augen gesehen, dass dich der Herr heute in der Höhle in meine Hand gegeben hat; aber ich weigerte mich, dich zu töten, und ich schonte deiner; denn ich dachte: Ich will nicht Hand an meinen Gebieter legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn.
7851#1. Samuel,24,12#12. Mein Vater, sieh, sieh doch den Zipfel deines Mantels in meiner Hand! Daran, dass ich den Zipfel deines Mantels abschnitt, aber dich nicht tötete, magst du erkennen und sehen, dass meine Hand rein ist von Bosheit und Verrat und dass ich an dir nicht gesündigt habe; du aber stellst mir nach dem Leben.
7852#1. Samuel,24,13#13. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir, und der Herr mag mich an dir rächen, aber meine Hand soll nicht wider dich sein -
7853#1. Samuel,24,14#14. wie der Spruch der Altvordern sagt: Von Frevlern mag Frevel ausgehen, / aber meine Hand soll nicht wider dich sein!
7854#1. Samuel,24,15#15. Wen verfolgt doch der König von Israel? wem jagst du nach? Einem toten Hund! einem Floh!
7855#1. Samuel,24,16#16. So sei der Herr Richter und entscheide zwischen mir und dir, er sehe darein und führe meine Sache und schaffe mir Recht gegen dich!
7856#1. Samuel,24,17#17. Als nun David diese Worte zu Saul gesprochen hatte, fragte Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hob laut zu weinen an
7857#1. Samuel,24,18#18. und sprach zu David: Du bist gerechter als ich; denn du hast mir Gutes getan, ich aber habe dir Böses getan.
7858#1. Samuel,24,19#19. Und heute hast du mir mehr Gutes getan als je zuvor, da mich der Herr in deine Hand gegeben und du mich doch nicht getötet hast.
7859#1. Samuel,24,20#20. Wenn einer seinen Feind antrifft, lässt er ihn dann friedlich seiner Wege ziehen? Der Herr vergelte dir mit Gutem, was du heute an mir getan hast!
7860#1. Samuel,24,21#21. Und nun siehe, ich weiss wohl, dass du König werden wirst und dass das Königtum über Israel in deiner Hand Bestand haben wird.
7861#1. Samuel,24,22#22. So schwöre mir denn bei dem Herrn, dass du meine Nachkommen nach meinem Tode nicht ausrotten und meinen Namen aus meines Vaters Hause nicht austilgen wirst.
7862#1. Samuel,24,23#23. Und David schwur Saul. Dann zog Saul heim, David aber und seine Leute stiegen auf die Bergfeste.
7863#1. Samuel,25,1#1. DA starb Samuel, und ganz Israel versammelte sich und hielt um ihn die Totenklage, und man begrub ihn in seinem Hause zu Rama. David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Maon.
7864#1. Samuel,25,2#2. Nun war da ein Mann in Maon, der hatte sein Anwesen in Karmel, und der Mann war sehr vermöglich: er besass dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Der war gerade an der Schafschur in Karmel.
7865#1. Samuel,25,3#3. Der Mann hiess Nabal, sein Weib aber hiess Abigail. Das Weib war klug und von schöner Gestalt, der Mann aber war roh und bösartig; er war ein Kalebiter.
7866#1. Samuel,25,4#4. Als nun David in der Wüste hörte, dass Nabal eben an der Schafschur sei,
7867#1. Samuel,25,5#5. sandte er zehn seiner Leute und befahl ihnen: Geht hinauf nach Karmel, kehrt ein bei Nabal, begrüsst ihn in meinem Namen
7868#1. Samuel,25,6#6. und sprecht zu meinem Bruder: Heil dir und Heil deinem Hause, Heil allem, was du hast!
7869#1. Samuel,25,7#7. Ich habe eben gehört, dass du die Schafschur hältst. Nun haben wir deinen Hirten, die bei uns gewesen sind, nichts zuleide getan, und es ist ihnen nichts abhanden gekommen, solange sie in Karmel waren;
7870#1. Samuel,25,8#8. frage nur deine Leute, die werden es dir sagen. So wollest du dich denn gegen die Leute gütig zeigen; sind wir doch zu einem Festtag gekommen. Gib also deinen Knechten und deinem Sohne David, was du gerade hast.
7871#1. Samuel,25,9#9. Als die Leute Davids hinkamen, redeten sie im Namen Davids mit Nabal genau nach ihrem Auftrag und warteten dann.
7872#1. Samuel,25,10#10. Aber Nabal antwortete den Knechten Davids: Wer ist David? Wer ist der Sohn Isais? Es gibt heutzutage genug Knechte, die ihrem Herrn davonlaufen!
7873#1. Samuel,25,11#11. Soll ich mein Brot und meinen Wein und mein Schlachtvieh, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, nehmen und es Leuten geben, von denen ich nicht weiss, woher sie sind?
7874#1. Samuel,25,12#12. Da wandten sich die Leute Davids um auf ihrem Weg und kehrten zurück; und als sie heimkamen, berichteten sie ihm alles, wie es sich zugetragen hatte.
7875#1. Samuel,25,13#13. Da sprach David zu seinen Leuten: Gürte ein jeder sein Schwert um! Und ein jeder tat so, auch David umgürtete sich mit seinem Schwert; und unter Davids Führung zogen bei vierhundert Mann hinauf, zweihundert aber blieben beim Gepäck.
7876#1. Samuel,25,14#14. Der Abigail aber, dem Weibe Nabals, hatte einer von den Leuten berichtet: Sieh, David hat Boten aus der Wüste gesandt, unsern Herrn zu begrüssen; der aber fuhr sie an.
7877#1. Samuel,25,15#15. Nun sind doch die Männer sonst sehr gut mit uns; es ist uns kein Leid geschehen und nichts abhanden gekommen, solange wir bei ihnen umherzogen, solange wir auf dem Felde waren.
7878#1. Samuel,25,16#16. Eine Mauer waren sie für uns bei Nacht und bei Tage, solange wir bei ihnen die Schafe hüteten.
7879#1. Samuel,25,17#17. Nun überlege und sieh zu, was du tun willst; denn das Verderben ist beschlossen über unsern Herrn und sein ganzes Haus. Er aber ist zu bösartig, als dass man mit ihm reden könnte.
7880#1. Samuel,25,18#18. Da nahm Abigail schnell zweihundert Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe, fünf Scheffel geröstetes Korn, hundert getrocknete Trauben und zweihundert Feigenkuchen und lud sie auf die Esel.
7881#1. Samuel,25,19#19. Dann sprach sie zu ihren Leuten: Geht mir voran, ich komme euch gleich nach. Ihrem Manne Nabal aber sagte sie nichts davon.
7882#1. Samuel,25,20#20. Während sie nun, vom Berge verdeckt, auf dem Esel abwärts ritt, da stiess sie plötzlich auf David und seine Leute, die ihr entgegen herunterkamen.
7883#1. Samuel,25,21#21. David aber hatte sich gesagt: Rein umsonst habe ich alles, was dem da gehört, in der Wüste behütet, sodass nichts abhanden gekommen ist von allem, was er hat; er aber hat mir Gutes mit Bösem vergolten.
7884#1. Samuel,25,22#22. Gott tue David dies und das, wenn ich von allen seinen Leuten bis am Morgen auch nur etwas übriglasse, was männlich ist!
7885#1. Samuel,25,23#23. Als nun Abigail David sah, stieg sie eilends vom Esel, warf sich vor David auf ihr Angesicht und verneigte sich zur Erde,
7886#1. Samuel,25,24#24. fiel ihm zu Füssen und sprach: Auf mir allein, o Herr, liegt die Schuld! Lass doch deine Magd vor dir reden und höre die Worte deiner Magd!
7887#1. Samuel,25,25#25. Mein Herr möge sich doch nicht um diesen nichtswürdigen Menschen, den Nabal, kümmern! Denn wie er heisst, so ist er: Nabal-1- heisst er, und voll Torheit ist er. Ich aber, deine Magd, habe die Leute, die mein Herr gesandt hat, nicht gesehen. -1) d.i. Tor.
7888#1. Samuel,25,26#26. Und nun, o Herr, so wahr Gott lebt und so wahr du selbst lebst, den der Herr davon abgehalten hat, in Blutschuld zu fallen und dir mit eigner Hand zu helfen: mögen wie Nabal werden deine Feinde und die Böses sinnen wider meinen Herrn!
7889#1. Samuel,25,27#27. Dieses Geschenk nun, das deine Magd für meinen Herrn mitgebracht hat, möge den Leuten gegeben werden, die in meines Herrn Gefolge sind.
7890#1. Samuel,25,28#28. Vergib doch deiner Magd den Fehltritt; denn der Herr wird dir gewiss ein dauerndes Haus gründen, weil du des Herrn Kriege führst und nichts Böses an dir wird gefunden werden dein Leben lang.
7891#1. Samuel,25,29#29. Und wenn sich ein Mensch erhebt, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu stellen, so möge die Seele meines Herrn im Beutel des Lebens verwahrt sein bei dem Herrn, deinem Gott! Die Seele deiner Feinde aber schleudre er in der Schleuderpfanne fort!
7892#1. Samuel,25,30#30. Wenn dann der Herr dir all das Gute, das er dir verheissen hat, tun wird und dich zum Fürsten über Israel bestellt,
7893#1. Samuel,25,31#31. so wird dir das kein Anstoss noch ein Gewissensvorwurf sein, dass du ohne Ursache Blut vergossen und dir mit eigner Hand geholfen hättest. Wenn aber der Herr dir Gutes tun wird, so gedenke deiner Magd.
7894#1. Samuel,25,32#32. Da sprach David zu Abigail: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, der dich heute mir entgegengesandt hat!
7895#1. Samuel,25,33#33. Und gelobt sei deine Klugheit und gelobt du selbst, dass du mich heute davon abgehalten hast, in Blutschuld zu fallen und mir mit eigner Hand zu helfen!
7896#1. Samuel,25,34#34. Aber so wahr der Herr lebt, der Gott Israels, der mich davon abgehalten hat, dir ein Leid zu tun: wärest du mir nicht eilends entgegengekommen, so wäre dem Nabal bis zum Anbruch des Morgens nichts übriggeblieben, was männlich ist!
7897#1. Samuel,25,35#35. Also nahm David von ihr an, was sie ihm mitgebracht hatte; zu ihr aber sprach er: Zieh in Frieden wieder in dein Haus hinauf. Sieh, ich habe dir Gehör geschenkt und dich wohlwollend aufgenommen.
7898#1. Samuel,25,36#36. Als aber Abigail zu Nabal kam, da hielt er eben in seinem Hause ein Gelage wie ein König, und Nabals Herz war guter Dinge, und er war schwer betrunken. Daher sagte sie ihm nichts, weder Kleines noch Grosses, bis der Morgen anbrach.
7899#1. Samuel,25,37#37. Am Morgen aber, als der Rausch von Nabal gewichen war, erzählte ihm sein Weib, was vorgefallen war. Da erstarb ihm das Herz im Leibe, und er wurde wie ein Stein.
7900#1. Samuel,25,38#38. Und es währte noch etwa zehn Tage, dann schlug der Herr den Nabal, dass er starb.
7901#1. Samuel,25,39#39. Als David hörte, dass Nabal tot sei, sprach er: Gelobt sei der Herr, der meine Beschimpfung an Nabal gerächt und mich vom Unrecht abgehalten hat! Das Unrecht Nabals aber hat der Herr über sein Haupt gebracht. Und David sandte hin und liess mit Abigail reden, um sie sich zum Weibe zu nehmen.
7902#1. Samuel,25,40#40. Als die Knechte Davids zu Abigail nach Karmel kamen, redeten sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, um dich als sein Weib heimzuführen.
7903#1. Samuel,25,41#41. Da stand sie auf, verneigte sich mit ihrem Angesicht zur Erde und sprach: Da hast du deine Sklavin als Magd, um den Knechten meines Herrn die Füsse zu waschen.
7904#1. Samuel,25,42#42. Und Abigail machte sich eilends auf und setzte sich auf ihren Esel, während ihre fünf Mägde sie begleiteten; dann folgte sie den Boten Davids und ward sein Weib.
7905#1. Samuel,25,43#43. Die Ahinoam aber hatte sich David aus Jesreel geholt. So wurden alle beide seine Frauen.
7906#1. Samuel,25,44#44. Saul aber hatte seine Tochter Michal, das Weib Davids, dem Palti, dem Sohne des Lais von Gallim, gegeben.
7907#1. Samuel,26,1#1. DA kamen die Siphiter zu Saul nach Gibea und sprachen: Wisse, David hält sich auf dem Hügel Hachila, östlich von der Einöde, verborgen. -1.Sam. 23,14.19.
7908#1. Samuel,26,2#2. Da machte sich Saul auf und zog zur Wüste Siph hinab, mit ihm dreitausend Mann, die Auserlesenen Israels, um David in der Wüste Siph zu suchen.
7909#1. Samuel,26,3#3. Und Saul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der östlich von der Einöde am Wege liegt; David aber weilte in der Wüste. Als David nun sah, dass Saul ihm in die Wüste nachgekommen war,
7910#1. Samuel,26,4#4. sandte er Kundschafter aus und erfuhr zuverlässig, dass Saul da sei.
7911#1. Samuel,26,5#5. Da machte sich David auf und kam an den Ort, wo Saul sein Lager hatte. Als nun David den Ort sah, wo Saul mit seinem Feldhauptmann Abner, dem Sohne Ners, lag - Saul lag nämlich in der Wagenburg und die Leute waren rings um ihn her gelagert -,
7912#1. Samuel,26,6#6. da hob David an und sprach zu dem Hethiter Ahimelech und zu Abisai, dem Sohne der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer kommt mit mir hinab zu Saul ins Lager? Abisai sprach: Ich komme mit dir hinab.
7913#1. Samuel,26,7#7. Als nun David und Abisai bei Nacht zu den Leuten kamen, siehe, da lag Saul schlafend in der Wagenburg, und sein Speer stak in der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und die Leute lagen rings um ihn her.
7914#1. Samuel,26,8#8. Da sprach Abisai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand gegeben. So will ich ihn nun an den Boden spiessen, mit einem Stoss; ein zweiter wird nicht nötig sein.
7915#1. Samuel,26,9#9. David aber sprach zu Abisai: Bringe ihn nicht um! Denn wer könnte Hand an den Gesalbten des Herrn legen und bliebe ungestraft?
7916#1. Samuel,26,10#10. Und David sprach: So wahr der Herr lebt! Vielmehr wird der Herr ihn schlagen, oder es kommt seine Stunde, da er sterben muss, oder er zieht in den Krieg und wird weggerafft.
7917#1. Samuel,26,11#11. Da sei Gott vor, dass ich Hand an den Gesalbten des Herrn legen sollte! So nimm nun den Speer zu seinen Häupten und den Wasserkrug und lass uns gehen! -1.Sam. 24,7; 2.Sam. 1,14.
7918#1. Samuel,26,12#12. Dann nahm David den Speer und den Wasserkrug zu Häupten Sauls, und sie gingen weg. Und es war niemand, der es sah oder merkte, niemand erwachte, sondern sie schliefen alle; denn Tiefschlaf, vom Herrn gesandt, war auf sie gefallen.
7919#1. Samuel,26,13#13. Und David ging auf die andre Seite (des Tales) hinüber und stellte sich fernab auf den Gipfel des Berges, sodass der Raum zwischen ihnen gross war.
7920#1. Samuel,26,14#14. Dann rief David die Leute und Abner, den Sohn Ners, an: Gibst du keine Antwort, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist du, der du den König anrufst?
7921#1. Samuel,26,15#15. David sprach zu Abner: Du bist doch ein Mann, und deinesgleichen gibt es nicht in Israel! Warum hast du deinen Herrn, den König, nicht behütet? Denn es ist einer von den Leuten eingedrungen, deinen Herrn, den König, umzubringen.
7922#1. Samuel,26,16#16. Es ist nicht recht, was du getan hast. So wahr der Herr lebt, ihr seid des Todes, weil ihr euren Gebieter, den Gesalbten des Herrn, nicht behütet habt! Und nun, sieh doch nach: Wo ist der Speer des Königs? und wo der Wasserkrug zu seinen Häupten?
7923#1. Samuel,26,17#17. Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr und König.
7924#1. Samuel,26,18#18. Und er sprach: Warum verfolgt mein Herr seinen Knecht? Was habe ich denn getan? und was ist Böses an meiner Hand? -1.Sam. 20,1.
7925#1. Samuel,26,19#19. So höre doch nun mein Herr und König die Worte seines Knechtes: Hat der Herr dich wider mich gereizt, so mag er Opfer riechen; wenn aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem Herrn, weil sie mich heute verstossen, dass ich am Eigentum des Herrn nicht teilhaben soll, indem sie sprechen: «Geh, diene andern Göttern!»
7926#1. Samuel,26,20#20. So falle nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht des Herrn; denn der König Israels ist ausgezogen, auf mein Leben Jagd zu machen, wie der Geier das Rebhuhn jagt auf den Bergen.
7927#1. Samuel,26,21#21. Da sprach Saul: Ich habe gefehlt; komm zurück, mein Sohn David, ich will dir forthin kein Leid mehr tun, weil mein Leben dir heute teuer gewesen ist. Ja, ich habe töricht gehandelt und mich sehr schwer vergangen.
7928#1. Samuel,26,22#22. David antwortete: Hier ist der Speer des Königs; es komme einer von den Leuten herüber und hole ihn.
7929#1. Samuel,26,23#23. Der Herr aber vergilt einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue; denn der Herr hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte nicht Hand an den Gesalbten des Herrn legen.
7930#1. Samuel,26,24#24. Und siehe, wie heute dein Leben mir wert gewesen ist, so möge mein Leben dem Herrn wert sein, und er möge mich aus aller Not erretten!
7931#1. Samuel,26,25#25. Da sprach Saul zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David! Gewiss wirst du es vollbringen und obsiegen. Darnach ging David seines Weges, Saul aber kehrte zurück an seinen Ort.
7932#1. Samuel,27,1#1. DAVID aber dachte bei sich selbst: Nun werde ich eines Tages durch Sauls Hand weggerafft werden. Es gibt für mich nichts Besseres, als dass ich ins Philisterland entrinne. Dann wird Saul es aufgeben, mich weiterhin im ganzen Gebiet von Israel zu suchen, und ich entrinne seinen Händen.
7933#1. Samuel,27,2#2. Also machte sich David auf und ging mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren, hinüber zu Achis, dem Sohne Maochs, dem König von Gath. -1.Sam. 21,11; 1.Kön. 2,39.
7934#1. Samuel,27,3#3. Und David blieb bei Achis in Gath samt seinen Leuten, ein jeder mit seinem Hause, David mit seinen beiden Frauen, Ahinoam aus Jesreel und Abigail, dem Weibe Nabals aus Karmel. -1.Sam. 25,40-43.
7935#1. Samuel,27,4#4. Als nun Saul gemeldet wurde, dass David nach Gath geflohen sei, suchte er ihn nicht mehr.
7936#1. Samuel,27,5#5. David aber sprach zu Achis: Wenn du mir wohlgesinnt bist, so gebe man mir einen Platz in einer der Städte auf dem Lande, dass ich daselbst wohne; denn wozu soll dein Knecht bei dir in der Königsstadt wohnen?
7937#1. Samuel,27,6#6. Da gab ihm Achis an jenem Tage Ziklag. Daher gehört Ziklag den Königen von Juda bis auf diesen Tag.
7938#1. Samuel,27,7#7. Die Zeit aber, da David im Lande der Philister wohnte, betrug ein Jahr und vier Monate.
7939#1. Samuel,27,8#8. Und David zog mit seinen Leuten hinauf, und sie fielen in das Land der Gesuriter, Girsiter und Amalekiter ein; denn dies sind die Bewohner des Landes, das sich von Telam bis nach Sur und bis nach Ägypten erstreckt.
7940#1. Samuel,27,9#9. Und wenn David das Land heimsuchte, liess er weder Mann noch Weib am Leben und nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider weg; alsdann kehrte er zurück und kam zu Achis.
7941#1. Samuel,27,10#10. Fragte dann Achis: «Wo seid ihr heute eingefallen?» so antwortete David: «Im Südland von Juda», oder «im Südland der Jerahmeeliter», oder «im Südland der Keniter».
7942#1. Samuel,27,11#11. Männer und Frauen aber brachte David deshalb nicht lebendig nach Gath, weil er dachte: Sie könnten gegen uns aussagen und sprechen: «So und so hat's David getrieben.» Und das war sein Verfahren, solange er im Lande der Philister wohnte.
7943#1. Samuel,27,12#12. Achis aber traute David, weil er dachte: Er hat sich bei seinem Volke, bei Israel, gründlich verhasst gemacht; darum wird er für immer mein Untertan bleiben.
7944#1. Samuel,28,1#1. UND es begab sich zu jener Zeit, dass die Philister ihr Heer zum Kriegszug sammelten, um wider Israel zu streiten. Da sprach Achis zu David: Du wirst wissen, dass du mit mir im Heer ausziehen musst, du und deine Leute.
7945#1. Samuel,28,2#2. David sprach zu Achis: Gut, nun wirst du erfahren, was dein Knecht zu leisten vermag. Achis sprach zu David: Gut, ich mache dich zum Hüter meines Hauptes für die ganze Zeit.
7946#1. Samuel,28,3#3. Samuel war gestorben, und ganz Israel hatte die Totenklage um ihn gehalten und ihn in seiner Stadt Rama begraben. Saul aber hatte das Land von Totenbeschwörern und Wahrsagern gesäubert. -1.Sam. 25,1; 3.Mo. 19,31.
7947#1. Samuel,28,4#4. Nun versammelten sich die Philister, drangen ein und lagerten sich bei Sunem; Saul aber versammelte ganz Israel, und sie lagerten sich am Gilboa.
7948#1. Samuel,28,5#5. Als Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz zitterte sehr.
7949#1. Samuel,28,6#6. Und Saul befragte den Herrn, aber der Herr gab ihm keine Antwort, weder durch Träume noch durch das heilige Los noch durch die Propheten. -1.Sam. 14,37.41; 2.Mo. 28,30; 4.Mo. 27,21.
7950#1. Samuel,28,7#7. Da sprach Saul zu seinen Dienern: Suchet mir ein Weib, das Macht hat über Totengeister, dass ich zu ihr gehe und sie befrage. Seine Diener sprachen zu ihm: Ein Weib, das Macht hat über Totengeister, gibt es in Endor.
7951#1. Samuel,28,8#8. Da verstellte sich Saul, zog andre Kleider an und ging mit zwei Männern hin, und sie kamen bei Nacht zu dem Weibe. Und er sprach: Wahrsage mir doch durch den Totengeist und bringe mir den herauf, den ich dir nenne.
7952#1. Samuel,28,9#9. Das Weib sprach zu ihm: Du weisst doch, was Saul getan hat: dass er die Totenbeschwörer und Wahrsager im Lande ausgerottet hat; warum legst du mir eine Schlinge, dass ich getötet werde?
7953#1. Samuel,28,10#10. Saul aber schwur ihr bei dem Herrn und sprach: So wahr der Herr lebt, es soll dich keine Schuld in dieser Sache treffen.
7954#1. Samuel,28,11#11. Da fragte das Weib: Wen soll ich dir heraufbringen? Er antwortete: Den Samuel bring mir herauf!
7955#1. Samuel,28,12#12. Da schaute das Weib Saul an, schrie laut auf und sprach zu ihm: Warum hast du mich getäuscht? Du bist ja Saul!
7956#1. Samuel,28,13#13. Der König aber sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! sondern sage, was siehst du? Das Weib sprach zu Saul: Einen Geist sehe ich aus der Erde heraufsteigen.
7957#1. Samuel,28,14#14. Er sprach zu ihr: Wie sieht er aus? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf, umhüllt mit einem Mantel. Da merkte Saul, dass es Samuel sei, und er neigte sich mit seinem Angesicht ehrfurchtsvoll zur Erde.
