17724#Jesaja,1,1#1. SCHAU Jescha'jahus, des Sohnes des Amoz, die er geschaut über Jehuda und Jeruschalaim in den Tagen Usijahus, Jotams, Ahas, Jehiskijahus, der Könige von Jehuda:
17725#Jesaja,1,2#2. «Hört, Himmel, horche, Erde / denn der Ewige redet: / hab Söhne großgezogen, hochgebracht / doch sie verrieten mich. /
17726#Jesaja,1,3#3. Es kennt der Ochs seinen Eigner / der Esel den Trog seines Herrn / Jisraël kennts nicht / mein Volk merkt nichts. /
17727#Jesaja,1,4#4. Weh, sündig Volk / Nation, mit Schuld beschwert / der Übeltäter Brut / Verderbersöhne! / Verlassen haben sie den Ewigen / den Heiligen Jisraëls verworfen / sind rückwärts entwichen. /
17728#Jesaja,1,5#5. Worauf euch noch schlagen / da ihr fortfahrt im Trotz! / In Weh jedes Haupt / und wund alles Herz. /
17729#Jesaja,1,6#6. Vom Fußblatt bis zum Haupt / ist nichts dran heil / Verletzung, Strieme, Eiterwunde / nicht ausgedrückt und nicht verbunden / noch aufgeweicht mit Öl! /
17730#Jesaja,1,7#7. Euer Land - verödet / eure Städte - im Feuer verbrannt / euer Boden - vor euch / verzehren ihn Fremde / und eine Öde, wie ,der Fremden' Zerstörung. /
17731#Jesaja,1,8#8. Blieb übrig Zijons Tochter / wie ,die Hütte im Weinberg' / wie ,der Nachtplatz im Gurkenfeld' / wie ,die bewahrte Stadt'. /
17732#Jesaja,1,9#9. Hätt nicht der Ewige der Scharen / den Rest uns, so gering, gelassen / wir wären wie Sedom / wir glichen Amora.
17733#Jesaja,1,10#10. Hört an des Ewgen Wort / ihr Ratsherrn Sedoms! / Vernehmt die Weisung unsres Gottes / ihr Volk Amoras! /
17734#Jesaja,1,11#11. Wozu mir eurer Schlachtung Fülle / spricht der Ewige / hab satt die Hochopfer von Widdern / der Hochrinder Fett / das Blut der Farren, Lämmer, Böcke / ich mag es nicht! /
17735#Jesaja,1,12#12. Kommt ihr, vor meinem Antlitz zu erscheinen / wer fordert dies aus eurer Hand? / Daß meine Höfe es zerstampft? /
17736#Jesaja,1,13#13. Bringt nimmermehr des Truges Gabe / das Rauchwerk, Greuel ist es mir / Neumond und Sabbat / zur Versammlung rufen / ich mags nicht, Aberkult und Festmahl! /
17737#Jesaja,1,14#14. Eure Neumonde, Feste / haßt meine Seele / sind mir zur Bürde worden / kanns nicht ertragen. /
17738#Jesaja,1,15#15. Und breitet ihr die Hände / verhüll ich euch meinen Blick / und häuft ihr auch Gebet / ich hör es nimmer! / Voll Blut sind eure Hände. /
17739#Jesaja,1,16#16. Wascht, reinigt euch / schafft eurer Tagen Arg mir aus den Augen / laßt Übeltat! /
17740#Jesaja,1,17#17. Lernt gut tun / sucht Recht / bringt Heil Bedrängtem / schafft Recht der Waise / führt Streit der Witwe!
17741#Jesaja,1,18#18. Kommt her und laßt uns rechten / spricht der Ewige: / Wenn eure Sünden wie der Scharlach sind / solln sie wie Schnee erweißen? / Wenn rot wie Purpur / wie Wolle sie sein? /
17742#Jesaja,1,19#19. Wollt ihrs und hört / sollt ihr des Landes Bestgut zehren. /
17743#Jesaja,1,20#20. Doch weigert und trotzt ihr / seid ihr vom Schwert gefressen / denn des Ewigen Mund hats geredet.
17744#Jesaja,1,21#21. Wie ward zur Dirne / die treue Stadt / die Rechterfüllte / drin Rechtlichkeit wohnte / und nun - die Mörder. /
17745#Jesaja,1,22#22. Dein Silber ward zu Schlacken / dein Wein verfälscht mit Wasser. /
17746#Jesaja,1,23#23. Deine Führer: Aufrührer, Diebesbanden; / Bestechung liebt alles / und jagt nach Zahlung. / Der Waise schaffen sie nicht Recht / der Witwe Streit kommt nicht an sie. /
17747#Jesaja,1,24#24. Drum ist der Spruch des Herrn / des Ewigen der Scharen / des Hehren Jisraëls: / Hei! Will an meinen Hassern mich erletzen / und mich an meinen Feinden rächen. /
17748#Jesaja,1,25#25. Will kehren meine Hand an dich / wegschmelzen wie mit Lauge deine Schlacken / entfernen all deinen Abscheid. /
17749#Jesaja,1,26#26. Dann will ich wiederbringen deine Richter wie zu Anfang / und deine Räte wie zu Anbeginn. / Danach, da nennt man dich den Ort der Rechtlichkeit / die treue Stadt. /
17750#Jesaja,1,27#27. Zijon wird durch das Recht erlöst / und seine Wiederkehrer in Gerechtigkeit. /
17751#Jesaja,1,28#28. Zerschmettrung aber Treulosen und Sündern allgesamt / und die den Ewigen verlassen, schwinden. /
17752#Jesaja,1,29#29. Gehn ja zuschanden an den Bäumen / daran ihr Lust habt / ihr müßt erblassen ob der Gärten / die ihr gewählt. /
17753#Jesaja,1,30#30. Denn ihr sollt wie der Baum sein / des Blätter welken / und wie der Garten / der kein Wasser hat. /
17754#Jesaja,1,31#31. Dann wird der Hort zur Lunte / und der ihn macht, zum Funken / und brennen beide mitsammen / und keiner löscht.»
17755#Jesaja,2,1#1. Das Wort, das Jescha'jahu, Sohn Amoz', geschaut über Jehuda und Jeruschalaim:
17756#Jesaja,2,2#2. «Und es wird sein in späten Tagen / da wird gegründet stehn der Berg mit des Ewigen Haus / obenan vor den Bergen / und ragend über die Höhn / und strömen zu ihm alle Völker. /
17757#Jesaja,2,3#3. Da ziehen viele Stämme hin und sprechen: / ,Kommt, steigen wir hinan zum Berg des Ewgen / zum Haus von Jaakobs Gott / daß er uns seine Wege weise / und wir in seinen Pfaden wandeln!' / Denn von Zijon geht Weisung aus / und von Jeruschalaim Wort des Ewigen. /
17758#Jesaja,2,4#4. Und er wird richten zwischen den Nationen / entscheiden vielen Völkern. / Sie schmieden ihre Schwerter dann zu Pflügen / und ihre Lanzen um zu Winzermessern; / nicht hebt Volk wider Volk ein Schwert / sie lernen nicht mehr Krieg.
17759#Jesaja,2,5#5. Haus Jaakobs, kommt / und laßt uns wandeln in des Ewgen Licht!
17760#Jesaja,2,6#6. Verstoßen hast du ja dein Volk, Haus Jaakob. / Weil voller sie als Ostland / an Ehebrechern wie die Pelischtäer / und von der Fremden Kinder wimmeln. /
17761#Jesaja,2,7#7. Ward voll sein Land an Silber und an Gold / kein Ende ihren Schätzen; / ward voll sein Land von Rossen / kein Ende seinen Wagen; /
17762#Jesaja,2,8#8. ward voll sein Land von Götzen / man wirft vor seiner Hände Werk sich nieder / vor dem, was ihre Finger machten. /
17763#Jesaja,2,9#9. Da duckt der Mensch / und sinkt der Mann. / Hast ihnen nicht vergeben.
17764#Jesaja,2,10#10. ,Hinein in Felsen / verscharr dich im Staub / vor des Ewigen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz!'
17765#Jesaja,2,11#11. Der stolze Blick des Menschen wird gesenkt / gebeugt der Männer Hochmut / erhaben ist der Ewige allein an jenem Tag.
17766#Jesaja,2,12#12. Denn einen Tag gibts für den Ewigen der Scharen / ob allem was da stolz und hoch / und allem was da ragt / daß es sich duckt:
17767#Jesaja,2,13#13. Ob allen Zedern auf dem Libanon / den hohen, ragenden / und allen Eichen des Baschan; /
17768#Jesaja,2,14#14. ob allen stolzen Bergen / und allen ragenden Höhn; /
17769#Jesaja,2,15#15. ob jedem hohen Turm / und jeder festen Mauer; /
17770#Jesaja,2,16#16. ob allen Tarschischschiffen / und allen Seglern der Lust. /
17771#Jesaja,2,17#17. Gesenkt wird da des Menschen Stolz / geduckt der Männer Hochmut / erhaben ist der Ewige allein an jenem Tag. /
17772#Jesaja,2,18#18. Die Nichtslein - völlig schwindets. /
17773#Jesaja,2,19#19. Dann kommen sie in Felsenhöhlen / und Erdenlöcher / vor des Ewigen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz / da er ersteht, die Erde zu erschüttern /
17774#Jesaja,2,20#20. - an jenem Tag wirft fort der Mensch / seine Silbernichtse / die goldnen Nichtse / die man zur Niederwerfung sich gemacht - zu Maulwürfen und Fledermäusen /
17775#Jesaja,2,21#21. hinein in Felsenspalten, Steingeklüft / vor des Ewgen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz / da er ersteht, die Erde zu erschüttern.
17776#Jesaja,2,22#22. Laßt doch vom Menschen / in dessen Angesicht der Odem; / denn wes ist er zu achten!
17777#Jesaja,3,1#1. Denn sieh, der Herr, der Ewige der Scharen / entzieht Jeruschalaim und Jehuda / Stützstab und Stützstock / alle Stütze des Brots / und alle Stütze des Wassers /
17778#Jesaja,3,2#2. den Recken und Kriegsmann / den Richter und Begeisteten / Orakler und Altmann /
17779#Jesaja,3,3#3. der Fünfzig Obern und den Angesehnen / Ratsherrn und Zaubermeister und Beschwörungskenner. /
17780#Jesaja,3,4#4. Ich setze Knaben ihnen ein zu Obern / und Buben sollen ihrer schalten. /
17781#Jesaja,3,5#5. Da drängt das Volk / Mann gegen Mann / und einer auf den andern / erfrecht sich Knabe gegen Greis / Schandbube gegen Ehrenwerten.
17782#Jesaja,3,6#6. Packt einer doch den Bruder in des Vaters Haus: / ,Rock hast du - mußt uns Ratsherr sein / und dieser Einsturz da dir untertan!' /
17783#Jesaja,3,7#7. Da hebt der an an jenem Tag und spricht: / ,Ich mag (die Krone) nicht umwinden / in meinem Hause ist nicht Brot noch Rock; / o, macht mich nicht zum Volkesherrn.' /
17784#Jesaja,3,8#8. Denn niederstürzt Jeruschalaim / Jehuda fällt / da ihre Zunge und ihr Tun hin zu dem Ewigen / zu trotzen vor den Augen seiner Herrlichkeit. /
17785#Jesaja,3,9#9. Die Markung ihres Angesichts zeugt wider sie / und ihren Frevel - wie Sedom - / tun kund sie, hehlen nichts. / Weh ihrer Seele / denn sich erwirken sie Unheil.
17786#Jesaja,3,10#10. Sprecht: ,Der Gerechte, wohl ihm! / Weil ihrer Taten Frucht sie essen. /
17787#Jesaja,3,11#11. Weh ihm, dem Frevler, schlimm!' / Denn seiner Hände Lohn wird ihm geschehn.
17788#Jesaja,3,12#12. Mein Volk, seine Zwingherrn sind Buben / und Weiber gebieten ihm. / Mein Volk, deine Führer: Verführer / und deines Wandelns Weg verwirren sie.
17789#Jesaja,3,13#13. Auf tritt zum Streit der Ewige / steht da, die Völker zu richten. /
17790#Jesaja,3,14#14. Der Ewige kommt ins Gericht / mit seines Volkes Ältesten und Obern. / Und ihr habt abgeleert den Weinberg / der Raub vom Armen ist in euren Häusern. /
17791#Jesaja,3,15#15. Was kommt euch an, daß ihr zerschlagt mein Volk / zermalmt der Elenden Antlitz! / Ist Spruch des Herrn / des Gottes der Scharen.
17792#Jesaja,3,16#16. Und der Ewige sprach: Weil hochmütig sind die Töchter Zijons, einherschreiten mit gerecktem Hals und aufgeschminkten Augen, gehen trippelnden Gangs und mit ihren Füßen tänzeln,
17793#Jesaja,3,17#17. wird der Herr den Scheitel der Töchter Zijons vergrinden und ihre Schläfe abkahlen.
17794#Jesaja,3,18#18. An jenem Tag raubt der Herr die Pracht der Fußspangen und der Sönnchen und Möndchen,
17795#Jesaja,3,19#19. die Tropfenperlen, Kettchen und Schleier,
17796#Jesaja,3,20#20. die Kopfbunde, Schrittkettlein und Gebinde und Seelenbüchslein und Amulette,
17797#Jesaja,3,21#21. die Ringe und Nasenreifchen,
17798#Jesaja,3,22#22. die Prachtgewänder und Überkleider und Schals und Umwürfe,
17799#Jesaja,3,23#23. die Tücher und Hemdchen und Turbane und Schleier.
17800#Jesaja,3,24#24. Dann wird statt Balsam - Moder sein, und statt der Schärpe - Strieme, und statt des Haargekräusels - Glatze, und statt des Trommeljubels - Sackzeug; / so statt der Schönheit! Denn statt der Schönheit . . .:
17801#Jesaja,3,25#25. Deine Männer fallen durchs Schwert / und deine Heldenmacht im Kampf. /
17802#Jesaja,3,26#26. Da ächzen, stöhnen sie an ihren Pforten / und ausgeleert sitzt sie am Boden.
17803#Jesaja,4,1#1. Da packen sieben Weiber einen Mann an jenem Tag und sprechen: ,Unser Brot wolln wir essen / mit unserm Gewand uns kleiden / nur sei dein Name über uns genannt / nimm von uns unsre Schande!'
17804#Jesaja,4,2#2. An jenem Tag wird des Ewigen Sproß zu Lust und Herrlichkeit sein, und des Landes Frucht zum Stolz und zur Zier für die Entronnenen Jisraëls.
17805#Jesaja,4,3#3. Und sein wirds: Der Restling in Zijon und was geblieben in Jeruschalaim - heilig wird man es heißen - alles was zum Leben verzeichnet ist in Jeruschalaim.
17806#Jesaja,4,4#4. Wenn abgewaschen der Herr den Unflat der Töchter Zijons und das Blut Jeruschalaims weggespült aus seiner Mitte durch das Brausen des Gerichts und das Brausen der Wegtilgung,
17807#Jesaja,4,5#5. dann schafft der Ewige über der ganzen Stätte des Berges Zijon und über seinen Versammlungen Gewölk am Tag und feuriger Lohe Glanz des Nachts, denn über aller Herrlichkeit ist es ein Schirmdach.
17808#Jesaja,4,6#6. Und ein Gehütt ist es zum Schatten bei Tag vor der Glut und zu Burg und Bergung vor Wetterstrom und Regenguß.
17809#Jesaja,5,1#1. Will singen vor Jedidi-1- / meines Liebsten Lied ob seines Weinbergs. / Einen Weinberg hatte Jedidi / in der Pracht eines Mannes von Schamen-2-. / -1) Schelomo.   2) Schunem.++
17810#Jesaja,5,2#2. Der grub ihn um / entsteinte ihn / bepflanzte ihn mit Edelrebe / und baute einen Turm darin / auch eine Kelter haut' er in ihm aus / und hoffte, daß er Trauben bringe; / da bracht er Stinkkraut.
17811#Jesaja,5,3#3. Und nun, ihr Bürger von Jeruschalaim / und Männer von Jehuda / nun richtet zwischen mir und meinem Weinberg: /
17812#Jesaja,5,4#4. was noch zu tun blieb für meinen Weinberg / und ich ihm nicht getan! / Warum erhofft ich, daß er Trauben bringe / und bracht er Stinkkraut?
17813#Jesaja,5,5#5. Und nun will ich euch kundtun / was ich mit meinem Weinland tu: / Wegreißen sein Gehege / habs der Kahlfraß! / Umbrechen seine Mauer / habs Zerstampfung! /
17814#Jesaja,5,6#6. Und mach draus Ödland / nicht beschnitten, nicht behackt / aufschießts, verhegt und verlegt / und den Wolken gebiet ich / nicht Regen drauf zu gießen.
17815#Jesaja,5,7#7. Denn Weinland des Ewigen der Scharen / ist Haus Jisraël / und die Männer von Jehuda / sein gezärtelt Pflänzling. / Und er hofft auf Rechtsmaß / und sieh da: Grindfraß / auf Heil / sieh: Wehgeheul!
17816#Jesaja,5,8#8. Weh, die da rücken Haus an Haus / und Feld heran an Feld / bis mehr kein Raum / und ihr dichtan gesiedelt seid im Land. /
17817#Jesaja,5,9#9. In meinen Ohren (spricht) / der Ewige der Scharen: / Ob nicht die vielen Häuser Öden werden / die großen und die schönen unbewohnt. /
17818#Jesaja,5,10#10. Denn zehn Joch Weinland bringen einen Eimer / ein Haufe Aussaat bringt nur einen Scheffel.
17819#Jesaja,5,11#11. Weh, die, frühmorgens sich erhebend / nach Rauschtrank rennen / spät nachts hin sitzend / der Wein sie hitzt /
17820#Jesaja,5,12#12. und ist da Zither, Harfe, Pauke, Flöte / und Wein ihr Gelage. / Des Ewgen Tun, das schaun sie nicht / und seiner Hände Wirken sehn sie nimmer. /
17821#Jesaja,5,13#13. Darum muß fort mein Volk / aus Unverstand / und sein Gepränge: Hungerleider / und sein Getümmel: Ausgedörrt vor Durst. /
17822#Jesaja,5,14#14. Darum sperrt weit Scheol auf ihren Schlund / reißt auf den Rachen ohne Maß / da fährt hinab sein Prunk und sein Getümmel / und sein Gelärm und was da froh in ihm. /
17823#Jesaja,5,15#15. Da duckt der Mensch / und sinkt der Mann / der Stolzen Blicke sinken. /
17824#Jesaja,5,16#16. Hehr ist der Ewige der Scharen im Gericht / der heilge Gott geheiligt in Gerechtigkeit.
17825#Jesaja,5,17#17. Und Lämmer weiden wie auf ihrer Trift / markige Böcke weilen da und fressen.
17826#Jesaja,5,18#18. Weh, die die Schuld festhalten mit der Falschheit Banden / wie mit des Wagens Seil die Sünde! /
17827#Jesaja,5,19#19. Die sprechen: / ,Bring schnell er, schleunig doch sein Werk / damit wirs sehn / daß nahe, komme doch / der Plan des Heilgen Jisraëls / daß wir ihn kennen!'
17828#Jesaja,5,20#20. Weh, die da heißen Böses gut / und Gutes bös / aus Dunkel machen Licht / und Licht zu Dunkel / aus bitter machen süß / und süß zu bitter!
17829#Jesaja,5,21#21. Weh, die da weise sind in ihren Augen / vor ihrem Angesicht verständig!
17830#Jesaja,5,22#22. Weh, die da Helden, Wein zu trinken / und tapfre Mannen, Rauschgetränk zu mischen /
17831#Jesaja,5,23#23. die Recht dem Schuldgen geben für Bestechung / und des Gerechten Recht ihm rauben!
17832#Jesaja,5,24#24. Darum: / wie Feuers Zunge Stoppeln frißt / Heu in der Flamme schwindet / wird ihre Wurzel wie der Moder sein / und ihre Blüte wie der Staub verfliegen / weil sie verschmäht des Heiligen der Scharen Weisung / das Wort des Heilgen Jisraëls verworfen. /
17833#Jesaja,5,25#25. Drum flammt ob seinem Volk des Ewigen Antlitz / er reckt die Hand aus wider es und schlägts / daß zittern die Berge / und ihre Leichen sind wie Kehricht mitten auf den Gassen. / Bei all dem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17834#Jesaja,5,26#26. Da höht er ein Panier den Völkern in der Ferne / und pfeift herbei es von der Erde Enden / und sieh, schnell, flink kommt es heran. /
17835#Jesaja,5,27#27. Kein Müder ist, kein Strauchelnder dabei / es schläft und schlummert nicht / nicht löst sich seiner Lenden Gurt / und nimmer reißt der Riemen seiner Schuhe. /
17836#Jesaja,5,28#28. Des Pfeile spitz / des Bogen alle straff; / sind seiner Rosse Hufe Kiesel gleichgeachtet / und seine Räder wie der Wirbelsturm. /
17837#Jesaja,5,29#29. Gebrüll hats wie der Löwe / und wie die Bestien brüllt es / dröhnt auf und packt die Beute / bringts fort, und keiner rettet. /
17838#Jesaja,5,30#30. Los dröhnt er über ihm an jenem Tag / wie Meeres Dröhnen / man blickt zur Erde / sieh, banges Dunkel / erdunkelt ist das Licht in seinen Kammern.»
17839#Jesaja,6,1#1. Im Todesjahr des Königs Usijahu: «Ich sah den Herrn / auf einem Throne sitzend, hoch, erhaben / und seine Schleppen füllten den Tempel. /
17840#Jesaja,6,2#2. Branddrachen standen über ihm / sechs Flügel, je sechs Flügel hatte einer / mit zweien deckte er sein Antlitz / mit zweien deckt' er seine Beine / mit zweien flog er. /
17841#Jesaja,6,3#3. Und rief da der zu dem und sprach: / ,Heilig, heilig, heilig / der Ewige der Scharen / die ganze Erde füllend seine Herrlichkeit.' /
17842#Jesaja,6,4#4. Da wankten die Stützen der Schwellen / vor dem Hall des Rufers / und das Haus füllte sich mit Rauch. /
17843#Jesaja,6,5#5. Und ich sprach: / ,Weh mir, denn ich vergehe / denn Mann unreiner Lippen bin ich / und unter Volk unreiner Lippen weil ich; / den König haben ja, den Ewigen der Scharen / geschaut meine Augen.' /
17844#Jesaja,6,6#6. Da schwebte zu mir einer von den Drachen / in seiner Hand einen Glühstein / mit einer Zange hatt er ihn genommen / vom Altar oben /
17845#Jesaja,6,7#7. und ließ ihn meinen Mund berühren / und sprach: / ,Sieh, deine Lippen hat das nun berührt / so weicht deine Schuld / und deine Sünde ist gesühnt.' /
17846#Jesaja,6,8#8. Da hörte ich des Herren Stimme sprechen: / ,Wen soll ich senden / und wer geht für uns?' / Und ich sprach: / ,Hier bin ich / sende mich!' /
17847#Jesaja,6,9#9. Und er sprach: / ,Geh hin und sprich zu diesem Volk: / Hört, hört und merkt nicht / seht, seht und faßt nicht auf! /
17848#Jesaja,6,10#10. Laß grob sein dieses Volkes Herz / und seine Ohren schwer / seinen Blick verklebt / daß mit den Augen es nicht sieht / nicht hört mit seinen Ohren / sein Herz nicht merkt / es umkehrt, und ihm Heilung wird.' /
17849#Jesaja,6,11#11. Und ich sprach: / ,Bis wann, o Herr?' / Und er sprach: / ,Bis daß die Städte wüste liegen ohne Wohner / die Häuser ohne Menschen / der Boden zur Öde verwüstet!' /
17850#Jesaja,6,12#12. Entfernen wird der Ewige die Menschen / und groß wird die Verlassenheit im Land. /
17851#Jesaja,6,13#13. Und ist drin noch ein Zehntteil / so wird auch dieses wieder der Vertilgung. Wie Eiche und wie Terebinthe / wo nur bei Abwurf / Neupflanzung drin wird / kommt heilger Same als ihre Pflanzung.»
17852#Jesaja,7,1#1. Und es war in den Tagen Ahas', des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijahus, des Königs von Jehuda, da zogen herauf Rezin, der König von Aram, und Pekah, der Sohn Remaljahus, der König von Jisraël, gegen Jeruschalaim, zum Kampf dawider; doch man vermochte nicht, es zu bekämpfen.
17853#Jesaja,7,2#2. Und es war dem Haus Dawids gemeldet: «Gelagert hat sich Aram samt Efraim», da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes wie Waldbäume vor dem Sturm beben.
17854#Jesaja,7,3#3. Da sprach der Ewige zu Jescha'jahu: «Geh doch hinaus, Ahas entgegen, du und Schear-Jaschub, dein Sohn, an das Ende der Leitung des obern Teichs, an die Straße des Walkerfeldes.
17855#Jesaja,7,4#4. Und sprich zu ihm: Klär ab, bleib ruhig; fürchte nicht, und dein Herz zage nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerstümpfen, beim Zornbrand Rezins und Arams und des Sohnes Remaljahus.
17856#Jesaja,7,5#5. Weil wider dich Arges ersonnen Aram, Efraim und Remaljahus Sohn und gesprochen:
17857#Jesaja,7,6#6. Wir wollen hinauf über Jehuda, wollen es schrecken und es aufbrechen für uns und zum König drin machen den Sohn Tabeals.
17858#Jesaja,7,7#7. So spricht Gott der Herr: 8. Wird nimmer werden / und nimmer sein! /
17859#Jesaja,7,8#Denn Anfang in Aram machts mit Dammesek / und Anfang in Dammesek mit Rezin / und in noch fünfundsechzig Jahren / ist als ein Volk gestürzt Efraim; /
17860#Jesaja,7,9#und Anfang in Efraim machts mit Schomeron / und Anfang machts in Schomeron mit Remaljahus Sohn! 9. Wenn ihr nicht glaubt, so - weil euch nicht zu glauben!»
17861#Jesaja,7,10#10. Und weiter redete der Ewige zu Ahas und sprach:
17862#Jesaja,7,11#11. «Verlang ein Wunderzeichen dir vom Ewgen, deinem Gott. / Erbitte, daß es tiefer gehe / oder hoch nach oben.»
17863#Jesaja,7,12#12. Da sprach Ahas: «Ich will nichts fordern / und will den Ewgen nicht versuchen!»
17864#Jesaja,7,13#13. Und er sprach: «Hört ihr doch, Dawids Haus! Ists euch zu wenig, Menschen zu verneinen / daß ihr auch meinen Gott verneint!
17865#Jesaja,7,14#14. Drum wird der Herr euch selbst ein Wunderzeichen geben: Sieh hier, das junge Weib wird schwanger und gebiert einen Sohn und heißt seinen Namen Immanu-El-1-. -1) Gott mit uns.++
17866#Jesaja,7,15#15. Rahm und Honig wird er essen, sobald er lernt das Schlechte meiden und das Gute wählen.
17867#Jesaja,7,16#16. Denn ehe der Knabe lernt das Schlechte meiden und das Gute wählen, wird verödet sein der Boden, vor dessen beiden Königen dir graut.
17868#Jesaja,7,17#17. Bringen wird der Ewige über dich und über dein Volk und über deines Vaters Haus Tage, wie sie nicht gekommen seit dem Tag, da Efraim von Jehuda ging: Den König von Aschschur.
17869#Jesaja,7,18#18. Und sein wird es an jenem Tag: / da pfeift der Ewige der Fliege / die an dem Ende von Mizraims Strömen / sowie der Biene, die im Land Aschschur. /
17870#Jesaja,7,19#19. Die kommen, lagern sich gesamt / in der Schluchten Rinnen / und in der Felsen Ritzen / in allen Hecken und in allen Büschen. /
17871#Jesaja,7,20#20. An jenem Tag schert ab der Herr / mit dem Messer, gedungen von jenseits des Stroms / - dem König von Aschschur - / das Haupt, das Haar der Beine / und auch den Kinnbart rafft er. /
17872#Jesaja,7,21#21. Und sein wird es an jenem Tag / da hält ein Mann sich eine Jungkuh und zwei Schafe. /
17873#Jesaja,7,22#22. Und weil man Milch soviel erzeugt / so ißt man Rahm; / ja, Rahm und Honig ißt / allwer da übrig ist im Land.
17874#Jesaja,7,23#23. Und sein wirds an jenem Tag, da wird all die Stätte, wo tausend Reben sind, um tausend Schekel, verhegt und verlegt sein.
17875#Jesaja,7,24#24. Mit Pfeil und Bogen kommt man dahin; denn verhegt und verlegt wird das ganze Land sein.
17876#Jesaja,7,25#25. Und alle Berge, die beherdet sind, sollen stehn mit Herden; dorthin kommt nicht das Schießen vom Verhegten und Verlegten; sie bleiben Treibplatz für den Ochsen und Trottfeld für das Schaf.»
17877#Jesaja,8,1#1. «Und der Ewige sprach zu mir: ,Nimm dir ein großes Tuch und schreib darauf, auf den Umwurf eines Kindes: Für Maher-Schalal-Hasch-Bas-1-.' -1) Bald-Beute-Rasch-Raub.++
17878#Jesaja,8,2#2. Da nahm ich mir zuverlässige Zeugen, Urija, den Priester, und Secharjahu, den Sohn Berachjahus.
17879#Jesaja,8,3#3. Drauf nahte ich mich der Gottbegeisteten, und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der Ewige zu mir: ,Nenne seinen Namen: Maher-Schalal-Hasch-Bas.
17880#Jesaja,8,4#4. Denn eh der Knabe lernt ,Vater' und ,Mutter' rufen, wird man forttragen Dammeseks Reichtum und die Beute Schomerons vor den König von Aschschur.'
17881#Jesaja,8,5#5. Und weiter redete der Ewige zu mir und sprach:
17882#Jesaja,8,6#6. ,Weil dieses Volk verschmäht / die Wasser des Schiloah, die gelinde laufen / und Freude findet an Rezin / und dem Sohn Remaljahus /
17883#Jesaja,8,7#7. drum, siehe, läßt der Herr auffluten über sie / des Stromes Wasser, die gewaltigen und reichen / den König von Aschschur und alle seine Pracht; / das steigt über all seine Betten / und tritt über all seine Ufer /
17884#Jesaja,8,8#8. und fließt durch Jehuda / es flutet, strömt über / zum Hals heran reichts / und seiner Fittiche Weitung / füllt deines Landes Breite.' Immanu-El!-1- -1) «Mit uns Gott!»++
17885#Jesaja,8,9#9. Schlagt, Völker, zerschmettert / aufhorchet, all der Erde Fernen! / Umrüstet euch, zerschmettert / umrüstet euch, zerschmettert! /
17886#Jesaja,8,10#10. Plant Plan - er bricht / beredet Rat - er wird nicht; / denn: Mit uns Gott!
17887#Jesaja,8,11#11. Denn so sprach der Ewige zu mir / da seine Hand mich packte / und warnte mich, zu wandeln dieses Volkes Weg / und sagte: /
17888#Jesaja,8,12#12. ,Heißt nicht Bindung / allwas dies Volk Bindung heißt / und was es fürchtet, fürchtet nicht / und schreckt nicht davor. /
17889#Jesaja,8,13#13. Den Ewigen der Scharen / ihn heiligt / und er sei eure Furcht / er euer Schrecken. /
17890#Jesaja,8,14#14. Doch das wird sein fürs Heiligtum: / Zum Stein des Anstoßes / und zum Fels des Strauchelns / für beide Häuser Jisraëls / zur Falle und zur Schlinge / für den Bewohner von Jeruschalaim. /
17891#Jesaja,8,15#15. Und straucheln werden darin viele / und stürzen und zerbrechen / umgarnt, gefangen werden.'
17892#Jesaja,8,16#16. ,Bind ein die Bezeugung / die Weisung siegle auf den Bändern!' /
17893#Jesaja,8,17#17. So harr ich des Ewgen / der birgt sein Antlitz / vor Jaakobs Haus / und hoffe auf ihn. /
17894#Jesaja,8,18#18. Sieh, ich und die Kinder / die mir der Ewige gegeben / sie sind zu Wunderzeichen und zu Wahrbeweisen / in Jisraël / vom Ewigen der Scharen / der thront auf Zijons Berg.
17895#Jesaja,8,19#19. Und wenn sie zu euch sprechen: ,Befraget doch Balgzauberer und Beschwörer / die Zischer und Flüsterer! / Befragt ein Volk nicht seine Göttlichen / nicht für die Lebenden die Toten /
17896#Jesaja,8,20#20. um Weisung und Bezeugung?' Ob die nicht sagen werden: ,Gleich jener Wüste / die keinen Morgen hat; /
17897#Jesaja,8,21#21. zieht wer dort durch / ist er erstarrt und hungrig; / da ist es, wenn er hungert / kommt er in Grimm / flucht seinem König, seinem Gott / kehrt sich nach oben; /
17898#Jesaja,8,22#22. und zu der Erde schaut er / sieh, Drang und Dunkel / Verschmachten in Angst / in Dunkelheit verstoßen. /
17899#Jesaja,8,23#23. Denn kein Verschmachten kennt / des die Bedrängnis jetzt; / dem ersten hat er's leicht gemacht: / Im Lande Sebulun, im Lande Naftali; / dem Spätern macht er's schwer: / Den Weg des Meers / drüben am Jarden / den Umkreis der Völker.'
17900#Jesaja,9,1#1. Das Volk, das im Finstern wandelt / schaut großes Licht / die Todesdunkelland bewohnen / Licht strahlt über ihnen. /
17901#Jesaja,9,2#2. Gemehrt hast du das Volk / ihm groß gemacht die Freude; / sie freun sich vor dir / wie man sich freut beim Schnitt / wie sie da jubeln / wenn Beute sie teilen. /
17902#Jesaja,9,3#3. Denn seiner Bürde Joch / und seines Nackens Stange / den Stecken seines Treibers / zerbrachst du wie an Midjans Tag. /
17903#Jesaja,9,4#4. Denn jeder Stiefel, der im Schrecken stampfte / und das Gewand, das sich im Blut gewälzt / zum Brande wirds, des Feuers Fraß. /
17904#Jesaja,9,5#5. Denn ein Kind ist uns geboren / ein Sohn uns gegeben / es ruht der Schatz auf seiner Schulter / und man heißt seinen Namen: / Pele-Joëz-El-Gibbor-1- / der Beute Vater / des Wohles Vogt. / -1) Wunder-plant-der-starke-Gott.++
17905#Jesaja,9,6#6. Daß reich ist der Schatz / und des Wohls kein Ende / an Dawids Thron / und seinem Königtum / es aufzurichten und zu stützen / mit Recht und Rechtlichkeit / von nun ab bis in Ewigkeit. / Des Ewigen der Scharen Eifer wird dies wirken.
17906#Jesaja,9,7#7. Ein Wort entsendete der Herr in Jaakob / das fällt in Jisraël. /
17907#Jesaja,9,8#8. Und merken wirds das Volk allsamt / Efraim, Schomerons Bewohner / die da in Stolz und Hochmut sprechen: /
17908#Jesaja,9,9#9. ,Backsteine stürzten / baun wir mit Quadern! / Maulfeigenbäume umgehaun / ersetzen wir Zedern!'
17909#Jesaja,9,10#10. Da höht der Ewige die Dränger um Rezin darob / und stachelt seine Feinde. /
17910#Jesaja,9,11#11. Aram von vorne / und die Pelischtäer hinten / die fressen Jisraël mit vollem Maul. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt. /
17911#Jesaja,9,12#12. Doch kehrt das Volk zu dem nicht, der es schlägt / den Ewigen der Scharen sucht man nicht. /
17912#Jesaja,9,13#13. Austilgt der Ewige von Jisraël / da Haupt und Schwanz / Palmdach und Binse / an einem Tag. /
17913#Jesaja,9,14#14. Altmann und Angesehner / das ist das Haupt / und der Begeistete, des Luges Weiser / das ist der Schwanz. /
17914#Jesaja,9,15#15. Da wurden dieses Volkes Führer: Irreführer / und die Geführten ihm: Verwirrte. /
17915#Jesaja,9,16#16. Drum freut sich seiner Burschen nicht der Herr / und seiner Waisen und der Witwen barmts ihn nicht; / denn alles ist da ruchlos, böse handelnd / und aller Mund nur schändlich redend. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt. /
17916#Jesaja,9,17#17. Brennt ja wie Feuer Frevel / frißt was verhegt ist und verlegt daran / und zündet in des Waldes Dickicht / daß hoch im Rauch sie wirbeln. /
17917#Jesaja,9,18#18. Vom Grimm des Ewigen der Scharen / durchglühts die Erde / und wird wie Feuers Fraß das Volk. / Schont keiner des andern: /
17918#Jesaja,9,19#19. man haut zur Rechten ein / bleibt hungrig / und frißt zur Linken / wird nicht satt; / frißt jeder seines Armes Fleisch: /
17919#Jesaja,9,20#20. Menaschsche - Efraim / und Efraim - Menaschsche; / vereint sie gegen Jehuda. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17920#Jesaja,10,1#1. Weh! Die da setzen Unheilssatzung / Vorschreiber, Unrecht schreiben sie; /
17921#Jesaja,10,2#2. der Armen Rechtsanspruch zu beugen / das Recht zu rauben meines Volkes Elenden; / daß Witwen ihre Beute werden / und sie die Waisen plündern. /
17922#Jesaja,10,3#3. Was wollt ihr tun am Tag der Ahndung / und beim Verderben, das von fernher kommt? / Zu wem wollt ihr um Beistand flüchten / wo eure Herrlichkeit belassen? /
17923#Jesaja,10,4#4. Duckt unter den Gefangenen man nicht hin / muß unter den Erschlagenen man fallen. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17924#Jesaja,10,5#5. Weh, Aschschur, meines Zornes Rute / ein Stecken meines Grimms ist er für sie. /
17925#Jesaja,10,6#6. Los auf ein ruchlos Volk entsend ich ihn / und gegen meines Grolles Stamm entbiet ich ihn / um Beute zu erbeuten, Raub zu raffen / zur Tretung es zu machen / wie Gassenstaub. /
17926#Jesaja,10,7#7. Doch er, nicht also denkt er / sein Herz, nicht so es trachtet; / nein, zu vertilgen steht in seinem Herzen / und auszurotten Völker, nicht gering. /
17927#Jesaja,10,8#8. Denn er spricht: / Sind meine Amtsherrn / nicht allsamt Könige? /
17928#Jesaja,10,9#9. Ist nicht wie Karkemisch und Kalno / und nicht wie Arpad und Hamat / nicht wie Dammesek Schomeron? /
17929#Jesaja,10,10#10. Wie meine Hand gegriffen zu des Götzen Königreichen / ihr Bildwerk, mehr wars als Jeruschalaims, Schomerons! /
17930#Jesaja,10,11#11. Ja, wie ich Schomeron getan und seinen Götzen / so tu Jeruschalaim ichs und seinen Bildern!
17931#Jesaja,10,12#12. Doch sein wirds, wenn vollendet / der Herr sein ganzes Werk / auf Zijons Berg und in Jeruschalaim: / da such ich heim die Frucht des Hochmuts / des Königs von Aschschur / und das Gepränge / von seiner Augen Hochfahrt! /
17932#Jesaja,10,13#13. Denn er sprach: / Durch meiner Faust Kraft hab ich es geschafft / durch meine Weisheit, weil ich so gescheit; / so rückt ich fort der Völker Grenzen / raubt ihre Schätze / und stürzt wie ein Tyrann die Wohner. /
17933#Jesaja,10,14#14. Faßt wie zum Vogelnest mir meine Hand / zu der Völker Reichtum / und wie verlaßne Eierchen man rafft / hab ich die Erde all gerafft / und war da keiner, der den Flügel regte / den Schnabel sperrt' und piepste.
17934#Jesaja,10,15#15. Rühmt sich die Axt / ob dem, der mit ihr haut? / Prahlt über den die Säge / der sie schwingt? / Wie wenn der Stab die schwänge, die ihn heben / der Stecken den erhöbe, der kein Holz? /
17935#Jesaja,10,16#16. Drum schickt der Herr der Ewige der Scharen / ins Fett ihm Darre / und unter seiner Herrlichkeit brennt Brand / wie Feuers Brand. /
17936#Jesaja,10,17#17. Jisraëls Licht, es wird zum Feuer / sein Heiliger zur Flamme; / die loht und frißt ihm / was verlegt ist und verhegt / an einem Tag. /
17937#Jesaja,10,18#18. Die Herrlichkeit von Wald und Fruchtgefild / tilgt er ihm von der Seele bis zum Fleisch; / sein wird es wie vom Mottenfraß gefressen. /
17938#Jesaja,10,19#19. Und seiner Waldesstämme Rest / zu zählen ist er / ein Knabe zeichnets auf.
