22600#Jona,1,1#1. UND es erging das Wort des Ewigen an Jona, den Sohn Amittais, besagend:
22601#Jona,1,2#2. «Auf, geh nach Ninewe, der großen Stadt, und rufe aus über sie; denn ihre Bosheit ist vor mich heraufgekommen.»
22602#Jona,1,3#3. Da machte sich Jona auf, um vor dem Ewigen nach Tarschisch zu flüchten; und er kam nach Jafo hinab und fand ein Schiff, das nach Tarschisch ging, gab den Preis dafür und bestieg es, um vor dem Ewigen hinweg mit ihnen nach Tarschisch zu gelangen.
22603#Jona,1,4#4. Der Ewige aber warf einen gewaltigen Wind auf das Meer, und es ward ein großer Sturm auf dem Meer, und das Schiff drohte zu zerbrechen.
22604#Jona,1,5#5. Da fürchteten sich die Seeleute und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Geräte, die im Schiff waren, ins Meer, um es sich zu erleichtern. Jona aber war in den Tiefraum des Schiffes hinuntergestiegen, hatte sich niedergelegt und war eingeschlafen.
22605#Jona,1,6#6. Da trat zu ihm der Schiffsführer und sprach zu ihm: «Was ists mit dir, daß du schläfst? Steh auf, rufe zu deinem Gott! Vielleicht wird der Gott sich unser besinnen, daß wir nicht zugrundegehn.»
22606#Jona,1,7#7. Da sprachen sie einer zum andern: «Kommt, wir wollen Lose werfen, daß wir erkennen, wessentwegen dieses Unheil uns zustößt.» Als sie nun Lose warfen, da fiel das Los auf Jona.
22607#Jona,1,8#8. Da sprachen sie zu ihm: «Sag uns doch, du, dessentwegen uns dieses Unheil zustößt: Was ist dein Geschäft, woher kommst du, welches ist dein Land, und aus welchem Volk bist du?»
22608#Jona,1,9#9. Da sprach er zu ihnen: «Ein Ebräer bin ich, und den Ewigen, den Gott des Himmels, fürchte ich, der das Meer und das Festland geschaffen hat.»
22609#Jona,1,10#10. Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen zu ihm: «Was hast du da getan?» Denn die Männer erkannten, daß er vor dem Ewigen auf der Flucht war, denn er hatte es ihnen mitgeteilt.
22610#Jona,1,11#11. Dann sprachen sie zu ihm: «Was sollen wir mit dir tun, daß das Meer sich uns beruhige? Denn das Meer stürmt immerzu.»
22611#Jona,1,12#12. Da sprach er zu ihnen: «Nehmt mich und werft mich ins Meer, dann wird das Meer sich euch beruhigen. Denn ich weiß, daß meinetwegen dieser große Sturm über euch gekommen ist.»
22612#Jona,1,13#13. Da ruderten die Männer, um zum Festland zurückzulenken. Aber sie vermochten es nicht, denn das Meer stürmte immerzu gegen sie.
22613#Jona,1,14#14. Und sie riefen zum Ewigen und sprachen: «Ach, Ewiger, laß uns doch nicht zugrundegehn um das Leben dieses Mannes und bringe nicht auf uns unschuldiges Blut! Denn du, o Ewiger, wie du gewollt, hast du getan!»
22614#Jona,1,15#15. Dann nahmen sie Jona auf und warfen ihn ins Meer; da hielt das Meer ein von seinem Toben.
22615#Jona,1,16#16. Da gerieten die Männer in große Furcht vor dem Ewigen, schlachteten dem Ewigen Schlachtopfer und gelobten Gelöbnisse.
22616#Jona,2,1#1. Der Ewige aber entbot einen großen Fisch, Jona zu verschlingen, und Jona war im Leib des Fisches drei Tage und drei Nächte.
22617#Jona,2,2#2. Da betete Jona zum Ewigen, seinem Gott, aus dem Leib des Fisches
22618#Jona,2,3#3. und sprach: «Ich rief aus meiner Not zum Ewigen, er gab mir Antwort. Aus der Scheol Schoß flehte ich, du hörtest meine Stimme.
22619#Jona,2,4#4. Mich warf die Flut ins Herz der Meere, der Strom umgab mich, All deine Brandungen und Wogen gingen hin über mich.
22620#Jona,2,5#5. Ich dacht, ich sei vertrieben aus deinen Augen! Könnt ich doch fürder schauen deinen heiligen Tempel!
22621#Jona,2,6#6. Um mich her drängten Wasser bis ans Leben, die Flut umfing mich, Schilf schlang sich mir ums Haupt, 7. zu der Gebirge Röhricht sank ich,
22622#Jona,2,7#Die Erde - ihre Riegelbalken blieben vor mir ewig. Da hobst du aus der Grube mir mein Leben, o Ewiger, mein Gott!
22623#Jona,2,8#8. Als in mir meine Seele sich verhauchte, dacht ich des Ewigen; Zu dir kam mein Gebet, in deinen heilgen Tempel.
22624#Jona,2,9#9. Die nichtgen Wahn bewahren, lassen ihre Treue.
22625#Jona,2,10#10. Doch ich, mit Ruf der Huldigung will ich dir opfern, Was ich gelobte, will ich zahlen; des Ewgen ist die Hilfe!»
22626#Jona,2,11#11. Da sprach der Ewige zum Fisch, und er spie Jona ans Festland.
22627#Jona,3,1#1. Dann erging das Wort des Ewigen zum zweiten Mal an Jona, besagend:
22628#Jona,3,2#2. «Auf, geh nach Ninewe, der großen Stadt, und rufe über sie den Ruf, den ich zu dir rede.»