7958#1. Samuel,28,15#15. Samuel aber sprach zu Saul: Warum störst du meine Ruhe und lässest mich herauf kommen? Saul sprach: Ich bin in grosser Not; die Philister streiten wider mich. Gott aber ist von mir gewichen und gibt mir keine Antwort mehr, weder durch Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich rufen lassen, dass du mir zeigest, was ich tun soll. -1.Sam. 16,14.
7959#1. Samuel,28,16#16. Samuel sprach: Warum fragst du mich denn, da doch der Herr von dir gewichen und dein Feind geworden ist?
7960#1. Samuel,28,17#17. Der Herr hat dir getan, wie er durch mich geredet hat: der Herr hat dir das Königtum entrissen und es dem andern gegeben, dem David. -1.Sam. 15,28.
7961#1. Samuel,28,18#18. Weil du auf die Stimme des Herrn nicht gehört und seinen grimmigen Zorn an Amalek nicht vollstreckt hast, darum hat der Herr dir heute das getan -1.Sam. 15,18.19.
7962#1. Samuel,28,19#19. und hat auch Israel mit dir in die Hand der Philister gegeben; und morgen wirst du samt deinen Söhnen bei mir sein. Auch das Heer Israels wird der Herr in die Hand der Philister geben. -1.Sam. 31,6.
7963#1. Samuel,28,20#20. Da fiel Saul entsetzt der ganzen Länge nach zu Boden, und er war in grosser Furcht ob der Worte Samuels; auch war keine Kraft mehr in ihm, denn er hatte den ganzen Tag und die ganze Nacht nichts gegessen.
7964#1. Samuel,28,21#21. Das Weib aber ging zu Saul hin, und als sie sah, dass er ganz verstört war, sprach sie zu ihm: Siehe, deine Magd hat dir gehorcht; ich habe mein Leben aufs Spiel gesetzt und habe auf die Worte gehört, die du zu mir geredet hast.
7965#1. Samuel,28,22#22. Und nun, höre doch auch du auf deine Magd: ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen; iss, damit du bei Kräften bist, wenn du deine Strasse ziehst.
7966#1. Samuel,28,23#23. Er aber weigerte sich und sprach: Ich mag nicht essen. Da nötigten ihn seine Diener und auch das Weib, und er willfahrte ihnen. Und er stand auf von der Erde und setzte sich auf das Lager.
7967#1. Samuel,28,24#24. Das Weib aber hatte ein gemästetes Kalb im Hause; das schlachtete sie eilends. Dann nahm sie Mehl, knetete es und buk daraus Brotfladen;
7968#1. Samuel,28,25#25. das setzte sie Saul und seinen Dienern vor. Und als sie gegessen hatten, standen sie auf und gingen noch in selbiger Nacht davon.
7969#1. Samuel,29,1#1. DIE Philister also versammelten ihr ganzes Heer bei Aphek, Israel aber lagerte sich an der Quelle bei Jesreel.
7970#1. Samuel,29,2#2. Als nun die Fürsten der Philister mit Hunderten und Tausenden einherzogen und zuletzt David und seine Leute mit Achis einherzogen,
7971#1. Samuel,29,3#3. sprachen die Obersten der Philister: Was sollen die Hebräer da? Achis antwortete ihnen: Das ist doch David, der Knecht Sauls, des Königs von Israel; er ist nun schon ein oder zwei Jahre bei mir, ohne dass ich etwas an ihm auszusetzen gefunden hätte seit der Zeit, da er zu mir überging, bis auf diesen Tag. -1.Sam. 27,7.
7972#1. Samuel,29,4#4. Aber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Schick den Mann zurück! Er soll wieder an seinen Ort gehen, den du ihm angewiesen hast, und nicht mit uns in den Kampf hinabziehen und im Kampf uns zum Widersacher werden. Womit könnte der sich bei seinem Herrn besser in Gunst setzen als mit den Köpfen dieser Männer?
7973#1. Samuel,29,5#5. Ist das nicht der David, von dem sie im Reigen singen: Saul hat seine Tausende geschlagen, / David aber seine Zehntausende. -1.Sam. 18,7.
7974#1. Samuel,29,6#6. Da rief Achis David und sprach zu ihm: So wahr der Herr lebt, du bist redlich, und mir wäre es lieb, wenn du bei mir im Lager aus und ein gingest; denn ich habe nichts Arges an dir gefunden seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist, bis auf diesen Tag. Aber den Fürsten gefällst du nicht.
7975#1. Samuel,29,7#7. So kehre nun um und gehe hin in Frieden, dass du nicht etwas tuest, was den Fürsten der Philister missfällt.
7976#1. Samuel,29,8#8. David sprach zu Achis: Aber, was habe ich denn getan, und was hast du an deinem Knecht gefunden seit der Zeit, da ich in deinen Dienst getreten bin, bis auf diesen Tag, dass ich nicht mitkommen und wider die Feinde meines Herrn, des Königs, streiten darf?
7977#1. Samuel,29,9#9. Achis antwortete und sprach zu David: Du weisst, dass du mir lieb bist wie ein Engel Gottes, aber die Obersten der Philister haben gesagt: «Er darf nicht mit uns in den Kampf ziehen.»
7978#1. Samuel,29,10#10. So mache dich nun morgen frühe auf, du und die Knechte deines Herrn, die mit dir gekommen sind, und zieht an den Ort, den ich euch angewiesen habe, und denke nicht an etwas Böses; denn du bist mir lieb - macht euch also morgen frühe auf und ziehet ab, sobald es Tag wird.
7979#1. Samuel,29,11#11. Da machten sich David und seine Leute frühmorgens auf den Weg, um in das Land der Philister zurückzukehren. Die Philister aber zogen hinauf nach Jesreel.
7980#1. Samuel,30,1#1. ALS David mit seinen Leuten am dritten Tage nach Ziklag kam, waren die Amalekiter ins Südland und in Ziklag eingebrochen, hatten Ziklag überfallen und verbrannt, -1.Sam. 27,6.
7981#1. Samuel,30,2#2. hatten die Frauen und alles, was dort war, klein und gross, gefangengenommen, aber niemand getötet, hatten sie dann weggetrieben und waren ihres Weges gezogen.
7982#1. Samuel,30,3#3. Als nun David mit seinen Leuten zur Stadt kam, da war sie verbrannt, und ihre Frauen, Söhne und Töchter waren weggeführt.
7983#1. Samuel,30,4#4. Da hoben David und die Leute, die bei ihm waren, laut zu weinen an, bis sie nicht mehr konnten.
7984#1. Samuel,30,5#5. Auch die beiden Frauen Davids, Ahinoam aus Jesreel und Abigail, das Weib Nabals aus Karmel, waren weggeführt. -1.Sam. 25,42.43.
7985#1. Samuel,30,6#6. Da kam David in grosse Not, denn die Leute gedachten ihn zu steinigen. Alle waren verzweifelt, ein jeder wegen seiner Söhne und wegen seiner Töchter. David aber hatte festes Vertrauen zum Herrn, seinem Gott;
7986#1. Samuel,30,7#7. und er sprach zu dem Priester Abjathar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir doch das Ephod her. Da brachte Abjathar das Ephod zu David, -1.Sam. 14,18; 23,9; 2.Mo. 28,6.
7987#1. Samuel,30,8#8. und David befragte den Herrn und sprach: Soll ich dieser Horde nachjagen? Werde ich sie einholen? Er antwortete ihm: Jage nach! denn einholen wirst du und entreissen!
7988#1. Samuel,30,9#9. Da zog David aus mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren, und sie kamen an den Bach Besor.
7989#1. Samuel,30,10#10. David nun und vierhundert Mann setzten die Verfolgung fort, zweihundert Mann aber, die zu müde waren, um über den Bach Besor zu gehen, blieben zurück.
7990#1. Samuel,30,11#11. Da fanden sie einen Ägypter auf dem freien Felde; den führten sie zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken,
7991#1. Samuel,30,12#12. und sie gaben ihm ein Stück Feigenkuchen und zwei getrocknete Trauben. Als er gegessen hatte, kam er wieder zu sich; denn er hatte drei Tage und drei Nächte nichts gegessen und getrunken.
7992#1. Samuel,30,13#13. David sprach zu ihm: Wem gehörst du an und woher bist du? Er sprach: Ich bin ein ägyptischer Knecht, der Sklave eines Amalekiters; mein Herr hat mich heute vor drei Tagen zurückgelassen, weil ich krank wurde.
7993#1. Samuel,30,14#14. Wir sind ins Südland der Kreter und ins Gebiet von Juda und ins Südland von Kaleb eingefallen, und Ziklag haben wir verbrannt.
7994#1. Samuel,30,15#15. Da sprach David zu ihm: Willst du mich zu dieser Horde hinabführen? Er sprach: Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht töten noch meinem Herrn ausliefern wirst, so will ich dich zu dieser Horde hinabführen.
7995#1. Samuel,30,16#16. Und er führte ihn hinab. Da waren sie über das ganze Land zerstreut, assen und tranken und hielten ein Fest ob all der grossen Beute, die sie aus dem Lande der Philister und aus dem Lande Juda geraubt hatten.
7996#1. Samuel,30,17#17. Und David schlug sie von der Dämmerung an bis zum Abend und vollstreckte an ihnen den Bann, sodass keiner von ihnen entkam ausser vierhundert Knechten, die auf die Kamele stiegen und flohen.
7997#1. Samuel,30,18#18. So rettete David alles, was die Amalekiter genommen hatten; auch seine beiden Frauen rettete David.
7998#1. Samuel,30,19#19. Und es mangelte ihnen nichts, weder Kleines noch Grosses, weder Beute noch Söhne und Töchter noch sonst etwas, was sie mit sich genommen hatten; alles brachte David wieder zurück.
7999#1. Samuel,30,20#20. Und sie nahmen alle Schafe und Rinder und trieben diese Herde vor ihm her und sprachen: Das ist Davids Beute.
8000#1. Samuel,30,21#21. Als nun David zu den zweihundert Mann kam, die zu müde gewesen waren, um ihm zu folgen, sodass er sie am Bach Besor gelassen hatte, zogen sie David und den Leuten, die bei ihm waren, entgegen und begrüssten sie, als David mit den Leuten herzukam.
8001#1. Samuel,30,22#22. Aber die Schlimmen und Nichtswürdigen unter denen, die mit David gezogen waren, hoben an und sprachen: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, wollen wir ihnen nichts geben von der Beute, die wir wiedergewonnen haben, sondern nur einem jeden sein Weib und seine Kinder; die mögen sie mitnehmen und ihres Weges ziehen.
8002#1. Samuel,30,23#23. Da sprach David: Ihr sollt nicht so handeln, nachdem uns der Herr beschenkt und uns behütet und diese Horde, die über uns gekommen ist, in unsre Hand gegeben hat.
8003#1. Samuel,30,24#24. Wer sollte euch denn darin willfahren? Vielmehr, wie der Teil dessen, der in den Kampf zieht, so soll auch der Teil dessen sein, der beim Gepäck bleibt; gleichen Anteil sollen sie haben.
8004#1. Samuel,30,25#25. Und so ist es seit der Zeit und fortan geblieben: er machte es zum Gesetz und Brauch für Israel bis auf diesen Tag. -4.Mo. 31,27.
8005#1. Samuel,30,26#26. Als David nach Ziklag kam, sandte er von der Beute an die Ältesten von Juda in den einzelnen Städten und liess ihnen sagen: Da habt ihr ein Geschenk aus der Beute der Feinde des Herrn -
8006#1. Samuel,30,27#27. nämlich denen in Bethel, denen in Ramath im Südland, denen in Jattir,
8007#1. Samuel,30,28#28. denen in Aroer, denen in Siphmoth, denen in Esthemoa,
8008#1. Samuel,30,29#29. denen in Karmel, denen in den Ortschaften der Jerahmeeliter, denen in den Ortschaften der Keniter,
8009#1. Samuel,30,30#30. denen in Horma, denen in Bor-Asan, denen in Athach
8010#1. Samuel,30,31#31. und denen in Hebron und überallhin, wo David mit seinen Leuten umhergezogen war.
8011#1. Samuel,31,1#1. ALS aber die Philister wider Israel stritten, da flohen die Männer Israels vor ihnen, und manch einer fiel durchbohrt auf dem Gebirge Gilboa.
8012#1. Samuel,31,2#2. Und die Philister setzten Saul und seinen Söhnen zu, und sie erschlugen Jonathan, Abinadab und Malchisua, die Söhne Sauls.
8013#1. Samuel,31,3#3. Und der Kampf war heftig um Saul her, und die Bogenschützen fanden ihn heraus, und er wurde in den Unterleib getroffen.
8014#1. Samuel,31,4#4. Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Ziehe dein Schwert und durchbohre mich damit, dass nicht diese Unbeschnittenen kommen und ihr Gespött mit mir treiben. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er scheute sich zu sehr. Da nahm Saul das Schwert und stürzte sich darein. -Ri. 9,54.
8015#1. Samuel,31,5#5. Als nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb neben ihm.
8016#1. Samuel,31,6#6. So starben Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger miteinander am selben Tage.
8017#1. Samuel,31,7#7. Als aber die Männer Israels, die in den Städten der Ebene und in den Städten am Jordan wohnten, sahen, dass die Männer Israels geflohen und dass Saul und seine Söhne tot waren, verliessen sie ihre Städte und flohen. Da kamen die Philister und setzten sich darin fest.
8018#1. Samuel,31,8#8. Am folgenden Tage aber, als die Philister kamen, um die Gefallenen zu berauben, fanden sie Saul und seine drei Söhne erschlagen auf dem Berge Gilboa.
8019#1. Samuel,31,9#9. Da hieben sie ihm das Haupt ab und zogen ihm die Rüstung aus, und sie sandten rings im Lande der Philister umher, die Siegesbotschaft ihren Götzen und dem Volke zu verkünden.
8020#1. Samuel,31,10#10. Und sie legten seine Rüstung im Hause der Astarte nieder, seinen Leichnam aber spiessten sie an die Mauer von Bethsan.
8021#1. Samuel,31,11#11. Als die Bewohner von Jabes in Gilead hörten, was die Philister Saul getan hatten, -1.Sam. 11.
8022#1. Samuel,31,12#12. machten sich alle streitbaren Männer auf, gingen die ganze Nacht hindurch, nahmen den Leichnam Sauls und die Leichen seiner Söhne von der Mauer von Bethsan weg, brachten sie nach Jabes und verbrannten-1- sie dort. -1) vlt. stand hier ursprünglich für «verbrannten sie dort»: «hielten ihnen dort die Totenklage».
8023#1. Samuel,31,13#13. Dann nahmen sie ihre Gebeine und begruben sie unter der Tamariske in Jabes und fasteten sieben Tage lang.

7128#Ruth,1,1#1. ZU der Zeit, da die Richter regierten, kam eine Hungersnot über das Land. Da zog ein Mann von Bethlehem in Juda mit seinem Weibe und seinen beiden Söhnen fort, um sich im Gefilde Moabs als Fremdling niederzulassen.
7129#Ruth,1,2#2. Der Mann hiess Elimelech, sein Weib Naemi und seine beiden Söhne Mahlon und Chiljon, Ephrathiter aus Bethlehem in Juda; die kamen ins Gefilde Moabs und blieben daselbst.
7130#Ruth,1,3#3. Da starb Elimelech, der Mann der Naemi, und sie blieb allein mit ihren beiden Söhnen.
7131#Ruth,1,4#4. Die nahmen sich moabitische Frauen; die eine hiess Orpa, die andere Ruth. So wohnten sie daselbst etwa zehn Jahre.
7132#Ruth,1,5#5. Darnach starben auch Mahlon und Chiljon, alle beide, und das Weib blieb nach dem Tode ihrer beiden Söhne und ihres Mannes allein.
7133#Ruth,1,6#6. Da machte sie sich auf mit ihren Sohnsfrauen und kehrte aus dem Gefilde Moabs zurück; denn sie hatte daselbst erfahren, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihm wieder Brot gegeben habe.
7134#Ruth,1,7#7. So verliess sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Sohnsfrauen begleiteten sie. Als sie nun ihres Weges zogen, um ins Land Juda zurückzukehren,
7135#Ruth,1,8#8. sprach Naemi zu den beiden Sohnsfrauen: Gehet nun und kehret heim, eine jede in ihrer Mutter Haus. Der Herr möge euch Liebe erweisen, wie ihr sie den Verstorbenen und mir erwiesen habt!
7136#Ruth,1,9#9. Der Herr gebe euch, dass ihr eine Heimstätte findet, eine jede im Hause eines Gatten! Und sie küsste sie. Da hoben sie laut an zu weinen
7137#Ruth,1,10#10. und sprachen zu ihr: Nein, wir wollen mit dir zu deinem Volke zurückkehren.
7138#Ruth,1,11#11. Aber Naemi sprach: Kehret nur um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Habe ich etwa noch Söhne zu erwarten, die eure Männer werden könnten?
7139#Ruth,1,12#12. Kehret um, meine Töchter, und gehet; ich bin ja zu alt, um noch eines Mannes Weib zu werden. Und wenn ich auch dächte: Es ist noch Hoffnung - ja, wenn ich noch diese Nacht eines Mannes Weib würde und sogar Söhne bekäme,
7140#Ruth,1,13#13. wolltet ihr darum warten, bis sie gross geworden? Wolltet ihr euch darum einschliessen und nicht wieder heiraten? Nicht doch, meine Töchter, es ist mir bitter leid um euch, dass die Hand des Herrn mich getroffen hat.
7141#Ruth,1,14#14. Da begannen sie noch mehr zu weinen; dann küsste Orpa ihre Schwiegermutter und ging, Ruth aber hängte sich an sie.
7142#Ruth,1,15#15. Naemi aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist heimgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; so kehre du auch um und folge deiner Schwägerin.
7143#Ruth,1,16#16. Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, dass ich dich verlasse und von dir weg heimkehre. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
7144#Ruth,1,17#17. Wo du stirbst, da sterbe auch ich; da will auch ich begraben sein. Der Herr tue mir dies und das: nur der Tod soll mich von dir scheiden!
7145#Ruth,1,18#18. Als Naemi nun sah, dass sie darauf beharrte, mit ihr zu gehen, liess sie ab, ihr zuzureden.
7146#Ruth,1,19#19. So gingen die beiden dahin, bis sie nach Bethlehem kamen. Und als sie in Bethlehem ankamen, geriet die ganze Stadt ihretwegen in Bewegung, und die Frauen sprachen: Ist das nicht die Naemi?
7147#Ruth,1,20#20. Sie aber sprach zu ihnen: Heisst mich nicht Naemi-1-, heisst mich Mara-2-; denn der Allmächtige hat viel Bitteres über mich verhängt. -1) d.i. die Liebliche.   2) d.i. die Bittere.
7148#Ruth,1,21#21. Reich bin ich ausgezogen, und arm hat mich der Herr zurückgebracht. Warum heisst ihr mich Naemi, da doch der Herr gegen mich gezeugt, der Allmächtige mir Übles beschieden hat?
7149#Ruth,1,22#22. So kehrte Naemi mit der Moabiterin Ruth, ihrer Sohnsfrau, aus dem Gefilde Moabs zurück, und da sie in Bethlehem ankamen, begann gerade die Gerstenernte.
7150#Ruth,2,1#1. NAEMI aber hatte von seiten ihres Mannes einen Verwandten, der ein wohlhabender Mann war, aus dem Geschlechte Elimelechs, mit Namen Boas.
7151#Ruth,2,2#2. Nun sprach einst Ruth, die Moabiterin, zu Naemi: Lass mich aufs Feld gehen und Ähren lesen bei einem, der gütig gegen mich ist. Sie aber sprach zu ihr: So gehe, meine Tochter.
7152#Ruth,2,3#3. Da ging sie hin und las Ähren auf dem Felde hinter den Schnittern her. Und es traf sich, dass sie gerade auf das Grundstück des Boas kam, der vom Geschlechte Elimelechs war.
7153#Ruth,2,4#4. Und siehe, da kam Boas von Bethlehem her; und er sprach zu den Schnittern: Der Herr sei mit euch! Sie antworteten ihm: Der Herr segne dich!
7154#Ruth,2,5#5. Und Boas sprach zu seinem Knechte, der über die Schnitter gesetzt war: Wem gehört dieses Mädchen?
7155#Ruth,2,6#6. Der Knecht, der über die Schnitter gesetzt war, antwortete: Es ist eine junge Moabiterin, die mit Naemi aus dem Gefilde Moabs zurückgekommen ist;
7156#Ruth,2,7#7. sie hat gesagt: «Ich möchte gerne Ähren lesen und sammeln unter den Garben hinter den Schnittern her!» Und so ist sie denn gekommen und vom frühen Morgen an bis jetzt geblieben, ohne auch nur ein Weilchen zu ruhen.
7157#Ruth,2,8#8. Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du, meine Tochter, du brauchst nicht auf einen andern Acker zu gehen, um zu lesen, brauchst auch nicht von hier wegzugehen, sondern kannst dich da zu meinen Mägden halten.
7158#Ruth,2,9#9. Schau nach dem Felde, wo sie schneiden, und gehe hinter ihnen her; ich habe ja meinen Knechten geboten, dich nicht zu belästigen. Und wenn dich dürstet, so gehe nur zu den Krügen und trinke von dem, was die Knechte schöpfen.
7159#Ruth,2,10#10. Da fiel sie auf ihr Angesicht, verneigte sich zur Erde und sprach: Wie kommt es, dass du so gütig gegen mich bist und mich so freundlich beachtest? Ich bin ja nur eine Fremde.
7160#Ruth,2,11#11. Boas antwortete und sprach zu ihr: Es ist mir alles erzählt worden, was du nach deines Mannes Tode an deiner Schwiegermutter getan hast: wie du Vater und Mutter und Heimatland verlassen hast und zu einem Volk gezogen bist, das du zuvor nicht kanntest.
7161#Ruth,2,12#12. Der Herr vergelte dir dein Tun, und voller Lohn werde dir zuteil von dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dich unter seinen Flügeln zu bergen!
7162#Ruth,2,13#13. Da sprach sie: Wie bist du so gütig gegen mich, o Herr! Du hast mich getröstet und deiner Magd so freundlich zugeredet, und ich bin doch nicht einmal wie eine deiner Mägde.
7163#Ruth,2,14#14. Als es nun Essenszeit war, sprach Boas zu ihr: Komm her und iss mit und tunke deinen Bissen in den Essig. Da setzte sie sich zur Seite der Schnitter, und er reichte ihr geröstete Ähren, und sie ass sich satt und behielt noch übrig.
7164#Ruth,2,15#15. Und als sie sich erhob, um wieder zu lesen, gebot Boas seinen Knechten: Auch zwischen den Garben darf sie lesen, und ihr sollt ihr nichts zuleide tun;
7165#Ruth,2,16#16. ja, zieht auch etwa einen Halm für sie aus den Büscheln: und lasst ihn liegen; sie mag es dann auflesen, und ihr sollt sie darob nicht schelten. -3.Mo. 23,22.
7166#Ruth,2,17#17. So las sie auf dem Felde bis zum Abend; dann klopfte sie aus, was sie aufgelesen hatte, und es war ungefähr ein Epha Gerste.
7167#Ruth,2,18#18. Sie hob es auf, ging in die Stadt und zeigte ihrer Schwiegermutter, was sie aufgelesen. Als sie dann auch noch hervorzog und ihr gab, was sie vom Essen übrigbehalten hatte,
7168#Ruth,2,19#19. sprach ihre Schwiegermutter zu ihr: Wo hast du heute gesammelt, und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei, der dir so freundlich begegnet ist! Und sie erzählte ihrer Schwiegermutter, bei wem sie gearbeitet hatte, und sagte: Der Mann, bei dem ich heute gearbeitet habe, heisst Boas.
7169#Ruth,2,20#20. Da sprach Naemi zu ihrer Sohnsfrau: Gesegnet sei er vom Herrn, der seine Liebe den Lebenden und den Toten nicht versagt hat! Und weiter sagte Naemi zu ihr: Der Mann ist mit uns verwandt; er gehört zu unsern Lösern.