17939#Jesaja,10,20#20. Und sein wird es an jenem Tag / da wird nicht mehr der Rest von Jisraël / und wer entronnen ist vom Haus Jaakob / auf den sich stützen, der es schlägt; / er stützt sich auf den Ewigen / den Heilgen Jisraëls, in Treuen. /
17940#Jesaja,10,21#21. Ein Rest kehrt um / ein Rest Jaakobs / zum starken Gott. /
17941#Jesaja,10,22#22. Denn wäre Jisraël, dein Volk / wie Sand des Meers / ein Rest kehrt darin um; / Austilgung ist verhängt / fortspülend in Gerechtigkeit. /
17942#Jesaja,10,23#23. Ja, Tilgung und Verhängnis schafft / der Herr, der Gott der Scharen / in aller Erden Mitte.
17943#Jesaja,10,24#24. Darum spricht so der Herr / der Gott der Scharen: / Nicht fürchte, mein Volk / das wohnt auf Zijon / vor Aschschur dich, der mit dem Stock dich schlägt / und seinen Stecken über dich erhebt! / In Mizraims Weise: /
17944#Jesaja,10,25#25. Denn noch ein Knappes, wenig nur / vergeht der Groll / mein Grimm zu ihrer Tilgung. /
17945#Jesaja,10,26#26. Dann schwingt ob ihm / der Ewige der Scharen eine Peitsche / wie Midjan er am Orebfelsen schlug / gleich seinem Stabe überm Meer / hebt hin nach seiner Weise zu Mizraim. /
17946#Jesaja,10,27#27. Und sein wird es an jenem Tag: / Da schwindet seine Last von deiner Schulter / sein Joch von deinem Hals, / das Joch zerstört vor Grabesdunkel.
17947#Jesaja,10,28#28. Er kommt durch Ajjat / vorbei an Migron / Michmas vertraut er seinen Troß. /
17948#Jesaja,10,29#29. Den Paß passieren sie / in Gebas Nachtplatz nachten sie; / aufzittert Rama / Gib'at-Schaul flieht. /
17949#Jesaja,10,30#30. Laß deine Stimme gellen, Bat-Gallim / lausch Laischa, antwort Anatot! /
17950#Jesaja,10,31#31. Fliehn muß Madmena / Schutz suchen Gebims Wohner. /
17951#Jesaja,10,32#Noch soll in Nob er heute halten / 32. er hebt die Hand zum Berg der Maid Zijon / Jeruschalaims Höhe.
17952#Jesaja,10,33#33. Sieh an, der Herr, der Ewige der Scharen / zerspellt mit Sturmgewalt den Wipfel / die Hochaufragenden sind umgehaun / die Hehren sinken nieder. /
17953#Jesaja,10,34#34. Hinschlägts des Waldes Dickicht mit dem Eisen / es stürzt der Libanon durch einen Mächtigern.
17954#Jesaja,11,1#1. Und keimen wird ein Reis aus Jischais Stamm / ein Schößling ihm aus seinen Wurzeln fruchten. /
17955#Jesaja,11,2#2. Und ruhen wird auf ihm des Ewgen Geist / ein Geist von Weisheit und von Einsicht / ein Geist des Rates und der Kraft / Geist von Erkenntnis und des Ewgen Furcht. /
17956#Jesaja,11,3#3. Und es durchgeistet ihn mit Furcht des Ewigen / daß nicht nach seiner Augen Schaun er richte / und nicht nach seiner Ohren Hören Recht entscheide: /
17957#Jesaja,11,4#4. Er richtet in Gerechtigkeit die Armen / entscheidet in Geradheit Recht den Niederen im Land. / Er schlägt das Land mit seines Mundes Stab / gibt Tod mit seiner Lippen Hauch dem Schuldigen. /
17958#Jesaja,11,5#5. Gerechtigkeit ist seiner Lenden Gurt / Wahrhaftigkeit der Gürtel seiner Hüften. /
17959#Jesaja,11,6#6. Dann weilt der Wolf beim Lamm / der Panther lagert mit dem Böcklein hin; / und Kalb und Bestie mit dem Hochrind beieinander / dieweil ein kleines Knäblein sie geleitet. /
17960#Jesaja,11,7#7. Da weidet Kuh mit Bärin / beisammen lagern ihre Jungen / der Löwe frißt dem Rind gleich Stroh. /
17961#Jesaja,11,8#8. Es spielt der Säugling an der Natter Loch / und nach des Basilisken Gift / streckt das Entwöhnte seine Hand. /
17962#Jesaja,11,9#9. Man schädigt nicht, vernichtet nicht / auf meinem ganzen heilgen Berg / weil voll das Land ist mit des Ewigen Erkenntnis / wie Wasser das Meer bedecken. /
17963#Jesaja,11,10#10. Und sein wird es an jenem Tag: / die Wurzel Jischais wird ein Baum / der steht zum Richtscheit für die Völker: / ihm werden Nationen nachgehn; / und seine Weilstatt dient der Herrlichkeit.
17964#Jesaja,11,11#11. Und es wird sein an jenem Tag: Da (hebt) wiederum, zum zweiten Mal, der Herr seine Hand, um loszukaufen seines Volkes Rest, der übrigbleibt von Aschschur und Mizraim, von Patros und von Kusch, von Elam und von Schin'ar und Hamat und von den Seelanden des Meeres.
17965#Jesaja,11,12#12. Und er höht ein Richtscheit für die Völker / und sammelt die Zersprengten Jisraëls / zusammen schart er die Verlaufenen Jehudas / von den vier Enden der Erde. /
17966#Jesaja,11,13#13. Da schwindet hin der Neid Efraims / Jehudas Dränger werden ausgetilgt. / Efraim neidet nicht Jehuda / Jehuda drängt nicht Efraim. /
17967#Jesaja,11,14#14. Sie fliegen an die Flanke gegen die Pelischter, meerwärts / mitsammen plündern sie des Ostens Söhne; / Edom und Moab sind im Zugriff ihrer Hand / und Ammons Söhne ihnen im Gehorsam. /
17968#Jesaja,11,15#15. Mit Netzen leert der Ewige Mizraims Meereszunge / und hebt die Hand hin ob dem Strom / mit seines Sturmes Glutwind / schlägt ihn zu sieben Bächen / daß man mit Schuhen dreintritt. /
17969#Jesaja,11,16#16. Und eine Straße wird / für seines Volkes Rest / der übrigblieb von Aschschur / wie eine ward für Jisraël / am Tag, da's aufzog aus Mizraimland.
17970#Jesaja,12,1#1. Und sprechen wirst du an jenem Tag: ,Ich huldige dir, Ewiger / daß du mir zürntest / wendet sich dein Zorn / du tröstest mich. /
17971#Jesaja,12,2#2. Sieh, Gott ist meine Rettung / ich bin getrost / bin unverzagt; / denn Macht und Kraft ist Jah, der Ewge, mir / er ward mir Rettung. /
17972#Jesaja,12,3#3. So schöpfet Wasser in Freude / aus der Rettung Quellen.'
17973#Jesaja,12,4#4. Dann sprecht an jenem Tag: ,Dem Ewgen huldigt / ruft an seinen Namen / tut bei den Völkern seine Taten kund / sagt an, daß erhaben sein Name. /
17974#Jesaja,12,5#5. Lobsingt dem Ewigen / denn Stolzes tat er; / kund werde dies / auf aller Erden. /
17975#Jesaja,12,6#6. Aufjauchz und juble / du, Zijons Sassin / weil groß in deiner Mitte / der Heilge Jisraëls.'»
17976#Jesaja,13,1#1. Ausspruch über Babel, den Jescha'jahu, der Sohn Amoz', erschaut:
17977#Jesaja,13,2#2. «Auf umnachtetem Berg / höht Stangenzeichen / erhebet Zuruf ihnen / höht die Hand / daß sie einziehen / in der Edlen Pforten. /
17978#Jesaja,13,3#3. Ich habe aufgeboten / die ich mir geweiht / gerufen schon die Helden mein zu meinem Zorn / meines Stolzes Frohe. /
17979#Jesaja,13,4#4. Ein Hall, Getümmel in den Bergen / gleich wie gewaltgen Volks / ein Hall, Gebraus von Königreichen / gescharter Völker: / der Ewige der Scharen mustert Heer der Schlacht. /
17980#Jesaja,13,5#5. Die kommen aus der Ferne Land / von Himmels Ende / der Ewige und seines Grimmes Waffen / zu tilgen alle Erde. /
17981#Jesaja,13,6#6. Heult auf, denn nahe ist des Ewgen Tag / kommt wie Verheerung vom Gewaltigen. /
17982#Jesaja,13,7#7. Drum sinken alle Hände / schmilzt jeglich Menschenherz. /
17983#Jesaja,13,8#8. Bestürzt sind sie / sie packen Krämpfe, Wehen / wie die Gebärende sie zittern. / Starrt einer hin zum andern / der Flamme Schein ihr Antlitz. /
17984#Jesaja,13,9#9. Sieh an, der Tag des Ewgen kommt / grausam im Grimm / und flammendem Zorn / das Land zur Öde zu machen / und ihre Sünder tilgt er draus. /
17985#Jesaja,13,10#10. Denn des Himmels Sterne / und seine Leuchten / erstrahlen nicht in ihrem Licht / erdunkelt ist die Sonne, da sie aufgeht / der Mond, er strahlt sein Licht nicht aus. /
17986#Jesaja,13,11#11. Da ahnde ich das Böse an dem Festland / und an den Missetätern ihre Schuld / ich tue ab der Frechen Stolz / und der Tyrannen Hoffart duck ich nieder. /
17987#Jesaja,13,12#12. Kostbarer mach ich Mensch als Feingold / den Mann als Ophirs Edelerz.
17988#Jesaja,13,13#13. Darum erschüttre ich die Himmel / daß auf die Erde zuckt von ihrem Platz / im Grimm des Ewigen der Scharen / am Tage, da sein Antlitz aufflammt. /
17989#Jesaja,13,14#14. Und es wird sein: / Wie gescheuchte Gazelle / wie Schafe, die keiner heimholt / kehrt jeder sich zu seinem Volk / flieht jeglicher nach seinem Land. /
17990#Jesaja,13,15#15. Allwer gefunden, wird durchbohrt / wer aufgegriffen, fällt durchs Schwert. /
17991#Jesaja,13,16#16. Zerschmettert werden ihre Kinder / vor ihren Augen / geplündert ihre Häuser / und ihre Fraun geschändet. /
17992#Jesaja,13,17#17. Sieh an, ich reize die Madäer wider sie / die Silbers nicht achten / nach Gold nicht gieren. /
17993#Jesaja,13,18#18. Die Bogen schmettern hin die Knaben / der Frucht des Leibs erbarmen sie sich nicht / der Kinder härmt sich nicht ihr Auge. /
17994#Jesaja,13,19#19. Sein wird dann Babel / der Königreiche Lust / der Prunk und Stolz der Kasder / wie Gottes Umsturzwerk / an Sedom und Amora. /
17995#Jesaja,13,20#20. Nicht stehts in Ewigkeit / nicht siedelts für und für: / nicht zeltet dort der Araber / und Hirten lassen da nicht lagern. /
17996#Jesaja,13,21#21. So lagern dort die Wüstenkatzen / und füllen Uhus ihre Häuser / es hausen dort die Steppenstrauße / und Bockgestalten tanzen da. /
17997#Jesaja,13,22#22. Es heulen Füchse auf in ihren Burgen / und die Schakale in den Lustpalästen; / bald ists, daß kommet ihre Zeit / und ihre Tage hälts nicht fern.
17998#Jesaja,14,1#1. Wenn sich der Ewge Jaakobs erbarmt / und wieder Jisraël erwählt / und ihnen Ruhe schafft auf ihrem Boden / dann schließt der Fremdling sich an sie / und sie gesellen sich zu Jaakobs Haus. /
17999#Jesaja,14,2#2. Und Völker sollen sie sich nehmen / an ihre Stätte bringen / Haus Jisraël sie sich zu eigen machen / auf des Ewigen Boden / zu Knechten und zu Mägden; / so solln sie Fänger ihrer Fänger sein / und sie so ihre Treiber knechten.
18000#Jesaja,14,3#3. Und es wird sein / am Tag, da Ruh der Ewige dir schafft / von deiner Mühsal und von deinem Bangen / und von der harten Fron, damit man dich geknechtet /
18001#Jesaja,14,4#4. da wirst du diesen Spruch anheben / auf Babels König / und sprechen: / ,Wie ist erstummt der Treiber / verstummt das Wüten! /
18002#Jesaja,14,5#5. Es brach der Ewige der Frevler Stab / der Herrscher Stecken /
18003#Jesaja,14,6#6. der Völker schlug im Grimm / nicht endenden Schlags / der knechtete in Wut Nationen / nicht schonender Hetze. /
18004#Jesaja,14,7#7. Es ruht, es feiert alle Erde / sie brechen aus in Jubel. /
18005#Jesaja,14,8#8. Auch die Zypressen freuen sich ob dir / des Libanon Zedern: / seit hin du liegst / steigt nimmermehr zu uns der Fäller. /
18006#Jesaja,14,9#9. Scheol, tief drunten, sie erschrak vor dir / deinem Kommen entgegen / es rüttelte die Refaïm auf vor dir / alle Recken der Erde / riß auf von ihren Thronen / alle Könige der Völker. /
18007#Jesaja,14,10#10. Sie alle heben an / und sprechen zu dir: / Auch du, du bist erschwacht wie wir / bist gleich uns geworden. /
18008#Jesaja,14,11#11. Gestürzt ward zur Scheol dein Stolz / das Rauschen deiner Harfen / dir unterbettet ist Gewürm / dich decken Maden. /
18009#Jesaja,14,12#12. Wie bist vom Himmel du gefallen / Helel-ben-Schahar / zur Erde hingehaun / der Lose warf um Völker. /
18010#Jesaja,14,13#13. Und du, du sprachst in deinem Herzen: / Zum Himmel steig ich auf / hoch ob den Gottessternen höh ich meinen Thron / auf dem Erscheinungsberge will ich thronen / in verborgensten Fernen. /
18011#Jesaja,14,14#14. Ja, ich besteig der Wolke Leib / setz dem Höchsten mich gleich. /
18012#Jesaja,14,15#15. Nein, zur Scheol wardst du gestürzt / in der Grube Tiefe. /
18013#Jesaja,14,16#16. Die, sehn sie dich / sie schaun dich an / betrachten dich: / ist das der Mann / der macht die Erde beben / erzittern Königreiche /
18014#Jesaja,14,17#17. das Festland wandelte zur Wüste / seine Städte zerstörte / die er gefesselt, nie zur Heimat losgab? /
18015#Jesaja,14,18#18. Die Völkerkönige allgesamt / sie ruhn in Ehren / je bei sich im Haus. /
18016#Jesaja,14,19#19. Du aber wardst aus deinem Grab geschleudert / wie ekler Sproß / umkleidet von Erschlagnen / Schwertdurchbohrten / die hingesunken zu der Grube Steinen / wie ekles Aas. /
18017#Jesaja,14,20#20. Bist nicht vereint im Grab mit jenen; / hast ja dein Land verderbt / dein Volk gewürgt; / nicht wird genannt auf ewig / der Frevler Same! /
18018#Jesaja,14,21#21. Bereitet seinen Söhnen eine Schlachtbank / ob ihrer Väter Schuld / daß sie nicht aufstehn und die Erde erben / des Festlands Fläche sich mit Städten fülle.'
18019#Jesaja,14,22#22. Auf steh ich wider sie / ist Spruch des Ewigen der Scharen / und rotte aus von Babel Ruf und Rest / und Schoß und Sproß / ist des Ewigen Spruch. /
18020#Jesaja,14,23#23. Ich mach es zu des Uhus Erbe / zu Wassersümpfen / und feg es mit dem Fegebesen der Vertilgung / ist Spruch des Ewigen der Scharen. /
18021#Jesaja,14,24#24. Geschworen hat der Ewige der Scharen, sprechend: / Obs nicht, wie ichs erdachte, so geschieht / wie ichs ersonnen, so ersteht: /
18022#Jesaja,14,25#25. Aschschur in meinem Land zu brechen / auf meinen Bergen stampfe ich es nieder; / da geht von ihnen ab sein Joch / und seine Last von seiner Schulter nieder. /
18023#Jesaja,14,26#26. Das ist der Plan, geplant / über die ganze Erde / und das die Hand, gereckt / über alle Völker. /
18024#Jesaja,14,27#27. Denn er, der Ewige der Scharen, hats geplant / wer machts zunichte? / Und seine Hand ists, die gereckt / wer will sie wenden?»
18025#Jesaja,14,28#28. Im Todesjahr des Königs Ahas war dieser Ausspruch:
18026#Jesaja,14,29#29. «Freu nimmer dich, Peleschet all / daß zerbrochen der Stock, der dich schlug; / denn aus der Schlange Wurzel wächst ein Basilisk / und ihre Frucht, Branddrache ists, geflügelt. /
18027#Jesaja,14,30#30. Es weiden dann die Erstlinge der Armen / die Elenden, sie lagern sicher nun; / doch töte ich durch Hunger deine Wurzel / und deinen Rest wird man erschlagen.
18028#Jesaja,14,31#31. Heul, Tor, schrei, Stadt / verzagt, Peleschet all! / Denn aus dem Norden kommet Rauch / selbstsicher bleibt da keiner / bei seinen Flammenzeichen. /
18029#Jesaja,14,32#32. Und was bescheidet man des Volkes Boten? / Daß er, der Ewige, Zijon gegründet / und drin sich bergen seines Volkes Arme.»
18030#Jesaja,15,1#1. Ausspruch über Moab: «Ja, über Nacht verheert ist Ar-Moab, erstorben / ja, über Nacht verheert ist Kir-Moab, erstorben. /
18031#Jesaja,15,2#2. Hinan zum Tempel steigt man und Dibon / zum Kulthaus zum Gewein; / um den Nebo, um Medeba heult Moab / auf allem Haupt ist Kahlschur / und jeder Bart: Ausraufung. /
18032#Jesaja,15,3#3. Auf seinen Gassen tun sie Sackzeug um / auf seinen Dächern, Plätzen jammert alles / zerrinnt in Weinen. /
18033#Jesaja,15,4#4. Es schreit Heschbon und El'ale / bis Jahaz schallt ihre Stimme. / Drum zetern Moabs Rüstige / es zittert ihm die Seele. /
18034#Jesaja,15,5#5. Mein Herz, es schreit um Moab / seine Flüchtigen bis Zoar / bis Eglat, Schelishija; / ja, ha-Luhits Steige / ersteigt man mit Weinen / ja, auf dem Weg von Horonaim / erheben sie Zerschmetterungsschrei! /
18035#Jesaja,15,6#6. Ja, die Wasser von Nimrim / sie werden Öden; / denn verdorrt ist das Gras / dahin die Wiese / nichts Grünes mehr! /
18036#Jesaja,15,7#7. Darum: / Der Rest, den man geschafft / und man bewahrt / hin an den Bach der Weiden schleppen sie's. /
18037#Jesaja,15,8#8. Denn es umkreist das Schreien Moabs Mark / hin bis Eglaim geht ihr Jammern / in Beër-Elim ist ihr Jammern. /
18038#Jesaja,15,9#9. Denn Dimons Wasser sind voll Blut; / denn mehr noch bring ich über Dimon: / für die Entronnenen von Moab: Löwen / und für den Rest von Adama.
18039#Jesaja,16,1#1. Schickt hin ein Lamm / des Landes Herrscher / von Sela zur Wüste / zum Berg der Maid Zijons.
18040#Jesaja,16,2#2. Dann ists: / Wie flüchtige Vögel / gescheuchtes Nest / so sind dann Moabs Töchter / an des Arnon Furten.
18041#Jesaja,16,3#3. Schaff Rat, gib Treuschutz! / Mach nachtgleich deinen Schatten / am hohen Mittag / Versprengte birg / den Flüchtenden verrat nicht! /
18042#Jesaja,16,4#4. Laß Moabs mir Versprengte bei dir weilen / sei ihnen Schirm vor dem Verheerer! / Bis daß vergeht der Presser / Verheerung endet / verschwinden die Zertreter aus dem Land. /
18043#Jesaja,16,5#5. Und aufgerichtet wird ein Thron in Treuen; / es sitzt drauf in Bewährung in Dawids Gezelt / ein Richter, forschend nach dem Recht / beflissen in Gerechtigkeit.
18044#Jesaja,16,6#6. Wir hörten Moabs Hoffart / so sehr hochstolz / von seiner Hoffart / seinem hohen, grimmen Mut / dem Unrecht seiner Räte!
18045#Jesaja,16,7#7. Drum heult ob Moab Moab / es heulet alles; / die dicken Trauben Kir-Hareschets / beseufzt ihr, ganz zermalmt.
18046#Jesaja,16,8#8. Denn Heschbons Rebland welkt / der Weinstock Sibmas / des Edeltrauben Völkerherrn betäubten / bis Ja'ser reichten / zur Wüste sich verloren; / des Schößlinge sich breiteten / ans Meer hin zogen. /
18047#Jesaja,16,9#9. Drum klage ich mit Ja'sers Klage / um Sibmas Rebe. / Ob deiner Plünderung fließt meine Träne. / Heschbon und El'ale / ob deinem Obst und deiner Ernte / fällt Hedadruf fort. /
18048#Jesaja,16,10#10. Verschwunden ist da Fröhlichkeit und Lust / vom Gartenland / im Weingelände jauchzt und jubelts nimmer / Wein in den Keltern tritt der Keltrer nicht / austilg ich Hedadruf. /
18049#Jesaja,16,11#11. Drum klagt mein Inneres um Moab / wie eine Harfe / mein Innres um Kir-Heres. /
18050#Jesaja,16,12#12. Und sein wirds / wenn es erscheint: / daß Moab ohne Macht ist an der Kultstatt / kommt in sein Heiligtum zu beten / und nichts vermag.»
18051#Jesaja,16,13#13. Dies war das Wort, das der Ewige über Moab einstmals geredet.
18052#Jesaja,16,14#14. Und nun redet der Ewige und sagt: «In dreien Jahren / wie des Mietlings Jahre / da wird gering sein Moabs Herrlichkeit / bei allem seinem großen Heer / und Rest bleibt: / wenig, winzig / unbeträchtlich.»
18053#Jesaja,17,1#1. Ausspruch über Dammesek: «Sieh an, Dammesek ist getilgt als Stadt / und wird ein Trümmerhügel. /
18054#Jesaja,17,2#2. Verlassen sind Aroërs Orte / für Herden bleiben sie; / die lagern, keiner scheucht. /
18055#Jesaja,17,3#3. Aus ists mit Vesten von Efraim / und mit der Königsherrschaft von Dammesek / und mit dem Rest Arams; / gleich wie die Herrlichkeit der Kinder Jisraëls / so solln sie sein / ist Spruch des Ewigen der Scharen. /
18056#Jesaja,17,4#4. Und es wird sein an jenem Tag: / armselig ist da Jaakobs Herrlichkeit / und ausgezehrt wird seines Fleisches Fett. /
18057#Jesaja,17,5#5. Es wird dann sein / wie wenn wer Halme rafft beim Schnitt / sein Arm die Ähren mäht. / Und sein wirds da / wie wenn er Ähren sammelt / im Geistertal: /
18058#Jesaja,17,6#6. bleibt Nachgebliebnes dran / wie Wurmzerstochenes am Ölbaum: / zwei, drei der Beeren an des Hochbergs Spitze / vier, fünf da an dem abgeschlagenen Fruchtbaum - / ist Spruch des Ewigen, des Gottes Jisraëls.
18059#Jesaja,17,7#7. An jenem Tage schaut der Mensch auf seinen Schöpfer / und seine Augen blicken hin zum Heilgen Jisraëls /
18060#Jesaja,17,8#8. er schaut nicht hin auf die Altäre, seiner Hände Werk / was seine Finger fertigten, blickt er nicht an / und nicht die Weihbäume und Sonnensäulen. /
18061#Jesaja,17,9#9. An jenem Tag sind seiner Zuflucht Städte / gleich dem verlaßnen Forst und Hochberg / die man verlassen vor den Kinder Jisraël / und Ödnis wird es. /
18062#Jesaja,17,10#10. Hast ja vergessen deines Heiles Gott / des Felsens deiner Zuflucht nicht gedacht / drum pflanzt du Pflänzlinge der Lust / und ihn besämt des Fremden Reis. /
18063#Jesaja,17,11#11. Am Tag der Pflanzung machst du's sprießen / am Morgen deine Saat erblühn - / verfliegt die Mahd am Tag des Siechtums / der Pein, unheilbar.
18064#Jesaja,17,12#12. Weh, vieler Völker Brausen / die brausen gleich der Meere Brausen / und Toben von Nationen / die toben gleich dem Toben mächtger Wasser. /
18065#Jesaja,17,13#13. Nationen gleich dem Toben mächtger Wasser toben: / Er aber fährt es an / da flieht es in die Ferne / und wird gejagt wie im Gebirge Spreu vorm Wind / und wie das Samenrädchen vor dem Sturm. /
18066#Jesaja,17,14#14. Zur Abendzeit: Sieh da, Verschwinden; / noch eh der Morgen - nichts mehr da. / Das ist der Anteil unsrer Plünderer / und derer Los, die uns beraubt.
18067#Jesaja,18,1#1. Weh! Land der Flügelschrecke / das drüben, nach den Strömen Kuschs. /
18068#Jesaja,18,2#2. Der auf dem Meere Boten sendet / im Schilfgezeug auf Wassers Fläche: / Geht, flinke Boten / zu einem Stamm, gerupft, geschunden / zu einem Volk, gescheut: / ,Von ihm! Weitab!' / Zu einem Stamm Gespeis und Ekels / vor dessen Land die Flüsse grausen.
18069#Jesaja,18,3#3. Ihr Festlandswohner, Erdensassen alle / wie Stangenzeichen man auf Bergen höht / sollt ihr ersehn / wie man ins Horn stößt / sollt ihr vernehmen. /
18070#Jesaja,18,4#4. Denn so sprach der Ewige zu mir: / Ich bleibe still, schau zu an meinem Sitz / wie Mittagsglühn beim Pflücken / wie Taugewölk bei Ernteglut. /
18071#Jesaja,18,5#5. Denn vor dem Schnitte, wenn die Blüte um / und reifend Beerchen Trauben bilden / da schneidet er mit Kneifen ab die Triebe / die Ranken tut er fort, schlägt ab. /
18072#Jesaja,18,6#6. Man läßt mitsammen sie der Berge Vögeln / und dem Getier des Landes; / daß drauf der Raubvogel sommert / und alles Landgetier drauf überwintert.
18073#Jesaja,18,7#7. Um jene Zeit wird Huldigung gebracht / dem Ewigen der Scharen / vom Volk, gerupft, geschunden / vom Volk, gescheut: / ,Von ihm! Weitab!,' / dem Stamm Gespeis und Ekels / vor dessen Land die Flüsse grausen / hin an den Ort des Namens / des Ewigen der Scharen / zum Berg Zijon.»
18074#Jesaja,19,1#1. Ausspruch über Mizraim: «Sieh an / der Ewige fährt hin auf schneller Wolke / kommt nach Mizraim; / da zittern auf vor ihm Mizraims Nichtse / das Herz Mizraims schmilzt in seinem Innern. /
18075#Jesaja,19,2#2. Ich stachle auf Mizraim an Mizraim / sie kämpfen Bruder gegen Bruder, Freund mit Freund / Stadt wider Stadt und Reich mit Reich. /
18076#Jesaja,19,3#3. Und ausgeleert wird da Mizraims Geist in seinem Innern / und seinen Rat verwirr ich; / daß Rat sie fragen bei den Nichtsen / den Totengeistern, Balgzaubrern, Beschwörern.
18077#Jesaja,19,4#4. Da liefre ich Mizraim / in eines harten Herren Hand / und soll ein grimmer König ihrer schalten / ist Spruch des Herrn, des Ewigen der Scharen. /
18078#Jesaja,19,5#5. Verronnen sind die Wasser aus dem Meer / der Strom glüht aus und trocknet. /
18079#Jesaja,19,6#6. Verlassen stehen die Kanäle / armselig, ausgeglüht die Ströme von Mazor / welk Rohr und Schilf. /
18080#Jesaja,19,7#7. Talland am Strom / an Stromes Mündung / und alle Saat am Strom: / verdorrt, zerstiebt, nicht da. /
18081#Jesaja,19,8#8. Da stöhnen die Fischer und klagen / alldie die Angel werfen in den Strom / das Netz hinbreiten auf des Wassers Fläche / sie sind verstört /
18082#Jesaja,19,9#9. zuschanden werden, die den Flachs gehechelt wirken / und Weißzeug weben. /
18083#Jesaja,19,10#10. Da wird sein Grundwerk ihm zerschlagen / und aller Lohnarbeiter Seele seufzt.
18084#Jesaja,19,11#11. Nur Narren sind die Amtsherrn Zoans / die Weisen, die dem Par'o raten / verdummten Rat. / Wie sprecht ihr zu Par'o: / ,Ein Sohn von Weisen bin ich / von Königen der Urzeit!' /
18085#Jesaja,19,12#12. Wo sind denn deine Weisen? / Laß sie es dir doch künden / daß man es weiß, was er / der Ewige der Scharen / plant mit Mizraim. /
18086#Jesaja,19,13#13. Ernarrt sind Zoans Fürsten / betört die Fürsten Nofs / sie machen irr Mizraim / ausleert es seine Stämme. /
18087#Jesaja,19,14#14. Ihm hat der Ewige gemischt im Innern / des Taumels Geist / nun machen sie Mizraim irr / in allem Tun / wie irre im Gespei der Trunkne ist. /
18088#Jesaja,19,15#15. Nun gibt es für Mizraim / nicht Werk, daran man wirkt / nicht Haupt noch Schwanz / Palmdach und Binse.
18089#Jesaja,19,16#16. An jenem Tag / da wird Mizraim wie die Weiber / und bebt und zittert vor dem Aufheben der Hand / des Ewigen, des Herrn der Scharen / die er drob hebt. /
18090#Jesaja,19,17#17. Dann wird Jehudas Boden / Mizraim zum Graun. / Wo immer einer ihn vor ihm erwähnt / da schrickt es vor dem Plan des Ewigen der Scharen / den er dawider plant. /
18091#Jesaja,19,18#18. An jenem Tage solln fünf Städte sein / im Land Mizraim / die in Kenaans Sprache reden / dem Ewigen, dem Herrn der Scharen, schwören; / ,Ir ha-Heres' wird man die eine heißen. /
18092#Jesaja,19,19#19. An jenem Tag, da wird ein Altar stehn dem Ewigen / im Land Mizraim / ein Standmal für den Ewigen an seiner Grenze /
18093#Jesaja,19,20#20. das wird zum Wunderzeichen und zum Zeugen sein / dem Ewigen der Scharen / im Land Mizraim. / Wenn sie zum Ewgen schrein vor Drängern / so schickt er ihnen einen Helfer, einen Kämpfer / der wird sie retten. /
18094#Jesaja,19,21#21. Da tut der Ewge sich Mizraim kund / und die Mizräer kennen dann den Ewigen / an jenem Tag / und dienen ihm mit Schlachtung und mit Gabe / geloben dann dem Ewigen Gelöbnis / und sie erfüllens. /
18095#Jesaja,19,22#22. Und schlagen wird der Ewige Mizraim / es schlagen und heilen; / und kehren sie zum Ewigen zurück / erhört und heilt er sie. /
18096#Jesaja,19,23#23. An jenem Tag geht eine Straße / hin von Mizraim nach Aschschur / dann kommt Aschschur hin nach Mizraim / Mizraim nach Aschschur / und dient Mizraim Aschschur.
18097#Jesaja,19,24#24. An jenem Tag steht Jisraël / als drittes zu Mizraim / und zu Aschschur / im Segen mitten im Land /
18098#Jesaja,19,25#25. womit der Ewige der Scharen segnet, spricht: / Gesegnet / mein Volk Mizraim / und meiner Hände Werk, Aschschur / und mein Besitztum, Jisraël!»
18099#Jesaja,20,1#1. Im Jahr, da der Marschall nach Aschdod kam, als ihn Sargon, der König von Aschschur, entsandte, und er wider Aschdod stritt und es eroberte,
18100#Jesaja,20,2#2. in jener Zeit redete der Ewige durch Jescha'jahu, den Sohn Amoz', und sprach: «Geh, lös das Sackgewand von deinen Lenden / und deinen Schuh zieh ab von deinen Füßen!» Und er tat so: Ging einher, nackt und barfuß.
18101#Jesaja,20,3#3. Da sprach der Ewige: «Wie mein Knecht Jescha'jahu einhergegangen nackt und barfuß drei Jahre lang, als Wunderzeichen und Wahrbeweis für Mizraim und für Kusch,
18102#Jesaja,20,4#4. so wird der König von Aschschur wegführen die Gefangenen Mizraims und die Verschleppten Kuschs, Burschen und Greise, nackt und barfuß und entblößten Gesäßes, die Scham Mizraims.
18103#Jesaja,20,5#5. Da brechen sie zusammen, schämen sich / weil Kusch ihr Aufblick / Mizraim ihr Berühmen. /
18104#Jesaja,20,6#6. Da spricht der Wohner dieser Küste jenes Tags: / ,Sieh, gehts so unserm Aufblick / dahin um Hilfe wir geflüchtet / um uns zu retten vor dem König von Aschschur / wie sollen wir entrinnen!'»
18105#Jesaja,21,1#1. Ausspruch von der Meereswüste: «Wie Stürme, durch die Mittagssteppe brausend / kommts von der Wüste / von schaurigem Land. /
18106#Jesaja,21,2#2. Gesicht, so hart, ward mir gezeigt: / der Meutrer meutert / der Verwüster wüstet; / steig an, Elam, schließ ein, Madai!
18107#Jesaja,21,3#3. Hab alles Stöhnen ausgetan. / Voll sind darum / vom Krampf meine Hüften / Wehn halten mich / wie Wehen der Gebärerin; / krümm mich vom Hören / schreck mich vom Sehn. /
18108#Jesaja,21,4#4. Irr ist mein Herz / Erschauern entsetzt mich / das Dunkel meines Sehnens / macht er mir zum Schreck. /
18109#Jesaja,21,5#5. Man richtet das Mahl - / doch Späher spähen; / man ißt und trinkt - ,Auf, Truppenführer!' / ,Salbt!' - ,Greift zum Schild!'
18110#Jesaja,21,6#6. Denn so hat zu mir der Herr gesprochen: Geh, stell den Späher! / Das, was er sieht, soll er vermelden: /
18111#Jesaja,21,7#7. Ersieht er Wagen und Gespann von Rossen / Geritt auf Eseln / Ritt auf Kamelen / und hört und horcht / hart horchend; /
18112#Jesaja,21,8#8. da ruft er: ,Der Löw (ist los)! / Auf Ausschau steh ich, Herr / des Tags beständig / auf meiner Warte halt ich / durch alle Nächte.'
18113#Jesaja,21,9#9. Und sieh, da kommt / der Männer Ritt / Gespann von Rossen. / Und er hob an und sprach: / ,Gefallen ist, gefallen Babel / all seine Götterbilder brachs zu Boden.' /
18114#Jesaja,21,10#10. Du mein Zerdroschnes / meiner Tenne Kind: / Was ich vernommen hab / vom Ewigen der Scharen / dem Gotte Jisraëls / tat ich euch kund.»
18115#Jesaja,21,11#11. Ausspruch vom Schweigen (Gottes): «Es rufet zu mir: ,Von Seïr Wächter, was gibt es?', nächtens; / ,Wächter, was gibt es?', nachts.
18116#Jesaja,21,12#12. Spricht Wächter: ,Man kommt des Morgens, kommt des Abends; / wollt ihr denn fragen, fraget zu / kehrt wieder, kommt . . .'»
18117#Jesaja,21,13#13. Ausspruch in der Steppensenke: «Im Wald der Steppensenke lasset nachten / die Wanderzüge der Dedaner! /
18118#Jesaja,21,14#14. Entgegen bringt dem Durstgen Wasser / des Temalands Bewohnern / Brot bringet vor den Flüchtenden! /
18119#Jesaja,21,15#15. Denn vor den Schwertern flüchten sie / vor entfesseltem Schwert / und vor gespanntem Bogen / und vor des Krieges Wucht.
18120#Jesaja,21,16#16. Denn so sprach der Herr zu mir: In einem Jahr noch / gleich Löhners Jahren / ists aus mit aller Herrlichkeit von Kedar /
18121#Jesaja,21,17#17. und wird der Rest der Zahl / von Kedars heldenhaften Bogenschützen / gering nur sein. Denn er, der Ewige, Gott Jisraëls / er hat geredet.»
18122#Jesaja,22,1#1. Ausspruch vom ,Tal Hisajon(s)': «Was ist dir denn / daß du, allsamt, die Dächer erstiegen /
18123#Jesaja,22,2#2. die lärmerfüllte / die rauschende Stadt / frohlockende Burg! / Sind die Erschlagnen dein nicht schwerterschlagen / nicht schlachtgetötet! /
18124#Jesaja,22,3#3. All deine Anführer mitsamt geflohn / vorm Bogen gefangen! / Allwas gefunden von dir / allsamt gefangen / weither, geflüchtet. /
18125#Jesaja,22,4#4. Drum sage ich: / Blickt weg von mir / muß bitterlich weinen; / drängt nicht, mich zu trösten / ob der Verheerung an der Tochter meines Volks.
18126#Jesaja,22,5#5. Denn einen Tag der Wirrung, Schändung und Verblendung / gibts für den Herrn, den Ewigen der Scharen / im ,Tal Hisajon(s)': / Kir kreischt und Schoa an den Berg /
18127#Jesaja,22,6#6. und Elam hält den Köcher / mit Wagenzug von Mensch und Rossen / und Kir entblößt den Schild. /
18128#Jesaja,22,7#7. Da ward es: / deiner Täler beste voll Gefährts / und hin zum Tore lagern sich die Reiter.
18129#Jesaja,22,8#8. . . . Und man entblößte die Hüllung Jehudas, und du schautest an jenem Tag auf die Rüstung des Waldhauses.
18130#Jesaja,22,9#9. Und die Risse in der Dawidsburg saht ihr, daß ihrer viele, und ihr sammeltet die Wasser des untern Teichs.
18131#Jesaja,22,10#10. Und Jeruschalaims Häuser zähltet ihr und bracht die Häuser ab, um die Mauer zu verstärken.
18132#Jesaja,22,11#11. Und ihr machtet ein Sammelbecken zwischen beiden Mauern für die Wasser des alten Teichs. Aber nicht blicktet ihr hin auf den, der es gewirkt, und auf den, der von fernher es gebildet, schautet ihr nicht.
18133#Jesaja,22,12#12. Und es rief Gott, der Herr der Scharen, an jenem Tag zu Weinen und Klagen und zu Kahlschur und Sackzeuggürtung.
18134#Jesaja,22,13#13. Doch sieh: Freude und Lust, Rindermetzen und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: ,Gegessen, getrunken, denn morgen sind wir tot!'
18135#Jesaja,22,14#14. Da offenbart sich meinen Ohren der Ewige der Scharen: ob euch gesühnt wird diese Missetat, bis daß ihr sterbet! spricht der Herr, der Gott der Scharen.
18136#Jesaja,22,15#15. So spricht der Herr, der Gott der Scharen: Auf, geh hinein zu diesem Bevollmächtigten da, Schebna, der über das Haus bestellt ist:
18137#Jesaja,22,16#16. Was hast du hier, und wen hast du hier, daß du dir hier einen Felsenbau gehauen, der in der Höhe sich seinen Felsbau gehauen, im Gestein eine Wohnstatt sich gemeißelt.
18138#Jesaja,22,17#17. Sieh, der Ewige wirft um dich einen Umwurf, Mann, hüllt dich in Hüllung
18139#Jesaja,22,18#18. und bindet dir den Kopfbund wie zum Weilen in weiträumigem Land! Dort wirst du sterben, dorthin die Wagen deines Prunks, du Schmach des Hauses deines Herrn!
18140#Jesaja,22,19#19. Und ich stoße dich von deinem Posten, und von deiner Stellung reißt man dich hinweg.
18141#Jesaja,22,20#20. Und es wird sein an jenem Tag: Da berufe ich meinen Knecht Eljakim, Hilkijahus Sohn,
18142#Jesaja,22,21#21. und lasse ihn anziehn deinen Rock und gürte ihn mit deiner Schärpe, und deine Waltung gebe ich in seine Hand, und er wird Vater sein für die Bewohner Jeruschalaims und für das Haus Jehuda.
