1072#Markus,1,1#1. ANFANG des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohne Gottes.
1073#Markus,1,2#2. Wie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.
1074#Markus,1,3#3. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!»
1075#Markus,1,4#4. So begann Johannes in der Wüste, taufte und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.
1076#Markus,1,5#5. Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem, und sie wurden im Jordan von ihm getauft, wenn sie ihre Sünden bekannten.
1077#Markus,1,6#6. Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig.
1078#Markus,1,7#7. Und er predigte und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich, für den ich nicht gut genug bin, gebückt seinen Schuhriemen aufzulösen.
1079#Markus,1,8#8. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen.
1080#Markus,1,9#9. Und es begab sich in jenen Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.
1081#Markus,1,10#10. Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabsteigen.
1082#Markus,1,11#11. Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!
1083#Markus,1,12#12. Und alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus.
1084#Markus,1,13#13. Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.
1085#Markus,1,14#14. NACHDEM aber Johannes überantwortet-1- worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reiche Gottes -1) gefangengesetzt.++
1086#Markus,1,15#15. und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe: Tut Buße und glaubet an das Evangelium!
1087#Markus,1,16#16. Und als er am galiläischen Meere-1- wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
1088#Markus,1,17#17. Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen!
1089#Markus,1,18#18. Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach.
1090#Markus,1,19#19. Und als er von da ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, des Zebedäus Sohn, und seinen Bruder Johannes, welche auch im Schiffe die Netze bereitmachten.
1091#Markus,1,20#20. Und alsbald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Taglöhnern im Schiff und folgten ihm nach.
1092#Markus,1,21#21. Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
1093#Markus,1,22#22. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
1094#Markus,1,23#23. Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie
1095#Markus,1,24#24. und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
1096#Markus,1,25#25. Aber Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm!
1097#Markus,1,26#26. Da riß der unreine Geist ihn hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.
1098#Markus,1,27#27. Und sie erstaunten alle, so daß sie sich untereinander befragten, und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre! Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm.
1099#Markus,1,28#28. Und das Gerücht von ihm verbreitete sich alsbald in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa.
1100#Markus,1,29#29. Und alsbald verließen sie die Synagoge und gingen in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakobus und Johannes.
1101#Markus,1,30#30. Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber darnieder, und alsbald sagten sie ihm von ihr.
1102#Markus,1,31#31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen.
1103#Markus,1,32#32. Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen.
1104#Markus,1,33#33. Und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt.
1105#Markus,1,34#34. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.
1106#Markus,1,35#35. Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete daselbst.
1107#Markus,1,36#36. Und Simon eilte ihm nach, samt denen, die bei ihm waren;
1108#Markus,1,37#37. und als sie ihn gefunden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich!
1109#Markus,1,38#38. Und er spricht zu ihnen: Laßt uns anderswohin, in die nächsten Flecken gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.
1110#Markus,1,39#39. Und er ging und predigte in ganz Galiläa in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.
1111#Markus,1,40#40. Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Wenn du willst, kannst du mich reinigen!
1112#Markus,1,41#41. Da erbarmte sich Jesus seiner, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!
1113#Markus,1,42#42. Und während er redete, wich der Aussatz alsbald von ihm, und er wurde rein.
1114#Markus,1,43#43. Und er bedrohte ihn und schickte ihn alsbald fort
1115#Markus,1,44#44. und sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
1116#Markus,1,45#45. Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache-1- überall aus, so daß Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm. -1) w: das Wort.++
1117#Markus,2,1#1. UND nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und als man hörte, daß er im Hause wäre,
1118#Markus,2,2#2. versammelten sich alsbald viele, so daß kein Raum mehr war, auch nicht draußen bei der Tür; und er predigte ihnen das Wort.
1119#Markus,2,3#3. Und man brachte einen Gelähmten zu ihm, der von Vieren getragen wurde.
1120#Markus,2,4#4. Und da sie wegen der Menge nicht zu ihm herankommen konnten, deckten sie dort, wo er war, das Dach ab, und nachdem sie durchgebrochen, ließen sie das Bett, darauf der Gelähmte lag, herab.
1121#Markus,2,5#5. Als aber Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
1122#Markus,2,6#6. Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen:
1123#Markus,2,7#7. Was redet dieser so? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?
1124#Markus,2,8#8. Und alsbald merkte Jesus kraft seines Geistes, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen?
1125#Markus,2,9#9. Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? - oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle?
1126#Markus,2,10#10. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, - sprach er zu dem Gelähmten:
1127#Markus,2,11#11. Ich sage dir, stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim!
1128#Markus,2,12#12. Und er stand auf, nahm alsbald sein Bett und ging vor aller Augen hinaus; so daß sie alle erstaunten, Gott priesen und sprachen: Solches haben wir noch nie gesehen!
1129#Markus,2,13#13. Und er ging wieder an das Meer hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie.
1130#Markus,2,14#14. Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm.
1131#Markus,2,15#15. Und es begab sich, als er in dessen Hause zu Tische saß, daß auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten.
1132#Markus,2,16#16. Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer sahen, daß er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?
1133#Markus,2,17#17. Und als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.
1134#Markus,2,18#18. Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer pflegten zu fasten; und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
1135#Markus,2,19#19. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.
1136#Markus,2,20#20. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird, alsdann werden sie fasten, an jenem Tage.
1137#Markus,2,21#21. Niemand näht ein Stück ungewalkten Tuches auf ein altes Kleid; sonst reißt die Füllung davon ab, das neue von dem alten, und der Riß wird ärger.
1138#Markus,2,22#22. Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein ist in neue Schläuche zu fassen.
1139#Markus,2,23#23. UND es begab sich, daß er am Sabbat durch die Saatfelder wandelte. Und seine Jünger fingen an, auf dem Wege die Ähren abzustreifen.
1140#Markus,2,24#24. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
1141#Markus,2,25#25. Und er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er Mangel litt, als ihn und seine Begleiter hungerte,
1142#Markus,2,26#26. wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Hohenpriesters Abjathar und die Schaubrote aß, die niemand essen darf als nur die Priester, und (wie er) auch denen davon gab, die bei ihm waren?
1143#Markus,2,27#27. Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen.
1144#Markus,2,28#28. Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbats.
1145#Markus,3,1#1. Und er ging wiederum in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.
1146#Markus,3,2#2. Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
1147#Markus,3,3#3. Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte!
1148#Markus,3,4#4. Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen.
1149#Markus,3,5#5. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.
1150#Markus,3,6#6. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten alsbald mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn umbringen könnten.
1151#Markus,3,7#7. Aber Jesus entwich mit seinen Jüngern an das Meer; und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach; auch aus Judäa
1152#Markus,3,8#8. und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Zidon kamen große Scharen zu ihm, da sie gehört hatten, wie viel er tat.
1153#Markus,3,9#9. Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereitzuhalten um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht drängten.
1154#Markus,3,10#10. Denn er heilte viele, so daß alle, die eine Plage hatten, ihn überfielen, um ihn anzurühren.
1155#Markus,3,11#11. Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes!
1156#Markus,3,12#12. Und er drohte ihnen sehr, daß sie ihn nicht offenbar machen sollten.
1157#Markus,3,13#13. Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte; und sie kamen zu ihm.
1158#Markus,3,14#14. Und er verordnete zwölf, daß sie bei ihm wären und daß er sie aussendete zu predigen
1159#Markus,3,15#15. und daß sie Macht hätten, die Dämonen auszutreiben:
1160#Markus,3,16#16. Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte,
1161#Markus,3,17#17. und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, beilegte;
1162#Markus,3,18#18. und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananäer,
1163#Markus,3,19#19. und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.
1164#Markus,3,20#20. Und sie traten in das Haus, und das Volk kam abermals zusammen, also daß sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten.
1165#Markus,3,21#21. Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen!
1166#Markus,3,22#22. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
1167#Markus,3,23#23. Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben?
1168#Markus,3,24#24. Und wenn ein Reich in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen.
1169#Markus,3,25#25. Und wenn ein Haus in sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen.
1170#Markus,3,26#26. Und wenn der Satan wider sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende.
1171#Markus,3,27#27. Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er binde zuvor den Starken; dann erst wird er sein Haus berauben.
1172#Markus,3,28#28. Wahrlich, ich sage euch, alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern;
1173#Markus,3,29#29. wer aber wider den heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er ist einer ewigen Sünde schuldig.
1174#Markus,3,30#30. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.
1175#Markus,3,31#31. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.
1176#Markus,3,32#32. Und das Volk saß um ihn her. Und sie sagten zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.
1177#Markus,3,33#33. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter, oder meine Brüder?
1178#Markus,3,34#34. Und indem er ringsumher die ansah, welche um ihn saßen, spricht er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!
1179#Markus,3,35#35. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
1180#Markus,4,1#1. UND er fing abermals an zu lehren am Meere. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, so daß er in das Schiff stieg und auf dem Meere sich darin niedersetzte; und alles Volk war am Meer auf dem Lande.
1181#Markus,4,2#2. Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre:
1182#Markus,4,3#3. Höret zu! Siehe, der Sämann ging aus, zu säen.
1183#Markus,4,4#4. Und es begab sich, indem er säte, daß etliches an den Weg fiel; und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf.
1184#Markus,4,5#5. Anderes aber fiel auf steinigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
1185#Markus,4,6#6. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es.
1186#Markus,4,7#7. Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht.
1187#Markus,4,8#8. Und anderes fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, die aufwuchs und zunahm; und etliches trug dreißigfältig, etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig.
1188#Markus,4,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1189#Markus,4,10#10. Als er nun allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis.
1190#Markus,4,11#11. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes (zu erkennen), denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil,
1191#Markus,4,12#12. auf daß sie mit Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben werde.
1192#Markus,4,13#13. Und er spricht zu ihnen: Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollt ihr alle Gleichnisse verstehen?
1193#Markus,4,14#14. Der Sämann sät das Wort.
1194#Markus,4,15#15. Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist.
1195#Markus,4,16#16. Gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, alsbald mit Freuden aufnehmen;
1196#Markus,4,17#17. aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch-1-; hernach, wenn Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, nehmen sie alsbald Anstoß. -1) o: Kinder des Augenblicks.++
1197#Markus,4,18#18. Andere sind, bei denen unter die Dornen gesät wurde; das sind die, welche das Wort hörten;
1198#Markus,4,19#19. aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach andern Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.
1199#Markus,4,20#20. Die aber auf das gute Erdreich gesät sind, das sind die, welche das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.
1200#Markus,4,21#21. Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt werde, und nicht vielmehr, daß man es auf den Leuchter setze?
1201#Markus,4,22#22. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts geschieht so heimlich, daß es nicht an den Tag käme.
1202#Markus,4,23#23. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
1203#Markus,4,24#24. Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.
1204#Markus,4,25#25. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
1205#Markus,4,26#26. Und er sprach: Mit dem Reiche Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft
1206#Markus,4,27#27. und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß.
1207#Markus,4,28#28. Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, hernach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
1208#Markus,4,29#29. Wenn aber die Frucht sich darbietet, schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
1209#Markus,4,30#30. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder unter was für einem Gleichnis wollen wir es darstellen?
1210#Markus,4,31#31. Es ist einem Senfkorn gleich, welches, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden.
1211#Markus,4,32#32. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.
1212#Markus,4,33#33. Und in vielen solchen Gleichnissen trug er ihnen seine Lehre vor, wie sie es zu hören vermochten.
1213#Markus,4,34#34. Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; beiseite aber legte er seinen Jüngern alles aus.
1214#Markus,4,35#35. UND an jenem Tage, als es Abend geworden, sprach er zu ihnen: Lasset uns hinüberfahren!
1215#Markus,4,36#36. Und nachdem sie das Volk entlassen, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiffe war; es waren aber auch andere Schiffe bei ihm.
1216#Markus,4,37#37. Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, so daß es sich schon zu füllen begann.
1217#Markus,4,38#38. Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?
1218#Markus,4,39#39. Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zum Meere: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es ward eine große Stille.
1219#Markus,4,40#40. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?
1220#Markus,4,41#41. Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist doch der, daß auch der Wind und das Meer ihm gehorsam sind?
1221#Markus,5,1#1. Und sie kamen ans andere Ufer des Meeres in die Landschaft der Gadarener-1-. -1) w: Gerasener.++
1222#Markus,5,2#2. Und als er aus dem Schiffe gestiegen war, lief ihm alsbald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen,
1223#Markus,5,3#3. der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten;
1224#Markus,5,4#4. denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben; und niemand vermochte ihn zu bändigen.
1225#Markus,5,5#5. Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Gräbern und auf den Bergen, schrie und schlug sich selbst mit Steinen.
1226#Markus,5,6#6. Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder,
1227#Markus,5,7#7. schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest!
1228#Markus,5,8#8. Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen!
1229#Markus,5,9#9. Und er fragte ihn: Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind viele!
1230#Markus,5,10#10. Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Lande zu verweisen.
1231#Markus,5,11#11. Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide.
1232#Markus,5,12#12. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!
1233#Markus,5,13#13. Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in das Meer <ihrer waren etwa zweitausend>, und sie ertranken im Meer.
1234#Markus,5,14#14. Die Hirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus zu sehen, was da geschehen war.
1235#Markus,5,15#15. Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich.
1236#Markus,5,16#16. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und das von den Schweinen.
1237#Markus,5,17#17. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge aus ihren Grenzen weichen.
1238#Markus,5,18#18. Und als er in das Schiff trat, bat ihn der besessen Gewesene, daß er bei ihm bleiben dürfe.
1239#Markus,5,19#19. Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, wie Großes der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat!
1240#Markus,5,20#20. Und er ging hin und fing an im Gebiet der Zehn-Städte zu verkündigen, wie Großes Jesus an ihm getan habe; und jedermann verwunderte sich.
1241#Markus,5,21#21. UND als Jesus im Schiffe wieder ans jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk bei ihm; und er war am Meer.
1242#Markus,5,22#22. Da kam einer der Obersten der Synagoge, namens Jairus; und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen,
1243#Markus,5,23#23. bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; ich bitte dich, komm und lege ihr die Hände auf, daß sie gesund werde und am Leben bleibe!
1244#Markus,5,24#24. Und er ging mit ihm; und es folgte ihm viel Volk nach, und sie drängten ihn.
1245#Markus,5,25#25. Und es war eine Frau, die hatte zwölf Jahre den Blutfluß,
1246#Markus,5,26#26. und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, ohne daß es ihr geholfen hätte, - es war vielmehr noch schlimmer mit ihr geworden.
1247#Markus,5,27#27. Als sie nun von Jesus hörte, kam sie unter dem Volke von hinten herzu und rührte sein Kleid an.
1248#Markus,5,28#28. Denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, so ist mir geholfen!
1249#Markus,5,29#29. Und alsbald vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leibe, daß sie von der Plage geheilt war.
1250#Markus,5,30#30. Jesus aber, der an sich selbst bemerkt hatte, daß eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich alsbald unter dem Volke um und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?
1251#Markus,5,31#31. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Du siehst, wie das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?
1252#Markus,5,32#32. Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.
1253#Markus,5,33#33. Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.
1254#Markus,5,34#34. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund!
1255#Markus,5,35#35. Während er noch redete, kommen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprechen: Deine Tochter ist gestorben, was bemühst du den Meister noch?
1256#Markus,5,36#36. Sobald aber Jesus dies Wort hörte, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!
1257#Markus,5,37#37. Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
1258#Markus,5,38#38. Und er kommt in das Haus des Obersten der Synagoge und sieht das Getümmel und wie arg sie weinten und heulten.
1259#Markus,5,39#39. Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was macht ihr für ein Getümmel und weint? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.
1260#Markus,5,40#40. Und sie verlachten ihn. Er aber, nachdem er alle hinausgewiesen, nahm mit sich des Kindes Vater und Mutter und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag.
1261#Markus,5,41#41. Und er ergriff des Kindes Hand und sprach zu ihm: Talita kumi, das heißt übersetzt: Mägdlein, ich sage dir, stehe auf!
1262#Markus,5,42#42. Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sehr.
1263#Markus,5,43#43. Und er gebot ihnen ernstlich, daß es niemand erfahren dürfe, und befahl, man solle ihr zu essen geben.
1264#Markus,6,1#1. UND er zog von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach.
1265#Markus,6,2#2. Und als der Sabbat kam, fing er an in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und geschehen solche Taten durch seine Hände?
1266#Markus,6,3#3. Ist er nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
1267#Markus,6,4#4. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.
1268#Markus,6,5#5. Und er konnte daselbst kein Wunder tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
1269#Markus,6,6#6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens und zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.
1270#Markus,6,7#7. UND er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister.
1271#Markus,6,8#8. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel,
1272#Markus,6,9#9. sondern nur Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Röcke anziehen.
1273#Markus,6,10#10. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintretet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet.
1274#Markus,6,11#11. Und wenn ein Ort euch nicht aufnimmt und man euch nicht hören will, da zieht von dannen und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.
1275#Markus,6,12#12. Und sie gingen und predigten, man solle Buße tun,
1276#Markus,6,13#13. und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.
1277#Markus,6,14#14. UND der König Herodes hörte das <denn sein Name ward bekannt>, und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum wirken die Wunderkräfte durch ihn!
1278#Markus,6,15#15. Andere aber sprachen: Es ist Elia; wieder andere: Es ist ein Prophet oder wie einer der Propheten.
1279#Markus,6,16#16. Da es also Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist (von den Toten) auferstanden!
1280#Markus,6,17#17. Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen, wegen Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.
1281#Markus,6,18#18. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib zu haben!
1282#Markus,6,19#19. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und sie vermochte es nicht.
1283#Markus,6,20#20. Denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn und gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.
1284#Markus,6,21#21. Als aber ein gelegener Tag kam, da Herodes seinen Großen und Obersten und den Vornehmsten des galiläischen Landes an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab,
1285#Markus,6,22#22. da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte. Das gefiel dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, so will ich es dir geben!
1286#Markus,6,23#23. Und er schwur ihr: Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.
1287#Markus,6,24#24. Da ging sie hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich erbitten? Diese aber sprach: Das Haupt Johannes des Täufers!
1288#Markus,6,25#25. Und alsbald ging sie eilends zum König hinein, bat und sprach: Ich will, daß du mir gäbest jetzt gleich auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
1289#Markus,6,26#26. Da ward der König sehr betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tische saßen, wollte er sie nicht abweisen.
1290#Markus,6,27#27. Und der König schickte alsbald einen von der Wache hin und befahl, sein Haupt zu bringen. 28. Dieser ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis
1291#Markus,6,28#und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.
1292#Markus,6,29#29. Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
1293#Markus,6,30#30. Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündigten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
1294#Markus,6,31#31. Und er sprach zu ihnen: Kommet ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab- und zugingen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.
1295#Markus,6,32#32. Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort.
1296#Markus,6,33#33. Und viele sahen sie wegfahren und merkten es; und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor.
1297#Markus,6,34#34. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge Volks und hatte Erbarmen mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren.
1298#Markus,6,35#35. Und als nun der Tag fast dahin war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist öde, und der Tag ist fast dahin.
1299#Markus,6,36#36. Entlasse sie, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsumher gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen.
1300#Markus,6,37#37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?
1301#Markus,6,38#38. Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Gehet hin und sehet! Und als sie es erkundigt hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische.
1302#Markus,6,39#39. Und er befahl ihnen, daß sich alle nach Tischgesellschaften ins grüne Gras setzen sollten.
1303#Markus,6,40#40. Und sie setzten sich gruppenweise, zu hundert und zu fünfzig.
1304#Markus,6,41#41. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel empor und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.
1305#Markus,6,42#42. Und sie aßen alle und wurden satt.
1306#Markus,6,43#43. Und sie hoben auf an Brocken zwölf Körbe voll, und von den Fischen.
1307#Markus,6,44#44. Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
1308#Markus,6,45#45. Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer, nach Bethsaida, voraus zu fahren, bis er das Volk entlassen hätte.
1309#Markus,6,46#46. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.
1310#Markus,6,47#47. Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere und er allein auf dem Lande.
1311#Markus,6,48#48. Und er sah, daß sie beim Rudern Not litten; denn der Wind war ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen, auf dem Meere wandelnd; und er wollte bei ihnen vorübergehen.
1312#Markus,6,49#49. Als sie ihn aber auf dem Meere wandeln sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrieen.
1313#Markus,6,50#50. Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Er aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!
1314#Markus,6,51#51. Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich.
1315#Markus,6,52#52. Denn sie waren nicht verständig geworden durch die Brote; denn ihr Herz war verhärtet.
1316#Markus,6,53#53. Und sie fuhren hinüber ans Land, kamen nach Genezareth und landeten dort.
1317#Markus,6,54#54. Und als sie aus dem Schiffe traten, erkannten die Leute ihn alsbald,
1318#Markus,6,55#55. durchliefen die ganze umliegende Landschaft und fingen an, die Kranken auf den Betten dorthin zu tragen, wo sie hörten, daß er sei.
1319#Markus,6,56#56. Und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften. Und so viele ihn anrührten, die wurden gesund.
1320#Markus,7,1#1. UND es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren,
1321#Markus,7,2#2. und als sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen
1322#Markus,7,3#3. <denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, sie haben denn zuvor gründlich die Hände gewaschen, weil sie die Überlieferung der Alten halten.
1323#Markus,7,4#4. Und wenn sie vom Markte kommen, essen sie nicht, ohne sich zu baden-1-. Und noch viel anderes haben sie zu halten angenommen, nämlich das Untertauchen von Bechern und Krügen und ehernen Geschirren und Stühlen>, -1) aL: abzuspülen.++
1324#Markus,7,5#5. da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?
1325#Markus,7,6#6. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist ferne von mir;
1326#Markus,7,7#7. aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.»
1327#Markus,7,8#8. Ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und Bechern, und viel anderes dergleichen tut ihr.
1328#Markus,7,9#9. Und er sprach zu ihnen: Wohl fein verwerfet ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten.
1329#Markus,7,10#10. Denn Mose hat gesagt: «Ehre deinen Vater und deine Mutter» und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.»
1330#Markus,7,11#11. Ihr aber sagt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: «Korban», das heißt zum Opfer ist vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte,
1331#Markus,7,12#12. so muß er für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr tun.
1332#Markus,7,13#13. Also hebet ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und dergleichen tut ihr viel.
1333#Markus,7,14#14. Und er rief alles Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und merket!
1334#Markus,7,15#15. Es ist nichts außerhalb des Menschen, das, wenn es in ihn hineingeht, ihn verunreinigen kann; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt.
1335#Markus,7,16#16. Hat jemand Ohren zu hören, der höre!
1336#Markus,7,17#17. Und als er vom Volke weg nach Hause gegangen war, fragten ihn seine Jünger über das Gleichnis.
1337#Markus,7,18#18. Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Merket ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann?
1338#Markus,7,19#19. Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Wege, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.
1339#Markus,7,20#20. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
1340#Markus,7,21#21. Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen hervor die bösen Gedanken, Unzucht, Mord, Diebstahl,
1341#Markus,7,22#22. Ehebruch, Geiz, Bosheit, Betrug, Üppigkeit, Neid, Lästerung, Hoffart, Unvernunft.
1342#Markus,7,23#23. All dies Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.
1343#Markus,7,24#24. UND er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Zidon und trat in ein Haus, wollte aber nicht, daß es jemand erführe, und konnte doch nicht verborgen bleiben.
1344#Markus,7,25#25. Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen;
1345#Markus,7,26#26. die Frau war aber eine Griechin, aus Syrophönizien gebürtig; und sie bat ihn, er möge den Dämon von ihrer Tochter austreiben.
1346#Markus,7,27#27. Aber Jesus sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, daß man den Kindern das Brot nimmt und es den Hündlein hinwirft!
1347#Markus,7,28#28. Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und die Hündlein unter dem Tisch essen (nur) von den Brosamen der Kinder!
1348#Markus,7,29#29. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren.
1349#Markus,7,30#30. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie die Tochter auf dem Bette liegend und den Dämon ausgefahren.
1350#Markus,7,31#31. UND er verließ das Gebiet von Tyrus wieder und begab sich durch Zidon nach dem galiläischen Meer, mitten in die Landschaft der Zehn-Städte.
1351#Markus,7,32#32. Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen.
1352#Markus,7,33#33. Und er nahm ihn von dem Volk abseits, legte ihm die Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel.
1353#Markus,7,34#34. Dann blickte er gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: «Ephata!» das heißt, tue dich auf!
1354#Markus,7,35#35. Und alsbald wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete richtig.
1355#Markus,7,36#36. Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es kund.
1356#Markus,7,37#37. Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden!
1357#Markus,8,1#1. In jenen Tagen, als sehr viel Volk zugegen war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:
1358#Markus,8,2#2. Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen.
1359#Markus,8,3#3. Und wenn ich sie nüchtern nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Wege erliegen; denn etliche von ihnen sind von weither gekommen.
1360#Markus,8,4#4. Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Wüste mit Brot sättigen?
1361#Markus,8,5#5. Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.
1362#Markus,8,6#6. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde niederzusetzen, und nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie vorlegten. Und sie legten sie dem Volke vor.
1363#Markus,8,7#7. Sie hatten auch noch einige Fischlein; und nach einem Segensspruch befahl er, auch diese vorzulegen.
1364#Markus,8,8#8. Und sie aßen und wurden satt und hoben an übriggebliebenen Brocken noch sieben Körbe auf.
1365#Markus,8,9#9. Es waren ihrer etwa viertausend; und er entließ sie.
1366#Markus,8,10#10. Und alsbald stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegend von Dalmanutha.
1367#Markus,8,11#11. Und die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, sich mit ihm zu besprechen, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn auf die Probe zu stellen.
1368#Markus,8,12#12. Und er seufzte in seinem Geiste und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden.
1369#Markus,8,13#13. Und er ließ sie, stieg wieder in das Schiff und fuhr ans jenseitige Ufer.
1370#Markus,8,14#14. Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen, und hatten nur ein Brot bei sich im Schiff.
1371#Markus,8,15#15. Und er gebot ihnen und sprach: Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!
1372#Markus,8,16#16. Und sie besprachen sich untereinander und sagten: Weil wir kein Brot haben!
1373#Markus,8,17#17. Und als es Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was machet ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot habt? Verstehet ihr noch nicht und begreifet ihr noch nicht? Habt ihr noch euer verhärtetes Herz?
1374#Markus,8,18#18. Habt Augen und sehet nicht, Ohren und höret nicht? Und denket ihr nicht daran,
1375#Markus,8,19#19. als ich die fünf Brote brach für die Fünftausend, wieviel Körbe voll Brocken ihr aufgehoben habt? Sie sprachen zu ihm: Zwölf!
1376#Markus,8,20#20. Und als ich die sieben für die Viertausend brach, wieviel Körbe voll Brocken habt ihr aufgehoben? Sie sprachen: Sieben!
1377#Markus,8,21#21. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr denn noch so unverständig?
1378#Markus,8,22#22. UND sie kommen nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, daß er ihn anrühre.
1379#Markus,8,23#23. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus, spie ihm in die Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sähe.
1380#Markus,8,24#24. Und er blickte auf und sprach: Ich sehe die Leute, als sähe ich wandelnde Bäume!
1381#Markus,8,25#25. Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wieder hergestellt und sah alles deutlich.
1382#Markus,8,26#26. Und er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemandem im Dorfe sagen!
1383#Markus,8,27#27. Und Jesus ging samt seinen Jüngern hinaus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Für wen halten mich die Leute?
1384#Markus,8,28#28. Sie antworteten: Die einen sagen, du seiest Johannes der Täufer; und andere, du seiest Elia; andere aber, du seiest einer der Propheten.
1385#Markus,8,29#29. Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus!
1386#Markus,8,30#30. Und er gebot ihnen ernstlich, daß sie das niemandem von ihm sagen sollten.
1387#Markus,8,31#31. Und er fing an, sie zu lehren, daß des Menschen Sohn viel leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden müsse und nach drei Tagen wieder auferstehen.
1388#Markus,8,32#32. Und er redete das Wort ganz unverhohlen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.
1389#Markus,8,33#33. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und schalt den Petrus und sprach: Weiche hinter mich, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
1390#Markus,8,34#34. Und er rief das Volk samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
1391#Markus,8,35#35. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. -1) o: sein Leben; so auch V. 36.++
1392#Markus,8,36#36. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und büßte seine Seele ein?
1393#Markus,8,37#37. Oder was will ein Mensch zum Lösegeld seiner Seele-1- geben? -1) o: seines Lebens.++
1394#Markus,8,38#38. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
1395#Markus,9,1#1. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes mit Macht haben kommen sehen.
1396#Markus,9,2#2. UND nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes zu sich und führt sie beiseite allein auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihnen verklärt-1-, -1) w: verwandelt.++
1397#Markus,9,3#3. und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.
1398#Markus,9,4#4. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus.
1399#Markus,9,5#5. Und Petrus hob an und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine!
1400#Markus,9,6#6. Er wußte nämlich nicht, was er sagte; denn sie waren voller Furcht.
1401#Markus,9,7#7. Und eine Wolke kam, die überschattete sie, und eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
1402#Markus,9,8#8. Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.
1403#Markus,9,9#9. Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden sei.
1404#Markus,9,10#10. Und sie behielten das Wort bei sich und besprachen sich untereinander, was das Auferstehen von den Toten bedeute.
1405#Markus,9,11#11. Und sie fragten ihn und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse?
1406#Markus,9,12#12. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt zwar zuvor und stellt alles her; und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben? Daß er viel leiden und verachtet werden müsse!
1407#Markus,9,13#13. Aber ich sage euch, daß Elia schon gekommen ist, und sie taten ihm, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
1408#Markus,9,14#14. Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen.
1409#Markus,9,15#15. Und alsbald geriet die ganze Menge in Bewegung, als sie ihn sahen, und sie liefen herzu und grüßten ihn.
1410#Markus,9,16#16. Und er fragte die Schriftgelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen?
1411#Markus,9,17#17. Und einer aus dem Volke antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist;
1412#Markus,9,18#18. und wo der ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr-1-; und ich habe zu deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht! -1) w: vertrocknet.+
1413#Markus,9,19#19. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir!
1414#Markus,9,20#20. Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, riß er ihn heftig, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.
1415#Markus,9,21#21. Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an;
1416#Markus,9,22#22. und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns!
1417#Markus,9,23#23. Jesus aber sprach zu ihm: «Wenn du etwas kannst?» - Alles ist möglich dem, der glaubt!
1418#Markus,9,24#24. Und alsbald schrie der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
1419#Markus,9,25#25. Da nun Jesus das Volk herbeilaufen sah, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein!
1420#Markus,9,26#26. Da schrie er und riß ihn heftig und fuhr aus; und der Knabe wurde wie tot, so daß auch viele sagten: Er ist tot!
1421#Markus,9,27#27. Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf.
1422#Markus,9,28#28. Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
1423#Markus,9,29#29. Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten.
1424#Markus,9,30#30. Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, daß es jemand erfahre.
1425#Markus,9,31#31. Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände übergeben; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tage wieder auferstehen.
1426#Markus,9,32#32. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
1427#Markus,9,33#33. UND er kam nach Kapernaum; und als er zu Hause angelangt war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs miteinander verhandelt?
1428#Markus,9,34#34. Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei.
1429#Markus,9,35#35. Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener.
1430#Markus,9,36#36. Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie; und nachdem er es in die Arme genommen, sprach er zu ihnen:
1431#Markus,9,37#37. Wer ein solches Kindlein in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
1432#Markus,9,38#38. Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt.
1433#Markus,9,39#39. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können.
1434#Markus,9,40#40. Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
1435#Markus,9,41#41. Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben.
1436#Markus,9,42#42. Wer aber einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
1437#Markus,9,43#43. Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß du als Krüppel in das Leben eingehest, als daß du beide Hände habest und in die Hölle fahrest, in das unauslöschliche Feuer,
1438#Markus,9,44#44. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1439#Markus,9,45#45. Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, daß du lahm in das Leben eingehest, als daß du beide Füße habest und in die Hölle geworfen werdest, in das unauslöschliche Feuer,
1440#Markus,9,46#46. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1441#Markus,9,47#47. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiße es aus! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Reich Gottes eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest,
1442#Markus,9,48#48. wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
1443#Markus,9,49#49. Denn ein jeglicher muß mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.
1444#Markus,9,50#50. Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz bei euch und haltet Frieden untereinander!
1445#Markus,10,1#1. UND er brach auf von dort und kam durch das Land jenseits des Jordan in das Gebiet von Judäa. Und abermals kam die Menge in Scharen zu ihm, und er lehrte sie wieder, wie er gewohnt war.
1446#Markus,10,2#2. Und die Pharisäer traten herzu, versuchten ihn und fragten: Ist es einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen?
1447#Markus,10,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
1448#Markus,10,4#4. Sie sprachen: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und (die Frau) zu entlassen.
1449#Markus,10,5#5. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wegen der Härte eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben;
1450#Markus,10,6#6. am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie erschaffen als Mann und Weib.
1451#Markus,10,7#7. Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen;
1452#Markus,10,8#8. und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
1453#Markus,10,9#9. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
1454#Markus,10,10#10. Und seine Jünger fragten ihn zu Hause nochmals darüber.
1455#Markus,10,11#11. Und er sprach zu ihnen: Wer seine Frau entläßt und eine andere heiratet, der bricht an ihr die Ehe.
1456#Markus,10,12#12. Und wenn eine Frau ihren Mann entläßt und einen andern nimmt, so bricht sie die Ehe.
1457#Markus,10,13#13. Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre; die Jünger aber schalten die, welche sie brachten.
1458#Markus,10,14#14. Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!
1459#Markus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!
1460#Markus,10,16#16. Und er nahm sie auf die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
1461#Markus,10,17#17. Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben?
1462#Markus,10,18#18. Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein!
1463#Markus,10,19#19. Du weißt die Gebote: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Du sollst nicht rauben! Ehre deinen Vater und deine Mutter!
1464#Markus,10,20#20. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dies alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.
1465#Markus,10,21#21. Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!
1466#Markus,10,22#22. Er aber ward traurig über diese Rede und ging betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
1467#Markus,10,23#23. Da blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen!
1468#Markus,10,24#24. Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da hob Jesus wiederum an und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, in das Reich Gottes einzugehen!
1469#Markus,10,25#25. Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
1470#Markus,10,26#26. Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: Wer kann denn gerettet werden?
1471#Markus,10,27#27. Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
1472#Markus,10,28#28. Da hob Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
1473#Markus,10,29#29. Jesus antwortete ihm und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat,
1474#Markus,10,30#30. der nicht hundertfältig empfinge, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben.
1475#Markus,10,31#31. Viele der Ersten aber werden Letzte sein und Letzte die Ersten.
1476#Markus,10,32#32. Sie waren aber auf dem Wege und zogen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran, und sie entsetzten sich und folgten ihm mit Bangen. Und er nahm die Zwölf abermal beiseite und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde:
1477#Markus,10,33#33. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und ihn den Heiden ausliefern;
1478#Markus,10,34#34. und sie werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
1479#Markus,10,35#35. Da begaben sich Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, daß du uns gewährest, um was wir dich bitten!
1480#Markus,10,36#36. Er aber sprach zu ihnen: Was wünscht ihr, daß ich euch tun soll?
1481#Markus,10,37#37. Sie sprachen zu ihm: Verleihe uns, daß wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit!
1482#Markus,10,38#38. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?
1483#Markus,10,39#39. Sie sprachen zu ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet (zwar) den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde;
1484#Markus,10,40#40. aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu, sondern (es wird denen zuteil), welchen es bereitet ist.
1485#Markus,10,41#41. Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden.
1486#Markus,10,42#42. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß diejenigen, welche als Herrscher der Völker gelten, sie herrisch behandeln und daß ihre Großen sie vergewaltigen.
1487#Markus,10,43#43. Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,
1488#Markus,10,44#44. und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht.
1489#Markus,10,45#45. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
1490#Markus,10,46#46. Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und vielem Volk, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Wege.
1491#Markus,10,47#47. Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth sei, hob er an, rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1492#Markus,10,48#48. Und es bedrohten ihn viele, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
1493#Markus,10,49#49. Und Jesus stand still und ließ ihn rufen. Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf; er ruft dich!
1494#Markus,10,50#50. Er aber warf seinen Mantel ab, stand auf und kam zu Jesus.
1495#Markus,10,51#51. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich wieder sehend werde!
1496#Markus,10,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen-1-! Und alsbald sah er wieder und folgte Jesus nach auf dem Wege. -1) o: dich gerettet. So auch anderswo.++
1497#Markus,11,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und gegen Bethphage und Bethanien an den Ölberg kamen, sandte er zwei seiner Jünger
1498#Markus,11,2#2. und sprach zu ihnen: Gehet in das Dorf, das vor euch liegt, und sobald ihr dort hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen hat; bindet es los und führet es her.
1499#Markus,11,3#3. Und wenn jemand zu euch spricht: Warum tut ihr das? so saget: Der Herr bedarf seiner; so wird er es alsbald hierher schicken.
1500#Markus,11,4#4. Da gingen sie hin und fanden ein Füllen angebunden an einer Tür draußen am Scheidewege und lösten es ab.
1501#Markus,11,5#5. Und etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was machet ihr da, daß ihr das Füllen losbindet?
1502#Markus,11,6#6. Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen.
1503#Markus,11,7#7. Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe.
1504#Markus,11,8#8. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
1505#Markus,11,9#9. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!
1506#Markus,11,10#10. Gepriesen sei das kommende Reich unsres Vaters David! Hosianna in der Höhe!
1507#Markus,11,11#11. Und Jesus zog in Jerusalem ein und in den Tempel, und, nachdem er alles besichtigt hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.
1508#Markus,11,12#12. Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn.
1509#Markus,11,13#13. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen.
1510#Markus,11,14#14. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es.
1511#Markus,11,15#15. Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, die hinauszutreiben, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenverkäufer stieß er um.
1512#Markus,11,16#16. Und er ließ nicht zu, daß jemand ein Gerät durch den Tempel trug.
1513#Markus,11,17#17. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker»? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!
1514#Markus,11,18#18. Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es und suchten, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk staunte über seine Lehre.
1515#Markus,11,19#19. Und als es Abend geworden, ging er aus der Stadt hinaus.
1516#Markus,11,20#20. UND da sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, daß der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war.
1517#Markus,11,21#21. Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt!
1518#Markus,11,22#22. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!
1519#Markus,11,23#23. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, daß das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.
1520#Markus,11,24#24. Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden!
1521#Markus,11,25#25. Und wenn ihr steht und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Fehler vergebe.
1522#Markus,11,26#26. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird auch euer Vater im Himmel eure Fehler nicht vergeben.
1523#Markus,11,27#27. Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm
1524#Markus,11,28#28. und sprachen zu ihm: In welcher Vollmacht tust du das? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun?
1525#Markus,11,29#29. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch richten; antwortet mir, so will ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue.
1526#Markus,11,30#30. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!
1527#Markus,11,31#31. Und sie überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: «Vom Himmel», so wird er fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
1528#Markus,11,32#32. Sollen wir aber sagen: «Von den Menschen?» - da fürchteten sie das Volk; denn alle hielten dafür, daß Johannes wirklich ein Prophet gewesen sei.
1529#Markus,11,33#33. Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach Jesus zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue!
1530#Markus,12,1#1. Und er fing an in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer Landes.
1531#Markus,12,2#2. Und er sandte zur bestimmten Zeit einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern von den Früchten des Weinberges empfinge.
1532#Markus,12,3#3. Die aber ergriffen ihn, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.
1533#Markus,12,4#4. Und wiederum sandte er einen andern Knecht zu ihnen; den schlugen sie auf den Kopf und beschimpften ihn.
1534#Markus,12,5#5. Und er sandte wiederum einen andern; den töteten sie; und viele andere, die einen schlugen sie, die andern töteten sie.
1535#Markus,12,6#6. Nun hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zuletzt auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen!
1536#Markus,12,7#7. Jene Weingärtner aber sprachen untereinander: Das ist der Erbe! Kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbgut unser sein!
1537#Markus,12,8#8. Und sie nahmen ihn, töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.
1538#Markus,12,9#9. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.
1539#Markus,12,10#10. Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
1540#Markus,12,11#11. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
1541#Markus,12,12#12. Da suchten sie ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er gegen sie das Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ab von ihm und gingen davon.
1542#Markus,12,13#13. UND sie sandten zu ihm etliche von den Pharisäern und Herodianern, um ihn in der Rede zu fangen.
1543#Markus,12,14#14. Diese kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes der Wahrheit gemäß. Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben oder nicht?
1544#Markus,12,15#15. Da er aber ihre Heuchelei sah, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringet mir einen Denar, damit ich ihn ansehe!
1545#Markus,12,16#16. Sie brachten einen. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers!
1546#Markus,12,17#17. Und Jesus antwortete und sprach: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie verwunderten sich über ihn.
1547#Markus,12,18#18. Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:
1548#Markus,12,19#19. Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau nehmen und seinem Bruder eine Nachkommenschaft erwecken.
1549#Markus,12,20#20. Nun sind sieben Brüder gewesen. Der erste nahm eine Frau und starb und hinterließ keine Nachkommenschaft.
1550#Markus,12,21#21. Da nahm sie der andere und starb, und auch er hinterließ keine Nachkommenschaft; und der dritte ebenso.
1551#Markus,12,22#22. Und es nahmen sie alle sieben und hinterließen keine Nachkommen. Zuletzt nach allen starb auch die Frau.
1552#Markus,12,23#23. In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wessen Frau wird sie sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.
1553#Markus,12,24#24. Jesus sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennet noch die Kraft Gottes?
1554#Markus,12,25#25. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.
1555#Markus,12,26#26. Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei (der Geschichte von) dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»?
1556#Markus,12,27#27. Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.
1557#Markus,12,28#28. Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das vornehmste Gebot unter allen?
1558#Markus,12,29#29. Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist alleiniger Herr-1-; -1) o: Herr allein.++
1559#Markus,12,30#30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot.
1560#Markus,12,31#31. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot.
1561#Markus,12,32#32. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht so, Meister! Es ist in Wahrheit so, wie du sagst, daß nur ein (Gott) ist und kein anderer außer ihm;
1562#Markus,12,33#33. und ihn zu lieben von ganzem Herzen und mit ganzem Verständnis und von ganzer Seele und mit aller Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
1563#Markus,12,34#34. Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes! Und es unterstand sich niemand mehr, ihn weiter zu fragen.
1564#Markus,12,35#35. Und Jesus hob an und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie können die Schriftgelehrten sagen, daß Christus Davids Sohn sei?
1565#Markus,12,36#36. David selbst sprach doch im heiligen Geiste: «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße!»
1566#Markus,12,37#37. So nennt David selbst ihn Herr; woher ist er denn sein Sohn? Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust.
1567#Markus,12,38#38. Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern im Talar-1- einhergehen und auf den Märkten sich grüßen lassen -1) in langen Kleidern.++
1568#Markus,12,39#39. und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten obenan sitzen wollen,
1569#Markus,12,40#40. die der Witwen Häuser fressen und zum Schein lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
1570#Markus,12,41#41. Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten-1- gegenüber und schaute zu, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. -1) Opferstock.++
1571#Markus,12,42#42. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein, das ist ein Heller.
1572#Markus,12,43#43. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten-1- gelegt als alle, die eingelegt haben. -1) Opferstock.++
1573#Markus,12,44#44. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt eingelegt.
1574#Markus,13,1#1. UND als er aus dem Tempel ging, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das!
1575#Markus,13,2#2. Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird!