22629#Jona,3,3#3. Da machte sich Jona auf und ging nach Ninewe, nach dem Wort des Ewigen; Ninewe aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagemärsche lang.
22630#Jona,3,4#4. Und Jona fing an, in die Stadt hineinzugehn, einen Tagmarsch weit, rief aus und sprach: «Noch vierzig Tage, dann ist Ninewe umgestürzt!»
22631#Jona,3,5#5. Da glaubten die Männer von Ninewe an Gott, riefen ein Fasten aus und legten Sackzeug an vom Größten bis zum Kleinsten.
22632#Jona,3,6#6. Und die Sache gelangte zum König von Ninewe; da erhob er sich von seinem Thron, tat seinen Mantel von sich, hüllte sich in Sackzeug und setzte sich in die Asche.
22633#Jona,3,7#7. Und man rief aus und sagte an in Ninewe auf Befehl des Königs und seiner Großen: «Mensch und Vieh, Rind und Schaf sollen nichts genießen, sie sollen nicht weiden und Wasser trinken.
22634#Jona,3,8#8. Sie sollen sich in Sackzeug hüllen, Mensch und Vieh, und sollen mit Macht zu Gott rufen und sollen umkehren, jedermann von seinem bösen Weg und von dem Raub, der in ihren Händen ist.
22635#Jona,3,9#9. Wer weiß, es mag Gott sich wieder bedenken und umkehren von seiner Zornglut, daß wir nicht zugrundegehn!»
22636#Jona,3,10#10. Da sah Gott ihr Tun, daß sie umkehrten von ihrem bösen Weg, und Gott bedachte sich wegen des Unheils, das er ihnen zu tun verkündet hatte, und tat es nicht.
22637#Jona,4,1#1. Aber das mißfiel Jona gewaltig und verdroß ihn.
22638#Jona,4,2#2. Und er betete zum Ewigen und sprach: «Bitte, o Ewiger, war das nicht meine Rede, solange ich noch auf meinem Boden war? Deswegen kam ich ja zuvor, nach Tarschisch zu flüchten, weil ich wußte, daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und liebreich und dich bedenkend wegen des Unheils.
22639#Jona,4,3#3. Und jetzt, o Ewiger, nimm doch meine Seele von mir, denn lieber ists mir, ich sterbe, als ich lebe!»
22640#Jona,4,4#4. Da sprach der Ewige: «Verdrießt es dich recht?»
22641#Jona,4,5#5. Jona aber ging aus der Stadt hinaus und ließ sich im Osten der Stadt nieder; er machte sich dort eine Hütte und saß unter ihr im Schatten, bis daß er sähe, was mit der Stadt würde.
22642#Jona,4,6#6. Und der Ewige hatte einen Wunderbaum entboten, der wuchs über Jona empor, damit Schatten über seinem Haupt sei, um ihn von seinem Unmut zu befreien. Und Jona hatte große Freude über den Wunderbaum.
22643#Jona,4,7#7. Gott aber entbot Gewürm, als Tags darauf die Morgendämmerung aufzog; das stach den Wunderbaum, daß er verdorrte.
22644#Jona,4,8#8. Es war aber, als die Sonne aufging, da entbot Gott einen schwülen Ostwind, und die Sonne stach auf Jonas Haupt, daß er schmachtete. Da wünschte er sich den Tod und sprach: «Lieber ists mir, ich sterbe, als ich lebe!»
22645#Jona,4,9#9. Da sprach Gott zu Jona: «Verdrießt es dich recht wegen des Wunderbaums?» Und er sagte: «Recht verdrießt es mich, bis zum Sterben!»
22646#Jona,4,10#10. Da sprach der Ewige: «Dir ist es leid um den Wunderbaum, um den du keine Mühe hattest, und den du nicht großgezogen hast, der über Nacht ward und über Nacht verging.
22647#Jona,4,11#11. Und mir, mir sollte es nicht leid sein um Ninewe, die große Stadt, darin mehr als zwölfmal zehntausend Menschen sind, die nicht zwischen rechts und links zu scheiden wissen, und vieles Vieh?»

22579#Obadja,1,1#1. SCHAU Obadjas: «So spricht Gott, der Herr, über Edom: Wir hörten Kunde von dem Ewigen / und einen Boten, durch die Völker ausgesandt: / Auf, stehn wir wider sie zum Kampf! /
22580#Obadja,1,2#2. Sieh, klein macht ich dich bei den Völkern / verachtet bist du sehr. /
22581#Obadja,1,3#3. Des Herzens Trotz hat dich betört / der du in Felsenklüften wohnst / auf hohem Sitz / der spricht in seinem Herzen: / ,Wer stürzt mich zur Erde?' /
22582#Obadja,1,4#4. Und höhst du's wie der Adler hoch / ist bei den Sternen hingesetzt dein Nest / von dort auch stürz ich dich hinab! / Ist des Ewigen Spruch. /
22583#Obadja,1,5#5. Sind Diebe dir gekommen / oder Räuber der Nacht? / Wie glichest du dem? / Die stehlen ja nur zur Genüge; / sind Winzer dir gekommen? / Die lassen ja Nachfrucht. /
22584#Obadja,1,6#6. Wie wurde Esaw durchsucht / durchstöbert seine Verstecke! /
22585#Obadja,1,7#7. Zur Grenze ließen dich ziehn / deine Bundmannen alle / betrogen haben dich, dich übermocht / deiner Freundschaft Leute. / Sie gaben bei dir Faulgift dir zum Brot. Kein Einsehn ist bei ihm. /
22586#Obadja,1,8#8. Fürwahr, an jenem Tag / ist des Ewigen Spruch / vernichte ich die Weisen aus Edom / die Einsicht vom Gebirge Esaws /
22587#Obadja,1,9#9. da zagen deine Helden, Teman / daß Mannschaft ausgetilgt wird / vom Berge Esaws / beim Metzeln.
