22856#Zefanja,1,1#1. DAS Wort des Herrn, das an Zephanja erging, den Sohn Chusis, des Sohnes Gedaljas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Hiskias, in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda. -2.Kön. 22,1.
22857#Zefanja,1,2#2. Wegraffen will ich alles vom Angesichte der Erde, spricht der Herr.
22858#Zefanja,1,3#3. Wegraffen will ich Menschen und Vieh, wegraffen die Vögel des Himmels und die Fische im Meer. Zu Falle will ich bringen die Gottlosen, ausrotten die Menschen vom Angesichte der Erde, spricht der Herr. -Hos. 4,3.
22859#Zefanja,1,4#4. Ich recke meine Hand aus wider Juda und wider alle Bewohner Jerusalems und tilge weg von dieser Stätte den Namen Baals und den Namen der Götzenpriester -2.Kön. 23,5.
22860#Zefanja,1,5#5. samt denen, die sich niederwerfen auf den Dächern vor dem Heer des Himmels, und denen, die sich niederwerfen vor dem Herrn und doch bei Milkom schwören, -1.Kön. 11,5; Jer. 19,13.
22861#Zefanja,1,6#6. samt denen, die dem Herrn den Rücken kehren, die den Herrn nicht suchen und nicht nach ihm fragen. -Jes. 1,4.
22862#Zefanja,1,7#7. Stille vor Gott dem Herrn! Denn der Tag des Herrn ist nahe. Ja, der Herr hat ein Schlachtopfer zugerichtet, seine Geladenen geweiht. -Jes. 34,6; Jer. 46,10; Hab. 2,20; Sach. 2,13.
22863#Zefanja,1,8#8. Und an dem Tage des Schlachtopfers des Herrn suche ich heim die Fürsten, auch die Königssöhne und alle, die sich kleiden in fremdländische Kleider. -2.Kön. 25,7.18-21.
22864#Zefanja,1,9#9. An jenem Tage suche ich auch heim alle, die über die Schwelle springen, die das Haus ihres Herrn mit Gewalttat und Trug anfüllen. -1.Sam. 5,5.
22865#Zefanja,1,10#10. An jenem Tage, spricht der Herr, wird Geschrei erschallen vom Fischtor her und Geheul aus der Neustadt und lautes Krachen von den Hügeln.
22866#Zefanja,1,11#11. Heulet, die ihr in der Mulde wohnt! denn dahin ist alles Krämervolk; alle, die Silber darwägen, sind ausgerottet.
22867#Zefanja,1,12#12. Zu jener Zeit will ich Jerusalem absuchen mit der Leuchte und heimsuchen die Menschen, die auf ihren Hefen erstarrt sind, die da sprechen in ihrem Herzen: «Der Herr tut weder Gutes noch Böses.» -Jer. 5,1; 6,9.
22868#Zefanja,1,13#13. Ihre Güter sollen zum Raub und ihre Häuser zur Wüste werden. Bauen sie Häuser, sie werden nicht darin wohnen; und pflanzen sie Weinberge, sie werden den Wein davon nicht trinken. -5.Mo. 28,30.39; Amos 5,11.
22869#Zefanja,1,14#14. Nahe ist der grosse Tag des Herrn, nahe ist er und eilt gar schnell. Horch, der Tag des Herrn, der bittre - da schreit auch der Held. -Joel 1,15; 2,1.2.11; Amos 4,16; 5,18.
22870#Zefanja,1,15#15. Ein Tag des Zorns ist jener Tag, ein Tag der Drangsal und Angst, ein Tag der Öde und Verödung, ein Tag des Dunkels und der Finsternis, ein Tag der Wolken und der Nacht,
22871#Zefanja,1,16#16. ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis wider die festen Städte und wider die hohen Zinnen.
22872#Zefanja,1,17#17. Da will ich die Menschen ängstigen, dass sie umhergehen wie die Blinden, weil sie wider den Herrn gesündigt haben. Ihr Blut soll ausgeschüttet werden wie Staub und ihr Fleisch wie Kot.
22873#Zefanja,1,18#18. Auch ihr Silber und ihr Gold vermag nicht, sie zu retten am Zornestage des Herrn, wenn vom Feuer seines Eiferns die ganze Erde verzehrt wird; denn Vernichtung, ja jähes Verderben bereitet er allen Bewohnern der Erde. -Zeph. 3,8; Hes. 7,19.