1576#Markus,13,3#3. Und als er am Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders:
1577#Markus,13,4#4. Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dies alles vollendet werden soll?
1578#Markus,13,5#5. Jesus aber fing an, zu ihnen zu sagen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe!
1579#Markus,13,6#6. Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, - und werden viele irreführen!
1580#Markus,13,7#7. Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschrecket nicht; denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.
1581#Markus,13,8#8. Denn ein Volk wird sich erheben wider das andere und ein Reich wider das andere; es wird hier und dort Erdbeben geben, und Hungersnöte und Unruhen werden sein. Das ist der Wehen Anfang.
1582#Markus,13,9#9. Ihr aber, sehet auf euch selbst! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und man wird euch vor Fürsten und Könige stellen um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.
1583#Markus,13,10#10. Und unter allen Völkern muß zuvor das Evangelium gepredigt werden.
1584#Markus,13,11#11. Wenn sie euch aber hinführen und überliefern werden, so sorget nicht zum voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch zu jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.
1585#Markus,13,12#12. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern und der Vater das Kind, und Kinder werden sich wider die Eltern erheben und werden sie zum Tode bringen;
1586#Markus,13,13#13. und ihr werdet von jedermann gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
1587#Markus,13,14#14. Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung da stehen sehet, wo er nicht soll <wer es liest, der merke darauf!>, alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge.
1588#Markus,13,15#15. Wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht hinab und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen;
1589#Markus,13,16#16. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen.
1590#Markus,13,17#17. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen!
1591#Markus,13,18#18. Bittet aber, daß eure Flucht-1- nicht im Winter geschehe! -1) aL: daß es nicht im Winter.++
1592#Markus,13,19#19. Denn es wird in jenen Tagen eine Trübsal sein, dergleichen nicht gewesen ist von Anfang der Schöpfung, die Gott erschaffen hat, bis jetzt, und wie auch keine mehr sein wird.
1593#Markus,13,20#20. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
1594#Markus,13,21#21. Und wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder: Siehe dort, - so glaubet es nicht.
1595#Markus,13,22#22. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen.
1596#Markus,13,23#23. Ihr aber sehet euch vor! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.
1597#Markus,13,24#24. Aber in jenen Tagen, nach jener Trübsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben,
1598#Markus,13,25#25. und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte im Himmel in Bewegung geraten-1-. -1) o: erschüttert werden.++
1599#Markus,13,26#26. Und alsdann wird man des Menschen Sohn in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit.
1600#Markus,13,27#27. Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
1601#Markus,13,28#28. Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter treibt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.
1602#Markus,13,29#29. Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so merket, daß er nahe ist, vor der Tür.
1603#Markus,13,30#30. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.
1604#Markus,13,31#31. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
1605#Markus,13,32#32. Von jenem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.
1606#Markus,13,33#33. Sehet zu, wachet und betet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist.
1607#Markus,13,34#34. Es ist wie bei einem Menschen, der verreiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, einem jeden sein Werk, und dem Türhüter befahl, daß er wachen solle: -
1608#Markus,13,35#35. so wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zur Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen;
1609#Markus,13,36#36. auf daß nicht, wenn er unversehens kommt, er euch schlafend findet.
1610#Markus,13,37#37. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!
1611#Markus,14,1#1. ES war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten;
1612#Markus,14,2#2. denn sie sprachen: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volk entsteht!
1613#Markus,14,3#3. Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt.
1614#Markus,14,4#4. Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen?
1615#Markus,14,5#5. Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare verkaufen und es den Armen geben können. Und sie zürnten ihr.
1616#Markus,14,6#6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein edles Werk an mir getan.
1617#Markus,14,7#7. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
1618#Markus,14,8#8. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
1619#Markus,14,9#9. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
1620#Markus,14,10#10. Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern.
1621#Markus,14,11#11. Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten.
1622#Markus,14,12#12. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?
1623#Markus,14,13#13. Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Gehet in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folget,
1624#Markus,14,14#14. und wo er hineingeht, da sprechet zum Hausherrn: Der Meister läßt fragen: Wo ist meine Herberge, in der ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?
1625#Markus,14,15#15. Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern belegt und gerüstet ist, daselbst bereitet es für uns zu.
1626#Markus,14,16#16. Und seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah.
1627#Markus,14,17#17. Und da es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen.
1628#Markus,14,18#18. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten!
1629#Markus,14,19#19. Da fingen sie an traurig zu werden und fragten ihn einer nach dem andern: Doch nicht ich?
1630#Markus,14,20#20. Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taucht!
1631#Markus,14,21#21. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre besser, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!
1632#Markus,14,22#22. Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, lobpreisete, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib.
1633#Markus,14,23#23. Und er nahm den Kelch, sagte Dank und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
1634#Markus,14,24#24. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.
1635#Markus,14,25#25. Wahrlich, ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.
1636#Markus,14,26#26. Und nachdem sie den Lobgesang-a- gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. -a) Ps. 113 - 118.++
1637#Markus,14,27#27. Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir ärgern. Denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.»
1638#Markus,14,28#28. Aber nachdem ich auferstanden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen.
1639#Markus,14,29#29. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, doch nicht ich!
1640#Markus,14,30#30. Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
1641#Markus,14,31#31. Er aber sagte desto mehr: Wenn ich mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen. Gleicherweise sprachen aber auch alle.
1642#Markus,14,32#32. Und sie kommen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Bleibet hier sitzen, bis ich gebetet habe!
1643#Markus,14,33#33. Und er nahm den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu erschrecken, und ihm graute sehr.
1644#Markus,14,34#34. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist zutode betrübt; bleibet hier und wachet!
1645#Markus,14,35#35. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf die Erde und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge.
1646#Markus,14,36#36. Und er sprach: Abba, Vater! Es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
1647#Markus,14,37#37. Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht eine Stunde zu wachen?
1648#Markus,14,38#38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
1649#Markus,14,39#39. Und er ging wiederum hin und betete und sprach dieselben Worte.
1650#Markus,14,40#40. Und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden, und sie wußten nicht, was sie ihm antworten sollten.
1651#Markus,14,41#41. Und er kommt zum drittenmal und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? - Es ist genug! Die Stunde ist gekommen! Siehe, des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert.
1652#Markus,14,42#42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!
1653#Markus,14,43#43. Und alsbald, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.
1654#Markus,14,44#44. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet und führet ihn vorsichtig ab!
1655#Markus,14,45#45. Und als er nun kam, trat er alsbald auf ihn zu und sprach: Rabbi, - und küßte ihn.
1656#Markus,14,46#46. Sie aber legten Hand an ihn und griffen ihn.
1657#Markus,14,47#47. Einer aber von denen, die dabei standen, zog das Schwert, schlug den Knecht des obersten Priesters und hieb ihm ein Ohr ab.
1658#Markus,14,48#48. Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu fangen.
1659#Markus,14,49#49. Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht gegriffen. Doch, damit die Schrift erfüllt würde!
1660#Markus,14,50#50. Da verließen ihn alle und flohen.
1661#Markus,14,51#51. Und ein Jüngling folgte ihm, der ein Leinengewand auf dem bloßen Leibe trug; und sie ergriffen ihn,
1662#Markus,14,52#52. er aber ließ das Leinengewand fahren und entfloh nackt.
1663#Markus,14,53#53. UND sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen (dort) zusammen.
1664#Markus,14,54#54. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.
1665#Markus,14,55#55. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins.
1666#Markus,14,56#56. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse doch nicht überein.
1667#Markus,14,57#57. Und es standen etliche auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab und sprachen:
1668#Markus,14,58#58. Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist.
1669#Markus,14,59#59. Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.
1670#Markus,14,60#60. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
1671#Markus,14,61#61. Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
1672#Markus,14,62#62. Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!
1673#Markus,14,63#63. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was bedürfen wir weiter Zeugen?
1674#Markus,14,64#64. Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig.
1675#Markus,14,65#65. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener nahmen ihn mit Backenstreichen in Empfang.
1676#Markus,14,66#66. Und während Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters.
1677#Markus,14,67#67. Und als sie Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Nazarener!
1678#Markus,14,68#68. Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.
1679#Markus,14,69#69. Und als die Magd ihn sah, hob sie wieder an und sprach zu den Umstehenden: Dieser ist einer von ihnen!
1680#Markus,14,70#70. Er aber leugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen die Umstehenden abermals zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen! Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache ist gleich.
1681#Markus,14,71#71. Er aber fing an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!
1682#Markus,14,72#72. Da krähte alsbald der Hahn zum zweitenmal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er verhüllte sich und weinte.
1683#Markus,15,1#1. UND alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus.
1684#Markus,15,2#2. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es!
1685#Markus,15,3#3. Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor.
1686#Markus,15,4#4. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen!
1687#Markus,15,5#5. Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte.
1688#Markus,15,6#6. Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten.
1689#Markus,15,7#7. Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten.
1690#Markus,15,8#8. Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, (daß er täte,) wie er ihnen allezeit getan.
1691#Markus,15,9#9. Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden freigebe?
1692#Markus,15,10#10. Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten.
1693#Markus,15,11#11. Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle.
1694#Markus,15,12#12. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet?
1695#Markus,15,13#13. Sie aber schrieen wiederum: Kreuzige ihn!
1696#Markus,15,14#14. Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn!
1697#Markus,15,15#15. Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde.
1698#Markus,15,16#16. Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus-1-, und riefen die ganze Rotte-2- zusammen, -1) Prätorium.   2) Kohorte.++
1699#Markus,15,17#17. legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf.
1700#Markus,15,18#18. Und sie fingen an, ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden!
1701#Markus,15,19#19. Und schlugen sein Haupt mit einem Rohr, spieen ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder.
1702#Markus,15,20#20. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.
1703#Markus,15,21#21. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.
1704#Markus,15,22#22. Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha <das heißt übersetzt Schädelstätte>.
1705#Markus,15,23#23. Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht.
1706#Markus,15,24#24. Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was ein jeder bekommen sollte.
1707#Markus,15,25#25. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
1708#Markus,15,26#26. Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden.
1709#Markus,15,27#27. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
1710#Markus,15,28#28. Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: «Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.»
1711#Markus,15,29#29. Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten die Köpfe und sprachen: 30. Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust,
1712#Markus,15,30#hilf dir selbst und steige vom Kreuz herab!
1713#Markus,15,31#31. Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.
1714#Markus,15,32#32. Der Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuze herab, auf daß wir sehen und glauben! Auch die, welche mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
1715#Markus,15,33#33. Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
1716#Markus,15,34#34. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
1717#Markus,15,35#35. Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia!
1718#Markus,15,36#36. Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, tränkte ihn und sprach: Halt! laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen!
1719#Markus,15,37#37. Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.
1720#Markus,15,38#38. Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von obenan bis untenaus.
1721#Markus,15,39#39. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, daß er auf solche Weise verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!
1722#Markus,15,40#40. Es sahen aber auch Frauen von ferne zu, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, des jüngern Jakobus und Joses Mutter, und Salome,
1723#Markus,15,41#41. die ihm, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, auch viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.
1724#Markus,15,42#42. Und da es schon Abend geworden <es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat>,
1725#Markus,15,43#43. kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.
1726#Markus,15,44#44. Pilatus aber wunderte sich, daß er schon gestorben sein sollte, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
1727#Markus,15,45#45. Und als er es von dem Hauptmann erfahren, schenkte er dem Joseph den Leichnam.
1728#Markus,15,46#46. Und dieser kaufte Leinwand, nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in eine Gruft, die in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang der Gruft.
1729#Markus,15,47#47. Maria Magdalena aber und Maria, Joses' Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde.
1730#Markus,16,1#1. UND als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben.
1731#Markus,16,2#2. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging.
1732#Markus,16,3#3. Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang der Gruft?
1733#Markus,16,4#4. Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Er war nämlich sehr groß.
1734#Markus,16,5#5. Und sie gingen in die Gruft hinein und sahen einen Jüngling zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen, weißen Gewand; und sie erschraken.
1735#Markus,16,6#6. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten!
1736#Markus,16,7#7. Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
1737#Markus,16,8#8. Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft; denn ein Zittern und Entsetzen hatte sie befallen; und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.
1738#Markus,16,9#9. Als er aber früh am ersten Tage der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
1739#Markus,16,10#10. Diese ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten.
1740#Markus,16,11#11. Und als diese hörten, daß er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.
1741#Markus,16,12#12. Darnach offenbarte er sich zweien von ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie sich aufs Land begaben.
1742#Markus,16,13#13. Und diese gingen hin und verkündigten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.
1743#Markus,16,14#14. Nachher offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hätten.
1744#Markus,16,15#15. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung-1-! -1) o: Menschheit.++
1745#Markus,16,16#16. Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
1746#Markus,16,17#17. Diese Zeichen aber werden die, welche glauben, begleiten: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden,
1747#Markus,16,18#18. Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
1748#Markus,16,19#19. Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
1749#Markus,16,20#20. Sie aber gingen aus und predigten allenthalben; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen.

1#Matthäus,1,1#1. GESCHLECHTSREGISTER Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.
2#Matthäus,1,2#2. Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Juda und seine Brüder,
3#Matthäus,1,3#3. Juda zeugte den Phares und den Zara mit der Tamar, Phares zeugte den Esrom, Esrom zeugte den Aram,
4#Matthäus,1,4#4. Aram zeugte den Aminadab, Aminadab zeugte den Nahasson, Nahasson zeugte den Salmon,
5#Matthäus,1,5#5. Salmon zeugte den Boas mit der Rahab, Boas zeugte den Obed mit der Ruth, Obed zeugte den Jesse,
6#Matthäus,1,6#6. Jesse zeugte den König David. Der König David zeugte den Salomo mit dem Weibe Urias,
7#Matthäus,1,7#7. Salomo zeugte den Rehabeam, Rehabeam zeugte den Abia, Abia zeugte den Asa,
8#Matthäus,1,8#8. Asa zeugte den Josaphat, Josaphat zeugte den Joram, Joram zeugte den Usia,
9#Matthäus,1,9#9. Usia zeugte den Jotam, Jotam zeugte den Ahas, Ahas zeugte den Hiskia,
10#Matthäus,1,10#10. Hiskia zeugte den Manasse, Manasse zeugte den Amon, Amon zeugte den Josia,
11#Matthäus,1,11#11. Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder, zur Zeit der Übersiedelung nach Babylon.
12#Matthäus,1,12#12. Nach der Übersiedelung nach Babylon zeugte Jechonia den Salatiel. Salatiel zeugte den Serubbabel,
13#Matthäus,1,13#13. Serubbabel zeugte den Abiud, Abiud zeugte den Eliakim, Eliakim zeugte den Azor,
14#Matthäus,1,14#14. Azor zeugte den Sadok, Sadok zeugte den Achim, Achim zeugte den Eliud,
15#Matthäus,1,15#15. Eliud zeugte den Eleazar, Eleazar zeugte den Mattan, Mattan zeugte den Jakob,
16#Matthäus,1,16#16. Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher geboren ist Jesus, der genannt wird Christus.
17#Matthäus,1,17#17. So sind es nun von Abraham bis auf David insgesamt vierzehn Glieder; und von David bis zur Übersiedelung nach Babylon vierzehn Glieder; und von der Übersiedelung nach Babylon bis auf Christus vierzehn Glieder.
18#Matthäus,1,18#18. DIE Geburt Jesu Christi aber war also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammenkamen, erfand sich's, daß sie empfangen hatte vom heiligen Geist.
19#Matthäus,1,19#19. Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
20#Matthäus,1,20#20. Während er aber solches im Sinne hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr erzeugt ist, das ist vom heiligen Geist.
21#Matthäus,1,21#21. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
22#Matthäus,1,22#22. Dieses alles aber ist geschehen, auf daß erfüllt würde, was von dem Herrn gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:
23#Matthäus,1,23#23. «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Emmanuel geben; das heißt übersetzt: Gott mit uns.»
24#Matthäus,1,24#24. Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen, und nahm sein Weib zu sich
25#Matthäus,1,25#25. und erkannte sie nicht, bis sie den Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus.
26#Matthäus,2,1#1. ALS nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen:
27#Matthäus,2,2#2. Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten.
28#Matthäus,2,3#3. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm.
29#Matthäus,2,4#4. Und er berief alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.
30#Matthäus,2,5#5. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten:
31#Matthäus,2,6#6. «Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll!»
32#Matthäus,2,7#7. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen wäre,
33#Matthäus,2,8#8. und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wenn ihr es gefunden habt, so tut mir's kund, auf daß auch ich komme und es anbete.
34#Matthäus,2,9#9. Und als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte stillstand, wo das Kindlein war.
35#Matthäus,2,10#10. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut
36#Matthäus,2,11#11. und gingen in das Haus hinein und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und sie fielen nieder, beteten es an, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhen.
37#Matthäus,2,12#12. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, entwichen sie auf einem andern Wege in ihr Land.
38#Matthäus,2,13#13. Als sie aber entwichen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kindlein aufsuchen, um es umzubringen.
39#Matthäus,2,14#14. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter des Nachts und entwich nach Ägypten.
40#Matthäus,2,15#15. Und er blieb dort bis zum Tode des Herodes, auf daß erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt ist, der da spricht: «Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.»
41#Matthäus,2,16#16. Da sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, ward er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knäblein töten, die zu Bethlehem und in allen ihren Grenzen waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundigt hatte.
42#Matthäus,2,17#17. Da ward erfüllt, was durch Jeremia gesagt ist, den Propheten, der da spricht:
43#Matthäus,2,18#18. «Eine Stimme ist zu Rama gehört worden, viel Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.»
44#Matthäus,2,19#19. Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum
45#Matthäus,2,20#20. und spricht: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben trachteten!
46#Matthäus,2,21#21. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.
47#Matthäus,2,22#22. Als er aber hörte, daß Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dahin zu gehen. Und auf eine Anweisung hin, die er im Traume erhielt, entwich er in die Gegend des galiläischen Landes.
48#Matthäus,2,23#23. Und dort angekommen, ließ er sich nieder in einer Stadt namens Nazareth; auf daß erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist: «Er wird Nazarener heißen.»
49#Matthäus,3,1#1. IN jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und predigt in der Wüste des jüdischen Landes
50#Matthäus,3,2#2. und spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
51#Matthäus,3,3#3. Das ist der, von welchem gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: «Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!»
52#Matthäus,3,4#4. Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; und seine Speise waren Heuschrecken und wilder Honig.
53#Matthäus,3,5#5. Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze umliegende Landschaft des Jordan,
54#Matthäus,3,6#6. und es wurden von ihm getauft im Jordan, die ihre Sünden bekannten.
55#Matthäus,3,7#7. Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut, wer hat euch unterwiesen, dem zukünftigen Zorn zu entfliehen?
56#Matthäus,3,8#8. So bringet nun Frucht, die der Buße würdig ist!
57#Matthäus,3,9#9. Und denket nicht bei euch selbst, sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.
58#Matthäus,3,10#10. Es ist aber schon die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
59#Matthäus,3,11#11. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so daß ich nicht gut genug bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch im heiligen Geist und mit Feuer taufen.
60#Matthäus,3,12#12. Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand und wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.
61#Matthäus,3,13#13. Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
62#Matthäus,3,14#14. Er aber wehrte es ihm und sprach: Ich habe nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?
63#Matthäus,3,15#15. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu; denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da ließ er es ihm zu.
64#Matthäus,3,16#16. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen.
65#Matthäus,3,17#17. Und siehe, eine Stimme (kam) vom Himmel, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!
66#Matthäus,4,1#1. DARAUF ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde.
67#Matthäus,4,2#2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn hernach.
68#Matthäus,4,3#3. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden!
69#Matthäus,4,4#4. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.»
70#Matthäus,4,5#5. Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels
71#Matthäus,4,6#6. und spricht zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: «Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stoßest.»
72#Matthäus,4,7#7. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.»
73#Matthäus,4,8#8. Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
74#Matthäus,4,9#9. und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.
75#Matthäus,4,10#10. Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!»
76#Matthäus,4,11#11. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
77#Matthäus,4,12#12. ALS aber Jesus hörte, daß Johannes gefangengesetzt worden war, entwich er nach Galiläa.
78#Matthäus,4,13#13. Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich zu Kapernaum nieder, das am Meere-a- liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali; -a) s. V. 18.++
79#Matthäus,4,14#14. auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, der da spricht:
80#Matthäus,4,15#15. «Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Wege des Meeres, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden,
81#Matthäus,4,16#16. das Volk, das in der Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen im Lande und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen.»
82#Matthäus,4,17#17. Von da an begann Jesus zu predigen und zu sprechen: Tut Buße; denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
83#Matthäus,4,18#18. Als er aber am galiläischen Meere-1- wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz ins Meer, denn sie waren Fischer. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
84#Matthäus,4,19#19. Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen!
85#Matthäus,4,20#20. Und sie verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach.
86#Matthäus,4,21#21. Und als er von da weiterging, sah er in einem Schiffe zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus ihre Netze flicken; und er berief sie.
87#Matthäus,4,22#22. Da verließen sie alsbald das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.
88#Matthäus,4,23#23. Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.
89#Matthäus,4,24#24. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Kranken zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie.
90#Matthäus,4,25#25. Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn-Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.
91#Matthäus,5,1#1. ALS er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm.
92#Matthäus,5,2#2. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
93#Matthäus,5,3#3. Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich!
94#Matthäus,5,4#4. Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden!
95#Matthäus,5,5#5. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land ererben!
96#Matthäus,5,6#6. Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden!
97#Matthäus,5,7#7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!
98#Matthäus,5,8#8. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen!
99#Matthäus,5,9#9. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen!
100#Matthäus,5,10#10. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich!
101#Matthäus,5,11#11. Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Arges wider euch reden um meinetwillen!
102#Matthäus,5,12#12. Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn also haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.
103#Matthäus,5,13#13. IHR seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde.
104#Matthäus,5,14#14. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben.
105#Matthäus,5,15#15. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind.
106#Matthäus,5,16#16. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
107#Matthäus,5,17#17. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
108#Matthäus,5,18#18. Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
109#Matthäus,5,19#19. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich, wer sie aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
110#Matthäus,5,20#20. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Himmelreich eingehen!
111#Matthäus,5,21#21. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.
112#Matthäus,5,22#22. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka-1-! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. -1) d.h. Nichtsnutz.++
113#Matthäus,5,23#23. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und daselbst eingedenk wirst, daß dein Bruder etwas wider dich habe,
114#Matthäus,5,24#24. so laß deine Gabe dort vor dem Altar und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe.
115#Matthäus,5,25#25. Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Wege bist; damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter überantworte, und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und du ins Gefängnis geworfen werdest.
116#Matthäus,5,26#26. Wahrlich, ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast!
117#Matthäus,5,27#27. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!»
118#Matthäus,5,28#28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
119#Matthäus,5,29#29. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.
120#Matthäus,5,30#30. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verloren gehe, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.
121#Matthäus,5,31#31. Es ist auch gesagt: «Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief.»
122#Matthäus,5,32#32. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe.
123#Matthäus,5,33#33. Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.»
124#Matthäus,5,34#34. Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron,
125#Matthäus,5,35#35. noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt.
126#Matthäus,5,36#36. Auch bei deinem Haupte sollst du nicht schwören; denn du vermagst kein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.
127#Matthäus,5,37#37. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.
128#Matthäus,5,38#38. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!»
129#Matthäus,5,39#39. Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deinen rechten Backen schlägt, so biete ihm auch den andern dar;
130#Matthäus,5,40#40. und wer mit dir rechten und deinen Rock nehmen will, dem laß auch den Mantel;
131#Matthäus,5,41#41. und wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei.
132#Matthäus,5,42#42. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will.
133#Matthäus,5,43#43. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!»
134#Matthäus,5,44#44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen;
135#Matthäus,5,45#45. auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
136#Matthäus,5,46#46. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe?
137#Matthäus,5,47#47. Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso?
138#Matthäus,5,48#48. Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!
139#Matthäus,6,1#1. HABET acht, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten übet, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
140#Matthäus,6,2#2. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gepriesen zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
141#Matthäus,6,3#3. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
142#Matthäus,6,4#4. damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
143#Matthäus,6,5#5. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
144#Matthäus,6,6#6. Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
145#Matthäus,6,7#7. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
146#Matthäus,6,8#8. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet.
147#Matthäus,6,9#9. So sollt ihr nun also beten: Unser Vater, der du bist in dem Himmel! Geheiligt werde dein Name.
148#Matthäus,6,10#10. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden.
149#Matthäus,6,11#11. Gib uns heute unser tägliches Brot.
150#Matthäus,6,12#12. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.
151#Matthäus,6,13#13. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.] -
152#Matthäus,6,14#14. Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.
153#Matthäus,6,15#15. Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.
154#Matthäus,6,16#16. Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt werde, daß sie fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
155#Matthäus,6,17#17. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht,
156#Matthäus,6,18#18. damit es nicht von den Leuten bemerkt werde, daß du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.
157#Matthäus,6,19#19. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen, und wo die Diebe nachgraben und stehlen.
158#Matthäus,6,20#20. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen.
159#Matthäus,6,21#21. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
160#Matthäus,6,22#22. Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
161#Matthäus,6,23#23. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
162#Matthäus,6,24#24. Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
163#Matthäus,6,25#25. Darum sage ich euch: Sorget euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
164#Matthäus,6,26#26. Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
165#Matthäus,6,27#27. Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Länge-1- eine einzige Elle hinzusetzen? -1) o: Lebenslänge.++
166#Matthäus,6,28#28. Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht;
167#Matthäus,6,29#29. ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie deren eine.
168#Matthäus,6,30#30. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
169#Matthäus,6,31#31. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden?
170#Matthäus,6,32#32. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden; aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürft.
171#Matthäus,6,33#33. Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden.
172#Matthäus,6,34#34. Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen-1-. Jedem Tage genügt seine eigene Plage! -1) o: seine eigene Sorge haben.++
173#Matthäus,7,1#1. RICHTET nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
174#Matthäus,7,2#2. Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch gemessen werden.
175#Matthäus,7,3#3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?
176#Matthäus,7,4#4. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, - und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
177#Matthäus,7,5#5. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge und dann siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!
178#Matthäus,7,6#6. Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
179#Matthäus,7,7#7. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!
180#Matthäus,7,8#8. Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.
181#Matthäus,7,9#9. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gäbe,
182#Matthäus,7,10#10. oder, wenn er um einen Fisch bittet, er ihm eine Schlange gäbe?
183#Matthäus,7,11#11. Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten! -
184#Matthäus,7,12#12. Alles nun, was ihr wollt, daß die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.
185#Matthäus,7,13#13. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen.
186#Matthäus,7,14#14. Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!
187#Matthäus,7,15#15. Hütet euch aber vor den falschen Propheten, welche in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.
188#Matthäus,7,16#16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
189#Matthäus,7,17#17. So bringt ein jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte.
190#Matthäus,7,18#18. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
191#Matthäus,7,19#19. Ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
192#Matthäus,7,20#20. Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.
193#Matthäus,7,21#21. Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
194#Matthäus,7,22#22. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?
195#Matthäus,7,23#23. Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!
196#Matthäus,7,24#24. Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
197#Matthäus,7,25#25. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.
198#Matthäus,7,26#26. Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute.
199#Matthäus,7,27#27. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, da fiel es, und sein Fall war groß.
200#Matthäus,7,28#28. Und es begab sich, als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre.
201#Matthäus,7,29#29. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
202#Matthäus,8,1#1. ALS er aber von dem Berge herabstieg, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
203#Matthäus,8,2#2. Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.
204#Matthäus,8,3#3. Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein.
205#Matthäus,8,4#4. Und Jesus spricht zu ihm: Siehe zu, daß du es niemand sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer, das Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
206#Matthäus,8,5#5. Als er aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn
207#Matthäus,8,6#6. und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und ist furchtbar geplagt!
208#Matthäus,8,7#7. Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen.
209#Matthäus,8,8#8. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden.
210#Matthäus,8,9#9. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Gehe hin! so geht er; und zu einem andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Tue das! so tut er's.
211#Matthäus,8,10#10. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei niemand in Israel habe ich so großen Glauben gefunden!
212#Matthäus,8,11#11. Ich sage euch aber: Viele werden kommen von Morgen und Abend und werden mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen im Himmelreich;
213#Matthäus,8,12#12. aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis-1- hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen.++
214#Matthäus,8,13#13. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht ward gesund in derselben Stunde.
215#Matthäus,8,14#14. Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, daß dessen Schwiegermutter darniederlag und das Fieber hatte.
216#Matthäus,8,15#15. Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm.
217#Matthäus,8,16#16. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus durchs Wort und heilte alle Kranken;
218#Matthäus,8,17#17. auf daß erfüllt würde, was durch Jesaja gesagt ist, den Propheten, welcher spricht: «Er hat unsere Gebrechen weggenommen und die Krankheiten getragen.»
219#Matthäus,8,18#18. ALS aber Jesus die Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren.
220#Matthäus,8,19#19. Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!
221#Matthäus,8,20#20. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.
222#Matthäus,8,21#21. Ein anderer Jünger sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben!
223#Matthäus,8,22#22. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und laß die Toten ihre Toten begraben!
224#Matthäus,8,23#23. Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach.
225#Matthäus,8,24#24. Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem Meere-1-, so daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; er aber schlief. -1) genannt auch See Genezareth o. See von Tiberias.++
226#Matthäus,8,25#25. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um!
227#Matthäus,8,26#26. Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf und bedrohte die Winde und das Meer; und es ward eine große Stille.
228#Matthäus,8,27#27. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Wer ist der, daß ihm auch die Winde und das Meer gehorsam sind?
229#Matthäus,8,28#28. Und als er ans jenseitige Ufer in die Landschaft der Gadarener-1- kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr gefährlich, so daß niemand auf jener Straße wandern konnte. -1) auch Gergesener o. Gerasener genannt.++
230#Matthäus,8,29#29. Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen?
231#Matthäus,8,30#30. Es war aber fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide.
232#Matthäus,8,31#31. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so sende uns in die Schweineherde!
233#Matthäus,8,32#32. Und er sprach zu ihnen: Fahret hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinunter ins Meer, und sie kamen im Wasser um.
234#Matthäus,8,33#33. Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und verkündigten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war.
235#Matthäus,8,34#34. Und siehe, die ganze Stadt kam heraus, Jesus entgegen; und als sie ihn sahen, baten sie ihn, von ihren Grenzen zu weichen.
236#Matthäus,9,1#1. UND er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt.
237#Matthäus,9,2#2. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
238#Matthäus,9,3#3. Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert!
239#Matthäus,9,4#4. Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen?
240#Matthäus,9,5#5. Was ist denn leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle?
241#Matthäus,9,6#6. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten -: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim!
242#Matthäus,9,7#7. Und er stand auf und ging heim.
243#Matthäus,9,8#8. Als aber die Volksmenge das sah, verwunderte sie sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben.
244#Matthäus,9,9#9. Und als Jesus von da weiter ging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.
245#Matthäus,9,10#10. Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische.
246#Matthäus,9,11#11. Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?
247#Matthäus,9,12#12. Er aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.
248#Matthäus,9,13#13. Gehet aber hin und lernet, was das sei: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.» Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
249#Matthäus,9,14#14. Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?
250#Matthäus,9,15#15. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, wo der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten.
251#Matthäus,9,16#16. Niemand aber setzt einen Lappen von ungewalktem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Lappen reißt von dem Kleide ab, und der Riß wird ärger.
252#Matthäus,9,17#17. Man faßt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißen die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche kommen um; sondern man faßt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben beide miteinander erhalten.
253#Matthäus,9,18#18. Und da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher-1-, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben! -1) der Synagoge.++
254#Matthäus,9,19#19. Und Jesus stand auf und folgte ihm samt seinen Jüngern.
255#Matthäus,9,20#20. Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu und rührte den Saum-1- seines Kleides an. -1) aüs: die Quaste.++
256#Matthäus,9,21#21. Denn sie sagte bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrühre, so bin ich gerettet-1-! -1) o: geheilt; o: so ist mir geholfen.++
257#Matthäus,9,22#22. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Und das Weib war gerettet von jener Stunde an.
258#Matthäus,9,23#23. Als nun Jesus in das Haus des Obersten kam und die Pfeifer und das Getümmel sah,
259#Matthäus,9,24#24. sprach er zu ihnen: Entfernet euch! Denn das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
260#Matthäus,9,25#25. Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und faßte sie bei der Hand; und das Mägdlein stand auf.
261#Matthäus,9,26#26. Und das Gerücht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.
262#Matthäus,9,27#27. Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Du Sohn Davids, erbarme dich unser!
263#Matthäus,9,28#28. Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
264#Matthäus,9,29#29. Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!
265#Matthäus,9,30#30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus drohte ihnen ernstlich und sprach: Sehet zu, daß es niemand erfahre!
266#Matthäus,9,31#31. Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt.
267#Matthäus,9,32#32. Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war.
268#Matthäus,9,33#33. Und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Solches ist noch nie in Israel gesehen worden!
269#Matthäus,9,34#34. Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus!
270#Matthäus,9,35#35. UND Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.
271#Matthäus,9,36#36. Als er aber die Volksscharen sah, jammerten sie ihn, weil sie beraubt und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
272#Matthäus,9,37#37. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige.
273#Matthäus,9,38#38. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende!
274#Matthäus,10,1#1. Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
275#Matthäus,10,2#2. Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes;
276#Matthäus,10,3#3. Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Lebbäus, zubenannt Thaddäus;
277#Matthäus,10,4#4. Simon der Kananäer, und Judas, der Ischariot, welcher ihn verriet.
278#Matthäus,10,5#5. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Begebet euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter;
279#Matthäus,10,6#6. gehet vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
280#Matthäus,10,7#7. Gehet aber hin, prediget und sprechet: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
281#Matthäus,10,8#8. Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet es!
282#Matthäus,10,9#9. Nehmet weder Gold noch Silber noch Erz in eure Gürtel,
283#Matthäus,10,10#10. keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Röcke, weder Schuhe noch Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
284#Matthäus,10,11#11. Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingehet, da erkundiget euch, wer darin würdig sei, und bleibet dort, bis ihr weiterzieht.
285#Matthäus,10,12#12. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßet es.
286#Matthäus,10,13#13. Und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber nicht würdig, so soll euer Friede wieder zu euch zurückkehren.
287#Matthäus,10,14#14. Und wenn euch jemand nicht aufnehmen, noch eure Rede hören wird, so gehet fort aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
288#Matthäus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom und Gomorra am Tage des Gerichts erträglicher gehen als dieser Stadt.
289#Matthäus,10,16#16. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!
290#Matthäus,10,17#17. Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln;
291#Matthäus,10,18#18. auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen, um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
292#Matthäus,10,19#19. Wenn sie euch aber überliefern, so sorget euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt;
293#Matthäus,10,20#20. denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist's, der durch euch redet.
294#Matthäus,10,21#21. Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode überliefern und ein Vater sein Kind; und Kinder werden sich wider die Eltern erheben und werden sie zum Tode bringen.
295#Matthäus,10,22#22. Und ihr werdet von jedermann gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
296#Matthäus,10,23#23. Wenn sie euch aber in der einen Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig sein, bis des Menschen Sohn kommt.
297#Matthäus,10,24#24. Der Jünger ist nicht über dem Meister, noch der Knecht über seinem Herrn.
298#Matthäus,10,25#25. Es ist für den Jünger genug, daß er sei-1- wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebul geheißen, wieviel mehr seine Hausgenossen! -1) o: wenn es ihm geht wie seinem Meister.++
299#Matthäus,10,26#26. So fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird.
300#Matthäus,10,27#27. Was ich euch im Finstern sage, das redet am Licht, und was ihr ins Ohr höret, das prediget auf den Dächern.
301#Matthäus,10,28#28. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet vielmehr den, welcher Seele und Leib verderben kann in der Hölle.
302#Matthäus,10,29#29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Und doch fällt keiner derselben auf die Erde ohne euren Vater.
303#Matthäus,10,30#30. Bei euch aber sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt.
304#Matthäus,10,31#31. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.
305#Matthäus,10,32#32. Jeder nun, der mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater;
306#Matthäus,10,33#33. wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will auch ich verleugnen vor meinem himmlischen Vater.
307#Matthäus,10,34#34. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
308#Matthäus,10,35#35. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
309#Matthäus,10,36#36. und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.
310#Matthäus,10,37#37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
311#Matthäus,10,38#38. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
312#Matthäus,10,39#39. Wer sein Leben-1- findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben-1- verliert um meinetwillen, der wird es finden. -1) o: seine Seele.++
313#Matthäus,10,40#40. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.
314#Matthäus,10,41#41. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet heißt, der wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter heißt, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen;
315#Matthäus,10,42#42. und wer einen dieser Geringen auch nur mit einem Becher kalten Wassers tränkt, weil er ein Jünger heißt, wahrlich, ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren!
316#Matthäus,11,1#1. Und es begab sich, als Jesus die Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte, zog er von dannen, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
317#Matthäus,11,2#2. ALS aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi vernahm, ließ er ihn durch seine Jünger fragen:
318#Matthäus,11,3#3. Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
319#Matthäus,11,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr sehet und höret:
320#Matthäus,11,5#5. Blinde werden sehend, und Lahme wandeln, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt.
321#Matthäus,11,6#6. Und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir!
322#Matthäus,11,7#7. Als aber diese aufbrachen, fing Jesus an zur Volksmenge zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird?
323#Matthäus,11,8#8. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige!
324#Matthäus,11,9#9. Oder was seid ihr hinausgegangen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet!
325#Matthäus,11,10#10. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: «Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.»
326#Matthäus,11,11#11. Wahrlich, ich sage euch, unter denen, die vom Weibe geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten, als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.
327#Matthäus,11,12#12. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.
328#Matthäus,11,13#13. Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes haben geweissagt.
329#Matthäus,11,14#14. Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist der Elia, der da kommen soll.
330#Matthäus,11,15#15. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
331#Matthäus,11,16#16. Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die am Markte sitzen und ihren Gespielen zurufen
332#Matthäus,11,17#17. und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben geklagt, und ihr habt nicht geweint!
333#Matthäus,11,18#18. Denn Johannes ist gekommen, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon!
334#Matthäus,11,19#19. Des Menschen Sohn ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund! Und die Weisheit ist durch ihre Kinder-1- gerechtfertigt worden. -1) aL: Werke.++
335#Matthäus,11,20#20. Da fing er an, die Städte zu schelten, in welchen die meisten seiner Taten geschehen waren, weil sie nicht Buße getan.
336#Matthäus,11,21#21. Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst im Sack und in der Asche Buße getan.
337#Matthäus,11,22#22. Doch ich sage euch, es wird Tyrus und Zidon erträglicher gehen am Tage des Gerichts als euch!
338#Matthäus,11,23#23. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhoben bist, du wirst bis zur Hölle-1- hinabgeworfen werden. Denn wenn zu Sodom die Taten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es stünde noch heutzutage! -1) w: bis zum Totenreich (Hades).++
339#Matthäus,11,24#24. Doch ich sage euch, es wird dem Lande Sodom erträglicher gehen am Tage des Gerichts als dir!
340#Matthäus,11,25#25. Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast!
341#Matthäus,11,26#26. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir.
342#Matthäus,11,27#27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.
343#Matthäus,11,28#28. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!
344#Matthäus,11,29#29. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;
345#Matthäus,11,30#30. denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!
346#Matthäus,12,1#1. ZU jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen.
347#Matthäus,12,2#2. Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!
348#Matthäus,12,3#3. Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte?
349#Matthäus,12,4#4. Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?
350#Matthäus,12,5#5. Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?
351#Matthäus,12,6#6. Ich sage euch aber: Hier ist ein Größerer als der Tempel!
352#Matthäus,12,7#7. Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer», so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.
353#Matthäus,12,8#8. Denn des Menschen Sohn ist Herr über den Sabbat.
354#Matthäus,12,9#9. Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
355#Matthäus,12,10#10. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen? - damit sie ihn verklagen könnten.
356#Matthäus,12,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?
357#Matthäus,12,12#12. Wieviel besser ist nun ein Mensch, denn ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.
358#Matthäus,12,13#13. Dann sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere.
359#Matthäus,12,14#14. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat wider ihn, um ihn umzubringen.
360#Matthäus,12,15#15. Jesus aber, da er es merkte, zog sich von dort zurück; und es folgten ihm viele nach, und er heilte sie alle.
361#Matthäus,12,16#16. Und er gebot ihnen, ihn nicht offenbar zu machen,
362#Matthäus,12,17#17. damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist:
363#Matthäus,12,18#18. «Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen.
364#Matthäus,12,19#19. Er wird nicht zanken noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören.
365#Matthäus,12,20#20. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis daß er das Gericht-1- zum Sieg ausführe. -1) o: Recht.++
366#Matthäus,12,21#21. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.»
367#Matthäus,12,22#22. Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, so daß der Blinde und Stumme redete und sah.
368#Matthäus,12,23#23. Und alles Volk erstaunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids?
369#Matthäus,12,24#24. Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
370#Matthäus,12,25#25. Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird veröden, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.
371#Matthäus,12,26#26. Wenn nun ein Satan den andern austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen?
372#Matthäus,12,27#27. Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.
373#Matthäus,12,28#28. Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.
374#Matthäus,12,29#29. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus plündern.
375#Matthäus,12,30#30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
376#Matthäus,12,31#31. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.
377#Matthäus,12,32#32. Und wer ein Wort redet wider des Menschen Sohn, dem wird vergeben werden; wer aber wider den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.
378#Matthäus,12,33#33. Entweder pflanzet einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzet einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.
379#Matthäus,12,34#34. Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
380#Matthäus,12,35#35. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze (des Herzens) Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatze Böses hervor.
381#Matthäus,12,36#36. Ich sage euch aber, daß die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben.
382#Matthäus,12,37#37. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden.
383#Matthäus,12,38#38. Da hoben etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer an und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!
384#Matthäus,12,39#39. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
385#Matthäus,12,40#40. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Schoße der Erde sein.
386#Matthäus,12,41#41. Leute von Ninive werden auftreten im Gericht wider dieses Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin. Und siehe, hier ist mehr als Jona!
387#Matthäus,12,42#42. Die Königin von Mittag wird auftreten im Gerichte wider dieses Geschlecht und wird es verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo!
388#Matthäus,12,43#43. Wenn aber der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchwandelt er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht.
389#Matthäus,12,44#44. Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus welchem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt.
390#Matthäus,12,45#45. Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird zuletzt mit diesem Menschen ärger als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht.
391#Matthäus,12,46#46. Während er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden.
392#Matthäus,12,47#47. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden.
393#Matthäus,12,48#48. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
394#Matthäus,12,49#49. Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder!
395#Matthäus,12,50#50. Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter!
396#Matthäus,13,1#1. AN jenem Tage ging Jesus zum Hause hinaus und setzte sich an das Meer.
397#Matthäus,13,2#2. Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, so daß er in ein Schiff trat und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer.
398#Matthäus,13,3#3. Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen.
399#Matthäus,13,4#4. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.
400#Matthäus,13,5#5. Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte;
401#Matthäus,13,6#6. als aber die Sonne aufging, ward es verbrannt; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
402#Matthäus,13,7#7. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
403#Matthäus,13,8#8. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.
404#Matthäus,13,9#9. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
405#Matthäus,13,10#10. Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?
406#Matthäus,13,11#11. Er aber antwortete und sprach: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; jenen aber ist's nicht gegeben.
407#Matthäus,13,12#12. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
408#Matthäus,13,13#13. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht hören und nicht verstehen;
409#Matthäus,13,14#14. und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche also lautet: «Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen!
410#Matthäus,13,15#15. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen, daß sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile».