22588#Obadja,1,10#10. Vom Raub an Jaakob, deinem Bruder / wird Schande dich decken / wirst du getilgt für ewig. /
22589#Obadja,1,11#11. Am Tage, da du abseits standest / am Tag, da Fremde ihm sein Gut entführten / Barbaren in die Tore drangen / Los warfen um Jeruschalaim / da warst auch du wie ihrer einer! /
22590#Obadja,1,12#12. Nicht solltest zusehn du an deines Bruders Tag / am Tag seines Unheils / du dich nicht freuen ob Jehudas Söhnen / am Tag ihres Falles / nicht deinen Mund aufreißen / am Tag der Drangsal /
22591#Obadja,1,13#13. nicht kommen in meines Volkes Tor / am Tag ihres Sturzes / nicht schaun auch du sein Unglück / am Tag seines Sturzes / nicht legen an sein Gut (die Hand) / am Tag seines Sturzes /
22592#Obadja,1,14#14. nicht stehn beim Raub / um auszurotten seine Flüchtenden / nicht überliefern, die von ihm entrinnen / am Tag der Drangsal! /
22593#Obadja,1,15#15. Denn nahe ist des Ewgen Tag / über alle Völker: / Wie du getan, wird dir man tun / dein Lohn fällt auf dein Haupt zurück!
22594#Obadja,1,16#16. Denn, wie ihr getrunken habt auf meinem heiligen Berg, so werden alle Völker immerfort trinken, werden trinken und rasen - und werden, als wären sie nicht gewesen.
22595#Obadja,1,17#17. Aber auf dem Berg Zijon wird Rettungsstätte sein, und er wird heilig sein, und das Haus Jaakob wird jenes Erbe in Besitz nehmen.
22596#Obadja,1,18#18. Und Jaakobs Haus wird Feuer / Haus Josef Flamme / Haus Esaw Stroh: / Anzünden werden sie's und fressen / da bleibt kein Rest dem Hause Esaw / denn der Ewige spricht.
22597#Obadja,1,19#19. Und sie werden das Südland in Besitz nehmen, das Gebirge Esaws, das Tiefland mit den Pelischtäern; sie werden in Besitz nehmen das Gefild Efraims und das Gefild Schomerons und Binjamin mit dem Gil'ad;
22598#Obadja,1,20#20. und die Weggeführten dieses Heeres für die Kinder Jisraël (werden in Besitz nehmen), was (jetzt) Kenaanäer (besitzen), bis Zarefat, und die Weggeführten Jeruschalaims, die in Sefarad sind, werden die Städte des Südlands in Besitz nehmen.
22599#Obadja,1,21#21. Und hinansteigen werden Befreier auf den Berg Zijon, um das Gebirge Esaws zu richten, und des Ewigen wird das Königtum sein.»

22433#Amos,1,1#1. WORTE des Amos, der unter den Viehpächtern aus Tekoa war, die er geschaut über Jisraël in den Tagen Usijas, des Königs von Jehuda, und in den Tagen Jarob'ams, des Sohnes Joaschs, des Königs von Jisraël, zwei Jahre vor dem Beben.
22434#Amos,1,2#2. Und er sprach: «Aufschreit der Ewige aus Zijon / und aus Jeruschalaim schickt er seinen Hall / da kümmern hin der Hirten Triften / und dorrt des Karmel Gipfel.
22435#Amos,1,3#3. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten von Dammesek? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil sie mit Eisenschlitten ausgedroschen / das Gil'ad. /
22436#Amos,1,4#4. So laß ich Feuer fahren in das Haus Hasaëls / das wird verzehren die Paläste Ben-Hadads. /
22437#Amos,1,5#5. Und ich zerschlag den Riegelbalken von Dammesek / und rotte aus die Wohner aus der Ebne Awen / den Zepterträger aus Haus Eden / und man verschleppt das Volk Arams nach Kir / spricht der Ewige.
22438#Amos,1,6#6. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten Asas? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden / weil sie verschleppt in völligem Verschleppen / um auszuliefern an Edom. /
22439#Amos,1,7#7. So laß ich Feuer fahren in die Mauer Asas / das wird verzehren seine Paläste. /
22440#Amos,1,8#8. Ich rotte die Bewohner aus von Aschdod / den Zepterträger aus Aschkelon / und recke meine Hand aus wider Ekron / da geht dahin der Rest der Pelischtäer / spricht Gott, der Herr.
22441#Amos,1,9#9. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten Zors? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil völlige Verschlepptenschaft sie ausgeliefert / an Edom / und nicht gedacht des Bruderbundes. /
22442#Amos,1,10#10. So laß ich Feuer fahren in die Mauer Zors / das wird verzehren seine Paläste.
22443#Amos,1,11#11. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten Edoms? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil seinem Bruder mit dem Schwert er nachgesetzt / und sein Erbarmen er getötet / weil immerzu sein Zorn zerfleischt / und seinen Grimm er wahrt in Ewigkeit. /
22444#Amos,1,12#12. So laß ich Feuer fahren in Teman / das wird verzehren die Paläste Bozras.