22874#Zefanja,2,1#1. Nehmt euch zusammen und sammelt euch, du zuchtloses Volk,
22875#Zefanja,2,2#2. ehe ihr werdet wie zerstiebende Spreu, ehe über euch kommt die Zornglut des Herrn, ehe über euch kommt der Zornestag des Herrn. -Hiob 21,18; Ps. 1,4; 35,5.
22876#Zefanja,2,3#3. Suchet den Herrn, ihr Demütigen alle im Lande, die ihr nach seinem Gebote tut; trachtet nach Gerechtigkeit, trachtet nach Demut, vielleicht werdet ihr geborgen am Zornestage des Herrn. -Amos 5,15.
22877#Zefanja,2,4#4. Denn Gaza wird verödet sein und Askalon zur Wüste werden; (die Bewohner von) Asdod wird man am hellen Mittag vertreiben, und Ekron wird von Grund aus zerstört. -Jer. 47.
22878#Zefanja,2,5#5. Wehe euch, die ihr den Strich am Meere bewohnt, du Volk der Kreter-1-! Über euch ergeht das Wort des Herrn: Kanaan, Land der Philister, ich will dich verderben, dass niemand mehr in dir wohnt. -1) V. 5-6: nach mehrfacher Überlieferung stammten die Philister von der Insel Kreta.
22879#Zefanja,2,6#6. Und es soll das Kreterland zu Weiden der Hirten und zu Hürden der Schafe werden;
22880#Zefanja,2,7#7. und der Strich am Meere wird dem Rest des Hauses Juda zufallen. Am Meere werden sie weiden, am Abend in den Häusern von Askalon lagern; denn der Herr, ihr Gott, wird sich ihrer annehmen und ihr Geschick wenden.
22881#Zefanja,2,8#8. Ich habe das Höhnen Moabs gehört und die Lästerworte der Ammoniter, wie sie mein Volk verhöhnt und grossgetan haben wider sein Gebiet. -Jer. 48,29; Hes. 25,8.
22882#Zefanja,2,9#9. Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: So wahr ich lebe, so gewiss soll Moab wie Sodom werden und die Ammoniter wie Gomorrha, ein Besitz der Nesseln, eine Salzgrube und eine Wüste auf immer. Die Übriggebliebenen meines Volkes werden sie ausplündern, und der Rest der Meinen wird sie beerben. -1.Mo. 19,24.
22883#Zefanja,2,10#10. Dies widerfährt ihnen für ihren Hochmut, weil sie gehöhnt und grossgetan wider das Volk des Herrn der Heerscharen.
22884#Zefanja,2,11#11. Furchtbar ist der Herr über ihnen; denn er wird alle Götter auf Erden vertilgen, und es werden ihn alle Gestade der Heiden anbeten, ein jeglicher von seiner Stätte aus. -Jes. 42,4; 51,5.
22885#Zefanja,2,12#12. Auch ihr, Äthiopier, werdet erschlagen von seinem Schwert.
22886#Zefanja,2,13#13. Darnach wird er seine Hand gegen Norden recken und wird Assur verderben, wird Ninive zur Einöde machen und dürr wie die Wüste. -Nah. 1,14.
22887#Zefanja,2,14#14. Und mitten darin werden Herden lagern, allerlei Tiere des Feldes; ihre Säulenknäufe werden zu Schlupfwinkeln für Rohrdommel und Igel. Die Eule wird im Fenster singen und der Rabe auf der Schwelle. -Jes. 13,21; 34,11.
22888#Zefanja,2,15#15. Das ist die fröhliche Stadt, die so sicher thronte, die in ihrem Herzen sprach: «Ich bin's und niemand sonst.» Wie ist sie zur Wüste geworden, zum Lager der Tiere! Wer an ihr vorübergeht, zischt sie aus und schüttelt (höhnisch) die Hand. -Jes. 47,8.
22889#Zefanja,3,1#1. WEHE der widerspenstigen und befleckten, der gewalttätigen Stadt!
22890#Zefanja,3,2#2. Sie hört auf nichts, sie nimmt keine Zucht an; auf den Herrn vertraut sie nicht, und ihrem Gott naht sie sich nicht.