18143#Jesaja,22,22#22. Und ich lege die Schlüssel des Dawidshauses auf seine Schulter; er öffnet, und keiner schließt, und schließt er, öffnet keiner.
18144#Jesaja,22,23#23. Und ich habe ihn-1- eingeschlagen als Pflock an sicherer Stelle, und er diente als der Anstandsstuhl für seines Vaters Haus. -1) Schebna.++
18145#Jesaja,22,24#24. Und sie hängten an ihn allen «Anstand» seines Vaterhauses, den Mist und den Kot, alle Stuhlgeräte, von den Beckengefäßen bis zu allen Topfgefäßen.
18146#Jesaja,22,25#25. An jenem Tag - ist der Spruch des Ewigen der Scharen - weicht der Pflock, der eingeschlagen an sichrer Stelle, wird weggehauen und stürzt; und vernichtet wird die Last, die auf ihm ruht: Denn der Ewige hat geredet.»
18147#Jesaja,23,1#1. Ausspruch über Zor: «Heult, Tarschischschiffe / denn drinnen wird geplündert. / Vom Sonnenheimgang / vom Land der Kittäer / wards ihnen kund. /
18148#Jesaja,23,2#2. Still sind des Seelands Sassen / die Krämer Zidons / die Seebefahrer / die dich erfüllt. /
18149#Jesaja,23,3#3. Und vieler Wasser / die Saat vom Nil / des Stromes Ernte / war seine Einfuhr; / Markt wars der Völker. /
18150#Jesaja,23,4#4. In Scham, Zidon! / Denn Meer, des Meeres Feste sagt: / hab nicht gekreißt / und nicht geboren / nicht Burschen großgezogen / und Mädchen hochgebracht. /
18151#Jesaja,23,5#5. Kommt nach Mizraim die Kunde / erbeben bei der Kunde sie von Zor. /
18152#Jesaja,23,6#6. Hinüber nach Tarschisch / heult auf, ihr Seelandssassen! /
18153#Jesaja,23,7#7. Ist das euch die Frohe / aus der Vorzeit Frühe / deren Füße sie schleppen / in Ferne zu gasten? /
18154#Jesaja,23,8#8. Wer hat dies beschlossen / über Zor, das Bekrönte / des Händler Fürsten / des Krämer Weltgeehrte? /
18155#Jesaja,23,9#9. Der Ewige der Scharen hats beschlossen / zu schänden allen Reizes Hochmut / um zu entehren alle Weltgeehrten.
18156#Jesaja,23,10#10. Zieh hinüber / wie der Strom ist dein Land / du, Tochter Tarschischs / kein Damm mehr. /
18157#Jesaja,23,11#11. Die Hand hat übers Meer er ausgereckt / hat Reiche erschüttert. / Der Ewige hat über Kenaan geboten / zu tilgen seine Vesten /
18158#Jesaja,23,12#12. und hat gesprochen: / Nicht sollst du ferner noch frohlocken / du Ausgeraubte / die Jungfrau, Tochter Zidons. / Zu den Kittäern auf, hinüber! / Auch dort wird dir nicht Ruh. /
18159#Jesaja,23,13#13. Sieh, Kasderland / dies Volk ist nichts geworden! / Aschschur hat es gegründet für die Schiffe / hat seine Türme errichtet / seine Burgen hochgestellt - / er macht es zum Trümmerhaufen. /
18160#Jesaja,23,14#14. Heult, Tarschischschiffe / weil verheert eure Veste.
18161#Jesaja,23,15#15. Und es wird sein an jenem Tag: Da wird Zor vergessen sein siebzig Jahre, gleich eines Königs Zeit. Am Ende der siebzig Jahre aber ergeht es Zor gleich dem Sang der Dirne:
18162#Jesaja,23,16#16. ,Die Zither nimm / streich um die Stadt / vergeßne Dirne! / Spiel schöner / sing mehr / daß man dein sich erinnert!'
18163#Jesaja,23,17#17. Und es wird sein am Ende der siebzig Jahre, da bedenkt der Ewige Zor, und es kommt wieder zu seinem Buhllohn und buhlt mit allen Königreichen der Erde auf des Erdbodens Fläche.
18164#Jesaja,23,18#18. Doch wird sein Gewinn und Buhllohn dem Ewigen geweiht sein, nicht wird er aufbewahrt und aufgespeichert, sondern denen, die vor dem Ewigen weilen, wird ihr Erlös, satt zu essen und reich sich zu kleiden.
18165#Jesaja,24,1#1. Sieh, der Ewige leert ab die Erde und verheert sie, verödet ihre Fläche und zersprengt ihre Bewohner.
18166#Jesaja,24,2#2. Und es ergeht so Volk wie Priester, so Knecht wie seinem Herrn, so Magd wie ihrer Herrin, so Erwerber wie Verkäufer, so Leiher wie Borger, so Schuldherr wie Schuldner.
18167#Jesaja,24,3#3. Leer, abgeleert wird die Erde, geplündert, ausgeplündert; denn der Ewige hat dies Wort geredet.
18168#Jesaja,24,4#4. Bekümmert verkümmert die Erde / in Kummer kümmert hin das Festland / in Kummer ist der Stolz des Erdenvolks. /
18169#Jesaja,24,5#5. Die Erde war verschändet unter ihren Wohnern / weil Weisungen sie übertreten / Gesetz sie überschritten / den ewgen Bund durchbrochen. /
18170#Jesaja,24,6#6. Darum frißt Fluch die Erde / und sind verdammt, die sie bewohnen; / drum brennen aus der Erde Wohner / und bleibt von Menschen wenig. /
18171#Jesaja,24,7#7. Es kümmert der Most / verkümmert die Rebe / es stöhnen all die Herzensfrohen. /
18172#Jesaja,24,8#8. Aus ist der Pauken Jubel / hinweg der Fröhlichen Getümmel / fort Zitherjubel. /
18173#Jesaja,24,9#9. Beim Sang trinkt man nicht Wein / herb ward der Trank den Trinkern. /
18174#Jesaja,24,10#10. Zerbrochen ist die ausgeleerte Stadt / verschlossen ist dem Zugang jedes Haus. /
18175#Jesaja,24,11#11. Geweine, nach dem Wein, ist auf den Gassen / hinabgesunken alle Lust / hinweggeführt der Erde Jubel. /
18176#Jesaja,24,12#12. Geblieben in der Stadt ist Öde / und in Verwüstung trümmert sich das Tor. /
18177#Jesaja,24,13#13. Ja, so wirds in der Erde Mitte / bei den Völkern: / wie Wurmzerstochenes am Ölbaum / wie Nachgereiftes, wenn vorbei die Lese.
18178#Jesaja,24,14#14. Die heben ihre Stimme, jubeln / im Stolz des Ewgen jauchzen sie vom Meer her: /
18179#Jesaja,24,15#15. ,Darum im Lichtglanz ehrt den Ewigen / in Seegeländen ihn / des Gottes Jisraëls, des Ewgen, Namen.'
18180#Jesaja,24,16#16. Vom Erdenende hörten wir Gerufe: / ,Leid dem Gerechten!' Da sprach ich: / Es zehret, zehrt an mir / weh mir! / Die Meutrer meutern / in Meuterei die Meutrer meutern! /
18181#Jesaja,24,17#17. Graun, Grube, Garn auf dich / der Erde Wohner! /
18182#Jesaja,24,18#18. Und sein wirds: / Wer flüchtet vor des Grauens Ruf / fällt in die Grube / wer aufkommt aus der Grube / fängt sich im Garn; / denn Luken von der Höhe tun sich auf / erschüttern sich der Erde Gründe; /
18183#Jesaja,24,19#19. es birst, zerbirst die Erde / es bricht und bröckelt sich die Erde / es schwingt und schwankt die Erde. /
18184#Jesaja,24,20#20. Es wogt und wankt die Erde wie der Trunkne / und flattert wie das Nachtzelt / und auf ihr wuchtet ihr Verrat / sie stürzt und steht nicht wieder auf.
18185#Jesaja,24,21#21. Und es wird sein an jenem Tag: / Einfordern wirds der Ewige / am Heer der Höhe in der Höhe / und an der Erde Königen auf Erden. /
18186#Jesaja,24,22#22. Da werden sie zusamt gesammelt / gefangen in die Grube / verschlossen mit dem Schloß. / Doch dann nach vielen Tagen werden sie bedacht. /
18187#Jesaja,24,23#23. Blaß bleibt der Mond, beschämt die Sonne; / denn König wird der Ewige der Scharen / auf Zijons Berg und in Jeruschalaim / da wird vor seinen Greisen Herrlichkeit.
18188#Jesaja,25,1#1. Bist, Ewiger, mein Gott / dich höh ich, huldge deinem Namen; / denn Wunder wirktest du / fernher Vorausgesagtes wahr bewährt. /
18189#Jesaja,25,2#2. Hast Warte ja gemacht zu Trümmerhaufen / die kühne Burg: Verfallen. / Der Fremden Wartburg: Ewig nimmer aufgebaut. /
18190#Jesaja,25,3#3. Drum ehrt dich grimmig Volk / die Burg der trotzgen Stämme fürchtet dich. /
18191#Jesaja,25,4#4. Denn Zuflucht warst dem Niedern du / Zuflucht dem Elenden in seiner Drängnis / ein Schutz vor Wetterguß / Beschattung vor der Glut; / denn kommt der Trotzgen Wut / als Regensturm an Mauer /
18192#Jesaja,25,5#5. als Glut in Durstland / brichst du der Fremden Toben nieder. / Wie Glut durch Wolkenschatten / so schwächts der Fremden Wucht.
18193#Jesaja,25,6#6. Bereiten wird der Ewige der Scharen / für alle Völker auf diesem Berg / ein Trinkgelage duftgen Tranks / ein Trinkgelage abgeklärten Weins / Dufttrank, gemischt / Klarwein, geläutert; /
18194#Jesaja,25,7#7. fort tilgt er dann / auf diesem Berg den Fluch / der da geflucht ob allen Völkern / und das Verhängnis, das verhängt / ob allen Stämmen. /
18195#Jesaja,25,8#8. Tilgt aus den Tod für immer / wischt fort dann Gott, der Herr, die Träne von jedem Antlitz / entfernet seines Volkes Schimpf / von aller Erde; / denn der Ewige hat geredet.
18196#Jesaja,25,9#9. Und man spricht an jenem Tag: ,Sieh unser Gott ists / auf den wir hoffen, daß er uns befrei / der Ewge dies, auf den wir hoffen / wir jubeln, freun uns seiner Hilfe.' /
18197#Jesaja,25,10#10. Ruht ja des Ewgen Hand auf diesem Berg / und drunter eingestampft wird Moab / so wie man Stroh verstampft / im Düngerhaufen. /
18198#Jesaja,25,11#11. Wie er drin seine Hände spreizt / wie sie der Fortgeschwemmte ausspreizt im Verschwimmen / drückt seinen Stolz er nieder / mitsamt dem Spreizen seiner Hände. /
18199#Jesaja,25,12#12. Die Veste, Hochburg deiner Mauern / senkt er hinab, drückt nieder sie / bringt sie zu Boden, in den Staub.
18200#Jesaja,26,1#1. An jenem Tag wird man dieses Lied singen im Land Jehuda: ,Burg, uns zur Macht / Sieg setzt er / Wälle und Wehr. /
18201#Jesaja,26,2#2. Tut auf die Tore / einziehe das gerechte Volk / das Treue wahrt! /
18202#Jesaja,26,3#3. Geschöpf, sich stützend, schützt du / Friede, Friede; / weil auf dich sein Vertraun.
18203#Jesaja,26,4#4. Vertrauet auf den Ewgen immerzu / gewiß, auf Jah, den Ewgen / den Fels der Ewigkeiten. /
18204#Jesaja,26,5#5. Denn er erniedrigt / die hochauf thronen / die ragende Stadt / er bringt sie nieder / hinab zu Boden / bringt sie zum Staub /
18205#Jesaja,26,6#6. daß sie der Fuß zertritt / des Armen Füße / die Tritte der Geringen.
18206#Jesaja,26,7#7. Der Pfad für den Gerechten ist Geradheit / grad bahnst du der Gerechten Gleis. /
18207#Jesaja,26,8#8. Selbst auf dem Wege deines Richtens / harrn, Ewiger, wir dein. / Nach deinem Namen, deinem Anruf, geht / der Seele Sehnen. /
18208#Jesaja,26,9#9. Mit meiner Seele sehn ich mich / nach dir bei Nacht / ja, mit dem Odem in mir such ich dich; / denn wenn der Erde wird dein Richten / da lernen Rechtlichkeit des Festlands Wohner. /
18209#Jesaja,26,10#10. Wird Gnade teil dem Bösewicht / der nicht gelernt Gerechtigkeit / im Land der Gradheit Krummes tut / und nicht des Ewgen Hoheit schaut? /
18210#Jesaja,26,11#11. O Ewger / sollen deine Hand erhoben sie nicht schauen? / Sie werden schauen / und solln beschämt sein: / das Eifern um das Volk / das Feuer auch wird deine Feinde fressen. /
18211#Jesaja,26,12#12. Du Ewiger, du schaffst uns Heil / denn unsrer Taten Maß auch / hast du uns gewirkt.
18212#Jesaja,26,13#13. O Ewger, unser Gott / es herrschten ob uns Herren außer dir / bei dir allein berufen wir / bei deinem Namen. /
18213#Jesaja,26,14#14. Die Toten leben nimmer / die Schatten stehn nicht auf / drum, weil du abgerechnet, sie vernichtet / du ihr Gedenken ausgetilgt hast.
18214#Jesaja,26,15#15. Gemehrt hast du zum Volk, o Ewiger / gemehrt zum Volk, wo du verehrt / entfernet aller Erde Enden. /
18215#Jesaja,26,16#16. O Ewger, in der Engnis suchten sie dich auf / da sie in Not, war ihnen deine Zucht Beschwörung: /
18216#Jesaja,26,17#17. ,Wie eine Schwangre, nahe dem Gebären / sich windet, schreit in ihren Wehn / so wurden wir vor dir, o Ewiger. /
18217#Jesaja,26,18#18. Wir waren schwanger, wanden uns / wie wir geboren - Wind! / Heil schufen wir dem Lande nicht.' Des Festlands Wohner hattens nicht erhofft.
18218#Jesaja,26,19#19. Aufleben sollen deine Toten / erstehen meine Leichen. / Erwacht und jubelt, die im Staub ihr haust! / Denn Tau des Lichtes ist dein Tau / zu Boden, zu den Schatten läßt du's fallen. /
18219#Jesaja,26,20#20. Geh hin, mein Volk / hinein in deine Kammern / und schließe deine Türen hinter dir. / Birg dich ein kleines Weilchen / bis fort der Grimm. /
18220#Jesaja,26,21#21. Denn sieh, der Ewge kommt von seiner Stätte / die Schuld des Erdenwohners an ihm heimzusuchen / da legt die Erde bloß ihr Blut / und deckt nicht länger ihre Totgeschlagnen.
18221#Jesaja,27,1#1. An jenem Tag, da sucht der Ewge heim / mit seinem Schwert, dem harten, großen, starken / den Liwjatan, die Schlange, die sich strafft / und Liwjatan, die Schlange, die sich krümmt / und er erschlägt das Ungeheuer in der See /
18222#Jesaja,27,2#2. an jenem Tag. Des Gärweins Garten, singt ihm zu. /
18223#Jesaja,27,3#3. Ich war, der Ewige, sein Hüter / ich tränkte alleweile ihn / daß ja sein Laub nichts misse / ich hütete ihn Nacht und Tag. /
18224#Jesaja,27,4#4. Zorn hatt ich nicht. / Wer macht' ihn mir / verhegt, verlegt! / Im Kampf drauf ging ich gegen sie / verbrenn sie mitsammen. /
18225#Jesaja,27,5#5. Wie? Hielt er meine Wehr? / Schüf Heil mir? / Heil schafft er mir /
18226#Jesaja,27,6#6. daß Blütenpflanzen Jaakob wurzeln macht / voll wird der Frucht des Festlands Fläche. /
18227#Jesaja,27,7#7. Hat er geschlagen, wie sein Schläger schlug? / Ward da gemordet, wie man ihm Gemordete ermordet? / Wie bei der Mispel / wenn sie sich breitet / so solln sie sich verranken!
18228#Jesaja,27,8#8. Er raunt in seinem rauhen Sturm / am Tag des Ostwinds: /
18229#Jesaja,27,9#9. Drum sei dadurch gesühnet Jaakobs Schuld / das sei die ganze Frucht der Tilgung seiner Sünde: / daß es die Altarsteine alle / macht wie zerschlagnes Kalkgestein / daß nicht bestehn Weihbäume, Sonnensäulen.
18230#Jesaja,27,10#10. Denn feste Stadt ist einsam / Flur preisgegeben / verlassen wie die Wüste; / dort grast das Kalb / dort lagert es / frißt weg ihre Zweige. /
18231#Jesaja,27,11#11. Ist dürr ihr Laub / so werden sie gebrochen; / die Frauen kommen / sie heizen Brand damit. / Denn nicht ein Volk von Einsicht ist es; / darum erbarmt sich seiner nicht sein Schöpfer / sein Bildner schenkt ihm keine Gnade.
18232#Jesaja,27,12#12. Und es wird sein an jenem Tag: / da klopft der Ewge aus / von des Stromes Ähre / bis zum Bach Mizraims; / und ihr, ihr werdet aufgesammelt eins zu einem / ihr Kinder Jisraël. /
18233#Jesaja,27,13#13. Und es wird sein an jenem Tag / da wird man stoßen in gewaltges Horn / da kommen die in Aschschurs Land Verlornen / und die Verstoßenen im Land Mizraim / und werfen hin sich vor dem Ewigen / auf heilgem Berge, in Jeruschalaim.
18234#Jesaja,28,1#1. Weh! Stolzer Kranz der Trunkenen Efraims / und Blütensproß, seines Prunkes Zier / auf dem in Ölung stolzen Haupt / der Weinbetäubten. /
18235#Jesaja,28,2#2. Sieh, Starkes und Gewaltges hat der Herr / wie Hagelguß, Verderbens Sturm / wie Guß von Wasser, mächtig flutend. /
18236#Jesaja,28,3#3. Er tuts herab zu Boden mit der Hand / mit Füßen wird zertreten / der stolze Kranz der Trunkenen Efraims. /
18237#Jesaja,28,4#4. Da wird der Blüten Sproß seines Prunkes Zier / auf dem in Ölung stolzen Haupt / wie Frühgereiftes vor der Ernte: / ersieht sie, wer sie sehen mag / wie sie in seiner Hand noch, schlingt er sie.
18238#Jesaja,28,5#5. An jenem Tag / da wird der Ewige der Scharen / zum Kranz der Zier / der Krone Pracht / für seines Volkes Rest; /
18239#Jesaja,28,6#6. zum Geist des Richtens / für den, der sitzt zu richten / zur Siegeskraft für die / die Kampf zum Tore kehren.
18240#Jesaja,28,7#7. Doch diese auch im Weine taumeln / im Rauschtrank schwanken: / der Priester, Gottbegeistete / im Rauschtrank taumeln / sind wirr vom Wein / sie schwanken vom Rauschtrank / sie taumeln in der Schau / sie wanken beim Orakel. /
18241#Jesaja,28,8#8. Denn alle Tische sind da voll / Gespei, Kotbrei / bis daß kein Raum. /
18242#Jesaja,28,9#9. Wem da Erkanntes weisen / und wen Erhörtes lehren? / Der Milch Entwöhnte / der Brust Entnommene?
18243#Jesaja,28,10#10. Denn: Breikind an Breikind / Breikind an Breikind / Speikind an Speikind / Speikind an Speikind / ein Kleinchen da / ein Kleinchen dort.
18244#Jesaja,28,11#11. Ja, in andrer Sprache und fremder Zunge / soll er zu diesem Volke reden. /
18245#Jesaja,28,12#12. Da er zu ihnen sprach: / Dies ist die Ruhe: / Schafft Ruh dem Müden / und dies die Rast! Da wollten sie nicht hören.
18246#Jesaja,28,13#13. Ergeht an sie des Ewgen Wort / Breikind an Breikind / Breikind an Breikind / Speikind an Speikind / Speikind an Speikind / ein Kleinchen da / ein Kleinchen dort. / Auf daß sie gehn / und rückhin stürzen und zerbrechen / und sich verstricken und gefangen werden.
18247#Jesaja,28,14#14. Drum hört des Ewgen Wort / ihr törichten Leute / ihr Herrscher dieses Volkes in Jeruschalaim!
18248#Jesaja,28,15#15. Denn ihr sagt: / ,Wir haben Pakt geschlossen mit dem Tod / und mit Scheol Vertrag gemacht: / Wenn stürmend Strömen anfährt / kommts nicht an uns; / wir haben Lug uns ja zum Schutz gemacht / bei Trug uns geborgen.'
18249#Jesaja,28,16#16. Darum spricht so Gott, Herr: Sieh an, ich gründe einen Stein in Zijon / den Stein zum Wachtturm / den Eckblock, wuchtend / grundgegründet; / du, der da glaubt, wills nicht beeilen!
18250#Jesaja,28,17#17. Da mach ich Recht zum Lot / Gerechtigkeit zur Wage. / Dann fegt der Hagel fort des Truges Schutz / und das Versteckte schwemmt die Flut /
18251#Jesaja,28,18#18. wird ausgelöscht der Pakt euch mit dem Tod / und euer Schutzvertrag mit der Scheol hat nicht Bestand / wenn stürmend Strömen anfährt / hat euch Zertramplung. /
18252#Jesaja,28,19#19. Wie sie heranfährt, packt sie euch / denn Morgen fährt für Morgen sie heran / bei Tag und Nacht. Dann wird das Spuckerchen im Schaudern Erhörtes verstehn.
18253#Jesaja,28,20#20. Denn das Metall, es reicht nicht / um sich zu formen / knapp ist der Guß / sich einzugießen.
18254#Jesaja,28,21#21. Denn wie am Berge Perazim / steht auf der Ewige / fährt auf so wie im Tal bei Gib'on; / sein Werk zu wirken: / wild sein Werk / und seine Tat zu tun: / fremd seine Tat.
18255#Jesaja,28,22#22. Und nun zeigt euch nicht töricht / daß sich nicht straffen eure Fesseln. / Denn Tilgung und Verhängnis hör ich / vom Herrn, dem Gott der Scharen / ob aller Erde.
18256#Jesaja,28,23#23. Horcht auf und höret meine Stimme / vernehmt und höret meinen Spruch! /
18257#Jesaja,28,24#24. Pflügt all den Tag der Pflüger um zu säen / bricht auf und furcht er seinen Boden? /
18258#Jesaja,28,25#25. Ists nicht, wenn dessen Fläche er bereitet / daß Dill er ausstreut, Kümmel sät / den Weizen, Hirse absetzt / die Gerste abgesondert / den Emmer abgegrenzt? /
18259#Jesaja,28,26#26. Er hat ihn ja zum Rechten unterwiesen / sein Gott es ihn gelehrt. /
18260#Jesaja,28,27#27. Wird Dill ja mit der Walze nicht gedroschen / noch über Kümmel Wagenrad gerollt. / Nein, mit dem Stecken wird der Dill geklopft / der Kümmel mit dem Stab. /
18261#Jesaja,28,28#28. So, wirds im Kampf zermalmt / wird mans nicht immerzu zerdreschen / er wird ihm seines Wagens Rad vernichten / daß seine Rosse es nicht malmen. /
18262#Jesaja,28,29#29. Auch das ging aus vom Ewigen der Scharen / der Wunderbares plante, Großes hat ersonnen.
18263#Jesaja,29,1#1. Weh, Gotteslöwe-1-, Gotteslöwe / die Burg Dawids, belagert! / Fügt Jahresfrist zum Jahr / dann umringen es Umkreiser. / -1) Ariël.++
18264#Jesaja,29,2#2. Bang mach ich da dem Gotteslöwen / und ist da Wimmern und Weinen / und ist's mir wie bei einem Gotteslöwen. /
18265#Jesaja,29,3#3. Ich lasse lagern wie im Kreis um dich / einengen dich mit Schanzen / und Bollwerk stellen wider dich. /
18266#Jesaja,29,4#4. Erniedert sprichst du von der Erde her / und aus dem Staub dumpft deine Rede / kommt wie beim Balgbeschwörer erdher deine Stimme / und aus dem Boden wispert deine Rede. /
18267#Jesaja,29,5#5. Dann wird wie dünner Staub die Menge deiner Fremden; / wie Spreu, verfliegend der Tyrannen Haufen. / Da ist es blitzeplötzlich: /
18268#Jesaja,29,6#6. vom Ewigen der Scharen wirds bedacht / im Donner und im Zucken und gewaltgem Schall / Gewittersturm und fressend Flammenfeuer. /
18269#Jesaja,29,7#7. Dann ist wie Traum, wie Nachtgesicht / die Menge all der Völker / die um den Gotteslöwen sich geschart / und alle seine Gegnerscharen und sein Fanggerät / und die's bedrängen. /
18270#Jesaja,29,8#8. Und es wird sein: / So wie der Hungrige es träumt: sieh da, er ißt / dann wacht er auf, und seine Seele hungert / und wie der Durstige es träumt: sieh da, er trinkt / dann wacht er auf / und seine Seele schmachtet / so wird es mit dem Hanfen all der Völker / die gegen Zijons Burg sich scharen.
18271#Jesaja,29,9#9. Starr stiert, erstarrt / blind blickt, erblindet! / Sind trunken, nicht vom Wein / sie taumeln, nicht vom Rauschtrank. /
18272#Jesaja,29,10#10. Denn ausgegossen hat auf euch der Ewige / Betäubungshauch / geschlossen eure Augen / die Gottbegeisteten / die Seher, eure Häupter / hat er verhüllt.
18273#Jesaja,29,11#11. Da ward die Schau von allem euch wie Worte des versiegelten Buchs, daß, gibt man es einem Schriftkundigen und spricht: ,Lies doch dies', er da sagt: ,Ich kann nicht, denn es ist versiegelt.'
18274#Jesaja,29,12#12. Und gibt man das Buch einem, der nicht schriftkundig ist und spricht: ,Lies doch dies', da sagt er: ,Ich bin der Schrift nicht kundig.'
18275#Jesaja,29,13#13. Dann sprach der Herr: Weil dieses Volk sich naht / mit seinem Mund, mit seinen Lippen ehrt es mich / jedoch sein Herz bleibt fern von mir / weil ihre Furcht vor mir geworden / Gebot von Menschen, angelernt - /
18276#Jesaja,29,14#14. darum, sieh, will ich weiter / noch Wunder wirken diesem Volk / verwunderliche Wunder! / Da schwindet seiner Weisen Weisheit / und seiner Klugen Klugheit birgt sich.
18277#Jesaja,29,15#15. Weh, die da vor dem Ewgen tief / den Plan verstecken / daß in der Dunkelheit ihr Werk / und sprechen: / ,Wer sieht uns / wer erkennt uns?' /
18278#Jesaja,29,16#16. Verkehrtheit euch! / Ist wie der Ton der Bildner gleich zu halten / daß Werk von seinem Wirker spräche: / ,Hat mich nicht gewirkt!' / und das Gebild von seinem Bildner sagte: / ,Versteht es nicht!' /
18279#Jesaja,29,17#17. Fürwahr, noch ein klein Weilchen / da wandelt sich der Libanon zum Fruchtgefild / und wird das Fruchtland zu Gestrüpp gerechnet. /
18280#Jesaja,29,18#18. Es hören dann an jenem Tag die Tauben / des Buches Worte / aus Dunkel und aus Finsternis dann sehn / der Blinden Augen. /
18281#Jesaja,29,19#19. Zuwachsen wird da den Gebeugten / im Ewgen Freude / der Menschen Elende, sie werden / im Heilgen Jisraëls erjauchzen. /
18282#Jesaja,29,20#20. Denn weg ist der Tyrann / zuend der Freche / und alle ausgetilgt, die Trug betreiben /
18283#Jesaja,29,21#21. die Menschen mit dem Wort zu Fehle bringen / dem Rechtweiser im Tor die Falle legen / und den Gerechten in das Nichts verlocken.
18284#Jesaja,29,22#22. Darum spricht so zu Jaakobs Haus der Ewige / der Abraham erlöst: / Nicht soll nunmehr zuschanden werden Jaakob / und nunmehr nicht sein Angesicht erbleichen. /
18285#Jesaja,29,23#23. Denn schaut er seine Kinder / meiner Hände Werk in seiner Mitte / wie meinen Namen sie erheiligen / sie heiligen den Heilgen Jaakobs / die Gottheit Jisraëls verehren /
18286#Jesaja,29,24#24. dann lernen, die da irren Geistes, Einsicht / die Schwätzer nehmen Lehre an.
18287#Jesaja,30,1#1. Weh, widerspenstge Kinder / ist des Ewigen Spruch / zu tätgen Ratung / und nicht von mir / Verhängnis zu verhängen / und nicht von meinem Geist / um aufzuhäufen Sünd auf Sünde! /
18288#Jesaja,30,2#2. Die gehn, hinabzuziehen nach Mizraim / und haben meinen Ausspruch nicht erfragt / um sich zu bergen in des Par'o Bergung / und Schutz zu suchen in Mizraims Schatten. /
18289#Jesaja,30,3#3. So wird des Par'o Bergung euch zur Schande / die Zuflucht in Mizraims Schatten zur Beschämung. /
18290#Jesaja,30,4#4. Da waren seine Obersten in Zoan / und seine Boten kamen bis Hanes. /
18291#Jesaja,30,5#5. All das zuschanden! / Zu einem Volk, das ihnen nimmer nützt / nein, nicht zu Hilfe, nicht zu Nutzen / allein zu Schande, ja, zu Schmach.
18292#Jesaja,30,6#6. Last für des Südlands Tiere / in einem Land von Drang und Druck / draus Leu und Löwenbrut / wo Schlange, Brandflugdrache / da schleppen sie auf Eselsrücken ihre Habe / und auf dem Höcker von Kamelen ihre Schätze / zu einem Volk, das nimmer nützt. /
18293#Jesaja,30,7#7. Mizraim - leer und nichtig hilft es / drum hab ich es benannt: / Geprahle sind sie; / Stillsitzen!
18294#Jesaja,30,8#8. Jetzt komm / und schreib auf eine Tafel auf vor ihnen / und zeichne auf ein Buch es ein! / Daß es für späte Tage sei / für immer, bis in Ewigkeit. /
18295#Jesaja,30,9#9. Denn Trotzvolk ists / verleugnende Kinder / sind Kinder, die nicht hören wolln / des Ewgen Weisung; /
18296#Jesaja,30,10#10. die zu den Sehern sagten: / ,Sollt nicht sehn!' / Und zu den Schauern: / ,Schaut uns nichts Gerades! / Erzählt uns Glattes / erschauet Täuschendes! /
18297#Jesaja,30,11#11. Geht ab vom Weg / biegt ab vom Pfad / schafft vor uns fort / den Heilgen Jisraëls!'
18298#Jesaja,30,12#12. Darum spricht so der Heilge Jisraëls: / Weil ihr dies Wort verachtet / und bauet auf Erpressung und Verdrehung / und drauf euch stützt /
18299#Jesaja,30,13#13. drum soll euch werden diese Schuld / wie Wasserdurchbruch, stürzend / Geström an ragende Mauer / daß plötzlich, jählings kommt ihr Bruch /
18300#Jesaja,30,14#14. und sie zerbricht / wie Töpferkram zerbricht / zersplitternd ohne Schonung / daß sich bei seinem Splittern / nicht eine Scherbe findet / um Feuer drin zu fassen aus dem Brand / und Wasser aus der Grube drin zu schaben.
18301#Jesaja,30,15#15. Denn so sprach Gott, der Herr / der Heilge Jisraëls: / ,In Umkehr und in Ruhe werdet ihr gerettet / in Stille und Vertraun kommt euer Sieg.' / Ihr aber wolltet nicht /
18302#Jesaja,30,16#16. und sprachet: ,Nein! / Auf Rossen fliehen wir!' / - Drum sollt ihr fliehen. / ,Auf Flinkem reiten wir!' / - Drum: Flink euch die Verfolger. /
18303#Jesaja,30,17#17. Eintausend vor dem Anschrei Eines / beim Schrei von Fünfen flüchtet ihr / bis daß ihr übrig bleibt wie Pfahl auf Bergesspitze / und wie das Stangenzeichen auf der Höhe.
18304#Jesaja,30,18#18. Drum harrt der Ewige / euch zu begnaden / und drum erhebt er sich / sich euer zu erbarmen / denn Gott des Rechtes ist der Ewige / beglückt, alldie sein harren!
18305#Jesaja,30,19#19. Denn, Volk in Zijon / das in Jeruschalaim wohnt / du sollst nicht weinen. / Er wird dir Gnade geben / auf deiner Klage Ruf. / Wie er gehört / so hat er dir entgegnet. /
18306#Jesaja,30,20#20. Und gab der Herr euch Brotes karg / und Wassers knapp / nicht mehr entziehet sich dein Unterweiser / und deine Augen sollen deinen Weiser sehn.
18307#Jesaja,30,21#21. Und deine Ohren hören hinter dir ein Wort, das sagt: / Dies ist der Weg, auf dem ihr geht / geht ihr zur Rechten, und geht ihr zur Linken.
18308#Jesaja,30,22#22. Dann werdet ihr verunreinigen den Überzug deiner silbernen Schnitzgötter und die Gewandung deines goldenen Gebilds, du wirfst sie weg wie Ekles, Kot heißt du es.
18309#Jesaja,30,23#23. Er aber gibt den Regen deiner Saat, mit der den Boden du besäst, und das Brot des Bodenertrags, und es wird fett und reich. Es grast dein Vieh an jenem Tag auf weiter Flur;
18310#Jesaja,30,24#24. und die Rinder und die Eselsfüllen, die den Acker bearbeiten, werden salziges Mengfutter fressen, das geworfelt mit Schwinge und Wurfgabel.
18311#Jesaja,30,25#25. Und sein werden auf jedem hohen Berg und jeder sich erhebenden Höhe Bäche, Wasserläufe am Tag des großen Würgens, wenn Türme stürzen.
18312#Jesaja,30,26#26. Dann wird des Mondes Licht der Sonne gleichen, und der Sonne Licht wird siebenfach sein, wie Licht von sieben Tagen, am Tag, da der Ewige den Bruch seines Volkes verbindet und den Schlag seiner Wunde heilt.
18313#Jesaja,30,27#27. Sieh an, des Ewgen Name kommt von ferne / das Antlitz flammend, Wucht im Brand / die Lippen voller Grimm ihm / und seine Zunge wie ein fressend Feuer /
18314#Jesaja,30,28#28. sein Hauch wie strömender Fluß / der bis zum Hals durchteilt / zu jochen Völker in der Falschheit Joch / Leitseil zur Irre an der Nationen Wangen. /
18315#Jesaja,30,29#29. Da ist euch Singen wie zur Nacht der Festesweihe / und Herzenslust, wie einer schreitet unter Flöten / zu kommen auf des Ewgen Berg / zu Jisraëls Fels. /
18316#Jesaja,30,30#30. Da läßt der Ewge hören seiner Stimme Schall / und schauen seines Armes Wucht in wütgem Zorn / und Lohe fressenden Feuers / und Prasseln, Wetterguß und Hagelstein. /
18317#Jesaja,30,31#31. Ja, vor des Ewgen Schall schrickt Aschschur nieder. / Drein schlägt er mit der Rute.
18318#Jesaja,30,32#32. Und sein wirds, allwo grundwärts fährt der Stab / den da der Ewge auf ihn niedersenkt / mit Pauken und mit Zithern. / Und in der (Hand-)Erhebung Kampf bekämpft er es:
18319#Jesaja,30,33#33. Denn zugerüstet ist seit jeher Brandgerüst / auch das, dem Melech(opfer) ists bereitet / getieft, geweitet / sein Meiler: Feuer, Holzes viel. / Des Ewgen Odem zündet drin wie Schwefelstrom.
18320#Jesaja,31,1#1. Weh, die hinab um Hilfe nach Mizraim ziehn / und sich auf Rosse stützen / die da auf Wagen trauen, da sie viel / auf Reiter, weil sie gar so stark / nicht aber schauen auf den Heilgen Jisraëls / und nach dem Ewigen nicht fragen. /
18321#Jesaja,31,2#2. Doch er auch macht' es weise, brachte Unheil / und seine Worte nahm er nicht zurück. / Und er steht auf ob der Verbrecher Haus / und ob der Helferschaft der Übeltäter. /
18322#Jesaja,31,3#3. Mizraim aber, Mensch ists und nicht Gott / und ihre Rosse Fleisch, nicht Geist / und streckt der Ewge seine Hand / so stürzt der Helfer / und fällt der Hilfling / und allesamt vergehn sie.
18323#Jesaja,31,4#4. Denn so sprach der Ewige zu mir: So wie der Löwe knurrt / das Großgetier an seinem Raub / - wird aufgeboten wider ihn der Hirten Schar / er schrickt vor ihrer Stimme nicht / und duckt sich nicht vor ihrem Lärmen - / so fährt der Ewige der Scharen nieder / zur Heerschau auf den Berg Zijon / und seine Höhe.
18324#Jesaja,31,5#5. Wie Vögelchen, flatternd / so schirmt der Ewige der Scharen / Jeruschalaim / umschirmend, rettend / abkreisend, bergend.
18325#Jesaja,31,6#6. Kehrt um zu dem / dem tief getrotzt / die Kinder Jisraël!
18326#Jesaja,31,7#7. Denn an jenem Tag verachten sie ein jeder seine Silbergötzen und seine goldnen Götzen, die sündhaft euch die Hände schufen.
18327#Jesaja,31,8#8. Da fällt Aschschur, doch nicht durch Mannes Schwert, und Schwert, nicht eines Menschen, wird es fressen. Da flüchtets vor dem Schwert, und seine Jungmannschaft verfällt der Fron.
18328#Jesaja,31,9#9. Und sein Hort vergeht vor Graun, es schrecken vor dem Stangenzeichen seine Obern, ist des Ewgen Spruch, der eine Brandstatt hat in Zijon und einen Herd in Jeruschalaim.
18329#Jesaja,32,1#1. Sieh, nach Gerechtigkeit soll König sein der König / und nach dem Recht solln Amtsherrn amten; /
18330#Jesaja,32,2#2. sein soll der Mann wie Sturmversteck, Gewitterbergung / wie Wasserbäche in der Dürre / wie wuchtgen Felsens Schatten in schmachtendem Land. /
18331#Jesaja,32,3#3. Dann werden nicht der Schauer Augen kleben / und solln der Hörer Ohren horchen /
18332#Jesaja,32,4#4. das Herz der Überstürzten faßt Erkenntnis / rasch spricht der Stammler Zunge Klares. /
18333#Jesaja,32,5#5. Nicht heißt der Schurke mehr ein Edler / und den Gemeinen nennt man nimmer vornehm. /
18334#Jesaja,32,6#6. Denn: Schurke, wer da schurkisch redet / und dessen Herz das Arge schafft / Gemeinheit übend / Beirrung redend um den Ewigen / leer lassend die Begier des Hungernden / den Trank entziehend Durstigem. /
18335#Jesaja,32,7#7. Und ein Gemeiner: Des Gemäße böse / der da auf Ränke sinnt / durch Lügenreden Arme zu verderben / den Elenden im Urteilsspruch. /
18336#Jesaja,32,8#8. Doch Edler: Wer auf Edles sinnt / und der zu edlem Tun bereitsteht.
18337#Jesaja,32,9#9. Selbstfeste Frauen, auf, hört meine Stimme / ihr, sichre Mädchen, horchet meiner Rede! /
18338#Jesaja,32,10#10. Zum Jahr die Tage - sollt ihr zittern, Sichre / weil hin die Lese / kein Heimsen kommt.