411#Matthäus,13,16#16. Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören.
412#Matthäus,13,17#17. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört.
413#Matthäus,13,18#18. So höret nun ihr das Gleichnis vom Sämann:
414#Matthäus,13,19#19. So oft jemand das Wort vom Reiche hört und nicht versteht, so kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei welchem es an den Weg gestreut war.
415#Matthäus,13,20#20. Auf den felsigen Boden gestreut aber ist es bei dem, welcher das Wort hört und alsbald mit Freuden aufnimmt;
416#Matthäus,13,21#21. er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch-1-. Wenn nun Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er alsbald Anstoß. -1) o: ein Kind des Augenblicks.++
417#Matthäus,13,22#22. Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, welcher das Wort hört; aber die Sorge um das Zeitliche und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.
418#Matthäus,13,23#23. Auf das gute Erdreich gesät aber ist es bei dem, welcher das Wort hört und versteht; der bringt dann auch Frucht, einer hundertfältig, ein anderer sechzigfältig, ein dritter dreißigfältig.
419#Matthäus,13,24#24. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
420#Matthäus,13,25#25. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut-1- mitten unter den Weizen und ging davon. -1) w: Lolch, Afterweizen.++
421#Matthäus,13,26#26. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut.
422#Matthäus,13,27#27. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
423#Matthäus,13,28#28. Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, daß wir hingehen und es zusammenlesen?
424#Matthäus,13,29#29. Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut zusammenleset, zugleich mit ihm den Weizen ausraufet.
425#Matthäus,13,30#30. Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, daß man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!
426#Matthäus,13,31#31. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte.
427#Matthäus,13,32#32. Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
428#Matthäus,13,33#33. Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte-1-, bis es ganz durchsäuert ward. -1) w: verbarg.++
429#Matthäus,13,34#34. Dieses alles redete Jesus in Gleichnissen zum Volke, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,
430#Matthäus,13,35#35. damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht: «Ich will meinen Mund in Gleichnissen auftun, ich will verkündigen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war.»
431#Matthäus,13,36#36. Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
432#Matthäus,13,37#37. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist des Menschen Sohn.
433#Matthäus,13,38#38. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen.
434#Matthäus,13,39#39. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit, die Schnitter sind die Engel.
435#Matthäus,13,40#40. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende der Weltzeit.
436#Matthäus,13,41#41. Des Menschen Sohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle Ärgernisse und die da Unrecht tun
437#Matthäus,13,42#42. und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Heulen und das Zähneknirschen sein.
438#Matthäus,13,43#43. Alsdann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
439#Matthäus,13,44#44. Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.
440#Matthäus,13,45#45. Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
441#Matthäus,13,46#46. Als er nun eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
442#Matthäus,13,47#47. Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen ward und (Fische) von allerlei Art zusammenbrachte.
443#Matthäus,13,48#48. Als es voll war, zogen sie es ans Gestade, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg.
444#Matthäus,13,49#49. So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden
445#Matthäus,13,50#50. und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
446#Matthäus,13,51#51. Da sprach Jesus zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!
447#Matthäus,13,52#52. Da sagte er zu ihnen: Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der für das Himmelreich unterrichtet ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatze Neues und Altes hervorholt.
448#Matthäus,13,53#53. UND es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er von dannen.
449#Matthäus,13,54#54. Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, so daß sie erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solche Weisheit und solche Kräfte?
450#Matthäus,13,55#55. Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Joses und Simon und Judas?
451#Matthäus,13,56#56. Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher kommt ihm das alles?
452#Matthäus,13,57#57. Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet als in seiner Vaterstadt und in seinem Hause!
453#Matthäus,13,58#58. Und er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen.
454#Matthäus,14,1#1. ZU jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus.
455#Matthäus,14,2#2. Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer; der ist von den Toten auferstanden; darum sind auch die Kräfte wirksam in ihm!
456#Matthäus,14,3#3. Denn Herodes hatte den Johannes greifen, binden und ins Gefängnis legen lassen, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus.
457#Matthäus,14,4#4. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben!
458#Matthäus,14,5#5. Und er wollte ihn töten, fürchtete aber das Volk, denn sie hielten ihn für einen Propheten.
459#Matthäus,14,6#6. Als nun Herodes seinen Geburtstag beging, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel dem Herodes.
460#Matthäus,14,7#7. Darum verhieß er ihr mit einem Eide, ihr zu geben, was sie auch fordern würde.
461#Matthäus,14,8#8. Da sie aber von ihrer Mutter angeleitet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!
462#Matthäus,14,9#9. Und der König ward betrübt; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tische saßen, befahl er, es zu geben.
463#Matthäus,14,10#10. Und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
464#Matthäus,14,11#11. Und sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.
465#Matthäus,14,12#12. Und seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leichnam und begruben ihn und gingen hin und verkündigten es Jesus.
466#Matthäus,14,13#13. Als aber Jesus das hörte, entwich er von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach.
467#Matthäus,14,14#14. Als nun Jesus hervorkam, sah er eine große Menge und erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.
468#Matthäus,14,15#15. Und als es Abend geworden, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Stunde ist schon vorgeschritten; entlaß das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen!
469#Matthäus,14,16#16. Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig hinzugehen; gebt ihr ihnen zu essen!
470#Matthäus,14,17#17. Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.
471#Matthäus,14,18#18. Er sprach: Bringt sie mir hierher!
472#Matthäus,14,19#19. Und er befahl dem Volk, sich in das Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf, dankte, brach und gab den Jüngern die Brote, die Jünger aber (gaben sie) dem Volk.
473#Matthäus,14,20#20. Und sie aßen alle und wurden satt; und sie hoben auf, was übrigblieb an Brocken, zwölf Körbe voll.
474#Matthäus,14,21#21. Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
475#Matthäus,14,22#22. Und alsbald nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte.
476#Matthäus,14,23#23. Und nachdem er die Menge entlassen, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten; und als es Abend geworden, war er allein daselbst.
477#Matthäus,14,24#24. Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war entgegen.
478#Matthäus,14,25#25. Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und wandelte auf dem Meer.
479#Matthäus,14,26#26. Als ihn aber die Jünger auf dem Meere wandeln sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst, und schrieen vor Furcht.
480#Matthäus,14,27#27. Jesus aber redete alsbald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin's; fürchtet euch nicht!
481#Matthäus,14,28#28. Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen!
482#Matthäus,14,29#29. Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
483#Matthäus,14,30#30. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich!
484#Matthäus,14,31#31. Jesus aber streckte alsbald die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum zweifeltest du?
485#Matthäus,14,32#32. Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind.
486#Matthäus,14,33#33. Da kamen, die in dem Schiffe waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!
487#Matthäus,14,34#34. Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genezareth.
488#Matthäus,14,35#35. Und da ihn die Männer dieser Gegend erkannten, sandten sie in die ganze Umgegend und brachten alle Kranken zu ihm.
489#Matthäus,14,36#36. Und sie baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren dürften; und so viele ihn anrührten, die wurden ganz gesund.
490#Matthäus,15,1#1. DA kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen:
491#Matthäus,15,2#2. Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.
492#Matthäus,15,3#3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
493#Matthäus,15,4#4. Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.»
494#Matthäus,15,5#5. Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zum Opfer vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte; der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht mehr zu ehren.
495#Matthäus,15,6#6. Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.
496#Matthäus,15,7#7. Ihr Heuchler! Trefflich hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht:
497#Matthäus,15,8#8. «Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.
498#Matthäus,15,9#9. Vergeblich aber ehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Menschengebote sind.»
499#Matthäus,15,10#10. Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret und verstehet!
500#Matthäus,15,11#11. Nicht das, was zum Munde eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
501#Matthäus,15,12#12. Da traten seine Jünger herzu und sprachen zu ihm: Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das hörten?
502#Matthäus,15,13#13. Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
503#Matthäus,15,14#14. Lasset sie; sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, werden beide in die Grube fallen.
504#Matthäus,15,15#15. Da sprach Petrus zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichnis!
505#Matthäus,15,16#16. Er aber sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig?
506#Matthäus,15,17#17. Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird?
507#Matthäus,15,18#18. Was aber aus dem Munde herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.
508#Matthäus,15,19#19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
509#Matthäus,15,20#20. Das ist's, was den Menschen verunreinigt; aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht.
510#Matthäus,15,21#21. UND Jesus zog von dort weg und entwich in die Gegend von Tyrus und Zidon.
511#Matthäus,15,22#22. Und siehe, eine kananäische Frau kam aus jener Gegend, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist arg besessen!
512#Matthäus,15,23#23. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab; denn sie schreit uns nach!
513#Matthäus,15,24#24. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.
514#Matthäus,15,25#25. Sie aber kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
515#Matthäus,15,26#26. Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man das Brot der Kinder nehme und es den Hündlein vorwerfe!
516#Matthäus,15,27#27. Sie aber sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
517#Matthäus,15,28#28. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.
518#Matthäus,15,29#29. UND Jesus zog weiter und kam an das galiläische Meer; und er stieg auf den Berg und setzte sich daselbst.
519#Matthäus,15,30#30. Und es kamen zu ihm große Volksmengen, die hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich; und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie,
520#Matthäus,15,31#31. also daß sich die Menge verwunderte, als sie sah, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme wandelten und Blinde sehend wurden; und sie priesen den Gott Israels.
521#Matthäus,15,32#32. Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Mich jammert das Volk; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht nüchtern entlassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen.
522#Matthäus,15,33#33. Und seine Jünger sprachen zu ihm: Woher sollen wir in der Wüste so viele Brote nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?
523#Matthäus,15,34#34. Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und ein paar Fische.
524#Matthäus,15,35#35. Und er befahl dem Volk, sich auf die Erde zu lagern,
525#Matthäus,15,36#36. und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, die Jünger aber (gaben sie) dem Volke.
526#Matthäus,15,37#37. Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an Brocken übrigblieb, sieben Körbe voll.
527#Matthäus,15,38#38. Die aber gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
528#Matthäus,15,39#39. Und nachdem er das Volk entlassen, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala-1-. -1) aL: Magadan.++
529#Matthäus,16,1#1. Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und baten, daß er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möchte.
530#Matthäus,16,2#2. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön; denn der Himmel ist rot;
531#Matthäus,16,3#3. und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter; denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht!
532#Matthäus,16,4#4. Das böse und ehebrecherische Geschlecht fordert ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona. Und er verließ sie und ging davon.
533#Matthäus,16,5#5. Und als seine Jünger ans jenseitige Gestade kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen.
534#Matthäus,16,6#6. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
535#Matthäus,16,7#7. Da machten sie sich untereinander Gedanken und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben!
536#Matthäus,16,8#8. Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mitgenommen habt?
537#Matthäus,16,9#9. Versteht ihr noch nicht, und denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wie viele Körbe ihr da aufhobet?
538#Matthäus,16,10#10. Auch nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wie viele Körbchen ihr da aufhobet?
539#Matthäus,16,11#11. Warum versteht ihr denn nicht, daß ich nicht vom Brot gesprochen habe, sondern daß ihr euch hüten solltet vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer?
540#Matthäus,16,12#12. Da sahen sie ein, daß er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
541#Matthäus,16,13#13. ALS aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
542#Matthäus,16,14#14. Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten.
543#Matthäus,16,15#15. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
544#Matthäus,16,16#16. Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!
545#Matthäus,16,17#17. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!
546#Matthäus,16,18#18. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde-1- bauen, und die Pforten der Hölle-2- sollen sie nicht überwältigen. -1) bed. w: die Herausgerufene, gr. -+Ekklesia-.   2) w: des Totenreichs.++
547#Matthäus,16,19#19. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
548#Matthäus,16,20#20. Da gebot er seinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß er der Christus sei.
549#Matthäus,16,21#21. Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, er müsse nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
550#Matthäus,16,22#22. Da nahm ihn Petrus beiseite, fing an, ihm abzuwehren, und sprach: Herr, schone deiner selbst! Das widerfahre dir nur nicht!
551#Matthäus,16,23#23. Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!
552#Matthäus,16,24#24. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!
553#Matthäus,16,25#25. Denn wer seine Seele-1- retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele-1- verliert um meinetwillen, der wird sie finden. -1) o: sein Leben.++
554#Matthäus,16,26#26. Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, büßte aber seine Seele-1- ein? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele-1- wieder löse? -1) o: sein Leben.++
555#Matthäus,16,27#27. Denn des Menschen Sohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinem Tun.
556#Matthäus,16,28#28. Wahrlich, ich sage euch, es stehen etliche hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie des Menschen Sohn haben kommen sehen in seinem Reich!
557#Matthäus,17,1#1. UND nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.
558#Matthäus,17,2#2. Und er wurde vor ihnen verklärt-1-, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. -1) w: verwandelt.++
559#Matthäus,17,3#3. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm.
560#Matthäus,17,4#4. Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind! Willst du, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Mose eine und Elia eine.
561#Matthäus,17,5#5. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!
562#Matthäus,17,6#6. Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.
563#Matthäus,17,7#7. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht!
564#Matthäus,17,8#8. Da sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.
565#Matthäus,17,9#9. Und als sie den Berg hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemandem von dem Gesichte, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist!
566#Matthäus,17,10#10. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse?
567#Matthäus,17,11#11. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt freilich und wird alles in den rechten Stand setzen;
568#Matthäus,17,12#12. ich sage euch aber, daß Elia schon gekommen ist; und sie haben ihn nicht anerkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Also wird auch des Menschen Sohn von ihnen leiden müssen.
569#Matthäus,17,13#13. Da verstanden die Jünger, daß er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete.
570#Matthäus,17,14#14. Und als sie zum Volke kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie
571#Matthäus,17,15#15. und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; denn er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser.
572#Matthäus,17,16#16. Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen.
573#Matthäus,17,17#17. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir!
574#Matthäus,17,18#18. Und Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr aus von ihm, und der Knabe war gesund von jener Stunde an.
575#Matthäus,17,19#19. Da traten die Jünger zu Jesus, beiseite, und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
576#Matthäus,17,20#20. Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Kleinglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berge sprechen: Hebe dich von hier weg dorthin! Und er würde sich hinwegheben, und nichts würde euch unmöglich sein.
577#Matthäus,17,21#21. Aber diese Art fährt nicht aus, außer durch Gebet und Fasten.
578#Matthäus,17,22#22. Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sprach Jesus zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände überliefert werden;
579#Matthäus,17,23#23. und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt.
580#Matthäus,17,24#24. ALS sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der (Tempel-)Steuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen?
581#Matthäus,17,25#25. Er antwortete: Doch! Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde den Zoll oder die Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden?
582#Matthäus,17,26#26. Er sagte: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind also die Söhne frei!
583#Matthäus,17,27#27. Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, gehe hin ans Meer und wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, den du herausziehst; und wenn du seinen Mund öffnest, wirst du einen Stater-1- finden; den nimm und gib ihn für mich und dich. -1) d.i. ein Vierdrachmenstück.++
584#Matthäus,18,1#1. Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreich?
585#Matthäus,18,2#2. Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie
586#Matthäus,18,3#3. und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen!
587#Matthäus,18,4#4. Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.
588#Matthäus,18,5#5. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
589#Matthäus,18,6#6. Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
590#Matthäus,18,7#7. Wehe der Welt der Ärgernisse halber! Denn es ist zwar notwendig, daß die Ärgernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt!
591#Matthäus,18,8#8. Wenn aber deine Hand oder dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, daß du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und in das ewige Feuer geworfen werdest.
592#Matthäus,18,9#9. Und wenn dein Auge für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, daß du einäugig in das Leben eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest.
593#Matthäus,18,10#10. Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.
594#Matthäus,18,11#11. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu retten.
595#Matthäus,18,12#12. Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines von ihnen, läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das Verirrte?
596#Matthäus,18,13#13. Und wenn es sich begibt, daß er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich über dasselbe mehr als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren.
597#Matthäus,18,14#14. Also ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, daß eines dieser Kleinen verloren gehe.
598#Matthäus,18,15#15. Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.
599#Matthäus,18,16#16. Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe.
600#Matthäus,18,17#17. Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Heide und Zöllner.
601#Matthäus,18,18#18. Wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein.
602#Matthäus,18,19#19. Weiter sage ich euch, wenn zwei von euch übereinkommen werden auf Erden über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel.
603#Matthäus,18,20#20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
604#Matthäus,18,21#21. Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal?
605#Matthäus,18,22#22. Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
606#Matthäus,18,23#23. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte.
607#Matthäus,18,24#24. Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
608#Matthäus,18,25#25. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und also zu bezahlen.
609#Matthäus,18,26#26. Da warf sich der Knecht vor ihm nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
610#Matthäus,18,27#27. Da erbarmte sich der Herr dieses Knechtes und gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.
611#Matthäus,18,28#28. Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm hundert Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!
612#Matthäus,18,29#29. Da warf sich sein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
613#Matthäus,18,30#30. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.
614#Matthäus,18,31#31. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn die ganze Geschichte.
615#Matthäus,18,32#32. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest;
616#Matthäus,18,33#33. solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?
617#Matthäus,18,34#34. Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.
618#Matthäus,18,35#35. Also wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen die Fehler vergebet.
619#Matthäus,19,1#1. UND es begab sich, als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und kam in die Grenzen von Judäa, jenseits des Jordan.
620#Matthäus,19,2#2. Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, und er heilte sie daselbst.
621#Matthäus,19,3#3. Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, aus irgend einem Grunde seine Frau zu entlassen?
622#Matthäus,19,4#4. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer (die Menschen) am Anfang als Mann und Weib erschuf
623#Matthäus,19,5#5. und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»?
624#Matthäus,19,6#6. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
625#Matthäus,19,7#7. Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen?
626#Matthäus,19,8#8. Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
627#Matthäus,19,9#9. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
628#Matthäus,19,10#10. Seine Jünger sprechen zu ihm: Hat ein Mensch solche Pflichten gegen seine Frau, so ist es nicht gut, zur Ehe zu schreiten!
629#Matthäus,19,11#11. Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist.
630#Matthäus,19,12#12. Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!
631#Matthäus,19,13#13. Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, damit er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber schalten sie.
632#Matthäus,19,14#14. Aber Jesus sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich!
633#Matthäus,19,15#15. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt, zog er von dannen.
634#Matthäus,19,16#16. Und siehe, einer trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?
635#Matthäus,19,17#17. Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem Guten? Es ist nur Einer gut! Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!
636#Matthäus,19,18#18. Er spricht zu ihm: Welche? Jesus antwortet: Das: Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden!
637#Matthäus,19,19#19. Ehre deinen Vater und deine Mutter! und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
638#Matthäus,19,20#20. Der Jüngling spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch?
639#Matthäus,19,21#21. Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!
640#Matthäus,19,22#22. Als aber der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.
641#Matthäus,19,23#23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher hat schwer in das Himmelreich einzugehen!
642#Matthäus,19,24#24. Und wiederum sage ich euch, ein Kamel kann leichter durch ein Nadelöhr eingehen, als ein Reicher in das Reich Gottes!
643#Matthäus,19,25#25. Als die Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann denn gerettet werden?
644#Matthäus,19,26#26. Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist das unmöglich; aber bei Gott ist alles möglich.
645#Matthäus,19,27#27. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür?
646#Matthäus,19,28#28. Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
647#Matthäus,19,29#29. Und ein jeglicher, welcher Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben.
648#Matthäus,19,30#30. Aber viele von den Ersten werden Letzte, und Letzte werden Erste sein.
649#Matthäus,20,1#1. Denn das Himmelreich ist einem Hausherrn gleich, welcher am Morgen früh ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen.
650#Matthäus,20,2#2. Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg.
651#Matthäus,20,3#3. Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere auf dem Markte müßig stehen
652#Matthäus,20,4#4. und sprach zu diesen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben!
653#Matthäus,20,5#5. Und sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat ebenso.
654#Matthäus,20,6#6. Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andere dastehen und sprach zu ihnen: Warum steht ihr hier den ganzen Tag müßig?
655#Matthäus,20,7#7. Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedungen! Er spricht zu ihnen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, das werdet ihr empfangen!
656#Matthäus,20,8#8. Als es aber Abend geworden war, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und bezahle ihnen den Lohn, indem du bei den Letzten anfängst, bis zu den Ersten.
657#Matthäus,20,9#9. Und es kamen die, welche um die elfte Stunde gedungen worden, und empfingen jeder einen Denar.
658#Matthäus,20,10#10. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; da empfingen auch sie jeder einen Denar.
659#Matthäus,20,11#11. Und als sie ihn empfangen, murrten sie wider den Hausherrn
660#Matthäus,20,12#12. und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.
661#Matthäus,20,13#13. Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen?
662#Matthäus,20,14#14. Nimm das Deine und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten so viel geben wie dir.
663#Matthäus,20,15#15. Habe ich nicht Macht, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder siehst du darum scheel, daß ich so gütig bin?
664#Matthäus,20,16#16. Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. [Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.]
665#Matthäus,20,17#17. Und als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die Zwölf auf dem Wege beiseite und sprach zu ihnen:
666#Matthäus,20,18#18. Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem; und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet, und sie werden ihn zum Tode verurteilen
667#Matthäus,20,19#19. und werden ihn den Heiden überantworten, ihn zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen.
668#Matthäus,20,20#20. Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel ihm zu Füßen, um etwas von ihm zu erbitten.
669#Matthäus,20,21#21. Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, daß diese meine beiden Söhne einer zur Rechten, der andere zu deiner Linken sitzen sollen in deinem Reiche.
670#Matthäus,20,22#22. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet! Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke? Sie sprechen zu ihm: Wir können es!
671#Matthäus,20,23#23. Und er spricht zu ihnen: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen, steht nicht mir zu; sondern es wird denen zuteil, welchen es von meinem Vater bereitet ist.
672#Matthäus,20,24#24. Und als die Zehn das hörten, wurden sie unwillig über die beiden Brüder.
673#Matthäus,20,25#25. Aber Jesus rief sie herzu und sprach: Ihr wisset, daß die Fürsten der Völker sie unterjochen, und daß die Großen sie vergewaltigen;
674#Matthäus,20,26#26. unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener;
675#Matthäus,20,27#27. und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht,
676#Matthäus,20,28#28. gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, sich dienen zu lassen, sondern damit er diene und sein Leben gebe zum Lösegeld für viele.
677#Matthäus,20,29#29. Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge nach.
678#Matthäus,20,30#30. Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; als sie hörten, daß Jesus vorüberziehe, schrieen sie und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
679#Matthäus,20,31#31. Aber das Volk bedrohte sie, sie sollten schweigen. Sie aber schrieen nur noch mehr und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
680#Matthäus,20,32#32. Und Jesus stand still, rief sie und sprach: Was wollt ihr, daß ich euch tun soll?
681#Matthäus,20,33#33. Sie sagten zu ihm: Herr, daß unsere Augen geöffnet werden!
682#Matthäus,20,34#34. Da erbarmte sich Jesus ihrer und rührte ihre Augen an, und alsbald sahen sie wieder und folgten ihm nach.
683#Matthäus,21,1#1. UND als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger
684#Matthäus,21,2#2. und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsbald werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr, die bindet los und führet sie zu mir!
685#Matthäus,21,3#3. Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; dann wird er sie alsbald senden.
686#Matthäus,21,4#4. Das ist aber geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der da spricht:
687#Matthäus,21,5#5. «Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers.»
688#Matthäus,21,6#6. Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,
689#Matthäus,21,7#7. und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf.
690#Matthäus,21,8#8. Aber die meisten unter dem Volk breiteten ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
691#Matthäus,21,9#9. Und das Volk, das vorausging, und die, welche nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
692#Matthäus,21,10#10. Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist der?
693#Matthäus,21,11#11. Das Volk aber sagte: Das ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa!
694#Matthäus,21,12#12. Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften.
695#Matthäus,21,13#13. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: «Mein Haus soll ein Bethaus heißen!» Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.
696#Matthäus,21,14#14. Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.
697#Matthäus,21,15#15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder hörten, die im Tempel schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohne Davids! wurden sie entrüstet
698#Matthäus,21,16#16. und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen: «Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet»?
699#Matthäus,21,17#17. Und er verließ sie, ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und übernachtete daselbst.
700#Matthäus,21,18#18. DA er aber des Morgens früh in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.
701#Matthäus,21,19#19. Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Wege sah, ging er zu ihm hin und fand nichts daran als nur Blätter. Da sprach er zu ihm: Nun komme von dir keine Frucht mehr in Ewigkeit! Und auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum.
702#Matthäus,21,20#20. Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?
703#Matthäus,21,21#21. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer! - so wird es geschehen.
704#Matthäus,21,22#22. Und alles, was ihr gläubig erbittet im Gebet, werdet ihr empfangen.
705#Matthäus,21,23#23. Und als er in den Tempel kam, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: In welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
706#Matthäus,21,24#24. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch etwas fragen; wenn ihr mir darauf antwortet, will auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich solches tue.
707#Matthäus,21,25#25. Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Da überlegten sie bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns fragen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?
708#Matthäus,21,26#26. Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so müssen wir das Volk fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.
709#Matthäus,21,27#27. Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht! Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, in welcher Vollmacht ich solches tue.
710#Matthäus,21,28#28. Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg!
711#Matthäus,21,29#29. Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging.
712#Matthäus,21,30#30. Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! - und ging nicht.
713#Matthäus,21,31#31. Welcher von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr!
714#Matthäus,21,32#32. Denn Johannes ist zu euch gekommen mit dem Wege-1- der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und obwohl ihr es sahet, reute es euch nicht einmal nachträglich, so daß ihr ihm geglaubt hättet. -1) d.h. mit der Lehre von.++
715#Matthäus,21,33#33. Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste ab.
716#Matthäus,21,34#34. Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.
717#Matthäus,21,35#35. Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie.
718#Matthäus,21,36#36. Da sandte er wieder andere Knechte, mehr denn zuvor; und sie behandelten sie ebenso.
719#Matthäus,21,37#37. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen.
720#Matthäus,21,38#38. Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut behalten!
721#Matthäus,21,39#39. Und sie nahmen ihn, stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.
722#Matthäus,21,40#40. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?
723#Matthäus,21,41#41. Sie sprachen zu ihm: Er wird die Übeltäter übel umbringen und den Weinberg andern Weingärtnern verpachten, welche ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.
724#Matthäus,21,42#42. Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie gelesen in der Schrift: «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom Herrn geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen»?
725#Matthäus,21,43#43. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das dessen Früchte bringt.
726#Matthäus,21,44#44. -Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschlagen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen. Dieser Vers ist in der Schlachter-Bibel nicht enthalten, er wurde dem Begleittestament (NT) der Schlachter-Üs. entnommen.++
727#Matthäus,21,45#45. Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen redete.
728#Matthäus,21,46#46. Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt.
729#Matthäus,22,1#1. Und Jesus hob an und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach:
730#Matthäus,22,2#2. Das Himmelreich ist einem menschlichen König gleich, der seinem Sohne Hochzeit machte.
731#Matthäus,22,3#3. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen.
732#Matthäus,22,4#4. Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommet zur Hochzeit!
733#Matthäus,22,5#5. Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe;
734#Matthäus,22,6#6. die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie.
735#Matthäus,22,7#7. Da wurde der König zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.
736#Matthäus,22,8#8. Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig;
737#Matthäus,22,9#9. darum gehet hin an die Kreuzungen der Straßen und ladet zur Hochzeit, soviele ihr findet!
738#Matthäus,22,10#10. Und die Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal ward voll von Gästen.
739#Matthäus,22,11#11. Als aber der König hineinging, die Gäste zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der kein hochzeitliches Kleid anhatte;
740#Matthäus,22,12#12. und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte.
741#Matthäus,22,13#13. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die äußerste Finsternis-1-! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen.++
742#Matthäus,22,14#14. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!
743#Matthäus,22,15#15. DA gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten.
744#Matthäus,22,16#16. Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an.
745#Matthäus,22,17#17. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht?
746#Matthäus,22,18#18. Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich?
747#Matthäus,22,19#19. Zeiget mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar.
748#Matthäus,22,20#20. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Aufschrift?
749#Matthäus,22,21#21. Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
750#Matthäus,22,22#22. Und als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ihn und gingen davon.
751#Matthäus,22,23#23. An jenem Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, fragten ihn
752#Matthäus,22,24#24. und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: «Wenn jemand ohne Kinder stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau zur Ehe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.»
753#Matthäus,22,25#25. Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
754#Matthäus,22,26#26. Desgleichen auch der andere und der dritte, bis zum siebenten.
755#Matthäus,22,27#27. Zuletzt, nach allen, starb auch die Frau.
756#Matthäus,22,28#28. In der Auferstehung nun, wem von den Sieben wird sie als Frau angehören? Denn alle haben sie zur Frau gehabt.
757#Matthäus,22,29#29. Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt.
758#Matthäus,22,30#30. Denn in der Auferstehung freien sie nicht, noch lassen sie sich freien, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.
759#Matthäus,22,31#31. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht:
760#Matthäus,22,32#32. «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.
761#Matthäus,22,33#33. Und als die Menge solches hörte, erstaunte sie über seine Lehre.
762#Matthäus,22,34#34. Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich;
763#Matthäus,22,35#35. und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach:
764#Matthäus,22,36#36. Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?
765#Matthäus,22,37#37. Jesus sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt-1-.» -1) o: Denken.++
766#Matthäus,22,38#38. Das ist das erste und größte Gebot.
767#Matthäus,22,39#39. Ein anderes aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.»
768#Matthäus,22,40#40. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
769#Matthäus,22,41#41. Als nun die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus
770#Matthäus,22,42#42. und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagten zu ihm: Davids.
771#Matthäus,22,43#43. Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geiste «Herr», da er spricht:
772#Matthäus,22,44#44. «Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»?
773#Matthäus,22,45#45. Wenn also David ihn Herr nennt, wie ist er denn sein Sohn?
774#Matthäus,22,46#46. Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von jenem Tage an niemand mehr, ihn zu fragen.
775#Matthäus,23,1#1. DA sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern:
776#Matthäus,23,2#2. Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt.
777#Matthäus,23,3#3. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.
778#Matthäus,23,4#4. Sie binden aber schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie selbst aber wollen sie nicht mit einem Finger berühren.
779#Matthäus,23,5#5. Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen ihre Denkzettel-1- breit und die Säume-2- an ihren Kleidern groß -1) Gebetsriemen.   2) o: Quasten.++
780#Matthäus,23,6#6. und lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und den Vorsitz in den Synagogen
781#Matthäus,23,7#7. und die Begrüßungen auf den Märkten und wenn sie von den Leuten Rabbi genannt werden!
782#Matthäus,23,8#8. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.
783#Matthäus,23,9#9. Nennet auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der himmlische.
784#Matthäus,23,10#10. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus.
785#Matthäus,23,11#11. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
786#Matthäus,23,12#12. Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
787#Matthäus,23,13#13. Aber wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein.
788#Matthäus,23,14#14. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr der Witwen Häuser fresset und zum Schein lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen!
789#Matthäus,23,15#15. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr Meer und Land durchziehet, um einen einzigen Judengenossen-1- zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ein Kind der Hölle aus ihm, zwiefältig mehr, als ihr seid! -1) Proselyten.++
790#Matthäus,23,16#16. Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr saget: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden. -
791#Matthäus,23,17#17. Ihr Narren und Blinde, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
792#Matthäus,23,18#18. Und: Wer beim Brandopferaltar schwört, das gilt nichts; wer aber beim Opfer schwört, welches darauf liegt, der ist gebunden. -
793#Matthäus,23,19#19. Ihr Blinden! Was ist denn größer, das Opfer oder der Brandopferaltar, der das Opfer heiligt?
794#Matthäus,23,20#20. Darum, wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist.
795#Matthäus,23,21#21. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.
796#Matthäus,23,22#22. Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Throne Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
797#Matthäus,23,23#23. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässiget, nämlich das Gericht und das Erbarmen und den Glauben! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
798#Matthäus,23,24#24. Ihr blinden Führer, die ihr Mücken seihet und Kamele verschlucket!
799#Matthäus,23,25#25. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget; inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!
800#Matthäus,23,26#26. Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde!
801#Matthäus,23,27#27. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind!
802#Matthäus,23,28#28. So erscheinet auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzwidrigkeit.
803#Matthäus,23,29#29. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr die Gräber der Propheten bauet und die Denkmäler der Gerechten schmücket
804#Matthäus,23,30#30. und saget: Hätten wir in den Tagen unsrer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.
805#Matthäus,23,31#31. So gebt ihr ja über euch selbst das Zeugnis, daß ihr Söhne der Prophetenmörder seid.
806#Matthäus,23,32#32. Ja, machet nur das Maß eurer Väter voll!
807#Matthäus,23,33#33. Ihr Schlangen! Ihr Otterngezüchte! Wie wollt ihr dem Gerichte der Hölle entgehen?
808#Matthäus,23,34#34. Darum, siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur andern;
809#Matthäus,23,35#35. auf daß über euch komme alles gerechte Blut, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blute Abels, des Gerechten, an bis auf das Blut Zacharias, des Sohnes Barachias, welchen ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.
810#Matthäus,23,36#36. Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.
811#Matthäus,23,37#37. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!
812#Matthäus,23,38#38. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden;
813#Matthäus,23,39#39. denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
814#Matthäus,24,1#1. UND Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen.
815#Matthäus,24,2#2. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird!
816#Matthäus,24,3#3. Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft-1- und des Endes der Weltzeit sein? -1) o: Ankunft.++
817#Matthäus,24,4#4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch niemand irreführe!
818#Matthäus,24,5#5. Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen.
819#Matthäus,24,6#6. Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.
820#Matthäus,24,7#7. Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königreich wider das andere; und es werden hin und wieder Hungersnöte, Pest und Erdbeben sein.
821#Matthäus,24,8#8. Dies alles ist der Wehen Anfang.
822#Matthäus,24,9#9. Alsdann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern um meines Namens willen.
823#Matthäus,24,10#10. Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen.
824#Matthäus,24,11#11. Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.
825#Matthäus,24,12#12. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten;
826#Matthäus,24,13#13. wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
827#Matthäus,24,14#14. Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden, zum Zeugnis allen Völkern, und dann wird das Ende kommen.
828#Matthäus,24,15#15. Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem durch den Propheten Daniel geredet worden ist, stehen sehet an heiliger Stätte <wer es liest, der merke darauf!>,
829#Matthäus,24,16#16. alsdann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge;
830#Matthäus,24,17#17. wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen;
831#Matthäus,24,18#18. und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück, um sein Kleid zu holen.
832#Matthäus,24,19#19. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen!
833#Matthäus,24,20#20. Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter, noch am Sabbat geschehe.
834#Matthäus,24,21#21. Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.
835#Matthäus,24,22#22. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.
836#Matthäus,24,23#23. Wenn alsdann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder dort, - so glaubet es nicht.
837#Matthäus,24,24#24. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen.
838#Matthäus,24,25#25. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.
839#Matthäus,24,26#26. Wenn sie nun zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, - so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in den Kammern, - so glaubet es nicht.
840#Matthäus,24,27#27. Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
841#Matthäus,24,28#28. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler.
842#Matthäus,24,29#29. Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels in Bewegung geraten-1-. -1) o: werden erschüttert werden.++
843#Matthäus,24,30#30. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.
844#Matthäus,24,31#31. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von einem Ende des Himmels bis zum andern.
845#Matthäus,24,32#32. Am Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter gewinnt, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist.
846#Matthäus,24,33#33. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so merket, daß er nahe vor der Türe ist.
847#Matthäus,24,34#34. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist;
848#Matthäus,24,35#35. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
849#Matthäus,24,36#36. Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.
850#Matthäus,24,37#37. Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein.
851#Matthäus,24,38#38. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, freiten und sich freien ließen bis zu dem Tage, da Noah in die Arche ging,
852#Matthäus,24,39#39. und nichts merkten, bis die Sündflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.
853#Matthäus,24,40#40. Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird genommen, und der andere wird zurückgelassen.
854#Matthäus,24,41#41. Zwei werden auf der Mühle mahlen; eine wird genommen und die andere wird zurückgelassen.
855#Matthäus,24,42#42. So wachet nun, da ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt!
856#Matthäus,24,43#43. Das aber merket: wenn der Hausvater wüßte, in welcher Nachtstunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen.
857#Matthäus,24,44#44. Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu der Stunde, da ihr es nicht meinet.
858#Matthäus,24,45#45. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit?
859#Matthäus,24,46#46. Selig ist dieser Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird.
860#Matthäus,24,47#47. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen.
861#Matthäus,24,48#48. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen,
862#Matthäus,24,49#49. und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken;
863#Matthäus,24,50#50. so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
864#Matthäus,24,51#51. und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein.
865#Matthäus,25,1#1. DANN wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
866#Matthäus,25,2#2. Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug.
867#Matthäus,25,3#3. Die törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich.
868#Matthäus,25,4#4. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
869#Matthäus,25,5#5. Als nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
870#Matthäus,25,6#6. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Gehet aus, ihm entgegen!
871#Matthäus,25,7#7. Da erwachten alle jene Jungfrauen und rüsteten ihre Lampen.
872#Matthäus,25,8#8. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl; denn unsre Lampen erlöschen!
873#Matthäus,25,9#9. Aber die klugen antworteten und sprachen: Niemals! Es würde nicht reichen für uns und für euch! Gehet vielmehr hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst!
874#Matthäus,25,10#10. Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen.
875#Matthäus,25,11#11. Hernach kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, tue uns auf!
876#Matthäus,25,12#12. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht!
877#Matthäus,25,13#13. Darum wachet; denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde!
878#Matthäus,25,14#14. Denn es ist wie bei einem Menschen, der verreisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab;
879#Matthäus,25,15#15. dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Kraft, und reiste ab.
880#Matthäus,25,16#16. Da ging der, welcher die fünf Talente empfangen, hin und handelte mit ihnen und gewann fünf andere.
881#Matthäus,25,17#17. Desgleichen, der die zwei Talente empfangen, gewann auch zwei andere.
882#Matthäus,25,18#18. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn.
883#Matthäus,25,19#19. Nach langer Zeit kommt der Herr dieser Knechte und hält Abrechnung mit ihnen.
884#Matthäus,25,20#20. Da trat der hinzu, der die fünf Talente empfangen, brachte noch fünf andere Talente herzu und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe damit fünf andere gewonnen.
885#Matthäus,25,21#21. Sein Herr spricht zu ihm: Gut, du braver und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
886#Matthäus,25,22#22. Da trat auch der hinzu, welcher die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe zwei andere Talente gewonnen.
887#Matthäus,25,23#23. Sein Herr spricht zu ihm: Gut, du braver und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
888#Matthäus,25,24#24. Da trat auch der hinzu, der das eine Talent empfangen, und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
889#Matthäus,25,25#25. und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine!
890#Matthäus,25,26#26. Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
891#Matthäus,25,27#27. Dann hättest du mein Geld den Wechslern bringen sollen, so hätte ich bei meinem Kommen das Meine mit Zinsen zurückerhalten.
892#Matthäus,25,28#28. Darum nehmet ihm das Talent weg und gebet es dem, der die zehn Talente hat!
893#Matthäus,25,29#29. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluß habe; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
894#Matthäus,25,30#30. Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußerste Finsternis-1-. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein. -1) aüs: in die Finsternis draußen; vgl. Mt. 8,12.++
895#Matthäus,25,31#31. Wenn aber des Menschen Sohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit;
896#Matthäus,25,32#32. und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,
897#Matthäus,25,33#33. und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.
898#Matthäus,25,34#34. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt!
899#Matthäus,25,35#35. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt;
900#Matthäus,25,36#36. ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
901#Matthäus,25,37#37. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig und haben dich getränkt?
902#Matthäus,25,38#38. Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt, oder nackt und haben dich bekleidet?
903#Matthäus,25,39#39. Wann haben wir dich krank gesehen, oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen?
904#Matthäus,25,40#40. Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, habt ihr es mir getan!
905#Matthäus,25,41#41. Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!
906#Matthäus,25,42#42. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt;
907#Matthäus,25,43#43. ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt; nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und gefangen, und ihr habt mich nicht besucht!
908#Matthäus,25,44#44. Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder gefangen gesehen und haben dir nicht gedient?
909#Matthäus,25,45#45. Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es nicht getan habt einem dieser Geringsten, habt ihr es mir auch nicht getan!
910#Matthäus,25,46#46. Und sie werden in die ewige Pein gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.
911#Matthäus,26,1#1. UND es begab sich, als Jesus alle diese Reden beendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern:
912#Matthäus,26,2#2. Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah ist; dann wird des Menschen Sohn überantwortet, damit er gekreuzigt werde.
913#Matthäus,26,3#3. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß.
914#Matthäus,26,4#4. Und sie hielten miteinander Rat, wie sie Jesus mit List greifen und töten könnten.
915#Matthäus,26,5#5. Sie sprachen aber: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht!
916#Matthäus,26,6#6. Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war,
917#Matthäus,26,7#7. trat ein Weib zu ihm mit einer alabasternen Flasche voll kostbarer Salbe und goß sie auf sein Haupt, während er zu Tische saß.
918#Matthäus,26,8#8. Als das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung?
919#Matthäus,26,9#9. Man hätte das teuer verkaufen und den Armen geben können!
920#Matthäus,26,10#10. Da es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Warum bekümmert ihr das Weib? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan!
921#Matthäus,26,11#11. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit!
922#Matthäus,26,12#12. Damit, daß sie diese Salbe auf meinen Leib goß, hat sie mich zum Begräbnis gerüstet.
923#Matthäus,26,13#13. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis!
924#Matthäus,26,14#14. Da ging einer der Zwölf, namens Judas Ischariot, hin zu den Hohenpriestern
925#Matthäus,26,15#15. und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar.
926#Matthäus,26,16#16. Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten.
927#Matthäus,26,17#17. Am ersten Tage nun der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir das Passahmahl zu essen bereiten?
928#Matthäus,26,18#18. Und er sprach: Gehet hin in die Stadt zu dem und dem und sprechet zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah halten!
929#Matthäus,26,19#19. Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen befohlen, und bereiteten das Passah.
930#Matthäus,26,20#20. Als es nun Abend geworden, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tische.
931#Matthäus,26,21#21. Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!
932#Matthäus,26,22#22. Da wurden sie sehr betrübt und fingen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich?
933#Matthäus,26,23#23. Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.
934#Matthäus,26,24#24. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre diesem Menschen besser, daß er nicht geboren wäre.
935#Matthäus,26,25#25. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!
936#Matthäus,26,26#26. Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, dankte-1-, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset! Das ist mein Leib. -1) o: lobpries, segnete.++
937#Matthäus,26,27#27. Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus!
938#Matthäus,26,28#28. Denn das ist mein Blut des Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!
939#Matthäus,26,29#29. Ich sage euch aber, ich werde von jetzt an von diesem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken, bis zu jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.
940#Matthäus,26,30#30. Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
941#Matthäus,26,31#31. Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.»
942#Matthäus,26,32#32. Wenn ich aber auferstanden sein werde, will ich euch nach Galiläa vorangehen.
943#Matthäus,26,33#33. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so werde doch ich mich niemals ärgern!
944#Matthäus,26,34#34. Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!
945#Matthäus,26,35#35. Petrus spricht zu ihm: Und wenn ich auch mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen! Gleicherweise sprachen auch alle Jünger.
946#Matthäus,26,36#36. Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, namens Gethsemane. Und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete.
947#Matthäus,26,37#37. Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr.
948#Matthäus,26,38#38. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir!
949#Matthäus,26,39#39. Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!
950#Matthäus,26,40#40. Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen?
951#Matthäus,26,41#41. Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
952#Matthäus,26,42#42. Wiederum zum zweitenmal, ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!