22891#Zefanja,3,3#3. Die Fürsten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen, ihre Richter sind Wölfe am Abend, die nichts auf den Morgen sparen. -Hes. 22,27.
22892#Zefanja,3,4#4. Ihre Propheten flunkern und sind Betrüger; ihre Priester entweihen das Heilige, sie tun dem Gesetze Gewalt an. -Jer. 6,13; 23,11.32; Hes. 22,26; Mi. 3,11.
22893#Zefanja,3,5#5. Der Herr ist gerecht in ihrer Mitte, er tut nichts Unrechtes. Alle Morgen hält er seine Ordnung ein, sein Licht bleibt nicht aus; aber der Ungerechte weiss nichts von Scham. -5.Mo. 32,4.
22894#Zefanja,3,6#6. Ich habe Völker ausgerottet; ihre Zinnen sind zerstört. Ich habe ihre Strassen verödet, kein Wanderer geht darauf. Ihre Städte sind verheert, menschenleer, ohne Bewohner.
22895#Zefanja,3,7#7. Ich dachte: Nun wird sie mich gewiss fürchten, wird Zucht annehmen, und nicht wird ihr aus den Augen schwinden, was ich ihr alles geboten habe - aber wahrlich, sie sind voll Eifers, lauter Böses zu tun.
22896#Zefanja,3,8#8. Darum harret auf mich, spricht der Herr, auf den Tag, da ich als Zeuge aufstehe. Denn mir kommt es zu, Völker zu sammeln und Königreiche zusammenzubringen, um meinen Grimm über sie auszuschütten, die ganze Glut meines Zorns; denn durch das Feuer meines Eiferns soll die ganze Erde verzehrt werden. -Zeph. 1,18.
22897#Zefanja,3,9#9. Denn alsdann will ich den Völkern andre, reine Lippen geben, dass sie alle den Namen des Herrn anrufen, ihm einträchtig dienen.
22898#Zefanja,3,10#10. Von jenseits der Ströme Äthiopiens werden sie mir Speisopfer bringen. -Ps. 68,32; Jes. 60,3.6; 66,20.
22899#Zefanja,3,11#11. An jenem Tage wirst du nicht zuschanden werden wegen all deiner Taten, durch die du dich an mir vergangen hast; denn ich will alsdann aus dir entfernen deine stolzen Prahler, und du wirst dich nicht mehr überheben auf meinem heiligen Berge.
22900#Zefanja,3,12#12. Und ich werde in dir übriglassen ein demütiges und geringes Volk, und es wird beim Namen des Herrn Schutz suchen
22901#Zefanja,3,13#13. der Rest Israels. Sie werden kein Unrecht tun, noch Lügen reden; in ihrem Munde wird keine trügerische Zunge gefunden werden, sondern sie werden weiden und sich lagern, ohne dass jemand sie aufschreckt.
22902#Zefanja,3,14#14. Juble, Tochter Zion, jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! -Jes. 12,6; Sach. 9,9.
22903#Zefanja,3,15#15. Der Herr hat deine Widersacher hinweggenommen, hat weggefegt deine Feinde. König ist der Herr in deiner Mitte, du sollst kein Unglück mehr erfahren.
22904#Zefanja,3,16#16. An jenem Tage wird man zu Jerusalem sagen: «Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken!
22905#Zefanja,3,17#17. Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Sieg schafft. Er jubelt über dich in Freude, erneuert dich in seiner Liebe, jauchzt über dich mit Frohlocken
22906#Zefanja,3,18#18. wie am festlichen Tage.» Ich schaffe weg von dir die Schmach und entferne die Schande, die auf dir lastet.
22907#Zefanja,3,19#19. Siehe, ich mache den Garaus all deinen Bedrückern zu jener Zeit, doch ich will erretten, was hinkt, und was versprengt ist, will ich sammeln, will sie zu Ruhm und Ehren bringen in aller Welt. -Mi. 4,6.7.
22908#Zefanja,3,20#20. Zu jener Zeit will ich euch heimbringen, zu jener Zeit will ich euch sammeln; denn ich will euch zu Ruhm und Ehren bringen bei allen Völkern der Erde, wenn ich euer Geschick wende vor euren Augen, spricht der Herr.

22800#Habakuk,1,1#1. DER Ausspruch, den der Prophet Habakuk (in einem Gesichte) geschaut hat.