22445#Amos,1,13#13. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten von den Söhnen Ammons? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil sie die Schwangeren des Gil'ad aufgeschlitzt / um ihr Gebiet zu weiten. /
22446#Amos,1,14#14. So leg ich Feuer an die Mauer Rabbas / das wird verzehren seine Paläste / im Lärm am Tag des Kampfes / im Sturm am Tag des Ungewitters. /
22447#Amos,1,15#15. Da wird ihr König in Verschleppung ziehn / so er und seine Obersten mitsammen / spricht der Ewige.
22448#Amos,2,1#1. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten Moabs? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil die Gebeine er von Edoms König / zu Kalk verbrannt. /
22449#Amos,2,2#2. So laß ich Feuer fahren wider Moab / das wird verzehren die Paläste Kerijots. / Da stirbt in dem Getümmel Moab / bei Lärm, bei Hornes Hall. /
22450#Amos,2,3#3. Ich rotte aus den Richtenden aus seiner Mitte / und alle seine Obersten erschlag ich mit ihm / spricht der Ewige.
22451#Amos,2,4#4. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten von Jehuda? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil sie verschmäht des Ewgen Weisung / und seine Satzungen sie nicht gewahrt / und ihre Lügenwesen sie verführt / die, denen ihre Väter nachgegangen. /
22452#Amos,2,5#5. So laß ich Feuer fahren in Jehuda / das wird verzehren die Paläste von Jeruschalaim.
22453#Amos,2,6#6. So spricht der Ewige: Ob dreier Freveltaten Jisraëls? / Doch ob der vierten kann ich es nicht wenden! / Weil sie um Geld verkauft den Rechtlichen / den Elenden um ein Paar Schuhe. /
22454#Amos,2,7#7. Die schnappen - auf der Erde Staub - / der Armen Haupt / und auf dem Weg verdrängen die Gebeugten. / Und Mann und dessen Vater gehn sie zu der Dirne / zu schänden meinen heilgen Namen. /
22455#Amos,2,8#8. Und auf verpfändeten Gewändern strecken sie sich / bei jedem Altar. / Den Wein von Straferpreßten trinken sie / im Haus ihres Gottes.
22456#Amos,2,9#9. Und ich, ich hatt vor ihnen ausgetilgt den Emoriter / des Höhe gleich der Zeder Höhe war / und mächtig war er wie die Eichen; / doch ich, ich tilgte seine Frucht von oben / und seine Wurzeln drunten. /
22457#Amos,2,10#10. Und ich, ich habe euch heraufgeführt / vom Land Mizraim / und durch die Wüste euch geführt / durch vierzig Jahre / daß ihr besetzt das Land des Emoriters. /
22458#Amos,2,11#11. Und ich erhob von euren Söhnen / zu Gottbegeisteten / von euren Burschen / zu Geweihten / - ists nicht so, Kinder Jisraël? / Ist des Ewigen Spruch. /
22459#Amos,2,12#12. Da gabt ihr den Geweihten Wein zu trinken / und den Begeisteten gebotet ihr / und spracht: / ,Seid nicht begeistet!'
22460#Amos,2,13#13. Seht an, ich dränge unter euch / so wie der Wagen drängt / der angefüllt mit Garben. /
22461#Amos,2,14#14. Es schwindet dann die Zuflucht von dem Flinken / der Starke zwingt nicht seine Kraft / der Held, er rettet nicht sein Leben. /
22462#Amos,2,15#15. Der führt den Bogen, hält nicht stand / der flink zu Fuß, er rettet nicht / des Rosses Reiter rettet nicht sein Leben. /
22463#Amos,2,16#16. Wer festen Herzens von den Helden / nackt flüchtet er an jenem Tag / ist des Ewigen Spruch.
22464#Amos,3,1#1. Hört dieses Wort, das der Ewige über euch, Kinder Jisraël, geredet hat, über die ganze Sippschaft, die ich aus Mizraim heraufgeführt habe, sagend:
22465#Amos,3,2#2. Hab ich nur euch gekannt / aus allen Erdensippen? / Drum ahnde ich an euch / all eure Sünden.
22466#Amos,3,3#3. Gehn zwei zusammen, sei's denn, daß sie sich bestimmt?
22467#Amos,3,4#4. Brüllt auf im Wald der Leu, und hat nicht Raub? Schlägt an das Großgetier von seinem Lager, wenn's nicht fängt?
22468#Amos,3,5#5. Wie? Fällt das Vöglein auf das Netz am Grund, wär's ihm nicht Falle? Und klappt vom Boden auf die Falle, und sie sollt nicht fangen?
22469#Amos,3,6#6. Bläst man das Horn im Ort, und schrickt das Volk nicht? Kommt Übel in den Ort, und hätt's der Ewge nicht gewirkt?
22470#Amos,3,7#7. Denn nichts tut Gott, der Herr / daß sein Geheimnis er nicht offenbarte / den Knechten sein, den Gottbegeisteten. /
22471#Amos,3,8#8. Der Löwe brüllt, wer sollt nicht fürchten? / Und Gott, der Herr, er redet / wer nicht begeistet sein?
22472#Amos,3,9#9. Laßt schallen bei den Burgen Aschdods / und bei den Burgen in Mizraims Land / und sprecht: / ,Tut euch zusammen auf die Berge Schomerons!' / Und seht: / Viel Wirrungen in ihr / Bedrückungen in ihrer Mitte /
22473#Amos,3,10#10. und sie verstehn nicht recht zu handeln / spricht der Ewige / die schatzen Raub und Plünderung / in ihren Burgen. /
22474#Amos,3,11#11. Drum spricht so Gott, der Herr: / Bedrängend und das Land umschließend / wird deine Macht man von dir stürzen / und plündern deine Paläste.