7170#Ruth,2,21#21. Da sprach die Moabiterin Ruth: Er hat auch zu mir gesagt: Halte dich nur zu meinem Gesinde, bis sie mit meiner ganzen Ernte fertig sind.
7171#Ruth,2,22#22. Naemi erwiderte ihrer Sohnsfrau Ruth: Es ist gut, meine Tochter, wenn du mit seinen Mägden hinausgehst; so kann man dir auf einem andern Acker doch nichts antun.
7172#Ruth,2,23#23. So hielt sie sich beim Lesen zu den Mägden des Boas, bis die Gerstenernte und die Weizenernte zu Ende war; und sie wohnte bei ihrer Schwiegermutter.
7173#Ruth,3,1#1. DA sprach ihre Schwiegermutter Naemi zu ihr: Meine Tochter, ich muss dir doch ein Heim suchen, damit es dir wohl ergehe.
7174#Ruth,3,2#2. Nun ist ja Boas, mit dessen Mägden du zusammengewesen bist, unser Verwandter. Siehe, er worfelt heute nacht die Gerste auf der Tenne.
7175#Ruth,3,3#3. So wasche dich denn und salbe dich; lege deine Kleider an und gehe zur Tenne hinunter. Doch gib dich dem Manne nicht zu erkennen, bis er mit Essen und Trinken fertig ist.
7176#Ruth,3,4#4. Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wo er sich niederlegt, gehe hin und decke die Stelle zu seinen Füssen auf und lege dich dort nieder; so wird er dir schon sagen, was du tun sollst.
7177#Ruth,3,5#5. Sie sprach zu ihr: Alles, was du sagst, das will ich tun.
7178#Ruth,3,6#6. Sie ging hinunter zur Tenne und tat genau, wie ihre Schwiegermutter ihr geboten hatte.
7179#Ruth,3,7#7. Als Boas gegessen und getrunken hatte und guter Dinge war, ging er hin und legte sich am Rande des Getreidehaufens schlafen. Da kam sie leise, deckte den Platz zu seinen Füssen auf und legte sich nieder.
7180#Ruth,3,8#8. Es war um Mitternacht, da erschrak der Mann, und als er sich vorbeugte, siehe, da lag ein Weib zu seinen Füssen.
7181#Ruth,3,9#9. Er sprach: Wer bist du? Sie antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd; breite deine Decke über deine Magd, denn du bist Löser.
7182#Ruth,3,10#10. Da sprach er: Gesegnet seist du vom Herrn, meine Tochter! Dies letzte Zeichen deiner Liebe ist noch schöner als das erste, indem du nicht den jungen Burschen, ob arm oder reich, nachgelaufen bist.
7183#Ruth,3,11#11. Nun denn, meine Tochter, fürchte dich nicht: alles, was du wünschest, will ich dir tun; weiss doch ein jeder im Tore meines Volkes, dass du ein wackeres Weib bist.
7184#Ruth,3,12#12. Und nun, es ist ja wahr, dass ich ein Löser bin; doch ist noch ein Löser da, der näher verwandt ist als ich.
7185#Ruth,3,13#13. Bleibe jetzt hier übernacht, und am Morgen, wenn er dich lösen will, gut, so mag er dich lösen. Hat er aber keine Lust, dich zu lösen, so löse ich dich, so wahr der Herr lebt. Schlafe nur bis zum Morgen.
7186#Ruth,3,14#14. Und sie schlief zu seinen Füssen bis zum Morgen. Dann stand sie auf, ehe noch einer den andern erkennen konnte; denn er dachte, es darf nicht bekannt werden, dass das Weib auf die Tenne gekommen ist.
7187#Ruth,3,15#15. Und er sprach: Nimm den Umwurf, den du anhast, und halte ihn her! Sie hielt ihn hin, und er mass sechs Mass Gerste ab und lud es ihr auf. Dann ging sie in die Stadt.
7188#Ruth,3,16#16. Als sie zu ihrer Schwiegermutter heimkam, fragte diese: Wie steht's, meine Tochter? Und sie erzählte ihr alles, was ihr der Mann getan hatte,
7189#Ruth,3,17#17. und sprach: Diese sechs Mass Gerste hat er mir gegeben; denn er sagte: Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter heimkommen.
7190#Ruth,3,18#18. Sie aber sprach: Bleibe jetzt ruhig hier, meine Tochter, bis du erfährst, wie die Sache ausfällt; denn der Mann wird nicht ruhen, bis er, und zwar heute noch, die Sache zu Ende geführt hat.
7191#Ruth,4,1#1. Boas aber war zum Tor hinaufgegangen und hatte sich daselbst niedergesetzt. Da ging gerade der Löser vorbei, von dem Boas geredet hatte, und er rief: He du, Freund, komm her und setze dich hier nieder! Und er kam herüber und setzte sich.
7192#Ruth,4,2#2. Nun holte er zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sprach: Setzt euch hierher. Und sie setzten sich.
7193#Ruth,4,3#3. Dann sprach er zu dem Löser: Naemi, die aus dem Gefilde Moabs zurückgekommen ist, will das Grundstück, das unserm Verwandten Elimelech gehörte, verkaufen.
7194#Ruth,4,4#4. Nun habe ich gedacht, ich wolle dir die Sache vorlegen: Kaufe es in Gegenwart derer, die hier sitzen, und der Ältesten meines Volkes. Willst du es lösen, so löse es; willst du es nicht lösen, so sage mir's, damit ich es weiss; denn ausser dir ist kein Löser da, ich komme erst nach dir. Er sprach: Ich will es lösen. -3.Mo. 25,25.
7195#Ruth,4,5#5. Da sprach Boas: An dem Tage, da du das Feld von Naemi erwirbst, erwirbst du auch die Moabiterin Ruth, das Weib des Verstorbenen, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz wieder aufleben zu lassen.
7196#Ruth,4,6#6. Da erwiderte der Löser: Dann kann ich es nicht lösen; sonst schädige ich meinen Erbbesitz. Löse du für dich, was ich lösen sollte; denn ich kann es nicht lösen.
7197#Ruth,4,7#7. Nun war es vor Zeiten Brauch in Israel, wenn es galt, bei der Lösung oder beim Tausch irgendein Geschäft rechtskräftig zu machen: der eine zog seinen Schuh aus und gab ihn dem andern. Das galt als Bestätigung in Israel.
7198#Ruth,4,8#8. Als daher der Löser zu Boas sprach: Kaufe du es für dich, zog er seinen Schuh aus.
7199#Ruth,4,9#9. Boas aber sprach zu den Ältesten und zu allem Volk: Ihr seid heute Zeugen, dass ich hiermit von Naemi die ganze Habe Elimelechs und die ganze Habe Chiljons und Mahlons kaufe.
7200#Ruth,4,10#10. Auch erwerbe ich mir die Moabiterin Ruth, die Witwe Mahlons, zum Weibe, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz wieder aufleben zu lassen, damit der Name des Verstorbenen nicht verschwinde aus der Mitte seiner Brüder und aus dem Tore seines Ortes. Ihr seid heute Zeugen.
7201#Ruth,4,11#11. Und alle Leute, die im Tore waren, und die Ältesten sprachen: Wir sind Zeugen. Der Herr mache das Weib, das in dein Haus kommt, wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel gebaut haben! Erwirb Reichtum in Ephratha, und dein Name werde gefeiert in Bethlehem! -1.Mo. 29,16-30.
7202#Ruth,4,12#12. Dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Thamar dem Juda gebar, durch die Nachkommen, die dir der Herr von diesem jungen Weibe geben wird. -1.Mo. 38,29.
7203#Ruth,4,13#13. So nahm Boas die Ruth, und sie wurde sein Weib. Und als er ihr beiwohnte, beschied ihr der Herr, dass sie Mutter ward, und sie gebar einen Sohn.
7204#Ruth,4,14#14. Da sprachen die Frauen zu Naemi: Gelobt sei der Herr, der dir heute einen Löser nicht versagt hat, und sein Name werde gefeiert in Israel!
7205#Ruth,4,15#15. Er wird dich erquicken und dein Alter versorgen. Hat doch deine Sohnsfrau, die dich liebhat, ihn geboren, sie, die mehr wert ist für dich als sieben Söhne.
7206#Ruth,4,16#16. Und Naemi nahm das Kind und legte es an ihren Busen und ward seine Pflegerin.
7207#Ruth,4,17#17. Die Nachbarinnen aber gaben ihm einen Namen, indem sie sprachen: Der Naemi ist ein Sohn geboren! und sie nannten ihn Obed. Das ist der Vater Isais, des Vaters Davids.
7208#Ruth,4,18#18. Dies sind die Nachkommen des Perez: Perez zeugte Hezron. -18-22: 1.Chr. 2,9-15; Mt. 1,3-6.
7209#Ruth,4,19#19. Hezron zeugte Ram. Ram zeugte Amminadab.
7210#Ruth,4,20#20. Amminadab zeugte Nahason. Nahason zeugte Salmon.
7211#Ruth,4,21#21. Salmon zeugte Boas, Boas zeugte Obed.
7212#Ruth,4,22#22. Obed zeugte Isai. Isai zeugte David.

6510#Richter,1,1#1. NACH dem Tode Josuas befragten die Israeliten den Herrn: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen gegen die Kanaaniter, um wider sie zu streiten? -Ri. 20,18.
6511#Richter,1,2#2. Der Herr antwortete: Juda soll hinaufziehen. Siehe, ich gebe das Land in seine Hand.
6512#Richter,1,3#3. Da sprach Juda zu seinem Bruder Simeon: Ziehe mit mir hinauf in mein Los zum Kampfe wider die Kanaaniter; dann will ich auch mit dir in dein Los ziehen. Und Simeon zog mit ihm.
6513#Richter,1,4#4. Als nun die Judäer hinaufzogen, gab der Herr die Kanaaniter und Pheresiter in ihre Hand, und sie schlugen sie bei Besek, zehntausend Mann.
6514#Richter,1,5#5. Und sie stiessen bei Besek auf Adonibesek, kämpften mit ihm und schlugen die Kanaaniter und Pheresiter;
6515#Richter,1,6#6. Adonibesek aber floh. Doch sie jagten ihm nach, ergriffen ihn und hieben ihm die Daumen und die grossen Zehen ab.
6516#Richter,1,7#7. Da sprach Adonibesek: Siebzig Könige mit abgehauenen Daumen und grossen Zehen lasen (ihr Brot) auf unter meinem Tische. Wie ich getan habe, so vergilt mir Gott. Und man brachte ihn nach Jerusalem; dort starb er.
6517#Richter,1,8#8. Die Judäer aber griffen Jerusalem an und nahmen es ein, schlugen die Bewohner mit der Schärfe des Schwertes und steckten die Stadt in Brand.
6518#Richter,1,9#9. Darnach zogen die Judäer hinab zum Streite wider die Kanaaniter, die auf dem Gebirge, im Südland und in der Niederung wohnten.
6519#Richter,1,10#10. Und Juda zog gegen die Kanaaniter, die in Hebron wohnten - Hebron aber hiess vor Zeiten Kirjath-Arba -; dort schlugen sie den Sesai, den Ahiman und den Thalmai. -Jos. 15,13-19.
6520#Richter,1,11#11. Von da zogen sie gegen die Bewohner von Debir. Debir aber hiess vor Zeiten Kirjath-Sepher.
6521#Richter,1,12#12. Und Kaleb sprach: Wer Kirjath-Sepher schlägt und einnimmt, dem gebe ich meine Tochter Achsa zum Weibe.
6522#Richter,1,13#13. Da nahm es Othniel ein, der Sohn des Kenas, Kalebs jüngerer Bruder; und er gab ihm seine Tochter Achsa zum Weibe.
6523#Richter,1,14#14. Als sie nun einzog, stiftete er sie auf, von ihrem Vater ein Feld zu fordern; und sie sprang vom Esel. Da sprach Kaleb zu ihr: Was hast du?
6524#Richter,1,15#15. Sie antwortete: Gib mir ein Abschiedsgeschenk. Da du mich nach dem Südland gegeben hast, so gib mir auch Wasserquellen. Da gab ihr Kaleb die obern und die untern Quellen.
6525#Richter,1,16#16. Und die Söhne Hobabs, des Keniters, des Schwiegervaters Moses, waren mit den Judäern aus der Palmenstadt in die Wüste von Arad heraufgezogen; die gingen nun hin und liessen sich bei den Amalekitern nieder. -5.Mo. 34,3.
6526#Richter,1,17#17. Juda aber zog mit seinem Bruder Simeon, und sie schlugen die Kanaaniter, die in Zephat wohnten, und vollstreckten den Bann an der Stadt; daher heisst die Stadt Horma-1-. -4.Mo. 21,2.3.   1) d.i. Bann.
6527#Richter,1,18#18. Juda eroberte auch Gaza samt seinem Gebiet, Askalon samt seinem Gebiet und Ekron samt seinem Gebiet.
6528#Richter,1,19#19. Und der Herr war mit den Judäern, sodass sie das Gebirge eroberten; die Bewohner der Niederung nämlich vermochten sie nicht zu vertreiben, weil diese eiserne Wagen hatten.
6529#Richter,1,20#20. Und sie gaben Hebron, wie Mose geboten hatte, dem Kaleb; der vertrieb daraus die drei Söhne Enaks. -4.Mo. 14,24; Jos. 14,13; 15,13.14.
6530#Richter,1,21#21. Die Jebusiter aber, die Jerusalem bewohnten, zu vertreiben, gelang den Benjaminiten nicht; so blieben die Jebusiter neben den Benjaminiten in Jerusalem wohnen bis auf den heutigen Tag. -Jos. 15,63.
6531#Richter,1,22#22. Auch das Haus Joseph zog hinauf, und zwar nach Bethel, und der Herr war mit ihnen.
6532#Richter,1,23#23. Als nun das Haus Joseph Bethel auskundschaften liess - die Stadt hiess vor Zeiten Lus -, -1.Mo. 28,19.
6533#Richter,1,24#24. da sahen die Späher einen Mann aus der Stadt herauskommen; zu dem sprachen sie: Zeige uns doch, wo wir in die Stadt eindringen können, so wollen wir dir Gnade widerfahren lassen.
6534#Richter,1,25#25. Da zeigte er ihnen die Stelle, wo sie in die Stadt eindringen konnten, und sie schlugen die Stadt mit der Schärfe des Schwertes; den Mann aber und sein ganzes Geschlecht liessen sie frei.
6535#Richter,1,26#26. Der Mann nun zog ins Land der Hethiter, baute eine Stadt und nannte sie Lus; das ist ihr Name bis auf den heutigen Tag.
6536#Richter,1,27#27. Und Manasse vermochte nicht, (die Bewohner von) Bethsean und seinen Nebenorten und von Thaanach und seinen Nebenorten zu vertreiben, auch nicht die Bewohner von Dor und seinen Nebenorten, noch die Bewohner von Jibleam und seinen Nebenorten, noch die Bewohner von Megiddo und seinen Nebenorten, und so gelang es den Kanaanitern, in diesem Lande wohnen zu bleiben. -Jos. 17,11-13.
6537#Richter,1,28#28. Als aber Israel erstarkt war, machte es die Kanaaniter fronpflichtig; vertreiben konnte es sie jedoch nicht.
6538#Richter,1,29#29. Und Ephraim vermochte nicht, die Kanaaniter, die in Geser wohnten, zu vertreiben; so blieben die Kanaaniter in seiner Mitte in Geser wohnen. -Jos. 16,10; 1.Kön. 9,16.
6539#Richter,1,30#30. Sebulon vermochte nicht, die Bewohner von Kitron zu vertreiben, noch auch die Bewohner von Nahalol; so blieben die Kanaaniter in seiner Mitte wohnen, wurden aber fronpflichtig.
6540#Richter,1,31#31. Asser vermochte nicht, die Bewohner von Akko zu vertreiben, noch auch die Bewohner von Sidon, Mahaleb, Achsib, Helba, Aphik und Rehob.
6541#Richter,1,32#32. So wohnten denn die Asseriten mitten unter den einheimischen Kanaanitern; denn sie konnten sie nicht vertreiben.
6542#Richter,1,33#33. Naphthali vermochte nicht, die Bewohner von Beth-Semes zu vertreiben, noch auch die Bewohner von Beth-Anath. So wohnte denn dieser Stamm mitten unter den einheimischen Kanaanitern; doch wurden ihm die Bewohner von Beth-Semes und Beth-Anath fronpflichtig.
6543#Richter,1,34#34. Die Amoriter aber drängten die Daniten auf das Gebirge und liessen sie nicht in die Niederung herabkommen.
6544#Richter,1,35#35. So gelang es den Amoritern, in Har-Heres, Ajalon und Saalbim wohnen zu bleiben; doch die Hand des Hauses Joseph lastete immer schwerer auf ihnen, und so wurden sie fronpflichtig.
6545#Richter,1,36#36. Das Gebiet der Edomiter aber erstreckte sich vom Skorpionensteig bis nach Sela und weiter hinauf.
6546#Richter,2,1#1. Und der Engel des Herrn zog von Gilgal hinauf nach Bochim. Und er sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe. Und ich sprach: «Ich werde meinen Bund mit euch in Ewigkeit nicht brechen;
6547#Richter,2,2#2. ihr aber sollt mit den Bewohnern dieses Landes keinen Bund schliessen, sondern ihre Altäre sollt ihr niederreissen.» Doch ihr habt nicht auf mich gehört. Was habt ihr getan! -5.Mo. 7,2; 12,3.
6548#Richter,2,3#3. Nun sage ich euch: «Ich werde sie nicht vor euch vertreiben - damit sie euch bedrängen und ihre Götter euch zum Fallstrick werden.» -5.Mo. 7,16; Jos. 23,13.
6549#Richter,2,4#4. Als der Engel des Herrn diese Worte zu ganz Israel redete, hob das Volk laut zu weinen an.
6550#Richter,2,5#5. Daher nannten sie jenen Ort Bochim-1-. Und sie opferten dem Herrn daselbst. -1) d.i. die Weinenden.
6551#Richter,2,6#6. ALS Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Israeliten ein jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen. -Jos. 24,28.
6552#Richter,2,7#7. Und das Volk diente dem Herrn, solange Josua da war und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten und die alle die grossen Taten des Herrn gesehen hatten, die er für Israel getan. -Jos. 24,31.
6553#Richter,2,8#8. Und Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn, starb, als er 110 Jahre alt war. -Jos. 24,29.30.
6554#Richter,2,9#9. Und man begrub ihn im Gebiete seines Erbbesitzes, zu Thimnath-Heres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaas.
6555#Richter,2,10#10. Als nun auch jenes ganze Geschlecht zu seinen Vätern versammelt war, kam nach ihm ein anderes Geschlecht auf, das vom Herrn nichts wusste, noch von den Taten, die er für Israel getan hatte.
6556#Richter,2,11#11. Da taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen.
6557#Richter,2,12#12. Sie verliessen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Lande Ägypten herausgeführt hatte, und gingen andern Göttern nach, Göttern der Völker rings um sie her, beteten sie an und reizten so den Herrn.
6558#Richter,2,13#13. Wenn sie aber den Herrn verliessen und dem Baal und den Astarten dienten,
6559#Richter,2,14#14. dann entbrannte der Zorn des Herrn wider Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern, die sie ausraubten, und verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, und sie vermochten ihren Feinden nicht mehr zu widerstehen.
6560#Richter,2,15#15. Sooft sie auszogen, war die Hand des Herrn wider sie zum Unheil, wie denn der Herr gedroht und wie der Herr ihnen geschworen hatte, und sie gerieten in grosse Not. -3.Mo. 26,17.
6561#Richter,2,16#16. Wenn sie aber zum Herrn schrieen, liess der Herr Richter erstehen, die sie aus der Hand jener Räuber erretteten.
6562#Richter,2,17#17. Aber auch auf ihre Richter hörten sie nicht, sondern gaben sich andern Göttern hin und beteten sie an. Gar bald wichen sie ab von dem Wege, den ihre Väter, gehorsam den Geboten des Herrn, gewandelt waren; sie taten nicht ein Gleiches.
6563#Richter,2,18#18. Wenn nun der Herr ihnen Richter erstehen liess, so war der Herr mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Erbarmen ob ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Bedrücker.
6564#Richter,2,19#19. Sobald aber der Richter starb, trieben sie es wieder ärger als ihre Väter, indem sie andern Göttern nachgingen, ihnen dienten und sie anbeteten; sie liessen nicht ab von ihrem Tun und ihrem halsstarrigen Wandel.
6565#Richter,2,20#20. Da entbrannte der Zorn des Herrn wider Israel, und er sprach: Weil dieses Volk meine Bundessatzung, die ich ihren Vätern anbefohlen habe, übertreten und nicht auf mich gehört hat,
6566#Richter,2,21#21. so will nun auch ich kein einziges mehr von den Völkern, die Josua bei seinem Tode übriggelassen hat, vor ihnen vertreiben - -Jos. 23,13.
6567#Richter,2,22#22. um Israel durch sie zu prüfen, ob sie getreulich auf den Wegen des Herrn wandeln wie ihre Väter, oder nicht. -Ri. 3,4.
6568#Richter,2,23#23. So liess der Herr diese Völker (im Lande), er vertrieb sie nicht alsobald und gab sie nicht in die Hand Josuas,
6569#Richter,3,1#1. Dies aber sind die Völker, die der Herr (im Lande) liess, um durch sie alle die Israeliten zu prüfen, die nichts von all den Kriegen um Kanaan wussten:
6570#Richter,3,2#2. nur um der Geschlechter der Israeliten willen, um sie den Krieg zu lehren, auf den sie sich vordem noch nicht verstanden.-1- -1) in der Originalüs. ist V. 2 dem V. 1 vorangestellt.
6571#Richter,3,3#3. die fünf Fürsten der Philister, alle Kanaaniter, die Sidonier und die Hethiter, die das Libanongebirge bewohnen vom Berge Baal-Hermon an bis dahin, wo man nach Hamath geht.
6572#Richter,3,4#4. Durch diese sollte Israel geprüft werden, damit es sich zeige, ob sie auf die Gebote hören würden, die der Herr ihren Vätern durch Mose gegeben hatte. -Ri. 2,22.
6573#Richter,3,5#5. So wohnten denn die Israeliten mitten unter den Kanaanitern, Hethitern, Amoritern, Pheresitern, Hewitern und Jebusitern,
6574#Richter,3,6#6. nahmen sich deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter den Söhnen derselben und dienten ihren Göttern. -5.Mo. 7,3.
6575#Richter,3,7#7. UND die Israeliten taten, was dem Herrn missfiel: sie vergassen des Herrn, ihres Gottes, und dienten den Baalen und den Ascheren.
6576#Richter,3,8#8. Da entbrannte der Zorn des Herrn wider Israel, und er verkaufte sie in die Hand Kusan-Risathaims, des Königs von Syrien am Euphrat, und die Israeliten waren dem Kusan-Risathaim acht Jahre lang untertan.
6577#Richter,3,9#9. Da schrieen die Israeliten zum Herrn, und der Herr liess den Israeliten einen Retter erstehen, der sie errettete: Othniel, den Sohn des Kenas, Kalebs jüngern Bruder. -Ri. 1,13.
6578#Richter,3,10#10. Und der Geist des Herrn kam über ihn, sodass er Israel zu seinem Rechte verhalf: Er zog aus zum Kampfe, und der Herr gab Kusan-Risathaim, den König von Syrien, in seine Gewalt, und er gewann die Oberhand über Kusan-Risathaim.
6579#Richter,3,11#11. Da hatte das Land vierzig Jahre lang Ruhe. Als dann aber Othniel, der Sohn des Kenas, starb,
6580#Richter,3,12#12. taten die Israeliten wiederum, was dem Herrn missfiel. Da gab der Herr dem König Eglon von Moab Macht über die Israeliten, weil sie taten, was dem Herrn missfiel.
6581#Richter,3,13#13. Der verbündete sich mit den Ammonitern und Amalekitern, zog hin und schlug Israel und besetzte die Palmenstadt-1-. -1) d.i. Jericho.