22801#Habakuk,1,2#2. Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht! schreie ich zu dir über Gewalt, und du kommst nicht zu Hilfe!
22802#Habakuk,1,3#3. Warum lässest du mich Unrecht sehen und muss ich Unheil schauen? warum ist Bedrückung und Gewalttat vor meinen Augen und Streit und Hader?
22803#Habakuk,1,4#4. Darum erschlafft das Gesetz, und das Recht kommt nimmermehr auf; denn der Gottlose umringt den Gerechten, und das Recht wird verkehrt.
22804#Habakuk,1,5#5. Seht hin unter die Völker und schaut, starret und staunt! Denn ich tue ein Werk in euren Tagen - ihr glaubtet es nicht, würde es erzählt.
22805#Habakuk,1,6#6. Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, das grausame, ungestüme Volk, das in die Fernen der Erde zieht, Wohnungen einzunehmen, die nicht sein sind.
22806#Habakuk,1,7#7. Schrecklich und furchtbar ist es. Von ihm geht das Gericht aus.
22807#Habakuk,1,8#8. Schneller als Panther sind seine Rosse, und seine Reiter grimmiger als Wölfe am Abend; von fernher kommen sie geflogen wie der Adler, der zum Frasse eilt. -5.Mo. 28,49.
22808#Habakuk,1,9#9. Sie kommen alle, Gewalt zu üben, ihr Angesicht richtend wider den Osten, und sammeln Gefangene wie Sand.
22809#Habakuk,1,10#10. Sie spotten der Könige, und Fürsten sind ihnen ein Gelächter; sie lachen jeder Feste, schütten Erde auf und nehmen sie ein.
22810#Habakuk,1,11#11. Dann wirbeln sie dahin wie der Wind und ziehen weiter und machen ihre Kraft zu ihrem Gott.
22811#Habakuk,1,12#12. Bist nicht du, o Herr, von Urzeit her mein heiliger Gott? Wir werden nicht sterben. Herr, du hast sie zum Gerichte bestellt und als Boten zur Strafe verordnet. -Jes. 10,5.
22812#Habakuk,1,13#13. Deine Augen sind zu rein, als dass sie Böses ansehen könnten, und dem Argen vermagst du nicht zuzuschauen. Warum siehst du denn den Treulosen zu und schweigst, wenn der Gottlose den Gerechten verschlingt, -Ps. 5,5.
22813#Habakuk,1,14#14. wenn er den Menschen tut wie den Fischen im Meer, wie dem Gewürm, das keinen Herrscher hat?
22814#Habakuk,1,15#15. Alles holt er mit der Angel herauf, schleppt es mit seinem Netz und sammelt es in seinem Garn; darob freut er sich und frohlockt.
22815#Habakuk,1,16#16. Darum opfert er seinem Netze und räuchert seinem Garn; denn durch sie wird ihm sein reichlich Teil und ein fettes Mahl.
22816#Habakuk,1,17#17. Soll er denn ewig sein Schwert zücken und ohne Unterlass die Völker schonungslos würgen?
22817#Habakuk,2,1#1. AUF meine Warte will ich treten, auf den Turm mich stellen, will spähen und schauen, was er mit mir reden und was er antworten wird auf meinen Vorhalt. -Jes. 21,8; Hes. 33,7.
22818#Habakuk,2,2#2. Da antwortete mir der Herr und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie ein auf Tafeln, dass man sie geläufig lesen kann. -Jes. 30,8.
22819#Habakuk,2,3#3. Denn noch ist der Offenbarung ihre Frist gesetzt, doch sie drängt zum Ende und trügt nicht. Wenn sie verzieht, so harre darauf! Denn sie kommt gewiss und bleibt nicht aus. -2.Petr. 3,9.
22820#Habakuk,2,4#4. «Siehe, der Ungerechte - seine Seele verschmachtet in ihm; der Gerechte aber wird kraft seiner Treue (gegen Gott) am Leben bleiben.» -Röm. 1,17; Gal. 3,11; Hebr. 10,38.
22821#Habakuk,2,5#5. Wehe dem treulosen Verächter, dem stolzen Mann, der nie genug hat, der seinen gierigen Schlund weit aufsperrt wie die Unterwelt und unersättlich ist wie der Tod, der zu sich sammelt alle Völker und um sich vereinigt alle Nationen!
