2901#Johannes,1,1#1. IM Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2902#Johannes,1,2#2. Dieses war im Anfang bei Gott.
2903#Johannes,1,3#3. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.
2904#Johannes,1,4#4. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
2905#Johannes,1,5#5. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.
2906#Johannes,1,6#6. Es wurde ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes.
2907#Johannes,1,7#7. Dieser kam zum Zeugnis, um zu zeugen von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.
2908#Johannes,1,8#8. Nicht er war das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
2909#Johannes,1,9#9. Das wahrhaftige Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
2910#Johannes,1,10#10. Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn-1- geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. -1) d.h. durch den Herrn, das Licht der Welt.++
2911#Johannes,1,11#11. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
2912#Johannes,1,12#12. Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
2913#Johannes,1,13#13. welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
2914#Johannes,1,14#14. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen-1- vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. -1) d.h. als eines einzigen Sohnes.++
2915#Johannes,1,15#15. Johannes zeugte von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich.
2916#Johannes,1,16#16. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.
2917#Johannes,1,17#17. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
2918#Johannes,1,18#18. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat uns Aufschluß über ihn gegeben.
2919#Johannes,1,19#19. UND dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?
2920#Johannes,1,20#20. Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht der Christus!
2921#Johannes,1,21#21. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht! Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein!
2922#Johannes,1,22#22. Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben. Was sagst du über dich selbst?
2923#Johannes,1,23#23. Er sprach: Ich bin «eine Stimme, die da ruft in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!» wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
2924#Johannes,1,24#24. Sie waren aber von den Pharisäern abgesandt.
2925#Johannes,1,25#25. Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet?
2926#Johannes,1,26#26. Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser-1-; aber mitten unter euch steht Einer, den ihr nicht kennt, -1) w: in Wasser.++
2927#Johannes,1,27#27. welcher nach mir kommt, der doch vor mir gewesen ist, für den ich nicht würdig bin, ihm den Schuhriemen zu lösen.
2928#Johannes,1,28#28. Dieses geschah zu Bethabara-1-, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. -1) aL: Bethanien.++
2929#Johannes,1,29#29. Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt!
2930#Johannes,1,30#30. Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.
2931#Johannes,1,31#31. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser-1- zu taufen. -1) w: in Wasser.++
2932#Johannes,1,32#32. Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und auf ihm bleiben.
2933#Johannes,1,33#33. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser-1- zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der im heiligen Geiste tauft. -1) w: in Wasser.++
2934#Johannes,1,34#34. Und ich habe es gesehen und bezeuge, daß dieser der Sohn Gottes ist.
2935#Johannes,1,35#35. AM folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger.
2936#Johannes,1,36#36. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!
2937#Johannes,1,37#37. Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
2938#Johannes,1,38#38. Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi <das heißt übersetzt: Lehrer>, wo wohnst du?
2939#Johannes,1,39#39. Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
2940#Johannes,1,40#40. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren.
2941#Johannes,1,41#41. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden <das heißt übersetzt: den Gesalbten-1- >. -1) d.i. Christus.++
2942#Johannes,1,42#42. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen <das wird übersetzt: Fels-1- >. -1) d.i. Petrus.++
2943#Johannes,1,43#43. Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa reisen; und er findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach!
2944#Johannes,1,44#44. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
2945#Johannes,1,45#45. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.
2946#Johannes,1,46#46. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!
2947#Johannes,1,47#47. Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem keine Falschheit ist!
2948#Johannes,1,48#48. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!
2949#Johannes,1,49#49. Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
2950#Johannes,1,50#50. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst Größeres sehen als das!
2951#Johannes,1,51#51. Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf des Menschen Sohn!
2952#Johannes,2,1#1. UND am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort.
2953#Johannes,2,2#2. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit geladen.
2954#Johannes,2,3#3. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.
2955#Johannes,2,4#4. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen-1-? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! -1) w: was steht mir zu und was dir?++
2956#Johannes,2,5#5. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen wird, das tut!
2957#Johannes,2,6#6. Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Sitte der jüdischen Reinigung, wovon jeder zwei oder drei Eimer faßte.
2958#Johannes,2,7#7. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.
2959#Johannes,2,8#8. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister! Und sie brachten es.
2960#Johannes,2,9#9. Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte <und er wußte nicht, woher es war; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es>, ruft der Speisemeister den Bräutigam
2961#Johannes,2,10#10. und spricht zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bis jetzt behalten!
2962#Johannes,2,11#11. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
2963#Johannes,2,12#12. Darnach zog er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht viele Tage daselbst.
2964#Johannes,2,13#13. UND das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
2965#Johannes,2,14#14. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Ochsen und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen.
2966#Johannes,2,15#15. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um
2967#Johannes,2,16#16. und sprach zu denen, welche die Tauben feilboten: Traget das von dannen! Machet nicht meines Vaters Haus zu einem Kaufhaus!
2968#Johannes,2,17#17. Es dachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben steht: «Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.»
2969#Johannes,2,18#18. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, weil du solches tun darfst?
2970#Johannes,2,19#19. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab-1-, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! -1) w: brechet diesen Tempel.++
2971#Johannes,2,20#20. Da sprachen die Juden: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
2972#Johannes,2,21#21. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
2973#Johannes,2,22#22. Als er nun von den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, daß er solches gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Worte, das Jesus gesprochen hatte.
2974#Johannes,2,23#23. Als er aber am Passahfeste in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat;
2975#Johannes,2,24#24. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte,
2976#Johannes,2,25#25. und weil er nicht bedurfte, daß jemand über einen Menschen Zeugnis gäbe; denn er wußte selbst, was im Menschen war.
2977#Johannes,3,1#1. ES war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden.
2978#Johannes,3,2#2. Dieser kam des Nachts zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm!
2979#Johannes,3,3#3. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!
2980#Johannes,3,4#4. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweitenmal in seiner Mutter Schoß gehen und geboren werden?
2981#Johannes,3,5#5. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!
2982#Johannes,3,6#6. Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist.
2983#Johannes,3,7#7. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden!
2984#Johannes,3,8#8. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.
2985#Johannes,3,9#9. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen?
2986#Johannes,3,10#10. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
2987#Johannes,3,11#11. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
2988#Johannes,3,12#12. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde?
2989#Johannes,3,13#13. Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel ist.
2990#Johannes,3,14#14. Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß des Menschen Sohn erhöht werden,
2991#Johannes,3,15#15. auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
2992#Johannes,3,16#16. Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
2993#Johannes,3,17#17. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde.
2994#Johannes,3,18#18. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
2995#Johannes,3,19#19. Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
2996#Johannes,3,20#20. Denn wer Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gestraft-1- werden. -1) o: untersucht, aufgedeckt.++
2997#Johannes,3,21#21. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott getan sind.
2998#Johannes,3,22#22. DARNACH kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und daselbst hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
2999#Johannes,3,23#23. Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen.
3000#Johannes,3,24#24. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.
3001#Johannes,3,25#25. Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden wegen der Reinigung.
3002#Johannes,3,26#26. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis ablegtest, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm!
3003#Johannes,3,27#27. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen-1-, es sei ihm denn vom Himmel gegeben. -1) o: nehmen.++
3004#Johannes,3,28#28. Ihr selbst bezeuget mir, daß ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt.
3005#Johannes,3,29#29. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
3006#Johannes,3,30#30. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.
3007#Johannes,3,31#31. Der von oben kommt, ist über allen; wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
3008#Johannes,3,32#32. Er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an.
3009#Johannes,3,33#33. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, daß Gott wahrhaftig ist.
3010#Johannes,3,34#34. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt (ihm) den Geist nicht nach Maß.
3011#Johannes,3,35#35. Der Vater hat den Sohn lieb und hat alles in seine Hand gegeben.
3012#Johannes,3,36#36. Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt-1-, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. -1) w: nicht gehorcht, sich nicht unterwirft.++
3013#Johannes,4,1#1. ALS nun der Herr erfuhr, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes
3014#Johannes,4,2#2. <wiewohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger>,
3015#Johannes,4,3#3. verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa.
3016#Johannes,4,4#4. Er mußte aber durch Samaria reisen.
3017#Johannes,4,5#5. Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jakob seinem Sohne Joseph gab.
3018#Johannes,4,6#6. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
3019#Johannes,4,7#7. Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
3020#Johannes,4,8#8. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
3021#Johannes,4,9#9. Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie begehrst du, ein Jude, von mir zu trinken, die ich eine Samariterin bin? <Denn die Juden haben keinen Verkehr mit den Samaritern.>
3022#Johannes,4,10#10. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkenntest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! - so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser!
3023#Johannes,4,11#11. Sie spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser?
3024#Johannes,4,12#12. Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh?
3025#Johannes,4,13#13. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten;
3026#Johannes,4,14#14. wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.
3027#Johannes,4,15#15. Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierher kommen müsse, um zu schöpfen!
3028#Johannes,4,16#16. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her!
3029#Johannes,4,17#17. Die Frau antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann! Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann.
3030#Johannes,4,18#18. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen.
3031#Johannes,4,19#19. Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist!
3032#Johannes,4,20#20. Unsre Väter haben auf diesem Berge angebetet; und ihr sagt, zu Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten solle.
3033#Johannes,4,21#21. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet.
3034#Johannes,4,22#22. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
3035#Johannes,4,23#23. Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter.
3036#Johannes,4,24#24. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
3037#Johannes,4,25#25. Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
3038#Johannes,4,26#26. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet!
3039#Johannes,4,27#27. Und währenddem kamen seine Jünger und verwunderten sich, daß er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was fragst du? oder: Was redest du mit ihr?
3040#Johannes,4,28#28. Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und spricht zu den Leuten:
3041#Johannes,4,29#29. Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?
3042#Johannes,4,30#30. Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
3043#Johannes,4,31#31. Inzwischen baten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß!
3044#Johannes,4,32#32. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt!
3045#Johannes,4,33#33. Da sprachen die Jünger zueinander: Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?
3046#Johannes,4,34#34. Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.
3047#Johannes,4,35#35. Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch, hebet eure Augen auf und beschauet die Felder; sie sind schon weiß zur Ernte.
3048#Johannes,4,36#36. Wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen.
3049#Johannes,4,37#37. Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.
3050#Johannes,4,38#38. Ich habe euch ausgesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.
3051#Johannes,4,39#39. Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um der Rede der Frau willen, welche bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
3052#Johannes,4,40#40. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage daselbst.
3053#Johannes,4,41#41. Und noch vielmehr Leute glaubten um seines Wortes willen.
3054#Johannes,4,42#42. Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, daß dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus, ist!
3055#Johannes,4,43#43. NACH den zwei Tagen aber zog er von dannen und ging nach Galiläa.
3056#Johannes,4,44#44. Jesus selbst bezeugte zwar, daß ein Prophet in seinem eigenen Vaterlande nicht geachtet werde.
3057#Johannes,4,45#45. Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen, was er zu Jerusalem am Feste getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen.
3058#Johannes,4,46#46. Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein königlicher Beamter, dessen Sohn lag krank zu Kapernaum.
3059#Johannes,4,47#47. Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte hinabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn er lag im Sterben.
3060#Johannes,4,48#48. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht!
3061#Johannes,4,49#49. Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm hinab, ehe mein Kind stirbt!
3062#Johannes,4,50#50. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sprach, und ging hin.
3063#Johannes,4,51#51. Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und verkündigten ihm: Dein Sohn lebt!
3064#Johannes,4,52#52. Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden sei. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber.
3065#Johannes,4,53#53. Da erkannte der Vater, daß es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen Hause.
3066#Johannes,4,54#54. Dies ist das zweite Zeichen, welches Jesus wiederum tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.
3067#Johannes,5,1#1. DARNACH war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
3068#Johannes,5,2#2. Es ist aber zu Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.
3069#Johannes,5,3#3. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen, Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.
3070#Johannes,5,4#4. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcherlei Krankheit er auch behaftet war.
3071#Johannes,5,5#5. Es war aber ein Mensch daselbst, der achtunddreißig Jahre in seiner Krankheit zugebracht hatte.
3072#Johannes,5,6#6. Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, daß es schon so lange Zeit mit ihm währte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
3073#Johannes,5,7#7. Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser bewegt wird, in den Teich befördert; während ich aber selbst komme, steigt ein anderer vor mir hinab.
3074#Johannes,5,8#8. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und wandle!
3075#Johannes,5,9#9. Und alsbald wurde der Mensch gesund, hob sein Bett auf und wandelte. Es war aber Sabbat an jenem Tage.
3076#Johannes,5,10#10. Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, das Bett zu tragen!
3077#Johannes,5,11#11. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, sprach zu mir: Nimm dein Bett und wandle!
3078#Johannes,5,12#12. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm es und wandle?
3079#Johannes,5,13#13. Aber der Geheilte wußte nicht, wer es war, denn Jesus war entwichen, weil so viel Volk an dem Orte war.
3080#Johannes,5,14#14. Darnach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe zu, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Ärgeres widerfahre.
3081#Johannes,5,15#15. Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe.
3082#Johannes,5,16#16. Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er solches am Sabbat getan hatte.
3083#Johannes,5,17#17. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.
3084#Johannes,5,18#18. Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleichstellte.
3085#Johannes,5,19#19. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.
3086#Johannes,5,20#20. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundern werdet.
3087#Johannes,5,21#21. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
3088#Johannes,5,22#22. Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben,
3089#Johannes,5,23#23. damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
3090#Johannes,5,24#24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
3091#Johannes,5,25#25. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.
3092#Johannes,5,26#26. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben.
3093#Johannes,5,27#27. Und er hat ihm Macht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist.
3094#Johannes,5,28#28. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden;
3095#Johannes,5,29#29. und es werden hervorgehen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
3096#Johannes,5,30#30. Ich kann nichts von mir selbst tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
3097#Johannes,5,31#31. Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr.
3098#Johannes,5,32#32. Ein anderer ist es, der von mir zeugt; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, welches er von mir zeugt.
3099#Johannes,5,33#33. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben.
3100#Johannes,5,34#34. Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen, sondern ich sage solches, damit ihr gerettet werdet.
3101#Johannes,5,35#35. Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Scheine ergötzen.
3102#Johannes,5,36#36. Ich aber habe ein Zeugnis, welches größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat.
3103#Johannes,5,37#37. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen;
3104#Johannes,5,38#38. und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubet, den er gesandt hat.
3105#Johannes,5,39#39. Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen.
3106#Johannes,5,40#40. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
3107#Johannes,5,41#41. Ich nehme nicht Ehre von Menschen,
3108#Johannes,5,42#42. aber bei euch habe ich erkannt, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt.
3109#Johannes,5,43#43. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.
3110#Johannes,5,44#44. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet und die Ehre vom alleinigen Gott nicht suchet?
3111#Johannes,5,45#45. Denket nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf welchen ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
3112#Johannes,5,46#46. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
3113#Johannes,5,47#47. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
3114#Johannes,6,1#1. DARNACH fuhr Jesus über das galiläische Meer bei Tiberias.
3115#Johannes,6,2#2. Und es folgte ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
3116#Johannes,6,3#3. Jesus aber ging auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern.
3117#Johannes,6,4#4. Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden.
3118#Johannes,6,5#5. Da nun Jesus die Augen erhob und sah, daß eine große Menge zu ihm kam, spricht er zu Philippus: Woher kaufen wir Brot, daß diese essen können?
3119#Johannes,6,6#6. <Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wußte wohl, was er tun wollte.>
3120#Johannes,6,7#7. Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Denare Brot reicht nicht hin für sie, daß jeder von ihnen auch nur ein wenig nehme!
3121#Johannes,6,8#8. Da spricht einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:
3122#Johannes,6,9#9. Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das unter so viele?
3123#Johannes,6,10#10. Jesus spricht: Machet, daß die Leute sich setzen! Es war aber viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer, etwa fünftausend an Zahl.
3124#Johannes,6,11#11. Jesus aber nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, soviel sie wollten.
3125#Johannes,6,12#12. Als sie aber gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nichts umkomme!
3126#Johannes,6,13#13. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übriggeblieben waren, welche gegessen hatten.
3127#Johannes,6,14#14. Als nun die Leute das Zeichen sahen, welches Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!
3128#Johannes,6,15#15. Da nun Jesus merkte, daß sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum Könige zu machen, entwich er wiederum auf den Berg, er allein.
3129#Johannes,6,16#16. Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab ans Meer,
3130#Johannes,6,17#17. stiegen in das Schiff und fuhren über das Meer nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen.
3131#Johannes,6,18#18. Und das Meer ging hoch, da ein starker Wind wehte.
3132#Johannes,6,19#19. Als sie nun ungefähr fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem Meere wandeln und sich Schiffe nähern; und sie fürchteten sich.
3133#Johannes,6,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's, fürchtet euch nicht!
3134#Johannes,6,21#21. Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und alsbald war das Schiff am Lande, wohin sie fuhren.
3135#Johannes,6,22#22. AM folgenden Tage sah das Volk, das jenseits des Meeres stand, daß kein anderes Schiff daselbst war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren.
3136#Johannes,6,23#23. Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn.
3137#Johannes,6,24#24. Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.
3138#Johannes,6,25#25. Und als sie ihn jenseits des Meeres fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
3139#Johannes,6,26#26. Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
3140#Johannes,6,27#27. Wirket nicht-1- die Speise, die vergänglich ist, sondern die Speise, die ins ewige Leben bleibt, welche des Menschen Sohn euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt-2-! -1) o: arbeitet nicht für.   2) w: versiegelt.++
3141#Johannes,6,28#28. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun um die Werke Gottes zu wirken?
3142#Johannes,6,29#29. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
3143#Johannes,6,30#30. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir es sehen und dir glauben? Was wirkst du?
3144#Johannes,6,31#31. Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: «Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.»
3145#Johannes,6,32#32. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
3146#Johannes,6,33#33. Denn das Brot Gottes ist derjenige, welcher vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.
3147#Johannes,6,34#34. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!
3148#Johannes,6,35#35. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
3149#Johannes,6,36#36. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubet.
3150#Johannes,6,37#37. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
3151#Johannes,6,38#38. Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
3152#Johannes,6,39#39. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am letzten Tage.
3153#Johannes,6,40#40. Denn das ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3154#Johannes,6,41#41. Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, -
3155#Johannes,6,42#42. und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie spricht er denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
3156#Johannes,6,43#43. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht untereinander!
3157#Johannes,6,44#44. Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3158#Johannes,6,45#45. Es steht geschrieben in den Propheten: «Sie werden alle von Gott gelehrt sein.» Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.
3159#Johannes,6,46#46. Nicht, daß jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott (gekommen) ist, der hat den Vater gesehen.
3160#Johannes,6,47#47. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.
3161#Johannes,6,48#48. Ich bin das Brot des Lebens.
3162#Johannes,6,49#49. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;
3163#Johannes,6,50#50. dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, auf daß, wer davon ißt, nicht sterbe.
3164#Johannes,6,51#51. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel herabgekommen. Wenn jemand von diesem Brot ißt, wird er in Ewigkeit leben. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.
3165#Johannes,6,52#52. Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?
3166#Johannes,6,53#53. Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch.
3167#Johannes,6,54#54. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
3168#Johannes,6,55#55. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank.
3169#Johannes,6,56#56. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.
3170#Johannes,6,57#57. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben.
3171#Johannes,6,58#58. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter (das Manna) gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit!
3172#Johannes,6,59#59. Solches sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte.
3173#Johannes,6,60#60. Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören?
3174#Johannes,6,61#61. Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?
3175#Johannes,6,62#62. Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war?
3176#Johannes,6,63#63. Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.
3177#Johannes,6,64#64. Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde.
3178#Johannes,6,65#65. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!
3179#Johannes,6,66#66. Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.
3180#Johannes,6,67#67. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?
3181#Johannes,6,68#68. Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.
3182#Johannes,6,69#69. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist-1-! -1) aL: daß du der Heilige Gottes bist.++
3183#Johannes,6,70#70. Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel!
3184#Johannes,6,71#71. Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot; denn dieser sollte ihn verraten, einer von den Zwölfen.
3185#Johannes,7,1#1. DARNACH zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten.
3186#Johannes,7,2#2. Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe.
3187#Johannes,7,3#3. Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und ziehe nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust!
3188#Johannes,7,4#4. Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht doch öffentlich bekannt zu sein. Wenn du solches tust, so offenbare dich der Welt!
3189#Johannes,7,5#5. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
3190#Johannes,7,6#6. Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit.
3191#Johannes,7,7#7. Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber haßt sie; denn ich bezeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind.
3192#Johannes,7,8#8. Gehet ihr hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
3193#Johannes,7,9#9. Solches sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa.
3194#Johannes,7,10#10. NACHDEM aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen.
3195#Johannes,7,11#11. Da suchten ihn die Juden am Fest und sprachen: Wo ist er?
3196#Johannes,7,12#12. Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter dem Volk. Etliche sagten: Er ist gut; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk.
3197#Johannes,7,13#13. Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.
3198#Johannes,7,14#14. Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte.
3199#Johannes,7,15#15. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kennt dieser die Schrift? Er hat doch nicht studiert!
3200#Johannes,7,16#16. Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.
3201#Johannes,7,17#17. Will jemand seinen Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selbst rede.
3202#Johannes,7,18#18. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
3203#Johannes,7,19#19. Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch tut keiner von euch das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?
3204#Johannes,7,20#20. Das Volk antwortete und sprach: Du hast einen Dämon! Wer sucht dich zu töten?
3205#Johannes,7,21#21. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch darüber.
3206#Johannes,7,22#22. Mose hat euch die Beschneidung gegeben <nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern>, und am Sabbat beschneidet ihr den Menschen.
3207#Johannes,7,23#23. Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten werde, was zürnet ihr mir denn, daß ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?
3208#Johannes,7,24#24. Richtet nicht nach dem Schein, sondern fället ein gerechtes Urteil.
3209#Johannes,7,25#25. Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?
3210#Johannes,7,26#26. Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser der Christus ist?
3211#Johannes,7,27#27. Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist.
3212#Johannes,7,28#28. Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern der Wahrhaftige ist es, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet.
3213#Johannes,7,29#29. Ich kenne ihn; denn von ihm bin ich, und er hat mich gesandt.
3214#Johannes,7,30#30. Da suchten sie ihn zu greifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
3215#Johannes,7,31#31. Viele aber aus dem Volke glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?
3216#Johannes,7,32#32. Die Pharisäer hörten, daß das Volk solches von ihm murmelte; darum sandten die Hohenpriester und die Pharisäer Diener ab, um ihn zu greifen.
3217#Johannes,7,33#33. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.
3218#Johannes,7,34#34. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen.
3219#Johannes,7,35#35. Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren?
3220#Johannes,7,36#36. Was soll das bedeuten, daß er sagt: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen?
3221#Johannes,7,37#37. Aber am letzten, dem großen Tage des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!
3222#Johannes,7,38#38. Wer an mich glaubt - wie die Schrift sagt -, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
3223#Johannes,7,39#39. Das sagte er aber von dem Geiste, den die empfangen sollten, welche an ihn glaubten; denn der heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
3224#Johannes,7,40#40. Viele nun aus dem Volke, die diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.
3225#Johannes,7,41#41. Andere sagten: Er ist der Christus. Andere aber sagten: Christus kommt doch nicht aus Galiläa?
3226#Johannes,7,42#42. Sagt nicht die Schrift, daß der Christus aus dem Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommen werde?
3227#Johannes,7,43#43. Also entstand seinetwegen eine Spaltung unter dem Volk.
3228#Johannes,7,44#44. Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, doch legte niemand Hand an ihn.
3229#Johannes,7,45#45. Nun kamen die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?
3230#Johannes,7,46#46. Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch!
3231#Johannes,7,47#47. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden?
3232#Johannes,7,48#48. Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn?
3233#Johannes,7,49#49. Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!
3234#Johannes,7,50#50. Da spricht zu ihnen Nikodemus, der des Nachts zu ihm gekommen und einer der Ihren war:
3235#Johannes,7,51#51. Richtet auch unser Gesetz einen Menschen, man habe ihn denn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut?
3236#Johannes,7,52#52. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch aus Galiläa? Forsche nach, und du wirst sehen, daß aus Galiläa kein Prophet ersteht!
3237#Johannes,7,53#53. So ging jeder in sein Haus.
3238#Johannes,8,1#1. JESUS aber ging an den Ölberg.
3239#Johannes,8,2#2. Und am Morgen früh stellte er sich wieder im Tempel ein, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie.
3240#Johannes,8,3#3. Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer ein Weib zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte
3241#Johannes,8,4#4. und sprachen zu ihm: Meister, dieses Weib ist auf der Tat beim Ehebruch ergriffen worden.
3242#Johannes,8,5#5. Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Was sagst nun du?
3243#Johannes,8,6#6. Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
3244#Johannes,8,7#7. Als sie nun dabei verharrten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!
3245#Johannes,8,8#8. Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde.
3246#Johannes,8,9#9. Als sie aber das hörten, gingen sie <von ihrem Gewissen gestraft> einer nach dem andern hinaus, die Ältesten zuerst; Jesus aber ward allein gelassen, mit dem Weib, das in der Mitte stand.
3247#Johannes,8,10#10. Da richtete sich Jesus auf und sprach zu ihr: Weib, wo sind deine Ankläger? Hat dich niemand verdammt?
3248#Johannes,8,11#11. Sie sprach: Herr, niemand! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
3249#Johannes,8,12#12. NUN redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.
3250#Johannes,8,13#13. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr!
3251#Johannes,8,14#14. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisset nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.
3252#Johannes,8,15#15. Ihr richtet nach dem Fleische; ich richte niemand.
3253#Johannes,8,16#16. Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahr; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
3254#Johannes,8,17#17. Es steht aber auch in eurem Gesetze geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr sei.
3255#Johannes,8,18#18. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge, und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat.
3256#Johannes,8,19#19. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen.
3257#Johannes,8,20#20. Diese Worte redete Jesus bei dem Gotteskasten, als er im Tempel lehrte; und niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
3258#Johannes,8,21#21. Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen!
3259#Johannes,8,22#22. Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, daß er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen?
3260#Johannes,8,23#23. Er aber sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.
3261#Johannes,8,24#24. Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
3262#Johannes,8,25#25. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstens das, was ich euch eben sage!
3263#Johannes,8,26#26. Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.
3264#Johannes,8,27#27. Sie verstanden aber nicht, daß er vom Vater zu ihnen redete.
3265#Johannes,8,28#28. Darum sprach Jesus: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin; und von mir selbst tue ich nichts, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich.
3266#Johannes,8,29#29. Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; er läßt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.
3267#Johannes,8,30#30. Als er solches redete, glaubten viele an ihn.
3268#Johannes,8,31#31. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,
3269#Johannes,8,32#32. und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
3270#Johannes,8,33#33. Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden?
3271#Johannes,8,34#34. Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
3272#Johannes,8,35#35. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Hause; der Sohn bleibt ewig.
3273#Johannes,8,36#36. Wird euch nun der Sohn frei machen, so seid ihr wirklich frei.
3274#Johannes,8,37#37. Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch.
3275#Johannes,8,38#38. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr von eurem Vater gehört habt.
3276#Johannes,8,39#39. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham! Jesus spricht zu ihnen: Wäret ihr Abrahams Kinder, so tätet ihr Abrahams Werke.
3277#Johannes,8,40#40. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, welche ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan.
3278#Johannes,8,41#41. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott!
3279#Johannes,8,42#42. Da sprach Jesus zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.
3280#Johannes,8,43#43. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören!
3281#Johannes,8,44#44. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
3282#Johannes,8,45#45. Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht.
3283#Johannes,8,46#46. Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich die Wahrheit rede, warum glaubet ihr mir nicht?
3284#Johannes,8,47#47. Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
3285#Johannes,8,48#48. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast?
3286#Johannes,8,49#49. Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehret mich.
3287#Johannes,8,50#50. Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet.
3288#Johannes,8,51#51. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit!
3289#Johannes,8,52#52. Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, daß du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit.