18339#Jesaja,32,11#11. Selbstfeste, schreckt / ihr Sichern, zittert! / Werft ab, entblößt euch / Sack gürtet um die Lenden. /
18340#Jesaja,32,12#12. Auf die Brüste schlägt man / um die köstlichen Felder / die fruchtende Rebe /
18341#Jesaja,32,13#13. um meines Volkes Acker / der auf in Dornen schießt, verhegt. / Ob all der Häuser der Lust / der fröhlichen Stadt! /
18342#Jesaja,32,14#14. Denn der Palast - verlassen / der Stadt Gelärm - vorbei / Hochburg und Wartturm / zu Höhlen worden / für Ewigkeit / der wilden Esel Lust / der Herden Weide. /
18343#Jesaja,32,15#15. Bis aus der Höhe über uns / ein Geist sich gießt / daß Wüste wird zu Gartenland / das Gartenland gilt als Gestrüpp. /
18344#Jesaja,32,16#16. Dann wohnt in Wüste Recht / und weilt Gerechtigkeit im Gartenland. /
18345#Jesaja,32,17#17. Dann wird als der Gerechtigkeit Erwirken: / Friede / des Rechtes Schaffen: / Ruh und Sicherheit / für Ewigkeit. /
18346#Jesaja,32,18#18. Da weilt mein Volk in Friedens Aue / in sichern Heimen / selbstfesten Ruhestätten /
18347#Jesaja,32,19#19. und in der Senke, im Gesenke, wo der Wald ist / und in der Tiefe, wo getieft die Stadt, /
18348#Jesaja,32,20#20. laß euch ich siedeln, die ihr sät an allen Wassern / frei streifen laßt den Fuß von Rind und Esel.
18349#Jesaja,33,1#1. Weh, du Verheerer, wo dich nichts verheert! / Du Meutrer, dem da keiner meutert! / Kommst du zuend, Verheerer / verheert es dich / bist du mit Meutern fertig / so meuterts wider dich.
18350#Jesaja,33,2#2. Gib, Ewiger, uns Gunst / dein hoffen wir! / Sei du, ihr Arm an allen Morgen / uns Rettung auch zur Zeit der Not. /
18351#Jesaja,33,3#3. Vom Hall des Brausens flüchten Völker / erhebst du dich, verlaufen sich Nationen. /
18352#Jesaja,33,4#4. Da sammelt sich euch Beute / wie sich der Heuschreck sammelt / wie da die Bäche brausen, braust es drin. /
18353#Jesaja,33,5#5. Erhaben ist der Ewge, ja, er thront in Höhe; / er füllt Zijon mit Recht und Rechtlichkeit. /
18354#Jesaja,33,6#6. So wird Bewährung deinen Zeiten / ein Hort der Hilfe, Weisheit und Erkenntnis / des Ewgen Furcht, sie ist sein Schatz.
18355#Jesaja,33,7#7. ,Sieh, Gotteslöwen sind' - so schrein sie - ,draußen!' - Die Friedenskünder weinen bitterlich!
18356#Jesaja,33,8#8. Verödet sind die Straßen / weg ist der Wandrer. / Er hat den Bund zerrissen / verworfen Städte / des Menschen nicht geachtet. /
18357#Jesaja,33,9#9. In Kummer kümmert hin das Land / beschämt ist, abgewelkt der Libanon / es ward Scharon der Steppensenke gleich / und leergeschüttelt Baschan und Karmel.
18358#Jesaja,33,10#10. Nun will ich aufstehn / spricht der Ewige / nun hoch mich richten / nun erheben. /
18359#Jesaja,33,11#11. Ihr schwangert: Heu / gebäret: Stroh / - dies euer Sinn. / Das Feuer wird euch fressen. /
18360#Jesaja,33,12#12. Da werden Völker wie zu Kalk verbrannt / wie abgeschlagne Dornen, die im Feuer flammen.
18361#Jesaja,33,13#13. Hört an, ihr Fernen, was ich tat / erkennt, ihr Nahen, meine Kraft! /
18362#Jesaja,33,14#14. Da schrecken in Zijon die Sünder / es packt die Ruchlosen ein Beben: / Wer könnt uns weilen, wo das Feuer frißt / wer könnt uns weilen in der ewgen Glut? /
18363#Jesaja,33,15#15. Wer rechtens wandelt, Gradheit redet / Raubgeld verschmäht vom Abgepreßten / die Hände schüttelt, nicht Geschenk zu fassen / das Ohr verstopft, von Blutschuld nicht zu hören / die Augen schließt, das Böse nicht zu schaun: /
18364#Jesaja,33,16#16. Der wird in Höhen wohnen / wie Felsenburgen ist sein Hort / sein Brot, gegeben ists / sein Wasser während.
18365#Jesaja,33,17#17. Den König schaun in seiner Schönheit deine Augen / sie sehens in der Ferne Land. /
18366#Jesaja,33,18#18. Dein Herz, es raunt: ,Was denn? / Wo ist der zählt, wo ist der wiegt / wo ist er, der die Türme zählt?' /
18367#Jesaja,33,19#19. Das dreiste Volk, du siehst es nicht / Volk tiefer Lippe, unverständlich / verkrümmter Zunge, ohne Sinn. /
18368#Jesaja,33,20#20. Schau Zijon, unsrer Festbegegnung Stadt! / Da sehn Jeruschalaim deine Augen / als sichres Heim, Gezelt, nicht abzubrechen / des Pflöcke nimmer auszuheben / und keines seiner Seile reißt. /
18369#Jesaja,33,21#21. Nein, Hirte ist der Ewige uns dort: / ein Ort mit Flüssen, Strömen, weitumarmend / fährt drauf kein Ruderboot / und kommt kein stolzes Schiff hinüber. /
18370#Jesaja,33,22#22. Denn er, der Ewige, ist unser Richter / der Ewge unser Satzungsgeber / der Ewge unser König / er wird uns retten. /
18371#Jesaja,33,23#23. Schlaff fallen deine Seile / sie strammen nicht des Mastes Stamm / sie straffen nicht das Segel. / Dann teilt man Beute sich in Menge / die Lahmen schatzen Schatzung. /
18372#Jesaja,33,24#24. Und kein Bewohner spricht: ,Bin (schuld)beschmutzt', / das Volk, das drinnen weilt / ist schuldentbürdet.
18373#Jesaja,34,1#1. Naht, Völker, zu hören / und Nationen, horchet auf! / Es hörs die Erde und was sie erfüllt / das Festland und allwas drauf sprießt! /
18374#Jesaja,34,2#2. Denn: Zorn vom Ewigen auf alle Völker / und Grimm auf all ihr Heer / hat sie gebannt / zum Schlachten hingegeben /
18375#Jesaja,34,3#3. und ihre Totgeschlagnen hingeworfen / und ihre Leichen - aufsteigt ihr Gestank; / zerfließen da von ihrem Blut die Berge. /
18376#Jesaja,34,4#4. Es morschet alles Himmelsheer / rollt wie ein Schriftbund sich der Himmel ein / und all sein Heer welkt ab / wie Laub welkt an der Rebe / wie Welkendes am Feigenbaum. /
18377#Jesaja,34,5#5. Sobald mein Schwert im Himmel sattgetrunken / sieh, fährt es auf Edom herab / auf meines Bannes Volk zum Strafgericht. /
18378#Jesaja,34,6#6. Das Schwert des Ewigen ist voll mit Blut / vom Schmer durchfettet / vom Blut der Lämmer und Böcke / vom Nierenfett der Widder. / Ein Metzgen hält der Ewige in Bozra / und große Metzelei im Land Edom. /
18379#Jesaja,34,7#7. Wildstiere stürzen da mit ihnen / und Farren samt Stierriesen. / Durchtränkt wird da ihr Land vom Blut / ihr Staub vom Schmer durchfettet.
18380#Jesaja,34,8#8. Denn Tag der Rache ists dem Ewigen / Jahr der Vergeltung für Zijons Befehdung. /
18381#Jesaja,34,9#9. Da wandeln seine Bäche sich zu Pech / sein Staub zu Schwefel / und wird sein Land zu lohem Pech. /
18382#Jesaja,34,10#10. Bei Nacht und Tag erlischt es nicht / steigt ewig auf sein Qualm / für Zeit um Zeiten dörrt es fort / für Ewigkeiten wandert keiner drin. /
18383#Jesaja,34,11#11. Zum Erbe nimmts der Nachtkauz und der Uhu / und Eul und Rabe hausen drin / er spannt daran die Schnur der Leere / Lotsteine der Verödung. /
18384#Jesaja,34,12#12. Die Edlen sein? / Wo dort kein Königtum, sie zu berufen! / Und alle seine Obern sind ein Nichts. /
18385#Jesaja,34,13#13. Aufschießen die Paläste ihm in Dornen / und Nesseln, Disteln ihm in seinen Vesten / es ward zur Hausung der Schakale / Gehöft für Wüstenvögel. /
18386#Jesaja,34,14#14. Zusammen treffen Heuler mit Hyänen / ein Wüstenbock begegnet da dem andern / nur dort hat Rast die Lilit / und findet Ruhstatt sich. /
18387#Jesaja,34,15#15. Die Eule nistet dort und legt; / aufplatzt es, gackert sie in seinem Schatten. / Nur dort versammeln sich die Beutevögel, eins zum andern.
18388#Jesaja,34,16#16. Forscht in des Ewgen Schrift und lest: / Nicht eins davon bleibt aus / nicht misset eins das andre. / Denn sein Mund hats befohlen / sein Hauch hat sie versammelt /
18389#Jesaja,34,17#17. er ihnen Los geworfen / und seine Hand es ihnen mit der Schnur geteilt. / Für immer sollen sie's besitzen / für Zeit um Zeiten drinnen hausen.
18390#Jesaja,35,1#1. Aufjauchze Wüste und Öde / und juble die Steppe / und blühe gleich der Wiesenblume. /
18391#Jesaja,35,2#2. Froh blühe sie und juble / recht Freun und Frohruf. / Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt / die Pracht des Karmel und Scharon. / Sie sollen schaun des Ewgen Herrlichkeit / die Pracht unsres Gottes. /
18392#Jesaja,35,3#3. Stärkt die erschlafften Hände / die Knie, die brechen, festigt. /
18393#Jesaja,35,4#4. Sagt denen, die gehetzten Herzens: / Erstarket, fürchtet nicht! / Sieh, euer Gott mit Rache kommt / mit Gottvergeltung: / er kommt und rettet euch. /
18394#Jesaja,35,5#5. Dann tun sich auf der Blinden Augen / der Tauben Ohren öffnen sich. /
18395#Jesaja,35,6#6. Dann hüpfet wie der Hirsch der Lahme / froh ruft des Stummen Zunge / weil in der Wüste Wasser vorgebrochen / und Bäche in der Steppensenke. /
18396#Jesaja,35,7#7. Und Glutland wird zum Teich / Durstgrund zu Wassersprudeln / die Trift, das Lager der Schakale / ergrünt in Schilf und Rohr.
18397#Jesaja,35,8#8. Und Bahn ist dort und Weg / geweihter Weg ist er geheißen / Unreiner darf ihn nicht begehn / und er, für sie läuft er, der Weg / daß Unerfahrene nicht irren. /
18398#Jesaja,35,9#9. Gibt keinen Löwen da / und Raubgetier ersteigt ihn nicht / man findets dort nicht. / Da ziehen die Befreiten /
18399#Jesaja,35,10#10. des Ewgen Ausgelöste kehren wieder / und kommen nach Zijon in Frohruf / und Freude für die Ewigkeit auf ihrem Haupt. / Die Wonne und die Freude treffen ein / und fliehen Gram und Seufzen.»
18400#Jesaja,36,1#1. Und es war im vierzehnten Jahr des Königs Hiskijahu, da zog Sanherib, der König von Aschschur, hinauf gegen alle befestigten Städte von Jehuda und bemächtigte sich ihrer.
18401#Jesaja,36,2#2. Und es sandte der König von Aschschur den Oberschenken-1- von Lachisch aus nach Jeruschalaim zum König Hiskijahu mit gewaltiger Heeresmacht, und er hielt an der Leitung des obern Teiches auf der Straße zum Wäscherfeld. -1) Rabschake.++
18402#Jesaja,36,3#3. Da begab sich zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijahus, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joah, der Sohn Asafs, der Vortragende.
18403#Jesaja,36,4#4. Da sprach zu ihnen der Oberschenk: «Sagt doch zu Hiskijahu: So spricht der große König, der König von Aschschur: Was ist das für ein Verlaß, darauf du vertraust?
18404#Jesaja,36,5#5. Ich meine, Lippenrede bloß ist Rat und Stärke (dir) zum Krieg? Nun, auf wen vertraust du, daß du dich wider mich empört hast?
18405#Jesaja,36,6#6. Sieh, du vertraust auf die Stütze dieses geknickten Rohrs - auf Mizraim - das, so sich jemand darauf stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt; so ist Par'o, der König von Mizraim, für alle, die auf ihn vertrauen.
18406#Jesaja,36,7#7. Wenn du aber zu mir sprichst: ,Auf den Ewigen, unsern Gott, vertrauen wir!' - ist er es nicht, dessen Kultkammern und Altäre Hiskijahu entfernt hat, da er zu Jehuda und Jeruschalaim sprach: ,Vor diesem Altar sollt ihr euch niederwerfen!'
18407#Jesaja,36,8#8. Nun denn, verwette dich doch mit meinem Herrn, dem König von Aschschur: Ich will dir zweitausend Rosse geben, ob du dir wohl Reiter darauf setzen kannst?
18408#Jesaja,36,9#9. Und wie willst du auch nur einen Provinzhauptmann, einen der geringsten Knechte meines Herrn zur Umkehr bringen? Doch du verläßt dich auf Mizraim für Wagen und Reiter!
18409#Jesaja,36,10#10. Nun denn, bin ich ohne den Ewigen wider dies Land heraufgezogen, es zu verderben? Der Ewige hat zu mir gesprochen: ,Zieh hinauf nach diesem Land und verdirb es.'»
18410#Jesaja,36,11#11. Da sprachen Eljakim und Schebna und Joah zum Oberschenken: «Rede doch zu deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es; rede nicht jehudäisch zu uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist.»
18411#Jesaja,36,12#12. Da sprach der Oberschenk: «Hat etwa zu deinem Herrn und dir mein Herr mich geschickt, diese Worte zu reden, nicht zu den Leuten, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?»
18412#Jesaja,36,13#13. Und der Oberschenk trat hin und rief mit lauter Stimme jehudäisch und sprach: «Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Aschschur:
18413#Jesaja,36,14#14. So spricht der König: Mag Hiskijahu euch nicht täuschen, denn er kann euch nicht retten.
18414#Jesaja,36,15#15. Und mag Hiskijahu euch nicht auf den Ewigen vertrösten, indem er spricht: ,Erretten wird uns der Ewige, nicht wird diese Stadt in die Hand des Königs von Aschschur gegeben werden.'
18415#Jesaja,36,16#16. Hört nicht auf Hiskijahu, denn so spricht der König von Aschschur: Tut Huldigung bei mir und kommt zu mir heraus und eßt, jeder von seinem Weinstock und jeder von seinem Feigenbaum, und trinkt, jeder das Wasser seiner Zisterne,
18416#Jesaja,36,17#17. bis ich komme und euch in ein Land wie euer Land hole, ein Land von Korn und Most, ein Land von Brot und Weinbergen.
18417#Jesaja,36,18#18. Daß Hiskijahu euch nicht verführe, da er spricht: ,Der Ewige wird uns retten!' Haben denn die Götter der Völker jeder sein Land gerettet vor der Hand des Königs von Aschschur?
18418#Jesaja,36,19#19. Wo waren die Götter von Hamat und Arpad, wo die Götter von Sefarwaim, und haben sie Schomeron vor meiner Hand gerettet?
18419#Jesaja,36,20#20. Wer ist da unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land vor meiner Hand gerettet, daß der Ewige Jeruschalaim vor meiner Hand retten sollte?»
18420#Jesaja,36,21#21. Aber sie schwiegen und erwiderten ihm kein Wort, denn es war des Königs Befehl, der sagte: «Ihr sollt ihm nicht erwidern!»
18421#Jesaja,36,22#22. Dann kam Eljakim, der Sohn Hilkijahus, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joah, der Sohn Asafs, der Vortragende, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskijahu und berichteten ihm die Worte des Oberschenken.
18422#Jesaja,37,1#1. Es war nun, als der König Hiskijahu das hörte, da zerriß er seine Kleider und hüllte sich in Sackzeug. Und er ging in das Haus des Ewigen.
18423#Jesaja,37,2#2. Und er sandte Eljakim, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, den Schreiber, und die Ältesten der Priester, in Sackzeug gehüllt, zu Jescha'jahu, dem Gottbegeisteten, dem Sohn Amoz'.
18424#Jesaja,37,3#3. Und sie sprachen zu ihm: «So spricht Hiskijahu: Ein Tag der Not, der Züchtigung und Schmähung ist dieser Tag, denn da die Kinder bis zum Durchbruch gekommen, ist keine Kraft da zum Gebären.
18425#Jesaja,37,4#4. Vielleicht hört der Ewige, dein Gott, die Worte des Oberschenken, den sein Herr, der König von Aschschur, gesandt, den lebendigen Gott zu schmähen, und züchtigt ob der Reden, die der Ewige, dein Gott, gehört hat; so erhebe denn ein Gebet für den Rest, der sich noch findet.»
18426#Jesaja,37,5#5. So kamen die Diener des Königs Hiskijahu zu Jescha'jahu,
18427#Jesaja,37,6#6. und Jescha'jahu sprach zu ihnen: «So sollt ihr sprechen zu eurem Herrn: So spricht der Ewige: Fürchte nicht wegen der Worte, die du gehört, mit denen die Burschen des Königs von Aschschur mich gelästert haben.
18428#Jesaja,37,7#7. Sieh, ich gebe ihm einen Geist ein, daß er eine Kunde hört, in sein Land zurückkehrt, und ich ihn durch das Schwert fälle in seinem Land.»
18429#Jesaja,37,8#8. Und der Oberschenk kehrte zurück und traf den König von Aschschur, gegen Libna kämpfend, denn er hatte gehört, daß er von Lachisch aufgebrochen war.
18430#Jesaja,37,9#9. Er hatte aber über Tirhaka, den König von Kusch, gehört, besagend: «Sieh, er ist ausgezogen, gegen dich zu kämpfen.» Als er dies hörte, sandte er Boten an Hiskijahu und ließ sagen:
18431#Jesaja,37,10#10. «So sollt ihr sprechen zu Hiskijahu, dem König von Jehuda: Mag nicht dein Gott dich täuschen, auf den du vertraust, zu sagen: ,Jeruschalaim wird nicht in die Hand des Königs von Aschschur gegeben werden.'
18432#Jesaja,37,11#11. Sieh, du hast gehört, wie es die Könige von Aschschur mit allen Ländern gemacht, sie zu bannen, und du solltest gerettet werden?
18433#Jesaja,37,12#12. Haben etwa die Götter der Völker, die meine Väter verderbt haben, sie gerettet, Gosan und Haran und Rezef und die Söhne Edens, die in Telassar?
18434#Jesaja,37,13#13. Wo ist der Melech von Hamat und der Melech von Arpad und der Melech der Stadt Sefarwaim, Hena und Iwwa?
18435#Jesaja,37,14#14. Da nahm Hiskijahu die Briefe aus der Hand der Boten, las es, ging hinauf in das Haus des Ewigen, und Hiskijahu breitete es vor dem Ewigen aus.
18436#Jesaja,37,15#15. Dann betete Hiskijahu vor dem Ewigen und sprach:
18437#Jesaja,37,16#16. «Ewiger der Scharen, Gott Jisraëls, der über den Kerubim thront, du bist Gott, du allein, für alle Königreiche der Erde, du hast den Himmel und die Erde gemacht.
18438#Jesaja,37,17#17. Neige, Ewiger, dein Ohr und höre! Öffne, Ewiger, dein Auge und sieh! Und höre alle Worte Sanheribs, der da gesandt hat, den lebendigen Gott zu schmähen!
18439#Jesaja,37,18#18. Wahr ist es, Ewiger, verwüstet haben die Könige von Aschschur alle Länder-1- und ihr Land -1) Völker.++
18440#Jesaja,37,19#19. und ihre Götter ins Feuer getan - denn nicht Götter sind sie, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein - und haben sie vernichtet.
18441#Jesaja,37,20#20. Nun aber, Ewiger, unser Gott, hilf uns vor seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, daß du, Ewiger, du allein bist.»
18442#Jesaja,37,21#21. Da sandte Jescha'jahu, der Sohn Amoz', an Hiskijahu und ließ ihm sagen: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Was du zu mir gebetet hast wegen Sanheribs, des Königs von Aschschur (habe ich gehört).
18443#Jesaja,37,22#22. Dies ist das Wort, das der Ewige über ihn geredet hat: Es spottet dein / es höhnet dein / die Jungfrau, Tochter Zijon / sie schüttelt hinter dir das Haupt / die Maid Jeruschalaim. /
18444#Jesaja,37,23#23. Wen hast du da geschmäht, beschimpft / und gegen wen die Stimme du erhoben? / Hast deine Augen hoch gehoben / hin an den Heilgen Jisraëls! /
18445#Jesaja,37,24#24. Durch deine Boten schmähtest du den Herrn / und sprachst: / Mit meiner Wagen Menge / hab ich der Berge Höh erstiegen / den fernsten Libanon / hieb nieder seiner Zedern schlanken Wuchs / erlesener Zypressen / drang vor zu seines Gipfels Ende / seines Gartens Wald. /
18446#Jesaja,37,25#25. Ich habe mich gekühlt, getrunken / die Wasser / und trocknete mit meiner Sohlen Tritt / alle Ströme des Himmelsgebindes. /
18447#Jesaja,37,26#26. Hast du es nicht gehört / längsther hatt ichs gemacht / von Urzeittagen, da hab ichs geformt. / Nun hab ichs kommen lassen, und es ward / zu wüstem Steingehäuf / die festen Städte zu veröden; /
18448#Jesaja,37,27#27. und ihre Wohner, kurzen Arms / verschreckt, beschämt / sind Kraut des Feldes worden / Grün der Flur / Gras auf den Dächern / Abgegilbtes vor dem Halm.
18449#Jesaja,37,28#28. Dein Sitzen und dein Gehn und Kommen kenn ich / und dein Auftoben wider mich. /
18450#Jesaja,37,29#29. Drum weil dein Toben wider mich / dein Sorglostun zu meinen Ohren drang / leg meinen Haken ich an deine Schnauze / und meinen Zaum in deine Lefzen / und bringe dich zurück des Wegs / den du gekommen.
18451#Jesaja,37,30#30. Und dies sei dir das Wunderzeichen: In diesem Jahr Nachwuchs essen und im zweiten Jahr Brachwuchs und im dritten Jahr sät und mäht, pflanzt Weinberge und eßt ihre Frucht.
18452#Jesaja,37,31#31. Und ansetzen wird das Gerettete, das vom Haus Jehudas übrig bleibt, Wurzel unten und Frucht schaffen oben.
18453#Jesaja,37,32#32. Denn von Jeruschalaim geht aus ein Rest, und ein Gerettetes vom Berg Zijon - der Eifer des Ewigen der Scharen wird es wirken.
18454#Jesaja,37,33#33. Darum spricht so der Ewige über den König von Aschschur: Nicht wird er kommen in diese Stadt, wird keinen Pfeil dahin abschießen, wird nicht mit Schilden vor sie rücken und keinen Wall wider sie aufschütten.
18455#Jesaja,37,34#34. Auf dem Weg, den er gekommen, dort wird er zurückkehren, und in diese Stadt wird er nicht kommen! ist des Ewigen Spruch.
18456#Jesaja,37,35#35. Und ich schirme diese Stadt, sie zu retten, um meinetwillen und um meinen Knecht Dawid.»
18457#Jesaja,37,36#36. Da zog ein Bote des Ewigen aus und schlug im Lager Aschschurs hundertfünfundachtzigtausend. Und da man am Morgen aufstand, sieh, da waren alle Leichen, tot.
18458#Jesaja,37,37#37. Da brach Sanherib, der König von Aschschur, auf, zog fort und kehrte um, und er blieb in Ninewe.
18459#Jesaja,37,38#38. Es war aber, als er sich im Haus seines Gottes Nisroch niederwarf, da erschlugen ihn Adrammelech und Sar'ezer, seine Söhne, mit dem Schwert, und sie entflohen nach dem Land Ararat. Und König wurde sein Sohn Esar-Haddon an seiner Statt.
18460#Jesaja,38,1#1. In jenen Tagen erkrankte Hiskijahu auf den Tod. Da kam zu ihm Jescha'jahu, der Sohn Amoz', der Gottbegeistete, und sprach zu ihm: «So spricht der Ewige: Bestelle dein Haus, denn sterben wirst du und nicht leben!»
18461#Jesaja,38,2#2. Da kehrte Hiskijahu sein Gesicht zur Wand, betete zum Ewigen
18462#Jesaja,38,3#3. und sprach: «Ach, Ewiger, gedenke doch, wie ich in Wahrhaftigkeit und mit ganzem Herzen vor dir gewandelt bin und was recht in deinen Augen getan habe!» Und Hiskijahu weinte heftig.
18463#Jesaja,38,4#4. Da erging das Wort des Ewigen an Jescha'jahu, besagend:
18464#Jesaja,38,5#5. «Geh und sprich zu Hiskijahu: So spricht der Ewige, der Gott deines Vaters Dawid: Gehört habe ich dein Gebet, deine Tränen gesehen, sieh, ich füge zu deinen Tagen fünfzehn Jahre;
18465#Jesaja,38,6#6. und aus der Hand des Königs von Aschschur errette ich dich und diese Stadt und schirme diese Stadt.»
18466#Jesaja,38,7#7. Dies aber sei dir das Wunderzeichen vom Ewigen, daß der Ewige dies Wort ausführen wird, das er geredet.
18467#Jesaja,38,8#8. Sieh, ich lasse den Schatten der Stufen, der an den Stufen des Ahas mit der Sonne hinuntergegangen ist, um zehn Stufen zurückgehn; und die Sonne ging um zehn Stufen zurück, an den Stufen, die sie hinuntergegangen war.
18468#Jesaja,38,9#9. Aufzeichnung Hiskijahus, des Königs von Jehuda, da er krank war und von seiner Krankheit auflebte:
18469#Jesaja,38,10#10. «Ich dachte / in Verstummen meiner Tage muß ich ziehn / in die Tore Scheols / bin abberufen meiner Jahre Rest. /
18470#Jesaja,38,11#11. Ich dachte / nimmer schau ich Jah, Jah / in der Lebenden Land / nie mehr erblick ich Menschen / bei den Bewohnern der Vergänglichkeit /
18471#Jesaja,38,12#12. ist abgebrochen, fortgewandert meine Welt von mir / wie Hirtenzelt. / Hab wie der Weber ich mein Leben rechtgebunden / reißts von dem Bund mich ab / vom Tag zur Nacht machst du mich fertig; /
18472#Jesaja,38,13#13. mach ichs zum Morgen wieder glatt - / malmts wie der Löwe alle meine Knochen / vom Tag zur Nacht macht es mich fertig. /
18473#Jesaja,38,14#14. Wie Schwalbenvögelein so zwitschre ich / ich girre wie die Taube / es schmachten hin zur Höhe meine Augen. / Erpressung, Ewiger, an mir! Mir bürge! /
18474#Jesaja,38,15#15. Was soll ich reden, da er mirs verheißen / und ers getan. / Rastlos bin ich aus allem meinem Schlummer / ob meiner Seele Bitternis. /
18475#Jesaja,38,16#16. Herr über die, die leben / und über alles, worin meines Odems Leben! / Machst mich gesunden / laß mich leben! /
18476#Jesaja,38,17#17. Sieh, mir zum Heil war Bitternis mir bitter / und du begehrtest meine Seele / aus der Vernichtung Grube / denn du warfst hinter deinen Rücken / all meine Sünden. /
18477#Jesaja,38,18#18. Denn nicht Scheol, sie huldigt dir / Tod rühmt dich nicht / nicht harren, die zur Grube sinken / auf deine Wahrheit. /
18478#Jesaja,38,19#19. Was lebet, lebt, das preist dich / wie heute ich. / Ein Vater tuts den Söhnen kund / ob deiner Wahrheit. /
18479#Jesaja,38,20#20. O Ewger, mir zu helfen / und mir mein Saitenspiel zu spielen / all unsre Lebenstage / am Haus des Ewigen.»
18480#Jesaja,38,21#21. Dann sprach Jescha'jahu: «Man hole eine Feigenfrucht und verreibe sie auf der Geschwulst, daß er genese!»
18481#Jesaja,38,22#22. Und Hiskijahu sprach: «Was ist das Wunderzeichen, daß ich in des Ewigen Haus hinaufziehn werde?»
18482#Jesaja,39,1#1. Zu jener Zeit schickte Merodach-Bal'adan, Sohn Bal'adans, König von Babel, Briefe und Geschenk an Hiskijahu. Und er hatte gehört, daß er krank gewesen und genesen war.
18483#Jesaja,39,2#2. Und Hiskijahu freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus, das Silber, das Gold, die Spezereien, das würzige Öl und sein ganzes Zeughaus und alles, was sich in seinen Schätzen fand; es gab nichts, was Hiskijahu ihnen in seinem Haus und in seiner ganzen Herrschaft nicht gezeigt hätte.
18484#Jesaja,39,3#3. Da kam Jescha'jahu, der Gottbegeistete, zum König Hiskijahu und sprach zu ihm: «Was haben diese Männer gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen?» Da sprach Hiskijahu: «Aus fernem Land sind sie zu mir gekommen, aus Babel.»
18485#Jesaja,39,4#4. Da sprach er. «Was haben sie in deinem Haus gesehen?» Und Hiskijahu sagte: «Alles, was in meinem Haus ist, haben sie gesehen, da war nichts, was ich ihnen nicht gezeigt hätte in meinen Schatzkammern.»
18486#Jesaja,39,5#5. Da sprach Jescha'jahu zu Hiskijahu: «Höre das Wort des Ewigen der Scharen!
18487#Jesaja,39,6#6. Sieh, Tage kommen, da wird alles, was in deinem Haus ist und was deine Väter aufgespeichert haben bis auf diesen Tag, nach Babel fortgetragen werden, nichts wird übrig bleiben, spricht der Ewige.
18488#Jesaja,39,7#7. Und von deinen Kindern, die aus dir hervorgehn, die du zeugen wirst, werden sie nehmen und sie werden Höflinge sein im Palast des Königs von Babel.»
18489#Jesaja,39,8#8. Da sprach Hiskijahu zu Jescha'jahu: «Gut ist das Wort des Ewigen, das du geredet!» Und er sprach: «Wird doch FRIEDE und Gewähr sein in meinen Tagen!»
18490#Jesaja,40,1#1. «Getröstet, tröstet mein Volk / spricht euer Gott! /
18491#Jesaja,40,2#2. Zusprecht dem Herz Jeruschalaims / und ruft ihm zu / daß voll seine Fron / bezahlt seine Schuld / weil es empfangen aus des Ewgen Hand / gedoppelt für all seine Sünden.
18492#Jesaja,40,3#3. Ein Hall, es ruft: / ,Bahnt in der Wüste des Ewigen Weg / ausebnet im Gesenke eine Straße unserm Gott. /
18493#Jesaja,40,4#4. Soll jedes Tal sich heben / sich senken jeder Berg und jede Höhe / das Kluftversteck zu Ebne werden / und Bergesketten zu Freital.' /
18494#Jesaja,40,5#5. Da tut sich auf des Ewgen Herrlichkeit / es schaut sie alles Fleisch mitsammen; / denn des Ewigen Mund hats geredet.
18495#Jesaja,40,6#6. Ein Hall, es spricht: / ,Ruf aus!' / Und er spricht: ,Was ausrufen?' / All Fleisch ist Gras / und alle seine Treue wie des Feldes Blüte! /
18496#Jesaja,40,7#7. Es dorrt das Gras / es welkt die Blüte / da sie des Ewgen Windhauch angeweht. / So ists, Gras ist das Volk. /
18497#Jesaja,40,8#8. Es dorrt das Gras / es welkt die Blüte / doch unsres Gottes Wort besteht in Ewigkeit.
18498#Jesaja,40,9#9. Auf hohen Berg steig dir hinan / Frohbotin an Zijon / heb kraftvoll deine Stimme / Frohbotin an Jeruschalaim! / Heb hoch sie, fürchte nicht! / Sprich zu Jehudas Städten: / ,Sieh, euer Gott! /
18499#Jesaja,40,10#10. Sieh, Gott, der Herr / er kommt mit Starkem / sein Arm ihm waltend / sein Lohnen, sieh, mit ihm / sein Werkentgelten ihm voran. /
18500#Jesaja,40,11#11. Er weidet wie ein Hirte seine Herde / im Arm holt er die Lämmchen heim / trägt sie an seinem Schoß / geleitet hin die Mutterschafe.'
18501#Jesaja,40,12#12. Wer hat die Wasser mit der Hohlhand ausgemessen / die Himmel mit dem Spann errechnet / den Erdstaub mit dem Drittling ausgefaßt / Gebirge mit der Richte abgewogen / die Höhen mit der Wage? /
18502#Jesaja,40,13#13. Wer mißt des Ewgen Sinn / ein Mann sein Planen / daß ers ihm künde? /
18503#Jesaja,40,14#14. Mit wem berät er, der ihn unterwiese / und ihn belehrte in des Rechtes Pfad / der ihn Erkenntnis lehrte / und ihm den Weg der Einsicht wiese? /
18504#Jesaja,40,15#15. Sieh, Völker: Wie im Fluge hochgehoben / der Wolken Fetzen gleich zu achten / sieh, Eilande hebt auf er wie den Himmelsdunst. /
18505#Jesaja,40,16#16. Und Libanon reicht nicht zum Brand / und sein Getier reicht nicht zum Hochopfer. /
18506#Jesaja,40,17#17. Die Völker alle - wie ein Nichts vor ihm / um Nichts und Nie bei ihm zu achten.
18507#Jesaja,40,18#18. Und wem wollt Gottheit ihr vergleichen / und welch Gebilde gleich ihr werten? /
18508#Jesaja,40,19#19. Das Bildnis, das ein Werkmeister umgossen / mit Gold der Schmelzer ausgeflickt / mit Silberkettchen von dem Feinschmied? /
18509#Jesaja,40,20#20. Mesukkan-, Teruma-holz, das nicht faulet, wählt er / geschickten Werkmann sucht er sich / ein Bildnis zu bereiten, das nicht wankt. /
18510#Jesaja,40,21#21. Wißt ihr es nicht? / Hört ihr es nicht? / Wars euch vom Anbeginn nicht kundgetan? / Habt ihr der Erde Grundbau nicht erkannt? /
18511#Jesaja,40,22#22. Der thronet ob der Erde Wall / daß ihre Wohner sind wie Kerfe / wie feinen Dunst den Himmel spannt / ihn weitet wie ein Zelt zum Wohnen /
18512#Jesaja,40,23#23. der Fürsten kehrt zum Nichts / der Erde Richter macht gleich einem Nie; /
18513#Jesaja,40,24#24. nie recht gepflanzt, nie recht gesät / nie recht ihr Stamm im Boden wurzelnd / da schon verbläst es sie, und sie vertrocknen / und Sturm trägt sie wie Spreu hinweg.
18514#Jesaja,40,25#25. Und wem wollt, daß ich gleiche / ihr mich vergleichen? / spricht der Heilige. /
18515#Jesaja,40,26#26. Hebt hoch auf eure Augen / schaut: / Wer schuf die? / Der nach der Zählung vorführt ihre Schar / sie alle ruft mit Namen; / ihm, reich an Macht und stark an Kraft / versagt sich keines.
18516#Jesaja,40,27#27. Warum doch sprichst du, Jaakob / und redest, Jisraël: / ,Verborgen ist mein Wandel vor dem Ewigen / und meinem Gott mein Recht entzogen.' /
18517#Jesaja,40,28#28. Weißt du es nicht / hast du es nicht gehört: / Ein Gott, allewig ist der Ewige / der schuf der Erde Enden / ermüdet nicht, ermattet nicht / des Einsicht unergründlich. /
18518#Jesaja,40,29#29. Er gibt dem Müden Kraft / Ohnmächtigen schafft er Stärke. /
18519#Jesaja,40,30#30. Da werden müd die Jungen und ermatten / die Burschen brechen nieder; /
18520#Jesaja,40,31#31. doch die des Ewgen harren, tauschen neue Kraft / sie höhn die Schwingen, Adlern gleich / sie rennen, nicht ermüdend / sie schreiten, ohn Ermatten.
18521#Jesaja,41,1#1. Still, zu mir, Küstenlande / laßt die Nationen Vollmacht neuern; / laßt sie heran, daß sie dann reden / zusammen wollen wir zum Rechtsstreit nahn. /
18522#Jesaja,41,2#2. Wer hats von Sonnenaufgang aufgeweckt / den Rechtsmann sich zu Füßen herberufen / gelegt vor ihn die Völker / bezwungen Könige / macht sie dem Staube gleich mit seinem Schwert / wie Spreu verweht mit seinen Waffen? /
18523#Jesaja,41,3#3. Er jagt sie, und er zieht im Heil / den Pfad, den man mit Füßen nie begangen. /
18524#Jesaja,41,4#4. Wer hats gewirkt und ausgeführt? / Der rief vom Urbeginn die Ewigkeiten / ich bins, der Ewige / der Erste / und mit den Letzten bin ich es. /
18525#Jesaja,41,5#5. Die Seelande, sie schauens und erschauern / der Erde Enden sind in Eifer / sie nahn und kommen.
18526#Jesaja,41,6#6. Hilft eins dem andern / und spricht zu seinem Bruder: ,Mut!' /
18527#Jesaja,41,7#7. Der Schnitzer festigt so den Schmelzer / der mit dem Hammer glättet, den der schlägt im Schlag / sagt von der Lötung: ,Gut ists,' / und festigt es mit Nägeln / damits nicht wanke.
18528#Jesaja,41,8#8. Du aber, Jisraël, mein Knecht / Jaakob, den ich erwählt / du, Same Abrahams, der mich geliebt /
18529#Jesaja,41,9#9. du, den ich von der Erde Enden festgefaßt / aus ihren Winkeln dich berufen / zu dir gesprochen: Bist mein Knecht / hab dich erwählt, dich nicht verworfen. /
18530#Jesaja,41,10#10. Nicht fürchte, denn mit dir bin ich / nicht bange, denn ich bin dein Gott. / Ich kräftige dich, ja, bring dir Hilfe / ja, stütze dich mit meiner Siegerrechten. /
18531#Jesaja,41,11#11. In Schmach und Schanden, sieh / alldie sich wider dich entflammen. / Sie sind wie nichts und schwinden / die dir in Fehde; /
18532#Jesaja,41,12#12. du suchst sie, wirst sie nimmer finden / die dir im Streit / wie nichts und null so werden / die dir im Kampf. /
18533#Jesaja,41,13#13. Denn ich, der Ewige, dein Gott / faß fest deine Rechte / der zu dir spricht: / Nicht fürchte / ich helfe dir. /
18534#Jesaja,41,14#14. Nicht fürchte, Würmchen Jaakob / ihr Menschlein Jisraëls! / Ich helf dir, ist des Ewgen Spruch / und dein Erlöser ist der Heilge Jisraëls. /
18535#Jesaja,41,15#15. Sieh an, ich mache dich zum Drescherschlitten / neu, vielschneidig; / wirst Berge dreschen und zermahlen / und Höhen machen wie Spreu. /
18536#Jesaja,41,16#16. Du worfelst sie / Wind rafft sie auf / und Sturm zerstiebt sie; / und du jauchzt auf im Ewigen / berühmst dich mit dem Heilgen Jisraëls.
18537#Jesaja,41,17#17. Die Armen, Elenden / die Wasser suchen, und ist keines da / im Durst lechzt ihre Zunge / ich, ich, der Ewige, erhöre sie / ich, Jisraëls Gott, laß sie nicht. /
18538#Jesaja,41,18#18. Ich öffne an den Auen Ströme / und in den Tälern Quellen. / Ich mache Wüste zum Wasserteich / der Dürre Land zu Wasserbornen. /
18539#Jesaja,41,19#19. Ich setze in die Wüste Zeder / Akazie, Myrthe, Ölbaum / ich pflanze im Gesenke die Zypresse / die Esche, Buchsbaum, allgesamt /
18540#Jesaja,41,20#20. damit mans sieht und es erkennt / aufmerkt und es versteht zugleich / daß dies des Ewgen Hand geschaffen / der Heilge Jisraëls es hat gewirkt.
18541#Jesaja,41,21#21. Bringt euren Rechtsstreit vor / so spricht der Ewige / heran mit euren Vollmachten / spricht Jaakobs König. /
18542#Jesaja,41,22#22. Laßt sie es bringen und uns zeigen / was sich ereignen wird: / das Frühre, was es ist, tut kund / daß unser Herz wir richten / wir seinen Ausgang kennen; / sonst laßt das Künftige uns hören. /
18543#Jesaja,41,23#23. Tut kund, was später kommen wird / daß wir erkennen, daß ihr Götter seid / ja, Gutes wirkt und Übel / wir fürchtend insgesamt es sehn. /
18544#Jesaja,41,24#24. Sieh, ihr als Nichts, und euer Werk als nichtig! / Ein Greuel, wer euch wählt.