22475#Amos,3,12#12. So spricht der Ewige: So wie der Hirt mag retten aus des Löwen Rachen / zwei Beine oder eines Ohres Lappen / so retten sich die Kinder Jisraël / die Schomeron bewohnen: / Mit des Bettes Zipfel / und Demesek: / (mit dem) des Pfühls.
22476#Amos,3,13#13. Hört an, bezeuget wider Jaakobs Haus / spricht Gott, der Herr, der Gott der Scharen. /
22477#Amos,3,14#14. Denn an dem Tag / da ich die Missetaten Jisraëls / abrechne an ihm / da rechn ich ab an den Altären Bet-Els; / und abgehauen werden des Altares Hörner / und fallen hin zur Erde. /
22478#Amos,3,15#15. Und ich zerschlage / Winterhaus samt Sommerhaus / die Elfenbeingemächer schwinden / zuende sind die stolzen Häuser / ist des Ewigen Spruch.
22479#Amos,4,1#1. Hört dieses Wort / ihr Baschankühe auf dem Berge Schomerons / die da die Armen pressen / die Elenden bedrücken / zu ihren Herren sprechen: / ,Tragt auf und laßt uns trinken!' /
22480#Amos,4,2#2. Geschworen hat es Gott, der Herr, in seinem Heiligtum: / Sieh an, es kommen Tage über euch / da hebt man euch hervor an Angeln / und euren Rest an Fischerhaken. /
22481#Amos,4,3#3. Und durch die Risse dränget ihr hinaus / vor sich hin jede / und werfet euch - ins Netz hinein! / Ist des Ewigen Spruch.
22482#Amos,4,4#4. Kommt nach Bet-El / - und frevelt! / Nach dem Gilgal / - und häufet Freveltat! / Bringt eure Opfer, morgendrauf / zum dritten Tage euren Zehnten. /
22483#Amos,4,5#5. Laßt rauchen Huldigungsgeschenk von Säuerndem / und kündet Edelgaben an / ruft laut sie aus / denn so beliebt ihrs / ihr Kinder Jisraël / ist Gottes Spruch, des Herrn.
22484#Amos,4,6#6. Und auch ich gab euch: Der Zähne Leere in allen euren Städten und Brotes Mangel in allen euren Orten; ihr aber kehrtet nicht zu mir zurück, ist des Ewigen Spruch.
22485#Amos,4,7#7. Auch ich versagte euch den Regen, da drei Monde noch zur Ernte waren. Und sandte ich Regen über eine Stadt, so sandte ich keinen Regen über eine andre Stadt; ward ein Ackerfeld beregnet, so blieb ein Ackerfeld unberegnet und verdorrte.
22486#Amos,4,8#8. Da zogen zwei, drei Städte aus zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und wurden nicht satt; ihr aber kehrtet nicht zu mir zurück, ist des Ewigen Spruch.
22487#Amos,4,9#9. Ich schlug euch mit Kornbrand und Rost; die Fülle eurer Gärten und Weinberge, Feigen- und Ölbäume fraß die Raupe, und doch kehrtet ihr nicht zu mir zurück, ist des Ewigen Spruch.
22488#Amos,4,10#10. Ich schickte aus wider euch Pest nach Mizraims Weise, ich schlug durchs Schwert eure Jünglinge, während eure Rosse erbeutet wurden, und ich ließ aufsteigen den Stank eures Lagers bis in eure Nase, doch ihr kehrtet nicht zu mir zurück, ist des Ewigen Spruch.
22489#Amos,4,11#11. Zerstörung brachte ich an euch gleich der Gotteszerstörung Sedoms und Amoras, und ihr wart gleich einem Scheit, aus dem Brand gerettet, doch ihr kehrtet nicht zu mir zurück, ist des Ewigen Spruch.
22490#Amos,4,12#12. Darum: So will ich dir tun, Jisraël; weil ich dies an dir tun werde, bereite dich, deinem Gott entgegen, Jisraël.
22491#Amos,4,13#13. Denn sieh: / Der Berge bildet, Luft erschafft / dem Menschen kund tut, wie die Flut kommt / die Dämmrung zu Efadämonen wandelt / einhertritt auf der Erde Leib / der Ewge, Gott der Scharen / ist sein Name.
22492#Amos,5,1#1. Hört dieses Wort, das ich über euch als Klagelied anstimme, Haus Jisraël:
22493#Amos,5,2#2. Gefallen ist / steht nicht mehr auf / die Jungfrau Jisraël / ist hingestreckt auf ihrem Boden / hebt keiner sie auf.
22494#Amos,5,3#3. Denn so spricht Gott, der Herr: Die Stadt, die tausend ausgegeben / erübrigt hundert / die hundert ausgegeben / erübrigt zehn / dem Haus Jisraël.
22495#Amos,5,4#4. Denn so spricht der Ewige zum Haus Jisraël: Mich suchet auf und lebet! /
22496#Amos,5,5#5. Und sucht nicht Bet-El auf / und kommt nicht nach dem Gilgal / und nach Beer-Scheba ziehet nicht / denn das Gilgal wird gleich geleert / und Bet-El wird zum Bettel. /
22497#Amos,5,6#6. Den Ewigen sucht auf und lebet / daß nicht wie Feuer aufflammt Josefs Haus / und sich verzehrt / und Bet-El keinen hat zu löschen.
22498#Amos,5,7#7. Die Recht in Fluchkraut kehren / und die Gerechtigkeit zur Erde sinken lassen!