22822#Habakuk,2,6#6. Werden sie nicht alle einen Spruch über ihn anheben, im Hohngedicht auf ihn anspielen und sprechen: Wehe dem, der aufhäuft, was nicht sein ist - wie lange noch? - und schwere Schuldenlast sich auflädt!
22823#Habakuk,2,7#7. Werden nicht plötzlich deine Gläubiger aufstehen und deine Peiniger erwachen, dass du ihnen zum Raube wirst?
22824#Habakuk,2,8#8. Weil du viele Völker ausgeraubt hast, werden die übrigen Völker alle dich ausrauben um der Blutschuld an den Menschen willen und wegen der Gewalttat an der Erde, an der Stadt und allen, die darin wohnen. -Jes. 33,1.
22825#Habakuk,2,9#9. Wehe dem, der bösen Gewinn einheimst in sein Haus, um in der Höhe sein Nest zu bauen, um sich zu retten aus der Hand des Unheils!
22826#Habakuk,2,10#10. Du hast beschlossen, was deinem Hause Schande bringt: viele Völker hast du vernichtet, deiner eignen Seele zur Sünde.
22827#Habakuk,2,11#11. Ja, der Stein in der Mauer schreit, und der Balken im Holzwerk antwortet ihm. -Lk. 19,40.
22828#Habakuk,2,12#12. Wehe dem, der eine Stadt mit Blut baut und eine Burg auf Unrecht gründet! -Mi. 3,10.
22829#Habakuk,2,13#13. Kommt nicht vom Herrn der Heerscharen das Wort: «Völker arbeiten fürs Feuer, und Nationen mühen sich ab für nichts»? -Jer. 51,58.
22830#Habakuk,2,14#14. Denn die Erde wird voll werden der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, wie das Meer von Wassern bedeckt ist. -Jes. 11,9.
22831#Habakuk,2,15#15. Wehe dem, der den andern seinen Zorn zu trinken gibt und aus der Schale seines Grimms sie berauscht, um ihre Blösse zu schauen! -Jes. 51,17.
22832#Habakuk,2,16#16. So trinke nun auch du und taumle! An dich kommt nun der Becher in der Rechten des Herrn; du sollst satt werden an Schmach statt an Ehre. -Jer. 25,15-31.
22833#Habakuk,2,17#17. Denn der Frevel am Libanon wird auf dir lasten, und die Vernichtung der Tiere wird dich erdrücken um der Blutschuld an den Menschen willen und wegen der Gewalttat an der Erde, an der Stadt und allen, die darin wohnen. -Jes. 14,8; 37,24.
22834#Habakuk,2,18#18. -1-Was hilft denn das Schnitzbild, dass der Meister es schnitzt, das Gussbild und Lügenorakel, dass der Meister darauf vertraut und stumme Götzen macht? -Jes. 44,10. 1) V. 18-20: Versreihenfolge in Originalüs: 19, 18, 20.
22835#Habakuk,2,19#19. Wehe dem, der zum Holz spricht: «Erwache!» und zum stummen Stein: «Stehe auf!» Dergleichen sollte weissagen? Es ist ja gefasst in Silber und Gold, und keinerlei Odem ist in ihm.
22836#Habakuk,2,20#20. Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel - stille vor ihm, alle Welt! -Ps. 11,4; Zeph. 1,7; Sach. 2,13.
22837#Habakuk,3,1#1. GEBET des Propheten Habakuk.
22838#Habakuk,3,2#2. O Herr, ich habe Kunde von dir vernommen, habe dein Tun geschaut, o Herr! Inmitten der Jahre lass es werden, inmitten der Jahre tue dich kund, im Zorn sei eingedenk des Erbarmens!
22839#Habakuk,3,3#3. Gott kommt von Theman her, der Heilige vom Gebirge Paran. Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und die Erde ist voll seines Ruhmes. -5.Mo. 33,2.
22840#Habakuk,3,4#4. Sein Glanz erscheint wie das Licht, Strahlen ihm zur Seite; er macht sie zur Hülle seiner Herrlichkeit.
22841#Habakuk,3,5#5. Vor ihm her geht die Pest, und die Seuche folgt ihm auf dem Fuss. -2.Mo. 9,3; 2.Sam. 24,15.
22842#Habakuk,3,6#6. Er tritt auf und macht die Erde erbeben, er schaut hin und macht die Völker auffahren. Es zerbersten die ewigen Berge, es versinken die Hügel der Vorzeit, seine ewigen Bahnen. -Ps. 68,9.
22843#Habakuk,3,7#7. Dem Unheil verfallen sehe ich die Zelte Kusans, es erbeben die Zeltdecken Midians.
22844#Habakuk,3,8#8. Ist über die Ströme dein Zorn entbrannt, o Herr, oder dein Grimm über das Meer, dass du darüber fährst auf deinen Rossen, auf deinen Siegeswagen? -Ps. 68,18; Jes. 66,15.
22845#Habakuk,3,9#9. Gänzlich enthüllst du den Bogen, gesättigt mit Geschossen ist dein Köcher. Du spaltest die Erde - da fliessen Ströme;
22846#Habakuk,3,10#10. die Berge sehen dich und erbeben. Wasser giessen die Wolken, der Ozean erhebt seine Stimme. Ihres Aufgangs vergisst
22847#Habakuk,3,11#11. die Sonne, der Mond bleibt in seiner Wohnung beim Licht deiner fliegenden Pfeile, beim Glanz deines blitzenden Speers.
22848#Habakuk,3,12#12. Im Grimme schreitest du über die Erde, im Zorn zertrittst du Nationen.
22849#Habakuk,3,13#13. Du ziehst aus, deinem Volk zu Hilfe, zu helfen deinem Gesalbten. Du schmetterst das Dach weg vom Hause des Gottlosen, legst den Grund bloss bis auf den Fels.
22850#Habakuk,3,14#14. Du durchbohrst mit deinen Geschossen sein Haupt, seine Fürsten werden verweht wie Spreu. Mich zu zerstreuen, ziehen heran ihre Scharen, den Armen im Versteck zu verschlingen.
22851#Habakuk,3,15#15. Du lässest deine Rosse fahren über das Meer, da brausen die grossen Wasser.
22852#Habakuk,3,16#16. Ich hörte es, und es bebte mein Leib; ob des Schalls gellte mein Mund. Der Frass drang in meine Gebeine, und unter mir bebte mein Schritt. Ich werde Ruhe finden am Tage der Drangsal, der hereinbrechen wird über das Volk, das mich bedrängt.
22853#Habakuk,3,17#17. Denn der Feigenbaum trägt nicht, und an den Reben ist kein Ertrag; es schlägt fehl die Frucht des Ölbaums, und der Acker bringt kein Brot; die Schafe sind aus der Hürde verschwunden, und in den Ställen steht kein Rind mehr.
22854#Habakuk,3,18#18. Ich aber will ob dem Herrn frohlocken, will jubeln ob dem Gott meines Heils.
22855#Habakuk,3,19#19. Gott der Herr ist meine Kraft! Er macht meine Füsse den Hinden gleich und lässt mich auf Höhen schreiten. -Ps. 18,34.

22753#Nahum,1,1#1. AUSSPRUCH über Ninive. Das Buch des Gesichtes Nahums von Elkos.
22754#Nahum,1,2#2. Ein eifersüchtiger Gott ist der Herr, ein Rächer und voller Grimm. Ein Rächer ist der Herr gegenüber seinen Feinden, er verharrt im Zorn gegen seine Widersacher. -2.Mo. 20,5; Ps. 94,1.
22755#Nahum,1,3#3. Wohl ist der Herr langmütig und von grosser Huld, doch ungestraft lässt er nicht. In Sturm und Wetter fährt er einher, und Gewölk ist der Staub seiner Füsse. -2.Mo. 34,6.7; Ps. 145,8.
22756#Nahum,1,4#4. Er schilt das Meer und trocknet es aus, und alle Ströme lässt er versiegen. Basan und Karmel verschmachten, und die Blüte des Libanon welkt.
22757#Nahum,1,5#5. Die Berge erbeben vor ihm, und die Hügel zerschmelzen; vor seinem Angesichte erbraust die Erde, der Erdkreis samt allen, die darauf wohnen. -2.Mo. 19,18; Ps. 18,8; 97,5.
22758#Nahum,1,6#6. Wer kann bestehen vor seinem Groll? wer hält stand bei der Glut seines Zorns? Sein Grimm ergiesst sich wie Feuer, und die Felsen geraten vor ihm in Brand.
22759#Nahum,1,7#7. Der Herr ist gütig gegen die, die auf ihn hoffen, eine Zuflucht am Tage der Not; er kennt, die bei ihm sich bergen, -Kla. 3,25.
22760#Nahum,1,8#8. er rettet sie bei überströmender Flut. Ein Ende macht er seinen Widersachern, seine Feinde jagt er in die Finsternis.
22761#Nahum,1,9#9. Was denkt ihr denn von dem Herrn? Nicht zweimal wird sich die Drangsal erheben; denn bis zur Vernichtung führt er's durch.
22762#Nahum,1,10#10. Abgehauene Dornen sind sie alle, sie werden verzehrt wie dürre Stoppeln.
22763#Nahum,1,11#11. Ist nicht von dir ausgegangen, der Arges sann wider den Herrn, der Heilloses plante?
22764#Nahum,1,12#12. -1-SO spricht der Herr: Wenn sie auch unversehrt sind und noch so zahlreich, sie müssen doch verschwinden und vergehen. Habe ich dich gedemütigt, so will ich dich nicht wieder demütigen. -1) Kap. 1,12 - 2,4: Versreihenfolge in Originalüs: 14, 12, 13, 1, 3, 2, 4.
22765#Nahum,1,13#13. Und nun will ich sein Joch, das auf dir lastet, zerbrechen, will deine Bande zerreissen.
22766#Nahum,1,14#14. Darum hat der Herr wider dich Befehl erlassen: Dein Name soll nicht mehr fortgepflanzt werden. Aus dem Hause deines Gottes tilge ich Schnitzbild und Gussbild; ich mache die Schmach dir zum Grabe. -Mi. 5,13.
22767#Nahum,2,1#1. Siehe auf den Bergen die Füsse des Freudenboten, der Heil verkündet! Feiere deine Feste, Juda, erfülle deine Gelübde! Denn der Heillose soll forthin nicht mehr über dich kommen; er ist gänzlich vernichtet. -Jes. 52,7.
22768#Nahum,2,2#2. Wider dich zieht einer heran, der zerschmettert! Halte Wacht! Spähe aus auf den Weg, gürte fest die Lenden, rüste dich mit Macht!
22769#Nahum,2,3#3. Der Herr stellt den Weinstock Jakobs wieder her wie den Weinstock Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet, haben ihre Ranken verderbt.
22770#Nahum,2,4#4. Der Schild seiner Helden ist rot, seine Krieger sind scharlachfarben; die Wagen funkeln im Feuer des Stahls am Tage, da er sie rüstet, und die Rosse sind voller Unruhe.
22771#Nahum,2,5#5. Durch die Gassen rasen die Wagen, rasseln über die Plätze; sie sind anzusehen wie Fackeln, fahren hin und her wie die Blitze.
22772#Nahum,2,6#6. Er-1- erinnert sich seiner Edlen, aber sie straucheln auf ihren Bahnen; sie eilen hin zur Stadtmauer - doch schon ist das Schutzdach errichtet. -1) d.i. der König von Ninive.
22773#Nahum,2,7#7. Die Tore am Strome sind erbrochen - da verzagt der Palast.
22774#Nahum,2,8#8. Die Königin wird entblösst, wird weggeführt, und ihre Mägde schluchzen wie Tauben und schlagen sich an die Brust.
22775#Nahum,2,9#9. Ninive ist wie ein Teich, dessen Wasser entfliehen. «Halt! Halt!» - aber keiner wendet sich um.
22776#Nahum,2,10#10. Raubet Silber, raubet Gold! denn da ist der Schätze kein Ende. Nehmt euch eine Last von all den Kostbarkeiten!
22777#Nahum,2,11#11. Leere, Entleerung und Verheerung! Verzagte Herzen und wankende Kniee! Ein Zittern in allen Lenden und aller Angesicht glühend rot! -Jes. 13,7; Joel 2,6.
22778#Nahum,2,12#12. Wo ist nun die Lagerstatt der Löwen und die Höhle für die Jungleuen, wohin sich der Löwe zurückzog, der junge Leu, wo keiner sie aufschreckte?
22779#Nahum,2,13#13. der Löwe, der raubte, dass seine Jungen genug hatten, der für seine Löwinnen würgte, der mit Raub seine Höhlen füllte und seine Lagerstätten mit zerrissener Beute!