18545#Jesaja,41,25#25. Erweckt hab ich vom Norden, und er kam / vom Sonnenaufgang, der sich meines Namens nennt / daß er auf Fürsten komme, wie auf Lehm / und wie der Töpfer Ton zerstampft. /
18546#Jesaja,41,26#26. Wer hats vom Urbeginn gekündet / daß wir es wissen / von ehedem, daß wir da sagen: Recht!? / Nein, war kein Melder / nein, kein Verkünder / nein, hörte keiner eure Worte. /
18547#Jesaja,41,27#27. Als Erster sagt ich Zijon: Sieh, da sind sie! / Und bracht Jeruschalaim Freudeboten! /
18548#Jesaja,41,28#28. Und schau ich, ist da keiner / von diesen keiner, der geraten / wo ich sie fragte, daß sie Antwort gäben. /
18549#Jesaja,41,29#29. Sieh, alle nichtig / null ihre Werke / nur Luft und leer ihr Bildwerk.
18550#Jesaja,42,1#1. Sieh da, mein Knecht, den fest ich halte / von mir erwählt, den meine Seele liebt / gegeben hab ich meinen Geist auf ihn / Recht für die Völker macht er frei. /
18551#Jesaja,42,2#2. Nicht schreit er, nicht erhebt er / nicht läßt er draußen seine Stimme hören. /
18552#Jesaja,42,3#3. Geknicktes Roh zerbricht er nicht / den Docht, erdunkelnd, löscht er nicht. / Zu Wahrem macht er frei das Recht. /
18553#Jesaja,42,4#4. Nicht dunkelnd und nicht knickend / bis er auf Erden Recht gesetzt / und seine Weisung Seelande erharren.
18554#Jesaja,42,5#5. So spricht der Ewge, Gott / der Himmel Schöpfer, der sie ausgespannt / die Erde unterbauet hat, mit ihrem Sprießen / der Odem gibt dem Volk auf ihr / und Lebensatem denen, die drauf wandeln. /
18555#Jesaja,42,6#6. Ich hab, der Ewge, rechtens dich berufen / die Hand dir festgefaßt / hab dich gebildet, dich bestimmt / als Volkes Bundeshüter / der Nationen Leuchte /
18556#Jesaja,42,7#7. zu öffnen blinde Augen / frei aus dem Kerker den Gefangenen zu führen / vom Haus der Haft, die da im Finstern sitzen. /
18557#Jesaja,42,8#8. Ich bins, der Ewige / das ist mein Name / und meine Ehre schenk ich keinem andern / noch meinen Ruhm dem Bildwerk. /
18558#Jesaja,42,9#9. Das Frühre, sieh, es ist gekommen / und Neues tu ich kund / bevor es sproßt, laß ichs euch hören.
18559#Jesaja,42,10#10. Lobsingt dem Ewgen neuen Sang / und seinen Ruhm vom Erdenende / die ihr das Meer befahrt und was es füllt / die Seelande und deren Wohner. /
18560#Jesaja,42,11#11. Anstimmen laßt die Wüste / samt ihren Orten / Gehöfte, wo Kedar wohnt / aufjubeln sollen die Bewohner Selas / herrufen von der Berge Gipfel. /
18561#Jesaja,42,12#12. Laßt sie dem Ewgen Ehre geben / und seinen Ruhm erzählen in den Seelanden. /
18562#Jesaja,42,13#13. Der Ewge wie ein Held bricht auf / und wie ein Kriegsmann fährt er auf im Eifer / lärmt auf und schmettert / ermannt sich gegen seine Feinde.
18563#Jesaja,42,14#14. Verstummt war ich von je / hielt schweigend an mich; / wie die Gebärerin, so will ich schrein / will schnaufen und schnauben mit eins; /
18564#Jesaja,42,15#15. will Berge trocknen und Höhen / und all ihr Grün erdörren / will Ströme machen zu Ländchen / ausdörren Wasserbecken. /
18565#Jesaja,42,16#16. Führ Blinde hin auf ungekanntem Weg / auf ungekannten Pfaden leit ich sie / mach Finsternis vor ihnen her zum Licht / und Höckerland zu Ebne. / Dies sind die Dinge, die ich tu / ich laß sie nicht. /
18566#Jesaja,42,17#17. Zurück entweichen, schmachbeschämt / die baun auf Bildwerk / die da zum Gußwerk sprechen: / ,Ihr seid uns Gott.'
18567#Jesaja,42,18#18. Ihr Taube, hört / ihr Blinde, schaut und seht! /
18568#Jesaja,42,19#19. Wer war da blind / wenn nicht mein Knecht / und taub so wie mein Bote, den ich sandte? / Wer blind wie der ,Vollkommne' / verblendet wie der Knecht des Ewigen? /
18569#Jesaja,42,20#20. Hat viel gesehn / es nicht beachtet / mit offnem Ohr / erhört er nichts. /
18570#Jesaja,42,21#21. Doch wollt der Ewge ihn / damit er sich bewähre / und groß und herrlich zeige seine Weisung. /
18571#Jesaja,42,22#22. Doch das war Volk / beraubt, geplündert / verstrickt in Löchern alle sie / in Kerkerkammern wegversteckt. / Dem Raub verfallen, ohne Retter / dem Plündern, und sprach keiner: / ,Gib wieder!'
18572#Jesaja,42,23#23. Wer unter euch, der merkt' auf dies / hört' zu und es vernahm für später: /
18573#Jesaja,42,24#24. ,Wer hat der Plündrung preisgegeben Jaakob / und Jisraël den Räubern? / Wars nicht der Ewige / dem wir gesündigt?' / In seinen Wegen wollten sie nicht wandeln, auf seine Weisung sie nicht hören. /
18574#Jesaja,42,25#25. Da goß er Grimm auf ihn in seinem Zorn / und die Gewalt des Kriegs / das lohte rings um ihn, er merkt' es nicht / steckt' ihn in Brand, nahms nicht zu Herzen!
18575#Jesaja,43,1#1. Und nun / so spricht der Ewige / dein Schöpfer, Jaakob / dein Bildner, Jisraël: Nicht fürchte / denn ich löse dich / ich rufe dich bei Namen / mein bist du! /
18576#Jesaja,43,2#2. Wenn du durch Wasser schreitest / bin ich bei dir; / und durch die Ströme / daß sie dich nicht verfluten; / gehst du durch Feuer / wirst du nicht gebrannt / und Flamme sengt dich nicht. /
18577#Jesaja,43,3#3. Denn ich, der Ewge, bin dein Gott / der Heilge Jisraëls dein Retter; / ich geb Mizraim hin als deine Lösung / und Kusch, Seba an deiner Statt. /
18578#Jesaja,43,4#4. Weil teuer du in meinen Augen / geehrt, und ich dich liebe / so geb ich Menschen hin an deiner Statt / und Völker für dein Leben. /
18579#Jesaja,43,5#5. Nicht fürchte! Denn mit dir bin ich. / Vom Osten bring ich deinen Samen / und aus dem Westen hol ich dich zusammen; /
18580#Jesaja,43,6#6. ich sprech zum Norden: Gib! / Zum Süden: Halte nicht zurück! / Laß meine Söhne kommen aus der Ferne / und meine Töchter von der Erde Ende /
18581#Jesaja,43,7#7. allwas mit meinem Namen sich benennt. / Zu meiner Ehre hab ich es geschaffen / gebildet, ja gemacht.
18582#Jesaja,43,8#8. Hervor das Volk / blind, hats auch Augen / taub, haben sie auch Ohren: /
18583#Jesaja,43,9#9. Die Völker alle sind versammelt / vereinet die Nationen; / wer unter ihnen tat dies kund / ließ Früheres uns hören? / Laßt ihre Zeugen sie gestellen / und sich bewähren / auf daß man sage: ,Wahr ists!' /
18584#Jesaja,43,10#10. Ihr seid mir Zeugen / ist des Ewgen Spruch / und Knecht mein, den ich auserwählt / daß ihr erkennet und mir glaubt / einseht, daß ich es bin; / vor mir war nie ein Gott gebildet / und nach mir wird da keiner sein. /
18585#Jesaja,43,11#11. Ich, ich bin es, der Ewige / und außer mir kein Retter. /
18586#Jesaja,43,12#12. Ich, ich hab es gekündet und gerettet. / Ich hab es hören lassen / war da kein Fremder unter euch. / Ja, ihr seid meine Zeugen / ist des Ewgen Spruch / und ich bin Gott; /
18587#Jesaja,43,13#13. auch heutab bin ich es / und keiner, der aus meiner Hand errettet! / Ich wirke, und wer wollt es wenden?
18588#Jesaja,43,14#14. So spricht der Ewge, euer Löser / der Heilge Jisraëls: / Um euretwillen hab nach Babel ichs entfesselt / hab flüchtig alle sie hinabgeführt / zu den Kasdäern auf den Schiffen ihres Klagens. /
18589#Jesaja,43,15#15. Ich bin der Ewge, euer Heiliger / der Schöpfer Jisraëls / und euer König.
18590#Jesaja,43,16#16. So spricht der Ewige / der in dem Meere Straße schuf / und in gewaltgen Wassern einen Pfad /
18591#Jesaja,43,17#17. herausführt' Wagen und Roß / Heermacht und Streitkraft. / Zusammen lagen sie / stehn nimmer auf / sie waren ausgelöscht / wie Docht verglommen. /
18592#Jesaja,43,18#18. Gedenkt des Frühern nicht / Vormaliges beachtet nicht! /
18593#Jesaja,43,19#19. Sieh, Neues schaffe ich / jetzt sproßts / erkennt ihrs nicht? / Ja, durch die Wüste leg ich einen Weg / in Öde Ströme. /
18594#Jesaja,43,20#20. Es ehrt mich das Gewild des Feldes / Schakale, Wüstenvögel; / weil ich in Wüste Wasser gebe / und Ströme in die Öde / mein mir erwähltes Volk zu tränken. /
18595#Jesaja,43,21#21. Das Volk, das ich für mich gebildet / soll meinen Ruhm erzählen.
18596#Jesaja,43,22#22. Doch mich riefst du nicht, Jaakob / daß du um mich dich mühtest, Jisraël. /
18597#Jesaja,43,23#23. Nicht hast du mir die Lämmer deiner Hochopfer gebracht / mit deinen Schlachtopfern mich nicht geehrt; / hab mit dem Mehlopfer dich nicht in Dienst gehalten / noch dich bemüht mit Weihrauch. /
18598#Jesaja,43,24#24. Nicht kauftest du um Silber Würzrohr mir / hast mit der Opfer Fett mich nicht getränkt. / Doch du, mit deinen Sünden hieltest mich in Dienst / hast mich bemüht durch deine Missetaten. /
18599#Jesaja,43,25#25. Ich, ja, ich bins / der deine Freveltaten meinetwillen auslöscht / und deiner Sünden will ich nicht gedenken. /
18600#Jesaja,43,26#26. Ruf an mich, wollen miteinander rechten / erzähle du, damit du Recht behältst. /
18601#Jesaja,43,27#27. Dein erster Ahne hat gesündigt / und deine Sprecher fielen ab von mir. /
18602#Jesaja,43,28#28. Da schändet ich des Heiligtumes Fürsten / und gab dem Banne Jaakob preis / und Jisraël der Schmähung.
18603#Jesaja,44,1#1. Und nun, hör, Jaakob, mein Knecht / und Jisraël, den ich erwählt. /
18604#Jesaja,44,2#2. So spricht der Ewige, dein Schöpfer / dein Bildner, der vom Mutterschoß dir beisteht / nicht fürchte, Jaakob, mein Knecht / und Jeschurun, den ich erwählt. /
18605#Jesaja,44,3#3. Denn Wasser gieß ich aus auf Dürstendes / und Rieselndes auf Trockenland. / Ich gieße meinen Geist auf deinen Samen / und meinen Segen über deine Sprossen. /
18606#Jesaja,44,4#4. Da sprießen sie, dem Grase gleich / wie Weiden an den Wasserbächen. /
18607#Jesaja,44,5#5. Der sagt: ,Des Ewgen bin ich', / und der nennt sich mit Jaakobs Namen / und jener zeichnet seine Hand: ,Des Ewgen' / und heißt sich mit dem Namen Jisraëls.
18608#Jesaja,44,6#6. So spricht der Ewge, König Jisraëls / und sein Erlöser, er, der Ewige der Scharen. / Ich bin der Erste, ich der Letzte / und außer mir gibts keinen Gott. /
18609#Jesaja,44,7#7. Wer ist wie ich? Der rufe / und künde es und leg es vor mir dar; / seit ich der Urzeit Volk gegründet / und Künftiges und was da kommen wird / laßt sie es ihnen künden! /
18610#Jesaja,44,8#8. Bangt nicht und zittert nicht! / Ließ ichs nicht längsther dich vernehmen / ich habs gekündet, und ihr seid mir Zeugen: / Gibt einen Gott es außer mir? / Da ist kein Hort / ich kenn ihn nicht.
18611#Jesaja,44,9#9. Die Schnitzwerkbildner, alle nichtig / und ihre Köstlichen, sie nutzen nichts / und ihre Zeugen, sie / sie sehen nicht und fühlen nicht / daß sie zuschanden werden. /
18612#Jesaja,44,10#10. Wer formte einen Gott / und gösse Bildwerk / da es nichts nützt? /
18613#Jesaja,44,11#11. Sieh, alle ihm Verbundnen sind zuschanden / und sie, die Meister, vor den Menschen; / laßt alle sich zusammenscharen: / da stehn sie, zittern / und sind zuschanden allesamt. /
18614#Jesaja,44,12#12. Der schmiedet Eisen um zur Axt / und werkt mit Blasebalg / und formts mit Hämmern / und schaffts mit seinem kräftgen Arm. / Doch, hungert er / vergeht die Kraft; / trinkt er kein Wasser / wird er matt. /
18615#Jesaja,44,13#13. Der schnitzt am Holz / er senkt die Lotschnur / umreißt es mit dem Buntstift / machts fertig mit dem Winkelmaß / umreißt es mit dem Zirkel; / so macht er es wie Mannes Bau / wie eines Menschen Prunk / in einem Haus zu wohnen. /
18616#Jesaja,44,14#14. Um es zu schneiden, hat er Zedern / nahm Steinbaum und Eiche / die ließ er sich erstarken von des Waldes Bäumen. / Er pflanzte Nadelholz / der Regen bracht es hoch. /
18617#Jesaja,44,15#15. Das dient zum Brennen für den Menschen; / er nahm davon und wärmt sich / auch heizt er an, backt Brot / auch macht er einen Gott / wirft sich ihm nieder / schafft es zum Bild / bückt sich davor. /
18618#Jesaja,44,16#16. Die Hälfte hat im Feuer er verbrannt / hat auf der Hälfte Fleisch zu essen sich gebraten / den Braten, daß er satt wird / ja, sich gewärmt, gesprochen: / ,Wohl, warm ist mir! / Ich merk die Glut!' /
18619#Jesaja,44,17#17. Und was da blieb / zum Gott gemacht / zu seinem Bildwerk, davor er sich bückt / sich niederwirft und zu ihm betet / und spricht: / ,Errette mich, bist ja mein Gott!' /
18620#Jesaja,44,18#18. Sie kennens nicht und merkens nicht; / hats ja verklebt, daß sie nicht sehen, ihre Augen / daß sie nicht einsehn, ihre Herzen. /
18621#Jesaja,44,19#19. Und nimmt es nicht zu Herzen / hat kein Erkennen, kein Verstehen, sich zu sagen: / ,Die Hälfte hab davon im Feuer ich verbrannt / auf seiner Glut auch Brot gebacken / Fleisch ausgebraten und verzehrt; / und was dran übrig mach ich mir zum Popanz / zum Holzklotz, davor ich mich bücke?' /
18622#Jesaja,44,20#20. Wer Asche nachgeht / den hat betrogner Sinn verführt. / Er rettet nimmer seine Seele. / Doch spricht er nicht: / ,Ist denn nicht Lug in meiner Rechten?'
18623#Jesaja,44,21#21. Des denke, Jaakob / und Jisraël, weil du mein Knecht; / hab dich gebildet / du bist mein Knecht / bleibst, Jisraël, mir unvergessen! /
18624#Jesaja,44,22#22. Wie Nebel lösch ich deine Missetaten / und wie die Wolke deine Sünden / kehr um zu mir / denn ich erlöse dich. /
18625#Jesaja,44,23#23. Aufjubelt Himmel, denn der Ewge hats getan! / Frohlockt, der Erde Tiefen / brecht, Berge, aus in Jubel / der Wald und jeder Baum darin / weil Jaakob der Ewige erlöst / an Jisraël er sich verherrlicht.
18626#Jesaja,44,24#24. So spricht der Ewige, dein Löser / dein Bildner aus dem Mutterschoß: / Ich bins, der Ewige, der alles schafft / der ich den Himmel ausgespannt allein / die Erde unterbauet nur aus mir! /
18627#Jesaja,44,25#25. Der bricht der Zaubrer Wunderzeichen / zu Narren macht Orakler / macht Weise rückwärts kehren / aus ihrer Klugheit Torheit. /
18628#Jesaja,44,26#26. Der seines Knechtes Wort erstellt / und seiner Boten Vorsage erfüllt / der von Jeruschalaim spricht: / ,Es sei besiedelt!' / und von Jehudas Städten: / ,Sie seien aufgebaut / und ihre Trümmer richt ich auf'; /
18629#Jesaja,44,27#27. der zu der Wassertiefe spricht: ,Versiege / und deine Ströme leg ich trocken'; /
18630#Jesaja,44,28#28. der da von Koresch spricht: ,Mein Hirt / und all mein Wollen, er erfüllts'; / und von Jeruschalaim, da er spricht: / ,Sei es gebaut / die Tempelhalle sei gegründet!'
18631#Jesaja,45,1#1. So spricht der Ewige / von Koresch, seinem Gesalbten / des Rechte ich erfaßt / um vor ihm Völker hinzustrecken / entblößt den Königen die Lenden / um vor ihm Pforten aufzutun / und Tore, daß sie unverschlossen. /
18632#Jesaja,45,2#2. Ich schreite vor dir her / und ebne die Wälle / zerschmettre eherne Tore / zerhau der Riegelbalken Eisen. /
18633#Jesaja,45,3#3. Ich gebe dir die Schätze aus dem Dunkel / Verscharrtes in Verborgenheit / auf daß du weißt / daß ich der Ewige / der mit dem Namen dich berief / Gott Jisraëls. /
18634#Jesaja,45,4#4. Um meinen Knecht, um Jaakob / um Jisraël, das mir erwählt / berief ich dich bei deinem Namen / benannte dich, wo du mich nicht gekannt. /
18635#Jesaja,45,5#5. Ich bin der Ewige / sonst keiner / und außer mir ist da kein Gott. / Hab dich gegürtet / wo du mich nicht gekannt. /
18636#Jesaja,45,6#6. Damit man sonnenaufgangs es erkenne / und untergangs, daß nichts ist außer mir. / Ich bin der Ewige, und keiner sonst /
18637#Jesaja,45,7#7. der Helle bildet, Dunkel schafft / Heil wirkt und Übel schafft / ich bins, der Ewige / der all dies tut. /
18638#Jesaja,45,8#8. Träuft, Himmel oben / von Heil die Höhen rieseln / auftue sich die Erde / sie tragen Glück als Frucht / Heil sproßt es allgesamt; / ich hab, der Ewge, es geschaffen.
18639#Jesaja,45,9#9. Ach, rechtet mit ihrem Bildner / die Scherbe unter irdnen Scherben? / Spricht da der Ton zum Bildner: / ,Was tust du' / dein Werk, das keine Hände hat? /
18640#Jesaja,45,10#10. Ach, der zum Vater spricht:  ,Was zeugst du' / und zu dem Weib: / ,Was kreißt du?'
18641#Jesaja,45,11#11. So spricht der Ewige / der Heilge Jisraëls / sein Bildner: / Das Künftge fraget mich / ob meiner Kinder / ob meiner Hände Werk / heißt mich (erzählen)!
18642#Jesaja,45,12#12. Ich hab die Erde, ich, gemacht / den Menschen drauf hab ich geschaffen. / Ich, meine Hände spannten aus den Himmel / und all ihr Heer hab ich entboten. /
18643#Jesaja,45,13#13. Ich, ich hab ihn erweckt in Heil / und alle seine Wege will ich ebnen; / er soll, er meine Stadt erbaun / die mir Verschleppten frei entlassen / und nicht um Zahlung, nicht um Gunstgeschenk / so spricht der Ewige der Scharen. /
18644#Jesaja,45,14#14. So spricht der Ewige: / Mizraims Mühertrag / der Sold von Kusch / und die Sabäer, Männer des Tributs / dir falln sie zu / dein solln sie sein / dir nach sie gehn / in Ketten ziehn. / Dir werfen sie sich nieder / zu dir sie beten. / In dir nur ist Gottheit / und keiner sonst, kein Gott. /
18645#Jesaja,45,15#15. Nur du bist Gott des, der sich birgt / Gott Jisraëls, der Helfer. /
18646#Jesaja,45,16#16. Zu Schande, ja zu Schmach / sind worden sie alle / zusamt in Schanden wandern sie / des Bildwerks Schnitzer. /
18647#Jesaja,45,17#17. Befreit wird durch den Ewgen Jisraël / Freiheit für Ewigkeiten / nie trifft euch Scham noch Schande / auf ewig, immerzu!
18648#Jesaja,45,18#18. Denn so spricht der Ewige / der Himmel Schöpfer, er, der Gott / er, der die Erde bildete, sie machte / er, der sie hat gegründet / nicht leerhin sie geschaffen / zum Wohnen sie gebildet: / Ich bins, der Ewige, und keiner sonst. /
18649#Jesaja,45,19#19. Nicht in Verborgenheit hab ich geredet / von Dunkellandes Stätte / nicht hab zu Jaakobs Samen ich gesprochen: / Sucht leerhin mich! / Ich bin der Ewige / ich rede Wahrheit / tu Gradheit kund. /
18650#Jesaja,45,20#20. Tut euch zusammen, kommt / rückt aneinander allesamt / Entronnene der Völker! / Die wissen nichts / die da ihr Holzbild tragen / und flehn zu einer Gottheit, die nicht hilft. /
18651#Jesaja,45,21#21. Verkündet, bringt es vor / ja, laßt zusammen sie beraten. / Wer ließ ureinst dies hören / hat urlängst es verkündet? / War ich es nicht, der Ewge / und kein Gott außer mir? / Ein Gott, heilbringend, helfend; / ist keiner außer mir. /
18652#Jesaja,45,22#22. Kehrt euch zu mir, daß Heil euch wird / all ihr Grenzen der Erde / denn ich bin Gott / sonst keiner. /
18653#Jesaja,45,23#23. Bei mir hab ich geschworen / aus meinem Mund kam Wahrheit / ein Wort, das nicht zurückkehrt; / daß mir sich beuge jedes Knie / und schwöre jede Zunge. /
18654#Jesaja,45,24#24. ,Nur bei dem Ewgen hab ich' / - so spricht man - / ,mir Heil und Macht.' / Kommt es zu ihm, so werden sie zuschanden / alldie da gegen ihn entbrannten. /
18655#Jesaja,45,25#25. Im Ewigen wird siegen und sich rühmen / aller Same Jisraëls.
18656#Jesaja,46,1#1. Geknickt ist Bel / Nebo gebrochen / geworden ihre Bilder / des Wildes und des Viehs. / Die euch als Träger / sie waren schwerbeladen / mit Last bis zur Erschöpfung; /
18657#Jesaja,46,2#2. da knickten, brachen sie mitsammen / und konnten so die Last nicht retten / sich selber nicht; / als Beute ging es fort. /
18658#Jesaja,46,3#3. Hört auf mich, Jaakobs Haus / und aller Rest vom Hause Jisraël / die ihr mir aufgeladen seid vom Mutterleib / getragen seid vom Mutterschoß! /
18659#Jesaja,46,4#4. Und bis ins Alter bin ich es / und bis zum Greistum schlepp ich es; / ich, ich hab es gemacht / und ich, ich trags / ich schleppe und ich rette.
18660#Jesaja,46,5#5. Wem wollt ihr mich vergleichen und gesellen? / Mich paaren, daß wir glichen? /
18661#Jesaja,46,6#6. Die Gold aus ihrem Beutel schütten / und Silber mit dem Wagscheit wägen / sie dingen einen Feinschmied / der machts als Gott; / sie beugen sich und fallen nieder. /
18662#Jesaja,46,7#7. Da tragen sie ihn auf der Schulter / sie schleppen ihn und stelln ihn ab / an seinen Platz. / Da steht er nun / von seinem Orte rückt er nicht. / Und schreit auch wer zu ihm / er gibt nicht Antwort / er hilft ihm nicht aus seiner Not.
18663#Jesaja,46,8#8. Gedenket dessen und ermannt euch / Abtrünnige, nehmt es zu Herzen! /
18664#Jesaja,46,9#9. Gedenkt des Frühern aus der Urzeit! / ja, ich bin Gottheit, keiner sonst / Gott, nichts mir gleich. /
18665#Jesaja,46,10#10. Der ich vom Anfang her das Ende künde / und von der Urzeit, was noch nicht geschehen / des Plan, sprech ich, besteht / und all mein Wollen führ ich aus. /
18666#Jesaja,46,11#11. Der aus dem Ost Raubvögel ruft / aus fernem Land den Mann für meinen Plan; / wie ich gesprochen, mach ichs kommen / hab es geformt und führ es aus. /
18667#Jesaja,46,12#12. Hört auf mich, die ihr ,hohen Sinns' / die fern vom Heil. /
18668#Jesaja,46,13#13. Hab nah mein Heil / ist nicht mehr fern / und meinen Sieg / er säumet nicht; / ich schaff in Zijon Sieg / für Jisraël mein Prangen.
18669#Jesaja,47,1#1. Hinab, sitz hin im Staub / Maid, Tochter Babels / sitz hin zur Erde, ohne Thron / du Tochter der Kasdäer / denn nicht heißt man dich ferner / die Feine und Verwöhnte. /
18670#Jesaja,47,2#2. Die Mühle nimm / Mehl mahle / tu ab dein Schleiertuch / zieh fort die Schleppe / mach bloß den Schenkel / durchwate Ströme. /
18671#Jesaja,47,3#3. Enthüllt wird deine Blöße / ja, sichtbar deine Schmach; / will Rache nehmen / stoß mich an Menschen nicht. /
18672#Jesaja,47,4#4. Erlöser uns / der Ewige der Scharen ist sein Name / der Heilge Jisraëls.
18673#Jesaja,47,5#5. Sitz hin, verstummt / geh ein ins Dunkel / du Tochter der Kasdäer / denn nicht mehr heißt man dich / der Königreiche Herrin. /
18674#Jesaja,47,6#6. Ich zürnte auf mein Volk / da schändet ich mein Erbe / gab sie in deine Hand. / Du schenktest ihnen kein Erbarmen / auf Greise bürdetest du schwer dein Joch /
18675#Jesaja,47,7#7. und sprachst: / ,Für ewig werd ich Herrin sein!' / Noch nahmst du dies dir nicht zu Herzen / bedachtest nicht sein Ende. /
18676#Jesaja,47,8#8. Doch nun / hör dies, du Feine / du sicher Thronende / die spricht in ihrem Herzen: / ,Ich, keiner sonst! / Ich bleib nicht Witwe / ich kenn kein Kindersterben.' /
18677#Jesaja,47,9#9. Nun kommt dies beides dir / im Nu an einem Tag: / Verwaisen und Verwitwen / sie kommen ungeahnt an dich / trotz deiner Zauber Fülle / bei deiner Runen Erzgewalt. /
18678#Jesaja,47,10#10. Warst sicher dir in deiner Bosheit / du sprachst: / ,Es sieht mich keiner!' / Du, deine Klugheit und dein Wissen / verwirrten dich / da du in deinem Herzen sprachst: / ,Ich, keiner sonst!' /
18679#Jesaja,47,11#11. Nun kommt auf dich ein Unheil / kannsts nicht erforschen / befällt Verhängnis dich / kannst es nicht sühnen; / kommt über dich urplötzlich Graun / du kennst es nicht. /
18680#Jesaja,47,12#12. Tritt an mit deinen Runen / mit deiner Zaubereien Fülle / daran du dich gemüht von deiner Kindheit! / Mag sein, kannst was erwirken / mag sein, du schreckst es weg. /
18681#Jesaja,47,13#13. Hast nichts erreicht / mit deines Beirats Menge; / laß vor sie treten und dir helfen / die Himmelsdeuter, Sternegucker / die nach den neuen Monden künden / von dem, was an dich kommt.
18682#Jesaja,47,14#14. Sieh an, sie sind wie Stoppeln / das Feuer brennt sie / sie retten nicht ihr Leben / aus der Flamme Gewalt: / ist keine Glut zum Wärmen / kein Brand, davor zu sitzen! /
18683#Jesaja,47,15#15. So sind dir die, um die du dich gemüht / die deine Zauberer aus deiner Jugend. / Ein jeder seines Weges fortgeirrt / hilft keiner dir.
18684#Jesaja,48,1#1. Hört dies, Haus Jaakob / die mit dem Namen Jisraëls sich nennen / hervorgegangen aus Jehuda / die bei des Ewgen Namen schwören / den Gott von Jisraël berufen / doch nicht in Wahrheit / und nicht in Rechtlichkeit /
18685#Jesaja,48,2#2. wo nach der heilgen Stadt sie sich benennen / auf Jisraëls Gott sie sich stützen / des Name Ewiger der Scharen.
18686#Jesaja,48,3#3. Das Frühere, längst hab ichs kundgetan / aus meinem Munde kams, ich ließ es hören / hab plötzlich es getan, und es traf ein. /
18687#Jesaja,48,4#4. Wußt ich doch, daß du hart / und Eisenband dein Nacken / und deine Stirn von Erz /
18688#Jesaja,48,5#5. so tat ich längst dirs kund / bevor es kam, ließ ich dichs hören / daß du nicht sagst: / ,Mein Götze hats getan / mein Schnitzwerk und mein Gußbild es geboten.' /
18689#Jesaja,48,6#6. Du hast gehört, schau alles / und ihr / wollt ihrs nicht künden? / Ich ließ das Neue dich / von nun ab hören / Verwahrtes, was du nicht gekannt. /
18690#Jesaja,48,7#7. Jetzt wards geschaffen, nicht schon längst / und vor dem Tag. / Du hast es nicht gehört / daß du nicht sprichst: / ,Habs ja gekannt!' /
18691#Jesaja,48,8#8. Hast nichts gehört / hast nichts gewußt / noch hat sich je dein Ohr geöffnet. Habs ja gewußt / du wirst, mußt treulos sein. / Verräter warst vom Mutterschoß an du geheißen. /
18692#Jesaja,48,9#9. Um meines Namens willen / blieb ich in Langmut / um meinen Ruhm / hab ich mich dir bezähmt / dich nicht zu tilgen. /
18693#Jesaja,48,10#10. Ich hatte dich geläutert; / nicht in des Silbers / in Elends Schmelze hab ich dich erprobt. /
18694#Jesaja,48,11#11. Um meinet-, meinetwillen tu ich dies; / wie dürft mans schänden? / Und meine Ehre geb ich anderm nicht.
18695#Jesaja,48,12#12. Hör auf mich, Jaakob / und Jisraël, das mir berufen: / Ich bin es, ich, der Erste / ich auch der Letzte. /
18696#Jesaja,48,13#13. Ja, meine Hand, sie gründete die Erde / und meine Rechte hat die Himmel ausgespannt / ich rief sie auf / da standen sie zusamt. /
18697#Jesaja,48,14#14. Tut alle euch zusammen, hört! / Wer unter ihnen tat dies kund? / Der Ewge, der ihn liebt / tat seinen Willen an Babel / sein Arm an den Kasdäern. /
18698#Jesaja,48,15#15. Ich, ich hab es geredet / ja, ihn gerufen / hab ihn herbeigeholt / so hatt' sein Weg Erfolg. /
18699#Jesaja,48,16#16. Heran zu mir, hört dies / hab ichs vom Anfang nicht / da's im Verborgnen war, gekündet? / Von Stund ab, da es ward / war ich dabei; / und jetzt hat mich entsandt / Gott, Herr, und dessen Geist.
18700#Jesaja,48,17#17. So spricht der Ewige, dein Löser / der Heilge Jisraëls: / Ich lehr, der Ewige, dein Gott / zu wirken dich / weis an dich auf dem Wege, den du gehst. /
18701#Jesaja,48,18#18. Wenn du, wo ich geboten, mir gehorcht / es gliche einem Strom dein Glück / dein Heil des Meeres Wellen; /
18702#Jesaja,48,19#19. dann wäre wie der Sand dein Same / wie seine Körnchen deines Leibes Sprossen / nicht ausgerottet, nie getilgt / vor mir sein Name.
18703#Jesaja,48,20#20. Zieht aus von Babel / eilt fort aus der Kasdäer Land / mit Jubelschall tut kund / laßt hören dies / tragts hin bis zu der Erde Ende / sprecht: / ,Erlöst hat er, der Ewge / seinen Knecht Jaakob.' /
18704#Jesaja,48,21#21. Sie dursten in den Öden nicht / da er sie führt; / und Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen rieseln / er spaltete den Fels / da strömten Wasser.
18705#Jesaja,48,22#22. Kein Heil / spricht der Ewige / den Frevlern!
18706#Jesaja,49,1#1. Hört, Seelande, auf mich / horcht auf, ihr Nationen aus der Ferne! / Der Ewge hat vom Mutterleibe mich berufen / von meiner Mutter Schoß mit Namen mich genannt. /
18707#Jesaja,49,2#2. Er machte meinen Mund wie scharfes Schwert / im Schatten seines Armes barg er mich; / er machte mich zum ausgesuchten Pfeil / in seinem Köcher barg er mich /
18708#Jesaja,49,3#3. und sprach zu mir: / Mein Knecht bist du / du, Jisraël, daran ich mich berühme. /
18709#Jesaja,49,4#4. Und ich, gemeint hatt ich: / vergeblich hab ich mich gemüht / für Leer und Lug die Kraft vertan. / Doch nein, mein Recht ist bei dem Ewigen / mein Werklohn steht bei meinem Gott. /
18710#Jesaja,49,5#5. Nun aber spricht der Ewige / der mich vom Mutterschoß / zum Knecht ihm hat gebildet / zurück, zu sich hin Jaakob zu bringen / daß Jisraël zu ihm wird heimgeholt / daß ich geehrt bin in des Ewgen Augen / und Gott ward meine Stärke. /
18711#Jesaja,49,6#6. Da spricht er: / Gering dafür, daß du mir Knecht / ists Jaakobs Stämme aufzurichten / und die Bewahrten Jisraëls zurückzubringen, / so mach ich dich zum Licht der Völker / daß reicht mein Heil bis zu der Erde Ende.
18712#Jesaja,49,7#7. So sagt der Ewige / der Löser Jisraëls, sein Heiliger / dem, der des Lebens spottet / das Volk verabscheut / vom Knecht der Herrscher: / die Könige, sie werdens sehn und sich erheben / die Fürsten und sich niederwerfen / des Ewgen wegen, der bewährt / des Heilgen Jisraëls, der dich erkoren. /
18713#Jesaja,49,8#8. So spricht der Ewige: / Zur Zeit der Huld erhör ich dich / am Tag des Heiles helf ich dir / hab dich geformt und mache dich / zu Volkes Bundeshüter / das Land erstehn zu machen / um zuzueignen Eigentum, verödet. /
18714#Jesaja,49,9#9. Zu sagen den Gefangnen: Kommt hervor! / Zu denen, die im Dunkel: Zeigt euch frei! / An Wegen solln sie weiden / an allen Aun ist ihre Trift. /
18715#Jesaja,49,10#10. Sie hungern nicht und dursten nicht / nicht schlägt der Glutwind sie, noch Sonne / denn ihr Erbarmer führt sie an / geleitet sie an Wasserquellen. /
18716#Jesaja,49,11#11. All meine Berge mache ich zum Weg / und meine Straßen laufen droben. /
18717#Jesaja,49,12#12. Sieh, diese kommen aus der Ferne / und jene, sieh, von Nord und West / und die hier aus dem Land der Sinier. /
18718#Jesaja,49,13#13. Jauchzt auf, ihr Himmel, und frohlocke, Erde / ihr Berge, brecht in Jubel aus; / hat doch der Ewige sein Volk getröstet / und seiner Armen sich erbarmt.
18719#Jesaja,49,14#14. Es sprach Zijon: / ,Verlassen hat der Ewge mich / mein Herr mich vergessen.' /
18720#Jesaja,49,15#15. Vergißt ein Weib ihr Brustkind / daß sichs erbarm des Sohns aus ihrem Schoß? / Wenn solche selbst vergessen - / ich, ich vergeß dich nicht. /
18721#Jesaja,49,16#16. Sieh, auf die Hände mir hab ich dich eingezeichnet / hab deine Mauern ständig vor mir. /
18722#Jesaja,49,17#17. Her eilen deine Kinder; / die dir Zerstörer und Verheerer / ziehn weg von dir. /
18723#Jesaja,49,18#18. Heb ringsum deine Augen / und schau / sie alle sammeln sich / sie kommen zu dir. / Ich lebe! / Ist des Ewgen Spruch / sie alle, wie Geschmeid legst du sie an / schnürst um sie wie die Braut. /
18724#Jesaja,49,19#19. Wo deine Trümmer, Öden, dein zerstörtes Land / da ists zu eng dir nun vor Wohnern / und fort sind deine Verderber. /
18725#Jesaja,49,20#20. Noch sprechen vor deinen Ohren / die Kinder, dir geraubt: / ,Eng ist der Raum mir / rück ab mir, daß ich sitze!' /
18726#Jesaja,49,21#21. Und sprichst in deinem Herzen: / ,Wer hat mir die geboren? / War ich der Kinder doch beraubt und einsam / verbannt, verstoßen; / und die, wer zog sie groß? / Sieh, ich war ja allein geblieben - / woher nun diese?' /
18727#Jesaja,49,22#22. So spricht Gott, Herr: / Sieh, zu den Völkern heb ich meine Hand / und an die Nationen höh ich mein Panier / da bringen deine Söhne sie im Brustbausch / und deine Töchter trägt man auf der Schulter. /
18728#Jesaja,49,23#23. Und Könige sind deine Wärter / und ihre Fürstinnen dir Ammen; / das Angesicht zur Erde falln sie vor dir nieder / und lecken deiner Füße Staub. / Dann weißt du es, daß ich der Ewge bin / daß, die mein harren, nie zuschanden werden.
18729#Jesaja,49,24#24. Nimmt man vom Helden Beute? / Entrinnt des Siegers Fang? /
18730#Jesaja,49,25#25. Denn so spricht der Ewige: / Des Helden Fang auch wird genommen / und Beute des Gewaltgen mag entrinnen; / und ich mit deinen Hadrern hadre ich / und deinen Kindern bring ich Rettung. /
18731#Jesaja,49,26#26. Und fressen laß das eigne Fleisch ich deine Quäler / daß sie wie Most von ihrem Blute saufen / und alles Fleisch erkennt / daß ich, der Ewige, dein Retter / und dein Erlöser ist der Hehre Jaakobs.
18732#Jesaja,50,1#1. So spricht der Ewige: / Wo ist denn eurer Mutter Scheidebrief / mit dem ich sie verstoßen / wer ists von meinen Schuldherrn / dem ich euch verkauft? / Um eurer Sünden willen waret ihr verkauft / ob eurer Freveltaten ward verstoßen eure Mutter. /
18733#Jesaja,50,2#2. Warum, kam ich, war keiner da / rief ich, gab keiner Antwort? / War kurz mein Arm, kurz zum Erlösen / und keine Kraft in mir zu retten? / Sieh, durch mein Schelten trockne ich das Meer / schaff Ströme um in Wüste; / es faulen ihre Fische, weil kein Wasser / verderben vor Durst. /
18734#Jesaja,50,3#3. Ich kleide die Himmel in Düster / und Sackzeug mach ich ihre Hülle.
18735#Jesaja,50,4#4. Gott, Herr / er gab mir der Belehrung Zunge / das Stammeln zu verstehn / dem Redemüden / erweckt des Morgens / des Morgens weckt er mir das Ohr / zu lauschen nach Belehrung. /
18736#Jesaja,50,5#5. Gott, Herr, er öffnet' mir das Ohr / ich trotzte nicht / trat nicht zurück. /
18737#Jesaja,50,6#6. Den Rücken bot ich den Schlägern / und meine Wangen den Raufern / barg nicht mein Antlitz / vor Schimpf und Speien. /
18738#Jesaja,50,7#7. Doch Gott, der Herr, er hilft mir / darum beschimpfts mich nicht. / Drum mache ich mein Antlitz wie den Kiesel / weiß, nimmer werde ich zuschanden. /
18739#Jesaja,50,8#8. Nah ist, der Recht mir schafft; / wer streitet mit mir? / Laßt uns zusammenstehn! / Wer hat mit mir zu rechten? /
18740#Jesaja,50,9#9. Er nahe mir! / Sieh, Gott, der Herr, er hilft mir / wer ists, der mich beschuldigt? / Sieh an, sie alle schleißen wie Gewand / die Motte frißt sie!