3290#Johannes,8,53#53. Bist du größer als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst?
3291#Johannes,8,54#54. Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; es ist mein Vater, der mich ehrt, von welchem ihr saget, er sei euer Gott.
3292#Johannes,8,55#55. Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
3293#Johannes,8,56#56. Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte. Und er sah ihn und freute sich.
3294#Johannes,8,57#57. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
3295#Johannes,8,58#58. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich!
3296#Johannes,8,59#59. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entwich also.
3297#Johannes,9,1#1. UND da er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an.
3298#Johannes,9,2#2. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist?
3299#Johannes,9,3#3. Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden!
3300#Johannes,9,4#4. Ich muß-1- die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann. -1) aL: Wir müssen.++
3301#Johannes,9,5#5. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
3302#Johannes,9,6#6. Als er solches gesagt, spie er auf die Erde und machte einen Teig mit dem Speichel und strich ihm den Teig auf die Augen
3303#Johannes,9,7#7. und sprach zu ihm: Gehe hin, wasche dich im Teiche Siloah <das heißt übersetzt: Gesandt>! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.
3304#Johannes,9,8#8. Die Nachbarn nun, und die ihn zuvor als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher dasaß und bettelte?
3305#Johannes,9,9#9. Etliche sagten: Er ist's! - andere aber: Nein, aber er sieht ihm ähnlich! Er selbst sagte: Ich bin's!
3306#Johannes,9,10#10. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind dir deine Augen aufgetan worden?
3307#Johannes,9,11#11. Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Teig und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Gehe hin zum Teich Siloah und wasche dich! Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend.
3308#Johannes,9,12#12. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist der? Er spricht: Ich weiß es nicht!
3309#Johannes,9,13#13. Da führten sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharisäern.
3310#Johannes,9,14#14. Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete.
3311#Johannes,9,15#15. Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Einen Teig hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend!
3312#Johannes,9,16#16. Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält! Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen.
3313#Johannes,9,17#17. Da sprachen sie wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er dir die Augen aufgetan hat? Er sprach: Er ist ein Prophet!
3314#Johannes,9,18#18. Nun glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten.
3315#Johannes,9,19#19. Und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von welchem ihr sagt, daß er blind geboren ist? Wie ist er denn jetzt sehend?
3316#Johannes,9,20#20. Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist und daß er blind geboren ist;
3317#Johannes,9,21#21. wieso er aber jetzt sieht, das wissen wir nicht; und wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fraget ihn! Er ist alt genug, er mag selbst für sich reden!
3318#Johannes,9,22#22. Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, er aus der Synagoge ausgestoßen werden solle.
3319#Johannes,9,23#23. Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug; fragt ihn selbst!
3320#Johannes,9,24#24. Da riefen sie zum zweitenmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.
3321#Johannes,9,25#25. Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eins weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehend bin!
3322#Johannes,9,26#26. Sie sprachen wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie tat er dir die Augen auf?
3323#Johannes,9,27#27. Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht darauf gehört; was wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
3324#Johannes,9,28#28. Sie schmähten ihn und sprachen: Du bist sein Jünger! Wir aber sind Moses Jünger.
3325#Johannes,9,29#29. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.
3326#Johannes,9,30#30. Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, daß ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat doch meine Augen aufgetan.
3327#Johannes,9,31#31. Wir wissen, daß Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.
3328#Johannes,9,32#32. Seit die Welt steht, ist nicht gehört worden, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan hat.
3329#Johannes,9,33#33. Wäre dieser nicht von Gott, so könnte er nichts tun!
3330#Johannes,9,34#34. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus.
3331#Johannes,9,35#35. Jesus hörte, daß sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes-1-? -1) aL: an den Menschensohn.++
3332#Johannes,9,36#36. Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube?
3333#Johannes,9,37#37. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es!
3334#Johannes,9,38#38. Er aber sprach: Ich glaube, Herr! - und fiel vor ihm nieder.
3335#Johannes,9,39#39. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf daß die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden.
3336#Johannes,9,40#40. Solches hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind?
3337#Johannes,9,41#41. Jesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber saget: Wir sind sehend! so bleibt eure Sünde.
3338#Johannes,10,1#1. WAHRLICH, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
3339#Johannes,10,2#2. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
3340#Johannes,10,3#3. Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.
3341#Johannes,10,4#4. Und wenn er seine Schafe alle herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.
3342#Johannes,10,5#5. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.
3343#Johannes,10,6#6. Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.
3344#Johannes,10,7#7. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Tür zu den Schafen.
3345#Johannes,10,8#8. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.
3346#Johannes,10,9#9. Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
3347#Johannes,10,10#10. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluß haben.
3348#Johannes,10,11#11. Ich bin der gute Hirt; der gute Hirt läßt sein Leben für die Schafe.
3349#Johannes,10,12#12. Der Mietling aber, der nicht Hirt ist, dem die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe.
3350#Johannes,10,13#13. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.
3351#Johannes,10,14#14. Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
3352#Johannes,10,15#15. gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
3353#Johannes,10,16#16. Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stalle sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt werden.
3354#Johannes,10,17#17. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme.
3355#Johannes,10,18#18. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
3356#Johannes,10,19#19. Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen.
3357#Johannes,10,20#20. Viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, was hört ihr auf ihn?
3358#Johannes,10,21#21. Andere sagten: Das sind nicht Reden eines Besessenen. Kann auch ein Dämon Blinden die Augen auftun?
3359#Johannes,10,22#22. ES fand aber in Jerusalem die Tempelweihe statt; es war Winter,
3360#Johannes,10,23#23. und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos.
3361#Johannes,10,24#24. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sag es uns frei heraus!
3362#Johannes,10,25#25. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese zeugen von mir.
3363#Johannes,10,26#26. Aber ihr glaubet nicht, weil ihr nicht von meinen Schafen seid; wie ich euch gesagt habe:
3364#Johannes,10,27#27. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach.
3365#Johannes,10,28#28. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
3366#Johannes,10,29#29. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.
3367#Johannes,10,30#30. Ich und der Vater sind eins.
3368#Johannes,10,31#31. Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.
3369#Johannes,10,32#32. Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen steinigt ihr mich?
3370#Johannes,10,33#33. Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen einer Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!
3371#Johannes,10,34#34. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: «Ich habe gesagt: Ihr seid Götter»?
3372#Johannes,10,35#35. Wenn es diejenigen Götter nennt, an welche das Wort Gottes erging - und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden -,
3373#Johannes,10,36#36. wie sprechet ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst! weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
3374#Johannes,10,37#37. Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht!
3375#Johannes,10,38#38. Tue ich sie aber, so glaubet, wenn ihr auch mir nicht glaubet, doch den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich im Vater.
3376#Johannes,10,39#39. Da suchten sie wiederum ihn zu greifen; aber er entging ihren Händen
3377#Johannes,10,40#40. und zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst.
3378#Johannes,10,41#41. Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr.
3379#Johannes,10,42#42. Und es glaubten dort viele an ihn.
3380#Johannes,11,1#1. ES war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha,
3381#Johannes,11,2#2. nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.
3382#Johannes,11,3#3. Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank!
3383#Johannes,11,4#4. Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde!
3384#Johannes,11,5#5. Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.
3385#Johannes,11,6#6. Als er nun hörte, daß jener krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war.
3386#Johannes,11,7#7. Dann erst spricht er zu den Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!
3387#Johannes,11,8#8. Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben noch haben dich die Juden zu steinigen gesucht, und du begibst dich wieder dorthin?
3388#Johannes,11,9#9. Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht dieser Welt.
3389#Johannes,11,10#10. Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
3390#Johannes,11,11#11. Solches sprach er, und darnach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist entschlafen; aber ich gehe hin, um ihn aus dem Schlafe zu erwecken.
3391#Johannes,11,12#12. Da sprachen seine Jünger: Herr, ist er entschlafen, so wird er genesen!
3392#Johannes,11,13#13. Jesus aber hatte von seinem Tode geredet; sie meinten aber, er rede von dem natürlichen Schlaf.
3393#Johannes,11,14#14. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben;
3394#Johannes,11,15#15. und ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm gehen!
3395#Johannes,11,16#16. Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasset uns auch hingehen, daß wir mit ihm sterben!
3396#Johannes,11,17#17. Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend.
3397#Johannes,11,18#18. Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit.
3398#Johannes,11,19#19. Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
3399#Johannes,11,20#20. Als Martha nun hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause.
3400#Johannes,11,21#21. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
3401#Johannes,11,22#22. Aber auch jetzt weiß ich, was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben.
3402#Johannes,11,23#23. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen!
3403#Johannes,11,24#24. Martha spricht zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage.
3404#Johannes,11,25#25. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;
3405#Johannes,11,26#26. und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?
3406#Johannes,11,27#27. Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
3407#Johannes,11,28#28. Und als sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dich!
3408#Johannes,11,29#29. Als diese es hörte, stand sie eilends auf und begab sich zu ihm.
3409#Johannes,11,30#30. Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern befand sich noch an dem Orte, wo Martha ihm begegnet war.
3410#Johannes,11,31#31. Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, daß Maria so eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach, in der Meinung, sie gehe zum Grabe, um dort zu weinen.
3411#Johannes,11,32#32. Als aber Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!
3412#Johannes,11,33#33. Als nun Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, ergrimmte er im Geiste und wurde bewegt-1- -1) o: erschüttert.++
3413#Johannes,11,34#34. und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh!
3414#Johannes,11,35#35. Jesus weinte.
3415#Johannes,11,36#36. Da sagten die Juden: Seht, wie hatte er ihn so lieb!
3416#Johannes,11,37#Etliche aber von ihnen sprachen: 37. Konnte der, welcher dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht machen, daß auch dieser nicht stürbe?
3417#Johannes,11,38#38. Jesus nun, indem er abermals bei sich selbst ergrimmte, kam zum Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor.
3418#Johannes,11,39#39. Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier.
3419#Johannes,11,40#40. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?
3420#Johannes,11,41#41. Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
3421#Johannes,11,42#42. Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.
3422#Johannes,11,43#43. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
3423#Johannes,11,44#44. Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen!
3424#Johannes,11,45#45. Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.
3425#Johannes,11,46#46. Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
3426#Johannes,11,47#47. Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen!
3427#Johannes,11,48#48. Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.
3428#Johannes,11,49#49. Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: 50. Ihr wisset nichts
3429#Johannes,11,50#und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe!
3430#Johannes,11,51#51. Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk,
3431#Johannes,11,52#52. und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins-1- zusammenbrächte. -1) d.h. zu einer Einheit.++
3432#Johannes,11,53#53. Von jenem Tage an beratschlagten sie nun, ihn zu töten.
3433#Johannes,11,54#54. Darum wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim, und hielt sich daselbst auf mit seinen Jüngern.
3434#Johannes,11,55#55. Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus der Gegend gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen.
3435#Johannes,11,56#56. Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander, im Tempel stehend: Was dünkt euch, kommt er nicht auf das Fest?
3436#Johannes,11,57#57. Es hatten aber auch die Hohenpriester und die Pharisäer einen Befehl gegeben, daß, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeige, damit sie ihn greifen könnten.
3437#Johannes,12,1#1. Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte.
3438#Johannes,12,2#2. Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen.
3439#Johannes,12,3#3. Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch der Salbe.
3440#Johannes,12,4#4. Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner Jünger, der ihn hernach verriet:
3441#Johannes,12,5#5. Warum hat man diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und es den Armen gegeben?
3442#Johannes,12,6#6. Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde.
3443#Johannes,12,7#7. Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.
3444#Johannes,12,8#8. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.
3445#Johannes,12,9#9. Es erfuhr nun eine große Menge der Juden, daß er dort sei; und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte.
3446#Johannes,12,10#10. Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten,
3447#Johannes,12,11#11. denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
3448#Johannes,12,12#12. Als am folgenden Tage die vielen Leute, welche zum Fest erschienen waren, hörten, daß Jesus nach Jerusalem komme,
3449#Johannes,12,13#13. nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
3450#Johannes,12,14#14. Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht:
3451#Johannes,12,15#15. «Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin!»
3452#Johannes,12,16#16. Solches aber verstanden seine Jünger anfangs nicht, sondern als Jesus verherrlicht war, wurden sie dessen eingedenk, daß solches von ihm geschrieben stehe und daß sie ihm solches getan hatten.
3453#Johannes,12,17#17. Die Menge nun, die bei ihm war, bezeugte, daß er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn von den Toten auferweckt habe.
3454#Johannes,12,18#18. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, daß er dieses Zeichen getan habe.
3455#Johannes,12,19#19. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach!
3456#Johannes,12,20#20. ES waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um am Fest anzubeten.
3457#Johannes,12,21#21. Diese gingen zu Philippus, der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten Jesus gern sehen!
3458#Johannes,12,22#22. Philippus kommt und sagt es dem Andreas, Andreas und Philippus aber sagen es Jesus.
3459#Johannes,12,23#23. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, daß des Menschen Sohn verherrlicht werde!
3460#Johannes,12,24#24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so bringt es viele Frucht.
3461#Johannes,12,25#25. Wer seine Seele-1- liebt, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- in dieser Welt haßt, wird sie zum ewigen Leben bewahren. -1) o: sein Leben.++
3462#Johannes,12,26#26. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wer mir dient, den wird mein Vater ehren.
3463#Johannes,12,27#27. Jetzt ist meine Seele erschüttert-1-. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. -1) o: beunruhigt.++
3464#Johannes,12,28#28. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!
3465#Johannes,12,29#29. Das Volk nun, das dabeistand und solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.
3466#Johannes,12,30#30. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme erschollen, sondern um euretwillen.
3467#Johannes,12,31#31. Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;
3468#Johannes,12,32#32. und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
3469#Johannes,12,33#33. Das sagte er aber, um anzudeuten, welches Todes er sterben würde.
3470#Johannes,12,34#34. Das Volk antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetze gehört, daß Christus in Ewigkeit bleibt; wie sagst du denn, des Menschen Sohn müsse erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?
3471#Johannes,12,35#35. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle! Wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.
3472#Johannes,12,36#36. Solange ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet! 37. Solches redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen.
3473#Johannes,12,37#Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn;
3474#Johannes,12,38#38. auf daß das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, welches er gesprochen hat: «Herr, wer hat dem geglaubt, was wir gehört haben, und wem wurde der Arm des Herrn geoffenbart?»
3475#Johannes,12,39#39. Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja spricht wiederum:
3476#Johannes,12,40#40. «Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.»
3477#Johannes,12,41#41. Solches sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.
3478#Johannes,12,42#42. Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht von der Synagoge ausgestoßen würden.
3479#Johannes,12,43#43. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.
3480#Johannes,12,44#44. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.
3481#Johannes,12,45#45. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.
3482#Johannes,12,46#46. Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an mich glaubt, in der Finsternis bleibe.
3483#Johannes,12,47#47. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette.
3484#Johannes,12,48#48. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage.
3485#Johannes,12,49#49. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.
3486#Johannes,12,50#50. Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.
3487#Johannes,13,1#1. VOR dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende-1-. -1) aüs: aufs äußerste.++
3488#Johannes,13,2#2. Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
3489#Johannes,13,3#3. obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott hingehe,
3490#Johannes,13,4#4. steht er vom Mahle auf, legt seine Kleider ab, nimmt einen Schurz und umgürtet sich;
3491#Johannes,13,5#5. darauf goß er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.
3492#Johannes,13,6#6. Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen?
3493#Johannes,13,7#7. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren.
3494#Johannes,13,8#8. Petrus spricht zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir-1-. -1) w: keinen Teil an mir.++
3495#Johannes,13,9#9. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Füße nur, sondern auch die Hände und das Haupt!
3496#Johannes,13,10#10. Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
3497#Johannes,13,11#11. Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
3498#Johannes,13,12#12. Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und seine Kleider angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tische und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe?
3499#Johannes,13,13#13. Ihr heißet mich Meister und Herr und saget es mit Recht; denn ich bin es auch.
3500#Johannes,13,14#14. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen.
3501#Johannes,13,15#15. Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe.
3502#Johannes,13,16#16. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat.
3503#Johannes,13,17#17. Wenn ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut.
3504#Johannes,13,18#18. Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muß die Schrift erfüllt werden: «Der mit mir das Brot ißt, hat seine Ferse wider mich erhoben.»
3505#Johannes,13,19#19. Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin.
3506#Johannes,13,20#20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, welchen ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
3507#Johannes,13,21#21. Da Jesus solches gesprochen hatte, ward er im Geiste erregt, bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten!
3508#Johannes,13,22#22. Da sahen die Jünger einander an und wußten nicht, von welchem er redete.
3509#Johannes,13,23#23. Es hatte aber einer seiner Jünger, den Jesus liebte, bei Tische seinen Platz an der Seite Jesu.
3510#Johannes,13,24#24. Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen möchte, wer es sei, von dem er rede.
3511#Johannes,13,25#25. Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist's?
3512#Johannes,13,26#26. Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.
3513#Johannes,13,27#27. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!
3514#Johannes,13,28#28. Das aber verstand keiner von denen, die zu Tische saßen, wozu er es ihm sagte.
3515#Johannes,13,29#29. Denn etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Feste bedürfen; oder er solle den Armen etwas geben.
3516#Johannes,13,30#30. Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht.
3517#Johannes,13,31#31. ALS er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn!
3518#Johannes,13,32#32. Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.
3519#Johannes,13,33#33. Kindlein, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen, so sage ich jetzt auch zu euch.
3520#Johannes,13,34#34. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; daß, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.
3521#Johannes,13,35#35. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
3522#Johannes,13,36#36. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen, du wirst mir aber später folgen.
3523#Johannes,13,37#37. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen!
3524#Johannes,13,38#38. Jesus antwortete: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast!
3525#Johannes,14,1#1. Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich!
3526#Johannes,14,2#2. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.
3527#Johannes,14,3#3. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß auch ihr seid, wo ich bin.
3528#Johannes,14,4#4. Wohin ich aber gehe, wisset ihr, und ihr kennet den Weg.
3529#Johannes,14,5#5. Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg wissen?
3530#Johannes,14,6#6. Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!
3531#Johannes,14,7#7. Hättet ihr mich erkannt, so würdet ihr auch meinen Vater kennen; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen.
3532#Johannes,14,8#8. Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!
3533#Johannes,14,9#9. Spricht Jesus zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht? Philippus, wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen! Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater?
3534#Johannes,14,10#10. Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke.
3535#Johannes,14,11#11. Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen!
3536#Johannes,14,12#12. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe;
3537#Johannes,14,13#13. und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.
3538#Johannes,14,14#14. Wenn ihr etwas in meinem Namen bitten werdet, so werde ich es tun.
3539#Johannes,14,15#15. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote!
3540#Johannes,14,16#16. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand-1- geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, -1) o: Fürsprecher, Tröster.++
3541#Johannes,14,17#17. den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
3542#Johannes,14,18#18. Ich lasse euch nicht als Waisen zurück, ich komme zu euch.
3543#Johannes,14,19#19. Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr sollt leben!
3544#Johannes,14,20#20. An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
3545#Johannes,14,21#21. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
3546#Johannes,14,22#22. Da spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: Herr, wie kommt es, daß du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?
3547#Johannes,14,23#23. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
3548#Johannes,14,24#24. Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht; und doch ist das Wort, das ihr höret, nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.
3549#Johannes,14,25#25. Solches habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin;
3550#Johannes,14,26#26. der Beistand aber, der heilige Geist, welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
3551#Johannes,14,27#27. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz errege sich nicht und verzage nicht!
3552#Johannes,14,28#28. Ihr habt gehört, daß ich sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.
3553#Johannes,14,29#29. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschieht.
3554#Johannes,14,30#30. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts.
3555#Johannes,14,31#31. Damit aber die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und also tue, wie mir der Vater befohlen hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen!
3556#Johannes,15,1#1. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
3557#Johannes,15,2#2. Jegliches Schoß an mir, das keine Frucht bringt, nimmt er weg; jedes fruchtbare aber reinigt er, damit es mehr Frucht bringe.
3558#Johannes,15,3#3. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
3559#Johannes,15,4#4. Bleibet in mir, und ich (bleibe) in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.
3560#Johannes,15,5#5. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir-1- könnt ihr nichts tun. -1) o: ohne mich.++
3561#Johannes,15,6#6. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie das Rebschoß und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.
3562#Johannes,15,7#7. Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, möget ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren.
3563#Johannes,15,8#8. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und meine Jünger werdet.
3564#Johannes,15,9#9. Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibet in meiner Liebe!
3565#Johannes,15,10#10. Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.
3566#Johannes,15,11#11. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.
3567#Johannes,15,12#12. Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe.
3568#Johannes,15,13#13. Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.
3569#Johannes,15,14#14. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete.
3570#Johannes,15,15#15. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe.
3571#Johannes,15,16#16. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, auf daß, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.
3572#Johannes,15,17#17. Das gebiete ich euch, daß ihr einander liebet.
3573#Johannes,15,18#18. Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat.
3574#Johannes,15,19#19. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt.
3575#Johannes,15,20#20. Gedenket an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort befolgt, so werden sie auch das eurige befolgen.
3576#Johannes,15,21#21. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.
3577#Johannes,15,22#22. Wenn ich nicht gekommen wäre und es ihnen gesagt hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.
3578#Johannes,15,23#23. Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater.
3579#Johannes,15,24#24. Hätte ich nicht die Werke unter ihnen getan, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie (dieselben) gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater;
3580#Johannes,15,25#25. doch solches geschieht, damit das Wort erfüllt werde, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: Sie hassen mich ohne Ursache.
3581#Johannes,15,26#26. Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen;
3582#Johannes,15,27#27. und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.
3583#Johannes,16,1#1. Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmet.
3584#Johannes,16,2#2. Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen.
3585#Johannes,16,3#3. Und solches werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.
3586#Johannes,16,4#4. Ich aber habe euch solches gesagt, damit, wenn die Stunde kommt, ihr daran denket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.
3587#Johannes,16,5#5. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?
3588#Johannes,16,6#6. Sondern weil ich euch solches gesagt habe, ist euer Herz voll Trauer.
3589#Johannes,16,7#7. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
3590#Johannes,16,8#8. Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht;
3591#Johannes,16,9#9. von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;
3592#Johannes,16,10#10. von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht mehr sehet;
3593#Johannes,16,11#11. von Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
3594#Johannes,16,12#12. Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
3595#Johannes,16,13#13. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
3596#Johannes,16,14#14. Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen.
3597#Johannes,16,15#15. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, daß er es von dem Meinigen nehmen und euch verkündigen wird.
3598#Johannes,16,16#16. In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater.
3599#Johannes,16,17#17. Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem werdet ihr mich nicht mehr sehen, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater?
3600#Johannes,16,18#18. Sie fragten nämlich: Was bedeutet das, daß er sagt: In kurzem? Wir wissen nicht, was er redet!
3601#Johannes,16,19#19. Jesus merkte, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befraget einander darüber, daß ich gesagt habe: In kurzem sehet ihr mich nicht mehr, und wiederum in kurzem werdet ihr mich sehen?
3602#Johannes,16,20#20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet trauern; doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
3603#Johannes,16,21#21. Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt geboren ist.
3604#Johannes,16,22#22. So habt auch ihr nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird eure Freude von euch nehmen.
3605#Johannes,16,23#23. Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben!
3606#Johannes,16,24#24. Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde!
3607#Johannes,16,25#25. Solches habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde.
3608#Johannes,16,26#26. An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle;
3609#Johannes,16,27#27. denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.
3610#Johannes,16,28#28. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
3611#Johannes,16,29#29. Da sagen seine Jünger: Siehe, jetzt redest du offen und brauchst kein Gleichnis!
3612#Johannes,16,30#30. Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist!
3613#Johannes,16,31#31. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr?
3614#Johannes,16,32#32. Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
3615#Johannes,16,33#33. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!
3616#Johannes,17,1#1. SOLCHES redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche! -
3617#Johannes,17,2#2. gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, auf daß er ewiges Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast.
3618#Johannes,17,3#3. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
3619#Johannes,17,4#4. Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk vollendet habe, das du mir gegeben hast, daß ich es tun solle.
3620#Johannes,17,5#5. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
3621#Johannes,17,6#6. Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.
3622#Johannes,17,7#7. Nun erkennen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt;
3623#Johannes,17,8#8. denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast.
3624#Johannes,17,9#9. Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind.
3625#Johannes,17,10#10. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht.
3626#Johannes,17,11#11. Und ich bin nicht mehr in der Welt, sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den-1- du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir! -1) aL: die du mir gegeben.++
3627#Johannes,17,12#12. Als ich bei ihnen in der Welt war, erhielt ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen, als nur der Sohn des Verderbens, auf daß die Schrift erfüllt würde.
3628#Johannes,17,13#13. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, damit sie meine Freude vollkommen in sich haben.
3629#Johannes,17,14#14. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
3630#Johannes,17,15#15. Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Argen.
3631#Johannes,17,16#16. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
3632#Johannes,17,17#17. Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.
3633#Johannes,17,18#18. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.
3634#Johannes,17,19#19. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.
3635#Johannes,17,20#20. Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden,
3636#Johannes,17,21#21. auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.
3637#Johannes,17,22#22. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind.
3638#Johannes,17,23#23. Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.
3639#Johannes,17,24#24. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt!
3640#Johannes,17,25#25. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht! Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast.
3641#Johannes,17,26#26. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen!
3642#Johannes,18,1#1. ALS Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat.
3643#Johannes,18,2#2. Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern.
3644#Johannes,18,3#3. Nachdem nun Judas die Rotte-1- und von den Obersten und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen. -1) Kohorte.++
3645#Johannes,18,4#4. Jesus aber, der alles wußte, was über ihn kommen sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr?
3646#Johannes,18,5#5. Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazarener! Spricht Jesus zu ihnen: Ich bin es! Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen.
3647#Johannes,18,6#6. Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin es! - wichen sie alle zurück und fielen zu Boden.
3648#Johannes,18,7#7. Nun fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesus, den Nazarener!
3649#Johannes,18,8#8. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! -
3650#Johannes,18,9#9. auf daß das Wort erfüllt würde, das er gesagt hatte: Ich habe keinen verloren von denen, die du mir gegeben hast.
3651#Johannes,18,10#10. Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus.
3652#Johannes,18,11#11. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?
3653#Johannes,18,12#12. DIE Rotte-1- nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn -1) Kohorte.++
3654#Johannes,18,13#13. und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war.
3655#Johannes,18,14#14. Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein Mensch für das Volk sterbe.
3656#Johannes,18,15#15. Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters.
3657#Johannes,18,16#16. Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.
3658#Johannes,18,17#17. Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Petrus spricht: Ich bin's nicht!
3659#Johannes,18,18#18. Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten - denn es war kalt - und wärmten sich; Petrus aber trat auch zu ihnen und wärmte sich.
3660#Johannes,18,19#19. Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
3661#Johannes,18,20#20. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet.
3662#Johannes,18,21#21. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe! Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.
3663#Johannes,18,22#22. Als er aber solches sagte, gab einer der Diener, die dabeistanden, Jesus einen Backenstreich und sprach: Antwortest du dem Hohenpriester also?
3664#Johannes,18,23#23. Jesus erwiderte ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?
3665#Johannes,18,24#24. Da sandte ihn Hannas gebunden zum Hohenpriester Kajaphas.
3666#Johannes,18,25#25. Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Sie sprachen zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's nicht!
3667#Johannes,18,26#26. Da sagte einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?
3668#Johannes,18,27#27. Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
3669#Johannes,18,28#28. SIE führten nun Jesus von Kajaphas in das Amthaus-1-. Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Amthaus nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten. -1) -+Prätorium-. Palast des Landpflegers.++
3670#Johannes,18,29#29. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was für eine Klage erhebt ihr wider diesen Menschen?
3671#Johannes,18,30#30. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht überantwortet!
3672#Johannes,18,31#31. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden sprachen zu ihm: Wir dürfen niemand töten! -
3673#Johannes,18,32#32. auf daß Jesu Wort erfüllt würde, das er sagte, als er andeutete, welches Todes er sterben sollte.