953#Matthäus,26,43#43. Und er kommt und findet sie abermals schlafend; denn die Augen waren ihnen schwer geworden.
954#Matthäus,26,44#44. Und er ließ sie, ging wieder hin, betete zum drittenmal und sprach dieselben Worte.
955#Matthäus,26,45#45. Da kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft ihr noch immer und ruhet? Siehe, die Stunde ist nahe, und des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert!
956#Matthäus,26,46#46. Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe!
957#Matthäus,26,47#47. Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
958#Matthäus,26,48#48. Der ihn aber verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den ergreifet!
959#Matthäus,26,49#49. Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, - und küßte ihn.
960#Matthäus,26,50#50. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du hier? Da traten sie hinzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
961#Matthäus,26,51#51. Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
962#Matthäus,26,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.
963#Matthäus,26,53#53. Oder meinst du, ich könnte nicht meinen Vater bitten, und er würde mir noch jetzt mehr als zwölf Legionen Engel schicken?
964#Matthäus,26,54#54. Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, daß es so kommen muß?
965#Matthäus,26,55#55. In jener Stunde sprach Jesus zu der Schar: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, mich zu ergreifen! Täglich bin ich bei euch lehrend im Tempel gesessen, und ihr habt mich nicht ergriffen.
966#Matthäus,26,56#56. Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. - Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
967#Matthäus,26,57#57. DIE aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
968#Matthäus,26,58#58. Petrus aber folgte ihnen von ferne, bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang (der Sache) zu sehen.
969#Matthäus,26,59#59. Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen.
970#Matthäus,26,60#60. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. 61. Zuletzt aber kamen zwei
971#Matthäus,26,61#und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen aufbauen.
972#Matthäus,26,62#62. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?
973#Matthäus,26,63#63. Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist!
974#Matthäus,26,64#64. Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels!
975#Matthäus,26,65#65. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habt ihr seine Lästerung gehört.
976#Matthäus,26,66#66. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig!
977#Matthäus,26,67#67. Da spieen sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; andere gaben ihm Backenstreiche
978#Matthäus,26,68#68. und sprachen: Christus, weissage uns! Wer ist's, der dich geschlagen hat?
979#Matthäus,26,69#69. Petrus aber saß draußen im Hof. Und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!
980#Matthäus,26,70#70. Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst!
981#Matthäus,26,71#71. Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazarener!
982#Matthäus,26,72#72. Und er leugnete abermals mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht!
983#Matthäus,26,73#73. Bald darauf aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von ihnen; denn auch deine Sprache verrät dich.
984#Matthäus,26,74#74. Da fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und alsbald krähte der Hahn.
985#Matthäus,26,75#75. Und Petrus ward eingedenk des Wortes Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
986#Matthäus,27,1#1. Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen.
987#Matthäus,27,2#2. Und sie banden ihn, führten ihn ab und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.
988#Matthäus,27,3#3. Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück
989#Matthäus,27,4#4. und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu!
990#Matthäus,27,5#5. Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich.
991#Matthäus,27,6#6. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist.
992#Matthäus,27,7#7. Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge.
993#Matthäus,27,8#8. Daher wird jener Acker Blutacker genannt bis auf den heutigen Tag.
994#Matthäus,27,9#9. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Wert des Geschätzten, den sie geschätzt hatten, von den Kindern Israel
995#Matthäus,27,10#10. und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir befohlen hatte.»
996#Matthäus,27,11#11. JESUS aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es!
997#Matthäus,27,12#12. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts.
998#Matthäus,27,13#13. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen?
999#Matthäus,27,14#14. Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so daß der Landpfleger sich sehr verwunderte.
1000#Matthäus,27,15#15. Aber auf das Fest pflegte der Landpfleger dem Volke einen Gefangenen freizugeben, welchen sie wollten.
1001#Matthäus,27,16#16. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas.
1002#Matthäus,27,17#17. Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt?
1003#Matthäus,27,18#18. Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
1004#Matthäus,27,19#19. Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
1005#Matthäus,27,20#20. Aber die Hohenpriester und die Ältesten beredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen.
1006#Matthäus,27,21#21. Der Landpfleger aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden wollt ihr, daß ich euch frei lasse? Sie sprachen: Den Barabbas!
1007#Matthäus,27,22#22. Pilatus spricht zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man Christus nennt? Sie sprachen alle zu ihm: Kreuzige ihn!
1008#Matthäus,27,23#23. Da sagte der Landpfleger: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn!
1009#Matthäus,27,24#24. Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern daß vielmehr ein Aufruhr entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor dem Volk die Hände und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu!
1010#Matthäus,27,25#25. Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!
1011#Matthäus,27,26#26. Da gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.
1012#Matthäus,27,27#27. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus in das Amthaus-1- und versammelten die ganze Rotte-2- um ihn. -1) -+Prätorium-, Palast des Landpflegers.   2) -+Kohorte-.++
1013#Matthäus,27,28#28. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um
1014#Matthäus,27,29#29. und flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten vor ihm die Knie, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!
1015#Matthäus,27,30#30. Dann spieen sie ihn an und nahmen das Rohr und schlugen ihn auf das Haupt.
1016#Matthäus,27,31#31. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin, um ihn zu kreuzigen.
1017#Matthäus,27,32#32. ALS sie aber hinauszogen, fanden sie einen Mann von Kyrene, namens Simon; den zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen.
1018#Matthäus,27,33#33. Und als sie an den Ort kamen, den man Golgatha nennt, das heißt Schädelstätte,
1019#Matthäus,27,34#34. gaben sie ihm Wein mit Galle vermischt zu trinken; und als er es gekostet hatte, wollte er nicht trinken.
1020#Matthäus,27,35#35. Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich und warfen das Los, auf daß erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen.»
1021#Matthäus,27,36#36. Und sie saßen daselbst und hüteten ihn.
1022#Matthäus,27,37#37. Und sie befestigten über seinem Haupte die Inschrift seiner Schuld: Dies ist Jesus, der König der Juden.
1023#Matthäus,27,38#38. Dann wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten, der andere zur Linken.
1024#Matthäus,27,39#39. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten die Köpfe
1025#Matthäus,27,40#40. und sprachen: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steig vom Kreuze herab!
1026#Matthäus,27,41#41. Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
1027#Matthäus,27,42#42. Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, so wollen wir ihm glauben!
1028#Matthäus,27,43#43. Er hat auf Gott vertraut, der befreie ihn jetzt, wenn er Lust an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn!
1029#Matthäus,27,44#44. Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren.
1030#Matthäus,27,45#45. Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
1031#Matthäus,27,46#46. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
1032#Matthäus,27,47#47. Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia!
1033#Matthäus,27,48#48. Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.
1034#Matthäus,27,49#49. Die Übrigen aber sprachen: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten!
1035#Matthäus,27,50#50. Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
1036#Matthäus,27,51#51. Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben bis unten, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.
1037#Matthäus,27,52#52. Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf
1038#Matthäus,27,53#53. und gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
1039#Matthäus,27,54#54. Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!
1040#Matthäus,27,55#55. Es waren aber daselbst viele Frauen, die von ferne zusahen, welche Jesus von Galiläa her gefolgt waren und ihm gedient hatten;
1041#Matthäus,27,56#56. unter ihnen waren Maria Magdalena, und Maria, die Mutter des Jakobus und Joses, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
1042#Matthäus,27,57#57. ALS es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann von Arimathia, namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war.
1043#Matthäus,27,58#58. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, daß er ihm gegeben werde.
1044#Matthäus,27,59#59. Und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand
1045#Matthäus,27,60#60. und legte ihn in seine neue Gruft, welche er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor die Tür der Gruft und ging davon.
1046#Matthäus,27,61#61. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria, die saßen dem Grabe gegenüber.
1047#Matthäus,27,62#62. Am andern Tage nun, welcher auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus
1048#Matthäus,27,63#63. und sprachen: Herr, wir erinnern uns, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen.
1049#Matthäus,27,64#64. So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden, und der letzte Betrug ärger werde als der erste.
1050#Matthäus,27,65#65. Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben! Gehet hin und bewacht es, so gut ihr könnt!
1051#Matthäus,27,66#66. Da gingen sie hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab mit der Wache.
1052#Matthäus,28,1#1. NACH dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
1053#Matthäus,28,2#2. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu und wälzte den Stein von der Tür hinweg und setzte sich darauf.
1054#Matthäus,28,3#3. Und seine Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie der Schnee.
1055#Matthäus,28,4#4. Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot.
1056#Matthäus,28,5#5. Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
1057#Matthäus,28,6#6. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her, sehet den Ort, wo er gelegen hat.
1058#Matthäus,28,7#7. Und gehet eilends hin und saget seinen Jüngern, daß er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
1059#Matthäus,28,8#8. Und sie gingen eilends hinweg von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen.
1060#Matthäus,28,9#9. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfaßten seine Füße und huldigten ihm.
1061#Matthäus,28,10#10. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen.
1062#Matthäus,28,11#11. Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
1063#Matthäus,28,12#12. Diese versammelten sich samt den Ältesten, und nachdem sie Rat gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug
1064#Matthäus,28,13#13. und sprachen: Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
1065#Matthäus,28,14#14. Und wenn solches vor den Landpfleger kommt, so wollen wir ihn besänftigen und machen, daß ihr außer Sorge sein könnt.
1066#Matthäus,28,15#15. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie belehrt worden waren: Und so wurde diese Rede unter den Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag.
1067#Matthäus,28,16#16. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.
1068#Matthäus,28,17#17. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten.
1069#Matthäus,28,18#18. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
1070#Matthäus,28,19#19. Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
1071#Matthäus,28,20#20. und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!

22163#Hosea,1,1#1. DIES ist das Wort des HERRN, welches an Hosea, den Sohn Beeris erging, in den Tagen Ussijas, Jotams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes des Joas, des Königs von Israel.
22164#Hosea,1,2#2. Im Anfang, da der HERR durch Hosea zu reden begann, sprach der HERR zu ihm: Geh, nimm dir ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land ist dem HERRN untreu geworden und treibt Hurerei!
22165#Hosea,1,3#3. Da ging Hosea hin und nahm Gomer, die Tochter Diblaims; und sie empfing und gebar einen Sohn.
22166#Hosea,1,4#4. Der HERR aber sprach zu ihm: Nenne ihn Jesreel; denn in kurzem werde ich das zu Jesreel vergossene Blut am Hause Jehus rächen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen.
22167#Hosea,1,5#5. An jenem Tage will ich den Bogen Israels im Tale Jesreel zerbrechen.
22168#Hosea,1,6#6. Und als sie wiederum empfing und eine Tochter gebar, sprach er zu ihm: Nenne sie Lo-Ruchama-1-; denn ich werde mich des Hauses Israel fortan nicht mehr erbarmen, daß ich ihnen vergäbe! -1) bed: Nicht begnadet.++
22169#Hosea,1,7#7. Dagegen will ich mich des Hauses Juda erbarmen und sie retten durch den HERRN, ihren Gott, und nicht durch Bogen, Schwert und Kampf, nicht durch Rosse noch Reiter.
22170#Hosea,1,8#8. Als sie nun Lo-Ruchama entwöhnt hatte, empfing sie wieder und gebar einen Sohn.
22171#Hosea,1,9#9. Da sprach er: Nenne ihn Lo-Ammi-1-; denn ihr seid nicht mein Volk, und ich bin nicht der Eurige! -1) bed: Nicht mein Volk.++
22172#Hosea,2,1#1. Es wird aber die Zahl der Kinder Israel werden wie der Sand am Meer, der nicht zu messen noch zu zählen ist; und es soll geschehen, an dem Ort, da zu ihnen gesagt worden ist: «Ihr seid nicht mein Volk», sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.
22173#Hosea,2,2#2. Alsdann werden die Kinder Juda und die Kinder Israel sich einmütig versammeln und über sich ein einziges Oberhaupt setzen und werden aus dem Lande heraufziehen; denn groß wird sein der Tag von Jesreel.
22174#Hosea,2,3#3. Nennet eure Brüder «Mein Volk», und eure Schwestern: «Begnadigte»!
22175#Hosea,2,4#4. Hadert mit eurer Mutter, hadert! - denn sie ist nicht mein Weib, und ich bin nicht ihr Mann -, damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschaffe und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten;
22176#Hosea,2,5#5. sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie hinstellen, wie sie war am Tage ihrer Geburt, und sie der Wüste gleichmachen, einem dürren Land, und sie sterben lassen vor Durst!
22177#Hosea,2,6#6. Und ihrer Kinder werde ich mich nicht erbarmen, weil sie Hurenkinder sind.
22178#Hosea,2,7#7. Denn ihre Mutter hat Unzucht getrieben; die sie geboren, hat sich schändlich aufgeführt; denn sie sprach: «Ich will doch meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, meinen Flachs, mein Öl und meinen Most!»
22179#Hosea,2,8#8. Darum siehe, ich will ihren Weg mit Dornen verzäunen und mit einer Mauer versperren, daß sie ihren Pfad nicht mehr finden soll.
22180#Hosea,2,9#9. Wenn sie alsdann ihren Liebhabern nachjagt und sie nicht mehr einholt, wenn sie dieselben sucht, aber nicht findet, so wird sie dann sagen: Ich will doch wieder zu meinem ersten Mann zurückkehren, denn damals hatte ich es besser als jetzt!
22181#Hosea,2,10#10. Sie merkte ja nicht, daß ich es war, der ihr das Korn, den Most und das Öl gab und das viele Silber und Gold, das sie für den Baal verwandt haben.
22182#Hosea,2,11#11. Darum will ich mein Korn zurücknehmen zu seiner Zeit und meinen Most zu seiner Frist und will ihr meine Wolle und meinen Flachs, womit sie ihre Blöße deckt, entziehen.
22183#Hosea,2,12#12. Und ich will nun ihre Schande enthüllen vor den Augen ihrer Liebhaber, und niemand wird sie aus meiner Hand erretten;
22184#Hosea,2,13#13. und ich will aller ihrer Freude ein Ende machen, ihrem Fest, ihrem Neumond und ihrem Sabbat und allen ihren Feiertagen.
22185#Hosea,2,14#14. Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, wovon sie sagt: «Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben»; ich will sie in eine Wildnis verwandeln, wovon sich die Tiere des Feldes nähren sollen.
22186#Hosea,2,15#15. Ich will sie strafen für die Baalstage, an welchen sie ihnen räucherte und sich mit ihrem Nasenring und Geschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachlief und meiner vergaß, spricht der HERR.
22187#Hosea,2,16#16. Darum siehe, ich will sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden;
22188#Hosea,2,17#17. und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge wiedergeben und ihr das Tal Achor-1- zu einer Tür der Hoffnung machen, daß sie daselbst singen soll wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tage, da sie aus Ägypten zog. -1) bed: Unglückstal.++
22189#Hosea,2,18#18. An jenem Tage wird es geschehen, spricht der HERR, daß du mich «mein Mann» und nicht mehr «mein Baal» nennen wirst;
22190#Hosea,2,19#19. und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Munde entfernen, daß ihrer Namen nicht mehr gedacht werden soll.
22191#Hosea,2,20#20. An jenem Tage will ich auch für sie einen Bund schließen mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf Erden kriecht, und will Bogen, Schwert und alles Kriegsgerät im Lande zerbrechen und sie sicher wohnen lassen.
22192#Hosea,2,21#21. Und ich will dich mir verloben auf ewig und will dich mir verloben in Recht und Gerechtigkeit, in Gnade und Erbarmen,
22193#Hosea,2,22#22. und will dich mir verloben in Treue, und du wirst den HERRN erkennen!
22194#Hosea,2,23#23. Und es soll geschehen an jenem Tage, spricht der HERR, da will ich antworten; ich will dem Himmel antworten, und er soll der Erde antworten;
22195#Hosea,2,24#24. und die Erde wird antworten mit Korn, Most und Öl, und diese werden Jesreel antworten.
22196#Hosea,2,25#25. Und ich will sie mir im Lande ansäen und mich der «Unbegnadigten» erbarmen und zu «Nicht-mein-Volk» sagen: Du bist mein Volk! und es wird sagen: Du bist mein Gott!
22197#Hosea,3,1#1. Und der HERR sprach zu mir: Geh nochmals hin und liebe ein Weib, das von einem Freunde geliebt wird und im Ehebruch lebt, gleichwie der HERR die Kinder Israel liebt, wiewohl sie sich andern Göttern zuwenden und Traubenkuchen lieben!
22198#Hosea,3,2#2. Da erkaufte ich sie mir um fünfzehn Silberlinge und um ein Chomer und ein Letech-1- Gerste. -1) = 1/2 Chomer; etwa 180 Liter.++
22199#Hosea,3,3#3. Und ich sprach zu ihr: «Du sollst mir viele Tage bleiben und nicht buhlen und keines andern Mannes werden; ebenso will auch ich mich verhalten gegen dich!»
22200#Hosea,3,4#4. Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, auch ohne Opfer, ohne Bildsäule, ohne priesterliches Schulterkleid und ohne Hausgötzen.
22201#Hosea,3,5#5. Darnach werden die Kinder Israel umkehren und den HERRN, ihren Gott, und David, ihren König, suchen und werden sich bebend zu dem HERRN und zu seiner Güte flüchten am Ende der Tage.
22202#Hosea,4,1#1. HÖRT des HERRN Wort, ihr Kinder Israel! Denn der HERR hat zu rechten mit den Bewohnern des Landes, weil keine Treue, kein Erbarmen und keine Gotteserkenntnis im Lande ist.
22203#Hosea,4,2#2. Fluchen und Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen hat überhand genommen, und Blutschuld reiht sich an Blutschuld.
22204#Hosea,4,3#3. Darob trauert das Land und müssen verschmachten alle, die darin wohnen; die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und auch die Fische im Meer werden dahingerafft.
22205#Hosea,4,4#4. Nur hadere niemand und strafe keiner! Aber mit dir, du Priester, will ich hadern!
22206#Hosea,4,5#5. Du sollst bei Tage straucheln, und auch der Prophet wird mit dir straucheln des Nachts, und ich will deine Mutter vertilgen.
22207#Hosea,4,6#6. Mein Volk geht aus Mangel an Erkenntnis zugrunde; denn du hast die Erkenntnis verworfen, darum will ich auch dich verwerfen, daß du nicht mehr mein Priester seiest; und weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deiner Kinder vergessen!
22208#Hosea,4,7#7. Je mehr ihrer wurden, desto mehr sündigten sie wider mich; darum will ich ihre Ehre in Schande verwandeln.
22209#Hosea,4,8#8. Von der Sünde meines Volkes nähren sie sich und sind gierig nach ihren Missetaten.
22210#Hosea,4,9#9. Aber es soll dem Priester ergehen wie dem Volk, ich werde an ihm heimsuchen seinen Wandel und ihm seine Taten vergelten.
22211#Hosea,4,10#10. Sie werden essen und nicht satt werden, Unzucht treiben und sich doch nicht vermehren; denn sie haben davon abgelassen, auf den HERRN zu achten.
22212#Hosea,4,11#11. Unzucht, Wein und Most rauben den Verstand.
22213#Hosea,4,12#12. Mein Volk befragt sein Holz, und sein Stab soll ihm wahrsagen; denn der Geist der Unzucht hat sie verführt, daß sie ihrem Gott untreu geworden sind.
22214#Hosea,4,13#13. Sie opfern auf den Bergeshöhen und räuchern auf den Hügeln, unter Eichen, Pappeln und Terebinthen; denn ihr Schatten ist angenehm. Darum treiben eure Töchter Unzucht und brechen eure Bräute die Ehe.
22215#Hosea,4,14#14. Ich kann es an euren Töchtern nicht strafen, daß sie Unzucht treiben, noch an euren Bräuten, daß sie die Ehe brechen; denn sie selbst gehen mit Huren abseits und opfern mit den Tempeldirnen, und das unverständige Volk stürzt sich selbst ins Verderben. -
22216#Hosea,4,15#15. Wenn du, Israel, Unzucht treibst, so soll sich doch Juda nicht versündigen! Geht doch nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Beth-Aven hinauf und schwört nicht: «So wahr der HERR lebt!»
22217#Hosea,4,16#16. Denn Israel ist wie eine störrische Kuh; sollte sie der HERR weiden können wie ein Lamm auf weiter Trift?
22218#Hosea,4,17#17. Ephraim ist an die Götzen gebunden; laß ihn in Ruh!
22219#Hosea,4,18#18. Ihr Wein geht zur Neige, sie haben ausgehurt; ihre Beschützer haben die Schande geliebt.
22220#Hosea,4,19#19. Der Wind hat sie mit seinen Flügeln erfaßt, daß sie mit ihren Opfern zuschanden werden.
22221#Hosea,5,1#1. Hört dies, ihr Priester, und du, Haus Israel, merke auf, und du, Königshaus, horche! Denn euch droht das Gericht; denn ihr seid eine Schlinge geworden für Mizpa und ein ausgebreitetes Fangnetz auf dem Tabor.
22222#Hosea,5,2#2. Die Abtrünnigen schlachten im Verborgenen-1-; aber ich habe ihnen allen eine Züchtigung zugedacht. -1) aüs: haben ihren Abfall tief gemacht.++
22223#Hosea,5,3#3. Ich kenne Ephraim wohl, und Israel ist vor mir nicht verborgen; (ich weiß), daß du, Ephraim, jetzt Unzucht getrieben, daß Israel sich verunreinigt hat.
22224#Hosea,5,4#4. Ihre Taten erlauben ihnen nicht, zu ihrem Gott zurückzukehren; denn ein Geist der Unzucht ist in ihren Herzen, und den HERRN erkennen sie nicht.
22225#Hosea,5,5#5. Aber Israels Stolz wird sich als Zeuge wider ihn erheben; und Israel und Ephraim werden fallen durch eigene Schuld, auch Juda wird mit ihnen fallen.
22226#Hosea,5,6#6. Mit ihren Schafen und mit ihren Rindern werden sie kommen, den HERRN zu suchen; aber sie werden ihn nicht finden; er hat sich von ihnen entfernt.
22227#Hosea,5,7#7. Sie sind dem HERRN untreu geworden; denn sie haben fremde Kinder gezeugt; jetzt wird ein Neumond sie fressen samt ihren Erbteilen.
22228#Hosea,5,8#8. Stoßt in die Posaune zu Gibea, in die Trompete zu Rama; schlaget Lärm in Beth-Aven, nimm dich in acht, Benjamin!
22229#Hosea,5,9#9. Ephraim soll zur Wüste werden am Tage der Züchtigung; was ich den Stämmen Israels angekündigt habe, das kommt gewiß!
22230#Hosea,5,10#10. Die Fürsten Judas sind denen gleich, welche die Grenze verrücken; über sie will ich meinen Grimm ausschütten wie Wasser.
22231#Hosea,5,11#11. Ephraim wird unterdrückt, untertreten im Gericht; denn er ist so gern Menschensatzungen nachgelaufen.
22232#Hosea,5,12#12. Ich aber ward für Ephraim wie eine Motte und für das Haus Juda wie ein nagender Wurm.
22233#Hosea,5,13#13. Und als Ephraim seine Krankheit sah und Juda sein Geschwür, da lief Ephraim zu Assur und sandte zum König Jareb; er aber konnte euch nicht heilen und das Geschwür nicht von euch nehmen.
22234#Hosea,5,14#14. Denn ich bin wie ein Löwe gegen Ephraim und wie ein junger Leu gegen das Haus Juda; ich, ja ich, zerreiße und gehe davon und nehme weg, daß niemand erretten kann.
22235#Hosea,5,15#15. Ich will wiederum an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen werden; in ihrer Not werden sie mich ernstlich suchen:
22236#Hosea,6,1#1. Kommt, wir wollen wieder umkehren zum HERRN! Er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns verwundet, er wird uns auch verbinden;
22237#Hosea,6,2#2. nach zwei Tagen wird er uns lebendig machen, am dritten Tage wird er uns aufrichten, daß wir vor ihm leben;
22238#Hosea,6,3#3. und laßt uns erkennen, ja, eifrig trachten nach dem Erkennen des HERRN! Sein Erscheinen ist so sicher wie das (Aufgehen) der Morgenröte, und er wird zu uns kommen wie ein Regenguß, wie ein Spätregen, der das Land benetzt!
22239#Hosea,6,4#4. Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Eure Frömmigkeit ist (so flüchtig) wie eine Morgenwolke, ja, wie der Tau, der früh vergeht!
22240#Hosea,6,5#5. Darum habe ich sie behauen durch die Propheten, sie getötet durch die Worte meines Mundes, und mein Recht muß hervorgehen wie das Licht!
22241#Hosea,6,6#6. Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.
22242#Hosea,6,7#7. Sie aber haben wie Adam den Bund übertreten, daselbst sind sie mir untreu geworden.
22243#Hosea,6,8#8. Gilead ist eine Stadt von Übeltätern, voller Blutspuren;
22244#Hosea,6,9#9. gleich lauernden Straßenräubern ist die Bande der Priester; am Wege nach Sichem morden sie; ja, Schandtaten haben sie begangen!
22245#Hosea,6,10#10. Im Hause Israel habe ich Schauderhaftes gesehen; daselbst treibt Ephraim Unzucht, befleckt sich Israel.
22246#Hosea,6,11#11. Auch dir, Juda, ist eine Ernte bestimmt, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes wende!
22247#Hosea,7,1#1. Wenn ich Israel heilen will, so offenbaren sich Ephraims Schuld und die Übel Samariens; denn sie verüben Betrug, und der Dieb dringt ein, und Räuberbanden plündern draußen.
22248#Hosea,7,2#2. Und sie bedenken nicht in ihrem Herzen, daß ich all ihrer Bosheit gedenke; nun sollen aber ihre Übeltaten sie umringen, die vor meinen Augen geschehen sind!
22249#Hosea,7,3#3. Durch ihre Bosheit erfreuen sie den König und durch ihre Lügen die Fürsten.
22250#Hosea,7,4#4. Sie alle sind Ehebrecher, gleichen einem Ofen, welcher vom Bäcker angezündet ist, der nach dem Kneten des Teiges das Schüren nur so lange unterläßt, bis er ganz durchsäuert ist.
22251#Hosea,7,5#5. Am Festtage unsres Königs sind die Fürsten fieberkrank geworden vom Wein; er hat seine Hand den Spöttern gereicht.
22252#Hosea,7,6#6. Denn sie haben ihr Herz in ihrer Hinterlist einem Ofen gleich gemacht: ihr Bäcker schläft die ganze Nacht, am Morgen brennt er lichterloh.
22253#Hosea,7,7#7. Sie glühen alle wie ein Ofen und verzehren ihre Richter; alle ihre Könige sind gefallen: keiner von ihnen ruft mich an.
22254#Hosea,7,8#8. Ephraim hat sich mit den andern Völkern vermengt; Ephraim ist wie ein Kuchen, den man nicht umgewendet hat.
22255#Hosea,7,9#9. Fremde haben seine Kraft verzehrt, und er hat es nicht gemerkt; auch ist sein Haar mit Grau gesprenkelt, ohne daß er es merkt.
22256#Hosea,7,10#10. Wiewohl aber Israels Stolz sich als Zeuge wider ihn erhebt, sind sie doch nicht zu dem HERRN, ihrem Gott, umgekehrt und haben ihn trotz alledem nicht gesucht;
22257#Hosea,7,11#11. sondern Ephraim hat sich benommen wie eine einfältige, unverständige Taube; die Ägypter haben sie herbeigerufen, zu den Assyrern sind sie gelaufen.
22258#Hosea,7,12#12. Wohin sie aber auch gehen, breite ich mein Netz aus über sie, ziehe sie wie Vögel vom Himmel herunter und züchtige sie, wie es ihrer Gemeinde gepredigt worden ist.
22259#Hosea,7,13#13. Wehe ihnen, daß sie von mir weggeflogen sind! Unglück komme über sie, daß sie mir abtrünnig geworden sind! Ich wollte sie erlösen, aber sie redeten Lügen wider mich!
22260#Hosea,7,14#14. Und sie schrieen nicht von Herzen zu mir, sondern heulten auf ihren Lagern. Wegen Getreide und Most regen sie sich auf und weichen von mir.
22261#Hosea,7,15#15. Und ich lehrte und stärkte doch ihren Arm; aber sie machten böse Anschläge gegen mich.
22262#Hosea,7,16#16. Sie wenden sich wohl um, aber nicht nach oben; sie sind wie ein trügerischer Bogen. Ihre Fürsten sollen durchs Schwert fallen wegen ihrer trotzigen Reden, welche ihnen nur Spott eintragen im Lande Ägypten.
22263#Hosea,8,1#1. Setze die Posaune an deinen Mund! Es kommt etwas wie ein Adler wider das Haus des HERRN! Warum haben sie meinen Bund übertreten und sich gegen mein Gesetz vergangen?
22264#Hosea,8,2#2. Zu mir werden sie schreien: Du bist mein Gott; wir Israeliten kennen dich! -
22265#Hosea,8,3#3. Israel hat das Gute von sich gestoßen; jetzt soll es der Feind verfolgen!
22266#Hosea,8,4#4. Sie haben Könige eingesetzt ohne meinen Willen, Fürsten, ohne daß ich es wußte; aus ihrem Silber und Gold haben sie sich Götzen gemacht, zu dem Zwecke, daß sie sich selbst zu Grunde richteten.
22267#Hosea,8,5#5. Dein Kalb ist mir verhaßt, Samaria! Mein Zorn ist entbrannt über sie! Wie lange noch können sie Straflosigkeit nicht ertragen?
22268#Hosea,8,6#6. Denn aus Israel stammt es, und ein Künstler hat es gemacht; es ist kein Gott, sondern zu Splittern soll es zerschlagen werden, das Kalb von Samaria!
22269#Hosea,8,7#7. Denn Wind säen sie, und Sturm werden sie ernten; da wächst kein Halm; das Gewächs ergibt kein Mehl; und sollte es etwas geben, so würden Fremde es verschlingen.
22270#Hosea,8,8#8. Verschlungen wird Israel! Schon sind sie unter den Heiden-1- geworden wie ein Gefäß, an welchem man kein Wohlgefallen hat! -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
22271#Hosea,8,9#9. Denn sie sind nach Assur gegangen, - ein Wildesel, der für sich lebt, ist Ephraim! - sie haben sich Liebhaber gedungen.
22272#Hosea,8,10#10. Weil sie sich denn Völker dingen, so will ich dieselben jetzt auch haufenweise herbeibringen, und bald werden sie zu leiden haben unter der Last des Königs der Fürsten.
22273#Hosea,8,11#11. Weil Ephraim viele Altäre baute, um zu sündigen, so sind ihm die Altäre auch zur Sünde geworden.
22274#Hosea,8,12#12. Schreibe ich ihm mein Gesetz zehntausendmal vor, so erachten sie es doch als etwas Unbekanntes!
22275#Hosea,8,13#13. Die Schlachtopfer, die sie mir schenken, bringen sie dar wie (gewöhnliches) Fleisch und essen es. Der HERR hat kein Wohlgefallen an ihnen. Jetzt wird er ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden strafen; sie sollen nach Ägypten zurückkehren!
22276#Hosea,8,14#14. Weil Israel seinen Schöpfer vergessen und sich Paläste erbaut, und weil Juda viele Städte befestigt hat, so will ich Feuer in seine Städte senden, das seine Gebäude verzehren soll.
22277#Hosea,9,1#1. Freue dich nicht, Israel, wie die Völker frohlocken; denn du bist deinem Gott untreu geworden, hast gerne Buhlerlohn genommen auf allen Korntennen!
22278#Hosea,9,2#2. Tenne und Kelter werden sie nicht nähren, und der Most wird sie im Stiche lassen.
22279#Hosea,9,3#3. Sie sollen nicht bleiben im Lande des HERRN, sondern Ephraim muß nach Ägypten zurückkehren und in Assyrien unreine Speisen essen.
22280#Hosea,9,4#4. Sie sollen dem HERRN keinen Wein zum Trankopfer spenden, und an ihren Schlachtopfern wird er kein Wohlgefallen haben; wie Trauerbrot sollen sie ihnen sein, alle, die davon essen, verunreinigen sich damit; denn ihr Brot ist nur für ihren Hunger; es soll nicht kommen ins Haus des HERRN!
22281#Hosea,9,5#5. Was wollt ihr am Feiertag tun, am Tage des Festes des HERRN?
22282#Hosea,9,6#6. Denn siehe, wenn sie wegen der Verwüstung weggezogen sind, so wird Ägypten sie aufnehmen, Memphis sie begraben; Disteln werden ihre silbernen Kleinodien überwuchern, Dornen ihre Hütten.
22283#Hosea,9,7#7. Die Tage der Heimsuchung sind gekommen, die Tage der Vergeltung sind da! Israel soll erfahren, ob der Prophet ein Narr sei, wahnsinnig der Geistesmensch! Und das um deiner großen Schuld willen, weil du so feindselig warst.
22284#Hosea,9,8#8. Ephraim liegt auf der Lauer gegen meinen Gott; dem Propheten sind auf allen seinen Wegen Vogelfallen gelegt; im Hause seines Gottes feindet man ihn an.
22285#Hosea,9,9#9. In tiefe Verderbnis sind sie versunken, wie vor Zeiten zu Gibea; ihrer Missetat soll gedacht werden, ihre Sünden werden bestraft.
22286#Hosea,9,10#10. Wie Trauben in der Wüste, so fand ich Israel; wie eine frühreife Frucht am jungen Feigenbaum erblickte ich eure Väter; als sie aber zum Baal-Peor kamen, weihten sie sich der Schande und wurden zum Greuel gleich dem, welchen sie liebten.
22287#Hosea,9,11#11. Ephraims Herrlichkeit fliegt wie ein Vogel davon; keine Geburt mehr, keine Empfängnis, keine Zeugung!
22288#Hosea,9,12#12. Ja, wenn sie auch ihre Söhne aufziehen, so mache ich sie doch kinderlos, daß kein Mensch mehr da ist; denn wehe ihnen, wenn ich mich von ihnen wende!
22289#Hosea,9,13#13. Ephraim ist, wie ich sehe, gepflanzt wie Tyrus in der Aue; aber er muß seine Söhne zu dem hinausführen, der sie erwürgen wird!
22290#Hosea,9,14#14. Gib ihnen, HERR, - was willst du ihnen geben? - gib ihnen einen unfruchtbaren Leib und trockene Brüste!
22291#Hosea,9,15#15. Alle ihre Bosheit stammt von Gilgal her, so daß ich sie dort zu hassen begann; wegen ihrer schlimmen Handlungen will ich sie aus meinem Hause vertreiben; ich kann sie nicht mehr lieben; alle ihre Fürsten sind Abtrünnige.
22292#Hosea,9,16#16. Ephraim ist geschlagen; ihre Wurzel verdorrt, sie bringen keine Frucht; wenn sie auch Kinder bekommen, so töte ich ihre Lieblinge doch.
22293#Hosea,9,17#17. Mein Gott wird sie verwerfen; denn sie haben ihm nicht gehorcht; darum müssen sie umherirren unter den Heiden.
22294#Hosea,10,1#1. Israel ist ein rankender Weinstock, der Frucht ansetzt. Je mehr Früchte er brachte, desto mehr Altäre bauten sie; je besser ihr Land war, desto schönere Götzenbilder machten sie.
22295#Hosea,10,2#2. Ihr Herz ist geteilt, nun sollen sie es büßen: er wird ihre Altäre zerbrechen, ihre Götzenbilder zertrümmern.
22296#Hosea,10,3#3. Dann werden sie bekennen müssen: «Wir haben keinen König mehr, weil wir den HERRN nicht fürchteten; und ein König, was kann der uns helfen?»
22297#Hosea,10,4#4. Leere Worte reden, falsche Eide schwören, Bündnisse schließen, so daß das Gericht aufsproßt wie Unkraut aus den Furchen des Ackers!
22298#Hosea,10,5#5. Um das Kalb von Beth-Aven wird den Einwohnern von Samarien bange sein; ja, seine Bevölkerung trauert darum, und seine Priester zittern seinetwegen, wegen seiner Herrlichkeit, weil sie von ihnen weggeführt wird.
22299#Hosea,10,6#6. Ja, es selbst wird nach Assur gebracht, als Geschenk für den König Jareb: Scham erfaßt Ephraim, und Israel muß sich seines Rates schämen.
22300#Hosea,10,7#7. Samariens König fährt dahin wie ein Zweig, der auf der Wasserfläche schwimmt;
22301#Hosea,10,8#8. so werden die Höhen von Aven, die Sünde Israels, verwüstet; Dornen und Disteln werden auf ihren Altären wachsen. Da werden sie zu den Bergen sagen: Bedecket uns, und zu den Hügeln: Fallt über uns!
22302#Hosea,10,9#9. Seit den Tagen Gibeas hast du, Israel, gesündigt! Daselbst sind sie stehen geblieben. Sollte sie nun nicht auch zu Gibea der Krieg erreichen, der wider die frevelhaften Kinder geführt wird?
22303#Hosea,10,10#10. Ich will sie züchtigen nach Herzenslust, und es sollen Völker wider sie versammelt werden zur Züchtigung für ihre zwiefache Schuld!
22304#Hosea,10,11#11. Ephraim ist eine Kuh, die ans Dreschen gewöhnt ist und es gerne tut; aber ich fahre über ihren schönen Hals; ich will Ephraim anspannen, Juda soll pflügen, Jakob soll ihm eggen!
22305#Hosea,10,12#12. Säet euch Gerechtigkeit, erntet nach Maßgabe der Güte! Pflüget einen Neubruch, denn es ist Zeit, den HERRN zu suchen, bis daß er komme und euch Gerechtigkeit regnen lasse!
22306#Hosea,10,13#13. Da ihr Gesetzlosigkeit pflügtet, habt ihr Unheil geerntet und Früchte der Falschheit gegessen. Weil du dich auf deine Wagen und die Menge deiner Helden verlassen hast,
22307#Hosea,10,14#14. so soll sich Kriegslärm wider deine Völker erheben, und alle deine Festungen sollen zerstört werden, wie Schalman am Streittag Beth-Arbel zerstörte und die Mutter samt den Kindern zu Boden streckte.
22308#Hosea,10,15#15. Dergleichen bringt Bethel über euch um eurer großen Bosheit willen; beim Morgenrot wird der König Israels vertilgt sein.
22309#Hosea,11,1#1. Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn berufen.
22310#Hosea,11,2#2. Aber man rief sie; sofort gingen sie von mir weg. Den Baalen opferten sie, und den Bildern räucherten sie.
22311#Hosea,11,3#3. Und doch habe ich Ephraim gegängelt! Ich nahm sie auf meine Arme; sie aber haben nicht gemerkt, daß ich sie heilte.
22312#Hosea,11,4#4. Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe, ich hob ihnen gleichsam das Joch auf vom Kinn und ließ sie gemütlich fressen.
22313#Hosea,11,5#5. Er soll nicht nach Ägypten zurückkehren, sondern der Assyrer soll ihr König werden, weil sie nicht umkehren wollen!
22314#Hosea,11,6#6. Und das Schwert soll in ihren Städten umgehen und ihre Prahler umbringen und sie wegen ihrer Ratschläge verzehren.
22315#Hosea,11,7#7. Mein Volk ist geneigt zum Abfall von mir; ruft man es nach oben, so erhebt sich gar niemand!
22316#Hosea,11,8#8. Wie könnte ich dich hergeben, Ephraim, wie könnte ich dich preisgeben, Israel? Wie könnte ich dich behandeln gleich Adma, dich machen wie Zeboim? Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt!
22317#Hosea,11,9#9. Ich will nicht tun nach meines Zornes Glut, will Ephraim nicht wiederum verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als der Heilige bin ich in deiner Mitte und komme nicht in grimmigem Zorn.
22318#Hosea,11,10#10. Sie werden dem HERRN nachfolgen, der brüllen wird wie ein Löwe; wenn er brüllt, so werden die Söhne zitternd vom Meer her kommen;
22319#Hosea,11,11#11. zitternd wie ein Vogel werden sie aus Ägypten kommen und wie eine Taube aus dem Lande Assur; und ich will sie in ihren eigenen Häusern wohnen lassen, spricht der HERR.
22320#Hosea,12,1#1. Ephraim hat mich mit Lügen umgangen und das Haus Israel mit Betrug; Juda aber schweift noch umher neben Gott und neben dem echten Heiligtum.
22321#Hosea,12,2#2. Ephraim nährt sich von Wind und läuft dem Ostwind nach; es wird täglich verlogener und frecher; ein Bündnis mit Assur wollen sie schließen, und Öl wird nach Ägypten geführt.
22322#Hosea,12,3#3. Auch mit Juda hat der HERR zu rechten, und er muß Jakob strafen nach seinen Wegen, er wird ihm vergelten nach seinen Taten.
22323#Hosea,12,4#4. Schon im Mutterschoß hielt er seines Bruders Ferse, und in seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott;
22324#Hosea,12,5#5. er kämpfte mit dem Engel und siegte, er weinte und flehte zu ihm; zu Bethel hat er ihn gefunden, und daselbst redete er mit uns, -
22325#Hosea,12,6#6. nämlich der HERR, der Gott der Heerscharen, dessen Name HERR ist.
22326#Hosea,12,7#7. So kehre denn zu deinem Gott zurück, halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
22327#Hosea,12,8#8. Der Kanaaniter hat eine falsche Waage in der Hand, er übervorteilt gern.
22328#Hosea,12,9#9. Auch Ephraim spricht: «Ich bin doch reich geworden, ich habe mir ein Vermögen erworben; an all meinem Erwerb wird man mir kein Unrecht nachweisen können, das Sünde wäre!»
22329#Hosea,12,10#10. Ich aber, der HERR, bin dein Gott vom Lande Ägypten her, ich werde dich wieder in Zelten wohnen lassen wie zur Zeit des Festes.
22330#Hosea,12,11#11. Ich habe zu den Propheten geredet und viele Gesichte gegeben und durch die Propheten in Gleichnissen gelehrt.
22331#Hosea,12,12#12. Sind sie in Gilead nichtswürdig gewesen, so sollen sie zunichte werden; opferten sie in Gilgal Stiere, so sollen auch ihre Altäre wie Steinhaufen auf den Furchen des Ackers werden!
22332#Hosea,12,13#13. Als Jakob in die Landschaft Aram floh, da diente Israel um ein Weib; um ein Weib hütete er (die Herde);
22333#Hosea,12,14#14. so hat der HERR durch einen Propheten Israel aus Ägypten heraufgeführt und es durch einen Propheten hüten lassen.
22334#Hosea,12,15#15. Ephraim hat ihn bitter gekränkt; er wird seine Blutschuld auf ihn werfen, und sein Herr wird ihm seine Beschimpfung vergelten.
22335#Hosea,13,1#1. Wenn Ephraim redete, herrschte Schrecken; groß stand er da in Israel; als er sich aber mit dem Baal versündigte, fing er an zu sterben.
22336#Hosea,13,2#2. Und nun fahren sie fort zu sündigen und gießen sich Bilder aus ihrem Silber, Götzen nach ihrer Erfindung, allesamt ein Machwerk von Künstlern; von ihnen sagen sie, die opfernden Menschen: «Man soll die Kälber küssen!»
22337#Hosea,13,3#3. Darum werden sie sein wie eine Morgenwolke und wie der Tau, der früh vergeht, wie die Spreu, die von der Tenne verweht wird, und wie der Rauch aus dem Kamin!