18741#Jesaja,50,10#10. Wer fürchtet unter euch den Ewigen / hört auf die Stimme seines Knechts? / Wer düster wandelt, keinen Lichtschein sieht / vertraue auf des Ewgen Namen / und stütze sich auf seinen Gott. /
18742#Jesaja,50,11#11. Sieh an, ihr alle, die ihr Feuer zündet / euch Flämmchen rüstet / geht hin in eures Feuers Glut / den Flämmchen, die ihr angezündet. / Von meiner Hand ward dieses euch. Die ihr in Qualen lieget:
18743#Jesaja,51,1#1. Hört auf mich, die dem Heil ihr nachgeht / den Ewigen suchet / schaut auf den Fels, draus ihr Gehauen / und auf den Grubenschacht, draus ihr erbohrt; /
18744#Jesaja,51,2#2. auf Abraham schaut, euren Vater / auf Sara, die euch hat geboren. / Hab ihn als einen ja berufen / und ihn gesegnet und gemehrt. /
18745#Jesaja,51,3#3. Es tröstet ja der Ewge Zijon / er tröstet alle seine Trümmer / macht seine Wüste Eden gleich / und sein Gesenke wie des Ewgen Garten. / Die Wonne und die Freude trifft man drin / die Huldigung, des Jubels Hall.
18746#Jesaja,51,4#4. Horch mir, mein Volk / lausch, meine Nation, mir zu! / Denn Weisung geht von mir aus / mein Rechtsspruch als der Völker Licht.
18747#Jesaja,51,5#5. Im Nu, nah ist mein Heil / auf geht mein Helfen / und meine Arme richten Völker / mein harren Seelande / und warten meines Arms. /
18748#Jesaja,51,6#6. Hebt auf zum Himmel eure Augen / und schaut zur Erde drunten; / denn wie der Rauch zerstiebt der Himmel / die Erde morscht wie ein Gewand / und ihre Wohner sterben hin wie Mücken. / Doch meine Hilfe bleibt für Ewigkeit / mein Heil, es endet nicht. /
18749#Jesaja,51,7#7. Auf mich hört, die das Recht ihr kennt / du Volk, das meine Weisung hat im Herzen: / nicht fürchtet Schimpf von Menschen / und schrecket nicht vor ihrem Schmähn. /
18750#Jesaja,51,8#8. Denn wie Gewand frißt sie die Motte / und wie die Wolle zehrt die Schabe sie. / Mein Heil jedoch besteht für ewig / und meine Hilfe Zeit um Zeiten.
18751#Jesaja,51,9#9. Auf, auf / hüll dich in Kraft / des Ewgen Arm! / Auf, wie in Vorwelttagen / Urzeitgeschlechtern! / Warst du es nicht, der Rahab niederhieb / durchbohrte den Drachen? /
18752#Jesaja,51,10#10. Warst du es nicht, der trocknete das Meer / der Urflutherrin Wasser / der legt durch Meerestiefen einen Weg / drauf die Erlösten zogen? /
18753#Jesaja,51,11#11. Und die vom Ewgen Losgekauften kehren wieder / und kommen nach Zijon in Jubel / mit ewger Freude auf dem Haupt; / die Wonne und die Freude treffen ein / es fliehen Kümmernis und Seufzen.
18754#Jesaja,51,12#12. Ich bins, ich, der euch tröstet. / Wer, du, der fürchtet / vor Menschlein, sterblich / und vor dem Erdenkind / das man zum Grase tut? /
18755#Jesaja,51,13#13. Und du vergißt des Ewgen, deines Schöpfers / der Himmel ausgespannt / die Erde hat gegründet / und bangst beständig, alletag / vor des Bedrängers Wut / wie er da zu verderben sucht? / Und wo bleibt des Bedrängers Wut? /
18756#Jesaja,51,14#14. Er eilt im Amtskleid: Aufgetan! / Daß er zur Grube hin nicht sterbe / und er des Brotes nicht ermangle.
18757#Jesaja,51,15#15. Ich aber bin der Ewige, dein Gott / der grollt dem Meer, daß seine Wellen tosen / der Ewige der Scharen ist sein Name. /
18758#Jesaja,51,16#16. Ich legte meine Worte dir in deinen Mund / im Schatten meiner Hand verdeckt ich dich / zu pflanzen Himmel / zu gründen Erde / zu Zijon zu sprechen: / ,Mein Volk bist du.'
18759#Jesaja,51,17#17. Raff auf dich, raff dich auf / steh auf, Jeruschalaim / die du getrunken aus des Ewgen Hand / den Becher seines Grimms / des Taumelbechers Kelch / getrunken, ausgeschlürft. /
18760#Jesaja,51,18#18. Führt keiner sie / von allen Söhnen, die sie hat geboren / faßt keiner ihre Hand / von allen Kindern, die sie großgezogen? /
18761#Jesaja,51,19#19. Zwei sinds, die dich betroffen / wer zeigt dir Mitleid? / Verheerung und Sturz / und Hunger und Schwert / wie soll ich dich trösten? /
18762#Jesaja,51,20#20. Umnachtet liegen deine Söhne / vornan in allen Straßenecken / wie brandgezeichnet / die von des Ewgen Grimm erfüllt / dem Schelten deines Gottes. /
18763#Jesaja,51,21#21. Drum hör dies, Ärmste / die trunken, nicht vom Wein. /
18764#Jesaja,51,22#22. So spricht dein Herr, der Ewige, dein Gott, der streitet für sein Volk: / Sieh an, ich nehm aus deiner Hand / den Taumelbecher / den Krugkelch meines Grimms / sollst fortan du nicht trinken. /
18765#Jesaja,51,23#23. Ich gebe ihn in deiner Quäler Hand / die da zu deiner Seele sprachen: / ,Duck hin, daß wir hinüberschreiten', / du machtest deinen Leib dem Boden gleich / und wie die Flur den Schreitenden.
18766#Jesaja,52,1#1. Auf, auf / hüll dich in deine Kraft, Zijon! / Zieh an die Prachtgewänder / Jeruschalaim, heilge Stadt. / Denn nicht mehr soll dich betreten / ein Ungelöster und Befleckter. /
18767#Jesaja,52,2#2. Entschüttle dich vom Staub, steh auf / Gefangenschaft Jeruschalaims / mach frei dir deines Halses Fesseln / Gefangne, Tochter Zijons. /
18768#Jesaja,52,3#3. Denn so spricht der Ewge: / Umsonst ward ihr verkauft / und ohne Geld seid ausgelöst. /
18769#Jesaja,52,4#4. Denn so spricht Gott, der Herr: / Erstwillig nach Mizraim zog mein Volk hinab / um dort zu gasten / und Aschschur hat um nichts es ausgepreßt. /
18770#Jesaja,52,5#5. Und nun, was hab ich hier? / Ist des Ewigen Spruch; / ist ja umsonst mein Volk genommen / es tollen, die's beherrschen / ist des Ewgen Spruch / und ständig, alletag gelästert ist mein Name. /
18771#Jesaja,52,6#6. Drum soll mein Volk erkennen meinen Namen / darum an jenem Tag / daß ichs bin, der geredet / ich bin es!
18772#Jesaja,52,7#7. Wie lieblich auf den Bergen / des Frohboten Tritte / der Frieden kündet / Glück meldet / Heil kündet / der spricht zu Zijon: / ,König ward dein Gott!' /
18773#Jesaja,52,8#8. Horch / deine Späher heben Ruf / zusamt sie jubeln; / denn Aug an Auge schauen sie / wie nach Zijon der Ewige zurückkehrt. /
18774#Jesaja,52,9#9. Jauchzt auf und jubelt allesamt / Jeruschalaims Trümmer / getröstet hat der Ewige sein Volk / erlöst Jeruschalaim. /
18775#Jesaja,52,10#10. Bloßstreift der Ewge seinen heilgen Arm / vor aller Völker Augen / und alle Erdenenden schauen / unsres Gottes Hilfe. /
18776#Jesaja,52,11#11. Fortziehet, fort / zieht aus von dort / unrein ists, rührts nicht an / zieht aus aus seiner Mitte / rein haltet euch / die ihr des Ewigen Geräte tragt. /
18777#Jesaja,52,12#12. Denn nicht in Hasten sollt ihr ausziehn / und nicht im Flüchten wandern / denn vor euch schreitet hin der Ewige / und eure Nachhut ist Gott Jisraëls.
18778#Jesaja,52,13#13. Sieh, Glück erschaut mein Knecht / er steigt, emporgetragen, raget hoch. /
18779#Jesaja,52,14#14. Wie viele sich bei dir entsetzt / weil so entstellt vom Menschlichen sein Aussehn / und die Gestalt ihm vor den Erdenkindern - /
18780#Jesaja,52,15#15. so macht er viele Völker staunen / verschließen Könige ob ihm den Mund; / denn nie Erzähltes schauen sie / und was sie nie erhört / des werden sie gewahr.
18781#Jesaja,53,1#1. Wer glaubte unsrer Kunde / des Ewgen Arm, wem ward er offenbar? /
18782#Jesaja,53,2#2. Aufstieg er wie ein Schößling vor sich hin / und wie die Wurzel aus des Durstes Land. / Hatt nicht Gestalt noch Hoheit / daß wir ihn ansähn / kein Aussehn, daß wir sein begehrten. /
18783#Jesaja,53,3#3. Verachtet und gemieden von den Menschen / ein Mann der Schmerzen und vertraut mit Krankheit / und daß vor ihm das Antlitz man verbarg / verachtet, daß wir ihn nicht zählten. /
18784#Jesaja,53,4#4. Doch unser Kranken ists, das er getragen / und unsre Schmerzen, er hat sie gelitten. / Wir aber glaubten ihn behaftet / von Gott geschlagen und erniedert. /
18785#Jesaja,53,5#5. Er aber ward durchbohrt ob unsrer Frevel / zermalmt um unsre Sünden / die Züchtigung für unser Wohl lag auf ihm / durch seine Striemen ward uns Heilung. /
18786#Jesaja,53,6#6. Wir alle irrten wie die Schafe / ein jeder seines Weges kehrten wir; / der Ewge aber schickt' ihm zu / unser aller Schuld. /
18787#Jesaja,53,7#7. Bedrängt, war er gebeugt / und öffnet' nicht den Mund / wie Lamm, zur Schlachtung hingeführt / und wie das Schaf, verstummt vor seinen Scherern / und öffnet' nicht den Mund. /
18788#Jesaja,53,8#8. Aus Haft und aus Gericht ward er geholt / und seinen Umlauf, wer kann ihn erzählen / wie abgeschnitten er aus Lebens Land? / Ob meines Volkes Frevel traf ihn Schaden /
18789#Jesaja,53,9#9. und gab bei Übeltätern man sein Grab / bei dem, der reich an seinen Todessünden; / ob er doch Raub nicht übte / kein Trug in seinem Mund war. /
18790#Jesaja,53,10#10. Der Ewge aber wollte ihn zerschlagen / er macht' ihn krank / ob du es merkst, daß Schuldopfer sein Leben. Er schaut noch Samen / lebt noch lang / des Ewgen Wollen soll durch ihn noch glücken. /
18791#Jesaja,53,11#11. Nach seiner Seele Pein tränkt er sich satt / durch seine Kenntnis schafft er Recht Gerechtem / mein Knecht, den Großen / und ihre Sünden trug er; /
18792#Jesaja,53,12#12. drum geb ich Anteil mit den Großen ihm / und mit den Mächtgen teilt er Beute / weil er dem Tod sein Leben hingegossen / und unter die Verräter war gezählt / wo er der Großen Sünde trug / und der Verräter Schickung auf sich nahm.
18793#Jesaja,54,1#1. Kindlose, juble / die nicht geboren / brich aus in Jubel, jauchze / die nicht gekreißt / denn mehr sind der Verwaisten Kinder / als der Vermählten / spricht der Ewige. /
18794#Jesaja,54,2#2. Spann weit den Raum deines Zeltes / man strecke die Behänge deiner Wohnstatt / spare nicht / lang mache deine Stricke / und deine Pflöcke ramme! /
18795#Jesaja,54,3#3. Denn rechts und links hin brichst du aus / dein Same, er beerbt die Völker / verheerte Städte werden sie besiedeln. /
18796#Jesaja,54,4#4. Nicht fürchte! / Wirst ja nicht zuschanden. / Sei nicht beschämt! / Du wirst ja nicht erblassen. / Denn deines Maidtums Schmach wirst du vergessen / und deines Witwenstandes Schimpf nicht mehr gedenken; /
18797#Jesaja,54,5#5. denn Gatte ist dein Schöpfer dir / der Ewige der Scharen ist sein Name / und dein Erlöser ist der Heilge Jisraëls / der ganzen Erde Gott ist er geheißen. /
18798#Jesaja,54,6#6. Denn wie ein Weib / verstoßen und verstörter Seele / ruft dich der Ewige / wie Weib der Jugendzeit / da sie verschmäht war / spricht dein Gott. /
18799#Jesaja,54,7#7. In schwachem Schelten / hab ich dich verlassen / in starker Liebe / hol ich dich heim. /
18800#Jesaja,54,8#8. In Zorneszucken / barg ich mein Antlitz / ein Nu vor dir; / in ewger Treue lieb ich dich / spricht dein Erlöser / der Ewige.
18801#Jesaja,54,9#9. Wie Noahs Wasser ist mir dies / wo ich geschworen, daß nicht mehr / die Wasser Noahs fluten ob der Erde / so schwöre ich, dir nimmermehr zu zürnen / noch dich zu schelten.
18802#Jesaja,54,10#10. Denn mögen Berge weichen / und Höhen wanken / mein Treuvertrag weicht nicht von dir / und meines Heils Bündnis wankt nicht / spricht dein Erbarmer / der Ewige.
18803#Jesaja,54,11#11. Du Elende, umstürmt und nicht getröstet / sieh an, ich leg in Bunterz deine Steine / und gründe dich in Saphiren /
18804#Jesaja,54,12#12. und mach Rubine deine Zinnen / und deine Toren zu Karfunkeln / all dein Bereich zu edlem Stein. /
18805#Jesaja,54,13#13. Und alle deine Kinder sind vom Ewigen belehrt / und groß ist deiner Kinder Heil. /
18806#Jesaja,54,14#14. Im Recht wirst du errichtet / bleib ferne von Bedrückung / - du hast ja nichts zu fürchten - / und von Bestürzung / - denn sie naht dir nicht. /
18807#Jesaja,54,15#15. Sieh, schürt zu Streit wer / nichts wird da ohne mich / wer mit dir streitet / er fällt ob dir. /
18808#Jesaja,54,16#16. Sieh, ich, ich schuf den Schmied / der bläst der Flamme Balg / die Waffe fördert als sein Werk / und ich, ich schuf den, der verdirbt / um zu zerstören. /
18809#Jesaja,54,17#17. Jedwede Waffe, wider dich geformt / dringt nimmer durch / und jede Zunge, die mit dir zu rechten sich erhebt / setzt du ins Unrecht: / das ist das Erbe für des Ewgen Knechte / ihr Recht von mir her / ist des Ewgen Spruch.
18810#Jesaja,55,1#1. Auf, all ihr Durstenden / zieht hin zum Wasser / und wer kein Geld hat / kommt, schaffet an und eßt / ja, geht, schafft Korn euch ohne Geld / und ohne Zahlung Wein und Milch. /
18811#Jesaja,55,2#2. Was sollt ihr Silber wägen / für - was kein Brot / und euren Mühertrag / um was nicht sättigt? / Hört ihr auf mich / so eßt ihr Köstliches / verwöhnt an Fett sich eure Seele. /
18812#Jesaja,55,3#3. Neigt euer Ohr / und kommt zu mir / hört, und es lebe eure Seele! / Ich will euch stiften ewgen Bund / die Treuverheißungen Dawids, bewährt.
18813#Jesaja,55,4#4. Sieh an, zum Warner für die Völker hab ich ihn bestellt / zum Fürsten und Gebieter der Nationen. /
18814#Jesaja,55,5#5. Sieh, Volk, das du nicht kennst / rufst du herbei / und Volk, das dich nicht kennt / es eilt zu dir / um deinen Gott, den Ewigen / den Heilgen Jisraëls / denn er verherrlicht dich.
18815#Jesaja,55,6#6. Strebt zu dem Ewigen / da er sich finden läßt / ruft an ihn / da er nah ist! /
18816#Jesaja,55,7#7. Der Frevler lasse seinen Weg / der Mann des Unheils seine Pläne / er kehre um zum Ewgen / daß er sich sein erbarme / zu unserm Gott / weil reich er im Verzeihn. /
18817#Jesaja,55,8#8. Denn nicht sind meine Pläne eure Pläne / nicht eure Wege meine Wege / ist des Ewigen Spruch. /
18818#Jesaja,55,9#9. Wie hoch die Himmel ob der Erde ragen / so überragen meine Wege eure Wege / und meine Pläne eure Pläne. /
18819#Jesaja,55,10#10. Denn wie vom Himmel fällt der Regen und der Schnee / und dorthin nicht zurückkehrt / er habe denn durchtränkt die Erde / sie fruchten und sie sprossen lassen / und Saat gegeben für den Sämann / und Brot dem Essenden /
18820#Jesaja,55,11#11. so ists mit meinem Wort / das kommt aus meinem Mund: / Nicht kehrt es leer zu mir zurück / es habe denn gewirkt / was ich gewollt / und durchgeführt / wozu ich es entsandt.
18821#Jesaja,55,12#12. In Freuden sollt ihr ausziehn / in Frieden ihr geleitet werden / die Berge und die Höhen brechen aus / vor euch in Jubel / und alle Bäume des Gefilds / sie klatschen in die Hände. /
18822#Jesaja,55,13#13. Statt des Gestrüpps sproßt die Zypresse / und statt der Nessel sprießt die Myrthe; / das wird dem Ewigen zum Ruhm / zu ewgem Wunderzeichen / nimmer ausgetilgt.
18823#Jesaja,56,1#1. So spricht der Ewige: / Wahrt Recht / und übt Gerechtigkeit / denn nah ist meine Hilfe / am Kommen / mein Rechtssieg / am Sichtbarwerden.
18824#Jesaja,56,2#2. Beglückt der Mensch / der solches tut / das Erdenkind / das daran festhält: / den Sabbat wahrt / ihn nicht zu schänden / wahrt seine Hand / daß sie nichts Böses tut. /
18825#Jesaja,56,3#3. Und sage nicht der Fremde Sohn / der sich dem Ewigen gesellt / und spreche: / ,Ausscheiden wird der Ewge mich aus seinem Volk.' / Und spreche der Verschnittne nicht: / ,Sieh an, ich bin ein dürrer Baum.' /
18826#Jesaja,56,4#4. Denn also spricht der Ewige von den Verschnittenen / die meine Sabbate bewahren / was mir gefällt, erwählen / und fest an meinem Bunde halten: /
18827#Jesaja,56,5#5. So geb ich ihnen / in meinem Haus / und meinen Mauern / Handmal und Namen / mehr wert als Söhne und als Töchter; / ich gebe ihnen ewgen Namen / der nimmer wird getilgt. /
18828#Jesaja,56,6#6. Der Fremde Söhne aber / die sich dem Ewigen gesellen / daß sie ihm dienen / des Ewgen Namen lieben / ihm sind zu Knechten; / alldie den Sabbat wahren / ihn nicht zu schänden / und fest an meinem Bunde halten /
18829#Jesaja,56,7#7. die bringe ich zu meinem heilgen Berg / laß sie sich freun in meinem Haus des Betens / mit ihren Hoch- und Schlachtopfern / zur Huld auf meinem Altar / wird ja mein Haus ein Haus des Betens heißen / für alle Völker. /
18830#Jesaja,56,8#8. Der Spruch von Gott dem Herrn / der heimholt die Verstoßnen Jisraëls: / Noch hol ich heim dazu / zu seinen Heimgeholten.
18831#Jesaja,56,9#9. Des Feldes Tiere alle / kommt her zum Fraß / all das Getier im Wald! /
18832#Jesaja,56,10#10. All seine Späher: Blinde / sie merken nichts / sind alle stumme Hunde / sie können nicht bellen, / die Träumer liegen da / schlafsüchtig. /
18833#Jesaja,56,11#11. Da sind die Hunde starker Gier / sie kennen kein ersatten / und jene - die Hirten - / verstehn nicht aufzumerken. / Sie alle kehren ihres Wegs / ein jeder seinem Raffen nach / zum äußersten. /
18834#Jesaja,56,12#12. ,Kommt her, ich bringe Wein / laßt Rauschtrank uns saufen; / und morgen solls wie heute sein / noch größer, noch viel mehr!'
18835#Jesaja,57,1#1. Der Rechtliche geschwunden / und keiner nimmts zu Herzen; / die Frommen weggerafft / weils keiner merkt. / Denn vor der Bosheit wird gerafft der Rechtliche /
18836#Jesaja,57,2#2. der wandelt in Frieden. / Auf ihren Lagern ruhn / die gradhin gewandelt.
18837#Jesaja,57,3#3. Und ihr / heran kommt / ihr Söhne der Verbuhlten / die Brut der Ehebrecher und der Buhlerin! /
18838#Jesaja,57,4#4. An wem wollt ihr Verwöhnte spielen? / Bei wem den Mund ihr weiten / die Zunge strecken? / Seid doch des Treubruchs Kinder / der Lüge Brut! /
18839#Jesaja,57,5#5. Die sich erhitzen bei den Terebinthen / und unter jedem üppgen Baum / die Kinder schlachten in den Tälern / im Grund der Felsenklüfte. /
18840#Jesaja,57,6#6. Die Gleißenden des Tales sind dein Teil / die sind, die sind dein Los / auch ihnen gossest Opferguß du hin / trugst Gabe auf. / Sollt drob ich Ruhe finden? /
18841#Jesaja,57,7#7. Auf hohem, ragendem Berg / hieltst du dein Lager / auch dorthin stiegst du / um Schlachtung zu schlachten. /
18842#Jesaja,57,8#8. Und hinter Tür und Pfosten / erstelltest du dein Zeichen; / denn hattest du von mir dich freigemacht / stiegst du hinauf / du machtest breit dein Lager. / Schloßt ab unter ihnen / mit denen, deren Lager du beliebtest / Handschlag-Vertrag. /
18843#Jesaja,57,9#9. Du zogst zum Melech hin / im Duftöl / und mehrtest deine Salben / entsandtest weithin deine Boten / tief zur Scheol hinab. /
18844#Jesaja,57,10#10. Vom weiten Marsch ermattet / sprachst du doch nicht: ,Umsonst!' / Was deine Hand belebte, fandest du / drum warst du nicht erschöpft. /
18845#Jesaja,57,11#11. Wen hattest du zu scheun, zu fürchten / daß du gelogen? / Da mein du nicht gedacht / es nicht zu Herzen dir genommen? / Blieb ich nicht stumm von je schon? / So hattest du mich nicht zu fürchten! /
18846#Jesaja,57,12#12. Ich, ich will kundtun deine ,Rechtlichkeit' / und deine Werke / sie werden dir nichts nützen. /
18847#Jesaja,57,13#13. Schreist auf du, möge dich erretten / was du zusammen dir gehäuft! / Doch alle hebt ein Wind hoch / rafft fort ein Hauch. / Doch wer bei mir sich birgt / besitzt das Land / und nimmt zu Erbe meinen heilgen Berg.
18848#Jesaja,57,14#14. Da sprichts: / ,Bahnt, bahnet / macht frei den Weg / hebt auf den Strauchelstein / von meines Volkes Weg.' /
18849#Jesaja,57,15#15. Denn so spricht er / der Hohe und Erhabne / der ewig Thronende / des Name heilig: / Hoch, heilig thron ich / und bei Zerschlagnem und Geistgebeugtem / um zu beleben der Gebeugten Geist / und zu beleben der Zerschlagnen Herz! /
18850#Jesaja,57,16#16. Denn ewighin nicht will ich hadern / und nicht für immer zürne ich / hat ja von mir der Odem sich erfacht / die Seelen, ich hab sie gewirkt. /
18851#Jesaja,57,17#17. Um seines Raffens Schuld hab ich gezürnt / und es geschlagen, mich verbergend, zürnend; / da wandelt' es verführt auf seines Herzens Weg. /
18852#Jesaja,57,18#18. Ich schaute seine Wege / und will es heilen / es leiten, Tröstung ihm gewähren / und seinen Trauernden. /
18853#Jesaja,57,19#19. Ich schaffe als der Lippen Frucht: / den Frieden / dem Fernen und dem Nahen: Frieden / das spricht der Ewige / und heil es. /
18854#Jesaja,57,20#20. Die Frevler aber sind wie aufgewühltes Meer / denn ruhen kanns nicht / aufwühlen seine Wasser Schlamm und Schmutz. /
18855#Jesaja,57,21#21. Kein Heil, spricht mein Gott / den Frevlern!
18856#Jesaja,58,1#1. Ruf mit der Kehle / unverhalten / dem Horn gleich heb die Stimme / und künde meinem Volke seine Schuld / und Jaakobs Haus seine Sünde. /
18857#Jesaja,58,2#2. Da suchen sie mich Tag um Tag / und meine Wege streben sie zu kennen / wie Volk, das übt Gerechtigkeit / und seines Gottes Recht nicht läßt / sie fragen mich nach wahren Rechtsvorschriften / erstreben Gottes Nähe: /
18858#Jesaja,58,3#3. ,Warum doch fasten wir / und siehst du's nicht / kastein wir uns / und merkst du nichts?' / Seht an, an eurem Fasttag suchet ihr Bedarf / und alldie euch sich placken, treibt ihr an. /
18859#Jesaja,58,4#4. Zu Hader, seht, und zu Gezänke fastet ihr / und dreinzuschlagen mit des Frevels Faust; / so fastet denn nicht / daß in der Höhe eure Stimme halle. /
18860#Jesaja,58,5#5. Ist das ein Fasten, wie ichs liebe? / Ein Tag, da sich der Mensch kasteit / verneigt der Binse gleich sein Haupt / und bettet Sackzeug sich und Asche? / Heißt das du Fasten / und Tag der Huld dem Ewigen? /
18861#Jesaja,58,6#6. Ist das doch Fasten, wie ichs liebe: / der Bosheit Fesseln öffnen / des Joches Bande lösen / die Unterdrückten frei entlassen / und daß ihr alles Joch zersprengt! /
18862#Jesaja,58,7#7. Ists doch, dem Hungrigen dein Brot zu brechen / die Armen, Flüchtigen ins Haus zu bringen / siehst einen Nackten du, so kleide ihn / und deinem Leibeignen entsag dich nicht!
18863#Jesaja,58,8#8. Dann bricht wie Morgendämmern vor dein Licht / und schnell erwächst Genesung dir / und schreitet vor dir her dein Recht / die Herrlichkeit des Ewgen ist dir Nachhut. /
18864#Jesaja,58,9#9. Dann rufst du, und der Ewige erhörts / du flehst, er spricht: ,Hier bin ich.' / Tust du aus deiner Mitte fort das Joch / das Fingerzeigen und Verreden /
18865#Jesaja,58,10#10. gibst deine Seele du dem Hungernden / und sättigst die gequälte Seele / dann strahlt im Dunkel auf dein Licht / und wird dein Düster wie die Mittagshelle. /
18866#Jesaja,58,11#11. Dann leitet dich der Ewige beständig / und sättigt mit Gesundung deine Seele / und kräftigt dein Gebein. / Dann wirst du wie durchtränkter Garten / wie eine Quelle, deren Wasser nicht versiegt. /
18867#Jesaja,58,12#12. Aufbaun die Deinen dann der Vorzeit Trümmer / die Gründungen aus Zeit um Zeit errichtest du / und heißen wirst du: Rißvermaurer / der Pfade Wiederbringer zur Besiedlung. /
18868#Jesaja,58,13#13. Wenn du vom Sabbat rückhältst deinen Fuß / zu schaffen dir Bedarf an meinem heilgen Tag / und heißt den Sabbat Zärtlichkeit / vom Ewigen geheiligt und geehrt / ehrst ihn, daß deine Wege du nicht tust / zu suchen dein Bedürfen und Geding zu dingen /
18869#Jesaja,58,14#14. dann kannst du bei dem Ewigen dich zärteln / ich laß dich reiten auf der Erde Leib / laß dich genießen Jaakobs, deines Vaters, Erbgut; / weil es der Mund des Ewigen geredet.
18870#Jesaja,59,1#1. Sieh, nicht zu kurz zu helfen ist des Ewgen Hand, Nicht schwer sein Ohr zu hören.
18871#Jesaja,59,2#2. Nein, eure Missetaten standen scheidend zwischen euch und eurem Gott, Und eure Sünden bargen ihm das Antlitz, euch zu hören.
18872#Jesaja,59,3#3. Denn eure Hände sind mit Blut beschmutzt / und eure Finger mit Missetat / Trug reden eure Lippen / Arg raunet eure Zunge. /
18873#Jesaja,59,4#4. Ruft keiner an in Rechten / wird nichts in Treu gerichtet. / Auf Leeres baun, Falsch reden / Trug schwangern, Arg gebären. /
18874#Jesaja,59,5#5. Sie öffnen Dracheneier / und weben der Giftspinne Fäden. / Was ißt von ihren Eiern, stirbt / aus dem Zertretnen bricht hervor die Otter. /
18875#Jesaja,59,6#6. Ihr Spinngewebe wird nicht zu Gewand / man hüllt sich nicht in ihre Arbeit / ihr Arbeiten ist Unheilsarbeit / und Raubwerk ist in ihren Händen. /
18876#Jesaja,59,7#7. Zum Bösen rennen ihre Füße / und hasten, Blut, unschuldig, zu vergießen. / Ihr Trachten - Unheilstrachten / Verheerung, Sturz auf ihren Pfaden. /
18877#Jesaja,59,8#8. Den Weg des Friedens kennen sie nicht / kein Recht auf ihren Gleisen. / Sie krümmen ihre Pfade / kennt keiner, der drauf geht, den Frieden.
18878#Jesaja,59,9#9. Darum bleibt Recht uns fern / erreicht Gerechtigkeit uns nicht / wir hoffen auf das Licht / und sieh da - Dunkel / auf Helle - doch im Düster gehn wir. /
18879#Jesaja,59,10#10. Wir tappen wie die Blinden wandentlang / und tasten wie der Augenlose. / Wir stürzen hin in Mittagshelle wie im Dämmern / in Nacht hin wie die Toten. /
18880#Jesaja,59,11#11. Wir heulen wie die Bären alle / und schluchzen wie die Tauben; / wir hofften auf Recht - / ist keines / auf Hilfe - / bleibt uns fern. /
18881#Jesaja,59,12#12. Denn viel sind unsre Treuverbrechen vor dir / und unsre Sünden, zeugend wider uns; / ja, unsre Treuverbrechen sind mit uns / und unsre Missetaten uns bewußt: /
18882#Jesaja,59,13#13. verräterisch den Ewigen verleugnen / entflüchten der Gefolgschaft unsres Gottes / Bedrückung, Abfall reden / zu zeugen, aus dem Sinn hervorzubringen / der Lüge Worte. /
18883#Jesaja,59,14#14. Ward fortgedrängt, zurück das Recht / Gerechtigkeit muß ferne bleiben; / denn auf dem Freiplatz stürzt die Wahrheit / und Grades darf da nimmer kommen. /
18884#Jesaja,59,15#15. So ward Wahrhaftigkeit beseitigt / wer Böses meidet, abgetan. Das sah der Ewige / und böse wars in seinen Augen / daß Recht nicht war. /
18885#Jesaja,59,16#16. Er sah, daß da kein Mann / starr staunend, daß da keiner zwischentrat; / so half sein Arm ihm / und seine Rechtsgewalt, sie stützt' ihn. /
18886#Jesaja,59,17#17. Er legte Rechtsgewalt an wie den Panzer / den Helm des Heiles auf sein Haupt / legt an des Rächens Kleider als Gewandung / hüllt sich den Eifer um wie einen Mantel /
18887#Jesaja,59,18#18. wie zur Vergeltung / wie um heimzuzahlen: / Grimm seinen Drängern / Vergeltung seinen Feinden! / Den Seelanden zahlt er Vergeltung. /
18888#Jesaja,59,19#19. Da fürchten sie vom Westen her / des Ewgen Namen / vom Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. / Denn kommen wird er, drängend wie der Strom / den flüchten macht des Ewgen Odem. /
18889#Jesaja,59,20#20. Dann kommt für Zijon ein Erlöser / für die vom Abfall sich Bekehrenden in Jaakob / ist des Ewigen Spruch.
18890#Jesaja,59,21#21. Und ich: / Dies ist mein Bund mit ihnen / spricht der Ewige: / Mein Geist, der auf dir ruht / und meine Worte, die ich legt in deinen Mund / nicht sollen sie aus deinem Munde schwinden / und aus dem Munde deines Samens / noch aus dem Mund von deines Samens Samen / spricht der Ewige / von jetzt an bis in Ewigkeit.
18891#Jesaja,60,1#1. Auf, leuchte, denn es kommt dein Licht / des Ewgen Herrlichkeit erglänzt ob dir. /
18892#Jesaja,60,2#2. Denn sieh, das Dunkel deckt die Erde / und Wolkendüster die Nationen. / Doch über dir glänzt auf der Ewige / und seine Herrlichkeit wird über dir erschaut. /
18893#Jesaja,60,3#3. Da schreiten Völker hin zu deinem Licht / und Könige zu deines Scheines Glanz. /
18894#Jesaja,60,4#4. Heb ringsum deine Augen, sieh: / Sie alle sind versammelt, kommen zu dir. / Es kommen fernher deine Söhne / und deine Töchter, an der Brust gewartet. /
18895#Jesaja,60,5#5. Dann siehst du's, wirst zum Strom / erregt und weitet sich dein Herz / da über dich sich kehrt des Seelands Heer / der Völker Truppen zu dir kommen. /
18896#Jesaja,60,6#6. Schwarm von Kamelen, dich umhüllend / Midjans und Efas junge Tiere / sie alle kommen von Scheba / und Gold und Weihrauch bringen sie / und rufen aus des Ewgen Ruhm. /
18897#Jesaja,60,7#7. Die Schafe Kedars, alle scharen sich zu dir / Nebajots Widder dienen dir / zu Huld auf meinen Altar kommen sie / in meines Prunkes Haus, mit dem ich prange.
18898#Jesaja,60,8#8. Wer sind sie, die da schweben wie Gewölk / und wie die Tauben hin zu ihren Luken? /
18899#Jesaja,60,9#9. Denn meiner harrn die Seelande / und Tarschischs Schiffe vornean / um deine Kinder ferneher zu bringen / ihr Silber und ihr Gold mit ihnen / zum Ruhm des Ewgen, deines Gottes / zum Heilgen Jisraëls / weil er dir Pracht gibt. /
18900#Jesaja,60,10#10. Da baun der Fremde Söhne deine Mauern / und ihre Könige bedienen dich; / denn schlug ich dich in meinem Zorn / in meiner Huld erbarmts mich dein. /
18901#Jesaja,60,11#11. Und offen halten deine Tore ständig / bei Tag und Nacht schließt man sie nicht / dir zuzubringen Völkertruppen / und ihre Könige, einhergeführt. /
18902#Jesaja,60,12#12. Denn Volk und Königreich, das dir nicht dient, geht unter / und die Nationen werden Wust und Wüste. /
18903#Jesaja,60,13#13. Die Pracht des Libanon kommt zu dir / Zypresse, Esche, Nadelholz gesamt / zu schmücken meines Heiligtumes Ort / die Stätte meiner Füße will ich ehren. /
18904#Jesaja,60,14#14. Gehn zu dir bücklings deiner Quäler Söhne / zu deiner Füße Sohlen falln all deine Schmäher / und heißen dich des Ewgen Stadt / Zijon des Heilgen Jisraëls.
18905#Jesaja,60,15#15. Statt daß du warst gemieden und gehaßt / wo keiner durchzog / mach ich dich nun zu ewgem Stolz / zur Lust für Zeit um Zeit. /
18906#Jesaja,60,16#16. Du saugst die Milch der Völker / an königlichen Brüsten sollst du saugen / daß du erkennst, daß ich, der Ewige, dein Helfer / und dein Erlöser bin, der Hehre Jaakobs. /
18907#Jesaja,60,17#17. Statt Erzes bring ich Gold / und statt des Eisens bring ich Silber / und statt des Holzes Erz / und statt der Steine Eisen / und setz als deine Amtschaft Frieden / und dir zu Vögten die Gerechtigkeit. /
18908#Jesaja,60,18#18. Raub wird nicht mehr erhört in deinem Land / Verheerung, Sturz in deinen Marken. / Heil nennst du deine Mauern / und deine Tore: Ruhm. /
18909#Jesaja,60,19#19. Nicht wird die Sonne dir mehr sein zum Licht des Tags / und zur Erhellung dir der Mond nicht leuchten / dann wird der Ewige dir sein ein Licht für immer / dein Gott dir deine Pracht. /
18910#Jesaja,60,20#20. Nicht wird mehr untergehen deine Sonne / dein Mond nicht eingezogen. / Wird ja der Ewge dir ein ewig Licht / und voll sind deiner Trauer Tage. /
18911#Jesaja,60,21#21. Dein Volk dann: alle sie Gerechte / für immer erben sie das Land / Reis meiner Pflanzung / Werk meiner Hände, zum Berühmen. /
18912#Jesaja,60,22#22. Der Kleinste wird zur Tausendschaft / und der Geringste mächtger Stamm; / ich, Ewiger / zu seiner Zeit bring ich es rasch.
18913#Jesaja,61,1#1. Geist Gottes ruht auf mir, des Herrn / weil mich der Ewige gesalbt / Frohbotschaft den Gebeugten zu verkünden, mich entsandt / um zu verbinden die gebrochnen Herzens / um Freiheit auszurufen den Gefangnen / und den Gefesselten Auföffnen /
18914#Jesaja,61,2#2. um auszurufen: Jahr der Huld dem Ewigen / und Tag des Rächens unserm Gott! / Zu trösten alle Trauernden /
18915#Jesaja,61,3#3. es zu erstatten Zijons Trauernden / zu geben ihnen Stolz statt Staub / der Wonne Balsam statt der Trauer / des Ruhmes Mantel statt des trüben Sinns. / Und heißen wird man sie: des Heiles Bäume / des Ewgen Pflanzung, zum Berühmen. /
18916#Jesaja,61,4#4. Aufbauen sie urlängst Verfallnes / Verödetes der Ahnen machen sie erstehn / erneun die Städte des Verfalls / Verödetes aus Zeit um Zeiten. /
18917#Jesaja,61,5#5. Und stehen Fremde, weiden eure Schafe / des Fremdlands Söhne sind euch Ackerer und Winzer. /
18918#Jesaja,61,6#6. Ihr aber sollt des Ewgen Priester heißen / die Diener eures Gottes nennt man euch. / Der Völker Reichtum sollt ihr essen / und euch mit ihrer Herrlichkeit beschenken. /
18919#Jesaja,61,7#7. Statt eurer Schmach und Schande solln sie doppelt ihren Teil bejubeln / darum in ihrem Land sie doppelt erben / wird ewge Freude ihnen werden. /
18920#Jesaja,61,8#8. Denn ich, der Ewige, ich liebe Recht / ich hasse Raub mitsamt dem Unrecht / ich gebe ihren Lohn in Ehrlichkeit / und schließe ihnen ewgen Bund. /
18921#Jesaja,61,9#9. Und bei den Völkern wird bekannt ihr Same / und ihre Sprossen in der Nationen Mitte / alldie sie sehen, merken ihnen an / daß sie der Same, den der Ewige gesegnet.
18922#Jesaja,61,10#10. Laut juble ich im Ewigen / frohlockt die Seele mir in meinem Gott; / daß er mich in des Heils Gewandung hat gekleidet / mich mit des Rechtssiegs Mantel hat umhüllt / wie Bräutigam in Prunktracht feiert / die Braut sich mit dem Zierat schmückt. /
18923#Jesaja,61,11#11. Denn wie die Erde vorbringt ihr Gewächs / und seine Sämlinge der Garten sprießen läßt / so läßt der Ewige, der Herr, Gerechtigkeit ersprießen / und Ruhm vor allen Nationen.
18924#Jesaja,62,1#1. Um Zijons willen schweig ich nicht / und um Jeruschalaims rast' ich nimmer / bis aufgeht wie das Licht sein Recht / sein Heil wie lohe Fackel /
18925#Jesaja,62,2#2. daß schaun dein Recht die Völker / und deine Ehre alle Könige. / Dann heißt man dich mit neuem Namen / den dir des Ewgen Mund benennt. /
18926#Jesaja,62,3#3. Dann wirst du prächtge Krone in des Ewgen Hand / Kopfbund des Königtums in deines Gottes Faust. /
18927#Jesaja,62,4#4. Nicht nennt man fortan dich Gemiedne / dein Land heißt nimmermehr Verödete; / nein: ,Sehn mich nach ihr' nennt man dich / dein Land: ,Vermählte', / weil sich der Ewge sehnt nach dir / dein Land vermählt wird. /
18928#Jesaja,62,5#5. Wie sich der Bursch die Maid vermählt / so werden deine Kinder sich mit dir vermählen; / und wie der Bräutigam sich freut mit seiner Braut / freut deiner sich dein Gott.
18929#Jesaja,62,6#6. Jeruschalaim, über deine Mauern / hab Wächter ich bestellt / den Tag hindurch / die Nacht hinweg / sie schweigen nie. / Die ihr den Ewigen beschwört / nicht Rast euch! /
18930#Jesaja,62,7#7. Und gebt ihm Rast nicht / bis daß er gründet / bis daß er macht Jeruschalaim / zum Ruhm auf Erden. /
18931#Jesaja,62,8#8. Geschworen hat der Ewige bei seiner Rechten / und seinem mächtgen Arm: / ob ich noch fortan geb dein Korn / zum Fraß deinen Feinden / und ob der Fremde Söhne saufen deinen Most / drum du dich gemüht. /
18932#Jesaja,62,9#9. Nein, die es eingebracht, sie solln es essen / den Ewgen preisen / und die ihn eingesammelt, solln ihn trinken / in meines Heiligtumes Höfen.
18933#Jesaja,62,10#10. Zieht, ziehet durch die Tore / macht frei des Volkes Weg / bahnt, bahnt die Bahn. / Räumt sie von Steinen / höht Stangenzeichen bei den Völkern! /
18934#Jesaja,62,11#11. Sieh, laut ließ es der Ewge schallen / bis zu der Erde Ende; / sprecht zu der Tochter Zijon: / ,Da kommt dein Heil! / Dein Lohn, sieh, ist bei ihm / und sein Erwerktes vor ihm!' /
18935#Jesaja,62,12#12. Und heißen wird man sie: / das heilge Volk / des Ewigen Erlöste; / und du wirst heißen: / gesuchte, nicht gemiedne Stadt!
18936#Jesaja,63,1#1. Wer ist das, der vom Rotland kommt / bespritzt die Kleider von der Lese? / Er, machtvoll im Gewand / im Amtskleid, in der Fülle seiner Macht? / Ich bins, der redet in Gerechtigkeit / zu helfen mächtig. /
18937#Jesaja,63,2#2. Warum ist Rot dir am Gewand / sind deine Kleider wie des Keltertreters? /
18938#Jesaja,63,3#3. Getreten hab ich Kelter, ich allein / und von den Völkern war kein Mann mit mir / da trat ich sie in meinem Zorn / und stampfte sie in meinem Grimm / da spritzt ihr Saft auf meine Kleider / all mein Gewand hab ich besudelt. /
18939#Jesaja,63,4#4. Denn Tag der Rache ist in meinem Herzen / das Jahr für meine Bluterlösung ist gekommen. /
18940#Jesaja,63,5#5. Da schaut ich - war kein Helfer / ich starrte hin - und niemand stützt / so half mein Arm mir / mein Grimm, der stützte mich. /
18941#Jesaja,63,6#6. Und ich zertrat in meinem Zorn die Völker / berauschte sie mit meinem Grimm / und ließ zur Erde rinnen ihr Gespritz.
18942#Jesaja,63,7#7. Des Ewgen Liebe will ich preisen / des Ewgen Ruhmeswerke / nach alledem, was uns der Ewige erwiesen / das reiche Gute für Haus Jisraël / das ihnen er erwies durch sein Erbarmen / und nach der Fülle seiner Liebe. /
18943#Jesaja,63,8#8. Da sprach er: Sind mein Volk / sind Kinder, die man nicht verleugnet; / so ward er ihnen Helfer. /
18944#Jesaja,63,9#9. In aller ihrer Drängnis drängt es ihn / durch seinen eignen Boten half er ihnen / in seiner Liebe, seiner Güte löste er sie / und nahm sie auf und höhte sie / allewige Tage. /
18945#Jesaja,63,10#10. Sie aber trotzten, kränkten seinen heiligen Geist; / so wandelt er zum Feind sich ihnen / bekämpft er sie. /
18946#Jesaja,63,11#11. Und er gedacht der Urzeittage / des Retters seines Volkes: / Wo ist, der sie heraufgeführt vom Meer / der Hirte seiner Herde / wo, der ins Innre ihr gelegt / seinen heiligen Geist /
18947#Jesaja,63,12#12. der ziehen ließ zu Mosches Rechten / seinen prangenden Arm / die Wasser spaltete vor ihnen / um ewgen Namen sich zu schaffen /
18948#Jesaja,63,13#13. der sie durch Fluten schreiten ließ / wie das Roß in der Steppe / sie stürzten nicht. /
18949#Jesaja,63,14#14. Gleich Vieh, das in das Tal hinabsteigt / führt es des Ewgen Geist zur Ruh / so führtest du dein Volk / um stolzen Namen dir zu schaffen.
18950#Jesaja,63,15#15. Blick her vom Himmel, sieh / von deinem heilig-herrlichen Palaste / wo ist dein Eifern, deine Heldenkraft? / Das Wallen deines Mutes, dein Erbarmen / sind mir sie verhalten? /
18951#Jesaja,63,16#16. Du bist ja unser Vater; / denn Abraham weiß nicht von uns / und Jisraël, er kennt uns nicht / du, Ewiger, bist unser Vater / ,Erlöser uns von Urzeit' ist dein Name. /
18952#Jesaja,63,17#17. Warum, o Ewger, ließest du uns irren / von deinen Wegen / ließt abgehn unser Herz / von deiner Furcht? / Kehr um um deiner Knechte willen / der Stämme deines Erbguts. /
18953#Jesaja,63,18#18. Nur ein Geringes eignet' es dein heilges Volk / geschändet haben unsre Dränger dir dein Heiligtum. /
18954#Jesaja,63,19#19. Wir wurden, als ob nie du über uns geherrscht / wie über die dein Name nie genannt. Ach, daß die Himmel du zerrissest / herabstiegst, und vor deinem Antlitz / die Berge zerflossen.
18955#Jesaja,64,1#1. Wie Feuer Reisig zündet / wie Feuer Wasser siedet / um deinen Namen kundzugeben deinen Feinden / daß Völker vor dir zittern /
18956#Jesaja,64,2#2. wenn Schauriges du wirkest / wie wirs nicht hofften / daß du herabstiegst / vor dir die Berge zerflossen; /
18957#Jesaja,64,3#3. und wie von jeher man es nicht gehört / es nicht vernommen / ein Aug es nicht gesehn / daß Gottheit außer dir / dem wirkt / der ihrer harrt.
18958#Jesaja,64,4#4. Hast du geschlagen den / der freudig Recht tut / die dich auf deinen Wegen rufen? / Sieh, hattest du gezürnt, so wars da wir gefehlt; / auf jenen wären ewig wir im Heil gewesen. /
18959#Jesaja,64,5#5. So waren gleich dem Unreinen wir alle / wie Bluttuch alle unsre rechten Taten; / wir welkten alle wie das Laub / und unsre Sünden führten wie der Wind uns fort. /
18960#Jesaja,64,6#6. Und keiner, der bei deinem Namen rief / der sich erweckt, um fest an dir zu halten. / Weil du dein Angesicht verhüllt vor uns / uns ließt vergehn durch unsre Sünde. /
18961#Jesaja,64,7#7. Nun aber, Ewger, unser Vater du! / Wir sind der Ton, du unser Bildner / Werk deiner Hand wir alle. /
18962#Jesaja,64,8#8. Nicht zürne, Ewiger, fortzu / und nicht für immer denk der Schuld! / Sieh, schau doch / dein Volk sind wir alle. /
18963#Jesaja,64,9#9. Zur Wüste wurden deine heilgen Städte / Zijon ward Wüste / Jeruschalaim Ödnis. /
18964#Jesaja,64,10#10. Das Haus, uns heilig, unsre Pracht / wo unsre Väter dich gepriesen / ward Flammenbrand / all unser Köstliches / es ward Verfall. /
18965#Jesaja,64,11#11. Kannst, Ewiger, darob du an dich halten / du schweigen und uns fortzu beugen?
18966#Jesaja,65,1#1. Ließ mich erforschen denen / die nicht gefragt / mich finden denen / die mich nicht gesucht. / Ich sprach: ,Da bin ich, bin ich' / zu Volk, das nicht nach meinem Namen sich benennt. /
18967#Jesaja,65,2#2. Gebreitet halt ich meine Arme alletag / für trotzig Volk / die wandeln den unguten Weg / nach ihrem Trachten /
18968#Jesaja,65,3#3. das Volk, mich kränkend / ins Antlitz mir beständig; / die in den Gärten opfern / und an den Pappeln räuchern. /
18969#Jesaja,65,4#4. Sie sitzen in den Grüften / und nachten im Gemiednen; / sie essen Fleisch vom Schwein / und ekle Brühe ist in ihren Töpfen. /
18970#Jesaja,65,5#5. Sie sprechen: Halt dich zu dir / komm mir nicht nahe, denn ich weihe dich.' / Die, Rauch sind sie in meinem Antlitz / ein Feuer, brennend, alletag. /
18971#Jesaja,65,6#6. Sieh, vor mir ist es aufgeschrieben: / Ich schweige nicht, bis daß ichs heimgezahlt / es heimgezahlt in ihren Schoß /
18972#Jesaja,65,7#7. mitsammen eure, eurer Väter Missetaten / spricht der Ewige / die auf den Bergen räucherten / und auf den Höhen mich beschimpften. / Zumessen will ich ihren Werklohn / erstwillig, ihnen in den Schoß.
18973#Jesaja,65,8#8. So spricht der Ewige: Wie von der Traube man den Most saugt / und spricht: / Verdirb es nicht; denn Segen ist darin / so will ich tun um meiner Knechte willen / nicht alles zu verderben. /
18974#Jesaja,65,9#9. Ich will hervor aus Jaakob Samen bringen / und aus Jehuda einen Erben meiner Berge / und meine mir Erwählten solln es erben / und meine Knechte dort sich siedeln. /
18975#Jesaja,65,10#10. Und der Scharon wird Aue für die Schafe / das Tal Achor zum Lagerort der Rinder für mein Volk / die zu mir streben. /
18976#Jesaja,65,11#11. Ihr aber / die ihr den Ewigen verlasset / vergesset meinen heilgen Berg / die ihr dem Glücksgott deckt den Tisch / und füllt den Mischtrank dem Verhängnis /
18977#Jesaja,65,12#12. verhängen will ich euch dem Schwert / und alle sollt zur Schlachtbank ihr euch kauern / weil ich gerufen, und ihr nicht erwidert / geredet, und ihr nicht gehört / und ihr getan, was bös in meinen Augen / und was ich nicht begehrt, beliebtet.
18978#Jesaja,65,13#13. Drum spricht so Gott, der Herr: Sieh, meine Knechte werden essen / ihr hungern; / sieh, meine Knechte sollen trinken / ihr dürsten / sieh, meine Knechte werden sich erfreun / und ihr beschämt sein. /
18979#Jesaja,65,14#14. Sieh, meine Knechte werden jubeln / vor Herzens Lust / und ihr, ihr werdet schrein / aus Herzeleid / und aus gebrochnem Mute sollt ihr jammern. /
18980#Jesaja,65,15#15. Und lassen sollt ihr euren (Gottes)namen / zum Flucheid meinen Auserwählten: / ,So soll dich töten Gott, der Herr.' / Doch seinen Knechten wird er andern Namen nennen /
18981#Jesaja,65,16#16. dann, wer im Land sich segnet / der segnet sich mit ,Gott, bewährt', / und wer da schwört im Land / der schwört bei ,Gott, bewährt'. / Denn: / vergessen sind die alten Schöpfungen / jawohl, verhüllt vor meinen Augen. /
18982#Jesaja,65,17#17. Denn, sieh, ich schaffe neuen Himmel / und neue Erde / und nicht mehr soll des Frühern man gedenken / nicht kommts mehr in den Sinn. /
18983#Jesaja,65,18#18. Nein, jubelt und bejauchzet immerzu / was ich erschaffe! / Denn sieh, ich schaffe / Jeruschalaim: Jubel / sein Volk: Frohlocken. /
18984#Jesaja,65,19#19. Ich juble in Jeruschalaim / und frohlocke mit meinem Volk / und nicht wird mehr darin gehört / des Weinens Hall / des Wehschreis Hallen. /
18985#Jesaja,65,20#20. Nicht soll es mehr Verdammung geben / ob Kind an Tagen oder Greis / was seine Tage nicht vollendet. / Denn, der ein Knabe, stirbt zu hundert Jahren / verdammt wird, was verfehlt, mit hundert Jahren. /
18986#Jesaja,65,21#21. Sie bauen Häuser und sie wohnen / Weinberge pflanzen sie und essen ihre Frucht /
18987#Jesaja,65,22#22. nicht baun sie, daß ein andrer wohnt / nicht pflanzen sie, daß andrer ißt. / Denn wie des Baumes Tage sind die Tage meines Volkes / und ihrer Hände Werk verbrauchen meine Auserwählten. /
18988#Jesaja,65,23#23. Sie mühn sich nicht leerhin / und zeugen nicht für Schreckensschlag; / denn Same der vom Ewigen Gesegneten sind sie / und ihre Sprößlinge mit ihnen. /
18989#Jesaja,65,24#24. Und sein wirds:  Eh sie noch rufen / antworte ich / noch reden sie / und ich, ich höre. /
18990#Jesaja,65,25#25. Es weiden Wolf und Lamm mitsammen / Stroh frißt der Löwe wie das Rind / die Schlange, Staub ist ihre Speise; / man schädigt nicht / vernichtet nicht / auf meinem ganzen heilgen Berg / spricht der Ewige.
18991#Jesaja,66,1#1. So spricht der Ewige: Der Himmel ist mein Thron / die Erde meiner Füße Schemel / wo wär ein Haus / das ihr mir bauen könnt / und wo die Stätte mir zu weilen? /
18992#Jesaja,66,2#2. Dies alles hat ja meine Hand gemacht / und ward dies alles / ist des Ewgen Spruch; / und doch auf diesen blick ich / den Elenden / den, der geschlagnen Muts / und der verschreckt ob meinem Wort.
18993#Jesaja,66,3#3. Wer schlachtet Rind - und Menschen mordet / Lamm schlachtet - Hundgenick bricht / als Gabe darbringt - Schweineblut / den Weihrauch düftet - segnet Aberkult / sie haben ihre Wege so gewählt / und ihrer Greuel lüstets ihre Seele. /
18994#Jesaja,66,4#4. So will auch ich was ihnen anzutun mir wählen / und was sie ängstet ihnen kommen machen. / Weil ich gerufen, keiner Antwort gab / ich redete, und sie nicht hörten / und sie, was bös in meinen Augen, taten / und, was ich nicht gewollt, erwählten.
18995#Jesaja,66,5#5. Hört an des Ewgen Wort / die ihr verschreckt ob seinem Wort: / Es sprechen eure Brüder, die euch hassen / die euch verstoßen meines Namens wegen: / ,Mag doch der Ewge seine Herrlichkeit erweisen / daß eure Freude wir ersehn!' / Zuschanden werden sie. /
18996#Jesaja,66,6#6. Schall, Tosen von der Stadt / Schall vom Palast / Schall, wie der Ewige bezahlt / Vergeltung seinen Feinden.
18997#Jesaja,66,7#7. Eh sie gekreißt / hat sie geboren / eh ihr die Wehn gekommen / Mannkind gebracht. /
18998#Jesaja,66,8#8. Wer hat derlei vernommen / wer solches gesehn? / Kreißt sich ein Land an einem Tag? / Wie? Ward ein Volk geboren eines Schlags? / Nun denn, gekreißt hat, schon geboren / Zijon ihre Kinder. /
18999#Jesaja,66,9#9. Laß ich, der Durchbruch schafft / es nicht gebären? / spricht der Ewige / ich, der Gebären gibt / sollt ich verschließen? / spricht dein Gott. /
19000#Jesaja,66,10#10. Freut mit Jeruschalaim euch / und jubelt um sie / alldie ihr sie liebt / froh frohlockt mit ihr / alldie ihr sie betrauert. /
19001#Jesaja,66,11#11. Damit ihr saugt, ersattet / an ihrer Tröstung Brustquell / ihr schlürft und euch verwöhnt / am Born ihrer Herrlichkeit. /
19002#Jesaja,66,12#12. Denn so spricht der Ewige: / Sieh an, ich neig ihr zu / wie einen Strom das Heil / wie schwellenden Fluß / der Völker Herrlichkeit / damit ihr saugt / ihr an der Brust getragen seid / auf Knien geliebkost. /
19003#Jesaja,66,13#13. Wie einen Menschen seine Mutter tröstet / so tröst ich euch / und in Jeruschalaim seid getröstet. /
19004#Jesaja,66,14#14. Und seht ihrs / freut sich euer Herz / und das Gebein, es sprießt euch wie das Gras. / Kund tut sich da des Ewgen Hand an seinen Knechten / und seinen Feinden flucht er. /
19005#Jesaja,66,15#15. Denn, sieh, der Ewge kommt im Feuer / und wie der Sturm sind seine Wagen / um seinen Zorn in Glut zu wenden / sein Dräun in Feuers Flammen. /
19006#Jesaja,66,16#16. Mit Feuer rechtet ja der Ewge / mit seinem Schwert an allem Fleisch / und zahlreich sind des Ewigen Erschlagne. /
19007#Jesaja,66,17#17. Die heilig, rein sich geben / - an den Gärten! / Einander nach solln sie hinein / die Fleisch des Schweines essen / das Greuelgetier, die Maus / mitsamt verenden / ist des Ewgen Spruch! /
19008#Jesaja,66,18#18. Doch ich / ihr Tun und Trachten . . . So kommts, zu sammeln alle Völker und Zungen; sie werden schauen meine Herrlichkeit.
19009#Jesaja,66,19#19. Und ich setze an ihnen ein Wunderzeichen, doch laß ich von ihnen Entronnene ziehen zu den Völkern, nach Tarschisch, Pul und Lud, den Bogenführern, Tubal und Jawan, den fernen Seelanden, die meine Kunde nicht vernommen und nicht gesehen meine Herrlichkeit, daß sie bei den Völkern meine Herrlichkeit künden.
19010#Jesaja,66,20#20. Und sie werden mit allen euren Brüdern von allen Völkern Opferspende bringen für den Ewigen auf Rossen und Wagen und Kutschen und Maultieren und Rennern auf meinen heiligen Berg nach Jeruschalaim, spricht der Ewige, wie die Kinder Jisraël die Opferspende bringen werden in reinem Gefäß nach des Ewigen Haus.
19011#Jesaja,66,21#21. Und auch von jenen will ich zu Priestern, zu Lewiten nehmen, spricht der Ewige.
19012#Jesaja,66,22#22. Denn wie die neuen Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, ist des Ewigen Spruch, so soll bestehen euer Same und euer Name.
19013#Jesaja,66,23#23. Und es wird sein: / Neumond um Neumond / und Sabbat um Sabbat / kommt alles Fleisch / sich hinzuwerfen / vor meinem Antlitz / spricht der Ewige.
19014#Jesaja,66,24#24. Und sie ziehen aus und blicken auf die Leichen der Männer, die mir abtrünnig gewesen, denn ihr Gewürm stirbt nicht, und ihr Brand erlischt nicht, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.

17607#Hohelied,1,1#1. DER Lieder Sang von Schelomo.
17608#Hohelied,1,2#2. «Er küsse mich mit seines Mundes Küssen! / Weil köstlich ist dein Kosen mehr als Wein /
17609#Hohelied,1,3#3. an Duft sind deine Öle köstlich / das Öl, drin du entströmst, dein Ruhm / drum lieben dich die Mädchen.
17610#Hohelied,1,4#4. Faß mich, dir nach, laß uns enteilen / - in seine Zimmer hat der König mich gebracht - / laß jubeln uns, uns freun an dir / dein Minnen preisen, mehr als Wein / stark lieben sie dich.
17611#Hohelied,1,5#5. Schwarz bin ich, treibend in Jeruschalaims Triften / wie Kedars Zelte, wie die Behänge Schelomos. /
17612#Hohelied,1,6#6. Schaut mich nicht an, daß ich geschwärzt / da mich der Sonne Blick getroffen. Die Söhne meiner Mutter stritten sich um mich; / sie machten mich zur Hüterin des Weingeländs / - doch meinen Weinberg hab ich nicht gehütet.
17613#Hohelied,1,7#7. Sag an mir, du, den meine Seele liebt / wo weidest du, wo läßt du mittags lagern? / Warum denn sollt ich sein wie die (im Hirtentuch) Verhüllte / bei der Genossen Herden?» /
17614#Hohelied,1,8#8. «Wenn du's nicht weißt, der Frauen Schönste / so geh der Schafe Spuren nach / und weide deine Zicklein bei der Hirten Stätten.»
17615#Hohelied,1,9#9. «Der Stute an Par'os Gefährt / vergleich ich, Freundin, dich. /
17616#Hohelied,1,10#10. Anmutig deine Wangen mit den Kettchen dran / dein Hals in Perlenschnüren. /
17617#Hohelied,1,11#11. Goldkettchen wollen wir dir machen / mit Silberküglein.»
17618#Hohelied,1,12#12. «Solang der König blieb auf seiner Rundfahrt / gab meine Narde ihren Duft; /
17619#Hohelied,1,13#13. ein Myrrhenbündel war mein Liebster mir / das zwischen meinen Brüsten ruhte. /
17620#Hohelied,1,14#14. Des Zyprus Traube war mein Liebster mir / im Weingeländ En-Gedis.»
17621#Hohelied,1,15#15. «Schön bist du, Freundin mein / schön bist du, deine Augen Tauben.» /
17622#Hohelied,1,16#16. «Schön bist, Geliebter, du, ja lieblich. / Auch unser Lager ist grünend frisch: /
17623#Hohelied,1,17#17. Der Häuser Balken sind die Zedern uns / und unsre Bretter die Zypressen!»
17624#Hohelied,2,1#1. «Ich bin die Blütenzwiebel des Scharon / die Blume der Täler.» /
17625#Hohelied,2,2#2. «Gleichwie die Blume bei den Dornen / so meine Freundin bei den Mädchen.» /
17626#Hohelied,2,3#3. «Gleichwie der Apfel bei des Waldes Bäumen / so mein Geliebter bei den Burschen. / In seinem Schatten lüstets mich zu sitzen / und seine Frucht ist meinem Gaumen süß. /
17627#Hohelied,2,4#4. Er hat ins Heim des Weines mich geführt / da jauchzt er über mich in Liebe. /
17628#Hohelied,2,5#5. O, lehnt mich an die dicken Stämme hin / und bettet an den Apfelbäumen mich / denn krank vor Liebe bin ich. /
17629#Hohelied,2,6#6. Die Linke sein mir unterm Haupt / und seine Rechte, sie umfängt mich.» /
17630#Hohelied,2,7#7. «Beschworen hab ich bei Jeruschalaims Triften euch / bei den Gazellen oder Hinden auf der Flur; / daß ihr nicht weckt, nicht schreckt die Liebe / bis sie erstarkt!»
17631#Hohelied,2,8#8. «Horch! Da, mein Geliebter! / Ah, sieh, da kommt er / springt über die Berge / hüpft über die Höhen, /
17632#Hohelied,2,9#9. es gleicht mein Geliebter der Gazelle / oder dem Böcklein der Hirsche. Ah, sieh, da steht der / da, hinter unsrer Mauer / er lugt durch die Fenster / er guckt durch die Luken.
17633#Hohelied,2,10#10. Hebt an mein Geliebter / ruft zu mir: / ,Auf, du, meine Freundin! / Meine Schöne, und komm doch! /
17634#Hohelied,2,11#11. Denn sieh, der Winter ist fort / der Regen vorüber, vergangen. /
17635#Hohelied,2,12#12. Die Blumen sich zeigen im Grunde / die Zeit des Rebtriebs ist da / der Turtel Ruf schallt uns im Lande /
17636#Hohelied,2,13#13. die Feige wirft aus ihre Köpfchen / die Reben blühen, Duft spendend. / Auf, du, meine Freundin! / Meine Schöne, und komm doch! /
17637#Hohelied,2,14#14. Mein Täubchen in des Felsens Ritzen / im Heimlichen des Bergessteigs / laß mich dein Aussehn schaun / mich deine Stimme hören / denn deine Stimm ist süß / dein Aussehn lieblich.'»
17638#Hohelied,2,15#15. «Fangt uns die Füchse / die Füchse, die schlauen / die den Weinberg verwüsten / da der Weinberg uns blüht.»
17639#Hohelied,2,16#16. «Mein Liebster ist mein / und ich bin sein / der in Blumen weidet. /
17640#Hohelied,2,17#17. Bis der Tag sich entfacht / und die Schatten entweichen / verwandle dich, Liebster / sei gleich der Gazelle / oder dem Böcklein der Hirsche / auf dämmernden Bergen.»
17641#Hohelied,3,1#1. «Auf meinem Lager in den Nächten / sucht ich, den meine Seele liebt - / ich sucht ihn, doch ich fand ihn nicht. /
17642#Hohelied,3,2#2. Auf will ich, will die Stadt durchstreifen / auf Gäßchen und auf Plätzen suchen / den meine Seele liebt! / Ich sucht ihn, doch ich fand ihn nicht. /
17643#Hohelied,3,3#3. Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreifen: / ,Den meine Seele liebt, habt ihr gesehn?' /
17644#Hohelied,3,4#4. Kaum war an ihnen ich vorbei / da fand ich ihn, den meine Seele liebt / faßt ihn und ließ ihn nimmer / bis daß ich ihn in meiner Mutter Haus gebracht / zur Kammer derer, die im Schoß mich trug.»
17645#Hohelied,3,5#5. «Beschworen hab ich euch, Jeruschalaims Töchter / bei den Gazellen oder Hinden auf der Flur / daß ihr nicht weckt, nicht schreckt die Liebe / bis sie erstarkt.»
17646#Hohelied,3,6#6. «Wer steigt heran da von der Wüste / Rauchsäulen gleich / umduftet sie von Myrrhe und von Weihrauch / von allem Würzgestäub des Krämers?»
17647#Hohelied,3,7#7. «Seht, da ist sein, Schelomos Ruhebett / mit sechzig Helden rings darum / von Helden Jisraëls; /
17648#Hohelied,3,8#8. sie alle, Schwert im Griff / und kriegsgewohnt / sein Schwert zur Seite jeder / vor nächtlichem Schreck.»
17649#Hohelied,3,9#9. Ein Ruhebett hatte sich (nämlich) der König Schelomo gemacht aus Libanon-Holz.
17650#Hohelied,3,10#10. Seine Säulen machte er aus Silber, seine Lehne aus Gold, seine Bettung aus Purpur, darin ausgelegt . . . Liebe von den Töchtern Jeruschalaims:
17651#Hohelied,3,11#11. «O, kommt und schaut, ihr Töchter Zijons / den König Schelomo / in seiner Krone / womit ihn seine Mutter krönte / am Tage seiner Hochzeit / an seines Herzens Freudentag.»
17652#Hohelied,4,1#1. «Schön bist du, Freundin / schön bist du, deine Augen Tauben / hervor aus deinem Schleier. / Dein Haar, es gleicht der Ziegen Herde / die wallen vom Gebirge Gil'ads her /
17653#Hohelied,4,2#2. der (Schafe) Herde, wohlgeordnet, deine Zähne / die aus dem Bade steigt. / Sie alle zwiegebärend / fehlwerfend keins von ihnen. /
17654#Hohelied,4,3#3. Dem Purpurbande gleichen deine Lippen / und lieblich ist dein Mund / wie der Granate Scheibe deine Wange / hervor aus deinem Schleier. /
17655#Hohelied,4,4#4. Wie Dawids Turm dein Hals / gebaut zum Waffenaushang / die tausend Schilde hängt man dran / der Helden Köcher alle. /
17656#Hohelied,4,5#5. Dein Brüstepaar zwei Rehlein gleich / Gazellenzwillingen / die in den Blumen weiden. /
17657#Hohelied,4,6#6. Bis sich der Tag entfacht / und die Schatten entweichen / will hin ich wandeln / zum Myrrhenberg / zur Weihrauchhöhe. /
17658#Hohelied,4,7#7. Schön bist du, Freundin, ganz / kein Fehl an dir.
17659#Hohelied,4,8#8. Mit mir vom Libanon, Braut / mit mir vom Libanon komm / schau aus von des Amana Gipfel / vom Haupte des Senir und Hermon / vom Lager der Löwen / den Bergen der Panther. /
17660#Hohelied,4,9#9. Du hast den Sinn mir gefangen / o Schwester, Braut / du hast den Sinn mir gefangen / mit einem deiner Augen / mit einem Kettchen deines Halsgeschmeides. /
17661#Hohelied,4,10#10. Wie schön ist dein Kosen / o Schwester, Braut / wie köstlicher dein Kosen / als Wein / und deiner Öle Duft / als alle Gedüfte! /
17662#Hohelied,4,11#11. Seim träufeln deine Lippen, Braut / und Honig ist und Milch an deiner Zunge / und deiner Kleider Duft / wie Duft vom Libanon.
17663#Hohelied,4,12#12. Verschloßner Garten bist du, Schwester, Braut / verschloßner Brunnen / versiegelter Quell. /
17664#Hohelied,4,13#13. Die Triebe dein ein Lusthain von Granaten / mit köstlicher Frucht; / des Zyprus Blüten samt Narden /
17665#Hohelied,4,14#14. mit Narde und Krokus / und Kalmus und Zimt / samt allen Weihrauchstauden / und Myrrhe und Aloë / samt allen edelsten Gedüften. /
17666#Hohelied,4,15#15. Ein Quell der Gärten / ein Born lebendgen Wassers / vom Libanon strömend. /
17667#Hohelied,4,16#16. Erwache, Nord / und komme, Süd / durchwehe meinen Garten / daß seine Düfte strömen.» / «Mein Liebster komme doch in seinen Garten / und esse seiner Köstlichkeiten Frucht.»
17668#Hohelied,5,1#1. «Ich kam in meinen Garten / o Schwester, Braut / ich pflückte meine Myrrhe / samt meinem Balsam / ich aß meine Wabe / samt meinem Honig / trank meinen Wein / samt meiner Milch. / O eßt, Gefährten, trinkt / berauscht euch, Freunde!»
17669#Hohelied,5,2#2. «Ich schlief / jedoch mein Herz war wach. / Horch! Da, mein Geliebter! / Er klopft: / ,Tu mir auf, meine Schwester / meine Freundin, mein Täubchen, mein Reines / denn mein Haupt ist voll Tau / meine Locken von Tropfen der Nacht.' /
17670#Hohelied,5,3#3. ,Hab abgetan mein Kleid / wie sollt ichs anziehn? / Gebadet die Füße / wie sollt ich sie beschmutzen?' /
17671#Hohelied,5,4#4. Mein Liebster streckte / die Hand durch die Öffnung / da wogte mein Innres ihm zu. /
17672#Hohelied,5,5#5. Aufstand ich, meinem Liebsten zu öffnen / und meine Hände troffen Myrrhe / und meine Finger Myrrhenharz / auf die Griffe des Riegels. /
17673#Hohelied,5,6#6. Auftat ich meinem Liebsten / - mein Liebster war fort, entwichen. / Da zog meine Seele aus / nach seiner Rede. / Ich sucht ihn, doch ich fand ihn nicht / ich rief ihn, er gab mir nicht Antwort. /
17674#Hohelied,5,7#7. Es fanden mich die Wächter, die die Stadt durchstreiften / sie schlugen mich zu Wunden / sie nahmen mir mein Hülltuch fort / die Wächter der Mauern.
17675#Hohelied,5,8#8. Beschworen hab ich euch, Jeruschalaims Töchter / wenn meinen Liebsten ihr findet / was wollt ihr ihm sagen? / Daß ich krank bin vor Liebe.»
17676#Hohelied,5,9#9. «Was ist dein Liebster vor den Lieben / du Schönste der Fraun? / Was ist dein Liebster vor den Lieben / daß so du uns beschworen?» /
17677#Hohelied,5,10#10. «Mein Liebster: Licht und braun / aufragend aus zehntausend /
17678#Hohelied,5,11#11. sein Haupt pur golden / seine Locken Rispen / schwarz wie der Rabe. /
17679#Hohelied,5,12#12. Seine Augen wie Tauben / an Wasserläufen / in Milch gebadet / am Schöpfteich ruhend. /
17680#Hohelied,5,13#13. Seine Wangen wie des Balsams Beet / wie Würzwerktürmchen / seine Lippen wie Blumen / von Myrrhenharz träufelnd. /
17681#Hohelied,5,14#14. Seine Hände Goldbarren / mit Gelbstein besetzt / sein Leib ein Block von Elfenbein / bedeckt mit Saphiren. /
17682#Hohelied,5,15#15. Seine Schenkel Marmorpfeiler / auf goldner Sockel Grund / sein Anblick gleich dem Libanon(baum) / wie Zedern erlesen. /
17683#Hohelied,5,16#16. Sein Gaumen voll Süße - / ganz ist er Wonne! / Das ist mein Liebster / und dies mein Freund / ihr Töchter Jeruschalaims!»
17684#Hohelied,6,1#1. «Wohin ging dein Liebster / du Schönste der Frauen? / Wohin hat er, dein Liebster, sich gewandt / daß mit dir wir ihn suchen?» /
17685#Hohelied,6,2#2. «Hinab ging mein Liebster / zu seinem Garten / zu des Balsams Beeten / zu weiden in den Gärten / und Blumen zu pflücken. /
17686#Hohelied,6,3#3. Ich bin meines Liebsten / und mein Liebster ist mein / der in den Blumen weidet.»
17687#Hohelied,6,4#4. «Schön bist du, Freundin, wie Tirza / anmutig wie Jeruschalaim / erhaben wie Wappenburgen. /
17688#Hohelied,6,5#5. Kehr deine Augen ab von mir / die mich verwirren. / Dein Haar, es gleicht der Ziegenherde / die herwallt vom Gil'ad. /
17689#Hohelied,6,6#6. Der Schafe Herde gleichen deine Zähne / die aus dem Bade steigt / sie alle zwiegebärend / fehlwerfend keins von ihnen. /
17690#Hohelied,6,7#7. Wie der Granate Scheibe deine Wange / hervor aus deinem Schleier.
17691#Hohelied,6,8#8. Sind sechzig Königsfrauen / und achtzig Kebsen / und Mädchen ohne Zahl - /
17692#Hohelied,6,9#9. doch eins nur ist mein Täubchen / mein Reines / allein sie ihrer Mutter / untadlig ihr, die sie gebar. / Sie sehn die Mädchen, preisen sie / die Königsfraun und Kebsen, rühmen sie.
17693#Hohelied,6,10#10. Wer ists, die wie das Morgendämmern vorschaut / schön wie der Mond / hellstrahlend wie die Sonne / erhaben wie die Wappenburgen?»
17694#Hohelied,6,11#11. «Zum Nußhain kam ich hinab / zu schaun die Triebe im Tal / zu sehn, ob sprosset die Rebe / erblühen die Granaten. /
17695#Hohelied,6,12#12. Da hat meine Seele - / wie, weiß ich nicht - / zu Wagen edlen Volkes mich versetzt.»
17696#Hohelied,7,1#1. «Kehr wieder, wieder, Schulammitin / kehr wieder, wieder, daß wir dich beschaun.» / «Was könnt ihr schauen an der Schulammitin / wie bei dem Spiel zu Mahanaim?» /
17697#Hohelied,7,2#2. «Wie schön sind deine Füße in den Schuhen / des Edlen Tochter! / Die Rundung deiner Hüften Zierat gleich / von Künstlerhand gefertigt. /
17698#Hohelied,7,3#3. Dein Schoß des Sahar(trankes) Schale / nichts fehlt der Mischung / dein Leib ein Weizenhaufen / mit Blumen umzäunt /
17699#Hohelied,7,4#4. dein Brüstepaar zwei Rehlein gleich / Gazellenzwillingen. /
17700#Hohelied,7,5#5. Dein Hals so wie der Turm ha-Schens / die Augen dein die Teiche von Heschbon / am Tor von Bat-Rabbim / dein Antlitz wie der Turm des Libanon / der nach Dammesek lugt /
17701#Hohelied,7,6#6. dein Haupt auf dir so wie der Karmel / und deines Hauptes Haar wie Purpur - / ein König liegt gefesselt in den Schlingen! /
17702#Hohelied,7,7#7. Wie bist du schön, wie lieblich / du Liebe, in Verzärtlung! /
17703#Hohelied,7,8#8. Dein Wuchs da gleicht der Palme / und deine Brüste Trauben. /
17704#Hohelied,7,9#9. Ich denke, ich ersteig die Palme / ich greife ihre Rispen / daß deine Brüste wie der Rebe Trauben sind / und deines Angesichtes Duft wie Äpfel /
17705#Hohelied,7,10#10. dein Gaumen gleich dem würzgen Wein / der meinem Freund zu Kräften eingeht / der Schlafenden Beschwörung murmelnd.»
17706#Hohelied,7,11#11. «Ich bin meines Liebsten / nach mir sein Lüsten. /
17707#Hohelied,7,12#12. O komm, Geliebter / laß nach der Flur uns gehn / in Zyprusblüten nachten /
17708#Hohelied,7,13#13. früh ausziehn in die Rebengärten / und sehen, ob der Wein gesproßt / die Knospe erschlossen / die Granaten erblüht. / Dort geb ich meine Liebe dir. /
17709#Hohelied,7,14#14. Glückswurzeln spenden Duft / an unsren Türen Köstlichkeiten allerlei / so neue wie die alten / dir, Liebster, hab ich sie verwahrt.
17710#Hohelied,8,1#1. O, wärst du doch ein Bruder mir / der meiner Mutter Brust gesogen! / Träf ich dich draußen, küßt ich dich / man könnte meiner ja nicht spotten. /
17711#Hohelied,8,2#2. Ich führte dich, ich brächte dich / in meiner Mutter Haus, die mich erzogen / ich tränkte dich mit würzgem Wein / mit der Granaten Most. /
17712#Hohelied,8,3#3. Die Linke sein mir unterm Haupt / und seine Rechte, sie umfängt mich.» /
17713#Hohelied,8,4#4. «Beschworen hab ich euch, Jeruschalaims Töchter / was wecket ihr, was schrecket ihr die Liebe / eh sie erstarkt?»
17714#Hohelied,8,5#5. «Wer steigt heran da von der Wüste / geschmiegt an ihren Liebsten?» / «Am Fuß des Apfelbaumes hab ich dich erweckt / dort, wo die Mutter dich im Weh geboren / dort lag in Wehen sie, die dich gebar. /
17715#Hohelied,8,6#6. Tu wie das Siegel dir mich an das Herz / so wie das Siegel, dir am Arm / denn stark ist wie der Tod die Liebe / hart wie Scheol der Eifertrieb; / Brandvögel hat sie, Feuergeier / ein Gottesflammen. /
17716#Hohelied,8,7#7. Gewaltge Wasser können nicht die Liebe löschen / und Ströme schwemmen sie nicht fort. / Gäb einer seines Hauses ganzen Schatz um Liebe / man spottet sein!»
17717#Hohelied,8,8#8. (Sie sprachen:) «Wir haben eine kleine Schwester / hat keine Brüste. / Was tun wir unsrer Schwester / des Tags, da man (beschwörend) von ihr spricht? /
17718#Hohelied,8,9#9. ,Ist eine Mauer sie / so baun wir drum ein Silberrund / ist Türe sie / so sperrn wir sie mit Zederbohle.'» /
17719#Hohelied,8,10#10. «Ich bin eine Mauer / meine Brüste wie Türme!» / «Da ward ich in seinen Augen / wie eine, die Frieden findet.»
17720#Hohelied,8,11#11. Einen Weinberg hatte Schelomo bei einem Geldmann; der gab den Weinberg den Hütern. Der Mann brachte für seine Frucht tausend Silberstücke:
17721#Hohelied,8,12#12. «Den Weinberg mein hab ich vor mir - / die Tausend sind für dich, Schelomo / zweihundert für die Hüter seiner Frucht - / (was bleibt mir?)»
17722#Hohelied,8,13#13. «Die in den Gärten weilt / die Freunde lauschen deiner Stimme / - laß mich sie hören!» /
17723#Hohelied,8,14#14. «O flieh, Geliebter / sei gleich der Gazelle / oder dem Böcklein der Hirsche / auf Balsamgebirgen.»

17385#Prediger,1,1#1. WORTE Kohelets, des Sohnes Dawids, Königs in Jeruschalaim.
17386#Prediger,1,2#2. «O eitel Eitelkeiten», spricht Kohelet / «o eitel Eitelkeiten, alles eitel! /
17387#Prediger,1,3#3. Was bleibt dem Menschen / bei all seinem Mühn / da er sich abmüht unter Sonnen?
17388#Prediger,1,4#4. Geschlecht geht hin / Geschlecht kommt auf / die Erde, sie steht ewiglich. /
17389#Prediger,1,5#5. Und Sonn erstrahlt / und Sonne geht / muß strebend ihrer Stätte zu / wo sie erstrahlt. /
17390#Prediger,1,6#6. Fährt gegen Süden, kreist nach Norden / rings, ringsum kreisend fährt der Wind / und nur zurück bei seinem Kreisen kehrt der Wind. /
17391#Prediger,1,7#7. Es laufen alle Bäche ab zum Meer / und wird das Meer nicht voll! / Hin, wo die Bäche laufen / dort kehren sie zu laufen. /
17392#Prediger,1,8#8. Ermüden alle Dinge / nichts wirkt der Mensch beim Reden / satt wird kein Aug beim Sehen / und voll kein Ohr vom Hören. /
17393#Prediger,1,9#9. Was gewesen, ist, was sein wird / was geschehen, das geschieht / und nichts gibts Neues unter Sonnen. /
17394#Prediger,1,10#10. Ist da ein Ding, das meint: / Sieh, neu ists; / längst war es in den Ewigkeiten / die vor uns gewesen. /
17395#Prediger,1,11#11. Gibt kein Gedenken von den Frühern / und auch den Spätern, die noch kommen / bleibt kein Gedenken / bei denen, die noch später kommen.
17396#Prediger,1,12#12. Ich, Kohelet, war König über Jisraël in Jeruschalaim.
17397#Prediger,1,13#13. Und ich richtete meinen Sinn, alles was unter dem Himmel geschah, mit Weisheit zu erforschen und zu ergründen. Das ist eine böse Aufgabe, die Gott den Menschen gegeben, sich damit zu befassen.
17398#Prediger,1,14#14. Ich sah alle Taten, die unter der Sonne geschahen, und sieh, alles war eitel und Jagen nach Wind:
17399#Prediger,1,15#15. Krumm kann nicht grade werden / Verlust hinzu nicht zählen.
17400#Prediger,1,16#16. Ich sprach zu meinem Herzen: Sieh, ich habe größere und reichere Weisheit erworben als alle, die vor mir über Jeruschalaim waren, und mein Herz hat viel Weisheit und Erkenntnis gesehen.
17401#Prediger,1,17#17. Und ich richtete meinen Sinn, Weisheit zu erkennen und Tollheit und Torheit zu erkennen. Da erkannte ich, daß auch dies ein Jagen nach Wind ist.
17402#Prediger,1,18#18. Denn: / Bei viel Weisheit ist viel Kränkung / und mehrt wer Wissen / mehrt er Weh.
17403#Prediger,2,1#1. Ich sprach in meinem Herzen: ,Wohlan, ich wills tränken - in Freude, genießend des Guten!' Aber, sieh, auch das war eitel.
17404#Prediger,2,2#2. Vom Lachen sprach ich: ,Toll ists' / von Freude: ,Was schafft diese?'
17405#Prediger,2,3#3. Ich forschte in meinem Herzen, zu fassen - trotz des Weins an meinem Leib, und da mein Herz antrieb - die Weisheit und zu ergreifen die Torheit, bis ich sehen würde, welches für die Menschen gut sei, daß sie es täten unter dem Himmel die gezählten Tage ihres Lebens.
17406#Prediger,2,4#4. Ich schuf mir große Werke, baute mir Häuser, pflanzte mir Weinberge,
17407#Prediger,2,5#5. legte mir Gärten und Lusthaine an und pflanzte darin Bäume mit allerlei Frucht;
17408#Prediger,2,6#6. ich legte mir Wasserteiche an, um aus ihnen einen baumsprossenden Wald zu bewässern.
17409#Prediger,2,7#7. Ich erwarb Knechte und Mägde, auch hausgeborne hatte ich, auch hatte ich viel Viehbesitz von Rindern und Schafen, mehr als alle, die vor mir in Jeruschalaim gewesen.
17410#Prediger,2,8#8. Ich heimste mir auch Silber und Gold, Schatz von Königen und Ländern, ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen an und die Wonnen der Menschenkinder: Kisten und Kasten.
17411#Prediger,2,9#9. Und ich tat Größeres und mehr als alle, die vor mir in Jeruschalaim gewesen, auch meine Weisheit verblieb mir.
17412#Prediger,2,10#10. Und von allem, was meine Augen begehrten, versagte ich ihnen nichts; ich weigerte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und dies war mein Anteil von all meiner Mühe.
17413#Prediger,2,11#11. Aber wandte ich mich zu allen meinen Werken, die meine Hände geschaffen hatten, und zu der Mühe, die ich mich zum Schaffen gemüht hatte, sieh, da war alles Eitelkeit und Jagen nach Wind, und kein Gewinn unter der Sonne.
17414#Prediger,2,12#12. Und ich wandte mich, Weisheit und Tollheit und Torheit zu betrachten; denn was soll der Mensch, der nach dem König kommen wird? Das, was man längst getan hat?
17415#Prediger,2,13#13. Doch sah ich, daß die Weisheit einen Vorzug vor der Torheit hat, wie des Lichtes Vorzug vor der Finsternis:
17416#Prediger,2,14#14. Die Augen hat im Kopf der Weise / der Tor jedoch im Finstern wandelt. Aber ich erkannte auch, daß ein Geschick sie alle trifft.
17417#Prediger,2,15#15. Da sprach ich in meinem Herzen: Das gleiche Schicksal wie den Toren wird auch mich treffen, und wozu bin ich dann weiser gewesen? Und ich sprach in meinem Herzen, daß auch dies eitel sei.
17418#Prediger,2,16#16. Denn kein Gedenken bleibt dem Weisen samt dem Toren für immer, da längst in den kommenden Tagen alles vergessen ist. Aber wie darf der Weise sterben samt dem Toren?
17419#Prediger,2,17#17. Da ward mir das Leben verhaßt, denn übel schien mir das Tun, das unter der Sonne geschieht; denn alles ist Eitelkeit und Jagen nach Wind.
17420#Prediger,2,18#18. Dann ward mir alle meine Mühe verhaßt, die ich mich mühe unter der Sonne, weil ich es einem Menschen laßen muß, der nach mir sein wird.
17421#Prediger,2,19#19. Und wer weiß, ob er weise oder töricht sein wird? Und der wird schalten über all meine Mühe, die ich mich gemüht und weise bedacht habe unter der Sonne; auch das ist eitel.
17422#Prediger,2,20#20. Da wandte ich mich, mein Herz verzweifeln zu lassen ob aller Mühe, die ich mich gemüht unter der Sonne.
17423#Prediger,2,21#21. Denn da gibts einen Menschen, der sich gemüht mit Weisheit, Erkenntnis und Tüchtigkeit, und es einem Menschen, der sich nicht darum gemüht hat, als Anteil abgeben muß. Auch dies ist Eitelkeit und großes Übel.
17424#Prediger,2,22#22. Denn was hat der Mensch von all seiner Mühe und von seines Herzens Jagen, womit er sich abmüht unter der Sonne?
17425#Prediger,2,23#23. Denn all seine Tage sind Schmerzen und Kränkung seine Aufgabe, selbst bei Nacht ruht sein Herz nicht; auch das ist eitel.
17426#Prediger,2,24#24. Nicht im Menschen liegt das Glück, daß er esse und trinke und seine Seele Gutes genießen lasse bei seiner Mühe; auch das sah ich, daß es aus Gottes Hand kommt.
17427#Prediger,2,25#25. Denn wer essen darf und wer ausgeschlossen ist, das kommt von ihm!
17428#Prediger,2,26#26. Denn dem Menschen, der ihm wohlgefällt, hat er Weisheit und Erkenntnis und Freude gegeben, dem aber, ders verfehlt, gab er auf, einzubringen und anzusammeln, um es dem zu geben, der Gott wohlgefällt. Auch dies ist eitel und Jagen nach Wind.
17429#Prediger,3,1#1. Alles hat Zeit und Stunde, alles Wollen, unter dem Himmel: /
17430#Prediger,3,2#2. Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben / Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten; /
17431#Prediger,3,3#3. Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen / Zeit fürs Einreißen und Zeit fürs Aufbaun; /
17432#Prediger,3,4#4. Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen / Zeit des Klagens und Zeit des Tanzens; /
17433#Prediger,3,5#5. Zeit fürs Steine werfen und Zeit fürs Steine sammeln / Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs Meiden der Umarmung; /
17434#Prediger,3,6#6. Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlorengeben / Zeit fürs Bewahren und Zeit fürs Fortwerfen; /
17435#Prediger,3,7#7. Zeit fürs Reißen und Zeit fürs Nähen / Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden; /
17436#Prediger,3,8#8. Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen / Zeit des Kriegs und Zeit des Friedens.
17437#Prediger,3,9#9. Was bleibt dem Schaffenden bei dem, womit er sich müht?
17438#Prediger,3,10#10. Ich sah die Aufgabe, die Gott den Menschen gegeben hat, sich damit zu befassen.
17439#Prediger,3,11#11. Alles hat er gemacht: Passend zu seiner Zeit. Auch das Ewige hat er in ihren Sinn gelegt - nur daß der Mensch das Werk, das Gott gewirkt, nicht finden kann - von Anbeginn bis zuende.
17440#Prediger,3,12#12. Ich erkannte, daß es dabei kein Glück gibt, als sich zu freuen und sichs wohl sein zu lassen in seinem Leben.
17441#Prediger,3,13#13. Aber auch, daß jeglicher Mensch ißt und trinkt und Glück genießt an all seiner Mühe, ist Gottes Gabe.
17442#Prediger,3,14#14. Ich erkannte, daß alles, was Gott tut, für ewig besteht, dazu ist nichts hinzuzufügen und davon nichts zu nehmen, und Gott hat es so eingerichtet, daß man sich vor ihm fürchte.
17443#Prediger,3,15#15. Was war, ist längst dahin, und was sein soll, längst gewesen; und Gott sucht das einander Folgende.
17444#Prediger,3,16#16. Und weiter sah ich unter der Sonne: An Rechtes Statt war Unrecht, und an der Stätte der Gerechtigkeit - das Unrecht.
17445#Prediger,3,17#17. Ich sprach zu meinem Herzen: Den Gerechten und Ungerechten wird Gott richten - denn eine Zeit gibts für alles Wollen - und alle Tat daselbst.
17446#Prediger,3,18#18. Und ich sprach in meinem Herzen nach der Weise der Menschen: Daß Gott sie auserwählt habe. Aber um einzusehn, daß sie nur sind, wie das Vieh ist,
17447#Prediger,3,19#19. denn das Geschick der Menschen und das Geschick des Viehs - ein und dasselbe Geschick haben sie: Wie das stirbt, so stirbt der, und einen Odem haben alle, und einen Vorzug des Menschen vor dem Vieh gibt es nicht, denn alles ist eitel.
17448#Prediger,3,20#20. Alles geht an einen Ort: Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt zum Staub zurück.
17449#Prediger,3,21#21. Wer weiß, ob der Geist der Menschen nach oben emporsteigt, und ob der Geist des Viehs zur Erde hinabfährt?
17450#Prediger,3,22#22. So sah ich, daß es nichts Besseres gibt, als daß der Mensch sich freue an seinen Werken, denn das ist sein Anteil; denn wer kann ihn hinbringen, zu sehen, was nach ihm sein wird?
17451#Prediger,4,1#1. Und wiederum sah ich alle Bedrückungen, die unter der Sonne verübt werden; und sieh, die Träne der Unterdrückten, und sie haben keinen Tröster, und von der Hand ihrer Bedrücker: Bestechungsgut; und sie haben keinen Tröster.
17452#Prediger,4,2#2. Da pries ich die Toten, die schon gestorben, glücklicher als die Lebenden, die noch am Leben sind;
17453#Prediger,4,3#3. und glücklicher als beide den, der noch gar nicht geworden, der das böse Treiben nicht gesehen, das unter der Sonne geschieht.
17454#Prediger,4,4#4. Und ich sah bei aller Mühe und Trefflichkeit des Schaffens, daß es an des Mannes Erwerben eines Freundes liegt; (sonst) ist auch dies eitel und Jagen nach Wind.
17455#Prediger,4,5#5. Der Tor umarmt die eignen Hände und ißt vom eignen Fleisch:
17456#Prediger,4,6#6. ,Besser eine Handvoll im Geruhen als zwei Hände voll mit Mühsal und mit Jagen nach Wind!'
17457#Prediger,4,7#7. Aber wiederum sah ich Eitles unter der Sonne:
17458#Prediger,4,8#8. Da ist einer ohne einen zweiten, auch Sohn und Bruder hat er nicht, und keinen Zweck hat all sein Mühn, auch seine Augen werden des Reichtums nicht satt: ,Für wen mühe ich mich denn und versage meiner Seele Glück?' Auch dies ist eitel und eine böse Aufgabe.
17459#Prediger,4,9#9. Besser sind zwei daran als einer, weil sie guten Lohn für ihre Mühe haben;
17460#Prediger,4,10#10. denn wenn sie fallen, kann der eine dem andern wieder aufhelfen, doch weh dem Einzelnen, der fällt, und es ist kein Zweiter da, ihm aufzuhelfen!
17461#Prediger,4,11#11. Auch wenn zwei beisammenliegen, wird ihnen warm, aber wie soll dem Einzelnen warm werden?
17462#Prediger,4,12#12. Und wenn einer jemand anfällt, so werden ihm die Zwei standhalten; und die dreifache Schnur wird nicht so bald zerrissen.
17463#Prediger,4,13#13. Besser dran war der Knabe, arm und weise, als der König, alt und töricht, der nicht mehr wußte, sich in acht zu nehmen.
17464#Prediger,4,14#14. Denn aus dem Gefängnis kam er heraus zu herrschen, da der, in seinem Königtum geboren, verarmte.
17465#Prediger,4,15#15. Ich sah alle Lebenden, die da wandeln unter der Sonne - mit dem andern Kind, das an seine Stelle treten sollte.
17466#Prediger,4,16#16. Keinen Zweck hatte alles Volk, alles, was vor ihnen gewesen, und auch die Späteren werden sich seiner nicht freuen, denn auch dies ist eitel Hüten von Wind.
17467#Prediger,4,17#17. Acht deines Fußes, wenn du gehst: Zu Gottes Haus, und Nahen um zu hören, als (dahin,) wo die Toren Schlachtmahl geben. Denn sie wissens nicht, so daß sie böse handeln.
17468#Prediger,5,1#1. Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein (Gelöbnis)wort vor Gott auszusprechen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf Erden, darum seien deiner Worte wenig.
17469#Prediger,5,2#2. Denn: Kommt, der gesunden Geists mit vielem Zweck, so Torenschwatz mit vielen Worten.
17470#Prediger,5,3#3. Wenn du Gott ein Gelöbnis tust, so säume nicht, es zu bezahlen, denn es ist kein Gefallen an den Toren. Was du gelobst, zahle!
17471#Prediger,5,4#4. Besser, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht zahlst.
17472#Prediger,5,5#5. Gestatte deinem Mund nicht, deinen Leib in Schuld zu bringen, und sage nicht vor dem Boten, daß es unbedacht war. Warum soll Gott über dein Gerede zürnen und das Werk deiner Hände verderben?
17473#Prediger,5,6#6. Denn (das kommt) durch viel Träumereien, Eitelkeiten und viel Gerede; so fürchte Gott!
17474#Prediger,5,7#7. Wenn du Bedrückung des Armen und Entziehung von Recht und Gerechtigkeit im Land siehst, so frage nicht ob der Absicht; denn ein Höherer über dem Hohen und noch Höhere über ihnen lauern.
17475#Prediger,5,8#8. Und Vorzug hat das Land bei allem: Ein König ist man vom bebauten Feld. /
17476#Prediger,5,9#9. Wer Geld liebt, wird des Gelds nicht satt / und wer den Reichtum liebt, nicht des Ertrags. / Auch das ist eitel.
17477#Prediger,5,10#10. Mehrt sich das Gut, so die auch, die dran zehren. / Und welche Trefflichkeit hat sein Besitzer, als daß seine Augen es sehen?
17478#Prediger,5,11#11. Süß ist des Werkmanns Schlaf / ob wenig er, ob viel ißt; / aber den Reichen läßt die Übersättigung nicht schlafen.
17479#Prediger,5,12#12. Es gibt ein arges Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, von seinem Besitzer für sein Unglück aufbewahrt.
17480#Prediger,5,13#13. Nun geht jener Reichtum durch ein bös Geschäft verloren, und hat er einen Sohn gezeugt, so bleibt nichts in dessen Hand.
17481#Prediger,5,14#14. Wie er hervorging aus der Mutter Schoß, nackt geht dahin er wieder, wie er kam, und nichts trägt er davon für seine Mühe, das er mit sich führen könnte.
17482#Prediger,5,15#15. Und auch dies ist ein arges Übel: Ganz wie er gekommen, muß er gehen; und welchen Gewinn hat er, daß er sich müht in den Wind?
17483#Prediger,5,16#16. Auch zehrt er all sein Lebtag in Finsternis und kränkt sich viel, nebst Leiden und Verdruß.
17484#Prediger,5,17#17. Sieh, was ich als gut, als schön ersehen habe, ist: Zu essen und zu trinken und Gutes zu genießen aus all seiner Mühe, die einer sich abmüht unter der Sonne die gezählten Tage seines Lebens, die ihm Gott gegeben. Denn das ist sein Anteil.
17485#Prediger,5,18#18. Doch auch für jeden Menschen, dem Gott Reichtum und Güter verliehen, und den er ermächtigt hat, davon zu genießen und sein Teil zu nehmen und sich zu freuen an seiner Mühe, ist dies eine Gabe Gottes.
17486#Prediger,5,19#19. Denn nicht viel sind, bedenke er, seine Lebenstage, daß Gott ihn schaffen läßt in der Freude seines Herzens.
17487#Prediger,6,1#1. Es gibt ein Übel, das ich gesehen unter der Sonne, und groß ists bei dem Menschen:
17488#Prediger,6,2#2. Wenn einem Mann Gott Reichtum, Güter und Ehre verleiht, und es fehlt seiner Seele nichts von allem, was er begehren mag, aber Gott ermächtigt ihn nicht, davon zu genießen, sondern ein fremder Mann genießt es. Das ist eitel und schlimmes Leiden.
17489#Prediger,6,3#3. Wenn jemand auch hundert zeugte und viele Jahre lebte, und soviel auch seiner Jahre Tage wären, aber seine Seele sättigt sich nicht am Guten, so - wenn auch diese nicht einmal ein Grab erhält - sage ich: Besser als er hats die Fehlgeburt.
17490#Prediger,6,4#4. Wenn sie auch in Nichtigkeit kommt, in Finsternis dahingeht und ihr Name mit Finsternis bedeckt ist,
17491#Prediger,6,5#5. wenn sie auch die Sonne nicht kannte: Ihr ist wohler als jenem,
17492#Prediger,6,6#6. und wenn er tausend Jahre zweimal lebte, hätte aber nichts Gutes genossen. Geht nicht alles dahin an einen Ort?
17493#Prediger,6,7#7. Des Menschen Mühn ist alles für den Mund / und doch: Die Seele wird nicht satt.
17494#Prediger,6,8#8. Was also hat der Weise vor dem Toren mehr? Was hat der Arme, ders versteht, vor Lebenden zu wandeln?
17495#Prediger,6,9#9. Besser mit den Augen sehen / als der Seele (träumend) Gehen. Auch dies ist eitel und Jagen nach Wind.
17496#Prediger,6,10#10. (Danach) was man gewesen, ist längst sein Name genannt, und bekannt, daß er ein Mensch ist und er nicht rechten kann mit dem, der stärker ist als er.
17497#Prediger,6,11#11. Ja, es gibt viel Reden, die nur Eitelkeit häufen; was hat der Mensch davon?
17498#Prediger,6,12#12. Denn wer weiß, was für den Menschen gut ist im Leben während seiner gezählten, nichtigen Lebenstage, daß er sie - dem Schatten gleich - gestalte? Denn wer kündet dem Menschen, was nach ihm sein wird unter der Sonne?
17499#Prediger,7,1#1. Besser: Name gut als Duftöl; / so des Todes Tag als der Geburt. /
17500#Prediger,7,2#2. Besser: Gehn ins Haus der Trauer / als zu gehn ins Haus des Mahles; dieweil jenes aller Menschen Ende, und der Lebende sichs zu Herzen nehmen mag.
17501#Prediger,7,3#3. Besser: Unmut als das Lachen / denn bei trüber Miene tuts dem Herzen wohl. /
17502#Prediger,7,4#4. Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer / das Herz der Toren in dem Haus der Lust. /
17503#Prediger,7,5#5. Besser: Weisen schelten hören / als wer hört der Toren Sang;
17504#Prediger,7,6#6. denn wie der Dornen Prasseln unterm Kessel, so ist des Toren Lachen. - Und auch das ist eitel.
17505#Prediger,7,7#7. Denn: Erpressung(sgeld) macht Weisen toll / und den Verstand verdirbt Bestechung.
17506#Prediger,7,8#8. Besser: Einer Sache End als Anfang. / Besser: Ein Langmütiger als ein Hochmütiger.
17507#Prediger,7,9#9. Übereile dich nicht in deinem Sinn, unmutig zu werden, denn: Unmut weilet in der Toren Brust.
17508#Prediger,7,10#10. Sprich nicht: ,Wie ist es gekommen, daß die früheren Tage besser waren als diese?' Denn nicht aus Weisheit fragst du danach.
17509#Prediger,7,11#11. Gut ist Weisheit bei Besitz / und Vorteil denen, die die Sonne schauen.
17510#Prediger,7,12#12. Denn im Schatten der Weisheit (ists wie) im Schatten des Geldes, doch der Vorzug der Erkenntnis ist: Die Weisheit erhält ihren Besitzer am Leben.
17511#Prediger,7,13#13. Betrachte Gottes Werk / denn wer kann grade machen / was er gekrümmt?
17512#Prediger,7,14#14. Am Tag des Glücks sei guter Dinge; - und am Unglückstag bedenke: Auch diesen ebenso wie jenen hat Gott gemacht, nach der Weise, daß der Mensch nach ihm gar nichts ausfinden kann.
17513#Prediger,7,15#15. Alles habe ich gesehn in meiner Nichtigkeit Tagen: Es gibt manchen Gerechten, der zugrunde geht bei seiner Gerechtigkeit, und es gibt manchen Bösewicht, der lange lebt bei seiner Schlechtigkeit.
17514#Prediger,7,16#16. Sei nicht allzu gerecht und zeige dich nicht überweise, warum willst du dich vereinsamen?
17515#Prediger,7,17#17. Frevle nicht zu sehr und sei kein Tor, warum willst du vor deiner Zeit sterben?
17516#Prediger,7,18#18. Gut ists, daß du an diesem festhältst und auch von jenem deine Hand nicht läßt, denn der Gottesfürchtige entgeht dem allen.
17517#Prediger,7,19#19. Die Weisheit leiht dem Weisen Stärke, mehr als die der zehn Machthaber, die in der Stadt waren.
17518#Prediger,7,20#20. Denn: Keinen Menschen gibts auf Erden, so gerecht, daß er nur Gutes tät und nimmer fehlte.
17519#Prediger,7,21#21. Kümmere dich auch nicht um alles Gerede, das man redet, damit du nicht deinen Knecht dir fluchen hörest.
17520#Prediger,7,22#22. Denn gar vieler Male ist sich dein Herz bewußt, da auch du anderen geflucht hast.
17521#Prediger,7,23#23. All dies hab ich versucht mit Weisheit, ich dachte: Ich will die Weisheit erlangen; aber sie blieb fern von mir.
17522#Prediger,7,24#24. Fern ists, wie es gewesen / und tief, tief / wer kanns erreichen?
17523#Prediger,7,25#25. Ich wandte mich, und mein Sinn stand, zu erkennen und zu erforschen und zu suchen Weisheit und Berechnung; und dies - um zu erkennen: Frevel als Torheit und Torheit als Wahnsinn.
17524#Prediger,7,26#26. Auch finde ich bittrer als den Tod das Weib, das (voller) Schlingen ist, des Herz ein Netzwerk, dessen Arme Fesseln sind; wer recht vor Gott, entrinnt ihr, aber ders verfehlt, wird von ihr verstrickt.
17525#Prediger,7,27#27. Sieh, dies habe ich gefunden, spricht Kohelet, eins zum andern (fügend), um die Berechnung zu finden.
17526#Prediger,7,28#28. Was meine Seele immerfort gesucht und nicht gefunden: Einen Menschen unter Tausend habe ich gefunden, aber ein Weib habe ich unter all diesen nicht gefunden.
17527#Prediger,7,29#29. Nur dies, sieh, fand ich, daß Gott den Menschen schlicht geschaffen hat, jene aber suchten vieles zu ersinnen.
17528#Prediger,8,1#1. Wer ist da wie der Weise / und wer versteht der Dinge Deutung? Des Menschen Weisheit macht des (Königs) Antlitz leuchten / und seine starre Miene wird verändert.
17529#Prediger,8,2#2. Ich (meine): Des Königs Wort befolge, und zwar nach der Weise eines Gotteseids.
17530#Prediger,8,3#3. Übereile dich nicht, von ihm wegzugehn, laß dich nicht in eine böse Sache ein, denn alles, was er will, tut er,
17531#Prediger,8,4#4. weil des Königs Wort Gewalt hat, und wer darf zu ihm sagen: ,Was tust du?'
17532#Prediger,8,5#5. Wer das Gebot befolgt, weiß von nichts Bösem. Und Zeit und Recht kennt des Weisen Sinn;
17533#Prediger,8,6#6. denn für jede Sache gibt es Zeit und Recht. Aber des Menschen Übel ist viel über ihm.
17534#Prediger,8,7#7. Er weiß ja nicht, was geschehen wird; denn wie es geschehen wird, wer zeigt es ihm an?
17535#Prediger,8,8#8. Der Mensch hat nicht Gewalt über den Willen (Gottes), den Willen einzuhalten, und hat nicht Gewalt an des Todes Tag, noch (bei) Aussenden zum Kampf; noch kann da unrecht Gut den Eigner retten.
17536#Prediger,8,9#9. Dies alles habe ich gesehen und meinen Sinn gerichtet auf alles Tun, das unter der Sonne geschieht, betreffs der Zeit, wo ein Mensch unter Menschen Gewalt hat, wo ihm Böses geschieht.
17537#Prediger,8,10#10. Und so sah ich Frevler, die begraben wurden und (zur Ruhe) eingingen; aber von heiliger Stätte mußten fortziehn und wurden vergessen in der Stadt, die rechtschaffen gehandelt hatten. Auch das ist eitel.
17538#Prediger,8,11#11. Weil der Spruch über die böse Tat nicht bald vollzogen wird, darum nehmen die Menschen es sich in den Sinn, Böses zu tun;
17539#Prediger,8,12#12. weil der Sünder hundert (Jahre) Böses begeht, und er ihn lange währen läßt. Obschon ich auch (Fälle) kenne, daß es den Gottesfürchtigen gut geht, weil sie sich vor ihm fürchten,
17540#Prediger,8,13#13. aber nicht dem Frevler gut ergeht und er, dem Schatten gleich, seine Tage nicht längert, weil er sich nicht vor Gott fürchtet.
17541#Prediger,8,14#14. Da gibt es ein Eitles, das auf Erden geschieht: Daß es Gerechte gibt, denen widerfährt nach dem Tun der Frevler, und Frevler, denen nach dem Tun der Gerechten widerfährt. Da meinte ich, daß auch das eitel ist.
17542#Prediger,8,15#15. So preise ich mir die Lust, weil es nichts Besseres für den Menschen gibt unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein, und das begleite ihn bei seiner Mühe in den Tagen seines Lebens, die Gott ihm gegeben hat unter der Sonne.
17543#Prediger,8,16#16. Als ich meinen Sinn darauf richtete, Weisheit zu erkennen und die Aufgabe zu sehen, die auf Erden geschieht: Daß (obwohl) man weder bei Tag noch bei Nacht Schlaf in seinen Augen sieht,
17544#Prediger,8,17#17. da sah ich, daß der Mensch nicht vermag, das ganze Werk Gottes, das unter der Sonne geschieht, auszufinden, da der Mensch, wie sehr er sich auch abmüht zu suchen, es doch nicht findet; und selbst wenn der Weise meint, es zu erkennen, kann er es nicht ausfinden.
17545#Prediger,9,1#1. Denn dies alles brachte ich vor meinen Sinn, so daß ich all dies klarstellte, daß die Gerechten und die Weisen und ihre Handlungen in Gottes Hand sind. Ja, weder Liebe noch Haß ahnt der Mensch, alles liegt vor ihnen:
17546#Prediger,9,2#2. Alles, wie es allen werden soll. Einerlei Geschick trifft den Gerechten wie den Frevler, den Guten und Reinen wie den Unreinen, den Opfernden wie den, der nicht opfert; dem Guten geht es wie dem Sünder, dem Schwörenden wie dem, der den Schwur scheut.
17547#Prediger,9,3#3. Dies ist übel in allem, was unter der Sonne geschieht, daß einerlei Geschick alle trifft - ob auch das Herz der Menschen voll ist des Bösen und Tollheit ist in ihrem Herzen - in ihrem Leben, und danach gehts zu den Toten.
17548#Prediger,9,4#4. Denn wer da noch verbunden ist mit all den Lebenden, hat Hoffnung, denn: 5. Dem lebendigen Hund ists wohler als dem toten Löwen;
17549#Prediger,9,5#denn die Lebenden kennen die, die sterben, die Toten aber kennen nichts und haben weiter keinen Dank, denn vergessen ist ihr Gedenken.
17550#Prediger,9,6#6. So ihre Liebe als ihr Haß und ihr Eifer sind längst geschwunden, und sie haben keinen Anteil mehr in Ewigkeit an allem, was unter der Sonne geschieht.
17551#Prediger,9,7#7. So komm und iß in Lust dein Brot / und trinke frohen Herzens deinen Wein / denn längst hat Gott dein Tun gewählt. /
17552#Prediger,9,8#8. Zu aller Zeit sei'n deine Kleider blank / und laß das Öl auf deinem Haupt nicht fehlen. /
17553#Prediger,9,9#9. Genieß mit einem Weibe, das du liebst, das Leben durch alle Tage deines eitlen Lebens, die er dir gegeben unter der Sonne, alle deine eitlen Tage. Denn das ist dein Anteil am Leben und an deiner Mühe, da du dich abmühst unter der Sonne.
17554#Prediger,9,10#10. Alles, was deine Hand mit deiner Kraft zu schaffen vermag, das tu. Denn es gibt nicht Schaffen noch Planen, nicht Kenntnis noch Weisheit in Scheol, dahin du gehst.
17555#Prediger,9,11#11. Wiederum sah ich unter der Sonne, daß nicht dem Schnellen der Lauf gehört und nicht den Helden der Kampf, auch nicht den Weisen Brot, noch den Verständigen Reichtum, noch den Kundigen Gunst, sondern Zeit und Schickung trifft sie alle.
17556#Prediger,9,12#12. Kennt doch der Mensch nicht seine Zeit: Gleich den Fischen, die im bösen Netz sich fangen, und gleich den Vögeln, die in der Schlinge festgehalten werden, gleich ihnen werden die Menschen verstrickt zur Zeit des Unglücks, wenn es sie plötzlich überfällt.
17557#Prediger,9,13#13. Auch dies sah ich als Weisheit unter der Sonne, und groß scheint sie mir:
17558#Prediger,9,14#14. Eine kleine Stadt und nur wenig Männer darin, vor die zog ein großer König, schloß sie ein und baute gegen sie große Bollwerke.
17559#Prediger,9,15#15. Er traf aber darin einen armen weisen Mann, und der rettete die Stadt durch seine Weisheit; kein Mensch jedoch gedachte dann jenes armen Mannes.
17560#Prediger,9,16#16. Da sprach ich: ,Besser Weisheit als Stärke' - aber: / des Armen Weisheit ist verachtet / und seine Worte werden nicht gehört.
17561#Prediger,9,17#17. Der Weisen Worte in Ruhe werden eher gehört, als das Geschrei eines Herrschers unter den Toren.
17562#Prediger,9,18#18. Besser Weisheit als Kriegsgerät / aber ein einziger Sünder verdirbt des Guten viel.
17563#Prediger,10,1#1. Wie Fliegen, tot, das Öl des Salbenmischers stinken, gären machen, so das Köstlichste von Weisheit und Reichtum ein wenig Torheit.
17564#Prediger,10,2#2. Ist des Weisen Sinn nach seiner Rechten / ist des Toren Sinn nach seiner Linken.
17565#Prediger,10,3#3. Und auf dem Weg dann, wenn der Tor ihn geht, fehlt ihm Verstand, und er sagt so allen: ,Der ist ein Narr.'
17566#Prediger,10,4#4. Wenn gegen dich des Herrschers Unmut aufsteigt, verlaß nicht deinen Ort, denn Gelassenheit beschwichtigt große Verfehlungen.
17567#Prediger,10,5#5. Da gibt es ein Übel, das ich unter der Sonne sah, wenn ein Versehen vom Machthaber ausging.
17568#Prediger,10,6#6. Was Narrheit (war), ist (oft) gestellt in große Höhen / und Reiche sitzen niedrig da. /
17569#Prediger,10,7#7. Ich sah auf Rossen Knechte / und Fürsten, wie die Knechte, auf dem Boden gehn.
17570#Prediger,10,8#8. Wer eine Grube gräbt, der fällt hinein / den, der die Mauer einreißt, beißt die Schlange. /
17571#Prediger,10,9#9. Wer Steine losbricht, wird daran sich weh tun / wer Holz zerspaltet, sich damit gefährden.
17572#Prediger,10,10#10. Wenn die Axt hungrig bleibt, verdirbt man ihre Schneide nicht, so daß man die Kräfte anstrengen muß? So ists ein Vorteil, Weisheit (zu verwenden).
17573#Prediger,10,11#11. Beißt mal die Schlange, gilt Beschwörung nicht / und nützt der Mann der Zunge nimmer. /
17574#Prediger,10,12#12. Die Worte aus des Weisen Munde werben Gunst / des Toren Lippen, die verderben ihn. /
17575#Prediger,10,13#13. Der Worte seines Mundes Anfang ist die Narrheit / und seiner Rede Ende schlimme Tollheit.
17576#Prediger,10,14#14. Und der Narr macht viele Worte. Der Mensch weiß nicht, was sein wird, und was nach ihm sein wird, wer kann es ihm sagen?
17577#Prediger,10,15#15. Der Toren Mühn ermattet sie; / (so war einer) der nicht wußte zur Stadt zu gehen. /
17578#Prediger,10,16#16. Weh, Land, des König ein Knabe / und dessen Obre morgens schmausen. /
17579#Prediger,10,17#17. Heil, Land, des König edelbürtig / und dessen Obre speisen rechter Zeit. / Durch Mannheit, nicht durch Zechen! /
17580#Prediger,10,18#18. Durch Faulheit senkt sich das Gebälk / und durch der Hände Schlaffheit triefts ins Haus. /
17581#Prediger,10,19#19. Zur Lust bereitet man das Mahl / und heiter macht der Wein das Leben / in alledem hat Zweck das Geld. /
17582#Prediger,10,20#20. In deinem Denken selbst fluch nicht dem König / in deinen Schlafgemächern fluche nicht dem Reichen. / Denn es entführt den Laut des Himmels Vogel / und der Beschwingte tut die Rede kund.
17583#Prediger,11,1#1. Schick über Wassers Fläche fort dein Brot / daß du's nach vielen Tagen findest. /
17584#Prediger,11,2#2. Gib einen Teil an sieben, ja an acht / denn nimmer weißt du, welches Unglück kommt auf Erden: /
17585#Prediger,11,3#3. Wenn sich die Wolken mit dem Regen füllen / so leeren sie ihn auf die Erde aus / und fällt ein Baum nach Süden oder Norden / da, wo der Baum gefallen, bleibt er; /
17586#Prediger,11,4#4. wer Wind abwartet, wird nicht säen / wer nach den Wolken sieht, nicht mähen. /
17587#Prediger,11,5#5. Wie du nicht merkst des Windes Weg / wie die Gebeine in der Schwangern Leib / so kennst auch Gottes Werk du nicht / der alles macht. /
17588#Prediger,11,6#6. Am Morgen säe deinen Samen / und laß am Abend deine Hand nicht ruhn, denn du weißt nicht, welches geraten wird, ob dies oder jenes, oder ob beides zusammen gedeihen wird.
17589#Prediger,11,7#7. Und süß ist das Licht / und wohl tuts den Augen / die Sonne zu schauen.
17590#Prediger,11,8#8. Ja, wenn der Mensch auch viele Jahre lebt, in ihnen allen sollte er sich freuen und der Tage der Finsternis gedenken, daß ihrer viele sein werden; alles was kommt, ist eitel.
17591#Prediger,11,9#9. Freu, Jüngling, dich in deiner Jugend / laß froh den Sinn dir sein in deinen Jünglingstagen / und wandle deines Herzens Wegen nach / und deiner Augen Schau! Doch wisse, daß über all dies Gott dich zu Gericht bringen wird.
17592#Prediger,11,10#10. Und halte Unmut fern von deinem Herzen / und banne Plage dir von deinem Leib / denn Jugend und Schwarzhaar sind eitel.
17593#Prediger,12,1#1. Und denk zu mästen dich in deinen Jünglingstagen / bevor die bösen Tage kommen / die Jahre nahen / davon du sagst: / ,Hab keine Lust an ihnen.'
17594#Prediger,12,2#2. Bevor die Sonne dunkelt / und Licht und Mond und Sterne / und nach dem Regen wieder Wolken kommen. /
17595#Prediger,12,3#3. Der Tage, da des Hauses Hüter zittern / und sich die starken Männer krümmen / die Müllerinnen feiern, weil sie wenig / die Guckerinnen an den Fenstern trüb geworden /
17596#Prediger,12,4#4. die Türen nach dem Markt verschlossen / der Mühle Schall gedämpft klingt / erstarrt der Vögel Sang / und aller Lieder Klänge still verhallen. /
17597#Prediger,12,5#5. Auch fürchtet man vor Höhe / Schrecknisse auf dem Weg sind / die Mandel blüht / sich schleppt der Heuschreck / die Kapper birst. / Geht ja der Mensch zu seinem ewgen Haus / und auf der Straße ziehn umher, die klagen. /
17598#Prediger,12,6#6. Eh daß zerreißt die Silberschnur / zerschellt die goldne Kugel / der Eimer bricht am Brunnen / das Rad zum Schacht hinabschlägt. /
17599#Prediger,12,7#7. Und zurück kehrt der Staub zur Erde / wie er gewesen / und der Geist kehrt wieder zu Gott / der ihn gegeben.
17600#Prediger,12,8#8. O eitel Eitelkeiten, spricht Kohelet, alles ist eitel.
17601#Prediger,12,9#9. Und über dies, daß Kohelet ein Weiser war, lehrte er auch das Volk Erkenntnis, erwog und erforschte und formte viele Sprüche.
17602#Prediger,12,10#10. Es suchte Kohelet köstliche Worte zu finden, und das ist richtig niedergeschrieben, Worte der Wahrheit.
17603#Prediger,12,11#11. Der Weisen Worte sind wie Stachelstäbe / wie eingeschlagne Pflöcke / mit Einfassung versehen / vom Hirten gestellt, als eins. /
17604#Prediger,12,12#12. Über diese hinaus aber laß dich warnen, mein Sohn: / Das viele Büchermachen hat nicht Zweck / und viel Studieren müdet nur den Leib.
17605#Prediger,12,13#13. Der Rede Schluß, da alles ist gehört: Gott fürchte und seine Gebote halte, denn das macht den ganzen Menschen.
17606#Prediger,12,14#14. Denn alles Tun bringt Gott in ein Gericht über alles Verborgene: Ob es gut oder böse.