22499#Amos,5,8#8. Der die Plejaden schuf, den Orion / in Morgen wandelt Todesdunkel / den Tag zur Nacht verfinstert / der ruft des Meeres Wasser /
22500#Amos,5,9#9. sie ausgießt auf der Erde Fläche / der Ewige sein Name, erhaben bei Verheerung über Starken / Verheerung, die die Veste überkommt.
22501#Amos,5,10#10. Sie hassen den, der rügt im Tor / wer redlich spricht, ist ihnen Abscheu. /
22502#Amos,5,11#11. Darum, weil ihr dem Armen auflegt / und Kornabgabe von ihm nehmt / sollt, habt ihr Häuser euch aus Quadern aufgebaut / ihr nicht drin wohnen; / ihr Rebengärten, köstliche, gepflanzt / den Wein nicht trinken. /
22503#Amos,5,12#12. Ich weiß ja, viel sind eure Frevel / gewaltig eure Sünden: / Die ihr den Rechtlichen bedrückt / Bestechung nehmt / da man die Elenden im Richttor niederbeugt.
22504#Amos,5,13#13. Darum, wer klug / der wird in solcher Zeit erstummen / denn böse Zeit ists.
22505#Amos,5,14#14. Sucht Gutes und nicht Böses / damit ihr lebet / und sei der Ewige, der Gott der Scharen, so mit euch / wie ihr gesprochen. /
22506#Amos,5,15#15. Das Böse haßt / das Gute liebt / erstellt im Tor das Recht / vielleicht gibt Gnade / der Ewige, der Gott der Scharen / dem Rest von Josef.
22507#Amos,5,16#16. Darum spricht so der Ewige, der Herr, der Gott der Scharen: Auf allen Plätzen Klage / auf allen Gassen ruft man: ,Wehe! Weh!' / 17. Man ruft den Landmann auf: ,Zur Trauer', / und ,Klage' denen, die des Jammerns kundig. /
22508#Amos,5,17#Und Klage ist in allen Weingeländen / durchzieh ich dich / spricht der Ewige.
22509#Amos,5,18#18. Weh, die den Tag des Ewigen ersehnen! / Was soll er euch, der Tag des Ewigen? / Er, Dunkel ist er und nicht Helle. /
22510#Amos,5,19#19. Gleichwie wer vor dem Löwen flieht / fällt ihn der Bär an / er kommt ins Haus / lehnt an die Mauer seinen Arm / beißt ihn die Schlange. /
22511#Amos,5,20#20. Ja, Dunkel ist der Tag des Ewigen / nicht helle / und finster / kein Licht an ihm.
22512#Amos,5,21#21. Ich hasse, ich verwerfe eure Feste / und will nicht riechen eure Feieropfer. /
22513#Amos,5,22#22. Denn wenn ihr Hochopfer mir bringt / und Mehlopfer von euch / ich will sie nicht / und eure Hochrinder als Opfermahl / seh ich nicht an. /
22514#Amos,5,23#23. Schaff mir hinweg das Schallen deiner Lieder / und deiner Harfen Spiel mag ich nicht hören. /
22515#Amos,5,24#24. Soll nur gleich Wasser Recht erfließen / und die Gerechtigkeit wie starker Strom. /
22516#Amos,5,25#25. Habt ihr mir Schlachtung dargebracht / und Mehlopfer / die vierzig Jahre in der Wüste / Haus Jisraël? /
22517#Amos,5,26#26. Und trugt ihr Gaben auf für Sikkut, euren ,König' / für Kijun, eure Götzenbilder / das Sternbild eurer Götter, die ihr euch gemacht? /
22518#Amos,5,27#27. So will ich euch verschleppen / hin, jenseits von Dammesek / spricht der Ewige / der Gott der Scharen ist sein Name.
22519#Amos,6,1#1. Weh, die Geruhigen in Zijon / die Sichern auf dem Berge Schomeron / die sich der Völker Erstling nennen / und die zu ihnen zugekommen / Haus Jisraël. /
22520#Amos,6,2#2. Nach Kalne zieht hinüber, seht / und geht von dort zum Großort von Hamat / und steigt hinab nach Gat der Pelischtäer / seid besser ihr als diese Reiche? / Ist größer ihr Gebiet (nicht) als das eure?
22521#Amos,6,3#3. Die ihr den bösen Tag heranlockt / herbeiführt euer Weilen in Beraubung. /
22522#Amos,6,4#4. Auf elfenbeingezierten Betten liegend / und hingestreckt auf ihren Pfühlen / Mastlämmer essend von den Schafen / und Kälber aus dem Stall. /
22523#Amos,6,5#5. Die zupfen auf der Harfe / gleich Dawid haben sie sich Spielgerät ersonnen. /
22524#Amos,6,6#6. Sie trinken aus den Weingefäßen / und salben mit dem besten Öl / und kranken nicht um Josefs Sturz. /
22525#Amos,6,7#7. Drum werden sie sogleich verschleppt / an der Verschleppten Spitze / und abgetan ist der Gelagerten Gelage.
22526#Amos,6,8#8. Geschworen hat es Gott, der Herr, bei sich / das ist der Spruch vom Ewigen, dem Gott der Scharen: / Ein Greuel ist mir Jaakobs stolze Macht / und seine Schlösser haß ich / wie aussätzig betrachte ich die Stadt und was sie füllt.
22527#Amos,6,9#9. Und es wird sein, wenn zehn Menschen übrigbleiben in einem Haus, so werden sie sterben.
22528#Amos,6,10#10. Dann nimmt es auf, um die Gebeine aus dem Haus zu schaffen, sein Vetter und Verwandter und er spricht zu dem, der im Grund des Hauses steht: ,Hast du noch mehr?' Und der sagt: ,Nichts.' Und er spricht: ,Still! Denn nicht den Namen des Ewigen zu nennen!'