3674#Johannes,18,33#33. Nun ging Pilatus wieder ins Amthaus hinein und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden?
3675#Johannes,18,34#34. Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt?
3676#Johannes,18,35#35. Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet! Was hast du getan?
3677#Johannes,18,36#36. Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, daß ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.
3678#Johannes,18,37#37. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
3679#Johannes,18,38#38. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm!
3680#Johannes,18,39#39. Ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich euch am Passahfest einen freigebe; wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden freigebe?
3681#Johannes,18,40#40. Sie schrieen alle und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.
3682#Johannes,19,1#1. Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
3683#Johannes,19,2#2. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm ein Purpurkleid um,
3684#Johannes,19,3#traten vor ihn hin 3. und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! - und gaben ihm Backenstreiche.
3685#Johannes,19,4#4. Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde!
3686#Johannes,19,5#5. Also kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch-1-! -1) w: Sehet, der Mensch!++
3687#Johannes,19,6#6. Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuziget ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm.
3688#Johannes,19,7#7. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserm Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.
3689#Johannes,19,8#8. Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr
3690#Johannes,19,9#9. und ging wieder in das Amthaus hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
3691#Johannes,19,10#10. Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen?
3692#Johannes,19,11#11. Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überantwortet hat, größere Schuld!
3693#Johannes,19,12#12. Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrieen und sprachen: Lässest du diesen frei, so bist du nicht des Kaisers Freund; denn wer sich selbst zum König macht, der ist wider den Kaiser!
3694#Johannes,19,13#13. Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl, an der Stätte, die Steinpflaster genannt wird, auf hebräisch aber Gabbatha.
3695#Johannes,19,14#14. Es war aber Rüsttag für das Passah, um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König.
3696#Johannes,19,15#15. Sie aber schrieen: Fort, fort mit ihm! Kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser!
3697#Johannes,19,16#16. Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. SIE nahmen aber Jesus und führten ihn hin.
3698#Johannes,19,17#17. Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt.
3699#Johannes,19,18#18. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
3700#Johannes,19,19#19. Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus, der Nazarener, der König der Juden.
3701#Johannes,19,20#20. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache geschrieben.
3702#Johannes,19,21#21. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt habe: Ich bin König der Juden.
3703#Johannes,19,22#22. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!
3704#Johannes,19,23#23. Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben.
3705#Johannes,19,24#24. Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; - auf daß die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte.
3706#Johannes,19,25#25. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena.
3707#Johannes,19,26#26. Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn!
3708#Johannes,19,27#27. Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
3709#Johannes,19,28#28. Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: Mich dürstet!
3710#Johannes,19,29#29. Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.
3711#Johannes,19,30#30. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
3712#Johannes,19,31#31. DIE Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben - es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß -, baten Pilatus, daß ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden.
3713#Johannes,19,32#32. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
3714#Johannes,19,33#33. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht,
3715#Johannes,19,34#34. sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer, und alsbald floß Blut und Wasser heraus.
3716#Johannes,19,35#35. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet.
3717#Johannes,19,36#36. Denn solches ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden!»
3718#Johannes,19,37#37. Und abermals spricht eine andere Schrift: «Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben.»
3719#Johannes,19,38#38. Darnach bat Joseph von Arimathia - der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, - den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leib Jesu herab.
3720#Johannes,19,39#39. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
3721#Johannes,19,40#40. Also nahmen sie den Leib Jesu und banden ihn samt den Spezereien in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegen.
3722#Johannes,19,41#41. Es war aber an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch niemand gelegt worden war.
3723#Johannes,19,42#42. Dahin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden, weil die Gruft nahe war.
3724#Johannes,20,1#1. AM ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft hinweggenommen.
3725#Johannes,20,2#2. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben!
3726#Johannes,20,3#3. Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu der Gruft.
3727#Johannes,20,4#4. Die beiden liefen miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zur Gruft,
3728#Johannes,20,5#5. bückte sich hinein und sieht die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein.
3729#Johannes,20,6#6. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in die Gruft hinein und sieht die Tücher daliegen
3730#Johannes,20,7#7. und das Schweißtuch, das um sein Haupt gebunden war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besondern Ort.
3731#Johannes,20,8#8. Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte.
3732#Johannes,20,9#9. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse.
3733#Johannes,20,10#10. Nun gingen die Jünger wieder heim.
3734#Johannes,20,11#11. Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte. Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft
3735#Johannes,20,12#12. und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.
3736#Johannes,20,13#13. Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!
3737#Johannes,20,14#14. Und als sie das gesagt, wendet sie sich um und sieht Jesus dastehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.
3738#Johannes,20,15#15. Jesus spricht zu ihr: Weib, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen!
3739#Johannes,20,16#16. Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! <das heißt: Meister!>
3740#Johannes,20,17#17. Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
3741#Johannes,20,18#18. Da kommt Maria Magdalena und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und daß er solches zu ihr gesprochen habe.
3742#Johannes,20,19#19. Als es nun an jenem ersten Wochentag Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, - kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
3743#Johannes,20,20#20. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, als sie den Herrn sahen.
3744#Johannes,20,21#21. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
3745#Johannes,20,22#22. Und nachdem er das gesagt, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfanget heiligen Geist!
3746#Johannes,20,23#23. Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
3747#Johannes,20,24#24. Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
3748#Johannes,20,25#25. Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gesehen! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und lege meinen Finger in das Nägelmal und lege meine Hand in seine Seite, so glaube ich es nicht!
3749#Johannes,20,26#26. Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum dort und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!
3750#Johannes,20,27#27. Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
3751#Johannes,20,28#28. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
3752#Johannes,20,29#29. Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
3753#Johannes,20,30#30. NOCH viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind.
3754#Johannes,20,31#31. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen.
3755#Johannes,21,1#1. DARNACH offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:
3756#Johannes,21,2#2. Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
3757#Johannes,21,3#3. Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.
3758#Johannes,21,4#4. Als es aber schon Morgen wurde, stand Jesus am Gestade; doch wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei.
3759#Johannes,21,5#5. Spricht nun Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein!
3760#Johannes,21,6#6. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und vermochten es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische.
3761#Johannes,21,7#7. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr! Als nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr sei, gürtete er das Oberkleid um sich, denn er war nackt, und warf sich ins Meer.
3762#Johannes,21,8#8. Die andern Jünger aber kamen mit dem Schiffe <denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern etwa zweihundert Ellen weit> und zogen das Netz mit den Fischen nach.
3763#Johannes,21,9#9. Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sehen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot.
3764#Johannes,21,10#10. Jesus spricht zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!
3765#Johannes,21,11#11. Da stieg Simon Petrus hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig; und wiewohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht.
3766#Johannes,21,12#12. Jesus spricht zu ihnen: Kommet zum Frühstück! Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war.
3767#Johannes,21,13#13. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch.
3768#Johannes,21,14#14. Das war schon das drittemal, daß sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
3769#Johannes,21,15#15. Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer!
3770#Johannes,21,16#16. Wiederum spricht er, zum zweitenmal: Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe!
3771#Johannes,21,17#17. Und zum drittenmal fragt er ihn: Simon Jona, hast du mich lieb? Da ward Petrus traurig, daß er ihn zum drittenmal fragte: Hast du mich lieb? - und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!
3772#Johannes,21,18#18. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.
3773#Johannes,21,19#19. Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
3774#Johannes,21,20#20. Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät?
3775#Johannes,21,21#21. Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser?
3776#Johannes,21,22#22. Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
3777#Johannes,21,23#23. Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?
3778#Johannes,21,24#24. Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist.
3779#Johannes,21,25#25. Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; und wenn sie eins nach dem andern beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären.

1750#Lukas,1,1#1. NACHDEM schon viele es unternommen haben, eine Erzählung der Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind,
1751#Lukas,1,2#2. wie sie uns diejenigen überliefert haben, welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind;
1752#Lukas,1,3#3. so schien es auch mir gut, der ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus,
1753#Lukas,1,4#4. damit du die Gewißheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist.
1754#Lukas,1,5#5. IN den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Ordnung-1- Abias; der hatte eine Frau von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. -1) d.h. der Tagesklasse.++
1755#Lukas,1,6#6. Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten in allen Geboten und Rechten des Herrn untadelig.
1756#Lukas,1,7#7. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren hochbetagt.
1757#Lukas,1,8#8. Es begab sich aber, als er das Priesteramt vor Gott verrichtete, zur Zeit, wo seine Klasse an die Reihe kam,
1758#Lukas,1,9#9. traf ihn nach dem Brauch des Priestertums das Los, daß er räuchern sollte, und zwar drinnen im Tempel des Herrn.
1759#Lukas,1,10#10. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen, zur Stunde des Räucherns.
1760#Lukas,1,11#11. Da erschien ihm ein Engel des Herrn, stehend zur Rechten des Räucheraltars.
1761#Lukas,1,12#12. Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn.
1762#Lukas,1,13#13. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
1763#Lukas,1,14#14. Und er wird dir Freude und Frohlocken bereiten, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
1764#Lukas,1,15#15. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit heiligem Geiste wird er erfüllt werden schon von Mutterleib an.
1765#Lukas,1,16#16. Und viele von den Kindern Israel wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen.
1766#Lukas,1,17#17. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, zu bereiten dem Herrn ein gerüstetes Volk.
1767#Lukas,1,18#18. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist schon betagt.
1768#Lukas,1,19#19. Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
1769#Lukas,1,20#20. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, da solches geschehen wird; darum, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche zu ihrer Zeit erfüllt werden sollen.
1770#Lukas,1,21#21. Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, daß er so lange im Tempel blieb.
1771#Lukas,1,22#22. Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden; und sie merkten, daß er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
1772#Lukas,1,23#23. Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, ging er heim in sein Haus.
1773#Lukas,1,24#24. Aber nach diesen Tagen empfing sein Weib Elisabeth, und sie verbarg sich fünf Monate und sprach:
1774#Lukas,1,25#25. Also hat mir der Herr getan in den Tagen, da er mich angesehen hat, meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen.
1775#Lukas,1,26#26. IM sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt
1776#Lukas,1,27#27. zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Joseph, vom Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.
1777#Lukas,1,28#28. Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen!
1778#Lukas,1,29#29. Als sie ihn aber sah, erschrak sie über seine Rede und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.
1779#Lukas,1,30#30. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
1780#Lukas,1,31#31. Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
1781#Lukas,1,32#32. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben;
1782#Lukas,1,33#33. und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein.
1783#Lukas,1,34#34. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich keinen Mann kenne?
1784#Lukas,1,35#35. Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das erzeugt wird, Sohn Gottes genannt werden.
1785#Lukas,1,36#36. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar hieß.
1786#Lukas,1,37#37. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.
1787#Lukas,1,38#38. Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
1788#Lukas,1,39#39. Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste eilends in das Gebirge, in eine Stadt in Juda,
1789#Lukas,1,40#40. und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
1790#Lukas,1,41#41. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe; und Elisabeth ward mit heiligem Geist erfüllt
1791#Lukas,1,42#42. und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!
1792#Lukas,1,43#43. Und woher wird mir das zuteil, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
1793#Lukas,1,44#44. Denn siehe, sowie die Stimme deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe.
1794#Lukas,1,45#45. Und selig ist, die geglaubt hat; denn es wird erfüllt werden, was ihr vom Herrn gesagt worden ist!
1795#Lukas,1,46#46. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
1796#Lukas,1,47#47. und mein Geist freut sich Gottes, meines Retters,
1797#Lukas,1,48#48. daß er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter!
1798#Lukas,1,49#49. Denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;
1799#Lukas,1,50#50. und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten.
1800#Lukas,1,51#51. Er tat Mächtiges mit seinem Arm, er hat zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
1801#Lukas,1,52#52. Er hat Gewaltige von den Thronen gestoßen und Niedrige erhöht.
1802#Lukas,1,53#53. Hungrige hat er mit Gütern gesättigt und Reiche leer fortgeschickt.
1803#Lukas,1,54#54. Er hat sich seines Knechtes Israel angenommen, eingedenk zu sein der Barmherzigkeit,
1804#Lukas,1,55#55. wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinem Samen, auf ewig!
1805#Lukas,1,56#56. Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate und kehrte wieder nach Hause zurück.
1806#Lukas,1,57#57. FÜR Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
1807#Lukas,1,58#58. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, daß der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und freuten sich mit ihr.
1808#Lukas,1,59#59. Und es begab sich am achten Tage, daß sie kamen, das Kindlein zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.
1809#Lukas,1,60#60. Seine Mutter aber sprach: Nicht also, sondern er soll Johannes heißen!
1810#Lukas,1,61#61. Und sie sprachen zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt!
1811#Lukas,1,62#62. Sie winkten aber seinem Vater, wie er ihn genannt haben wolle.
1812#Lukas,1,63#63. Und er forderte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle.
1813#Lukas,1,64#64. Alsbald aber tat sich sein Mund auf, und seine Zunge (ward gelöst), und er redete und lobte Gott.
1814#Lukas,1,65#65. Und es kam Furcht über alle ihre Nachbarn, und auf dem ganzen Gebirge von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen.
1815#Lukas,1,66#66. Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
1816#Lukas,1,67#67. Und sein Vater Zacharias ward mit heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach:
1817#Lukas,1,68#68. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet;
1818#Lukas,1,69#69. und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,
1819#Lukas,1,70#70. wie er verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her:
1820#Lukas,1,71#71. Errettung von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen;
1821#Lukas,1,72#72. Barmherzigkeit zu erzeigen unsern Vätern und zu gedenken seines heiligen Bundes,
1822#Lukas,1,73#73. des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen hat, uns zu verleihen,
1823#Lukas,1,74#74. daß wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang
1824#Lukas,1,75#75. in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm.
1825#Lukas,1,76#76. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst vor dem Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten,
1826#Lukas,1,77#77. Erkenntnis des Heils zu geben seinem Volke, in Vergebung ihrer Sünden,
1827#Lukas,1,78#78. wegen der herzlichen Barmherzigkeit unsres Gottes, in welcher uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe,
1828#Lukas,1,79#79. zu scheinen denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, unsre Füße auf den Weg des Friedens zu richten!
1829#Lukas,1,80#80. Das Kindlein aber wuchs und wurde stark am Geist und war in der Wüste bis zum Tage seines Auftretens vor Israel.
1830#Lukas,2,1#1. ES begab sich aber in jenen Tagen, daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen-1- lassen. -1) d.h. einschreiben.++
1831#Lukas,2,2#2. Diese Schatzung war die erste und geschah, als Kyrenius Landpfleger in Syrien war.
1832#Lukas,2,3#3. Und es zogen alle aus, um sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.
1833#Lukas,2,4#4. Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
1834#Lukas,2,5#5. um sich schätzen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.
1835#Lukas,2,6#6. Es begab sich aber, während sie daselbst waren, da erfüllten sich die Tage, daß sie gebären sollte.
1836#Lukas,2,7#7. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.
1837#Lukas,2,8#8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bewachten des Nachts ihre Herde.
1838#Lukas,2,9#9. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr.
1839#Lukas,2,10#10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll.
1840#Lukas,2,11#11. Denn euch ist heute ein Retter-1- geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. -1) der Heiland.++
1841#Lukas,2,12#12. Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
1842#Lukas,2,13#13. Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
1843#Lukas,2,14#14. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen-1-! -1) aL: unter den Menschen des Wohlgefallens.++
1844#Lukas,2,15#15. Und es begab sich, als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten zueinander: Laßt uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die da geschehen ist, die der Herr uns kundgetan hat!
1845#Lukas,2,16#16. Und sie gingen eilends und fanden Maria und Joseph, dazu das Kindlein in der Krippe liegend.
1846#Lukas,2,17#17. Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort kund, das ihnen von diesem Kinde gesagt worden war.
1847#Lukas,2,18#18. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.
1848#Lukas,2,19#19. Maria aber behielt alle diese Worte und überlegte sie in ihrem Herzen.
1849#Lukas,2,20#20. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.
1850#Lukas,2,21#21. Und als acht Tage vollendet waren, da man das Kind beschneiden mußte, wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen worden war.
1851#Lukas,2,22#22. UND als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,
1852#Lukas,2,23#23. wie im Gesetze des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heißen»,
1853#Lukas,2,24#24. und um ein Opfer darzubringen, wie im Gesetze des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
1854#Lukas,2,25#25. Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und heiliger Geist war auf ihm.
1855#Lukas,2,26#26. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen.
1856#Lukas,2,27#27. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hineinbrachten, um mit ihm zu verfahren nach der Sitte des Gesetzes,
1857#Lukas,2,28#28. da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach:
1858#Lukas,2,29#29. Nun, Herr, entlässest du deinen Diener in Frieden nach deinem Wort!
1859#Lukas,2,30#30. Denn meine Augen haben dein Heil gesehen,
1860#Lukas,2,31#31. welches du angesichts aller Völker bereitet hast,
1861#Lukas,2,32#32. ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel!
1862#Lukas,2,33#33. Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde.
1863#Lukas,2,34#34. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen-1- vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - -1) o: Aufstehen.++
1864#Lukas,2,35#35. und dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen -, auf daß aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden.
1865#Lukas,2,36#36. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie mit ihrem Manne sieben Jahre gelebt hatte nach ihrer Jungfrauschaft;
1866#Lukas,2,37#37. und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.
1867#Lukas,2,38#38. Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf Jerusalems Erlösung warteten.
1868#Lukas,2,39#39. Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth.
1869#Lukas,2,40#40. Das Kindlein aber wuchs und ward stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.
1870#Lukas,2,41#41. UND seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem.
1871#Lukas,2,42#42. Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach Gewohnheit des Festes hinauf.
1872#Lukas,2,43#43. Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht.
1873#Lukas,2,44#44. Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
1874#Lukas,2,45#45. Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn.
1875#Lukas,2,46#46. Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.
1876#Lukas,2,47#47. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten.
1877#Lukas,2,48#48. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
1878#Lukas,2,49#49. Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist?
1879#Lukas,2,50#50. Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
1880#Lukas,2,51#51. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
1881#Lukas,2,52#52. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
1882#Lukas,3,1#1. IM fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene,
1883#Lukas,3,2#2. unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste.
1884#Lukas,3,3#3. Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden,
1885#Lukas,3,4#4. wie geschrieben steht im Buche der Reden des Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!
1886#Lukas,3,5#5. Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Krumme soll gerade und die rauhen Wege eben werden,
1887#Lukas,3,6#6. und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.»
1888#Lukas,3,7#7. Er sprach nun zu dem Volke, das hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entrinnen?
1889#Lukas,3,8#8. So bringet nun Früchte, die der Buße würdig sind, und fanget nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
1890#Lukas,3,9#9. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
1891#Lukas,3,10#10. Da fragte ihn das Volk und sprach: Was sollen wir denn tun?
1892#Lukas,3,11#11. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, tue ebenso!
1893#Lukas,3,12#12. Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir tun?
1894#Lukas,3,13#13. Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als was euch verordnet ist!
1895#Lukas,3,14#14. Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Mißhandelt niemand, erhebet keine falsche Anklage und seid zufrieden mit eurem Sold!
1896#Lukas,3,15#15. Da aber das Volk in Erwartung stand und alle in ihren Herzen sich wegen Johannes fragten, ob er selbst vielleicht der Christus wäre,
1897#Lukas,3,16#16. antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, dem ich nicht gut genug bin, den Riemen seiner Schuhe zu lösen; der wird euch im heiligen Geist und Feuer taufen.
1898#Lukas,3,17#17. Er hat die Worfschaufel in seiner Hand, um seine Tenne durch und durch zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
1899#Lukas,3,18#18. Auch mit vielen andern Ermahnungen noch verkündigte er dem Volk die frohe Botschaft.
1900#Lukas,3,19#19. Der Vierfürst Herodes aber, da er von ihm getadelt wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, und wegen all des Bösen, was Herodes tat,
1901#Lukas,3,20#20. fügte zu allem noch das hinzu, daß er den Johannes ins Gefängnis schloß.
1902#Lukas,3,21#21. Es begab sich aber, da alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, daß sich der Himmel auftat
1903#Lukas,3,22#22. und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel erscholl: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!
1904#Lukas,3,23#23. UND Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing zu lehren; und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, 24. welcher war des Eli,
1905#Lukas,3,24#des Matthat, des Levi, des Melchi, des Janna, des Joseph,
1906#Lukas,3,25#25. des Mattathias, des Amos, des Nahum, des Esli, des Nangai,
1907#Lukas,3,26#26. des Maath, des Mattathias, des Semei, des Joseph, des Juda,
1908#Lukas,3,27#27. des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Sealtiel, des Neri,
1909#Lukas,3,28#28. des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er,
1910#Lukas,3,29#29. des Jesus, des Eliezer, des Jorim, des Matthat, des Levi,
1911#Lukas,3,30#30. des Simeon, des Juda, des Joseph, des Jonan, des Eliakim,
1912#Lukas,3,31#31. des Melea, des Menna, des Mattatha, des Nathan, des David,
1913#Lukas,3,32#32. des Jesse, des Obed, des Boas, des Salmon, des Nahasson,
1914#Lukas,3,33#33. des Aminadab, des Aram, des Esrom, des Perez, des Juda,
1915#Lukas,3,34#34. des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Thara, des Nahor,
1916#Lukas,3,35#35. des Seruch, des Regu, des Peleg, des Eber, des Sela,
1917#Lukas,3,36#36. des Kainan, des Arphaxad, des Sem, des Noah, des Lamech,
1918#Lukas,3,37#37. des Methusala, des Henoch, des Jared, des Maleleel, des Kainan,
1919#Lukas,3,38#38. des Enos, des Set, des Adam, Gottes.
1920#Lukas,4,1#1. JESUS aber, voll heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt
1921#Lukas,4,2#und vierzig Tage vom Teufel versucht. 2. Und er aß nichts in jenen Tagen; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn,
1922#Lukas,4,3#3. und der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sage zu diesem Stein, daß er Brot werde!
1923#Lukas,4,4#4. Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!»
1924#Lukas,4,5#5. Da führte er ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick.
1925#Lukas,4,6#6. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Herrschaft und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.
1926#Lukas,4,7#7. Wenn nun du vor mir anbetest, so soll alles dein sein.
1927#Lukas,4,8#8. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.»
1928#Lukas,4,9#9. Er aber führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich von hier hinab;
1929#Lukas,4,10#10. denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, dich zu behüten,
1930#Lukas,4,11#11. und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.»
1931#Lukas,4,12#12. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!»
1932#Lukas,4,13#13. Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang-1-. -1) o: bis zu einer gelegenen Zeit.++
1933#Lukas,4,14#14. UND Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm verbreitete sich durch die ganze umliegende Landschaft.
1934#Lukas,4,15#15. Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen.
1935#Lukas,4,16#16. Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.
1936#Lukas,4,17#17. Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gegeben; und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht:
1937#Lukas,4,18#18. «Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu predigen und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen;
1938#Lukas,4,19#19. zu predigen das angenehme Jahr des Herrn.»
1939#Lukas,4,20#20. Und er rollte das Buch zusammen und gab es dem Diener wieder und setzte sich, und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
1940#Lukas,4,21#21. Er aber fing an, ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren!
1941#Lukas,4,22#22. Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs?
1942#Lukas,4,23#23. Und er sprach zu ihnen: Allerdings werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, hilf dir selber! Die großen Taten, von denen wir gehört haben, daß sie zu Kapernaum geschehen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt!
1943#Lukas,4,24#24. Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seiner Vaterstadt.
1944#Lukas,4,25#25. In Wahrheit aber sage ich euch: Es waren viele Witwen in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnot entstand im ganzen Land;
1945#Lukas,4,26#26. und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern nur zu einer Witwe nach Sarepta in Zidonien.
1946#Lukas,4,27#27. Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa; aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman, der Syrer.
1947#Lukas,4,28#28. Da wurden alle voll Zorn in der Synagoge, als sie solches hörten.
1948#Lukas,4,29#29. Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen.
1949#Lukas,4,30#30. Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog davon.
1950#Lukas,4,31#31. UND er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt des galiläischen Landes, und lehrte sie am Sabbat.
1951#Lukas,4,32#32. Und sie waren betroffen über seine Lehre, denn er redete mit Vollmacht.
1952#Lukas,4,33#33. Und in der Synagoge war ein Mensch, welcher den Geist eines unreinen Dämons hatte. Und er schrie mit lauter Stimme:
1953#Lukas,4,34#34. Ha! Was willst du mit uns, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
1954#Lukas,4,35#35. Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Da warf ihn der Dämon mitten unter sie und fuhr aus von ihm und tat ihm keinen Schaden.
1955#Lukas,4,36#36. Und es kam sie alle ein Entsetzen an, und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, daß er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren?
1956#Lukas,4,37#37. Und sein Ruf verbreitete sich in alle Orte der umliegenden Landschaft.
1957#Lukas,4,38#38. Und er stand auf und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie.
1958#Lukas,4,39#39. Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stand sie auf und diente ihm.
1959#Lukas,4,40#40. Als aber die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, sie zu ihm, und er legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.
1960#Lukas,4,41#41. Es fuhren auch Dämonen aus von vielen, indem sie schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wußten, daß er der Christus sei.
1961#Lukas,4,42#42. Als es aber Tag geworden, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen zöge.
1962#Lukas,4,43#43. Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den andern Städten die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt.
1963#Lukas,4,44#44. Und er predigte in den Synagogen von Judäa.
1964#Lukas,5,1#1. ES begab sich aber, als das Volk sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genezareth;
1965#Lukas,5,2#2. und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen die Netze.
1966#Lukas,5,3#3. Da trat er in eines der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Lande wegzufahren; und er setzte sich und lehrte die Menge vom Schiffe aus.
1967#Lukas,5,4#4. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Höhe und lasset eure Netze zu einem Fang hinunter!
1968#Lukas,5,5#5. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen!
1969#Lukas,5,6#6. Und als sie das getan, fingen sie eine große Menge Fische; aber ihr Netz zerriß.
1970#Lukas,5,7#7. Da winkten sie den Gefährten, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und ihnen hülfen; und sie kamen und füllten beide Schiffe, so daß sie zu sinken begannen.
1971#Lukas,5,8#8. Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; denn ich bin ein sündiger Mensch!
1972#Lukas,5,9#9. Denn ein Schrecken kam ihn an und alle, die bei ihm waren, wegen des Fischzuges, den sie getan hatten;
1973#Lukas,5,10#10. gleicherweise auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gehilfen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; von nun an sollst du Menschen fangen!
1974#Lukas,5,11#11. Und sie brachten die Schiffe ans Land, verließen alles und folgten ihm nach.
1975#Lukas,5,12#12. Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz. Da er aber Jesus sah, warf er sich auf sein Angesicht, bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen!
1976#Lukas,5,13#13. Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es, sei gereinigt! Und alsbald wich der Aussatz von ihm.
1977#Lukas,5,14#14. Und er befahl ihm, es niemand zu sagen, sondern gehe hin, (sprach er,) zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
1978#Lukas,5,15#15. Aber die Kunde von ihm breitete sich desto mehr aus; und große Mengen kamen zusammen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
1979#Lukas,5,16#16. Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten und betete.
1980#Lukas,5,17#17. Und es begab sich an einem Tage, daß er lehrte; und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Flecken von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war (bereit), sie zu heilen.
1981#Lukas,5,18#18. Und siehe, Männer trugen auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.
1982#Lukas,5,19#19. Und da sie wegen der Volksmenge keine Möglichkeit fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mit dem Bett durch die Ziegel hinunter in die Mitte vor Jesus.
1983#Lukas,5,20#20. Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!
1984#Lukas,5,21#21. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, sich darüber Gedanken zu machen, und sprachen: Wer ist dieser, der (solche) Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben, als nur Gott allein?
1985#Lukas,5,22#22. Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen?
1986#Lukas,5,23#23. Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle?
1987#Lukas,5,24#24. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten -: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und gehe heim!