6582#Richter,3,14#14. Und die Israeliten waren Eglon, dem König von Moab, achtzehn Jahre lang untertan.
6583#Richter,3,15#15. Da schrieen die Israeliten zum Herrn, und der Herr liess ihnen einen Retter erstehen: Ehud, den Sohn des Benjaminiten Gera; der war linkshändig. Durch ihn sandten die Israeliten Tribut an Eglon, den König von Moab.
6584#Richter,3,16#16. Nun machte sich Ehud ein zweischneidiges Schwert, eine Elle lang, und gürtete es sich unter dem Gewand an die rechte Hüfte.
6585#Richter,3,17#17. So brachte er Eglon, dem König von Moab, den Tribut. Eglon aber war ein sehr fetter Mann.
6586#Richter,3,18#18. Und als Ehud den Tribut fertig abgeliefert hatte, geleitete er die Leute, die den Tribut getragen hatten;
6587#Richter,3,19#19. er selbst aber kehrte bei den Gottesbildern in Gilgal um und sprach: Ich habe ein geheimes Wort an dich, o König. Der aber gebot: Bst! und alle, die um ihn her standen, gingen hinaus.
6588#Richter,3,20#20. Als nun Ehud zu ihm hineinkam, während er allein in seinem kühlen Obergemach sass, sprach Ehud: Ich habe einen Gottesspruch an dich. Da erhob er sich vom Stuhle,
6589#Richter,3,21#21. Ehud aber langte mit der linken Hand nach dem Schwert an seiner rechten Hüfte, fasste es und stiess es ihm in den Bauch,
6590#Richter,3,22#22. sodass nach der Klinge auch noch das Heft hineinfuhr und das Fett sich hinter der Klinge schloss; denn er zog ihm das Schwert nicht aus dem Bauche.
6591#Richter,3,23#23. Darnach ging Ehud hinaus in die Halle, machte die Türe des Obergemachs hinter sich zu und verriegelte sie.
6592#Richter,3,24#24. Kaum war er hinausgegangen, so kamen die Diener, und da sie die Türe des Obergemachs verriegelt fanden, sprachen sie: Er verrichtet wohl nur seine Notdurft in dem kühlen Gemach.
6593#Richter,3,25#25. Und sie warteten bis zum Überdruss vor der Türe des Obergemachs; aber er machte nun einmal nicht auf. Da holten sie den Schlüssel und öffneten; siehe, da lag ihr Herr tot auf dem Boden.
6594#Richter,3,26#26. Ehud aber war entronnen, während sie so zauderten, und war über die Gottesbilder hinausgelangt und nach Seira entkommen.
6595#Richter,3,27#27. Und als er heimkam, stiess er auf dem Gebirge Ephraim in die Posaune, und die Israeliten stiegen mit ihm vom Gebirge herab, er an ihrer Spitze.
6596#Richter,3,28#28. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir, denn der Herr hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben. Und sie folgten ihm und schnitten den Moabitern die Jordanfurten ab und liessen niemand hinüber.
6597#Richter,3,29#29. Und sie schlugen damals die Moabiter, an die zehntausend Mann, alles kräftige und streitbare Männer; nicht einer entrann.
6598#Richter,3,30#30. So mussten sich an jenem Tage die Moabiter unter die Hand Israels beugen, und das Land hatte achtzig Jahre lang Ruhe.
6599#Richter,3,31#31. Nach ihm trat Samgar auf, der Sohn Anaths; der schlug die Philister, sechshundert Mann, mit dem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel. -Ri. 5,6.
6600#Richter,4,1#1. ALS aber Ehud gestorben war, taten die Israeliten wiederum, was dem Herrn missfiel.
6601#Richter,4,2#2. Darum verkaufte sie der Herr in die Hand Jabins, des Königs von Kanaan, der zu Hazor regierte; sein Feldherr aber war Sisera, der in Haroseth-Gojim wohnte.
6602#Richter,4,3#3. Da schrieen die Israeliten zum Herrn. Er hatte nämlich neunhundert eiserne Wagen und bedrückte die Israeliten hart, zwanzig Jahre lang.
6603#Richter,4,4#4. Debora aber, eine Prophetin, das Weib Lappidoths, sprach den Israeliten Recht zu jener Zeit.
6604#Richter,4,5#5. Sie hatte ihren Sitz unter der Deborapalme zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim, und die Israeliten kamen zu ihr hinauf, sich Recht sprechen zu lassen.
6605#Richter,4,6#6. Die sandte hin und liess Barak, den Sohn Abinoams, aus Kedes in Naphthali rufen und sprach zu ihm: Fürwahr, der Herr, der Gott Israels, gebietet dir: Geh, ziehe auf den Berg Thabor und nimm zehntausend Mann von Naphthali und Sebulon mit dir;
6606#Richter,4,7#7. dann ziehe ich den Sisera, den Feldherrn Jabins, samt seinen Wagen und seinen Heerhaufen zu dir an den Bach Kison und gebe ihn in deine Hand.
6607#Richter,4,8#8. Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so gehe ich; gehst du aber nicht mit mir, so gehe ich nicht.
6608#Richter,4,9#9. Sie sprach: Gut, ich gehe mit dir; nur wird dann der Ruhm des Zuges, den du unternimmst, nicht dir zufallen; denn der Herr wird Sisera in die Hand eines Weibes verkaufen. So machte sich Debora auf und zog mit Barak nach Kedes.
6609#Richter,4,10#10. Da entbot Barak Sebulon und Naphthali nach Kedes, und zehntausend Mann folgten ihm auf dem Fusse; auch Debora zog mit ihm.
6610#Richter,4,11#11. Heber aber, der Keniter, hatte sich von den Kenitern, den Söhnen Hobabs, des Schwiegervaters Moses, getrennt und hatte zuletzt sein Zelt bei der Eiche von Zaanaim aufgeschlagen, das bei Kedes liegt.
6611#Richter,4,12#12. Als man nun dem Sisera meldete, dass Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Thabor gezogen sei,
6612#Richter,4,13#13. entbot Sisera alle seine Wagen, neunhundert eiserne Wagen, und alles Kriegsvolk, das er bei sich hatte, aus Haroseth-Gojim an den Bach Kison.
6613#Richter,4,14#14. Debora aber sprach zu Barak: Auf! Denn dies ist der Tag, da der Herr den Sisera in deine Hand gegeben hat. Fürwahr, schon ist der Herr vor dir her ausgezogen. Da stieg Barak vom Berge Thabor herunter und zehntausend Mann ihm nach.
6614#Richter,4,15#15. Und der Herr brachte Verwirrung vor Barak über Sisera und alle Wagen und das ganze Heer, sodass Sisera vom Wagen sprang und zu Fuss floh.
6615#Richter,4,16#16. Und Barak jagte den Wagen und dem Heere nach bis Haroseth-Gojim; und das ganze Heer Siseras fiel durch die Schärfe des Schwertes, auch nicht einer blieb übrig.
6616#Richter,4,17#17. Sisera aber war zu Fuss zum Zelte Jaels, des Weibes des Keniters Heber, geflohen; denn es war Friede zwischen Jabin, dem König von Hazor, und dem Hause des Keniters Heber.
6617#Richter,4,18#18. Und Jael trat heraus, dem Sisera entgegen, und sprach zu ihm: Kehre nur ein, Herr, kehre nur ein bei mir, fürchte dich nicht! Und er kehrte bei ihr ein ins Zelt, und sie deckte ihn mit der Decke zu.
6618#Richter,4,19#19. Er aber sprach zu ihr: Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken, ich habe Durst. Da öffnete sie den Milchschlauch, gab ihm zu trinken und deckte ihn wieder zu.
6619#Richter,4,20#20. Und er sprach zu ihr: Stelle dich an den Eingang des Zeltes, und wenn einer kommt und dich fragt: Ist jemand hier? so sage: Nein.
6620#Richter,4,21#21. Nun holte Jael, das Weib Hebers, einen Zeltpflock und nahm den Hammer zur Hand, dann ging sie leise zu ihm hinein und schlug ihm den Pflock durch die Schläfe, sodass er in die Erde drang; Sisera war nämlich vor Ermattung fest eingeschlafen. So starb er.
6621#Richter,4,22#22. Da kam auch schon Barak dahergestürmt, dem Sisera nach, und Jael trat heraus, ihm entgegen, und sprach zu ihm: Komm, ich will dir den Mann zeigen, den du suchst. Und als er zu ihr hereinkam, siehe, da lag Sisera tot am Boden, mit dem Pflock in der Schläfe.
6622#Richter,4,23#23. So demütigte Gott an jenem Tage Jabin, den König von Kanaan, vor den Israeliten.
6623#Richter,4,24#24. Und die Hand der Israeliten lastete immer schwerer auf Jabin, dem König von Kanaan, bis sie ihn vernichtet hatten.
6624#Richter,5,1#1. DAMALS sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams:
6625#Richter,5,2#2. Dass Führer führten in Israel, / dass sich willig zeigte das Volk, / darob preiset den Herrn! /
6626#Richter,5,3#3. Höret, ihr Könige, merkt auf, ihr Fürsten! / Ich, ja ich will singen dem Herrn, / will spielen dem Herrn, dem Gott Israels. /
6627#Richter,5,4#4. O Herr, als du auszogst von Seir, / einherschrittest von Edoms Gefilde, / erbebte die Erde, es troffen die Himmel, / ja, die Wolken troffen von Wasser. / -5.Mo. 33,2; Ps. 68,8.9.
6628#Richter,5,5#5. Die Berge wankten vor dem Herrn,-1-* / vor dem Herrn, dem Gott Israels. / -1) hier stehen im Hebr. noch die Worte: «Das ist der Sinai».
6629#Richter,5,6#6. In den Tagen Samgars, des Sohnes Anaths, / in den Tagen Jaels feierten die Karawanen, / und die Wandrer mussten krumme Pfade ziehen. / -Ri. 3,31.
6630#Richter,5,7#7. Es feierten die Bauern in Israel, feierten, / bis du aufstandest, Debora, / aufstandest, eine Mutter in Israel. /
6631#Richter,5,8#8. Die Opfer für Gott hatten aufgehört, / ausgegangen war das Gerstenbrot; / kein Schild ward gesehen, noch Speer / bei Vierzigtausenden in Israel. /
6632#Richter,5,9#9. Mein Herz gehört den Führern Israels, / die sich willig zeigten im Volke. / Preiset den Herrn, /
6633#Richter,5,10#10. die ihr auf weissen Eselinnen reitet; / die ihr auf Teppichen sitzt und die ihr des Weges wandert, singt! /
6634#Richter,5,11#11. Horch, Trompeter zwischen den Tränkrinnen! / Dort erzählt man die Heilstaten des Herrn, / die Heilstaten an seinen Bauern in Israel. / Da zog hinab zu den Toren das Volk des Herrn. /
6635#Richter,5,12#12. «Wach auf, wach auf, Debora! / Wach auf, wach auf, singe ein Lied! / Erhebe dich, Barak, und führe gefangen, / die dich gefangenführten, Sohn Abinoams!» /
6636#Richter,5,13#13. Da zog Israel hinab, ein Heer von Gewaltigen, / das Volk des Herrn ihm zu Hilfe gleich Helden. /
6637#Richter,5,14#14. Aus Ephraim stiegen sie zu Tale, / hinter ihnen Benjamin mit seinen Scharen. / Aus Machir stiegen Führer herab / und aus Sebulon die Szepterträger. /
6638#Richter,5,15#15. Die Fürsten in Issaschar folgten Debora, / und Naphthali mit Barak; / ins Tal zogen sie ihm nach auf dem Fusse. / In den Gauen Rubens gab's lange Überlegungen. /
6639#Richter,5,16#16. Was sassest du müssig zwischen den Hürden, / die Lockpfeife bei den Herden zu hören? / In den Gauen Rubens gab's lange Überlegungen. /
6640#Richter,5,17#17. Gilead blieb ruhig jenseits des Jordan, / und warum weilt Dan bei den Schiffen? / Asser sass am Gestade des Meeres / und blieb gemächlich an seinen Buchten. /
6641#Richter,5,18#18. Sebulon ist ein Volk, das sein Leben dem Tode preisgibt, / auch Naphthali auf den Höhen seines Gefildes. /
6642#Richter,5,19#19. Könige kamen und stritten, / Kanaans Könige stritten da, / zu Thaanach an den Wassern Megiddos; / Silberbeute gewannen sie nicht. /
6643#Richter,5,20#20. Vom Himmel her stritten die Sterne, / von ihren Bahnen aus stritten sie wider Sisera. /
6644#Richter,5,21#21. Der Kisonbach riss sie fort, / der Bach wogte ihnen entgegen, der Kisonbach. / Tritt einher, meine Seele, in Kraft! /
6645#Richter,5,22#22. Damals stampften die Hufe der Rosse - / der Galopp, der Galopp der Renner. /
6646#Richter,5,23#23. Verfluchet Meros! sprach der Engel des Herrn, / ja, fluchet seinen Bewohnern, / dass sie nicht kamen dem Herrn zu Hilfe, / dem Herrn zu Hilfe unter den Helden! /
6647#Richter,5,24#24. Gepriesen vor allen Frauen sei Jael, / Hebers Weib, des Keniters, / gepriesen vor allen Frauen im Zelte! /
6648#Richter,5,25#25. Wasser heischte er, Milch gab sie, / in herrlicher Schale reichte sie Sahne. / -Ri. 4,19.
6649#Richter,5,26#26. Ihre Hand streckte sie aus nach dem Pflock, / ihre Rechte nach dem Werkhammer, / hämmerte ein auf Sisera, zerschlug ihm das Haupt, / zermalmte, durchbohrte seine Schläfe. /
6650#Richter,5,27#27. Zu ihren Füssen brach er zusammen, fiel nieder, lag da; / zu ihren Füssen brach er zusammen, fiel nieder; / wo er zusammenbrach, da lag er erschlagen. /
6651#Richter,5,28#28. Durchs Fenster spähte und schaute aus / die Mutter Siseras, durch das Gitter: / «Warum verzieht sein Wagen zu kommen? / warum zögern die Tritte seiner Gespanne?» /
6652#Richter,5,29#29. Die klügste unter den Fürstinnen erwidert ihr, / auch sie selber gibt sich die Antwort: /
6653#Richter,5,30#30. «Sicherlich finden sie, teilen sie Beute - / ein Weib, zwei Weiber für jeden Mann! / ein buntes Gewand, zwei bunte Gewänder als Beute für Sisera! / Ein Tuch, zwei Tücher, schön gewirkt, / für den Hals der Gemahlin!» /
6654#Richter,5,31#31. So müssen umkommen, Herr, all deine Feinde! / Die dich aber lieben, sind wie die Sonne, / wenn sie aufgeht in ihrer Pracht. Und das Land hatte vierzig Jahre lang Ruhe.
6655#Richter,6,1#1. DIE Israeliten aber taten, was dem Herrn missfiel. Da gab sie der Herr in die Hand der Midianiter, sieben Jahre lang.
6656#Richter,6,2#2. Und da die Hand der Midianiter schwer auf Israel lastete, machten sich die Israeliten zum Schutze vor den Midianitern die Schlupfwinkel in den Bergen, die Höhlen und Burgen.
6657#Richter,6,3#3. Und sooft die Israeliten gesät hatten, zogen die Midianiter und die Amalekiter und die aus dem Osten wider sie heran,
6658#Richter,6,4#4. griffen sie an und vernichteten den Ertrag des Landes bis gegen Gaza hin und liessen keine Lebensmittel übrig in Israel, auch keine Schafe, Rinder und Esel.
6659#Richter,6,5#5. Denn wenn sie mit ihren Herden und Zelten heranzogen, kamen sie so massenhaft wie Heuschrecken; sie selbst und ihre Kamele waren nicht zu zählen, und sie fielen ins Land ein, um es zu verheeren.
6660#Richter,6,6#6. So wurde Israel durch die Midianiter sehr geschwächt. Da schrieen die Israeliten zum Herrn.
6661#Richter,6,7#7. Als nun die Israeliten wegen der Midianiter zum Herrn schrieen,
6662#Richter,6,8#8. sandte der Herr einen Propheten zu den Israeliten, der sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe euch aus Ägypten heraufgebracht und euch aus dem Sklavenhause herausgeführt;
6663#Richter,6,9#9. ich habe euch errettet aus der Hand der Ägypter und aus der Hand all eurer Bedränger und habe sie vor euch vertrieben und euch ihr Land gegeben.
6664#Richter,6,10#10. Und ich sprach zu euch: «Ich bin der Herr, euer Gott; verehret nicht die Götter der Amoriter, in deren Land ihr wohnt.» Aber ihr habt nicht auf mich gehört.
6665#Richter,6,11#11. Einst kam der Engel des Herrn und setzte sich unter die Terebinthe des Abiesriten Joas zu Ophra, während dessen Sohn Gideon in der Kelter Weizen ausklopfte, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen.
6666#Richter,6,12#12. Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr ist mit dir, du starker Held!
6667#Richter,6,13#13. Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr! Ist der Herr mit uns, warum ist uns dann all das widerfahren? Und wo sind alle seine Wunder, von denen uns unsre Väter erzählten, indem sie sprachen: «Der Herr hat uns doch aus Ägypten heraufgeführt»? Nun aber hat uns der Herr verstossen und in die Hand der Midianiter gegeben.
6668#Richter,6,14#14. Da wandte sich der Herr zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft, und du wirst Israel aus der Hand der Midianiter erretten. Fürwahr, ich sende dich.
6669#Richter,6,15#15. Er aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr, womit soll ich Israel erretten? Sieh, mein Geschlecht ist ja das geringste in Manasse, und ich bin der Jüngste in meines Vaters Hause. -2.Mo. 3,11.
6670#Richter,6,16#16. Da sprach der Herr zu ihm: Wenn ich mit dir bin, wirst du die Midianiter schlagen wie einen Mann.
6671#Richter,6,17#17. Er aber sprach zu ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden, so gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet.
6672#Richter,6,18#18. Geh doch nicht von dannen, bis ich wieder zu dir komme und meine Gabe herausbringe und sie vor dir niederlege. Er sprach: Ich will bleiben, bis du wiederkommst.
6673#Richter,6,19#19. Und Gideon ging hinein und rüstete ein Ziegenböcklein zu und ungesäuertes Brot von einem Epha Mehl; das Fleisch legte er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf und trug es zu ihm hinaus unter die Terebinthe. Und als er herzutrat,
6674#Richter,6,20#20. sprach der Engel Gottes zu ihm: Nimm das Fleisch und das ungesäuerte Brot und lege es hier auf diesen Felsen und giesse die Brühe darüber. Und er tat es.
6675#Richter,6,21#21. Nun streckte der Engel des Herrn den Stab aus, den er in der Hand hatte, und berührte mit der Spitze das Fleisch und das ungesäuerte Brot. Da schlug Feuer aus dem Felsen und verzehrte das Fleisch und das ungesäuerte Brot. Der Engel des Herrn aber war seinen Augen entschwunden. -3.Mo. 9,24; 1.Kön. 18,38.
6676#Richter,6,22#22. Als Gideon sah, dass es der Engel des Herrn war, sprach er: Wehe, Herr, mein Gott, dass ich den Engel des Herrn von Angesicht zu Angesicht geschaut habe! -Ri. 13,22; 2.Mo. 33,20; Jes. 6,5.
6677#Richter,6,23#23. Aber der Herr sprach zu ihm: Heil dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.
6678#Richter,6,24#24. Da baute Gideon dort dem Herrn einen Altar und nannte ihn «der Herr ist Heil». Der steht bis auf den heutigen Tag im abiesritischen Ophra.
6679#Richter,6,25#25. In jener Nacht aber sprach der Herr zu ihm: Nimm zehn Mann aus deinen Knechten und einen siebenjährigen Stier und reisse den Baalsaltar deines Vaters ein, und auch die Aschera, die daneben steht, sollst du umhauen.
6680#Richter,6,26#26. Dann erbaue dem Herrn, deinem Gott, oben auf der Höhe dieser Bergfeste einen Altar mit den geschichteten Steinen und nimm den Stier und bringe ein Brandopfer dar mit dem Holz der Aschera, die du umhauen sollst. -2.Mo. 20,24.
6681#Richter,6,27#27. Da nahm Gideon zehn Mann aus seinen Knechten und tat, wie ihm der Herr gesagt hatte; weil er aber aus Furcht vor seiner Familie und den Leuten der Stadt nicht wagte, es bei Tage zu tun, tat er es bei Nacht.
6682#Richter,6,28#28. Am andern Morgen in der Frühe nun fanden die Leute der Stadt den Altar Baals niedergerissen und die Aschera daneben umgehauen; auf dem neuerbauten Altar aber war ein Stier geopfert worden.
6683#Richter,6,29#29. Da sprachen sie zueinander: Wer hat das getan? Und als sie so fragten und forschten, hiess es: Gideon, der Sohn des Joas, hat das getan.
6684#Richter,6,30#30. Nun sprachen die Leute der Stadt zu Joas: Gib deinen Sohn heraus, er muss sterben; denn er hat den Altar Baals niedergerissen und die Aschera daneben umgehauen.
6685#Richter,6,31#31. Joas aber sprach zu allen, die um ihn her standen: Wollt ihr für Baal streiten? oder wollt ihr ihm helfen? Wer für ihn streitet, der soll noch vor dem Morgen getötet werden. Ist er ein Gott, so streite er für sich selbst, weil man seinen Altar niedergerissen hat.
6686#Richter,6,32#32. An jenem Tage gab man ihm den Namen Jerubbaal, womit man sagen wollte: Baal streite wider ihn, weil er seinen Altar niedergerissen hat.
6687#Richter,6,33#33. Sobald nun die Midianiter und die Amalekiter und die aus dem Osten sich alle zusammenscharten und herüberkamen und sich in der Ebene Jesreel lagerten,
6688#Richter,6,34#34. da kam auch schon der Geist des Herrn über Gideon, sodass er in die Posaune stiess; die Abiesriten aber folgten seinem Aufgebot.
6689#Richter,6,35#35. Und er sandte Boten in ganz Manasse umher, und auch sie folgten seinem Aufgebot; ebenso sandte er Boten zu Asser, Sebulon und Naphthali, und sie stiessen gleichfalls zu ihnen.
6690#Richter,6,36#36. Da sprach Gideon zu Gott: Wenn du Israel durch meine Hand erretten willst, wie du verheissen hast -
6691#Richter,6,37#37. nun denn, ich lege da einen Haufen Wolle auf die Tenne: fällt dann bloss auf die Wolle Tau, während der Boden ringsum trocken bleibt, so weiss ich, dass du Israel durch meine Hand erretten willst, wie du verheissen hast.
6692#Richter,6,38#38. Und so geschah es: als er am andern Morgen früh die Wolle ausdrückte, presste er aus der Wolle eine ganze Schale voll Tauwasser.
6693#Richter,6,39#39. Und Gideon sprach zu Gott: Dein Zorn entbrenne nicht wider mich, wenn ich noch einmal rede; ich möchte es nur noch diesmal mit der Wolle versuchen: die Wolle allein soll trocken bleiben, während auf den Boden ringsum Tau fällt.
6694#Richter,6,40#40. Und Gott fügte es so in jener Nacht: die Wolle allein blieb trocken, während auf dem Boden ringsum Tau lag.
6695#Richter,7,1#1. IN der Frühe nun lagerte sich Jerubbaal - das ist Gideon - mit allem Kriegsvolk, das er bei sich hatte, an der Quelle Harod; das Lager der Midianiter aber befand sich unter ihm, nördlich vom Hügel More, in der Ebene.
6696#Richter,7,2#2. Da sprach der Herr zu Gideon: Des Volkes bei dir ist zuviel, als dass ich die Midianiter in ihre Hand geben könnte; Israel möchte sich sonst wider mich rühmen und sagen: «Wir haben uns selbst geholfen.»
