Sol 1:1 Das Hohelied Salomos.
Sol 1:2 Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein.
Sol 1:3 Es riechen deine Salben köstlich; dein Name ist eine ausgeschüttete Salbe, darum lieben dich die Jungfrauen.
Sol 1:4 Zieh mich dir nach, so laufen wir. Der König führte mich in seine Kammern. Wir freuen uns und sind fröhlich über dir; wir gedenken an deine Liebe mehr denn an den Wein. Die Frommen lieben dich.
Sol 1:5 Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomos.
Sol 1:6 Seht mich nicht an, dass ich so schwarz bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt. Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir. Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt; aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet.
Sol 1:7 Sage mir an, du, den meine Seele liebt, wo du weidest, wo du ruhest im Mittage, dass ich nicht hin und her gehen müsse bei den Herden deiner Gesellen.
Sol 1:8 Weiß du es nicht, du schönste unter den Weibern, so gehe hinaus auf die Fußtapfen der Schafe und weide deine Zicklein bei den Hirtenhäusern.
Sol 1:9 Ich vergleiche dich, meine Freundin, meinem Gespann an den Wagen Pharaos.
Sol 1:10 Deine Backen stehen lieblich in den Kettchen und dein Hals in den Schnüren.
Sol 1:11 Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit silbernen Pünktlein.
Sol 1:12 Da der König sich herwandte, gab meine Narde ihren Geruch.
Sol 1:13 Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen, das zwischen meinen Brüsten hanget.
Sol 1:14 Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen in den Weinbergen zu Engedi.
Sol 1:15 Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.
Sol 1:16 Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich. Unser Bett grünt,
Sol 1:17 unsrer Häuser Balken sind Zedern, unser Getäfel Zypressen.
Sol 2:1 Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal.
Sol 2:2 Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.
Sol 2:3 Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Söhnen. Ich sitze unter dem Schatten, des ich begehre, und seine Frucht ist meiner Kehle süß.
Sol 2:4 Er führt mich in den Weinkeller, und die Liebe ist sein Panier über mir.
Sol 2:5 Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln; denn ich bin krank vor Liebe.
Sol 2:6 Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich.
Sol 2:7 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Sol 2:8 Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft auf den Bergen und springt auf den Hügeln.
Sol 2:9 Mein Freund ist gleich einem Reh oder jungen Hirsch. Siehe, er steht hinter unsrer Wand, sieht durchs Fenster und schaut durchs Gitter.
Sol 2:10 Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Stehe auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her!
Sol 2:11 Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist weg und dahin;
Sol 2:12 die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube lässt sich hören in unsrem Lande;
Sol 2:13 der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinstöcke haben Blüten gewonnen und geben ihren Geruch. Stehe auf, meine Freundin, und komm, meine Schöne, komm her!
Sol 2:14 Meine Taube in den Felsklüften, in den Steinritzen, zeige mir deine Gestalt, lass mich hören deine Stimme; denn die Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.
Sol 2:15 Fanget uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsre Weinberge haben Blüten gewonnen.
Sol 2:16 Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter Rosen weidet.
Sol 2:17 Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, kehre um; werde wie ein Reh, mein Freund, oder wie ein junger Hirsch auf den Scheidebergen.
Sol 3:1 Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
Sol 3:2 Ich will aufstehen und in der Stadt umgehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
Sol 3:3 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umgehen: „Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?”
Sol 3:4 Da ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich halte ihn und will ihn nicht lassen, bis ich ihn bringe in meiner Mutter Haus, in die Kammer der, die mich geboren hat.
Sol 3:5 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder Hinden auf dem Felde, dass ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Sol 3:6 Wer ist die, die heraufgeht aus der Wüste wie ein gerader Rauch, wie ein Geräuch von Myrrhe, Weihrauch und allerlei Gewürzstaub des Krämers?
Sol 3:7 Siehe, um das Bett Salomos her stehen sechzig Starke aus den Starken in Israel.
Sol 3:8 Sie halten alle Schwerter und sind geschickt, zu streiten. Ein jeglicher hat sein Schwert an seiner Hüfte um des Schreckens willen in der Nacht.
Sol 3:9 Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machen von Holz aus Libanon.
Sol 3:10 Ihre Säulen sind silbern, die Decke golden, der Sitz purpurn, und inwendig ist sie lieblich ausgeziert um der Töchter Jerusalems willen.
Sol 3:11 Gehet heraus und schauet an, ihr Töchter Zions, den König Salomo in der Krone, damit ihn seine Mutter gekrönt hat am Tage seiner Hochzeit und am Tage der Freude seines Herzens.
Sol 4:1 Siehe, meine Freundin, du bist schön! siehe, schön bist du! Deine Augen sind wie Taubenaugen zwischen deinen Zöpfen. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die gelagert sind am Berge Gilead herab.
Sol 4:2 Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe mit bechnittener Wolle, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
Sol 4:3 Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur und deine Rede lieblich. Deine Wangen sind wie der Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
Sol 4:4 Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, daran tausend Schilde hangen und allerlei Waffen der Starken.
Sol 4:5 Deine zwei Brüste sind wie zwei junge Rehzwillinge, die unter den Rosen weiden.
Sol 4:6 Bis der Tag kühl wird und die Schatten weichen, will ich zum Myrrhenberge gehen und zum Weihrauchhügel.
Sol 4:7 Du bist allerdinge schön, meine Freundin, und ist kein Flecken an dir.
Sol 4:8 Komm mit mir, meine Braut, vom Libanon, komm mit mir vom Libanon, tritt her von der Höhe Amana, von der Höhe Senir und Hermon, von den Wohnungen der Löwen, von den Bergen der Leoparden!
Sol 4:9 Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut, mit deiner Augen einem und mit deiner Halsketten einer.
Sol 4:10 Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, liebe Braut! Deine Liebe ist lieblicher denn Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Würze.
Sol 4:11 Deine Lippen, meine Braut, sind wie triefender Honigseim; Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und deiner Kleider Geruch ist wie der Geruch des Libanon.
Sol 4:12 Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born.
Sol 4:13 Deine Gewächse sind wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden,
Sol 4:14 Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, Myrrhen und Aloe mit allen besten Würzen.
Sol 4:15 Ein Gartenbrunnen bist du, ein Born lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen.
Sol 4:16 Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass seine Würzen triefen! Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten.
Sol 5:1 Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten. Ich habe meine Myrrhe samt meinen Würzen abgebrochen; ich habe meinen Seim samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner Milch getrunken. Esst, meine Lieben, und trinkt, meine Freunde, und werdet trunken!
Sol 5:2 Ich schlafe, aber mein Herz wacht. Da ist die Stimme meines Freundes, der anklopft: Tue mir auf, liebe Freundin, meine Schwester, meine Taube, meine Fromme! denn mein Haupt ist voll Tau und meine Locken voll Nachttropfen.
Sol 5:3 Ich habe meinen Rock ausgezogen, wie soll ich ihn wieder anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie soll ich sie wieder besudeln?
Sol 5:4 Aber mein Freund steckte seine Hand durchs Riegelloch, und mein Innerstes erzitterte davor.
Sol 5:5 Da stand ich auf, dass ich meinem Freund auftäte; meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an dem Riegel am Schloss.
Sol 5:6 Und da ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und hingegangen. Meine Seele war außer sich, als er redete. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er antwortete mir nicht.
Sol 5:7 Es fanden mich die Hüter, die in der Stadt umgehen; die schlugen mich wund; die Hüter auf der Mauer nahmen mir meinen Schleier.
Sol 5:8 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, findet ihr meinen Freund, so sagt ihm, dass ich vor Liebe krank liege.
Sol 5:9 Was ist dein Freund vor andern Freunden, o du schönste unter den Weibern? Was ist dein Freund vor andern Freunden, dass du uns so beschworen hast?
Sol 5:10 Mein Freund ist weiß und rot, auserkoren unter vielen Tausenden.
Sol 5:11 Sein Haupt ist das feinste Gold. Seine Locken sind kraus, schwarz wie ein Rabe.
Sol 5:12 Seine Augen sind wie Augen der Tauben an den Wasserbächen, mit Milch gewaschen und stehen in Fülle.
Sol 5:13 Seine Backen sind wie Würzgärtlein, da Balsamkräuter wachsen. Seine Lippen sind wie Rosen, die von fließender Myrrhe triefen.
Sol 5:14 Seine Hände sind wie goldene Ringe, voll Türkise. Sein Leib ist wie reines Elfenbein, mit Saphiren geschmückt.
Sol 5:15 Seine Beine sind wie Marmelsäulen, gegründet auf goldenen Füßen. Seine Gestalt ist wie Libanon, auserwählt wie Zedern.
Sol 5:16 Seine Kehle ist süß, und er ist ganz lieblich. Ein solcher ist mein Freund; mein Freund ist ein solcher, ihr Töchter Jerusalems!
Sol 6:1 Wo ist denn dein Freund hin gegangen, o du schönste unter den Weibern? Wo hat sich dein Freund hin gewandt? So wollen wir mit dir ihn suchen.
Sol 6:2 Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Würzgärtlein, dass er weide in den Gärten und Rosen breche.
Sol 6:3 Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen weidet.
Sol 6:4 Du bist schön, meine Freundin, wie Thirza, lieblich wie Jerusalem, schrecklich wie Heerscharen.
Sol 6:5 Wende deine Augen von mir; denn sie verwirren mich. Deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die am Berge Gilead herab gelagert sind.
Sol 6:6 Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe, die aus der Schwemme kommen, die allzumal Zwillinge haben, und es fehlt keiner unter ihnen.
Sol 6:7 Deine Wangen sind wie ein Ritz am Granatapfel zwischen deinen Zöpfen.
Sol 6:8 Sechzig sind der Königinnen und achtzig der Kebsweiber, und der Jungfrauen ist keine Zahl.
Sol 6:9 Aber eine ist meine Taube, meine Fromme, eine ist ihrer Mutter die Liebste und die Auserwählte ihrer Mutter. Da sie die Töchter sahen, priesen sie dieselbe selig; die Königinnen und Kebsweiber lobten sie.
Sol 6:10 Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heerscharen?
Sol 6:11 Ich bin hinab in den Nußgarten gegangen, zu schauen die Sträuchlein am Bach, zu schauen, ob die Granatbäume blühten.
Sol 6:12 Ich wusste nicht, dass meine Seele mich gesetzt hatte zu den Wagen Ammi-Nadibs.
Sol 7:1 Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith! kehre wieder, kehre wieder, dass wir dich schauen! Was sehet ihr an Sulamith? Den Reigen zu Mahanaim.
Sol 7:2 Wie schön ist dein Gang in den Schuhen, du Fürstentochter! Deine Lenden stehen gleich aneinander wie zwei Spangen, die des Meisters Hand gemacht hat.
Sol 7:3 Dein Schoß ist wie ein runder Becher, dem nimmer Getränk mangelt. Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, umsteckt mit Rosen.
Sol 7:4 Deine zwei Brüste sind wie zwei Rehzwillinge.
Sol 7:5 Dein Hals ist wie ein elfenbeinerner Turm. Deine Augen sind wie die Teiche zu Hesbon am Tor Bathrabbims. Deine Nase ist wie der Turm auf dem Libanon, der gen Damaskus sieht.
Sol 7:6 Dein Haupt steht auf dir wie der Karmel. Das Haar auf deinem Haupt ist wie der Purpur des Königs, in Falten gebunden.
Sol 7:7 Wie schön und wie lieblich bist du, du Liebe voller Wonne!
Sol 7:8 Dein Wuchs ist hoch wie ein Palmbaum und deine Brüste gleich den Weintrauben.
Sol 7:9 Ich sprach: Ich muss auf dem Palmbaum steigen und seine Zweige ergreifen. Lass deine Brüste sein wie Trauben am Weinstock und deiner Nase Duft wie Äpfel
Sol 7:10 und deinen Gaumen wie guter Wein, der meinem Freunde glatt eingeht und der Schläfer Lippen reden macht.
Sol 7:11 Mein Freund ist mein, und nach mir steht sein Verlangen.
Sol 7:12 Komm, mein Freund, lass uns aufs Feld hinausgehen und auf den Dörfern bleiben,
Sol 7:13 dass wir früh aufstehen zu den Weinbergen, dass wir sehen, ob der Weinstock sprosse und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen; da will ich dir meine Liebe geben.
Sol 7:14 Die Lilien geben den Geruch, und über unsrer Tür sind allerlei edle Früchte. Mein Freund, ich habe dir beide, heurige und vorjährige, behalten.
Sol 8:1 O, dass du mir gleich einem Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen! Fände ich dich draußen, so wollte ich dich küssen, und niemand dürfte mich höhnen!
Sol 8:2 Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, da du mich lehren solltest; da wollte ich dich tränken mit gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel.
Sol 8:3 Seine Linke liegt unter meinem Haupt, und seine Rechte herzt mich.
Sol 8:4 Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, dass ihr meine Liebe nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Sol 8:5 Wer ist die, die heraufsteigt von der Wüste und lehnt sich auf ihren Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich; da ist dein genesen deine Mutter, da ist dein genesen, die dich geboren hat.
Sol 8:6 Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HErrn,
Sol 8:7 dass auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.
Sol 8:8 Unsre Schwester ist klein und hat keine Brüste. Was sollen wir unsrer Schwester tun, wenn man nun um sie werben wird?
Sol 8:9 Ist sie eine Mauer, so wollen wir ein silbernes Bollwerk darauf bauen. Ist sie eine Tür, so wollen wir sie festigen mit Zedernbohlen.
Sol 8:10 Ich bin eine Mauer und meine Brüste sind wie Türme. Da bin ich geworden vor seinen Augen, als die Frieden findet.
Sol 8:11 Salomo hat einen Weinberg zu Baal-Hamon. Er gab den Weinberg den Hütern, dass ein jeglicher für seine Früchte brächte tausend Silberlinge.
Sol 8:12 Mein eigener Weinberg ist vor mir. Dir, Salomo, gebühren tausend, aber zweihundert den Hütern seiner Früchte.
Sol 8:13 Die du wohnst in den Gärten, lass mich deine Stimme hören; die Genossen merken darauf.
Sol 8:14 Flieh, mein Freund, und sei gleich einem Reh oder jungen Hirsch auf den Würzbergen!

Ecc 1:1 Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.
Ecc 1:2 Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.
Ecc 1:3 Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?
Ecc 1:4 Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich.
Ecc 1:5 Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, dass sie wieder daselbst aufgehe.
Ecc 1:6 Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.
Ecc 1:7 Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin.
Ecc 1:8 Es sind alle Dinge so voll Mühe, dass es niemand ausreden kann. Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.
Ecc 1:9 Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.
Ecc 1:10 Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.
Ecc 1:11 Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden.
Ecc 1:12 Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem
Ecc 1:13 und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, dass sie sich darin müssen quälen.
Ecc 1:14 Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 1:15 Krumm kann nicht schlicht<RF>bedeutet: gerade<Rf> werden noch, was fehlt, gezählt werden.
Ecc 1:16 Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.
Ecc 1:17 Und richtete auch mein Herz darauf, dass ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, dass solches auch Mühe um Wind ist.
Ecc 1:18 Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muss viel leiden.
Ecc 2:1 Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will wohl leben und gute Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.
Ecc 2:2 Ich sprach zum Lachen: Du bist toll! und zur Freude: Was machst du?
Ecc 2:3 Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib mit Wein zu pflegen, doch also, dass mein Herz mich mit Weisheit leitete, und zu ergreifen, was Torheit ist, bis ich lernte, was dem Menschen gut wäre, dass sie tun sollten, solange sie unter dem Himmel leben.
Ecc 2:4 Ich tat große Dinge: ich baute Häuser, pflanzte Weinberge;
Ecc 2:5 ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume darein;
Ecc 2:6 ich machte mir Teiche, daraus zu wässern den Wald der grünenden Bäume;
Ecc 2:7 ich hatte Knechte und Mägde und auch Gesinde, im Hause geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen denn alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren;
Ecc 2:8 ich sammelte mir auch Silber und Gold und von den Königen und Ländern einen Schatz; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen, allerlei Saitenspiel;
Ecc 2:9 und nahm zu über alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir;
Ecc 2:10 und alles, was meine Augen wünschten, das ließ ich ihnen und wehrte meinem Herzen keine Freude, dass es fröhlich war von aller meiner Arbeit; und das hielt ich für mein Teil von aller meiner Arbeit.
Ecc 2:11 Da ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand gemacht hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach dem Wind und kein Gewinn unter der Sonne.
Ecc 2:12 Da wandte ich mich, zu sehen die Weisheit und die Tollheit und Torheit. Denn wer weiß, was der für ein Mensch werden wird nach dem König, den sie schon bereit gemacht haben?
Ecc 2:13 Da ich aber sah, dass die Weisheit die Torheit übertraf wie das Licht die Finsternis;
Ecc 2:14 dass dem Weisen seine Augen im Haupt stehen, aber die Narren in der Finsternis gehen; und merkte doch, dass es einem geht wie dem andern.
Ecc 2:15 Da dachte ich in meinem Herzen: Weil es denn mir geht wie dem Narren, warum habe ich denn nach Weisheit getrachtet? Da dachte ich in meinem Herzen, dass solches auch eitel sei.
Ecc 2:16 Denn man gedenkt des Weisen nicht immerdar, ebenso wenig wie des Narren, und die künftigen Tage vergessen alles; und wie der Narr stirbt, also auch der Weise.
Ecc 2:17 Darum verdross mich zu leben; denn es gefiel mir übel, was unter der Sonne geschieht, dass alles eitel ist und Haschen nach dem Wind.
Ecc 2:18 Und mich verdross alle meine Arbeit, die ich unter der Sonne hatte, dass ich dieselbe einem Menschen lassen müsste, der nach mir sein sollte.
Ecc 2:19 Denn wer weiß, ob er weise oder toll sein wird? und soll doch herrschen in aller meiner Arbeit, die ich weislich getan habe unter der Sonne. Das ist auch eitel.
Ecc 2:20 Darum wandte ich mich, dass mein Herz abließe von aller Arbeit, die ich tat unter der Sonne.
Ecc 2:21 Denn es muss ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Vernunft und Geschicklichkeit getan hat, sie einem andern zum Erbteil lassen, der nicht daran gearbeitet hat. Das ist auch eitel und ein großes Unglück.
Ecc 2:22 Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Arbeit und Mühe seines Herzens, die er hat unter der Sonne?
Ecc 2:23 Denn alle seine Lebtage hat er Schmerzen mit Grämen und Leid, dass auch sein Herz des Nachts nicht ruht. Das ist auch eitel.
Ecc 2:24 Ist's nun nicht besser dem Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei in seiner Arbeit? Aber solches sah ich auch, dass es von Gottes Hand kommt.
Ecc 2:25 Denn wer kann fröhlich essen und sich ergötzen ohne ihn?
Ecc 2:26 Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Vernunft und Freude; aber dem Sünder gibt er Mühe, dass er sammle und häufe, und es doch dem gegeben werde, der Gott gefällt. Darum ist das auch eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 3:1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
Ecc 3:2 Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,
Ecc 3:3 würgen und heilen, brechen und bauen,
Ecc 3:4 weinen und lachen, klagen und tanzen,
Ecc 3:5 Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen,
Ecc 3:6 suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,
Ecc 3:7 zerreißen und zunähen, schweigen und reden,
Ecc 3:8 lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.
Ecc 3:9 Man arbeite, wie man will, so hat man doch keinen Gewinn davon.
Ecc 3:10 Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie darin geplagt werden.
Ecc 3:11 Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und lässt ihr Herz sich ängsten, wie es gehen solle in der Welt; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Ecc 3:12 Darum merkte ich, dass nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
Ecc 3:13 Denn ein jeglicher Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.
Ecc 3:14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht immer: man kann nichts dazutun noch abtun; und solches tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.
Ecc 3:15 Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.
Ecc 3:16 Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts, da war ein gottlos Wesen, und Stätten der Gerechtigkeit, da waren Gottlose.
Ecc 3:17 Da dachte ich in meinem Herzen: Gott muss richten den Gerechten und den Gottlosen; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke.
Ecc 3:18 Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf dass Gott sie prüfe und sie sehen, dass sie an sich selbst sind wie das Vieh.
Ecc 3:19 Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.
Ecc 3:20 Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.
Ecc 3:21 Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?
Ecc 3:22 So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, dass er sehe, was nach ihm geschehen wird?
Ecc 4:1 Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren die Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, dass sie keinen Tröster haben konnten.
Ecc 4:2 Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das Leben hatten;
Ecc 4:3 und besser als alle beide ist, der noch nicht ist und des Bösen nicht innewird, das unter der Sonne geschieht.
Ecc 4:4 Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen; da neidet einer den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 4:5 Ein Narr schlägt die Finger ineinander und verzehrt sich selbst.
Ecc 4:6 Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe denn beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.
Ecc 4:7 Ich wandte mich um und sah die Eitelkeit unter der Sonne.
Ecc 4:8 Es ist ein einzelner, und nicht selbander, und hat weder Kind noch Bruder; doch ist seines Arbeitens kein Ende, und seine Augen werden Reichtums nicht satt. Wem arbeite ich doch und breche meiner Seele ab? Das ist auch eitel und eine böse Mühe.
Ecc 4:9 So ist's ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl.
Ecc 4:10 Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist keiner da, der ihm aufhelfe.
Ecc 4:11 Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?
Ecc 4:12 Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.
Ecc 4:13 Ein armes Kind, das weise ist, ist besser denn ein alter König, der ein Narr ist und weiß nicht sich zu hüten.
Ecc 4:14 Es kommt einer aus dem Gefängnis zum Königreich; und einer, der in seinem Königreich geboren ist, verarmt.
Ecc 4:15 Und ich sah, dass alle Lebendigen unter der Sonne wandelten bei dem andern, dem Kinde, das an jenes Statt sollte aufkommen.
Ecc 4:16 Und des Volks, das vor ihm ging, war kein Ende und des, das ihm nachging; und wurden sein doch nicht froh. Das ist auch eitel und Mühe um Wind.
Ecc 4:17 Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, dass du hörst. Das ist besser als der Narren Opfer; denn sie wissen nicht, was sie Böses tun.
Ecc 5:1 Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, was zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel, und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein.
Ecc 5:2 Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume; und wo viel Worte sind, da hört man den Narren.
Ecc 5:3 Wenn du Gott ein Gelübde tust, so verzieh nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte.
Ecc 5:4 Es ist besser, du gelobst nichts, denn dass du nicht hältst, was du gelobst.
Ecc 5:5 Lass deinem Mund nicht zu, dass er dein Fleisch verführe; und sprich vor dem Engel nicht: Es ist ein Versehen. Gott möchte erzürnen über deine Stimme und verderben alle Werke deiner Hände.
Ecc 5:6 Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Worte; aber fürchte du Gott.
Ecc 5:7 Siehst du dem Armen Unrecht tun und Recht und Gerechtigkeit im Lande wegreißen, wundere dich des Vornehmens nicht; denn es ist ein hoher Hüter über den Hohen und sind noch Höhere über die beiden.
Ecc 5:8 Und immer ist's Gewinn für ein Land, wenn ein König da ist für das Feld, das man baut.
Ecc 5:9 Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt; und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel.
Ecc 5:10 Denn wo viel Guts ist, da sind viele, die es essen; und was genießt davon, der es hat, außer dass er's mit Augen ansieht?
Ecc 5:11 Wer arbeitet, dem ist der Schaf süß, er habe wenig oder viel gegessen; aber die Fülle des Reichen lässt ihn nicht schlafen.
Ecc 5:12 Es ist ein böses Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, behalten zum Schaden dem, der ihn hat.
Ecc 5:13 Denn der Reiche kommt um mit großem Jammer; und so er einen Sohn gezeugt hat, dem bleibt nichts in der Hand.
Ecc 5:14 Wie er nackt ist von seine Mutter Leibe gekommen, so fährt er wieder hin, wie er gekommen ist, und nimmt nichts mit sich von seiner Arbeit in seiner Hand, wenn er hinfährt.
Ecc 5:15 Das ist ein böses Übel, dass er hinfährt, wie er gekommen ist. Was hilft's ihm denn, dass er in den Wind gearbeitet hat?
Ecc 5:16 Sein Leben lang hat er im Finstern gegessen und in großem Grämen und Krankheit und Verdruß.
Ecc 5:17 So sehe ich nun das für gut an, dass es fein sei, wenn man isst und trinkt und gutes Muts ist in aller Arbeit, die einer tut unter der Sonne sein Leben lang, das Gott ihm gibt; denn das ist sein Teil.
Ecc 5:18 Denn welchem Menschen Gott Reichtum und Güter gibt und die Gewalt, dass er davon isst und trinkt für sein Teil und fröhlich ist in seiner Arbeit, das ist eine Gottesgabe.
Ecc 5:19 Denn er denkt nicht viel an die Tage seines Lebens, weil Gott sein Herz erfreut.
Ecc 6:1 Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, und ist gemein bei den Menschen:
Ecc 6:2 einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat und mangelt ihm keins, das sein Herz begehrt; und Gott gibt doch ihm nicht Macht, es zu genießen, sondern ein anderer verzehrt es; das ist eitel und ein böses Übel.
Ecc 6:3 Wenn einer gleich hundert Kinder zeugte und hätte langes Leben, dass er viele Jahre überlebte, und seine Seele sättigte sich des Guten nicht und bliebe ohne Grab, von dem spreche ich, dass eine unzeitige Geburt besser sei denn er.
Ecc 6:4 Denn in Nichtigkeit kommt sie, und in Finsternis fährt sie dahin, und ihr Name bleibt in Finsternis bedeckt,
Ecc 6:5 auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt; so hat sie mehr Ruhe denn jener.
Ecc 6:6 Ob er auch zweitausend Jahre lebte, und genösse keines Guten: kommt's nicht alles an einen Ort?  
Ecc 6:7 Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund; aber doch wird die Seele nicht davon satt.
Ecc 6:8 Denn was hat ein Weiser mehr als ein Narr? Was hilft's den Armen, dass er weiß zu wandeln vor den Lebendigen?
Ecc 6:9 Es ist besser, das gegenwärtige Gut gebrauchen, denn nach anderm gedenken. Das ist auch Eitelkeit und Haschen nach Wind.
Ecc 6:10 Was da ist, des Name ist zuvor genannt, und es ist bestimmt, was ein Mensch sein wird; und er kann nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.
Ecc 6:11 Denn es ist des eitlen Dinges zuviel; was hat ein Mensch davon?
Ecc 6:12 Denn wer weiß, was dem Menschen nütze ist im Leben, solange er lebt in seiner Eitelkeit, welches dahinfährt wie ein Schatten? Oder wer will dem Menschen sagen, was nach ihm kommen wird unter der Sonne?  
Ecc 7:1 Ein guter Ruf ist besser denn gute Salbe, und der Tag des Todes denn der Tag der Geburt.
Ecc 7:2 Es ist besser in das Klagehaus gehen, denn in ein Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt's zu Herzen.
Ecc 7:3 Es ist Trauern besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.
Ecc 7:4 Das Herz der Weisen ist im Klagehause, und das Herz der Narren im Hause der Freude.
Ecc 7:5 Es ist besser hören das Schelten der Weisen, denn hören den Gesang der Narren.
Ecc 7:6 Denn das Lachen der Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel.
Ecc 7:7 Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und verderbt ein mildtätiges Herz.
Ecc 7:8 Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist.
Ecc 7:9 Sei nicht schnellen Gemütes zu zürnen; denn Zorn ruht im Herzen eines Narren.
Ecc 7:10 Sprich nicht: Was ist's, dass die vorigen Tage besser waren als diese? denn du fragst solches nicht weislich.
Ecc 7:11 Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft, dass sich einer der Sonne freuen kann.
Ecc 7:12 Denn die Weisheit beschirmt, so beschirmt Geld auch; aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat.
Ecc 7:13 Siehe an die Werke Gottes; denn wer kann das schlicht<RF>bedeutet: gerade<Rf> machen, was er krümmt?
Ecc 7:14 Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Ecc 7:15 Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit. Da ist ein Gerechter, und geht unter mit seiner Gerechtigkeit; und ein Gottloser, der lange lebt in seiner Bosheit.
Ecc 7:16 Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, dass du dich nicht verderbest.
Ecc 7:17 Sei nicht allzu gottlos und narre nicht, dass du nicht sterbest zur Unzeit.
Ecc 7:18 Es ist gut, dass du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allem.
Ecc 7:19 Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige, die in der Stadt sind.
Ecc 7:20 Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er Gutes tue und nicht sündige.
Ecc 7:21 Gib auch nicht acht auf alles, was man sagt, dass du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen.
Ecc 7:22 Denn dein Herz weiß, dass du andern oftmals geflucht hast.
Ecc 7:23 Solches alles habe ich versucht mit Weisheit. Ich gedachte, ich will weise sein; sie blieb aber ferne von mir.
Ecc 7:24 Alles, was da ist, das ist ferne und sehr tief; wer will's finden?
Ecc 7:25 Ich kehrte mein Herz, zu erfahren und erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst, zu erfahren der Gottlosen Torheit und Irrtum der Tollen,
Ecc 7:26 und fand, dass bitterer sei denn der Tod ein solches Weib, dessen Herz Netz und Strick ist und deren Hände Bande sind. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen.
Ecc 7:27 Schau, das habe ich gefunden, spricht der Prediger, eins nach dem andern, dass ich Erkenntnis fände.
Ecc 7:28 Und meine Seele sucht noch und hat's nicht gefunden: unter tausend habe ich einen Mann gefunden; aber ein Weib habe ich unter den allen nicht gefunden.
Ecc 7:29 Allein schaue das: ich habe gefunden, dass Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.
Ecc 8:1 Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht; aber ein freches Angesicht wird gehasst.
Ecc 8:2 Halte das Wort des Königs und den Eid Gottes.
Ecc 8:3 Eile nicht zu gehen von seinem Angesicht, und bleibe nicht in böser Sache; denn er tut, was er will.
Ecc 8:4 In des Königs Wort ist Gewalt; und wer mag zu ihm sagen: Was machst du?
Ecc 8:5 Wer das Gebot hält, der wird nichts Böses erfahren; aber eines Weisen Herz weiß Zeit und Weise.
Ecc 8:6 Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm.
Ecc 8:7 Denn er weiß nicht, was geschehen wird; und wer soll ihm sagen, wie es werden soll?
Ecc 8:8 Ein Mensch hat nicht Macht über den Geist, den Geist zurückzuhalten, und hat nicht Macht über den Tag des Todes, und keiner wird losgelassen im Streit; und das gottlose Wesen errettet den Gottlosen nicht.
Ecc 8:9 Das habe ich alles gesehen, und richtete mein Herz auf alle Werke, die unter der Sonne geschehen. Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück.
Ecc 8:10 Und da sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen; aber es wandelten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt die, so recht getan hatten. Das ist auch eitel.
Ecc 8:11 Weil nicht alsbald geschieht ein Urteil über die bösen Werke, dadurch wird das Herz der Menschen voll, Böses zu tun.
Ecc 8:12 Ob ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es wohl gehen wird denen, die Gott fürchten, die sein Angesicht scheuen.
Ecc 8:13 Aber dem Gottlosen wird es nicht wohl gehen; und wie ein Schatten werden nicht lange leben, die sich vor Gott nicht fürchten.
Ecc 8:14 Es ist eine Eitelkeit, die auf Erden geschieht: es sind Gerechte, denen geht es als hätten sie Werke der Gottlosen, und sind Gottlose, denen geht es als hätten sie Werke der Gerechten. Ich sprach: Das ist auch eitel.
Ecc 8:15 Darum lobte ich die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne denn essen und trinken und fröhlich sein; und solches werde ihm von der Arbeit sein Leben lang, das ihm Gott gibt unter der Sonne.
Ecc 8:16 Ich gab mein Herz, zu wissen die Weisheit und zu schauen die Mühe, die auf Erden geschieht, dass auch einer weder Tag noch Nacht den Schlaf sieht mit seinen Augen.
Ecc 8:17 Und ich sah alle Werke Gottes, dass ein Mensch das Werk nicht finden kann, das unter der Sonne geschieht; und je mehr der Mensch arbeitet, zu suchen, je weniger er findet. Wenn er gleich spricht: „Ich bin weise und weiß es”, so kann er's doch nicht finden.
Ecc 9:1 Denn ich habe solches alles zu Herzen genommen, zu forschen das alles, dass Gerechte und Weise und ihre Werke sind in Gottes Hand; kein Mensch kennt weder die Liebe noch den Hass irgend eines, den er vor sich hat.
Ecc 9:2 Es begegnet dasselbe einem wie dem andern: dem Gerechten wie dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen, dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert; wie es dem Guten geht, so geht's auch dem Sünder; wie es dem, der schwört, geht, so geht's auch dem, der den Eid fürchtet.
Ecc 9:3 Das ist ein böses Ding unter allem, was unter der Sonne geschieht, dass es einem geht wie dem andern; daher auch das Herz der Menschen voll Arges wird, und Torheit ist in ihrem Herzen, dieweil sie leben; darnach müssen sie sterben.
Ecc 9:4 Denn bei allen Lebendigen ist, was man wünscht: Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser denn ein toter Löwe.
Ecc 9:5 Denn die Lebendigen wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen nichts, sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Gedächtnis ist vergessen,
Ecc 9:6 dass man sie nicht mehr liebt noch hasst noch neidet, und haben kein Teil mehr auf dieser Welt an allem, was unter der Sonne geschieht.
Ecc 9:7 So gehe hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gefällt Gott.
Ecc 9:8 Lass deine Kleider immer weiß sein und lass deinem Haupt Salbe nicht mangeln.
Ecc 9:9 Brauche das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat, solange dein eitel Leben währt; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit, die du tust unter der Sonne.
Ecc 9:10 Alles, was dir vor Handen kommt, zu tun, das tue frisch; denn bei den Toten, dahin du fährst, ist weder Werk, Kunst, Vernunft noch Weisheit.
Ecc 9:11 Ich wandte mich und sah, wie es unter der Sonne zugeht, dass zum Laufen nicht hilft schnell zu sein, zum Streit hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; dass einer angenehm sei, dazu hilft nicht, dass er ein Ding wohl kann; sondern alles liegt an Zeit und Glück.
Ecc 9:12 Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht; sondern, wie die Fische gefangen werden mit einem verderblichen Haken, und wie die Vögel mit einem Strick gefangen werden, so werden auch die Menschen berückt zur bösen Zeit, wenn sie plötzlich über sie fällt.
Ecc 9:13 Ich habe auch diese Weisheit gesehen unter der Sonne, die mich groß deuchte:
Ecc 9:14 dass eine kleine Stadt war und wenig Leute darin, und kam ein großer König und belagerte sie und baute große Bollwerke darum,
Ecc 9:15 und ward darin gefunden ein armer, weiser Mann, der errettete dieselbe Stadt durch seine Weisheit; und kein Mensch gedachte desselben armen Mannes.
Ecc 9:16 Da sprach ich: „Weisheit ist ja besser den Stärke; doch wird des Armen Weisheit verachtet und seinen Worten nicht gehorcht.”
Ecc 9:17 Der Weisen Worte, in Stille vernommen, sind besser denn der Herren Schreien unter den Narren.
Ecc 9:18 Weisheit ist besser denn Harnisch; aber eine einziger Bube verderbt viel Gutes.
Ecc 10:1 Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.
Ecc 10:2 Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten; aber des Narren Herz ist zu seiner Linken.
Ecc 10:3 Auch ob der Narr selbst närrisch ist in seinem Tun, doch hält er jedermann für einen Narren.
Ecc 10:4 Wenn eines Gewaltigen Zorn wider dich ergeht, so lass dich nicht entrüsten; denn Nachlassen stillt großes Unglück.
Ecc 10:5 Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht:
Ecc 10:6 dass ein Narr sitzt in großer Würde, und die Reichen in Niedrigkeit sitzen.
Ecc 10:7 Ich sah Knechte auf Rossen, und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.
Ecc 10:8 Aber wer eine Grube macht, der wird selbst hineinfallen; und wer den Zaun zerreißt, den wird eine Schlange stechen.
Ecc 10:9 Wer Steine wegwälzt, der wird Mühe damit haben; und wer Holz spaltet, der wird davon verletzt werden.
Ecc 10:10 Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt, muss man's mit Macht wieder schärfen; also folgt auch Weisheit dem Fleiß.
Ecc 10:11 Ein Schwätzer ist nichts Besseres als eine Schlange, die ohne Beschwörung sticht.
Ecc 10:12 Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind holdselig; aber des Narren Lippen verschlingen ihn selbst.
Ecc 10:13 Der Anfang seiner Worte ist Narrheit, und das Ende ist schädliche Torheit.
Ecc 10:14 Ein Narr macht viele Worte; aber der Mensch weiß nicht, was gewesen ist, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird?
Ecc 10:15 Die Arbeit der Narren wird ihnen sauer, weil sie nicht wissen in die Stadt zu gehen.
Ecc 10:16 Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist, und dessen Fürsten in der Frühe speisen!
Ecc 10:17 Wohl dir, Land, dessen König edel ist, und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen, zur Stärke und nicht zur Lust!
Ecc 10:18 Denn durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände wird das Haus triefend.
Ecc 10:19 Das macht, sie halten Mahlzeiten, um zu lachen, und der Wein muss die Lebendigen erfreuen, und das Geld muss ihnen alles zuwege bringen.
Ecc 10:20 Fluche dem König nicht in deinem Herzen und fluche dem Reichen nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels führen die Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen's weiter.
Ecc 11:1 Lass dein Brot über das Wasser fahren, so wirst du es finden nach langer Zeit.
Ecc 11:2 Teile aus unter sieben und unter acht; denn du weißt nicht, was für Unglück auf Erden kommen wird.
Ecc 11:3 Wenn die Wolken voll sind, so geben sie Regen auf die Erde; und wenn der Baum fällt, er falle gegen Mittag oder Mitternacht, auf welchen Ort er fällt, da wird er liegen.
Ecc 11:4 Wer auf den Wind achtet, der sät nicht; und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.
Ecc 11:5 Gleichwie du nicht weißt den Weg des Windes und wie die Gebeine in Mutterleibe bereitet werden, also kannst du auch Gottes Werk nicht wissen, das er tut überall.
Ecc 11:6 Frühe säe deinen Samen und lass deine Hand des Abends nicht ab; denn du weißt nicht, ob dies oder das geraten wird; und ob beides geriete, so wäre es desto besser.
Ecc 11:7 Es ist das Licht süß, und den Augen lieblich, die Sonne zu sehen.
Ecc 11:8 Wenn ein Mensch viele Jahre lebt, so sei er fröhlich in ihnen allen und gedenke der finstern Tage, dass ihrer viel sein werden; denn alles, was kommt, ist eitel.
Ecc 11:9 So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend. Tue, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt, und wisse, dass dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen.
Ecc 11:10 Lass die Traurigkeit in deinem Herzen und tue das Übel von deinem Leibe; denn Kindheit und Jugend ist eitel.
Ecc 12:1 Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht;
Ecc 12:2 ehe denn die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wieder kommen nach dem Regen;
Ecc 12:3 zur Zeit, wenn die Hüter im Hause zittern, und sich krümmen die Starken, und müßig stehen die Müller, weil ihrer so wenig geworden sind, und finster werden, die durch die Fenster sehen,
Ecc 12:4 und die Türen an der Gasse geschlossen werden, dass die Stimme der Mühle leise wird, und man erwacht, wenn der Vogel singt, und gedämpft sind alle Töchter des Gesangs;
Ecc 12:5 wenn man auch vor Höhen sich fürchtet und sich scheut auf dem Wege; wenn der Mandelbaum blüht, und die Heuschrecke beladen wird, und alle Lust vergeht (denn der Mensch fährt hin, da er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse);
Ecc 12:6 ehe denn der silberne Strick wegkomme, und die goldene Schale zerbreche, und der Eimer zerfalle an der Quelle, und das Rad zerbrochen werde am Born.
Ecc 12:7 Denn der Staub muss wieder zu der Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.
Ecc 12:8 Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, ganz eitel.
Ecc 12:9 Derselbe Prediger war nicht allein weise, sondern lehrte auch das Volk gute Lehre und merkte und forschte und stellte viel Sprüche.
Ecc 12:10 Er suchte, dass er fände angenehme Worte, und schrieb recht die Worte der Wahrheit.
Ecc 12:11 Die Worte der Weisen sind Stacheln und Nägel; sie sind geschrieben durch die Meister der Versammlungen und von einem Hirten gegeben.
Ecc 12:12 Hüte dich, mein Sohn, vor andern mehr; denn viel Büchermachens ist kein Ende, und viel studieren macht den Leib müde.
Ecc 12:13 Lasst uns die Hauptsumme alle Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehört allen Menschen zu.
Ecc 12:14 Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Pro 1:1 Dies sind die Sprüche Salomos, des Königs in Israel, des Sohnes Davids,
Pro 1:2 zu lernen Weisheit und Zucht, Verstand,
Pro 1:3 Klugheit, Gerechtigkeit, Recht und Schlecht;
Pro 1:4 dass die Unverständigen klug und die Jünglinge vernünftig und vorsichtig werden.
Pro 1:5 Wer weise ist, der hört zu und bessert sich; und wer verständig ist, der lässt sich raten,
Pro 1:6 dass er verstehe die Sprüche und ihre Deutung, die Lehre der Weisen und ihre Beispiele.
Pro 1:7 Des HErrn Furcht ist Anfang der Erkenntnis. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht.
Pro 1:8 Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter.
Pro 1:9 Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Hals.
Pro 1:10 Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.
Pro 1:11 Wenn sie sagen: „Gehe mit uns! wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen;
Pro 1:12 wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Hölle und die Frommen wie die, so hinunter in die Grube fahren;
Pro 1:13 wir wollen großes Gut finden; wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen;
Pro 1:14 wage es mit uns! es soll unser aller ein Beutel sein”:
Pro 1:15 mein Kind, wandle den Weg nicht mit ihnen; wehre deinem Fuß vor ihrem Pfad.
Pro 1:16 Denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen.
Pro 1:17 Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vögel.
Pro 1:18 Sie aber lauern auf ihr eigen Blut und stellen sich selbst nach dem Leben.
Pro 1:19 Also geht es allen, die nach Gewinn geizen, dass ihr Geiz ihnen das Leben nimmt.
Pro 1:20 Die Weisheit klagt draußen und lässt sich hören auf den Gassen;
Pro 1:21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt:
Pro 1:22 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und die Spötter Lust zu Spötterei haben und die Ruchlosen die Lehre hassen?
Pro 1:23 Kehret euch zu meiner Strafe. Siehe, ich will euch heraussagen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.
Pro 1:24 Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch, ich recke meine Hand aus, und niemand achtet darauf,
Pro 1:25 und lasst fahren allen meinen Rat und wollt meine Strafe nicht:
Pro 1:26 so will ich auch lachen in eurem Unglück und eurer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet,
Pro 1:27 wenn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet, und euer Unglück als ein Wetter, wenn über euch Angst und Not kommt.
Pro 1:28 Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen, und nicht finden.
Pro 1:29 Darum, dass sie hassten die Lehre und wollten des HErrn Furcht nicht haben,
Pro 1:30 wollten meinen Rat nicht und lästerten alle meine Strafe:
Pro 1:31 so sollen sie essen von den Früchten ihres Wesens und ihres Rats satt werden.
Pro 1:32 Was die Unverständigen gelüstet, tötet sie, und der Ruchlosen Glück bringt sie um.
Pro 1:33 Wer aber mir gehorcht, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten.
Pro 2:1 Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten,
Pro 2:2 dass dein Ohr auf Weisheit achthat und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest;
Pro 2:3 ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest;
Pro 2:4 so du sie suchest wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen:
Pro 2:5 alsdann wirst du die Furcht des HErrn verstehen und Gottes Erkenntnis finden.
Pro 2:6 Denn der HErr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand.
Pro 2:7 Er lässt's den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen
Pro 2:8 und behütet die, so recht tun, und bewahrt den Weg seiner Heiligen.
Pro 2:9 Alsdann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und allen guten Weg.
Pro 2:10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, dass du gerne lernest;
Pro 2:11 guter Rat wird dich bewahren, und Verstand wird dich behüten,
Pro 2:12 dass du nicht geratest auf den Weg der Bösen noch unter die verkehrten Schwätzer,
Pro 2:13 die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege,
Pro 2:14 die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen,
Pro 2:15 welche ihren Weg verkehren und folgen ihrem Abwege;
Pro 2:16 dass du nicht geratest an eines andern Weib, an eine Fremde, die glatte Worte gibt
Pro 2:17 und verlässt den Freund ihrer Jugend und vergisst den Bund ihres Gottes
Pro 2:18 (denn ihr Haus neigt sich zum Tod und ihre Gänge zu den Verlorenen;
Pro 2:19 alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und ergreifen den Weg des Lebens nicht);
Pro 2:20 auf dass du wandelst auf gutem Wege und bleibst auf der rechten Bahn.
Pro 2:21 Denn die Gerechten werden im Lande wohnen, und die Frommen werden darin bleiben;
Pro 2:22 aber die Gottlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Verächter werden daraus vertilgt.
Pro 3:1 Mein Kind, vergiss meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote.
Pro 3:2 Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen;
Pro 3:3 Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,
Pro 3:4 so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt.
Pro 3:5 Verlass dich auf den HErrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand;
Pro 3:6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.
Pro 3:7 Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HErrn und weiche vom Bösen.
Pro 3:8 Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken.
Pro 3:9 Ehre den HErrn von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens,
Pro 3:10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen.
Pro 3:11 Mein Kind, verwirf die Zucht des HErrn nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe.
Pro 3:12 Denn welchen der HErr liebt, den straft er, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.
Pro 3:13 Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt!
Pro 3:14 Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; und ihr Ertrag ist besser als Gold.
Pro 3:15 Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.
Pro 3:16 Langes Leben ist zu ihrer rechten Hand; zu ihrer Linken ist Reichtum und Ehre.
Pro 3:17 Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede.
Pro 3:18 Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten.
Pro 3:19 Denn der HErr hat die Erde durch Weisheit gegründet und durch seinen Rat die Himmel bereitet.
Pro 3:20 Durch seine Weisheit sind die Tiefen zerteilt und die Wolken mit Tau triefend gemacht.
Pro 3:21 Mein Kind, lass sie nicht von deinen Augen weichen, so wirst du glückselig und klug werden.
Pro 3:22 Das wird deiner Seele Leben sein und ein Schmuck deinem Halse.
Pro 3:23 Dann wirst du sicher wandeln auf deinem Wege, dass dein Fuß sich nicht stoßen wird.
Pro 3:24 Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, sondern süß schlafen,
Pro 3:25 dass du dich nicht fürchten darfst vor plötzlichem Schrecken noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt.
Pro 3:26 Denn der HErr ist dein Trotz; der behütet deinen Fuß, dass er nicht gefangen werde.
Pro 3:27 Weigere dich nicht, dem Dürftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun.
Pro 3:28 Sprich nicht zu deinem Nächsten: „Gehe hin und komm wieder; morgen will ich dir geben”, so du es doch wohl hast.
Pro 3:29 Trachte nicht Böses wider deinen Nächsten, der auf Treue bei dir wohnt.
Pro 3:30 Hadere nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat.
Pro 3:31 Eifere nicht einem Frevler nach und erwähle seiner Wege keinen;
Pro 3:32 denn der HErr hat Greuel an dem Abtrünnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen.
Pro 3:33 Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des HErrn; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet.
Pro 3:34 Er wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben.
Pro 3:35 Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hochkommen, werden sie doch zu Schanden.
Pro 4:1 Höret, meine Kinder, die Zucht eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernet und klug werdet!
Pro 4:2 Denn ich gebe euch eine gute Lehre; verlasset mein Gesetz nicht.
Pro 4:3 Denn ich war meines Vaters Sohn, ein zarter und ein einziger vor meiner Mutter.
Pro 4:4 Und er lehrte mich und sprach: Lass dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben.
Pro 4:5 Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiss nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes.
Pro 4:6 Verlass sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich behüten.
Pro 4:7 Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne hört und die Klugheit lieber hat als alle Güter.
Pro 4:8 Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren bringen, wo du sie herzest.
Pro 4:9 Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer prächtigen Krone.
Pro 4:10 So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden.
Pro 4:11 Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten,
Pro 4:12 dass, wenn du gehst, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, dass du nicht anstoßest.
Pro 4:13 Fasse die Zucht, lass nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben.
Pro 4:14 Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bösen.
Pro 4:15 Lass ihn fahren und gehe nicht darin; weiche von ihm und gehe vorüber.
Pro 4:16 Denn sie schlafen nicht, sie haben denn Übel getan; und ruhen nicht, sie haben den Schaden getan.
Pro 4:17 Denn sie nähren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein des Frevels.
Pro 4:18 Aber der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag.
Pro 4:19 Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel; sie wissen nicht, wo sie fallen werden.
Pro 4:20 Mein Sohn, merke auf meine Worte und neige dein Ohr zu meiner Rede.
Pro 4:21 Lass sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen.
Pro 4:22 Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe.
Pro 4:23 Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus geht das Leben.
Pro 4:24 Tue von dir den verkehrten Mund und lass das Lästermaul ferne von dir sein.
Pro 4:25 Lass deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken.
Pro 4:26 Lass deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehst du gewiss.
Pro 4:27 Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen.
Pro 5:1 Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,
Pro 5:2 dass du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.
Pro 5:3 Denn die Lippen der Hure sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glätter als Öl,
Pro 5:4 aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
Pro 5:5 Ihre Füße laufen zum Tod hinunter; ihre Gänge führen ins Grab.
Pro 5:6 Sie geht nicht stracks auf dem Wege des Lebens; unstet sind ihre Tritte, dass sie nicht weiß, wo sie geht.
Pro 5:7 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und weichet nicht von der Rede meines Mundes.
Pro 5:8 Lass deine Wege ferne von ihr sein, und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,
Pro 5:9 dass du nicht den Fremden gebest deine Ehre und deine Jahre dem Grausamen;
Pro 5:10 dass sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines andern Haus,
Pro 5:11 und müssest hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast,
Pro 5:12 und sprechen: „Ach, wie habe ich die Zucht gehasst und wie hat mein Herz die Strafe verschmäht!
Pro 5:13 wie habe ich nicht gehorcht der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht geneigt zu denen, die mich lehrten!
Pro 5:14 Ich bin schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> in alles Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.”
Pro 5:15 Trink Wasser aus deiner Grube und Flüsse aus deinem Brunnen.
Pro 5:16 Lass deine Brunnen herausfließen und die Wasserbäche auf die Gassen.
Pro 5:17 Habe du aber sie allein, und kein Fremder mit dir.
Pro 5:18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend.
Pro 5:19 Sie ist lieblich wie eine Hinde und holdselig wie ein Reh. Lass dich ihre Liebe allezeit sättigen und ergötze dich allewege in ihrer Liebe.
Pro 5:20 Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?
Pro 5:21 Denn jedermanns Wege sind offen vor dem HErrn, und er misst alle ihre Gänge.
Pro 5:22 Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.
Pro 5:23 Er wird sterben, darum dass er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen.
Pro 6:1 Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,
Pro 6:2 so bist du verknüpft durch die Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.
Pro 6:3 So tue doch, mein Kind, also und errette dich – denn du bist deinem Nächsten in die Hände gekommen –: eile, dränge und treibe deinen Nächsten.
Pro 6:4 Lass deine Augen nicht schlafen, noch deine Augenlider schlummern.
Pro 6:5 Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie eine Vogel aus der Hand des Voglers.
Pro 6:6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!
Pro 6:7 Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,
Pro 6:8 bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
Pro 6:9 Wie lange liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
Pro 6:10 Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, dass du schlafest,
Pro 6:11 so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
Pro 6:12 Ein heilloser Mensch, ein schädlicher Mann geht mit verstelltem Munde,
Pro 6:13 winkt mit Augen, deutet mit Füßen, zeigt mit Fingern,
Pro 6:14 trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.
Pro 6:15 Darum wird ihm plötzlich sein Verderben kommen, und er wird schnell zerbrochen werden, da keine Hilfe dasein wird.
Pro 6:16 Diese sechs Stücke hasst der HErr, und am siebenten hat er einen Greuel:
Pro 6:17 hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen,
Pro 6:18 Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behende sind, Schaden zu tun,
Pro 6:19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.
Pro 6:20 Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und lass nicht fahren das Gesetz deiner Mutter.
Pro 6:21 Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,
Pro 6:22 wenn du gehst, dass sie dich geleiten; wenn du dich legst, dass sie dich bewahren; wenn du aufwachst, dass sie zu dir sprechen.
Pro 6:23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht, und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,
Pro 6:24 auf dass du bewahrt werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.
Pro 6:25 Lass dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern.
Pro 6:26 Denn eine Hure bringt einen ums Brot; aber eines andern Weib fängt das edle Leben.
Pro 6:27 Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, dass seine Kleider nicht brennen?
Pro 6:28 Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, dass seine Füße nicht verbrannt würden?
Pro 6:29 Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.
Pro 6:30 Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert;
Pro 6:31 und ob er ergriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.
Pro 6:32 Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben in das Verderben.
Pro 6:33 Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilgt.
Pro 6:34 Denn der Grimm des Mannes eifert, und schont nicht zur Zeit der Rache
Pro 6:35 und sieht keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.
Pro 7:1 Mein Kind, behalte meine Rede und verbirg meine Gebote bei dir.
Pro 7:2 Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.
Pro 7:3 Binde sie an deine Finger; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
Pro 7:4 Sprich zur Weisheit: „Du bist meine Schwester”, und nenne die Klugheit deine Freundin,
Pro 7:5 dass du behütet werdest vor dem fremden Weibe, vor einer andern, die glatte Worte gibt.
Pro 7:6 Denn am Fenster meines Hauses guckte ich durchs Gitter
Pro 7:7 und sah unter den Unverständigen und ward gewahr unter den Kindern eines törichten Jünglings,
Pro 7:8 der ging auf der Gasse an einer Ecke und trat daher auf dem Wege bei ihrem Hause,
Pro 7:9 in der Dämmerung, am Abend des Tages, da es Nacht ward und dunkel war.
Pro 7:10 Und siehe, da begegnete ihm ein Weib im Hurenschmuck, listig,
Pro 7:11 wild und unbändig, dass ihre Füße in ihrem Hause nicht bleiben können.
Pro 7:12 Jetzt ist sie draußen, jetzt auf der Gasse, und lauert an allen Ecken.
Pro 7:13 Und erwischte ihn und küsste ihn unverschämt und sprach zu ihm:
Pro 7:14 Ich habe Dankopfer für mich heute bezahlt für meine Gelübde.
Pro 7:15 Darum bin herausgegangen, dir zu begegnen, dein Angesicht zu suchen, und habe dich gefunden.
Pro 7:16 Ich habe mein Bett schön geschmückt mit bunten Teppichen aus Ägypten.
Pro 7:17 Ich habe mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt besprengt.
Pro 7:18 Komm, lass uns genug buhlen bis an den Morgen und lass uns der Liebe pflegen.
Pro 7:19 Denn der Mann ist nicht daheim; er ist einen fernen Weg gezogen.
Pro 7:20 Er hat den Geldsack mit sich genommen; er wird erst aufs Fest wieder heimkommen.
Pro 7:21 Sie überredete ihn mit vielen Worten und gewann ihn mit ihrem glatten Munde.
Pro 7:22 Er folgt ihr alsbald nach, wie ein Ochse zur Fleischbank geführt wird, und wie zur Fessel, womit man die Narren züchtigt,
Pro 7:23 bis sie ihm mit dem Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel zum Strick eilt und weiß nicht, dass es ihm das Leben gilt.
Pro 7:24 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und merket auf die Rede meines Mundes.
Pro 7:25 Lass dein Herz nicht weichen auf ihren Weg und lass dich nicht verführen auf ihrer Bahn.
Pro 7:26 Denn sie hat viele verwundet und gefällt, und sind allerlei Mächtige von ihr erwürgt.
Pro 7:27 Ihr Haus sind Wege zum Grab, da man hinunterfährt in des Todes Kammern.
Pro 8:1 Ruft nicht die Weisheit, und die Klugheit lässt sich hören?
Pro 8:2 Öffentlich am Wege und an der Straße steht sie.
Pro 8:3 An den Toren bei der Stadt, da man zur Türe eingeht, schreit sie:
Pro 8:4 O ihr Männer, ich schreie zu euch und rufe den Leuten.
Pro 8:5 Merkt, ihr Unverständigen, auf Klugheit und, ihr Toren, nehmt es zu Herzen!
Pro 8:6 Höret, denn ich will reden, was fürstlich ist, und lehren, was recht ist.
Pro 8:7 Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.
Pro 8:8 Alle Reden meines Mundes sind gerecht; es ist nichts Verkehrtes noch Falsches darin.
Pro 8:9 Sie sind alle gerade denen, die sie verstehen, und richtig denen, die es annehmen wollen.
Pro 8:10 Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber, und die Lehre achtet höher denn köstliches Gold.
Pro 8:11 Denn Weisheit ist besser als Perlen; und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen.
Pro 8:12 Ich, Weisheit, wohne bei der Klugheit, und ich weiß guten Rat zu geben.
Pro 8:13 Die Furcht des HErrn hasst das Arge, die Hoffart, den Hochmut und bösen Weg; und ich bin feind dem verkehrten Mund.
Pro 8:14 Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.
Pro 8:15 Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht.
Pro 8:16 Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.
Pro 8:17 Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.
Pro 8:18 Reichtum und Ehre ist bei mir, währendes Gut und Gerechtigkeit.
Pro 8:19 Meine Frucht ist besser denn Gold und feines Gold und mein Ertrag besser denn auserlesenes Silber.
Pro 8:20 Ich wandle auf dem rechten Wege, auf der Straße des Rechts,
Pro 8:21 dass ich wohl versorge, die mich lieben, und ihre Schätze vollmache.
Pro 8:22 Der HErr hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da.
Pro 8:23 Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang, vor der Erde.
Pro 8:24 Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen.
Pro 8:25 Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln war ich geboren,
Pro 8:26 da er die Erde noch nicht gemacht hatte und was darauf ist, noch die Berge des Erdbodens.
Pro 8:27 Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst, da er die Tiefe mit seinem Ziel fasste.
Pro 8:28 Da er die Wolken droben festete, da er festigte die Brunnen der Tiefe,
Pro 8:29 da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte:
Pro 8:30 da war ich der Werkmeister bei ihm und hatte meine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit
Pro 8:31 und spielte auf seinem Erdboden, und meine Lust ist bei den Menschenkindern.
Pro 8:32 So gehorchet mir nun, meine Kinder. Wohl denen, die meine Wege halten!
Pro 8:33 Höret die Zucht und werdet weise und lasset sie nicht fahren.
Pro 8:34 Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er warte an den Pfosten meiner Tür.
Pro 8:35 Wer mich findet, der findet das Leben und wird Wohlgefallen vom HErrn erlangen.
Pro 8:36 Wer aber an mir sündigt, der verletzt seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.
Pro 9:1 Die Weisheit baute ihr Haus und hieb sieben Säulen,
Pro 9:2 schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch
Pro 9:3 und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt:
Pro 9:4 „Wer verständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren sprach sie:
Pro 9:5 „Kommet, zehret von meinem Brot und trinket den Wein, den ich schenke;
Pro 9:6 verlasset das unverständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit.”
Pro 9:7 Wer den Spötter züchtigt, der muss Schande auf sich nehmen; und wer den Gottlosen straft, der muss gehöhnt werden.
Pro 9:8 Strafe den Spötter nicht, er hasst dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben.
Pro 9:9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.
Pro 9:10 Der Weisheit Anfang ist des HErrn Furcht, und den Heiligen erkennen ist Verstand.
Pro 9:11 Denn durch mich werden deiner Tage viel werden und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden.
Pro 9:12 Bist du weise, so bist du dir weise; bist du ein Spötter, so wirst du es allein tragen.
Pro 9:13 Es ist aber ein törichtes, wildes Weib, voll Schwätzens, und weiß nichts;
Pro 9:14 die sitzt in der Tür ihres Hauses auf dem Stuhl, oben in der Stadt,
Pro 9:15 zu laden alle, die vorübergehen und richtig auf ihrem Wege wandeln:
Pro 9:16 „Wer unverständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren spricht sie:
Pro 9:17 „Die gestohlenen Wasser sind süß, und das verborgene Brot schmeckt wohl.”
Pro 9:18 Er weiß aber nicht, dass daselbst Tote sind und ihre Gäste in der tiefen Grube.
Pro 10:1 Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.
Pro 10:2 Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode.
Pro 10:3 Der HErr lässt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde.
Pro 10:4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.
Pro 10:5 Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden.
Pro 10:6 Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.
Pro 10:7 Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen.
Pro 10:8 Wer weise von Herzen ist, nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.
Pro 10:9 Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden.
Pro 10:10 Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.
Pro 10:11 Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.
Pro 10:12 Hass erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen.
Pro 10:13 In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute.
Pro 10:14 Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken.
Pro 10:15 Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde.
Pro 10:16 Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde.
Pro 10:17 Die Zucht halten ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre.
Pro 10:18 Falsche Mäuler bergen Hass; und wer verleumdet, der ist ein Narr.
Pro 10:19 Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug.
Pro 10:20 Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts.
Pro 10:21 Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben.
Pro 10:22 Der Segen des HErrn macht reich ohne Mühe.
Pro 10:23 Ein Narr treibt Mutwillen und hat noch dazu seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt.
Pro 10:24 Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.
Pro 10:25 Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich.
Pro 10:26 Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden.
Pro 10:27 Die Furcht des HErrn mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.
Pro 10:28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.
Pro 10:29 Der Weg des HErrn ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde.
Pro 10:30 Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben.
Pro 10:31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet.
Pro 10:32 Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.
Pro 11:1 Falsche Waage ist dem HErrn ein Greuel; aber völliges Gewicht ist sein Wohlgefallen.
Pro 11:2 Wo Stolz ist, da ist auch Schmach; aber Weisheit ist bei den Demütigen.
Pro 11:3 Unschuld wird die Frommen leiten; aber die Bosheit wird die Verächter verstören.
Pro 11:4 Gut hilft nicht am Tage des Zorns; aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.
Pro 11:5 Die Gerechtigkeit des Frommen macht seinen Weg eben; aber der Gottlose wird fallen durch sein gottlos Wesen.
Pro 11:6 Die Gerechtigkeit der Frommen wird sie erretten; aber die Verächter werden gefangen in ihrer Bosheit.
Pro 11:7 Wenn der gottlose Mensch stirbt, ist seine Hoffnung verloren und das Harren des Ungerechten wird zunichte.
Pro 11:8 Der Gerechte wird aus der Not erlöst, und der Gottlose kommt an seine Statt.
Pro 11:9 Durch den Mund des Heuchlers wird sein Nächster verderbt; aber die Gerechten merken's und werden erlöst.
Pro 11:10 Eine Stadt freut sich, wenn's den Gerechten wohl geht; und wenn die Gottlosen umkommen, wird man froh.
Pro 11:11 Durch den Segen der Frommen wird eine Stadt erhoben; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie zerbrochen.
Pro 11:12 Wer seinen Nächsten schändet, ist ein Narr; aber ein verständiger Mann schweigt still.
Pro 11:13 Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer eines getreuen Herzens ist, verbirgt es.
Pro 11:14 Wo nicht Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viel Ratgeber sind, da geht es wohl zu.
Pro 11:15 Wer für einen andern Bürge wird, der wird Schaden haben; wer aber sich vor Geloben hütet, ist sicher.
Pro 11:16 Ein holdselig Weib erlangt Ehre; aber die Tyrannen erlangen Reichtum.
Pro 11:17 Ein barmherziger Mann tut sich selber Gutes; aber ein unbarmherziger betrübt auch sein eigen Fleisch.
Pro 11:18 Der Gottlosen Arbeit wird fehlschlagen; aber wer Gerechtigkeit sät, das ist gewisses Gut.
Pro 11:19 Gerechtigkeit fördert zum Leben; aber dem Übel nachjagen fördert zum Tod.
Pro 11:20 Der HErr hat Greuel an den verkehrten Herzen, und Wohlgefallen an den Frommen.
Pro 11:21 Den Bösen hilft nichts, wenn sie auch alle Hände zusammentäten; aber der Gerechten Same wird errettet werden.
Pro 11:22 Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.
Pro 11:23 Der Gerechten Wunsch muss doch wohl geraten, und der Gottlosen Hoffen wird Unglück.
Pro 11:24 Einer teilt aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, da er nicht soll, und wird doch ärmer.
Pro 11:25 Die Seele, die da reichlich segnet, wird gelabt; und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.
Pro 11:26 Wer Korn innehält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft.
Pro 11:27 Wer da Gutes sucht, dem widerfährt Gutes; wer aber nach Unglück ringt, dem wird's begegnen.
Pro 11:28 Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, der wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie ein Blatt.
Pro 11:29 Wer sein eigen Haus betrübt, der wird Wind zum Erbteil haben; und ein Narr muss ein Knecht des Weisen sein.
Pro 11:30 Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und ein Weiser gewinnt die Herzen.
Pro 11:31 So der Gerechte auf Erden leiden muss, wie viel mehr der Gottlose und der Sünder!
Pro 12:1 Wer sich gern lässt strafen, der wird klug werden; wer aber ungestraft sein will, der bleibt ein Narr.
Pro 12:2 Wer fromm ist, der bekommt Trost vom HErrn; aber ein Ruchloser verdammt sich selbst.
Pro 12:3 Ein gottlos Wesen fördert den Menschen nicht; aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben.
Pro 12:4 Ein tugendsam Weib ist eine Krone ihres Mannes; aber eine böse ist wie Eiter in seinem Gebein.
Pro 12:5 Die Gedanken der Gerechten sind redlich; aber die Anschläge der Gottlosen sind Trügerei.
Pro 12:6 Der Gottlosen Reden richten Blutvergießen an; aber der Frommen Mund errettet.
Pro 12:7 Die Gottlosen werden umgestürzt und nicht mehr sein; aber das Haus der Gerechten bleibt stehen.
Pro 12:8 Eines weisen Mannes Rat wird gelobt; aber die da tückisch sind, werden zu Schanden.
Pro 12:9 Wer gering ist und wartet des Seinen, der ist besser, denn der groß sein will, und des Brots mangelt.
Pro 12:10 Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.
Pro 12:11 Wer seinen Acker baut, der wird Brot die Fülle haben; wer aber unnötigen Sachen nachgeht, der ist ein Narr.
Pro 12:12 Des Gottlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.
Pro 12:13 Der Böse wird gefangen in seinen eigenen falschen Worten; aber der Gerechte entgeht der Angst.
Pro 12:14 Viel Gutes kommt dem Mann durch die Frucht des Mundes; und dem Menschen wird vergolten, nach dem seine Hände verdient haben.
Pro 12:15 Dem Narren gefällt seine Weise wohl; aber wer auf Rat hört, der ist weise.
Pro 12:16 Ein Narr zeigt seinen Zorn alsbald; aber wer die Schmach birgt, ist klug.
Pro 12:17 Wer wahrhaftig ist, der sagt frei, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt.
Pro 12:18 Wer unvorsichtig herausfährt, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen ist heilsam.
Pro 12:19 Wahrhaftiger Mund besteht ewiglich; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.
Pro 12:20 Die, so Böses raten, betrügen; aber die zum Frieden raten, schaffen Freude.
Pro 12:21 Es wird dem Gerechten kein Leid geschehen; aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.
Pro 12:22 Falsche Mäuler sind dem HErrn ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm wohl.
Pro 12:23 Ein verständiger Mann trägt nicht Klugheit zur Schau; aber das Herz der Narren ruft seine Narrheit aus.
Pro 12:24 Fleißige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, wird müssen zinsen.
Pro 12:25 Sorge im Herzen kränkt, aber ein freundliches Wort erfreut.
Pro 12:26 Der Gerechte hat's besser denn sein Nächster; aber der Gottlosen Weg verführt sie.
Pro 12:27 Einem Lässigen gerät sein Handel nicht; aber ein fleißiger Mensch wird reich.
Pro 12:28 Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben, und auf ihrem gebahnten Pfad ist kein Tod.
Pro 13:1 Ein weiser Sohn lässt sich vom Vater züchtigen; aber ein Spötter gehorcht der Strafe nicht.
Pro 13:2 Die Frucht des Mundes genießt man; aber die Verächter denken nur zu freveln.
Pro 13:3 Wer seinen Mund bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, der kommt in Schrecken.
Pro 13:4 Der Faule begehrt und kriegt's doch nicht; aber die Fleißigen kriegen genug.
Pro 13:5 Der Gerechte ist der Lüge feind; aber der Gottlose schändet und schmäht sich selbst.
Pro 13:6 Die Gerechtigkeit behütet den Unschuldigen; aber das gottlose Wesen bringt zu Fall den Sünder.
Pro 13:7 Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut.
Pro 13:8 Mit Reichtum kann einer sein Leben erretten; aber ein Armer hört kein Schelten.
Pro 13:9 Das Licht der Gerechten brennt fröhlich; aber die Leuchte der Gottlosen wird auslöschen.
Pro 13:10 Unter den Stolzen ist immer Hader; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.
Pro 13:11 Reichtum wird wenig, wo man's vergeudet; was man aber zusammenhält, das wird groß.
Pro 13:12 Die Hoffnung, die sich verzieht, ängstet das Herz; wenn's aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.
Pro 13:13 Wer das Wort verachtet, der verderbt sich selbst; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird's vergolten.
Pro 13:14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, zu meiden die Stricke des Todes.
Pro 13:15 Feine Klugheit schafft Gunst; aber der Verächter Weg bringt Wehe.
Pro 13:16 Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Narr aber breitet Narrheit aus.
Pro 13:17 Ein gottloser Bote bringt Unglück; aber ein treuer Bote ist heilsam.
Pro 13:18 Wer Zucht lässt fahren, der hat Armut und Schande; wer sich gerne strafen lässt, wird zu ehren kommen.
Pro 13:19 Wenn's kommt, was man begehrt, das tut dem Herzen wohl; aber das Böse meiden ist den Toren ein Greuel.
Pro 13:20 Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben.
Pro 13:21 Unglück verfolgt die Sünder; aber den Gerechten wird Gutes vergolten.
Pro 13:22 Der Gute wird vererben auf Kindeskind; aber des Sünders Gut wird für den Gerechten gespart.
Pro 13:23 Es ist viel Speise in den Furchen der Armen; aber die Unrecht tun, verderben.
Pro 13:24 Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.
Pro 13:25 Der Gerechte isst, dass sein Seele satt wird; der Gottlosen Bauch aber hat nimmer genug.
Pro 14:1 Durch weise Weiber wird das Haus erbaut; eine Närrin aber zerbricht's mit ihrem Tun.
Pro 14:2 Wer den HErrn fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.
Pro 14:3 Narren reden tyrannisch; aber die Weisen bewahren ihren Mund.
Pro 14:4 Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippe rein; aber wo der Ochse geschäftig ist, da ist viel Einkommen.
Pro 14:5 Ein treuer Zeuge lügt nicht; aber ein Falscher Zeuge redet frech Lügen.
Pro 14:6 Der Spötter sucht Weisheit, und findet sie nicht; aber dem Verständigen ist die Erkenntnis leicht.
Pro 14:7 Gehe von dem Narren; denn du lernst nichts von ihm.
Pro 14:8 Das ist des Klugen Weisheit, dass er auf seinen Weg merkt; aber der Narren Torheit ist eitel Trug.
Pro 14:9 Die Narren treiben das Gespött mit der Sünde; aber die Frommen haben Lust an den Frommen.
Pro 14:10 Das Herz kennt sein eigen Leid, und in seine Freude kann sich kein Fremder mengen.
Pro 14:11 Das Haus der Gottlosen wird vertilgt; aber die Hütte der Frommen wird grünen.
Pro 14:12 Es gefällt manchem ein Weg wohl; aber endlich bringt er ihn zum Tode.
Pro 14:13 Auch beim Lachen kann das Herz trauern, und nach der Freude kommt Leid.
Pro 14:14 Einem losen Menschen wird's gehen wie er handelt; aber ein Frommer wird über ihn sein.
Pro 14:15 Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger merkt auf seinen Gang.
Pro 14:16 Ein Weiser fürchtet sich und meidet das Arge; ein Narr aber fährt trotzig hindurch.
Pro 14:17 Ein Ungeduldiger handelt töricht; aber ein Bedächtiger hasst es.
Pro 14:18 Die Unverständigen erben Narrheit; aber es ist der Klugen Krone, vorsichtig handeln.
Pro 14:19 Die Bösen müssen sich bücken vor dem Guten und die Gottlosen in den Toren des Gerechten.
Pro 14:20 Einen Armen hassen auch seine Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.
Pro 14:21 Der Sünder verachtet seinen Nächsten; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!
Pro 14:22 Die mit bösen Ränken umgehen, werden fehlgehen; die aber Gutes denken, denen wird Treue und Güte widerfahren.
Pro 14:23 Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel.
Pro 14:24 Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Torheit der Narren bleibt Torheit.
Pro 14:25 Ein treuer Zeuge errettet das Leben; aber ein falscher Zeuge betrügt.
Pro 14:26 Wer den HErrn fürchtet, der hat eine sichere Festung, und seine Kinder werden auch beschirmt.
Pro 14:27 Die Furcht des HErrn ist eine Quelle des Lebens, dass man meide die Stricke des Todes.
Pro 14:28 Wo ein König viel Volks hat, das ist seine Herrlichkeit; wo aber wenig Volks ist, das macht einen Herrn blöde.
Pro 14:29 Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, der offenbart seine Torheit.
Pro 14:30 Ein gütiges Herz ist des Leibes Leben; aber Neid ist Eiter in den Gebeinen.
Pro 14:31 Wer dem Geringen Gewalt tut, der lästert desselben Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.
Pro 14:32 Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tod getrost.
Pro 14:33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, und wird offenbar unter den Narren.
Pro 14:34 Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.
Pro 14:35 Ein kluger Knecht gefällt dem König wohl; aber einem schändlichen Knecht ist er feind.
Pro 15:1 Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort richtet Grimm an.
Pro 15:2 Der Weisen Zunge macht die Lehre lieblich; der Narren Mund speit eitel Narrheit.
Pro 15:3 Die Augen des HErrn schauen an allen Orten beide, die Bösen und die Frommen.
Pro 15:4 Ein heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte macht Herzeleid.
Pro 15:5 Der Narr lästert die Zucht seines Vaters; wer aber Strafe annimmt, der wird klug werden.
Pro 15:6 In des Gerechten Haus ist Guts genug; aber in dem Einkommen des Gottlosen ist Verderben.
Pro 15:7 Der Weisen Mund streut guten Rat; aber der Narren Herz ist nicht richtig.
Pro 15:8 Der Gottlosen Opfer ist dem HErrn ein Greuel; aber das Gebet der Frommen ist ihm angenehm.
Pro 15:9 Der Gottlosen Weg ist dem HErrn ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
Pro 15:10 Den Weg verlassen bringt böse Züchtigung, und wer Strafe hasst, der muss sterben.
Pro 15:11 Hölle und Abgrund ist vor dem HErrn; wie viel mehr der Menschen Herzen!
Pro 15:12 Der Spötter liebt den nicht, der ihn straft, und geht nicht zu den Weisen.
Pro 15:13 Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, so fällt auch der Mut.
Pro 15:14 Ein kluges Herz handelt bedächtig; aber der Narren Mund geht mit Torheit um.
Pro 15:15 Ein Betrübter hat nimmer einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein täglich Wohlleben.
Pro 15:16 Es ist besser ein wenig mit der Furcht des HErrn denn großer Schatz, darin Unruhe ist.
Pro 15:17 Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe, denn ein gemästeter Ochse mit Hass.
Pro 15:18 Ein zorniger Mann richtet Hader an; ein Geduldiger aber stillt den Zank.
Pro 15:19 Der Weg des Faulen ist dornig; aber der Weg des Frommen ist wohl gebahnt.
Pro 15:20 Ein weiser Sohn erfreut den Vater, und ein törichter Mensch ist seiner Mutter Schande.
Pro 15:21 Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege.
Pro 15:22 Die Anschläge werden zunichte, wo nicht Rat ist; wo aber viel Ratgeber sind, bestehen sie.
Pro 15:23 Es ist einem Manne eine Freude, wenn er richtig antwortet; und ein Wort zu seiner Zeit ist sehr lieblich.
Pro 15:24 Der Weg des Lebens geht überwärts für den Klugen, auf dass er meide die Hölle unterwärts.
Pro 15:25 Der HErr wird das Haus des Hoffärtigen zerbrechen und die Grenze der Witwe bestätigen.
Pro 15:26 Die Anschläge des Argen sind dem HErrn ein Greuel; aber freundlich reden die Reinen.
Pro 15:27 Der Geizige verstört sein eigen Haus; wer aber Geschenke hasst, der wird leben.
Pro 15:28 Das Herz des Gerechten ersinnt, was zu antworten ist; aber der Mund der Gottlosen schäumt Böses.
Pro 15:29 Der HErr ist fern von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.
Pro 15:30 Freundlicher Anblick erfreut das Herz; eine gute Botschaft labt das Gebein.
Pro 15:31 Das Ohr, das da hört die Strafe des Lebens, wird unter den Weisen wohnen.
Pro 15:32 Wer sich nicht ziehen lässt, der macht sich selbst zunichte; wer aber auf Strafe hört, der wird klug.
Pro 15:33 Die Furcht des HErrn ist Zucht und Weisheit; und ehe man zu Ehren kommt, muss man zuvor leiden.
Pro 16:1 Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll.
Pro 16:2 Einem jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HErr wägt die Geister.
Pro 16:3 Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen.
Pro 16:4 Der HErr macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag.
Pro 16:5 Ein stolzes Herz ist dem HErrn ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie gleich alle aneinander hängen.
Pro 16:6 Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnt, und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse.
Pro 16:7 Wenn jemands Wege dem HErrn wohl gefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden.
Pro 16:8 Es ist besser ein wenig mit Gerechtigkeit denn viel Einkommen mit Unrecht.
Pro 16:9 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HErr allein gibt, dass er fortgehe.
Pro 16:10 Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund fehlt nicht im Gericht.
Pro 16:11 Rechte Waage und Gewicht ist vom HErrn; und alle Pfunde im Sack sind seine Werke.
Pro 16:12 Den Königen ist Unrecht tun ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.
Pro 16:13 Recht raten gefällt den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.
Pro 16:14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.
Pro 16:15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.
Pro 16:16 Nimm an die Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und Verstand haben ist edler als Silber.
Pro 16:17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer seinen Weg bewahrt, der erhält sein Leben.
Pro 16:18 Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.
Pro 16:19 Es ist besser niedrigen Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.
Pro 16:20 Wer eine Sache klüglich führt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HErrn verlässt!
Pro 16:21 Ein Verständiger wird gerühmt für einen weisen Mann, und liebliche Reden lehren wohl.
Pro 16:22 Klugheit ist wie ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Zucht der Narren ist Narrheit.
Pro 16:23 Ein weises Herz redet klug und lehrt wohl.
Pro 16:24 Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.
Pro 16:25 Manchem gefällt ein Weg wohl; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.
Pro 16:26 Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.
Pro 16:27 Ein loser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Maul brennt Feuer.
Pro 16:28 Ein verkehrter Mensch richtet Hader an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.
Pro 16:29 Ein Frevler lockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.
Pro 16:30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.
Pro 16:31 Graue Haare sind eine Krone der Ehren, die auf dem Wege der Gerechtigkeit gefunden wird.
Pro 16:32 Ein Geduldiger ist besser denn ein Starker, und der seines Mutes Herr ist, denn der Städte gewinnt.
Pro 16:33 Das Los wird geworfen in den Schoß; aber es fällt, wie der HErr will.
Pro 17:1 Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen lässt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.
Pro 17:2 Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.
Pro 17:3 Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HErr die Herzen.
Pro 17:4 Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht den schädlichen Zungen.
Pro 17:5 Wer des Dürftigen spottet, der höhnt desselben Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, der wird nicht ungestraft bleiben.
Pro 17:6 Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.
Pro 17:7 Es steht einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, dass er gern lügt.
Pro 17:8 Wer zu schenken hat, dem ist's ein Edelstein; wo er sich hin kehrt, ist er klug geachtet.
Pro 17:9 Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.
Pro 17:10 Schelten bringt mehr ein an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.
Pro 17:11 Ein bitterer Mensch trachtet, eitel Schaden zu tun; aber es wird ein grimmiger Engel über ihn kommen.
Pro 17:12 Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubt sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.
Pro 17:13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.
Pro 17:14 Wer Hader anfängt, ist gleich dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Lass du vom Hader, ehe du drein gemengt wirst.
Pro 17:15 Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HErrn ein Greuel.
Pro 17:16 Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?
Pro 17:17 Ein Freund liebt allezeit, und als ein Bruder wird er in Not erfunden.
Pro 17:18 Es ist ein Narr, der in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.
Pro 17:19 Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Türe hoch macht, ringt nach Einsturz.
Pro 17:20 Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.
Pro 17:21 Wer einen Narren zeugt, der hat Grämen; und eines Narren Vater hat keine Freude.
Pro 17:22 Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebein.
Pro 17:23 Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.
Pro 17:24 Ein Verständiger gebärdet sich weise; ein Narr wirft die Augen hin und her.
Pro 17:25 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis der Mutter, die ihn geboren hat.
Pro 17:26 Es ist nicht gut, dass man den Gerechten schindet, noch den Edlen zu schlagen, der recht handelt.
Pro 17:27 Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede; und ein verständiger Mann ist kaltes Muts.
Pro 17:28 Ein Narr, wenn er schwiege, wurde auch für weise gerechnet, und für verständig, wenn er das Maul hielte.
Pro 18:1 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.
Pro 18:2 Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern kundzutun, was in seinem Herzen steckt.
Pro 18:3 Wo der Gottlose hin kommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.
Pro 18:4 Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.
Pro 18:5 Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.
Pro 18:6 Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringt nach Schlägen.
Pro 18:7 Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fangen seine eigene Seele.
Pro 18:8 Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.
Pro 18:9 Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.
Pro 18:10 Der Name des HErrn ist ein festes Schloss; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt.
Pro 18:11 Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie hohe Mauern in seinem Dünkel.
Pro 18:12 Wenn einer zu Grunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man zuvor leiden.
Pro 18:13 Wer antwortet ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.
Pro 18:14 Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?
Pro 18:15 Ein verständiges Herz weiß sich vernünftig zu halten; und die Weisen hören gern, wie man vernünftig handelt.
Pro 18:16 Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.
Pro 18:17 Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.
Pro 18:18 Das Los stillt den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.
Pro 18:19 Ein verletzter Bruder hält härter den eine feste Stadt, und Zank hält härter denn Riegel am Palast.
Pro 18:20 Einem Mann wird vergolten, darnach sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt von der Frucht seiner Lippen.
Pro 18:21 Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.
Pro 18:22 Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HErrn.
Pro 18:23 Ein Armer redet mit Flehen, ein Reicher antwortet stolz.
Pro 18:24 Ein treuer Freund liebt mehr uns steht fester bei denn ein Bruder.
Pro 19:1 Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.
Pro 19:2 Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht's nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.
Pro 19:3 Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HErrn.
Pro 19:4 Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.
Pro 19:5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.
Pro 19:6 Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.
Pro 19:7 Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verlässt, dem wird nichts.
Pro 19:8 Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.
Pro 19:9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.
Pro 19:10 Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.
Pro 19:11 Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, dass er Untugend überhören kann.
Pro 19:12 Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.
Pro 19:13 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.
Pro 19:14 Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HErrn.
Pro 19:15 Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.
Pro 19:16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.
Pro 19:17 Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HErrn; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
Pro 19:18 Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber lass deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.
Pro 19:19 Großer Grimm muss Schaden leiden; denn willst du ihm steuern,<RF>bedeutet: entgegenwirken, ihn löschen<Rf> so wird er noch größer.
Pro 19:20 Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, dass du hernach weise seiest.
Pro 19:21 Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HErrn besteht.
Pro 19:22 Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.
Pro 19:23 Die Furcht des HErrn fördert zum Leben, und wird satt bleiben, dass kein Übel sie heimsuchen wird.
Pro 19:24 Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.
Pro 19:25 Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.
Pro 19:26 Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.
Pro 19:27 Lass ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.
Pro 19:28 Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.
Pro 19:29 Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.
Pro 20:1 Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.
Pro 20:2 Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider sein Leben.
Pro 20:3 Es ist dem Mann eine Ehre, vom Hader bleiben; aber die gern Hadern, sind allzumal Narren.
Pro 20:4 Um der Kälte willen will der Faule nicht pflügen; so muss er in der Ernte betteln und nichts kriegen.
Pro 20:5 Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie tiefe Wasser; aber ein Verständiger kann's merken, was er meint.
Pro 20:6 Viele Menschen werden fromm gerühmt; aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sei?
Pro 20:7 Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird's wohl gehen nach ihm.
Pro 20:8 Ein König, der auf seinem Stuhl sitzt, zu richten, zerstreut alles Arge mit seinen Augen.
Pro 20:9 Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?
Pro 20:10 Mancherlei Gewicht und Maß ist beides Greuel dem HErrn.
Pro 20:11 Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.
Pro 20:12 Ein hörend Ohr und sehend Auge, die macht beide der HErr.
Pro 20:13 Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht arm werdest; lass deine Augen wacker sein, so wirst du Brot genug haben.
Pro 20:14 „Böse, böse!” spricht man, wenn man's hat; aber wenn's weg ist, so rühmt man es dann.
Pro 20:15 Es gibt Gold und viele Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles Kleinod.
Pro 20:16 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um des Fremden willen.
Pro 20:17 Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne wohl; aber hernach wird ihm der Mund voll Kieselsteine werden.
Pro 20:18 Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führt; und Krieg soll man mit Vernunft führen.
Pro 20:19 Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.
Pro 20:20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, des Leuchte wird verlöschen mitten in der Finsternis.
Pro 20:21 Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilt wird zuletzt nicht gesegnet sein.
Pro 20:22 Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des HErrn, der wird dir helfen.
Pro 20:23 Mancherlei Gewicht ist ein Greuel dem HErrn, und eine falsche Waage ist nicht gut.
Pro 20:24 Jedermanns Gänge kommen vom HErrn. Welcher Mensch versteht seinen Weg?
Pro 20:25 Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.
Pro 20:26 Ein weiser König zerstreut die Gottlosen und bringt das Rad über sie.
Pro 20:27 Eine Leuchte des HErrn ist des Menschen Geist; die geht durch alle Kammern des Leibes.
Pro 20:28 Fromm und wahrhaftig sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Frömmigkeit.
Pro 20:29 Der Jünglinge Stärke ist ihr Preis; und graues Haar ist der Alten Schmuck.
Pro 20:30 Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.
Pro 21:1 Des Königs Herz ist in der Hand des HErrn wie Wasserbäche, und er neigt es wohin er will.
Pro 21:2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HErr wägt die Herzen.
Pro 21:3 Wohl und recht tun ist dem HErrn lieber denn Opfer.
Pro 21:4 Hoffärtige Augen und stolzer Mut, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.
Pro 21:5 Die Anschläge eines Emsigen bringen Überfluss; wer aber allzu jach<RF>bedeutet: rasch<Rf> ist, dem wird's mangeln.
Pro 21:6 Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.
Pro 21:7 Der Gottlosen Rauben wird sie erschrecken; denn sie wollten nicht tun, was recht war.
Pro 21:8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, des Werk ist recht.
Pro 21:9 Es ist besser wohnen im Winkel auf dem Dach, denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.
Pro 21:10 Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.
Pro 21:11 Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unvernünftigen Weise; und wenn man einen Weisen unterrichtet, so wird er vernünftig.
Pro 21:12 Der Gerechte hält sich weislich gegen des Gottlosen Haus; aber die Gottlosen denken nur Schaden zu tun.
Pro 21:13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen, und nicht erhört werden.
Pro 21:14 Eine heimliche Gabe stillt den Zorn, und ein Geschenk im Schoß den heftigen Grimm.
Pro 21:15 Es ist dem Gerechten eine Freude, zu tun, was recht ist, aber eine Furcht den Übeltätern.
Pro 21:16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit irrt, wird bleiben in der Toten Gemeinde.
Pro 21:17 Wer gern in Freuden lebt, dem wird's mangeln; und wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.
Pro 21:18 Der Gottlose muss für den Gerechten gegeben werden und der Verächter für die Frommen.
Pro 21:19 Es ist besser, wohnen im wüsten Lande denn bei einem zänkischen und zornigen Weibe.
Pro 21:20 Im Hause des Weisen ist ein lieblicher Schatz und Öl; aber ein Narr verschlemmt es.
Pro 21:21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.
Pro 21:22 Ein Weiser gewinnt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, darauf sie sich verlässt.
Pro 21:23 Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, der bewahrt seine Seele vor Angst.
Pro 21:24 Der stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter, der im Zorn Stolz beweist.
Pro 21:25 Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.
Pro 21:26 Er wünscht den ganzen Tag; aber der Gerechte gibt, und versagt nicht.
Pro 21:27 Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel; denn es wird in Sünden geopfert.
Pro 21:28 Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer sich sagen lässt, den lässt man auch allezeit wiederum reden.
Pro 21:29 Der Gottlose fährt mit dem Kopf hindurch; aber wer fromm ist, des Weg wird bestehen.
Pro 21:30 Es hilft keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat wider den HErrn.
Pro 21:31 Rosse werden zum Streittage bereitet; aber der Sieg kommt vom HErrn.
Pro 22:1 Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.
Pro 22:2 Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HErr hat sie alle gemacht.
Pro 22:3 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.
Pro 22:4 Wo man leidet in des HErrn Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.
Pro 22:5 Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.
Pro 22:6 Wie man einen Knaben gewöhnt, so lässt er nicht davon, wenn er alt wird.
Pro 22:7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.
Pro 22:8 Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.
Pro 22:9 Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.
Pro 22:10 Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.
Pro 22:11 Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.
Pro 22:12 Die Augen des HErrn behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.
Pro 22:13 Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.
Pro 22:14 Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HErr ungnädig ist, der fällt hinein.
Pro 22:15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.
Pro 22:16 Wer dem Armen Unrecht tut, dass seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.
Pro 22:17 Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.
Pro 22:18 Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.
Pro 22:19 dass deine Hoffnung sei auf den HErrn, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.
Pro 22:20 Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,
Pro 22:21 dass ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, dass du recht antworten könntest denen, die dich senden?
Pro 22:22 Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.
Pro 22:23 Denn der HErr wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.
Pro 22:24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;
Pro 22:25 du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.
Pro 22:26 Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;
Pro 22:27 denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.
Pro 22:28 Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.
Pro 22:29 Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.
Pro 23:1 Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,
Pro 23:2 und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.
Pro 23:3 Wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist falsches Brot.
Pro 23:4 Bemühe dich nicht reich zu werden und lass ab von deinen Fündlein.
Pro 23:5 Lass dein Augen nicht fliegen nach dem, was du nicht haben kannst; denn dasselbe macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.
Pro 23:6 Iss nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts.
Pro 23:7 Denn wie ein Gespenst ist er inwendig; er spricht: Iss und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.
Pro 23:8 Deine Bissen die du gegessen hattest, musst du ausspeien, und musst deine freundlichen Worte verloren haben.
Pro 23:9 Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.
Pro 23:10 Verrücke nicht die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker.
Pro 23:11 Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.
Pro 23:12 Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.
Pro 23:13 Lass nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten.
Pro 23:14 Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.
Pro 23:15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz;
Pro 23:16 und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
Pro 23:17 Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HErrn.
Pro 23:18 Denn es wird dir hernach gut sein, und dein Warten wird nicht trügen.
Pro 23:19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.
Pro 23:20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;
Pro 23:21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.
Pro 23:22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.
Pro 23:23 Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.
Pro 23:24 Der Vater eines Gerechten freut sich; und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.
Pro 23:25 Lass sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.
Pro 23:26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen.
Pro 23:27 Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen.
Pro 23:28 Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.
Pro 23:29 Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen?
Pro 23:30 Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.
Pro 23:31 Siehe den Wein nicht an, dass er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein;
Pro 23:32 aber darnach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.
Pro 23:33 So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,
Pro 23:34 und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.
Pro 23:35 „Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, dass ich's mehr treibe?”
Pro 24:1 Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;
Pro 24:2 denn ihr Herz trachte nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.
Pro 24:3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.
Pro 24:4 Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer.
Pro 24:5 Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften.
Pro 24:6 Denn mit Rat muss man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.
Pro 24:7 Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.
Pro 24:8 Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht.
Pro 24:9 Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Greuel vor den Leuten.
Pro 24:10 Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.
Pro 24:11 Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will.
Pro 24:12 Sprichst du: „Siehe, wir verstehen's nicht!” meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk?
Pro 24:13 Iss, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse.
Pro 24:14 Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.
Pro 24:15 Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht.
Pro 24:16 Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück.
Pro 24:17 Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück;
Pro 24:18 der HErr möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden.
Pro 24:19 Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen.
Pro 24:20 Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.
Pro 24:21 Mein Kind, fürchte den HErrn und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer.
Pro 24:22 Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt?
Pro 24:23 Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.
Pro 24:24 Wer zum Gottlosen spricht: „Du bist fromm”, dem fluchen die Leute, und das Volk hasst ihn.
Pro 24:25 Welche aber strafen, die gefallen wohl, und kommt ein reicher Segen auf sie.
Pro 24:26 Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.
Pro 24:27 Richte draußen dein Geschäft aus und bearbeite deinen Acker; darnach baue dein Haus.
Pro 24:28 Sei nicht Zeuge ohne Ursache wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.
Pro 24:29 Sprich nicht: „Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten.”
Pro 24:30 Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren;
Pro 24:31 und siehe, da waren eitel Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.
Pro 24:32 Da ich das sah, nahm ich's zu Herzen und schaute und lernte daran.
Pro 24:33 Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, dass du ruhest:
Pro 24:34 aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.
Pro 25:1 Dies sind auch Sprüche Salomos, die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias, des Königs in Juda.
Pro 25:2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist's, eine Sache zu erforschen.
Pro 25:3 Der Himmel ist hoch und die Erde tief; aber der Könige Herz ist unerforschlich.
Pro 25:4 Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus.
Pro 25:5 Man tue den Gottlosen hinweg vor dem König, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit befestigt.
Pro 25:6 Prange nicht vor dem König und tritt nicht an den Ort der Großen.
Pro 25:7 Denn es ist dir besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf! als dass du vor dem Fürsten erniedrigt wirst, dass es deine Augen sehen müssen.
Pro 25:8 Fahre nicht bald heraus, zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn dich dein Nächster beschämt hat?
Pro 25:9 Führe deine Sache mit deinem Nächsten, und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,
Pro 25:10 auf dass nicht übel von dir spreche, der es hört, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.
Pro 25:11 Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.
Pro 25:12 Wer einem Weisen gehorcht, der ihn straft, das ist wie ein goldenes Stirnband und goldenes Halsband.
Pro 25:13 Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein treuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und labt seines Herrn Seele.
Pro 25:14 Wer viel verspricht und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.
Pro 25:15 Durch Geduld wird ein Fürst versöhnt, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.
Pro 25:16 Findest du Honig, so iss davon, so viel dir genug ist, dass du nicht zu satt wirst und speiest ihn aus.
Pro 25:17 Entzieh deinen Fuß vom Hause deines Nächsten; er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.
Pro 25:18 Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.
Pro 25:19 Die Hoffnung auf einen Treulosen zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.
Pro 25:20 Wer einem betrübten Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt am kalten Tage, und wie Essig auf der Kreide.
Pro 25:21 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.
Pro 25:22 Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HErr wird dir's vergelten.
Pro 25:23 Der Nordwind bringt Ungewitter, und die heimliche Zunge macht saures Angesicht.
Pro 25:24 Es ist besser, im Winkel auf dem Dach sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.
Pro 25:25 Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kalt Wasser einer durstigen Seele.
Pro 25:26 Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.
Pro 25:27 Wer zuviel Honig isst, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.
Pro 25:28 Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.
Pro 26:1 Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimt sich dem Narren die Ehre nicht.
Pro 26:2 Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fliegt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.
Pro 26:3 Dem Ross eine Geißel und dem Esel einen Zaum und dem Narren eine Rute auf den Rücken!
Pro 26:4 Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, dass du ihm nicht auch gleich werdest.
Pro 26:5 Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, dass er sich nicht weise lasse dünken.
Pro 26:6 Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie ein Lahmer an den Füßen und nimmt Schaden.
Pro 26:7 Wie einem Krüppel das Tanzen, also steht den Narren an, von Weisheit zu reden.
Pro 26:8 Wer einem Narren Ehre antut, das ist, als wenn einer einen edlen Stein auf den Rabenstein würfe.
Pro 26:9 Ein Spruch in eines Narren Mund ist wie ein Dornzweig, der in eines Trunkenen Hand sticht.
Pro 26:10 Ein guter Meister macht ein Ding recht; aber wer einen Stümper dingt, dem wird's verderbt.
Pro 26:11 Wie ein Hund sein Gespeites wieder frisst, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.
Pro 26:12 Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm.
Pro 26:13 Der Faule spricht: Es ist ein junger Löwe auf dem Wege und ein Löwe auf den Gassen.
Pro 26:14 Ein Fauler wendet sich im Bette wie die Tür in der Angel.
Pro 26:15 Der Faule verbirgt seine Hand in dem Topf, und wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.
Pro 26:16 Ein Fauler dünkt sich weiser denn sieben, die da Sitten lehren.
Pro 26:17 Wer vorgeht und sich mengt in fremden Hader, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.
Pro 26:18 Wie ein Unsinniger mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet,
Pro 26:19 also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht darnach: Ich habe gescherzt.
Pro 26:20 Wenn nimmer Holz da ist, so verlischt das Feuer; und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Hader auf.
Pro 26:21 Wie die Kohlen eine Glut und Holz ein Feuer, also facht ein zänkischer Mann Hader an.
Pro 26:22 Die Worte des Verleumders sind wie Schläge, und sie gehen durchs Herz.
Pro 26:23 Brünstige Lippen und ein böses Herz ist wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen.
Pro 26:24 Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch.
Pro 26:25 Wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.
Pro 26:26 Wer den Hass heimlich hält, Schaden zu tun, des Bosheit wird vor der Gemeinde offenbar werden.
Pro 26:27 Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.
Pro 26:28 Eine falsche Zunge hasst den, der sie straft; und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.
Pro 27:1 Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.
Pro 27:2 Lass dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.
Pro 27:3 Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.
Pro 27:4 Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?
Pro 27:5 Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.
Pro 27:6 Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.
Pro 27:7 Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.
Pro 27:8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.
Pro 27:9 Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.
Pro 27:10 Deinen Freund und deines Vaters Freund verlass nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.
Pro 27:11 Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.
Pro 27:12 Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.
Pro 27:13 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.
Pro 27:14 Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.
Pro 27:15 Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.
Pro 27:16 Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.
Pro 27:17 Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.
Pro 27:18 Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der isst Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.
Pro 27:19 Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.
Pro 27:20 Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.
Pro 27:21 Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.
Pro 27:22 Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.
Pro 27:23 Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.
Pro 27:24 Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.
Pro 27:25 Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.
Pro 27:26 Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.
Pro 27:27 Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.
Pro 28:1 Der Gottlose flieht, und niemand jagt ihn; der Gerechte aber ist getrost wie ein junger Löwe.
Pro 28:2 Um des Landes Sünde willen werden viel Änderungen der Fürstentümer; aber um der Leute willen, die verständig und vernünftig sind, bleiben sie lange.
Pro 28:3 Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Meltau, der die Frucht verdirbt.
Pro 28:4 Die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.
Pro 28:5 Böse Leute merken nicht aufs Recht; die aber nach dem HErrn fragen, merken auf alles.
Pro 28:6 Es ist besser ein Armer, der in seiner Frömmigkeit geht, denn ein Reicher, der in verkehrten Wegen geht.
Pro 28:7 Wer das Gesetz bewahrt, ist ein verständiges Kind; wer aber der Schlemmer Geselle ist, schändet seinen Vater.
Pro 28:8 Wer sein Gut mehrt mit Wucher und Zins, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.
Pro 28:9 Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hören, des Gebet ist ein Greuel.
Pro 28:10 Wer die Frommen verführt auf bösem Wege, der wird in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.
Pro 28:11 Ein Reicher dünkt sich, weise zu sein; aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.
Pro 28:12 Wenn die Gerechten Oberhand haben, so geht's sehr fein zu; wenn aber Gottlose aufkommen, wendet sich's unter den Leuten.
Pro 28:13 Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.
Pro 28:14 Wohl dem, der sich allewege fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.
Pro 28:15 Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.
Pro 28:16 Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber den Geiz hasst, der wird lange leben.
Pro 28:17 Ein Mensch, der am Blut einer Seele schuldig ist, der wird flüchtig sein bis zur Grube, und niemand halte ihn auf.
Pro 28:18 Wer fromm einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrtes Weges ist, wird auf einmal fallen.
Pro 28:19 Wer seinen Acker baut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggang nachgeht, wird Armut genug haben.
Pro 28:20 Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.
Pro 28:21 Person ansehen ist nicht gut; und mancher tut übel auch wohl um ein Stück Brot.
Pro 28:22 Wer eilt zum Reichtum und ist neidisch, der weiß nicht, dass Mangel ihm begegnen wird.
Pro 28:23 Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr denn der da heuchelt.
Pro 28:24 Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.
Pro 28:25 Ein Stolzer erweckt Zank; wer aber auf den HErrn sich verlässt, wird gelabt.
Pro 28:26 Wer sich auf sein Herz verlässt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.
Pro 28:27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird viel verflucht.
Pro 28:28 Wenn die Gottlosen aufkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.
Pro 29:1 Wer wider die Strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.
Pro 29:2 Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.
Pro 29:3 Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.
Pro 29:4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; ein geiziger aber verderbt es.
Pro 29:5 Wer mit seinem Nächsten heuchelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.
Pro 29:6 Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.
Pro 29:7 Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft.
Pro 29:8 Die Spötter bringen frech eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.
Pro 29:9 Wenn ein Weiser mit einem Narren zu rechten kommt, er zürne oder lache, so hat er nicht Ruhe.
Pro 29:10 Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen sein Heil.
Pro 29:11 Ein Narr schüttet seinen Geist ganz aus; aber ein Weiser hält an sich.
Pro 29:12 Ein Herr, der zu Lügen Lust hat, des Diener sind alle gottlos.
Pro 29:13 Arme und Reiche begegnen einander: beider Augen erleuchtet der HErr.
Pro 29:14 Ein König, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewig bestehen.
Pro 29:15 Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.
Pro 29:16 Wo viele Gottlose sind, da sind viel Sünden; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.
Pro 29:17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dich ergötzen und wird deiner Seele sanft tun.
Pro 29:18 Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst; wohl aber dem, der das Gesetz handhabt!
Pro 29:19 Ein Knecht lässt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er sie gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an.
Pro 29:20 Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist am Narren mehr Hoffnung denn an ihm.
Pro 29:21 Wenn ein Knecht von Jugend auf zärtlich gehalten wird, so will er darnach ein Junker sein.
Pro 29:22 Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.
Pro 29:23 Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.
Pro 29:24 Wer mit Dieben teilhat, den Fluch aussprechen hört, und sagt's nicht an, der hasst sein Leben.
Pro 29:25 Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HErrn verlässt, wird beschützt.
Pro 29:26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom HErrn.
Pro 29:27 Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel; und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.
Pro 30:1 Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Lehre und Rede des Mannes: Ich habe mich gemüht, o Gott; ich habe mich gemüht, o Gott, und ablassen müssen.
Pro 30:2 Denn ich bin der allernärrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir;
Pro 30:3 ich habe Weisheit nicht gelernt, dass ich den Heiligen erkennete.
Pro 30:4 Wer fährt hinauf gen Himmel und herab? Wer fasst den Wind in seine Hände? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?
Pro 30:5 Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.
Pro 30:6 Tue nichts zu seinen Worten, dass er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.
Pro 30:7 Zweierlei bitte ich von dir; das wollest du mir nicht weigern, ehe ich denn sterbe:
Pro 30:8 Abgötterei und Lüge lass ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen.
Pro 30:9 Ich möchte sonst, wo ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HErr? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.
Pro 30:10 Verleumde den Knecht nicht bei seinem Herrn, dass er dir nicht fluche und du die Schuld tragen müssest.
Pro 30:11 Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;
Pro 30:12 eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen;
Pro 30:13 eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhält;
Pro 30:14 eine Art, die Schwerter für Zähne hat und Messer für Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.
Pro 30:15 Blutegel hat zwei Töchter: Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und das vierte spricht nicht: Es ist genug:
Pro 30:16 die Hölle, der Frauen verschlossenen Mutter, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer spricht nicht: Es ist genug.
Pro 30:17 Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.
Pro 30:18 Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht:
Pro 30:19 des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf einem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Jungfrau.
Pro 30:20 Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlingt und wischt ihr Maul und spricht: Ich habe kein Böses getan.
Pro 30:21 Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte kann es nicht ertragen:
Pro 30:22 ein Knecht, wenn er König wird; ein Narr, wenn er zu satt ist;
Pro 30:23 eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihrer Frau Erbin wird.
Pro 30:24 Vier sind klein auf Erden und klüger denn die Weisen:
Pro 30:25 die Ameisen, ein schwaches Volk; dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise,
Pro 30:26 Kaninchen, ein schwaches Volk; dennoch legt es sein Haus in den Felsen,
Pro 30:27 Heuschrecken, haben keinen König; dennoch ziehen sie aus ganz in Haufen,
Pro 30:28 die Spinne, wirkt mit ihren Händen und ist in der Könige Schlössern.
Pro 30:29 Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte geht wohl:
Pro 30:30 der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt nicht um vor jemand;
Pro 30:31 ein Windhund von guten Lenden, und ein Widder, und ein König, wider den sich niemand legen darf.
Pro 30:32 Bist du ein Narr gewesen und zu hoch gefahren und hast Böses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul.
Pro 30:33 Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.
Pro 31:1 Dies sind die Worte des Königs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrte.
Pro 31:2 Ach mein Auserwählter, ach du Sohn meines Leibes, ach mein gewünschter Sohn,
Pro 31:3 lass nicht den Weibern deine Kraft und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben!
Pro 31:4 O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk!
Pro 31:5 Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute.
Pro 31:6 Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen,
Pro 31:7 dass sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.
Pro 31:8 Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.
Pro 31:9 Tue deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.
Pro 31:10 Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen.
Pro 31:11 Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.
Pro 31:12 Sie tut ihm Liebes und kein Leides ihr Leben lang.
Pro 31:13 Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gern mit ihren Händen.
Pro 31:14 Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt.
Pro 31:15 Sie steht vor Tages auf und gibt Speise ihrem Hause und Essen ihren Dirnen.
Pro 31:16 Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände.
Pro 31:17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.
Pro 31:18 Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlischt des Nachts nicht.
Pro 31:19 Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.
Pro 31:20 Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Dürftigen.
Pro 31:21 Sie fürchtet für ihr Haus nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.
Pro 31:22 Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.
Pro 31:23 Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.
Pro 31:24 Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Krämer.
Pro 31:25 Kraft und Schöne sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages.
Pro 31:26 Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre.
Pro 31:27 Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und isst ihr Brot nicht mit Faulheit.
Pro 31:28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie:
Pro 31:29 „Viele Töchter halten sich tugendsam; du aber übertriffst sie alle.”
Pro 31:30 Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HErrn fürchtet, soll man loben.
Pro 31:31 Sie wird gerühmt werden von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie loben in den Toren.