1988#Lukas,5,25#25. Und alsbald stand er auf vor ihren Augen, nahm das Bett, darauf er gelegen hatte, ging heim und pries Gott.
1989#Lukas,5,26#26. Da gerieten alle außer sich vor Staunen, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute Unglaubliches gesehen!
1990#Lukas,5,27#27. Darnach ging er aus und sah einen Zöllner namens Levi beim Zollhaus sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!
1991#Lukas,5,28#28. Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.
1992#Lukas,5,29#29. Und Levi bereitete ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und es saß eine große Schar von Zöllnern und andern, die es mit ihnen hielten, zu Tische.
1993#Lukas,5,30#30. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murrten wider seine Jünger und sprachen: Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern?
1994#Lukas,5,31#31. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken;
1995#Lukas,5,32#32. ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße!
1996#Lukas,5,33#33. Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes so oft und verrichten Gebete, desgleichen auch die der Pharisäer; die deinigen aber essen und trinken?
1997#Lukas,5,34#34. Und er sprach zu ihnen: Ihr könnt doch die Hochzeitsleute nicht fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist!
1998#Lukas,5,35#35. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird; dann werden sie fasten in jenen Tagen.
1999#Lukas,5,36#36. Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand reißt ein Stück von einem neuen Kleide und setzt es auf ein altes Kleid; denn sonst zerreißt er auch das neue, und das Stück vom neuen reimt sich nicht zu dem alten.
2000#Lukas,5,37#37. Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird verschüttet, und die Schläuche kommen um;
2001#Lukas,5,38#38. sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche fassen, so werden beide erhalten.
2002#Lukas,5,39#39. Und niemand, der alten trinkt, will neuen; denn er spricht: Der alte ist gesund-1-! -1) o: gut, milde.++
2003#Lukas,6,1#1. ES begab sich aber, daß er am zweiten-1- Sabbat durch die Saat ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. -1) w: zweitersten.++
2004#Lukas,6,2#2. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?
2005#Lukas,6,3#3. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr das nie gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte?
2006#Lukas,6,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab; welche doch niemand essen darf, als nur die Priester?
2007#Lukas,6,5#5. Und er sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist auch Herr des Sabbats.
2008#Lukas,6,6#6. Es begab sich aber an einem andern Sabbat, daß er in eine Synagoge ging und lehrte; und daselbst war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.
2009#Lukas,6,7#7. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer gaben acht auf ihn, ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zur Anklage wider ihn zu finden.
2010#Lukas,6,8#8. Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Und er stand auf und stellte sich dahin.
2011#Lukas,6,9#9. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, das Leben zu retten oder zu verderben?
2012#Lukas,6,10#10. Und indem er sie alle ringsumher ansah, sprach er zu ihm: Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wieder gesund, wie die andere.
2013#Lukas,6,11#11. Sie aber wurden ganz unsinnig und besprachen sich miteinander, was sie doch Jesus antun könnten.
2014#Lukas,6,12#12. Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.
2015#Lukas,6,13#13. Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:
2016#Lukas,6,14#14. Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
2017#Lukas,6,15#15. Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt Zelotes-1-, -1) bed: Eiferer.++
2018#Lukas,6,16#16. Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischariot, der zum Verräter wurde.
2019#Lukas,6,17#17. Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer großen Schar seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste, von Tyrus und Zidon,
2020#Lukas,6,18#die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten; 18. und die, welche von unreinen Geistern geplagt waren, wurden geheilt.
2021#Lukas,6,19#19. Und alles Volk suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.
2022#Lukas,6,20#20. UND er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer!
2023#Lukas,6,21#21. Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt gesättigt werden! Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen!
2024#Lukas,6,22#22. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen.
2025#Lukas,6,23#23. Freuet euch alsdann und hüpfet! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben ihre Väter den Propheten getan.
2026#Lukas,6,24#24. Aber wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin!
2027#Lukas,6,25#25. Wehe euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern! Wehe euch, die ihr jetzt lachet, denn ihr werdet trauern und weinen!
2028#Lukas,6,26#26. Wehe euch, wenn alle Leute wohl von euch reden! Ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten.
2029#Lukas,6,27#27. Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen;
2030#Lukas,6,28#28. segnet, die euch fluchen, und bittet für die, welche euch beleidigen!
2031#Lukas,6,29#29. Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch den Rock nicht.
2032#Lukas,6,30#30. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.
2033#Lukas,6,31#31. Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, tut auch ihr ihnen gleicherweise.
2034#Lukas,6,32#32. Und wenn ihr die liebet, die euch lieben, was für eine Gnade habt ihr?-1- Denn auch die Sünder lieben ihre Liebhaber. -1) aüs: was für einen Dank erwartet ihr dafür? So auch V. 33.++
2035#Lukas,6,33#33. Und wenn ihr euren Wohltätern Gutes tut, was für eine Gnade habt ihr? Denn auch die Sünder tun dasselbe.
2036#Lukas,6,34#34. Und wenn ihr denen leihet, von welchen ihr wieder zu empfangen hoffet, was für eine Gnade habt ihr-1-? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen. -1) aüs: was für einen Dank erwartet ihr dafür?++
2037#Lukas,6,35#35. Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
2038#Lukas,6,36#36. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
2039#Lukas,6,37#37. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprechet los, so werdet ihr losgesprochen werden!
2040#Lukas,6,38#38. Gebet, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben. Denn mit eben dem Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.
2041#Lukas,6,39#39. Er sagte ihnen aber ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen?
2042#Lukas,6,40#40. Der Jünger ist nicht über den Meister; wenn er aber ganz vollendet ist, so wird er sein wie sein Meister.
2043#Lukas,6,41#41. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, den Balken aber in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
2044#Lukas,6,42#42. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du doch den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du sehen, wie du den Splitter herausziehst, der in deines Bruders Auge ist!
2045#Lukas,6,43#43. Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt.
2046#Lukas,6,44#44. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben.
2047#Lukas,6,45#45. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen (Schatze seines Herzens) das Böse hervor. Denn wes das Herz voll ist, des geht sein Mund über.
2048#Lukas,6,46#46. Was heißet ihr mich aber «Herr, Herr» und tut nicht, was ich sage?
2049#Lukas,6,47#47. Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut, - ich will euch zeigen, wem er gleich ist.
2050#Lukas,6,48#48. Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da prallte der Strom an dieses Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gegründet war.
2051#Lukas,6,49#49. Wer aber hört und nicht tut, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf das Erdreich baute ohne Grund; und der Strom prallte an dasselbe, und es brach sofort zusammen, und der Zusammenbruch dieses Hauses war groß.
2052#Lukas,7,1#1. NACHDEM er nun vor den Ohren des Volkes alle seine Reden beendet hatte, ging er hinein nach Kapernaum.
2053#Lukas,7,2#2. Eines Hauptmanns Knecht aber, der jenem wert war, lag krank und war am Sterben.
2054#Lukas,7,3#3. Da er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten.
2055#Lukas,7,4#4. Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn angelegentlich und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm das erzeigst;
2056#Lukas,7,5#5. denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.
2057#Lukas,7,6#6. Da ging Jesus mit ihnen hin. Und als er schon nicht mehr fern von dem Hause war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst!
2058#Lukas,7,7#7. Darum hielt ich auch mich selbst nicht für würdig, zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!
2059#Lukas,7,8#8. Denn auch ich bin ein Mensch, der einem Kommando untersteht-1-, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Geh hin! so geht er; und zu einem andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er's. -1) d.h. unter Vorgesetzten steht.++
2060#Lukas,7,9#9. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch, selbst in Israel habe ich einen so großen Glauben nicht gefunden!
2061#Lukas,7,10#10. Und als die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den krank gewesenen Knecht gesund.
2062#Lukas,7,11#11. Und es begab sich am folgenden Tage, daß er in eine Stadt namens Nain ging, und mit ihm zogen seine Jünger und eine große Volksmenge.
2063#Lukas,7,12#12. Wie er sich aber dem Stadttore näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
2064#Lukas,7,13#13. Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich ihrer und sprach zu ihr: Weine nicht!
2065#Lukas,7,14#14. Und er trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen still. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf!
2066#Lukas,7,15#15. Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter.
2067#Lukas,7,16#16. Da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht!
2068#Lukas,7,17#17. Und diese Rede von ihm verbreitete sich in ganz Judäa und in die ganze Umgegend.
2069#Lukas,7,18#18. Und es berichteten dem Johannes seine Jünger von dem allem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich,
2070#Lukas,7,19#19. sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2071#Lukas,7,20#20. Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
2072#Lukas,7,21#21. Zu jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Gesicht.
2073#Lukas,7,22#22. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium gepredigt,
2074#Lukas,7,23#23. und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert!
2075#Lukas,7,24#24. Und als die Boten des Johannes weggegangen waren, fing er an zum Volke zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen, zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird?
2076#Lukas,7,25#25. Oder was seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die in herrlicher Kleidung und Üppigkeit leben, sind an den königlichen Höfen!
2077#Lukas,7,26#26. Oder was seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, einen, der noch mehr ist als ein Prophet.
2078#Lukas,7,27#27. Dieser ist's, von dem geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.»
2079#Lukas,7,28#28. Denn ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist keiner größer, als Johannes. Doch der Kleinste im Reiche Gottes ist größer als er.
2080#Lukas,7,29#29. Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes;
2081#Lukas,7,30#30. die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten verwarfen den Rat Gottes, sich selbst zum Schaden, und ließen sich nicht von ihm taufen.
2082#Lukas,7,31#31. Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich?
2083#Lukas,7,32#32. Sie sind Kindern gleich, die am Markte sitzen und einander zurufen und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!
2084#Lukas,7,33#33. Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank keinen Wein; da sagt ihr: Er hat einen Dämon!
2085#Lukas,7,34#34. Des Menschen Sohn ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagt ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund!
2086#Lukas,7,35#35. Und doch ist die Weisheit von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden.
2087#Lukas,7,36#36. Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische.
2088#Lukas,7,37#37. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe
2089#Lukas,7,38#38. und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe.
2090#Lukas,7,39#39. Als aber der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, daß sie eine Sünderin ist!
2091#Lukas,7,40#40. Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an!
2092#Lukas,7,41#41. Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
2093#Lukas,7,42#42. Da sie aber nichts hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?
2094#Lukas,7,43#43. Simon antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat. Er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt!
2095#Lukas,7,44#44. Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
2096#Lukas,7,45#45. Du hast mir keinen Kuß gegeben; sie aber hat, seit sie hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.
2097#Lukas,7,46#46. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt.
2098#Lukas,7,47#47. Darum, sage ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben worden, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
2099#Lukas,7,48#48. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben!
2100#Lukas,7,49#49. Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
2101#Lukas,7,50#50. Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!
2102#Lukas,8,1#1. UND es begab sich hernach, daß er durch Städte und Dörfer reiste, wobei er predigte und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündigte; und die Zwölf (waren) mit ihm
2103#Lukas,8,2#2. und etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren,
2104#Lukas,8,3#3. und Johanna, das Weib Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, welche ihnen dienten mit ihrer Habe.
2105#Lukas,8,4#4. Als nun viel Volk zusammenkam und sie aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis:
2106#Lukas,8,5#5. Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
2107#Lukas,8,6#6. Und anderes fiel auf den Felsen; und als es keimte, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
2108#Lukas,8,7#7. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen, die mit ihm aufwuchsen, erstickten es.
2109#Lukas,8,8#8. Und anderes fiel auf gutes Erdreich und wuchs auf und brachte hundertfältige Frucht. Und als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
2110#Lukas,8,9#9. Da fragten ihn seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute.
2111#Lukas,8,10#10. Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den andern aber in Gleichnissen, auf daß sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht verstehen.
2112#Lukas,8,11#11. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.
2113#Lukas,8,12#12. Die am Wege sind die, welche es gehört haben; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und gerettet werden.
2114#Lukas,8,13#13. Die aber auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; aber sie haben keine Wurzel, sie glauben nur eine Zeitlang, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
2115#Lukas,8,14#14. Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben; aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife.
2116#Lukas,8,15#15. Das in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in Geduld-1-. -1) Beharrlichkeit.++
2117#Lukas,8,16#16. Niemand aber, der ein Licht anzündet, bedeckt es mit einem Gefäß, oder stellt es unter ein Bett, sondern er setzt es auf einen Leuchter, damit, wer hereinkommt, das Licht sehe.
2118#Lukas,8,17#17. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werden wird, und nichts ist geheim, das nicht kundwerden und an den Tag kommen wird.
2119#Lukas,8,18#18. So sehet nun darauf, wie ihr hört! Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.
2120#Lukas,8,19#19. Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.
2121#Lukas,8,20#20. Es wurde ihm aber gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und begehren dich zu sehen!
2122#Lukas,8,21#21. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun!
2123#Lukas,8,22#22. UND es begab sich an einem der Tage, daß er und seine Jünger in ein Schiff traten; und er sprach zu ihnen: Laßt uns ans andere Ufer des Sees fahren!
2124#Lukas,8,23#23. Und sie fuhren ab. Auf der Fahrt aber schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich, und sie liefen Gefahr.
2125#Lukas,8,24#24. Da traten sie hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Er aber stand auf und bedrohte den Wind und die Wasserwogen; und sie legten sich, und es wurde still.
2126#Lukas,8,25#25. Da sprach er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist doch der, daß er auch den Winden gebietet und dem Wasser und sie ihm gehorsam sind?
2127#Lukas,8,26#26. Und sie fuhren zum Land der Gerasener-1-, welches Galiläa gegenüber liegt. -1) s. Mt. 8,28.++
2128#Lukas,8,27#27. Und als er ans Land gestiegen war, kam ihm aus der Stadt ein Besessener entgegen, der seit langer Zeit kein Kleid mehr trug, auch in keinem Hause blieb, sondern in den Gräbern.
2129#Lukas,8,28#28. Als er aber Jesus sah, schrie er, warf sich vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, peinige mich nicht!
2130#Lukas,8,29#29. Denn Jesus hatte dem unreinen Geiste geboten, von dem Menschen auszufahren; denn er hatte ihn schon lange Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten gebunden und mit Fußfesseln verwahrt. Aber er zerriß die Bande und wurde vom Dämon in die Wüste getrieben.
2131#Lukas,8,30#30. Jesus aber fragte ihn: Wie heißest du? Er sprach: Legion! Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.
2132#Lukas,8,31#31. Und sie baten ihn, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren.
2133#Lukas,8,32#32. Es war aber daselbst eine große Schweineherde an dem Berg zur Weide, und sie baten ihn, daß er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.
2134#Lukas,8,33#33. Da fuhren die Dämonen von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und ertrank.
2135#Lukas,8,34#34. Als aber die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande.
2136#Lukas,8,35#35. Da gingen sie hinaus zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von welchem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich.
2137#Lukas,8,36#36. Die aber, welche es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie dem Besessenen geholfen worden war.
2138#Lukas,8,37#37. Da bat ihn die ganze Bevölkerung der umliegenden Landschaft der Gerasener, von ihnen wegzugehen; denn große Furcht hatte sie ergriffen. Er aber trat in das Schiff und kehrte zurück.
2139#Lukas,8,38#38. Der Mann aber, von welchem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, daß er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus entließ ihn und sprach:
2140#Lukas,8,39#39. Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Großes getan hat! Und er ging und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm Großes getan habe.
2141#Lukas,8,40#40. ALS aber Jesus zurückkam, empfing ihn das Volk; denn sie warteten alle auf ihn.
2142#Lukas,8,41#41. Und siehe, es kam ein Mann, namens Jairus, der war ein Oberster der Synagoge; und er warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen.
2143#Lukas,8,42#42. Denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Als er aber hinging, drängte ihn die Volksmenge.
2144#Lukas,8,43#43. Und eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluß gehabt und all ihr Gut an die Ärzte gewandt hatte, aber von keinem geheilt werden konnte,
2145#Lukas,8,44#44. trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Kleides an; und auf der Stelle kam ihr Blutfluß zum Stehen.
2146#Lukas,8,45#45. Und Jesus fragte: Wer hat mich angerührt? Da nun alle leugneten, sprachen Petrus und die mit ihm waren: Meister, das Volk drückt und drängt dich.
2147#Lukas,8,46#46. Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn ich spürte, wie eine Kraft von mir ausging!
2148#Lukas,8,47#47. Als nun die Frau sah, daß sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm vor dem ganzen Volke, aus welchem Grunde sie ihn angerührt habe und wie sie auf der Stelle gesund geworden sei.
2149#Lukas,8,48#48. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!
2150#Lukas,8,49#49. Da er noch redete, kam jemand vom Synagogenvorsteher und sprach zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht mehr!
2151#Lukas,8,50#50. Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gerettet werden!
2152#Lukas,8,51#51. Und als er in das Haus kam, ließ er niemand mit sich hineingehen als Petrus und Jakobus und Johannes und den Vater des Kindes und die Mutter.
2153#Lukas,8,52#52. Sie weinten aber alle und beklagten sie. Er aber sprach: Weinet nicht! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.
2154#Lukas,8,53#53. Und sie verlachten ihn, weil sie wußten, daß sie gestorben war.
2155#Lukas,8,54#54. Er aber ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!
2156#Lukas,8,55#55. Und ihr Geist kehrte wieder, und sie stand augenblicklich auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben.
2157#Lukas,8,56#56. Und ihre Eltern gerieten außer sich; er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war.
2158#Lukas,9,1#1. ER rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und um Krankheiten zu heilen;
2159#Lukas,9,2#2. und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen, und zu heilen.
2160#Lukas,9,3#3. Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot noch Geld; auch soll einer nicht zwei Anzüge haben.
2161#Lukas,9,4#4. Und wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, und von da ziehet weiter.
2162#Lukas,9,5#5. Und wo man euch nicht aufnehmen wird, da gehet fort aus jener Stadt und schüttelt auch den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis wider sie.
2163#Lukas,9,6#6. Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer, predigten das Evangelium und heilten allenthalben.
2164#Lukas,9,7#7. ES hörte aber der Vierfürst Herodes alles, was geschah; und er geriet in Verlegenheit, weil von etlichen gesagt wurde, Johannes sei von den Toten auferstanden,
2165#Lukas,9,8#8. von etlichen aber, Elia sei erschienen, und von andern, einer der alten Propheten sei auferstanden.
2166#Lukas,9,9#9. Herodes aber sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber der, von welchem ich solches höre? Und er verlangte, ihn zu sehen.
2167#Lukas,9,10#10. Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.
2168#Lukas,9,11#11. Als aber das Volk es erfuhr, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reiche Gottes, und die der Heilung bedurften, machte er gesund.
2169#Lukas,9,12#12. Aber der Tag fing an, sich zu neigen; und die Zwölf traten herzu und sprachen zu ihm: Entlaß das Volk, damit sie in die umliegenden Dörfer und Höfe gehen und einkehren und Speise finden; denn hier sind wir an einem öden Ort.
2170#Lukas,9,13#13. Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; oder sollen wir hingehen und für dieses ganze Volk Speise kaufen?
2171#Lukas,9,14#14. Denn es waren etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Machet, daß sie sich gruppenweise setzen, je fünfzig und fünfzig.
2172#Lukas,9,15#15. Und sie taten so und ließen alle sich setzen.
2173#Lukas,9,16#16. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, brach und gab sie den Jüngern, damit sie sie dem Volke vorlegten.
2174#Lukas,9,17#17. Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgehoben, was ihnen von den Stücken übrigblieb, zwölf Körbe (voll).
2175#Lukas,9,18#18. Und es begab sich, als er in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie und sprach: Für wen halten mich die Leute?
2176#Lukas,9,19#19. Sie antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer; andere für Elia; andere aber (sagen), einer der alten Propheten sei auferstanden.
2177#Lukas,9,20#20. Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach: Für den Gesalbten Gottes!
2178#Lukas,9,21#21. Er aber gebot ihnen ernstlich, solches niemand zu sagen,
2179#Lukas,9,22#22. indem er sprach: Des Menschen Sohn muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
2180#Lukas,9,23#23. Er sprach aber zu allen: Will jemand mir nachkommen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.
2181#Lukas,9,24#24. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen, der wird sie retten. -1) o: sein Leben.++
2182#Lukas,9,25#25. Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?
2183#Lukas,9,26#26. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit.
2184#Lukas,9,27#27. Ich sage euch aber in Wahrheit, es sind etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes sehen.
2185#Lukas,9,28#28. ES begab sich aber ungefähr acht Tage nach dieser Rede, daß er Petrus und Johannes und Jakobus zu sich nahm und auf den Berg stieg, um zu beten.
2186#Lukas,9,29#29. Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Kleid strahlend weiß.
2187#Lukas,9,30#30. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, das waren Mose und Elia;
2188#Lukas,9,31#31. die erschienen in Herrlichkeit und redeten von seinem Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte.
2189#Lukas,9,32#32. Petrus aber und seine Gefährten waren vom Schlaf übermannt. Als sie aber erwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.
2190#Lukas,9,33#33. Und es begab sich, als diese von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Und er wußte nicht, was er sagte.
2191#Lukas,9,34#34. Während er aber solches redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen.
2192#Lukas,9,35#35. Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn; auf den sollt ihr hören!
2193#Lukas,9,36#36. Und während die Stimme erscholl, fand es sich, daß Jesus allein war. Und sie schwiegen und sagten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.
2194#Lukas,9,37#37. Es begab sich aber am folgenden Tage, als sie den Berg hinunterstiegen, kam ihm viel Volk entgegen.
2195#Lukas,9,38#38. Und siehe, ein Mann aus dem Volke rief und sprach: Meister, ich bitte dich, sieh doch meinen Sohn an, denn er ist mein einziger!
2196#Lukas,9,39#39. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er reißt ihn hin und her, daß er schäumt, und will kaum von ihm weichen, ohne ihn gänzlich aufzureiben.
2197#Lukas,9,40#40. Und ich habe deine Jünger gebeten, daß sie ihn austreiben möchten, aber sie vermochten es nicht.
2198#Lukas,9,41#41. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bringe deinen Sohn hierher!
2199#Lukas,9,42#42. Und noch während er hinzuging, riß und zerrte ihn der Dämon. Aber Jesus bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.
2200#Lukas,9,43#43. Es erstaunten aber alle über die große Macht Gottes. Da sich nun alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
2201#Lukas,9,44#44. Fasset ihr diese Worte zu Ohren: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden.
2202#Lukas,9,45#45. Sie aber verstanden das Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, so daß sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn wegen dieses Wortes zu fragen.
2203#Lukas,9,46#46. Es schlich sich aber der Gedanke bei ihnen ein, wer wohl der Größte unter ihnen sei.
2204#Lukas,9,47#47. Da nun Jesus ihres Herzens Gedanken merkte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich
2205#Lukas,9,48#und sprach zu ihnen: 48. Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen-1-, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß! -1) o: auf meinen Namen hin.++
2206#Lukas,9,49#49. Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.
2207#Lukas,9,50#50. Jesus aber sprach: Wehret ihm nicht! Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
2208#Lukas,9,51#51. ES begab sich aber, als sich die Tage seines Heimgangs-1- erfüllten und er sein Angesicht nach Jerusalem richtete, um dorthin zu reisen, -1) seiner Aufnahme in den Himmel.++
2209#Lukas,9,52#52. sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten.
2210#Lukas,9,53#53. Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war.
2211#Lukas,9,54#54. Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel herabfalle und sie verzehre, wie auch Elia getan hat!
2212#Lukas,9,55#55. Er aber wandte sich und bedrohte sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes (Kinder) ihr seid?
2213#Lukas,9,56#56. Denn des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erretten. Und sie zogen in ein anderes Dorf.
2214#Lukas,9,57#57. Als sie aber ihre Reise fortsetzten, sprach einer auf dem Wege zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!
2215#Lukas,9,58#58. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.
2216#Lukas,9,59#59. Er sagte aber zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
2217#Lukas,9,60#60. Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes!
2218#Lukas,9,61#61. Es sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen, zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Hause sind, Abschied zu nehmen.
2219#Lukas,9,62#62. Jesus aber sprach zu ihm: Wer-1- seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist nicht geschickt zum Reiche Gottes! -1) w: Keiner, der . . . ist tauglich für das Reich Gottes.++
2220#Lukas,10,1#1. DARNACH aber bezeichnete der Herr noch siebzig andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte.
2221#Lukas,10,2#2. Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende-1-! -1) w: hinausstoße.++
2222#Lukas,10,3#3. Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
2223#Lukas,10,4#4. Traget weder Beutel noch Tasche noch Schuhe und grüßet niemand auf dem Wege.
2224#Lukas,10,5#5. Wo ihr aber in ein Haus hineingehet, da sprechet zuerst: Friede diesem Hause!
2225#Lukas,10,6#6. Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren.
2226#Lukas,10,7#7. In demselben Hause aber bleibet und esset und trinket, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht aus einem Haus ins andere.
2227#Lukas,10,8#8. Und wo ihr in eine Stadt kommt, und sie euch aufnehmen, da esset, was euch vorgesetzt wird;
2228#Lukas,10,9#9. und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen!
2229#Lukas,10,10#10. Wo ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da gehet auf ihre Gassen hinaus und sprechet:
2230#Lukas,10,11#11. Auch den Staub, der sich von eurer Stadt an unsre Füße gehängt hat, wischen wir ab wider euch; doch sollt ihr wissen, daß das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist!
2231#Lukas,10,12#12. Ich sage euch, es wird Sodom an jenem Tage erträglicher gehen als dieser Stadt.
2232#Lukas,10,13#13. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Zidon die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie vorlängst im Sack und in der Asche sitzend Buße getan.
2233#Lukas,10,14#14. Doch es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen im Gerichte als euch.
2234#Lukas,10,15#15. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoben worden, du wirst bis zur Hölle-1- hinabgeworfen werden! -1) w: Hades, Totenreich.++
2235#Lukas,10,16#16. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.
2236#Lukas,10,17#17. Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!
2237#Lukas,10,18#18. Da sprach er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
2238#Lukas,10,19#19. Siehe, ich habe euch Vollmacht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen.
2239#Lukas,10,20#20. Doch nicht darüber freuet euch, daß euch die Geister untertan sind; freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel eingeschrieben sind!
2240#Lukas,10,21#21. Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im heiligen Geiste und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
2241#Lukas,10,22#22. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, (weiß niemand) als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.
2242#Lukas,10,23#23. Und er wandte sich zu seinen Jüngern besonders und sprach: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet!
2243#Lukas,10,24#24. Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wünschten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
2244#Lukas,10,25#25. UND siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
2245#Lukas,10,26#26. Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetze geschrieben? Wie liesest du?
2246#Lukas,10,27#27. Er antwortete und sprach: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen-1- und mit deinem ganzen Gemüte-2-, und deinen Nächsten wie dich selbst!» -1) o: deiner ganzen Kraft.   2) o: Denken.++
2247#Lukas,10,28#28. Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben!
2248#Lukas,10,29#29. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
2249#Lukas,10,30#30. Da erwiderte Jesus und sprach: Es ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und liefen davon und ließen ihn halbtot liegen.
2250#Lukas,10,31#31. Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er auf der andern Seite vorüber.
2251#Lukas,10,32#32. Desgleichen auch ein Levit, der zu der Stelle kam und ihn sah, ging auf der andern Seite vorüber.
2252#Lukas,10,33#33. Ein Samariter aber kam auf seiner Reise dahin, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen
2253#Lukas,10,34#34. und ging zu ihm hin, verband ihm die Wunden und goß Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
2254#Lukas,10,35#35. Und am andern Tage gab er dem Wirt zwei Denare und sprach: Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
2255#Lukas,10,36#36. Welcher von diesen Dreien dünkt dich nun der Nächste gewesen zu sein dem, der unter die Räuber gefallen war?
2256#Lukas,10,37#37. Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm tat! Da sprach Jesus zu ihm: So gehe du hin und tue desgleichen!
2257#Lukas,10,38#38. Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus.
2258#Lukas,10,39#39. Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu.