6697#Richter,7,3#3. So lass denn ausrufen, dass das Volk es hört: Wer sich fürchtet und Angst hat, der kehre um! So sichtete sie Gideon, und es kehrten von dem Volke 22 000 Mann um, und nur zehntausend blieben übrig. -5.Mo. 20,8.
6698#Richter,7,4#4. Der Herr aber sprach zu Gideon: Noch immer ist des Volks zuviel; führe sie hinab ans Wasser, dort will ich sie dir sichten. Von wem ich dir dann sagen werde: «Dieser soll mit dir ziehen», der soll mit dir ziehen; jeder aber, von dem ich zu dir sagen werde: «Dieser soll nicht mit dir ziehen», der soll nicht mitziehen.
6699#Richter,7,5#5. Und er führte das Volk hinab ans Wasser. Nun sprach der Herr zu Gideon: Jeden, der mit der Zunge von dem Wasser leckt, wie der Hund leckt, den stelle beiseite; desgleichen jeden, der zum Trinken niederkniet.
6700#Richter,7,6#6. Es belief sich aber die Zahl derer, die leckten, auf dreihundert Mann; alle übrigen knieten nieder, um Wasser zu trinken, indem sie die Hand zum Munde führten.
6701#Richter,7,7#7. Und der Herr sprach zu Gideon: durch die dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine Hand geben; alle übrigen aber sollen heimgehen.
6702#Richter,7,8#8. Und sie nahmen die Zehrung des Volkes an sich und ihre Posaunen. So entliess er die ganze Mannschaft Israels, einen jeden zu seinen Zelten; nur die dreihundert Mann behielt er bei sich. Das Lager der Midianiter aber befand sich unter ihm in der Ebene.
6703#Richter,7,9#9. Und der Herr sprach in jener Nacht zu ihm: Steh auf und brich ins Lager ein; denn ich habe es in deine Hand gegeben.
6704#Richter,7,10#10. Fürchtest du dich aber, einzubrechen, so geh (vorerst einmal) mit deinem Burschen Pura hinab zum Lager
6705#Richter,7,11#11. und horche, was sie reden. Dann wirst du den Mut finden, ins Lager einzubrechen. Da ging Gideon mit seinem Burschen Pura hinab bis an die Krieger am Rande des Lagers heran.
6706#Richter,7,12#12. Die Midianiter aber und die Amalekiter und alle die aus dem Osten lagerten in der Ebene so zahlreich wie Heuschrecken, und ihre Kamele waren zahllos, so massenhaft wie der Sand am Gestade des Meeres.
6707#Richter,7,13#13. Als nun Gideon hinkam, erzählte gerade einer dem andern einen Traum und sprach: Sieh, ich habe einen Traum gehabt: rollte da ein Gerstenbrotkuchen ins Lager der Midianiter und kam bis ans Zelt, traf es, dass es umfiel, und warf es über den Haufen.
6708#Richter,7,14#14. Da antwortete der andre und sprach: Das ist nichts andres als das Schwert Gideons, des Sohnes des Joas, des Israeliten. Gott hat die Midianiter samt dem ganzen Lager in seine Hand gegeben.
6709#Richter,7,15#15. Als Gideon die Erzählung des Traumes und seine Deutung hörte, warf er sich nieder; dann kehrte er ins Lager Israels zurück und rief: Auf! Der Herr hat das Lager der Midianiter in eure Hand gegeben.
6710#Richter,7,16#16. Und er teilte die dreihundert Mann in drei Haufen, gab ihnen allen Posaunen in die Hand und leere Krüge - in den Krügen aber waren Fackeln -
6711#Richter,7,17#17. und sprach zu ihnen: Schaut auf mich, und dann macht es mir nach! Sobald ich an den Rand des Lagers komme, tut genau, wie ich tue.
6712#Richter,7,18#18. Wenn ich und alle, die bei mir sind, in die Posaunen stossen, so sollt auch ihr rings um das ganze Lager in die Posaunen stossen und rufen: Für den Herrn und Gideon!
6713#Richter,7,19#19. Als nun Gideon mit seinen hundert Mann zu Anfang der mittleren Nachtwache - eben hatte man die Wachen ausgestellt - bis an den Rand des Lagers gekommen war, stiessen sie in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, die sie in den Händen hatten.
6714#Richter,7,20#20. Und alle drei Haufen stiessen in die Posaunen und zerbrachen die Krüge. Dann fassten sie mit der linken Hand die Fackeln und mit der rechten Hand die Posaunen, um zu blasen, und riefen: Schwert für den Herrn und Gideon!
6715#Richter,7,21#21. Ein jeder blieb an seinem Platze stehen, rings um das Lager her, im Lager aber lief alles durcheinander, schrie und floh.
6716#Richter,7,22#22. Und während sie in die dreihundert Posaunen stiessen, richtete der Herr im ganzen Lager eines jeden Schwert wider den andern. Und das Heer floh bis nach Beth-Sitta, gegen Zereda hin, bis an das Ufer bei Abel-Mehola, bis Tabbath.
6717#Richter,7,23#23. Nun wurden die Männer Israels aus Naphthali, Asser und ganz Manasse aufgeboten, und sie jagten den Midianitern nach.
6718#Richter,7,24#24. Auch sandte Gideon Boten überall auf das Gebirge Ephraim und liess sagen: Zieht hinunter, den Midianitern entgegen, und schneidet ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara am Jordan. Da wurden alle Männer von Ephraim aufgeboten, und sie schnitten ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara am Jordan.
6719#Richter,7,25#25. Und sie nahmen die beiden Fürsten der Midianiter, Oreb-1- und Seeb-2- gefangen; und sie töteten den Oreb am Rabenfelsen; und den Seeb töteten sie bei der Wolfskelter. Dann jagten sie den Midianitern nach; die Köpfe Orebs und Seebs aber brachten sie zu Gideon über den Jordan. -1) d.i. Rabe.   2) d.i. Wolf.
6720#Richter,8,1#1. Und die Männer von Ephraim sprachen zu ihm: Warum hast du uns das angetan, dass du uns nicht riefst, als du zum Kampfe wider die Midianiter auszogst? Und sie haderten heftig mit ihm. -Ri. 12,1.
6721#Richter,8,2#2. Er aber sprach zu ihnen: Was habe ich denn nun im Vergleich zu euch geleistet? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die Ernte Abiesers?
6722#Richter,8,3#3. In eure Hand hat Gott die Midianiterfürsten Oreb und Seeb gegeben! Was habe ich da im Vergleich zu euch zu tun vermocht? Da er so redete, liess ihr Zorn von ihm ab.
6723#Richter,8,4#4. ALS nun Gideon an den Jordan kam, ging er mit den dreihundert Mann, die bei ihm waren, hinüber; sie waren aber müde und hungrig.
6724#Richter,8,5#5. Da sprach er zu den Männern von Sukkoth: Gebt doch den Leuten, die mir folgen, einige Brote; sie sind müde. Ich bin daran, den Midianiterkönigen Sebah und Zalmunna nachzujagen.
6725#Richter,8,6#6. Die Obersten von Sukkoth aber sagten: Hast du denn die Faust Sebahs und Zalmunnas schon in deiner Gewalt, dass wir deinem Heer Brot geben sollten?
6726#Richter,8,7#7. Da sprach Gideon: Wohlan, wenn der Herr den Sebah und den Zalmunna in meine Hand gibt, so dresche ich euer Fleisch mit Wüstendorn und Stacheldisteln.
6727#Richter,8,8#8. Und er zog von dort hinauf nach Penuel und redete mit den Männern von Penuel ebenso. Aber sie antworteten ihm, wie die Männer von Sukkoth geantwortet hatten.
6728#Richter,8,9#9. Da sprach er auch zu den Männern von Penuel: Komme ich wohlbehalten zurück, so reisse ich diese Burg nieder.
6729#Richter,8,10#10. Sebah und Zalmunna aber waren mit ihrem Heer in Karkor, etwa 15 000 Mann, alle, die vom ganzen Heere derer aus dem Osten übriggeblieben waren; die Eingedrungenen zählten 120 000 Mann, sämtlich schwertbewehrt.
6730#Richter,8,11#11. Nun zog Gideon hinauf in der Richtung auf die Beduinenstrasse östlich von Nobah und Jogbeha und überfiel das Heer, während es sorglos lagerte.
6731#Richter,8,12#12. Sebah und Zalmunna flohen; er aber jagte ihnen nach und fing die beiden Midianiterkönige Sebah und Zalmunna ein, und das ganze Heer scheuchte er auseinander.
6732#Richter,8,13#13. Als nun Gideon, der Sohn des Joas, vom Pass von Hares her aus dem Kampf zurückkehrte,
6733#Richter,8,14#14. griff er einen jungen Mann aus Sukkoth auf und fragte ihn aus; der schrieb ihm die Obersten und Ältesten von Sukkoth auf, 77 Mann.
6734#Richter,8,15#15. Als er dann zu den Männern von Sukkoth kam, sprach er: Da sind nun Sebah und Zalmunna, um derentwillen ihr mich gehöhnt habt: «Hast du denn die Faust Sebahs und Zalmunnas schon in deiner Gewalt, dass wir deinen müden Leuten Brot geben sollten?»
6735#Richter,8,16#16. Und er liess die Ältesten der Stadt greifen, nahm Wüstendorn und Stacheldistel und zerdrosch damit die Männer von Sukkoth.
6736#Richter,8,17#17. Die Burg von Penuel aber riss er nieder und tötete die Männer der Stadt.
6737#Richter,8,18#18. Darnach sprach er zu Sebah und Zalmunna: Was sind das für Männer, die ihr in Thabor getötet habt? Sie sprachen: Sie waren wie du; jedweder sah aus wie ein Königssohn.
6738#Richter,8,19#19. Er aber sprach: Es waren meine Brüder, meiner Mutter Söhne. So wahr der Herr lebt: hättet ihr sie am Leben gelassen, so wollte ich euch nicht töten.
6739#Richter,8,20#20. Dann sprach er zu Jether, seinem Erstgebornen: Auf, töte sie! Doch der Jüngling zog sein Schwert nicht, da er sich scheute; er war eben noch ein Jüngling.
6740#Richter,8,21#21. Sebah aber und Zalmunna sprachen: Auf, stosse du uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft. Da erhob sich Gideon und tötete Sebah und Zalmunna und nahm die Möndchen am Halse ihrer Kamele.
6741#Richter,8,22#22. DARNACH sprachen die Männer Israels zu Gideon: Herrsche über uns, du sowohl als dein Sohn und deines Sohnes Sohn; denn du hast uns aus der Hand der Midianiter errettet.
6742#Richter,8,23#23. Aber Gideon antwortete ihnen: Ich will nicht über euch herrschen, und auch mein Sohn soll nicht über euch herrschen; der Herr soll über euch herrschen.
6743#Richter,8,24#24. Dann sprach Gideon zu ihnen: Wenn ich mir von euch etwas erbitten darf, so gebt mir ein jeder die Ringe, die er erbeutet hat. <Sie-1- trugen nämlich goldene Ringe, weil sie Ismaeliter waren.> -2.Mo. 32,2.   1) d.i. die Feinde.
6744#Richter,8,25#25. Sie antworteten: Gewiss, die wollen wir geben. Da breitete er den Mantel aus, und ein jeder warf die Ringe darauf, die er erbeutet hatte.
6745#Richter,8,26#26. Und das Gewicht der goldenen Ringe, die er sich erbeten hatte, betrug 1 700 Lot Gold, ungerechnet die Möndchen und Ohrgehänge und Purpurgewänder, die die Midianiterkönige getragen hatten, und ungerechnet die Ketten am Hals ihrer Kamele.
6746#Richter,8,27#27. Gideon machte daraus ein Ephod und stellte es in seiner Stadt Ophra auf. Und ganz Israel trieb dort Abgötterei mit ihm, und es wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.
6747#Richter,8,28#28. So wurden die Midianiter vor den Israeliten gedemütigt, sodass sie ihr Haupt nicht mehr erhoben. Und das Land hatte vierzig Jahre lang Ruhe, solange Gideon lebte.
6748#Richter,8,29#29. Und Jerubbaal-1-, der Sohn des Joas, ging hin und blieb in seinem Hause. -1) d.i. Gideon.
6749#Richter,8,30#30. Gideon hatte aber siebzig leibliche Söhne; denn er hatte viele Frauen.
6750#Richter,8,31#31. Auch seine Nebenfrau, die in Sichem lebte, gebar ihm einen Sohn, dem gab er den Namen Abimelech.
6751#Richter,8,32#32. Und Gideon, der Sohn des Joas, starb in hohem Alter und wurde im Grabe seines Vaters Joas im abiesritischen Ophra begraben.
6752#Richter,8,33#33. Als aber Gideon gestorben war, gaben sich die Israeliten wieder den Baalen hin und nahmen sich den Bundesbaal zum Gott. -Ri. 9,4.
6753#Richter,8,34#34. Und die Israeliten gedachten nicht des Herrn, ihres Gottes, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum errettet hatte,
6754#Richter,8,35#35. und zeigten sich auch nicht dankbar gegen das Haus Jerubbaal-Gideons für all das Gute, das er Israel erwiesen hatte. -Ri. 9,5.
6755#Richter,9,1#1. ABIMELECH aber, der Sohn Jerubbaals, ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und redete zu ihnen und zu dem ganzen Geschlechte der Familie seiner Mutter also:
6756#Richter,9,2#2. Sprecht doch zu allen Bürgern von Sichem: Was ist besser für euch? dass siebzig Männer, alle Söhne Jerubbaals, über euch herrschen oder dass ein Mann über euch herrsche? Denkt auch daran, dass ich von eurem Fleisch und Bein bin!
6757#Richter,9,3#3. Da legten die Brüder seiner Mutter seine ganze Sache allen Bürgern von Sichem vor, und ihr Herz neigte sich Abimelech zu; denn sie sagten sich: Er ist unser Stammesgenosse.
6758#Richter,9,4#4. Und sie gaben ihm siebzig Lot Silber aus dem Tempel des Bundesbaals, und Abimelech dingte damit lose, freche Menschen, die sein Gefolge wurden. -Ri. 8,33.
6759#Richter,9,5#5. Dann ging er in seines Vaters Haus nach Ophra und ermordete seine Brüder, die Söhne Jerubbaals, siebzig Männer, auf einem Stein; nur Jotham, der jüngste Sohn Jerubbaals, blieb übrig, denn er hatte sich versteckt.
6760#Richter,9,6#6. Darnach versammelten sich alle Bürger von Sichem und alle Insassen des Millo, gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Eiche mit dem Malstein, die bei Sichem steht. -Jos. 24,26.
6761#Richter,9,7#7. Als man das Jotham hinterbrachte, ging er hin, trat auf die Höhe des Berges Garizim, erhob seine Stimme und rief ihnen zu: Höret auf mich, ihr Bürger von Sichem, / dass auch Gott auf euch höre! /
6762#Richter,9,8#8. Einst gingen die Bäume hin, / einen König über sich zu salben. / Und sie sprachen zum Ölbaum: Sei unser König! /
6763#Richter,9,9#9. Aber der Ölbaum antwortete ihnen: / Soll ich meine Fettigkeit lassen, / mit der man Götter und Menschen ehrt, / und hingehen, über den Bäumen zu schweben? /
6764#Richter,9,10#10. Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: / So komm du und sei unser König! /
6765#Richter,9,11#11. Aber der Feigenbaum antwortete ihnen: / Soll ich meine Süssigkeit lassen / und meine köstliche Frucht / und hingehen, über den Bäumen zu schweben? /
6766#Richter,9,12#12. Da sprachen die Bäume zum Weinstock: / So komm du und sei unser König! /
6767#Richter,9,13#13. Aber der Weinstock antwortete ihnen: / Soll ich meinen Wein lassen, / der Götter und Menschen fröhlich macht, / und hingehen, über den Bäumen zu schweben? /
6768#Richter,9,14#14. Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: / So komm du und sei unser König! /
6769#Richter,9,15#15. Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen: / Wollt ihr in Wahrheit mich salben, / dass ich König über euch sei, / so kommt und bergt euch in meinem Schatten! / Wo nicht, so wird Feuer ausgehen vom Dornbusch / und verzehren die Zedern des Libanon.
6770#Richter,9,16#16. Nun denn, wenn ihr treu und redlich gehandelt habt, da ihr den Abimelech zum König gemacht, und wenn ihr an Jerubbaal und an seinem Hause gut gehandelt und ihm vergolten habt, wie er es um euch verdient hat -
6771#Richter,9,17#17. hat doch mein Vater für euch gekämpft und sein Leben gewagt und euch aus der Hand der Midianiter errettet;
6772#Richter,9,18#18. ihr aber habt euch heute wider das Haus meines Vaters erhoben und seine Söhne ermordet, siebzig Männer auf einem Stein, und habt den Abimelech, den Sohn seiner Magd, über die Bürger von Sichem zum König gemacht, weil er euer Stammesgenosse ist -,
6773#Richter,9,19#19. wenn ihr also heute treu und redlich gehandelt habt an Jerubbaal und an seinem Hause, so werdet des Abimelech froh, und auch er möge euer froh werden!
6774#Richter,9,20#20. Wo nicht, so gehe Feuer aus von Abimelech und verzehre die Bürger von Sichem und die Insassen des Millo, und Feuer gehe aus von den Bürgern von Sichem und den Insassen des Millo und verzehre den Abimelech!
6775#Richter,9,21#21. Darnach entwich Jotham und flüchtete sich vor seinem Bruder Abimelech nach Beer und liess sich dort nieder.
6776#Richter,9,22#22. Als nun Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,
6777#Richter,9,23#23. sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger von Sichem, sodass die Bürger von Sichem von Abimelech abfielen -
6778#Richter,9,24#24. damit der Frevel an den siebzig Söhnen Jerubbaals und ihr Blut über ihren Bruder Abimelech komme, der sie ermordet hatte, und über die Bürger von Sichem, die ihm geholfen hatten, seine Brüder zu ermorden.
6779#Richter,9,25#25. Und die Bürger von Sichem legten ihm Leute in den Hinterhalt auf den Höhen der Berge; die raubten jeden aus, der auf der Strasse an ihnen vorüberzog. Das wurde dem Abimelech hinterbracht.
6780#Richter,9,26#26. Da kamen Goal, der Sohn Obeds, und seine Stammesgenossen und siedelten nach Sichem über, und die Bürger von Sichem fassten Vertrauen zu ihm.
6781#Richter,9,27#27. Einst nun zogen sie hinaus aufs Feld und hielten die Lese in ihren Weinbergen und kelterten; dann veranstalteten sie ein Freudenfest, gingen in den Tempel ihres Gottes, assen und tranken und fluchten dem Abimelech.
6782#Richter,9,28#28. Und Goal, der Sohn Obeds, sprach: Wer ist Abimelech? und wer sind (wir), die Sichemiten, dass wir ihm dienen sollten? Haben nicht der Sohn Jerubbaals und sein Vogt Sebul den Männern Hemors, des Vaters Sichems, gedient? Warum sollten nun wir ihm dienen?
6783#Richter,9,29#29. Hätte doch ich diesem Volke zu befehlen! ich wollte den Abimelech wegschaffen, und ich liesse dem Abimelech sagen: Vermehre doch dein Heer und rücke aus!
6784#Richter,9,30#30. Als aber Sebul, der Oberste der Stadt, die Worte Goals, des Sohnes Obeds, hörte, entbrannte sein Zorn,
6785#Richter,9,31#31. und er sandte Boten an Abimelech nach Aruma und liess ihm sagen: Sieh, Goal, der Sohn Obeds, und seine Stammesgenossen sind nach Sichem gekommen, und nun wiegeln sie die Stadt wider dich auf.
6786#Richter,9,32#32. So mache dich nun mit der Mannschaft, die du bei dir hast, noch in der Nacht auf und lege dich auf dem Felde in den Hinterhalt.
6787#Richter,9,33#33. Am Morgen in der Frühe aber, sobald die Sonne aufgeht, überfalle die Stadt! Wenn er dann mit seiner Mannschaft gegen dich ausrückt, so tue an ihm, wie du kannst.
6788#Richter,9,34#34. Da machte sich Abimelech mit aller Mannschaft, die er bei sich hatte, noch in der Nacht auf, und sie legten sich in vier Haufen gegen Sichem in den Hinterhalt.
6789#Richter,9,35#35. Goal nun, der Sohn Obeds, ging hinaus und trat an den Eingang des Stadttors; da erhob sich Abimelech mit seiner Mannschaft aus dem Hinterhalt.
6790#Richter,9,36#36. Als Goal die Leute sah, sprach er zu Sebul: Sieh, da kommen Leute von den Höhen des Gebirges herab. Sebul aber sprach zu ihm: Du siehst den Schatten der Berge für Menschen an.
6791#Richter,9,37#37. Aber Goal fuhr fort und sprach: Sieh, da kommen doch Leute vom Nabel des Landes-1- herab, und ein Haufen kommt aus der Richtung der Wahrsager-Terebinthe. -1) eine als Mittelpunkt des Landes betrachtete Anhöhe, vlt. der Garizim.
6792#Richter,9,38#38. Da sprach Sebul zu ihm: Wo ist denn nun dein Maul, der du sagtest: Wer ist Abimelech, dass wir ihm dienen sollten? Nun, da sind die Leute, die du verachtet hast! Rücke jetzt aus und kämpfe mit ihnen!
6793#Richter,9,39#39. Da rückte Goal an der Spitze der Bürger von Sichem aus und kämpfte mit Abimelech.
6794#Richter,9,40#40. Aber Abimelech jagte ihn vor sich her in die Flucht, und viele blieben erschlagen liegen bis an den Eingang des Tores.
6795#Richter,9,41#41. Dann kehrte Abimelech nach Aruma zurück; Sebul aber vertrieb den Goal und seine Stammesgenossen, sodass sie nicht länger in Sichem bleiben konnten.
6796#Richter,9,42#42. Am andern Morgen gingen die Leute aufs Feld hinaus, und man meldete das dem Abimelech.
6797#Richter,9,43#43. Da nahm er die Mannschaft, teilte sie in drei Haufen und legte sich auf dem Felde in den Hinterhalt. Als er nun sah, dass die Leute aus der Stadt herauskamen, fiel er über sie her und machte sie nieder.
6798#Richter,9,44#44. Und zwar brach Abimelech mit dem Haufen, der bei ihm war, hervor und nahm Stellung am Eingang des Stadttors; die beiden andern Haufen aber überfielen alle, die auf dem Felde waren, und machten sie nieder.
6799#Richter,9,45#45. Dann kämpfte Abimelech jenen ganzen Tag gegen die Stadt und nahm sie ein. Die Leute, die darin waren, tötete er, die Stadt zerstörte er und streute Salz auf die Stätte.
6800#Richter,9,46#46. Als alle Insassen der Burg von Sichem das hörten, gingen sie in das Gewölbe des Tempels des Bundesgottes. -Ri. 8,33.
6801#Richter,9,47#47. Man meldete aber dem Abimelech, dass sich alle Insassen der Burg von Sichem versammelt hätten.
6802#Richter,9,48#48. Da ging Abimelech mit seiner ganzen Mannschaft auf den Berg Zalmon. Dort nahm er seine Axt zur Hand und hieb Buschwerk um, hob es auf und lud es sich auf die Achsel. Dann sprach er zu seiner ganzen Mannschaft: Was ihr mich habt tun sehen, das macht mir eilends nach!
6803#Richter,9,49#49. Da hieben auch seine Leute, Mann für Mann, ihr Teil Buschwerk um, folgten dem Abimelech, legten es auf das Gewölbe und steckten das Gewölbe über ihnen in Brand. So kamen auch alle Insassen der Burg von Sichem um, etwa tausend Männer und Frauen.
6804#Richter,9,50#50. Hierauf zog Abimelech nach Thebez, belagerte Thebez und nahm es ein.
6805#Richter,9,51#51. Mitten in der Stadt aber stand eine starke Burg; dorthin flohen alle Männer und Frauen, alle Bürger der Stadt, schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach der Burg.