22338#Hosea,13,4#4. Ich aber bin der HERR, dein Gott, vom Lande Ägypten her, und außer mir kennst du keinen Gott, und es gibt keinen Retter als mich allein!
22339#Hosea,13,5#5. Ich nahm deiner wahr in der Wüste, im dürren Land.
22340#Hosea,13,6#6. Als sie aber Weide fanden, wurden sie satt; und als sie satt wurden, erhob sich ihr Herz; darum vergaßen sie mich.
22341#Hosea,13,7#7. Da ward ich gegen sie wie ein Löwe und lauerte wie ein Panther am Wege;
22342#Hosea,13,8#8. ich überfiel sie wie eine Bärin, der man die Jungen geraubt, und zerriß ihnen den Brustkasten und fraß sie daselbst wie ein Löwe; wie ein wildes Tier zerriß ich sie.
22343#Hosea,13,9#9. Das ist dein Verderben, Israel, daß du gegen mich, deine Hilfe, bist!
22344#Hosea,13,10#10. Wo ist denn nun dein König, daß er dir helfe in allen deinen Städten, und wo sind deine Richter? Denn du hast ja gesagt: «Gib mir einen König und Fürsten!»
22345#Hosea,13,11#11. Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nehme ihn weg in meinem Grimm!
22346#Hosea,13,12#12. Ephraims Schuld ist zusammengebunden, seine Sünde ist aufbehalten.
22347#Hosea,13,13#13. Geburtswehen werden ihn ankommen; er ist ein unverständiges Kind; denn zur rechten Zeit stellt er sich nicht ein zur Geburt!
22348#Hosea,13,14#14. Ich will sie erlösen aus der Gewalt des Totenreichs, vom Tode will ich sie loskaufen. Tod, wo ist dein Verderben? Totenreich, wo ist dein Sieg? - Mitleid muß verschwinden vor mir!
22349#Hosea,13,15#15. Denn sollte er auch Frucht tragen unter den Brüdern, so wird ein Ostwind kommen, ein Wind des HERRN von der Wüste herauf, so daß sein Brunnen vertrocknet und sein Quell versiegt. Er wird den Schatz aller kostbaren Geräte berauben.
22350#Hosea,14,1#1. -1-Samaria muß es büßen; denn es hat sich wider seinen Gott empört; durchs Schwert sollen sie fallen; ihre Kindlein sollen zerschmettert und die Schwangeren aufgeschlitzt werden! -1) and. Bibelausgaben nehmen diesen V. zu Kap. 13 und zählen: 13,1-16; 14,1-9.++
22351#Hosea,14,2#2. Kehre um, o Israel, zu dem HERRN, deinem Gott! Denn du bist gefallen durch deine eigene Schuld.
22352#Hosea,14,3#3. Nehmet Worte mit euch und kehret um zum HERRN! Sprechet: «Vergib alle Schuld und nimm es gut auf, daß wir dir als Dankopfer die Farren unserer Lippen bringen!
22353#Hosea,14,4#4. Assur soll uns nicht mehr helfen; wir wollen nicht mehr auf Rossen reiten und das Werk unserer Hände nicht mehr unsere Götter nennen, denn bei dir findet das Waislein Barmherzigkeit!»
22354#Hosea,14,5#5. Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, gerne will ich sie lieben; denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewandt!
22355#Hosea,14,6#6. Ich will für Israel sein wie der Tau; es soll blühen wie eine Lilie und Wurzel schlagen wie der Libanon.
22356#Hosea,14,7#7. Seine Schößlinge sollen sich ausbreiten; es soll so schön werden wie ein Ölbaum und so guten Geruch geben wie der Libanon.
22357#Hosea,14,8#8. Die unter seinem Schatten wohnen, werden wieder aufleben wie das Getreide und blühen wie der Weinstock und so berühmt werden wie der Wein vom Libanon.
22358#Hosea,14,9#9. Ephraim (sagt): Was sollen mir weiter die Götzen? - Ich, ich will ihn erhören und zu ihm sehen. Ich, ich bin wie eine grünende Zypresse; es soll sich zeigen, daß deine Frucht von mir kommt!
22359#Hosea,14,10#10. Wer ist so weise, daß er das einsehe, und so klug, daß er das verstehe? Die Wege des HERRN sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.
22360#Joel,1,1#1. DAS Wort des HERRN, welches an Joel, den Sohn Petuels erging:
22361#Joel,1,2#2. Höret das, ihr Ältesten, und merket auf, alle Bewohner des Landes: Ist je dergleichen zu euren Zeiten oder zu den Zeiten eurer Väter geschehen?
22362#Joel,1,3#3. Erzählet davon euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kinder dem künftigen Geschlecht!
22363#Joel,1,4#4. Was der Nager-1- übriggelassen, das hat die Heuschrecke gefressen, und was die Heuschrecke übrigließ, das hat der Fresser-2- verzehrt, und was der Fresser verschonte, das hat der Verwüster-3- aufgefressen. -1) Gasam.   2) Jelek.   3) Chasil.++
22364#Joel,1,5#5. Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet und heulet, ihr Weintrinker alle, um den Most, daß er euch vom Munde weggenommen ist.
22365#Joel,1,6#6. Denn ein Volk hat mein Land überzogen, das ist mächtig und ohne Zahl; es hat Zähne wie Löwenzähne und ein Gebiß wie eine Löwin.
22366#Joel,1,7#7. Meinen Weinstock hat es verwüstet und meinen Feigenbaum kahlgefressen, sogar die Rinde hat es abgeschält und weggeworfen, weiß geworden sind seine Zweige.
22367#Joel,1,8#8. Heule wie eine Jungfrau, die wegen des Bräutigams ihrer Jugend mit einem Sack umgürtet ist!
22368#Joel,1,9#9. Speis- und Trankopfer sind dem Hause des HERRN entzogen; es trauern die Priester, die Diener des HERRN.
22369#Joel,1,10#10. Das Feld ist verheert; der Acker trauert, denn das Korn ist verwüstet, das Obst verdorrt, der Most vertrocknet, die Oliven sind verwelkt.
22370#Joel,1,11#11. Enttäuscht sind die Bauern, es heulen die Winzer - wegen des Weizens und der Gerste, denn die Ernte ist verloren.
22371#Joel,1,12#12. Der Weinstock ist verdorrt, der Feigenbaum verwelkt, Granaten, Palmen und Apfelbäume, ja, alle Bäume des Feldes sind verdorrt, und den Menschenkindern ist die Freude vergangen.
22372#Joel,1,13#13. Umgürtet euch und klagt, ihr Priester! Heulet, ihr Diener des Altars! Geht einher und lieget in Säcken, ihr Diener meines Gottes! Denn Speis- und Trankopfer sind dem Hause eures Gottes entzogen.
22373#Joel,1,14#14. Heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, zum Hause des HERRN, eures Gottes, und schreiet zum HERRN!
22374#Joel,1,15#15. Ach, was für ein Tag! Ja, der Tag des HERRN ist nahe, er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen!
22375#Joel,1,16#16. Ist nicht vor unsern Augen die Nahrung weggenommen worden, Freude und Frohlocken von dem Hause unsres Gottes?
22376#Joel,1,17#17. Verdorrt sind die Samenkörner unter den Schollen, die Speicher stehen leer, die Scheunen zerfallen; ja, das Korn ist verwelkt!
22377#Joel,1,18#18. O wie seufzt das Vieh, wie sind die Rinderherden verstört, weil sie keine Weide haben; auch die Schafherden gehen zugrunde!
22378#Joel,1,19#19. Zu dir, o HERR, will ich rufen; denn das Feuer hat die Auen der Wüste verzehrt, und die Flamme hat alle Bäume versengt!
22379#Joel,1,20#20. Auch die Tiere des Feldes lechzen nach dir, weil die Wasserbäche vertrocknet sind und das Feuer die Auen der Wüste verzehrt hat.
22380#Joel,2,1#1. Stoßt in die Posaune zu Zion und blaset Lärm auf meinem heiligen Berge, daß alle Bewohner des Landes erzittern; denn der Tag des HERRN kommt, er ist nahe,
22381#Joel,2,2#2. ein finsterer und dunkler Tag, ein bewölkter und neblichter Tag. Wie Morgenrot breitet sich über die Berge aus ein großes, mächtiges Volk, desgleichen von Ewigkeit her nicht gewesen ist und auch in künftigen Zeiten nicht mehr sein wird.
22382#Joel,2,3#3. Fressendes Feuer geht vor ihm her und hinter ihm her eine lodernde Flamme: ist das Land wie der Garten Eden vor ihm gewesen, hinter ihm ist es eine öde Wüste; und man kann ihm nicht entrinnen!
22383#Joel,2,4#4. Wie Rosse sehen sie aus, und wie Reiter rennen sie.
22384#Joel,2,5#5. Wie rasselnde Kriegswagen kommen sie über die Berge her, wie eine Feuerflamme, welche prasselnd das Stroh verzehrt, gleich einem mächtigen Heer, das zum Kampf gerüstet ist.
22385#Joel,2,6#6. Vor ihm erzittern die Völker, alle Angesichter verfärben sich.
22386#Joel,2,7#7. Wie Helden laufen sie, wie Krieger ersteigen sie die Mauer, jeder geht seines Weges, und keiner kreuzt des andern Pfad.
22387#Joel,2,8#8. Keiner drängt den andern, jeder geht seine eigene Bahn; zwischen die Lanzen stürzen sie sich und lassen sich nicht aufhalten.
22388#Joel,2,9#9. Sie laufen in die Stadt, rennen auf der Mauer, erklimmen die Häuser, steigen wie Diebe zum Fenster hinein.
22389#Joel,2,10#10. Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel zittert, Sonne und Mond kleiden sich in Trauer, und die Sterne verlieren ihren Schein.
22390#Joel,2,11#11. Und der HERR läßt seine Stimme hören vor seinem Kriegsvolk her; denn sehr groß ist sein Heerlager und gewaltig sind, die seinen Befehl vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des HERRN und sehr schrecklich; wer kann ihn ertragen?
22391#Joel,2,12#12. Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!
22392#Joel,2,13#13. Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und kehret zurück zu dem HERRN, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade und läßt sich des Übels gereuen.
22393#Joel,2,14#14. Wer weiß, ob es ihn nicht wieder reuen, und ob er nicht einen Segen zurücklassen wird, Speis- und Trankopfer für den HERRN, euren Gott?
22394#Joel,2,15#15. Stoßt in die Posaune zu Zion, heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung!
22395#Joel,2,16#16. Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, bringt die Ältesten herbei, versammelt die Kindlein und die Säuglinge; der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach!
22396#Joel,2,17#17. Zwischen der Halle und dem Altar sollen die Priester, des HERRN Diener, weinen und sagen: HERR, habe Mitleid mit deinem Volk und gib dein Erbteil nicht der Beschimpfung preis, daß die Heiden-1- über sie spotten! Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist nun ihr Gott? -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
22397#Joel,2,18#18. DA eiferte der HERR für sein Land und hatte Mitleid mit seinem Volk.
22398#Joel,2,19#19. Und der HERR antwortete und sprach zu seinem Volk: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, daß ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung unter den Heiden preisgeben;
22399#Joel,2,20#20. sondern ich will den von Norden (Kommenden) ferne von euch treiben und ihn verstoßen in ein dürres und wüstes Land, seinen Vortrab ins östliche Meer und seine Nachhut ins westliche Meer, und sein Gestank soll aufsteigen und sein Modergeruch sich erheben; denn er hat großgetan!
22400#Joel,2,21#21. Fürchte dich nicht, o Land, sondern frohlocke und freue dich; denn der HERR hat Großes getan!
22401#Joel,2,22#22. Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Wüste sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können.
22402#Joel,2,23#23. Und ihr Kinder Zions, frohlocket und freuet euch über den HERRN, euren Gott; denn er hat euch den Frühregen in rechtem Maß gegeben und Regengüsse, Frühregen und Spätregen, am ersten (Tage) zugesandt.
22403#Joel,2,24#24. Und es sollen die Tennen voll Korn werden und die Keltern von Most und Öl überfließen.
22404#Joel,2,25#25. Also will ich euch die Jahre wiedererstatten, deren Ertrag der Nager, die Heuschrecke, der Fresser und der Verwüster verzehrt haben, - mein großes Kriegsheer, welches ich gegen euch gesandt habe;
22405#Joel,2,26#26. und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat, und mein Volk soll nicht zuschanden werden ewiglich!
22406#Joel,2,27#27. Und ihr sollt erfahren, daß ich in Israels Mitte bin und daß ich, der HERR, euer Gott bin und keiner sonst; und mein Volk soll nimmermehr zuschanden werden!
22407#Joel,3,1#1. -1-Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure Jünglinge werden Gesichte sehen; -1) and. Bibelausgaben zählen: Kap. 2,1-32 und Kap. 3,1-21.++
22408#Joel,3,2#2. und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen;
22409#Joel,3,3#3. und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen;
22410#Joel,3,4#4. die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn da kommt der große und schreckliche Tag des HERRN.
22411#Joel,3,5#5. Es soll aber geschehen, daß ein jeder, der den Namen des HERRN anruft, gerettet wird; denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird eine Zuflucht sein, wie der HERR versprochen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.
22412#Joel,4,1#1. -1-DENN siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich die Gefangenen Judas und Jerusalems zurückbringen will, -1) and. Bibelausgaben zählen: Kap. 2,1-32 und Kap. 3,1-21.++
22413#Joel,4,2#2. da werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Josaphat hinabführen und daselbst mit ihnen rechten wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und mein Land verteilt haben;
22414#Joel,4,3#3. und weil sie über mein Volk das Los geworfen und den Knaben für eine Dirne hingegeben und das Mädchen um Wein verkauft und vertrunken haben.
22415#Joel,4,4#4. Und was wollt ihr mit mir, Tyrus und Zidon und sämtliche Bezirke der Philister? Wollt ihr mir etwa vergelten, was ich getan? Wenn ihr mir vergelten wollt, so bringe ich schnell und unverzüglich euer Tun auf euren Kopf,
22416#Joel,4,5#5. die ihr mein Silber und mein Gold genommen und meine besten Kleinodien in eure Tempel gebracht
22417#Joel,4,6#6. und die Kinder von Juda und Jerusalem an die Griechen verkauft habt, um sie von ihrer Heimat zu entfernen!
22418#Joel,4,7#7. Siehe, ich wecke sie auf an dem Ort, dahin ihr sie verkauft habt, und will euer Tun auf euren Kopf zurückfallen lassen
22419#Joel,4,8#8. und will eure Söhne und eure Töchter in die Hand der Kinder Juda verkaufen, und diese werden sie den Sabäern, einem weit weg wohnenden Volk, verkaufen; denn der HERR hat's gesagt.
22420#Joel,4,9#9. Rufet solches aus unter den Nationen, rüstet euch zum heiligen Krieg! Machet euch auf, ihr Helden! Alle Krieger sollen einrücken und ausziehen!
22421#Joel,4,10#10. Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern um und eure Rebmesser zu Spießen! Der Schwache spreche: Ich bin stark!
22422#Joel,4,11#11. Eilet und kommt herbei, alle Nationen ringsum, und versammelt euch! Dorthin führe, o HERR, deine Helden hinab!
22423#Joel,4,12#12. Die Nationen sollen sich aufmachen und in das Tal Josaphat hinaufziehen! Daselbst will ich zu Gericht sitzen über alle Nationen ringsum.
22424#Joel,4,13#13. Leget die Sichel an, denn die Ernte ist reif; kommt und tretet, denn die Kelter ist voll; die Kufen fließen über, denn ihre Bosheit ist groß!
22425#Joel,4,14#14. Scharen um Scharen (treffen ein) im Tal der Entscheidung; denn nahe ist der Tag des HERRN im Tale der Entscheidung.
22426#Joel,4,15#15. Sonne und Mond trauern, und die Sterne verlieren ihren Schein,
22427#Joel,4,16#16. und der HERR wird aus Zion brüllen und von Jerusalem her seine Stimme hören lassen, daß Himmel und Erde zittern; aber der HERR ist seines Volkes Schutz und die Zuflucht der Kinder Israel.
22428#Joel,4,17#17. Und ihr sollt erfahren, daß ich, der HERR, euer Gott, zu Zion, auf meinem heiligen Berge, wohne. Jerusalem aber wird heilig sein, und Fremde sollen es nicht mehr betreten.
22429#Joel,4,18#18. Und zu jener Zeit wird es geschehen, daß die Berge von Most triefen und die Hügel von Milch fließen werden; alle Bäche Judas werden voll Wasser sein, und aus dem Hause des HERRN wird eine Quelle hervorbrechen und das Tal Sittim bewässern.
22430#Joel,4,19#19. Ägypten soll zur Wüste werden und Edom zu einer öden Trift, wegen der Mißhandlung der Kinder Juda, weil sie in deren Lande unschuldiges Blut vergossen haben.
22431#Joel,4,20#20. Juda aber soll ewig bewohnt werden und Jerusalem für und für.
22432#Joel,4,21#21. Und ich will ihr Blut rächen, das ich noch nicht gerächt habe! Und der HERR wird in Zion wohnen bleiben.
22433#Amos,1,1#1. DIES sind die Worte, welche Amos, der unter den Hirten von Tekoa war, über Israel geschaut hat in den Tagen Ussias, des Königs von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes des Joas, des Königs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben.
22434#Amos,1,2#2. Er sprach: Der HERR wird aus Zion brüllen und seine Stimme von Jerusalem her hören lassen; da werden die Auen der Hirten verdorren, und der Gipfel des Karmel wird verwelken.
22435#Amos,1,3#3. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen von Damaskus wende ich solches nicht ab, nämlich weil sie Gilead mit eisernen Schlitten zerdroschen haben;
22436#Amos,1,4#4. darum will ich ein Feuer in das Haus Hasaels senden, das die Paläste Benhadads verzehren soll;
22437#Amos,1,5#5. und ich will den Riegel von Damaskus zerbrechen und die Bewohner des Freveltals ausrotten samt dem, der das Zepter im Lusthause hält; und das Syrervolk soll nach Kir in die Verbannung wandern, spricht der HERR.
22438#Amos,1,6#6. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen von Gaza wende ich solches nicht ab, weil sie Gefangene in voller Zahl abgeführt und an Edom ausgeliefert haben;
22439#Amos,1,7#7. darum will ich ein Feuer in die Mauern von Gaza senden, das seine Paläste verzehren soll;
22440#Amos,1,8#8. und ich will die Bewohner von Asdod ausrotten und den, der in Askalon das Zepter hält, und will meine Hand wider Ekron wenden, daß umkommen soll, wer von den Philistern noch übrig ist, spricht Gott-1-, der HERR. -1) w: der Herr; ebenso später.++
22441#Amos,1,9#9. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen der Stadt Tyrus wende ich solches nicht ab, weil sie Gefangene in voller Zahl an Edom ausgeliefert und des Bruderbundes nicht gedacht haben.
22442#Amos,1,10#10. Darum will ich ein Feuer in die Mauern von Tyrus senden, das ihre Paläste verzehren soll.
22443#Amos,1,11#11. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen Edoms wende ich solches nicht ab, weil er seinen Bruder mit dem Schwerte verfolgt und sein Erbarmen erstickt und seinem Zorn stets den Lauf gelassen und seinen Grimm allezeit behalten hat;
22444#Amos,1,12#12. darum will ich ein Feuer nach Teman senden, welches die Paläste von Bozra verzehren soll.
22445#Amos,1,13#13. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen der Kinder Ammon wende ich solches nicht ab, weil sie die Schwangern in Gilead aufgeschlitzt haben, um ihr eigenes Gebiet zu erweitern;
22446#Amos,1,14#14. darum will ich ein Feuer in den Mauern von Rabba anzünden, das ihre Paläste verzehren soll, unter Kriegsgeschrei am Tage der Schlacht und im Wetter am Tage des Sturms.
22447#Amos,1,15#15. Und ihr König muß in die Gefangenschaft wandern und seine Fürsten samt ihm, spricht der HERR.
22448#Amos,2,1#1. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen Moabs wende ich solches nicht ab, weil sie die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk verbrannt haben;
22449#Amos,2,2#2. darum will ich ein Feuer nach Moab senden, das die Paläste von Kerijot verzehren soll; und Moab soll sterben im Getümmel, im Kriegslärm und beim Posaunenschall;
22450#Amos,2,3#3. und ich will den Richter aus seiner Mitte vertilgen und alle seine Fürsten mit ihm umbringen, spricht der HERR.
22451#Amos,2,4#4. SO spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen Judas wende ich solches nicht ab, weil sie das Gesetz des HERRN verachtet und seine Satzungen nicht beobachtet haben, sondern sich durch ihre Lügen-1- verführen ließen, welchen schon ihre Väter nachgefolgt sind; -1) d.h. ihre Götzen.++
22452#Amos,2,5#5. darum will ich ein Feuer nach Juda senden, welches die Paläste Jerusalems verzehren soll.
22453#Amos,2,6#6. So spricht der HERR: Wegen drei und wegen vier Übertretungen Israels wende ich solches nicht ab, weil sie den Gerechten um Geld und den Armen für ein Paar Schuhe verkaufen;
22454#Amos,2,7#7. weil sie nach dem Erdenstaub auf den Köpfen der Geringen gierig sind und die Wehrlosen vom Wege stoßen; weil Vater und Sohn zur Dirne gehen, um meinen heiligen Namen zu entheiligen;
22455#Amos,2,8#8. und auf Kleidern, die sie zum Pfand genommen, strecken sie sich aus neben jedem Altar und vertrinken Bußengelder im Hause ihrer Götter!
22456#Amos,2,9#9. Und doch habe ich den Amoriter vor ihnen her ausgerottet, der so hoch war wie die Zedern und so stark wie die Eichen; ich habe oben seine Frucht und unten seine Wurzel vertilgt;
22457#Amos,2,10#10. und ich war es, der euch aus dem Lande Ägypten heraufgebracht und euch vierzig Jahre lang in der Wüste geleitet hat bis zur Einnahme des Landes der Amoriter;
22458#Amos,2,11#11. und ich habe aus euren Söhnen Propheten erweckt und aus euren Jünglingen Nasiräer; oder ist es etwa nicht so, ihr Kinder Israel? - spricht der HERR.
22459#Amos,2,12#12. Ihr aber gabt den Nasiräern Wein zu trinken und befahlt den Propheten: Ihr sollt nicht weissagen!
22460#Amos,2,13#13. Seht, ich will eine Last auf euch legen, wie die eines Wagens, der voller Garben ist.
22461#Amos,2,14#14. Da wird dem Schnellen das Fliehen vergehen und dem Starken seine Kraft versagen, und der Held wird seine Seele nicht retten können,
22462#Amos,2,15#15. und der Bogenschütze wird nicht standhalten und der Leichtfüßige nicht entrinnen und der Richter seine Seele nicht erretten;
22463#Amos,2,16#16. auch wer unter den Helden ein tapferes Herz hat, der wird nackt entfliehen, spricht der HERR.
22464#Amos,3,1#1. HÖRT dieses Wort, welches der HERR wider euch gesprochen hat, ihr Kinder Israel, wider alle Geschlechter, die ich aus Ägyptenland heraufgeführt habe!
22465#Amos,3,2#2. Es lautet also: Nur euch habe ich ersehen von allen Geschlechtern der Erde, darum will ich auch an euch heimsuchen alle eure Missetaten.
22466#Amos,3,3#3. Gehen auch zwei miteinander, ohne daß sie sich vereinigt haben?
22467#Amos,3,4#4. Brüllt der Löwe im Wald, wenn er keinen Raub hat? Läßt der junge Leu aus seiner Höhle die Stimme erschallen, wenn er nichts erwischt hat?
22468#Amos,3,5#5. Gerät auch ein Vogel in die Falle am Boden, wenn ihm keine Schlinge gelegt worden ist? Schnellt wohl die Falle vom Erdboden empor, ohne daß sie etwas gefangen hat?
22469#Amos,3,6#6. Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue?
22470#Amos,3,7#7. Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten.
22471#Amos,3,8#8. Der Löwe brüllt; wer sollte sich nicht fürchten? Gott, der HERR, redet; wer sollte nicht weissagen?
22472#Amos,3,9#9. Laßt es hören auf den Palästen von Asdod und auf den Palästen im Lande Ägypten und sprechet: Versammelt euch auf den Bergen von Samarien und seht, welch große Verwirrung darinnen herrscht und was für Bedrückungen daselbst vorkommen!
22473#Amos,3,10#10. Sie sind keiner ehrlichen Handlung fähig, spricht der HERR, sondern häufen durch Unrecht und Gewalt in ihren Palästen Schätze an.
22474#Amos,3,11#11. Darum spricht Gott, der HERR: Der Feind wird kommen und dein Land umzingeln, er wird dein Bollwerk zerstören und deine Paläste plündern!
22475#Amos,3,12#12. So spricht der HERR: Wie ein Hirt aus dem Rachen des Löwen zwei Schenkel oder ein Ohrläpplein rettet, so sollen die Kinder Israel errettet werden, welche zu Samaria in der Sophaecke sitzen und auf dem Ruhebette von Damast!
22476#Amos,3,13#13. Höret und bezeuget gegen das Haus Jakob den Spruch Gottes, des HERRN, des Gottes der Heerscharen:
22477#Amos,3,14#14. An dem Tage, da ich die Übertretungen des Hauses Israel an ihnen heimsuche, werde ich sie auch an den Altären zu Bethel strafen, so daß die Hörner des Altars abgehauen werden und zu Boden fallen.
22478#Amos,3,15#15. Und ich will den Winterpalast schlagen samt dem Sommerpalast, und die Elfenbeinhäuser sollen untergehen und die großen Häuser verschwinden, spricht der HERR.
22479#Amos,4,1#1. Hört dieses Wort, ihr Kühe von Basan auf dem Berge von Samaria, die ihr die Geringen bedrückt und die Armen mißhandelt und zu euren Herren sagt: Gib her, daß wir zechen!
22480#Amos,4,2#2. Gott, der HERR, hat bei seiner Heiligkeit geschworen: Siehe, es kommen Tage über euch, da man euch an Haken und eure Nachkommen an Fischangeln wegschleppen wird;
22481#Amos,4,3#3. und ihr werdet durch die Mauerbreschen ausziehen, eine jegliche stracks vor sich hin, und nach Harmon geworfen werden, spricht der HERR.
22482#Amos,4,4#4. Geht nur nach Bethel und sündiget und in Gilgal sündiget noch mehr! Bringt nur jeden Morgen eure Opfer und am dritten Tag eure Zehnten!
22483#Amos,4,5#5. Verbrennet nur gesäuerte Dankopfer und ruft freiwillige Gaben aus, daß man es höre; denn so habt ihr's gern, ihr Kinder Israel, spricht Gott, der HERR.
22484#Amos,4,6#6. Dafür habe ich euch auch müßige Zähne gegeben in allen euren Städten und Mangel an Brot an allen euren Orten; dennoch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.
22485#Amos,4,7#7. So habe ich euch auch den Regen zurückbehalten bis drei Monate vor der Ernte, und ich ließ regnen auf die eine Stadt, aber auf die andere nicht; ein Feld wurde beregnet, und ein anderes, das nicht beregnet wurde, verdorrte;
22486#Amos,4,8#8. und es wankten zwei, drei Städte zu einer Stadt, um Wasser zu trinken, und bekamen doch nicht genug. Dennoch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.
22487#Amos,4,9#9. Ich schlug euch mit Getreidebrand und mit Vergilben; eure Gärten und Weinberge verdorrten, eure Feigenbäume und Oliven fraß gar oft die Heuschrecke ab. Dennoch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.
22488#Amos,4,10#10. Ich sandte die Pest unter euch wie einst gegen Ägypten; ich tötete eure junge Mannschaft mit dem Schwert und führte eure Pferde gefangen weg, und ich ließ den Gestank eurer Heerlager in eure Nase steigen. Dennoch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.
22489#Amos,4,11#11. Ich kehrte etliche unter euch um, wie Gott Sodom und Gomorra umgekehrt hat, daß ihr waret wie ein aus dem Brand gerettetes Holzscheit. Dennoch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.
22490#Amos,4,12#12. Darum will ich also mit dir verfahren, Israel! Weil ich denn also mit dir verfahren will, so schicke dich an, Israel, deinem Gott zu begegnen!
22491#Amos,4,13#13. Denn siehe, er bildet die Berge und schafft den Wind und zeigt dem Menschen an, was seine Gedanken sind; er macht das Morgenrot und das Dunkel und schreitet über die Höhen der Erde dahin, - HERR, Gott der Heerscharen, heißt er.
22492#Amos,5,1#1. Hört dieses Wort, dieses Klagelied, das ich über euch anstimme, ihr vom Hause Israel!
22493#Amos,5,2#2. Sie ist gefallen und kann nicht wieder aufstehen, die Jungfrau Israel; sie ist zu Boden gestürzt, und niemand richtet sie auf.
22494#Amos,5,3#3. Denn also spricht Gott, der HERR: Die Stadt, welche tausend Mann stellt, wird nur hundert übrig behalten, und die, welche hundert stellt, wird nur zehn übrig behalten vom Hause Israel.
22495#Amos,5,4#4. Denn also spricht der HERR zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben!
22496#Amos,5,5#5. Und suchet nicht Bethel auf und gehet nicht nach Gilgal und ziehet nicht hinüber nach Beerseba; denn Gilgal wird in die Gefangenschaft wandern und Bethel-1- zum Unheilshaus werden! - -1) bed: Gotteshaus.++
22497#Amos,5,6#6. Suchet den HERRN, so werdet ihr leben! Sonst wird er das Haus Joseph wie ein Feuer überfallen und es also verzehren, daß niemand Bethel löschen kann.
22498#Amos,5,7#7. Ihr verwandelt das Recht in Wermut und stoßet die Gerechtigkeit zu Boden.
22499#Amos,5,8#8. Er aber macht das Siebengestirn und den Orion und verwandelt den Todesschatten in den Morgen, den Tag aber in finstere Nacht; er ruft den Meereswassern und gießt sie auf den Erdboden: HERR ist sein Name.
22500#Amos,5,9#9. Er läßt blitzschnell Zerstörung über den Starken kommen, und es bricht Zerstörung über die Festung herein.
22501#Amos,5,10#10. Sie hassen den, der im Tore Recht spricht, und verabscheuen den, der aufrichtig redet.
22502#Amos,5,11#11. Darum, weil ihr den Geringen niedertretet und Getreideabgaben von ihm erhebet, sollt ihr die Häuser, die ihr aus Quadersteinen gebaut habt, nicht bewohnen und den Wein der Weinberge, die ihr gepflanzt habt, nicht trinken.
22503#Amos,5,12#12. Denn ich weiß, daß eurer Übertretungen viele und daß eure Sünden zahlreich sind, daß ihr den Gerechten dränget, Bestechung annehmet und die Armen im Tor unterdrücket!
22504#Amos,5,13#13. Darum muß der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist böse Zeit.
22505#Amos,5,14#14. Suchet das Gute und nicht das Böse, auf daß ihr lebet; dann wird der HERR mit euch sein, wie ihr sagt!
22506#Amos,5,15#15. Hasset das Böse und liebet das Gute und gebet dem Recht seinen Platz im Tor; vielleicht wird der HERR, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein.
22507#Amos,5,16#16. Darum spricht der HERR, der Gott der Heerscharen, der Herr, also: Auf allen Plätzen wird man klagen und auf allen Straßen «wehe, wehe!» rufen. Man wird den Bauer zur Trauer rufen und denen Klagelieder vorsagen, die sie singen können.
22508#Amos,5,17#17. Und in allen Weinbergen wird Wehklage erschallen; denn ich will mitten durch euch dahinschreiten, spricht der HERR.
22509#Amos,5,18#18. Wehe denen, die den Tag des HERRN herbeiwünschen! Was soll euch der Tag des HERRN? Er wird finster sein und nicht Licht,
22510#Amos,5,19#19. gleich als wenn jemand vor dem Löwen flöhe und ihm ein Bär begegnete, und wenn er heimkäme und sich mit der Hand an die Wand lehnte, ihn eine Schlange bisse!
22511#Amos,5,20#20. Wird nicht der Tag des HERRN finster sein, und nicht Licht, dunkel und ohne Glanz?
22512#Amos,5,21#21. Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen!
22513#Amos,5,22#22. Wenn ihr mir gleich euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich kein Wohlgefallen daran, und eure Dankopfer von Mastkälbern schaue ich gar nicht an.
22514#Amos,5,23#23. Tue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich gar nicht hören!
22515#Amos,5,24#24. Es soll aber das Recht daherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom!
22516#Amos,5,25#25. Hast du, Haus Israel, mir während der vierzig Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speisopfer dargebracht?
22517#Amos,5,26#26. Habt ihr nicht die Hütte eures Moloch, das Standbild eurer Götzen getragen, den Stern, den ihr euch zum Gott gemacht habt?
22518#Amos,5,27#27. Ich aber will euch bis über Damaskus hinaus verbannen, spricht der HERR, - Gott der Heerscharen ist sein Name.
22519#Amos,6,1#1. Wehe den Sorglosen zu Zion und den Sichern auf dem Berge Samaria, den Vornehmsten des ersten der Völker, zu denen das Haus Israel kommt!
22520#Amos,6,2#2. Geht hinüber nach Kalne und seht es euch an und kommt dann von dort nach dem großen Hamat; steigt auch hinab nach Gat im Philisterland! Seid ihr besser als diese Königreiche, oder ist ihr Gebiet größer als euer Gebiet?
22521#Amos,6,3#3. Ihr meinet, der böse Tag sei fern und rücket den Thron der Gewalttat heran!
22522#Amos,6,4#4. Ihr schlafet auf elfenbeinernen Betten und strecket euch aus auf euren Polstern; ihr verzehret Lämmer von der Herde weg und Kälber frisch aus dem Stall!
22523#Amos,6,5#5. Sie phantasieren auf der Harfe und dichten sich selbst Lieder wie David!
22524#Amos,6,6#6. Sie trinken Wein aus Schalen und salben sich mit dem besten Öl; aber um den Schaden Josephs kümmern sie sich nicht!
22525#Amos,6,7#7. Darum sollen sie nun an der Spitze der Gefangenen in die Verbannung wandern, und das Jauchzen der Schlemmer wird verstummen.
22526#Amos,6,8#8. Gott, der HERR, hat geschworen: So wahr ich lebe, spricht der HERR, der Gott der Heerscharen, ich verabscheue Jakobs Stolz und hasse seine Paläste; darum gebe ich die Stadt preis, samt allem, was darin ist.
22527#Amos,6,9#9. Und wenn gleich zehn Männer in einem Hause übrigbleiben, so sollen sie sterben.
22528#Amos,6,10#10. Und heben dann sein Oheim und sein Leichenverbrenner den Toten auf, um die Gebeine aus dem Hause zu schaffen, und fragt er den drinnen im Hause: «Ist noch jemand bei dir?» so wird er antworten: «Niemand mehr!» Dann wird er sagen: «Still! Denn der Name des HERRN soll nicht erwähnt werden!»
22529#Amos,6,11#11. Denn siehe, der HERR wird Befehl geben, daß das große Haus in Trümmer gelegt und das kleine Haus in Stücke geschlagen werde.
22530#Amos,6,12#12. Können Rosse auf Felsen rennen, oder kann man mit Rindern das Meer pflügen, da ihr das Recht in Gift verwandelt habt und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut,
22531#Amos,6,13#13. und da ihr euch dessen freuet, was nicht der Rede wert ist, und saget: «Haben wir nicht mit eigener Kraft uns Hörner verschafft?»
22532#Amos,6,14#14. Doch seht, ich erwecke wider euch, Haus Israel - spricht der HERR, der Gott der Heerscharen -, ein Volk, das euch bedrängen wird von da, wo es nach Hamat geht, bis an den Bach der Wüste.
22533#Amos,7,1#1. SOLCHES ließ Gott, der HERR, mich schauen: Siehe, er machte Heuschrecken, als das Emdgras-1- zu wachsen begann; und siehe, es war das Emdgras nach der Heuernte des Königs. -1) Sommergras.++
22534#Amos,7,2#2. Als sie nun alles Kraut des Landes abgefressen hatten, da sprach ich: Herr, HERR, vergib doch! Wie soll Jakob bestehen? Er ist ja so klein!
22535#Amos,7,3#3. Da reute es den HERRN: «Es soll nicht geschehen!» sprach der HERR.
22536#Amos,7,4#4. Solches ließ Gott, der HERR, mich schauen: Siehe, Gott, der HERR, rief dem Feuer zum Gericht; das fraß ein großes Loch und hatte schon das Erbteil ergriffen.
22537#Amos,7,5#5. Da sprach ich: Herr, HERR, laß doch ab! Wie soll Jakob bestehen? Er ist ja so klein!
22538#Amos,7,6#6. Da reute den HERRN auch das: «Es soll nicht geschehen!» sprach Gott, der HERR.
22539#Amos,7,7#7. Solches ließ er mich schauen: Der Herr stand auf einer senkrechten Mauer und hatte ein Senkblei in der Hand.
22540#Amos,7,8#8. Und der HERR sprach zu mir: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Ein Senkblei! Da sprach der Herr: Siehe, ich ziehe ein Senkblei mitten durch mein Volk Israel hindurch und werde nicht weiter Nachsicht an ihm üben,
22541#Amos,7,9#9. sondern die Höhen Isaaks sollen verwüstet und die Heiligtümer Israels zertrümmert werden, und gegen das Haus Jerobeams will ich mit dem Schwerte kämpfen.
22542#Amos,7,10#10. Da ließ Amazia, der Priester von Bethel, dem König Jerobeam von Israel sagen: «Amos hat eine Verschwörung wider dich angezettelt im Hause Israel; das Land kann seine Worte nicht ertragen!
22543#Amos,7,11#11. Denn Amos hat gesagt: Jerobeam soll mit dem Schwert getötet und Israel aus seinem Land weggeführt werden!»
22544#Amos,7,12#12. Und Amazia sprach zu Amos: «Du Seher, geh, flüchte dich in das Land Juda und iß daselbst Brot und weissage dort!
22545#Amos,7,13#13. Zu Bethel aber sollst du nicht mehr weissagen; denn es ist ein königliches Heiligtum und ein Reichstempel.»
22546#Amos,7,14#14. Amos aber antwortete und sprach zu Amazia: Ich bin kein Prophet und keines Propheten Sohn, sondern ein Hirt bin ich und züchte Maulbeerfeigen!
22547#Amos,7,15#15. Aber der HERR hat mich von den Schafen weggenommen, und der HERR hat zu mir gesagt: Geh, weissage meinem Volk Israel!
22548#Amos,7,16#16. Und nun höre das Wort des HERRN: Du sprichst: «Weissage nicht wider Israel, träufle-1- nicht wider das Haus Isaak!» -1) predige.++
22549#Amos,7,17#17. Darum spricht der HERR also: Dein Weib wird in der Stadt Unzucht treiben, und deine Söhne und Töchter sollen durchs Schwert fallen, und dein Land wird man mit der Meßschnur verteilen; du aber sollst in einem unreinen Lande sterben; und Israel wird aus seinem Lande gefangen weggeführt werden.
22550#Amos,8,1#1. Solches ließ Gott, der HERR, mich schauen: Siehe, da war ein Korb mit reifem Obst;
22551#Amos,8,2#2. und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich antwortete: Einen Korb mit reifem Obst! Da sprach der HERR zu mir: Die Zeit der Reife ist gekommen für mein Volk Israel; ich kann es ihm nicht mehr länger durchgehen lassen!
22552#Amos,8,3#3. An jenem Tage werden ihre Tempellieder zu Geheul werden, spricht Gott, der HERR; man wird allenthalben viele Leichname hinwerfen ohne Sang und Klang!
22553#Amos,8,4#4. Hört dies, die ihr dem Armen nachstellt und die Wehrlosen im Lande unterdrückt,
22554#Amos,8,5#5. die ihr sagt: «Wann will doch der Neumond vorübergehen, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn feilbieten und das Epha verkleinern und den Schekel steigern und die Waage fälschen können,
22555#Amos,8,6#6. daß wir die Dürftigen um Geld und den Armen für ein Paar Schuhe kriegen und Spreu für Korn verkaufen können?»
22556#Amos,8,7#7. Der HERR hat geschworen bei allem, worauf Jakob stolz ist: Niemals werde ich irgend eine ihrer Taten vergessen!
22557#Amos,8,8#8. Sollte darob nicht das Land in Aufregung geraten und jeder trauern, der darin wohnt? Sollten sich nicht alle erheben wie der Nil und aufwogen und sich senken wie der Strom Ägyptens?
22558#Amos,8,9#9. Und es soll geschehen an jenem Tage, spricht Gott, der HERR, da will ich die Sonne am Mittag untergehen lassen und über die Erde Finsternis bringen am lichten Tage.
22559#Amos,8,10#10. Dann will ich eure Feste in Trauer verwandeln und alle eure Lieder in Klagegesang und will machen, daß um alle Lenden ein Sack und auf alle Häupter eine Glatze kommt; man wird trauern wie um einen einzigen Sohn, und das Ende wird sein ein bitterer Tag.
22560#Amos,8,11#11. Siehe, es kommen Tage, spricht Gott, der HERR, da ich einen Hunger senden werde ins Land, nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern darnach, das Wort des HERRN zu hören;
22561#Amos,8,12#12. da wird man hin und her wanken von einem Meer zum andern und herumziehen vom Norden bis zum Osten, um das Wort des HERRN zu suchen, und wird es doch nicht finden.
22562#Amos,8,13#13. An jenem Tage werden die schönen Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten,
22563#Amos,8,14#14. sie, die jetzt bei der Schuld Samariens schwören und sagen: «So wahr dein Gott lebt, Dan!» und «so wahr der Kult-1- von Beerseba lebt!» Sie sollen fallen und nicht wieder aufstehen! -1) w: der Weg.++
22564#Amos,9,1#1. Ich sah den Herrn am Altare stehen, und er sprach: Schlage an den Säulenknauf, daß die Schwellen beben, und zerscheitere sie auf ihrer aller Haupt! Ihren Rest aber will ich mit dem Schwert umbringen, daß keiner entrinnen und kein Flüchtling sich retten kann.
22565#Amos,9,2#2. Wenn sie auch bis ins Totenreich eindrängen, so würde sie doch meine Hand von dannen holen, und wenn sie zum Himmel emporstiegen, so würde ich sie von dort hinunterstoßen.
22566#Amos,9,3#3. Wenn sie sich aber auf dem Gipfel des Karmel versteckten, so würde ich sie daselbst aufspüren und ergreifen; und wollten sie sich auf dem Meeresgrund vor meinen Augen verbergen, so würde ich daselbst der Seeschlange gebieten, sie zu beißen;
22567#Amos,9,4#4. und ließen sie sich von ihren Feinden gefangen führen, so wollte ich doch daselbst dem Schwert gebieten, sie umzubringen. Also will ich mein Auge auf sie richten zum Bösen und nicht zum Guten!
22568#Amos,9,5#5. Wenn Gott, der HERR der Heerscharen, das Land anrührt, so vergeht es, und alle, die darin wohnen, müssen verwelken; es hebt sich wie der Nil und sinkt zurück wie der ägyptische Strom.
22569#Amos,9,6#6. Er hat seinen Söller im Himmel gebaut und sein Gewölbe über der Erde gegründet; er ruft den Meereswassern und gießt sie aus über den Erdboden; HERR ist sein Name.