2259#Lukas,10,40#40. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr doch, daß sie mir helfe!
2260#Lukas,10,41#41. Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles;
2261#Lukas,10,42#42. eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!
2262#Lukas,11,1#1. UND es begab sich, daß er an einem Ort betete; und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte!
2263#Lukas,11,2#2. Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, geheiligt werde dein Name! Es komme dein Reich!
2264#Lukas,11,3#3. Gib uns täglich unser nötiges Brot!
2265#Lukas,11,4#4. Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist! Und führe uns nicht in Versuchung!
2266#Lukas,11,5#5. Und er sprach zu ihnen: Welcher unter euch hätte einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Freund, leihe mir drei Brote;
2267#Lukas,11,6#6. denn mein Freund ist von der Reise zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts vorzusetzen;
2268#Lukas,11,7#7. und jener würde von innen antworten und sagen: Mache mir keine Mühe! Die Türe ist schon verschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben!
2269#Lukas,11,8#8. Ich sage euch: Wenn er auch nicht deswegen aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.
2270#Lukas,11,9#9. Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden!
2271#Lukas,11,10#10. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.
2272#Lukas,11,11#11. Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange?
2273#Lukas,11,12#12. Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben?
2274#Lukas,11,13#13. So nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!
2275#Lukas,11,14#14. UND er trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es begab sich aber, nachdem der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich.
2276#Lukas,11,15#15. Etliche aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
2277#Lukas,11,16#16. Andere aber versuchten ihn und verlangten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel.
2278#Lukas,11,17#17. Er aber, da er ihre Gedanken wußte, sprach zu ihnen: Ein jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus, das wider sich selbst ist, fällt.
2279#Lukas,11,18#18. Wenn aber auch der Satan mit sich selbst uneins ist, wie kann sein Reich bestehen? Ihr saget ja, ich treibe die Dämonen durch Beelzebul aus.
2280#Lukas,11,19#19. Wenn ich aber die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie selbst eure Richter sein.
2281#Lukas,11,20#20. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!
2282#Lukas,11,21#21. Wenn ein Starker bewaffnet seinen Hof bewacht, so bleibt sein Besitztum in Frieden.
2283#Lukas,11,22#22. Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, darauf er sich verließ, und verteilt seine Beute.
2284#Lukas,11,23#23. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
2285#Lukas,11,24#24. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich weggegangen bin.
2286#Lukas,11,25#25. Und wenn er kommt, findet er es gesäubert und geschmückt.
2287#Lukas,11,26#26. Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird der letzte Zustand dieses Menschen ärger als der erste.
2288#Lukas,11,27#27. Es begab sich aber, als er solches redete, erhob eine Frau aus dem Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast!
2289#Lukas,11,28#28. Er aber sprach: Ja vielmehr, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!
2290#Lukas,11,29#29. Als aber die Volksmenge sich herzudrängte, fing er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht! Es fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
2291#Lukas,11,30#30. Denn gleichwie Jona den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch des Menschen Sohn diesem Geschlechte sein.
2292#Lukas,11,31#31. Die Königin von Mittag wird im Gericht wider die Männer dieses Geschlechts auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo!
2293#Lukas,11,32#32. Die Männer von Ninive werden im Gerichte wider dieses Geschlecht auftreten und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf Jonas Predigt hin; und siehe, hier ist mehr denn Jona!
2294#Lukas,11,33#33. Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen verborgenen Ort, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen.
2295#Lukas,11,34#34. Dein Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.
2296#Lukas,11,35#35. So siehe nun zu, daß das Licht in dir nicht Finsternis sei!
2297#Lukas,11,36#36. Wenn nun dein ganzer Leib licht ist, so daß er keinen finstern Teil mehr hat, so wird er ganz hell sein, wie wenn das Licht mit seinem Strahl dich erleuchtet-1-. -1) o: beleuchtet.++
2298#Lukas,11,37#37. Und während er redete, bat ihn ein Pharisäer, bei ihm zu Mittag zu essen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tische.
2299#Lukas,11,38#38. Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, daß er sich vor dem Mittagsmahl nicht gewaschen hatte.
2300#Lukas,11,39#39. Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt die Außenseite des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit.
2301#Lukas,11,40#40. Ihr Toren! Hat nicht, der das Äußere schuf, auch das Innere gemacht?
2302#Lukas,11,41#41. Gebt nur von dem Inhalt Almosen, siehe, so ist euch alles rein!
2303#Lukas,11,42#42. Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Münze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgehet! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.
2304#Lukas,11,43#43. Wehe euch Pharisäern, daß ihr den Vorsitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten liebet!
2305#Lukas,11,44#44. Wehe euch, daß ihr wie die verborgenen Gräber seid, über welche die Leute dahingehen, ohne es zu wissen!
2306#Lukas,11,45#45. Da antwortete einer der Schriftgelehrten und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns!
2307#Lukas,11,46#46. Er aber sprach: Und wehe auch euch Schriftgelehrten; denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf, und ihr selbst rühret die Bürden nicht mit einem Finger an.
2308#Lukas,11,47#47. Wehe euch, daß ihr die Grabmäler der Propheten bauet! Eure Väter aber haben sie getötet.
2309#Lukas,11,48#48. So bestätiget ihr also die Taten eurer Väter und habt Wohlgefallen daran; denn jene haben sie getötet, ihr aber bauet (ihre Grabmäler).
2310#Lukas,11,49#49. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen;
2311#Lukas,11,50#50. auf daß von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, welches seit Erschaffung der Welt vergossen worden ist,
2312#Lukas,11,51#51. vom Blute Abels an bis auf das Blut Zacharias, welcher zwischen dem Altar und dem Tempel umkam. Ja, ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden!
2313#Lukas,11,52#52. Wehe euch Schriftgelehrten, daß ihr den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen habt! Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert!
2314#Lukas,11,53#53. Und als er von dort herauskam, fingen die Schriftgelehrten und Pharisäer an, ihm hart zuzusetzen und ihn über vieles auszufragen,
2315#Lukas,11,54#54. wobei sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Munde zu erhaschen.
2316#Lukas,12,1#1. ALS sich inzwischen das Volk zu Zehntausenden gesammelt hatte, so daß sie einander traten, fing er an, zu seinen Jüngern zu sagen: Zuerst hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt, vor der Heuchelei!
2317#Lukas,12,2#2. Nichts aber ist verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.
2318#Lukas,12,3#3. Darum wird man alles, was ihr im Finstern redet, am hellen Tage hören, und was ihr in den Kammern ins Ohr saget, wird auf den Dächern gepredigt werden.
2319#Lukas,12,4#4. Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nachher nichts weiteres tun können.
2320#Lukas,12,5#5. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet!
2321#Lukas,12,6#6. Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Und nicht ein einziger von ihnen ist vor Gott vergessen.
2322#Lukas,12,7#7. Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
2323#Lukas,12,8#8. Ich sage euch aber: Ein jeglicher, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch des Menschen Sohn bekennen vor den Engeln Gottes;
2324#Lukas,12,9#9. wer mich aber verleugnet hat vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.
2325#Lukas,12,10#10. Und einem jeglichen, der ein Wort gegen den Menschensohn reden wird, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.
2326#Lukas,12,11#11. Wenn sie euch aber vor die Synagogen und vor die Fürsten und Obrigkeiten führen, so sorget nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt;
2327#Lukas,12,12#12. denn der heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
2328#Lukas,12,13#13. Es sprach aber einer aus dem Volke zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, daß er das Erbe mit mir teile!
2329#Lukas,12,14#14. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?
2330#Lukas,12,15#15. Er sagte aber zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor jeglicher Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluß ab, den er an Gütern hat.
2331#Lukas,12,16#16. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Eines reichen Mannes Feld hatte viel Frucht getragen.
2332#Lukas,12,17#17. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann?
2333#Lukas,12,18#18. Und er sprach: Das will ich tun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern
2334#Lukas,12,19#19. und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und sei guten Muts!
2335#Lukas,12,20#20. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?
2336#Lukas,12,21#21. So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott.
2337#Lukas,12,22#22. Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch, sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen werdet.
2338#Lukas,12,23#23. Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung.
2339#Lukas,12,24#24. Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wieviel mehr seid ihr wert als die Vögel!
2340#Lukas,12,25#25. Wer aber von euch kann mit seinem Sorgen seiner Länge-1- eine Elle hinzusetzen? -1) o: Lebenslänge.++
2341#Lukas,12,26#26. Wenn ihr nun das Geringste nicht vermöget, was sorget ihr euch um das übrige?
2342#Lukas,12,27#27. Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie spinnen nicht und weben nicht; ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen!
2343#Lukas,12,28#28. Wenn aber Gott das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
2344#Lukas,12,29#29. Fraget auch ihr nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt und reget euch nicht auf!
2345#Lukas,12,30#30. Denn nach dem allem trachten die Heiden der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr dessen bedürfet.
2346#Lukas,12,31#31. Trachtet vielmehr nach seinem Reiche, so wird euch solches hinzugelegt werden.
2347#Lukas,12,32#32. Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben!
2348#Lukas,12,33#33. Verkaufet eure Habe und gebet Almosen! Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht ausgeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt.
2349#Lukas,12,34#34. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
2350#Lukas,12,35#35. Es sollen eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennend;
2351#Lukas,12,36#36. und seid gleich den Menschen, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm alsbald auftun.
2352#Lukas,12,37#37. Selig sind diese Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch, er wird sich schürzen und sie zu Tische führen und hinzutreten und sie bedienen.
2353#Lukas,12,38#38. Und wenn er in der zweiten oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, selig sind diese Knechte!
2354#Lukas,12,39#39. Das aber merket: Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
2355#Lukas,12,40#40. Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meinet.
2356#Lukas,12,41#41. Da sprach Petrus zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis für uns oder auch für alle?
2357#Lukas,12,42#42. Der Herr aber sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gebe?
2358#Lukas,12,43#43. Selig ist jener Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird.
2359#Lukas,12,44#44. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen.
2360#Lukas,12,45#45. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! - und anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
2361#Lukas,12,46#46. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; und wird ihn entzweihauen und ihm sein Teil mit den Ungläubigen geben.
2362#Lukas,12,47#47. Der Knecht aber, der seines Herrn Willen kannte und sich nicht bereit hielt, auch nicht nach seinem Willen tat, wird viele Streiche erleiden müssen;
2363#Lukas,12,48#48. wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was der Streiche wert ist, der wird wenig leiden müssen. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern.
2364#Lukas,12,49#49. Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu schleudern, und wie wollte ich, es wäre schon entzündet!
2365#Lukas,12,50#50. Aber ich habe eine Taufe zu bestehen, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist!
2366#Lukas,12,51#51. Meinet ihr, daß ich gekommen sei, Frieden zu spenden auf Erden? Nein, ich sage euch, sondern eher Zwietracht.
2367#Lukas,12,52#52. Denn von nun an werden fünf in einem Hause entzweit sein, drei wider zwei und zwei wider drei,
2368#Lukas,12,53#53. der Vater wider den Sohn und der Sohn wider den Vater, die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter, die Schwiegermutter wider ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter.
2369#Lukas,12,54#54. Er sprach aber auch zu dem Volke: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen sehet vom Westen her, so saget ihr sofort: Es gibt Regen! Und es geschieht.
2370#Lukas,12,55#55. Und wenn der Südwind weht, so saget ihr: Es wird heiß! Und es geschieht.
2371#Lukas,12,56#56. Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beurteilen; wie kommt es aber, daß ihr diese Zeit nicht zu prüfen versteht?
2372#Lukas,12,57#57. Warum entscheidet ihr aber nicht von euch selbst aus, was recht ist?
2373#Lukas,12,58#58. Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Wege Mühe, seiner loszuwerden, damit er dich nicht vor den Richter schleppe und der Richter dich dem Schergen überantworte und der Scherge dich ins Gefängnis werfe.
2374#Lukas,12,59#59. Ich sage dir, du wirst von dannen nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast!
2375#Lukas,13,1#1. ES kamen aber zur selben Zeit etliche herbei, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.
2376#Lukas,13,2#2. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben?
2377#Lukas,13,3#3. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
2378#Lukas,13,4#4. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen seien als alle andern Leute, die zu Jerusalem wohnen?
2379#Lukas,13,5#5. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!
2380#Lukas,13,6#6. Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der war in seinem Weinberg gepflanzt; und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.
2381#Lukas,13,7#7. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich komme nun schon drei Jahre und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Haue ihn ab! Was hindert er das Land?
2382#Lukas,13,8#8. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn gegraben und Dünger gelegt habe.
2383#Lukas,13,9#9. Vielleicht bringt er noch Frucht; wenn nicht, so haue ihn darnach ab!
2384#Lukas,13,10#10. ER lehrte aber in einer der Synagogen am Sabbat.
2385#Lukas,13,11#11. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte, und sie war verkrümmt und konnte sich gar nicht aufrichten.
2386#Lukas,13,12#12. Als nun Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, du bist erlöst von deiner Krankheit!
2387#Lukas,13,13#13. Und er legte ihr die Hände auf, und sie wurde sogleich gerade und pries Gott.
2388#Lukas,13,14#14. Da ward der Synagogenvorsteher entrüstet, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zum Volke: Es sind sechs Tage, an welchen man arbeiten soll; an diesen kommet und lasset euch heilen, und nicht am Sabbattag!
2389#Lukas,13,15#15. Aber der Herr antwortete und sprach: Du Heuchler, löst nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn zur Tränke?
2390#Lukas,13,16#16. Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon achtzehn Jahre gebunden hielt, sollte nicht von diesem Bande gelöst werden am Sabbattag?
2391#Lukas,13,17#17. Und als er das sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt; und alles Volk freute sich über alle die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.
2392#Lukas,13,18#18. Da sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen?
2393#Lukas,13,19#19. Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Und es wuchs und ward zu einem Baume, und die Vögel des Himmels nisteten auf seinen Zweigen.
2394#Lukas,13,20#20. Und wiederum sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen?
2395#Lukas,13,21#21. Es ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte-1-, bis es ganz durchsäuert war. -1) w: verbarg.++
2396#Lukas,13,22#22. UND er zog durch Städte und Dörfer und lehrte und setzte seine Reise nach Jerusalem fort.
2397#Lukas,13,23#23. Es sprach aber einer zu ihm: Herr, werden wenige gerettet? Er aber sprach zu ihnen:
2398#Lukas,13,24#24. Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge Pforte! Denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und es nicht vermögen.
2399#Lukas,13,25#25. Wenn einmal der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat, werdet ihr anfangen draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf! Dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid!
2400#Lukas,13,26#26. Alsdann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Gassen hast du gelehrt!
2401#Lukas,13,27#27. Und er wird antworten: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!
2402#Lukas,13,28#28. Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, euch selbst aber hinausgestoßen!
2403#Lukas,13,29#29. Und sie werden kommen von Morgen und von Abend, von Mitternacht und von Mittag, und zu Tische sitzen im Reiche Gottes.
2404#Lukas,13,30#30. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Letzten sein.
2405#Lukas,13,31#31. Zur selben Stunde traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm: Geh fort und reise ab von hier; denn Herodes will dich töten!
2406#Lukas,13,32#32. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tage bin ich am Ziel.
2407#Lukas,13,33#33. Doch muß ich heute und morgen und übermorgen reisen; denn es geht nicht an, daß ein Prophet außerhalb Jerusalems umkomme.
2408#Lukas,13,34#34. Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt werden; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, aber ihr habt nicht gewollt!
2409#Lukas,13,35#35. Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
2410#Lukas,14,1#1. UND es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.
2411#Lukas,14,2#2. Und siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm.
2412#Lukas,14,3#3. Und Jesus hob an und sprach zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?
2413#Lukas,14,4#4. Sie aber schwiegen. Da rührte er ihn an und machte ihn gesund und entließ ihn.
2414#Lukas,14,5#5. Und er sprach zu ihnen: Wer von euch, wenn ihm sein Ochse oder Esel-1- in den Brunnen fällt, wird ihn nicht alsbald herausziehen am Sabbattag? -1) aL: sein Sohn oder sein Ochse.++
2415#Lukas,14,6#6. Und sie vermochten ihm nichts dagegen zu antworten.
2416#Lukas,14,7#7. Er sagte aber zu den Gästen ein Gleichnis, da er bemerkte, wie sie die ersten Plätze auswählten, und sprach zu ihnen:
2417#Lukas,14,8#8. Wenn du von jemand zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm geladen sei
2418#Lukas,14,9#9. und nun der, der dich und ihn geladen hat, komme und zu dir sage: Mache diesem Platz! - und du dann beschämt den letzten Platz einnehmen müssest.
2419#Lukas,14,10#10. Sondern wenn du geladen bist, so gehe hin und setze dich auf den letzten Platz, damit der, welcher dich eingeladen hat, wenn er kommt, zu dir spreche: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen.
2420#Lukas,14,11#11. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
2421#Lukas,14,12#12. Er sagte aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung werde;
2422#Lukas,14,13#13. sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein,
2423#Lukas,14,14#14. so wirst du selig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten.
2424#Lukas,14,15#15. Als nun einer, der mit ihm zu Tische saß, solches hörte, sprach er zu ihm: Selig ist, wer das Brot ißt im Reiche Gottes!
2425#Lukas,14,16#16. Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu.
2426#Lukas,14,17#17. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, den Geladenen zu sagen: Kommet, denn es ist schon alles bereit!
2427#Lukas,14,18#18. Und sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und bin genötigt, hinauszugehen und ihn zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich!
2428#Lukas,14,19#19. Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu prüfen; ich bitte dich, entschuldige mich!
2429#Lukas,14,20#20. Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau genommen, darum kann ich nicht kommen!
2430#Lukas,14,21#21. Und der Knecht kam wieder und berichtete das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Geh eilends hinaus auf die Gassen und Plätze der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein!
2431#Lukas,14,22#22. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; es ist aber noch Raum da!
2432#Lukas,14,23#23. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!
2433#Lukas,14,24#24. Denn ich sage euch, daß keiner jener Männer, die geladen waren, mein Mahl schmecken wird.
2434#Lukas,14,25#25. ES zog aber eine große Volksmenge mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen:
2435#Lukas,14,26#26. Wenn jemand zu mir kommt und nicht seinen Vater und die Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern haßt, dazu aber auch seine eigene Seele-1-, der kann nicht mein Jünger sein. -1) o: sein eigenes Leben.++
2436#Lukas,14,27#27. Und wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir her kommt, der kann nicht mein Jünger sein.
2437#Lukas,14,28#28. Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er genug habe zur gänzlichen Ausführung,
2438#Lukas,14,29#29. damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollenden vermag, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten
2439#Lukas,14,30#30. und zu sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und vermochte es nicht zu vollenden!
2440#Lukas,14,31#31. Oder welcher König, der auszieht, um mit einem andern König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande sei, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
2441#Lukas,14,32#32. Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Botschaft und bittet um die Friedensbedingungen.
2442#Lukas,14,33#33. So kann auch keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
2443#Lukas,14,34#34. Das Salz ist gut; wenn aber auch das Salz fade wird, womit soll es gewürzt werden?
2444#Lukas,14,35#35. Es ist weder für das Erdreich, noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
2445#Lukas,15,1#1. ES pflegten ihm aber alle Zöllner und Sünder zu nahen, um ihn zu hören.
2446#Lukas,15,2#2. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen!
2447#Lukas,15,3#3. Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach:
2448#Lukas,15,4#4. Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und eins von ihnen verliert, der nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und dem verlornen nachgeht, bis er es findet?
2449#Lukas,15,5#5. Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden;
2450#Lukas,15,6#6. und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war!
2451#Lukas,15,7#7. Ich sage euch, also wird Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
2452#Lukas,15,8#8. Oder welche Frau, die zehn Drachmen-1- hat, wenn sie eine Drachme verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet? -1) Silberstücke.++
2453#Lukas,15,9#9. Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte!
2454#Lukas,15,10#10. Also, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
2455#Lukas,15,11#11. Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
2456#Lukas,15,12#12. Und der jüngere sprach zum Vater: Gib mir, Vater, den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen das Gut.
2457#Lukas,15,13#13. Und nicht lange darnach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit liederlichem Leben.
2458#Lukas,15,14#14. Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.
2459#Lukas,15,15#15. Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Schweine zu hüten.
2460#Lukas,15,16#16. Und er begehrte, sich zu sättigen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.
2461#Lukas,15,17#17. Er kam aber zu sich selbst-1- und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, ich aber verderbe hier vor Hunger! -1) o: Er ging aber in sich.++
2462#Lukas,15,18#18. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
2463#Lukas,15,19#19. ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
2464#Lukas,15,20#20. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
2465#Lukas,15,21#21. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!
2466#Lukas,15,22#22. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet eilends das beste Feierkleid her und ziehet es ihm an, und gebet ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße;
2467#Lukas,15,23#23. und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein!
2468#Lukas,15,24#24. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. -
2469#Lukas,15,25#25. Aber sein älterer Sohn war auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Tanz.
2470#Lukas,15,26#26. Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.
2471#Lukas,15,27#27. Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.
2472#Lukas,15,28#28. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu.
2473#Lukas,15,29#29. Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
2474#Lukas,15,30#30. Da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Dirnen verschlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet!
2475#Lukas,15,31#31. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.
2476#Lukas,15,32#32. Man mußte aber fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden!
2477#Lukas,16,1#1. ER sagte aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; und dieser wurde bei ihm verklagt, daß er ihm seine Güter verschleudere.
2478#Lukas,16,2#2. Und er rief ihn zu sich und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Lege Rechnung ab von deiner Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein!
2479#Lukas,16,3#3. Da sprach der Haushalter bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich.
2480#Lukas,16,4#4. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen.
2481#Lukas,16,5#5. Und er rief einen jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
2482#Lukas,16,6#6. Der sprach: Hundert Bat Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich und schreibe flugs fünfzig!
2483#Lukas,16,7#7. Darnach sprach er zu einem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Der sagte: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreibe achtzig.
2484#Lukas,16,8#8. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klug gehandelt habe. Denn die Kinder dieser Welt sind ihrem Geschlecht gegenüber klüger als die Kinder des Lichts.
2485#Lukas,16,9#9. Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn er (euch) ausgeht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.
2486#Lukas,16,10#10. Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.
2487#Lukas,16,11#11. Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu waret, wer wird euch das Wahre anvertrauen?
2488#Lukas,16,12#12. Und wenn ihr mit dem fremden (Gut) nicht treu waret, wer wird euch das Eure geben?
2489#Lukas,16,13#13. Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!
2490#Lukas,16,14#14. Das alles hörten aber auch die Pharisäer, die waren geldgierig und verspotteten ihn.
2491#Lukas,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Greuel vor Gott.
2492#Lukas,16,16#16. Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes durch das Evangelium verkündigt, und jedermann vergreift sich daran-1-. -1) o: jeder dringt mit Gewalt hinein.++
2493#Lukas,16,17#17. Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein einziges Strichlein des Gesetzes falle.
2494#Lukas,16,18#18. Jeder, der sich von seinem Weibe scheidet und eine andere heiratet, der bricht die Ehe, und jeder, der eine von ihrem Manne Geschiedene heiratet, bricht auch die Ehe.
2495#Lukas,16,19#19. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
2496#Lukas,16,20#20. Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre,
2497#Lukas,16,21#21. und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre.
2498#Lukas,16,22#22. Es begab sich aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben.
2499#Lukas,16,23#23. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
2500#Lukas,16,24#24. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme!
2501#Lukas,16,25#25. Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt.
2502#Lukas,16,26#26. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die von dort es vermögen, zu uns herüberzukommen.
2503#Lukas,16,27#27. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest -
2504#Lukas,16,28#28. denn ich habe fünf Brüder -, daß er sie warne, damit nicht auch sie kommen an diesen Ort der Qual!
2505#Lukas,16,29#29. Spricht zu ihm Abraham: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören!
2506#Lukas,16,30#30. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun!
2507#Lukas,16,31#31. Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstände.
2508#Lukas,17,1#1. ER sprach aber zu den Jüngern: Es ist unvermeidlich, daß Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen!
2509#Lukas,17,2#2. Es wäre für ihn besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als daß er einem dieser Kleinen Ärgernis gebe.
2510#Lukas,17,3#3. Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm.
2511#Lukas,17,4#4. Und wenn er siebenmal des Tages wider dich sündigte und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich! - so sollst du ihm vergeben.
2512#Lukas,17,5#5. Und die Apostel sprachen zum Herrn: Mehre uns den Glauben!
2513#Lukas,17,6#6. Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen.
2514#Lukas,17,7#7. Wer aber von euch wird zu seinem Knechte, der pflügt oder weidet, wenn er vom Felde heimkommt, sagen: Komm alsbald her und setze dich zu Tische?
2515#Lukas,17,8#8. Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendbrot, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und hernach iß und trink du?
2516#Lukas,17,9#9. Dankt er wohl dem Knecht, daß er getan hat, was ihm befohlen war? <Ich glaube nicht!>
2517#Lukas,17,10#10. Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren!
2518#Lukas,17,11#11. UND es begab sich, als er nach Jerusalem reiste, daß er mitten durch Samaria und Galiläa zog.
2519#Lukas,17,12#12. Und bei seiner Ankunft in einem Dorf begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben.
2520#Lukas,17,13#13. Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser!
2521#Lukas,17,14#14. Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es begab sich, während sie hingingen, wurden sie rein.
2522#Lukas,17,15#15. Einer aber von ihnen, als er sah, daß er geheilt worden war, kehrte wieder um und pries Gott mit lauter Stimme,
2523#Lukas,17,16#16. warf sich auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter.
2524#Lukas,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht ihrer zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?
2525#Lukas,17,18#18. Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling?
2526#Lukas,17,19#19. Und er sprach zu ihm: Steh auf und gehe hin; dein Glaube hat dich gerettet!
2527#Lukas,17,20#20. ALS er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen-1-. -1) d.h. in äusserlich wahrnehmbarer Weise.++
2528#Lukas,17,21#21. Man wird nicht sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch-1-. -1) aüs: mitten unter euch.++
2529#Lukas,17,22#22. Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.
2530#Lukas,17,23#23. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hier, siehe dort! Gehet nicht hin und laufet ihnen nicht nach.
2531#Lukas,17,24#24. Denn gleichwie der Blitz, wenn er erstrahlt, von einer Himmelsgegend bis zur andern leuchtet, also wird auch des Menschen Sohn an seinem Tage sein.
2532#Lukas,17,25#25. Zuvor aber muß er viel leiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.
2533#Lukas,17,26#26. Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes:
2534#Lukas,17,27#27. Sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging; und die Sündflut kam und vertilgte alle.
2535#Lukas,17,28#28. Ähnlich wie es in den Tagen Lots zuging: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten;
2536#Lukas,17,29#29. an dem Tage aber, da Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle.
2537#Lukas,17,30#30. Gerade so wird es sein an dem Tage, da des Menschen Sohn geoffenbart wird.
2538#Lukas,17,31#31. Wer an jenem Tage auf dem Dache ist und sein Gerät im Hause hat, der steige nicht hinab, dasselbe zu holen; desgleichen, wer auf dem Felde ist, der kehre nicht wieder zurück.
2539#Lukas,17,32#32. Gedenket an Lots Weib!
2540#Lukas,17,33#33. Wer seine Seele-1- zu erhalten sucht, der wird sie verlieren, und wer sie verliert, der wird ihr zum Leben verhelfen. -1) o: sein Leben.++
2541#Lukas,17,34#34. Ich sage euch, in dieser Nacht werden zwei in einem Bette sein, der eine wird genommen und der andere gelassen werden.
2542#Lukas,17,35#35. Zwei werden miteinander mahlen; eine wird genommen, die andere wird gelassen werden.
2543#Lukas,17,36#36. Zwei werden auf dem Felde sein; der eine wird genommen und der andere gelassen werden.
2544#Lukas,17,37#37. Und sie antworteten und sprachen zu ihm: Wo, Herr? Und er sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da versammeln sich auch die Adler.