6806#Richter,9,52#52. Da rückte Abimelech bis an die Burg vor und bestürmte sie. Als er aber nahe an den Eingang der Burg herankam, um sie in Brand zu stecken,
6807#Richter,9,53#53. warf ein Weib dem Abimelech einen Mühlstein auf den Kopf und zerschlug ihm den Schädel.
6808#Richter,9,54#54. Da rief er eilends seinen Waffenträger und sprach zu ihm: Ziehe dein Schwert und töte mich vollends, dass man nicht von mir sagt: Ein Weib hat ihn getötet. Da durchstach ihn sein Diener, und er starb. -1.Sam. 31,4.
6809#Richter,9,55#55. Als die Israeliten sahen, dass Abimelech tot war, gingen sie ein jeder an seinen Ort.
6810#Richter,9,56#56. So vergalt Gott dem Abimelech den Frevel, den er an seinem Vater begangen hatte, indem er seine siebzig Brüder ermordete.
6811#Richter,9,57#57. Auch den Männern von Sichem vergalt Gott alle ihre Freveltaten. So kam über sie der Fluch Jothams, des Sohnes Jerubbaals.
6812#Richter,10,1#1. NACH Abimelech stand Thola auf, der Sohn Puas, des Sohnes Dodos, ein Mann aus Issaschar, um Israel zu erretten. Er wohnte in Samir auf dem Gebirge Ephraim
6813#Richter,10,2#2. und richtete Israel 23 Jahre lang. Darnach starb er und wurde in Samir begraben.
6814#Richter,10,3#3. Nach ihm stand Jair, der Gileadit, auf und richtete Israel 22 Jahre lang.
6815#Richter,10,4#4. Er hatte dreissig Söhne, die auf dreissig Eselsfüllen ritten. Und sie besassen dreissig Städte; die heissen «Zeltdörfer Jairs» bis auf diesen Tag und liegen im Lande Gilead. -4.Mo. 32,41.
6816#Richter,10,5#5. Darnach starb Jair und wurde in Kamon begraben.
6817#Richter,10,6#6. ABER die Israeliten taten wiederum, was dem Herrn missfiel: sie dienten den Baalen und den Astarten, den Göttern der Syrer, den Göttern der Sidonier, den Göttern der Moabiter, den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister; den Herrn aber verliessen sie und dienten ihm nicht. -V. 6-7: Ri. 2,13.14.
6818#Richter,10,7#7. Da entbrannte der Zorn des Herrn wider Israel, und er verkaufte sie in die Hand der Philister und in die Hand der Ammoniter;
6819#Richter,10,8#8. die plagten und bedrückten die Israeliten achtzehn Jahre lang, alle Israeliten jenseits des Jordan im Lande der Amoriter, die in Gilead wohnten.
6820#Richter,10,9#9. Und die Ammoniter gingen über den Jordan, um auch Juda und Benjamin und das Haus Ephraim zu bekriegen, sodass Israel in grosse Bedrängnis kam.
6821#Richter,10,10#10. Da schrieen die Israeliten zum Herrn und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen und den Baalen gedient.
6822#Richter,10,11#11. Aber der Herr antwortete den Israeliten: Haben euch nicht die Ägypter, die Amoriter, die Ammoniter, die Philister,
6823#Richter,10,12#12. die Sidonier, die Amalekiter und die Midianiter bedrängt, und habe ich euch nicht, wenn ihr zu mir schrieet, aus ihrer Hand errettet?
6824#Richter,10,13#13. Ihr aber habt mich verlassen und andern Göttern gedient. Darum werde ich euch nicht mehr erretten.
6825#Richter,10,14#14. Geht und schreit zu den Göttern, die ihr erwählt habt! Sie mögen euch erretten in der Zeit eurer Not! -5.Mo. 32,37.38; Jer. 2,28.
6826#Richter,10,15#15. Da sprachen die Israeliten zum Herrn: Wir haben gesündigt! Tue du uns, was dir wohlgefällt; nur errette uns doch heute noch!
6827#Richter,10,16#16. Und sie beseitigten die fremden Götter aus ihrer Mitte und dienten dem Herrn. Da wurde er ungehalten, dass Israel so geplagt war.
6828#Richter,10,17#17. Als aber die Ammoniter aufgeboten wurden und sich in Gilead lagerten, versammelten sich die Israeliten und lagerten sich in Mizpa.
6829#Richter,10,18#18. Da sprachen die Leute, die Obersten von Gilead, zueinander: Wer ist der Mann, der den Kampf mit den Ammonitern aufnimmt? Er soll das Haupt über alle Bewohner von Gilead werden.
6830#Richter,11,1#1. Nun war der Gileaditer Jephtha ein tapferer Held, aber der Sohn einer Dirne. Jephthas Vater war Gilead;
6831#Richter,11,2#2. dieser hatte aber auch Söhne von seiner Ehefrau. Als nun die Söhne der Frau heranwuchsen, vertrieben sie den Jephtha und sprachen zu ihm: Du sollst nicht erben in unsres Vaters Haus; denn du bist der Sohn eines andern Weibes.
6832#Richter,11,3#3. Da floh Jephtha vor seinen Brüdern und weilte im Lande Tob. Dort scharten sich lose Männer um ihn, die mit ihm auszogen.
6833#Richter,11,4#4. Ein Jahr später begann der Krieg der Ammoniter gegen Israel.
6834#Richter,11,5#5. Als nun die Ammoniter Israel bekriegten, gingen die Ältesten von Gilead hin, um Jephtha aus dem Lande Tob zu holen.
6835#Richter,11,6#6. Und sie sprachen zu Jephtha: Komm und sei unser Führer, damit wir gegen die Ammoniter kämpfen.
6836#Richter,11,7#7. Aber Jephtha antwortete den Ältesten von Gilead: Ihr seid es doch, die mich aus Hass vertrieben haben aus meines Vaters Hause! Warum kommt ihr jetzt zu mir, da ihr in Not seid?
6837#Richter,11,8#8. Da sprachen die Ältesten von Gilead zu Jephtha: Ebendarum kommen wir nun wieder zu dir; und wenn du mit uns gehst und gegen die Ammoniter kämpfst, so sollst du uns als Haupt gelten, allen Bewohnern von Gilead. -Ri. 10,18.
6838#Richter,11,9#9. Jephtha erwiderte den Ältesten von Gilead: Wenn ihr mich zurückholt, um gegen die Ammoniter zu kämpfen, und der Herr gibt sie mir preis, so will ich euer Haupt sein.
6839#Richter,11,10#10. Und die Ältesten von Gilead sprachen zu Jephtha: Der Herr wird Richter sein zwischen uns, wenn wir nicht nach deinem Worte tun.
6840#Richter,11,11#11. So ging denn Jephtha mit den Ältesten von Gilead, und das Volk machte ihn zu seinem Haupt und Führer. Jephtha aber brachte all sein Anliegen vor den Herrn in Mizpa.
6841#Richter,11,12#12. Nun sandte Jephtha Boten an den König der Ammoniter und liess ihm sagen: Was willst du von mir, dass du zu mir kommst, mein Land mit Krieg zu überziehen?
6842#Richter,11,13#13. Der König der Ammoniter antwortete den Boten Jephthas: Israel hat mein Land weggenommen, als es aus Ägypten heraufzog, vom Arnon bis an den Jabbok und bis an den Jordan. Nun gib es mir gutwillig wieder zurück.
6843#Richter,11,14#14. Jephtha aber sandte nochmals Boten an den König der Ammoniter
6844#Richter,11,15#15. und liess ihm sagen: So spricht Jephtha: Israel hat den Moabitern und den Ammonitern ihr Land nicht weggenommen, -5.Mo. 2,9.19.
6845#Richter,11,16#16. sondern als Israel aus Ägypten heraufzog und auf seiner Wanderung durch die Wüste bis ans Schilfmeer und nach Kades kam,
6846#Richter,11,17#17. da sandte Israel Boten an den König von Edom und liess ihm sagen: «Wir möchten durch dein Land ziehen.» Aber der König von Edom willfahrte nicht. Auch an den König von Moab sandten sie, aber er wollte nicht. Da blieb Israel in Kades, -4.Mo. 20,16-21.
6847#Richter,11,18#18. wanderte dann durch die Wüste und umzog das Land Edom und das Land Moab. So kamen sie (in die Gegend) östlich vom Lande Moab und lagerten sich jenseits des Arnon, die Grenze von Moab aber überschritten sie nicht; denn der Arnon ist die Grenze Moabs. -4.Mo. 21,13.
6848#Richter,11,19#19. Hier sandte Israel Boten an Sihon, den König der Amoriter, den König von Hesbon, und Israel liess ihm sagen: «Wir möchten durch dein Land an unsern Ort ziehen.» -4.Mo. 21,21-31.
6849#Richter,11,20#20. Aber Sihon weigerte sich, Israel durch sein Gebiet ziehen zu lassen; er sammelte sein ganzes Volk, und sie lagerten sich bei Jahaz, und er kämpfte mit Israel.
6850#Richter,11,21#21. Da gab der Herr, der Gott Israels, den Sihon und sein ganzes Volk in die Hand Israels, und sie schlugen sie; und Israel besetzte das ganze Land der Amoriter, die dort wohnten.
6851#Richter,11,22#22. Sie besetzten das ganze Gebiet der Amoriter, vom Arnon bis an den Jabbok und von der Wüste bis an den Jordan.
6852#Richter,11,23#23. So hat also der Herr, der Gott Israels, die Amoriter vor seinem Volke Israel vertrieben, und du, du willst es vertreiben?
6853#Richter,11,24#24. Nicht wahr, wen dein Gott Kamos vertreibt, dessen Land besetzest du, und wen immer Jahwe-1-, unser Gott, vor uns vertrieben hat, dessen Land besetzen wir. -1) vgl. Anm. zu 1.Mo. 4,26.
6854#Richter,11,25#25. Und nun, bist du etwa besser als Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab? Hat er etwa mit Israel gerechtet oder hat er mit ihnen Krieg geführt, -4.Mo. 22,2.
6855#Richter,11,26#26. als Israel in Hesbon und seinen Nebenorten, in Aroer und seinen Nebenorten und in allen Städten zu beiden Seiten des Arnon sass - dreihundert Jahre lang? Warum habt ihr (sie ihnen) damals nicht entrissen?
6856#Richter,11,27#27. Ich habe mich nicht an dir vergangen, du aber tust mir Böses an, da du wider mich Krieg führst. Der Herr, der Richter, entscheide heute zwischen den Israeliten und den Ammonitern!
6857#Richter,11,28#28. Aber der König der Ammoniter hörte nicht auf die Worte, die Jephtha ihm entbot.
6858#Richter,11,29#29. Da kam der Geist des Herrn über Jephtha, und er zog durch Gilead und Manasse; dann zog er durch Mizpe in Gilead, und von Mizpe in Gilead zog er hinüber zu den Ammonitern.
6859#Richter,11,30#30. Und Jephtha tat dem Herrn ein Gelübde und sprach: Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Hand gibst,
6860#Richter,11,31#31. so soll, wer immer aus der Türe meines Hauses mir (zuerst) entgegenkommt, wenn ich wohlbehalten von den Ammonitern heimkehre, dem Herrn gehören; ich will ihn als Brandopfer darbringen.
6861#Richter,11,32#32. Dann zog Jephtha gegen die Ammoniter in den Krieg, und der Herr gab sie in seine Hand.
6862#Richter,11,33#33. Er brachte ihnen eine sehr schwere Niederlage bei, von Aroer an bis in die Gegend von Minnith - zwanzig Städte - und bis nach Abel-Keramim. So wurden die Ammoniter vor den Israeliten gedemütigt.
6863#Richter,11,34#34. Als nun Jephtha nach Mizpa zu seinem Hause kam, siehe, da trat gerade seine Tochter heraus, ihm entgegen mit Handpauken und im Reigentanz. Sie war sein einziges Kind; er hatte ausser ihr weder Sohn noch Tochter.
6864#Richter,11,35#35. Als er sie sah, zerriss er seine Kleider und sprach: Ach meine Tochter! Wie beugst du mich tief! Du bringst mich ins Unglück! Ich habe meinen Mund dem Herrn gegenüber aufgetan und kann nicht zurück. -4.Mo. 30,3.
6865#Richter,11,36#36. Sie aber sprach zu ihm: Mein Vater, hast du deinen Mund dem Herrn gegenüber aufgetan, so tue mir, wie du es ausgesprochen hast, nachdem der Herr dir Rache verliehen an deinen Feinden, den Ammonitern.
6866#Richter,11,37#37. Dann sprach sie zu ihrem Vater: Dies sei mir noch vergönnt: lass mir noch zwei Monate Zeit, dass ich hingehe auf die Berge und meine Jungfrauschaft beweine, ich und meine Gespielinnen; dann will ich wieder herabkommen.
6867#Richter,11,38#38. Er sprach: Gehe hin! und entliess sie für zwei Monate. Da ging sie hin mit ihren Gespielinnen und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.
6868#Richter,11,39#39. Nach zwei Monaten kam sie wieder zu ihrem Vater, und er tat ihr, wie er gelobt hatte. <Sie hatte aber nie mit einem Manne verkehrt.> Daher ward es Brauch in Israel:
6869#Richter,11,40#40. Jahr um Jahr gehen die Töchter Israels hin, die Tochter Jephthas, des Gileaditers, zu besingen, vier Tage im Jahr.
6870#Richter,12,1#1. NUN wurden die Männer von Ephraim aufgeboten, und sie zogen nach Zaphon und sprachen zu Jephtha: Warum bist du wider die Ammoniter in den Krieg gezogen und hast uns nicht gerufen, dass wir mit dir zögen? Wir werden dir das Haus über dem Kopf anzünden! -Ri. 8,1.
6871#Richter,12,2#2. Jephtha antwortete ihnen: Ich hatte einen schweren Streit, ich und mein Volk, mit den Ammonitern; doch als ich euch aufbot, habt ihr mir nicht aus ihrer Hand geholfen.
6872#Richter,12,3#3. Da ich nun sah, dass niemand helfen wollte, wagte ich mein Leben und zog gegen die Ammoniter, und der Herr gab sie in meine Hand. Warum also zieht ihr heute gegen mich heran, um wider mich zu kämpfen?
6873#Richter,12,4#4. Und Jephtha sammelte alle Männer von Gilead und bekämpfte Ephraim. Und die Männer von Gilead schlugen die Ephraimiten; denn diese hatten gesagt: Ihr seid Flüchtlinge aus Ephraim; Gilead liegt mitten in Ephraim und mitten in Manasse.
6874#Richter,12,5#5. Dann verlegten die Gileaditer den Ephraimiten die Jordanfurten. Sooft nun ein flüchtiger Ephraimit sprach: Lasst mich hinüber! fragten ihn die Männer von Gilead: Bist du ein Ephraimit? Wenn er dann sagte: Nein!
6875#Richter,12,6#6. so sprachen sie zu ihm: Sage einmal Schibboleth. Sagte er dann Sibboleth, weil er es nicht richtig aussprechen konnte, so griffen sie ihn und machten ihn an den Jordanfurten nieder. So fielen damals von Ephraim 42 000 Mann.
6876#Richter,12,7#7. Jephtha richtete Israel sechs Jahre lang. Darnach starb Jephtha, der Gileaditer, und wurde in seiner Stadt in Gilead begraben.
6877#Richter,12,8#8. NACH ihm war Richter in Israel Ibzan aus Bethlehem.
6878#Richter,12,9#9. Der hatte dreissig Söhne, und dreissig Töchter verheiratete er nach auswärts, und dreissig Töchter freite er seinen Söhnen von auswärts. Er richtete Israel sieben Jahre lang.
6879#Richter,12,10#10. Darnach starb Ibzan und wurde in Bethlehem begraben.
6880#Richter,12,11#11. Nach ihm war Richter in Israel Elon aus Sebulon; er richtete Israel zehn Jahre lang.
6881#Richter,12,12#12. Darnach starb Elon aus Sebulon und wurde in Elon im Lande Sebulon begraben.
6882#Richter,12,13#13. Nach ihm war Richter in Israel Abdon, der Sohn Hillels, aus Pireathon.
6883#Richter,12,14#14. Der hatte vierzig Söhne und dreissig Enkel, die auf siebzig Eselsfüllen ritten. Er richtete Israel acht Jahre lang.
6884#Richter,12,15#15. Darnach starb Abdon, der Sohn Hillels, aus Pireathon und wurde in Pireathon im Lande Ephraim auf dem Gebirge von Saalim begraben.
6885#Richter,13,1#1. DIE Israeliten aber taten wiederum, was dem Herrn missfiel. Da gab sie der Herr in die Hand der Philister, vierzig Jahre lang.
6886#Richter,13,2#2. Nun war da ein Mann namens Manoah, von Zorea aus dem Geschlechte der Daniten; dessen Weib war unfruchtbar und hatte keine Kinder.
6887#Richter,13,3#3. Und der Engel des Herrn erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
6888#Richter,13,4#4. So hüte dich nun, Wein oder sonst berauschendes Getränk zu trinken und irgend etwas Unreines zu essen! -4.Mo. 6,2-5.
6889#Richter,13,5#5. Denn siehe, du wirst schwanger werden und wirst einen Sohn gebären. Auf dessen Haupt soll kein Schermesser kommen; denn der Knabe soll ein Gottgeweihter sein von Mutterschoss an, und er wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu erretten.
6890#Richter,13,6#6. Da ging das Weib hinein und sagte es ihrem Manne und sprach: Es kam ein Gottesmann zu mir; der sah aus wie der Engel Gottes, gar furchtbar. Ich fragte ihn nicht, woher er komme, und er sagte mir nicht, wie er heisse.
6891#Richter,13,7#7. Er sprach aber zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und wirst einen Sohn gebären; so trinke denn keinen Wein noch sonst berauschendes Getränk und iss nicht irgend etwas Unreines; denn der Knabe soll ein Gottgeweihter sein von Mutterschoss an bis zum Tage seines Todes.
6892#Richter,13,8#8. Da betete Manoah zum Herrn und sprach: Ach Herr! Der Gottesmann, den du gesandt hast, möge doch noch einmal zu uns kommen und uns belehren, wie wir es mit dem Knaben, der geboren werden soll, zu halten haben.
6893#Richter,13,9#9. Gott erhörte die Bitte Manoahs, und der Engel Gottes kam noch einmal zu dem Weibe, als sie auf dem Felde sass und ihr Mann Manoah nicht bei ihr war.
6894#Richter,13,10#10. Da lief das Weib eilends hin und sagte es ihrem Manne und sprach zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der neulich zu mir kam.
6895#Richter,13,11#11. Manoah aber machte sich auf und folgte seinem Weibe. Als er zu dem Manne kam, sprach er zu ihm: Bist du der Mann, der mit dem Weibe geredet hat? Er antwortete: Ja, ich bin's.
6896#Richter,13,12#12. Da sprach Manoah: Wenn nun dein Wort eintrifft, wie soll es dann mit dem Knaben gehalten werden, und wozu ist er berufen?
6897#Richter,13,13#13. Der Engel des Herrn antwortete Manoah: Von allem, was ich dem Weibe gesagt habe, soll sie sich enthalten:
6898#Richter,13,14#14. sie soll nichts essen, was vom Weinstock kommt, soll auch keinen Wein noch sonst berauschendes Getränk trinken und nicht irgend etwas Unreines essen; alles, was ich ihr geboten habe, soll sie halten.
6899#Richter,13,15#15. Da sprach Manoah zum Engel des Herrn: Wir möchten dich gerne zurückhalten, um dir ein Ziegenböcklein herzurichten. -V. 15-18: in Originalüs. folgende Versreihenfolge: 17, 16b, 18, 15, 16a.
6900#Richter,13,16#16. (a) Aber der Engel des Herrn antwortete Manoah: Wenn du mich gleich zurückhieltest, ich würde doch nicht von deiner Speise essen. Willst du es aber herrichten, so magst du es dem Herrn als Brandopfer darbringen. <(b) Manoah wusste nämlich nicht, dass es der Engel des Herrn war.>
6901#Richter,13,17#17. Da sprach Manoah zum Engel des Herrn: Wie heissest du? - dass wir dich ehren können, wenn dein Wort eintrifft.
6902#Richter,13,18#18. Der Engel des Herrn erwiderte ihm: Warum fragst du nach meinem Namen? - er ist wunderbar! -1.Mo. 32,29.
6903#Richter,13,19#19. Da nahm Manoah das Ziegenböcklein und das Speisopfer und opferte es auf dem Felsen dem Herrn, der Wunderbares tut.
6904#Richter,13,20#20. Als nun die Flamme von dem Altar gen Himmel schlug, stieg der Engel des Herrn in der Flamme des Altars empor, während Manoah und sein Weib zusahen. Da warfen sie sich auf ihr Angesicht zur Erde.
6905#Richter,13,21#21. Der Engel des Herrn aber erschien Manoah und seinem Weibe nicht mehr. Da erkannte Manoah, dass es der Engel des Herrn war.
6906#Richter,13,22#22. Und er sprach zu seinem Weibe: Wir müssen sterben, denn wir haben Gott gesehen. -2.Mo. 33,20.
6907#Richter,13,23#23. Aber sein Weib antwortete ihm: Wenn der Herr uns hätte töten wollen, so hätte er nicht Brandopfer und Speisopfer von uns angenommen; auch hätte er uns nicht all das sehen und uns vollends nicht dergleichen Dinge hören lassen.
6908#Richter,13,24#24. Und das Weib gebar einen Sohn und nannte ihn Simson. Der Knabe aber wuchs heran, und der Herr segnete ihn.
6909#Richter,13,25#25. Und der Geist des Herrn fing an, ihn zu treiben im Lager Dans zwischen Zorea und Esthaol.
6910#Richter,14,1#1. EINST ging Simson nach Thimnath hinab, und er sah in Thimnath eine von den Töchtern der Philister.
6911#Richter,14,2#2. Als er wieder heraufkam, sagte er es seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ich habe in Thimnath eine von den Töchtern der Philister gesehen; nun freit für mich um sie.
6912#Richter,14,3#3. Aber sein Vater und seine Mutter sprachen zu ihm: Gibt es denn unter den Töchtern deiner Stammesgenossen und in deinem ganzen Volke kein Weib, dass du hingehst, um bei den Philistern, den Unbeschnittenen, ein Weib zu holen? Simson antwortete seinem Vater: Um diese musst du für mich freien; denn sie allein gefällt mir. -5.Mo. 7,3.
6913#Richter,14,4#4. Sein Vater und seine Mutter wussten eben nicht, dass das von dem Herrn so gefügt war, weil er gegenüber den Philistern einen Anlass schaffen wollte. Zu jener Zeit nämlich herrschten die Philister über Israel.
6914#Richter,14,5#5. Und Simson ging mit seinem Vater und seiner Mutter nach Thimnath hinab. Als er nun zu den Weinbergen von Thimnath kam, siehe, da trat ihm ein junger Löwe brüllend entgegen.
6915#Richter,14,6#6. Da kam der Geist des Herrn über ihn, und er zerriss den Löwen, wie man ein Böcklein zerreisst, und er hatte doch gar nichts in der Hand. Seinem Vater und seiner Mutter aber sagte er nicht, was er getan hatte.
6916#Richter,14,7#7. Dann ging er hinab und redete mit dem Weibe; und sie gefiel Simson.
6917#Richter,14,8#8. Als er nach einiger Zeit wieder hinging, um sie zu heiraten, bog er vom Wege ab, nach dem Aas des Löwen zu sehen; siehe, da war in dem Leib des Löwen ein Bienenschwarm und Honigwaben,
6918#Richter,14,9#9. die löste er heraus und nahm sie in die Hände und ass im Weitergehen. Und er ging zu seinem Vater und seiner Mutter und gab ihnen davon, und sie assen auch. Er sagte ihnen aber nicht, dass er den Honig aus dem Aas des Löwen herausgelöst hatte.
6919#Richter,14,10#10. Und als Simson zu dem Weibe herabkam, veranstaltete er dort ein Festmahl; denn so pflegten die jungen Männer es zu halten.
6920#Richter,14,11#11. Da man ihn aber fürchtete, bestellte man dreissig Gefährten, die dann um ihn waren.