22570#Amos,9,7#7. Seid ihr Kinder Israel mir nicht wie die Mohrenkinder? spricht der HERR. Habe ich nicht Israel aus Ägypten geführt und die Philister aus Kaphtor und die Syrer aus Kir?
22571#Amos,9,8#8. Siehe, die Augen Gottes, des HERRN, sind auf das sündige Königreich gerichtet, daß ich es vom Erdboden vertilge. Aber ich will das Haus Jakob nicht ganz und gar vertilgen, spricht der HERR.
22572#Amos,9,9#9. Denn siehe, ich lasse das Haus Israel durch alle Völker sichten, wie man mit einem Siebe sichtet; und es soll kein Körnlein auf die Erde fallen!
22573#Amos,9,10#10. Durchs Schwert sollen alle Sünder meines Volkes sterben, die da sagen: «Kein Unglück wird uns erreichen noch überfallen!»
22574#Amos,9,11#11. AN jenem Tage will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und ihre Trümmer wiederherstellen und sie wieder bauen wie in den Tagen der Vorzeit,
22575#Amos,9,12#12. so daß sie den Überrest Edoms in Besitz nehmen werden und alle Nationen, über welche mein Name gepredigt worden ist, spricht der HERR, der solches tut.
22576#Amos,9,13#13. Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da der Pflüger den Schnitter und der Traubenkelterer den Sämann ablösen wird! Alsdann werden die Berge von Most triefen und alle Hügel zerfließen.
22577#Amos,9,14#14. Und ich will das Gefängnis meines Volkes Israel wenden, und sie werden die verwüsteten Städte wieder aufbauen und darin wohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Früchte genießen.
22578#Amos,9,15#15. Und ich will sie einpflanzen in ihr Land, daß sie aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben habe, nicht mehr herausgerissen werden sollen, spricht der HERR, dein Gott!
22579#Obadja,1,1#1. GESICHT Obadjas: So spricht Gott, der HERR, über Edom: Wir haben eine Botschaft vernommen vom HERRN, und ein Bote wurde damit an die Völker entsandt: Auf! lasset uns aufbrechen wider sie zum Krieg!
22580#Obadja,1,2#2. Siehe, ich habe dich klein gemacht unter den Völkern, sehr verachtet bist du.
22581#Obadja,1,3#3. Der Hochmut deines Herzens hat dich verführt, weil du an Felshängen wohnst, in der Höhe thronst; darum sprichst du in deinem Herzen: «Wer will mich zur Erde hinunterstoßen?»
22582#Obadja,1,4#4. Wenn du aber auch so hoch flögest wie ein Adler und dein Nest zwischen den Sternen anlegtest, so will ich dich doch von dort hinunterstürzen, spricht der HERR.
22583#Obadja,1,5#5. Wenn Diebe zu dir kämen, nächtliche Verwüster, - wie wirst du dann untergehen! - würden sie nicht stehlen, nur bis sie genug haben? Wenn Winzer zu dir kämen, würden sie nicht eine Nachlese übriglassen?
22584#Obadja,1,6#6. Wie ist (aber) Esau durchsucht, wie sind seine Verstecke ausfindig gemacht worden!
22585#Obadja,1,7#7. Deine Bundesgenossen schicken dich an die Grenze zurück; getäuscht, überwältigt haben dich die Männer, mit denen du Frieden hieltest; die dein Brot aßen, haben dir Schlingen gelegt, ohne daß du es merktest.
22586#Obadja,1,8#8. Werde ich, spricht der HERR, an jenem Tage nicht die Weisen aus Edom vertilgen und die Einsicht vom Gebirge Esau?
22587#Obadja,1,9#9. Und deine Starken sollen den Mut verlieren, damit bei dem Gemetzel auf dem Gebirge Esau jedermann ausgerottet werde.
22588#Obadja,1,10#10. Wegen der Grausamkeit gegen deinen Bruder Jakob soll dich Schmach bedecken und sollst du auf ewig ausgerottet werden;
22589#Obadja,1,11#11. weil du an jenem Tage, als du dabei standest, am Tage, da Fremde seine Habe wegführten und Ausländer zu seinen Toren einzogen und das Los über Jerusalem warfen, auch warst wie einer von ihnen!
22590#Obadja,1,12#12. Du sollst aber deine Lust nicht sehen am Tage deines Bruders, am Tage seines Unglücks, und sollst dich nicht freuen über die Kinder Juda am Tage ihres Untergangs und nicht großsprecherisch reden am Tage der Not.
22591#Obadja,1,13#13. Du sollst auch nicht zum Tor meines Volkes einziehen am Tage ihres Unglücks und auch nicht dich weiden an seinem Unglück an seinem Schicksalstag, noch deine Hand ausstrecken nach seinem Gut am Tage seines Unglücks.
22592#Obadja,1,14#14. Du sollst dich auch nicht beim Scheideweg aufstellen, um seine Flüchtlinge niederzumachen, und sollst seine Entronnenen nicht ausliefern am Tage der Not!
22593#Obadja,1,15#15. Denn nahe ist der Tag des HERRN über alle Nationen; wie du getan hast, so soll dir getan werden; dein Tun fällt auf deinen Kopf zurück.
22594#Obadja,1,16#16. Denn gleichwie ihr auf meinem heiligen Berge getrunken habt, so sollen alle Nationen beständig trinken; sie sollen trinken und schlürfen und sein, als wären sie nie gewesen.
22595#Obadja,1,17#17. Aber auf dem Berge Zion wird Zuflucht sein, und er wird ein Heiligtum sein, und die vom Hause Jakob werden ihre Besitzungen einnehmen.
22596#Obadja,1,18#18. Und das Haus Jakob wird ein Feuer sein und das Haus Joseph eine Flamme; aber das Haus Esau wird zu Stoppeln werden; und jene werden sie anzünden und verzehren, daß dem Hause Esau nichts übrigbleiben wird; denn der HERR hat's gesagt!
22597#Obadja,1,19#19. Und die im Süden werden das Gebirge Esau und die in der Ebene das Philisterland einnehmen; auch die Gefilde von Ephraim und Samaria werden sie in Besitz nehmen und Benjamin (das Land) Gilead.
22598#Obadja,1,20#20. Die Gefangenen aber dieses Heeres der Kinder Israel werden in Besitz nehmen, was den Kanaanitern gehört bis nach Zarpat hin, und die Gefangenen Jerusalems, die zu Sepharad sind, die Städte des Südens.
22599#Obadja,1,21#21. Und sie werden als Befreier nach dem Berge Zion hinaufziehen, um das Gebirge Esau zu richten. Und die Königsherrschaft wird dem HERRN gehören!
22600#Jona,1,1#1. DAS Wort des HERRN erging an Jona, den Sohn Amittais, also:
22601#Jona,1,2#2. Mache dich auf, gehe nach Ninive, in die große Stadt, und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mein Angesicht heraufgekommen!
22602#Jona,1,3#3. Da machte sich Jona auf, um von dem Angesicht des HERRN hinweg nach Tarsis zu fliehen, und ging nach Japho hinab und fand daselbst ein Schiff, das nach Tarsis fuhr. Da gab er sein Fahrgeld und stieg ein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, hinweg von dem Angesicht des HERRN.
22603#Jona,1,4#4. Aber der HERR schleuderte einen starken Wind auf das Meer, so daß ein großer Sturm entstand und das Schiff zu scheitern drohte.
22604#Jona,1,5#5. Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrieen, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Geräte, die im Schiffe waren, ins Meer, um es dadurch zu erleichtern. Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich niedergelegt und war fest eingeschlafen.
22605#Jona,1,6#6. Da trat der Schiffskapitän zu ihm und sprach: Was schläfst du so fest? Stehe auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott unser gedenken, daß wir nicht untergehen.
22606#Jona,1,7#7. Und sie sprachen einer zum andern: Kommt, wir wollen das Los werfen, damit wir erfahren, um wessen willen uns dieses Unglück begegnet ist! Und sie warfen die Lose, und das Los fiel auf Jona.
22607#Jona,1,8#8. Da sprachen sie zu ihm: Sage uns doch, um wessen willen uns dieses Unglück begegnet ist! Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Welches ist dein Land, und von welchem Volk bist du?
22608#Jona,1,9#9. Er sprach: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, welcher das Meer und das Trockene gemacht hat.
22609#Jona,1,10#10. Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen: Warum hast du das getan? Denn die Männer wußten, daß er vor dem Angesicht des HERRN floh; denn er hatte es ihnen kundgetan.
22610#Jona,1,11#11. Und sie fragten ihn: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe lasse? Denn das Meer tobte immer ärger.
22611#Jona,1,12#12. Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer sich gegen euch beruhigen! Denn ich weiß wohl, daß dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist.
22612#Jona,1,13#13. Da strengten sich die Leute an, das Ufer wieder zu erreichen; aber sie vermochten es nicht; denn das Meer tobte immer ärger gegen sie.
22613#Jona,1,14#14. Da schrieen sie zu dem HERRN und sprachen: «Ach, HERR! laß uns doch nicht um dieses Mannes Seele willen untergehen, rechne uns aber auch nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, hast getan, was dir wohlgefiel!»
22614#Jona,1,15#15. Darauf nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer; und das Meer hörte auf mit seinem Wüten.
22615#Jona,1,16#16. Da bekamen die Männer große Ehrfurcht vor dem HERRN und brachten dem HERRN ein Schlachtopfer und taten Gelübde.
22616#Jona,2,1#1. UND der HERR bestellte einen großen Fisch, Jona zu verschlingen; und Jona war im Bauche des Fisches drei Tage und drei Nächte lang.
22617#Jona,2,2#2. Und Jona flehte aus dem Bauch des Fisches zu dem HERRN, seinem Gott,
22618#Jona,2,3#3.  und sprach: Als mir angst war, rief ich zu dem HERRN, und er erhörte mich; aus dem Bauch der Hölle-1- schrie ich, und du hörtest meine Stimme! -1) w: des Scheols.++
22619#Jona,2,4#4. Und doch hattest du mich in die Tiefe geschleudert, mitten ins Meer, daß mich die Strömung umspülte; alle deine Wogen und Wellen gingen über mich.
22620#Jona,2,5#5. Und ich sprach: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch will ich fortfahren zu schauen nach deinem heiligen Tempel!
22621#Jona,2,6#6. Die Wasser umringten mich bis an die Seele, die Tiefe umgab mich, Meergras umschlang mein Haupt.
22622#Jona,2,7#7. Zu den Gründen der Berge sank ich hinunter; die Erde war auf ewig hinter mir verriegelt; - da hast du, HERR, mein Gott, mein Leben aus dem Verderben geführt!
22623#Jona,2,8#8. Da meine Seele bei mir verschmachtete, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.
22624#Jona,2,9#9. Die Verehrer nichtiger Götzen verlassen ihre Gnade-1-; -1) d.h. Den, der ihnen Gnade erweist.++
22625#Jona,2,10#10. ich aber will dir mit lauter Stimme danken und dir opfern; was ich gelobt habe, das will ich bezahlen; das Heil kommt vom HERRN!
22626#Jona,2,11#11. Und der HERR gebot dem Fisch; der spie Jona ans Land.
22627#Jona,3,1#1. UND das Wort des HERRN erging zum zweitenmal an Jona, also:
22628#Jona,3,2#2. Mache dich auf, gehe nach Ninive, in die große Stadt, und predige ihnen die Predigt, die ich dir sagen werde!
22629#Jona,3,3#3. Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive, nach dem Wort des HERRN. Ninive aber war eine große Stadt Gottes, drei Tagereisen groß.
22630#Jona,3,4#4. Und Jona fing an, eine Tagereise weit in die Stadt hineinzugehen, und predigte und sprach: Noch vierzig Tage, und Ninive wird zerstört!
22631#Jona,3,5#5. Und die Leute von Ninive glaubten Gott und riefen ein Fasten aus und legten Säcke an, vom Größten bis zum Kleinsten.
22632#Jona,3,6#6. Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive; der stand von seinem Throne auf, legte seinen Mantel von sich, hüllte sich in einen Sack und setzte sich in die Asche.
22633#Jona,3,7#7. Und er ließ ausrufen und sagen zu Ninive: «Auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen, sie sollen weder weiden noch Wasser trinken;
22634#Jona,3,8#8. sondern Menschen und Vieh sollen sich in Säcke hüllen und mit Macht zu Gott rufen und sollen sich abwenden, ein jeder von seinem bösen Wege und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt!
22635#Jona,3,9#9. Wer weiß, Gott könnte andern Sinnes werden, es sich gereuen lassen und abstehen von seinem grimmigen Zorn, so daß wir nicht untergehen!» -
22636#Jona,3,10#10. Da nun Gott ihre Taten sah, daß sie sich abwandten von ihren bösen Wegen, reute ihn das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.
22637#Jona,4,1#1. DAS aber mißfiel Jona gar sehr, und er ward zornig.
22638#Jona,4,2#2. Und Jona flehte zum HERRN und sprach: Ach, HERR, ist's nicht das, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Lande war, dem ich auch durch die Flucht nach Tarsis zuvorkommen wollte? Denn ich wußte, daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade, und lässest dich des Übels gereuen!
22639#Jona,4,3#3. Und nun, HERR, nimm doch meine Seele von mir; denn es ist besser, ich sterbe, als daß ich lebe!
22640#Jona,4,4#4. Da sprach der HERR: Ist es recht, daß du so zürnst?
22641#Jona,4,5#5. Hierauf ging Jona zur Stadt hinaus und ließ sich östlich von der Stadt nieder und machte sich daselbst eine Hütte und saß unter ihrem Schatten, bis er sähe, wie es der Stadt ergehen würde.
22642#Jona,4,6#6. Da beorderte Gott, der HERR, eine Rizinusstaude, die wuchs über Jona empor, um seinem Haupt Schatten zu spenden und ihn von seiner üblen Laune zu befreien; und Jona freute sich sehr über den Rizinus.
22643#Jona,4,7#7. Da beorderte Gott ein Würmlein, als die Morgenröte am andern Morgen aufstieg; das stach den Rizinus, daß er verdorrte.
22644#Jona,4,8#8. Und als die Sonne aufging, beorderte Gott einen trockenen Ostwind, und die Sonne stach Jona aufs Haupt, so daß er ganz matt wurde; und er wünschte sich den Tod und sprach: «Es wäre besser, ich stürbe, als daß ich am Leben bleibe!»
22645#Jona,4,9#9. Da sprach Gott zu Jona: Ist es recht, daß du so zürnst um des Rizinus willen? Er sprach: Ja, ich zürne mit Recht bis zum Tod!
22646#Jona,4,10#10. Da sprach der HERR: Dich jammert des Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht und den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht entstanden und in einer Nacht verdorben ist.
22647#Jona,4,11#11. Und mich sollte der großen Stadt Ninive nicht jammern, in welcher mehr denn hundertzwanzigtausend Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können; dazu so viel Vieh!
22648#Micha,1,1#1. DIES ist das Wort des HERRN, welches an Micha, den Moraschiten, erging in den Tagen Jotams, Ahas' und Hiskias, der Könige von Juda, was er geschaut hat über Samaria und Jerusalem:
22649#Micha,1,2#2. Höret zu, ihr Völker alle, merke auf, du Erde und alles, was sie erfüllt! Und Gott, der Herr, sei Zeuge wider euch, der Herr von seinem heiligen Tempel aus!
22650#Micha,1,3#3. Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seiner Stätte und wird herabkommen und auf die Höhen der Erde treten,
22651#Micha,1,4#4. daß die Berge unter ihm zergehen wie Wachs vor dem Feuer und die Täler sich spalten sollen wie Wasser, das den Abhang hinunterstürzt.
22652#Micha,1,5#5. Das alles wegen der Übertretungen Jakobs und wegen der Sünden des Hauses Israel. Was ist aber die Übertretung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und welches sind die Höhen Judas? Ist es nicht Jerusalem?
22653#Micha,1,6#6. Darum will ich Samaria zu einem Steinhaufen im Felde und zu einer Pflanzstätte für Weinberge machen und will seine Steine ins Tal hinunterwerfen und seine Grundfesten bloßlegen;
22654#Micha,1,7#7. und alle ihre Götzenbilder sollen zerschlagen und alle ihre Weihgeschenke mit Feuer verbrannt werden; und ich will alle ihre geschnitzten Bilder der Verwüstung preisgeben; denn durch Hurenlohn sind sie zusammengebracht worden, und zu Hurenlohn sollen sie wieder werden!
22655#Micha,1,8#8. Darob will ich klagen und heulen, ausgezogen und bloß einhergehen; ich klage wie die Schakale und jammere wie die Strauße.
22656#Micha,1,9#9. Denn ihre Wunde ist unheilbar; sie erstreckt sich bis nach Juda und reicht bis zu den Toren meines Volkes, bis nach Jerusalem.
22657#Micha,1,10#10. In Gat-1- erzählt es nicht, in Akko weinet nicht! In Beth-Leaphra wälzt euch im Staube! -1) die V. 10-15 enthalten Wortspiele mit Städtenamen, die deutsch nicht gut wiedergegeben werden können.++
22658#Micha,1,11#11. Geh nicht hinüber, du Einwohnerschaft von Schaphir, in schimpflicher Blöße! Die Bewohner von Zaanan ziehen nicht aus; die Wehklage von Beth-Ezel nimmt euch die Lust zum Aufenthalt daselbst!
22659#Micha,1,12#12. Denn die Einwohnerschaft von Marot wartet auf Gutes, weil Böses herabgekommen ist vom HERRN zum Tore Jerusalems.
22660#Micha,1,13#13. Spanne die Rosse an den Wagen, du Einwohnerschaft von Lachis! Sie hat der Tochter Zion den Anstoß zur Sünde gegeben: ja, in dir sind die Übertretungen Israels gefunden worden.
22661#Micha,1,14#14. Darum mußt du Verzicht leisten auf Moreschet-Gat. Die Häuser von Achsib werden den Königen Israels zur Täuschung.
22662#Micha,1,15#15. Einen neuen Besitzer will ich dir zuführen, Einwohnerschaft von Marescha; bis nach Adullam wird die Herrlichkeit Israels kommen.
22663#Micha,1,16#16. Mache dich kahl und schere dein Haar wegen der Kinder deiner Wonne! Mache deine Glatze so breit wie diejenige eines Geiers! Denn sie müssen von dir weg in die Gefangenschaft wandern.
22664#Micha,2,1#1. Wehe denen, die Schlechtigkeiten ersinnen und Böses vorbereiten auf ihren Lagern! Am Morgen, wenn es licht wird, vollführen sie es, weil es in ihrer Macht steht.
22665#Micha,2,2#2. Gefällt ihnen ein Feld, so rauben sie es, und wollen sie ein Haus haben, so nehmen sie es weg; sie vergewaltigen den Besitzer samt seinem Hause, den Mann samt seinem Erbteil.
22666#Micha,2,3#3. Darum spricht der HERR also: Siehe, ich nehme mir Böses vor wider dieses Geschlecht, daraus ihr eure Hälse nicht ziehen könnt, und ihr werdet nicht mehr so hoch erhaben einhergehen; denn die Zeit wird böse sein.
22667#Micha,2,4#4. An jenem Tage wird man über euch einen Spruch anheben und ein Klagelied anstimmen; man wird klagen und sagen: Wir sind gänzlich verwüstet worden; das Erbteil meines Volkes wechselt den Besitzer! Wie entzieht er es mir! Dem Abtrünnigen verteilt er unser Feld! -
22668#Micha,2,5#5. Darum wirst du niemand haben, der die Meßschnur wirft bei der (Acker-)Verlosung, in der Gemeinde des HERRN.
22669#Micha,2,6#6. «Träufelt-1- nicht!» träufeln sie. «Sie sollen diesen-2- nicht träufeln, sonst hören die Schmähungen nicht auf!» - -1) d.h. Prediget.   2) o: über diese Dinge.++
22670#Micha,2,7#7. Du, Haus Jakob, wie du genannt wirst, ist denn der Geist des HERRN verkürzt? Sind seine Handlungen darnach? Sind seine Worte nicht freundlich gegen den, welcher aufrichtig wandelt?
22671#Micha,2,8#8. Gestern ist mein Volk als Feind aufgestanden; vom Kleide weg reißen sie den Mantel denen, die sorglos vorüberziehen, dem Kriege abgeneigt.
22672#Micha,2,9#9. Ihr vertreibet die Frauen meines Volkes aus den Häusern ihrer Wonne; von ihren Kindlein nehmt ihr meinen Schmuck für immer weg.
22673#Micha,2,10#10. Auf, macht euch davon! Hier ist kein Ruheort mehr; denn die Unreinigkeit richtet Verderben an, und zwar ein gewaltiges Verderben.
22674#Micha,2,11#11. Wenn einer käme, der dem Wind nachliefe und ein Lügengewebe vortrüge (und euch sagte): «Ich will euch träufeln zum Wein und starkem Getränk!» - das wäre ein Prediger für dieses Volk!
22675#Micha,2,12#12. Ich will dich, Jakob, gänzlich sammeln, ich will den Rest Israels zusammenbringen, will sie machen wie die Schafe in der Hürde, wie eine Herde auf ihrer Trift, daß es von Menschen wimmeln soll.
22676#Micha,2,13#13. Der Durchbrecher wird vor ihnen hinaufziehen; sie werden durchbrechen und zum Tore ein- und ausziehen; ihr König wird vor ihnen hergehen und der HERR an ihrer Spitze.
22677#Micha,3,1#1. UND ich sprach: Höret doch, ihr Häupter von Jakob und ihr Fürsten des Hauses Israel! Ist es nicht an euch, das Recht zu kennen?
22678#Micha,3,2#2. Und doch hasset ihr das Gute und liebet das Böse; zieht ihnen die Haut ab und das Fleisch von den Knochen!
22679#Micha,3,3#3. Und wenn sie dann das Fleisch meines Volkes gefressen und ihnen die Haut abgezogen, ihnen die Knochen zerbrochen und sie in Stücke zerschnitten haben, wie man sie in einen Topf tut, und wie Fleisch, das man in den Kessel legt,
22680#Micha,3,4#4. dann schreien sie zum HERRN; aber er antwortet ihnen nicht, sondern verbirgt sein Angesicht vor ihnen zu jener Zeit, weil sie so übelgetan haben.
22681#Micha,3,5#5. So spricht der HERR wider die Propheten, die mein Volk irreführen, die «Friede» rufen, wenn ihre Zähne etwas zu beißen haben, aber dem den heiligen Krieg erklären, der ihnen nichts ins Maul gibt.
22682#Micha,3,6#6. Darum wird Nacht über euch kommen, ohne Gesichte, und Finsternis, daß ihr nicht wahrsagen könnt; und die Sonne wird über den Propheten untergehen und der Tag über ihnen dunkel werden;
22683#Micha,3,7#7. daß die Seher zuschanden werden und die Wahrsager schamrot dastehen; sie werden alle ihren Bart verhüllen, weil sie ohne göttliche Antwort sind.
22684#Micha,3,8#8. Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geiste des HERRN, mit Recht und Mut, um Jakob sein Übertreten und Israel seine Sünde anzuzeigen.
22685#Micha,3,9#9. Höret doch dieses, ihr Häupter des Hauses Jakob und ihr Fürsten des Hauses Israel, die ihr das Gericht verabscheut und jede gerechte Sache verkehrt;
22686#Micha,3,10#10. die ihr Zion mit Blutschulden bauet und Jerusalem mit Frevel!
22687#Micha,3,11#11. Ihre Häupter sprechen Recht um Geschenke, ihre Priester lehren um Lohn, und ihre Propheten wahrsagen um Geld; und dabei stützen sie sich auf den HERRN und sagen: «Ist nicht der HERR unter uns? Es kann uns kein Übel begegnen!»
22688#Micha,3,12#12. Darum soll um euretwillen Zion wie ein Feld gepflügt und Jerusalem zu einem Steinhaufen werden und der Tempelberg zu einem bewaldeten Hügel!
22689#Micha,4,1#1. ES wird aber in den letzten Tagen geschehen, daß der Berg des Hauses des HERRN festgegründet an der Spitze der Berge stehen und über alle Höhen erhaben sein wird.
22690#Micha,4,2#2. Und Völker werden ihm zuströmen, und viele Nationen werden hingehen und sagen: «Kommt, laßt uns wallen zum Berge des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns über seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln!» Denn von Zion wird die Lehre ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
22691#Micha,4,3#3. Und er wird Schiedsrichter sein zwischen großen Völkern und zurechtweisen starke Nationen, die weit weg wohnen, also daß sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Rebmessern verschmieden; kein Volk wird wider das andere ein Schwert erheben, und sie werden nicht mehr den Krieg erlernen;
22692#Micha,4,4#4. sondern jedermann wird unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen, und niemand wird ihn stören; denn der Mund des HERRN hat es geredet!
22693#Micha,4,5#5. Denn alle Völker mögen wandeln, ein jedes im Namen seines Gottes; wir aber wollen wandeln im Namen des HERRN, unsres Gottes, immer und ewiglich! -
22694#Micha,4,6#6. An jenem Tage, spricht der HERR, will ich das Hinkende sammeln, und das Verstoßene zusammenbringen und die, denen ich Unheil zugefügt habe;
22695#Micha,4,7#7. und will aus dem Hinkenden einen Überrest machen und aus dem, was weit entfernt war, ein starkes Volk; und der HERR wird über sie herrschen auf dem Berge Zion von nun an bis in Ewigkeit.
22696#Micha,4,8#8. Und du, Herdenturm, Hügel der Tochter Zion, bis zu dir wird reichen und zu dir wird zurückkehren die frühere Herrschaft, das Königtum der Tochter Jerusalem!
22697#Micha,4,9#9. Was schreist du aber jetzt so laut? Ist kein König bei dir? Sind deine Ratsherren umgekommen, daß dich Wehen ergriffen haben wie eine Gebärende?
22698#Micha,4,10#10. Zittere und stöhne, du Tochter Zion, wie eine Gebärende; denn nun mußt du zur Stadt hinaus und auf dem Felde wohnen und nach Babel ziehen! Dort sollst du gerettet werden, dort wird dich der HERR erlösen aus der Hand deiner Feinde.
22699#Micha,4,11#11. Denn jetzt haben sich viele Völker wider dich versammelt, welche sagen: «Sie soll entweiht werden, damit unser Auge seine Lust an Zion sehe!»
22700#Micha,4,12#12. Sie wissen aber nicht, was der HERR im Sinne hat, und merken seinen Ratschluß nicht, daß er sie zusammengebracht hat wie Garben auf der Tenne.
22701#Micha,4,13#13. Mache dich auf und drisch, du Tochter Zion! Denn ich mache dir eiserne Hörner und eherne Hufe, daß du große Völker zermalmest und ihren Raub dem HERRN weihest und ihren Reichtum dem Beherrscher der ganzen Erde.
22702#Micha,4,14#14. Nun schließe deine Reihen, du Schar! Man errichtet Bollwerke gegen uns; mit der Rute wollen sie den Richter Israels auf den Backen schlagen.
22703#Micha,5,1#1. Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar klein, um unter den Hauptorten Judas zu sein; aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Ursprung von Anfang, von Ewigkeit her gewesen ist.
22704#Micha,5,2#2. Darum gibt er sie hin bis zu der Zeit, da die, so gebären soll, wird geboren haben und der Überrest seiner Brüder zu den Kindern Israel zurückkehren wird.
22705#Micha,5,3#3. Und er wird auftreten und (sie) weiden in der Kraft des HERRN und in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes; und sie werden (sicher) wohnen; denn er wird groß sein bis an die Enden der Erde.
22706#Micha,5,4#4. Und dieser wird der Friede sein! Wenn Assur in unser Land kommt und unsere Paläste betritt, so werden wir sieben Hirten und acht Menschenfürsten gegen ihn aufstellen;
22707#Micha,5,5#5. die werden das Land Assur mit dem Schwerte abweiden und das Land Nimrod mit ihren bloßen Waffen; und so wird er uns von dem Assyrer erretten, wenn dieser in unser Land kommt und unser Gebiet betritt.
22708#Micha,5,6#6. Und es wird der Überrest Jakobs inmitten vieler Völker sein wie ein Tau vom HERRN, wie Regenschauer auf das Gras, das auf niemand wartet und nicht auf Menschenkinder hofft.
22709#Micha,5,7#7. Und der Überrest Jakobs wird unter den Nationen inmitten vieler Völker sein wie ein Löwe unter den Tieren des Waldes, wie ein junger Leu unter den Schafherden, der, wenn er hindurchgeht, niedertritt und zerreißt, daß niemand retten kann.
22710#Micha,5,8#8. Deine Hand wird siegen über deine Widersacher, und alle deine Feinde sollen ausgerottet werden!
22711#Micha,5,9#9. An jenem Tage soll es geschehen, spricht der HERR, daß ich deine Rosse aus deiner Mitte ausrotten und deine Wagen abschaffen werde;
22712#Micha,5,10#10. und ich will die Städte deines Landes ausrotten und alle deine Festungen schleifen.
22713#Micha,5,11#11. Ich will auch die Zauberdinge aus deiner Hand ausrotten, und du sollst keine Wolkendeuter mehr haben.
22714#Micha,5,12#12. Auch deine Bilder und deine geschnitzten Bildsäulen will ich aus deiner Mitte vertilgen, daß du das Werk deiner Hände nicht mehr anbeten sollst.
22715#Micha,5,13#13. Dazu will ich die Ascheren in deiner Mitte ausreißen und deine Götzen vernichten.
22716#Micha,5,14#14. Also will ich mit Zorn und Grimm Rache üben an den Nationen, die nicht hören wollten.
22717#Micha,6,1#1. HÖRET doch, was der HERR spricht: Mache dich auf und rechte vor den Bergen und laß die Hügel deine Stimme hören!
22718#Micha,6,2#2. Höret doch, ihr Berge, den Rechtsstreit des HERRN und (merket auf,) ihr dauerhaften Grundfesten der Erde! Denn der HERR hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk, und mit Israel will er sich auseinandersetzen.
22719#Micha,6,3#3. Mein Volk, was habe ich dir getan, und womit habe ich dich beleidigt? Lege Zeugnis ab wider mich!
22720#Micha,6,4#4. Habe ich dich doch aus Ägyptenland heraufgeführt und dich aus dem Diensthause erlöst und Mose, Aaron und Mirjam vor dir her gesandt!
22721#Micha,6,5#5. Mein Volk, bedenke doch, was Balak, der Moabiterkönig, vorhatte, und was Bileam, der Sohn Beors, ihm antwortete, (und was geschah) von Sittim bis Gilgal, damit du erkennest die Wohltaten des HERRN!
22722#Micha,6,6#6. Womit soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern vor ihn treten?
22723#Micha,6,7#7. Hat der HERR Wohlgefallen an Tausenden von Widdern oder an unzähligen Strömen Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Übertretung, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele? -
22724#Micha,6,8#8. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?
22725#Micha,6,9#9. Die Stimme des HERRN ruft der Stadt zu, und weise ist, wer deinen Namen fürchtet. Höret die Strafe und wer sie festgesetzt hat!
22726#Micha,6,10#10. Bleibt noch unrecht Gut in des Gottlosen Haus und das verfluchte, magere Epha?
22727#Micha,6,11#11. Kann ich lauter sein bei unrechter Waage und wenn falsche Gewichtsteine im Beutel sind? -
22728#Micha,6,12#12. Weil denn ihre Reichen so gewalttätig sind und ihre Einwohner Lügen reden und falsche Zungen in ihrem Munde haben,
22729#Micha,6,13#13. so will auch ich dich krank schlagen, dich verwüsten um deiner Sünden willen:
22730#Micha,6,14#14. Du wirst essen und doch nicht satt werden, sondern dein Hunger bleibt in deinem Innern. Schaffst du etwas beiseite, so kannst du es doch nicht retten, und was du rettest, will ich dem Schwerte preisgeben.
22731#Micha,6,15#15. Du wirst säen, aber nicht ernten; du wirst Oliven pressen, aber dich nicht mit Öl salben, Most keltern, aber keinen Wein trinken!
22732#Micha,6,16#16. Denn man beobachtet die Satzungen Omris und handelt genau so wie das Haus Ahabs und wandelt nach ihrem Rat, so daß ich dich zum Entsetzen mache und deine Bewohner zum Gespött und ihr die Schmach der Völker tragen sollt.
22733#Micha,7,1#1. Wehe mir, denn es geht mir wie denen, welche Obst einsammeln, welche im Herbst Nachlese halten: Keine Traube mehr gibt es zu essen, keine Frühfeige, nach welcher doch meine Seele verlangt!
22734#Micha,7,2#2. Der Fromme ist aus dem Lande verschwunden, und es ist kein Redlicher mehr unter den Menschen. Sie lauern alle auf Blut, einer legt dem andern Schlingen.
22735#Micha,7,3#3. Zum Bösen brauchen sie beide Hände, um es ja recht gut zu machen; der Fürst fordert, und dem Richter ist es um den Lohn zu tun; der Große sagt, wie er es haben will, und darnach drehen sie's!
22736#Micha,7,4#4. Der Beste von ihnen ist wie ein Dorn, der Redlichste schlimmer als eine Dornhecke. Der Tag deiner Wächter, deiner Heimsuchung, ist da; jetzt wird ihre Bestürzung kommen!
22737#Micha,7,5#5. Verlasset euch nicht auf den Nächsten, vertrauet dem Verwandten nicht, bewahre die Pforte deines Mundes vor der, die in deinen Armen liegt!
22738#Micha,7,6#6. Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter erhebt sich wider die Mutter, die Sohnsfrau wider ihre Schwieger; des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen!
22739#Micha,7,7#7. Ich aber will nach dem HERRN ausschauen, will harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich hören.
22740#Micha,7,8#8. Freue dich nicht über mich, meine Feindin, denn ob ich auch gefallen bin, so stehe ich wieder auf; ob ich auch in der Finsternis sitze, so ist doch der HERR mein Licht!
22741#Micha,7,9#9. Des HERRN Zorn will ich tragen - denn ich habe wider ihn gesündigt -, bis er meine Sache ausführt und mir Recht schafft; er wird mich ans Licht herausführen, daß ich mit Lust seine Gerechtigkeit schaue.
22742#Micha,7,10#10. Wenn meine Feindin das sieht, wird Schamröte sie bedecken, sie, die zu mir sagt: «Wo ist der HERR, dein Gott?» Meine Augen werden es mitansehen, nun wird sie zertreten werden wie Kot auf der Gasse.
22743#Micha,7,11#11. Am Tage, da man deine Mauern baut, an dem Tage wird deine Grenze weit werden.
22744#Micha,7,12#12. An jenem Tage wird man zu dir kommen von Assur und von den Städten Ägyptens und von Ägypten bis zum Euphratstrom, von Meer zu Meer und von Berg zu Berg. -
22745#Micha,7,13#13. Aber die Erde wird zur Wüste werden um ihrer Bewohner willen, infolge ihrer Übeltaten.
22746#Micha,7,14#14. Weide dein Volk mit deinem Stabe, die Schafe deines Erbteils, welche abgesondert wohnen im Walde, mitten auf dem Karmel; laß sie in Basan und Gilead weiden wie in uralter Zeit!
22747#Micha,7,15#15. Ich will sie Wunder sehen lassen wie zu der Zeit, als du aus Ägypten zogst!
22748#Micha,7,16#16. Die Heiden-1- werden es sehen und zuschanden werden trotz aller ihrer Macht; sie werden ihre Hand auf den Mund legen, und ihre Ohren werden taub sein. -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
22749#Micha,7,17#17. Sie werden Staub lecken wie die Schlangen, wie Erdenwürmer zitternd aus ihren Löchern hervorkriechen; angstvoll werden sie zu dem HERRN, unserm Gott, nahen und sich fürchten vor dir.
22750#Micha,7,18#18. Wer ist, o Gott, wie du, der die Sünde vergibt und dem Rest seines Erbteils die Übertretung erläßt, der seinen Zorn nicht allzeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?
22751#Micha,7,19#19. Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Bosheit bezwingen. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen!
22752#Micha,7,20#20. Du wirst Jakob treulich geben und Abraham gnädig halten, was du unsern Vätern vorlängst geschworen hast.
22753#Nahum,1,1#1. WEISSAGUNG über-1- Ninive, Buch des Gesichtes Nahums, des Elkoschiten: -1) o: Last betreffend.++
22754#Nahum,1,2#2. Ein eifernder und rächender Gott ist der HERR; ein Rächer ist der HERR und voller Zorn; ein Rächer ist der HERR gegenüber seinen Widersachern, er verharrt (im Zorn) gegen seine Feinde.
22755#Nahum,1,3#3. Der HERR ist langmütig und von großer Kraft; aber er läßt gewiß nicht ungestraft. Des HERRN Weg ist im Sturmwind und Ungewitter, und Wolken sind der Staub seiner Füße.
22756#Nahum,1,4#4. Er schilt das Meer und trocknet es aus und läßt alle Ströme versiegen; Basan und Karmel verwelken, und Libanons Grün verdorrt.
22757#Nahum,1,5#5. Berge erbeben vor ihm, und die Hügel vergehen; das Land erhebt sich vor seinem Angesicht, der Erdkreis samt allen, die darauf wohnen.
22758#Nahum,1,6#6. Wer kann bestehen vor seinem Grimm, und wer widersteht der Glut seines Zorns? Sein Grimm ergießt sich wie ein Feuer, und Felsen stürzen vor ihm hin.
22759#Nahum,1,7#7. Gütig ist der HERR, eine Zuflucht am Tage der Not, und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.
22760#Nahum,1,8#8. Aber mit überströmender Flut wird er jener Stätte verwüsten und seine Feinde in die Finsternis jagen.
22761#Nahum,1,9#9. Was macht ihr Anschläge wider den HERRN? Er wird sie zunichte machen! Die Drangsal wird sich nicht zum zweitenmal erheben.
22762#Nahum,1,10#10. Denn wie Dornen vom Feuer und wie guter Wein von den Trinkern, so werden sie verschlungen wie Stoppeln, die ganz dürre sind.
22763#Nahum,1,11#11. Von dir-1- ist ausgegangen, der wider den HERRN Arges ersann, der Heilloses plante. -1) d.h. Ninive.++
22764#Nahum,1,12#12. So spricht der HERR: Wenn sie sich auch sicher fühlen und noch so zahlreich sind, so sollen sie doch abgehauen werden, und es wird aus sein mit ihnen. Wenn ich dich demütige, werde ich dich nicht nochmals demütigen müssen;
22765#Nahum,1,13#13. sondern nun will ich dein Joch zerbrechen und deine Bande zerreißen.
22766#Nahum,1,14#14. Und der HERR hat gegen dich den Befehl erlassen: Dein Name soll nicht mehr fortgepflanzt werden; vom Hause deines Gottes rotte ich gemeißelte und gegossene Bilder aus; ich will dir dein Grab herrichten, denn du bist zu leicht erfunden worden!
22767#Nahum,2,1#1. Siehe auf den Bergen die Füße eines guten Boten, der Frieden predigt: Feiere, Juda, deine Feste, bezahle deine Gelübde! Denn der Heillose wird forthin nicht mehr über dich kommen; er ist gänzlich vertilgt!
22768#Nahum,2,2#2. DER Zerstörer ist wider dich-1- herangezogen; bewache die Festung, beobachte die Straße; stärke deine Lenden, nimm deine Kraft aufs äußerste zusammen! - -1) d.h. Ninive.++
22769#Nahum,2,3#3. Denn der HERR hat Jakobs Stolz gewendet, gleichwie Israels Stolz-1-; denn die Plünderer haben sie geplündert und ihre Reben verderbt. - -1) aüs: Denn der HERR stellt die Hoheit Jakobs wieder her, gleichwie Israels Hoheit.++
22770#Nahum,2,4#4. Der Schild seiner Helden ist gerötet, die Krieger sind in Scharlach gekleidet, feuerrot; am Tage der Rüstung klirren die Geschirre der Pferde, und die Lanzen werden geschwungen.
22771#Nahum,2,5#5. Die Wagen rasen wie toll durch die Straßen und überholen einander auf den Plätzen; sie sind anzusehen wie Fackeln, fahren daher wie Blitze.
22772#Nahum,2,6#6. Er bietet seine Würdenträger auf, sie straucheln auf dem Wege, sie eilen zur Mauer, und das Schutzdach wird aufgestellt.
22773#Nahum,2,7#7. Die Tore an den Strömen werden erbrochen, und der Palast verzagt.
22774#Nahum,2,8#8. Aber es steht fest: Sie wird entblößt, abgeführt, und ihre Mägde seufzen wie Tauben und schlagen sich an die Brust.
22775#Nahum,2,9#9. Und doch glich Ninive von jeher einem Wasserteich - dennoch fliehen sie! «Stehet still, haltet stand!» Aber niemand wendet sich um!
22776#Nahum,2,10#10. Raubet Silber, raubet Gold, denn ihres Vorrates ist kein Ende, sie ist beladen mit allerlei köstlichem Geschmeide!
22777#Nahum,2,11#11. Leer und ausgeplündert, verwüstet (ist sie)! Verzagte Herzen und schlotternde Knie und Schmerz in allen Hüften und Totenblässe auf allen Gesichtern!
22778#Nahum,2,12#12. Wo ist nun die Höhle der Löwen und die Weide der jungen Leuen, wo der Löwe mit der Löwin wandelte und das Löwenkätzchen sicher war, daß niemand es erschreckte?
22779#Nahum,2,13#13. Der Löwe raubte, soviel seine Jungen bedurften, und würgte für seine Löwinnen und füllte seine Höhle mit Raub und seine Schlupfwinkel mit zerrissener Beute.
22780#Nahum,2,14#14. Siehe, ich will an dich, spricht der HERR der Heerscharen, und lasse deine Kriegswagen in Rauch aufgehen; und deine Löwen soll das Schwert fressen; und ich will deine Beute von der Erde vertilgen, und man soll die Stimme deiner Gesandten nicht mehr hören!
22781#Nahum,3,1#1. Wehe der blutbefleckten Stadt, die voll ist von Lüge und Gewalttat und nicht aufhört zu rauben!
22782#Nahum,3,2#2. Peitschenknall und Rädergerassel, jagende Rosse und galoppierende Wagen!
22783#Nahum,3,3#3. Stürmende Reiter, funkelnde Schwerter und blitzende Spieße! Viele Verwundete und Haufen von Erschlagenen, zahllose Leichen, so daß man darüber strauchelt.
22784#Nahum,3,4#4. Um der großen Unzucht willen der Buhlerin, der anmutigen Zaubermeisterin, welche Völker mit ihrer Unzucht berückte und ganze Geschlechter mit ihrer Zauberei.
22785#Nahum,3,5#5. Siehe, ich will an dich, spricht der HERR der Heerscharen, und will dir deine Säume übers Gesicht ziehen, daß die Völker deine Blöße sehen und die Königreiche deine Schande.
22786#Nahum,3,6#6. Und ich will dich mit Unrat bewerfen und dich beschimpfen lassen und zur Schau stellen,
22787#Nahum,3,7#7. daß alle, die dich sehen, von dir fliehen und sagen werden: «Verwüstet ist Ninive!» Wer will ihr Beileid bezeugen? Wo soll ich dir Tröster suchen?
22788#Nahum,3,8#8. Sollte es dir besser gehen als No-Amon, der Stadt am Nil, die rings vom Wasser umgeben war, deren Wehr das Meer bildete, deren Mauer die Flut war?