22529#Amos,6,11#11. Denn sieh, der Ewige gebietet / dann schlägts das große Haus in Splitter / das kleine Haus in Späne.
22530#Amos,6,12#12. Wie? Laufen Rosse über Felsen / und kann man ihn mit Rindern pflügen? / So wandelt ihr in Gift das Recht / und Frucht der Rechtlichen in Fluchkraut. /
22531#Amos,6,13#13. Die freuen sich mit Lo-Dabar / die sprechen: ,Seht, durch unsre Stärke ists / daß wir Karnaim uns genommen.' /
22532#Amos,6,14#14. Doch sieh, ich mache aufstehn wider euch / Haus Jisraël / ist Spruch vom Ewigen / dem Gott der Scharen / ein Volk, die werden euch bedrängen / von Lebo bei Hamat / bis hin zum Tal der Steppensenke.
22533#Amos,7,1#1. So ließ Gott, der Herr, mich schauen, und sieh, er bildete Heuschrecken, wo eben der Nachschwarm heranzuziehn begann, und sieh, der Nachschwarm kam nach der ,Königskahlschur'.
22534#Amos,7,2#2. Und es war, als es das Gras der Erde ganz abgefressen hatte, da sprach ich: ,Herr, Gott, vergib doch, wie soll Jaakob bestehn, da es doch klein ist!'
22535#Amos,7,3#3. Da bedachte sich der Ewige darob. ,Es soll nicht sein', sprach der Ewige.
22536#Amos,7,4#4. So ließ Gott, der Herr, mich schauen, und sieh, Gott, der Herr, rief zur Fehde mit dem Feuer, und es fraß die gewaltige Flut und verzehrte den Acker.
22537#Amos,7,5#5. Da sprach ich: ,Herr, Gott, laß doch ab, wie soll Jaakob bestehn, da es doch klein ist!'
22538#Amos,7,6#6. Da bedachte sich der Ewige darob. ,Auch dies soll nicht sein!' sprach Gott, der Herr.
22539#Amos,7,7#7. So ließ er mich schauen, und sieh, der Herr stand auf lotrechter Mauer, und in seiner Hand war ein Senklot.
22540#Amos,7,8#8. Und der Ewige sprach zu mir: ,Was siehst du, Amos?' Und ich sprach: ,Ein Senklot.' 9. Und der Herr sprach: ,Sieh an, ich leg ein Senklot / inmitten meines Volkes Jisraël / ich will ihm nichts mehr nachsehn.
22541#Amos,7,9#Und veröden sollen Jishaks Kultkammern, die Heiligtümer Jisraëls verwüstet sein, und ich steh auf wider das Haus Jarob'ams mit dem Schwert.»
22542#Amos,7,10#10. Da sandte Amazja, der Priester in Bet-El, zu Jarob'am, dem König von Jisraël, und ließ sagen: «Verschworen hat sich wider dich Amos inmitten des Hauses Jisraël, das Land kann alle seine Worte nicht ertragen.
22543#Amos,7,11#11. Denn so hat Amos gesprochen: ,Durchs Schwert wird Jarob'am sterben, und Jisraël wird fortgeschleppt von seinem Boden.»
22544#Amos,7,12#12. Und Amazja sprach zu Amos: «Seher geh, flüchte dich nach dem Land Jehuda und iß dort Brot, und dort magst du weissagen.
22545#Amos,7,13#13. Aber in Bet-El sollst du nicht mehr weissagen, denn Königsheiligtum ist es, und Königtums Stätte ist es.»
22546#Amos,7,14#14. Da antwortete Amos und sprach zu Amazja: «Ich war kein Gottbegeisteter, noch eines Gottbegeisteten Jünger, sondern Rinderhirt war ich und Maulfeigenpflanzer.
22547#Amos,7,15#15. Doch der Ewige nahm mich von hinter den Schafen her, und der Ewige sprach zu mir: ,Geh, und weissage zu meinem Volk Jisraël.'
22548#Amos,7,16#16. Und nun höre das Wort des Ewigen: Du sagst: / ,Weissage nicht ob Jisraël / und laß dich nicht aus / über Jishaks Haus.'
22549#Amos,7,17#17. Darum spricht so der Ewige: Dein Weib wird buhlen in der Stadt / und deine Söhne und deine Töchter / durchs Schwert falln / dein Land wird mit der Losschnur aufgeteilt / und du wirst auf unreinem Boden sterben / und Jisraël wird fortgeschleppt / von seinem Boden.»
22550#Amos,8,1#1. «So ließ Gott, der Herr, mich schauen / und sieh, da war ein Korb mit Sommerfrucht. /
22551#Amos,8,2#2. Und er sprach: / ,Was siehst du, Amos?' / Und ich sprach: / ,Einen Korb mit Sommerfrucht.' Und der Ewige sprach zu mir: ,Gekommen ist die Summe für mein Volk Jisraël / ich will ihm nichts mehr nachsehn.' /
22552#Amos,8,3#3. Dann heulen die Gesänge des Palastes / an jenem Tag / ist Gottes Spruch, des Herrn / viel ist der Leichen / die allerorten hingeworfen. / Still!
22553#Amos,8,4#4. Hört dies, die ihr den Elenden verschlinget / und sucht, des Landes Arme abzutun. /
22554#Amos,8,5#5. Ihr sprecht: / Wann ist der Neumondstag vorüber / daß wir das Korn verkrämern / der Sabbat / daß wir den Speicher öffnen / das Efamaß zu mindern / Gewicht zu mehren / mit falscher Wage zu betrügen. /
22555#Amos,8,6#6. Für Silber Arme zu erkaufen / den Elenden um ein Paar Schuhe / und des Getreides Abfall zu verkrämern.