6921#Richter,14,12#12. Und Simson sprach zu ihnen: Ich will euch ein Rätsel aufgeben; wenn ihr mir innerhalb der sieben Tage des Festes die Lösung sagt, so will ich euch dreissig Hemden und dreissig Feierkleider geben.
6922#Richter,14,13#13. Könnt ihr es aber nicht lösen, so sollt ihr mir dreissig Hemden und dreissig Feierkleider geben. Sie sprachen zu ihm: Gib dein Rätsel auf, dass wir es hören!
6923#Richter,14,14#14. Da sprach er zu ihnen: Speise ging aus von dem Fresser, / und Süsses ging aus von dem Starken. Doch sie vermochten das Rätsel drei Tage lang nicht zu lösen.
6924#Richter,14,15#15. Am vierten Tage nun sprachen sie zu dem Weibe Simsons: Berede deinen Mann, dass er uns das Rätsel verrät; sonst verbrennen wir dich samt deiner ganzen Familie. Habt ihr uns hierher geladen, um uns arm zu machen?
6925#Richter,14,16#16. Da weinte das Weib an Simsons Hals und sprach: Du bist mir nur gram und hast mich nicht lieb. Du hast meinen Volksgenossen das Rätsel aufgegeben und hast es mir nicht verraten. Er antwortete ihr: Sieh, meinem Vater und meiner Mutter habe ich es nicht verraten - und sollte es dir verraten?
6926#Richter,14,17#17. Sie aber weinte an seinem Halse die sieben Tage, solange sie das Fest hielten; am siebenten Tage endlich verriet er es ihr, weil sie ihn so drängte, und sie verriet das Rätsel ihren Volksgenossen.
6927#Richter,14,18#18. Da sprachen die Männer der Stadt am siebenten Tage zu ihm, bevor er in die Kammer hineinging: Was ist süsser als Honig? / Und was ist stärker als der Löwe? Er aber sprach zu ihnen: Hättet ihr nicht mit meinem Rinde gepflügt, / ihr hättet mein Rätsel nicht erraten.
6928#Richter,14,19#19. Dann kam der Geist des Herrn über ihn, und er ging hinab nach Askalon und erschlug dort dreissig Mann. Diesen nahm er ihre Gewänder ab und gab denen, die das Rätsel gelöst hatten, die Feierkleider. Und es entbrannte sein Zorn, und er ging hinauf in seines Vaters Haus.
6929#Richter,14,20#20. Simsons Weib aber ward seinem Gefährten gegeben, der sein Brautführer gewesen war.
6930#Richter,15,1#1. NACH einiger Zeit aber, in den Tagen der Weizenernte, besuchte Simson sein Weib mit einem Ziegenböcklein und sprach: Ich möchte zu meinem Weibe in die Kammer gehen. Doch ihr Vater liess ihn nicht hinein.
6931#Richter,15,2#2. Und ihr Vater sprach: Ich dachte nichts andres, als du seiest ihr gram geworden, da gab ich sie halt deinem Brautführer. Doch ist ja ihre jüngere Schwester noch schöner als sie; die sei dein an ihrer Statt!
6932#Richter,15,3#3. Da sprach Simson zu ihnen: Diesmal trifft mich keine Schuld, wenn ich den Philistern übel mitspiele.
6933#Richter,15,4#4. Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse; dann nahm er Fackeln, kehrte Schwanz gegen Schwanz und tat zwischen je zwei Schwänze eine Fackel.
6934#Richter,15,5#5. Hierauf zündete er die Fackeln an und jagte (die Füchse) in die Kornfelder der Philister und steckte dadurch Garben sowohl als stehendes Korn in Brand, auch Weinberge und Ölgärten.
6935#Richter,15,6#6. Da sprachen die Philister: Wer hat das getan? Und es hiess: Simson, der Tochtermann des Thimniters, weil der ihm sein Weib genommen und sie seinem Brautführer gegeben hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie samt den Ihrigen.
6936#Richter,15,7#7. Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr solches tut, fürwahr, so werde ich nicht eher ruhen, als bis ich mich an euch gerächt habe.
6937#Richter,15,8#8. Und er hieb sie gründlich zusammen und richtete ein Blutbad unter ihnen an. Dann zog er hinab und wohnte in der Felsenkluft von Etam.
6938#Richter,15,9#9. Da zogen die Philister hinauf, lagerten sich in Juda und breiteten sich aus bei Lehi.
6939#Richter,15,10#10. Die Männer von Juda aber sprachen: Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen? Sie antworteten: Simson zu binden, sind wir heraufgekommen, um ihm zu tun, wie er uns getan hat.
6940#Richter,15,11#11. Da zogen dreitausend Mann aus Juda hinab zur Felsenkluft von Etam und sprachen zu Simson: Weisst du nicht, dass die Philister über uns herrschen? Was hast du uns da angerichtet? Er antwortete ihnen: Wie sie mir getan haben, so habe ich ihnen getan.
6941#Richter,15,12#12. Nun sprachen sie zu ihm: Dich zu binden, sind wir herabgekommen, um dich den Philistern auszuliefern. Und Simson erwiderte ihnen: So leistet mir einen Schwur - damit ihr mich nicht selbst erschlagt.
6942#Richter,15,13#13. Sie antworteten ihm: Nein, wir wollen dich nur binden und dich ihnen ausliefern, aber töten wollen wir dich nicht. Und sie banden ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn von dem Felsen hinauf.
6943#Richter,15,14#14. Schon war er bis Lehi gekommen, und schon liefen die Philister mit Triumphgeschrei auf ihn zu, da kam der Geist des Herrn über ihn, und die Stricke an seinen Armen wurden wie vom Feuer versengte Fäden, und die Bande zergingen ihm an den Händen.
6944#Richter,15,15#15. Und er fand einen frischen Eselskinnbacken; da streckte er seine Hand aus, ergriff ihn und erschlug damit tausend Mann.
6945#Richter,15,16#16. Und Simson sprach: Mit dem Eselsbacken hab' ich tüchtig sie geschunden, / mit dem Eselsbacken schlug ich tausend Mann.
6946#Richter,15,17#17. Und als er ausgeredet hatte, warf er den Kinnbacken weg. Daher nannte man jenen Ort Ramath-Lehi-1-. -1) d.i. Kinnbacken-Höhe.
6947#Richter,15,18#18. Da ihn aber sehr dürstete, rief er den Herrn an und sprach: Du hast durch die Hand deines Knechtes diesen grossen Sieg verliehen, und nun soll ich vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen?
6948#Richter,15,19#19. Da spaltete Gott die Höhlung im «Kinnbacken», sodass Wasser daraus hervorquoll; und als er getrunken hatte, kehrten seine Lebensgeister zurück, und er lebte wieder auf. Darum nennt man sie bis auf den heutigen Tag «Quelle des Rufers bei Lehi».
6949#Richter,15,20#20. Und er richtete Israel in den Tagen der Philister zwanzig Jahre lang.
6950#Richter,16,1#1. Einst ging Simson nach Gaza, und als er dort eine Dirne sah, ging er zu ihr hinein.
6951#Richter,16,2#2. Den Leuten von Gaza aber wurde gemeldet: Der Simson ist hierhergekommen. Da liefen sie umher und lauerten ihm am Stadttor den ganzen Tag auf; während der ganzen Nacht aber waren sie ruhig, indem sie dachten: Warten wir, bis der Morgen tagt; dann wollen wir ihn umbringen.
6952#Richter,16,3#3. Simson schlief bis Mitternacht. Um Mitternacht sodann stand er auf, ergriff die Flügel des Stadttors samt den beiden Pfosten, hob sie mit dem Riegel aus, nahm sie auf die Schultern und trug sie hinauf auf die Höhe des Berges gegenüber Hebron.
6953#Richter,16,4#4. DARNACH begab es sich, dass er ein Weib im Tale Sorek liebgewann; die hiess Delila.
6954#Richter,16,5#5. Zu dieser kamen die Fürsten der Philister herauf und sprachen zu ihr: Berücke ihn, um zu erfahren, womit seine Kraft so gross ist und womit wir ihn überwinden können, damit wir ihn binden und bezwingen; dann wollen wir dir jeder elfhundert Lot Silber geben.
6955#Richter,16,6#6. Da sprach Delila zu Simson: Sage mir doch, wodurch deine Kraft so gross ist und womit man dich binden muss, um dich zu bezwingen.
6956#Richter,16,7#7. Simson sprach zu ihr: Wenn man mich mit sieben frischen Saiten bindet, die noch nicht ausgetrocknet sind, so werde ich schwach und wie ein gewöhnlicher Mensch.
6957#Richter,16,8#8. Da brachten ihr die Fürsten der Philister sieben frische Saiten, die noch nicht ausgetrocknet waren, und sie band ihn damit,
6958#Richter,16,9#9. während in ihrer Kammer Leute auf der Lauer lagen. Dann rief sie ihm zu: Die Philister über dir, Simson! Da zerriss er die Saiten, wie ein Wergfaden zerreisst, wenn er Feuer riecht. So ward nicht offenbar, worin seine Kraft lag.
6959#Richter,16,10#10. Delila aber sprach zu Simson: Siehe, du hast mich betrogen und mir Lügen vorgeredet. Nun sage mir doch: Womit kann man dich binden?
6960#Richter,16,11#11. Er antwortete ihr: Wenn man mich mit neuen Stricken bindet, mit denen noch keine Arbeit getan worden ist, so werde ich schwach und wie ein gewöhnlicher Mensch.
6961#Richter,16,12#12. Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit. Dann rief sie ihm zu: Die Philister über dir, Simson! - während in der Kammer Leute auf der Lauer lagen. Er aber riss sie wie Fäden von seinen Armen.
6962#Richter,16,13#13. Nun sprach Delila zu Simson: Bisher hast du mich betrogen und mir Lügen vorgeredet. Sage mir: Womit kann man dich binden? Er antwortete ihr: Wenn du die sieben Locken meines Kopfes mit dem Zettel (deines Webstuhls) zusammenwebst und mit dem Pflock befestigst, so werde ich schwach und wie ein gewöhnlicher Mensch.
6963#Richter,16,14#14. Da liess sie ihn einschlafen und wob die sieben Locken seines Kopfes mit dem Zettel zusammen und befestigte sie mit dem Pflocke. Dann rief sie ihm zu: Die Philister über dir, Simson! Da erwachte er aus seinem Schlafe und riss den Pflock samt dem Zettel heraus.
6964#Richter,16,15#15. Sie aber sprach zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, wo du mir doch dein Herz verbirgst? Dreimal hast du mich nun schon betrogen und mir nicht gesagt, wodurch deine Kraft so gross ist.
6965#Richter,16,16#16. Und da sie ihm die ganze Zeit mit ihren Reden zusetzte und ihm keine Ruhe liess, ward er sterbensungeduldig,
6966#Richter,16,17#17. offenbarte ihr sein ganzes Herz und sprach zu ihr: Es ist noch kein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Gottgeweihter von Mutterschoss an. Wenn ich geschoren werde, so weicht meine Kraft von mir, und ich werde schwach und allen andern Menschen gleich. -Ri. 13,5; 4.Mo. 6,5.
6967#Richter,16,18#18. Als Delila sah, dass er ihr sein ganzes Herz geoffenbart hatte, sandte sie hin und liess die Fürsten der Philister rufen und ihnen sagen: Kommt herauf; denn diesmal hat er mir sein ganzes Herz geoffenbart. Da kamen die Fürsten der Philister zu ihr hinauf und brachten das Geld mit.
6968#Richter,16,19#19. Sie aber liess ihn auf ihrem Schoss einschlafen; dann rief sie einen Mann, der musste ihm die sieben Locken seines Kopfes scheren, und er begann schwach zu werden, und seine Kraft wich von ihm.
6969#Richter,16,20#20. Nun rief sie ihm zu: Die Philister über dir, Simson! Da erwachte er aus seinem Schlafe und dachte: Ich komme los wie bisher immer, ich schüttle mich frei. Er wusste nämlich nicht, dass der Herr von ihm gewichen war.
6970#Richter,16,21#21. Die Philister aber ergriffen ihn, stachen ihm die Augen aus und führten ihn nach Gaza hinab. Dort banden sie ihn mit ehernen Fesseln, und er musste im Gefängnis die Mühle drehen.
6971#Richter,16,22#22. Aber das Haar seines Hauptes begann wieder zu wachsen, nachdem es geschoren worden war.
6972#Richter,16,23#23. Nun kamen einst die Fürsten der Philister zusammen, um ihrem Gott Dagon ein grosses Opferfest zu feiern und sich zu vergnügen. Und sie sangen: In unsre Hand gegeben hat unser Gott / den Simson, unsern Feind! -1.Sam. 5,2.
6973#Richter,16,24#24. und als das Volk ihn sah, lobten sie ihren Gott und sangen: In unsre Hand gegeben hat unser Gott / den Simson, unsern Feind, / der unser Land verwüstet / und viele der Unsern erschlagen hat.
6974#Richter,16,25#25. Als sie nun guter Dinge waren, sprachen sie: Ruft den Simson her, zu unsrer Kurzweil. Da rief man den Simson aus dem Gefängnis, und er musste ihnen Kurzweil bereiten. Dann stellten sie ihn zwischen die Säulen,-1- -1) in der Originalüs. ist V. 25 dem V. 24 vorangestellt.
6975#Richter,16,26#26. Da sprach Simson zu dem Knaben, der ihn an der Hand hielt: Lass mich los, dass ich die Säulen, auf denen das Haus ruht, betasten und mich daran lehnen kann.
6976#Richter,16,27#27. Das Haus aber war voll von den Männern und Frauen, die dem Spiele Simsons zusahen - auch alle Fürsten der Philister waren zugegen, und auf dem Dache bei dreitausend Männer und Frauen.
6977#Richter,16,28#28. Nun rief Simson den Herrn an und sprach: O Herr, mein Gott! Gedenke doch meiner und stärke mich nur diesmal noch, dass ich mich (wenigstens) für eines meiner beiden Augen an den Philistern räche.
6978#Richter,16,29#29. Dann umfasste Simson die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit der rechten und die andre mit der linken Hand, und stemmte sich gegen sie;
6979#Richter,16,30#30. und indem Simson dachte: Sei's denn, dass ich mit den Philistern sterbe! neigte er sich mit aller Macht. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, sodass der Toten, die er in seinem Tode tötete, mehr waren als derer, die er in seinem Leben getötet hatte.
6980#Richter,16,31#31. Hierauf kamen seine Brüder und alle seine Verwandten herab, hoben ihn auf und trugen ihn hinauf und begruben ihn zwischen Zorea und Esthaol im Grabe seines Vaters Manoah. Er hatte aber Israel zwanzig Jahre lang gerichtet.
6981#Richter,17,1#1. ES war ein Mann vom Gebirge Ephraim mit Namen Micha.
6982#Richter,17,2#2. Der sprach zu seiner Mutter: Die elfhundert Lot Silber, die dir genommen worden sind - du hast ja einen Fluch ausgestossen, vor meinen Ohren hast du ihn gesprochen - ich habe das Geld, ich habe es genommen; doch nun will ich es dir zurückgeben. Da sprach seine Mutter: Gesegnet sei mein Sohn vor dem Herrn!
6983#Richter,17,3#3. So gab er seiner Mutter die elfhundert Lot Silber zurück, und seine Mutter sprach: Ich weihe das Geld dem Herrn und gebe es zugunsten meines Sohnes hin, damit ein geschnitztes und gegossenes Bild daraus gemacht werde.
6984#Richter,17,4#4. Dann nahm seine Mutter zweihundert Lot Silber und gab sie dem Goldschmied; der machte daraus ein geschnitztes und gegossenes Bild; das kam in das Haus Michas.
6985#Richter,17,5#5. Nun besass aber der Mann Micha ein Gotteshaus, und er machte ein Ephod und einen Theraphim und füllte einem seiner Söhne die Hand-1-, damit er ihm als Priester diente. -1.Mo. 31,19; 2.Mo. 28,41; 3.Mo. 16,32. 1) vgl. Anm. zu 2.Mo. 28,41.
6986#Richter,17,6#6. Damals gab es noch keinen König in Israel; ein jeder tat, was ihn recht dünkte.
6987#Richter,17,7#7. Es war aber ein Jüngling von Bethlehem in Juda, aus dem Geschlechte Judas; der war ein Levit und hielt sich dort als Fremdling auf.
6988#Richter,17,8#8. Und der Mann zog aus der Stadt, aus Bethlehem in Juda, fort, um sich als Fremdling niederzulassen, wo es sich gerade träfe. Und als er so seines Weges zog, kam er auf das Gebirge Ephraim zum Hause Michas.
6989#Richter,17,9#9. Da fragte ihn Micha: Wo kommst du her? Er antwortete ihm: Ich bin ein Levit von Bethlehem in Juda und bin unterwegs, um mich niederzulassen, wo es sich gerade trifft.
6990#Richter,17,10#10. Da sprach Micha zu ihm: Bleibe bei mir und sei mir Vater und Priester. Ich gebe dir jährlich zehn Lot Silber, ferner die Ausstattung mit Kleidern und deinen Lebensunterhalt.
6991#Richter,17,11#11. Der Levit willigte ein, bei dem Manne zu bleiben, und dieser hielt den Jüngling wie einen seiner Söhne.
6992#Richter,17,12#12. Und Micha füllte dem Leviten die Hand-1-, und so wurde der Jüngling sein Priester und blieb im Hause Michas. -1) vgl. Anm. zu 2.Mo. 28,41.
6993#Richter,17,13#13. Und Micha dachte: Nun weiss ich, dass der Herr mir wohltun wird, weil der Levit mein Priester geworden ist.
6994#Richter,18,1#1. Damals gab es noch keinen König in Israel. ZU jener Zeit suchte sich der Stamm der Daniten einen Erbbesitz, um sich anzusiedeln; denn bis dahin war ihm unter den Stämmen Israels noch kein Land als Erbbesitz zugefallen. -Ri. 1,34.
6995#Richter,18,2#2. Daher sandten die Daniten von ihrem Geschlechte fünf Männer, kriegstüchtige Leute aus ihrer Mitte, von Zorea und Esthaol aus, um das Land auszukundschaften und zu erforschen, und sprachen zu ihnen: Geht, erforscht das Land. Und sie kamen auf das Gebirge Ephraim zum Hause Michas und blieben dort übernacht.
6996#Richter,18,3#3. Als sie beim Hause Michas waren, erkannten sie die Stimme des Jünglings, des Leviten, und sie wandten sich dorthin und sprachen zu ihm: Wer hat dich hierher gebracht? Was machst du an diesem Ort? Was hast du hier zu tun?
6997#Richter,18,4#4. Er antwortete ihnen: So und so hat Micha mit mir abgemacht; er hat mich gedungen, und so bin ich sein Priester geworden.
6998#Richter,18,5#5. Da sprachen sie zu ihm: Befrage doch Gott, dass wir erfahren, ob der Weg, den wir ziehen, zum Ziele führt.
6999#Richter,18,6#6. Der Priester antwortete ihnen: Zieht hin mit Glück! Das Auge des Herrn ruht auf dem Wege, den ihr zieht.
7000#Richter,18,7#7. Da zogen die fünf Männer weiter und kamen nach Lais, und sie sahen, dass die Leute darin sicher wohnten nach Art der Sidonier, ruhig und sorglos, nichts ermangelnd, was es auf der Welt gibt, vielmehr im Besitz von Reichtum, und dass sie weit weg von den Sidoniern waren und mit den Syrern keinen Verkehr hatten.
7001#Richter,18,8#8. Als sie nun wieder zu ihren Brüdern nach Zorea und Esthaol kamen, sprachen ihre Brüder zu ihnen: Was bringt ihr?
7002#Richter,18,9#9. Da sprachen sie: Auf! lasst uns wider sie hinaufziehen! Denn wir haben das Land besehen, es ist wirklich sehr schön; und da wolltet ihr stillesitzen? Seid nicht träge und zieht nach Lais, um das Land einzunehmen; denn Gott hat es in eure Hand gegeben.
7003#Richter,18,10#10. Wenn ihr hinkommt, so kommt ihr zu einem sorglosen Volke, und das Land ist weit nach allen Seiten, ein Ort, wo kein Mangel ist an allem, was es auf Erden gibt.
7004#Richter,18,11#11. Da brachen sie von dort auf, von Zorea und Esthaol, sechshundert waffengerüstete Männer aus dem Geschlechte der Daniten.
7005#Richter,18,12#12. Und sie zogen hinauf und lagerten sich bei Kirjath-Jearim in Juda. Daher nennt man jenen Ort bis auf diesen Tag «Lager Dans»; es liegt westlich von Kirjath-Jearim.
7006#Richter,18,13#13. Von dort zogen sie weiter auf das Gebirge Ephraim und kamen zum Hause Michas.
7007#Richter,18,14#14. Da hoben die fünf Männer, die ausgezogen waren, um das Land auszukundschaften, an und sprachen zu ihren Brüdern: Wisst ihr, dass es in diesen Häusern Ephod und Theraphim und ein geschnitztes und gegossenes Bild gibt? So verstehet nun, was ihr zu tun habt! -Ri. 17,5.
7008#Richter,18,15#15. Und sie wandten sich dorthin und traten in das Haus des Jünglings des Leviten, in das Haus Michas, und begrüssten ihn.
7009#Richter,18,16#16. Die sechshundert waffengerüsteten Männer von den Daniten aber standen vor dem Tore.
7010#Richter,18,17#17. Nun gingen die fünf Männer, die ausgezogen waren, um das Land auszukundschaften, hinauf, drangen dort ein und nahmen Schnitzbild, Ephod, Theraphim und Gussbild, während der Priester samt den sechshundert waffengerüsteten Männern am Eingang des Tores stand.
7011#Richter,18,18#18. Als nun jene in das Haus Michas eindrangen und Schnitzbild, Ephod, Theraphim und Gussbild nahmen, sprach der Priester zu ihnen: Was macht ihr da?
7012#Richter,18,19#19. Sie antworteten ihm: Schweig! Halte den Mund und zieh mit uns und sei uns Vater und Priester! Was ist wohl besser für dich: Priester für das Haus eines einzelnen Mannes zu sein oder Priester für einen Stamm oder ein Geschlecht in Israel?
7013#Richter,18,20#20. Da war's der Priester zufrieden; er nahm Ephod, Theraphim und Schnitzbild und trat mitten unter die Leute.
7014#Richter,18,21#21. Darnach wandten sie sich und zogen ab. Die Kinder aber und das Vieh und die wertvolle Habe stellten sie an die Spitze.
7015#Richter,18,22#22. Doch kaum hatten sie sich vom Hause Michas entfernt, da taten sich die Männer, die in den Häusern bei dem Hause Michas wohnten, zusammen und holten die Daniten ein.
7016#Richter,18,23#23. Als sie nun die Daniten anriefen, wandten sich diese um und sprachen zu Micha: Was willst du, dass du deine Leute aufgeboten hast?
7017#Richter,18,24#24. Er antwortete: Meinen Gott, den ich gemacht, habt ihr genommen samt dem Priester und seid abgezogen. Was bleibt mir da noch? und wie könnt ihr da noch zu mir sagen: Was willst du?
7018#Richter,18,25#25. Aber die Daniten sprachen zu ihm: Lass dich nicht weiter bei uns hören; sonst könnten verzweifelte Leute auf euch stossen, und du würdest dich selbst und dein Haus ins Verderben stürzen.
7019#Richter,18,26#26. Damit zogen die Daniten ihres Weges. Da Micha sah, dass sie stärker waren als er, wandte er sich und kehrte nach Hause zurück.
7020#Richter,18,27#27. Sie aber nahmen, was Micha gemacht, samt dem Priester, den er gehabt hatte, und überfielen Lais, ein ruhiges und sorgloses Volk, schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes und verbrannten die Stadt.
7021#Richter,18,28#28. Niemand kam zu Hilfe; denn sie lag fern von Sidon, und sie hatten keinen Verkehr mit den Syrern. <Sie lag nämlich im Tale von Beth-Rehob.> Dann bauten sie die Stadt wieder auf und liessen sich darin nieder.