22789#Nahum,3,9#9. Mohrenland war ihre Stärke. Ägypten, ja, ohne Zahl, Puth und Libien gehörten zu ihren Hilfsvölkern.
22790#Nahum,3,10#10. Dennoch mußte auch sie in die Gefangenschaft wandern, auch ihre Kindlein wurden an allen Straßenecken zerschmettert; man warf über ihre Angesehenen das Los, und alle ihre Großen wurden in Fesseln gelegt.
22791#Nahum,3,11#11. So wirst auch du trinken müssen und umnachtet sein, auch du wirst eine Zuflucht suchen vor dem Feind!
22792#Nahum,3,12#12. Alle deine Festungen sind wie Feigenbäume mit Frühfeigen; wenn man sie schüttelt, so fallen sie dem, der essen will, in den Mund.
22793#Nahum,3,13#13. Siehe, dein Volk ist zu Weibern geworden in deiner Mitte; deinen Feinden werden die Tore deines Landes geöffnet; Feuer hat deine Riegel verzehrt!
22794#Nahum,3,14#14. Schöpfe dir Wasser für die Belagerung! Verstärke deine Bollwerke! Tritt den Ton und stampfe den Lehm, nimm die Ziegelform zur Hand!
22795#Nahum,3,15#15. Dort wird das Feuer dich verzehren, das Schwert dich ausrotten; es wird dich verzehren wie junge Heuschrecken; denn du bist so zahlreich wie die jungen Heuschrecken, wie die Wanderheuschrecken hast du dich vermehrt!
22796#Nahum,3,16#16. Deiner Kaufleute sind mehr geworden als Sterne am Himmel; wie junge Heuschrecken häuten sie sich und fliegen davon.
22797#Nahum,3,17#17. Deine Söldner sind wie die Heuschrecken, und deine Beamten gleichen den Käfern, die sich an kalten Tagen an der Mauer lagern; wenn aber die Sonne aufgeht, so fliegen sie davon, und niemand weiß, wohin sie gekommen sind.
22798#Nahum,3,18#18. Während deine Hirten schlummerten, deine Würdenträger schliefen, hat sich dein Volk, o König von Assur, über die Berge zerstreut, und niemand sammelt es mehr!
22799#Nahum,3,19#19. Dein Unglück wird durch nichts gemildert, unheilbar ist deine Wunde. Alle, die davon hören, klatschen in die Hände über dich; denn über wen ist nicht deine Bosheit ohne Unterlaß ergangen?
22800#Habakuk,1,1#1. DIE Last, welche der Prophet Habakuk geschaut hat:
22801#Habakuk,1,2#2. Wie lange, o HERR, soll ich zu dir schreien, ohne daß du hörst, dir Unrecht klagen, ohne daß du hilfst?
22802#Habakuk,1,3#3. Warum lässest du mich Elend sehen und schaust dem Jammer zu? Gewalttat und Frevel werden vor meinen Augen begangen, es entsteht Hader, und Streit erhebt sich.
22803#Habakuk,1,4#4. Darum erlahmt das Gesetz, und das Recht bricht nimmermehr durch; denn der Gottlose umringt den Gerechten; darum kommt das Urteil verkehrt heraus!
22804#Habakuk,1,5#5. Seht, ihr Verächter, und schaut umher, verwundert und entsetzt euch! Denn ich tue ein Werk in euren Tagen - ihr würdet es nicht glauben, wenn man es erzählte!
22805#Habakuk,1,6#6. Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, ein bitterböses und behendes Volk, das die Breiten der Erde durchzieht, um Wohnsitze zu erobern, die ihm nicht gehören.
22806#Habakuk,1,7#7. Es ist schrecklich und furchtbar; sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selber aus.
22807#Habakuk,1,8#8. Schneller als Pardel sind seine Rosse und grimmiger als Wölfe am Abend; seine Reiter kommen im Galopp daher, von fernher kommen die Reiter; sie fliegen daher wie ein Adler, der zum Fraße eilt.
22808#Habakuk,1,9#9. Nur auf Gewalttaten geht es aus, sein Angesicht ist stracks nach vorn gerichtet, und es bringt Gefangene ein wie Sand.
22809#Habakuk,1,10#10. Es spottet der Könige, und Fürsten sind ihm ein Spaß; es lacht aller Festungen, schüttet Erde auf und erobert sie.
22810#Habakuk,1,11#11. Dann gewinnt es neuen Mut, geht zu weit und versündigt sich; denn diese seine Kraft macht es zu seinem Gott.
22811#Habakuk,1,12#12. Bist du, o HERR, nicht von Anfang an mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. HERR, zum Gericht hast du ihn-1- bestellt, und zur Strafe hast du, o Fels, ihn verordnet. -1) d.h. den Feind.++
22812#Habakuk,1,13#13. Deine Augen sind so rein, daß sie das Böse nicht sehen können; du kannst dem Jammer nicht zuschauen. Warum siehst du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er?
22813#Habakuk,1,14#14. Du lässest die Menschen so behandeln wie die Fische im Meer, wie Gewürm, das keinen Herrscher hat.
22814#Habakuk,1,15#15. Er fischt sie alle mit der Angel heraus, fängt sie mit seinem Netz und sammelt sie in sein Garn; darüber freut er sich und frohlockt.
22815#Habakuk,1,16#16. Darum opfert er auch seinem Netz und räuchert seinem Garn; denn ihnen verdankt er seine fetten Bissen und seine kräftige Nahrung.
22816#Habakuk,1,17#17. Sollte er aber darum sein Netz beständig auswerfen und ohne Erbarmen Völker erwürgen?
22817#Habakuk,2,1#1. AUF meine Warte will ich treten und mich stellen auf den Turm, damit ich erspähe und sehe, was er mir sagen wird und was für eine Antwort ich auf meine Klage bekommen werde.
22818#Habakuk,2,2#2. Da antwortete mir der HERR und sprach: Schreibe das Gesicht nieder und grabe es auf Tafeln, damit man es geläufig lesen kann!
22819#Habakuk,2,3#3. Denn das Gesicht gilt noch für die bestimmte Zeit und eilt dem Ende zu und wird nicht trügen; wenn es verzieht, so harre seiner, denn es wird gewiß kommen und sich nicht verspäten.
22820#Habakuk,2,4#4. Siehe, der Aufgeblasene, - unaufrichtig ist seine Seele in ihm; aber der Gerechte wird durch seinen Glauben leben.
22821#Habakuk,2,5#5. Und dazu kommt noch der tückische Wein. Der Mann wird übermütig und bleibt nicht ruhig; er wird so begehrlich wie der Scheol und unersättlich wie der Tod, daß er alle Völker zu sich sammeln und alle Nationen an sich ziehen will.
22822#Habakuk,2,6#6. Werden nicht diese alle einen Spruch über ihn machen und ein Spottlied in Rätseln auf ihn dichten? Man wird sagen: Wehe dem, der sich bereichert mit fremdem Gut - wie lange noch? -, der sich mit Pfandgut beschwert!
22823#Habakuk,2,7#7. Werden nicht plötzlich aufstehen, die dich betreiben werden, und aufwachen, die dich peinigen werden, so daß du ihnen zur Beute wirst?
22824#Habakuk,2,8#8. Denn wie du viele Völker geplündert hast, so sollen alle übriggebliebenen Völker dich plündern wegen des vergossenen Menschenblutes und der Vergewaltigung des Landes, der Stadt und aller ihrer Bewohner!
22825#Habakuk,2,9#9. Wehe dem, der nach bösem Gewinn trachtet für sein Haus, um dann sein Nest in der Höhe anzulegen und sicher zu sein vor der Hand des Bösewichts!
22826#Habakuk,2,10#10. Du hast beschlossen, was deinem Haus zur Schande gereicht, die Vertilgung vieler Völker, und durch deine Sünden hast du deine Seele verwirkt.
22827#Habakuk,2,11#11. Ja, der Stein wird aus der Mauer heraus schreien und die Sparre im Holzwerk ihm antworten.
22828#Habakuk,2,12#12. Wehe dem, der die Stadt mit Blut baut und die Burg mit Ungerechtigkeit befestigt!
22829#Habakuk,2,13#13. Siehe, kommt es nicht vom HERRN der Heerscharen, daß Völker fürs Feuer arbeiten und Nationen für nichts sich abmühen?
22830#Habakuk,2,14#14. Denn die Erde wird voll werden der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.
22831#Habakuk,2,15#15. Wehe dem, der seinem Nächsten zu trinken gibt aus dem Becher seines Grimms und ihn sogar trunken macht, damit er seine Blöße sehe!
22832#Habakuk,2,16#16. Du hast dich von Schande gesättigt, statt von Ehre; so trinke auch du und entblöße dich. Die Reihe wird auch an dich kommen, den Becher zu nehmen aus der rechten Hand des HERRN, und Schande wird fallen auf deine Herrlichkeit.
22833#Habakuk,2,17#17. Denn der Frevel am Libanon wird auf dir lasten, und die Verheerung der wilden Tiere wird dich schrecken, um des vergossenen Menschenblutes willen und wegen der Vergewaltigung des Landes, der Stadt und aller ihrer Bewohner.
22834#Habakuk,2,18#18. Was nützt ein gemeißeltes Bild, daß der Bildhauer es geschaffen hat, ein gegossenes Bild und ein Lügenlehrer dazu? Denn der es gemacht hat, vertraut auf sein eigenes Machwerk, so daß er stumme Götzen verfertigt.
22835#Habakuk,2,19#19. Wehe dem, der zum Holz spricht: «Wache auf!» und zum stummen Stein: «Stehe auf!» Kann er lehren? Siehe, er ist in Gold und Silber gefaßt, und es ist gar kein Geist in ihm!
22836#Habakuk,2,20#20. Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel, - stille sei vor ihm alle Welt!
22837#Habakuk,3,1#1. EIN Gebet des Propheten Habakuk, nach Art einer Ode.
22838#Habakuk,3,2#2. O HERR, ich habe die Kunde von dir vernommen, ich bin erschrocken. O HERR, belebe dein Werk inmitten der Jahre! Inmitten der Jahre tue dich kund! Im Zorn sei eingedenk deiner Barmherzigkeit! -
22839#Habakuk,3,3#3. Gott kommt von Teman her und der Heilige vom Berge Paran (Pause)-1-. Seine Pracht bedeckt den Himmel, und seines Lobes ist die Erde voll. -1) s. Anm. zu Ps. 3,3.++
22840#Habakuk,3,4#4. Ein Glanz entsteht, wie Licht; Strahlen gehen aus seiner Hand hervor, und daselbst ist seine Kraft verborgen.
22841#Habakuk,3,5#5. Vor ihm her geht die Pestilenz, und die Seuche folgt ihm auf dem Fuße.
22842#Habakuk,3,6#6. Bleibt er stehen, so erbebt die Erde, sieht er die Völker an, so schrecken sie auf, und die uralten Berge zerstieben, es sinken die ewigen Hügel; er wandelt ewige Pfade.
22843#Habakuk,3,7#7. In Nöten sehe ich die Hütten Kuschans, es zittern die Zelte des Landes Midian.
22844#Habakuk,3,8#8. Ist der HERR über die Ströme ergrimmt? Ergießt sich dein Zorn über die Flüsse, dein Grimm über das Meer, daß du auf deinen Rossen reitest, auf deinen Wagen des Heils?
22845#Habakuk,3,9#9. Bloß, enthüllt ist dein Bogen; deine Eide sind die Pfeile, gemäß deinem Wort (Pause). Durch Ströme zerteilst du das Land.
22846#Habakuk,3,10#10. Wenn die Berge dich sehen, erzittern sie; die Wasserfluten wogen einher, der Ozean läßt seine Stimme hören, hoch gehen seine Wellen.
22847#Habakuk,3,11#11. Sonne und Mond bleiben in ihrer Wohnung beim Leuchten deiner fliegenden Pfeile, beim Glanz deines blitzenden Speers.
22848#Habakuk,3,12#12. Im Grimm schreitest du über die Erde, im Zorn zerdrischest du die Heiden-1-. -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
22849#Habakuk,3,13#13. Du ziehst aus zum Heil deines Volkes, zum Heil deines Gesalbten; du zerschmetterst das Haupt von dem Hause des Gottlosen, entblößest den Grund bis an den Hals (Pause).
22850#Habakuk,3,14#14. Du durchbohrst mit ihren eigenen Speeren das Haupt seiner Horden; sie stürmten einher, um mich in die Flucht zu schlagen, und erhoben ihr Freudengeschrei, als wollten sie den Elenden im Verborgenen verzehren.
22851#Habakuk,3,15#15. Du betrittst das Meer mit deinen Rossen, die schäumenden Wassermassen.
22852#Habakuk,3,16#16. Als ich das hörte, erzitterte mein Leib; ob dieser Stimme erbebten meine Lippen; Fäulnis drang in mein Gebein, und meine Füße zitterten; denn sollte ich ruhig sein können am Tage der Not, da gegen das Volk heranzieht, der es angreifen will?
22853#Habakuk,3,17#17. Denn der Feigenbaum wird nicht ausschlagen und der Weinstock keinen Ertrag abwerfen; die Frucht des Ölbaums wird trügen, und die Äcker werden keine Nahrung liefern; die Schafe werden aus den Hürden verschwinden und kein Rind mehr in den Ställen sein.
22854#Habakuk,3,18#18. Ich aber will mich im HERRN freuen und frohlocken über den Gott meines Heils!
22855#Habakuk,3,19#19. Der HERR, der Herr, ist meine Kraft; er hat meine Füße denen der Hindinnen gleich gemacht und wird mich auf meine Höhen treten lassen! Dem Vorsteher, auf meinem Saiteninstrument.
22856#Zefanja,1,1#1. DAS Wort des HERRN, welches an Zephanja, den Sohn Kuschis, des Sohnes Gedaljas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Hiskias, erging, in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda:
22857#Zefanja,1,2#2. Ich will alles vom Erdboden wegraffen, spricht der HERR.
22858#Zefanja,1,3#3. Ich will wegraffen Menschen und Vieh, die Vögel des Himmels und die Fische im Meer und die Ärgernisse mitsamt den Gottlosen, und will den Menschen vom Erdboden vertilgen, spricht der HERR.
22859#Zefanja,1,4#4. Und ich will meine Hand ausstrecken wider Juda und wider alle Bewohner von Jerusalem und will von diesem Orte ausrotten den Überrest des Baalsdienstes, den Namen der Götzendiener samt den Priestern;
22860#Zefanja,1,5#5. auch die, welche auf den Dächern das Heer des Himmels anbeten, samt denen, welche den HERRN anbeten und bei ihm schwören, zugleich aber auch bei Malkom schwören;
22861#Zefanja,1,6#6. und die, welche abweichen von der Nachfolge des HERRN und weder den HERRN suchen, noch nach ihm fragen.
22862#Zefanja,1,7#7. Seid stille vor dem Angesicht Gottes, des HERRN! Denn nahe ist der Tag des HERRN; denn der HERR hat ein Schlachtopfer zugerichtet, er hat seine Geladenen geheiligt.
22863#Zefanja,1,8#8. Und es wird geschehen am Tage des Schlachtopfers des HERRN, daß ich strafen werde die Fürsten und des Königs Söhne und alle, die sich in ausländische Gewänder hüllen;
22864#Zefanja,1,9#9. auch werde ich an jenem Tage alle diejenigen strafen, welche über die Schwelle hüpfen, die das Haus ihres Herrn mit gewalttätig und betrügerisch erworbenem Gute füllen.
22865#Zefanja,1,10#10. An jenem Tage, spricht der HERR, wird ein Geschrei vom Fischtor her erschallen und ein Geheul vom andern Stadtteil her und ein großes Krachen von den Hügeln her.
22866#Zefanja,1,11#11. Heulet, die ihr im Mühlental wohnet! Denn das ganze Krämervolk ist vernichtet, alle Geldabwäger werden ausgerottet.
22867#Zefanja,1,12#12. Und es wird geschehen, daß ich zu jener Zeit Jerusalem mit Laternen durchsuchen und darin alle die Leute heimsuchen werde, die auf ihren Hefen erstarrt sind, indem sie in ihrem Herzen sagen: «Der HERR wird weder Gutes noch Böses tun!»
22868#Zefanja,1,13#13. Ihr Vermögen soll der Plünderung und ihre Häuser der Verwüstung anheimfallen; sie werden Häuser bauen und nicht darin wohnen, Weinberge pflanzen und keinen Wein davon trinken.
22869#Zefanja,1,14#14. Nahe ist der große Tag des HERRN; nahe ist er und eilend kommt er herbei! Die Stimme des Tages des HERRN! Bitter schreit auf auch der Held.
22870#Zefanja,1,15#15. Ein Tag des Zorns ist dieser Tag, ein Tag der Angst und der Bedrängnis, ein Tag des Ruins und der Zerstörung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein bewölkter und finsterer Tag,
22871#Zefanja,1,16#16. ein Tag des Posaunen- und Trompetenklangs wider die festen Städte und die hohen Zinnen.
22872#Zefanja,1,17#17. Da will ich die Menschen ängstigen, daß sie herumtappen wie die Blinden; denn am HERRN haben sie sich versündigt; darum soll ihr Blut hingeschüttet werden wie Staub und ihr Fleisch wie Mist!
22873#Zefanja,1,18#18. Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie zu retten vermögen am Tage des Zornes des HERRN, sondern durch das Feuer seines Eifers soll die ganze Erde verzehrt werden; denn einen plötzlichen Untergang wird er allen Bewohnern der Erde bereiten.
22874#Zefanja,2,1#1. TUT euch zusammen, sammelt euch, Volk ohne Scham,
22875#Zefanja,2,2#2. ehe der Ratschluß sich erfüllt - wie Spreu geht der Tag vorüber! -, ehe der grimmige Zorn des HERRN über euch kommt, ehe der Tag des Zornes des HERRN euch ereilt!
22876#Zefanja,2,3#3. Suchet den HERRN, alle ihr Demütigen im Lande, die ihr sein Recht übet! Suchet Gerechtigkeit, befleißiget euch der Demut; vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tage des Zornes des HERRN!
22877#Zefanja,2,4#4. Denn Gaza wird verlassen und Askalon verödet werden, Asdod soll am hellen Mittag fortgetrieben und Ekron ausgerottet werden.
22878#Zefanja,2,5#5. Wehe den Bewohnern der Meeresküste, dem Kretervolk! Das Wort des HERRN ergeht wider dich, Kanaan, du Philisterland: Ich will dich also zu Grunde richten, daß niemand mehr da wohnen soll!
22879#Zefanja,2,6#6. Und es soll der Landstrich am Meere zu Hirtenwohnungen und Schafhürden werden;
22880#Zefanja,2,7#7. und dieser Landstrich soll den Übriggebliebenen vom Hause Juda als Erbteil zufallen, daß sie darauf weiden und sich des Abends in den Häusern von Askalon lagern sollen, denn der HERR, ihr Gott, wird sie heimsuchen und ihr Gefängnis wenden.
22881#Zefanja,2,8#8. Ich habe die Beschimpfung Moabs gehört und die Lästerungen der Kinder Ammon, womit sie mein Volk geschmäht und sich wider ihr Gebiet gerühmt haben.
22882#Zefanja,2,9#9. Darum, so wahr ich lebe, spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels, soll Moab wie Sodom und die Kinder Ammon wie Gomorra werden, nämlich ein Besitz der Nesseln und eine Salzgrube und eine ewige Wüstenei; die Übriggebliebenen meines Volkes sollen sie berauben und der Rest meiner Nation sie beerben.
22883#Zefanja,2,10#10. Solches soll ihnen widerfahren für ihren Stolz, daß sie gelästert und wider das Volk des HERRN der Heerscharen großgetan haben.
22884#Zefanja,2,11#11. Furchtbar wird der HERR über ihnen sein; denn er wird allen Göttern auf Erden ein Ende machen, und es werden ihn anbeten alle Inseln der Heiden-1-, jedermann von seinem Orte aus; -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
22885#Zefanja,2,12#12. auch ihr Kuschiten, - die mein Schwert verwundet hat.
22886#Zefanja,2,13#13. Er wird auch seine Hand nach Norden ausstrecken und wird Assur vernichten und Ninive zur Wüste machen, dürr wie eine Steppe;
22887#Zefanja,2,14#14. daß sich mitten darin Herden lagern werden, Tiere aller Art; Pelikan und Rohrdommel werden auf ihren Säulenknäufen übernachten, (Vogel-)geschrei wird in den Fenstern ertönen, auf der Schwelle wird ein Schutthaufen liegen, da das Zedernwerk bloßgelegt ist.
22888#Zefanja,2,15#15. Das ist die lustige Stadt, die so sicher wohnte, die in ihrem Herzen sprach: «Ich und keine sonst!» Wie ist sie zur Wildnis geworden, zum Lagerplatz der Tiere! Wer vorübergeht, zischt über sie und schwenkt seine Hand.
22889#Zefanja,3,1#1. WEHE der widerspenstigen und befleckten, der grausamen Stadt!
22890#Zefanja,3,2#2. Sie hat der Warnung nicht gehorcht, die Züchtigung nicht angenommen, nicht auf den HERRN vertraut, sich nicht zu ihrem Gott genaht!
22891#Zefanja,3,3#3. Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen, ihre Richter Wölfe am Abend, die nichts übriglassen für den Morgen.
22892#Zefanja,3,4#4. Ihre Propheten sind leichtfertige, unzuverlässige Menschen; ihre Priester entweihen das Heiligtum, mißbrauchen das Gesetz.
22893#Zefanja,3,5#5. Der HERR ist gerecht in ihrer Mitte; er tut kein Unrecht, jeden Morgen stellt er sein Recht ins Licht, unfehlbar; aber der Verkehrte weiß nichts von Scham!
22894#Zefanja,3,6#6. Ich habe Nationen ausgerottet, ihre Zinnen zerstört, ihre Straßen öde gemacht, daß niemand mehr darauf vorübergeht; ihre Städte wurden gänzlich entvölkert, bis auf den letzten Mann, daß niemand mehr darin wohnt.
22895#Zefanja,3,7#7. Ich sprach: «Fürchte doch nur mich, ja, mich; nimm Züchtigung an!» so soll ihre Wohnung nicht vertilgt werden, so sehr ich sie auch heimgesucht habe; aber sie haben trotzdem beharrlich alles Böse getan.
22896#Zefanja,3,8#8. Darum wartet nur, spricht der HERR, bis zu dem Tag, da ich als Zeuge auftrete; denn mein Ratschluß ist es, Nationen zu versammeln, Königreiche zusammenzubringen, um über sie meinen Grimm auszugießen, die ganze Glut meines Zorns; denn durch das Feuer meines Eifers soll die ganze Erde verzehrt werden.
22897#Zefanja,3,9#9. Denn alsdann will ich den Völkern die Sprache ändern, daß sie rein werde, daß sie alle des HERRN Namen anrufen und ihm einträchtig dienen.
22898#Zefanja,3,10#10. Von jenseits der Ströme Äthiopiens werden meine Anbeter, die Tochter meiner Zerstreuten, mir Speisopfer bringen.
22899#Zefanja,3,11#11. An jenem Tage brauchst du dich nicht mehr zu schämen wegen aller deiner Taten, mit welchen du dich wider mich vergangen hast; denn alsdann will ich die stolzen Prahler aus deiner Mitte tun, und du wirst dich forthin nicht mehr überheben auf meinem heiligen Berge.
22900#Zefanja,3,12#12. Und ich will in dir übriglassen ein demütiges und geringes Volk, das auf des HERRN Namen vertrauen wird.
22901#Zefanja,3,13#13. Die Übriggebliebenen von Israel werden kein Unrecht tun und keine Lüge reden; man wird auch in ihrem Munde keine trügerische Zunge finden; ja, sie werden weiden und ruhen, ohne daß sie jemand schreckt.
22902#Zefanja,3,14#14. Jauchze, du Tochter Zion, juble, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem!
22903#Zefanja,3,15#15. Denn der HERR hat die Gerichte von dir abgewendet, er hat deinen Feind weggeräumt! Der HERR, der König Israels, ist in deiner Mitte; du brauchst kein Übel mehr zu fürchten!
22904#Zefanja,3,16#16. In jenen Tagen wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht! Zion, laß deine Hände nicht sinken!
22905#Zefanja,3,17#17. Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der helfen kann; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird schweigen in seiner Liebe, er wird über dir jubelnd frohlocken.
22906#Zefanja,3,18#18. Die Bekümmerten, die der Versammlungen entbehren mußten, will ich sammeln; sie waren von dir, (aber) eine Last auf dir, ein Vorwurf.
22907#Zefanja,3,19#19. Siehe, ich will zu jener Zeit alle deine Peiniger unterdrücken und will dem Hinkenden helfen und das Verstoßene sammeln und will sie zu Lob und Ehren machen in allen Ländern, wo sie jetzt verachtet sind.
22908#Zefanja,3,20#20. Zu jener Zeit will ich euch hereinbringen, zur Zeit, da ich euch sammeln werde; denn ich will euch zu Lob und Ehren machen unter allen Völkern der Erde, wenn ich euer Gefängnis vor euren Augen wenden werde, spricht der HERR.
22909#Haggai,1,1#1. IM zweiten Jahre des Königs Darius, am ersten Tage des sechsten Monats, erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai an Serubbabel, den Sohn Sealtiels, den Statthalter von Juda, und an Josua, den Sohn Jozadaks, den Hohenpriester, also:
22910#Haggai,1,2#2. So spricht der HERR der Heerscharen: Dies Volk sagt: «Die Zeit ist noch nicht gekommen, daß das Haus des HERRN gebaut werde!»
22911#Haggai,1,3#3. Da erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai also:
22912#Haggai,1,4#4. Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt?
22913#Haggai,1,5#5. Und nun spricht der HERR der Heerscharen also: Achtet auf eure Wege!
22914#Haggai,1,6#6. Ihr säet viel und bringet wenig ein; ihr esset und werdet doch nicht satt; ihr trinket und habt doch nicht genug; ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm; und wer einen Lohn verdient, der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel!
22915#Haggai,1,7#7. So spricht der HERR der Heerscharen: Achtet genau auf eure Wege!
22916#Haggai,1,8#8. Geht auf den Berg und holet Holz und bauet das Haus! Das wird mir gefallen und mir zur Ehre gereichen, spricht der HERR.
22917#Haggai,1,9#9. Ihr erwartet viel, aber es ward wenig daraus; und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg! Warum das? So spricht der HERR der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das wüste liegt, während jeder von euch seinem Hause zuläuft!
22918#Haggai,1,10#10. Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten und die Erde ihren Ertrag.
22919#Haggai,1,11#11. Und ich habe die Dürre gerufen ins Land und über die Berge, über Korn, Most und Öl und über alles, was der Erdboden hervorbringt, auch über Menschen und Vieh und über alle Arbeit der Hände.
22920#Haggai,1,12#12. Da horchten Serubbabel, der Sohn Sealtiels, und Josua, der Sohn Jozadaks, der Hohepriester, und alles übrige Volk auf die Stimme des HERRN, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, weil der HERR, ihr Gott, ihn gesandt hatte, und das Volk fürchtete sich vor dem HERRN.
22921#Haggai,1,13#13. Da sprach Haggai, der Bote des HERRN, im Auftrage des HERRN zum Volk: Ich bin mit euch! spricht der HERR.
22922#Haggai,1,14#14. Und der HERR erweckte den Geist Serubbabels, des Sohnes Sealtiels, des Statthalters von Juda, und den Geist Josuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, auch den Geist des ganzen übrigen Volkes, daß sie kamen und ihre Arbeit am Hause des HERRN der Heerscharen, ihres Gottes, in Angriff nahmen
22923#Haggai,1,15#15. am vierundzwanzigsten Tage des sechsten Monats, im zweiten Jahre des Königs Darius.
22924#Haggai,2,1#1. AM einundzwanzigsten Tage des siebenten Monats erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai also:
22925#Haggai,2,2#2. Sage doch zu Serubbabel, dem Sohne Sealtiels, dem Statthalter von Juda, und zu Josua, dem Sohne Jozadaks, dem Hohenpriester, und zu dem übrigen Volk und sprich:
22926#Haggai,2,3#3. Wer ist unter euch übriggeblieben, der dies Haus in seiner frühern Herrlichkeit gesehen hat? Und wie sehet ihr es jetzt? Ist es nicht so viel wie nichts in euren Augen?
22927#Haggai,2,4#4. Aber nun sei stark, Serubbabel, spricht der HERR; auch du Josua, sei stark, du Sohn Jozadaks, du Hoherpriester, und alles Volk des Landes, seid stark, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht der HERR der Heerscharen.
22928#Haggai,2,5#5. Das Wort, gemäß welchem ich mit euch einen Bund gemacht habe, als ihr aus Ägypten zoget, soll bestehen, und mein Geist bleibt in eurer Mitte; fürchtet euch nicht!
22929#Haggai,2,6#6. Denn also spricht der HERR der Heerscharen: Noch einen kleinen Augenblick, und ich erschüttere den Himmel und die Erde, das Meer und das Trockene;
22930#Haggai,2,7#7. und ich will auch alle Nationen erschüttern, und es werden die Kostbarkeiten-1- aller Nationen kommen, und ich will dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der HERR der Heerscharen. -1) aüs: es wird der Ersehnte . . .++
22931#Haggai,2,8#8. Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR der Heerscharen.
22932#Haggai,2,9#9. Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden, als die des ersten war, spricht der HERR der Heerscharen; und an diesem Orte will ich Frieden geben, spricht der HERR der Heerscharen.
22933#Haggai,2,10#10. AM vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats, im zweiten Jahre des Darius, erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai also:
22934#Haggai,2,11#11. So spricht der HERR der Heerscharen: Frage doch die Priester über das Gesetz und sprich:
22935#Haggai,2,12#12. Wenn jemand heiliges Fleisch im Zipfel seines Kleides trägt und mit seinem Zipfel Brot oder ein Gericht oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise berührt, wird dieses dadurch heilig? Die Priester antworteten und sprachen: Nein!
22936#Haggai,2,13#13. Da sprach Haggai: Wenn aber jemand, der sich an einer Leiche verunreinigt hat, eines von diesen Dingen anrührt, wird es dadurch unrein? Die Priester antworteten: Es wird unrein!
22937#Haggai,2,14#14. Da antwortete Haggai und sprach: Ebenso ist auch dieses Volk und diese Nation vor mir, spricht der HERR; so ist jedes Werk ihrer Hände und was sie daselbst opfern: unrein ist es!
22938#Haggai,2,15#15. Und nun, beachtet doch, wie es euch ergangen ist vor diesem Tage und früher, ehe man Stein auf Stein legte am Tempel des HERRN!
22939#Haggai,2,16#16. Bevor dies geschah, kam man zum Kornhaufen von zwanzig Scheffeln, so waren es nur zehn; kam man zur Kufe, um fünfzig Eimer zu schöpfen, so waren es bloß zwanzig!
22940#Haggai,2,17#17. Ich schlug euch mit Getreidebrand und mit Vergilben und Hagel alles Werk eurer Hände; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.
22941#Haggai,2,18#18. Gebt nun acht von diesem Tage an und weiterhin, vom vierundzwanzigsten Tage des neunten Monats an, von dem Tage an, da der Tempel des HERRN gegründet worden ist, merket auf!
22942#Haggai,2,19#19. Ist etwa der Same noch im Speicher? So hat auch der Weinstock, der Feigen-, Granatäpfel- und Olivenbaum noch nichts getragen; aber von diesem Tage an will ich segnen!
22943#Haggai,2,20#20. Und das Wort des HERRN erging zum zweitenmal an Haggai am vierundzwanzigsten Tage des Monats also:
22944#Haggai,2,21#21. Sage zu Serubbabel, dem Statthalter von Juda: Ich erschüttere den Himmel und die Erde
22945#Haggai,2,22#22. und will Königsthrone umstoßen und die Macht der heidnischen Königreiche zertrümmern, und ich will die Kriegswagen umstoßen samt ihren Reitern, daß Roß und Mann zu Boden sinken und ein jeder umkomme durch das Schwert des andern.
22946#Haggai,2,23#23. An jenem Tage, spricht der HERR der Heerscharen, will ich dich, Serubbabel, Sohn Sealtiels, meinen Knecht, nehmen und dich anstecken wie einen Siegelring; denn dich habe ich erwählt, spricht der HERR der Heerscharen!
22947#Sacharja,1,1#1. IM achten Monat des zweiten Jahres des Darius erging des HERRN Wort an Sacharja, den Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos, den Propheten, also:
22948#Sacharja,1,2#2. Der HERR ist über eure Väter zornig gewesen!
22949#Sacharja,1,3#3. Darum sollst du zu ihnen sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Kehret um zu mir, spricht der HERR der Heerscharen, so will ich mich zu euch kehren! spricht der HERR der Heerscharen.
22950#Sacharja,1,4#4. Seid nicht wie eure Väter, denen die frühern Propheten gepredigt und gesagt haben: So spricht der HERR der Heerscharen: Kehret doch um von euren bösen Wegen und von euren schlimmen Taten! Sie hörten aber nicht und achteten nicht auf mich, spricht der HERR.
22951#Sacharja,1,5#5. Wo sind nun eure Väter, und die Propheten, leben sie ewig?
22952#Sacharja,1,6#6. Aber meine Worte und meine Beschlüsse, welche ich meinen Knechten, den Propheten, zu verkündigen befohlen habe, haben sie nicht eure Väter getroffen, so daß sie umkehrten und sprachen: Wie der HERR der Heerscharen sich vorgenommen hatte, uns zu tun nach unserm Wandel und nach unsren Taten, so hat er uns auch getan?
22953#Sacharja,1,7#7. AM vierundzwanzigsten Tage des elften Monats - das ist der Monat Schebat -, im zweiten Jahre des Darius, erging das Wort des HERRN an Sacharja, den Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos, den Propheten, also:
22954#Sacharja,1,8#8. Ich schaute bei Nacht und siehe, ein Mann ritt auf einem rötlichen Pferd, und er hielt unter den Myrten, die in der Tiefe stehen, und hinter ihm her rötliche, fuchsrote und weiße Rosse.
22955#Sacharja,1,9#9. Da fragte ich: Mein Herr, was bedeuten diese? Da sprach der Engel, der mit mir redete, zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind!
22956#Sacharja,1,10#10. Und der Mann, der zwischen den Myrten hielt, antwortete und sprach: Das sind die, welche der HERR gesandt hat, die Erde zu durchstreifen!
22957#Sacharja,1,11#11. Und sie antworteten dem Engel des HERRN, der zwischen den Myrten hielt, und sprachen: Wir haben die Erde durchstreift und siehe, die ganze Erde ist still und ruhig!
22958#Sacharja,1,12#12. Da antwortete der Engel des HERRN und sprach: HERR der Heerscharen, wie lange willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über welche du gezürnt hast diese siebzig Jahre?
22959#Sacharja,1,13#13. Da antwortete der HERR dem Engel, der zu mir redete, mit guten Worten und tröstlichen Worten.
22960#Sacharja,1,14#14. Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Predige und sprich: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich eifere für Jerusalem und für Zion mit großem Eifer
22961#Sacharja,1,15#15. und bin sehr erzürnt über die gleichgültigen Nationen; denn als ich nur ein wenig erzürnt war, halfen sie zum Unglück!
22962#Sacharja,1,16#16. Darum spricht der HERR also: Ich habe mich Jerusalem wieder voll Erbarmen zugewandt; mein Haus soll darin gebaut werden, spricht der HERR der Heerscharen, und man wird die Meßschnur ausspannen über Jerusalem.
22963#Sacharja,1,17#17. Predige wiederum und sprich: So spricht der HERR der Heerscharen: Meine Städte sollen wiederum von Gutem überfließen, und der HERR wird Zion wieder trösten und Jerusalem wieder erwählen!
22964#Sacharja,2,1#1. -1-Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, vier Hörner. -1) and. Bibelausgaben haben die Zählung: Kap. 1,1-21; 2,1-13.++
22965#Sacharja,2,2#2. Und ich fragte den Engel, der mit mir redete: Was bedeuten diese? Er sprach zu mir: Das sind die Hörner, welche Juda, Israel und Jerusalem zerstreut haben.
22966#Sacharja,2,3#3. Da ließ mich der HERR vier Schmiede sehen.
22967#Sacharja,2,4#4. Und ich fragte: Was wollen diese machen? Er sprach: Jene sind die Hörner, welche Juda so versprengt haben, daß niemand mehr sein Haupt erheben durfte; aber diese sind gekommen, um sie abzuschrecken und die Hörner der Nationen niederzuwerfen, die ihr Horn gegen das Land Juda erhoben haben, um es zu zerstreuen.
22968#Sacharja,2,5#5. -1-Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe da, ein Mann, der hatte eine Meßschnur in der Hand. -1) s. Anm. zu V. 1.++
22969#Sacharja,2,6#6. Den fragte ich: Wo gehst du hin? Er sprach zu mir: Jerusalem zu messen und zu sehen, wie breit und wie lang sie sein soll!
22970#Sacharja,2,7#7. Und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging aus, und ein anderer Engel ging ihm entgegen;
22971#Sacharja,2,8#8. zu dem sprach er: Lauf und sage jenem Jüngling und sprich: Als offene Stadt soll Jerusalem bewohnt werden wegen der großen Menge von Menschen und Vieh in ihrer Mitte;
22972#Sacharja,2,9#9. und ich selbst, spricht der HERR, will eine feurige Mauer um sie her und Herrlichkeit in ihrer Mitte sein.
22973#Sacharja,2,10#10. Auf, auf, fliehet aus dem Lande des Nordens! spricht der HERR; denn nach allen vier Himmelsgegenden habe ich euch zerstreut, spricht der HERR.
22974#Sacharja,2,11#11. Auf, Zion, entrinne, die du wohnst bei der Tochter Babel!
22975#Sacharja,2,12#12. Denn also spricht der HERR der Heerscharen: Um Ehre zu erlangen, hat er mich gesandt zu den Nationen, die euch geplündert haben; denn wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an.
22976#Sacharja,2,13#13. Denn siehe, ich hebe meine Hand auf gegen sie, daß sie denen zur Beute werden sollen, die ihnen gedient haben; so werdet ihr erfahren, daß der HERR der Heerscharen mich gesandt hat!
22977#Sacharja,2,14#14. Juble und freue dich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will in deiner Mitte Wohnung nehmen, spricht der HERR.
22978#Sacharja,2,15#15. An jenem Tage werden sich viele Nationen dem HERRN anschließen, und sie sollen mein Volk sein, und ich will in deiner Mitte Wohnung machen, und du sollst erfahren, daß mich der HERR der Heerscharen zu dir gesandt hat.
22979#Sacharja,2,16#16. Und der HERR wird Juda als sein Erbteil in Besitz nehmen im heiligen Lande und Jerusalem wieder erwählen.
22980#Sacharja,2,17#17. Alles Fleisch sei stille vor dem HERRN; denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung!
22981#Sacharja,3,1#1. Und er ließ mich sehen den Hohenpriester Josua, stehend vor dem Engel des HERRN; und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen.
22982#Sacharja,3,2#2. Da sprach der HERR zum Satan: Der HERR schelte dich, du Satan; ja, der HERR schelte dich, er, der Jerusalem erwählt hat! Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer gerettet ist?
22983#Sacharja,3,3#3. Aber Josua hatte unreine Kleider an und stand doch vor dem Engel.
22984#Sacharja,3,4#4. Er aber antwortete und sprach zu denen, die vor ihm standen: Nehmt die unreinen Kleider von ihm weg! Und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Sünde von dir genommen und lasse dir Feierkleider anziehen!
22985#Sacharja,3,5#5. Und ich sprach: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt! Da setzten sie den reinen Kopfbund auf sein Haupt und bekleideten ihn mit Gewändern, während der Engel des HERRN dastand.
22986#Sacharja,3,6#6. Und der Engel des HERRN bezeugte dem Josua und sprach:
22987#Sacharja,3,7#7. So spricht der HERR der Heerscharen: Wirst du in meinen Wegen wandeln und meinen Dienst fleißig versehen, so sollst du auch mein Haus regieren und meine Vorhöfe hüten, und ich will dir Zutritt geben unter diesen, die hier stehen!
22988#Sacharja,3,8#8. Höre doch, Josua, du Hoherpriester, du und deine Amtsgenossen, die vor dir sitzen, sie sind Männer, die als Zeichen dienen! Denn siehe, ich lasse meinen Knecht, den Zemach-1-, kommen. -1) bed: Sproß.++
22989#Sacharja,3,9#9. Denn siehe, der Stein, welchen ich vor Josua gelegt habe, - auf den einen Stein sind sieben Augen gerichtet; siehe, ich grabe seine Inschrift ein, spricht der HERR der Heerscharen, und will die Sünde dieses Landes an einem einzigen Tag entfernen!
22990#Sacharja,3,10#10. An jenem Tage, spricht der HERR der Heerscharen, werdet ihr einander einladen unter den Weinstock und den Feigenbaum.
22991#Sacharja,4,1#1. Da kam der Engel wieder, der mit mir zu reden pflegte, und weckte mich auf wie einen, der aus seinem Schlafe geweckt wird.
22992#Sacharja,4,2#2. Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich schaute und siehe da, ein Leuchter, ganz von Gold, und sein Ölgefäß oben darauf und seine sieben Lampen daran, und sieben Gießrohre zu den sieben Lampen, die auf dem Leuchter saßen.
22993#Sacharja,4,3#3. Und zwei Ölbäume dabei, einer zur Rechten des Ölgefäßes, der andere zur Linken.
22994#Sacharja,4,4#4. Und ich antwortete und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was bedeuten diese?
22995#Sacharja,4,5#5. Da antwortete der Engel, der mit mir redete, und sprach: Weißt du nicht, was das bedeutet? Ich sprach: Nein, mein Herr!
22996#Sacharja,4,6#6. Da antwortete er und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel; es lautet also: Nicht durch Heer und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht der HERR der Heerscharen.
22997#Sacharja,4,7#7. Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel sollst du zur Ebene werden; und er wird den Schlußstein hervorbringen unter dem Zuruf der Menge: Gnade, Gnade mit ihm!
22998#Sacharja,4,8#8. Und das Wort des HERRN erging also an mich:
22999#Sacharja,4,9#9. Die Hände Serubbabels haben dieses Haus gegründet, seine Hände sollen es auch vollenden, und du wirst erfahren, daß mich der HERR der Heerscharen zu euch gesandt hat.
23000#Sacharja,4,10#10. Denn wer ist's, der den Tag geringer Anfänge verachtet, - da doch mit Freuden das Senkblei sehen in der Hand Serubbabels jene sieben, die Augen des HERRN, welche die ganze Erde durchstreifen?
23001#Sacharja,4,11#11. Und ich antwortete und sprach zu ihm: Was sind das für zwei Ölbäume zur Rechten und zur Linken des Leuchters?
23002#Sacharja,4,12#12. Und ich hob abermals an und sprach zu ihm: Was bedeuten die zwei Olivenbüschel zur Seite der beiden goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl fließt?
23003#Sacharja,4,13#13. Er sprach zu mir: Weißt du nicht, was diese bedeuten? Ich antwortete: Nein, mein Herr!
23004#Sacharja,4,14#14. Da sprach er: Das sind die beiden Gesalbten, welche vor dem Herrscher der ganzen Erde stehen.
23005#Sacharja,5,1#1. Und ich erhob wiederum meine Augen und schaute und siehe, eine fliegende Buchrolle.