2545#Lukas,18,1#1. ER sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, daß sie allezeit beten und nicht nachlässig werden sollten,
2546#Lukas,18,2#2. nämlich: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.
2547#Lukas,18,3#3. Es war aber eine Witwe in jener Stadt; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher!
2548#Lukas,18,4#4. Und er wollte lange nicht; hernach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich schon Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue,
2549#Lukas,18,5#5. so will ich dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht schließlich komme und mich ins Gesicht schlage.
2550#Lukas,18,6#6. Und der Herr sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt!
2551#Lukas,18,7#7. Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt?
2552#Lukas,18,8#8. Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?
2553#Lukas,18,9#9. Er sagte aber auch zu etlichen, die sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis:
2554#Lukas,18,10#10. Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
2555#Lukas,18,11#11. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.
2556#Lukas,18,12#12. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.
2557#Lukas,18,13#13. Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig!
2558#Lukas,18,14#14. Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
2559#Lukas,18,15#15. SIE brachten aber auch Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre. Da es aber die Jünger sahen, schalten sie sie.
2560#Lukas,18,16#16. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes.
2561#Lukas,18,17#17. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen.
2562#Lukas,18,18#18. Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
2563#Lukas,18,19#19. Da sprach Jesus zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur Gott allein.
2564#Lukas,18,20#20. Du weißt die Gebote: «Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Ehre deinen Vater und deine Mutter!»
2565#Lukas,18,21#21. Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend an.
2566#Lukas,18,22#22. Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch; verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
2567#Lukas,18,23#23. Als er aber solches hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich.
2568#Lukas,18,24#24. Als aber Jesus ihn so sah, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes eingehen!
2569#Lukas,18,25#25. Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
2570#Lukas,18,26#26. Da sprachen die, welche es hörten: Wer kann dann gerettet werden?
2571#Lukas,18,27#27. Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
2572#Lukas,18,28#28. Da sprach Petrus: Siehe, wir haben das Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt!
2573#Lukas,18,29#29. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen,
2574#Lukas,18,30#30. der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!
2575#Lukas,18,31#31. Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles erfüllt werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist;
2576#Lukas,18,32#32. denn er wird den Heiden überliefert und verspottet und mißhandelt und verspeit werden.
2577#Lukas,18,33#33. Und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
2578#Lukas,18,34#34. Und sie verstanden nichts davon, und diese Rede war ihnen zu geheimnisvoll, und sie begriffen den Ausspruch nicht.
2579#Lukas,18,35#35. Es begab sich aber, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte.
2580#Lukas,18,36#36. Und da er das Volk vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.
2581#Lukas,18,37#37. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber.
2582#Lukas,18,38#38. Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2583#Lukas,18,39#39. Und die vorangingen, bedrohten ihn, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
2584#Lukas,18,40#40. Da blieb Jesus stehen und hieß ihn zu sich führen. Und als er herangekommen war, fragte er ihn:
2585#Lukas,18,41#41. Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehend werde!
2586#Lukas,18,42#42. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet!
2587#Lukas,18,43#43. Und alsbald wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott; und alles Volk, das solches sah, lobte Gott.
2588#Lukas,19,1#1. UND er ging hinein und zog durch Jericho.
2589#Lukas,19,2#2. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, ein Oberzöllner, und der war reich.
2590#Lukas,19,3#3. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Person.
2591#Lukas,19,4#4. Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, damit er ihn sähe; denn dort sollte er vorbeikommen.
2592#Lukas,19,5#5. Und als Jesus an den Ort kam, blickte er auf und sah ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilends herab; denn heute muß ich in deinem Hause einkehren!
2593#Lukas,19,6#6. Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden.
2594#Lukas,19,7#7. Als sie es aber sahen, murrten sie alle und sprachen: Er ist bei einem sündigen Mann eingekehrt, um Herberge zu nehmen!
2595#Lukas,19,8#8. Zachäus aber trat hin und sprach zum Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück.
2596#Lukas,19,9#9. Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, dieweil auch er ein Sohn Abrahams ist;
2597#Lukas,19,10#10. denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
2598#Lukas,19,11#11. Als sie aber solches hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen.
2599#Lukas,19,12#12. Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und alsdann wiederzukommen.
2600#Lukas,19,13#13. Da rief er zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!
2601#Lukas,19,14#14. Seine Bürger aber haßten ihn und schickten ihm eine Gesandtschaft nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns König werde!
2602#Lukas,19,15#15. Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er die Königswürde empfangen, da ließ er die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, vor sich rufen, um zu erfahren, was ein jeder erhandelt habe.
2603#Lukas,19,16#16. Da kam der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund dazugewonnen!
2604#Lukas,19,17#17. Und er sprach zu ihm: Recht so, du braver Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte!
2605#Lukas,19,18#18. Und der zweite kam und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erworben!
2606#Lukas,19,19#19. Er sprach auch zu diesem: Und du sollst über fünf Städte gesetzt sein!
2607#Lukas,19,20#20. Und ein anderer kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, welches ich im Schweißtuch aufbewahrt habe!
2608#Lukas,19,21#21. Denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist; du nimmst, was du nicht hingelegt, und erntest, was du nicht gesät hast.
2609#Lukas,19,22#22. Da sprach er zu ihm: Aus deinem Munde will ich dich richten, du böser Knecht! Wußtest du, daß ich ein strenger Mann bin, daß ich nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gesät habe?
2610#Lukas,19,23#23. Warum hast du denn mein Geld nicht auf der Bank angelegt, so daß ich es bei meiner Ankunft mit Zinsen hätte einziehen können?
2611#Lukas,19,24#24. Und zu den Umstehenden sprach er: Nehmet ihm das Pfund und gebet es dem, der die zehn Pfunde hat!
2612#Lukas,19,25#25. Da sagten sie zu ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde! -
2613#Lukas,19,26#26. Ich sage euch: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
2614#Lukas,19,27#27. Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich König über sie werde, bringet her und erwürget sie vor mir!
2615#Lukas,19,28#28. Und nachdem er das gesagt, zog er weiter und reiste hinauf nach Jerusalem.
2616#Lukas,19,29#29. UND es begab sich, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, zu dem Berge, welcher Ölberg heißt, sandte er zwei seiner Jünger
2617#Lukas,19,30#30. und sprach: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen ist; bindet es los und führet es her.
2618#Lukas,19,31#31. Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los? - so sprechet also: Der Herr bedarf seiner!
2619#Lukas,19,32#32. Da gingen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte.
2620#Lukas,19,33#33. Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen die Herren desselben zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?
2621#Lukas,19,34#34. Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner!
2622#Lukas,19,35#35. Und sie brachten es zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf.
2623#Lukas,19,36#36. Als er aber weiterzog, breiteten sie auf dem Wege ihre Kleider aus.
2624#Lukas,19,37#37. Als er sich aber schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Taten, die sie gesehen hatten,
2625#Lukas,19,38#38. und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!
2626#Lukas,19,39#39. Und etliche der Pharisäer unter dem Volk sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht!
2627#Lukas,19,40#40. Und er antwortete und sprach: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien!
2628#Lukas,19,41#41. Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie
2629#Lukas,19,42#42. und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! 43. Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen,
2630#Lukas,19,43#daß Tage über dich kommen werden, da deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen, dich ringsum einschließen und von allen Seiten ängstigen
2631#Lukas,19,44#44. und dich dem Erdboden gleich machen werden, auch deine Kinder in dir, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen werden, darum, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast!
2632#Lukas,19,45#45. Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer auszutreiben,
2633#Lukas,19,46#und sprach zu ihnen: 46. Es steht geschrieben: «Mein Haus ist ein Bethaus.» Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
2634#Lukas,19,47#47. Und er lehrte täglich im Tempel; die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten des Volkes suchten ihn umzubringen.
2635#Lukas,19,48#48. Und sie fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und hörte auf ihn.
2636#Lukas,20,1#1. ES begab sich aber an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten herzu
2637#Lukas,20,2#2. und sprachen zu ihm: Sage uns, in welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
2638#Lukas,20,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen! Saget mir:
2639#Lukas,20,4#4. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?
2640#Lukas,20,5#5. Sie aber dachten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
2641#Lukas,20,6#6. Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, daß Johannes ein Prophet war.
2642#Lukas,20,7#7. Und sie antworteten, sie wüßten nicht woher.
2643#Lukas,20,8#8. Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue.
2644#Lukas,20,9#9. Er fing aber an, dem Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und hielt sich längere Zeit außer Landes auf.
2645#Lukas,20,10#10. Und als es Zeit war, sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs gäben. Die Weingärtner aber schlugen ihn und jagten ihn mit leeren Händen davon.
2646#Lukas,20,11#11. Und er fuhr fort und sandte einen andern Knecht. Sie aber schlugen auch diesen und beschimpften ihn und jagten ihn leer davon.
2647#Lukas,20,12#12. Und er fuhr fort und sandte einen dritten; aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
2648#Lukas,20,13#13. Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen Sohn senden, den geliebten; vielleicht werden sie sich vor ihm scheuen.
2649#Lukas,20,14#14. Als aber die Weingärtner diesen sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, damit das Erbgut unser werde!
2650#Lukas,20,15#15. Und sie stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?
2651#Lukas,20,16#16. Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne!
2652#Lukas,20,17#17. Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet denn das, was geschrieben steht: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden?»
2653#Lukas,20,18#18. Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden; auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen.
2654#Lukas,20,19#19. Da suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten Hand an ihn zu legen zu derselben Stunde; aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er im Blick auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte.
2655#Lukas,20,20#20. UND sie lauerten ihm auf und sandten Aufpasser ab, die sich stellen sollten, als wären sie redlich, um ein Wort von ihm aufzufangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Landpflegers überantworten könnten.
2656#Lukas,20,21#21. Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du richtig redest und lehrst und nicht die Person ansiehst, sondern den Weg Gottes der Wahrheit gemäß lehrst.
2657#Lukas,20,22#22. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
2658#Lukas,20,23#23. Da er aber ihre Arglist merkte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich?
2659#Lukas,20,24#24. Zeiget mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie antworteten: Des Kaisers.
2660#Lukas,20,25#25. Er aber sprach zu ihnen: So gebt doch dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
2661#Lukas,20,26#26. Und sie konnten an dem Wort nichts beanstanden vor dem Volk und verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen.
2662#Lukas,20,27#27. Da traten aber etliche der Sadduzäer herzu, welche behaupten, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn
2663#Lukas,20,28#28. und sprachen: Meister! Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn jemandes Bruder eine Frau hat und kinderlos stirbt, so soll dessen Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken.
2664#Lukas,20,29#29. Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
2665#Lukas,20,30#30. Da nahm der zweite die Frau und starb auch kinderlos.
2666#Lukas,20,31#31. Und der dritte nahm sie, desgleichen alle sieben und hinterließen keine Kinder bei ihrem Tod.
2667#Lukas,20,32#32. Zuletzt starb auch die Frau.
2668#Lukas,20,33#33. Wessen Frau wird sie nun in der Auferstehung sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
2669#Lukas,20,34#34. Und Jesus antwortete ihnen: Die Kinder dieser Weltzeit freien und lassen sich freien;
2670#Lukas,20,35#35. welche aber gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen,
2671#Lukas,20,36#36. denn sie können auch nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
2672#Lukas,20,37#37. Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose angedeutet bei (der Geschichte von) dem Busch, wo er den Herrn nennt «den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs».
2673#Lukas,20,38#38. Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn ihm leben alle.
2674#Lukas,20,39#39. Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast trefflich geantwortet!
2675#Lukas,20,40#40. Denn sie unterstanden sich nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
2676#Lukas,20,41#41. Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, daß Christus Davids Sohn sei?
2677#Lukas,20,42#42. Und doch sagt David selbst im Buche der Psalmen: «Der Herr hat zu meinem Herrn gesprochen: Setze dich zu meiner Rechten,
2678#Lukas,20,43#43. bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!»
2679#Lukas,20,44#44. David nennt ihn also Herr; wie ist er denn sein Sohn?
2680#Lukas,20,45#45. Als aber das Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:
2681#Lukas,20,46#46. Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die im Talar-1- einhergehen wollen und sich gerne grüßen lassen auf den Märkten und den Vorsitz in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Mahlzeiten lieben; -1) in langen Kleidern.++
2682#Lukas,20,47#47. sie fressen der Witwen Häuser und sprechen zum Vorwand lange Gebete; diese ziehen sich ein um so schwereres Urteil zu.
2683#Lukas,21,1#1. Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Gotteskasten legten.
2684#Lukas,21,2#2. Er sah aber auch eine auf ihren Verdienst angewiesene Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein;
2685#Lukas,21,3#3. und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als alle eingelegt!
2686#Lukas,21,4#4. Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.
2687#Lukas,21,5#5. UND als etliche von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er:
2688#Lukas,21,6#6. Was ihr da sehet, - es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem andern bleiben wird, der nicht zerstört würde!
2689#Lukas,21,7#7. Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann es geschehen soll?
2690#Lukas,21,8#8. Er sprach: Sehet zu, daß ihr nicht irregeführt werdet! Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin es! - und: Die Zeit ist nahe! Laufet ihnen nicht nach!
2691#Lukas,21,9#9. Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hören werdet, so erschrecket nicht; denn das muß zuvor geschehen; aber das Ende kommt nicht so bald.
2692#Lukas,21,10#10. Dann sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich über das andere erheben und ein Reich über das andere;
2693#Lukas,21,11#11. und große Erdbeben werden sein hin und wieder, Seuchen und Hungersnöte; und Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel werden sich einstellen.
2694#Lukas,21,12#12. Vor diesem allem aber werden sie Hand an euch legen und euch verfolgen und in Synagogen und Gefängnisse überliefern und vor Könige und Fürsten führen um meines Namens willen.
2695#Lukas,21,13#13. Das wird euch aber Gelegenheit zum Zeugnis geben.
2696#Lukas,21,14#14. So nehmet euch nun zu Herzen, daß ihr eure Verteidigung nicht vorher überlegen sollt;
2697#Lukas,21,15#15. denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht sollen widersprechen noch widerstehen können.
2698#Lukas,21,16#16. Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überantwortet werden, und man wird etliche von euch töten,
2699#Lukas,21,17#17. und ihr werdet von allen gehaßt sein um meines Namens willen.
2700#Lukas,21,18#18. Und kein Haar von eurem Haupte wird verloren gehen.
2701#Lukas,21,19#19. Durch eure Geduld-1- gewinnet eure Seelen! -1) Standhaftigkeit.++
2702#Lukas,21,20#20. Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert sehet, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung nahe ist.
2703#Lukas,21,21#21. Alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in (der Stadt) ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Lande ist, gehe nicht hinein.
2704#Lukas,21,22#22. Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht.
2705#Lukas,21,23#23. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen, denn es wird große Not im Lande sein und ein Zorn über dieses Volk!
2706#Lukas,21,24#24. Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt-1- sind. -1) vollendet, abgelaufen.++
2707#Lukas,21,25#25. Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Völker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen,
2708#Lukas,21,26#26. da die Menschen in Ohnmacht sinken-1- werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden in Bewegung geraten-2-. -1) o: den Geist aufgeben.   2) o: erschüttert werden.++
2709#Lukas,21,27#27. Und dann werden sie des Menschen Sohn kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
2710#Lukas,21,28#28. Wenn aber dieses zu geschehen anfängt, so richtet euch auf und erhebet eure Häupter, weil eure Erlösung naht.
2711#Lukas,21,29#29. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet den Feigenbaum und alle Bäume!
2712#Lukas,21,30#30. Wenn ihr sie schon ausschlagen sehet, so merket ihr von selbst, daß der Sommer jetzt nahe ist.
2713#Lukas,21,31#31. Also auch, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket ihr, daß das Reich Gottes nahe ist.
2714#Lukas,21,32#32. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen sein wird.
2715#Lukas,21,33#33. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
2716#Lukas,21,34#34. Habt aber acht auf euch selbst, daß eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Trunkenheit und Nahrungssorgen und jener Tag unversehens über euch komme!
2717#Lukas,21,35#35. Denn wie ein Fallstrick wird er über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen.
2718#Lukas,21,36#36. Darum wachet jederzeit und bittet, daß ihr gewürdigt-1- werdet, zu entfliehen diesem allem, was geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn! -1) aL: imstande sein.++
2719#Lukas,21,37#37. Er war aber tagsüber im Tempel und lehrte, des Nachts aber ging er hinaus und übernachtete an dem Berge, welcher Ölberg heißt.
2720#Lukas,21,38#38. Und alles Volk kam früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.
2721#Lukas,22,1#1. ES nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches man Passah nennt.
2722#Lukas,22,2#2. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten das Volk.
2723#Lukas,22,3#3. Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der aus der Zahl der Zwölf war.
2724#Lukas,22,4#4. Und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen Jesus ausliefern wollte.
2725#Lukas,22,5#5. Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben.
2726#Lukas,22,6#6. Und er versprach es und suchte eine Gelegenheit, um ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.
2727#Lukas,22,7#7. Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, da man das Passah schlachten mußte.
2728#Lukas,22,8#8. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin, bereitet uns das Passah, damit wir es essen!
2729#Lukas,22,9#9. Sie aber sprachen: Wo willst du, daß wir es bereiten?
2730#Lukas,22,10#10. Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommet, so wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; dem folget in das Haus, in das er hineingeht,
2731#Lukas,22,11#11. und sprechet zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passah mit meinen Jüngern essen kann?
2732#Lukas,22,12#12. Und jener wird euch einen großen, mit Polstern belegten Saal zeigen; daselbst bereitet es zu.
2733#Lukas,22,13#13. Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah.
2734#Lukas,22,14#14. Und als die Stunde kam, setzte er sich zu Tische und die zwölf Apostel mit ihm.
2735#Lukas,22,15#15. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.
2736#Lukas,22,16#16. Denn ich sage euch, ich werde es nicht mehr essen, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.
2737#Lukas,22,17#17. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch!
2738#Lukas,22,18#18. Denn ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.
2739#Lukas,22,19#19. Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
2740#Lukas,22,20#20. ebenso auch den Kelch nach dem Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.
2741#Lukas,22,21#21. Doch siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir auf dem Tische.
2742#Lukas,22,22#22. Denn des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, durch welchen er verraten wird!
2743#Lukas,22,23#23. Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, welcher von ihnen es wohl wäre, der solches tun würde.
2744#Lukas,22,24#24. Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei.
2745#Lukas,22,25#25. Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber heißt man Wohltäter.
2746#Lukas,22,26#26. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Gebieter wie der Diener.
2747#Lukas,22,27#27. Denn wer ist größer: wer zu Tische sitzt, oder der Diener? Ist es nicht der, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Diener.
2748#Lukas,22,28#28. Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen.
2749#Lukas,22,29#29. Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat,
2750#Lukas,22,30#30. daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.
2751#Lukas,22,31#31. Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen;
2752#Lukas,22,32#32. ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder!
2753#Lukas,22,33#33. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen!
2754#Lukas,22,34#34. Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, daß du mich kennst!
2755#Lukas,22,35#35. Und er sprach zu ihnen: Als ich euch aussandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? Sie sprachen: Nichts!
2756#Lukas,22,36#36. Nun sprach er zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, gleicherweise auch die Tasche; und wer es nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert.
2757#Lukas,22,37#37. Denn ich sage euch, auch dieses Schriftwort muß sich an mir erfüllen: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.» Denn was sich auf mich bezieht, das geht in Erfüllung!
2758#Lukas,22,38#38. Sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter! Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug!
2759#Lukas,22,39#39. Und er ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.
2760#Lukas,22,40#40. Und als er an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
2761#Lukas,22,41#41. Und er riß sich von ihnen los, ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder, betete
2762#Lukas,22,42#42. und sprach: Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
2763#Lukas,22,43#43. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
2764#Lukas,22,44#44. Und er geriet in Todesangst und betete inbrünstiger; und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.
2765#Lukas,22,45#45. Und als er vom Gebet aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie schlafend vor Traurigkeit.
2766#Lukas,22,46#46. Und er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
2767#Lukas,22,47#47. Während er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar, und der, welcher Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.
2768#Lukas,22,48#48. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuß verrätst du des Menschen Sohn?
2769#Lukas,22,49#49. Als nun seine Begleiter sahen, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?
2770#Lukas,22,50#50. Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.
2771#Lukas,22,51#51. Da antwortete Jesus und sprach: Lasset es hierbei bewenden! Und er rührte das Ohr an und heilte ihn.
2772#Lukas,22,52#52. Es sprach aber Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die an ihn herangetreten waren: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und mit Stöcken!
2773#Lukas,22,53#53. Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hand nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.
2774#Lukas,22,54#54. NACHDEM sie ihn nun festgenommen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.
2775#Lukas,22,55#55. Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammen saßen, setzte sich Petrus mitten unter sie.
2776#Lukas,22,56#56. Es sah ihn aber eine Magd beim Feuer sitzen, schaute ihn an und sprach: Der war auch mit ihm!
2777#Lukas,22,57#57. Er aber leugnete und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht!
2778#Lukas,22,58#58. Und bald darnach sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht!
2779#Lukas,22,59#59. Und nach einer Weile von ungefähr einer Stunde bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, der war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer!
2780#Lukas,22,60#60. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst! Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.
2781#Lukas,22,61#61. Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, das er zu ihm gesprochen hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
2782#Lukas,22,62#62. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
2783#Lukas,22,63#63. Die Männer aber, die Jesus festhielten, verspotteten und mißhandelten ihn;
2784#Lukas,22,64#64. sie verhüllten ihn, schlugen ihn ins Angesicht, fragten ihn und sprachen: Weissage uns, wer ist's, der dich geschlagen hat?
2785#Lukas,22,65#65. Und viele andere Lästerungen sprachen sie gegen ihn aus.
2786#Lukas,22,66#66. Und als es Tag geworden, versammelten sich die Ältesten-1- des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn ab vor ihren Hohen Rat-2-; -1) das Presbyterium.   2) ihr Synedrium.++
2787#Lukas,22,67#67. und sie sprachen: Bist du der Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sagte, so würdet ihr es nicht glauben;
2788#Lukas,22,68#68. wenn ich aber auch fragte, so würdet ihr mir nicht antworten.
2789#Lukas,22,69#69. Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.
2790#Lukas,22,70#70. Da sprachen sie alle: Bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget, was ich bin-1-! -1) o: Ihr saget's, denn ich bin es.++
2791#Lukas,22,71#71. Da sprachen sie: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Denn wir selbst haben es aus seinem Munde gehört.
2792#Lukas,23,1#1. UND die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus.
2793#Lukas,23,2#2. Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben gefunden, daß dieser das Volk verführt und ihm wehrt, dem Kaiser die Steuern zu zahlen, und behauptet, er sei Christus, der König.
2794#Lukas,23,3#3. Da fragte ihn Pilatus und sprach: Du bist der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es!
2795#Lukas,23,4#4. Da sprach Pilatus zu den Hohenpriestern und dem Volk: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!
2796#Lukas,23,5#5. Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er lehrt in ganz Judäa, was er zuerst in Galiläa tat und (fortsetzte) bis hierher!
2797#Lukas,23,6#6. Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei.
2798#Lukas,23,7#7. Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls zu Jerusalem war.
2799#Lukas,23,8#8. Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus sah; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen.
2800#Lukas,23,9#9. Er legte ihm denn auch viele Fragen vor; aber Jesus gab ihm keine Antwort.
2801#Lukas,23,10#10. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten standen da und verklagten ihn heftig.
2802#Lukas,23,11#11. Und Herodes samt seinen Kriegsleuten verachtete und verspottete ihn, zog ihm ein weißes Kleid an und schickte ihn wieder zu Pilatus.
2803#Lukas,23,12#12. An demselben Tage schlossen Pilatus und Herodes Freundschaft miteinander, denn zuvor waren sie einander feind gewesen.
2804#Lukas,23,13#13. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen
2805#Lukas,23,14#14. und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als mache er das Volk abtrünnig; und siehe, als ich ihn vor euch verhörte, habe ich an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deren ihr ihn anklagt,
2806#Lukas,23,15#15. aber auch Herodes nicht; denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt, und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre.
2807#Lukas,23,16#16. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen.
2808#Lukas,23,17#17. Er mußte ihnen aber auf das Fest einen freigeben.
2809#Lukas,23,18#18. Da schrie aber der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barabbas frei!
2810#Lukas,23,19#19. Der war wegen eines in der Stadt vorgefallenen Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
2811#Lukas,23,20#20. Da redete ihnen Pilatus noch einmal zu, weil er Jesus freizulassen wünschte.
2812#Lukas,23,21#21. Sie aber riefen dagegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!
2813#Lukas,23,22#22. Und zum drittenmal sprach er zu ihnen: Was hat dieser denn Böses getan? Ich habe keine des Todes würdige Schuld an ihm gefunden. Darum will ich ihn züchtigen und dann freilassen.
2814#Lukas,23,23#23. Sie aber hielten an mit lautem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt werde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand.
2815#Lukas,23,24#24. Da entschied Pilatus, daß ihre Forderung erfüllt werde,
2816#Lukas,23,25#25. und gab ihnen den frei, welcher eines Aufruhrs und Mordes wegen ins Gefängnis geworfen worden war, den sie begehrten; Jesus aber übergab er ihrem Willen.
2817#Lukas,23,26#26. UND als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesus nachtrage.
2818#Lukas,23,27#27. Es folgte ihm aber eine große Volksmenge, auch Frauen, die ihn beklagten und betrauerten.
2819#Lukas,23,28#28. Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weinet nicht über mich; weinet vielmehr über euch selbst und über eure Kinder!
2820#Lukas,23,29#29. Denn siehe, es kommen Tage, da man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!
2821#Lukas,23,30#30. Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallet über uns! - und zu den Hügeln: Bedecket uns!
2822#Lukas,23,31#31. Denn wenn man das am grünen Holze tut, was wird am dürren geschehen?
2823#Lukas,23,32#32. Es wurden aber auch zwei andere hingeführt, Übeltäter, um mit ihm hingerichtet zu werden.
2824#Lukas,23,33#33. Und als sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte nennt, kreuzigten sie daselbst ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken.
2825#Lukas,23,34#34. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los.
2826#Lukas,23,35#35. Und das Volk stand da und sah zu. Es spotteten-1- aber auch die Obersten und sprachen: Andere hat er gerettet; er rette nun sich selbst, wenn er Christus ist, der Auserwählte Gottes! -1) w: rümpften die Nase.++
2827#Lukas,23,36#36. Es verspotteten ihn aber auch die Kriegsknechte, indem sie herzutraten, ihm Essig brachten
2828#Lukas,23,37#37. und sprachen: Bist du der König der Juden, so rette dich selbst!
2829#Lukas,23,38#38. Es stand aber auch eine Inschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Dieser ist der König der Juden.
2830#Lukas,23,39#39. Einer aber der gehängten Übeltäter lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so rette dich selbst und uns!
2831#Lukas,23,40#40. Der andere aber antwortete, tadelte ihn und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in gleichem Gerichte bist?
2832#Lukas,23,41#41. Und wir zwar gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Unrechtes getan!
2833#Lukas,23,42#42. Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke meiner, wenn du zu-1- deiner Königswürde kommst! -1) aüs: in deiner.++
2834#Lukas,23,43#43. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!
2835#Lukas,23,44#44. Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
2836#Lukas,23,45#45. Und die Sonne wurde verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei.
2837#Lukas,23,46#46. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
2838#Lukas,23,47#47. Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht!
2839#Lukas,23,48#48. Und die ganze Volksmenge, die herbeigekommen war zu diesem Schauspiel, als sie sah, was geschah, schlug sich an die Brust und kehrte um.
2840#Lukas,23,49#49. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm von Galiläa her nachgefolgt waren, und sahen dies.