7022#Richter,18,29#29. Und sie nannten die Stadt Dan, nach dem Namen ihres Stammvaters Dan, der dem Israel geboren wurde. Vordem aber hiess die Stadt Lais.
7023#Richter,18,30#30. Darnach stellten die Daniten das Bild für sich auf, und Jonathan, der Sohn Gersoms, des Sohnes Moses, und seine Söhne waren Priester des Stammes der Daniten bis zu der Zeit, da die Bevölkerung in die Verbannung wanderte. -2.Mo. 2,22; 1.Kön. 12,29; Amos 8,14.
7024#Richter,18,31#31. Und sie stellten das Bild für sich auf, das Micha gemacht hatte, (und es blieb dort,) solange das Haus Gottes in Silo bestand. -Ri. 21,19; Jos. 18,1; 1.Sam. 1,3.9.
7025#Richter,19,1#1. ES begab sich aber zu jener Zeit - noch war kein König in Israel -, da weilte ein Levit als Fremdling zuhinterst im Gebirge Ephraim; der nahm sich eine Nebenfrau aus Bethlehem in Juda.
7026#Richter,19,2#2. Da aber seine Nebenfrau sich über ihn erzürnte, lief sie ihm davon und ging in das Haus ihres Vaters nach Bethlehem in Juda. Dort blieb sie eine Zeitlang, vier Monate.
7027#Richter,19,3#3. Dann machte sich ihr Mann auf und zog ihr nach, um ihr freundlich zuzureden und sie so zur Rückkehr zu bestimmen; und er hatte seinen Knecht und ein Paar Esel bei sich. Als er zum Hause ihres Vaters kam und der Vater des Mädchens ihn erblickte, lief er ihm freudig entgegen.
7028#Richter,19,4#4. Und sein Schwiegervater, der Vater des Mädchens, hielt ihn fest, und er blieb drei Tage bei ihm; und sie assen und tranken und übernachteten dort.
7029#Richter,19,5#5. Am vierten Tage aber, des Morgens in aller Frühe, wollte er sich auf den Weg machen. Da sprach der Vater des Mädchens zu seinem Tochtermann: Stärke dich zuvor mit einem Bissen Brot; darnach mögt ihr ziehen.
7030#Richter,19,6#6. Da blieben sie, und die beiden assen und tranken miteinander. Dann sprach der Vater des Mädchens zu dem Manne: Lass es dir doch gefallen und bleibe übernacht und lass dir's wohlsein!
7031#Richter,19,7#7. Aber der Mann stand auf, um aufzubrechen. Doch sein Schwiegervater drang in ihn, bis er nochmals daselbst übernacht blieb.
7032#Richter,19,8#8. Am Morgen des fünften Tages in aller Frühe wollte er sich auf den Weg machen. Da sprach der Vater des Mädchens: Stärke dich doch zuvor! So beredete er ihn, dass sie verzogen, bis der Tag sich neigte, und die beiden assen.
7033#Richter,19,9#9. Jetzt erhob sich der Mann, um mit seiner Nebenfrau und seinem Knechte aufzubrechen; aber sein Schwiegervater, der Vater des Mädchens, sprach zu ihm: Sieh doch, der Tag nimmt ab, und es ist bald Abend; bleibe doch hier übernacht und lass dir's wohlsein! Morgen in der Frühe mögt ihr euch dann auf den Weg machen, und du magst zu deinen Zelten ziehen.
7034#Richter,19,10#10. Aber der Mann wollte nicht übernacht bleiben, sondern machte sich auf den Weg und kam bis in die Gegend gegenüber von Jebus <das ist Jerusalem>; er hatte aber ein Paar gesattelter Esel und seine Nebenfrau und seinen Knecht bei sich.
7035#Richter,19,11#11. Als sie nun bei Jebus waren, hatte sich der Tag schon stark geneigt. Da sprach der Knecht zu seinem Herrn: Komm, wir wollen in der Stadt der Jebusiter hier einkehren und darin übernacht bleiben.
7036#Richter,19,12#12. Aber sein Herr sprach zu ihm: Wir wollen nicht in einer Stadt von Fremden einkehren, die nicht zu den Israeliten gehören, sondern wollen bis Gibea weiterziehen.
7037#Richter,19,13#13. Und er sprach zu seinem Knechte: Komm, lass uns zu einer jener Ortschaften hingehen und in Gibea oder Rama übernacht bleiben.
7038#Richter,19,14#14. So zogen sie ihres Weges weiter, und nahe bei Gibea, das zu Benjamin gehört, ging ihnen die Sonne unter.
7039#Richter,19,15#15. Da bogen sie dorthin ab, um hineinzukommen und in Gibea übernacht zu bleiben. Als er hineinkam, blieb er auf dem Platz der Stadt; aber es war niemand, der sie zum Übernachten ins Haus aufnehmen wollte.
7040#Richter,19,16#16. Siehe, da kam ein alter Mann am Abend von seiner Arbeit vom Felde. Der Mann stammte vom Gebirge Ephraim und wohnte als Fremdling in Gibea; die Leute des Ortes aber waren Benjaminiten.
7041#Richter,19,17#17. Als der alte Mann seine Augen erhob und den Wanderer auf dem Platz der Stadt sah, sprach er: Wo willst du hin, und wo kommst du her?
7042#Richter,19,18#18. Er antwortete ihm: Wir reisen von Bethlehem in Juda zuhinterst ins Gebirge Ephraim; von dort bin ich her. Ich war nach Bethlehem in Juda gezogen und bin jetzt auf der Heimreise; aber niemand will mich ins Haus aufnehmen,
7043#Richter,19,19#19. und ich habe doch Stroh und Futter für unsre Esel und Brot und Wein für mich und deine Magd und für den Knecht bei mir; es fehlt an nichts.
7044#Richter,19,20#20. Da sprach der alte Mann: Sei willkommen! Doch, was du irgend brauchst, ist meine Sache; auf dem Platze darfst du jedenfalls nicht übernachten.
7045#Richter,19,21#21. Damit führte er ihn in sein Haus und mischte Futter für die Esel, und sie wuschen ihre Füsse und assen und tranken.
7046#Richter,19,22#22. Während sie sich's so wohlsein liessen, siehe, da umringten die Leute der Stadt, ruchlose Menschen, das Haus, polterten an die Türe und sprachen zu dem alten Manne, dem Besitzer des Hauses: Gib den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, dass wir ihm beiwohnen! -1.Mo. 19,4.5.
7047#Richter,19,23#23. Da trat der Mann, der Besitzer des Hauses, zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: Nicht doch, meine Brüder! Tut doch nichts Böses! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, dürft ihr keine solche Schandtat begehen!
7048#Richter,19,24#24. Seht, da ist meine jungfräuliche Tochter; die will ich herausbringen, und ihr mögt sie schwächen und mit ihr machen, was euch gefällt; aber an diesem Manne dürft ihr keine solche Schandtat verüben.
7049#Richter,19,25#25. Doch die Leute wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Mann seine Nebenfrau und führte sie zu ihnen hinaus, und sie wohnten ihr bei und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen. Erst als die Morgenröte heraufstieg, liessen sie sie los.
7050#Richter,19,26#26. Als der Morgen anbrach, kam das Weib zurück, fiel vor der Haustüre des Mannes, bei dem ihr Herr war, nieder (und blieb da liegen) bis zum hellen Tag.
7051#Richter,19,27#27. Als nun ihr Herr am Morgen aufstand, die Haustüre öffnete und hinaustrat, um seines Weges zu ziehen, siehe, da lag seine Nebenfrau am Eingang des Hauses mit den Händen auf der Schwelle.
7052#Richter,19,28#28. Er sprach zu ihr: Steh auf, wir wollen gehen. Aber niemand antwortete. Da hob sie der Mann auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort.
7053#Richter,19,29#29. Und als er heimkam, nahm er das Messer, ergriff seine Nebenfrau und zerstückte sie Glied um Glied in zwölf Stücke und sandte diese in alle Gaue Israels.
7054#Richter,19,30#30. Und er befahl den Männern, die er aussandte: So sollt ihr zu allen Männern Israels sprechen: Ist dergleichen je geschehen seit der Zeit, da die Israeliten aus dem Lande Ägypten heraufgezogen sind, bis auf diesen Tag? Überlegt es euch, beratet und redet! Und ein jeder, der es sah, sprach: Dergleichen ist nicht geschehen noch gesehen worden seit der Zeit, da die Israeliten aus dem Lande Ägypten heraufgezogen sind, bis auf diesen Tag.
7055#Richter,20,1#1. Da zogen alle Israeliten aus, und die Gemeinde, von Dan bis Beerseba und vom Lande Gilead, versammelte sich wie ein Mann vor dem Herrn in Mizpa. -Ri. 11,11; 1.Sam. 7,5.
7056#Richter,20,2#2. Und die Häupter des ganzen Volkes und alle Stämme Israels stellten sich in der Versammlung des Gottesvolkes ein, 400 000 Mann zu Fuss, schwertbewehrt.
7057#Richter,20,3#3. Die Benjaminiten aber hörten, dass die Israeliten nach Mizpa hinaufgezogen seien. Und die Israeliten sprachen: Sagt, wie ist dieser Frevel geschehen?
7058#Richter,20,4#4. Der Levit, der Mann des gemordeten Weibes, hob an und sprach: Ich kam mit meiner Nebenfrau nach Gibea in Benjamin, um dort übernacht zu bleiben.
7059#Richter,20,5#5. Da erhoben sich die Bürger von Gibea wider mich und umzingelten bei Nacht das Haus in böser Absicht; mich gedachten sie zu töten, und meine Nebenfrau haben sie geschändet, sodass sie starb.
7060#Richter,20,6#6. Da ergriff ich das Weib und zerstückte sie und sandte die Stücke im ganzen Gebiet des Erbbesitzes Israels umher; denn sie haben ein Verbrechen und eine Schandtat in Israel verübt.
7061#Richter,20,7#7. Nun seid ihr Israeliten alle zugegen; so sprecht euch aus und entscheidet euch allhier!
7062#Richter,20,8#8. Da erhob sich alles Volk wie ein Mann und sprach: Keiner von uns darf zu seinem Zelte gehen, keiner darf heimkehren,
7063#Richter,20,9#9. sondern das wollen wir jetzt Gibea antun: wir wollen gegen die Stadt anrücken, und zwar nach dem Lose.
7064#Richter,20,10#10. Wir wollen aus allen Stämmen Israels je zehn Mann von hundert, und je hundert von tausend, und je tausend von zehntausend nehmen; die sollen Zehrung für das Volk herschaffen, für die Leute, die gekommen sind, um Gibea in Benjamin die Schandtat zu vergelten, die es in Israel verübt hat.
7065#Richter,20,11#11. So versammelten sich bei der Stadt alle Männer Israels, geschlossen wie ein Mann.
7066#Richter,20,12#12. Und die Stämme Israels sandten Männer im ganzen Stamme Benjamin umher und liessen sagen: Was für ein Frevel ist da bei euch geschehen!
7067#Richter,20,13#13. So gebt nun die Männer, die ruchlosen Menschen von Gibea, heraus, dass wir sie töten und den Frevel aus Israel wegschaffen. Aber die Benjaminiten wollten nicht auf ihre Brüder, die Israeliten, hören,
7068#Richter,20,14#14. sondern versammelten sich aus ihren Städten in Gibea, um zum Kampf mit den Israeliten auszuziehen.
7069#Richter,20,15#15. Und an jenem Tage wurden die Benjaminiten aus den Städten gemustert: 25 600 Mann, schwertbewehrt; ohne die Bürger von Gibea wurden sie gemustert.
7070#Richter,20,16#16. Unter allen diesen Leuten befanden sich siebenhundert auserlesene Männer, die linkshändig waren; die alle schleuderten mit Steinen und trafen aufs Haar, ohne zu fehlen.
7071#Richter,20,17#17. Auch die Männer von Israel, ohne die von Benjamin, wurden gemustert: 400 000 Mann, schwertbewehrt, jeder ein Krieger.
7072#Richter,20,18#18. Und die Israeliten machten sich auf, zogen nach Bethel, befragten Gott und sprachen: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen, um wider die Benjaminiten zu streiten? Der Herr antwortete: Juda zuerst. -Ri. 1,1.
7073#Richter,20,19#19. So machten sich die Israeliten am nächsten Morgen auf und lagerten sich wider Gibea.
7074#Richter,20,20#20. Und die Männer von Israel zogen aus, mit Benjamin zu streiten, und stellten sich wider sie in Schlachtordnung gegen Gibea hin.
7075#Richter,20,21#21. Die Benjaminiten aber brachen aus Gibea hervor und streckten von den Israeliten an jenem Tage 22 000 Mann zu Boden.
7076#Richter,20,22#22. Da ermannte sich das Volk, die Männer Israels, und sie stellten sich wiederum in Schlachtordnung, an demselben Orte, wo sie sich am ersten Tage aufgestellt hatten.
7077#Richter,20,23#23. Da gingen die Israeliten nach Bethel hinauf und weinten vor dem Herrn bis zum Abend; dann befragten sie den Herrn und sprachen: Sollen wir nochmals gegen unsre Brüder, die Benjaminiten, in den Kampf ziehen? Der Herr antwortete: Zieht gegen sie!-1- -1) in der Originalüs. ist V. 23 dem V. 22 vorangestellt.
7078#Richter,20,24#24. Als nun die Israeliten am zweiten Tage gegen die Benjaminiten anrückten,
7079#Richter,20,25#25. zogen ihnen die Benjaminiten auch am zweiten Tage aus Gibea entgegen und streckten von den Israeliten noch 18 000 Mann zu Boden, lauter schwertbewehrte Männer.
7080#Richter,20,26#26. Da zogen alle Israeliten, das ganze Volk, hinauf und kamen nach Bethel. Dort weinten sie und blieben vor dem Herrn: sie fasteten an jenem Tage bis zum Abend und brachten vor dem Herrn Brandopfer und Heilsopfer dar.
7081#Richter,20,27#27. Dann befragten die Israeliten den Herrn - dort befand sich nämlich zu jener Zeit die Bundeslade Gottes,
7082#Richter,20,28#28. und Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, versah den Dienst bei ihr in jenen Tagen -, indem sie sprachen: Sollen wir nochmals zum Kampf gegen unsre Brüder, die Benjaminiten, ausrücken, oder sollen wir davon abstehen? Der Herr antwortete: Zieht hinauf, denn morgen gebe ich sie in eure Hand.
7083#Richter,20,29#29. Da legte Israel ringsum gegen Gibea Leute in den Hinterhalt.
7084#Richter,20,30#30. Dann zogen die Israeliten am dritten Tage wieder gegen die Benjaminiten und stellten sich gegen Gibea hin in Schlachtordnung wie die frühern Male.
7085#Richter,20,31#31. Die Benjaminiten aber rückten aus, dem Volke entgegen. Sie wurden von der Stadt weggelockt auf die Landstrassen, deren eine nach Bethel, die andre nach Gibeon führt, und erschlugen anfangs etliche vom Volke auf freiem Felde wie die frühern Male, etwa dreissig Mann von den Israeliten.
7086#Richter,20,32#32. Da dachten die Benjaminiten: Sie erliegen uns wie früher. Die Israeliten aber hatten abgemacht: Wir wollen fliehen und sie so von der Stadt weg auf die Landstrassen herauslocken.
7087#Richter,20,33#33. Nun machte die ganze Mannschaft Israels halt und stellte sich bei Baal-Thamar in Schlachtordnung, während der Hinterhalt Israels aus seinem Standort westlich von Geba hervorbrach.
7088#Richter,20,34#34. Und zehntausend auserlesene Männer aus ganz Israel rückten von vorn gegen Gibea vor, und der Kampf wurde heftig; jene aber merkten nicht, dass das Unheil sie ereilte.
7089#Richter,20,35#35. So liess der Herr die Benjaminiten den Israeliten erliegen, und die Israeliten machten an jenem Tage 25 100 Benjaminiten nieder, lauter schwertbewehrte Männer.
7090#Richter,20,36#36. Da sahen die Benjaminiten, dass sie geschlagen waren. Die Männer Israels also gaben Benjamin Raum; denn sie verliessen sich auf den Hinterhalt, den sie gegen Gibea gelegt hatten.
7091#Richter,20,37#37. Der Hinterhalt aber fiel eilends über Gibea her: er zog heran und schlug die ganze Stadt mit der Schärfe des Schwertes.
7092#Richter,20,38#38. Nun hatten die Männer Israels mit denen im Hinterhalt die Abrede getroffen, dass sie ein Rauchzeichen aus der Stadt sollten aufsteigen lassen.
7093#Richter,20,39#39. Als nun die Männer Israels im Kampf sich wandten und die Benjaminiten anfangs etliche unter den Israeliten - etwa dreissig Mann - erschlugen, weil sie dachten: Sie erliegen uns jedenfalls wieder wie im frühern Kampf,
7094#Richter,20,40#40. da begann auf einmal das Zeichen, eine Rauchsäule, aus der Stadt aufzusteigen, und als die Benjaminiten sich umwandten, siehe, da ging die ganze Stadt in Feuer auf.
7095#Richter,20,41#41. Jetzt machten die Männer Israels kehrt, die Männer Benjamins aber wurden bestürzt; denn sie sahen, dass das Unheil sie ereilte.
7096#Richter,20,42#42. Sie wandten sich vor den Männern Israels in der Richtung nach der Wüste, aber der Kampf folgte ihnen; und diejenigen aus den Städten vernichteten sie in ihrer Mitte.
7097#Richter,20,43#43. Sie hieben die Benjaminiten nieder und verfolgten sie von Noha bis in die Gegend östlich von Gibea.
7098#Richter,20,44#44. So fielen von Benjamin 18 000 Mann, lauter Krieger.
7099#Richter,20,45#45. Da wandten sie sich und flohen gegen die Wüste hin zum Felsen Rimmon. Jene aber hielten auf den Strassen eine Nachlese unter ihnen (und töteten) fünftausend Mann. Dann setzten sie ihnen weiter nach bis Gideom und erschlugen von ihnen noch zweitausend Mann.
7100#Richter,20,46#46. So fielen an jenem Tage von Benjamin insgesamt 25 000 schwertbewehrte Männer, lauter Krieger.
7101#Richter,20,47#47. Sechshundert Mann aber wandten sich und flohen gegen die Wüste hin zum Felsen Rimmon, und sie blieben vier Monate beim Felsen Rimmon.
7102#Richter,20,48#48. Und die Männer Israels kehrten zu den Benjaminiten zurück und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, Menschen sowohl als Vieh, überhaupt alles, was sich vorfand; auch verbrannten sie alle Städte, die sich vorfanden.
7103#Richter,21,1#1. Nun hatten die Männer Israels in Mizpa geschworen: Keiner von uns soll seine Tochter einem Benjaminiten zum Weibe geben.
7104#Richter,21,2#2. Und das Volk zog nach Bethel, und sie blieben daselbst bis zum Abend vor Gott unter lautem Weinen und Wehklagen -Ri. 20,18.23.26.
7105#Richter,21,3#3. und sprachen: Warum, o Herr, du Gott Israels, ist das in Israel geschehen, dass heute ein Stamm von Israel fehlt?
7106#Richter,21,4#4. Am andern Morgen in der Frühe sodann baute das Volk daselbst einen Altar und brachte Brandopfer und Heilsopfer dar.
7107#Richter,21,5#5. Und die Israeliten sprachen: Wer aus allen Stämmen Israels ist nicht mit erschienen in der Versammlung vor dem Herrn? Es war nämlich der feierliche Schwur getan worden: Wer nicht vor dem Herrn in Mizpa erscheint, der soll getötet werden.
7108#Richter,21,6#6. Und es tat den Israeliten leid um Benjamin, ihren Bruder, und sie sprachen: Heute ist ein ganzer Stamm von Israel abgehauen.
7109#Richter,21,7#7. Was sollen wir nun tun, um ihnen, den Überlebenden, zu Frauen zu verhelfen, nachdem wir bei dem Herrn geschworen haben, dass wir ihnen unsre Töchter nicht zu Frauen geben wollen?
7110#Richter,21,8#8. Und sie fragten: Ist etwa einer von den Stämmen Israels nicht vor dem Herrn in Mizpa erschienen? Da fand sich's, dass aus Jabes in Gilead niemand zur Versammlung im Lager erschienen war.
7111#Richter,21,9#9. Da wurde das Volk gemustert, und es fand sich, dass keiner der Bewohner von Jabes in Gilead zugegen war.
7112#Richter,21,10#10. Nun sandte die Gemeinde zwölftausend Krieger dorthin und gab ihnen den Befehl: Geht und schlagt die Bewohner von Jabes in Gilead mit der Schärfe des Schwertes samt den Frauen und Kindern.
7113#Richter,21,11#11. Und so sollt ihr verfahren: an allem, was männlich ist, und an allen Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr den Bann vollstrecken. -4.Mo. 31,17.
7114#Richter,21,12#12. Und sie fanden unter den Bewohnern von Jabes in Gilead vierhundert jungfräuliche Mädchen, denen noch kein Mann beigewohnt hatte; die brachten sie ins Lager nach Silo im Lande Kanaan.
7115#Richter,21,13#13. Dann sandte die ganze Gemeinde hin und verhandelte mit den Benjaminiten, die beim Felsen Rimmon waren, und liess ihnen Frieden anbieten. -Ri. 20,47.
7116#Richter,21,14#14. So kehrten denn die Benjaminiten damals zurück, und sie gaben ihnen die Frauen, die sie von den Frauen aus Jabes in Gilead am Leben gelassen hatten; sie reichten jedoch nicht ganz für sie aus.
7117#Richter,21,15#15. Dem Volke aber tat es leid um Benjamin, da der Herr einen Riss unter die Stämme Israels gemacht hatte.
7118#Richter,21,16#16. Da sprachen die Ältesten der Gemeinde: Was sollen wir tun, um den Übriggebliebenen zu Frauen zu verhelfen? Die Frauen von Benjamin sind ja ausgerottet.
7119#Richter,21,17#17. Und sie sprachen: Wie können die Benjaminiten, die entronnen sind, erhalten bleiben, sodass nicht ein Stamm aus Israel vertilgt wird,
7120#Richter,21,18#18. da wir ja unsre Töchter ihnen nicht zu Frauen geben können? Die Israeliten hatten nämlich geschworen: Verflucht ist, wer einem Benjaminiten ein Weib gibt!
7121#Richter,21,19#19. Dann sprachen sie: Alljährlich findet ja das Fest des Herrn in Silo statt, das nördlich von Bethel liegt und östlich der Strasse, die von Bethel nach Sichem führt, und südlich von Lebona.
7122#Richter,21,20#20. Und sie geboten den Benjaminiten: Geht und lauert in den Weinbergen.
7123#Richter,21,21#21. Wenn ihr dann seht, dass die Töchter von Silo herauskommen, um Reigentänze zu tanzen, so brecht aus den Weinbergen hervor und raubt euch ein jeder ein Weib aus den Töchtern Silos und geht ins Land Benjamin.
7124#Richter,21,22#22. Wenn dann ihre Väter oder ihre Brüder kommen, mit euch zu hadern, so antwortet ihnen: Vergebt uns; denn nicht jeder von uns hat sich ein Weib gewonnen im Kriege. Nicht ihr habt sie uns ja gegeben; sonst freilich würdet ihr euch verschulden.
7125#Richter,21,23#23. Die Benjaminiten taten so; sie nahmen Frauen nach ihrer Zahl aus den Reigentänzerinnen, die sie raubten, zogen ab und kehrten in ihren Erbbesitz zurück. Dann bauten sie die Städte wieder auf und wohnten darin.
7126#Richter,21,24#24. Jetzt gingen auch die Israeliten von dort auseinander, ein jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und sie zogen von dannen, ein jeder in seinen Erbbesitz.
7127#Richter,21,25#25. Zu jener Zeit gab es noch keinen König in Israel; ein jeder tat, was ihn recht dünkte.