23006#Sacharja,5,2#2. Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe eine fliegende Buchrolle, zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit.
23007#Sacharja,5,3#3. Und er sprach zu mir: Das ist der Fluch, der über das ganze Land ausgeht, damit es laut demselben von jedem Dieb und von jedem Falschschwörer gereinigt werde-1-. -1) aD: weil laut derselben jeder Dieb und jeder Falschschwörer freigelassen wurde.++
23008#Sacharja,5,4#4. Ich habe ihn ausgehen lassen, damit er eindringe in das Haus des Diebes und in das Haus dessen, der fälschlich bei meinem Namen schwört, und damit er in seinem Hause bleibe und es samt seinem Holzwerk und seinen Steinen verzehre.
23009#Sacharja,5,5#5. Und der Engel, der mit mir redete, trat hervor und sprach zu mir: Erhebe doch deine Augen und siehe, was da herauskommt!
23010#Sacharja,5,6#6. Ich aber fragte: Was ist das? Er sprach: das ist ein Epha-1-, das da hervorkommt. Und er fügte hinzu: Das ist ihre Verschuldung im ganzen Lande. -1) Getreidemaß.++
23011#Sacharja,5,7#7. Und siehe, da erhob sich eine Scheibe von Blei, und ein Weib saß drinnen im Epha.
23012#Sacharja,5,8#8. Da sprach er: Das ist die Bosheit! Und er warf sie wieder ins Epha hinein und den Bleiklumpen auf die Öffnung.
23013#Sacharja,5,9#9. Und ich erhob meine Augen und schaute; und siehe, da kamen zwei Weiber hervor, und der Wind blies in ihre Flügel - denn sie hatten Flügel wie Störche -, und sie trugen das Epha fort zwischen Himmel und Erde.
23014#Sacharja,5,10#10. Da fragte ich den Engel, der mit mir redete: Wo bringen sie das Epha hin?
23015#Sacharja,5,11#11. Er antwortete mir: Ihm ein Haus zu bauen im Lande Sinear, damit es dort hingesetzt werde und an seinem Orte bleibe.
23016#Sacharja,6,1#1. Und ich erhob wiederum meine Augen und schaute und siehe, vier Wagen kamen zwischen zwei Bergen hervor, und die Berge waren ehern.
23017#Sacharja,6,2#2. Am ersten Wagen waren rote Rosse, am zweiten Wagen schwarze Rosse,
23018#Sacharja,6,3#3. am dritten aber weiße und am vierten gefleckte, starke Rosse.
23019#Sacharja,6,4#4. Und ich antwortete und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Mein Herr, was bedeuten diese?
23020#Sacharja,6,5#5. Der Engel antwortete und sprach zu mir: Das sind die vier Winde des Himmels, welche ausgehen, nachdem sie sich gestellt haben vor den Herrscher der ganzen Erde.
23021#Sacharja,6,6#6. Der Wagen mit den schwarzen Rossen zieht aus ins Land des Nordens, und die weißen folgen ihm; die gefleckten aber sind ausgezogen in das Land des Südens.
23022#Sacharja,6,7#7. Auch die roten sind ausgezogen, und sie trachten darnach, umherzuziehen auf der Erde. Und er sprach: Gehet und durchziehet die Erde! Und sie durchzogen die Erde.
23023#Sacharja,6,8#8. Und er rief mich und sprach zu mir: Siehe, die nach Norden ziehen, verschaffen, daß mein Geist sich niederläßt im Lande des Nordens.
23024#Sacharja,6,9#9. Und das Wort des HERRN erging an mich und sprach:
23025#Sacharja,6,10#10. Nimm von denen, die in der Gefangenschaft gewesen sind, von Cheldai, von Tobia und Jedaja, und komme du am selbigen Tag und gehe in das Haus Josias, des Sohnes Zephanjas, (mit denen,) die von Babel gekommen sind;
23026#Sacharja,6,11#11. und nimm Silber und Gold und mache Kronen daraus und setze sie Josua, dem Sohne Jozadaks, dem Hohenpriester, aufs Haupt.
23027#Sacharja,6,12#12. Und du sollst also zu ihm sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, es ist ein Mann, dessen Name «Sproß» ist, denn er wird aus seinem Orte hervorsprossen und den Tempel des HERRN bauen.
23028#Sacharja,6,13#13. Ja, er wird den Tempel des HERRN bauen und königlichen Schmuck tragen und wird auf seinem Thron sitzen und herrschen und wird Priester sein auf seinem Thron, ein Friedensbund wird zwischen ihnen beiden bestehen.
23029#Sacharja,6,14#14. Die Kronen aber sollen für Chelem, Tobia, Jedaja und Chen, den Sohn Zephanjas, ein Gedächtnis sein im Tempel des HErrn.
23030#Sacharja,6,15#15. Und man wird aus der Ferne kommen und bauen am Tempel des HERRN. Also werdet ihr erfahren, daß mich der HERR der Heerscharen zu euch gesandt hat; und das wird geschehen, wenn ihr der Stimme des HERRN, eures Gottes, gehorchen werdet.
23031#Sacharja,7,1#1. ES begab sich aber im vierten Jahre des Königs Darius, daß des HERRN Wort an Sacharja erging, am vierten Tage des neunten Monats, im (Monat) Kislev.
23032#Sacharja,7,2#2. Damals sandte Bethel den Sarezer und Regem-Melech samt seinen Leuten, um das Angesicht des HERRN zu besänftigen,
23033#Sacharja,7,3#3. indem sie die Priester am Hause des HERRN der Heerscharen und die Propheten fragten: Soll ich auch fernerhin im fünften Monat weinen und mich enthalten, wie ich es nun so viele Jahre getan habe?
23034#Sacharja,7,4#4. Da erging das Wort des HERRN der Heerscharen an mich also:
23035#Sacharja,7,5#5. Sage zu allem Volk des Landes und zu den Priestern: Wenn ihr in diesen siebzig Jahren jeweils im fünften und siebenten Monat gefastet und geklagt habt, - habt ihr denn da für mich gefastet?
23036#Sacharja,7,6#6. Und wenn ihr esset und wenn ihr trinket, esset und trinket ihr dann nicht für euch?
23037#Sacharja,7,7#7. Sind nicht dies die Worte, welche der HERR durch die frühern Propheten verkündigen ließ, als Jerusalem noch bewohnt und in Frieden war samt den umliegenden Städten, und da auch der Süden und die Niederung noch bewohnt waren?
23038#Sacharja,7,8#8. Und das Wort des HERRN erging an Sacharja also:
23039#Sacharja,7,9#9. So spricht der HERR der Heerscharen: Übet treulich Recht und erweiset jeder seinem Bruder Gnade und Erbarmen;
23040#Sacharja,7,10#10. bedrücket Witwen und Waisen nicht, auch nicht den Fremdling und den Armen, und denke keiner etwas Arges in seinem Herzen wider seinen Bruder!
23041#Sacharja,7,11#11. Aber damals wollten sie nicht aufmerken, sondern waren halsstarrig und verstopften ihre Ohren, um nicht zu hören,
23042#Sacharja,7,12#12. und sie machten ihre Herzen so hart wie Diamant und wollten das Gesetz nicht hören, noch die Worte, die der HERR der Heerscharen durch seinen Geist, durch die früheren Propheten gesandt hatte.
23043#Sacharja,7,13#13. Darob ward der HERR der Heerscharen heftig erzürnt. Und wie sie nicht hatten hören wollen, als er rief, ebenso - spricht der HERR der Heerscharen - wollte auch ich nicht hören, als sie riefen;
23044#Sacharja,7,14#14. sondern ich zerstreute sie unter alle Nationen, die ihnen unbekannt gewesen waren, und das Land ward hinter ihnen her verwüstet, daß niemand mehr darin verkehrte; und so haben sie das liebliche Land zu Wüste gemacht.
23045#Sacharja,8,1#1. Und das Wort des HERRN der Heerscharen erging also:
23046#Sacharja,8,2#2. So spricht der HERR der Heerscharen: Ich eifere für Zion mit großem Eifer, und mit großem Grimm eifere ich für sie.
23047#Sacharja,8,3#3. So spricht der HERR: Ich bin wieder nach Zion zurückgekehrt, und ich will Wohnung nehmen in Jerusalem, und Jerusalem soll «die Stadt der Wahrheit» heißen und der Berg des HERRN der Heerscharen «der heilige Berg».
23048#Sacharja,8,4#4. So spricht der HERR der Heerscharen: Es sollen noch auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und alte Frauen sitzen, ein jeder mit einem Stab in der Hand ob hohen Alters.
23049#Sacharja,8,5#5. Und die Plätze der Stadt sollen voll Knaben und Mädchen werden, die auf ihren Plätzen spielen.
23050#Sacharja,8,6#6. So spricht der HERR der Heerscharen: Wenn das in den Augen des Überrestes dieses Volkes wunderbar sein wird in jenen Tagen, sollte es auch in meinen Augen wunderbar sein? spricht der HERR der Heerscharen.
23051#Sacharja,8,7#7. So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ich rette mein Volk aus dem Lande des Aufgangs und aus dem Lande des Untergangs der Sonne;
23052#Sacharja,8,8#8. und ich will sie hereinführen, daß sie mitten in Jerusalem wohnen sollen; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit.
23053#Sacharja,8,9#9. So spricht der HERR der Heerscharen: Stärket eure Hände, ihr, die ihr in diesen Tagen diese Worte aus dem Munde der Propheten hört - am Tage, da das Haus des HERRN der Heerscharen gegründet ward -, daß der Tempel gebaut werde!
23054#Sacharja,8,10#10. Denn vor diesem Tage lohnte sich die Arbeit der Menschen und des Viehes nicht; auch hatten die, welche aus- und eingingen, keine Ruhe vor dem Feind, und ich ließ alle Leute gegeneinander los.
23055#Sacharja,8,11#11. Nun aber will ich mich zum Überrest dieses Volkes nicht mehr stellen wie in den vorigen Tagen, spricht der HERR der Heerscharen;
23056#Sacharja,8,12#12. sondern es soll eine Saat des Friedens geben: der Weinstock soll seine Frucht bringen und das Land seinen Ertrag abwerfen und der Himmel seinen Tau spenden, und dem Überrest dieses Volkes will ich solches alles zum Erbteil geben.
23057#Sacharja,8,13#13. Und es soll geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Nationen, o Haus Juda und Haus Israel, so will ich euch erretten, daß ihr ein Segen werden sollt; fürchtet euch nur nicht, sondern stärket eure Hände!
23058#Sacharja,8,14#14. Denn also spricht der HERR der Heerscharen: Gleichwie ich gedachte, Unheil über euch zu bringen, als eure Väter mich erzürnten, spricht der HERR der Heerscharen, und mich's nicht gereuen ließ,
23059#Sacharja,8,15#15. so habe ich mir jetzt in diesen Tagen vorgenommen, Jerusalem und dem Hause Juda Gutes zu tun; fürchtet euch nicht!
23060#Sacharja,8,16#16. Das ist es aber, was ihr tun sollt: Redet untereinander die Wahrheit, übet treulich Recht und schaffet Frieden in euren Toren;
23061#Sacharja,8,17#17. und keiner denke etwas Arges in seinem Herzen wider seinen Bruder; liebet auch nicht falsche Eide! Denn solches alles hasse ich, spricht der HERR.
23062#Sacharja,8,18#18. Und das Wort des HERRN der Heerscharen erging an mich also:
23063#Sacharja,8,19#19. So spricht der HERR der Heerscharen: Das Fasten im vierten und das Fasten im fünften und das Fasten im siebenten und das Fasten im zehnten Monat soll dem Hause Juda zur Freude und Wonne werden und zu angenehmen Festtagen. Liebet ihr nur die Wahrheit und den Frieden!
23064#Sacharja,8,20#20. So spricht der HERR der Heerscharen: Es werden noch Völker und die Bewohner vieler Städte kommen;
23065#Sacharja,8,21#21. und die Bewohner einer Stadt werden zu denen einer andern kommen und sagen: «Lasset uns gehen, den HERRN anzuflehen und den HERRN der Heerscharen zu suchen! Auch ich will gehen!»
23066#Sacharja,8,22#22. Also werden große Völker und mächtige Nationen kommen, den HERRN der Heerscharen zu Jerusalem zu suchen und den HERRN anzuflehen.
23067#Sacharja,8,23#23. So spricht der HERR der Heerscharen: In jenen Tagen wird's geschehen, daß zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen einen Juden beim Rockzipfel festhalten und zu ihm sagen werden: «Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist!»
23068#Sacharja,9,1#1. DIES ist der Ausspruch, das Wort des HERRN über das Land Hadrach und Damaskus, dessen Residenz - denn der HERR hat ein Auge auf alle Menschen und auf alle Stämme Israels -,
23069#Sacharja,9,2#2. und auch über Hamat, das daran grenzt, Tyrus und Zidon; denn sie sind sehr weise;
23070#Sacharja,9,3#3. denn Tyrus hat sich eine Festung erbaut und Silber angehäuft wie Staub und Gold wie Kot auf der Gasse.
23071#Sacharja,9,4#4. Siehe, der Herr wird es erobern und wird seine Macht ins Meer werfen, und es selbst soll mit Feuer verzehrt werden.
23072#Sacharja,9,5#5. Askalon wird es sehen und schaudern, und Gaza wird sehr erzittern, auch Ekron, weil seine Hoffnung zuschanden geworden ist; und der König von Gaza wird umkommen, und Askalon wird unbewohnt bleiben.
23073#Sacharja,9,6#6. Und zu Asdod werden Mischlinge wohnen, und ich will den Stolz der Philister brechen
23074#Sacharja,9,7#7. und will ihr Blut von ihrem Munde tun und ihre Greuel von ihren Zähnen, so daß auch sie unsrem Gott übrigbleiben und sein sollen wie ein Geschlecht in Juda, und Ekron wie die Jebusiter.
23075#Sacharja,9,8#8. Und ich will mich um mein Haus her lagern zum Schutz vor dem Kriegsvolk und vor denen, die hin- und herziehen, daß forthin kein Erpresser mehr über sie komme; denn jetzt habe ich es mit eigenen Augen angesehen.
23076#Sacharja,9,9#9. Frohlocke sehr, du Tochter Zion, jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitet auf einem Esel, auf dem Füllen der Eselin.
23077#Sacharja,9,10#10. Und er wird die Kriegswagen aus Ephraim ausrotten und die Rosse von Jerusalem; und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden; und er wird den Völkern Frieden gebieten; und seine Herrschaft wird reichen von einem Meer zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.
23078#Sacharja,9,11#11. Und was dich betrifft, so habe ich um deines Bundesblutes willen deine Gefangenen entlassen aus der Grube, darin kein Wasser ist.
23079#Sacharja,9,12#12. Kehret wieder zur Festung zurück, ihr, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt! Auch heute verkündige ich, daß ich dir zwiefach vergelten will!
23080#Sacharja,9,13#13. Denn ich habe mir Juda gespannt als Bogen und Ephraim als Pfeil darauf gelegt, und ich will deine Söhne, o Zion, erwecken wider deine Söhne, o Griechenland, und will dich machen wie eines Helden Schwert!
23081#Sacharja,9,14#14. Und der HERR wird über ihnen erscheinen, und sein Pfeil wird ausfahren wie ein Blitz; und Gott, der HERR, wird in die Posaune blasen und einherfahren in den Stürmen des Südens.
23082#Sacharja,9,15#15. Der HERR der Heerscharen wird sie beschirmen, daß sie essen und Schleudersteine zertreten, daß sie trinken und lärmen werden wie von Wein und voll werden wie das Sprengbecken, wie die Ecken am Altar.
23083#Sacharja,9,16#16. Und der HERR, ihr Gott, wird an jenem Tage die Herde seines Volkes retten, daß sie wie Edelsteine am Diadem sein werden, funkelnd auf seinem Lande.
23084#Sacharja,9,17#17. Denn wie vortrefflich und wie schön ist es! Korn gibt's, das Jünglinge, und Most, der Jungfrauen gedeihen läßt!
23085#Sacharja,10,1#1. Erbittet vom HERRN Regen zur Zeit des Spätregens! Der HERR macht Blitze und wird euch Regengüsse geben für jedes Gewächs auf dem Felde!
23086#Sacharja,10,2#2. Denn die Hausgötter haben leere Versprechungen gemacht, und die Wahrsager haben trügerische Gesichte gesehen, und sie erzählen erlogene Träume und trösten vergeblich. Darum sind sie fortgelaufen wie Schafe, sie sind im Elend, weil kein Hirt da ist.
23087#Sacharja,10,3#3. Mein Zorn ist entbrannt über die Hirten, und die Böcke werde ich strafen; denn der HERR der Heerscharen hat seine Herde, das Haus Juda, gemustert und hat sie hergerichtet wie sein Prachtroß im Streit.
23088#Sacharja,10,4#4. Von ihm kommt der Eckstein, von ihm der Zeltpflock, von ihm der Kriegsbogen, von ihm alle Treiber insgesamt.
23089#Sacharja,10,5#5. Und sie werden sein wie die Helden, welche den Straßenkot zertreten im Kriege, und sie werden kämpfen, weil der HERR mit ihnen ist, und werden die Reiter zuschanden machen.
23090#Sacharja,10,6#6. Und ich will das Haus Juda stärken und das Haus Joseph erretten und will sie heimkehren lassen, weil ich Erbarmen mit ihnen habe; und sie sollen sein, als hätte ich sie niemals verworfen; denn ich, der HERR, bin ihr Gott und will sie erhören.
23091#Sacharja,10,7#7. Und Ephraim soll sein wie ein Held, und ihr Herz soll frohlocken wie vom Wein. Ihre Kinder werden es sehen und fröhlich sein, ihr Herz wird sich freuen im HERRN.
23092#Sacharja,10,8#8. Ich will ihnen pfeifen und sie sammeln; denn ich habe sie erlöst; und sie sollen so zahlreich werden, wie sie einstmals waren.
23093#Sacharja,10,9#9. Ich werde sie zwar unter die Völker säen; aber in der Ferne werden sie meiner gedenken; und sie sollen leben mit ihren Kindern und wiederkehren.
23094#Sacharja,10,10#10. Ich will sie aus Ägyptenland zurückführen und aus Assur sammeln und sie ins Land Gilead und auf den Libanon bringen; aber es wird nicht Raum genug gefunden werden für sie.
23095#Sacharja,10,11#11. Und sie werden durch das Meer der Angst gehen; er aber wird die Wellen im Meere schlagen, daß alle Tiefen des Nil versiegen; und das stolze Assur wird gestürzt, und das Zepter Ägyptens muß weichen.
23096#Sacharja,10,12#12. Und ich will sie stark machen in dem HERRN, und sie werden wandeln in seinem Namen, spricht der HERR.
23097#Sacharja,11,1#1. Libanon, öffne deine Türen, daß das Feuer deine Zedern fresse!
23098#Sacharja,11,2#2. Heule, Zypresse, denn der Zedernbaum ist gefallen, denn die Herrlichen sind verwüstet! Heulet, ihr Eichen von Basan, denn der undurchdringliche Wald ist umgehauen:
23099#Sacharja,11,3#3. Man hört die Hirten heulen, weil ihre Herrlichkeit verwüstet ist; man hört die Löwen brüllen, denn die Pracht des Jordan ist dahin.
23100#Sacharja,11,4#4. Also sprach der HERR, mein Gott: Weide die Schlachtschafe!
23101#Sacharja,11,5#5. Denn ihre Käufer schlachten sie und fühlen sich dabei unschuldig, und ihre Verkäufer sagen: «Gelobt sei der HERR; ich bin reich geworden!» Und ihre Hirten schonen ihrer nicht.
23102#Sacharja,11,6#6. Darum will ich der Bewohner des Landes auch nicht mehr schonen, spricht der HERR, sondern siehe, ich will die Menschen übergeben, einen jeden in die Hand seines Hirten und in die Hand seines Königs; die werden das Land verheeren, und ich werde es nicht aus ihrer Hand erretten.
23103#Sacharja,11,7#7. Da weidete ich die Schlachtschafe für die Schafhändler und nahm mir zwei Stäbe, den einen nannte ich «Huld», den andern «Verbindung». 8. Als ich nun die Schafe weidete
23104#Sacharja,11,8#und in einem Monat die drei Hirten vertilgte und meine Seele ihrer überdrüssig ward und auch sie einen Widerwillen gegen mich hatten,
23105#Sacharja,11,9#9. da sprach ich: Ich mag euch nicht länger weiden! Was da stirbt, das sterbe; was vertilgt werden soll, das werde vertilgt, von den übrigen aber mag ein jedes des andern Fleisch fressen!
23106#Sacharja,11,10#10. Und ich nahm meinen Stab «Huld» und zerbrach ihn, um meinen Bund zu brechen, den ich mit allen Völkern gemacht hatte.
23107#Sacharja,11,11#11. Als er nun an jenem Tage gebrochen ward, da erkannten die Schafhändler, die mich beobachteten, daß es des HERRN Wort war.
23108#Sacharja,11,12#12. Da sprach ich zu ihnen: Wenn es euch gefällig ist, so gebt mir meinen Lohn; wo aber nicht, so laßt es bleiben! Da wogen sie mir meinen Lohn dar, dreißig Silberlinge.
23109#Sacharja,11,13#13. Aber der HERR sprach zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geachtet worden bin! Da nahm ich die dreißig Silberlinge und warf sie ins Haus des HERRN für den Töpfer.
23110#Sacharja,11,14#14. Darauf zerbrach ich auch meinen zweiten Stab «Verbindung», um die Brüderschaft aufzulösen zwischen Juda und dem Hause Israel.
23111#Sacharja,11,15#15. Da sprach der HERR zu mir: Nimm dir wiederum Geräte eines nichtsnutzigen Hirten!
23112#Sacharja,11,16#16. Denn siehe, ich lasse einen Hirten im Lande aufkommen, der das Vermißte nicht suchen, das Zerstreute nicht sammeln, das Verwundete nicht heilen, das Gesunde nicht versorgen, sondern das Gemästete fressen und ihm die Klauen zerreißen wird.
23113#Sacharja,11,17#17. Wehe dem nichtsnutzigen Hirten, der die Herde verläßt! Ein Schwert komme über seinen Arm und über sein rechtes Auge! Sein Arm müsse gänzlich verdorren und sein rechtes Auge völlig erlöschen!
23114#Sacharja,12,1#1. Dies ist der Ausspruch, das Wort des HERRN über Israel: Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet und den Geist des Menschen in seinem Innern bildet:
23115#Sacharja,12,2#2. Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum, und auch gegen Juda wird es gehen bei der Belagerung Jerusalems.
23116#Sacharja,12,3#3. Und es soll geschehen an jenem Tage, daß ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich daran wund reißen; und alle Nationen der Erde werden sich gegen sie versammeln.
23117#Sacharja,12,4#4. An jenem Tage, spricht der HERR, will ich alle Rosse mit Scheu und ihre Reiter mit Wahnsinn schlagen; aber über das Haus Juda will ich meine Augen offen halten, und alle Rosse der Völker will ich mit Blindheit schlagen.
23118#Sacharja,12,5#5. Und die Fürsten Judas werden in ihren Herzen sagen: Meine Stärke sind die Bewohner Jerusalems, durch den HERRN der Heerscharen, ihren Gott!
23119#Sacharja,12,6#6. An jenem Tage will ich die Fürsten Judas machen gleich einem glühenden Ofen zwischen Holzstößen und gleich einer brennenden Fackel in einem Garbenhaufen, daß sie zur Rechten und zur Linken alle Völker ringsum verzehren; Jerusalem aber soll wieder bewohnt werden an seinem alten Platz.
23120#Sacharja,12,7#7. Und der HERR wird zuerst die Hütten Judas erretten, damit sich der Stolz des Hauses David und der Stolz der Bewohner Jerusalems nicht gegen Juda erhebe.
23121#Sacharja,12,8#8. An jenem Tage wird der HERR die Einwohner Jerusalems beschirmen, so daß an jenem Tage der Schwächste unter ihnen sein wird wie David, und das Haus David wie Gott, wie der Engel des HERRN vor ihnen her.
23122#Sacharja,12,9#9. Und es soll geschehen, an jenem Tage, daß ich trachten werde, alle Nationen zu vertilgen, die gegen Jerusalem kommen.
23123#Sacharja,12,10#10. Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen.
23124#Sacharja,12,11#11. An jenem Tage wird große Klage sein zu Jerusalem, wie die Klage zu Hadadrimmon war in der Ebene Megiddo.
23125#Sacharja,12,12#12. Das Land wird klagen, jedes Geschlecht besonders; das Geschlecht des Hauses David besonders und ihre Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Natan besonders und ihre Frauen besonders;
23126#Sacharja,12,13#13. das Geschlecht des Hauses Levi besonders und ihre Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Simei besonders und ihre Frauen besonders;
23127#Sacharja,12,14#14. desgleichen alle übrigen Geschlechter, ein jegliches Geschlecht besonders und ihre Frauen besonders.
23128#Sacharja,13,1#1. An jenem Tage wird dem Hause David und den Einwohnern von Jerusalem ein Born eröffnet sein wider Sünde und Unreinigkeit.
23129#Sacharja,13,2#2. Und es soll geschehen, an jenem Tage, spricht der HERR der Heerscharen, da will ich die Namen der Götzen aus dem Lande ausrotten, daß man ihrer nicht mehr gedenken soll; auch die Propheten und den unreinen Geist will ich aus dem Lande treiben.
23130#Sacharja,13,3#3. Und es wird vorkommen, daß, wenn einer noch weissagen wird, sein Vater und seine Mutter, seine eigenen Eltern, zu ihm sagen werden: «Du sollst nicht am Leben bleiben; denn du hast Lügen geredet im Namen des HERRN!» Und sein Vater und seine Mutter, seine eigenen Eltern, werden ihn durchbohren wegen seines Weissagens.
23131#Sacharja,13,4#4. Und es wird an jenem Tage dazu kommen, daß sich die Propheten alle schämen werden ihrer Gesichte, wenn sie weissagen, so daß sie keinen härenen Mantel mehr anziehen werden, um zu täuschen;
23132#Sacharja,13,5#5. sondern sie werden sagen: «Ich bin kein Prophet, ich bin ein Erdarbeiter; denn ein Mensch hat mich erkauft von meiner Jugend an!»
23133#Sacharja,13,6#6. Wird man ihn aber fragen: «Was sind das für Wunden in deinen Händen?» - so wird er antworten: «Die hat man mir geschlagen im Hause meiner Lieben!»
23134#Sacharja,13,7#7. Schwert, mache dich auf über meinen Hirten, über den Mann, der mein Nächster ist, spricht der HERR der Heerscharen; schlage den Hirten, so werden die Schafe sich zerstreuen, und ich will meine Hand zu den Kleinen wenden!
23135#Sacharja,13,8#8. Und es soll geschehen, spricht der HERR, daß im ganzen Lande zwei Drittel ausgerottet werden und umkommen, ein Drittel aber soll darin übrigbleiben.
23136#Sacharja,13,9#9. Aber dieses letzte Drittel will ich ins Feuer bringen und es läutern, wie man Silber läutert, und will es prüfen, wie man Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen, und ich will ihm antworten; ich will sagen: «Das ist mein Volk!» und es wird sagen: «Der HERR ist mein Gott!»
23137#Sacharja,14,1#1. Siehe, es kommt ein Tag des HERRN, da man deine Beute in deiner Mitte verteilen wird!
23138#Sacharja,14,2#2. Da werde ich alle Nationen bei Jerusalem zum Kriege versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muß in die Gefangenschaft wandern, der Rest aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
23139#Sacharja,14,3#3. Aber der HERR wird ausziehen und streiten wider jene Nationen, wie dereinst am Tage seines Kampfes, am Tage der Schlacht.
23140#Sacharja,14,4#4. Und seine Füße werden an jenem Tage auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Morgen liegt; da wird sich der Ölberg in der Mitte spalten, daß es von Sonnenaufgang nach dem Meere hin ein sehr großes Tal geben und die eine Hälfte des Berges nach Norden, die andere nach Süden zurückweichen wird.
23141#Sacharja,14,5#5. Da werdet ihr in das Tal meiner Berge fliehen; denn das Tal zwischen den Bergen wird bis nach Azel reichen; und ihr werdet fliehen, wie ihr geflohen seid vor dem Erdbeben in den Tagen Ussias, des Königs von Juda. Dann wird der HERR, mein Gott, kommen und alle Heiligen mit dir!
23142#Sacharja,14,6#6. An jenem Tage wird kein Licht sein; die glänzenden (Gestirne) werden gerinnen.
23143#Sacharja,14,7#7. Und es wird ein einziger Tag sein - er ist dem HERRN bekannt -, weder Tag noch Nacht; und es wird geschehen: zur Abendzeit wird es licht werden.
23144#Sacharja,14,8#8. An jenem Tage werden lebendige Wasser von Jerusalem ausfließen, die eine Hälfte in das östliche, die andere in das westliche Meer; Sommer und Winter wird es so bleiben.
23145#Sacharja,14,9#9. Und der HERR wird über die ganze Erde König werden. An jenem Tage wird nur ein HERR sein und sein Name nur einer.
23146#Sacharja,14,10#10. Das ganze Land von Geba bis Rimmon, südlich von Jerusalem, wird in eine Ebene verwandelt werden. Jerusalem aber wird erhöht sein und an seiner Stätte bewohnt werden, vom Tore Benjamin bis an die Stelle des ersten Tors, bis an das Ecktor, und vom Turm Hananeel bis zu den Keltern des Königs.
23147#Sacharja,14,11#11. Und sie werden darin wohnen; und es wird kein Bannfluch mehr sein, und Jerusalem wird sicher wohnen.
23148#Sacharja,14,12#12. Das aber wird die Plage sein, mit welcher der HERR alle Völker schlagen wird, die wider Jerusalem zu Felde gezogen sind: ihr Fleisch wird verfaulen, während sie noch auf ihren Füßen stehen; ihre Augen werden verfaulen in ihren Höhlen, und ihre Zunge wird verfaulen in ihrem Munde.
23149#Sacharja,14,13#13. Auch wird an jenem Tage eine große Verwirrung vom HERRN über sie kommen, daß einer des andern Hand packen und einer gegen den andern die Hand erheben wird.
23150#Sacharja,14,14#14. Aber auch Juda wird kämpfen bei Jerusalem, und es wird der Reichtum aller Heiden-1- ringsum zusammengerafft werden, Gold und Silber und Kleider in großer Menge. -1) s. Anm. zu Ps. 2,1.++
23151#Sacharja,14,15#15. Die gleiche Plage wird auch den Rossen, Maultieren, Kamelen und Eseln, ja, allem Vieh widerfahren, das in jenen Lagern sein wird.
23152#Sacharja,14,16#16. Und es wird dazukommen, daß alle Übriggebliebenen von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.
23153#Sacharja,14,17#17. Welche aber von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen werden, um anzubeten den König, den HERRN der Heerscharen, über die wird kein Regen fallen.
23154#Sacharja,14,18#18. Und wenn das Geschlecht der Ägypter nicht heraufkommen will, dann wird auch über sie die Plage kommen, mit welcher der HERR die Heiden schlagen wird, die nicht heraufkommen wollen, das Laubhüttenfest zu feiern.
23155#Sacharja,14,19#19. Das wird die Strafe der Ägypter und die Strafe aller Heiden sein, welche nicht hinaufziehen wollen, das Laubhüttenfest zu feiern.
23156#Sacharja,14,20#20. An jenem Tage wird auf den Schellen der Rosse stehen: «Heilig dem HERRN»; und die Töpfe im Hause des HERRN werden sein wie die Sprengbecken vor dem Altar.
23157#Sacharja,14,21#21. Es wird auch jeder Topf in Jerusalem und in Juda dem HERRN der Heerscharen heilig sein, so daß alle, die da opfern wollen, kommen werden und davon nehmen und darin kochen. An jenem Tage wird kein Kanaaniter mehr im Hause des HERRN der Heerscharen sein.
23158#Maleachi,1,1#1. DIES ist der Ausspruch, das Wort des HERRN an Israel, durch die Hand Maleachis:
23159#Maleachi,1,2#2. Ich habe euch Liebe erwiesen, spricht der HERR. So sprechet ihr: Womit hast du uns Liebe erwiesen? 3. Ist nicht Esau Jakobs Bruder? spricht der HERR. Dennoch habe ich Jakob geliebt,
23160#Maleachi,1,3#Esau aber habe ich gehaßt und sein Gebirge zur Wildnis gemacht und sein Erbteil den Schakalen der Wüste gegeben.
23161#Maleachi,1,4#4. Wenn aber Edom spräche: «Wir sind zwar zerstört, wir wollen aber die Trümmer wieder aufbauen», so sagt der HERR der Heerscharen: Sie mögen bauen, ich aber will niederreißen; und man wird sie nennen: «Land der Gottlosigkeit» und «das Volk, über das der HERR ewiglich zürnt».
23162#Maleachi,1,5#5. Wenn eure Augen das sehen, so werdet ihr sagen: Der HERR sei hochgepriesen über Israels Grenzen hinaus!
23163#Maleachi,1,6#6. Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht vor mir? spricht der HERR der Heerscharen zu euch Priestern, die ihr meinen Namen verächtlich macht. 7. Und fragt ihr: «Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?»
23164#Maleachi,1,7#Damit, daß ihr auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt! Fragt ihr aber: «Womit haben wir dich verunreinigt?» Damit, daß ihr sagt: «Der Tisch des HERRN ist geringzuschätzen!»
23165#Maleachi,1,8#8. Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt, ist das nichts Böses, und wenn ihr ein lahmes oder krankes darbringt, ist das auch nichts Böses? Bringe es doch deinem Statthalter! Wird er dir gnädig sein oder Rücksicht auf dich nehmen? spricht der HERR der Heerscharen.
23166#Maleachi,1,9#9. Und nun besänftiget doch das Angesicht Gottes, daß er uns gnädig sei! Wird er, weil solches von eurer Hand geschehen ist, auf jemand von euch Rücksicht nehmen?
23167#Maleachi,1,10#10. Es schließe doch lieber gleich jemand von euch die Türen (des Tempels) zu, daß ihr nicht vergeblich mein Altarfeuer anzündet! Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht der HERR der Heerscharen, und die Opfergabe, die von euren Händen kommt, gefällt mir nicht!
23168#Maleachi,1,11#11. Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Heiden, und allenthalben werden meinem Namen Räucherwerk und reine Opfergabe dargebracht; denn groß ist mein Name unter den Heiden, spricht der HERR der Heerscharen.
23169#Maleachi,1,12#12. Ihr aber entheiligt ihn damit, daß ihr sagt: «Der Tisch des Herrn darf verunreinigt werden, und die Speise, die von ihm kommt, ist geringzuschätzen!»
23170#Maleachi,1,13#13. Und ihr sprecht: «Siehe, ist es auch der Mühe wert?» Und ihr verachtet ihn, spricht der HERR der Heerscharen, und bringet Geraubtes und Lahmes und Krankes herbei und bringet solches als Opfergabe dar. Sollte ich das von eurer Hand wohlgefällig annehmen? spricht der HERR.
23171#Maleachi,1,14#14. Nein, verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein männliches Tier hat und ein Gelübde tut und dann doch dem Herrn ein schadhaftes opfert! Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR der Heerscharen, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden.
23172#Maleachi,2,1#1. Und nun, ihr Priester, dieses Gebot gilt euch!
23173#Maleachi,2,2#2. Wenn ihr nicht hören wollt und es euch nicht von Herzen angelegen sein lasset, meinem Namen die Ehre zu geben, spricht der HERR der Heerscharen, so schleudere ich den Fluch wider euch und verfluche eure Segenssprüche; und ich habe sie auch schon verflucht; denn ihr nehmt es nicht zu Herzen!
23174#Maleachi,2,3#3. Siehe, ich schelte euch die Saat und will euch Kot ins Angesicht streuen, den Kot eurer Feste, und man wird euch zu ihm hintragen;
23175#Maleachi,2,4#4. und ihr sollt erfahren, daß ich euch diesen Befehl gesandt habe, auf daß mein Bund mit Levi bestehe, spricht der HERR der Heerscharen.
23176#Maleachi,2,5#5. Mein Bund mit ihm war Leben und Friede, und ich verlieh ihm beides, damit er mich fürchtete, und er fürchtete mich auch und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen.
23177#Maleachi,2,6#6. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und nichts Verkehrtes wurde auf seinen Lippen erfunden; er wandelte mit mir friedsam und rechtschaffen, und viele brachte er zur Umkehr von der Missetat.
23178#Maleachi,2,7#7. Denn des Priesters Lippen sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Munde soll man das Gesetz erfragen; denn er ist ein Bote des HERRN der Heerscharen.
23179#Maleachi,2,8#8. Ihr aber seid vom Wege abgewichen, ihr seid schuld, daß viele am Gesetz Anstoß genommen haben, ihr habt den Bund mit Levi mißbraucht, spricht der HERR der Heerscharen.
23180#Maleachi,2,9#9. Darum habe auch ich euch beim ganzen Volk verachtet und unwert gemacht, weil ihr meine Wege nicht bewahrt, sondern bei Anwendung des Gesetzes die Person ansehet.
23181#Maleachi,2,10#10. HABEN wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott erschaffen? Warum sind wir denn so treulos, einer gegen den andern, und entweihen den Bund unsrer Väter?
23182#Maleachi,2,11#11. Juda hat treulos gehandelt und einen Greuel verübt in Israel und Jerusalem; denn Juda hat das Heiligtum des HERRN entweiht, welches er liebte, und hat die Tochter eines fremden Gottes gefreit.
23183#Maleachi,2,12#12. Der HERR wolle dem Manne, der solches tut, Zeugen und Verteidiger ausrotten aus den Zelten Jakobs, und jeden, der dem HERRN der Heerscharen Speisopfer darbringt!
23184#Maleachi,2,13#13. Und zum andern tut ihr auch das: Ihr bedeckt den Altar des HERRN mit Tränen, mit Weinen und Seufzen, so daß er sich nicht mehr zum Speisopfer wenden und es nicht mit Wohlgefallen aus euren Händen annehmen mag.
23185#Maleachi,2,14#14. Und ihr fragt: «Warum?» Weil der HERR Zeuge war zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, welcher du nun untreu geworden bist, obschon sie deine Gefährtin und das Weib deines Bundes ist!
23186#Maleachi,2,15#15. Und hat er sie nicht eins gemacht und geistesverwandt mit ihm? Und wonach soll das eine trachten? Nach göttlichem Samen! So hütet euch denn in eurem Geiste, und niemand werde dem Weibe seiner Jugend untreu!
23187#Maleachi,2,16#16. Denn ich hasse die Ehescheidung, spricht der HERR, der Gott Israels, und daß man sein Kleid mit Frevel zudeckt, spricht der HERR der Heerscharen; darum hütet euch in eurem Geist und seid nicht treulos!
23188#Maleachi,2,17#17. IHR habt den HERRN bemüht mit euren Reden; und ihr fragt noch: «Womit haben wir ihn bemüht?» Damit, daß ihr sagt: «Wer Böses tut, der ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er ein Wohlgefallen!» oder «Wo ist der Gott des Gerichts?»
23189#Maleachi,3,1#1. Siehe, ich sende meinen Engel, der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, nach dem ihr begehret; siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen!
23190#Maleachi,3,2#2. Wer aber wird den Tag seiner Zukunft ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Goldschmieds und wie die Lauge der Wäscher.
23191#Maleachi,3,3#3. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und sie läutern wie Gold und Silber; dann werden sie dem HERRN Speisopfer bringen in Gerechtigkeit;
23192#Maleachi,3,4#4. und das Speisopfer von Juda und Jerusalem wird dem HERRN wohlgefallen, wie in der grauen Vorzeit und wie in den längst vergangenen Jahren.
23193#Maleachi,3,5#5. Und ich werde mich euch nahen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer und wider die Ehebrecher und wider die Meineidigen und wider die, welche die Tagelöhner, Witwen und Waisen übervorteilen und die Fremdlinge unterdrücken und mich nicht fürchten, spricht der HERR der Heerscharen.
23194#Maleachi,3,6#6. Denn ich, der HERR, verändere mich nicht, darum seid ihr, Kinder Jakobs, nicht aufgerieben worden.
23195#Maleachi,3,7#7. Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Geboten abgewichen und habt sie nicht befolgt. Kehret um zu mir, so will ich mich zu euch kehren, spricht der HERR der Heerscharen; aber ihr fragt: «Worin sollen wir umkehren?»
23196#Maleachi,3,8#8. Soll ein Mensch Gott berauben, wie ihr mich beraubet? Aber ihr fragt: «Wessen haben wir dich beraubt?» Der Zehnten und der Abgaben!
23197#Maleachi,3,9#9. Mit dem Fluch seid ihr belegt worden, denn mich habt ihr betrogen, ihr, das ganze Volk!
23198#Maleachi,3,10#10. Bringet aber den Zehnten ganz in das Kornhaus, auf daß Speise in meinem Hause sei, und prüfet mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!
23199#Maleachi,3,11#11. Und ich will für euch den Fresser schelten, daß er euch die Frucht der Erde nicht verderbe und daß euch der Weinstock auf dem Felde nicht fehlschlage, spricht der HERR der Heerscharen.
23200#Maleachi,3,12#12. Also werden alle Nationen euch selig preisen; denn ihr werdet ein Land der Wonne werden, spricht der HERR der Heerscharen.
23201#Maleachi,3,13#13. Ihr habt harte Worte wider mich ausgestoßen, spricht der HERR. Und ihr fragt noch: «Was haben wir untereinander wider dich geredet?»
23202#Maleachi,3,14#14. Ihr habt gesagt: «Es ist umsonst, daß man Gott dient, und was nützt es uns, seine Ordnung zu halten und vor dem HERRN der Heerscharen in Trauer einherzugehen?
23203#Maleachi,3,15#15. Und nun preisen wir die Übermütigen selig; denn die Übeltäter stehen aufrecht und die, welche Gott versucht haben, kommen davon!»
23204#Maleachi,3,16#16. Da besprachen sich auch die Gottesfürchtigen miteinander, und der HERR merkte darauf und hörte es, und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und seinen Namen hochachten.
23205#Maleachi,3,17#17. Und sie werden von mir, spricht der HERR der Heerscharen, am Tage, den ich bereite, als mein auserwähltes Eigentum behandelt werden, und ich will ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient.
23206#Maleachi,3,18#18. Da werdet ihr wiederum sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.
23207#Maleachi,3,19#19. -1-Denn siehe, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen! Da werden alle Übermütigen und alle, die gottlos handeln, wie Stoppeln sein, und der zukünftige Tag wird sie anzünden, spricht der HERR der Heerscharen, daß ihnen weder Wurzel noch Zweig übrigbleibt. -1) and. Bibelausgaben haben die Zählung: Kap. 3,1-18; 4,1-6.++
23208#Maleachi,3,20#20. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heilung unter ihren Flügeln; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall!
23209#Maleachi,3,21#21. Und ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie werden wie Asche sein unter euren Fußsohlen am Tage, da ich handle, spricht der HERR der Heerscharen.
23210#Maleachi,3,22#22. Seid eingedenk des Gesetzes Moses, meines Knechtes, das ich ihm auf dem Horeb für ganz Israel befohlen habe, der Pflichten und der Rechte!
23211#Maleachi,3,23#23. Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und furchtbare Tag des HERRN;
23212#Maleachi,3,24#24. der soll das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Banne schlagen muß!