2841#Lukas,23,50#50. UND siehe, ein Mann namens Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann
2842#Lukas,23,51#51. <der ihrem Rat und Tun nicht beigestimmt hatte> von Arimathia, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete, -
2843#Lukas,23,52#52. dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu
2844#Lukas,23,53#53. und nahm ihn herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in eine ausgehauene Gruft, worin noch niemand gelegen hatte.
2845#Lukas,23,54#54. Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.
2846#Lukas,23,55#55. Die Frauen aber, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleite und sahen sich die Gruft an und wie sein Leib hineingelegt wurde.
2847#Lukas,23,56#56. Dann kehrten sie zurück und bereiteten Spezereien und Salben; am Sabbat aber ruhten sie nach dem Gesetz.
2848#Lukas,24,1#1. AM ersten Tage der Woche aber, früh morgens, kamen sie zur Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten.
2849#Lukas,24,2#2. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt.
2850#Lukas,24,3#3. Und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.
2851#Lukas,24,4#4. Und es begab sich, als sie deswegen ratlos waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlenden Kleidern bei ihnen.
2852#Lukas,24,5#5. Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten?
2853#Lukas,24,6#6. Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden! Denket daran, wie er zu euch redete, als er noch in Galiläa war
2854#Lukas,24,7#7. und sagte: Des Menschen Sohn muß in die Hände sündiger Menschen überantwortet und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.
2855#Lukas,24,8#8. Da erinnerten sie sich seiner Worte,
2856#Lukas,24,9#9. kehrten vom Grabe zurück und verkündigten das alles den Elfen und allen übrigen.
2857#Lukas,24,10#10. Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter; sie und die übrigen sagten dies den Aposteln.
2858#Lukas,24,11#11. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.
2859#Lukas,24,12#12. Petrus aber stand auf und lief zur Gruft, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und ging nach Hause, voll Staunen über das, was geschehen war.
2860#Lukas,24,13#13. Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechzig Stadien entfernt war, namens Emmaus.
2861#Lukas,24,14#14. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen.
2862#Lukas,24,15#15. Und es begab sich, während sie miteinander redeten und sich besprachen, nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
2863#Lukas,24,16#16. Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten.
2864#Lukas,24,17#17. Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr unterwegs miteinander wechselt, und seid so traurig-1-? -1) aL: und sie blieben traurig stehen.++
2865#Lukas,24,18#18. Da antwortete der eine namens Kleopas und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was daselbst in diesen Tagen geschehen ist?
2866#Lukas,24,19#19. Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk;
2867#Lukas,24,20#20. wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben, daß er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde.
2868#Lukas,24,21#21. Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem ist heute schon der dritte Tag, seit solches geschehen ist.
2869#Lukas,24,22#22. Zudem haben uns auch einige Frauen aus unserer Mitte in Verwirrung gebracht; sie waren am Morgen früh beim Grabe,
2870#Lukas,24,23#23. fanden seinen Leib nicht, kamen und sagten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagten, er lebe.
2871#Lukas,24,24#24. Und etliche der Unsrigen gingen hin zum Grabe und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten, ihn selbst aber haben sie nicht gesehen.
2872#Lukas,24,25#25. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren! Wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben!
2873#Lukas,24,26#26. Mußte nicht Christus solches leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
2874#Lukas,24,27#27. Und er hob an von Mose und von allen Propheten, und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog.
2875#Lukas,24,28#28. Und sie näherten sich dem Flecken, wohin sie wanderten, und er stellte sich, als wollte er weitergehen.
2876#Lukas,24,29#29. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt! Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.
2877#Lukas,24,30#30. Und es begab sich, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen.
2878#Lukas,24,31#31. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen.
2879#Lukas,24,32#32. Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg, als er uns die Schrift öffnete?
2880#Lukas,24,33#33. Und sie standen auf in derselben Stunde und kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und ihre Genossen versammelt,
2881#Lukas,24,34#34. die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen!
2882#Lukas,24,35#35. Und sie selbst erzählten, was auf dem Wege geschehen, und wie er von ihnen am Brotbrechen erkannt worden war.
2883#Lukas,24,36#36. Während sie aber davon redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
2884#Lukas,24,37#37. Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie, einen Geist zu sehen.
2885#Lukas,24,38#38. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen?
2886#Lukas,24,39#39. Sehet an meinen Händen und Füßen, daß ich es bin! Rühret mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe.
2887#Lukas,24,40#40. Und indem er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.
2888#Lukas,24,41#41. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
2889#Lukas,24,42#42. Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und von einem Honigwaben.
2890#Lukas,24,43#43. Und er nahm es und aß vor ihnen.
2891#Lukas,24,44#44. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.
2892#Lukas,24,45#45. Da öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen,
2893#Lukas,24,46#46. und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, daß Christus leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen werde,
2894#Lukas,24,47#47. und daß in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Völkern. 48. Fanget an in Jerusalem,
2895#Lukas,24,48#Zeugen davon zu sein!
2896#Lukas,24,49#49. Und siehe, ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
2897#Lukas,24,50#50. Er führte sie aber hinaus bis in die Nähe von Bethanien und hob seine Hände auf und segnete sie.
2898#Lukas,24,51#51. Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben gen Himmel.
2899#Lukas,24,52#52. Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude
2900#Lukas,24,53#53. und waren allezeit im Tempel und priesen und lobten Gott.

1072#Markus,1,1#1. ANFANG des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes.
1073#Markus,1,2#2. Wie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.
1074#Markus,1,3#3. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!»
1075#Markus,1,4#4. So begann Johannes in der Wüste, taufte und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.
1076#Markus,1,5#5. Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem, und sie wurden im Jordan von ihm getauft, wenn sie ihre Sünden bekannten.
1077#Markus,1,6#6. Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig.
1078#Markus,1,7#7. Und er predigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, für den ich nicht gut genug bin, gebückt seinen Schuhriemen aufzulösen.
1079#Markus,1,8#8. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen.
1080#Markus,1,9#9. Und es begab sich in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.
1081#Markus,1,10#10. Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabsteigen.
1082#Markus,1,11#11. Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!
1083#Markus,1,12#12. Und alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
1084#Markus,1,13#13. Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
1085#Markus,1,14#14. NACHDEM aber Johannes überantwortet-1- worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reiche Gottes -1) gefangengesetzt.++
1086#Markus,1,15#15. und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe: Tut Buße und glaubet an das Evangelium!
1087#Markus,1,16#16. Und als er am galiläischen Meere-1- wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
1088#Markus,1,17#17. Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen!
1089#Markus,1,18#18. Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach.
1090#Markus,1,19#19. Und als er von da ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, des Zebedäus Sohn, und seinen Bruder Johannes, welche auch im Schiffe die Netze bereitmachten.
1091#Markus,1,20#20. Und alsbald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Taglöhnern im Schiff und folgten ihm nach.
1092#Markus,1,21#21. Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
1093#Markus,1,22#22. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
1094#Markus,1,23#23. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie
1095#Markus,1,24#24. und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
1096#Markus,1,25#25. Aber Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
1097#Markus,1,26#26. Da riß der unreine Geist ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
1098#Markus,1,27#27. Und sie erstaunten alle, so daß sie sich untereinander befragten, und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre! Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm.
1099#Markus,1,28#28. Und das Gerücht von ihm verbreitete sich alsbald in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa.
1100#Markus,1,29#29. Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes.
1101#Markus,1,30#30. Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr.
1102#Markus,1,31#31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen.
1103#Markus,1,32#32. Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen.
1104#Markus,1,33#33. Und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt.
1105#Markus,1,34#34. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
1106#Markus,1,35#35. Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete daselbst.
1107#Markus,1,36#36. Und Simon eilte ihm nach, samt denen, die bei ihm waren;
1108#Markus,1,37#37. und als sie ihn gefunden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich!
1109#Markus,1,38#38. Und er spricht zu ihnen: Laßt uns anderswohin, in die nächsten Flecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.
1110#Markus,1,39#39. Und er ging und predigte in ganz Galiläa in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
1111#Markus,1,40#40. Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Wenn du willst, kannst du mich reinigen!
1112#Markus,1,41#41. Da erbarmte sich Jesus seiner, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!
1113#Markus,1,42#42. Und während er redete, wich der Aussatz alsbald von ihm, und er wurde rein.
1114#Markus,1,43#43. Und er bedrohte ihn und schickte ihn alsbald fort
1115#Markus,1,44#44. und sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
1116#Markus,1,45#45. Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache-1- überall aus, so daß Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm. -1) w: das Wort.++
1117#Markus,2,1#1. UND nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und als man hörte, daß er im Hause wäre,
1118#Markus,2,2#2. versammelten sich alsbald viele, so daß kein Raum mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er predigte ihnen das Wort.
1119#Markus,2,3#3. Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde.
1120#Markus,2,4#4. Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie durchgebrochen, ließen sie das Bett, darauf der Gelähmte lag, herab.
1121#Markus,2,5#5. Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
1122#Markus,2,6#6. Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen:
1123#Markus,2,7#7. Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?
1124#Markus,2,8#8. Und alsbald merkte Jesus kraft seines Geistes, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen?
1125#Markus,2,9#9. Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? - oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle?
1126#Markus,2,10#10. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, - sprach er zu dem Gelähmten:
1127#Markus,2,11#11. Ich sage dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim!
1128#Markus,2,12#12. Und er stand auf, nahm alsbald sein Bett und ging vor aller Augen hinaus; so daß sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: Solches haben wir noch nie gesehen!
1129#Markus,2,13#13. Und er ging wieder an das Meer hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie.
1130#Markus,2,14#14. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm.
1131#Markus,2,15#15. Und es begab sich, als er in dessen Hause zu Tische saß, daß auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten.
1132#Markus,2,16#16. Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer sahen, daß er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?
1133#Markus,2,17#17. Und als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.
1134#Markus,2,18#18. Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu fasten; und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
1135#Markus,2,19#19. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.
1136#Markus,2,20#20. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird, alsdann werden sie fasten, an jenem Tage.
1137#Markus,2,21#21. Niemand näht ein Stück ungewalkten Tuches auf ein altes Kleid; sonst reißt die Füllung davon ab, das neue von dem alten, und der Riß wird ärger.
1138#Markus,2,22#22. Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein ist in neue Schläuche zu fassen.
1139#Markus,2,23#23. UND es begab sich, daß er am Sabbat durch die Saatfelder wandelte. Und seine Jünger fingen an, auf dem Wege die Ähren abzustreifen.
1140#Markus,2,24#24. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
1141#Markus,2,25#25. Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte,
1142#Markus,2,26#26. wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohenpriesters Abjathar und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und (wie er) auch denen davon gab, die bei ihm waren?
1143#Markus,2,27#27. Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.
1144#Markus,2,28#28. Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats.
1145#Markus,3,1#1. Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.
1146#Markus,3,2#2. Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
1147#Markus,3,3#3. Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte!
1148#Markus,3,4#4. Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen.
1149#Markus,3,5#5. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.
1150#Markus,3,6#6. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten alsbald mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn umbringen könnten.
1151#Markus,3,7#7. Aber Jesus entwich mit seinen Jüngern an das Meer; und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach; auch aus Judäa
1152#Markus,3,8#8. und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Zidon kamen große Scharen zu ihm, da sie gehört hatten, wie viel er tat.
1153#Markus,3,9#9. Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht drängten.
1154#Markus,3,10#10. Denn er heilte viele, so daß alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren.
1155#Markus,3,11#11. Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes!
1156#Markus,3,12#12. Und er drohte ihnen sehr, daß sie ihn nicht offenbar machen sollten.
1157#Markus,3,13#13. Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm.
1158#Markus,3,14#14. Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen
1159#Markus,3,15#15. und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben:
1160#Markus,3,16#16. Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte,
1161#Markus,3,17#17. und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, beilegte;
1162#Markus,3,18#18. und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananäer,
1163#Markus,3,19#19. und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.
1164#Markus,3,20#20. Und sie traten in das Haus, und das Volk kam abermals zusammen, also daß sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten.
1165#Markus,3,21#21. Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen!
1166#Markus,3,22#22. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
1167#Markus,3,23#23. Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben?
1168#Markus,3,24#24. Und wenn ein Reich in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen.
1169#Markus,3,25#25. Und wenn ein Haus in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen.
1170#Markus,3,26#26. Und wenn der Satan wider sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende.
1171#Markus,3,27#27. Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er binde zuvor den Starken; dann erst wird er sein Haus berauben.
1172#Markus,3,28#28. Wahrlich, ich sage euch, alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern;
1173#Markus,3,29#29. wer aber wider den heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einer ewigen Sünde schuldig.
1174#Markus,3,30#30. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.
1175#Markus,3,31#31. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.
1176#Markus,3,32#32. Und das Volk saß um ihn her. Und sie sagten zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.
1177#Markus,3,33#33. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter, oder meine Brüder?
1178#Markus,3,34#34. Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!
1179#Markus,3,35#35. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
1180#Markus,4,1#1. UND er fing abermals an zu lehren am Meere. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, so daß er in das Schiff stieg und auf dem Meere sich darin niedersetzte; und alles Volk war am Meer auf dem Lande.
1181#Markus,4,2#2. Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre:
1182#Markus,4,3#3. Höret zu! Siehe, der Sämann ging aus, zu säen.
1183#Markus,4,4#4. Und es begab sich, indem er säte, daß etliches an den Weg fiel; und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf.
1184#Markus,4,5#5. Anderes aber fiel auf steinigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
1185#Markus,4,6#6. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es.
1186#Markus,4,7#7. Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht.
1187#Markus,4,8#8. Und anderes fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, die aufwuchs und zunahm; und etliches trug dreißigfältig, etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig.
1188#Markus,4,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1189#Markus,4,10#10. Als er nun allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis.
1190#Markus,4,11#11. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes (zu erkennen), denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
1191#Markus,4,12#12. auf daß sie mit Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben werde.
1192#Markus,4,13#13. Und er spricht zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollt ihr alle Gleichnisse verstehen?
1193#Markus,4,14#14. Der Sämann sät das Wort.
1194#Markus,4,15#15. Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist.
1195#Markus,4,16#16. Gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, alsbald mit Freuden aufnehmen;
1196#Markus,4,17#17. aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch-1-; hernach, wenn Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, nehmen sie alsbald Anstoß. -1) o: Kinder des Augenblicks.++
1197#Markus,4,18#18. Andere sind, bei denen unter die Dornen gesät wurde; das sind die, welche das Wort hörten;
1198#Markus,4,19#19. aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach andern Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.
1199#Markus,4,20#20. Die aber auf das gute Erdreich gesät sind, das sind die, welche das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.
1200#Markus,4,21#21. Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt werde, und nicht vielmehr, daß man es auf den Leuchter setze?
1201#Markus,4,22#22. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts geschieht so heimlich, daß es nicht an den Tag käme.
1202#Markus,4,23#23. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1203#Markus,4,24#24. Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.
1204#Markus,4,25#25. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
1205#Markus,4,26#26. Und er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft
1206#Markus,4,27#27. und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß.
1207#Markus,4,28#28. Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, hernach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
1208#Markus,4,29#29. Wenn aber die Frucht sich darbietet, schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
1209#Markus,4,30#30. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder unter was für einem Gleichnis wollen wir es darstellen?
1210#Markus,4,31#31. Es ist einem Senfkorn gleich, welches, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden.
1211#Markus,4,32#32. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.
1212#Markus,4,33#33. Und in vielen solchen Gleichnissen trug er ihnen seine Lehre vor, wie sie es zu hören vermochten.
1213#Markus,4,34#34. Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; beiseite aber legte er seinen Jüngern alles aus.
1214#Markus,4,35#35. UND an jenem Tage, als es Abend geworden, sprach er zu ihnen: Lasset uns hinüberfahren!
1215#Markus,4,36#36. Und nachdem sie das Volk entlassen, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiffe war; es waren aber auch andere Schiffe bei ihm.
1216#Markus,4,37#37. Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, so daß es sich schon zu füllen begann.
1217#Markus,4,38#38. Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?
1218#Markus,4,39#39. Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zum Meere: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es ward eine große Stille.
1219#Markus,4,40#40. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?
1220#Markus,4,41#41. Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist doch der, daß auch der Wind und das Meer ihm gehorsam sind?
1221#Markus,5,1#1. Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres in die Landschaft der Gadarener-1-. -1) w: Gerasener.++
1222#Markus,5,2#2. Und als er aus dem Schiffe gestiegen war, lief ihm alsbald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen,
1223#Markus,5,3#3. der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten;
1224#Markus,5,4#4. denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand vermochte ihn zu bändigen.
1225#Markus,5,5#5. Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Gräbern und auf den Bergen, schrie und schlug sich selbst mit Steinen.
1226#Markus,5,6#6. Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,
1227#Markus,5,7#7. schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest!
1228#Markus,5,8#8. Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen!
1229#Markus,5,9#9. Und er fragte ihn: Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind viele!
1230#Markus,5,10#10. Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Lande zu verweisen.
1231#Markus,5,11#11. Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide.
1232#Markus,5,12#12. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!
1233#Markus,5,13#13. Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in das Meer <ihrer waren etwa zweitausend>, und sie ertranken im Meer.
1234#Markus,5,14#14. Die Hirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus zu sehen, was da geschehen war.
1235#Markus,5,15#15. Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.
1236#Markus,5,16#16. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und das von den Schweinen.
1237#Markus,5,17#17. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge aus ihren Grenzen weichen.
1238#Markus,5,18#18. Und als er in das Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, daß er bei ihm bleiben dürfe.
1239#Markus,5,19#19. Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, wie Großes der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat!
1240#Markus,5,20#20. Und er ging hin und fing an im Gebiet der Zehn-Städte zu verkündigen, wie Großes Jesus an ihm getan habe; und jedermann verwunderte sich.
1241#Markus,5,21#21. UND als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer.
1242#Markus,5,22#22. Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen,
1243#Markus,5,23#23. bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; ich bitte dich, komm und lege ihr die Hände auf, daß sie gesund werde und am Leben bleibe!
1244#Markus,5,24#24. Und er ging mit ihm; und es folgte ihm viel Volk nach, und sie drängten ihn.
1245#Markus,5,25#25. Und es war eine Frau, die hatte zwölf Jahre den Blutfluß,
1246#Markus,5,26#26. und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, ohne daß es ihr geholfen hätte, - es war vielmehr noch schlimmer mit ihr geworden.
1247#Markus,5,27#27. Als sie nun von Jesus hörte, kam sie unter dem Volke von hinten herzu und rührte sein Kleid an.
1248#Markus,5,28#28. Denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, so ist mir geholfen!
1249#Markus,5,29#29. Und alsbald vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leibe, daß sie von der Plage geheilt war.
1250#Markus,5,30#30. Jesus aber, der an sich selbst bemerkt hatte, daß eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich alsbald unter dem Volke um und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?
1251#Markus,5,31#31. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?
1252#Markus,5,32#32. Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.
1253#Markus,5,33#33. Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.
1254#Markus,5,34#34. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund!
1255#Markus,5,35#35. Während er noch redete, kommen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprechen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch?
1256#Markus,5,36#36. Sobald aber Jesus dies Wort hörte, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!
1257#Markus,5,37#37. Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
1258#Markus,5,38#38. Und er kommt in das Haus des Obersten der Synagoge und sieht das Getümmel und wie arg sie weinten und heulten.
1259#Markus,5,39#39. Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was macht ihr für ein Getümmel und weint? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.
1260#Markus,5,40#40. Und sie verlachten ihn. Er aber, nachdem er alle hinausgewiesen, nahm mit sich des Kindes Vater und Mutter und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag.
1261#Markus,5,41#41. Und er ergriff des Kindes Hand und sprach zu ihm: Talita kumi, das heißt übersetzt: Mägdlein, ich sage dir, stehe auf!
1262#Markus,5,42#42. Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sehr.
1263#Markus,5,43#43. Und er gebot ihnen ernstlich, daß es niemand erfahren dürfe, und befahl, man solle ihr zu essen geben.
1264#Markus,6,1#1. UND er zog von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach.
1265#Markus,6,2#2. Und als der Sabbat kam, fing er an in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und geschehen solche Taten durch seine Hände?
1266#Markus,6,3#3. Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
1267#Markus,6,4#4. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.
1268#Markus,6,5#5. Und er konnte daselbst kein Wunder tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
1269#Markus,6,6#6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens und zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.
1270#Markus,6,7#7. UND er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister.
1271#Markus,6,8#8. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel,
1272#Markus,6,9#9. sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen.
1273#Markus,6,10#10. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet.
1274#Markus,6,11#11. Und wenn ein Ort euch nicht aufnimmt und man euch nicht hören will, da zieht von dannen und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.
1275#Markus,6,12#12. Und sie gingen und predigten, man solle Buße tun,
1276#Markus,6,13#13. und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
1277#Markus,6,14#14. UND der König Herodes hörte das <denn sein Name ward bekannt>, und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum wirken die Wunderkräfte durch ihn!
1278#Markus,6,15#15. Andere aber sprachen: Es ist Elia; wieder andere: Es ist ein Prophet oder wie einer der Propheten.
1279#Markus,6,16#16. Da es also Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist (von den Toten) auferstanden!
1280#Markus,6,17#17. Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen, wegen Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.
1281#Markus,6,18#18. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib zu haben!
1282#Markus,6,19#19. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und sie vermochte es nicht.
1283#Markus,6,20#20. Denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn und gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.
1284#Markus,6,21#21. Als aber ein gelegener Tag kam, da Herodes seinen Großen und Obersten und den Vornehmsten des galiläischen Landes an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
1285#Markus,6,22#22. da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte. Das gefiel dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, so will ich es dir geben!
1286#Markus,6,23#23. Und er schwur ihr: Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.
1287#Markus,6,24#24. Da ging sie hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich erbitten? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes des Täufers!
1288#Markus,6,25#25. Und alsbald ging sie eilends zum König hinein, bat und sprach: Ich will, daß du mir gäbest jetzt gleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
1289#Markus,6,26#26. Da ward der König sehr betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tische saßen, wollte er sie nicht abweisen.
1290#Markus,6,27#27. Und der König schickte alsbald einen von der Wache hin und befahl, sein Haupt zu bringen. 28. Dieser ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis
1291#Markus,6,28#und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
1292#Markus,6,29#29. Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
1293#Markus,6,30#30. Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündigten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
1294#Markus,6,31#31. Und er sprach zu ihnen: Kommet ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab- und zugingen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.
1295#Markus,6,32#32. Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort.
1296#Markus,6,33#33. Und viele sahen sie wegfahren und merkten es; und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor.
1297#Markus,6,34#34. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge Volks und hatte Erbarmen mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren.
1298#Markus,6,35#35. Und als nun der Tag fast dahin war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist öde, und der Tag ist fast dahin.
1299#Markus,6,36#36. Entlasse sie, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.
1300#Markus,6,37#37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
1301#Markus,6,38#38. Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Gehet hin und sehet! Und als sie es erkundigt hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.
1302#Markus,6,39#39. Und er befahl ihnen, daß sich alle nach Tischgesellschaften ins grüne Gras setzen sollten.
1303#Markus,6,40#40. Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig.
1304#Markus,6,41#41. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel empor und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.
1305#Markus,6,42#42. Und sie aßen alle und wurden satt.
1306#Markus,6,43#43. Und sie hoben auf an Brocken zwölf Körbe voll, und von den Fischen.
1307#Markus,6,44#44. Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
1308#Markus,6,45#45. Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, voraus zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte.
1309#Markus,6,46#46. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.
1310#Markus,6,47#47. Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere und er allein auf dem Lande.
1311#Markus,6,48#48. Und er sah, daß sie beim Rudern Not litten; denn der Wind war ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen, auf dem Meere wandelnd; und er wollte bei ihnen vorübergehen.
1312#Markus,6,49#49. Als sie ihn aber auf dem Meere wandeln sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrieen.
1313#Markus,6,50#50. Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Er aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!
1314#Markus,6,51#51. Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich.
1315#Markus,6,52#52. Denn sie waren nicht verständig geworden durch die Brote; denn ihr Herz war verhärtet.
1316#Markus,6,53#53. Und sie fuhren hinüber ans Land, kamen nach Genezareth und landeten dort.
1317#Markus,6,54#54. Und als sie aus dem Schiffe traten, erkannten die Leute ihn alsbald,
1318#Markus,6,55#55. durchliefen die ganze umliegende Landschaft und fingen an, die Kranken auf den Betten dorthin zu tragen, wo sie hörten, daß er sei.
1319#Markus,6,56#56. Und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften. Und so viele ihn anrührten, die wurden gesund.
1320#Markus,7,1#1. UND es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren,
1321#Markus,7,2#2. und als sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen
1322#Markus,7,3#3. <denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, sie haben denn zuvor gründlich die Hände gewaschen, weil sie die Überlieferung der Alten halten.
1323#Markus,7,4#4. Und wenn sie vom Markte kommen, essen sie nicht, ohne sich zu baden-1-. Und noch viel anderes haben sie zu halten angenommen, nämlich das Untertauchen von Bechern und Krügen und ehernen Geschirren und Stühlen>, -1) aL: abzuspülen.++
1324#Markus,7,5#5. da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?
1325#Markus,7,6#6. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir;
1326#Markus,7,7#7. aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.»
1327#Markus,7,8#8. Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und Bechern, und viel anderes dergleichen tut ihr.
1328#Markus,7,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wohl fein verwerfet ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten.
1329#Markus,7,10#10. Denn Mose hat gesagt: «Ehre deinen Vater und deine Mutter» und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.»
1330#Markus,7,11#11. Ihr aber sagt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: «Korban», das heißt zum Opfer ist vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte,
1331#Markus,7,12#12. so muß er für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr tun.
1332#Markus,7,13#13. Also hebet ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und dergleichen tut ihr viel.
1333#Markus,7,14#14. Und er rief alles Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und merket!
1334#Markus,7,15#15. Es ist nichts außerhalb des Menschen, das, wenn es in ihn hineingeht, ihn verunreinigen kann; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt.
1335#Markus,7,16#16. Hat jemand Ohren zu hören, der höre!
1336#Markus,7,17#17. Und als er vom Volke weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis.
1337#Markus,7,18#18. Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Merket ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann?
1338#Markus,7,19#19. Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.
1339#Markus,7,20#20. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
1340#Markus,7,21#21. Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen hervor die bösen Gedanken, Unzucht, Mord, Diebstahl,
1341#Markus,7,22#22. Ehebruch, Geiz, Bosheit, Betrug, Üppigkeit, Neid, Lästerung, Hoffart, Unvernunft.
1342#Markus,7,23#23. All dies Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.
1343#Markus,7,24#24. UND er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in ein Haus, wollte aber nicht, daß es jemand erführe, und konnte doch nicht verborgen bleiben.
1344#Markus,7,25#25. Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen;
1345#Markus,7,26#26. die Frau war aber eine Griechin, aus Syrophönizien gebürtig; und sie bat ihn, er möge den Dämon von ihrer Tochter austreiben.
1346#Markus,7,27#27. Aber Jesus sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, daß man den Kindern das Brot nimmt und es den Hündlein hinwirft!
1347#Markus,7,28#28. Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und die Hündlein unter dem Tisch essen (nur) von den Brosamen der Kinder!
1348#Markus,7,29#29. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren.
1349#Markus,7,30#30. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie die Tochter auf dem Bette liegend und den Dämon ausgefahren.
1350#Markus,7,31#31. UND er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und begab sich durch Zidon nach dem galiläischen Meer, mitten in die Landschaft der Zehn-Städte.
1351#Markus,7,32#32. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen.
1352#Markus,7,33#33. Und er nahm ihn von dem Volk abseits, legte ihm die Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel.
1353#Markus,7,34#34. Dann blickte er gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: «Ephata!» das heißt, tue dich auf!
1354#Markus,7,35#35. Und alsbald wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig.
1355#Markus,7,36#36. Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es kund.
1356#Markus,7,37#37. Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden!
1357#Markus,8,1#1. In jenen Tagen, als sehr viel Volk zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
1358#Markus,8,2#2. Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.
1359#Markus,8,3#3. Und wenn ich sie nüchtern nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Wege erliegen; denn etliche von ihnen sind von weither gekommen.