22556#Amos,8,7#7. Geschworen hat der Ewige bei Jaakobs Stolz: / Ob ewig ich vergesse all ihr Tun! /
22557#Amos,8,8#8. Soll nicht darob die Erde beben / verkümmern alles, was drauf wohnt? / Da steigt es auf ganz wie beim Nil / ist ausgespült und abgelagert / wie bei dem Strom Mizraims.
22558#Amos,8,9#9. Und es wird sein an jenem Tag / ist der Spruch Gottes, des Herrn / da mache ich die Sonne untergehn am Mittag / schaff Finsternis dem Land am lichten Tag. /
22559#Amos,8,10#10. Dann kehr ich eure Feste um in Trauer / in Klage alle eure Lieder / und tu auf alle Lenden Sackzeug / auf jedes Haupt die Kahlschur / ich mach es gleich der Trauer um den Einzigen / ihr Ende gleich dem bittern Tag.
22560#Amos,8,11#11. Sieh, Tage kommen, ist der Spruch Gottes, des Herrn, da schicke ich Hunger aus ins Land; nicht Hunger nach Brot und nicht Durst nach Wasser, nein, zu hören des Ewigen Worte.
22561#Amos,8,12#12. Und sie werden umherziehn von Meer zu Meer, vom Nord zum Osten werden sie umherstreifen, das Wort des Ewigen zu suchen, und werden es nicht finden.
22562#Amos,8,13#13. An jenem Tag werden die schönen Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten,
22563#Amos,8,14#14. die schworen bei der Schuldgottheit Schomerons und sprachen: ,Es lebt dein Gott, Dan', und: ,Es lebt der Bogenschuß von Beer-Scheba', sie fallen und stehen nimmer wieder auf.»
22564#Amos,9,1#1. «Ich sah den Herrn, am Altar stehend / und er sprach: / ,Schlag auf den Knauf / daß die Schwellen zucken! / Und splittre sie auf aller Köpfen / und ihre Nachkunft will ich mit dem Schwert erschlagen / daß ihnen sich kein Flüchtling flüchte / von ihnen kein Entronnener entrinne. /
22565#Amos,9,2#2. Und brächen durch sie zur Scheol / von dort wird meine Hand sie holen / und steigen sie hinauf zum Himmel / von dort werd ich sie niederbringen. /
22566#Amos,9,3#3. Versteckten sie sich auf des Karmel Gipfel / von dort such ich sie vor und hol sie fort / und bärgen sie vor meinen Augen sich am Grund der See / von dort entbiete ich die Schlange / sie wird sie beißen. /
22567#Amos,9,4#4. Und ziehn sie hin, verschleppt vor ihren Feinden / von dort gebiete ich dem Schwert / und es erschlägt sie; / ich richte meine Augen auf sie / zum Bösen, nicht zum Guten.
22568#Amos,9,5#5. Der Herr, der Gott der Scharen / der an die Erde rührt, daß sie sich löst / verkümmern alle die drauf wohnen / da steigt es auf ganz wie beim Nil / bleibt abgelagert wie beim Nil Mizraims. /
22569#Amos,9,6#6. Der in den Himmel seine Stufen baut / sein Treppenband gegründet auf die Erde / der ruft herbei des Meeres Wasser / sie ausgießt auf der Erde Fläche / der Ewge ist sein Name.
22570#Amos,9,7#7. Seid ihr mir nicht wie der Kuschiter Kinder / ihr Kinder Jisraël? / Ist des Ewigen Spruch; / hab ich nicht Jisraël heraufgeführt / aus dem Land Mizraim / Pelischter aus Kaftor / Aram aus Kir?
22571#Amos,9,8#8. Sieh, die Augen Gottes, des Herrn, sind gerichtet auf das sündige Königtum, und ich tilge es aus von der Erde Fläche; nur daß ich nicht austilgen werde das Haus Jaakob, ist des Ewigen Spruch.
22572#Amos,9,9#9. Denn sieh, ich gebiete und lasse das Haus Jisraël schütteln durch alle Völker, wie im Sieb geschüttelt wird, und kein Steinchen fällt zur Erde.
22573#Amos,9,10#10. Durchs Schwert sollen sterben alle die Sündigen meines Volkes, die sprechen: ,Nicht läßt du uns das Unglück nahen und uns überholen.'
22574#Amos,9,11#11. An jenem Tag werde ich aufrichten die stürzende Hütte Dawids, und ich vermaure ihre Risse, und seine Trümmer erstelle ich und bau sie auf wie in den Tagen der Ewigkeit.
22575#Amos,9,12#12. Damit sie in Besitz nehmen den Überrest Edoms und aller Völker, über denen mein Name genannt ist, ist der Spruch des Ewigen, der dieses wirkt.
22576#Amos,9,13#13. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da rückt der Pflüger an den Schnitter, und der die Trauben keltert an den, der die Saat bringt, und die Berge triefen von Most, und alle Hügel überfließen.
22577#Amos,9,14#14. Und ich stelle wieder her mein Volk Jisraël, und sie werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und werden Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken, Gärten anlegen und ihre Frucht essen.
22578#Amos,9,15#15. Und ich pflanze sie ein in ihren Boden, und sie werden nimmermehr herausgerissen aus ihrem Boden, den ich ihnen gegeben, spricht der Ewige, dein Gott.»