22780#Nahum,2,14#14. Siehe, ich will an dich, spricht der Herr der Heerscharen; ich lasse dein Lager in Rauch aufgehen, das Schwert soll deine Jungleuen fressen! Ich mache deinem Rauben auf Erden ein Ende, und die Stimme deiner Boten wird nicht mehr gehört!
22781#Nahum,3,1#1. WEHE über die Blutstadt, ganz voll Lug und Gewalttat, wo des Raubens kein Ende! -Hes. 24,9.
22782#Nahum,3,2#2. Horch, Geisselklatschen und Rädergerassel! Horch, jagende Rosse, schnellende Wagen,
22783#Nahum,3,3#3. bäumende Reiter! flammende Schwerter und blitzende Speere! Erschlagne in Haufen und Tote die Menge! Der Leichen kein Ende; man strauchelt über die Leiber.
22784#Nahum,3,4#4. (Und all das) wegen der vielen Buhlereien der Buhlerin, der anmutigen Zauberin, die Völker berauschte mit ihrem Buhlen, Nationen mit ihrer Zauberkunst!
22785#Nahum,3,5#5. Siehe, ich will an dich, spricht der Herr der Heerscharen; ich hebe dir die Schleppe hoch bis über das Gesicht und lasse Völker deine Blösse sehen und Königreiche deine Schande. -Jer. 13,26.
22786#Nahum,3,6#6. Ich werfe Unrat über dich, entehre dich und stelle dich zur Schau.
22787#Nahum,3,7#7. Und jeder, der dich sieht, wird sich scheu von dir wenden und wird sprechen: «Zerstört ist Ninive! Wer wird um sie klagen? wo suche ich Tröster für sie?»
22788#Nahum,3,8#8. Bist du besser als No-Amon, das an den Strömen lag, rings von Wasser umgeben, dessen Bollwerk ein Meer und dessen Mauer Wasser war? -Jer. 46,25; Hes. 31,4.
22789#Nahum,3,9#9. Äthiopien war seine Stärke und das endlose Ägypten, Put und die Libyer waren seine Helfer. -Hes. 30,5.6.
22790#Nahum,3,10#10. Doch auch es musste in die Verbannung, musste wandern in die Gefangenschaft. Auch seine Kinder wurden zerschmettert an den Ecken aller Strassen; über seine Edlen warf man das Los, und all seine Grossen wurden in Ketten geschlagen.
22791#Nahum,3,11#11. Auch du musst den Taumelbecher leeren, wirst umnachtet sein; auch du wirst Zuflucht vor dem Feinde suchen. -Jes. 51,17; Jer. 25,15.
22792#Nahum,3,12#12. Alle deine Bollwerke sind wie Feigenbäume mit frühreifen Feigen; wenn sie geschüttelt werden, fallen sie dem Esser in den Mund.
22793#Nahum,3,13#13. Ja, die Krieger in deiner Mitte sind Weiber, Feuer hat deine Riegel gefressen; weit geöffnet sind deinen Feinden die Tore deines Landes.
22794#Nahum,3,14#14. Schöpfe dir Wasser für die Belagerung, mache stark deine Bollwerke! Tritt den Lehm und stampfe den Ton, greife zur Ziegelform!
22795#Nahum,3,15#15. Dort wird das Feuer dich fressen, das Schwert dich vertilgen. Ob du zahlreich bist wie die Grashüpfer, ob du zahlreich bist wie die Heuschrecken,
22796#Nahum,3,16#16. ob deiner Krämer mehr sind als der Sterne am Himmel - die Grashüpfer häuten sich und fliegen davon.
22797#Nahum,3,17#17. Deine Amtleute sind wie die Heuschrecken, und deine Schreiber wie die Heupferde, die sich, wenn es kalt ist, an den Mauern lagern; geht aber die Sonne auf, so fliehen sie, und niemand weiss, wo sie sind.
22798#Nahum,3,18#18. Geschlafen haben deine Hirten, König von Assur, geschlummert deine Edlen; dein Volk ist zerstreut auf den Bergen, und niemand ist, der sie sammelt.
22799#Nahum,3,19#19. Keine Heilung gibt es für deinen Schaden, tödlich ist deine Wunde. Alle, die von dir hören, klatschen über dich in die Hände; denn über wen ist nicht deine Bosheit ergangen ohne Unterlass?