1360#Markus,8,4#4. Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Wüste mit Brot sättigen?
1361#Markus,8,5#5. Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.
1362#Markus,8,6#6. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde niederzusetzen, und nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie vorlegten. Und sie legten sie dem Volke vor.
1363#Markus,8,7#7. Sie hatten auch noch einige Fischlein; und nach einem Segensspruch befahl er, auch diese vorzulegen.
1364#Markus,8,8#8. Und sie aßen und wurden satt und hoben an übriggebliebenen Brocken noch sieben Körbe auf.
1365#Markus,8,9#9. Es waren ihrer etwa viertausend; und er entließ sie.
1366#Markus,8,10#10. Und alsbald stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha.
1367#Markus,8,11#11. Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, sich mit ihm zu besprechen, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn auf die Probe zu stellen.
1368#Markus,8,12#12. Und er seufzte in seinem Geiste und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden.
1369#Markus,8,13#13. Und er ließ sie, stieg wieder in das Schiff und fuhr ans jenseitige Ufer.
1370#Markus,8,14#14. Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen, und hatten nur ein Brot bei sich im Schiff.
1371#Markus,8,15#15. Und er gebot ihnen und sprach: Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!
1372#Markus,8,16#16. Und sie besprachen sich untereinander und sagten: Weil wir kein Brot haben!
1373#Markus,8,17#17. Und als es Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was machet ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot habt? Verstehet ihr noch nicht und begreifet ihr noch nicht? Habt ihr noch euer verhärtetes Herz?
1374#Markus,8,18#18. Habt Augen und sehet nicht, Ohren und höret nicht? Und denket ihr nicht daran,
1375#Markus,8,19#19. als ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wieviel Körbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie sprachen zu ihm: Zwölf!
1376#Markus,8,20#20. Und als ich die sieben für die Viertausend brach, wieviel Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Sie sprachen: Sieben!
1377#Markus,8,21#21. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr denn noch so unverständig?
1378#Markus,8,22#22. UND sie kommen nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, daß er ihn anrühre.
1379#Markus,8,23#23. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sähe.
1380#Markus,8,24#24. Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume!
1381#Markus,8,25#25. Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wieder hergestellt und sah alles deutlich.
1382#Markus,8,26#26. Und er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemandem im Dorfe sagen!
1383#Markus,8,27#27. Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute?
1384#Markus,8,28#28. Sie antworteten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer; und andere, du seiest Elia; andere aber, du seiest einer der Propheten.
1385#Markus,8,29#29. Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!
1386#Markus,8,30#30. Und er gebot ihnen ernstlich, daß sie das niemandem von ihm sagen sollten.
1387#Markus,8,31#31. Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen.
1388#Markus,8,32#32. Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.
1389#Markus,8,33#33. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
1390#Markus,8,34#34. Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
1391#Markus,8,35#35. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. -1) o: sein Leben; so auch V. 36.++
1392#Markus,8,36#36. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein?
1393#Markus,8,37#37. Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele-1- geben? -1) o: seines Lebens.++
1394#Markus,8,38#38. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
1395#Markus,9,1#1. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes mit Macht haben kommen sehen.
1396#Markus,9,2#2. UND nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt-1-, -1) w: verwandelt.++
1397#Markus,9,3#3. und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.
1398#Markus,9,4#4. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus.
1399#Markus,9,5#5. Und Petrus hob an und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine!
1400#Markus,9,6#6. Er wußte nämlich nicht, was er sagte; denn sie waren voller Furcht.
1401#Markus,9,7#7. Und eine Wolke kam, die überschattete sie, und eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
1402#Markus,9,8#8. Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.
1403#Markus,9,9#9. Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden sei.
1404#Markus,9,10#10. Und sie behielten das Wort bei sich und besprachen sich untereinander, was das Auferstehen von den Toten bedeute.
1405#Markus,9,11#11. Und sie fragten ihn und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse?
1406#Markus,9,12#12. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt zwar zuvor und stellt alles her; und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben? Daß er viel leiden und verachtet werden müsse!
1407#Markus,9,13#13. Aber ich sage euch, daß Elia schon gekommen ist, und sie taten ihm, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
1408#Markus,9,14#14. Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen.
1409#Markus,9,15#15. Und alsbald geriet die ganze Menge in Bewegung, als sie ihn sahen, und sie liefen herzu und grüßten ihn.
1410#Markus,9,16#16. Und er fragte die Schriftgelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen?
1411#Markus,9,17#17. Und einer aus dem Volke antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
1412#Markus,9,18#18. und wo der ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr-1-; und ich habe zu deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht! -1) w: vertrocknet.+
1413#Markus,9,19#19. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir!
1414#Markus,9,20#20. Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, riß er ihn heftig, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.
1415#Markus,9,21#21. Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
1416#Markus,9,22#22. und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns!
1417#Markus,9,23#23. Jesus aber sprach zu ihm: «Wenn du etwas kannst?» - Alles ist möglich dem, der glaubt!
1418#Markus,9,24#24. Und alsbald schrie der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
1419#Markus,9,25#25. Da nun Jesus das Volk herbeilaufen sah, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
1420#Markus,9,26#26. Da schrie er und riß ihn heftig und fuhr aus; und der Knabe wurde wie tot, so daß auch viele sagten: Er ist tot!
1421#Markus,9,27#27. Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
1422#Markus,9,28#28. Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
1423#Markus,9,29#29. Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten.
1424#Markus,9,30#30. Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, daß es jemand erfahre.
1425#Markus,9,31#31. Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände übergeben; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tage wieder auferstehen.
1426#Markus,9,32#32. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
1427#Markus,9,33#33. UND er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt?
1428#Markus,9,34#34. Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei.
1429#Markus,9,35#35. Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener.
1430#Markus,9,36#36. Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie; und nachdem er es in die Arme genommen, sprach er zu ihnen:
1431#Markus,9,37#37. Wer ein solches Kindlein in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
1432#Markus,9,38#38. Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt.
1433#Markus,9,39#39. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können.
1434#Markus,9,40#40. Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
1435#Markus,9,41#41. Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben.
1436#Markus,9,42#42. Wer aber einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
1437#Markus,9,43#43. Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß du als Krüppel in das Leben eingehest, als daß du beide Hände habest und in die Hölle fahrest, in das unauslöschliche Feuer,
1438#Markus,9,44#44. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1439#Markus,9,45#45. Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, daß du lahm in das Leben eingehest, als daß du beide Füße habest und in die Hölle geworfen werdest, in das unauslöschliche Feuer,
1440#Markus,9,46#46. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1441#Markus,9,47#47. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiße es aus! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Reich Gottes eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest,
1442#Markus,9,48#48. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1443#Markus,9,49#49. Denn ein jeglicher muß mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.
1444#Markus,9,50#50. Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz bei euch und haltet Frieden untereinander!
1445#Markus,10,1#1. UND er brach auf von dort und kam durch das Land jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa. Und abermals kam die Menge in Scharen zu ihm, und er lehrte sie wieder, wie er gewohnt war.
1446#Markus,10,2#2. Und die Pharisäer traten herzu, versuchten ihn und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen?
1447#Markus,10,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
1448#Markus,10,4#4. Sie sprachen: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und (die Frau) zu entlassen.
1449#Markus,10,5#5. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wegen der Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben;
1450#Markus,10,6#6. am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie erschaffen als Mann und Weib.
1451#Markus,10,7#7. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen;
1452#Markus,10,8#8. und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
1453#Markus,10,9#9. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
1454#Markus,10,10#10. Und seine Jünger fragten ihn zu Hause nochmals darüber.
1455#Markus,10,11#11. Und er sprach zu ihnen: Wer seine Frau entläßt und eine andere heiratet, der bricht an ihr die Ehe.
1456#Markus,10,12#12. Und wenn eine Frau ihren Mann entläßt und einen andern nimmt, so bricht sie die Ehe.
1457#Markus,10,13#13. Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber schalten die, welche sie brachten.
1458#Markus,10,14#14. Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!
1459#Markus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!
1460#Markus,10,16#16. Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
1461#Markus,10,17#17. Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
1462#Markus,10,18#18. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein!
1463#Markus,10,19#19. Du weißt die Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst nicht rauben! Ehre deinen Vater und deine Mutter!
1464#Markus,10,20#20. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dies alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.
1465#Markus,10,21#21. Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!
1466#Markus,10,22#22. Er aber ward traurig über diese Rede und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
1467#Markus,10,23#23. Da blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen!
1468#Markus,10,24#24. Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da hob Jesus wiederum an und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, in das Reich Gottes einzugehen!
1469#Markus,10,25#25. Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
1470#Markus,10,26#26. Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: Wer kann denn gerettet werden?
1471#Markus,10,27#27. Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
1472#Markus,10,28#28. Da hob Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
1473#Markus,10,29#29. Jesus antwortete ihm und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat,
1474#Markus,10,30#30. der nicht hundertfältig empfinge, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben.
1475#Markus,10,31#31. Viele der Ersten aber werden Letzte sein und Letzte die Ersten.
1476#Markus,10,32#32. Sie waren aber auf dem Wege und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen. Und er nahm die Zwölf abermal beiseite und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde:
1477#Markus,10,33#33. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern;
1478#Markus,10,34#34. und sie werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
1479#Markus,10,35#35. Da begaben sich Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, daß du uns gewährest, um was wir dich bitten!
1480#Markus,10,36#36. Er aber sprach zu ihnen: Was wünscht ihr, daß ich euch tun soll?
1481#Markus,10,37#37. Sie sprachen zu ihm: Verleihe uns, daß wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit!
1482#Markus,10,38#38. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?
1483#Markus,10,39#39. Sie sprachen zu ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet (zwar) den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde;
1484#Markus,10,40#40. aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern (es wird denen zuteil), welchen es bereitet ist.
1485#Markus,10,41#41. Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden.
1486#Markus,10,42#42. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß diejenigen, welche als Herrscher der Völker gelten, sie herrisch behandeln und daß ihre Großen sie vergewaltigen.
1487#Markus,10,43#43. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,
1488#Markus,10,44#44. und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht.
1489#Markus,10,45#45. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
1490#Markus,10,46#46. Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und vielem Volk, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Wege.
1491#Markus,10,47#47. Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth sei, hob er an, rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1492#Markus,10,48#48. Und es bedrohten ihn viele, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1493#Markus,10,49#49. Und Jesus stand still und ließ ihn rufen. Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf; er ruft dich!
1494#Markus,10,50#50. Er aber warf seinen Mantel ab, stand auf und kam zu Jesus.
1495#Markus,10,51#51. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich wieder sehend werde!
1496#Markus,10,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen-1-! Und alsbald sah er wieder und folgte Jesus nach auf dem Wege. -1) o: dich gerettet. So auch anderswo.++
1497#Markus,11,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger
1498#Markus,11,2#2. und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und führet es her.
1499#Markus,11,3#3. Und wenn jemand zu euch spricht: Warum tut ihr das? so saget: Der Herr bedarf seiner; so wird er es alsbald hierher schicken.
1500#Markus,11,4#4. Da gingen sie hin und fanden ein Füllen angebunden an einer Tür draußen am Scheidewege und lösten es ab.
1501#Markus,11,5#5. Und etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was machet ihr da, daß ihr das Füllen losbindet?
1502#Markus,11,6#6. Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen.
1503#Markus,11,7#7. Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe.
1504#Markus,11,8#8. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
1505#Markus,11,9#9. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!
1506#Markus,11,10#10. Gepriesen sei das kommende Reich unsres Vaters David! Hosianna in der Höhe!
1507#Markus,11,11#11. Und Jesus zog in Jerusalem ein und in den Tempel, und, nachdem er alles besichtigt hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.
1508#Markus,11,12#12. Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn.
1509#Markus,11,13#13. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.
1510#Markus,11,14#14. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es.
1511#Markus,11,15#15. Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß er um.
1512#Markus,11,16#16. Und er ließ nicht zu, daß jemand ein Gerät durch den Tempel trug.
1513#Markus,11,17#17. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker»? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
1514#Markus,11,18#18. Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk staunte über seine Lehre.
1515#Markus,11,19#19. Und als es Abend geworden, ging er aus der Stadt hinaus.
1516#Markus,11,20#20. UND da sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, daß der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war.
1517#Markus,11,21#21. Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!
1518#Markus,11,22#22. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
1519#Markus,11,23#23. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.
1520#Markus,11,24#24. Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden!
1521#Markus,11,25#25. Und wenn ihr steht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Fehler vergebe.
1522#Markus,11,26#26. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird auch euer Vater im Himmel eure Fehler nicht vergeben.
1523#Markus,11,27#27. Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm
1524#Markus,11,28#28. und sprachen zu ihm: In welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun?
1525#Markus,11,29#29. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch richten; antwortet mir, so will ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue.
1526#Markus,11,30#30. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!
1527#Markus,11,31#31. Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: «Vom Himmel», so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
1528#Markus,11,32#32. Sollen wir aber sagen: «Von den Menschen?» - da fürchteten sie das Volk; denn alle hielten dafür, daß Johannes wirklich ein Prophet gewesen sei.
1529#Markus,11,33#33. Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach Jesus zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue!
1530#Markus,12,1#1. Und er fing an in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer Landes.
1531#Markus,12,2#2. Und er sandte zur bestimmten Zeit einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern von den Früchten des Weinberges empfinge.
1532#Markus,12,3#3. Die aber ergriffen ihn, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
1533#Markus,12,4#4. Und wiederum sandte er einen andern Knecht zu ihnen; den schlugen sie auf den Kopf und beschimpften ihn.
1534#Markus,12,5#5. Und er sandte wiederum einen andern; den töteten sie; und viele andere, die einen schlugen sie, die andern töteten sie.
1535#Markus,12,6#6. Nun hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zuletzt auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen!
1536#Markus,12,7#7. Jene Weingärtner aber sprachen untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbgut unser sein!
1537#Markus,12,8#8. Und sie nahmen ihn, töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.
1538#Markus,12,9#9. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.
1539#Markus,12,10#10. Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
1540#Markus,12,11#11. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
1541#Markus,12,12#12. Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er gegen sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.
1542#Markus,12,13#13. UND sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen.
1543#Markus,12,14#14. Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß. Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben oder nicht?
1544#Markus,12,15#15. Da er aber ihre Heuchelei sah, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringet mir einen Denar, damit ich ihn ansehe!
1545#Markus,12,16#16. Sie brachten einen. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers!
1546#Markus,12,17#17. Und Jesus antwortete und sprach: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie verwunderten sich über ihn.
1547#Markus,12,18#18. Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:
1548#Markus,12,19#19. Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau nehmen und seinem Bruder eine Nachkommenschaft erwecken.
1549#Markus,12,20#20. Nun sind sieben Brüder gewesen. Der erste nahm eine Frau und starb und hinterließ keine Nachkommenschaft.
1550#Markus,12,21#21. Da nahm sie der andere und starb, und auch er hinterließ keine Nachkommenschaft; und der dritte ebenso.
1551#Markus,12,22#22. Und es nahmen sie alle sieben und hinterließen keine Nachkommen. Zuletzt nach allen starb auch die Frau.
1552#Markus,12,23#23. In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wessen Frau wird sie sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
1553#Markus,12,24#24. Jesus sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennet noch die Kraft Gottes?
1554#Markus,12,25#25. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.
1555#Markus,12,26#26. Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei (der Geschichte von) dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»?
1556#Markus,12,27#27. Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.
1557#Markus,12,28#28. Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen?
1558#Markus,12,29#29. Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr-1-; -1) o: Herr allein.++
1559#Markus,12,30#30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot.
1560#Markus,12,31#31. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot.
1561#Markus,12,32#32. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht so, Meister! Es ist in Wahrheit so, wie du sagst, daß nur ein (Gott) ist und kein anderer außer ihm;
1562#Markus,12,33#33. und ihn zu lieben von ganzem Herzen und mit ganzem Verständnis und von ganzer Seele und mit aller Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
1563#Markus,12,34#34. Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes! Und es unterstand sich niemand mehr, ihn weiter zu fragen.
1564#Markus,12,35#35. Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei?
1565#Markus,12,36#36. David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!»
1566#Markus,12,37#37. So nennt David selbst ihn Herr; woher ist er denn sein Sohn? Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust.
1567#Markus,12,38#38. Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar-1- einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen -1) in langen Kleidern.++
1568#Markus,12,39#39. und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen,
1569#Markus,12,40#40. die der Witwen Häuser fressen und zum Schein lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
1570#Markus,12,41#41. Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten-1- gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. -1) Opferstock.++
1571#Markus,12,42#42. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller.
1572#Markus,12,43#43. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten-1- gelegt als alle, die eingelegt haben. -1) Opferstock.++
1573#Markus,12,44#44. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt eingelegt.
1574#Markus,13,1#1. UND als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das!
1575#Markus,13,2#2. Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird!
1576#Markus,13,3#3. Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders:
1577#Markus,13,4#4. Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dies alles vollendet werden soll?
1578#Markus,13,5#5. Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe!
1579#Markus,13,6#6. Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, - und werden viele irreführen!
1580#Markus,13,7#7. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschrecket nicht; denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.
1581#Markus,13,8#8. Denn ein Volk wird sich erheben wider das andere und ein Reich wider das andere; es wird hier und dort Erdbeben geben, und Hungersnöte und Unruhen werden sein. Das ist der Wehen Anfang.
1582#Markus,13,9#9. Ihr aber, sehet auf euch selbst! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und man wird euch vor Fürsten und Könige stellen um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.
1583#Markus,13,10#10. Und unter allen Völkern muß zuvor das Evangelium gepredigt werden.
1584#Markus,13,11#11. Wenn sie euch aber hinführen und überliefern werden, so sorget nicht zum voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch zu jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.
1585#Markus,13,12#12. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern und der Vater das Kind, und Kinder werden sich wider die Eltern erheben und werden sie zum Tode bringen;
1586#Markus,13,13#13. und ihr werdet von jedermann gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
1587#Markus,13,14#14. Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht soll <wer es liest, der merke darauf!>, alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge.
1588#Markus,13,15#15. Wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht hinab und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen;
1589#Markus,13,16#16. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen.
1590#Markus,13,17#17. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen!
1591#Markus,13,18#18. Bittet aber, daß eure Flucht-1- nicht im Winter geschehe! -1) aL: daß es nicht im Winter.++
1592#Markus,13,19#19. Denn es wird in jenen Tagen eine Trübsal sein, dergleichen nicht gewesen ist von Anfang der Schöpfung, die Gott erschaffen hat, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird.
1593#Markus,13,20#20. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
1594#Markus,13,21#21. Und wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder: Siehe dort, - so glaubet es nicht.
1595#Markus,13,22#22. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen.
1596#Markus,13,23#23. Ihr aber sehet euch vor! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.
1597#Markus,13,24#24. Aber in jenen Tagen, nach jener Trübsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben,
1598#Markus,13,25#25. und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte im Himmel in Bewegung geraten-1-. -1) o: erschüttert werden.++
1599#Markus,13,26#26. Und alsdann wird man des Menschen Sohn in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit.
1600#Markus,13,27#27. Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
1601#Markus,13,28#28. Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.
1602#Markus,13,29#29. Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket, daß er nahe ist, vor der Tür.
1603#Markus,13,30#30. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.
1604#Markus,13,31#31. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
1605#Markus,13,32#32. Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.
1606#Markus,13,33#33. Sehet zu, wachet und betet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist.
1607#Markus,13,34#34. Es ist wie bei einem Menschen, der verreiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, einem jeden sein Werk, und dem Türhüter befahl, daß er wachen solle: -
1608#Markus,13,35#35. so wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zur Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen;
1609#Markus,13,36#36. auf daß nicht, wenn er unversehens kommt, er euch schlafend findet.
1610#Markus,13,37#37. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
1611#Markus,14,1#1. ES war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten;
1612#Markus,14,2#2. denn sie sprachen: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entsteht!
1613#Markus,14,3#3. Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt.
1614#Markus,14,4#4. Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen?
1615#Markus,14,5#5. Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare verkaufen und es den Armen geben können. Und sie zürnten ihr.
1616#Markus,14,6#6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein edles Werk an mir getan.
1617#Markus,14,7#7. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
1618#Markus,14,8#8. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
1619#Markus,14,9#9. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
1620#Markus,14,10#10. Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern.
1621#Markus,14,11#11. Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten.
1622#Markus,14,12#12. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?
1623#Markus,14,13#13. Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Gehet in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folget,
1624#Markus,14,14#14. und wo er hineingeht, da sprechet zum Hausherrn: Der Meister läßt fragen: Wo ist meine Herberge, in der ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?
1625#Markus,14,15#15. Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern belegt und gerüstet ist, daselbst bereitet es für uns zu.
1626#Markus,14,16#16. Und seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah.
1627#Markus,14,17#17. Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen.
1628#Markus,14,18#18. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten!
1629#Markus,14,19#19. Da fingen sie an traurig zu werden und fragten ihn einer nach dem andern: Doch nicht ich?
1630#Markus,14,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taucht!
1631#Markus,14,21#21. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre besser, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!
1632#Markus,14,22#22. Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, lobpreisete, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib.
1633#Markus,14,23#23. Und er nahm den Kelch, sagte Dank und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
1634#Markus,14,24#24. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.
1635#Markus,14,25#25. Wahrlich, ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.
1636#Markus,14,26#26. Und nachdem sie den Lobgesang-a- gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. -a) Ps. 113 - 118.++
1637#Markus,14,27#27. Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.»
1638#Markus,14,28#28. Aber nachdem ich auferstanden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen.
1639#Markus,14,29#29. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich!
1640#Markus,14,30#30. Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
1641#Markus,14,31#31. Er aber sagte desto mehr: Wenn ich mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen. Gleicherweise sprachen aber auch alle.
1642#Markus,14,32#32. Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe!
1643#Markus,14,33#33. Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr.
1644#Markus,14,34#34. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet!
1645#Markus,14,35#35. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge.
1646#Markus,14,36#36. Und er sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
1647#Markus,14,37#37. Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht eine Stunde zu wachen?
1648#Markus,14,38#38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
1649#Markus,14,39#39. Und er ging wiederum hin und betete und sprach dieselben Worte.
1650#Markus,14,40#40. Und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden, und sie wußten nicht, was sie ihm antworten sollten.
1651#Markus,14,41#41. Und er kommt zum drittenmal und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? - Es ist genug! Die Stunde ist gekommen! Siehe, des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert.
1652#Markus,14,42#42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!
1653#Markus,14,43#43. Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.
1654#Markus,14,44#44. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet und führet ihn vorsichtig ab!
1655#Markus,14,45#45. Und als er nun kam, trat er alsbald auf ihn zu und sprach: Rabbi, - und küßte ihn.
1656#Markus,14,46#46. Sie aber legten Hand an ihn und griffen ihn.
1657#Markus,14,47#47. Einer aber von denen, die dabei standen, zog das Schwert, schlug den Knecht des obersten Priesters und hieb ihm ein Ohr ab.
1658#Markus,14,48#48. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu fangen.
1659#Markus,14,49#49. Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. Doch, damit die Schrift erfüllt würde!
1660#Markus,14,50#50. Da verließen ihn alle und flohen.
1661#Markus,14,51#51. Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn,
1662#Markus,14,52#52. er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.
1663#Markus,14,53#53. UND sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen (dort) zusammen.
1664#Markus,14,54#54. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.
1665#Markus,14,55#55. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins.
1666#Markus,14,56#56. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse doch nicht überein.
1667#Markus,14,57#57. Und es standen etliche auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab und sprachen:
1668#Markus,14,58#58. Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist.
1669#Markus,14,59#59. Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.
1670#Markus,14,60#60. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
1671#Markus,14,61#61. Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
1672#Markus,14,62#62. Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!
1673#Markus,14,63#63. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was bedürfen wir weiter Zeugen?
1674#Markus,14,64#64. Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.
1675#Markus,14,65#65. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener nahmen ihn mit Backenstreichen in Empfang.
1676#Markus,14,66#66. Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.
1677#Markus,14,67#67. Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener!
1678#Markus,14,68#68. Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.
1679#Markus,14,69#69. Und als die Magd ihn sah, hob sie wieder an und sprach zu den Umstehenden: Dieser ist einer von ihnen!
1680#Markus,14,70#70. Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden abermals zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich.
1681#Markus,14,71#71. Er aber fing an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!
1682#Markus,14,72#72. Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
1683#Markus,15,1#1. UND alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
1684#Markus,15,2#2. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es!
1685#Markus,15,3#3. Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor.
1686#Markus,15,4#4. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen!
1687#Markus,15,5#5. Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte.
1688#Markus,15,6#6. Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten.
1689#Markus,15,7#7. Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten.
1690#Markus,15,8#8. Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, (daß er täte,) wie er ihnen allezeit getan.
1691#Markus,15,9#9. Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden freigebe?
1692#Markus,15,10#10. Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten.
1693#Markus,15,11#11. Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle.
1694#Markus,15,12#12. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet?
1695#Markus,15,13#13. Sie aber schrieen wiederum: Kreuzige ihn!
1696#Markus,15,14#14. Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn!
1697#Markus,15,15#15. Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde.
1698#Markus,15,16#16. Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus-1-, und riefen die ganze Rotte-2- zusammen, -1) Prätorium.   2) Kohorte.++
1699#Markus,15,17#17. legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf.
1700#Markus,15,18#18. Und sie fingen an, ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden!
1701#Markus,15,19#19. Und schlugen sein Haupt mit einem Rohr, spieen ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder.
1702#Markus,15,20#20. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.
1703#Markus,15,21#21. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.
1704#Markus,15,22#22. Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha <das heißt übersetzt Schädelstätte>.
1705#Markus,15,23#23. Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht.
1706#Markus,15,24#24. Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte.
1707#Markus,15,25#25. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
1708#Markus,15,26#26. Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden.
1709#Markus,15,27#27. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
1710#Markus,15,28#28. Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.»
1711#Markus,15,29#29. Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: 30. Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust,
1712#Markus,15,30#hilf dir selbst und steige vom Kreuz herab!
1713#Markus,15,31#31. Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.
1714#Markus,15,32#32. Der Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuze herab, auf daß wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
1715#Markus,15,33#33. Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
1716#Markus,15,34#34. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
1717#Markus,15,35#35. Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia!
1718#Markus,15,36#36. Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, tränkte ihn und sprach: Halt! laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!
1719#Markus,15,37#37. Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.
1720#Markus,15,38#38. Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus.
1721#Markus,15,39#39. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!
1722#Markus,15,40#40. Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome,
1723#Markus,15,41#41. die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, auch viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.
1724#Markus,15,42#42. Und da es schon Abend geworden <es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat>,
1725#Markus,15,43#43. kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.
1726#Markus,15,44#44. Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
1727#Markus,15,45#45. Und als er es von dem Hauptmann erfahren, schenkte er dem Joseph den Leichnam.
1728#Markus,15,46#46. Und dieser kaufte Leinwand, nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang der Gruft.
1729#Markus,15,47#47. Maria Magdalena aber und Maria, Joses' Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.
1730#Markus,16,1#1. UND als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben.
1731#Markus,16,2#2. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging.
1732#Markus,16,3#3. Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft?
1733#Markus,16,4#4. Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß.
1734#Markus,16,5#5. Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken.
1735#Markus,16,6#6. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten!
1736#Markus,16,7#7. Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
1737#Markus,16,8#8. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.
1738#Markus,16,9#9. Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
1739#Markus,16,10#10. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten.
1740#Markus,16,11#11. Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.
1741#Markus,16,12#12. Darnach offenbarte er sich zweien von ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie sich aufs Land begaben.
1742#Markus,16,13#13. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.
1743#Markus,16,14#14. Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten.
1744#Markus,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung-1-! -1) o: Menschheit.++
1745#Markus,16,16#16. Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
1746#Markus,16,17#17. Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden,
1747#Markus,16,18#18. Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
1748#Markus,16,19#19. Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
1749#Markus,16,20#20. Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen.