Psa 1:1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg Sünder noch sitzt, da die Spötter sitzen,
Psa 1:2 sondern hat Lust zum Gesetz des HErrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!
Psa 1:3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl.
Psa 1:4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
Psa 1:5 Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Psa 1:6 Denn der HErr kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergeht.
Psa 2:1 Warum toben die Heiden, und die Völker reden so vergeblich?
Psa 2:2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HErrn und seinen Gesalbten:
Psa 2:3 „Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!”
Psa 2:4 Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der HErr spottet ihrer.
Psa 2:5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
Psa 2:6 „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.”
Psa 2:7 Ich will von der Weise predigen, dass der HErr zu mir gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget;
Psa 2:8 heische von mir, so will ich dir Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.
Psa 2:9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.”
Psa 2:10 So lasset euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden!
Psa 2:11 Dienet dem HErrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern!
Psa 2:12 Küsset den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!
Psa 3:1 Ein Psalm Davids, da er floh vor seinem Sohn Absalom.
Psa 3:2 Ach HErr, wie sind meiner Feinde so viel und setzen sich so viele wider mich!
Psa 3:3 Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei Gott. (Sela.)
Psa 3:4 Aber du, HErr, bist der Schild für mich und der mich zu Ehren setzt und mein Haupt aufrichtet.
Psa 3:5 Ich rufe an mit meiner Stimme den HErrn; so erhört er mich von seinem heiligen Berge. (Sela.)
Psa 3:6 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HErr hält mich.
Psa 3:7 Ich fürchte mich nicht vor viel Tausenden, die sich umher wider mich legen.
Psa 3:8 Auf, HErr, und hilf mir, mein Gott! denn du schlägst alle meine Feinde auf den Backen und zerschmetterst der Gottlosen Zähne.
Psa 3:9 Bei dem HErrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk! (Sela.)
Psa 4:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 4:2 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Psa 4:3 Liebe Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern! (Sela.)
Psa 4:4 Erkennet doch, dass der HErr seine Heiligen wunderbar führt; der HErr hört, wenn ich ihn anrufe.
Psa 4:5 Zürnet ihr, so sündiget nicht. Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager und harret. (Sela.)
Psa 4:6 Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den HErrn.
Psa 4:7 Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?” Aber, HErr, erhebe über uns das Licht deines Antlitzes!
Psa 4:8 Du erfreuest mein Herz, ob jene gleich viel Wein und Korn haben.
Psa 4:9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HErr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
Psa 5:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für das Erbe.
Psa 5:2 HErr, höre meine Worte, merke auf meine Rede!
Psa 5:3 Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten.
Psa 5:4 HErr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und aufmerken.
Psa 5:5 Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.
Psa 5:6 Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern.
Psa 5:7 Du bringst die Lügner um; der HErr hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen.
Psa 5:8 Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht.
Psa 5:9 HErr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her.
Psa 5:10 Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses; ihr Inwendiges ist Herzeleid. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie.
Psa 5:11 Sprich sie schuldig, Gott, dass sie fallen von ihrem Vornehmen. Stoße sie aus um ihrer großen Übertretungen willen; denn sie sind dir widerspenstig.
Psa 5:12 Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmst sie; fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben.
Psa 5:13 Denn du, HErr, segnest die Gerechten; du krönest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
Psa 6:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
Psa 6:2 Ach HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
Psa 6:3 HErr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HErr, denn meine Gebeine sind erschrocken,
Psa 6:4 und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du, HErr, wie lange!
Psa 6:5 Wende dich, HErr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen!
Psa 6:6 Denn im Tode gedenkt man dein nicht; wer will dir bei den Toten danken?
Psa 6:7 Ich bin so müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht und netze mit meinen Tränen mein Lager.
Psa 6:8 Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern und ist alt geworden; denn ich werde allenthalben geängstet.
Psa 6:9 Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HErr hört mein Weinen,
Psa 6:10 der HErr hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HErr an.
Psa 6:11 Es müssen alle meine Feinde zu Schanden werden und sehr erschrecken, sich zurückkehren und zu Schanden werden plötzlich.
Psa 7:1 Die Unschuld Davids, davon er sang dem HErrn von wegen der Worte des Chus, des Benjaminiten.  
Psa 7:2 Auf dich, HErr, traue ich, mein Gott. Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich,
Psa 7:3 dass sie nicht wie Löwen meine Seele erhaschen und zerreißen, weil kein Erretter da ist.
Psa 7:4 HErr, mein Gott, habe ich solches getan und ist Unrecht in meinen Händen;
Psa 7:5 habe ich Böses vergolten denen, so friedlich mit mir lebten, oder die, so mir ohne Ursache feind waren, beschädigt:
Psa 7:6 so verfolge mein Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub. (Sela.)
Psa 7:7 Stehe auf, HErr, in deinem Zorn, erhebe dich über den Grimm meiner Feinde und wache auf zu mir, der du Gericht verordnet hast,
Psa 7:8 dass sich die Völker um dich sammeln; und über ihnen kehre wieder zur Höhe.
Psa 7:9 Der HErr ist Richter über die Völker. Richte mich, HErr, nach meiner Gerechtigkeit und Frömmigkeit!
Psa 7:10 Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und fördere die Gerechten; denn du, gerechter Gott, prüfst Herzen und Nieren.
Psa 7:11 Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Herzen hilft.
Psa 7:12 Gott ist ein rechter Richter und ein Gott, der täglich droht.
Psa 7:13 Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt und zielt
Psa 7:14 und hat darauf gelegt tödliche Geschosse; seine Pfeile hat er zugerichtet, zu verderben.
Psa 7:15 Siehe, der hat Böses im Sinn; mit Unglück ist er schwanger und wird Lüge gebären.
Psa 7:16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat,
Psa 7:17 Sein Unglück wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seinen Scheitel fallen.
Psa 7:18 Ich danke dem HErrn um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den Namen des HErrn, des Allerhöchsten.
Psa 8:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittith.
Psa 8:2 HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, du, den man lobet im Himmel!
Psa 8:3 Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
Psa 8:4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
Psa 8:5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschenkind, dass du sich seiner annimmst?
Psa 8:6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott, und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt.
Psa 8:7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan:
Psa 8:8 Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
Psa 8:9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und was im Meer geht.
Psa 8:10 HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Psa 9:1 Ein Psalm Davids, von der schönen Jugend<RF>Das ist vermutlich der Name eines Liedes, nach dessen Melodie dieser Psalm vorgetragen werden sollte.<Rf>, vorzusingen.  
Psa 9:2 Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.
Psa 9:3 Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster,
Psa 9:4 dass du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umgekommen vor dir.
Psa 9:5 Denn du führest mein Recht und meine Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl, ein rechter Richter.
Psa 9:6 Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; ihren Namen vertilgst du immer und ewiglich.
Psa 9:7 Die Schwerter des Feindes haben ein Ende; die Städte hast du umgekehrt; ihr Gedächtnis ist umgekommen samt ihnen.
Psa 9:8 Der HErr aber bleibt ewiglich; er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht,
Psa 9:9 und er wird den Erdboden recht richten und die Völker regieren rechtschaffen.
Psa 9:10 Und der HErr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not.
Psa 9:11 Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HErr, suchen.
Psa 9:12 Lobet den HErrn, der zu Zion wohnt; verkündiget unter den Völkern sein Tun!
Psa 9:13 Denn er gedenkt und fragt nach ihrem Blut; er vergisst nicht des Schreiens der Armen.
Psa 9:14 HErr, sei mir gnädig; siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebst aus den Toren des Todes,
Psa 9:15 auf dass ich erzähle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, dass ich fröhlich sei über deine Hilfe.
Psa 9:16 Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; ihr Fuß ist gefangen in dem Netz, das sie gestellt hatten.
Psa 9:17 So erkennt man, dass der HErr Recht schafft. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände. (Zwischenspiel. Sela.)
Psa 9:18 Ach dass die Gottlosen müssten zur Hölle gekehrt werden, alle Heiden, die Gottes vergessen!
Psa 9:19 Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.
Psa 9:20 HErr, stehe auf, dass die Menschen nicht Oberhand haben; lass alle Heiden vor dir gerichtet werden!
Psa 9:21 Gib ihnen, HErr, einen Meister, dass die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind. (Sela.)
Psa 10:1 HErr, warum trittst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?
Psa 10:2 Weil der Gottlose Übermut treibt, muss der Elende leiden; sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke.
Psa 10:3 Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Geizige sagt dem Herrn ab und lästert ihn.
Psa 10:4 Der Gottlose meint in seinem Stolz, er frage nicht darnach; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts.
Psa 10:5 Er fährt fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden.
Psa 10:6 Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr darniederliegen; es wird für und für keine Not haben.
Psa 10:7 Sein Mund ist voll Fluchens, Falschheit und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an.
Psa 10:8 Er sitzt und lauert in den Dörfern; er erwürgt die Unschuldigen heimlich; seine Augen spähen nach dem Armen.
Psa 10:9 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, dass er den Elenden erhasche, und er haschet ihn, wenn er ihn in sein Netz zieht.
Psa 10:10 Er zerschlägt und drückt nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt.
Psa 10:11 Er spricht in seinem Herzen: Gott hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen.
Psa 10:12 Stehe auf, HErr; Gott, erhebe deine Hand; vergiss der Elenden nicht!
Psa 10:13 Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragest nicht darnach?
Psa 10:14 Du siehest ja, denn du schauest das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen's dir; du bist der Waisen Helfer.
Psa 10:15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche heim das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden.
Psa 10:16 Der HErr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen.
Psa 10:17 Das Verlangen der Elenden hörst du, HErr; ihr Herz ist gewiss, dass dein Ohr darauf merket,
Psa 10:18 dass du Recht schaffest dem Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.
Psa 11:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich traue auf den HErrn. Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Fliehe wie ein Vogel auf eure Berge?
Psa 11:2 Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, damit heimlich zu schießen die Frommen.
Psa 11:3 Denn sie reißen den Grund um; was sollte der Gerechte ausrichten?
Psa 11:4 Der HErr ist in seinem heiligen Tempel, des HErrn Stuhl ist im Himmel; seine Augen sehen darauf, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.
Psa 11:5 Der HErr prüft den Gerechten; seine Seele hasst den Gottlosen und die gerne freveln.
Psa 11:6 Er wird regnen lassen über die Gottlosen Blitze, Feuer und Schwefel und wird ihnen ein Wetter zum Lohn geben.
Psa 11:7 Der HErr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb; die Frommen werden schauen sein Angesicht.
Psa 12:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.  
Psa 12:2 Hilf, HErr! die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern.
Psa 12:3 Einer redet mit dem andern unnütze Dinge; sie heucheln und lehren aus uneinigem Herzen.
Psa 12:4 Der HErr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet,
Psa 12:5 die da sagen: Unsre Zunge soll Oberhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser HErr?
Psa 12:6 Weil denn die Elenden verstört werden und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HErr; ich will Hilfe schaffen dem, der sich darnach sehnt.
Psa 12:7 Die Rede des HErrn ist lauter wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal.
Psa 12:8 Du, HErr, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!
Psa 12:9 Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche nichtswürdigen Leute unter den Menschen herrschen.
Psa 13:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 13:2 HErr, wie lange willst du mein so gar vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Psa 13:3 Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
Psa 13:4 Schaue doch und erhöre mich, HErr, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe,
Psa 13:5 dass nicht mein Feind rühme, er sei mein mächtig geworden, und meine Widersacher sich nicht freuen, dass ich darniederliege.
Psa 13:6 Ich hoffe aber darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst.
Psa 13:7 Ich will dem HErrn singen, dass er so wohl an mir tut.
Psa 14:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen; da ist keiner, der Gutes tue.
Psa 14:2 Der HErr schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
Psa 14:3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
Psa 14:4 Will denn der Übeltäter keiner das merken, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren; aber den HErrn rufen sie nicht an?
Psa 14:5 Da fürchten sie sich; denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten.
Psa 14:6 Ihr schändet des Armen Rat; aber Gott ist seine Zuversicht.
Psa 14:7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und der HErr sein gefangen Volk erlösete! So würde Jakob fröhlich sein und Israel sich freuen.
Psa 15:1 Ein Psalm Davids. HErr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge?
Psa 15:2 Wer ohne Tadel einhergeht und recht tut und redet die Wahrheit von Herzen;
Psa 15:3 wer mit seiner Zunge nicht verleumdet und seinem Nächsten kein Arges tut und seinen Nächsten nicht schmäht;
Psa 15:4 wer die Gottlosen für nichts achtet, sondern ehrt die Gottesfürchtigen; wer sich selbst zum Schaden schwört und hält es;
Psa 15:5 wer sein Geld nicht auf Wucher gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen: wer das tut, der wird wohl bleiben.
Psa 16:1 Ein gülden Kleinod Davids. Bewahre mich Gott; denn ich traue auf dich.
Psa 16:2 Ich habe gesagt zu dem HErrn: Du bist ja der HErr; ich weiß von keinem Gute außer dir.
Psa 16:3 An den Heiligen, so auf Erden sind, und den Herrlichen, an denen hab ich all mein Gefallen.
Psa 16:4 Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid haben. Ich will ihre Trankopfer mit Blut nicht opfern noch ihren Namen in meinem Munde führen.
Psa 16:5 Der HErr aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil.
Psa 16:6 Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schön Erbteil geworden.
Psa 16:7 Ich lobe den HErrn, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts.
Psa 16:8 Ich habe den HErrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.
Psa 16:9 Darum freut sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen.
Psa 16:10 Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger verwese.
Psa 16:11 Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich.
Psa 17:1 Ein Gebet Davids. HErr, erhöre die Gerechtigkeit, merke auf mein Schreien; vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Munde geht.
Psa 17:2 Sprich du in meiner Sache und schaue du aufs Recht.
Psa 17:3 Du prüfst mein Herz und siehst nach ihm des Nachts und läuterst mich, und findest nichts. Ich habe mir vorgesetzt, dass mein Mund nicht soll übertreten.
Psa 17:4 Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk, vor dem Wege des Mörders.
Psa 17:5 Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, dass meine Tritte nicht gleiten.
Psa 17:6 Ich rufe zu dir, dass du, Gott, wollest mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede.
Psa 17:7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich gegen deine rechte Hand setzen.
Psa 17:8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
Psa 17:9 vor den Gottlosen, die mich verstören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen.
Psa 17:10 Ihr Herz schließen sie zu; mit ihrem Munde reden sie stolz.
Psa 17:11 Wo wir gehen, so umgeben sie uns; ihre Augen richten sie dahin, dass sie uns zur Erde stürzen;
Psa 17:12 gleichwie ein Löwe, der des Raubes begehrt, wie ein junger Löwe, der in der Höhle sitzt.
Psa 17:13 HErr, mache dich auf, überwältige ihn und demütige ihn, errette meine Seele von dem Gottlosen mit deinem Schwert,
Psa 17:14 von den Leuten mit deiner Hand, HErr, von den Leuten dieser Welt, welche ihr Teil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllst mit deinem Schatz, die da Söhne die Fülle haben und lassen ihr übriges ihren Kindern.
Psa 17:15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
Psa 18:1 Ein Psalm, vorzusingen, Davids, des Knechtes des HErrn, welcher hat dem Herrn die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HErr errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls,
Psa 18:2 und sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HErr, meine Stärke!
Psa 18:3 HErr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!
Psa 18:4 Ich rufe an den HErrn, den Hochgelobten, so werde ich von meinen Feinden erlöst.
Psa 18:5 Es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche des Verderbens erschreckten mich.
Psa 18:6 Der Hölle Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.
Psa 18:7 Da mir angst war, rief ich den HErrn an und schrie zu meinem Gott; da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.
Psa 18:8 Die Erde bebte und ward bewegt, und die Grundfesten der Berge regten sich und bebten, da er zornig war.
Psa 18:9 Dampf ging von seiner Nase und verzehrend Feuer von seinem Munde, dass es davon blitzte.
Psa 18:10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
Psa 18:11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher; er schwebte auf den Fittichen des Windes.
Psa 18:12 Sein Gezelt um ihn her war finster und schwarze, dicke Wolken, darin er verborgen war.
Psa 18:13 Vom Glanz vor ihm trennten sich die Wolken mit Hagel und Blitzen.
Psa 18:14 Und der HErr donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus mit Hagel und Blitzen.
Psa 18:15 Er schoss seine Strahlen und zerstreute sie; er ließ sehr blitzen und schreckte sie.
Psa 18:16 Da sah man das Bett der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, HErr, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nase.
Psa 18:17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und holte mich und zog mich aus großen Wassern.
Psa 18:18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren,
Psa 18:19 die mich überwältigten zur Zeit meines Unglücks; und der HErr ward meine Zuversicht.
Psa 18:20 Und er führte mich aus ins Weite. Er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.
Psa 18:21 Der HErr tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände.
Psa 18:22 Denn ich halte die Wege des HErrn und bin nicht gottlos wider meinen Gott.
Psa 18:23 Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir;
Psa 18:24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Sünden.
Psa 18:25 Darum vergilt mir der HErr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hände vor seinen Augen.
Psa 18:26 Bei den Heiligen bist du heilig, und bei den Frommen bist du fromm,
Psa 18:27 und bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt.
Psa 18:28 Denn du hilfst dem elenden Volk, und die hohen Augen erniedrigst du.
Psa 18:29 Denn du erleuchtest meine Leuchte; der HErr, mein Gott, macht meine Finsternis licht.
Psa 18:30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über die Mauer springen.
Psa 18:31 Gottes Wege sind vollkommen; die Reden des HErrn sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
Psa 18:32 Denn wo ist ein Gott außer dem HErrn, oder ein Hort außer unsrem Gott?
Psa 18:33 Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel.
Psa 18:34 Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen.
Psa 18:35 Er lehrt meine Hand streiten und lehrt meinen Arm einen ehernen Bogen spannen.
Psa 18:36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich; und wenn du mich demütigst, machst du mich groß.
Psa 18:37 Du machst unter mir Raum zu gehen, dass meine Knöchel nicht wanken.
Psa 18:38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen, und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.
Psa 18:39 Ich will sie zerschmettern; sie sollen mir nicht widerstehen und müssen unter meine Füße fallen.
Psa 18:40 Du kannst mich rüsten mit Stärke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen.
Psa 18:41 Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, dass ich meine Hasser verstöre.
Psa 18:42 Sie rufen – aber da ist kein Helfer – zum HErrn; aber er antwortet ihnen nicht.
Psa 18:43 Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegräumen wie den Kot auf der Gasse.
Psa 18:44 Du hilfst mir von dem zänkischen Volk und machst mich zum Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir;
Psa 18:45 es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren. Ja, den Kindern der Fremde hat's wider mich gefehlt;
Psa 18:46 die Kinder der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.
Psa 18:47 Der HErr lebt, und gelobt sei mein Hort; und erhoben werde der Gott meines Heils,
Psa 18:48 der Gott, der mir Rache gibt und zwingt die Völker unter mich;
Psa 18:49 der mich errettet von meinen Feinden und erhöht mich aus denen, die sich wider mich setzen; du hilfst mir von den Frevlern.
Psa 18:50 Darum will ich dir danken, HErr, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,
Psa 18:51 der seinem König großes Heil beweist und wohltut seinem Gesalbten, David und seinem Samen ewiglich.
Psa 19:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 19:2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.
Psa 19:3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern.
Psa 19:4 Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre.
Psa 19:5 Ihre Schnur geht aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende. Er hat der Sonne eine Hütte an ihnen gemacht;
Psa 19:6 und dieselbe geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich, wie ein Held zu laufen den Weg.
Psa 19:7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein Ende, und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen.
Psa 19:8 Das Gesetz des HErrn ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HErrn ist gewiss und macht die Unverständigen weise.
Psa 19:9 Die Befehle des HErrn sind richtig und erfreuen das Herz; die Gebote des HErrn sind lauter und erleuchten die Augen.
Psa 19:10 Die Furcht des HErrn ist rein und bleibt ewiglich; die Rechte des HErrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht.
Psa 19:11 Sie sind köstlicher denn Gold und viel feines Gold; sie sind süßer denn Honig und Honigseim.
Psa 19:12 Auch wird dein Knecht durch sie erinnert; und wer sie hält, der hat großen Lohn.
Psa 19:13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehle!
Psa 19:14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen, so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben großer Missetat.
Psa 19:15 Lass dir wohl gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HErr, mein Hort und mein Erlöser.
Psa 20:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 20:2 Der HErr erhöre dich in der Not; der Name des Gottes Jakobs schütze dich!
Psa 20:3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion.
Psa 20:4 Er gedenke all deines Speisopfers, und dein Brandopfer müsse vor ihm fett sein. (Sela.)
Psa 20:5 Er gebe dir was dein Herz begehrt, und erfülle alle deine Anschläge.
Psa 20:6 Wir rühmen, dass du uns hilfst, und im Namen unsres Gottes werfen wir Panier auf. Der HErr gewähre dir alle deine Bitten!
Psa 20:7 Nun merke ich, dass der HErr seinem Gesalbten hilft und erhört ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft mit Macht.
Psa 20:8 Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HErrn, unsres Gottes.
Psa 20:9 Sie sind niedergestürzt und gefallen; wir aber stehen aufgerichtet.
Psa 20:10 Hilf, HErr, dem König und erhöre uns, wenn wir rufen!
Psa 21:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 21:2 HErr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe!
Psa 21:3 Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. (Sela.)
Psa 21:4 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen; du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt.
Psa 21:5 Er bittet Leben von dir; so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich.
Psa 21:6 Er hat große Ehre an deiner Hilfe; du legest Lob und Schmuck auf ihn.
Psa 21:7 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich; du erfreuest ihn mit Freude vor deinem Antlitz.
Psa 21:8 Denn der König hofft auf den HErrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben.
Psa 21:9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde; deine Rechte wird finden, die dich hassen.
Psa 21:10 Du wirst sie machen wie ein Feuerofen, wenn du dreinsehen wirst; der HErr wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen.
Psa 21:11 Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdboden und ihren Samen von den Menschenkindern.
Psa 21:12 Denn sie gedachten dir Übles zu tun und machten Anschläge, die sie nicht konnten ausführen.
Psa 21:13 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen.
Psa 21:14 HErr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.
Psa 22:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen; von der Hinde, die früh gejagt wird.
Psa 22:2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule; aber meine Hilfe ist ferne.
Psa 22:3 Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht.
Psa 22:4 Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lobe Israels.
Psa 22:5 Unsre Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen aus.
Psa 22:6 Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und wurden nicht zu Schanden.
Psa 22:7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.
Psa 22:8 Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:
Psa 22:9 „Er klage es dem HErrn; der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm.”
Psa 22:10 Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warst meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war.
Psa 22:11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an; du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Psa 22:12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.
Psa 22:13 Große Farren haben mich umgeben, gewaltige Stiere haben mich umringt.
Psa 22:14 Ihren Rachen sperren sie auf gegen mich wie ein brüllender und reißender Löwe.
Psa 22:15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs.
Psa 22:16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.
Psa 22:17 Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.
Psa 22:18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir.
Psa 22:19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.
Psa 22:20 Aber du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!
Psa 22:21 Errette meine Seele vom Schwert, meine einsame von den Hunden!
Psa 22:22 Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern!
Psa 22:23 Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern; ich will dich in der Gemeinde rühmen.
Psa 22:24 Rühmet den HErrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels.
Psa 22:25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er's.
Psa 22:26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten.
Psa 22:27 Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.
Psa 22:28 Es werden gedenken und sich zum HErrn bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.
Psa 22:29 Denn des HErrn ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden.
Psa 22:30 Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden die Kniee beugen alle, die im Staub liegen, und die, so kümmerlich leben.
Psa 22:31 Er wird einen Samen haben, der ihm dient; vom HErrn wird man verkündigen zu Kindeskind.
Psa 22:32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, dass er's getan hat.
Psa 23:1 Ein Psalm Davids. Der HErr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Psa 23:2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Psa 23:3 Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Psa 23:4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Psa 23:5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Psa 23:6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar.
Psa 24:1 Ein Psalm Davids. Die Erde ist des HErrn und was darinnen ist, der Erdboden und was darauf wohnt.
Psa 24:2 Denn er hat ihn an die Meere gegründet und an den Wassern bereitet.
Psa 24:3 Wer wird auf des HErrn Berg gehen, und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
Psa 24:4 Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwört nicht fälschlich:
Psa 24:5 der wird den Segen vom HErrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.
Psa 24:6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. (Sela.)
Psa 24:7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
Psa 24:8 Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr, stark und mächtig, der HErr, mächtig im Streit.
Psa 24:9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
Psa 24:10 Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr Zebaoth; er ist der König der Ehren. (Sela.)
Psa 25:1 Ein Psalm Davids. Nach dir, HErr, verlangt mich.
Psa 25:2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zu Schanden werden, dass sich meine Feinde nicht freuen über mich.
Psa 25:3 Denn keiner wird zu Schanden, der dein harret; aber zu Schanden müssen sie werden, die leichtfertigen Verächter.
Psa 25:4 HErr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige;
Psa 25:5 leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich dein.
Psa 25:6 Gedenke, HErr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist.
Psa 25:7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen; gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen!
Psa 25:8 Der HErr ist gut und fromm; darum unterweist er die Sünder auf dem Wege.
Psa 25:9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.
Psa 25:10 Die Wege des HErrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.
Psa 25:11 Um deines Namens willen, HErr, sei gnädig meiner Missetat, die da groß ist.
Psa 25:12 Wer ist der, der den HErrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg.
Psa 25:13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen.
Psa 25:14 Das Geheimnis des HErrn ist unter denen, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.
Psa 25:15 Meine Augen sehen stets zu dem HErrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
Psa 25:16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.
Psa 25:17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!
Psa 25:18 Siehe an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden!
Psa 25:19 Siehe, dass meiner Feinde so viel sind und hassen mich aus Frevel.
Psa 25:20 Bewahre meine Seele und errette mich, lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich traue auf dich.
Psa 25:21 Schlecht und Recht, das behüte mich; denn ich harre dein.
Psa 25:22 Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!
Psa 26:1 Ein Psalm Davids. HErr, schaffe mir Recht; denn ich bin unschuldig! Ich hoffe auf den HErrn; darum werde ich nicht fallen.
Psa 26:2 Prüfe mich, HErr, und versuche mich; läutere meine Nieren und mein Herz.
Psa 26:3 Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit.
Psa 26:4 Ich sitze nicht bei den eitlen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.
Psa 26:5 Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Gottlosen.
Psa 26:6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, HErr, zu deinem Altar,
Psa 26:7 da man hört die Stimme des Dankens, und da man predigt alle deine Wunder.
Psa 26:8 HErr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.
Psa 26:9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
Psa 26:10 welche mit böser Tücke umgehen und nehmen gern Geschenke.
Psa 26:11 Ich aber wandle unschuldig. Erlöse mich und sei mir gnädig!
Psa 26:12 Mein Fuß geht richtig. Ich will dich loben, HErr, in den Versammlungen.
Psa 27:1 Ein Psalm Davids. Der HErr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten! Der HErr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen!
Psa 27:2 So die Bösen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen.
Psa 27:3 Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.
Psa 27:4 Eins bitte ich vom HErrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HErrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HErrn und seinen Tempel zu betrachten.
Psa 27:5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelt und erhöht mich auf einem Felsen,
Psa 27:6 und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem HErrn.
Psa 27:7 HErr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
Psa 27:8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: „Ihr sollt mein Antlitz suchen.” Darum suche ich auch, HErr, dein Antlitz.
Psa 27:9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hilfe. Lass mich nicht und tue nicht von mir die Hand ab, Gott, mein Heil!
Psa 27:10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HErr nimmt mich auf.
Psa 27:11 HErr, weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn um meiner Feinde willen.
Psa 27:12 Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen gegen mich und tun mir Unrecht ohne Scheu.
Psa 27:13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde das Gute des HErrn im Lande der Lebendigen.
Psa 27:14 Harre des HErrn! Sei getrost und unverzagt und harre des HErrn!
Psa 28:1 Ein Psalm Davids. Wenn ich rufe zu dir, HErr, mein Hort, so schweige mir nicht, auf dass nicht, wo du schweigst, ich gleich werde denen, die in die Grube fahren.
Psa 28:2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor.
Psa 28:3 Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.
Psa 28:4 Gib ihnen nach ihrer Tat und nach ihrem bösen Wesen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdient haben.
Psa 28:5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HErrn noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie zerbrechen und nicht aufbauen.
Psa 28:6 Gelobt sei der HErr; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens.
Psa 28:7 Der HErr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.
Psa 28:8 Der HErr ist ihre<RF>gemeint ist: DerŽHErr ist seines Volkes Stärke<Rf> Stärke; er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft.
Psa 28:9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide sie und erhöhe sie ewiglich!
Psa 29:1 Ein Psalm Davids. Bringet her dem HErrn, ihr Gewaltigen, bringet her dem HErrn Ehre und Stärke!
Psa 29:2 Bringet dem HErrn die Ehre seines Namens; betet an den HErrn in heiligem Schmuck!
Psa 29:3 Die Stimme des HErrn geht über den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der HErr über großen Wassern.
Psa 29:4 Die Stimme des HErrn geht mit Macht; die Stimme des HErrn geht herrlich.
Psa 29:5 Die Stimme des HErrn zerbricht die Zedern; der HErr zerbricht die Zedern im Libanon.
Psa 29:6 Und macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie ein junges Einhorn.
Psa 29:7 Die Stimme des HErrn sprüht Feuerflammen.
Psa 29:8 Die Stimme des HErrn erregt die Wüste; der HErr erregt die Wüste Kades.
Psa 29:9 Die Stimme des HErrn erregt die Hinden und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel sagt ihm alles Ehre.
Psa 29:10 Der HErr sitzt, eine Sintflut anzurichten; und der HErr bleibt ein König in Ewigkeit.
Psa 29:11 Der HErr wird seinem Volk Kraft geben; der HErr wird sein Volk segnen mit Frieden.
Psa 30:1 Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses, von David.
Psa 30:2 Ich preise dich, HErr; denn du hast mich erhöht und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.
Psa 30:3 HErr, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.
Psa 30:4 HErr, du hast meine Seele aus der Hölle geführt; du hast mich lebend erhalten, da jene in die Grube fuhren.
Psa 30:5 Ihr Heiligen, lobsinget dem HErrn; danket und preiset seine Heiligkeit!
Psa 30:6 Denn sein Zorn währt einen Augenblick, und lebenslang seine Gnade; den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude.
Psa 30:7 Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr darniederliegen.
Psa 30:8 Denn, HErr, durch dein Wohlgefallen hattest du meinen Berg stark gemacht; aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.
Psa 30:9 Zu dir, HErr, rief ich, und zum HErrn flehte ich:
Psa 30:10 Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?
Psa 30:11 HErr, höre und sei mir gnädig! HErr, sei mein Helfer!
Psa 30:12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast mir meinen Sack ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,
Psa 30:13 auf dass dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HErr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Psa 31:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 31:2 HErr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!
Psa 31:3 Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Psa 31:4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wolltest du mich leiten und führen.
Psa 31:5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellt haben; denn du bist meine Stärke.
Psa 31:6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HErr, du treuer Gott.
Psa 31:7 Ich hasse, die da halten auf eitle Götzen; ich aber hoffe auf den HErrn.
Psa 31:8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und erkennst meine Seele in der Not
Psa 31:9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psa 31:10 HErr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Leib.
Psa 31:11 Denn mein Leben hat abgenommen vor Betrübnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.
Psa 31:12 Es geht mir so übel, dass ich bin eine große Schmach geworden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.
Psa 31:13 Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
Psa 31:14 Denn ich höre, wie mich viele schelten, Schrecken ist um und um; sie ratschlagen miteinander über mich und denken, mir das Leben zu nehmen.
Psa 31:15 Ich aber, HErr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!
Psa 31:16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.
Psa 31:17 Lass leuchten dein Antlitz über deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte!
Psa 31:18 HErr, lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zu Schanden werden und schweigen in der Hölle.
Psa 31:19 Verstummen müssen falsche Mäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.
Psa 31:20 Wie groß ist deine Güte, die du verborgen hast für die, so dich fürchten, und erzeigest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!
Psa 31:21 Du verbirgst sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
Psa 31:22 Gelobt sei der HErr, dass er hat eine wunderbare Güte mir bewiesen in einer festen Stadt.
Psa 31:23 Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie.
Psa 31:24 Liebet den HErrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HErr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
Psa 31:25 Seid getrost und unverzagt, alle, die ihr des HErrn harret!
Psa 32:1 Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!
Psa 32:2 Wohl dem Menschen, dem der HErr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist!
Psa 32:3 Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.
Psa 32:4 Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. (Sela.)
Psa 32:5 Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HErrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. (Sela.)
Psa 32:6 Um deswillen werden alle Heiligen zu dir beten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselben gelangen.
Psa 32:7 Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. (Sela.)
Psa 32:8 „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.”
Psa 32:9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muss ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen.
Psa 32:10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HErrn hofft, den wird die Güte umfangen.
Psa 32:11 Freuet euch des HErrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen.
Psa 33:1 Freuet euch des HErrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn preisen.
Psa 33:2 Danket dem HErrn mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten.
Psa 33:3 Singet ihm ein neues Lied; machet's gut auf Saitenspiel mit Schall.
Psa 33:4 Denn des HErrn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiss.
Psa 33:5 Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Güte des Herrn.
Psa 33:6 Der Himmel ist durch das Wort des HErrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.
Psa 33:7 Er hält das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch und legt die Tiefen in das Verborgene.
Psa 33:8 Alle Welt fürchte den Herrn; und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt.
Psa 33:9 Denn so er spricht, so geschieht's; so er gebeut<RF>bedeutet: so er gebietet<Rf>, so stehet's da.
Psa 33:10 Der HErr macht zunichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Völker.
Psa 33:11 Aber der Rat des HErrn bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.
Psa 33:12 Wohl dem Volk, des Gott der HErr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!
Psa 33:13 Der HErr schaut vom Himmel und sieht aller Menschen Kinder.
Psa 33:14 Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen.
Psa 33:15 Er lenkt ihnen allen das Herz; er merkt auf alle ihre Werke.
Psa 33:16 Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft.
Psa 33:17 Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht.
Psa 33:18 Siehe, des HErrn Auge sieht auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,
Psa 33:19 dass er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teuerung.
Psa 33:20 Unsre Seele harret auf den HErrn; er ist unsre Hilfe und Schild.
Psa 33:21 Denn unser Herz freut sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen Namen.
Psa 33:22 Deine Güte, HErr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.
Psa 34:1 Ein Psalm Davids, da er seine Gebärde verstellte vor Abimelech, als der ihn von sich trieb und er wegging.
Psa 34:2 Ich will den HErrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Psa 34:3 Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, dass es die Elenden hören und sich freuen.
Psa 34:4 Preiset mit mir den HErrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen.
Psa 34:5 Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Psa 34:6 Welche auf ihn sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden.
Psa 34:7 Da dieser Elende rief, hörte der HErr und half ihm aus allen seinen Nöten.
Psa 34:8 Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus.
Psa 34:9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist. Wohl dem, der auf ihn traut!
Psa 34:10 Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen! denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
Psa 34:11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut.
Psa 34:12 Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HErrn lehren:
Psa 34:13 Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte?
Psa 34:14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Psa 34:15 Lass vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.
Psa 34:16 Die Augen des HErrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien;
Psa 34:17 das Antlitz aber des HErrn steht wider die, so Böses tun, dass er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde.
Psa 34:18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HErr und errettet sie aus all ihrer Not.
Psa 34:19 Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben.
Psa 34:20 Der Gerechte muss viel Leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allem.
Psa 34:21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass deren nicht eins zerbrochen wird.
Psa 34:22 Den Gottlosen wird das Unglück töten; und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben.
Psa 34:23 Der HErr erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben.
Psa 35:1 Ein Psalm Davids. HErr, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter.
Psa 35:2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!
Psa 35:3 Zücke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!
Psa 35:4 Es müssen sich schämen und gehöhnt werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückkehren und zu Schanden werden, die mir übelwollen.
Psa 35:5 Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des Herrn stoße sie weg.
Psa 35:6 Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HErrn verfolge sie.
Psa 35:7 Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, mich zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet.
Psa 35:8 Er müsse unversehens überfallen werden; und sein Netz, das er gestellt hat, müsse ihn fangen; und er müsse darin überfallen werden.
Psa 35:9 Aber meine Seele müsse sich freuen des HErrn und sei fröhlich über seine Hilfe.
Psa 35:10 Alle meine Gebeine müssen sagen: HErr, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern.
Psa 35:11 Es treten frevle Zeugen auf; die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin.
Psa 35:12 Sie tun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen.
Psa 35:13 Ich aber, wenn sie krank waren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete stets von Herzen;
Psa 35:14 ich hielt mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid trägt über seine Mutter.
Psa 35:15 Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie zerreißen und hören nicht auf.
Psa 35:16 Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauches willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich.
Psa 35:17 HErr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine einsame von den jungen Löwen!
Psa 35:18 Ich will dir danken in der großen Gemeinde, und unter vielem Volk will ich dich rühmen.
Psa 35:19 Lass sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen!
Psa 35:20 Denn sie trachten Schaden zu tun und suchen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande
Psa 35:21 und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: „Da, da! das sehen wir gerne.”
Psa 35:22 HErr, du siehst es, schweige nicht; HErr, sei nicht ferne von mir!
Psa 35:23 Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und Herr!
Psa 35:24 HErr, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, dass sie sich über mich nicht freuen.
Psa 35:25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: „Da, da! das wollten wir.” Lass sie nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.”
Psa 35:26 Sie müssen sich schämen und zu Schanden werden alle, die sich meines Übels freuen; sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen.
Psa 35:27 Rühmen und freuen müssen sich, die mir gönnen, dass ich recht behalte, und immer sagen: Der HErr sei hoch gelobt, der seinem Knechte wohlwill.
Psa 35:28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.
Psa 36:1 Ein Psalm Davids, des Knechtes des HErrn, vorzusingen.
Psa 36:2 Es ist aus Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, dass keine Gottesfurcht bei ihnen ist.
Psa 36:3 Sie schmücken sich untereinander selbst, dass sie ihre böse Sache fördern und andere verunglimpfem.
Psa 36:4 Alle ihre Worte sind schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, dass sie Gutes täten;
Psa 36:5 sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.
Psa 36:6 HErr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 36:7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie eine große Tiefe. HErr, du hilfst Menschen und Vieh.
Psa 36:8 Wie teuer ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Psa 36:9 Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom.
Psa 36:10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.
Psa 36:11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
Psa 36:12 Lass mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlosen stürze mich nicht;
Psa 36:13 sondern lass sie, die Übeltäter, daselbst fallen, dass sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen.
Psa 37:1 Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
Psa 37:2 Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
Psa 37:3 Hoffe auf den HErrn und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Psa 37:4 Habe Deine Lust am HErrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.
Psa 37:5 Befiehl dem HErrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen
Psa 37:6 und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
Psa 37:7 Sei stille dem HErrn und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht.
Psa 37:8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, erzürne dich nicht, dass du nicht auch übel tust.
Psa 37:9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HErrn harren, werden das Land erben.
Psa 37:10 Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.
Psa 37:11 Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.
Psa 37:12 Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn.
Psa 37:13 Aber der HErr lacht sein; denn er sieht, dass sein Tag kommt.
Psa 37:14 Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, dass sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.
Psa 37:15 Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.
Psa 37:16 Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen.
Psa 37:17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HErr erhält die Gerechten.
Psa 37:18 Der HErr kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.
Psa 37:19 Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben.
Psa 37:20 Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HErrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.
Psa 37:21 Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.
Psa 37:22 Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.
Psa 37:23 Von dem HErrn wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege.
Psa 37:24 Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HErr hält ihn bei der Hand.
Psa 37:25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.
Psa 37:26 Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein.
Psa 37:27 Lass vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar.
Psa 37:28 Denn der HErr hat das Recht lieb und verlässt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.
Psa 37:29 Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.
Psa 37:30 Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.
Psa 37:31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.
Psa 37:32 Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.
Psa 37:33 Aber der HErr lässt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.
Psa 37:34 Harre auf den HErrn und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbest; du wirst es sehen, dass die Gottlosen ausgerottet werden.
Psa 37:35 Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum.
Psa 37:36 Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden.
Psa 37:37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen.
Psa 37:38 Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.
Psa 37:39 Aber der HErr hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.
Psa 37:40 Und der HErr wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
Psa 38:1 Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis.
Psa 38:2 HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.
Psa 38:3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.
Psa 38:4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.
Psa 38:5 Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
Psa 38:6 Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.
Psa 38:7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.
Psa 38:8 Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
Psa 38:9 Es ist mit mir gar anders denn zuvor, und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.
Psa 38:10 HErr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Psa 38:11 Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.
Psa 38:12 Meine Lieben und Freunde treten zurück und scheuen meine Plage, und meine Nächsten stehen ferne.
Psa 38:13 Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.
Psa 38:14 Ich aber muss sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut,
Psa 38:15 und muss sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat.
Psa 38:16 Aber ich harre, HErr, auf dich; du, HErr, mein Gott, wirst erhören.
Psa 38:17 Denn ich denke: dass sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.
Psa 38:18 Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.
Psa 38:19 Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde.
Psa 38:20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel.
Psa 38:21 Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum dass ich ob dem Guten halte.
Psa 38:22 Verlass mich nicht, HErr! Mein Gott, sei nicht ferne von mir!
Psa 38:23 Eile, mir beizustehen, HErr, meine Hilfe.
Psa 39:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun.
Psa 39:2 Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muss den Gottlosen vor mir sehen.
Psa 39:3 Ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muss mein Leid in mich fressen.
Psa 39:4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.
Psa 39:5 Aber, HErr, lehre doch mich, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.
Psa 39:6 Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! (Sela.)
Psa 39:7 Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.
Psa 39:8 Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.
Psa 39:9 Errette mich von aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren ein Spott werden.
Psa 39:10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast's getan.
Psa 39:11 Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.
Psa 39:12 Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten. Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen! (Sela.)
Psa 39:13 Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin dein Pilgrim und dein Bürger wie alle meine Väter.
Psa 39:14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier sei.
Psa 40:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 40:2 Ich harrte des HErrn; und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien
Psa 40:3 und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich gewiss treten kann;
Psa 40:4 und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsren Gott. Das werden viele sehen und den HErrn fürchten und auf ihn hoffen.
Psa 40:5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HErrn und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und zu denen, die mit Lügen umgehen!
Psa 40:6 HErr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen; aber sie sind nicht zu zählen.
Psa 40:7 Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
Psa 40:8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.
Psa 40:9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.
Psa 40:10 Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HErr, das weißt du.
Psa 40:11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.
Psa 40:12 Du aber, HErr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.
Psa 40:13 Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, dass ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen.
Psa 40:14 Lass dir's gefallen, HErr, dass du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen!
Psa 40:15 Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, dass sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zu Schanden werden, die mir Übles gönnen.
Psa 40:16 Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: „Da, da!”
Psa 40:17 Es müssen dein sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: „Der HErr sei hoch gelobt!”
Psa 40:18 Denn ich bin arm und elend; der HErr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht!
Psa 41:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 41:2 Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt! Den wird der HErr erretten zur bösen Zeit.
Psa 41:3 Der HErr wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohl gehen auf Erden und wird ihn nicht geben in seiner Feinde Willen.
Psa 41:4 Der HErr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit.
Psa 41:5 Ich sprach: HErr, sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündigt.
Psa 41:6 Meine Feinde reden Arges gegen mich: „Wann wird er sterben und sein Name vergehen?”
Psa 41:7 Sie kommen, dass sie schauen, und meinen's doch nicht von Herzen; sondern suchen etwas, das sie lästern mögen, gehen hin und tragen's aus.
Psa 41:8 Alle, die mich hassen, raunen miteinander wider mich und denken Böses über mich.
Psa 41:9 Sie haben ein Bubenstück über mich beschlossen: „Wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen.”
Psa 41:10 Auch mein Freund, dem ich mich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich unter die Füße.
Psa 41:11 Du aber, HErr, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen.
Psa 41:12 Dabei merke ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind über mich nicht jauchzen wird.
Psa 41:13 Mich aber erhältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor dein Angesicht ewiglich.
Psa 41:14 Gelobet sei der HErr, der Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit! Amen, amen.
Psa 42:1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 42:2 Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psa 42:3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
Psa 42:4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Psa 42:5 Wenn ich denn des innewerde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.
Psa 42:6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
Psa 42:7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.
Psa 42:8 Deine Fluten rauschen daher, dass hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
Psa 42:9 Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
Psa 42:10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
Psa 42:11 Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, dass mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
Psa 42:12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Psa 43:1 Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten.
Psa 43:2 Denn du bist der Gott meiner Stärke; warum verstößest du mich? Warum lässest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind drängt?
Psa 43:3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
Psa 43:4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.
Psa 43:5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Psa 44:1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 44:2 Gott, wir haben's mit unsren Ohren gehört, unsre Väter haben's uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.
Psa 44:3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du hast die Völker verderbt, aber sie hast du ausgebreitet.
Psa 44:4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
Psa 44:5 Du, Gott, bist mein König, der du Jakob Hilfe verheißest.
Psa 44:6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zerstoßen; in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen.
Psa 44:7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;
Psa 44:8 sondern du hilfst uns von unsren Feinden und machst zu Schanden, die uns hassen.
Psa 44:9 Wir wollen täglich rühmen von Gott und deinem Namen danken ewiglich. (Sela.)
Psa 44:10 Warum verstößest du uns denn nun und lässest uns zu Schanden werden und ziehst nicht aus unter unsrem Heer?
Psa 44:11 Du lässest uns fliehen vor unsrem Feind, dass uns berauben, die uns hassen.
Psa 44:12 Du lässest uns auffressen wie Schafe und zerstreuest uns unter die Heiden.
Psa 44:13 Du verkaufst dein Volk umsonst und nimmst nichts dafür.
Psa 44:14 Du machst uns zur Schmach unsren Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die um uns her sind.
Psa 44:15 Du machst uns zum Beispiel unter den Heiden und dass die Völker das Haupt über uns schütteln.
Psa 44:16 Täglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Scham,
Psa 44:17 dass ich die Schänder und Lästerer hören und die Feinde und Rachgierigen sehen muss.
Psa 44:18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dein nicht vergessen noch untreu in deinem Bund gehandelt.
Psa 44:19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Gang gewichen von deinem Weg,
Psa 44:20 dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis.
Psa 44:21 Wenn wir des Namens unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott,
Psa 44:22 würde das Gott nicht finden? Er kennt ja unsres Herzens Grund.
Psa 44:23 Denn wir werden ja um deinetwillen täglich erwürgt und sind geachtet wie Schlachtschafe.
Psa 44:24 Erwecke dich, HErr! Warum schläfst Du? Wache auf und verstoße uns nicht so gar!
Psa 44:25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unsres Elends und unsrer Drangsal?
Psa 44:26 Denn unsre Seele ist gebeugt zur Erde; unser Leib klebt am Erdboden.
Psa 44:27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psa 45:1 Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder Korah, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 45:2 Mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will singen von meinem König; meine Zunge ist wie der Griffel eines guten Schreibers.
Psa 45:3 Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, holdselig sind deine Lippen; darum segnet dich Gott ewiglich.
Psa 45:4 Gürte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön!
Psa 45:5 Es müsse dir gelingen in deinem Schmuck. Zieh einher der Wahrheit zugut, und die Elenden bei Recht zu erhalten, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.
Psa 45:6 Scharf sind deine Pfeile, dass die Völker vor dir niederfallen; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.
Psa 45:7 Gott, dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter.
Psa 45:8 Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl mehr denn deine Gesellen.
Psa 45:9 Deine Kleider sind eitel Myrrhe, Aloe und Kassia, wenn du aus den elfenbeinernen Palästen dahertrittst in deiner schönen Pracht.
Psa 45:10 In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut steht zu deiner Rechten in eitel köstlichem Gold.
Psa 45:11 Höre, Tochter, sieh und neige deine Ohren; vergiss deines Volks und deines Vaterhauses,
Psa 45:12 so wird der König Lust an deiner Schöne haben; denn er ist dein HErr, und du sollst ihn anbeten.
Psa 45:13 Die Tochter Tyrus wird mit Geschenk dasein; die Reichen im Volk werden vor dir flehen.
Psa 45:14 Des Königs Tochter drinnen ist ganz herrlich; sie ist mit goldenen Gewändern gekleidet.
Psa 45:15 Man führt sie in gestickten Kleidern zum König; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führt man zu dir.
Psa 45:16 Man führt sie mit Freuden und Wonne, und sie gehen in des Königs Palast.
Psa 45:17 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt.
Psa 45:18 Ich will deines Namens gedenken von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Völker immer und ewiglich.
Psa 46:1 Ein Lied der Kinder Korah, von der Jugend, vorzusingen.
Psa 46:2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Psa 46:3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
Psa 46:4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (Sela.)
Psa 46:5 Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.
Psa 46:6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.
Psa 46:7 Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt.
Psa 46:8 Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
Psa 46:9 Kommet her und schauet die Werke des HErrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet,
Psa 46:10 der den Kriegen steuert<RF>bedeutet: entgegenwirkt, sie beendet<Rf> in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.
Psa 46:11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden.
Psa 46:12 Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
Psa 47:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 47:2 Frohlocket mit Händen, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Psa 47:3 Denn der HErr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden.
Psa 47:4 Er zwingt die Völker unter uns und die Leute unter unsre Füße.
Psa 47:5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. (Sela.)
Psa 47:6 Gott fährt auf mit Jauchzen und der HErr mit heller Posaune.
Psa 47:7 Lobsinget, lobsinget Gott; lobsinget, lobsinget unsrem König!
Psa 47:8 Denn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm klüglich!
Psa 47:9 Gott ist König über die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhl.
Psa 47:10 Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volk des Gottes Abrahams; denn Gottes sind die Schilde auf Erden, er hat sich sehr erhöht.
Psa 48:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah.
Psa 48:2 Groß ist der HErr und hochberühmt in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.
Psa 48:3 Schön ragt empor der Berg Zion, des sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs.
Psa 48:4 Gott ist in ihren Palästen bekannt, dass er der Schutz sei.
Psa 48:5 Denn siehe, Könige waren versammelt und sind miteinander vorübergezogen.
Psa 48:6 Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt.
Psa 48:7 Zittern ist sie daselbst angekommen, Angst wie eine Gebärerin.
Psa 48:8 Du zerbrichst die Schiffe im Meer durch den Ostwind.
Psa 48:9 Wie wir gehört haben, so sehen wir's an der Stadt des HErrn Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes; Gott erhält sie ewiglich. (Sela.)
Psa 48:10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel.
Psa 48:11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.
Psa 48:12 Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Judas seien fröhlich um deiner Gerichte willen.
Psa 48:13 Machet euch um Zion und umfanget sie, zählet ihre Türme;
Psa 48:14 achtet mit Fleiß auf ihre Mauern, durchwandelt ihre Paläste, auf dass ihr davon verkündiget den Nachkommen,
Psa 48:15 dass dieser Gott sei unser Gott immer und ewiglich. Er führt uns wie die Jugend.
Psa 49:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 49:2 Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,
Psa 49:3 beide, gemeiner Mann und Herren, beide, reich und arm, miteinander!
Psa 49:4 Mein Mund soll von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.
Psa 49:5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und kundtun mein Rätsel beim Klange der Harfe.
Psa 49:6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Untertreter umgibt,
Psa 49:7 die sich verlassen auf ihr Gut und trotzen auf ihren großen Reichtum?
Psa 49:8 Kann doch einen Bruder niemand erlösen noch ihn Gott versöhnen
Psa 49:9 (denn es kostet zuviel, ihre Seele zu erlösen; man muss es lassen anstehen ewiglich),
Psa 49:10 dass er fortlebe immerdar und die Grube nicht sehe.
Psa 49:11 Denn man wird sehen, dass die Weisen sterben sowohl als die Toren und Narren umkommen und müssen ihr Gut andern lassen.
Psa 49:12 Das ist ihr Herz, dass ihre Häuser währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für; und haben große Ehre auf Erden.
Psa 49:13 Dennoch kann ein Mensch nicht bleiben in solchem Ansehen, sondern muss davon wie ein Vieh.
Psa 49:14 Dies ihr Tun ist eitel Torheit; doch loben's ihre Nachkommen mit ihrem Munde. (Sela.)
Psa 49:15 Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod weidet sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muss vergehen; in der Hölle müssen sie bleiben.
Psa 49:16 Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt; denn er hat mich angenommen. (Sela.)
Psa 49:17 Lass dich's nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.
Psa 49:18 Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.
Psa 49:19 Er tröstet sich wohl dieses guten Lebens, und man preiset's, wenn einer sich gütlich tut;
Psa 49:20 aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr.
Psa 49:21 Kurz, wenn ein Mensch in Ansehen ist und hat keinen Verstand, so fährt er davon wie ein Vieh.
Psa 50:1 Ein Psalm Asaphs. Gott, der HErr, der Mächtige, redet und ruft der Welt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Psa 50:2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
Psa 50:3 Unser Gott kommt und schweigt nicht. Fressend Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein großes Wetter.
Psa 50:4 Er ruft Himmel und Erde, dass er sein Volk richte:
Psa 50:5 „Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir gemacht haben beim Opfer.”
Psa 50:6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn Gott ist Richter. (Sela.)
Psa 50:7 „Höre, mein Volk, lass mich reden; Israel, lass mich unter dir zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott.
Psa 50:8 Deines Opfers halber strafe ich dich nicht, sind doch deine Brandopfer immer vor mir.
Psa 50:9 Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen noch Böcke aus deinen Ställen.
Psa 50:10 Denn alle Tiere im Walde sind mein und das Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen.
Psa 50:11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und allerlei Tier auf dem Feld ist vor mir.
Psa 50:12 Wo mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein und alles, was darinnen ist.
Psa 50:13 Meinst du, dass ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bocksblut trinken?
Psa 50:14 Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde
Psa 50:15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.”
Psa 50:16 Aber zum Gottlosen spricht Gott: „Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
Psa 50:17 so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?
Psa 50:18 Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
Psa 50:19 Deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit.
Psa 50:20 Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du.
Psa 50:21 Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich werde sein gleichwie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen.
Psa 50:22 Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, dass ich nicht einmal hinraffe und sei kein Retter da.
Psa 50:23 Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.”
Psa 51:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen;
Psa 51:2 da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath-Seba eingegangen.
Psa 51:3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Psa 51:4 Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde.
Psa 51:5 Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
Psa 51:6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst<RF>eigentlich: in deinem Gericht<Rf>.
Psa 51:7 Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
Psa 51:8 Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit.
Psa 51:9 Entsündige mich mit Isop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiß werde.
Psa 51:10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Psa 51:11 Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten.
Psa 51:12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Psa 51:13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Psa 51:14 Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem freudigen Geist rüste mich aus.
Psa 51:15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Psa 51:16 Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
Psa 51:17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Psa 51:18 Denn du hast nicht Lust zum Opfer – ich wollte dir's sonst wohl geben –, und Brandopfer gefallen dir nicht.
Psa 51:19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Psa 51:20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem.
Psa 51:21 Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.
Psa 52:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen;  
Psa 52:2 da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen.
Psa 52:3 Was trotzest du denn, du Tyrann, dass du kannst Schaden tun; so doch Gottes Güte noch täglich währet?
Psa 52:4 Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lügen wie ein scharfes Schermesser.
Psa 52:5 Du redest lieber Böses denn Gutes, und Falsches denn Rechtes. (Sela.
Psa 52:6 Du redest gerne alles, was zu verderben dient, mit falscher Zunge.
Psa 52:7 Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstören und zerschlagen und aus deiner Hütte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. (Sela.)
Psa 52:8 Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden sein lachen:
Psa 52:9 „Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden zu tun.”
Psa 52:10 Ich aber werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich.
Psa 52:11 Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; ich will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude daran.
Psa 53:1 Eine Unterweisung Davids, im Chor umeinander vorzusingen.
Psa 53:2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel geworden in ihrem bösen Wesen; da ist keiner, der Gutes tut.
Psa 53:3 Gott schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei, der nach Gott frage.
Psa 53:4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
Psa 53:5 Wollen denn die Übeltäter sich nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren? Gott rufen sie nicht an.
Psa 53:6 Da fürchten sie sich aber, wo nichts zu fürchten ist; denn Gott zerstreut die Gebeine derer, die dich belagern. Du machst sie zu Schanden; denn Gott verschmäht sie.
Psa 53:7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangen Volk erlösete! So würde sich Jakob freuen und Israel fröhlich sein.
Psa 54:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel;
Psa 54:2 da die von Siph kamen und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen.
Psa 54:3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Gewalt.
Psa 54:4 Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes.
Psa 54:5 Denn Stolze setzen sich wider mich, und Trotzige stehen mir nach meiner Seele und haben Gott nicht vor Augen. (Sela.)
Psa 54:6 Siehe, Gott steht mir bei, der HErr erhält meine Seele.
Psa 54:7 Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. Verstöre sie durch deine Treue!
Psa 54:8 So will ich dir ein Freudenopfer tun und deinem Namen, HErr, danken, dass er so tröstlich ist.
Psa 54:9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, dass mein Auge an meinen Feinden Lust sieht.
Psa 55:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 55:2 Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
Psa 55:3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule,
Psa 55:4 dass der Feind so schreit und der Gottlose drängt; denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram.
Psa 55:5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.
Psa 55:6 Furcht und Zittern ist mich angekommen, und Grauen hat mich überfallen.
Psa 55:7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich flöge und wo bliebe!
Psa 55:8 Siehe, so wollte ich ferne wegfliehen und in der Wüste bleiben. (Sela.)
Psa 55:9 Ich wollte eilen, dass ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter.
Psa 55:10 Mache ihre Zunge uneins, HErr, und lass sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.
Psa 55:11 Solches geht Tag und Nacht um und um auf ihren Mauern, und Mühe und Arbeit ist drinnen.
Psa 55:12 Schadentun regieret drinnen; Lügen und Trügen lässt nicht von ihrer Gasse.
Psa 55:13 Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich's leiden; und wenn mein Hasser wider mich pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen.
Psa 55:14 Du aber bist mein Geselle, mein Freund und mein Verwandter,
Psa 55:15 die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes unter der Menge.
Psa 55:16 Der Tod übereile sie, dass sie lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.
Psa 55:17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HErr wird mir helfen.
Psa 55:18 Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören.
Psa 55:19 Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft ihr Ruhe; denn ihrer viele sind wider mich.
Psa 55:20 Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibt. (Sela.) Denn sie werden nicht anders und fürchten Gott nicht.
Psa 55:21 Sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.
Psa 55:22 Ihr Mund ist glätter denn Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl, und sind doch bloße Schwerter.
Psa 55:23 Wirf dein Anliegen auf den HErrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.
Psa 55:24 Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube: die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.
Psa 56:1 Ein gülden Kleinod Davids, von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath.
Psa 56:2 Gott, sei mir gnädig, denn Menschen schnauben wider mich; täglich streiten sie und ängsten mich.
Psa 56:3 Meine Feinde schnauben täglich; denn viele streiten stolz wider mich.
Psa 56:4 Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.
Psa 56:5 Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch tun?
Psa 56:6 Täglich fechten sie meine Worte an; all ihre Gedanken sind, dass sie mir Übel tun.
Psa 56:7 Sie halten zuhauf und lauern und haben acht auf meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen.
Psa 56:8 Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter!
Psa 56:9 Zähle die Wege meiner Flucht; fasse meine Tränen in deinen Krug. Ohne Zweifel, du zählst sie.
Psa 56:10 Dann werden sich meine Feinde müssen zurückkehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, dass du mein Gott bist.
Psa 56:11 Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HErrn Wort.
Psa 56:12 Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen tun?
Psa 56:13 Ich habe dir, Gott, gelobt, dass ich dir danken will;
Psa 56:14 denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, dass ich wandle vor Gott im Licht der Lebendigen.
Psa 57:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, dass er nicht umkäme, da er vor Saul floh in die Höhle.
Psa 57:2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis dass das Unglück vorübergehe.
Psa 57:3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht.
Psa 57:4 Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmähung des, der wider mich schnaubt. (Sela.) Gott sendet seine Güte und Treue.
Psa 57:5 Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen; die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
Psa 57:6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.
Psa 57:7 Sie stellen meinem Gang Netze und drücken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube, und fallen selbst hinein. (Sela.)
Psa 57:8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.
Psa 57:9 Wache auf, meine Ehre, wache auf, Psalter und Harfe! Mit der Frühe will ich aufwachen.
Psa 57:10 HErr, ich will dir danken unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Psa 57:11 Denn deine Güte ist, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 57:12 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.
Psa 58:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, dass er nicht umkäme.
Psa 58:2 Seid ihr denn stumm, dass ihr nicht reden wollt, was recht ist, und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder?
Psa 58:3 Ja, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande und gehet stracks durch, mit euren Händen zu freveln.
Psa 58:4 Die Gottlosen sind verkehrt von Mutterschoß an; die Lügner irren von Mutterleib an.
Psa 58:5 Ihr Wüten ist gleichwie das Wüten einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft,
Psa 58:6 dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der wohl beschwören kann.
Psa 58:7 Gott, zerbrich ihre Zähne in ihrem Maul; zerstoße, HErr, das Gebiss der jungen Löwen!
Psa 58:8 Sie werden zergehen wie Wasser, das dahinfließt. Sie zielen mit ihren Pfeilen; aber dieselben zerbrechen.
Psa 58:9 Sie vergehen wie die Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht.
Psa 58:10 Ehe eure Dornen reif werden am Dornstrauch, wird sie ein Zorn so frisch wegreißen.
Psa 58:11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut,
Psa 58:12 dass die Leute werden sagen: Der Gerechte wird ja seiner Frucht genießen; es ist ja noch Gott Richter auf Erden.
Psa 59:1 Ein gülden Kleinod Davids, dass er nicht umkäme, da Saul hinsandte und ließ sein Haus verwahren, dass er ihn tötete.
Psa 59:2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen.
Psa 59:3 Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen.
Psa 59:4 Denn siehe, HErr, sie lauern auf meine Seele; die Starken sammeln sich wider mich ohne meine Schuld und Missetat.
Psa 59:5 Sie laufen ohne meine Schuld und bereiten sich. Erwache und begegne mir und siehe drein.
Psa 59:6 Du, HErr, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle Heiden; sei der keinem gnädig, die so verwegene Übeltäter sind. (Sela.)
Psa 59:7 Des Abends heulen sie wiederum wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.
Psa 59:8 Siehe, sie plaudern miteinander; Schwerter sind in ihren Lippen: „Wer sollte es hören?”
Psa 59:9 Aber du, HErr, wirst ihrer lachen und aller Heiden spotten.
Psa 59:10 Vor ihrer Macht halte ich mich zu dir; denn Gott ist mein Schutz.
Psa 59:11 Gott erzeigt mir reichlich seine Güte; Gott lässt mich meine Lust sehen an meinen Feinden.
Psa 59:12 Erwürge sie nicht, dass es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, HErr, unser Schild, und stoße sie hinunter!
Psa 59:13 Das Wort ihrer Lippen ist eitel Sünde, darum müssen sie gefangen werden in ihrer Hoffart; denn sie reden eitel Fluchen und Lügen.
Psa 59:14 Vertilge sie ohne alle Gnade; vertilge sie, dass sie nichts seien und innewerden, dass Gott Herrscher sei in Jakob, in aller Welt. (Sela.)
Psa 59:15 Des Abends heulen sie wiederum wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.
Psa 59:16 Sie laufen hin und her um Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.
Psa 59:17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.
Psa 59:18 Ich will dir, mein Hort, lobsingen; denn du, Gott, bist mein Schutz und mein gnädiger Gott.
Psa 60:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen; von der Rose des Zeugnisses, zu lehren;
Psa 60:2 da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba; da Joab umkehrte und schlug der Edomiter im Salztal zwölftausend.
Psa 60:3 Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast und zornig warst, tröste uns wieder.
Psa 60:4 Der du die Erde bewegt und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellt ist.
Psa 60:5 Denn du hast deinem Volk Hartes erzeigt; du hast uns einen Trunk Weins gegeben, dass wir taumelten;
Psa 60:6 du hast aber doch ein Panier gegeben denen, die dich fürchten, welches sie aufwarfen und das sie sicher machte. (Sela.)
Psa 60:7 Auf dass deine Lieben erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre uns.
Psa 60:8 Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will teilen Sichem und abmessen das Tal Sukkoth.
Psa 60:9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,
Psa 60:10 Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh strecke ich über Edom, Philistäa jauchzt mir zu.
Psa 60:11 Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis nach Edom?
Psa 60:12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unsrem Heer?
Psa 60:13 Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Psa 60:14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde untertreten.
Psa 61:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 61:2 Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet!
Psa 61:3 Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.
Psa 61:4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.
Psa 61:5 Lass mich wohnen in deiner Hütte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. (Sela.)
Psa 61:6 Denn du, Gott, hörst meine Gelübde; du belohnst die wohl, die deinen Namen fürchten.
Psa 61:7 Du wollest dem König langes Leben geben, dass seine Jahre währen immer für und für,
Psa 61:8 dass er immer bleibe vor Gott. Erzeige ihm Güte und Treue, die ihn behüten.
Psa 61:9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, dass ich meine Gelübde bezahle täglich.
Psa 62:1 Ein Psalm Davids für Jeduthun, vorzusingen.
Psa 62:2 Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.
Psa 62:3 Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, meine Schutz, dass mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist.
Psa 62:4 Wie lange stellet ihr alle einem nach, dass ihr ihn erwürget – als eine hangende Wand und zerrissene Mauer?
Psa 62:5 Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge; geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. (Sela.)
Psa 62:6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.
Psa 62:7 Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde.
Psa 62:8 Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.
Psa 62:9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (Sela.)
Psa 62:10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wiegen weniger denn nichts, so viel ihrer ist.
Psa 62:11 Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das eitel ist; fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht daran.
Psa 62:12 Gott hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehört: dass Gott allein mächtig ist.
Psa 62:13 Und du, HErr, bist gnädig und bezahlst einem jeglichen, wie er's verdient.
Psa 63:1 Ein Psalm Davids, da er war in der Wüste Juda.
Psa 63:2 Gott, du bist mein Gott; frühe wache ich zu dir. Es dürstet meine Seele nach dir; mein Fleisch verlangt nach dir in einem trockenen und dürren Land, da kein Wasser ist.
Psa 63:3 Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre.
Psa 63:4 Denn deine Güte ist besser denn Leben; meine Lippen preisen dich.
Psa 63:5 Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.
Psa 63:6 Das wäre meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte.
Psa 63:7 Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir.
Psa 63:8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Psa 63:9 Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhält mich.
Psa 63:10 Sie aber stehen nach meiner Seele, mich zu überfallen; sie werden unter die Erde hinunterfahren.
Psa 63:11 Sie werden ins Schwert fallen und den Füchsen zuteil werden.
Psa 63:12 Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, wird gerühmt werden; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.
Psa 64:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 64:2 Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage; behüte mein Leben vor dem grausamen Feinde.
Psa 64:3 Verbirg mich vor der Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Übeltäter,
Psa 64:4 welche ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, die mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,
Psa 64:5 dass sie heimlich schießen den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.
Psa 64:6 Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?
Psa 64:7 Sie erdichten Schalkheit und halten's heimlich, sind verschlagen und haben geschwinde Ränke.
Psa 64:8 Aber Gott wird sie plötzlich schießen, dass es ihnen wehe tun wird.
Psa 64:9 Ihre eigene Zunge wird sie fällen, dass ihrer spotten wird, wer sie sieht.
Psa 64:10 Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: „Das hat Gott getan!” und merken, dass es sein Werk sei.
Psa 64:11 Die Gerechten werden sich des HErrn freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich des rühmen.
Psa 65:1 Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen.
Psa 65:2 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlt man Gelübde.
Psa 65:3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
Psa 65:4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünden vergeben.
Psa 65:5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, dass er wohne in deinen Höfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.
Psa 65:6 Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer;
Psa 65:7 der die Berge fest setzt in seiner Kraft und gerüstet ist mit Macht;
Psa 65:8 der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
Psa 65:9 dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, gegen Morgen und gegen Abend.
Psa 65:10 Du suchst das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du lässt ihr Getreide wohl geraten; denn also bauest du das Land.
Psa 65:11 Du tränkest seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.
Psa 65:12 Du krönest das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Fett.
Psa 65:13 Die Weiden in der Wüste sind auch fett, dass sie triefen, und die Hügel sind umher lustig.
Psa 65:14 Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.
Psa 66:1 Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande!
Psa 66:2 Lobsinget zu Ehren seinem Namen; rühmet ihn herrlich!
Psa 66:3 Sprechet zu Gott: „Wie wunderbar sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht.
Psa 66:4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.” (Sela.)
Psa 66:5 Kommet her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist mit seinem Tun unter den Menschenkindern.
Psa 66:6 Er verwandelte das Meer ins Trockene, dass man zu Fuß über das Wasser ging; dort freuten wir uns sein.
Psa 66:7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können. (Sela.)
Psa 66:8 Lobet, ihr Völker, unsren Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen,
Psa 66:9 der unsre Seelen im Leben erhält und lässt unsre Füße nicht gleiten.
Psa 66:10 Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert, wie das Silber geläutert wird;
Psa 66:11 du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsre Lenden eine Last gelegt;
Psa 66:12 du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen: aber du hast uns ausgeführt und erquickt.
Psa 66:13 Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelübde bezahlen,
Psa 66:14 wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not.
Psa 66:15 Ich will dir Brandopfer bringen von feisten Schafen samt dem Rauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. (Sela.)
Psa 66:16 Kommet her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.
Psa 66:17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und pries ihn mit meiner Zunge.
Psa 66:18 Wo ich Unrechtes vorhätte in meinem Herzen, so würde der HErr nicht hören;
Psa 66:19 aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.
Psa 66:20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Psa 67:1 Ein Psalmlied, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 67:2 Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten (Sela),
Psa 67:3 dass man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil.
Psa 67:4 Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker.
Psa 67:5 Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. (Sela.)
Psa 67:6 Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker.
Psa 67:7 Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott.
Psa 67:8 Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!
Psa 68:1 Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.
Psa 68:2 Es stehe Gott auf, dass seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen.
Psa 68:3 Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott.
Psa 68:4 Die Gerechten aber müssen sich freuen und fröhlich sein vor Gott und von Herzen sich freuen.
Psa 68:5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der durch die Wüste herfährt – er heißt HErr –, und freuet euch vor ihm,
Psa 68:6 der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Witwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung,
Psa 68:7 ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausführt zu rechter Zeit und lässt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre.
Psa 68:8 Gott, da du vor deinem Volk her zogst, da du einhergingst in der Wüste (Sela),
Psa 68:9 da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott, dieser Sinai vor dem Gott, der Israels Gott ist.
Psa 68:10 Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen; und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,
Psa 68:11 dass deine Herde darin wohnen könne. Gott, du labtest die Elenden mit deinen Gütern.
Psa 68:12 Der HErr gab das Wort mit großen Scharen Evangelisten:
Psa 68:13 „Die Könige der Heerscharen flohen eilends, und die Hausehre teilte den Raub aus.
Psa 68:14 Wenn ihr zwischen den Hürden laget, so glänzte es wie der Taube Flügel, die wie Silber und Gold schimmern.
Psa 68:15 Als der Allmächtige die Könige im Lande zerstreute, da ward es helle, wo es dunkel war.”
Psa 68:16 Ein Gebirge Gottes ist das Gebirge Basans; ein großes Gebirge ist das Gebirge Basans.
Psa 68:17 Was sehet ihr scheel, ihr großen Gebirge, auf den Berg, da Gott Lust hat zu wohnen? Und der HErr bleibt auch immer daselbst.
Psa 68:18 Der Wagen Gottes sind vieltausendmal tausend; der HErr ist unter ihnen am heiligen Sinai.
Psa 68:19 Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf dass Gott der HErr daselbst wohne.
Psa 68:20 Gelobet sei der HErr täglich. Gott legt uns eine Last auf; aber er hilft uns auch. (Sela.)
Psa 68:21 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HErrn Herrn, der vom Tode errettet.
Psa 68:22 Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Haarschädel derer, die da fortfahren in ihrer Sünde.
Psa 68:23 Der HErr hat gesagt: „Aus Basan will ich sie wieder holen, aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,
Psa 68:24 dass dein Fuß in der Feinde Blut gefärbt werde und deine Hunde es lecken.”
Psa 68:25 Man sieht, Gott, wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.
Psa 68:26 Die Sänger gehen vorher, darnach die Spielleute unter den Jungfrauen, die da pauken:
Psa 68:27 „Lobet Gott den HErrn in den Versammlungen, ihr vom Brunnen Israels!”
Psa 68:28 Da herrscht unter ihnen der kleine Benjamin, die Fürsten Judas mit ihren Haufen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphthalis.
Psa 68:29 Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet; das wollest du, Gott, uns stärken, denn es ist dein Werk.
Psa 68:30 Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Könige Geschenke zuführen.
Psa 68:31 Schilt das Tier im Rohr, die Rotte der Ochsen mit ihren Kälbern, den Völkern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreut die Völker, die da gerne kriegen.
Psa 68:32 Die Fürsten aus Ägypten werden kommen; Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.
Psa 68:33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem HErrn (Sela),
Psa 68:34 dem, der da fährt im Himmel allenthalben von Anbeginn! Siehe, er wird seinem Donner Kraft geben.
Psa 68:35 Gebet Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel, und seine Macht in den Wolken.
Psa 68:36 Gott ist wundersam in seinem Heiligtum. Er ist Gott Israels; er wird dem Volk Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!
Psa 69:1 Ein Psalm Davids, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 69:2 Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele.
Psa 69:3 Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersäufen.
Psa 69:4 Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heiser; das Gesicht vergeht mir, dass ich so lange muss harren auf meinen Gott.
Psa 69:5 Die mich ohne Ursache hassen, deren ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig. Ich muss bezahlen, was ich nicht geraubt habe.
Psa 69:6 Gott, du weißt meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen.
Psa 69:7 Lass nicht zu Schanden werden an mir, die dein harren, Herr HErr Zebaoth! Lass nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels!
Psa 69:8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach; mein Angesicht ist voller Schande.
Psa 69:9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt meiner Mutter Kindern.
Psa 69:10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen; und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
Psa 69:11 Und ich weine und faste bitterlich; und man spottet mein dazu.
Psa 69:12 Ich habe einen Sack angezogen; aber sie treiben Gespött mit mir.
Psa 69:13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und in den Zechen singt man von mir.
Psa 69:14 Ich aber bete, HErr, zu dir zur angenehmen Zeit; Gott, durch deine große Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
Psa 69:15 Errette mich aus dem Kot, dass ich nicht versinke; dass ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser;
Psa 69:16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch der Grube nicht über mir zusammengehe.
Psa 69:17 Erhöre mich, HErr, denn dein Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
Psa 69:18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilend.
Psa 69:19 Mache dich zu meiner Seele und erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen.
Psa 69:20 Du weißt meine Schmach, Schande und Scham; meine Widersacher sind alle vor dir.
Psa 69:21 Die Schmach bricht mir mein Herz und kränkt mich. Ich warte, ob's jemand jammere – aber da ist niemand –, und auf Tröster – aber ich finde keine.
Psa 69:22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst.
Psa 69:23 Ihr Tisch werde vor ihnen zum Strick, zur Vergeltung und zu einer Falle.
Psa 69:24 Ihre Augen müssen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Lenden lass immer wanken.
Psa 69:25 Gieße deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.
Psa 69:26 Ihre Wohnung müsse wüst werden, und sei niemand, der in ihren Hütten wohne.
Psa 69:27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, dass du die Deinen übel schlagest.
Psa 69:28 Lass sie in eine Sünde über die andere fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.
Psa 69:29 Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, dass sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden.
Psa 69:30 Ich aber bin elend, und mir ist wehe. Gott, deine Hilfe schütze mich!
Psa 69:31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.
Psa 69:32 Das wird dem HErrn besser gefallen denn ein Farre, der Hörner und Klauen hat.
Psa 69:33 Die Elenden sehen's und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben.
Psa 69:34 Denn der HErr hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.
Psa 69:35 Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich darin regt.
Psa 69:36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, dass man daselbst wohne und sie besitze.
Psa 69:37 Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.
Psa 70:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Gedächtnis.
Psa 70:2 Eile, Gott, mich zu erretten, HErr, mir zu helfen!
Psa 70:3 Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen; sie müssen zurückkehren und gehöhnt werden, die mir Übles wünschen,
Psa 70:4 dass sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: „Da, da!”
Psa 70:5 Sich freuen und fröhlich müssen sein an dir, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, immer sagen: Hoch gelobt sei Gott!
Psa 70:6 Ich aber bin elend und arm. Gott, eile zu mir, denn du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht!
Psa 71:1 HErr, ich traue auf dich; lass mich nimmermehr zu Schanden werden.
Psa 71:2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir!
Psa 71:3 Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.
Psa 71:4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.
Psa 71:5 Denn du bist meine Zuversicht, Herr HErr, meine Hoffnung von meiner Jugend an.
Psa 71:6 Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leib gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir.
Psa 71:7 Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht.
Psa 71:8 Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.
Psa 71:9 Verwirf mich nicht in meinem Alter; verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.
Psa 71:10 Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele lauern, beraten sich miteinander
Psa 71:11 und sprechen: „Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter.”
Psa 71:12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!
Psa 71:13 Schämen müssen sich und umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen.
Psa 71:14 Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen.
Psa 71:15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht alle zählen kann.
Psa 71:16 Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HErrn; ich preise deine Gerechtigkeit allein.
Psa 71:17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und bis hierher verkündige ich deine Wunder.
Psa 71:18 Auch verlass mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.
Psa 71:19 Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich?
Psa 71:20 Denn du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf.
Psa 71:21 Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
Psa 71:22 So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel.
Psa 71:23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sind fröhlich und lobsingen dir.
Psa 71:24 Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit; denn schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen.
Psa 72:1 Des Salomo. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit des Königs Sohne,
Psa 72:2 dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.
Psa 72:3 Lass die Berge den Frieden bringen unter das Volk und die Hügel die Gerechtigkeit.
Psa 72:4 Er wird das elende Volk bei Recht erhalten und den Armen helfen und die Lästerer zermalmen.
Psa 72:5 Man wird dich fürchten, solange die Sonne und der Mond währt, von Kind zu Kindeskindern.
Psa 72:6 Er wird herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten.
Psa 72:7 Zu seinen Zeiten wird blühen der Gerechte und großer Friede, bis dass der Mond nimmer sei.
Psa 72:8 Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom an bis zu der Welt Enden.
Psa 72:9 Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken.
Psa 72:10 Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen.
Psa 72:11 Alle Könige werden ihn anbeten; alle Heiden werden ihm dienen.
Psa 72:12 Denn er wird den Armen erretten, der da schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.
Psa 72:13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Seelen der Armen wird er helfen.
Psa 72:14 Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird teuer geachtet werden vor ihm.
Psa 72:15 Er wird leben, und man wird ihm von Gold aus Reicharabien geben. Und man wird immerdar für ihn beten; täglich wird man ihn segnen.
Psa 72:16 Auf Erden, oben auf den Bergen, wird das Getreide dick stehen; seine Frucht wird rauschen wie der Libanon, und sie werden grünen in den Städten wie das Gras auf Erden.
Psa 72:17 Sein Name wird ewiglich bleiben; solange die Sonne währt, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und sie werden durch denselben gesegnet sein; alle Heiden werden ihn preisen.
Psa 72:18 Gelobet sei Gott der HErr, der Gott Israels, der allein Wunder tut;
Psa 72:19 und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich; und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden! Amen, amen.
Psa 72:20 Ein Ende haben die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
Psa 73:1 Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
Psa 73:2 Ich aber hätte schier<RF>bedeutet: wäre bald, wäre fast<Rf> gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.
Psa 73:3 Denn es verdross mich der Ruhmredigen, da ich sah, dass es den Gottlosen so wohl ging.
Psa 73:4 Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
Psa 73:5 Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
Psa 73:6 Darum muss ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muss wohl getan heißen.
Psa 73:7 Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.
Psa 73:8 Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.
Psa 73:9 Was sie reden, das muss vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muss gelten auf Erden.
Psa 73:10 Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser
Psa 73:11 und sprechen: „Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”
Psa 73:12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glückselig in der Welt und werden reich.
Psa 73:13 Soll es denn umsonst sein, dass mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche, –
Psa 73:14 und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
Psa 73:15 Ich hätte auch schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind.
Psa 73:16 Ich dachte ihm nach, dass ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,
Psa 73:17 bis dass ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
Psa 73:18 Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
Psa 73:19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
Psa 73:20 Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, HErr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.
Psa 73:21 Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren,
Psa 73:22 da war ich ein Narr und wusste nichts; ich war wie ein Tier vor dir.
Psa 73:23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
Psa 73:24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.
Psa 73:25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Psa 73:26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Psa 73:27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die von dir abfallen.
Psa 73:28 Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn HErrn, dass ich verkündige all dein Tun.
Psa 74:1 Eine Unterweisung Asaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?
Psa 74:2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, darauf du wohnest.
Psa 74:3 Hebe auf deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt. Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.
Psa 74:4 Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein.
Psa 74:5 Man sieht die Äxte obenher blinken, wie man in einen Wald haut;
Psa 74:6 sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte<RF>bedeutet: Streitaxt<Rf>.
Psa 74:7 Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.
Psa 74:8 Sie sprechen in ihrem Herzen; „Lasst uns sie plündern!” Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.
Psa 74:9 Unsre Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.
Psa 74:10 Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern?
Psa 74:11 Warum wendest du deine Hand ab? Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.
Psa 74:12 Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.
Psa 74:13 Du zertrennst das Meer durch dein Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.
Psa 74:14 Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.
Psa 74:15 Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du lässest versiegen starke Ströme.
Psa 74:16 Tag und Nacht ist dein; du machst, dass Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.
Psa 74:17 Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du.
Psa 74:18 So gedenke doch des, dass der Feind den HErrn schmäht und ein töricht Volk lästert deinen Namen.
Psa 74:19 Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube, und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.
Psa 74:20 Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen.
Psa 74:21 Lass den Geringen nicht in Schanden davongehen; lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
Psa 74:22 Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.
Psa 74:23 Vergiss nicht des Geschreis deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.
Psa 75:1 Ein Psalm und Lied Asaphs, dass er nicht umkäme, vorzusingen.
Psa 75:2 Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.
Psa 75:3 „Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten.
Psa 75:4 Das Land zittert und alle, die darin wohnen; aber ich halte seine Säulen fest.” (Sela.)
Psa 75:5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!
Psa 75:6 pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,
Psa 75:7 es habe keine Not, weder vom Aufgang noch vom Niedergang noch von dem Gebirge in der Wüste.
Psa 75:8 Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.
Psa 75:9 Denn der HErr hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.
Psa 75:10 Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.
Psa 75:11 „Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, dass die Gewalt des Gerechten erhöht werde.”
Psa 76:1 Ein Psalmlied Asaphs, auf Saitenspiel, vorzusingen.
Psa 76:2 Gott ist in Juda bekannt; in Israel ist sein Name herrlich.
Psa 76:3 Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion.
Psa 76:4 Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. (Sela.)
Psa 76:5 Du bist herrlicher und mächtiger denn die Raubeberge.
Psa 76:6 Die Stolzen müssen beraubt werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hand lassen sinken.
Psa 76:7 Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinkt in Schlaf Ross und Wagen.
Psa 76:8 Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürnest?
Psa 76:9 Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,
Psa 76:10 wenn Gott sich aufmacht, zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden. (Sela.)
Psa 76:11 Wenn Menschen wider dich wüten, so legst du Ehre ein; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.
Psa 76:12 Gelobet und haltet dem HErrn, eurem Gott; alle, die ihr um ihn her seid, bringet Geschenke dem Schrecklichen,
Psa 76:13 der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Königen auf Erden.
Psa 77:1 Ein Psalm Asaphs für Jeduthun, vorzusingen.
Psa 77:2 Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott; zu Gott schreie ich, und er erhört mich.
Psa 77:3 In der Zeit der Not suche ich den HErrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.
Psa 77:4 Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Ängsten ist, so rede ich. (Sela.)
Psa 77:5 Meine Augen hältst du, dass sie wachen; ich bin so ohnmächtig, dass ich nicht reden kann.
Psa 77:6 Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre.
Psa 77:7 Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muss forschen.
Psa 77:8 Wird denn der HErr ewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen?
Psa 77:9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung ein Ende?
Psa 77:10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? (Sela.)
Psa 77:11 Aber doch sprach ich: Ich muss das leiden; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern.
Psa 77:12 Darum gedenke ich an die Taten des HErrn; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder
Psa 77:13 und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun.
Psa 77:14 Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist so ein mächtiger Gott, als du, Gott, bist?
Psa 77:15 Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.
Psa 77:16 Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josephs. (Sela.)
Psa 77:17 Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängsteten sich, und die Tiefen tobten.
Psa 77:18 Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donnerten, und die Strahlen fuhren daher.
Psa 77:19 Es donnerte im Himmel, deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebte davon.
Psa 77:20 Dein Weg war im Meer und dein Pfad in großen Wassern, und man spürte doch deinen Fuß nicht.
Psa 77:21 Du führtest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron.
Psa 78:1 Eine Unterweisung Asaphs. Höre, mein Volk, mein Gesetz; neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!
Psa 78:2 Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichten aussprechen,
Psa 78:3 die wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,
Psa 78:4 dass wir's nicht verhalten sollten ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigten den Ruhm des HErrn und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.
Psa 78:5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel, das er unsren Vätern gebot zu lehren ihre Kinder,
Psa 78:6 auf dass es die Nachkommen lernten und die Kinder, die noch sollten geboren werden; wenn sie aufkämen, dass sie es auch ihren Kinder verkündigten,
Psa 78:7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen der Taten Gottes und seine Gebote hielten
Psa 78:8 und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott,
Psa 78:9 wie die Kinder Ephraim, die geharnischt den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits.
Psa 78:10 Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln
Psa 78:11 und vergaßen seiner Taten und seiner Wunder, die er ihnen erzeigt hatte.
Psa 78:12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Felde Zoan.
Psa 78:13 Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchgehen und stellte das Wasser wie eine Mauer.
Psa 78:14 Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer.
Psa 78:15 Er riss die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser die Fülle
Psa 78:16 und ließ Bäche aus den Felsen fließen, dass sie hinabflossen wie Wasserströme.
Psa 78:17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und erzürnten den Höchsten in der Wüste
Psa 78:18 und versuchten Gott in ihrem Herzen, dass sie Speise forderten für ihre Seelen;
Psa 78:19 und redeten wider Gott und sprachen: „Ja, Gott sollte wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste?
Psa 78:20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser flossen und Bäche sich ergossen; aber wie kann er Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?”
Psa 78:21 Da nun das der HErr hörte, entbrannte er, und Feuer ging an in Jakob, und Zorn kam über Israel,
Psa 78:22 dass sie nicht glaubten an Gott und hofften nicht auf seine Hilfe.
Psa 78:23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels
Psa 78:24 und ließ das Man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen Himmelsbrot.
Psa 78:25 Sie aßen Engelbrot; er sandte ihnen Speise die Fülle.
Psa 78:26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind
Psa 78:27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer
Psa 78:28 und ließ sie fallen unter ihr Lager allenthalben, da sie wohnten.
Psa 78:29 Da aßen sie und wurden allzu satt; er ließ sie ihre Lust büßen.
Psa 78:30 Da sie nun ihre Lust gebüßt hatten und noch davon aßen,
Psa 78:31 da kam der Zorn Gottes über sie und erwürgte die Vornehmsten unter ihnen und schlug darnieder die Besten in Israel.
Psa 78:32 Aber über das alles sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.
Psa 78:33 Darum ließ er sie dahinsterben, dass sie nichts erlangten und mussten ihr Leben lang geplagt sein.
Psa 78:34 Wenn er sie erwürgte, suchten sie ihn und kehrten sich zu Gott
Psa 78:35 und gedachten, dass Gott ihr Hort ist und Gott der Höchste ihr Erlöser ist,
Psa 78:36 und heuchelten ihm mit ihrem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge;
Psa 78:37 aber ihr Herz war nicht fest an ihm, und hielten nicht treulich an seinem Bund.
Psa 78:38 Er aber war barmherzig und vergab die Missetat und vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Zorn gehen.
Psa 78:39 Denn er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Wind, der dahinfährt und nicht wiederkommt.
Psa 78:40 Wie oft erzürnten sie ihn in der Wüste und entrüsteten ihn in der Einöde!
Psa 78:41 Sie versuchten Gott immer wieder und meisterten den Heiligen in Israel.
Psa 78:42 Sie gedachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlöste von den Feinden;
Psa 78:43 wie er denn seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan;
Psa 78:44 da er ihr Wasser in Blut wandelte, dass sie ihre Bäche nicht trinken konnten;
Psa 78:45 da er Ungeziefer unter sie schickte, dass sie fraß, und Frösche, die sie verderbten,
Psa 78:46 und gab ihre Gewächse den Raupen und ihre Saat den Heuschrecken;
Psa 78:47 da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen<RF>bedeutet: Hagelkörner<Rf>;
Psa 78:48 da er ihr Vieh schlug mit Hagel und ihre Herden mit Wetterstrahlen;
Psa 78:49 da er böse Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn und ließ sie toben und wüten und Leid tun;
Psa 78:50 da er seinen Zorn ließ fortgehen und ihre Seele vor dem Tode nicht verschonte und übergab ihr Leben der Pestilenz;
Psa 78:51 da er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge ihrer Kraft in den Hütten Hams,
Psa 78:52 und ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste.
Psa 78:53 Und leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.
Psa 78:54 Und er brachte sie zu seiner heiligen Grenze, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,
Psa 78:55 und vertrieb vor ihnen her die Völker und ließ ihnen das Erbe austeilen und ließ in jener Hütten die Stämme Israels wohnen.
Psa 78:56 Aber sie versuchten und erzürnten Gott den Höchsten und hielten seine Zeugnisse nicht
Psa 78:57 und fielen zurück und verachteten alles wie ihre Väter und hielten nicht, gleichwie ein loser Bogen,
Psa 78:58 und erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn mit ihren Götzen.
Psa 78:59 Und da das Gott hörte, entbrannte er und verwarf Israel ganz,
Psa 78:60 dass er seine Wohnung zu Silo ließ fahren, die Hütte, da er unter Menschen wohnte,
Psa 78:61 und gab seine Macht ins Gefängnis und seine Herrlichkeit in die Hand des Feindes
Psa 78:62 und übergab sein Volk ins Schwert und entbrannte über sein Erbe.
Psa 78:63 Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.
Psa 78:64 Ihre Priester fielen durchs Schwert, und waren keine Witwen, die da weinen sollten.
Psa 78:65 Und der HErr erwachte wie ein Schlafender, wie ein Starker jauchzt, der vom Wein kommt,
Psa 78:66 und schlug seine Feinde zurück und hängte ihnen ewige Schande an.
Psa 78:67 Und er verwarf die Hütte Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,
Psa 78:68 sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte.
Psa 78:69 Und baute sein Heiligtum hoch, wie die Erde, die ewiglich fest stehen soll.
Psa 78:70 Und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafställen;
Psa 78:71 von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel.
Psa 78:72 Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte sie mit allem Fleiß.
Psa 79:1 Ein Psalm Asaphs. Gott, es sind Heiden in dein Erbe gefallen; die haben deinen heiligen Tempel verunreinigt und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht.
Psa 79:2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.
Psa 79:3 Sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und war niemand, der begrub.
Psa 79:4 Wir sind unsren Nachbarn eine Schmach geworden, ein Spott und Hohn denen, die um uns sind.
Psa 79:5 HErr, wie lange willst du so gar zürnen und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen?
Psa 79:6 Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.
Psa 79:7 Denn sie haben Jakob aufgefressen und seine Häuser verwüstet.
Psa 79:8 Gedenke nicht unsrer vorigen Missetaten; erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr dünn geworden.
Psa 79:9 Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen; errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!
Psa 79:10 Warum lässest du die Heiden sagen: „Wo ist nun ihr Gott?” Lass unter den Heiden vor unsren Augen kund werden die Rache des Blutes deiner Knechte, das vergossen ist.
Psa 79:11 Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem großen Arm erhalte die Kinder des Todes
Psa 79:12 und vergilt unsren Nachbarn siebenfältig in ihren Busen ihr Schmähen, damit sie dich, HErr, geschmäht haben.
Psa 79:13 Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, werden dir danken ewiglich und verkündigen deinen Ruhm für und für.
Psa 80:1 Ein Psalm und Zeugnis Asaphs, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 80:2 Du Hirte Israels, höre, der du Joseph hütest wie Schafe; erscheine, der du sitzest über dem Cherubim!
Psa 80:3 Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komm uns zu Hilfe!
Psa 80:4 Gott, tröste uns und lass leuchten dein Antlitz; so genesen wir.
Psa 80:5 HErr, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen bei dem Gebet deines Volkes?
Psa 80:6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit großem Maß voll Tränen.
Psa 80:7 Du setzest uns unsren Nachbarn zum Zank, und unsre Feinde spotten unser.
Psa 80:8 Gott Zebaoth, tröste uns, lass leuchten dein Antlitz; so genesen wir.
Psa 80:9 Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt und hast vertrieben die Heiden und denselben gepflanzt.
Psa 80:10 Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, dass er das Land erfüllt hat.
Psa 80:11 Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Gottes.
Psa 80:12 Du hast sein Gewächs ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom.
Psa 80:13 Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, dass ihn zerreißt alles, was vorübergeht?
Psa 80:14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue, und die wilden Tiere haben ihn verderbt.
Psa 80:15 Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und sieh an und suche heim diesen Weinstock
Psa 80:16 und halt ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat und den du dir fest erwählt hast.
Psa 80:17 Siehe drein und schilt, dass des Brennens und Reißens ein Ende werde.
Psa 80:18 Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten und die Leute, die du dir fest erwählt hast;
Psa 80:19 so wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.
Psa 80:20 HErr, Gott Zebaoth, tröste uns, lass dein Antlitz leuchten; so genesen wir.
Psa 81:1 Auf der Gittith, vorzusingen, Asaphs.
Psa 81:2 Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist; jauchzet dem Gott Jakobs!
Psa 81:3 Hebet an mit Psalmen und gebet her die Pauken, liebliche Harfen mit Psaltern!
Psa 81:4 Blaset im Neumond die Posaune, in unsrem Fest der Laubhütten!
Psa 81:5 Denn solches ist die Weise in Israel und ein Recht des Gottes Jakobs.
Psa 81:6 Solches hat er zum Zeugnis gesetzt unter Joseph, da sie aus Ägyptenland zogen und fremde Sprache gehört hatten:
Psa 81:7 „Da ich ihre Schulter von der Last entledigt hatte und ihre Hände der Körbe los wurden,
Psa 81:8 da du mich in der Not anriefest, half ich dir aus; ich erhörte dich, da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser. (Sela.)
Psa 81:9 Höre, mein Volk, ich will unter dir zeugen; Israel, du sollst mich hören,
Psa 81:10 dass unter dir kein anderer Gott sei und du keinen fremden Gott anbetest.
Psa 81:11 Ich bin der HErr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!
Psa 81:12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht.
Psa 81:13 So habe ich sie gelassen in ihres Herzens Dünkel, dass sie wandeln nach ihrem Rat.
Psa 81:14 Wollte mein Volk mir gehorsam sein und Israel auf meinem Wege gehen,
Psa 81:15 so wollte ich ihre Feinde bald dämpfen und meine Hand über ihre Widersacher wenden,
Psa 81:16 und denen, die den HErrn hassen, müsste es wider sie fehlen; ihre Zeit aber würde ewiglich währen,
Psa 81:17 und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.”
Psa 82:1 Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gemeinde Gottes und ist Richter unter den Göttern.
Psa 82:2 Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Person der Gottlosen vorziehen? (Sela.)
Psa 82:3 Schaffet Recht dem Armen und dem Waisen und helfet dem Elenden und Dürftigen zum Recht.
Psa 82:4 Errettet den Geringen und Armen und erlöset ihn aus der Gottlosen Gewalt.
Psa 82:5 Aber sie lassen sich nicht sagen und achten's nicht; sie gehen immer hin im Finstern; darum müssen alle Grundfesten des Landes wanken.
Psa 82:6 Ich habe wohl gesagt: „Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten”;
Psa 82:7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.
Psa 82:8 Gott, mache dich auf und richte den Erdboden; denn du bist Erbherr über alle Heiden!
Psa 83:1 Ein Psalmlied Asaphs.
Psa 83:2 Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so still; Gott, halt doch nicht so inne!
Psa 83:3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf.
Psa 83:4 Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen.
Psa 83:5 „Wohl her!” sprechen sie; „lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk seien, dass des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!”
Psa 83:6 Denn sie haben sich miteinander vereinigt und einen Bund wider dich gemacht,
Psa 83:7 die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter,
Psa 83:8 der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Philister samt denen zu Tyrus;
Psa 83:9 Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen; sie helfen den Kindern Lot. (Sela.)
Psa 83:10 Tue ihnen, wie den Midianitern, wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison,
Psa 83:11 die vertilgt wurden bei Endor und wurden zu Kot auf der Erde.
Psa 83:12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna,
Psa 83:13 die da sagen: Wir wollen die Häuser Gottes einnehmen.
Psa 83:14 Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde.
Psa 83:15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge anzündet:
Psa 83:16 also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.
Psa 83:17 Mache ihr Angesicht voll Schande, dass sie nach deinem Namen fragen müssen, o HErr.
Psa 83:18 Schämen müssen sie sich und erschrecken auf immer und zu Schanden werden und umkommen;
Psa 83:19 so werden sie erkennen, dass du mit deinem Namen heißest HErr allein und der Höchste in aller Welt.
Psa 84:1 Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Gittith, vorzusingen.
Psa 84:2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HErr Zebaoth!
Psa 84:3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HErrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Psa 84:4 Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken: deine Altäre, HErr Zebaoth, mein König und mein Gott.
Psa 84:5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. (Sela.)
Psa 84:6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln,
Psa 84:7 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt.
Psa 84:8 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, dass man sehen muss, der rechte Gott sei zu Zion.
Psa 84:9 HErr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm's, Gott Jakobs! (Sela.)
Psa 84:10 Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Antlitz deines Gesalbten!
Psa 84:11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend; ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause denn wohnen in der Gottlosen Hütten.
Psa 84:12 Denn Gott der HErr ist Sonne und Schild; der HErr gibt Gnade und Ehre: er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Psa 84:13 HErr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!
Psa 85:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 85:2 HErr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erlöst;
Psa 85:3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedeckt (Sela);
Psa 85:4 der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns:
Psa 85:5 tröste uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Psa 85:6 Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn gehen lassen für und für?
Psa 85:7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass sich dein Volk über dich freuen möge?
Psa 85:8 HErr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns!
Psa 85:9 Ach, dass ich hören sollte, was Gott der HErr redet; dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht auf eine Torheit geraten!
Psa 85:10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unsrem Lande Ehre wohne;
Psa 85:11 dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
Psa 85:12 dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
Psa 85:13 dass uns auch der HErr Gutes tue und unser Land sein Gewächs gebe;
Psa 85:14 dass Gerechtigkeit fürder<RF>bedeutet: weiterhin<Rf> vor ihm bleibe und im Schwange gehe.
Psa 86:1 Ein Gebet Davids. HErr, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.
Psa 86:2 Bewahre meine Seele; denn ich bin heilig. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich.
Psa 86:3 HErr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir!
Psa 86:4 Erfreue die Seele deines Knechtes; denn nach dir, HErr, verlangt mich.
Psa 86:5 Denn du, HErr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.
Psa 86:6 Vernimm, HErr, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens.
Psa 86:7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören.
Psa 86:8 HErr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann wie du.
Psa 86:9 Alle Heiden die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, HErr, und deinen Namen ehren,
Psa 86:10 dass du so groß bist und Wunder tust und allein Gott bist.
Psa 86:11 Weise mir, HErr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.
Psa 86:12 Ich danke dir, HErr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.
Psa 86:13 Denn deine Güte ist groß über mich; du hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle.
Psa 86:14 Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufe der Gewalttätigen steht mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen.
Psa 86:15 Du aber, HErr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.
Psa 86:16 Wende dich zu mir, sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!
Psa 86:17 Tu ein Zeichen an mir, dass mir's wohl gehe, dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, dass du mir beistehst, HErr, und tröstest mich.
Psa 87:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.
Psa 87:2 Der HErr liebt die Tore Zions über alle Wohnungen Jakobs.
Psa 87:3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. (Sela.)
Psa 87:4 Ich will predigen lassen Rahab und Babel, dass sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer samt den Mohren werden daselbst geboren.
Psa 87:5 Man wird zu Zion sagen, dass allerlei Leute darin geboren werden und dass er, der Höchste, sie baue.
Psa 87:6 Der HErr wird zählen, wenn er aufschreibt die Völker: „Diese sind daselbst geboren.” (Sela.)
Psa 87:7 Und die Sänger wie die im Reigen werden alle in dir singen, eins ums andere.
Psa 88:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten.
Psa 88:2 HErr, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.
Psa 88:3 Lass mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei.
Psa 88:4 Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe am Tode.
Psa 88:5 Ich bin geachtet gleich denen, die in die Grube fahren; ich bin ein Mann, der keine Hilfe hat.
Psa 88:6 Ich liege unter den Toten verlassen wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgesondert sind.
Psa 88:7 Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.
Psa 88:8 Dein Grimm drückt mich; du drängst mich mit allen deinen Fluten. (Sela.)
Psa 88:9 Meine Freunde hast du ferne von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht herauskommen.
Psa 88:10 Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend. HErr, ich rufe dich an täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.
Psa 88:11 Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? (Sela.)
Psa 88:12 Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Treue im Verderben?
Psa 88:13 Mögen denn deine Wunder in der Finsternis erkannt werden oder deine Gerechtigkeit in dem Lande, da man nichts gedenkt?
Psa 88:14 Aber ich schreie zu dir, HErr, und mein Gebet kommt frühe vor dich.
Psa 88:15 Warum verstößest du, HErr, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?
Psa 88:16 Ich bin elend und ohnmächtig, dass ich so verstoßen bin; ich leide deine Schrecken, dass ich schier verzage.
Psa 88:17 Dein Grimm geht über mich; dein Schrecken drückt mich.
Psa 88:18 Sie umgeben mich täglich wie Wasser und umringen mich miteinander.
Psa 88:19 Du machst, dass meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten sich ferne von mir halten um solches Elends willen.
Psa 89:1 Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten.
Psa 89:2 Ich will singen von der Gnade des HErrn ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für
Psa 89:3 und sage also: Dass eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.
Psa 89:4 „Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen:
Psa 89:5 Ich will deinen Samen bestätigen ewiglich und deinen Stuhl bauen für und für.” (Sela.)
Psa 89:6 Und die Himmel werden, HErr, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen.
Psa 89:7 Denn wer mag in den Wolken dem HErrn gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern Gottes dem HErrn?
Psa 89:8 Gott ist sehr mächtig in der Versammlung der Heiligen und wunderbar über alle, die um ihn sind.
Psa 89:9 HErr, Gott Zebaoth, wer ist wie du ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her.
Psa 89:10 Du herrschest über das ungestüme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.
Psa 89:11 Du schlägst Rahab zu Tod; du zerstreust deine Feinde mit deinem starken Arm.
Psa 89:12 Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden und was darinnen ist.
Psa 89:13 Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen.
Psa 89:14 Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.
Psa 89:15 Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhles Festung; Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht.
Psa 89:16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HErr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;
Psa 89:17 sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.
Psa 89:18 Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen.
Psa 89:19 Denn des HErrn ist unser Schild, und des Heiligen in Israel ist unser König.
Psa 89:20 Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und sprachst: „Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll; ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.
Psa 89:21 Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.
Psa 89:22 Meine Hand soll ihn erhalten und mein Arm soll ihn stärken.
Psa 89:23 Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dämpfen;
Psa 89:24 sondern ich will seine Widersacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen;
Psa 89:25 aber meine Wahrheit und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll in meinem Namen erhoben werden.
Psa 89:26 Ich will seine Hand über das Meer stellen und seine Rechte über die Wasser.
Psa 89:27 Er wird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.
Psa 89:28 Und ich will ihn zum ersten Sohn machen, allerhöchst unter den Königen auf Erden.
Psa 89:29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben.
Psa 89:30 Ich will ihm ewiglich Samen geben und seinen Stuhl, solange der Himmel währt, erhalten.
Psa 89:31 Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,
Psa 89:32 so sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,
Psa 89:33 so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen;
Psa 89:34 aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht lassen trügen.
Psa 89:35 Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.
Psa 89:36 Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit – ich will David nicht lügen –:
Psa 89:37 Sein Same soll ewig sein und sein Stuhl vor mir wie die Sonne;
Psa 89:38 wie der Mond soll er ewiglich erhalten sein, und gleich wie der Zeuge in den Wolken gewiss sein.” (Sela.)
Psa 89:39 Aber nun verstößest du und verwirfst und zürnest mit deinem Gesalbten.
Psa 89:40 Du zerstörst den Bund deines Knechtes und trittst sein Krone zu Boden.
Psa 89:41 Du zerreißest alle seine Mauern und lässest seine Festen zerbrechen.
Psa 89:42 Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden.
Psa 89:43 Du erhöhest die Rechte seiner Widersacher und erfreuest alle seine Feinde.
Psa 89:44 Auch hast du die Kraft seines Schwertes weggenommen und lässest ihn nicht siegen im Streit.
Psa 89:45 Du zerstörst seine Reinigkeit und wirfst seinen Stuhl zu Boden.
Psa 89:46 Du verkürzest die Zeit seiner Jugend und bedeckest ihn mit Hohn. (Sela.)
Psa 89:47 HErr, wie lange willst du dich so gar verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?
Psa 89:48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist. Warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben?
Psa 89:49 Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe? der seine Seele errette aus des Todes Hand? (Sela.)
Psa 89:50 HErr, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit?
Psa 89:51 Gedenke, HErr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schoß von so vielen Völkern allen,
Psa 89:52 mit der, HErr, deine Feinde schmähen, mit der sie schmähen die Fußtapfen deines Gesalbten.
Psa 89:53 Gelobt sei der HErr ewiglich! Amen, amen.
Psa 90:1 Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. HErr, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für.
Psa 90:2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Psa 90:3 der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
Psa 90:4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
Psa 90:5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird,
Psa 90:6 das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt.
Psa 90:7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.
Psa 90:8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.
Psa 90:9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.
Psa 90:10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Psa 90:11 Wer glaubt aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm?
Psa 90:12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psa 90:13 HErr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!
Psa 90:14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
Psa 90:15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.
Psa 90:16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern.
Psa 90:17 Und der HErr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!
Psa 91:1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
Psa 91:2 der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Psa 91:3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz.
Psa 91:4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
Psa 91:5 dass du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,
Psa 91:6 vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt.
Psa 91:7 Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.
Psa 91:8 Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird.
Psa 91:9 Denn der HErr ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht.
Psa 91:10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.
Psa 91:11 Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
Psa 91:12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Psa 91:13 Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen.
Psa 91:14 „Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.
Psa 91:15 Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Psa 91:16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.”
Psa 92:1 Ein Psalmlied auf den Sabbattag.
Psa 92:2 Das ist ein köstlich Ding, dem HErrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster,
Psa 92:3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen
Psa 92:4 auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.
Psa 92:5 Denn, HErr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände.
Psa 92:6 HErr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief.
Psa 92:7 Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.
Psa 92:8 Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle, bis sie vertilgt werden immer und ewiglich.
Psa 92:9 Aber du, HErr, bist der Höchste und bleibest ewiglich.
Psa 92:10 Denn siehe, deine Feinde, HErr, deine Feinde werden umkommen; und alle Übeltäter müssen zerstreut werden.
Psa 92:11 Aber mein Horn wird erhöht werden wie eines Einhorns, und ich werde gesalbt mit frischem Öl.
Psa 92:12 Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden; und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaften, die sich wider mich setzen.
Psa 92:13 Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.
Psa 92:14 Die gepflanzt sind in dem Hause des HErrn, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.
Psa 92:15 Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,
Psa 92:16 dass sie verkündigen, dass der HErr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.
Psa 93:1 Der HErr ist König und herrlich geschmückt; der HErr ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, dass es bleiben soll.
Psa 93:2 Von Anbeginn steht dein Stuhl fest; du bist ewig.
Psa 93:3 HErr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen.
Psa 93:4 Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HErr aber ist noch größer in der Höhe.
Psa 93:5 Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HErr, ewiglich.
Psa 94:1 HErr, Gott, des die Rache ist, Gott, des die Rache ist, erscheine!
Psa 94:2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!
Psa 94:3 HErr, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen
Psa 94:4 und so trotzig reden, und alle Übeltäter sich so rühmen?
Psa 94:5 HErr, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe;
Psa 94:6 Witwen und Fremdlinge erwürgen sie und töten die Waisen
Psa 94:7 und sagen: „Der HErr siehet's nicht, und der Gott Jakobs achtet's nicht.”
Psa 94:8 Merket doch, ihr Narren unter dem Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?
Psa 94:9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?
Psa 94:10 Der die Heiden züchtigt, sollte der nicht strafen, – der die Menschen lehrt, was sie wissen?
Psa 94:11 Aber der HErr weiß die Gedanken der Menschen, dass sie eitel sind.
Psa 94:12 Wohl dem, den du, HErr, züchtigst und lehrst ihn durch dein Gesetz,
Psa 94:13 dass er Geduld habe, wenn's übel geht, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde!
Psa 94:14 Denn der HErr wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
Psa 94:15 Denn Recht muss doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen.
Psa 94:16 Wer steht bei mir wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?
Psa 94:17 Wo der HErr mir nicht hülfe, so läge meine Seele schier<RF>bedeutet: bald<Rf> in der Stille.
Psa 94:18 Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Gnade, HErr, hielt mich.
Psa 94:19 Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergötzten meine Seele.
Psa 94:20 Du wirst ja nimmer eins mit dem schädlichen Stuhl, der das Gesetz übel deutet.
Psa 94:21 Sie rüsten sich wider die Seele des Gerechten und verdammen unschuldig Blut.
Psa 94:22 Aber der HErr ist mein Schutz; mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.
Psa 94:23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der HErr, unser Gott, wird sie vertilgen.
Psa 95:1 Kommt herzu, lasst uns dem HErrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Psa 95:2 Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!
Psa 95:3 Denn der HErr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.
Psa 95:4 Denn in seiner Hand ist, was unten in der Erde ist; und die Höhen der Berge sind auch sein.
Psa 95:5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht; und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Psa 95:6 Kommt, lasst uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat.
Psa 95:7 Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme höret,
Psa 95:8 so verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste,
Psa 95:9 da mich eure Väter versuchten, mich prüften und sahen mein Werk.
Psa 95:10 Vierzig Jahre hatte ich Mühe mit diesem Volk und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen;
Psa 95:11 dass ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.
Psa 96:1 Singet dem HErrn ein neues Lied; singet dem HErrn, alle Welt!
Psa 96:2 Singet dem HErrn und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tage sein Heil!
Psa 96:3 Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder.
Psa 96:4 Denn der HErr ist groß und hoch zu loben, wunderbar über alle Götter.
Psa 96:5 Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HErr hat den Himmel gemacht.
Psa 96:6 Es stehet herrlich und prächtig vor ihm und gehet gewaltig und löblich zu in seinem Heiligtum.
Psa 96:7 Ihr Völker, bringet her dem HErrn, bringet her dem HErrn Ehre und Macht.
Psa 96:8 Bringet her dem HErrn die Ehre seines Namens; bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Psa 96:9 Betet an den HErrn in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!
Psa 96:10 Saget unter den Heiden, dass der HErr König sei und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet, dass es bleiben soll, und richtet die Völker recht.
Psa 96:11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich; das Meer brause und was darinnen ist;
Psa 96:12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; und lasset rühmen alle Bäume im Walde
Psa 96:13 vor dem HErrn; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.
Psa 97:1 Der HErr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind.
Psa 97:2 Wolken und Dunkel ist um ihn her; Gerechtigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung.
Psa 97:3 Feuer geht vor ihm her und zündet an umher seine Feinde.
Psa 97:4 Seine Blitze leuchten auf den Erdboden; das Erdreich siehet's und erschrickt.
Psa 97:5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HErrn, vor dem Herrscher des ganzen Erdbodens.
Psa 97:6 Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Ehre.
Psa 97:7 Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter!
Psa 97:8 Zion hört es und ist froh; und die Töchter Judas sind fröhlich, HErr, über dein Regiment.
Psa 97:9 Denn du, HErr, bist der Höchste in allen Landen; du bist hoch erhöht über alle Götter.
Psa 97:10 Die ihr den HErrn liebet, hasset das Arge! Der HErr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten.
Psa 97:11 Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.
Psa 97:12 Ihr Gerechten freuet euch des HErrn und danket ihm und preiset seine Heiligkeit!
Psa 98:1 Ein Psalm. Singet dem HErrn ein neues Lied; denn er tut Wunder. Er siegt mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Psa 98:2 Der HErr lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern lässt er seine Gerechtigkeit offenbaren.
Psa 98:3 Er gedenkt an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel; aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Psa 98:4 Jauchzet dem HErrn, alle Welt; singet, rühmet und lobet!
Psa 98:5 Lobet den HErrn mit Harfen, mit Harfen und Psalmen!
Psa 98:6 Mit Drommeten und Posaunen jauchzet vor dem HErrn, dem König!
Psa 98:7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdboden und die darauf wohnen.
Psa 98:8 Die Wasserströme frohlocken, und alle Berge seien fröhlich
Psa 98:9 vor dem HErrn; denn er kommt das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht.
Psa 99:1 Der HErr ist König, darum zittern die Völker; er sitzt auf den Cherubim, darum bebt die Welt.
Psa 99:2 Der HErr ist groß zu Zion und hoch über alle Völker.
Psa 99:3 Man danke deinem großen und wunderbaren Namen, der da heilig ist.
Psa 99:4 Im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb. Du gibst Frömmigkeit, du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob.
Psa 99:5 Erhebet den HErrn, unsren Gott, betet an zu seinem Fußschemel; denn er ist heilig.
Psa 99:6 Mose und Aaron unter seinen Priestern und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, sie riefen an den HErrn, und er erhörte sie.
Psa 99:7 Er redete mit ihnen durch eine Wolkensäule; sie hielten seine Zeugnisse und Gebote, die er ihnen gab.
Psa 99:8 Herr, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, vergabst ihnen und straftest ihr Tun.
Psa 99:9 Erhöhet den HErrn, unsren Gott, und betet an zu seinem heiligen Berge; denn der HErr, unser Gott, ist heilig.
Psa 100:1 Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HErrn, alle Welt!
Psa 100:2 Dienet dem HErrn mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psa 100:3 Erkennet, dass der HErr Gott ist! Er hat uns gemacht – und nicht wir selbst – zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
Psa 100:4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
Psa 100:5 Denn der HErr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Psa 101:1 Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HErr, lobsagen.
Psa 101:2 Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mir zugehören, und wandle treulich in meinem Hause.
Psa 101:3 Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.
Psa 101:4 Ein verkehrtes Herz muss von mir weichen; den Bösen leide ich nicht.
Psa 101:5 Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hohen Mut hat.
Psa 101:6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; und habe gerne fromme Diener.
Psa 101:7 Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen nicht bei mir.
Psa 101:8 Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HErrn.
Psa 102:1 Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HErrn ausschüttet.
Psa 102:2 HErr, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen!
Psa 102:3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!
Psa 102:4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.
Psa 102:5 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, dass ich auch vergesse, mein Brot zu essen.
Psa 102:6 Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.
Psa 102:7 Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Stätten.
Psa 102:8 Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
Psa 102:9 Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich verspotten, schwören bei mir.
Psa 102:10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen
Psa 102:11 vor deinem Drohen und Zorn, dass du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast.
Psa 102:12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.
Psa 102:13 Du aber, HErr, bleibst ewiglich und dein Gedächtnis für und für.
Psa 102:14 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihr gnädig seist, und die Stunde ist gekommen.
Psa 102:15 Denn deine Knechte wollten gerne, dass sie gebaut würde, und sähen gerne, dass ihre Steine und Kalk zugerichtet würden,
Psa 102:16 dass die Heiden den Namen des HErrn fürchten und alle Könige auf Erden dein Ehre,
Psa 102:17 dass der HErr Zion baut und erscheint in seiner Ehre.
Psa 102:18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.
Psa 102:19 Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben.
Psa 102:20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, und der HErr sieht vom Himmel auf die Erde,
Psa 102:21 dass er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,
Psa 102:22 auf dass sie zu Zion predigen den Namen des HErrn und sein Lob zu Jerusalem,
Psa 102:23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HErrn zu dienen.
Psa 102:24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft; er verkürzt meine Tage.
Psa 102:25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.
Psa 102:26 Du hast vormals die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.
Psa 102:27 Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.
Psa 102:28 Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.
Psa 102:29 Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.
Psa 103:1 Ein Psalm Davids. Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Psa 103:2 Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
Psa 103:3 der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
Psa 103:4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
Psa 103:5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.
Psa 103:6 Der HErr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden.
Psa 103:7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.
Psa 103:8 Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte.
Psa 103:9 Er wird nicht immer hadern noch ewiglich Zorn halten.
Psa 103:10 Er handelt nicht mit uns nach unsren Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Psa 103:11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten.
Psa 103:12 So ferne der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Psa 103:13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HErr über die, so ihn fürchten.
Psa 103:14 Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Psa 103:15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Feld;
Psa 103:16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
Psa 103:17 Die Gnade aber des HErrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind
Psa 103:18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie darnach tun.
Psa 103:19 Der HErr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles.
Psa 103:20 Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes!
Psa 103:21 Lobet den HErrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
Psa 103:22 Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HErrn, meine Seele!
Psa 104:1 Lobe den HErrn, meine Seele! HErr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.
Psa 104:2 Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich;
Psa 104:3 du wölbest es oben mit Wasser; du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehst auf den Fittichen des Windes;
Psa 104:4 der du machst Winde zu deinen Engeln und zu deinen Dienern Feuerflammen;
Psa 104:5 der du das Erdreich gegründet hast auf seinem Boden, dass es bleibt immer und ewiglich.
Psa 104:6 Mit der Tiefe decktest du es wie mit einem Kleide, und Wasser standen über den Bergen.
Psa 104:7 Aber von deinem Schelten flohen sie, von deinem Donner fuhren sie dahin.
Psa 104:8 Die Berge gingen hoch hervor, und die Täler setzten sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast.
Psa 104:9 Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wiederum das Erdreich bedecken.
Psa 104:10 Du lässest Brunnen quellen in den Gründen, dass die Wasser zwischen den Bergen hinfließen,
Psa 104:11 dass alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst lösche.
Psa 104:12 An denselben sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.
Psa 104:13 Du feuchtest die Berge von obenher; du machst das Land voll Früchte, die du schaffest;
Psa 104:14 du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde bringest,
Psa 104:15 und dass der Wein erfreue des Menschen Herz, dass seine Gestalt schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke;
Psa 104:16 dass die Bäume des HErrn voll Saft stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzt hat.
Psa 104:17 Daselbst nisten die Vögel, und die Reiher wohnen auf den Tannen.
Psa 104:18 Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht, und die Steinklüfte der Kaninchen.
Psa 104:19 Du hast den Mond gemacht, das Jahr darnach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang.
Psa 104:20 Du machst Finsternis, dass es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,
Psa 104:21 die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von Gott.
Psa 104:22 Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen.
Psa 104:23 So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend.
Psa 104:24 HErr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
Psa 104:25 Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.
Psa 104:26 Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, dass sie darin spielen.
Psa 104:27 Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.
Psa 104:28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt.
Psa 104:29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.
Psa 104:30 Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du erneuest die Gestalt der Erde.
Psa 104:31 Die Ehre des HErrn ist ewig; der HErr hat Wohlgefallen an seinen Werken.
Psa 104:32 Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie.
Psa 104:33 Ich will dem HErrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.
Psa 104:34 Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich des HErrn.
Psa 104:35 Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HErrn, meine Seele! Halleluja!
Psa 105:1 Danket dem HErrn und prediget seinen Namen; verkündiget sein Tun unter den Völkern!
Psa 105:2 Singet von ihm und lobet ihn; redet von allen seinen Wundern!
Psa 105:3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HErrn suchen!
Psa 105:4 Fraget nach dem HErrn und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allewege!
Psa 105:5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunder und der Gerichte seines Mundes,
Psa 105:6 ihr, der Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten!
Psa 105:7 Er ist der HErr, unser Gott; er richtet in aller Welt.
Psa 105:8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, des Wortes, das er verheißen hat auf tausend Geschlechter,
Psa 105:9 den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaak;
Psa 105:10 und stellte es Jakob zu einem Rechte und Israel zum ewigen Bunde
Psa 105:11 und sprach: „Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbes,”
Psa 105:12 da sie wenig und gering waren und Fremdlinge darin.
Psa 105:13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreiche zum andern Volk.
Psa 105:14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und strafte Könige um ihretwillen.
Psa 105:15 „Tastet meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten kein Leid!”
Psa 105:16 Und er ließ Teuerung ins Land kommen und entzog allen Vorrat des Brots.
Psa 105:17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Joseph ward zum Knecht verkauft.
Psa 105:18 Sie zwangen seine Füße in den Stock, sein Leib musste in Eisen liegen,
Psa 105:19 bis dass sein Wort kam und die Rede des HErrn ihn durchläuterte.
Psa 105:20 Da sandte der König hin und ließ ihn losgeben; der HErr über Völker hieß ihn herauslassen.
Psa 105:21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter,
Psa 105:22 dass er seine Fürsten unterwiese nach seiner Weise und seine Ältesten Weisheit lehrte.
Psa 105:23 Und Israel zog nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.
Psa 105:24 Und er ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger denn ihre Feinde.
Psa 105:25 Er verkehrte jener Herz, dass sie seinem Volk gram wurden und dachten, seine Knechte mit List zu dämpfen.
Psa 105:26 Er sandte seinen Knecht Mose, Aaron, den er hatte erwählt.
Psa 105:27 Dieselben taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.
Psa 105:28 Er ließ Finsternis kommen und machte es finster; und sie waren nicht ungehorsam seinen Worten.
Psa 105:29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische.
Psa 105:30 Ihr Land wimmelte Frösche heraus in den Kammern ihrer Könige.
Psa 105:31 Er sprach: da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet.
Psa 105:32 Er gab ihnen Hagel zum Regen, Feuerflammen in ihrem Lande
Psa 105:33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet.
Psa 105:34 Er sprach: da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl.
Psa 105:35 Und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande und fraßen die Früchte auf ihrem Felde.
Psa 105:36 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft.
Psa 105:37 Und er führte sie aus mit Silber und Gold; und war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen.
Psa 105:38 Ägypten ward froh, dass sie auszogen; denn ihre Furcht war auf sie gefallen.
Psa 105:39 Er breitete eine Wolke aus zur Decke und ein Feuer, des Nachts zu leuchten.
Psa 105:40 Sie baten: da ließ er Wachteln kommen; und er sättigte sie mit Himmelsbrot.
Psa 105:41 Er öffnete den Felsen: da floß Wasser heraus, dass Bäche liefen in der dürren Wüste.
Psa 105:42 Denn er gedachte an sein heiliges Wort, das er Abraham, seinem Knechte, hatte geredet.
Psa 105:43 Also führte er sein Volk aus in Freuden und seine Auserwählten in Wonne
Psa 105:44 und gab ihnen die Länder der Heiden, dass sie die Güter der Völker einnahmen,
Psa 105:45 auf dass sie halten sollen seine Rechte und seine Gesetze bewahren. Halleluja!
Psa 106:1 Halleluja! Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 106:2 Wer kann die großen Taten des HErrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?
Psa 106:3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!
Psa 106:4 HErr, gedenke mein nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; beweise uns deine Hilfe,
Psa 106:5 dass wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten und uns freuen, dass es deinem Volk wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbteil.
Psa 106:6 Wir haben gesündigt samt unsren Vätern; wir haben missgehandelt und sind gottlos gewesen.
Psa 106:7 Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.
Psa 106:8 Er half ihnen aber um seines Namens willen, dass er seine Macht bewiese.
Psa 106:9 Und er schalt das Schilfmeer: da ward's trocken, und führte sie durch die Tiefen wie in einer Wüste
Psa 106:10 und half ihnen von der Hand des, der sie hasste, und erlöste sie von der Hand des Feindes;
Psa 106:11 und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, dass nicht einer übrig blieb.
Psa 106:12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.
Psa 106:13 Aber sie vergaßen bald seiner Werke; sie warteten nicht auf seinen Rat.
Psa 106:14 Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.
Psa 106:15 Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.
Psa 106:16 Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HErrn.
Psa 106:17 Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams,
Psa 106:18 und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen.
Psa 106:19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten an das gegossene Bild
Psa 106:20 und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras frisst.
Psa 106:21 Sie vergaßen Gottes, ihres Heilands, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,
Psa 106:22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.
Psa 106:23 Und er sprach, er wolle sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riss getreten wäre vor ihm, seinen Grimm abzuwenden, auf dass er sie nicht gar verderbte.
Psa 106:24 Und sie verachteten das liebe Land, sie glaubten seinem Wort nicht
Psa 106:25 und murrten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des HErrn nicht.
Psa 106:26 Und er hob auf seine Hand wider sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste
Psa 106:27 und würfe ihren Samen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder.
Psa 106:28 Und sie hingen sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern der toten Götzen
Psa 106:29 und erzürnten ihn mit ihrem Tun; da brach auch die Plage unter sie.
Psa 106:30 Da trat Pinehas herzu und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert<RF>bedeutet: entgegengewirkt, wurde sie beendet<Rf>.
Psa 106:31 Das ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich.
Psa 106:32 Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen.
Psa 106:33 Denn sie betrübten ihm sein Herz, dass ihm etliche Worte entfuhren.
Psa 106:34 Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der HErr geheißen hatte;
Psa 106:35 sondern sie mengten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke
Psa 106:36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.
Psa 106:37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln
Psa 106:38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, dass das Land mit Blutschulden befleckt ward;
Psa 106:39 und verunreinigten sich mit ihren Werken und wurden abgöttisch mit ihrem Tun.
Psa 106:40 Da ergrimmte der Zorn des HErrn über sein Volk, und er gewann einen Greuel an seinem Erbe
Psa 106:41 und gab sie in die Hände der Heiden, dass über sie herrschten, die ihnen gram waren.
Psa 106:42 Und ihre Feinde ängsteten sie; und sie wurden gedemütigt unter ihre Hände.
Psa 106:43 Er errettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig um ihrer Missetat willen.
Psa 106:44 Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage hörte,
Psa 106:45 und gedachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte; und es reute ihn nach seiner großen Güte,
Psa 106:46 und er ließ sie zur Barmherzigkeit kommen vor allen, die sie gefangen hatten.
Psa 106:47 Hilf uns, HErr, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, dass wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob.
Psa 106:48 Gelobet sei der HErr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, halleluja!
Psa 107:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 107:2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HErrn, die er aus der Not erlöst hat
Psa 107:3 und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.
Psa 107:4 Die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,
Psa 107:5 hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete;
Psa 107:6 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten
Psa 107:7 und führte sie einen richtigen Weg, dass sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:
Psa 107:8 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:9 dass er sättigt die durstige Seele und füllt die hungrige Seele mit Gutem.
Psa 107:10 Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,
Psa 107:11 darum dass sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten,
Psa 107:12 dafür ihr Herz mit Unglück geplagt werden musste, dass sie dalagen und ihnen niemand half;
Psa 107:13 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten
Psa 107:14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande:
Psa 107:15 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:16 dass er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.
Psa 107:17 Die Narren, so geplagt waren um ihrer Übertretung willen und um ihrer Sünden willen,
Psa 107:18 dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden;
Psa 107:19 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten,
Psa 107:20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben:
Psa 107:21 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:22 und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.
Psa 107:23 Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren und trieben ihren Handel in großen Wassern;
Psa 107:24 die des HErrn Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,
Psa 107:25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob,
Psa 107:26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, dass ihre Seele vor Angst verzagte,
Psa 107:27 dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr;
Psa 107:28 die zum HErrn schrieen in ihrer Not, und er führte sie aus ihren Ängsten
Psa 107:29 und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten
Psa 107:30 und sie froh wurden, dass es still geworden war und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:
Psa 107:31 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:32 und ihn bei der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.
Psa 107:33 Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen,
Psa 107:34 dass ein fruchtbar Land zur Salzwüste wurde um der Bosheit willen derer, die darin wohnten.
Psa 107:35 Er machte das Trockene wiederum wasserreich und im dürren Lande Wasserquellen
Psa 107:36 und hat die Hungrigen dahingesetzt, dass sie eine Stadt zurichten, da sie wohnen konnten,
Psa 107:37 und Äcker besäen und Weinberge pflanzen möchten und die jährlichen Früchte gewönnen.
Psa 107:38 Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh.
Psa 107:39 Sie waren niedergedrückt und geschwächt von dem Bösen, das sie gezwungen und gedrungen hatte.
Psa 107:40 Er schüttete Verachtung auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, da kein Weg ist,
Psa 107:41 und schützte den Armen vor Elend und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde.
Psa 107:42 Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.
Psa 107:43 Wer ist weise und behält dies? So werden sie merken, wie viel Wohltaten der HErr erzeigt.
Psa 108:1 Ein Psalmlied Davids.
Psa 108:2 Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.
Psa 108:3 Wohlauf, Psalter und Harfe! Ich will mit der Frühe auf sein.
Psa 108:4 Ich will dir danken, HErr, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Psa 108:5 Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 108:6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.
Psa 108:7 Auf dass deine lieben Freunde erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!
Psa 108:8 Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will Sichem teilen und das Tal Sukkoth abmessen.
Psa 108:9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,
Psa 108:10 Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh über Edom strecken, über die Philister will ich jauchzen.
Psa 108:11 Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten bis nach Edom?
Psa 108:12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unsrem Heer?
Psa 108:13 Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Psa 108:14 Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.
Psa 109:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
Psa 109:2 Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;
Psa 109:3 und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.
Psa 109:4 Dafür, dass ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.
Psa 109:5 Sie beweisen mir Böses um Gutes und Hass um Liebe.
Psa 109:6 Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.
Psa 109:7 Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.
Psa 109:8 Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.
Psa 109:9 Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.
Psa 109:10 Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.
Psa 109:11 Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.
Psa 109:12 Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.
Psa 109:13 Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.
Psa 109:14 Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HErrn, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.
Psa 109:15 Der HErr müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,
Psa 109:16 darum dass er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, dass er ihn tötete.
Psa 109:17 Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.
Psa 109:18 Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;
Psa 109:19 So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.
Psa 109:20 So geschehe denen vom HErrn, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.
Psa 109:21 Aber du, Herr HErr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!
Psa 109:22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.
Psa 109:23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.
Psa 109:24 Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.
Psa 109:25 Und ich muss ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.
Psa 109:26 Stehe mir bei, HErr, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,
Psa 109:27 dass sie innewerden, dass dies sei deine Hand, dass du, HErr, solches tust.
Psa 109:28 Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.
Psa 109:29 Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Rock.
Psa 109:30 Ich will dem HErrn sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.
Psa 109:31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.
Psa 110:1 Ein Psalm Davids. Der HErr sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.”
Psa 110:2 Der HErr wird das Zepter deines Reiches senden aus Zion: „Herrsche unter deinen Feinden!”
Psa 110:3 Nach deinem Sieg wird dir dein Volk willig opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.
Psa 110:4 Der HErr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: „Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.”
Psa 110:5 Der HErr zu deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage seines Zorns;
Psa 110:6 er wird richten unter den Heiden; er wird ein großes Schlagen unter ihnen tun; er wird zerschmettern das Haupt über große Lande.
Psa 110:7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.
Psa 111:1 Halleluja! Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeinde.
Psa 111:2 Groß sind die Werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran.
Psa 111:3 Was er ordnet, das ist löblich und herrlich; und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psa 111:4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr.
Psa 111:5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund.
Psa 111:6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden.
Psa 111:7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen.
Psa 111:8 Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich.
Psa 111:9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name.
Psa 111:10 Die Furcht des HErrn ist der Weisheit Anfang. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibt ewiglich.
Psa 112:1 Halleluja! Wohl dem, der den HErrn fürchtet, der große Lust hat zu seinen Geboten!
Psa 112:2 Des Same wird gewaltig sein auf Erden; das Geschlecht der Frommen wird gesegnet sein.
Psa 112:3 Reichtum und die Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psa 112:4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.
Psa 112:5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leihet und richtet seine Sachen aus, dass er niemand Unrecht tue!
Psa 112:6 Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen.
Psa 112:7 Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HErrn.
Psa 112:8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht.
Psa 112:9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich, sein Horn wird erhöht mit Ehren.
Psa 112:10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; seine Zähne wird er zusammenbeißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren.
Psa 113:1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HErrn, lobet den Namen des HErrn!
Psa 113:2 Gelobet sei des HErrn Name von nun an bis in Ewigkeit!
Psa 113:3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HErrn!
Psa 113:4 Der HErr ist hoch über alle Heiden; seine Ehre geht, soweit der Himmel ist.
Psa 113:5 Wer ist wie der HErr, unser Gott? der sich so hoch gesetzt hat
Psa 113:6 und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden;
Psa 113:7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Kot,
Psa 113:8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;
Psa 113:9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!
Psa 114:1 Da Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,
Psa 114:2 da ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.
Psa 114:3 Das Meer sah es und floh; der Jordan wandte sich zurück;
Psa 114:4 die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.
Psa 114:5 Was war dir, du Meer, dass du flohest, und du, Jordan, dass du dich zurückwandtest,
Psa 114:6 ihr Berge, dass ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel wie die jungen Schafe?
Psa 114:7 Vor dem HErrn bebte die Erde, vor dem Gott Jakobs,
Psa 114:8 der den Fels wandelte in einen Wassersee und die Steine in Wasserbrunnen.
Psa 115:1 Nicht uns, HErr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deine Gnade und Wahrheit!
Psa 115:2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott?
Psa 115:3 Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
Psa 115:4 Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.
Psa 115:5 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht;
Psa 115:6 sie haben Ohren, und hören nicht; sie heben Nasen, und riechen nicht;
Psa 115:7 sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; sie reden nicht durch ihren Hals.
Psa 115:8 Die solche machen, sind ihnen gleich, und alle, die auf sie hoffen.
Psa 115:9 Aber Israel hoffe auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:10 Das Haus Aaron hoffe auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:11 Die den HErrn fürchten, hoffen auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:12 Der HErr denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron;
Psa 115:13 er segnet, die den HErrn fürchten, Kleine und Große.
Psa 115:14 Der HErr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!
Psa 115:15 Ihr seid die Gesegneten des HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 115:16 Der Himmel allenthalben<RF>bedeutet: überall, in jeder Beziehung<Rf> ist des HErrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
Psa 115:17 Die Toten werden dich, HErr, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille;
Psa 115:18 sondern wir loben den HErrn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!
Psa 116:1 Das ist mir lieb, dass der HErr meine Stimme und mein Flehen hört.
Psa 116:2 Denn er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
Psa 116:3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Ängste der Hölle hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.
Psa 116:4 Aber ich rief an den Namen des HErrn: O HErr, errette mein Seele!
Psa 116:5 Der HErr ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.
Psa 116:6 Der HErr behütet die Einfältigen; wenn ich unterliege, so hilft er mir.
Psa 116:7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HErr tut dir Gutes.
Psa 116:8 Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, meine Augen von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Psa 116:9 Ich werde wandeln vor dem HErrn im Lande der Lebendigen.
Psa 116:10 Ich glaube, darum rede ich; ich werde aber sehr geplagt.
Psa 116:11 Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner.
Psa 116:12 Wie soll ich dem HErrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?
Psa 116:13 Ich will den Kelch des Heils nehmen und des HErrn Namen predigen.
Psa 116:14 Ich will meine Gelübde dem HErrn bezahlen vor allem seinem Volk.
Psa 116:15 Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem HErrn.
Psa 116:16 O HErr, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn. Du hast meine Bande zerrissen.
Psa 116:17 Dir will ich Dank opfern und des HErrn Namen predigen.
Psa 116:18 Ich will meine Gelübde dem HErrn bezahlen vor allem seinem Volk,
Psa 116:19 in den Höfen am Hause des HErrn, in dir, Jerusalem. Halleluja!
Psa 117:1 Lobet den HErrn, alle Heiden; preiset ihn, alle Völker!
Psa 117:2 Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!  
Psa 118:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:2 Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:4 Es sagen nun, die den HErrn fürchten: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:5 In der Angst rief ich den HErrn an, und der HErr erhörte mich und tröstete mich.
Psa 118:6 Der HErr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?
Psa 118:7 Der HErr ist mit mir, mir zu helfen; und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden.
Psa 118:8 Es ist gut, auf den HErrn vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.
Psa 118:9 Es ist gut auf den HErrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.
Psa 118:10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:11 Sie umgeben mich allenthalben; aber im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:12 Sie umgeben mich wie Bienen; aber sie erlöschen wie ein Feuer in Dornen; im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:13 Man stößt mich, dass ich fallen soll; aber der HErr hilft mir.
Psa 118:14 Der HErr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Psa 118:15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: „Die Rechte des HErrn behält den Sieg;
Psa 118:16 die Rechte des HErrn ist erhöht; die Rechte des HErrn behält den Sieg!”
Psa 118:17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werke verkündigen.
Psa 118:18 Der HErr züchtigt mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht.
Psa 118:19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich dahin eingehe und dem HErrn danke.
Psa 118:20 Das ist das Tor des HErrn; die Gerechten werden dahin eingehen.
Psa 118:21 Ich danke dir, dass du mich demütigst und hilfst mir.
Psa 118:22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Psa 118:23 Das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wunder vor unsren Augen.
Psa 118:24 Dies ist der Tag, den der HErr macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein.
Psa 118:25 O HErr, hilf! o HErr, lass wohl gelingen!
Psa 118:26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HErrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HErrn seid.
Psa 118:27 Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Psa 118:28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.
Psa 118:29 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und sein Güte währet ewiglich.
Psa 119:1 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HErrn wandeln!
Psa 119:2 Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen!
Psa 119:3 Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die tun kein Übel.
Psa 119:4 Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.
Psa 119:5 Oh dass mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte!
Psa 119:6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden.
Psa 119:7 Ich danke dir von rechtem Herzen, dass du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:8 Deine Rechte will ich halten; verlass mich nimmermehr.
Psa 119:9 Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.
Psa 119:10 Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten.
Psa 119:11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf dass ich nicht wider dich sündige.
Psa 119:12 Gelobt seist du, HErr! Lehre mich deine Rechte!
Psa 119:13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes.
Psa 119:14 Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse wie über allerlei Reichtum.
Psa 119:15 Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege.
Psa 119:16 Ich habe Lust zu deinen Rechten und vergesse deiner Worte nicht.
Psa 119:17 Tue wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte.
Psa 119:18 Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Psa 119:19 Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir.
Psa 119:20 Meine Seele ist zermalmt vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit.
Psa 119:21 Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abirren.
Psa 119:22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte deine Zeugnisse.
Psa 119:23 Es sitzen auch die Fürsten und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten.
Psa 119:24 Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen; die sind meine Ratsleute.
Psa 119:25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort.
Psa 119:26 Ich erzähle meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:27 Unterweise mich den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.
Psa 119:28 Ich gräme mich, dass mir das Herz verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort.
Psa 119:29 Wende von mir den falschen Weg und gönne mir dein Gesetz.
Psa 119:30 Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt; deine Rechte habe ich vor mich gestellt.
Psa 119:31 Ich hange an deinen Zeugnissen; HErr, lass mich nicht zu Schanden werden!
Psa 119:32 Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote.
Psa 119:33 Zeige mir, HErr, den Weg deiner Rechte, dass ich sie bewahre bis ans Ende.
Psa 119:34 Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz und halte es von ganzem Herzen.
Psa 119:35 Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu.
Psa 119:36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz.
Psa 119:37 Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege.
Psa 119:38 Lass deinen Knecht dein Gebot fest für dein Wort halten, dass ich dich fürchte.
Psa 119:39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich.
Psa 119:40 Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:41 HErr, lass mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort,
Psa 119:42 dass ich antworten möge meinem Lästerer; denn ich verlasse mich auf dein Wort.
Psa 119:43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte.
Psa 119:44 Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich.
Psa 119:45 Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle.
Psa 119:46 Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht
Psa 119:47 und habe Lust an deinen Geboten, und sie sind mir lieb,
Psa 119:48 und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten.
Psa 119:49 Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen.
Psa 119:50 Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquickt mich.
Psa 119:51 Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.
Psa 119:52 HErr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet.
Psa 119:53 Ich bin entbrannt über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen.
Psa 119:54 Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt.
Psa 119:55 HErr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.
Psa 119:56 Das ist mein Schatz, dass ich deine Befehle halte.
Psa 119:57 Ich habe gesagt: „HErr, das soll mein Erbe sein, dass ich deine Worte halte.”
Psa 119:58 Ich flehe vor deinem Angesicht von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort.
Psa 119:59 Ich betrachte meine Wege und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen.
Psa 119:60 Ich eile und säume mich nicht, zu halten deine Gebote.
Psa 119:61 Der Gottlosen Rotte beraubt mich; aber ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:63 Ich halte mich zu denen, die dich fürchten und deine Befehle halten.
Psa 119:64 HErr, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:65 Du tust Gutes deinem Knechte, HErr, nach deinem Wort.
Psa 119:66 Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntnis; denn ich glaube deinen Geboten.
Psa 119:67 Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.
Psa 119:68 Du bist gütig und freundlich; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:69 Die Stolzen erdichten Lügen über mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle.
Psa 119:70 Ihr Herz ist dick wie Schmer<RF>bedeutet: Fett<Rf>; ich aber habe Lust an deinem Gesetz.
Psa 119:71 Es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt hast, dass ich deine Rechte lerne.
Psa 119:72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber denn viel tausend Stück Gold und Silber.
Psa 119:73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.
Psa 119:74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:75 HErr, ich weiß, dass deine Gerichte recht sind; du hast mich treulich gedemütigt.
Psa 119:76 Deine Gnade müsse mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast.
Psa 119:77 Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe; denn ich habe Lust zu deinem Gesetz.
Psa 119:78 Ach dass die Stolzen müssten zu Schanden werden, die mich mit Lügen niederdrücken! ich aber rede von deinen Befehlen.
Psa 119:79 Ach dass sich müssten zu mir halten, die dich fürchten und deine Zeugnisse kennen!
Psa 119:80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, dass ich nicht zu Schanden werde.
Psa 119:81 Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?
Psa 119:83 Denn ich bin wie ein Schlauch im Rauch; deiner Rechte vergesse ich nicht.
Psa 119:84 Wie lange soll dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger?
Psa 119:85 Die Stolzen graben ihre Gruben, sie, die nicht sind nach deinem Gesetz.
Psa 119:86 Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Lügen; hilf mir.
Psa 119:87 Sie haben mich schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht.
Psa 119:88 Erquicke mich durch deine Gnade, dass ich halte die Zeugnisse deines Mundes.
Psa 119:89 HErr, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel ist;
Psa 119:90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibt stehen.
Psa 119:91 Es bleibt täglich nach deinem Wort; denn es muss dir alles dienen.
Psa 119:92 Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Psa 119:93 Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen; denn du erqickest mich damit.
Psa 119:94 Ich bin dein, hilf mir! denn ich suche deine Befehle.
Psa 119:95 Die Gottlosen lauern auf mich, dass sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Zeugnisse.
Psa 119:96 Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen; aber dein Gebot währet.
Psa 119:97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich rede ich davon.
Psa 119:98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz.
Psa 119:99 Ich bin gelehrter denn alle meine Lehrer; denn deine Zeugnisse sind meine Rede.
Psa 119:100 Ich bin klüger denn die Alten; denn ich halte deine Befehle.
Psa 119:101 Ich wehre meinem Fuß alle bösen Wege, dass ich dein Wort halte.
Psa 119:102 Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du lehrest mich.
Psa 119:103 Dein Wort ist meinem Munde süßer denn Honig.
Psa 119:104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege.
Psa 119:105 Dein Wort ist meine Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Psa 119:106 Ich schwöre und will's halten, dass ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will.
Psa 119:107 Ich bin sehr gedemütigt; HErr, erquicke mich nach deinem Wort!
Psa 119:108 Lass dir gefallen, HErr, das willige Opfer meines Mundes und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:109 Ich trage meine Seele immer in meinen Händen, und ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:110 Die Gottlosen legen mir Stricke; ich aber irre nicht von deinen Befehlen.
Psa 119:111 Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens Wonne.
Psa 119:112 Ich neige mein Herz, zu tun nach deinen Rechten immer und ewiglich.
Psa 119:113 Ich hasse die Flattergeister und liebe dein Gesetz.
Psa 119:114 Du bist mein Schirm und Schild; ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:115 Weichet von mir, ihr Boshaften! Ich will halten die Gebote meines Gottes.
Psa 119:116 Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe; und lass mich nicht zu Schanden werden über meiner Hoffnung.
Psa 119:117 Stärke mich, dass ich genese, so will ich stets meine Lust haben an deinen Rechten.
Psa 119:118 Du zertrittst alle, die von deinen Rechten abirren; denn ihre Trügerei ist eitel Lüge.
Psa 119:119 Du wirfst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken; darum liebe ich deine Zeugnisse.
Psa 119:120 Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, und entsetze mich vor deinen Gerichten.
Psa 119:121 Ich halte über Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt tun.
Psa 119:122 Vertritt du deinen Knecht und tröste ihn; mögen mir die Stolzen nicht Gewalt tun.
Psa 119:123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnade und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:125 Ich bin dein Knecht; unterweise mich, dass ich erkenne deine Zeugnisse.
Psa 119:126 Es ist Zeit, dass der HErr dazutue; sie haben dein Gesetz zerrissen.
Psa 119:127 Darum liebe ich dein Gebot über Gold und über feines Gold.
Psa 119:128 Darum halte ich stracks alle deine Befehle; ich hasse allen falschen Weg.
Psa 119:129 Deine Zeugnisse sind wunderbar; darum hält sie meine Seele.
Psa 119:130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Einfältigen.
Psa 119:131 Ich sperre meinen Mund auf und lechze nach deinen Geboten; denn mich verlangt darnach.
Psa 119:132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben.
Psa 119:133 Lass meinen Gang gewiss sein in deinem Wort und lass kein Unrecht über mich herrschen.
Psa 119:134 Erlöse mich von der Menschen Frevel, so will ich halten deine Befehle.
Psa 119:135 Lass dein Antlitz leuchten über deinen Knecht und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:136 Meine Augen fließen mit Wasser, dass man dein Gesetz nicht hält.
Psa 119:137 HErr, du bist gerecht, und dein Wort ist recht.
Psa 119:138 Du hast die Zeugnisse deiner Gerechtigkeit und die Wahrheit hart geboten.
Psa 119:139 Ich habe mich schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> zu Tode geeifert, dass meine Gegner deiner Worte vergessen.
Psa 119:140 Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb.
Psa 119:141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deiner Befehle.
Psa 119:142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.
Psa 119:143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Lust an deinen Geboten.
Psa 119:144 Die Gerechtigkeit deiner Zeugnisse ist ewig; unterweise mich, so lebe ich.
Psa 119:145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, HErr, dass ich dein Rechte halte.
Psa 119:146 Ich rufe zu dir; hilf mir, dass ich deine Zeugnisse halte.
Psa 119:147 Ich komme in der Frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich.
Psa 119:148 Ich wache auf, wenn's noch Nacht ist, zu sinnen über dein Wort.
Psa 119:149 Höre meine Stimme nach deiner Gnade; HErr, erquicke mich nach deinen Rechten.
Psa 119:150 Meine boshaften Verfolger nahen herzu und sind ferne von deinem Gesetz.
Psa 119:151 HErr, du bist nahe, und deine Gebote sind eitel Wahrheit.
Psa 119:152 Längst weiß ich, dass du deine Zeugnisse für ewig gegründet hast.
Psa 119:153 Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:154 Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort.
Psa 119:155 Das Heil ist ferne von den Gottlosen; denn sie achten deine Rechte nicht.
Psa 119:156 HErr, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinen Rechten.
Psa 119:157 Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Zeugnissen.
Psa 119:158 Ich sehe die Verächter, und es tut mir wehe, dass sie dein Wort nicht halten.
Psa 119:159 Siehe, ich liebe deine Befehle; HErr, erquicke mich nach deiner Gnade.
Psa 119:160 Dein Wort ist nichts denn Wahrheit; alle Rechte deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.
Psa 119:161 Die Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, und mein Herz fürchtet sich vor deinen Worten.
Psa 119:162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der eine große Beute kriegt.
Psa 119:163 Lügen bin ich gram und habe Greuel daran; aber dein Gesetz habe ich lieb.
Psa 119:164 Ich lobe dich des Tages siebenmal um der Rechte willen deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.
Psa 119:166 HErr, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten.
Psa 119:167 Meine Seele hält deine Zeugnisse und liebt sie sehr.
Psa 119:168 Ich halte deine Befehle und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor dir.
Psa 119:169 HErr, lass meine Klage vor dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort.
Psa 119:170 Lass mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort.
Psa 119:171 Meine Lippen sollen loben, wenn du mich deine Rechte lehrest.
Psa 119:172 Meine Zunge soll ihr Gespräch haben von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind recht.
Psa 119:173 Lass mir deine Hand beistehen; denn ich habe erwählt deine Befehle.
Psa 119:174 HErr, mich verlangt nach deinem Heil, und ich habe Lust an deinem Gesetz.
Psa 119:175 Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, und deine Rechte mir helfen.
Psa 119:176 Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf. Suche deinen Knecht; denn ich vergesse deiner Gebote nicht.
Psa 120:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich rufe zu dem HErrn in meiner Not, und er erhört mich.
Psa 120:2 HErr, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen.
Psa 120:3 Was kann dir die falsche Zunge tun, was kann sie ausrichten?
Psa 120:4 Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken, wie Feuer in Wachholdern.
Psa 120:5 Wehe mir, dass ich ein Fremdling bin unter Mesech; ich muss wohnen unter den Hütten Kedars.
Psa 120:6 Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen.
Psa 120:7 Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Krieg an.
Psa 121:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.
Psa 121:2 Meine Hilfe kommt von dem HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 121:3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet, schläft nicht.
Psa 121:4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Psa 121:5 Der HErr behütet dich; der HErr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
Psa 121:6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Psa 121:7 Der HErr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele;
Psa 121:8 der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
Psa 122:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Ich freute mich über die, so mir sagten: Lasset uns ins Haus des HErrn gehen!
Psa 122:2 Unsre Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem.
Psa 122:3 Jerusalem ist gebaut, dass es eine Stadt sei, da man zusammenkommen soll,
Psa 122:4 da die Stämme hinaufgehen, die Stämme des HErrn, wie geboten ist dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn.
Psa 122:5 Denn daselbst stehen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David.
Psa 122:6 Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!
Psa 122:7 Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!
Psa 122:8 Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.
Psa 122:9 Um des Hauses willen des HErrn, unsres Gottes, will ich dein Bestes suchen.
Psa 123:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel sitzest.
Psa 123:2 Siehe! wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, also sehen unsre Augen auf den HErrn, unsren Gott, bis er uns gnädig werde.
Psa 123:3 Sei uns gnädig, HErr, sei uns gnädig! denn wir sind sehr voll Verachtung.
Psa 123:4 Sehr voll ist unsre Seele von der Stolzen Spott und der Hoffärtigen Verachtung.
Psa 124:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Wo der HErr nicht bei uns wäre – so sage Israel –,
Psa 124:2 wo der HErr nicht bei uns wäre, wenn die Menschen sich wider uns setzen:
Psa 124:3 so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns ergrimmte;
Psa 124:4 so ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsre Seele;
Psa 124:5 es gingen Wasser allzu hoch über unsre Seele.
Psa 124:6 Gelobet sei der HErr, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne!
Psa 124:7 Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Stricke des Voglers; der Strick ist zerrissen, und wir sind los.
Psa 124:8 Unsre Hilfe steht im Namen des HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 125:1 Ein Lied im höhern Chor. Die auf den HErrn hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.
Psa 125:2 Um Jerusalem her sind Berge, und der HErr ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.
Psa 125:3 Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Häuflein der Gerechten, auf dass die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.
Psa 125:4 HErr, tue wohl den guten und frommen Herzen!
Psa 125:5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HErr wegtreiben mit den Übeltätern. Friede sei über Israel!
Psa 126:1 Ein Lied im höhern Chor. Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
Psa 126:2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen getan!
Psa 126:3 Der HErr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
Psa 126:4 HErr, bringe wieder unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Mittagslande.
Psa 126:5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Psa 126:6 Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
Psa 127:1 Ein Lied Salomos im höhern Chor. Wo der HErr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der HErr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.
Psa 127:2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend.
Psa 127:3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HErrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Psa 127:4 Wie die Pfeile in der Hand des Starken, also geraten die jungen Knaben.
Psa 127:5 Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat! Die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.
Psa 128:1 Ein Lied im höhern Chor. Wohl dem, der den HErrn fürchtet und auf seinen Wegen geht!
Psa 128:2 Du wirst dich nähren <FI>von<Fi> deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut.
Psa 128:3 Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock drinnen in deinem Hause, deine Kinder wie Ölzweige um deinen Tisch her.
Psa 128:4 Siehe, also wird gesegnet der Mann, der den HErrn fürchtet.
Psa 128:5 Der HErr wird dich segnen aus Zion, dass du sehest das Glück Jerusalems dein Leben lang
Psa 128:6 und sehest deiner Kinder Kinder. Friede über Israel!
Psa 129:1 Ein Lied im höhern Chor. Sie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf – so sage Israel –,
Psa 129:2 sie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht übermocht.
Psa 129:3 Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert und ihre Furchen lang gezogen.
Psa 129:4 Der HErr, der gerecht ist, hat der Gottlosen Seile abgehauen.
Psa 129:5 Ach dass müssten zu Schanden werden und zurückkehren alle, die Zion gram sind!
Psa 129:6 Ach dass sie müssten sein wie das Gras auf den Dächern, welches verdorrt, ehe man es ausrauft,
Psa 129:7 von welchem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Arm
Psa 129:8 und die vorübergehen nicht sprechen: „Der Segen des HErrn sei über euch! wir segnen euch im Namen des HErrn”!
Psa 130:1 Ein Lied im höhern Chor. Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir.
Psa 130:2 HErr, höre meine Stimme, lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
Psa 130:3 So du willst, HErr, Sünden zurechnen, HErr, wer wird bestehen?
Psa 130:4 Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
Psa 130:5 Ich harre des HErrn; meine Seele harret und ich hoffe auf sein Wort.
Psa 130:6 Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgenwache bis zur andern.
Psa 130:7 Israel, hoffe auf den HErrn! denn bei dem HErrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm,
Psa 130:8 und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Psa 131:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. HErr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz; ich wandle nicht in großen Dingen, die mir zu hoch sind.
Psa 131:2 Ja, ich habe meine Seele gesetzt und gestillt; so ist meine Seele in mir wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter.
Psa 131:3 Israel, hoffe auf den HErrn von nun an bis in Ewigkeit!
Psa 132:1 Ein Lied im höhern Chor. Gedenke, HErr, an David und all sein Leiden,
Psa 132:2 der dem HErrn schwur und gelobte dem Mächtigen Jakobs:
Psa 132:3 „Ich will nicht in die Hütte meines Hauses gehen noch mich aufs Lager meines Bettes legen,
Psa 132:4 ich will meine Augen nicht schlafen lassen noch meine Augenlider schlummern,
Psa 132:5 bis ich eine Stätte finde für den HErrn, zur Wohnung dem Mächtigen Jakobs.”
Psa 132:6 Siehe, wir hörten von ihr in Ephratha; wir haben sie gefunden auf dem Felde des Waldes.
Psa 132:7 Wir wollen in seine Wohnung gehen und anbeten vor seinem Fußschemel.
Psa 132:8 HErr, mache dich auf zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht!
Psa 132:9 Deine Priester lass sich kleiden mit Gerechtigkeit und deine Heiligen sich freuen.
Psa 132:10 Wende nicht weg das Antlitz deines Gesalbten um deines Knechtes David willen.
Psa 132:11 Der HErr hat David einen wahren Eid geschworen – davon wird er sich nicht wenden –: „Ich will dir auf deinen Stuhl setzen die Frucht deines Leibes.
Psa 132:12 Werden deine Kinder meinen Bund halten und mein Zeugnis, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sitzen ewiglich.”
Psa 132:13 Denn der HErr hat Zion erwählt und hat Lust, daselbst zu wohnen.
Psa 132:14 „Dies ist meine Ruhe ewiglich, hier will ich wohnen; denn es gefällt mir wohl.
Psa 132:15 Ich will ihre Speise segnen und ihren Armen Brot genug geben.
Psa 132:16 Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen fröhlich sein.
Psa 132:17 Daselbst soll aufgehen das Horn Davids; ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte zugerichtet.
Psa 132:18 Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden; aber über ihm soll blühen seine Krone.”
Psa 133:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, dass Brüder einträchtig beieinander wohnen!
Psa 133:2 wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Aarons herabfließt in seinen ganzen Bart, der herabfließt in sein Kleid,
Psa 133:3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions. Denn daselbst verheißt der HErr Segen und Leben immer und ewiglich.
Psa 134:1 Ein Lied im höhern Chor. Siehe, lobet den HErrn, alle Knechte des HErrn, die ihr stehet des Nachts im Hause des HErrn!
Psa 134:2 Hebet eure Hände auf im Heiligtum und lobet den HErrn!
Psa 134:3 Der HErr segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat!
Psa 135:1 Halleluja! Lobet den Namen des HErrn, lobet, ihr Knechte des HErrn,
Psa 135:2 die ihr stehet im Hause des HErrn, in den Höfen des Hauses unsres Gottes!
Psa 135:3 Lobet den HErrn, denn der HErr ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich!
Psa 135:4 Denn der HErr hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.
Psa 135:5 Denn ich weiß, dass der HErr groß ist und unser HErr vor allen Göttern.
Psa 135:6 Alles, was er will, das tut er, im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen;
Psa 135:7 der die Wolken lässt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind aus seinen Vorratskammern kommen lässt;
Psa 135:8 der die Erstgeburten schlug in Ägypten, beider, der Menschen und des Viehes,
Psa 135:9 und ließ seine Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland, über Pharao und alle seine Knechte;
Psa 135:10 der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige:
Psa 135:11 Sihon, der Amoriter König, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche in Kanaan;
Psa 135:12 und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.
Psa 135:13 HErr, dein Name währet ewiglich; dein Gedächtnis, HErr, währet für und für.
Psa 135:14 Denn der HErr wird sein Volk richten und seinen Knechten gnädig sein.
Psa 135:15 Der Heiden Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.
Psa 135:16 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht;
Psa 135:17 sie haben Ohren, und hören nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde.
Psa 135:18 Die solche machen, sind gleich also, alle, die auf solche hoffen.
Psa 135:19 Das Haus Israel lobe den HErrn! Lobet den HErrn, ihr vom Hause Aaron!
Psa 135:20 Ihr vom Hause Levi, lobet den HErrn! Die ihr den HErrn fürchtet, lobet den HErrn!
Psa 135:21 Gelobet sei der HErr aus Zion, der zu Jerusalem wohnt! Halleluja!
Psa 136:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:2 Danket dem Gott aller Götter – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:3 Danket dem HErrn aller Herren – denn seine Güte währet ewiglich,
Psa 136:4 der große Wunder tut allein – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:5 der die Himmel weislich gemacht hat – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:6 der die Erde auf Wasser ausgebreitet hat – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:7 der große Lichter gemacht hat – denn seine Güte währet ewiglich –:
Psa 136:8 die Sonne, dem Tag vorzustehen – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:9 den Mond und Sterne, der Nacht vorzustehen – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:10 der Ägypten schlug an ihren Erstgeburten – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:11 und führte Israel heraus – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:12 durch mächtige Hand und ausgereckten Arm – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:13 der das Schilfmeer teilte in zwei Teile – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:14 und ließ Israel hindurchgehen – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:15 der Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:16 der sein Volk führte durch die Wüste – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:17 der große Könige schlug – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:18 und erwürgte mächtige Könige – denn seine Güte währet ewiglich –:
Psa 136:19 Sihon, der Amoriter König – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:20 und Og, den König von Basan – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:21 und gab ihr Land zum Erbe – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:22 zum Erbe seinem Knecht Israel – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:23 denn er dachte an uns, da wir unterdrückt waren – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:24 und erlöste uns von unsren Feinden – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:25 der allem Fleisch Speise gibt – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:26 Danket dem Gott des Himmels – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 137:1 An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.
Psa 137:2 Unsre Harfen hingen wir an die Weiden, die daselbst sind.
Psa 137:3 Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unsrem Heulen fröhlich sein: „Singet uns ein Lied von Zion!”
Psa 137:4 Wie sollten wir des HErrn Lied singen in fremden Landen?
Psa 137:5 Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen.
Psa 137:6 Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.
Psa 137:7 HErr, gedenke den Kindern Edom den Tag Jerusalems, die da sagten: „Rein ab, rein ab bis auf ihren Boden!”
Psa 137:8 Du verstörte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns getan hast!
Psa 137:9 Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!
Psa 138:1 Davids. Ich danke dir von ganzem Herzen; vor den Göttern will ich dir lobsingen.
Psa 138:2 Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort.
Psa 138:3 Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.
Psa 138:4 Es danken dir, HErr, alle Könige auf Erden, dass sie hören das Wort deines Mundes,
Psa 138:5 und singen auf den Wegen des HErrn, dass die Ehre des HErrn groß sei.
Psa 138:6 Denn der HErr ist hoch und sieht auf das Niedrige und kennt den Stolzen von ferne.
Psa 138:7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich und streckst deine Hand über den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten.
Psa 138:8 Der HErr wird's für mich vollführen. HErr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.
Psa 139:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. HErr, Du erforschest mich und kennest mich.
Psa 139:2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne.
Psa 139:3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege.
Psa 139:4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HErr, nicht alles wissest.
Psa 139:5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psa 139:6 Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen.
Psa 139:7 Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht?
Psa 139:8 Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da.
Psa 139:9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
Psa 139:10 so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.
Psa 139:11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muss die Nacht auch Licht um mich sein.
Psa 139:12 Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.
Psa 139:13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Psa 139:14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl.
Psa 139:15 Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde.
Psa 139:16 Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war.
Psa 139:17 Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe!
Psa 139:18 Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir.
Psa 139:19 Ach Gott, dass du tötetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müssten!
Psa 139:20 Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.
Psa 139:21 Ich hasse ja, HErr, die dich hassen, und es verdrießt mich an ihnen, dass sie sich wider dich setzen.
Psa 139:22 Ich hasse sie in rechtem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.
Psa 139:23 Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich's meine.
Psa 139:24 Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Psa 140:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 140:2 Errette mich, HErr, von den bösen Menschen; behüte mich vor den freveln Leuten,
Psa 140:3 die Böses gedenken in ihrem Herzen und täglich Krieg erregen.
Psa 140:4 Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. (Sela.)
Psa 140:5 Bewahre mich, HErr, vor der Hand der Gottlosen; behüte mich vor den freveln Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoßen.
Psa 140:6 Die Hoffärtigen legen mir Stricke und breiten mir Seile aus zum Netz und stellen mir Fallen an den Weg. (Sela.)
Psa 140:7 Ich aber sage zum HErrn: Du bist mein Gott; HErr, vernimm die Stimme meines Flehens!
Psa 140:8 HErr Herr, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streits.
Psa 140:9 HErr, lass dem Gottlosen seine Begierde nicht; stärke seinen Mutwillen nicht: sie möchten sich des überheben. (Sela.)
Psa 140:10 Das Unglück, davon meine Feinde ratschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen.
Psa 140:11 Er wird Strahlen über sie schütten; er wird sie mit Feuer tief in die Erde schlagen, dass sie nicht mehr aufstehen.
Psa 140:12 Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden; ein frevler, böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden.
Psa 140:13 Denn ich weiß, dass der HErr wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen.
Psa 140:14 Auch werden die Gerechten deinem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.
Psa 141:1 Ein Psalm Davids. HErr, ich rufe zu dir; eile zu mir; vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
Psa 141:2 Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer, mein Händeaufheben wie ein Abendopfer.
Psa 141:3 HErr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen.
Psa 141:4 Neige mein Herz nicht auf etwas Böses, ein gottlos Wesen zu führen mit den Übeltätern, dass ich nicht esse von dem, was ihnen geliebt.
Psa 141:5 Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich; das wird mir so wohl tun wie Balsam auf meinem Haupt; denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun.
Psa 141:6 Ihre Führer müssen gestürzt werden über einen Fels; so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei.
Psa 141:7 Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle, wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
Psa 141:8 Denn auf dich, HErr Herr, sehen meine Augen; ich traue auf dich, verstoße meine Seele nicht.
Psa 141:9 Bewahre mich vor dem Stricke, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Übeltäter.
Psa 141:10 Die Gottlosen müssen in ihr eigen Netz fallen miteinander, ich aber immer vorübergehen.
Psa 142:1 Eine Unterweisung Davids, ein Gebet, da er in der Höhle war.
Psa 142:2 Ich schreie zum HErrn mit meiner Stimme; ich flehe zum HErrn mit meiner Stimme;
Psa 142:3 ich schütte meine Rede vor ihm aus und zeige an vor ihm meine Not.
Psa 142:4 Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen mir Stricke auf dem Wege, darauf ich gehe.
Psa 142:5 Schaue zur Rechten und siehe! da will mich niemand kennen. Ich kann nicht entfliehen; niemand nimmt sich meiner Seele an.
Psa 142:6 HErr, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen.
Psa 142:7 Merke auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig.
Psa 142:8 Führe meine Seele aus dem Kerker, dass ich danke deinem Namen. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohltust.
Psa 143:1 Ein Psalm Davids. HErr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen
Psa 143:2 und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
Psa 143:3 Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden; er legt mich ins Finstere wie die, so längst tot sind.
Psa 143:4 Und mein Geist ist in mir geängstet; mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehrt.
Psa 143:5 Ich gedenke an die vorigen Zeiten; ich rede von allen deinen Taten und sage von den Werken deiner Hände.
Psa 143:6 Ich breite meine Hände aus zu dir; meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. (Sela.)
Psa 143:7 HErr, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht von mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.
Psa 143:8 Lass mich frühe hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.
Psa 143:9 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir habe ich Zuflucht.
Psa 143:10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn.
Psa 143:11 HErr, erquicke mich um deines Namens willen; führe meine Seele aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen
Psa 143:12 und verstöre meine Feinde um deiner Güte willen und bringe um alle, die meine Seele ängsten; denn ich bin dein Knecht.
Psa 144:1 Ein Psalm Davids. Gelobet sei der HErr, mein Hort, der meine Hände lehrt streiten und meine Fäuste kriegen,
Psa 144:2 meine Güte und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwingt.
Psa 144:3 HErr, was ist der Mensch, dass du dich sein annimmst, und des Menschen Kind, dass du ihn so achtest?
Psa 144:4 Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten.
Psa 144:5 HErr, neige deine Himmel und fahre herab; rühre die Berge an, dass sie rauchen;
Psa 144:6 lass blitzen und zerstreue sie; schieße deine Strahlen und schrecke sie;
Psa 144:7 strecke deine Hand aus von der Höhe und erlöse mich und errette mich von großen Wassern, von der Hand der Kinder der Fremde,
Psa 144:8 deren Mund redet unnütz, und ihre Werke sind falsch.
Psa 144:9 Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten,
Psa 144:10 der du den Königen Sieg gibst und erlösest deinen Knecht David vom mörderischen Schwert des Bösen.
Psa 144:11 Erlöse mich auch und errette mich von der Hand der Kinder der Fremde – deren Mund redet unnütz, und ihre Werke sind falsch –,
Psa 144:12 dass unsre Söhne aufwachsen in ihrer Jugend wie die Pflanzen, und unsre Töchter seien wie die ausgehauenen Erker, womit man Paläste ziert;
Psa 144:13 dass unsre Kammern voll seien und herausgeben können einen Vorrat nach dem andern; dass unsre Schafe tragen tausend und zehntausend auf unsren Triften;
Psa 144:14 dass unsre Ochsen viel erarbeiten; dass kein Schade, kein Verlust noch Klage auf unsren Gassen sei.
Psa 144:15 Wohl dem Volk, dem es also geht! Wohl dem Volk, des Gott der HErr ist!
Psa 145:1 Ein Lob Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich.
Psa 145:2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich.
Psa 145:3 Der HErr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unausforschlich.
Psa 145:4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen.
Psa 145:5 Ich will reden von deiner herrlichen, schönen Pracht und von deinen Wundern,
Psa 145:6 dass man soll sagen von deinen herrlichen Taten und dass man erzähle deine Herrlichkeit;
Psa 145:7 dass man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme.
Psa 145:8 Gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig und von großer Güte.
Psa 145:9 Der HErr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.
Psa 145:10 Es sollen dir danken, HErr, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben
Psa 145:11 und die Ehre deines Königreiches rühmen und von deiner Gewalt reden,
Psa 145:12 dass den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die herrliche Pracht deines Königreichs.
Psa 145:13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.
Psa 145:14 Der HErr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind.
Psa 145:15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit.
Psa 145:16 Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Psa 145:17 Der HErr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken.
Psa 145:18 Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.
Psa 145:19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.
Psa 145:20 Der HErr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.
Psa 145:21 Mein Mund soll des HErrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.
Psa 146:1 Halleluja! Lobe den HErrn, meine Seele!
Psa 146:2 Ich will den HErrn loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich hier bin.
Psa 146:3 Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Psa 146:4 Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; alsdann sind verloren alle seine Anschläge.
Psa 146:5 Wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist; des Hoffnung auf dem HErrn, seinem Gott, steht;
Psa 146:6 der Himmel, Erde, Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat; der Glauben hält ewiglich;
Psa 146:7 der Recht schafft denen, so Gewalt leiden; der die Hungrigen speist. Der HErr löst die Gefangenen.
Psa 146:8 Der HErr macht die Blinden sehend. Der HErr richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HErr liebt die Gerechten.
Psa 146:9 Der HErr behütet die Fremdlinge und erhält die Waisen und Witwen und kehrt zurück den Weg der Gottlosen.
Psa 146:10 Der HErr ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja.
Psa 147:1 Lobet den HErr! denn unsren Gott loben, das ist ein köstlich Ding; solch Lob ist lieblich und schön.
Psa 147:2 Der HErr baut Jerusalem und bringt zusammen die Verjagten Israels.
Psa 147:3 Er heilt, die zerbrochnes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.
Psa 147:4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.
Psa 147:5 Unser HErr ist groß und von großer Kraft; und ist unbegreiflich, wie er regiert.
Psa 147:6 Der HErr richtet auf die Elenden und stößt die Gottlosen zu Boden.
Psa 147:7 Singet umeinander dem HErrn mit Dank und lobet unsren Gott mit Harfen,
Psa 147:8 der den Himmel mit Wolken verdeckt und gibt Regen auf Erden; der Gras auf Bergen wachsen lässt;
Psa 147:9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen.
Psa 147:10 Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses noch Gefallen an eines Mannes Schenkeln.
Psa 147:11 Der HErr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Psa 147:12 Preise, Jerusalem, den HErrn; lobe Zion, deinen Gott!
Psa 147:13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder drinnen.
Psa 147:14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen.
Psa 147:15 Er sendet seine Rede auf Erden; sein Wort läuft schnell.
Psa 147:16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche.
Psa 147:17 Er wirft seine Schloßen<RF>bedeutet: große Hagelkörner<Rf> wie Bissen; wer kann bleiben vor seinem Frost?
Psa 147:18 Er spricht, so zerschmilzt es; er lässt seinen Wind wehen, so taut es auf.
Psa 147:19 Er zeigt Jakob sein Wort, Israel seine Sitten und Rechte.
Psa 147:20 So tut er keinen Heiden, noch lässt er sie wissen seine Rechte. Halleluja!
Psa 148:1 Halleluja! Lobet im Himmel den HErrn; lobet ihn in der Höhe!
Psa 148:2 Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, all sein Heer!
Psa 148:3 Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
Psa 148:4 Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben und die Wasser, die oben am Himmel sind!
Psa 148:5 Die sollen loben den Namen des HErrn; denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
Psa 148:6 Er hält sie immer und ewiglich; er ordnet sie, dass sie nicht anders gehen dürfen.
Psa 148:7 Lobet den HErrn auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen;
Psa 148:8 Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten;
Psa 148:9 Berge und alle Hügel, fruchtbare Bäume und alle Zedern;
Psa 148:10 Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel;
Psa 148:11 ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf Erden;
Psa 148:12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen!
Psa 148:13 Die sollen loben den Namen des HErrn; denn sein Name allein ist hoch, sein Lob geht, soweit Himmel und Erde ist.
Psa 148:14 Und er erhöht das Horn seines Volkes. Alle Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. Halleluja!
Psa 149:1 Halleluja! Singet dem HErrn ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben.
Psa 149:2 Israel freue sich des, der es gemacht hat; die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König.
Psa 149:3 Sie sollen loben seinen Namen im Reigen; mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen.
Psa 149:4 Denn der HErr hat Wohlgefallen an seinem Volk; er hilft den Elenden herrlich.
Psa 149:5 Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern.
Psa 149:6 Ihr Mund soll Gott erheben, und sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen haben,
Psa 149:7 dass sie Rache üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern;
Psa 149:8 ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln;
Psa 149:9 dass sie ihnen tun das Recht, davon geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!
Psa 150:1 Halleluja! Lobet den HErrn in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht!
Psa 150:2 Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
Psa 150:3 Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!
Psa 150:4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!
Psa 150:5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln!
Psa 150:6 Alles, was Odem hat, lobe den HErrn! Halleluja!

Job 1:1 Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Derselbe war schlecht und recht, gottesfürchtig und mied das Böse.
Job 1:2 Und zeugte sieben Söhne und drei Töchter;
Job 1:3 und seines Viehs waren siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen, und er hatte viel Gesinde; und er war herrlicher denn alle, die gegen Morgen wohnten.
Job 1:4 Und seine Söhne gingen und machten ein Mahl, ein jeglicher in seinem Hause auf seinen Tag, und sandten hin und luden ihre drei Schwestern, mit ihnen zu essen und zu trinken.
Job 1:5 Und wenn die Tage des Mahls um waren, sandte Hiob hin und heiligte sie und machte sich des Morgens früh auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob gedachte: Meine Söhne möchten gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen. Also tat Hiob allezeit.
Job 1:6 Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den HErrn traten, kam der Satan auch unter ihnen.
Job 1:7 Der HErr aber sprach zu dem Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
Job 1:8 Der HErr sprach zu Satan: Hast du nicht achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht im Lande, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse.
Job 1:9 Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Meinst du, dass Hiob umsonst Gott fürchtet?
Job 1:10 Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher verwahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Gut hat sich ausgebreitet im Lande.
Job 1:11 Aber recke deine Hand aus und taste an alles, was er hat: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen?
Job 1:12 Der HErr sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan aus von dem HErrn.
Job 1:13 Des Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken in ihres Bruders Hause, des Erstgeborenen,
Job 1:14 kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide,
Job 1:15 da fielen die aus Saba herein und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:16 Da er noch redete, kam ein anderer und sprach: Das Feuer Gottes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knechte und verzehrte sie; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:17 Da der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machte drei Rotten und überfielen die Kamele und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:18 Da der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen,
Job 1:19 Und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß auf die vier Ecken des Hauses und warf's auf die jungen Leute, dass sie starben; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:20 Da stand Hiob auf und zerriss seine Kleider und raufte sein Haupt und fiel auf die Erde und betete an
Job 1:21 und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HErr hat's gegeben, der HErr hat's genommen; der Name des HErrn sei gelobt.
Job 1:22 In diesem allem sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.
Job 2:1 Es begab sich aber des Tages, da die Kinder Gottes kamen und traten vor den HErrn, dass der Satan auch unter ihnen kam und vor den HErrn trat.
Job 2:2 Da sprach der HErr zu dem Satan: Wo kommst du her? Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
Job 2:3 Der HErr sprach zu dem Satan: Hast du nicht acht auf meinen Knecht Hiob gehabt? Denn es ist seinesgleichen im Lande nicht, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse und hält noch fest an seiner Frömmigkeit; du aber hast mich bewogen, dass ich ihn ohne Ursache verderbt habe.
Job 2:4 Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Haut für Haut; und alles was ein Mann hat, lässt er für sein Leben.
Job 2:5 Aber recke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen?
Job 2:6 Der HErr sprach zu dem Satan: Siehe da, er ist in deiner Hand; doch schone seines Lebens!
Job 2:7 Da fuhr der Satan aus vom Angesicht des HErrn und schlug Hiob mit bösen Schwären von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel.
Job 2:8 Und er nahm eine Scherbe und schabte sich und saß in der Asche.
Job 2:9 Und sein Weib sprach zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Ja, sage Gott ab und stirb!
Job 2:10 Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die närrischen Weiber reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? In diesem allem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.
Job 2:11 Da aber die drei Freunde Hiobs hörten all das Unglück, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeglicher aus seinem Ort: Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema. Denn sie wurden eins, dass sie kämen, ihn zu beklagen und zu trösten.
Job 2:12 Und da sie ihre Augen aufhoben von ferne, kannten sie ihn nicht und hoben auf ihre Stimme und weinten, und ein jeglicher zerriss sein Kleid, und sie sprengten Erde auf ihr Haupt gen Himmel
Job 2:13 und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.
Job 3:1 Darnach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
Job 3:2 Und Hiob sprach:
Job 3:3 Der Tag müsse verloren sein, darin ich geboren bin, und die Nacht, welche sprach: Es ist ein Männlein empfangen!
Job 3:4 Derselbe Tag müsse finster sein, und Gott von obenherab müsse nicht nach ihm fragen; kein Glanz müsse über ihn scheinen!
Job 3:5 Finsternis und Dunkel müssen ihn überwältigen, und dicke Wolken müssen über ihm bleiben, und der Dampf am Tage mache ihn grässlich!
Job 3:6 Die Nacht müsse Dunkel einnehmen; sie müsse sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen noch in die Zahl der Monden kommen!
Job 3:7 Siehe, die Nacht müsse einsam sein und kein Jauchzen darin sein!
Job 3:8 Es müssen sie verfluchen die Verflucher des Tages und die da bereit sind, zu erregen den Leviathan!
Job 3:9 Ihre Sterne müssen finster sein in ihrer Dämmerung; sie hoffe aufs Licht, und es komme nicht, und müsse nicht sehen die Wimpern der Morgenröte,
Job 3:10 darum dass sie nicht verschlossen hat die Tür des Leibes meiner Mutter und nicht verborgen das Unglück vor meinen Augen!
Job 3:11 Warum bin ich nicht gestorben von Mutterleib an? Warum bin ich nicht verschieden, da ich aus dem Leibe kam?
Job 3:12 Warum hat man mich auf den Schoß gesetzt? Warum bin ich mit Brüsten gesäugt?
Job 3:13 So läge ich doch nun und wäre still, schliefe und hätte Ruhe
Job 3:14 mit den Königen und Ratsherren auf Erden, die das Wüste bauen,
Job 3:15 oder mit den Fürsten, die Gold haben und deren Häuser voll Silber sind.
Job 3:16 Oder wie eine unzeitige Geburt, die man verborgen hat, wäre ich gar nicht, wie Kinder, die das Licht nie gesehen haben.
Job 3:17 Daselbst müssen doch aufhören die Gottlosen mit Toben; daselbst ruhen doch, die viel Mühe gehabt haben.
Job 3:18 Da haben doch miteinander Frieden die Gefangenen und hören nicht die Stimme des Drängers.
Job 3:19 Da sind beide, klein und groß, und der Knecht ist frei von seinem Herrn.
Job 3:20 Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen und das Leben den betrübten Herzen
Job 3:21 (die des Todes warten, und er kommt nicht, und grüben ihn wohl aus dem Verborgenen,
Job 3:22 die sich sehr freuten und fröhlich wären, wenn sie ein Grab bekämen),
Job 3:23 dem Manne, dessen Weg verborgen ist und vor ihm von Gott verzäunt ward?
Job 3:24 Denn wenn ich essen soll, muss ich seufzen, und mein Heulen fährt heraus wie Wasser.
Job 3:25 Denn was ich gefürchtet habe ist über mich gekommen, und was ich sorgte, hat mich getroffen.
Job 3:26 War ich nicht glückselig? War ich nicht fein stille? Hatte ich nicht gute Ruhe? Und es kommt solche Unruhe!
Job 4:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 4:2 Du hast's vielleicht nicht gern, so man versucht, mit dir zu reden; aber wer kann sich's enthalten?
Job 4:3 Siehe, du hast viele unterwiesen und lässige Hände gestärkt;
Job 4:4 deine Rede hat die Gefallenen aufgerichtet, und die bebenden Kniee hast du gekräftigt.
Job 4:5 Nun aber es an dich kommt, wirst du weich; und nun es dich trifft, erschrickst du.
Job 4:6 Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, deine Hoffnung die Unsträflichkeit deiner Wege?
Job 4:7 Gedenke doch, wo ist ein Unschuldiger umgekommen? oder wo sind die Gerechten je vertilgt?
Job 4:8 Wie ich wohl gesehen habe: die da Mühe pflügen und Unglück säten, ernteten es auch ein;
Job 4:9 durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Geist seines Zorns vertilgt.
Job 4:10 Das Brüllen der Löwen und die Stimme der großen Löwen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.
Job 4:11 Der Löwe ist umgekommen, dass er nicht mehr raubt, und die Jungen der Löwin sind zerstreut.
Job 4:12 Und zu mir ist gekommen ein heimlich Wort, und mein Ohr hat ein Wörtlein davon empfangen.
Job 4:13 Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt,
Job 4:14 da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.
Job 4:15 Und da der Geist an mir vorüberging standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.
Job 4:16 Da stand ein Bild vor meinen Augen, und ich kannte seine Gestalt nicht; es war still, und ich hörte eine Stimme:
Job 4:17 Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?
Job 4:18 Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel, und seine Boten zeiht er der Torheit:
Job 4:19 wie viel mehr die in Lehmhäusern wohnen und auf Erde gegründet sind und werden von Würmern gefressen!
Job 4:20 Es währt vom Morgen bis an den Abend, so werden sie zerschlagen; und ehe sie es gewahr werden, sind sie gar dahin,
Job 4:21 und ihre Nachgelassenen vergehen und sterben auch unversehens.
Job 5:1 Rufe doch! was gilts, ob einer dir antworte? Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden?
Job 5:2 Einen Toren aber erwürgt wohl der Unmut, und den Unverständigen tötet der Eifer.
Job 5:3 Ich sah einen Toren eingewurzelt, und ich fluchte plötzlich seinem Hause.
Job 5:4 Seine Kinder werden fern sein vom Heil und werden zerschlagen werden im Tor, da kein Erretter sein wird.
Job 5:5 Seine Ernte wird essen der Hungrige und auch aus den Hecken sie holen, und sein Gut werden die Durstigen aussaufen.
Job 5:6 Denn Mühsal aus der Erde nicht geht und Unglück aus dem Acker nicht wächst;
Job 5:7 sondern der Mensch wird zu Unglück geboren, wie die Vögel schweben, emporzufliegen.
Job 5:8 Ich aber würde zu Gott mich wenden und meine Sache vor ihn bringen,
Job 5:9 der große Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind:
Job 5:10 der den Regen aufs Land gibt und lässt Wasser kommen auf die Gefilde;
Job 5:11 der die Niedrigen erhöht und den Betrübten emporhilft.
Job 5:12 Er macht zunichte die Anschläge der Listigen, dass es ihre Hand nicht ausführen kann;
Job 5:13 er fängt die Weisen in ihrer Listigkeit und stürzt der Verkehrten Rat,
Job 5:14 dass sie des Tages in der Finsternis laufen und tappen am Mittag wie in der Nacht.
Job 5:15 Er hilft den Armen von dem Schwert, von ihrem Munde und von der Hand des Mächtigen,
Job 5:16 und ist des Armen Hoffnung, dass die Bosheit wird ihren Mund müssen zuhalten.
Job 5:17 Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.
Job 5:18 Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilt.
Job 5:19 Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren:
Job 5:20 in der Teuerung wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand;
Job 5:21 Er wird dich verbergen vor der Geißel Zunge, dass du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt;
Job 5:22 im Verderben und im Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten;
Job 5:23 sondern sein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere im Lande werden Frieden mit dir halten.
Job 5:24 Und du wirst erfahren, dass deine Hütte Frieden hat, und wirst deine Behausung versorgen und nichts vermissen,
Job 5:25 und wirst erfahren, dass deines Samens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden,
Job 5:26 und wirst im Alter zum Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit.
Job 5:27 Siehe, das haben wir erforscht und ist also; dem gehorche und merke du dir's.
Job 6:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 6:2 Wenn man doch meinen Unmut wöge und mein Leiden zugleich in die Waage legte!
Job 6:3 Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer; darum gehen meine Worte irre.
Job 6:4 Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir: derselben Gift muss mein Geist trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.
Job 6:5 Das Wild schreit nicht, wenn es Gras hat; der Ochse blökt nicht, wenn er sein Futter hat.
Job 6:6 Kann man auch essen, was ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?
Job 6:7 Was meine Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise, mir zum Ekel.
Job 6:8 O, dass meine Bitte geschähe und Gott gäbe mir, was ich hoffe!
Job 6:9 dass Gott anfinge und zerschlüge mich und ließe seine Hand gehen und zerscheiterte mich!
Job 6:10 So hätte ich nun Trost, und wollte bitten in meiner Krankheit, dass er nur nicht schonte, habe ich doch nicht verleugnet die Reden des Heiligen.
Job 6:11 Was ist meine Kraft, dass ich möge beharren? und welches ist mein Ende, dass meine Seele geduldig sein sollte?
Job 6:12 Ist doch meine Kraft nicht steinern und mein Fleisch nicht ehern.
Job 6:13 Habe ich doch nirgend Hilfe, und mein Vermögen ist dahin.
Job 6:14 Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert, der verlässt des Allmächtigen Furcht.
Job 6:15 Meine Brüder trügen wie ein Bach, wie Wasserströme, die vergehen,
Job 6:16 die trübe sind vom Eis, in die der Schnee sich birgt:
Job 6:17 zur Zeit, wenn sie die Hitze drückt, versiegen sie; wenn es heiß wird, vergehen sie von ihrer Stätte.
Job 6:18 Die Reisezüge gehen ab vom Wege, sie treten aufs Ungebahnte und kommen um;
Job 6:19 die Reisezüge von Thema blicken ihnen nach, die Karawanen von Saba hofften auf sie:
Job 6:20 aber sie wurden zu Schanden über ihrer Hoffnung und mussten sich schämen, als sie dahin kamen.
Job 6:21 So seid ihr jetzt ein Nichts geworden, und weil ihr Jammer sehet, fürchtet ihr euch.
Job 6:22 Habe ich auch gesagt: Bringet her von eurem Vermögen und schenkt mir
Job 6:23 und errettet mich aus der Hand des Feindes und erlöst mich von der Hand der Gewalttätigen?
Job 6:24 Lehret mich, so will ich schweigen; und was ich nicht weiß, darin unterweist mich.
Job 6:25 Warum tadelt ihr rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen könnte?
Job 6:26 Gedenket ihr, Worte zu strafen? Aber eines Verzweifelten Rede ist für den Wind.
Job 6:27 Ihr fielet wohl über einen armen Waisen her und grübet eurem Nachbarn Gruben.
Job 6:28 Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde.
Job 6:29 Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben.
Job 6:30 Ist denn auf meiner Zunge Unrecht, oder sollte mein Gaumen Böses nicht merken?
Job 7:1 Muss nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
Job 7:2 Wie ein Knecht sich sehnt nach dem Schatten und ein Tagelöhner, dass seine Arbeit aus sei,
Job 7:3 also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elender Nächte sind mir viel geworden.
Job 7:4 Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und der Abend ward mir lang; ich wälzte mich und wurde des satt bis zur Dämmerung.
Job 7:5 Mein Fleisch ist um und um wurmig und knotig; meine Haut ist verschrumpft und zunichte geworden.
Job 7:6 Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn die Weberspule und sind vergangen, dass kein Aufhalten dagewesen ist.
Job 7:7 Gedenke, dass mein Leben ein Wind ist und meine Augen nicht wieder Gutes sehen werden.
Job 7:8 Und kein lebendiges Auge wird mich mehr schauen; sehen deine Augen nach mir, so bin ich nicht mehr.
Job 7:9 Eine Wolke vergeht und fährt dahin: also, wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf
Job 7:10 und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennt ihn nicht mehr.
Job 7:11 Darum will ich auch meinem Munde nicht wehren; ich will reden in der Angst meines Herzens und will klagen in der Betrübnis meiner Seele.
Job 7:12 Bin ich denn ein Meer oder ein Meerungeheuer, dass du mich so verwahrst?
Job 7:13 Wenn ich gedachte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir meinen Jammer erleichtern,
Job 7:14 so erschrecktest du mich mit Träumen und machtest mir Grauen durch Gesichte,
Job 7:15 dass meine Seele wünschte erstickt zu sein und meine Gebeine den Tod.
Job 7:16 Ich begehre nicht mehr zu leben. Lass ab von mir, denn meine Tage sind eitel.
Job 7:17 Was ist ein Mensch, dass du ihn groß achtest und bekümmerst dich um ihn?
Job 7:18 Du suchst ihn täglich heim und versuchst ihn alle Stunden.
Job 7:19 Warum tust du dich nicht von mir und lässest mich nicht, bis ich nur meinen Speichel schlinge?
Job 7:20 Habe ich gesündigt, was tue ich dir damit, o du Menschenhüter? Warum machst du mich zum Ziel deiner Anläufe, dass ich mir selbst eine Last bin?
Job 7:21 Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst weg meine Sünde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn du mich morgen suchst, werde ich nicht da sein.
Job 8:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 8:2 Wie lange willst du solches reden und sollen die Reden deines Mundes so einen stolzen Mut haben?
Job 8:3 Meinst du, dass Gott unrecht richte oder der Allmächtige das Recht verkehre?
Job 8:4 Haben deine Söhne vor ihm gesündigt, so hat er sie verstoßen um ihrer Missetat willen.
Job 8:5 So du aber dich beizeiten zu Gott tust und zu dem Allmächtigen flehst,
Job 8:6 und so du rein und fromm bist, so wird er aufwachen zu dir und wird wieder aufrichten deine Wohnung um deiner Gerechtigkeit willen;
Job 8:7 und was du zuerst wenig gehabt hast, wird hernach gar sehr zunehmen.
Job 8:8 Denn frage die vorigen Geschlechter und merke auf das, was ihr Väter erforscht haben;
Job 8:9 denn wir sind von gestern her und wissen nichts; unser Leben ist ein Schatten auf Erden.
Job 8:10 Sie werden dich's lehren und dir sagen und ihre Rede aus ihrem Herzen hervorbringen:
Job 8:11 „Kann auch ein Rohr aufwachsen, wo es nicht feucht steht? oder Schilf wachsen ohne Wasser?
Job 8:12 Sonst wenn's noch in der Blüte ist, ehe es abgehauen wird, verdorrt es vor allem Gras.
Job 8:13 So geht es allen denen, die Gottes vergessen; und die Hoffnung der Heuchler wird verloren sein.
Job 8:14 Denn seine Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist eine Spinnwebe.
Job 8:15 Er verlässt sich auf sein Haus, und wird doch nicht bestehen; er wird sich daran halten, aber doch nicht stehenbleiben.
Job 8:16 Er steht voll Saft im Sonnenschein, und seine Reiser wachsen hervor in seinem Garten.
Job 8:17 Seine Saat steht dick bei den Quellen und sein Haus auf Steinen.
Job 8:18 Wenn er ihn aber verschlingt von seiner Stätte, wird sie sich gegen ihn stellen, als kennte sie ihn nicht.
Job 8:19 Siehe, das ist die Freude seines Wesens; und aus dem Staube werden andere wachsen.”
Job 8:20 Darum siehe, dass Gott nicht verwirft die Frommen und erhält nicht die Hand der Boshaften,
Job 8:21 bis dass dein Mund voll Lachens werde und deine Lippen voll Jauchzens.
Job 8:22 Die dich aber hassen, werden zu Schanden werden, und der Gottlosen Hütte wird nicht bestehen.
Job 9:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 9:2 Ja, ich weiß gar wohl, dass es also ist und dass ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott.
Job 9:3 Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.
Job 9:4 Er ist weise und mächtig; wem ist's je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat?
Job 9:5 Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden, die er in seinem Zorn umkehrt.
Job 9:6 Er bewegt die Erde aus ihrem Ort, dass ihre Pfeiler zittern.
Job 9:7 Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne.
Job 9:8 Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meeres.
Job 9:9 Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag.
Job 9:10 Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
Job 9:11 Siehe, er geht an mir vorüber, ehe ich's gewahr werde, und wandelt vorbei, ehe ich's merke.
Job 9:12 Siehe, wenn er hinreißt, wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was machst du?
Job 9:13 Er ist Gott; seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihn mussten sich beugen die Helfer Rahabs.
Job 9:14 Wie sollte ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn?
Job 9:15 Wenn ich auch recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten, sondern ich müsste um mein Recht flehen.
Job 9:16 Wenn ich ihn schon anrufe, und er mir antwortet, so glaube ich doch nicht, dass er meine Stimme höre.
Job 9:17 Denn er fährt über mich mit Ungestüm und macht mir Wunden viel ohne Ursache.
Job 9:18 Er lässt meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrübnis.
Job 9:19 Will man Macht, so ist er zu mächtig; will man Recht, wer will mein Zeuge sein?
Job 9:20 Sage ich, dass ich gerecht bin, so verdammt er mich doch; bin ich Unschuldig, so macht er mich doch zu Unrecht.
Job 9:21 Ich bin unschuldig! ich frage nicht nach meiner Seele, begehre keines Lebens mehr.
Job 9:22 Es ist eins, darum sage ich: Er bringt um beide, den Frommen und den Gottlosen.
Job 9:23 Wenn er anhebt zu geißeln, so dringt er alsbald zum Tod und spottet der Anfechtung der Unschuldigen.
Job 9:24 Das Land aber wird gegeben unter die Hand der Gottlosen, und der Richter Antlitz verhüllt er. Ist's nicht also, wer anders sollte es tun?
Job 9:25 Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Läufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt.
Job 9:26 Sie sind dahingefahren wie die Rohrschiffe, wie ein Adler fliegt zur Speise.
Job 9:27 Wenn ich gedenke: Ich will meiner Klage vergessen und meine Gebärde lassen fahren und mich erquicken,
Job 9:28 so fürchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weiß, dass du mich nicht unschuldig sein lässest.
Job 9:29 Ich muss ja doch ein Gottloser sein; warum mühe ich mich denn so vergeblich?
Job 9:30 Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche und reinigte mein Hände mit Lauge,
Job 9:31 so wirst du mich doch tauchen in Kot, und so werden mir meine Kleider greulich anstehen.
Job 9:32 Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten könnte, dass wir vor Gericht miteinander kämen.
Job 9:33 Es ist zwischen uns kein Schiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.
Job 9:34 Er nehme von mir seine Rute und lasse seinen Schrecken von mir,
Job 9:35 dass ich möge reden und mich nicht vor ihm fürchten dürfe; denn ich weiß, dass ich kein solcher bin.
Job 10:1 Meine Seele verdrießt mein Leben; ich will meiner Klage bei mir ihren Lauf lassen und reden in der Betrübnis meiner Seele
Job 10:2 und zu Gott sagen: Verdamme mich nicht! lass mich wissen, warum du mit mir haderst.
Job 10:3 Gefällt dir's, dass du Gewalt tust und mich verwirfst, den deine Hände gemacht haben, und bringst der Gottlosen Vornehmen zu Ehren?
Job 10:4 Hast du denn auch fleischliche Augen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht?
Job 10:5 Oder ist deine Zeit wie eines Menschen Zeit, oder deine Jahre wie eines Mannes Jahre?
Job 10:6 dass du nach einer Missetat fragest und suchest meine Sünde,
Job 10:7 so du doch weißt wie ich nicht gottlos sei, so doch niemand ist, der aus deiner Hand erretten könne.
Job 10:8 Deine Hände haben mich bereitet und gemacht alles, was ich um und um bin; und du wolltest mich verderben?
Job 10:9 Gedenke doch, dass du mich aus Lehm gemacht hast; und wirst mich wieder zu Erde machen?
Job 10:10 Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse lassen gerinnen?
Job 10:11 Du hast mir Haut und Fleisch angezogen; mit Gebeinen und Adern hast du mich zusammengefügt.
Job 10:12 Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahrt meinen Odem.
Job 10:13 Aber dies verbargst du in deinem Herzen, ich weiß, dass du solches im Sinn hattest:
Job 10:14 wenn ich sündigte, so wolltest du es bald merken und meine Missetat nicht ungestraft lassen.
Job 10:15 Bin ich gottlos, dann wehe mir! bin ich gerecht, so darf ich doch mein Haupt nicht aufheben, als der ich voll Schmach bin und sehe mein Elend.
Job 10:16 Und wenn ich es aufrichte, so jagst du mich wie ein Löwe und handelst wiederum wunderbar an mir.
Job 10:17 Du erneuest deine Zeugen wider mich und machst deines Zornes viel auf mich; es zerplagt mich eins über das andere in Haufen.
Job 10:18 Warum hast du mich aus Mutterleib kommen lassen? Ach, dass ich wäre umgekommen und mich nie ein Auge gesehen hätte!
Job 10:19 So wäre ich, als die nie gewesen sind, von Mutterleibe zum Grabe gebracht.
Job 10:20 Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre er auf und lasse ab von mir, dass ich ein wenig erquickt werde,
Job 10:21 ehe ich denn hingehe und komme nicht wieder, ins Land der Finsternis und des Dunkels,
Job 10:22 ins Land da es stockfinster ist und da keine Ordnung ist, und wenn's hell wird, so ist es wie Finsternis.
Job 11:1 Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
Job 11:2 Wenn einer lang geredet, muss er nicht auch hören? Muss denn ein Schwätzer immer recht haben?
Job 11:3 Müssen die Leute zu deinem eitlen Geschwätz schweigen, dass du spottest und niemand dich beschäme?
Job 11:4 Du sprichst: Meine Rede ist rein, und lauter bin ich vor deinen Augen.
Job 11:5 Ach, dass Gott mit dir redete und täte seine Lippen auf
Job 11:6 und zeigte dir die heimliche Weisheit! Denn er hätte noch wohl mehr an dir zu tun, auf dass du wissest, dass er deiner Sünden nicht aller gedenkt.
Job 11:7 Meinst du, dass du wissest, was Gott weiß, und wollest es so vollkommen treffen wie der Allmächtige?
Job 11:8 Es ist höher denn der Himmel; was willst du tun? tiefer denn die Hölle; was kannst du wissen?
Job 11:9 länger denn die Erde und breiter denn das Meer.
Job 11:10 So er daherfährt und gefangen legt und Gericht hält, wer will's ihm wehren?
Job 11:11 Denn er kennt die losen Leute, er sieht die Untugend, und sollte es nicht merken?
Job 11:12 Ein unnützer Mann bläht sich, und ein geborener Mensch will sein wie ein junges Wild.
Job 11:13 Wenn du dein Herz richtetest und deine Hände zu ihm ausbreitetest;
Job 11:14 wenn du die Untugend, die in deiner Hand ist, fern von dir tätest, dass in deiner Hütte kein Unrecht bliebe:
Job 11:15 so möchtest du dein Antlitz aufheben ohne Tadel und würdest fest sein und dich nicht fürchten.
Job 11:16 Dann würdest du der Mühsal vergessen und so wenig gedenken als des Wassers, das vorübergeht;
Job 11:17 und die Zeit deines Lebens würde aufgehen wie der Mittag, und das Finstere würde ein lichter Morgen werden;
Job 11:18 und dürftest dich dessen trösten, dass Hoffnung da sei; würdest dich umsehen und in Sicherheit schlafen legen;
Job 11:19 würdest ruhen, und niemand würde dich aufschrecken; und viele würden vor dir flehen.
Job 11:20 Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten, und sie werden nicht entrinnen können; denn Hoffnung wird ihrer Seele fehlen.
Job 12:1 Da antwortete Hiob und sprach:
Job 12:2 Ja, ihr seid die Leute, mit euch wird die Weisheit sterben!
Job 12:3 Ich habe so wohl ein Herz als ihr und bin nicht geringer denn ihr; und wer ist, der solches nicht wisse?
Job 12:4 Ich muss von meinem Nächsten verlacht sein, der ich Gott anrief, und er erhörte mich. Der Gerechte und Fromme muss verlacht sein
Job 12:5 und ist ein verachtet Lichtlein vor den Gedanken der Stolzen, steht aber, dass sie sich daran ärgern.
Job 12:6 Der Verstörer Hütten haben die Fülle, und Ruhe haben, die wider Gott toben, die ihren Gott in der Faust führen.
Job 12:7 Frage doch das Vieh, das wird dich's lehren und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir's sagen;
Job 12:8 oder rede mit der Erde, die wird dich's lehren, und die Fische im Meer werden dir's erzählen.
Job 12:9 Wer erkennte nicht an dem allem, dass des HErrn Hand solches gemacht hat?
Job 12:10 dass in seiner Hand ist die Seele alles dessen, was da lebt, und der Geist des Fleisches aller Menschen?
Job 12:11 Prüft nicht das Ohr die Rede? und der Mund schmeckt die Speise?
Job 12:12 Ja, „bei den Großvätern ist die Weisheit, und der Verstand bei den Alten”.
Job 12:13 Bei ihm ist Weisheit und Gewalt, Rat und Verstand.
Job 12:14 Siehe, wenn er zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.
Job 12:15 Siehe, wenn er das Wasser verschließt, so wird alles dürr; und wenn er's auslässt, so kehrt es das Land um.
Job 12:16 Er ist stark und führt es aus. Sein ist, der da irrt und der da verführt.
Job 12:17 Er führt die Klugen wie einen Raub und macht die Richter toll.
Job 12:18 Er löst auf der Könige Zwang und bindet mit einem Gurt ihre Lenden.
Job 12:19 Er führt die Priester wie einen Raub und bringt zu Fall die Festen.
Job 12:20 Er entzieht die Sprache den Bewährten und nimmt weg den Verstand der Alten.
Job 12:21 Er schüttet Verachtung auf die Fürsten und macht den Gürtel der Gewaltigen los.
Job 12:22 Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.
Job 12:23 Er macht etliche zu großem Volk und bringt sie wieder um. Er breitet ein Volk aus und treibt es wieder weg.
Job 12:24 Er nimmt weg den Mut der Obersten des Volkes im Lande und macht sie irre auf einem Umwege, da kein Weg ist,
Job 12:25 dass sie in Finsternis tappen ohne Licht; und macht sie irre wie die Trunkenen.
Job 13:1 Siehe, das alles hat mein Auge gesehen und mein Ohr gehört, und ich habe es verstanden.
Job 13:2 Was ihr wisst, das weiß ich auch; und bin nicht geringer denn ihr.
Job 13:3 Doch wollte ich gern zu dem Allmächtigen reden und wollte gern mit Gott rechten.
Job 13:4 Aber ihr deutet's fälschlich und seid alle unnütze Ärzte.
Job 13:5 Wollte Gott, ihr schwieget, so wäret ihr weise.
Job 13:6 Höret doch meine Verantwortung und merket auf die Sache, davon ich rede!
Job 13:7 Wollt ihr Gott verteidigen mit Unrecht und für ihn List brauchen?
Job 13:8 Wollt ihr seine Person ansehen? Wollt ihr Gott vertreten?
Job 13:9 Wird's euch auch wohl gehen, wenn er euch richten wird? Meint ihr, dass ihr ihn täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?
Job 13:10 Er wird euch strafen, wo ihr heimlich Person ansehet.
Job 13:11 Wird er euch nicht erschrecken, wenn er sich wird hervortun, und wird seine Furcht nicht über euch fallen?
Job 13:12 Eure Denksprüche sind Aschensprüche; eure Bollwerke werden wie Lehmhaufen sein.
Job 13:13 Schweiget mir, dass ich rede, es komme über mich, was da will.
Job 13:14 Was soll ich mein Fleisch mit meinen Zähnen davontragen und meine Seele in meine Hände legen?
Job 13:15 Siehe, er wird mich doch erwürgen, und ich habe nichts zu hoffen; doch will ich meine Wege vor ihm verantworten.
Job 13:16 Er wird ja mein Heil sein; denn es kommt kein Heuchler vor ihn.
Job 13:17 Höret meine Rede, und meine Auslegung gehe ein zu euren Ohren.
Job 13:18 Siehe, ich bin zum Rechtsstreit gerüstet; ich weiß, dass ich recht behalten werde.
Job 13:19 Wer ist, der mit mir rechten könnte? Denn dann wollte ich schweigen und verscheiden.
Job 13:20 Zweierlei tue mir nur nicht, so will ich mich vor dir nicht verbergen:
Job 13:21 lass deine Hand fern von mir sein, und dein Schrecken erschrecke mich nicht!
Job 13:22 Dann rufe, ich will antworten, oder ich will reden, antworte du mir!
Job 13:23 Wie viel ist meiner Missetaten und Sünden? Lass mich wissen meine Übertretung und Sünde.
Job 13:24 Warum verbirgst du dein Antlitz und hältst mich für deinen Feind?
Job 13:25 Willst du wider ein fliegend Blatt so ernst sein und einen dürren Halm verfolgen?
Job 13:26 Denn du schreibst mir Betrübnis an und willst über mich bringen die Sünden meiner Jugend.
Job 13:27 Du hast meinen Fuß in den Stock gelegt und hast acht auf alle meine Pfade und siehst auf die Fußtapfen meiner Füße,
Job 13:28 der ich doch wie Moder vergehe und wie ein Kleid, das die Motten fressen.
Job 14:1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
Job 14:2 geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.
Job 14:3 Und du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehest.
Job 14:4 Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer.
Job 14:5 Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten.
Job 14:6 So tu dich von ihm, dass er Ruhe habe, bis dass seine Zeit komme, deren er wie ein Tagelöhner wartet.
Job 14:7 Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, dass er sich wieder erneue, und seine Schößlinge hören nicht auf.
Job 14:8 Ob seine Wurzel in der Erde veraltet und sein Stamm im Staub erstirbt,
Job 14:9 so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und wächst daher, als wäre er erst gepflanzt.
Job 14:10 Aber der Mensch stirbt und ist dahin; er verscheidet, und wo ist er?
Job 14:11 Wie ein Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet,
Job 14:12 so ist ein Mensch, wenn er sich legt, und wird nicht aufstehen und wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
Job 14:13 Ach dass du mich in der Hölle verdecktest und verbärgest, bis dein Zorn sich lege, und setztest mir ein Ziel, dass du an mich dächtest.
Job 14:14 Wird ein toter Mensch wieder leben? Alle Tage meines Streites wollte ich harren, bis dass meine Veränderung komme!
Job 14:15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände.
Job 14:16 Jetzt aber zählst du meine Gänge. Hast du nicht acht auf meine Sünden?
Job 14:17 Du hast meine Übertretungen in ein Bündlein versiegelt und meine Missetat zusammengefasst.
Job 14:18 Zerfällt doch ein Berg und vergeht, und ein Fels wird von seinem Ort versetzt;
Job 14:19 Wasser wäscht Steine weg, und seine Fluten flößen die Erde weg: aber des Menschen Hoffnung ist verloren;
Job 14:20 denn du stößest ihn gar um, dass er dahinfährt, veränderst sein Wesen und lässest ihn fahren.
Job 14:21 Sind seine Kinder in Ehren, das weiß er nicht; oder ob sie gering sind, des wird er nicht gewahr.
Job 14:22 Nur sein eigen Fleisch macht ihm Schmerzen, und seine Seele ist ihm voll Leides.
Job 15:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 15:2 Soll ein weiser Mann so aufgeblasene Worte reden und seinen Bauch so blähen mit leeren Reden?
Job 15:3 Du verantwortest dich mit Worten, die nicht taugen, und dein Reden ist nichts nütze.
Job 15:4 Du hast die Furcht fahren lassen und redest verächtlich vor Gott.
Job 15:5 Denn deine Missetat lehrt deinen Mund also, und hast erwählt eine listige Zunge.
Job 15:6 Dein Mund verdammt dich, und nicht ich; deine Lippen zeugen gegen dich.
Job 15:7 Bist du der erste Mensch geboren? bist du vor allen Hügeln empfangen?
Job 15:8 Hast du Gottes heimlichen Rat gehört und die Weisheit an dich gerissen?
Job 15:9 Was weißt du, das wir nicht wissen? was verstehst du, das nicht bei uns sei?
Job 15:10 Es sind Graue und Alte unter uns, die länger gelebt haben denn dein Vater.
Job 15:11 Sollten Gottes Tröstungen so gering vor dir gelten und ein Wort, in Lindigkeit zu dir gesprochen?
Job 15:12 Was nimmt dein Herz vor? was siehst du so stolz?
Job 15:13 Was setzt sich dein Mut gegen Gott, dass du solche Reden aus deinem Munde lässest?
Job 15:14 Was ist ein Mensch, dass er sollte rein sein, und dass er sollte gerecht sein, der von einem Weibe geboren ist?
Job 15:15 Siehe, unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die im Himmel sind nicht rein vor ihm.
Job 15:16 Wie viel weniger ein Mensch, der ein Greuel und schnöde ist, der Unrecht säuft wie Wasser.
Job 15:17 Ich will dir's zeigen, höre mir zu, und ich will dir erzählen, was ich gesehen habe,
Job 15:18 was die Weisen gesagt haben und ihren Vätern nicht verhohlen gewesen ist,
Job 15:19 welchen allein das Land gegeben war, dass kein Fremder durch sie gehen durfte:
Job 15:20 „Der Gottlose bebt sein Leben lang, und dem Tyrannen ist die Zahl seiner Jahre verborgen.
Job 15:21 Was er hört, das schreckt ihn; und wenn's gleich Friede ist, fürchtet er sich, der Verderber komme,
Job 15:22 glaubt nicht, dass er möge dem Unglück entrinnen, und versieht sich immer des Schwerts.
Job 15:23 Er zieht hin und her nach Brot, und es dünkt ihn immer, die Zeit seines Unglücks sei vorhanden.
Job 15:24 Angst und Not schrecken ihn und schlagen ihn nieder wie ein König mit seinem Heer.
Job 15:25 Denn er hat seine Hand wider Gott gestreckt und sich wider den Allmächtigen gesträubt.
Job 15:26 Er läuft mit dem Kopf an ihn und ficht halsstarrig wider ihn.
Job 15:27 Er brüstet sich wie ein fetter Wanst und macht sich feist und dick.
Job 15:28 Er wohnt in verstörten Städten, in Häusern, da man nicht bleiben darf, die auf einem Haufen liegen sollen.
Job 15:29 Er wird nicht reich bleiben, und sein Gut wird nicht bestehen, und sein Glück wird sich nicht ausbreiten im Lande.
Job 15:30 Unfall wird nicht von ihm lassen. Die Flamme wird seine Zweige verdorren, und er wird ihn durch den Odem seines Mundes wegnehmen.
Job 15:31 Er wird nicht bestehen, denn er ist in seinem eiteln Dünkel betrogen; und eitel wird sein Lohn werden.
Job 15:32 Er wird ein Ende nehmen vor der Zeit; und sein Zweig wird nicht grünen.
Job 15:33 Er wird abgerissen werden wie eine unzeitige Traube vom Weinstock, und wie ein Ölbaum seine Blüte abwirft.
Job 15:34 Denn der Heuchler Versammlung wird einsam bleiben; und das Feuer wird fressen die Hütten derer, die Geschenke nehmen.
Job 15:35 Sie gehen schwanger mit Unglück und gebären Mühsal, und ihr Schoß bringt Trug.”
Job 16:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 16:2 Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster!
Job 16:3 Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden?
Job 16:4 Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt, so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln.
Job 16:5 Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.
Job 16:6 Aber wenn ich schon rede, so schont mein der Schmerz nicht; lasse ich's anstehen so geht er nicht von mir.
Job 16:7 Nun aber macht er mich müde und verstört alles, was ich bin.
Job 16:8 Er hat mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht.
Job 16:9 Sein Grimm zerreißt, und der mir gram ist, beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.
Job 16:10 Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt.
Job 16:11 Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen.
Job 16:12 Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet.
Job 16:13 Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.
Job 16:14 Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger.
Job 16:15 Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt.
Job 16:16 Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt,
Job 16:17 wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.
Job 16:18 Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte!
Job 16:19 Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe.
Job 16:20 Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott,
Job 16:21 dass er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde.
Job 16:22 Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde.
Job 17:1 Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da.
Job 17:2 Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muss mein Auge weilen.
Job 17:3 Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten?
Job 17:4 Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen den Sieg geben.
Job 17:5 Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.
Job 17:6 Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muss mir ins Angesicht speien lassen.
Job 17:7 Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
Job 17:8 Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler.
Job 17:9 Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.
Job 17:10 Wohlan, so kehrt euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.
Job 17:11 Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben.
Job 17:12 Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht.
Job 17:13 Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht;
Job 17:14 Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester:
Job 17:15 was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen?
Job 17:16 Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen.
Job 18:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 18:2 Wann wollt ihr der Reden ein Ende machen? Merkt doch; darnach wollen wir reden.
Job 18:3 Warum werden wir geachtet wie Vieh und sind so unrein vor euren Augen?
Job 18:4 Willst du vor Zorn bersten? Meinst du, dass um deinetwillen die Erde verlassen werde und der Fels von seinem Ort versetzt werde?
Job 18:5 Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten.
Job 18:6 Das Licht wird finster werden in seiner Hütte, und seine Leuchte über ihm verlöschen.
Job 18:7 Seine kräftigen Schritte werden in die Enge kommen, und sein Anschlag wird ihn fällen.
Job 18:8 Denn er ist mit seinen Füßen in den Strick gebracht und wandelt im Netz.
Job 18:9 Der Strick wird seine Ferse halten, und die Schlinge wird ihn erhaschen.
Job 18:10 Sein Strick ist gelegt in die Erde, und seine Falle auf seinem Gang.
Job 18:11 Um und um wird ihn schrecken plötzliche Furcht, dass er nicht weiß, wo er hinaus soll.
Job 18:12 Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen.
Job 18:13 Die Glieder seines Leibes werden verzehrt werden; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes.
Job 18:14 Seine Hoffnung wird aus seiner Hütte ausgerottet werden, und es wird ihn treiben zum König des Schreckens.
Job 18:15 In seiner Hütte wird nichts bleiben; über seine Stätte wird Schwefel gestreut werden.
Job 18:16 Von unten werden verdorren seine Wurzeln, und von oben abgeschnitten seine Zweige.
Job 18:17 Sein Gedächtnis wird vergehen in dem Lande, und er wird keinen Namen haben auf der Gasse.
Job 18:18 Er wird vom Licht in die Finsternis vertrieben und vom Erdboden verstoßen werden.
Job 18:19 Er wird keine Kinder haben und keine Enkel unter seinem Volk; es wird ihm keiner übrigbleiben in seinen Gütern.
Job 18:20 Die nach ihm kommen, werden sich über seinen Tag entsetzen; und die vor ihm sind, wird eine Furcht ankommen.
Job 18:21 Das ist die Wohnung des Ungerechten; und dies ist die Stätte des, der Gott nicht achtet.
Job 19:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 19:2 Wie lange plagt ihr doch meine Seele und peinigt mich mit Worten?
Job 19:3 Ihr habt mich nun zehnmal gehöhnt und schämt euch nicht, dass ihr mich also umtreibt.
Job 19:4 Irre ich, so irre ich mir.
Job 19:5 Wollt ihr wahrlich euch über mich erheben und wollt meine Schmach mir beweisen,
Job 19:6 so merkt doch nun einmal, dass mir Gott Unrecht tut und hat mich mit seinem Jagdstrick umgeben.
Job 19:7 Siehe, ob ich schon schreie über Frevel, so werde ich doch nicht erhört; ich rufe, und ist kein Recht da.
Job 19:8 Er hat meinen Weg verzäunt, dass ich nicht kann hinübergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellt.
Job 19:9 Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen.
Job 19:10 Er hat mich zerbrochen um und um und lässt mich gehen und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum.
Job 19:11 Sein Zorn ist über mich ergrimmt, und er achtet mich für seinen Feind.
Job 19:12 Seine Kriegsscharen sind miteinander gekommen und haben ihren Weg gegen mich gebahnt und haben sich um meine Hütte her gelagert.
Job 19:13 Er hat meine Brüder fern von mir getan, und meine Verwandten sind mir fremd geworden.
Job 19:14 Meine Nächsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen.
Job 19:15 Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für fremd; ich bin unbekannt geworden vor ihren Augen.
Job 19:16 Ich rief meinen Knecht, und er antwortete mir nicht; ich musste ihn anflehen mit eigenem Munde.
Job 19:17 Mein Odem ist zuwider meinem Weibe, und ich bin ein Ekel den Kindern meines Leibes.
Job 19:18 Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich ihnen widerstehe, so geben sie mir böse Worte.
Job 19:19 Alle meine Getreuen haben einen Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich auch gegen mich gekehrt.
Job 19:20 Mein Gebein hanget an mir an Haut und Fleisch, und ich kann meine Zähne mit der Haut nicht bedecken.
Job 19:21 Erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr meine Freunde! denn die Hand Gottes hat mich getroffen.
Job 19:22 Warum verfolgt ihr mich gleich wie Gott und könnt meines Fleisches nicht satt werden?
Job 19:23 Ach dass meine Reden geschrieben würden! ach dass sie in ein Buch gestellt würden!
Job 19:24 mit einem eisernen Griffel auf Blei und zum ewigem Gedächtnis in Stein gehauen würden!
Job 19:25 Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben.
Job 19:26 Und nachdem diese meine Haut zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen.
Job 19:27 Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Darnach sehnen sich meine Nieren in meinem Schoß.
Job 19:28 Wenn ihr sprecht: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache gegen ihn finden!
Job 19:29 so fürchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn über die Missetaten, auf dass ihr wisst, dass ein Gericht sei.
Job 20:1 Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
Job 20:2 Darauf muss ich antworten und kann nicht harren.
Job 20:3 Denn ich muss hören, wie man mich straft und tadelt; aber der Geist meines Verstandes soll für mich antworten.
Job 20:4 Weißt du nicht, dass es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind:
Job 20:5 dass der Ruhm der Gottlosen steht nicht lange und die Freude des Heuchlers währt einen Augenblick?
Job 20:6 Wenngleich seine Höhe in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,
Job 20:7 so wird er doch zuletzt umkommen wie Kot, dass die, welche ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?
Job 20:8 Wie ein Traum vergeht, so wird er auch nicht zu finden sein, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.
Job 20:9 Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen; und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.
Job 20:10 Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.
Job 20:11 Seine Gebeine werden seine heimlichen Sünden wohl bezahlen, und sie werden sich mit ihm in die Erde legen.
Job 20:12 Wenn ihm die Bosheit in seinem Munde wohl schmeckt, dass er sie birgt unter seiner Zunge,
Job 20:13 dass er sie hegt und nicht loslässt und sie zurückhält in seinem Gaumen,
Job 20:14 so wird seine Speise inwendig im Leibe sich verwandeln in Otterngalle.
Job 20:15 Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien, und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.
Job 20:16 Er wird der Ottern Gift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.
Job 20:17 Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.
Job 20:18 Er wird arbeiten, und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, dass er deren nicht froh wird.
Job 20:19 Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.
Job 20:20 Denn sein Wanst konnte nicht voll werden; so wird er mit seinem köstlichen Gut nicht entrinnen.
Job 20:21 Nichts blieb übrig vor seinem Fressen; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.
Job 20:22 Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; aller Hand Mühsal wird über ihn kommen.
Job 20:23 Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, wenn er wird den Grimm seines Zorns über ihn senden und über ihn wird regnen lassen seine Speise.
Job 20:24 Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.
Job 20:25 Ein bloßes Schwert wird durch ihn ausgehen; und des Schwertes Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.
Job 20:26 Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht angeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird's übel gehen.
Job 20:27 Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich gegen ihn setzen.
Job 20:28 Das Getreide in seinem Hause wird weggeführt werden, zerstreut am Tage seines Zorns.
Job 20:29 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das ihm zugesprochen wird von Gott.
Job 21:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 21:2 Hört doch meiner Rede zu und lasst mir das anstatt eurer Tröstungen sein!
Job 21:3 Vertragt mich, dass ich auch rede, und spottet darnach mein!
Job 21:4 Handle ich denn mit einem Menschen? oder warum sollte ich ungeduldig sein?
Job 21:5 Kehrt euch her zu mir; ihr werdet erstarren und die Hand auf den Mund legen müssen.
Job 21:6 Wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
Job 21:7 Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu an Gütern?
Job 21:8 Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen.
Job 21:9 Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
Job 21:10 Seinen Stier lässt man zu, und es missrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar.
Job 21:11 Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen.
Job 21:12 Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten.
Job 21:13 Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode,
Job 21:14 die doch sagen zu Gott: „Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen!
Job 21:15 Wer ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?”
Job 21:16 „Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein.”
Job 21:17 Wie oft geschieht's denn, dass die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt? dass er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn?
Job 21:18 dass sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt?
Job 21:19 „Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder”. Er vergelte es ihm selbst, dass er's innewerde.
Job 21:20 Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken.
Job 21:21 Denn was ist ihm gelegen an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monden ihm zugeteilt ist?
Job 21:22 Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet?
Job 21:23 Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge,
Job 21:24 sein Melkfass ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;
Job 21:25 jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
Job 21:26 und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
Job 21:27 Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevles Vornehmen gegen mich.
Job 21:28 Denn ihr sprecht: „Wo ist das Haus des Fürsten? und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohnten?”
Job 21:29 Habt ihr denn die Wanderer nicht befragt und nicht gemerkt ihre Zeugnisse?
Job 21:30 Denn der Böse wird erhalten am Tage des Verderbens, und am Tage des Grimms bleibt er.
Job 21:31 Wer will ihm ins Angesicht sagen, was er verdient? wer will ihm vergelten, was er tut?
Job 21:32 Und er wird zu Grabe geleitet und hält Wache auf seinem Hügel.
Job 21:33 Süß sind ihm die Schollen des Tales, und alle Menschen ziehen ihm nach; und derer, die ihm vorangegangen sind, ist keine Zahl.
Job 21:34 Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antworten finden sich unrecht!
Job 22:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 22:2 Kann denn ein Mann Gottes etwas nützen? Nur sich selber nützt ein Kluger.
Job 22:3 Meinst du, dem Allmächtigen liege daran, dass du gerecht seist? Was hilft's ihm, wenn deine Wege ohne Tadel sind?
Job 22:4 Meinst du wegen deiner Gottesfurcht strafe er dich und gehe mit dir ins Gericht?
Job 22:5 Nein, deine Bosheit ist zu groß, und deiner Missetaten ist kein Ende.
Job 22:6 Du hast etwa deinem Bruder ein Pfand genommen ohne Ursache; du hast den Nackten die Kleider ausgezogen;
Job 22:7 du hast die Müden nicht getränkt mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt;
Job 22:8 du hast Gewalt im Lande geübt und prächtig darin gegessen;
Job 22:9 die Witwen hast du leer lassen gehen und die Arme der Waisen zerbrochen.
Job 22:10 Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plötzlich erschreckt.
Job 22:11 Solltest du denn nicht die Finsternis sehen und die Wasserflut, die dich bedeckt?
Job 22:12 Ist nicht Gott hoch droben im Himmel? Siehe, die Sterne an droben in der Höhe!
Job 22:13 Und du sprichst: „Was weiß Gott? Sollte er, was im Dunkeln ist, richten können?
Job 22:14 Die Wolken sind die Vordecke, und er sieht nicht; er wandelt im Umkreis des Himmels.”
Job 22:15 Achtest du wohl auf den Weg, darin vorzeiten die Ungerechten gegangen sind?
Job 22:16 die vergangen sind, ehe denn es Zeit war, und das Wasser hat ihren Grund weggewaschen;
Job 22:17 die zu Gott sprachen: „Hebe dich von uns! was sollte der Allmächtige uns tun können?”
Job 22:18 so er doch ihr Haus mit Gütern füllte. Aber der Gottlosen Rat sei ferne von mir.
Job 22:19 Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten:
Job 22:20 „Fürwahr, unser Widersacher ist verschwunden; und sein Übriggelassenes hat das Feuer verzehrt.”
Job 22:21 So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.
Job 22:22 Höre das Gesetz von seinem Munde und fasse seine Reden in dein Herz.
Job 22:23 Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du aufgebaut werden. Tue nur Unrecht ferne hinweg von deiner Hütte
Job 22:24 und wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Ophirgold,
Job 22:25 so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird.
Job 22:26 Dann wirst du Lust haben an dem Allmächtigen und dein Antlitz zu Gott aufheben.
Job 22:27 So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören, und wirst dein Gelübde bezahlen.
Job 22:28 Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Licht wird auf deinem Wege scheinen.
Job 22:29 Denn die sich demütigen, die erhöht er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen.
Job 22:30 Auch der nicht unschuldig war wird errettet werden; er wird aber errettet um deiner Hände Reinigkeit willen.
Job 23:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 23:2 Meine Rede bleibt noch betrübt; meine Macht ist schwach über meinem Seufzen.
Job 23:3 Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhl kommen möchte
Job 23:4 und das Recht vor ihm sollte vorlegen und den Mund voll Verantwortung fassen
Job 23:5 und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde!
Job 23:6 Will er mit großer Macht mit mir rechten? Er stelle sich nicht so gegen mich,
Job 23:7 sondern lege mir's gleich vor, so will ich mein Recht wohl gewinnen.
Job 23:8 Aber ich gehe nun stracks vor mich, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht;
Job 23:9 ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.
Job 23:10 Er aber kennt meinen Weg wohl. Er versuche mich, so will ich erfunden werden wie das Gold.
Job 23:11 Denn ich setze meinen Fuß auf seine Bahn und halte seinen Weg und weiche nicht ab
Job 23:12 und trete nicht von dem Gebot seiner Lippen und bewahre die Rede seines Mundes mehr denn mein eigen Gesetz.
Job 23:13 Doch er ist einig; wer will ihm wehren? Und er macht's wie er will.
Job 23:14 Denn er wird vollführen, was mir bestimmt ist, und hat noch viel dergleichen im Sinne.
Job 23:15 Darum erschrecke ich vor ihm; und wenn ich's bedenke, so fürchte ich mich vor ihm.
Job 23:16 Gott hat mein Herz blöde gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt.
Job 23:17 Denn die Finsternis macht kein Ende mit mir, und das Dunkel will vor mir nicht verdeckt werden.
Job 24:1 Warum sind von dem Allmächtigen nicht Zeiten vorbehalten, und warum sehen, die ihn kennen, seine Tage nicht?
Job 24:2 Man verrückt die Grenzen, raubt die Herde und weidet sie.
Job 24:3 Sie treiben der Waisen Esel weg und nehmen der Witwe Ochsen zum Pfande.
Job 24:4 Die Armen müssen ihnen weichen, und die Dürftigen im Lande müssen sich verkriechen.
Job 24:5 Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie hinaus an ihr Werk und suchen Nahrung; die Einöde gibt ihnen Speise für ihre Kinder.
Job 24:6 Sie ernten auf dem Acker, was er trägt, und lesen den Weinberg des Gottlosen.
Job 24:7 Sie liegen in der Nacht nackt ohne Gewand und haben keine Decke im Frost.
Job 24:8 Sie müssen sich zu den Felsen halten, wenn ein Platzregen von den Bergen auf sie gießt, weil sie sonst keine Zuflucht haben.
Job 24:9 Man reißt das Kind von den Brüsten und macht's zum Waisen und macht die Leute arm mit Pfänden.
Job 24:10 Den Nackten lassen sie ohne Kleider gehen, und den Hungrigen nehmen sie die Garben.
Job 24:11 Sie zwingen sie, Öl zu machen auf ihrer Mühle und ihre Kelter zu treten, und lassen sie doch Durst leiden.
Job 24:12 Sie machen die Leute in der Stadt seufzend und die Seele der Erschlagenen schreiend, und Gott stürzt sie nicht.
Job 24:13 Jene sind abtrünnig geworden vom Licht und kennen seinen Weg nicht und kehren nicht wieder zu seiner Straße.
Job 24:14 Wenn der Tag anbricht, steht auf der Mörder und erwürgt den Armen und Dürftigen; und des Nachts ist er wie ein Dieb.
Job 24:15 Das Auge des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel, und er spricht: „Mich sieht kein Auge”, und verdeckt sein Antlitz.
Job 24:16 Im Finstern bricht man in die Häuser ein; des Tages verbergen sie sich miteinander und scheuen das Licht.
Job 24:17 Denn wie wenn der Morgen käme, ist ihnen allen die Finsternis; denn sie sind bekannt mit den Schrecken der Finsternis.
Job 24:18 „Er fährt leicht wie auf einem Wasser dahin; seine Habe wird gering im Lande, und er baut seinen Weinberg nicht.
Job 24:19 Der Tod nimmt weg, die da sündigen, wie die Hitze und Dürre das Schneewasser verzehrt.
Job 24:20 Der Mutterschoß vergisst sein; die Würmer haben ihre Lust an ihm. Sein wird nicht mehr gedacht; er wird zerbrochen wie ein fauler Baum,
Job 24:21 er, der beleidigt hat die Einsame, die nicht gebiert, und hat der Witwe kein Gutes getan.”
Job 24:22 Aber Gott erhält die Mächtigen durch seine Kraft, dass sie wieder aufstehen, wenn sie am Leben verzweifelten.
Job 24:23 Er gibt ihnen, dass sie sicher seien und eine Stütze haben; und seine Augen sind über ihren Wegen.
Job 24:24 Sie sind hoch erhöht, und über ein kleines sind sie nicht mehr; sinken sie hin, so werden sie weggerafft wie alle andern, und wie das Haupt auf den Ähren werden sie abgeschnitten.
Job 24:25 Ist's nicht also? Wohlan, wer will mich Lügen strafen und bewähren, dass meine Rede nichts sei?
Job 25:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 25:2 Ist nicht Herrschaft und Schrecken bei ihm, der Frieden macht unter seinen Höchsten?
Job 25:3 Wer will seine Kriegsscharen zählen? und über wen geht nicht auf sein Licht?
Job 25:4 Und wie kann ein Mensch gerecht vor Gott sein? und wie kann rein sein eines Weibes Kind?
Job 25:5 Siehe, auch der Mond scheint nicht helle, und die Sterne sind nicht rein vor seinen Augen:
Job 25:6 wie viel weniger ein Mensch, die Made, und ein Menschenkind, der Wurm!
Job 26:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 26:2 Wie stehest du dem bei, der keine Kraft hat, hilfst dem, der keine Stärke in den Armen hat!
Job 26:3 Wie gibst du Rat dem, der keine Weisheit hat, und tust kund Verstandes die Fülle!
Job 26:4 Zu wem redest du? und wes Odem geht von dir aus?
Job 26:5 Die Toten ängsten sich tief unter den Wassern und denen, die darin wohnen.
Job 26:6 Das Grab ist aufgedeckt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke.
Job 26:7 Er breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die Erde an nichts.
Job 26:8 Er fasst das Wasser zusammen in seine Wolken, und die Wolken zerreißen darunter nicht.
Job 26:9 Er verhüllt seinen Stuhl und breitet seine Wolken davor.
Job 26:10 Er hat um das Wasser ein Ziel gesetzt, bis wo Licht und Finsternis sich scheiden.
Job 26:11 Die Säulen des Himmels zittern und entsetzen sich vor seinem Schelten.
Job 26:12 Von seiner Kraft wird das Meer plötzlich ungestüm, und durch seinen Verstand zerschmettert er Rahab.
Job 26:13 Am Himmel wird's schön durch seinen Wind, und seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange.
Job 26:14 Siehe, also geht sein Tun, und nur ein geringes Wörtlein davon haben wir vernommen. Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen?
Job 27:1 Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
Job 27:2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht weigert, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt;
Job 27:3 solange mein Odem in mir ist und der Hauch von Gott in meiner Nase ist:
Job 27:4 meine Lippen sollen nichts Unrechtes reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
Job 27:5 Das sei ferne von mir, dass ich euch recht gebe; bis dass mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld.
Job 27:6 Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.
Job 27:7 Aber mein Feind müsse erfunden werden als ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnt, als ein Ungerechter.
Job 27:8 Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, wenn Gott ein Ende mit ihm macht und seine Seele hinreißt?
Job 27:9 Meinst du das Gott sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt?
Job 27:10 Oder kann er an dem Allmächtigen seine Lust haben und Gott allezeit anrufen?
Job 27:11 Ich will euch lehren von der Hand Gottes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
Job 27:12 Siehe, ihr haltet euch alle für klug; warum bringt ihr denn solch unnütze Dinge vor?
Job 27:13 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden:
Job 27:14 wird er viele Kinder haben, so werden sie des Schwertes sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
Job 27:15 Die ihm übrigblieben, wird die Seuche ins Grab bringen; und seine Witwen werden nicht weinen.
Job 27:16 Wenn er Geld zusammenbringt wie Staub und sammelt Kleider wie Lehm,
Job 27:17 so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
Job 27:18 Er baut sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Wächter seine Hütte macht.
Job 27:19 Der Reiche, wenn er sich legt, wird er's nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
Job 27:20 Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
Job 27:21 Der Ostwind wird ihn wegführen, dass er dahinfährt; und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
Job 27:22 Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; vor seiner Hand muss er fliehen und wieder fliehen.
Job 27:23 Man wird über ihn mit den Händen klatschen und über ihn zischen, wo er gewesen ist.
Job 28:1 Es hat das Silber seine Gänge, und das Gold, das man läutert seinen Ort.
Job 28:2 Eisen bringt man aus der Erde, und aus den Steinen schmelzt man Erz.
Job 28:3 Man macht der Finsternis ein Ende und findet zuletzt das Gestein tief verborgen.
Job 28:4 Man bricht einen Schacht von da aus, wo man wohnt; darin hangen und schweben sie als die Vergessenen, da kein Fuß hin tritt, fern von den Menschen.
Job 28:5 Man zerwühlt unten die Erde wie mit Feuer, darauf doch oben die Speise wächst.
Job 28:6 Man findet Saphir an etlichen Orten, und Erdenklöße, da Gold ist.
Job 28:7 Den Steig kein Adler erkannt hat und kein Geiersauge gesehen;
Job 28:8 es hat das stolze Wild nicht darauf getreten und ist kein Löwe darauf gegangen.
Job 28:9 Auch legt man die Hand an die Felsen und gräbt die Berge um.
Job 28:10 Man reißt Bäche aus den Felsen; und alles, was köstlich ist, sieht das Auge.
Job 28:11 Man wehrt dem Strome des Wassers und bringt, das darinnen verborgen ist, ans Licht.
Job 28:12 Wo will man aber die Weisheit finden? und wo ist die Stätte des Verstandes?
Job 28:13 Niemand weiß, wo sie liegt, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen.
Job 28:14 Die Tiefe spricht: „Sie ist in mir nicht”; und das Meer spricht: „Sie ist nicht bei mir”.
Job 28:15 Man kann nicht Gold um sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen.
Job 28:16 Es gilt ihr nicht gleich ophirisch Gold oder köstlicher Onyx und Saphir.
Job 28:17 Gold und Glas kann man ihr nicht vergleichen noch um sie golden Kleinod wechseln.
Job 28:18 Korallen und Kristall achtet man gegen sie nicht. Die Weisheit ist höher zu wägen denn Perlen.
Job 28:19 Topaz aus dem Mohrenland wird ihr nicht gleich geschätzt, und das reinste Gold gilt ihr nicht gleich.
Job 28:20 Woher kommt denn die Weisheit? und wo ist die Stätte des Verstandes?
Job 28:21 Sie ist verhohlen vor den Augen aller Lebendigen, auch den Vögeln unter dem Himmel.
Job 28:22 Der Abgrund und der Tod sprechen: „Wir haben mit unsren Ohren ihr Gerücht gehört.”
Job 28:23 Gott weiß den Weg dazu und kennt ihre Stätte.
Job 28:24 Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist.
Job 28:25 Da er dem Winde sein Gewicht machte und setzte dem Wasser sein gewisses Maß;
Job 28:26 da er dem Regen ein Ziel machte und dem Blitz und Donner den Weg:
Job 28:27 da sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie
Job 28:28 und sprach zu den Menschen: Siehe, die Furcht des HErrn, das ist Weisheit; und meiden das Böse, das ist Verstand.
Job 29:1 Und Hiob hob abermals an seine Sprüche und sprach:
Job 29:2 O dass ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;
Job 29:3 da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;
Job 29:4 wie war ich in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war;
Job 29:5 da der Allmächtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her;
Job 29:6 da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;
Job 29:7 da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;
Job 29:8 da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;
Job 29:9 da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;
Job 29:10 da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge am Gaumen klebte!
Job 29:11 Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.
Job 29:12 Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte.
Job 29:13 Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.
Job 29:14 Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.
Job 29:15 Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
Job 29:16 Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich.
Job 29:17 Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riss den Raub aus seinen Zähnen.
Job 29:18 Ich gedachte: „Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand.”
Job 29:19 Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.
Job 29:20 Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.
Job 29:21 Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.
Job 29:22 Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.
Job 29:23 Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.
Job 29:24 Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.
Job 29:25 Wenn ich zu ihrem Geschäft wollte kommen, so musste ich obenan sitzen und wohnte wie ein König unter Kriegsknechten, da ich tröstete, die Leid trugen.
Job 30:1 Nun aber lachen sie mein, die jünger sind denn ich, deren Väter ich verachtet hätte, sie zu stellen unter meine Schafhunde;
Job 30:2 deren Vermögen ich für nichts hielt; die nicht zum Alter kommen konnten;
Job 30:3 die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdarben und elend wurden;
Job 30:4 die da Nesseln ausraufen um die Büsche, und Ginsterwurzel ist ihre Speise;
Job 30:5 aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben, man schreit über sie wie über einen Dieb;
Job 30:6 in grausigen Tälern wohnen sie, in den Löchern der Erde und Steinritzen;
Job 30:7 zwischen den Büschen rufen sie, und unter den Disteln sammeln sie sich:
Job 30:8 die Kinder gottloser und verachteter Leute, die man aus dem Lande weggetrieben.
Job 30:9 Nun bin ich ihr Spottlied geworden und muss ihr Märlein sein.
Job 30:10 Sie haben einen Greuel an mir und machen sich ferne von mir und scheuen sich nicht, vor meinem Angesicht zu speien.
Job 30:11 Sie haben ihr Seil gelöst und mich zunichte gemacht und ihren Zaum vor mir abgetan.
Job 30:12 Zur Rechten haben sich Buben wider mich gesetzt und haben meinen Fuß ausgestoßen und haben wider mich einen Weg gemacht, mich zu verderben.
Job 30:13 Sie haben meine Steige zerbrochen; es war ihnen so leicht, mich zu beschädigen, dass sie keiner Hilfe dazu bedurften.
Job 30:14 Sie sind gekommen wie zu einer weiten Lücke der Mauer herein und sind ohne Ordnung dahergefallen.
Job 30:15 Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit; und wie eine Wolke zog vorüber mein glückseliger Stand.
Job 30:16 Nun aber gießt sich aus meine Seele über mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.
Job 30:17 Des Nachts wird mein Gebein durchbohrt allenthalben; und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.
Job 30:18 Mit großer Gewalt werde ich anders und anders gekleidet, und ich werde damit umgürtet wie mit einem Rock.
Job 30:19 Man hat mich in den Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und der Asche.
Job 30:20 Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich.
Job 30:21 Du hast mich verwandelt in einen Grausamen und zeigst an mit der Stärke deiner Hand, dass du mir gram bist.
Job 30:22 Du hebst mich auf und lässest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kräftig.
Job 30:23 Denn ich weiß du wirst mich dem Tod überantworten; da ist das bestimmte Haus aller Lebendigen.
Job 30:24 Aber wird einer nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien vor seinem Verderben?
Job 30:25 Ich weinte ja über den, der harte Zeit hatte; und meine Seele jammerte der Armen.
Job 30:26 Ich wartete des Guten, und es kommt das Böse; ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.
Job 30:27 Meine Eingeweide sieden und hören nicht auf; mich hat überfallen die elende Zeit.
Job 30:28 Ich gehe schwarz einher, und brennt mich doch die Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.
Job 30:29 Ich bin ein Bruder der Schakale und ein Geselle der Strauße.
Job 30:30 Meine Haut über mir ist schwarz geworden, und meine Gebeine sind verdorrt vor Hitze.
Job 30:31 Meine Harfe ist eine Klage geworden und meine Flöte ein Weinen.
Job 31:1 Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, dass ich nicht achtete auf eine Jungfrau.
Job 31:2 Was gäbe mir Gott sonst als Teil von oben und was für ein Erbe der Allmächtige in der Höhe?
Job 31:3 Wird nicht der Ungerechte Unglück haben und ein Übeltäter verstoßen werden?
Job 31:4 Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Gänge?
Job 31:5 Habe ich gewandelt in Eitelkeit, oder hat mein Fuß geeilt zum Betrug?
Job 31:6 So wäge man mich auf der rechten Waage, so wird Gott erfahren meine Unschuld.
Job 31:7 Ist mein Gang gewichen aus dem Wege und mein Herz meinen Augen nachgefolgt und klebt ein Flecken an meinen Händen,
Job 31:8 so müsse ich säen, und ein andrer esse es; und mein Geschlecht müsse ausgewurzelt werden.
Job 31:9 Hat sich mein Herz lassen reizen zum Weibe und habe ich an meines Nächsten Tür gelauert,
Job 31:10 so müsse mein Weib von einem andern geschändet werden, und andere müssen bei ihr liegen;
Job 31:11 denn das ist ein Frevel und eine Missetat für die Richter.
Job 31:12 Denn das wäre ein Feuer, das bis in den Abgrund verzehrte und all mein Einkommen auswurzelte.
Job 31:13 Hab ich verachtet das Recht meines Knechtes oder meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten?
Job 31:14 Was wollte ich tun, wenn Gott sich aufmachte, und was würde ich antworten, wenn er heimsuchte?
Job 31:15 Hat ihn nicht auch der gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Schoße ebensowohl bereitet?
Job 31:16 Habe ich den Dürftigen ihr Begehren versagt und die Augen der Witwe lassen verschmachten?
Job 31:17 Hab ich meinen Bissen allein gegessen, und hat nicht der Waise auch davon gegessen?
Job 31:18 Denn ich habe mich von Jugend auf gehalten wie ein Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich gerne getröstet.
Job 31:19 Hab ich jemand sehen umkommen, dass er kein Kleid hatte, und den Armen ohne Decke gehen lassen?
Job 31:20 Haben mich nicht gesegnet seine Lenden, da er von den Fellen meiner Lämmer erwärmt ward?
Job 31:21 Hab ich meine Hand an den Waisen gelegt, weil ich sah, dass ich im Tor Helfer hatte?
Job 31:22 So falle meine Schulter von der Achsel, und mein Arm breche von der Röhre.
Job 31:23 Denn ich fürchte Gottes Strafe über mich und könnte seine Last nicht ertragen.
Job 31:24 Hab ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht und zu dem Goldklumpen gesagt: „Mein Trost”?
Job 31:25 Hab ich mich gefreut, dass ich großes Gut hatte und meine Hand allerlei erworben hatte?
Job 31:26 Hab ich das Licht angesehen, wenn es hell leuchtete, und den Mond, wenn er voll ging,
Job 31:27 dass ich mein Herz heimlich beredet hätte, ihnen Küsse zuzuwerfen mit meiner Hand?
Job 31:28 was auch eine Missetat ist vor den Richtern; denn damit hätte ich verleugnet Gott in der Höhe.
Job 31:29 Hab ich mich gefreut, wenn's meinem Feind übel ging, und habe mich überhoben, darum dass ihn Unglück betreten hatte?
Job 31:30 Denn ich ließ meinen Mund nicht sündigen, dass ich verwünschte mit einem Fluch seine Seele.
Job 31:31 Haben nicht die Männer in meiner Hütte müssen sagen: „Wo ist einer, der von seinem Fleisch nicht wäre gesättigt worden?”
Job 31:32 Draußen musste der Gast nicht bleiben, sondern meine Tür tat ich dem Wanderer auf.
Job 31:33 Hab ich meine Übertretungen nach Menschenweise zugedeckt, dass ich heimlich meine Missetat verbarg?
Job 31:34 Habe ich mir grauen lassen vor der großen Menge, und hat die Verachtung der Freundschaften mich abgeschreckt, dass ich stille blieb und nicht zur Tür ausging?
Job 31:35 O hätte ich einen, der mich anhört! Siehe, meine Unterschrift, der Allmächtige antworte mir!, und siehe die Schrift, die mein Verkläger geschrieben!
Job 31:36 Wahrlich, dann wollte ich sie auf meine Achsel nehmen und mir wie eine Krone umbinden;
Job 31:37 ich wollte alle meine Schritte ihm ansagen und wie ein Fürst zu ihm nahen.
Job 31:38 Wird mein Land gegen mich schreien und werden miteinander seine Furchen weinen;
Job 31:39 hab ich seine Früchte unbezahlt gegessen und das Leben der Ackerleute sauer gemacht:
Job 31:40 so mögen mir Disteln wachsen für Weizen und Dornen für Gerste. Die Worte Hiobs haben ein Ende.
Job 32:1 Da hörten die drei Männer auf, Hiob zu antworten, weil er sich für gerecht hielt.
Job 32:2 Aber Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, des Geschlechts Rams, ward zornig über Hiob, dass er seine Seele gerechter hielt denn Gott.
Job 32:3 Auch ward er zornig über seine drei Freunde, dass sie keine Antwort fanden und doch Hiob verdammten.
Job 32:4 Denn Elihu hatte geharrt, bis dass sie mit Hiob geredet hatten, weil sie älter waren als er.
Job 32:5 Darum, da er sah, dass keine Antwort war im Munde der drei Männer, ward er zornig.
Job 32:6 Und so antwortete Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, und sprach: Ich bin jung, ihr aber seid alt; darum habe ich mich gescheut und gefürchtet, mein Wissen euch kundzutun.
Job 32:7 Ich dachte: Lass das Alter reden, und die Menge der Jahre lass Weisheit beweisen.
Job 32:8 Aber der Geist ist in den Leuten und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.
Job 32:9 Die Großen sind nicht immer die Weisesten, und die Alten verstehen nicht das Recht.
Job 32:10 Darum will ich auch reden; höre mir zu. Ich will mein Wissen auch kundtun.
Job 32:11 Siehe, ich habe geharrt auf das, was ihr geredet habt; ich habe aufgemerkt auf eure Einsicht, bis ihr träfet die rechte Rede,
Job 32:12 und ich habe achtgehabt auf euch. Aber siehe, da ist keiner unter euch, der Hiob zurechtweise oder seiner Rede antworte.
Job 32:13 Sagt nur nicht: „Wir haben Weisheit getroffen; Gott muss ihn schlagen, kein Mensch.”
Job 32:14 Gegen mich hat er seine Worte nicht gerichtet, und mit euren Reden will ich ihm nicht antworten.
Job 32:15 Ach! sie sind verzagt, können nicht mehr antworten; sie können nicht mehr reden.
Job 32:16 Weil ich denn geharrt habe, und sie konnten nicht reden (denn sie stehen still und antworten nicht mehr),
Job 32:17 will ich auch mein Teil antworten und will mein Wissen kundtun.
Job 32:18 Denn ich bin der Reden so voll, dass mich der Odem in meinem Innern ängstet.
Job 32:19 Siehe, mein Inneres ist wie der Most, der zugestopft ist, der die neuen Schläuche zerreißt.
Job 32:20 Ich muss reden, dass ich mir Luft mache; ich muss meine Lippen auftun und antworten.
Job 32:21 Ich will niemands Person ansehen und will keinem Menschen schmeicheln.
Job 32:22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; leicht würde mich sonst mein Schöpfer dahinraffen.
Job 33:1 Höre doch, Hiob, meine Rede und merke auf alle meine Worte!
Job 33:2 Siehe, ich tue meinen Mund auf, und meine Zunge redet in meinem Munde.
Job 33:3 Mein Herz soll recht reden, und meine Lippen sollen den reinen Verstand sagen.
Job 33:4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.
Job 33:5 Kannst du, so antworte mir; rüste dich gegen mich und stelle dich.
Job 33:6 Siehe, ich bin Gottes ebensowohl als du, und aus Lehm bin ich auch gemacht.
Job 33:7 Siehe, du darfst vor mir nicht erschrecken, und meine Hand soll dir nicht zu schwer sein.
Job 33:8 Du hast geredet vor meinen Ohren; die Stimme deiner Reden musste ich hören:
Job 33:9 „Ich bin rein, ohne Missetat, unschuldig und habe keine Sünde;
Job 33:10 siehe, er hat eine Sache gegen mich gefunden, er achtet mich für einen Feind;
Job 33:11 er hat meinen Fuß in den Stock gelegt und hat acht auf alle meine Wege.”
Job 33:12 Siehe, darin hast du nicht recht, muss ich dir antworten; denn Gott ist mehr als ein Mensch.
Job 33:13 Warum willst du mit ihm zanken, dass er dir nicht Rechenschaft gibt alles seines Tuns?
Job 33:14 Denn in einer Weise redet Gott und wieder in einer anderen, nur achtet man's nicht.
Job 33:15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt, wenn sie schlafen auf dem Bette,
Job 33:16 da öffnet er das Ohr der Leute und schreckt sie und züchtigt sie,
Job 33:17 dass er den Menschen von seinem Vornehmen wende und behüte ihn vor Hoffart
Job 33:18 und verschone seine Seele vor dem Verderben und sein Leben, dass es nicht ins Schwert falle.
Job 33:19 Auch straft er ihn mit Schmerzen auf seinem Bette und alle seinen Gebeine heftig
Job 33:20 und richtet ihm sein Leben so zu, dass ihm vor seiner Speise ekelt, und seine Seele, dass sie nicht Lust zu essen hat.
Job 33:21 Sein Fleisch verschwindet, dass man's nimmer sehen kann; und seine Gebeine werden zerschlagen, dass man sie nicht gerne ansieht,
Job 33:22 dass seine Seele naht zum Verderben und sein Leben zu den Toten.
Job 33:23 So dann für ihn ein Engel als Mittler eintritt, einer aus tausend, zu verkündigen dem Menschen, wie er solle recht tun,
Job 33:24 so wird er ihm gnädig sein und sagen: „Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre ins Verderben; denn ich habe eine Versöhnung gefunden.”
Job 33:25 Sein Fleisch wird wieder grünen wie in der Jugend, und er wird wieder jung werden.
Job 33:26 Er wird Gott bitten; der wird ihm Gnade erzeigen und wird ihn sein Antlitz sehen lassen mit Freuden und wird dem Menschen nach seiner Gerechtigkeit vergelten.
Job 33:27 Er wird vor den Leuten bekennen und sagen: „Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber es ist mir nicht vergolten worden.
Job 33:28 Er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht führe ins Verderben, sondern mein Leben das Licht sähe.”
Job 33:29 Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit einem jeglichen,
Job 33:30 dass er seine Seele zurückhole aus dem Verderben und erleuchte ihn mit dem Licht der Lebendigen.
Job 33:31 Merke auf, Hiob, und höre mir zu und schweige, dass ich rede!
Job 33:32 Hast du aber was zu sagen, so antworte mir; Sage an! ich wollte dich gerne rechtfertigen.
Job 33:33 Hast du aber nichts, so höre mir zu und schweige; ich will dich die Weisheit lehren.
Job 34:1 Und es hob an Elihu und sprach:
Job 34:2 Hört, ihr Weisen, meine Rede, und ihr Verständigen, merkt auf mich!
Job 34:3 Denn das Ohr prüft die Rede, und der Mund schmeckt die Speise.
Job 34:4 Lasst uns ein Urteil finden, dass wir erkennen unter uns, was gut sei.
Job 34:5 Denn Hiob hat gesagt: „Ich bin gerecht, und Gott weigert mir mein Recht;
Job 34:6 ich muss lügen, ob ich wohl recht habe, und bin gequält von meinen Pfeilen, ob ich wohl nichts verschuldet habe.”
Job 34:7 Wer ist ein solcher Hiob, der da Spötterei trinkt wie Wasser
Job 34:8 und auf dem Wege geht mit den Übeltätern und wandelt mit gottlosen Leuten?
Job 34:9 Denn er hat gesagt: „Wenn jemand schon fromm ist, so gilt er doch nichts bei Gott.”
Job 34:10 Darum hört mir zu, ihr weisen Leute: Es sei ferne, dass Gott sollte gottlos handeln und der Allmächtige ungerecht;
Job 34:11 sondern er vergilt dem Menschen, darnach er verdient hat, und trifft einen jeglichen nach seinem Tun.
Job 34:12 Ohne zweifel, Gott verdammt niemand mit Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.
Job 34:13 Wer hat, was auf Erden ist, verordnet, und wer hat den ganzen Erdboden gesetzt?
Job 34:14 So er nun an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge,
Job 34:15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.
Job 34:16 Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden.
Job 34:17 Kann auch, der das Recht hasst regieren? Oder willst du den, der gerecht und mächtig ist, verdammen?
Job 34:18 Sollte einer zum König sagen: „Du heilloser Mann!” und zu den Fürsten: „Ihr Gottlosen!”?
Job 34:19 Und er sieht nicht an die Person der Fürsten und kennt den Herrlichen nicht mehr als den Armen; denn sie sind alle seiner Hände Werk.
Job 34:20 Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen nicht durch Menschenhand.
Job 34:21 Denn seine Augen sehen auf eines jeglichen Wege, und er schaut alle ihre Gänge.
Job 34:22 Es ist keine Finsternis noch Dunkel, dass sich da möchten verbergen die Übeltäter.
Job 34:23 Denn er darf auf den Menschen nicht erst lange achten, dass er vor Gott ins Gericht komme.
Job 34:24 Er bringt die Stolzen um, ohne erst zu forschen, und stellt andere an ihre Statt:
Job 34:25 darum dass er kennt ihre Werke und kehrt sie um des Nachts, dass sie zerschlagen werden.
Job 34:26 Er straft sie ab wie die Gottlosen an einem Ort, da man es sieht:
Job 34:27 darum dass sie von ihm weggewichen sind und verstanden seiner Wege keinen,
Job 34:28 dass das Schreien der Armen musste vor ihn kommen und er das Schreien der Elenden hörte.
Job 34:29 Wenn er Frieden gibt, wer will verdammen? und wenn er das Antlitz verbirgt, wer will ihn schauen unter den Völkern und Leuten allzumal?
Job 34:30 Denn er lässt nicht über sie regieren einen Heuchler, das Volk zu drängen.
Job 34:31 Denn zu Gott muss man sagen: „Ich habe gebüßt, ich will nicht übel tun.
Job 34:32 Habe ich's nicht getroffen, so lehre du mich's besser; habe ich Unrecht gehandelt, ich will's nicht mehr tun.”
Job 34:33 Soll er nach deinem Sinn vergelten? Denn du verwirfst alles; du hast zu wählen, und nicht ich. Weißt du nun was, so sage an.
Job 34:34 Verständige Leute werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört:
Job 34:35 „Hiob redet mit Unverstand, und seine Worte sind nicht klug.”
Job 34:36 O, dass Hiob versucht würde bis ans Ende! darum dass er sich zu ungerechten Leuten kehrt.
Job 34:37 Denn er hat über seine Sünde noch gelästert; er treibt Spott unter uns und macht seiner Reden viel wider Gott.
Job 35:1 Und es hob an Elihu und sprach:
Job 35:2 Achtest du das für Recht, dass du sprichst: „Ich bin gerechter denn Gott”?
Job 35:3 Denn du sprichst: „Wer gilt bei dir etwas? Was hilft es, ob ich nicht sündige?”
Job 35:4 Ich will dir antworten ein Wort und deinen Freunden mit dir.
Job 35:5 Schaue gen Himmel und siehe; und schau an die Wolken, dass sie dir zu hoch sind.
Job 35:6 Sündigst du, was kannst du ihm Schaden? Und ob deiner Missetaten viel ist, was kannst du ihm tun?
Job 35:7 Und ob du gerecht seist, was kannst du ihm geben, oder was wird er von deinen Händen nehmen?
Job 35:8 Einem Menschen, wie du bist, mag wohl etwas tun deine Bosheit, und einem Menschenkind deine Gerechtigkeit.
Job 35:9 Man schreit, dass viel Gewalt geschieht, und ruft über den Arm der Großen;
Job 35:10 aber man fragt nicht: „Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht,
Job 35:11 der uns klüger macht denn das Vieh auf Erden und weiser denn die Vögel unter dem Himmel?”
Job 35:12 Da schreien sie über den Hochmut der Bösen, und er wird sie nicht erhören.
Job 35:13 Denn Gott wird das Eitle nicht erhören, und der Allmächtige wird es nicht ansehen.
Job 35:14 Nun sprichst du gar, du wirst ihn nicht sehen. Aber es ist ein Gericht vor ihm, harre sein nur!
Job 35:15 ob auch sein Zorn so bald nicht heimsucht und er sich's nicht annimmt, dass so viel Laster da sind.
Job 35:16 Darum hat Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und gibt stolzes Gerede vor mit Unverstand.
Job 36:1 Elihu redet weiter und sprach:
Job 36:2 Harre mir noch ein wenig, ich will dir's zeigen; denn ich habe noch von Gottes wegen etwas zu sagen.
Job 36:3 Ich will mein Wissen weither holen und beweisen, dass mein Schöpfer recht habe.
Job 36:4 Meine Reden sollen ohne Zweifel nicht falsch sein; mein Verstand soll ohne Tadel vor dir sein.
Job 36:5 Siehe, Gott ist mächtig, und verachtet doch niemand; er ist mächtig von Kraft des Herzens.
Job 36:6 Den Gottlosen erhält er nicht, sondern hilft dem Elenden zum Recht.
Job 36:7 Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten; sondern mit Königen auf dem Thron lässt er sie sitzen immerdar, dass sie hoch bleiben.
Job 36:8 Und wenn sie gefangen blieben in Stöcken und elend gebunden mit Stricken,
Job 36:9 so verkündigt er ihnen, was sie getan haben, und ihre Untugenden, dass sie sich überhoben,
Job 36:10 und öffnet ihnen das Ohr zur Zucht und sagt ihnen, dass sie sich von dem Unrechten bekehren sollen.
Job 36:11 Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und mit Lust leben.
Job 36:12 Gehorchen sie nicht, so werden sie ins Schwert fallen und vergehen in Unverstand.
Job 36:13 Die Heuchler werden voll Zorns; sie schreien nicht, wenn er sie gebunden hat.
Job 36:14 So wird ihre Seele in der Jugend sterben und ihr Leben unter den Hurern.
Job 36:15 Aber den Elenden wird er in seinem Elend erretten und dem Armen das Ohr öffnen in der Trübsal.
Job 36:16 Und auch dich lockt er aus dem Rachen der Angst in weiten Raum, da keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll des Guten, wirst du Ruhe haben.
Job 36:17 Du aber machst die Sache der Gottlosen gut, dass ihre Sache und ihr Recht erhalten wird.
Job 36:18 Siehe zu, dass nicht vielleicht Zorn dich verlocke zum Hohn, oder die Größe des Lösegelds dich verleite.
Job 36:19 Meinst du, dass er deine Gewalt achte oder Gold oder irgend eine Stärke oder Vermögen?
Job 36:20 Du darfst der Nacht nicht begehren, welche Völker wegnimmt von ihrer Stätte.
Job 36:21 Hüte dich und kehre dich nicht zum Unrecht, wie du denn vor Elend angefangen hast.
Job 36:22 Siehe Gott ist zu hoch in seiner Kraft; wo ist ein Lehrer, wie er ist?
Job 36:23 Wer will ihm weisen seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: „Du tust Unrecht?”
Job 36:24 Gedenke dass du sein Werk erhebest, davon die Leute singen.
Job 36:25 Denn alle Menschen sehen es; die Leute schauen's von ferne.
Job 36:26 Siehe Gott ist groß und unbekannt; seiner Jahre Zahl kann niemand erforschen.
Job 36:27 Er macht das Wasser zu kleinen Tropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen,
Job 36:28 dass die Wolken fließen und triefen sehr auf die Menschen.
Job 36:29 Wenn er sich vornimmt die Wolken auszubreiten wie sein hoch Gezelt,
Job 36:30 siehe, so breitet er aus sein Licht über dieselben und bedeckt alle Enden des Meeres.
Job 36:31 Denn damit schreckt er die Leute und gibt doch Speise die Fülle.
Job 36:32 Er deckt den Blitz wie mit Händen und heißt ihn doch wieder kommen.
Job 36:33 Davon zeugt sein Geselle, des Donners Zorn in den Wolken.
Job 37:1 Des entsetzt sich mein Herz und bebt.
Job 37:2 O höret doch, wie der Donner zürnt, und was für Gespräch von seinem Munde ausgeht!
Job 37:3 Er lässt ihn hinfahren unter allen Himmeln, und sein Blitz scheint auf die Enden der Erde.
Job 37:4 Ihm nach brüllt der Donner, und er donnert mit seinem großen Schall; und wenn sein Donner gehört wird, kann man's nicht aufhalten.
Job 37:5 Gott donnert mit seinem Donner wunderbar und tut große Dinge und wird doch nicht erkannt.
Job 37:6 Er spricht zum Schnee, so ist er bald auf Erden, und zum Platzregen, so ist der Platzregen da mit Macht.
Job 37:7 Aller Menschen Hand hält er verschlossen, dass die Leute lernen, was er tun kann.
Job 37:8 Das wilde Tier geht in seine Höhle und bleibt an seinem Ort.
Job 37:9 Von Mittag her kommt Wetter und von Mitternacht Kälte.
Job 37:10 Vom Odem Gottes kommt Frost, und große Wasser ziehen sich eng zusammen.
Job 37:11 Die Wolken beschwert er mit Wasser, und durch das Gewölk bricht sein Licht.
Job 37:12 Er kehrt die Wolken, wo er hin will, dass sie schaffen alles, was er ihnen gebeut, auf dem Erdboden:
Job 37:13 es sei zur Züchtigung über ein Land oder zur Gnade, lässt er sie kommen.
Job 37:14 Da merke auf, Hiob, stehe und vernimm die Wunder Gottes!
Job 37:15 Weißt du wie Gott solches über sie bringt und wie er das Licht aus seinen Wolken lässt hervorbrechen?
Job 37:16 Weißt du wie sich die Wolken ausstreuen, die Wunder des, der vollkommen ist an Wissen?
Job 37:17 Du, des Kleider warm sind, wenn das Land still ist vom Mittagswinde,
Job 37:18 ja, du wirst mit ihm den Himmel ausbreiten, der fest ist wie ein gegossener Spiegel.
Job 37:19 Zeige uns, was wir ihm sagen sollen; denn wir können nichts vorbringen vor Finsternis.
Job 37:20 Wer wird ihm erzählen, dass ich wolle reden? So jemand redet, der wird verschlungen.
Job 37:21 Jetzt sieht man das Licht nicht, das am Himmel hell leuchtet; wenn aber der Wind weht, so wird's klar.
Job 37:22 Von Mitternacht kommt Gold; um Gott her ist schrecklicher Glanz.
Job 37:23 Den Allmächtigen aber können wir nicht finden, der so groß ist von Kraft; das Recht und eine gute Sache beugt er nicht.
Job 37:24 Darum müssen ihn fürchten die Leute; und er sieht keinen an, wie weise sie sind.
Job 38:1 Und der HErr antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
Job 38:2 Wer ist der, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand?
Job 38:3 Gürte deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen, lehre mich!
Job 38:4 Wo warst du, da ich die Erde gründete? Sage an, bist du so klug!
Job 38:5 Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat?
Job 38:6 Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
Job 38:7 da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?
Job 38:8 Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, da es herausbrach wie aus Mutterleib,
Job 38:9 da ich's mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
Job 38:10 da ich ihm den Lauf brach mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Türen
Job 38:11 und sprach: „Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!”?
Job 38:12 Hast du bei deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
Job 38:13 dass sie die Ecken der Erde fasse und die Gottlosen herausgeschüttelt werden?
Job 38:14 Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel, und alles steht da wie im Kleide.
Job 38:15 Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen, und der Arm der Hoffärtigen wird zerbrochen.
Job 38:16 Bist du in den Grund des Meeres gekommen und in den Fußtapfen der Tiefe gewandelt?
Job 38:17 Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?
Job 38:18 Hast du vernommen wie breit die Erde sei? Sage an, weißt du solches alles!
Job 38:19 Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist der Finsternis Stätte,
Job 38:20 dass du mögest ergründen seine Grenze und merken den Pfad zu seinem Hause?
Job 38:21 Du weißt es ja; denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deiner Tage sind viel.
Job 38:22 Bist du gewesen, da der Schnee her kommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel her kommt,
Job 38:23 die ich habe aufbehalten bis auf die Zeit der Trübsal und auf den Tag des Streites und Krieges?
Job 38:24 Durch welchen Weg teilt sich das Licht und fährt der Ostwind hin über die Erde?
Job 38:25 Wer hat dem Platzregen seinen Lauf ausgeteilt und den Weg dem Blitz und dem Donner
Job 38:26 und lässt regnen aufs Land da niemand ist, in der Wüste, da kein Mensch ist,
Job 38:27 dass er füllt die Einöde und Wildnis und macht das Gras wächst?
Job 38:28 Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taues gezeugt?
Job 38:29 Aus wes Leib ist das Eis gegangen, und wer hat den Reif unter dem Himmel gezeugt,
Job 38:30 dass das Wasser verborgen wird wie unter Steinen und die Tiefe oben gefriert?
Job 38:31 Kannst du die Bande der sieben Sterne zusammenbinden oder das Band des Orion auflösen?
Job 38:32 Kannst du den Morgenstern hervorbringen zu seiner Zeit oder den Bären am Himmel samt seinen Jungen heraufführen?
Job 38:33 Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
Job 38:34 Kannst du deine Stimme zu der Wolke erheben, dass dich die Menge des Wassers bedecke?
Job 38:35 Kannst du die Blitze auslassen, dass sie hinfahren und sprechen zu dir: Hier sind wir?
Job 38:36 Wer gibt die Weisheit in das Verborgene? Wer gibt verständige Gedanken?
Job 38:37 Wer ist so weise, der die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten,
Job 38:38 wenn der Staub begossen wird, dass er zuhauf läuft und die Schollen aneinander kleben?
Job 38:39 Kannst du der Löwin ihren Raub zu jagen geben und die jungen Löwen sättigen,
Job 38:40 wenn sie sich legen in ihre Stätten und ruhen in der Höhle, da sie lauern?
Job 38:41 Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?
Job 39:1 Weißt du die Zeit, wann die Gemsen auf den Felsen gebären? oder hast du gemerkt, wann die Hinden schwanger gehen?
Job 39:2 Hast du gezählt ihre Monden, wann sie voll werden? oder weißt du die Zeit, wann sie gebären?
Job 39:3 Sie beugen sich, lassen los ihre Jungen und werden los ihre Wehen.
Job 39:4 Ihre Jungen werden feist und groß im Freien und gehen aus und kommen nicht wieder zu ihnen.
Job 39:5 Wer hat den Wildesel so frei lassen gehen, wer hat die Bande des Flüchtigen gelöst,
Job 39:6 dem ich die Einöde zum Hause gegeben habe und die Wüste zur Wohnung?
Job 39:7 Er verlacht das Getümmel der Stadt; das Pochen des Treibers hört er nicht.
Job 39:8 Er schaut nach den Bergen, da seine Weide ist, und sucht, wo es grün ist.
Job 39:9 Meinst du das Einhorn werde dir dienen und werde bleiben an deiner Krippe?
Job 39:10 Kannst du ihm dein Seil anknüpfen, die Furchen zu machen, dass es hinter dir brache in Tälern?
Job 39:11 Magst du dich auf das Tier verlassen, dass es so stark ist, und wirst es dir lassen arbeiten?
Job 39:12 Magst du ihm trauen, dass es deinen Samen dir wiederbringe und in deine Scheune sammle?
Job 39:13 Der Fittich des Straußes hebt sich fröhlich. Dem frommen Storch gleicht er an Flügeln und Federn.
Job 39:14 Doch lässt er seine Eier auf der Erde und lässt sie die heiße Erde ausbrüten.
Job 39:15 Er vergisst, dass sie möchten zertreten werden und ein wildes Tier sie zerbreche.
Job 39:16 Er wird so hart gegen seine Jungen, als wären sie nicht sein, achtet's nicht, dass er umsonst arbeitet.
Job 39:17 Denn Gott hat ihm die Weisheit genommen und hat ihm keinen Verstand zugeteilt.
Job 39:18 Zu der Zeit, da er hoch auffährt, verlacht er beide, Ross und Mann.
Job 39:19 Kannst du dem Ross Kräfte geben oder seinen Hals zieren mit seiner Mähne?
Job 39:20 Lässt du es aufspringen wie die Heuschrecken? Schrecklich ist sein prächtiges Schnauben.
Job 39:21 Es stampft auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zieht aus, den Geharnischten entgegen.
Job 39:22 Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und flieht vor dem Schwert nicht,
Job 39:23 wenngleich über ihm klingt der Köcher und glänzen beide, Spieß und Lanze.
Job 39:24 Es zittert und tobt und scharrt in die Erde und lässt sich nicht halten bei der Drommete Hall.
Job 39:25 So oft die Drommete klingt, spricht es: Hui! und wittert den Streit von ferne, das Schreien der Fürsten und Jauchzen.
Job 39:26 Fliegt der Habicht durch deinen Verstand und breitet seine Flügel gegen Mittag?
Job 39:27 Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch, dass er sein Nest in der Höhe macht?
Job 39:28 In den Felsen wohnt er und bleibt auf den Zacken der Felsen und auf Berghöhen.
Job 39:29 Von dort schaut er nach der Speise, und seine Augen sehen ferne.
Job 39:30 Seine Jungen saufen Blut, und wo Erschlagene liegen, da ist er.
Job 40:1 Und der HErr antwortete Hiob und sprach:
Job 40:2 Will mit dem Allmächtigen rechten der Haderer? Wer Gott tadelt, soll's der nicht verantworten?
Job 40:3 Hiob aber antwortete dem HErrn und sprach:
Job 40:4 Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.
Job 40:5 Ich habe einmal geredet, und will nicht antworten; zum andernmal will ich's nicht mehr tun.
Job 40:6 Und der HErr antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
Job 40:7 Gürte wie ein Mann deine Lenden; ich will dich fragen, lehre mich!
Job 40:8 Solltest du mein Urteil zunichte machen und mich verdammen, dass du gerecht seist?
Job 40:9 Hast du einen Arm wie Gott, und kannst mit gleicher Stimme donnern, wie er tut?
Job 40:10 Schmücke dich mit Pracht und erhebe dich; ziehe Majestät und Herrlichkeit an!
Job 40:11 Streue aus den Zorn deines Grimmes; schaue an die Hochmütigen, wo sie sind, und demütige sie!
Job 40:12 Ja, schaue die Hochmütigen, wo sie sind und beuge sie; und zermalme die Gottlosen, wo sie sind!
Job 40:13 Verscharre sie miteinander in die Erde und versenke ihre Pracht ins Verborgene,
Job 40:14 so will ich dir auch bekennen, dass dir deine rechte Hand helfen kann.
Job 40:15 Siehe da, den Behemoth, den ich neben dir gemacht habe; er frisst Gras wie ein Ochse.
Job 40:16 Siehe seine Kraft ist in seinen Lenden und sein Vermögen in den Sehnen seines Bauches.
Job 40:17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten.
Job 40:18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren; seine Gebeine sind wie eiserne Stäbe.
Job 40:19 Er ist der Anfang der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, der gab ihm sein Schwert.
Job 40:20 Die Berge tragen ihm Kräuter, und alle wilden Tiere spielen daselbst.
Job 40:21 Er liegt gern im Schatten, im Rohr und im Schlamm verborgen.
Job 40:22 Das Gebüsch bedeckt ihn mit seinem Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn.
Job 40:23 Siehe, er schluckt in sich den Strom und achtet's nicht groß; lässt sich dünken, er wolle den Jordan mit seinem Munde ausschöpfen.
Job 40:24 Fängt man ihn wohl vor seinen Augen und durchbohrt ihm mit Stricken seine Nase?
Job 40:25 Kannst du den Leviathan ziehen mit dem Haken und seine Zunge mit einer Schnur fassen?
Job 40:26 Kannst du ihm eine Angel in die Nase legen und mit einem Stachel ihm die Backen durchbohren?
Job 40:27 Meinst du, er werde dir viel Flehens machen oder dir heucheln?
Job 40:28 Meinst du, dass er einen Bund mit dir machen werde, dass du ihn immer zum Knecht habest?
Job 40:29 Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn für deine Dirnen anbinden?
Job 40:30 Meinst du die Genossen werden ihn zerschneiden, dass er unter die Kaufleute zerteilt wird?
Job 40:31 Kannst du mit Spießen füllen seine Haut und mit Fischerhaken seinen Kopf?
Job 40:32 Wenn du deine Hand an ihn legst, so gedenke, dass es ein Streit ist, den du nicht ausführen wirst.
Job 41:1 Siehe, die Hoffnung wird jedem fehlen; schon wenn er seiner ansichtig wird, stürzt er zu Boden.
Job 41:2 Niemand ist so kühn, dass er ihn reizen darf; wer ist denn, der vor mir stehen könnte?
Job 41:3 Wer hat mir etwas zuvor getan, dass ich's ihm vergelte? Es ist mein, was unter allen Himmeln ist.
Job 41:4 Dazu muss ich nun sagen, wie groß, wie mächtig und wohlgeschaffen er ist.
Job 41:5 Wer kann ihm sein Kleid aufdecken? und wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen?
Job 41:6 Wer kann die Kinnbacken seines Antlitzes auftun? Schrecklich stehen seine Zähne umher.
Job 41:7 Seine stolzen Schuppen sind wie feste Schilde, fest und eng ineinander.
Job 41:8 Eine rührt an die andere, dass nicht ein Lüftlein dazwischengeht.
Job 41:9 Es hängt eine an der andern, und halten zusammen, dass sie sich nicht voneinander trennen.
Job 41:10 Sein Niesen glänzt wie ein Licht; seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte.
Job 41:11 Aus seinem Munde fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus.
Job 41:12 Aus seiner Nase geht Rauch wie von heißen Töpfen und Kesseln.
Job 41:13 Sein Odem ist wie eine lichte Lohe, und aus seinem Munde gehen Flammen.
Job 41:14 Auf seinem Hals wohnt die Stärke, und vor ihm her hüpft die Angst.
Job 41:15 Die Gliedmaßen seines Fleisches hangen aneinander und halten hart an ihm, dass er nicht zerfallen kann.
Job 41:16 Sein Herz ist so hart wie ein Stein und so fest wie ein unterer Mühlstein.
Job 41:17 Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Starken; und wenn er daherbricht, so ist keine Gnade da.
Job 41:18 Wenn man zu ihm will mit dem Schwert, so regt er sich nicht, oder mit Spieß, Geschoss und Panzer.
Job 41:19 Er achtet Eisen wie Stroh, und Erz wie faules Holz.
Job 41:20 Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln.
Job 41:21 Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze.
Job 41:22 Unten an ihm sind scharfe Scherben; er fährt wie mit einem Dreschwagen über den Schlamm.
Job 41:23 Er macht, dass der tiefe See siedet wie ein Topf, und rührt ihn ineinander, wie man eine Salbe mengt.
Job 41:24 Nach ihm leuchtet der Weg; er macht die Tiefe ganz grau.
Job 41:25 Auf Erden ist seinesgleichen niemand; er ist gemacht, ohne Furcht zu sein.
Job 41:26 Er verachtet alles, was hoch ist; er ist ein König über alles stolze Wild.
Job 42:1 Und Hiob antwortete dem HErrn und sprach:
Job 42:2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.
Job 42:3 „Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Unverstand?” Darum bekenne ich, dass ich habe unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.
Job 42:4 „So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich!”
Job 42:5 Ich hatte von dir mit den Ohren gehört; aber nun hat dich mein Auge gesehen.
Job 42:6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.
Job 42:7 Da nun der HErr mit Hiob diese Worte geredet hatte, sprach er zu Eliphas von Theman: Mein Zorn ist ergrimmt über dich und deine zwei Freunde; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
Job 42:8 So nehmt nun sieben Farren und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch und lasst meinen Knecht Hiob für euch bitten. Denn ich will ihn ansehen, dass ich an euch nicht tue nach eurer Torheit; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
Job 42:9 Da gingen hin Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema und taten, wie der HErr ihnen gesagt hatte; und der HErr sah an Hiob.
Job 42:10 Und der HErr wandte das Gefängnis Hiobs, da er bat für seine Freunde. Und der Herr gab Hiob zwiefältig so viel, als er gehabt hatte.
Job 42:11 Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn vormals kannten, und aßen mit ihm in seinem Hause und kehrten sich zu ihm und trösteten ihn über alles Übel, das der HErr hatte über ihn kommen lassen. Und ein jeglicher gab ihm einen schönen Groschen und ein goldenes Stirnband.
Job 42:12 Und der HErr segnete hernach Hiob mehr denn zuvor, dass er kriegte vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen.
Job 42:13 Und er kriegte sieben Söhne und drei Töchter;
Job 42:14 und hieß die erste Jemima, die andere Kezia und die dritte Keren-Happuch.
Job 42:15 Und wurden nicht so schöne Weiber gefunden in allen Landen wie die Töchter Hiobs. Und ihr Vater gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern.
Job 42:16 Und Hiob lebte nach diesem hundert und vierzig Jahre, dass er sah Kinder und Kindeskinder bis ins vierte Glied.
Job 42:17 Und Hiob starb alt und lebenssatt.

Est 1:1 Zu den Zeiten Ahasveros (der da König war von Indien bis an Mohrenland über hundert und siebenundzwanzig Länder)
Est 1:2 und da er auf seinem königlichen Stuhl saß zu Schloss Susan,
Est 1:3 im dritten Jahr seines Königreichs, machte er bei sich ein Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, den Gewaltigen in Persien und Medien, den Landpflegern und Obersten in seinen Ländern,
Est 1:4 dass er sehen ließe den herrlichen Reichtum seines Königreichs und die köstliche Pracht seiner Majestät viele Tage lang, hundert und achtzig Tage.
Est 1:5 Und da die Tage aus waren, machte der König ein Mahl allem Volk, das zu Schloss Susan war, Großen und Kleinen, sieben Tage lang im Hofe des Gartens am Hause des Königs.
Est 1:6 Da hingen weiße, rote und blaue Tücher, mit leinenen und scharlachnen Seilen gefasst, in silbernen Ringen auf Marmorsäulen. Die Bänke waren golden und silbern auf Pflaster von grünem, weißem, gelbem und schwarzen Marmor.
Est 1:7 Und das Getränk trug man in goldenen Gefäßen und immer andern und andern Gefäßen, und königlichen Wein die Menge, wie denn der König vermochte.
Est 1:8 Und man setzte niemand, was er trinken sollte; denn der König hatte allen Vorstehern befohlen, dass ein jeglicher sollte tun, wie es ihm wohl gefiel.
Est 1:9 Und die Königin Vasthi machte auch ein Mahl für die Weiber im königlichen Hause des Königs Ahasveros.
Est 1:10 Und am siebenten Tage, da der König gutes Muts war vom Wein, hieß er Mehuman, Bistha, Harbona, Bigtha, Abagtha, Sethar und Charkas, die sieben Kämmerer, die vor dem König Ahasveros dienten,
Est 1:11 dass sie die Königin Vasthi holten vor den König mit der königlichen Krone, dass er den Völkern und Fürsten zeigte ihre Schöne; denn sie war schön.
Est 1:12 Aber die Königin Vasthi wollte nicht kommen nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer. Da ward der König sehr zornig, und sein Grimm entbrannte in ihm.
Est 1:13 Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstanden (denn des Königs Sachen mussten geschehen vor allen, die sich auf Recht und Händel verstanden;
Est 1:14 die nächsten aber die bei ihm waren Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsena und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und saßen obenan im Königreich),
Est 1:15 was für ein Recht man an der Königin Vasthi tun sollte, darum dass sie nicht getan hatte nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer.
Est 1:16 Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Die Königin Vasthi hat nicht allein an dem König übel getan, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern in allen Landen des Königs Ahasveros.
Est 1:17 Denn es wird solche Tat der Königin auskommen zu allen Weibern, dass sie ihre Männer verachten vor ihren Augen und werden sagen: Der König Ahasveros hieß die Königin Vasthi vor sich kommen; aber sie wollte nicht.
Est 1:18 So werden nun die Fürstinnen in Persien und Medien auch so sagen zu allen Fürsten des Königs, wenn sie solche Tat der Königin hören; so wird sich Verachtens und Zorn genug erheben.
Est 1:19 Gefällt es dem König, so lasse man ein königlich Gebot von ihm ausgehen und schreiben nach der Perser und Meder Gesetz, welches man nicht darf übertreten: dass Vasthi nicht mehr vor den König Ahasveros komme, und der König gebe ihre königliche Würde einer andern, die besser ist denn sie.
Est 1:20 Und es erschalle dieser Befehl des Königs, den er geben wird, in sein ganzes Reich, welches groß ist, dass alle Weiber ihre Männer in Ehren halten, unter Großen und Kleinen.
Est 1:21 Das gefiel dem König und den Fürsten; und der König tat nach dem Wort Memuchans.
Est 1:22 Da wurden Briefe ausgesandt in alle Länder des Königs, in ein jegliches Land nach seiner Schrift und zu jeglichem Volk nach seiner Sprache: dass ein jeglicher Mann der Oberherr in seinem Hause sei und ließe reden nach der Sprache seines Volkes.
Est 2:1 Nach diesen Geschichten, da der Grimm des Königs Ahasveros sich gelegt hatte, gedachte er an Vasthi, was sie getan hatte und was über sie beschlossen war.
Est 2:2 Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Man suche dem König junge, schöne Jungfrauen,
Est 2:3 und der König bestellte Männer in allen Landen seines Königreichs, dass sie allerlei junge, schöne Jungfrauen zusammenbringen gen Schloss Susan ins Frauenhaus unter der Hand Hegais, des Königs Kämmerers, der der Weiber wartet, und man gebe ihnen ihren Schmuck;
Est 2:4 und welche Dirne dem König gefällt, die werde Königin an Vasthis Statt. Das gefiel dem König, und er tat also.
Est 2:5 Es war aber ein jüdischer Mann zu Schloss Susan, der hieß Mardochai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis, ein Benjaminiter,
Est 2:6 der mit weggeführt war von Jerusalem, da Jechonja, der König Judas, weggeführt ward, welchen Nebukadnezar, der König zu Babel, wegführte.
Est 2:7 Und er war ein Vormund der Hadassa, das ist Esther, eine Tochter seines Oheims; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Und sie war eine schöne und feine Dirne. Und da ihr Vater und ihre Mutter starb, nahm sie Mardochai auf zur Tochter.
Est 2:8 Da nun das Gebot und Gesetz des Königs laut ward und viel Dirnen zuhaufe gebracht wurden gen Schloss Susan unter die Hand Hegais, ward Esther auch genommen zu des Königs Hause unter die Hand Hegais, des Hüters der Weiber.
Est 2:9 Und die Dirne gefiel ihm, und sie fand Barmherzigkeit vor ihm. Und er eilte mit ihrem Schmuck, dass er ihr ihren Teil gäbe und sieben feine Dirnen von des Königs Hause dazu. Und er tat sie mit ihren Dirnen an den besten Ort im Frauenhaus.
Est 2:10 Und Esther sagte ihm nicht an ihr Volk und ihre Freundschaft; denn Mardochai hatte ihr geboten, sie sollte es nicht ansagen.
Est 2:11 Und Mardochai wandelte alle Tage vor dem Hofe am Frauenhaus, dass er erführe, ob's Esther wohl ginge und was ihr geschehen würde.
Est 2:12 Wenn aber die bestimmte Zeit einer jeglichen Dirne kam, dass sie zum König Ahasveros kommen sollte, nachdem sie zwölf Monate im Frauen-Schmücken gewesen war (denn ihr Schmücken musste soviel Zeit haben, nämlich sechs Monate mit Balsam und Myrrhe und sechs Monate mit guter Spezerei, so waren denn die Weiber geschmückt):
Est 2:13 alsdann ging die Dirne zum König und alles, was sie wollte, musste man ihr geben, dass sie damit vom Frauenhaus zu des Königs Hause ginge.
Est 2:14 Und wenn eine des Abends hineinkam, die ging des Morgens von ihm in das andere Frauenhaus unter die Hand des Saasgas, des Königs Kämmerers, des Hüters der Kebsweiber Und sie durfte nicht wieder zum König kommen, es lüstete denn den König und er ließ sie mit Namen rufen.
Est 2:15 Da nun die Zeit Esthers herankam, der Tochter Abihails, des Oheims Mardochais (die er zur Tochter hatte aufgenommen), dass sie zum König kommen sollte, begehrte sie nichts, denn was Hegai, des Königs Kämmerer, der Weiber Hüter, sprach. Und Esther fand Gnade vor allen, die sie ansahen.
Est 2:16 Es ward aber Esther genommen zum König Ahasveros ins königliche Haus im zehnten Monat, der da heißt Tebeth, im siebenten Jahr seines Königreichs.
Est 2:17 Und der König gewann Esther lieb über alle Weiber, und sie fand Gnade und Barmherzigkeit vor ihm vor allen Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vasthis Statt.
Est 2:18 Und der König machte ein großes Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, das war ein Mahl um Esthers willen, und ließ die Länder ruhen und gab königliche Geschenke aus.
Est 2:19 Und da man das anderemal Jungfrauen versammelte, saß Mardochai im Tor des Königs.
Est 2:20 Und Esther hatte noch nicht angesagt ihre Freundschaft noch ihr Volk, wie ihr Mardochai geboten hatte; denn Esther tat nach den Worten Mardochais, gleich als da er ihr Vormund war.
Est 2:21 Zur selben Zeit, da Mardochai im Tor des Königs saß, wurden zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die die Tür hüteten, zornig und trachteten ihre Hände an den König Ahasveros zu legen.
Est 2:22 Das ward Mardochai kund, und er sagte es der Königin Esther, und Esther sagte es dem König in Mardochais Namen.
Est 2:23 Und da man nachforschte, ward's gefunden, und sie wurden beide an Bäume gehängt. Und es ward geschrieben in die Chronik vor dem König.
Est 3:1 Nach diesen Geschichten machte der König Ahasveros Haman groß, den Sohn Hammedathas, den Agagiter, und erhöhte ihn und setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren.
Est 3:2 Und alle Knechte des Königs, die im Tor waren, beugten die Kniee und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Kniee nicht und fiel nicht nieder.
Est 3:3 Da sprachen des Königs Knechte, die im Tor des Königs waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot?
Est 3:4 Und da sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, dass sie sähen, ob solch Tun Mardochais bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude wäre.
Est 3:5 Und da nun Haman sah, dass Mardochai ihm nicht die Kniee beugte noch vor ihm niederfiel, ward er voll Grimms.
Est 3:6 Und verachtete es, dass er an Mardochai allein sollte die Hand legen, denn sie hatten ihm das Volk Mardochais angesagt; sondern er trachtete, das Volk Mardochais, alle Juden, so im ganzen Königreich des Ahasveros waren, zu vertilgen.
Est 3:7 Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, ward das Pur, das ist das Los, geworfen vor Haman, von einem Tage auf den andern und von Monat zu Monat bis auf den zwölften, das ist der Monat Adar.
Est 3:8 Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es ist ein Volk, zerstreut in allen Ländern deines Königreichs, und ihr Gesetz ist anders denn aller Völker, und tun nicht nach des Königs Gesetzen; es ziemt dem König nicht, sie also zu lassen.
Est 3:9 Gefällt es dem König, so lasse er schreiben, dass man sie umbringe; so will ich zehntausend Zentner Silber darwägen unter die Hand der Amtleute, dass man's bringt in die Kammer des Königs.
Est 3:10 Da tat der König seinen Ring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hammadathas, dem Agagiter, der Juden Feind.
Est 3:11 Und der König sprach zu Haman: Das Silber sei dir gegeben, dazu das Volk, dass du damit tust, was dir gefällt.
Est 3:12 Da rief man die Schreiber des Königs am dreizehnten Tage des ersten Monats; und ward geschrieben, wie Haman befahl, an die Fürsten des Königs und zu den Landpflegern hin und her in den Ländern und zu den Hauptleuten eines jeglichen Volks in den Ländern hin und her, nach der Schrift eines jeglichen Volks und nach ihrer Sprache, im Namen des Königs Ahasveros und mit des Königs Ring versiegelt.
Est 3:13 Und die Briefe wurden gesandt durch die Läufer in alle Länder des Königs, zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Juden, jung und alt, Kinder und Weiber, auf einen Tag, nämlich auf den dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und ihr Gut zu rauben.
Est 3:14 Also war der Inhalt der Schrift: dass ein Gebot gegeben wäre in allen Ländern, allen Völkern zu eröffnen, dass sie auf denselben Tag bereit wären.
Est 3:15 Und die Läufer gingen aus eilend nach des Königs Wort, und zu Schloss Susan ward das Gebot angeschlagen. Und der König und Haman saßen und tranken; aber die Stadt Susan ward bestürzt.
Est 4:1 Da Mardochai erfuhr alles, was geschehen war, zerriss er seine Kleider und legte einen Sack an und Asche und ging hinaus mitten in die Stadt und schrie laut und kläglich.
Est 4:2 Und kam bis vor das Tor des Königs; denn es durfte niemand zu des Königs Tor eingehen, der einen Sack anhatte.
Est 4:3 Und in allen Ländern, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, war ein großes Klagen unter den Juden, und viele fasteten, weinten trugen Leid und lagen in Säcken und in der Asche.
Est 4:4 Da kamen die Dirnen Esthers und ihre Kämmerer und sagten's ihr an. Da erschrak die Königin sehr. Und sie sandte Kleider, dass Mardochai sie anzöge und den Sack von sich legte; aber er nahm sie nicht.
Est 4:5 Da rief Esther Hathach unter des Königs Kämmerern, der vor ihr stand, und gab ihm Befehl an Mardochai, dass sie erführe, was das wäre und warum er so täte.
Est 4:6 Da ging Hathach hinaus zu Mardochai in die Gasse der Stadt, die vor dem Tor des Königs war.
Est 4:7 Und Mardochai sagte ihm alles, was ihm begegnet wäre, und die Summe des Silbers, das Haman versprochen hatte in des Königs Kammer darzuwägen um der Juden willen, sie zu vertilgen,
Est 4:8 und gab ihm die Abschrift des Gebots, das zu Susan angeschlagen war, sie zu vertilgen, dass er's Esther zeigte und ihr ansagte und geböte ihr, dass sie zum König hineinginge und flehte zu ihm und täte eine Bitte an ihn um ihr Volk.
Est 4:9 Und da Hathach hineinkam und sagte Esther die Worte Mardochais,
Est 4:10 sprach Esther zu Hathach und gebot ihm an Mardochai:
Est 4:11 Es wissen alle Knechte des Königs und das Volk in den Landen des Königs, dass, wer zum König hineingeht inwendig in den Hof, er sei Mann oder Weib, der nicht gerufen ist, der soll stracks nach dem Gebot sterben; es sei denn, dass der König das goldene Zepter gegen ihn recke, damit er lebendig bleibe. Ich aber bin nun in dreißig Tagen nicht gerufen, zum König hineinzukommen.
Est 4:12 Und da die Worte Esthers wurden Mardochai angesagt,
Est 4:13 hieß Mardochai Esther wieder sagen: Gedenke nicht, dass du dein Leben errettest, weil du im Hause des Königs bist, vor allen Juden;
Est 4:14 denn wo du wirst zu dieser Zeit schweigen, so wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden entstehen, und du und deines Vaters Haus werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?
Est 4:15 Esther hieß Mardochai antworten:
Est 4:16 So gehe hin und versammle alle Juden, die zu Susan vorhanden sind, und fastet für mich, dass ihr nicht esset und trinket in drei Tagen, weder Tag noch Nacht; ich und meine Dirnen wollen auch also fasten. Und ich will zum König hineingehen wider das Gebot; komme ich um, so komme ich um.
Est 4:17 Mardochai ging hin und tat alles, was ihm Esther geboten hatte.
Est 5:1 Und am dritten Tage zog sich Esther königlich an und trat in den inneren Hof am Hause des Königs gegenüber dem Hause des Königs. Und der König saß auf seinem königlichen Stuhl im königlichen Hause, gegenüber der Tür des Hauses.
Est 5:2 Und da der König sah Esther, die Königin, stehen im Hofe, fand sie Gnade vor seinen Augen. Und der König reckte das goldene Zepter in seiner Hand gegen Esther. Da trat Esther herzu und rührte die Spitze des Zepters an.
Est 5:3 Da sprach der König zu ihr: Was ist dir, Esther, Königin? und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs soll dir gegeben werden.
Est 5:4 Esther sprach: Gefällt es dem König, so komme der König und Haman heute zu dem Mahl, das ich zugerichtet habe.
Est 5:5 Der König sprach: Eilet, dass Haman tue, was Esther gesagt hat! Da nun der König und Haman zu dem Mahl kamen, das Esther zugerichtet hatte,
Est 5:6 sprach der König zu Esther, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Esther? Es soll dir gegeben werden. Und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen.
Est 5:7 Da antwortete Esther und sprach: Meine Bitte und Begehr ist:
Est 5:8 Habe ich Gnade gefunden vor dem König, und so es dem König gefällt mir zu geben eine Bitte und zu tun mein Begehren, so komme der König und Haman zu dem Mahl, das ich für sie zurichten will; so will ich morgen Tun, was der König gesagt hat.
Est 5:9 Da ging Haman des Tages hinaus fröhlich und gutes Muts. Und da er sah Mardochai im Tor des Königs, dass er nicht aufstand noch sich vor ihm bewegte, ward er voll Zorns über Mardochai.
Est 5:10 Aber er hielt an sich. Und da er heimkam, sandte er hin und ließ holen seine Freunde und sein Weib Seres
Est 5:11 und zählte ihnen auf die Herrlichkeit seines Reichtums und die Menge seiner Kinder und alles, wie ihn der König so groß gemacht hätte und dass er über die Fürsten und Knechte des Königs erhoben wäre.
Est 5:12 Auch sprach Haman: Und die Königin Esther hat niemand kommen lassen mit dem König zum Mahl, das sie zugerichtet hat, als mich; und ich bin morgen auch zu ihr geladen mit dem König.
Est 5:13 Aber an dem allem habe ich keine Genüge, solange ich sehe den Juden Mardochai am Königstor sitzen.
Est 5:14 Da sprachen zu ihm sein Weib Seres und alle Freunde: Man mache einen Baum, fünfzig Ellen hoch, und morgen sage dem König, dass man Mardochai daran hänge; so kommst du mit dem König fröhlich zum Mahl. Das gefiel Haman wohl, und er ließ einen Baum zurichten.
Est 6:1 In derselben Nacht konnte der König nicht schlafen und hieß die Chronik mit den Historien bringen. Da die wurden vor dem König gelesen,
Est 6:2 fand sich's geschrieben, wie Mardochai hatte angesagt, dass die zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die an der Schwelle hüteten, getrachtet hätten, die Hand an den König Ahasveros zu legen.
Est 6:3 Und der König sprach: Was haben wir Mardochai Ehre und Gutes dafür getan? Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Es ist ihm nichts geschehen.
Est 6:4 Und der König sprach: Wer ist im Hofe? Haman aber war in den Hof gegangen, draußen vor des Königs Hause, dass er dem König sagte, Mardochai zu hängen an den Baum, den er zubereitet hatte.
Est 6:5 Und des Königs Diener sprachen zu ihm: Siehe, Haman steht im Hofe. Der König sprach: Lasst ihn hereingehen!
Est 6:6 Und da Haman hineinkam, sprach der König zu ihm: Was soll man dem Mann tun, den der König gerne wollte ehren? Haman aber gedachte in seinem Herzen: Wem sollte der König anders gern wollen Ehre tun denn mir?
Est 6:7 Und Haman sprach zum König: Dem Mann, den der König gerne wollte ehren,
Est 6:8 soll man königliche Kleider bringen, die der König pflegt zu tragen, und ein Ross, darauf der König reitet, und soll eine königliche Krone auf sein Haupt setzen;
Est 6:9 und man soll solch Kleid und Ross geben in die Hand eines Fürsten des Königs, dass derselbe den Mann anziehe, den der König gern ehren wollte, und führe ihn auf dem Ross in der Stadt Gassen und lasse rufen vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
Est 6:10 Der König sprach zu Haman: Eile und nimm das Kleid und Ross, wie du gesagt hast, und tu also mit Mardochai, dem Juden, der vor dem Tor des Königs sitzt; und lass nichts fehlen an allem, was du geredet hast!
Est 6:11 Da nahm Haman das Kleid und Ross und zog Mardochai an und führte ihn auf der Stadt Gassen und rief vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
Est 6:12 Und Mardochai kam wieder an das Tor des Königs. Haman aber eilte nach Hause, trug Leid mit verhülltem Kopf
Est 6:13 und erzählte seinem Weibe Seres und seinen Freunden allen alles, was ihm begegnet war. Da sprachen zu ihm seine Weisen und sein Weib Seres: Ist Mardochai vom Geschlecht der Juden, vor dem du zu fallen angehoben hast, so vermagst du nichts an ihm, sondern du wirst vor ihm fallen.
Est 6:14 Da sie aber noch mit ihm redeten, kamen herbei des Königs Kämmerer und trieben Haman, zum Mahl zu kommen, das Esther zugerichtet hatte.
Est 7:1 Und da der König mit Haman kam zum Mahl, das die Königin Esther zugerichtet hatte,
Est 7:2 sprach der König zu Esther auch des andern Tages, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Königin Esther, dass man's dir gebe? Und was forderst du? Auch das halbe Königreich, es soll geschehen.
Est 7:3 Esther, die Königin, antwortete und sprach: habe ich Gnade vor dir gefunden, o König, und gefällt es dem König, so gib mir mein Leben um meiner Bitte willen und mein Volk um meines Begehrens willen.
Est 7:4 Denn wir sind verkauft, ich und mein Volk, dass wir vertilgt, erwürgt und umgebracht werden. Und wären wir doch nur zu Knechten und Mägden verkauft, so wollte ich schweigen; so würde der Feind doch dem König nicht schaden.
Est 7:5 Der König Ahasveros redete und sprach zu der Königin Esther: Wer ist der, oder wo ist der, der solches in seinen Sinn nehmen dürfe, also zu tun?
Est 7:6 Esther sprach: Der Feind und Widersacher ist dieser böse Haman. Haman entsetzte sich vor dem König und der Königin.
Est 7:7 Und der König stand auf vom Mahl und vom Wein in seinem Grimm und ging in den Garten am Hause. Und Haman stand auf und bat die Königin Esther um sein Leben; denn er sah, dass ihm ein Unglück vom König schon bereitet war.
Est 7:8 Und da der König wieder aus dem Garten am Hause in den Saal, da man gegessen hatte, kam, lag Haman an der Bank, darauf Esther saß. Da sprach der König: Will er auch der Königin Gewalt tun bei mir im Hause? Da das Wort aus des Königs Munde ging, verhüllten sie Haman das Antlitz.
Est 7:9 Und Harbona, der Kämmerer einer vor dem König, sprach: Siehe, es steht ein Baum im Hause Haman, fünfzig Ellen hoch, den er Mardochai gemacht hatte, der Gutes für den König geredet hat. Der König sprach: Lasst ihn daran hängen!
Est 7:10 Also hängte man Haman an den Baum, den er Mardochai gemacht hatte. Da legte sich des Königs Zorn.
Est 8:1 An dem Tage gab der König Ahasveros der Königin Esther das Haus Hamans, des Judenfeindes. Und Mardochai kam vor den König; denn Esther sagte an, wie er ihr zugehörte.
Est 8:2 Und der König tat ab von seinem Fingerreif, den er von Haman hatte genommen, und gab ihn Mardochai. Und Esther setzte Mardochai über das Haus Hamans.
Est 8:3 Und Esther redete weiter vor dem König und fiel ihm zu den Füßen und weinte und flehte ihn an, dass er zunichte machte die Bosheit Hamans, des Agagiters, und seine Anschläge, die er wider die Juden erdacht hatte.
Est 8:4 Und der König reckte das goldene Zepter gegen Esther. Da stand Esther auf und trat vor den König
Est 8:5 und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm und ist's gelegen dem König und ich gefalle ihm, so schreibe man, dass die Briefe Hamans, des Sohnes Hammedathas, des Agagiters, widerrufen werden, die er geschrieben hat, die Juden umzubringen in allen Landen des Königs.
Est 8:6 Denn wie kann ich zusehen dem Übel, das mein Volk treffen würde? Und wie kann ich zusehen, dass mein Geschlecht umkomme?
Est 8:7 Da sprach der König Ahasveros zur Königin Esther und zu Mardochai, dem Juden: Siehe, ich habe Esther das Haus Hamans gegeben, und ihn hat man an einen Baum gehängt, darum dass er seine Hand hat an die Juden gelegt;
Est 8:8 so schreibt ihr nun für die Juden, wie es euch gefällt, in des Königs Namen und versiegelt's mit des Königs Ringe. Denn die Schriften, die in des Königs Namen geschrieben und mit des Königs Ring versiegelt wurden, durfte niemand widerrufen.
Est 8:9 Da wurden berufen des Königs Schreiber zu der Zeit im dritten Monat, das ist der Monat Sivan, am dreiundzwanzigsten Tage, und wurde geschrieben, wie Mardochai gebot, an die Juden und an die Fürsten, Landpfleger und Hauptleute in den Landen von Indien bis an das Mohrenland, nämlich hundert und siebenundzwanzig Länder, einem jeglichen Lande nach seiner Schrift, einem jeglichen Volk nach seiner Sprache, und den Juden nach ihrer Schrift und Sprache.
Est 8:10 Und es war geschrieben in des Königs Ahasveros Namen und mit des Königs Ring versiegelt. Und er sandte die Briefe durch die reitenden Boten auf jungen Maultieren,
Est 8:11 darin der König den Juden Macht gab, in welchen Städten sie auch waren, sich zu versammeln und zu stehen für ihr Leben und zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Macht des Volkes und Landes, die sie ängsteten, samt den Kindern und Weibern, und ihr Gut zu rauben
Est 8:12 auf einen Tag in allen Ländern des Königs Ahasveros, nämlich am dreizehnten Tage des zwölften Monats, das ist der Monat Adar.
Est 8:13 Der Inhalt aber der Schrift war, dass ein Gebot gegeben wäre in allen Landen, zu eröffnen allen Völkern, dass die Juden bereit sein sollten, sich zu rächen an ihren Feinden.
Est 8:14 Und die reitenden Boten auf den Maultieren ritten aus schnell und eilend nach dem Wort des Königs, und das Gebot ward zu Schloss Susan angeschlagen.
Est 8:15 Mardochai aber ging aus von dem König in königlichen Kleidern, blau und weiß, und mit einer großen goldenen Krone, angetan mit einem Leinen- und Purpurmantel; und die Stadt Susan jauchzte und war fröhlich.
Est 8:16 Den Juden aber war Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen.
Est 8:17 Und in allen Landen und Städten, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Wohlleben und gute Tage, dass viele aus den Völkern im Lande Juden wurden; denn die Furcht vor den Juden war über sie gekommen.
Est 9:1 Im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tag, den des Königs Wort und Gebot bestimmt hatte, dass man's tun sollte, ebendesselben Tages, da die Feinde der Juden hofften, sie zu überwältigen, wandte sich's, dass die Juden ihre Feinde überwältigen sollten.
Est 9:2 Da versammelten sich die Juden in ihren Städten in allen Landen des Königs Ahasveros, dass sie die Hand legten an die, so ihnen übel wollten. Und niemand konnte ihnen widerstehen; denn ihre Furcht war über alle Völker gekommen.
Est 9:3 Auch alle Obersten in den Landen und Fürsten und Landpfleger und Amtleute des Königs halfen den Juden; denn die Furcht vor Mardochai war über sie gekommen.
Est 9:4 Denn Mardochai war groß im Hause des Königs, und sein Gerücht erscholl in allen Ländern, wie er zunähme und groß würde.
Est 9:5 Also schlugen die Juden an allen ihren Feinden eine Schwertschlacht und würgten und raubten und brachten um und taten nach ihrem Willen an denen, die ihnen feind waren.
Est 9:6 Und zu Schloss Susan erwürgten die Juden und brachten um fünfhundert Mann;
Est 9:7 dazu erwürgten sie Parsandatha, Dalphon, Aspatha,
Est 9:8 Poratha, Adalja, Aridatha,
Est 9:9 Parmastha, Arisai, Aridai, Vajesatha,
Est 9:10 die zehn Söhne Hamans, des Sohne Hammedathas, des Judenfeindes. Aber an die Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:11 Zu derselben Zeit kam die Zahl der Erwürgten zu Schloss Susan vor den König.
Est 9:12 Und der König sprach zu der Königin Esther: Die Juden haben zu Schloss Susan fünfhundert Mann erwürgt und umgebracht und die zehn Söhne Hamans; was werden sie tun in den andern Ländern des Königs? was bittest du, dass man dir gebe? und was forderst du mehr, dass man tue?
Est 9:13 Esther sprach: Gefällt's dem König, so lasse er auch morgen die Juden tun nach dem heutigen Gebot, und die zehn Söhne Hamans soll man an den Baum hängen.
Est 9:14 Und der König hieß also tun. Und das Gebot ward zu Susan angeschlagen, und die zehn Söhne Haman wurden gehängt.
Est 9:15 Und die Juden zu Susan versammelten sich auch am vierzehnten Tage des Monats Adar und erwürgten zu Susan dreihundert Mann; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:16 Aber die andern Juden in den Ländern des Königs kamen zusammen und standen für ihr Leben, dass sie Ruhe schafften vor ihren Feinden, und erwürgten ihrer Feinde fünfundsiebzigtausend; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:17 Das geschah am dreizehnten Tage des Monats Adar, und sie ruhten am vierzehnten Tage desselben Monats; den machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
Est 9:18 Aber die Juden zu Susan waren zusammengekommen am dreizehnten und am vierzehnten Tage und ruhten am fünfzehnten Tag; und den Tag machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
Est 9:19 Darum machten die Juden, die auf den Dörfern und Flecken wohnten, den vierzehnten Tag des Monats Adar zum Tag des Wohllebens und der Freude, und sandte einer dem andern Geschenke.
Est 9:20 Und Mardochai schrieb diese Geschichten auf und sandte Briefe an alle Juden, die in den Landen des Königs Ahasveros waren, nahen und fernen,
Est 9:21 dass sie annähmen und hielten den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar jährlich,
Est 9:22 nach den Tagen, darin die Juden zur Ruhe gekommen waren von ihren Feinden und nach dem Monat, darin ihre Schmerzen in Freude und ihr Leid in gute Tage verkehrt war; dass sie dieselben halten sollten als Tage des Wohllebens und der Freude und einer dem andern Geschenke schicken und den Armen mitteilen.
Est 9:23 Und die Juden nahmen's an, was sie angefangen hatten zu tun und was Mardochai an sie schrieb:
Est 9:24 wie Haman, der Sohn Hammedathas, der Agagiter, aller Juden Feind, gedacht hatte, alle Juden umzubringen, und das Pur, das ist das Los, werfen lassen, sie zu erschrecken und umzubringen;
Est 9:25 und wie Esther zum König gegangen war und derselbe durch Briefe geboten hatte, dass seine bösen Anschläge, die er wider die Juden gedacht, auf seinen Kopf gekehrt würden; und wie man ihn und seine Söhne an den Baum gehängt hatte.
Est 9:26 Daher sie diese Tage Purim nannten nach dem Namen des Loses. Und nach allen Worten dieses Briefes und dem, was sie selbst gesehen hatten und was an sie gelangt war,
Est 9:27 richteten die Juden es auf und nahmen's auf sich und auf ihre Nachkommen und auf alle, die sich zu ihnen taten, dass sie nicht unterlassen wollten, zu halten diese zwei Tage jährlich, wie die vorgeschrieben und bestimmt waren;
Est 9:28 dass diese Tage nicht vergessen, sondern zu halten seien bei Kindeskindern, bei allen Geschlechtern, in allen Ländern und Städten. Es sind die Tage Purim, welche nicht sollen übergangen werden unter den Juden, und ihr Gedächtnis soll nicht umkommen bei ihren Nachkommen.
Est 9:29 Und die Königin Esther, die Tochter Abihails, und Mardochai, der Jude, schrieben mit ganzem Ernst, um es zu bestätigen, diesen zweiten Brief von Purim;
Est 9:30 und er sandte die Briefe zu allen Juden in den hundert und siebenundzwanzig Ländern des Königreichs des Ahasveros mit freundlichen und treuen Worten:
Est 9:31 dass sie annähmen die Tage Purim auf die bestimmte Zeit, wie Mardochai, der Jude, über sie bestätigt hatte und die Königin Esther, und wie sie für sich selbst und ihre Nachkommen bestätigt hatten die Geschichte der Fasten und ihres Schreiens.
Est 9:32 Und Esther befahl, die Geschichte dieser Purim zu bestätigen. Und es ward in ein Buch geschrieben.
Est 10:1 Und der König Ahasveros legte Zins aufs Land und auf die Inseln im Meer.
Est 10:2 Aber alle Werke seiner Gewalt und Macht und die große Herrlichkeit Mardochais, die ihm der König gab, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige in Medien und Persien.
Est 10:3 Denn Mardochai, der Jude, war der nächste nach dem König Ahasveros und groß unter den Juden und angenehm unter der Menge seiner Brüder, der für sein Volk Gutes suchte und redete das Beste für sein ganzes Geschlecht.