Exo 1:1 Dies sind die Namen der Kinder Israel, die mit Jakob nach Ägypten kamen; ein jeglicher kam mit seinem Hause hinein:
Exo 1:2 Ruben, Simeon, Levi, Juda,
Exo 1:3 Isaschar, Sebulon, Benjamin,
Exo 1:4 Dan, Naphthali, Gad, Asser.
Exo 1:5 Und aller Seelen, die aus den Lenden Jakobs gekommen waren, deren waren siebzig. Joseph aber war zuvor in Ägypten.
Exo 1:6 Da nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu der Zeit gelebt hatten,
Exo 1:7 wuchsen die Kinder Israel und zeugten Kinder und mehrten sich und wurden sehr viel, dass ihrer das Land voll ward.
Exo 1:8 Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Joseph
Exo 1:9 und sprach zu seinem Volk: Siehe, des Volks der Kinder Israel ist viel und mehr als wir.
Exo 1:10 Wohlan, wir wollen sie mit List dämpfen, dass ihrer nicht so viel werden. Denn wo sich ein Krieg erhöbe, möchten sie sich auch zu unsren Feinden schlagen und wider uns streiten und zum Lande ausziehen.
Exo 1:11 Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit schweren Diensten drücken sollten; denn man baute dem Pharao die Städte Pithon und Raemses zu Vorratshäusern.
Exo 1:12 Aber je mehr sie das Volk drückten, je mehr es sich mehrte und ausbreitete. Und sie hielten die Kinder Israel wie einen Greuel.
Exo 1:13 Und die Ägypter zwangen die Kinder Israel zum Dienst mit Unbarmherzigkeit
Exo 1:14 und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit allerlei Frönen<RF>bedeutet: Frondiensten<Rf> auf dem Felde und mit allerlei Arbeit, die sie ihnen auflegten mit Unbarmherzigkeit.
Exo 1:15 Und der König in Ägypten sprach zu den hebräischen Wehmüttern, deren eine hieß Siphra und die andere Pua:
Exo 1:16 Wenn ihr den hebräischen Weibern helft, und auf dem Stuhl seht, dass es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Tochter, so lasst sie leben.
Exo 1:17 Aber die Wehmütter fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.
Exo 1:18 Da rief der König in Ägypten die Wehmütter und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasset?
Exo 1:19 Die Wehmütter antworteten Pharao: Die hebräischen Weiber sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind harte Weiber; ehe die Wehmutter zu ihnen kommt, haben sie geboren.
Exo 1:20 Darum tat Gott den Wehmüttern Gutes. Und das Volk mehrte sich und ward sehr viel.
Exo 1:21 Und weil die Wehmütter Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.
Exo 1:22 Da gebot Pharao allem seinem Volk und sprach: Alle Söhne, die geboren werden, werft ins Wasser, und alle Töchter lasst leben.
Exo 2:1 Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm eine Tochter Levi.
Exo 2:2 Und das Weib ward schwanger und gebar einen Sohn. Und da sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate.
Exo 2:3 Und da sie ihn nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästlein von Rohr und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das Kind darein und legte ihn in das Schilf am Ufer des Wassers.
Exo 2:4 Aber seine Schwester stand von ferne, dass sie erfahren wollte, wie es ihm gehen würde.
Exo 2:5 Und die Tochter Pharaos ging hernieder und wollte baden im Wasser; und ihre Jungfrauen gingen an dem Rande des Wassers. Und da sie das Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.
Exo 2:6 Und da sie es auftat, sah sie das Kind; und siehe, das Knäblein weinte. Da jammerte es sie, und sprach: Es ist der hebräischen Kindlein eins.
Exo 2:7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: Soll ich hingehen und der hebräischen Weiber eine rufen, die da säugt, dass sie dir das Kindlein säuge?
Exo 2:8 Die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin. Die Jungfrau ging hin und rief des Kindes Mutter.
Exo 2:9 Da sprach Pharaos Tochter zu ihr: Nimm hin das Kindlein und säuge mir's; ich will dir lohnen. Das Weib nahm das Kind und säugte es.
Exo 2:10 Und da das Kind groß war, brachte sie es der Tochter Pharaos, und es ward ihr Sohn, und sie hieß ihn Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.
Exo 2:11 Zu den Zeiten, da Mose war groß geworden, ging er aus zu seinen Brüdern und sah ihre Last und ward gewahr, dass ein Ägypter schlug seiner Brüder, der Hebräischen, einen.
Exo 2:12 Und er wandte sich hin und her, und da er sah, dass kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter und scharrte ihn in den Sand.
Exo 2:13 Auf einen andern Tag ging er auch aus und sah zwei hebräische Männer sich miteinander zanken und sprach zu dem Ungerechten: Warum schlägst du deinen Nächsten?
Exo 2:14 Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten oder Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch erwürgen, wie du den Ägypter erwürgt hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das laut geworden?
Exo 2:15 Und es kam vor Pharao; der trachtete nach Mose, dass er ihn erwürgte. Aber Mose floh vor Pharao und blieb im Lande Midian und wohnte bei einem Brunnen.
Exo 2:16 Der Priester aber in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen, dass sie ihres Vaters Schafe tränkten.
Exo 2:17 Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe.
Exo 2:18 Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr heute so bald gekommen?
Exo 2:19 Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten und schöpfte uns und tränkte die Schafe.
Exo 2:20 Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann gelassen, dass ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen?
Exo 2:21 Und Mose willigte darein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose seine Tochter Zippora.
Exo 2:22 Die gebar einen Sohn; und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande.
Exo 2:23 Lange Zeit aber darnach starb der König in Ägypten. Und die Kinder Israel seufzten über ihre Arbeit und schrieen, und ihr Schreien über ihre Arbeit kam vor Gott.
Exo 2:24 Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob;
Exo 2:25 und er sah darein und nahm sich ihrer an.
Exo 3:1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an den Berg Gottes, Horeb.
Exo 3:2 Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, dass der Busch mit Feuer brannte und ward doch nicht verzehrt;
Exo 3:3 und sprach: ich will dahin und beschauen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennt.
Exo 3:4 Da aber der HErr sah, dass er hinging, zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
Exo 3:5 Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist ein heilig Land!
Exo 3:6 Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Exo 3:7 Und der HErr sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Volks in Ägypten und habe ihr Geschrei gehört über die, so sie drängen; ich habe ihr Leid erkannt
Exo 3:8 und bin herniedergefahren, dass ich sie errette von der Ägypter Hand und sie ausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter.
Exo 3:9 Weil denn nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich gekommen ist, und ich auch dazu ihre Angst gesehen habe, wie die Ägypter sie ängsten,
Exo 3:10 so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, dass du mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten führest.
Exo 3:11 Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zu Pharao gehe und führe die Kinder Israel aus Ägypten?
Exo 3:12 Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir ein Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.
Exo 3:13 Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen?
Exo 3:14 Gott sprach zu Mose: ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: ICH WERDE SEIN hat mich zu euch gesandt.
Exo 3:15 Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Der HErr, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein Gedenken für und für.
Exo 3:16 Darum so gehe hin und versammle die Ältesten in Israel und sprich zu ihnen: Der HErr, euer Väter Gott, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe euch heimgesucht, und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist,
Exo 3:17 und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens führen in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt.
Exo 3:18 Und wenn sie deine Stimme hören, so sollst du und die Ältesten in Israel hineingehen zum König in Ägypten und zu ihm sagen: Der HErr, der Hebräer Gott, hat uns gerufen. So lass uns nun gehen drei Tagereisen in die Wüste, dass wir opfern unsrem Gott.
Exo 3:19 Aber ich weiß, dass euch der König in Ägypten nicht wird ziehen lassen, außer durch eine starke Hand.
Exo 3:20 Denn ich werde meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allerlei Wundern, die ich darin tun werde. Darnach wird er euch ziehen lassen.
Exo 3:21 Und ich will diesem Volk Gnade geben vor den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht;
Exo 3:22 sondern ein jeglich Weib soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin fordern silberne und goldene Gefäße und Kleider; die sollt ihr auf eure Söhne und Töchter legen und von den Ägyptern zur Beute nehmen.
Exo 4:1 Mose antwortete und sprach: Siehe, sie werden mir nicht glauben noch meine Stimme hören, sondern werden sagen: Der HErr ist dir nicht erschienen.
Exo 4:2 Der HErr sprach zu ihm: Was ist's, was du in deiner Hand hast? Er sprach: Ein Stab.
Exo 4:3 Er sprach: Wirf ihn von dir auf die Erde. Und er warf ihn von sich; da ward er zur Schlange, und Mose floh vor ihr.
Exo 4:4 Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie, und sie ward zum Stab in seiner Hand.
Exo 4:5 Darum werden sie glauben, dass dir erschienen sei der HErr, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs.
Exo 4:6 Und der HErr sprach weiter zu ihm: Stecke deine Hand in deinen Busen. Und er steckte sie in seinen Busen und zog sie wieder heraus; siehe, da war sie aussätzig wie Schnee.
Exo 4:7 Und er sprach: Tue sie wieder in deinen Busen. Und er tat sie wieder in den Busen und zog sie heraus; siehe, da ward sie wieder wie sein anderes Fleisch.
Exo 4:8 Wenn sie dir nun nicht werden glauben noch deine Stimme hören bei dem einen Zeichen, so werden sie doch glauben deiner Stimme bei dem andern Zeichen.
Exo 4:9 Wenn sie aber diesen zwei Zeichen nicht glauben werden noch deine Stimme hören, so nimm Wasser aus dem Strom und gieß es auf das trockene Land, so wird das Wasser, das du aus dem Strom genommen hast, Blut werden auf dem trockenen Lande.
Exo 4:10 Mose aber sprach zu dem HErrn: Ach mein Herr, ich bin je und je nicht wohl beredt gewesen, auch nicht seit der Zeit, da du mit deinem Knecht geredet hast; denn ich habe eine schwere Sprache und eine schwere Zunge.
Exo 4:11 Der HErr sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen? Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden oder Blinden gemacht? Habe ich's nicht getan, der HErr?
Exo 4:12 So geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst.
Exo 4:13 Mose sprach aber: Mein Herr, sende, welchen du senden willst.
Exo 4:14 Da ward der HErr sehr zornig über Mose und sprach: Weiß ich denn nicht, dass dein Bruder Aaron aus dem Stamm Levi beredt ist? Und siehe, er wird herausgehen dir entgegen; und wenn er dich sieht, wir er sich von Herzen freuen.
Exo 4:15 Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und ich will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren, was ihr tun sollt.
Exo 4:16 Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du sollst sein Gott sein.
Exo 4:17 Und diesen Stab nimm in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun sollst.
Exo 4:18 Mose ging hin und kam wieder zu Jethro, seinem Schwiegervater, und sprach zu ihm: Lass mich doch gehen, dass ich wieder zu meinen Brüdern komme, die in Ägypten sind, und sehe, ob sie noch leben. Jethro sprach zu ihm: Gehe hin mit Frieden.
Exo 4:19 Auch sprach der HErr zu ihm in Midian: Gehe hin und ziehe wieder nach Ägypten; denn die Leute sind tot, die nach deinem Leben standen.
Exo 4:20 Also nahm Mose sein Weib und seine Söhne und führte sie auf einem Esel und zog wieder nach Ägyptenland und nahm den Stab Gottes in seine Hand.
Exo 4:21 Und der HErr sprach zu Mose: Siehe zu, wenn du wieder nach Ägypten kommst, dass du alle die Wunder tust vor Pharao, die ich dir in deine Hand gegeben habe; ich aber will sein Herz verstocken, dass er das Volk nicht lassen wird.
Exo 4:22 Und du sollst zu ihm sagen: So sagt der HErr: Israel ist mein erstgeborener Sohn;
Exo 4:23 und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lassest, dass er mir diene. Wirst du dich des weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn erwürgen.
Exo 4:24 Und als er unterwegs in der Herberge war, kam ihm der HErr entgegen und wollte ihn töten.
Exo 4:25 Da nahm Zippora einen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und rührte ihm seine Füße an und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam.
Exo 4:26 Da ließ er von ihm ab. Sie sprach aber Blutbräutigam um der Beschneidung willen.
Exo 4:27 Und der HErr sprach zu Aaron: Gehe hin Mose entgegen in die Wüste. Und er ging hin und begegnete ihm am Berge Gottes und küsste ihn.
Exo 4:28 Und Mose sagte Aaron alle Worte des HErrn, der ihn gesandt hatte, und alle Zeichen, die er ihm befohlen hatte.
Exo 4:29 Und sie gingen hin und versammelten alle Ältesten von den Kindern Israel.
Exo 4:30 Und Aaron redete alle Worte, die der HErr mit Mose geredet hatte, und er tat die Zeichen vor dem Volk.
Exo 4:31 Und das Volk glaubte. Und da sie hörten, dass der HErr die Kinder Israel heimgesucht und ihr Elend angesehen hätte, neigten sie sich und beteten an.
Exo 5:1 Darnach gingen Mose und Aaron hinein und sprachen zu Pharao: So sagt der HErr, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, dass mir's ein Fest halte in der Wüste.
Exo 5:2 Pharao antwortete: Wer ist der HErr, des Stimme ich hören müsse und Israel ziehen lassen? Ich weiß nichts von dem HErrn, will auch Israel nicht lassen ziehen.
Exo 5:3 Sie sprachen: Der Hebräer Gott hat uns gerufen; so lass uns nun hinziehen drei Tagereisen in die Wüste und dem HErrn, unsrem Gott, opfern, dass uns nicht widerfahre Pestilenz oder Schwert.
Exo 5:4 Da sprach der König in Ägypten zu ihnen: Du Mose und Aaron, warum wollt ihr das Volk von seiner Arbeit frei machen? Gehet hin an eure Dienste!
Exo 5:5 Weiter sprach Pharao: Siehe, des Volks ist schon zu viel im Lande, und ihr wollt sie noch feiern heißen von ihrem Dienst!
Exo 5:6 Darum befahl Pharao desselben Tages den Vögten des Volks und ihren Amtleuten und sprach:
Exo 5:7 Ihr sollt dem Volk nicht mehr Stroh sammeln und geben, dass sie Ziegel machen wie bisher; lasst sie selbst hingehen und Stroh zusammenlesen,
Exo 5:8 und die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben, sollt ihr ihnen gleichwohl auflegen und nichts mindern; denn sie gehen müßig, darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hinziehen und unsrem Gott opfern.
Exo 5:9 Man drücke die Leute mit Arbeit, dass sie zu schaffen haben und sich nicht kehren an falsche Rede.
Exo 5:10 Da gingen die Vögte des Volkes und ihre Amtleute aus und sprachen zum Volk: So spricht Pharao: Man wird euch kein Stroh geben;
Exo 5:11 gehet ihr selbst hin und sammelt euch Stroh, wo ihr's findet; aber von eurer Arbeit soll nichts gemindert werden.
Exo 5:12 Da zerstreute sich das Volk ins ganze Land Ägypten, dass es Stoppeln sammelte, damit sie Stroh hätten.
Exo 5:13 Und die Vögte trieben sie und sprachen: Erfüllet euer Tagewerk, gleich als da ihr Stroh hattet.
Exo 5:14 Und die Amtleute der Kinder Israel, welche die Vögte Pharaos über sie gesetzt hatten, wurden geschlagen, und ward zu ihnen gesagt: Warum habt ihr weder heute noch gestern euer gesetztes Tagewerk getan wie bisher?  
Exo 5:15 Da gingen hinein die Amtleute der Kinder Israel und schrieen zu Pharao: Warum willst du mit deinen Knechten also fahren?
Exo 5:16 Man gibt deinen Knechten kein Stroh, und sie sollen die Ziegel machen, die uns bestimmt sind; und siehe deine Knechte werden geschlagen, und dein Volk muss schuldig sein.
Exo 5:17 Pharao sprach: Ihr seid müßig, müßig seid ihr; darum sprecht ihr: Wir wollen hinziehen und dem HErrn opfern.
Exo 5:18 So gehet nun hin und frönet; Stroh soll man euch nicht geben, aber die Anzahl Ziegel sollt ihr schaffen.
Exo 5:19 Da sahen die Amtleute der Kinder Israel, dass es ärger ward, weil man sagte: Ihr sollt nichts mindern von dem Tagewerk an den Ziegeln.
Exo 5:20 Und da sie von Pharao gingen, begegneten sie Mose und Aaron und traten ihnen entgegen
Exo 5:21 und sprachen zu ihnen: Der HErr sehe auf euch und richte es, dass ihr unsren Geruch habt stinkend gemacht vor Pharao und seinen Knechten und habt ihnen das Schwert in die Hände gegeben, uns zu töten.
Exo 5:22 Mose aber kam wieder zu dem HErrn und sprach: HErr, warum tust du so übel an diesem Volk? Warum hast du mich hergesandt?
Exo 5:23 Denn seit dem, dass ich hineingegangen bin zu Pharao, mit ihm zu reden in deinem Namen, hat er das Volk noch härter geplagt, und du hast dein Volk nicht errettet.
Exo 6:1 Der HErr sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was ich Pharao tun werde; denn durch eine starke Hand muss er sie lassen ziehen, er muss sie noch durch eine starke Hand aus seinem Lande von sich treiben.
Exo 6:2 Und Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HErr
Exo 6:3 und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige Gott; aber mein Name HErr ist ihnen nicht offenbart worden.
Exo 6:4 Auch habe ich einen Bund mit ihnen aufgerichtet, dass ich ihnen geben will das Land Kanaan, das Land ihrer Wallfahrt, darin sie Fremdlinge gewesen sind.
Exo 6:5 Auch habe ich gehört die Wehklage der Kinder Israel, welche die Ägypter mit Frönen beschweren, und habe an meinen Bund gedacht.
Exo 6:6 Darum sage den Kindern Israel: Ich bin der HErr und will euch ausführen von euren Lasten in Ägypten und will euch erretten von eurem Frönen und will euch erlösen durch ausgereckten Arm und große Gerichte
Exo 6:7 und will euch annehmen zum Volk und will euer Gott sein, dass ihr's erfahren sollt, dass ich der HErr bin, euer Gott, der euch ausführt von der Last Ägyptens
Exo 6:8 und euch bringt in das Land, darüber ich habe meine Hand gehoben, dass ich's gäbe Abraham, Isaak und Jakob; das will ich euch geben zu eigen, ich, der HErr.
Exo 6:9 Mose sagte solches den Kindern Israel; aber sie hörten ihn nicht vor Seufzen und Angst und vor harter Arbeit.
Exo 6:10 Da redete der HErr mit Mose und sprach:
Exo 6:11 Gehe hinein und rede mit Pharao, dem König in Ägypten, dass er die Kinder Israel aus seinem Lande lasse.
Exo 6:12 Mose aber redete vor dem HErrn und sprach: Siehe, die Kinder Israel hören mich nicht; wie sollte mich denn Pharao hören? Dazu bin ich von unbeschnittenen Lippen.
Exo 6:13 Also redete der HErr mit Mose und Aaron und tat ihnen Befehl an die Kinder Israel und an Pharao, den König in Ägypten, dass sie die Kinder Israel aus Ägypten führten.
Exo 6:14 Dies sind die Häupter in ihren Vaterhäusern. Die Kinder Rubens, des ersten Sohnes Israels, sind diese: Henoch, Pallu, Hezron, Charmi. Das sind die Geschlechter von Ruben.
Exo 6:15 Die Kinder Simeons sind diese: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn des kanaanäischen Weibes. Das sind Simeons Geschlechter.
Exo 6:16 Dies sind die Namen der Kinder Levis nach ihren Geschlechtern: Gerson, Kahath, Merari. Aber Levi ward hundertsiebenunddreißig Jahre alt.
Exo 6:17 Die Kinder Gersons sind diese: Libni und Simei nach ihren Geschlechtern.
Exo 6:18 Die Kinder Kahaths sind diese: Amram, Jizhar, Hebron, Usiel. Kahath aber ward hundertdreiunddreißig Jahre alt.
Exo 6:19 Die Kinder Merari sind diese: Maheli und Musi. Das sind die Geschlechter Levis nach ihrer Abstammung.
Exo 6:20 Und Amram nahm seine Muhme<RF>bedeutet: Tante<Rf> Jochebed zum Weibe; die gebar ihm Aaron und Mose. Aber Amram ward hundertsiebenunddreißig Jahre alt.
Exo 6:21 Die Kinder Jizhars sind diese: Korah, Nepheg, Sichri.
Exo 6:22 Die Kinder Usiels sind diese: Misael, Elzaphan, Sithri.
Exo 6:23 Aaron nahm zum Weibe Eliseba, die Tochter Amminadabs, Nahessons Schwester; die gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar, Ithamar.
Exo 6:24 Die Kinder Korahs sind diese: Assir, Elkana, Abiasaph. Das sind die Geschlechter der Korahiter.
Exo 6:25 Eleasar aber, Aarons Sohn, der nahm von den Töchtern Putiels ein Weib; die gebar ihm den Pinehas. Das sind die Häupter unter den Vätern der Leviten-Geschlechter.
Exo 6:26 Das ist der Aaron und Mose, zu denen der HErr sprach: Führet die Kinder Israel aus Ägyptenland mit ihrem Heer.
Exo 6:27 Sie sind's die mit Pharao, dem König in Ägypten, redeten, dass sie die Kinder Israel aus Ägypten führten, nämlich Mose und Aaron.
Exo 6:28 Und des Tages redete der HErr mit Mose in Ägyptenland
Exo 6:29 und sprach zu Ihm: Ich bin der HErr; rede mit Pharao, dem König in Ägypten, alles, was ich mit dir rede.
Exo 6:30 Und er antwortete vor dem HErrn: Siehe, ich bin von unbeschnittenen Lippen; wie wird mich denn Pharao hören?
Exo 7:1 Der HErr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zu einem Gott gesetzt über Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein.
Exo 7:2 Du sollst reden alles, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein Bruder, soll's vor Pharao reden, dass er die Kinder Israel aus seinem Lande lasse.
Exo 7:3 Aber ich will Pharaos Herz verhärten, dass ich meiner Zeichen und Wunder viel tue in Ägyptenland.
Exo 7:4 Und Pharao wird euch nicht hören, auf dass ich meine Hand in Ägypten beweise und führe mein Heer, mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägyptenland durch große Gerichte.
Exo 7:5 Und die Ägypter sollen's innewerden, dass ich der HErr bin, wenn ich nun meine Hand über Ägypten ausstrecken und die Kinder Israel von ihnen wegführen werde.
Exo 7:6 Mose und Aaron taten, wie ihnen der HErr geboten hatte.
Exo 7:7 Und Mose war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig Jahre alt, da sie mit Pharao redeten
Exo 7:8 Und der HErr sprach zu Mose und Aaron:
Exo 7:9 Wenn Pharao zu euch sagen wird: Beweiset eure Wunder, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao, dass er zur Schlange werde.
Exo 7:10 Da gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und taten, wie ihnen der HErr geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor Pharao und vor seinen Knechten, und er ward zur Schlange.
Exo 7:11 Da forderte Pharao die Weisen und Zauberer; und die ägyptischen Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören:
Exo 7:12 ein jeglicher warf seinen Stab von sich, da wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.
Exo 7:13 Also ward das Herz Pharaos verstockt, und er hörte sie nicht, wie denn der HErr geredet hatte.
Exo 7:14 Und der HErr sprach zu Mose: Das Herz Pharaos ist hart; er weigert sich, das Volk zu lassen.
Exo 7:15 Gehe hin zu Pharao morgen. Siehe, er wird ans Wasser gehen; so tritt ihm entgegen an das Ufer des Wassers und nimm den Stab in deine Hand, der zur Schlange ward,
Exo 7:16 und sprich zu ihm: Der HErr, der Hebräer Gott, hat mich zu dir gesandt und lassen sagen: Lass mein Volk, dass mir's diene in der Wüste. Aber du hast bisher nicht wollen hören.
Exo 7:17 Darum spricht der HErr also: Daran sollst du erfahren, dass ich der HErr bin. Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in meiner Hand habe, das Wasser schlagen, das in dem Strom ist, und es soll in Blut verwandelt werden,
Exo 7:18 dass die Fische im Strom sterben sollen und der Strom stinken; und den Ägyptern wird ekeln, zu trinken das Wasser aus dem Strom.
Exo 7:19 Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Nimm deinen Stab und recke deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Bäche und Ströme und Seen und über alle Wassersümpfe, dass sie Blut werden; und es sei Blut in ganz Ägyptenland, in hölzernen und in steinernen Gefäßen.
Exo 7:20 Mose und Aaron taten, wie ihnen der HErr geboten hatte, und er hob den Stab auf und schlug ins Wasser, das im Strom war, vor Pharao und seinen Knechten. Und alles Wasser im Strom ward in Blut verwandelt.
Exo 7:21 Und die Fische im Strom starben, und der Strom ward stinkend, dass die Ägypter nicht trinken konnten das Wasser aus dem Strom; und es war Blut in ganz Ägyptenland.
Exo 7:22 Und die ägyptischen Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören. Also ward das Herz Pharaos verstockt, und er hörte sie nicht, wie denn der HErr geredet hatte.
Exo 7:23 Und Pharao wandte sich und ging heim und nahm's nicht zu Herzen.
Exo 7:24 Aber alle Ägypter gruben nach Wasser um den Strom her, zu trinken; denn das Wasser aus dem Strom konnten sie nicht trinken.
Exo 7:25 Und das währte sieben Tage lang, dass der HErr den Strom schlug.
Exo 7:26 Der HErr sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao und sprich zu ihm: So sagt der HErr: Lass mein Volk, dass mir's diene.
Exo 7:27 Wo du dich des weigerst, siehe, so will ich all dein Gebiet mit Fröschen plagen,
Exo 7:28 dass der Strom soll von Fröschen wimmeln; die sollen heraufkriechen und kommen in dein Haus, in deine Schlafkammer, auf dein Bett, auch in die Häuser deiner Knechte, unter dein Volk, in deine Backöfen und in deine Teige;
Exo 7:29 und die Frösche sollen auf dich und auf dein Volk und auf alle deine Knechte kriechen.
Exo 8:1 Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deine Hand aus mit deinem Stabe über die Bäche und Ströme und Seen und lass Frösche über Ägyptenland kommen.
Exo 8:2 Und Aaron reckte seine Hand über die Wasser in Ägypten, und es kamen Frösche herauf, dass Ägyptenland bedeckt ward.
Exo 8:3 Da taten die Zauberer auch also mit ihrem Beschwören und ließen Frösche über Ägyptenland kommen.
Exo 8:4 Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Bittet den HErrn für mich, dass er die Frösche von mir und von meinem Volk nehme, so will ich das Volk lassen, dass es dem HErrn opfere.
Exo 8:5 Mose sprach: Habe du die Ehre vor mir und bestimme mir, wann ich für dich, für deine Knechte und für dein Volk bitten soll, dass die Frösche von dir und von deinem Haus vertrieben werden und allein im Strom bleiben.
Exo 8:6 Er sprach: Morgen. Er sprach: Wie du gesagt hast. Auf dass du erfahrest, dass niemand ist wie der HErr, unser Gott,
Exo 8:7 so sollen die Frösche von dir, von deinem Hause, von deinen Knechten und von deinem Volk genommen werden und allein im Strom bleiben.
Exo 8:8 Also gingen Mose und Aaron von Pharao; und Mose schrie zu dem HErrn der Frösche halben, wie er Pharao hatte zugesagt.
Exo 8:9 Und der HErr tat, wie Mose gesagt hatte; und die Frösche starben in den Häusern, in den Höfen und auf dem Felde.
Exo 8:10 Und sie häuften sie zusammen, hier einen Haufen und da einen Haufen, und das Land stank davon.
Exo 8:11 Da aber Pharao sah, dass er Luft gekriegt hatte, verhärtete er sein Herz und hörte sie nicht, wie denn der HErr geredet hatte.
Exo 8:12 Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deinen Stab aus und schlage in den Staub auf der Erde, dass Stechmücken werden in ganz Ägyptenland.
Exo 8:13 Sie taten also, und Aaron reckte seine Hand aus mit seinem Stabe und schlug in den Staub auf der Erde. Und es wurden Mücken an den Menschen und an dem Vieh; aller Staub des Landes ward zu Mücken in ganz Ägyptenland.
Exo 8:14 Die Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören, dass sie Mücken herausbrächten, aber sie konnten nicht. Und die Mücken waren sowohl an Menschen als an Vieh.
Exo 8:15 Da sprachen die Zauberer zu Pharao: Das ist Gottes Finger. Aber das Herz Pharaos ward verstockt, und er hörte sie nicht, wie denn der HErr gesagt hatte.
Exo 8:16 Und der HErr sprach zu Mose: Mache dich morgen früh auf und tritt vor Pharao (siehe, er wird ans Wasser gehen) und sprich zu ihm: So sagt der HErr: Lass mein Volk, dass es mir diene;
Exo 8:17 wo nicht, siehe, so will ich allerlei Ungeziefer lassen kommen über dich, deine Knechte, dein Volk und dein Haus, dass aller Ägypter Häuser und das Feld und was darauf ist, voll Ungeziefer werden sollen.
Exo 8:18 Und ich will des Tages ein Besonderes tun mit dem Lande Gosen, da sich mein Volk aufhält, dass kein Ungeziefer da sei; auf dass du innewerdest, dass ich der HErr bin auf Erden allenthalben;
Exo 8:19 und will eine Erlösung setzen zwischen meinem und deinem Volk; morgen soll das Zeichen geschehen.
Exo 8:20 Und der HErr tat also, und es kam viel Ungeziefer in Pharaos Haus, in seiner Knechte Häuser und über ganz Ägyptenland; und das Land ward verderbt von dem Ungeziefer.
Exo 8:21 Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Gehet hin, opfert eurem Gott hier im Lande.
Exo 8:22 Mose sprach: Das taugt nicht, dass wir also tun; denn wir würden der Ägypter Greuel opfern unsrem Gott, dem HErrn; siehe, wenn wir denn der Ägypter Greuel vor ihren Augen opferten, würden sie uns nicht steinigen?
Exo 8:23 Drei Tagereisen wollen wir gehen in die Wüste und dem HErrn, unsrem Gott, opfern, wie er uns gesagt hat.
Exo 8:24 Pharao sprach: Ich will euch lassen, dass ihr dem HErrn, eurem Gott, opfert in der Wüste; allein, dass ihr nicht ferner ziehet; und bittet für mich.
Exo 8:25 Mose sprach: Siehe, wenn ich hinaus von dir komme, so will ich den HErrn bitten, dass dies Ungeziefer von Pharao und seinen Knechten und seinem Volk genommen werde morgen des Tages; allein täusche mich nicht mehr, dass du das Volk nicht lassest, dem HErrn zu opfern.
Exo 8:26 Und Mose ging hinaus von Pharao und bat den HErrn.
Exo 8:27 Und der HErr tat, wie Mose gesagt hatte, und schaffte das Ungeziefer weg von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk, dass nicht eines übrigblieb.
Exo 8:28 Aber Pharao verhärtete sein Herz auch dieses Mal und ließ das Volk nicht.
Exo 9:1 Der HErr sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao und sprich zu ihm: Also sagt der HErr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk, dass sie mir dienen.
Exo 9:2 Wo du dich des weigerst und sie weiter aufhältst,
Exo 9:3 siehe, so wird die Hand des HErrn sein über dein Vieh auf dem Felde, über Pferde, über Esel, über Kamele, über Ochsen, über Schafe, mit einer sehr schweren Pestilenz.
Exo 9:4 Und der HErr wird ein Besonderes tun zwischen dem Vieh der Israeliten und der Ägypter, dass nichts sterbe aus allem, was die Kinder Israel haben.
Exo 9:5 Und der HErr bestimmte eine Zeit und sprach: Morgen wird der HErr solches auf Erden tun.
Exo 9:6 Und der HErr tat solches des Morgens, und es starb allerlei Vieh der Ägypter; aber des Viehs der Kinder Israel starb nicht eins.
Exo 9:7 Und Pharao sandte darnach, und siehe, es war des Viehs Israels nicht eins gestorben. Aber das Herz Pharaos ward verstockt, und er ließ das Volk nicht.
Exo 9:8 Da sprach der HErr zu Mose und Aaron: Nehmet eure Fäuste voll Ruß aus dem Ofen, und Mose sprenge ihn gen Himmel vor Pharao,
Exo 9:9 dass es über ganz Ägyptenland stäube und böse schwarze Blattern auffahren an den Menschen und am Vieh in ganz Ägyptenland.
Exo 9:10 Und sie nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor Pharao, und Mose sprengte ihn gen Himmel. Da fuhren auf böse schwarze Blattern an den Menschen und am Vieh,
Exo 9:11 also dass die Zauberer nicht konnten vor Mose stehen vor den bösen Blattern; denn es waren an den Zauberern ebensowohl böse Blattern als an allen Ägyptern.
Exo 9:12 Aber der HErr verstockte das Herz Pharaos, dass er sie nicht hörte, wie denn der HErr zu Mose gesagt hatte.
Exo 9:13 Da sprach der HErr zu Mose: Mache dich morgen früh auf und tritt vor Pharao und sprich zu ihm: So sagt der HErr, der Hebräer Gott: Lass mein Volk, dass mir's diene;
Exo 9:14 ich will sonst diesmal alle meine Plagen über dich selbst senden, über deine Knechte und über dein Volk, dass du innewerden sollst, dass meinesgleichen nicht ist in allen Landen.
Exo 9:15 Denn ich hätte schon jetzt meine Hand ausgereckt und dich und dein Volk mit Pestilenz geschlagen, dass du von der Erde vertilgt würdest.
Exo 9:16 Aber darum habe ich dich erhalten, dass meine Kraft an dir erscheine und mein Name verkündigt werde in allen Landen.
Exo 9:17 Du trittst mein Volk noch unter dich und willst's nicht lassen.
Exo 9:18 Siehe, ich will morgen um diese Zeit einen sehr großen Hagel regnen lassen, desgleichen in Ägypten nicht gewesen ist, seitdem es gegründet ist, bis her.
Exo 9:19 Und nun sende hin und verwahre dein Vieh, und alles, was du auf dem Felde hast. Denn alle Menschen und das Vieh, das auf dem Felde gefunden wird und nicht in die Häuser versammelt ist, so der Hagel auf sie fällt, werden sterben.
Exo 9:20 Wer nun unter den Knechten Pharaos des HErrn Wort fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen.
Exo 9:21 Welcher Herz aber sich nicht kehrte an des HErrn Wort, die ließen ihre Knechte und ihr Vieh auf dem Felde.
Exo 9:22 Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand aus gen Himmel, dass es hagle über ganz Ägyptenland, über Menschen, über Vieh und über alles Kraut auf dem Felde in Ägyptenland.
Exo 9:23 Also reckte Mose seinen Stab gen Himmel, und der HErr ließ donnern und hageln, dass das Feuer auf die Erde schoss. Also ließ der HErr Hagel regnen über Ägyptenland,
Exo 9:24 dass Hagel und Feuer untereinander fuhren, so grausam, dass desgleichen in ganz Ägyptenland nie gewesen war, seitdem Leute darin gewesen sind.
Exo 9:25 Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde war, Menschen und Vieh, und schlug alles Kraut auf dem Felde und zerbrach alle Bäume auf dem Felde.
Exo 9:26 Allein im Lande Gosen, da die Kinder Israel waren, da hagelte es nicht.
Exo 9:27 Da schickte Pharao hin und ließ Mose und Aaron rufen und sprach zu ihnen: Ich habe dasmal mich versündigt; der HErr ist gerecht, ich aber und mein Volk sind Gottlose.
Exo 9:28 Bittet aber den Herrn, dass er aufhöre solch Donnern und Hageln Gottes, so will ich euch lassen, dass ihr nicht länger hier bleibet.
Exo 9:29 Mose sprach: Wenn ich zur Stadt hinauskomme, so will ich meine Hände ausbreiten gegen den HErrn; so wird der Donner aufhören und kein Hagel mehr sein, auf dass du innewerdest, dass die Erde des HErrn sei.
Exo 9:30 Ich weiß aber, dass du und deine Knechte euch noch nicht fürchtet vor Gott dem HErrn.
Exo 9:31 Also ward geschlagen der Flachs und die Gerste; denn die Gerste hatte geschosst und der Flachs Knoten gewonnen.
Exo 9:32 Aber der Weizen und Spelt ward nicht geschlagen, denn es war Spätgetreide.
Exo 9:33 So ging nun Mose von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine Hände gegen den HErrn, und der Donner und Hagel hörten auf, und der Regen troff nicht mehr auf die Erde.
Exo 9:34 Da aber Pharao sah, dass der Regen und Donner und Hagel aufhörte, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz, er und seine Knechte.
Exo 9:35 Also ward des Pharao Herz verstockt, dass er die Kinder Israel nicht ließ, wie denn der HErr geredet hatte durch Mose.
Exo 10:1 Und der HErr sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao; denn ich habe sein und seiner Knechte Herz verhärtet, auf dass ich diese meine Zeichen unter ihnen tue,
Exo 10:2 und dass du verkündigest vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder, was ich in Ägypten ausgerichtet habe und wie ich meine Zeichen unter ihnen getan habe, dass ihr wisset: Ich bin der HErr.
Exo 10:3 Also gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und sprachen zu ihm: So spricht der HErr, der Hebräer Gott: Wie lange weigerst du dich, dich vor mir zu demütigen, dass du mein Volk lassest, mir zu dienen?
Exo 10:4 Weigerst du dich, mein Volk zu lassen, siehe, so will ich morgen Heuschrecken kommen lassen an allen Orten,
Exo 10:5 dass sie das Land bedecken, also dass man das Land nicht sehen könne; und sie sollen fressen, was euch übrig und errettet ist vor dem Hagel, und sollen alle eure grünenden Bäume fressen auf dem Felde
Exo 10:6 und sollen erfüllen dein Haus, aller deiner Knechte Häuser und aller Ägypter Häuser, desgleichen nicht gesehen haben deine Väter und deiner Väter Väter, seitdem sie auf Erden gewesen bis auf diesen Tag. Und er wandte sich und ging von Pharao hinaus.
Exo 10:7 Da sprachen die Knechte Pharaos zu ihm: Wie lange sollen wir mit diesem Manne geplagt sein? Lass die Leute ziehen, dass sie dem HErrn, ihrem Gott, dienen. Willst du zuvor erfahren, dass Ägypten untergegangen sei?
Exo 10:8 Mose und Aaron wurden wieder zu Pharao gebracht; der sprach zu ihnen: Gehet hin und dienet dem HErrn, eurem Gott. Welche sind es aber, die hinziehen sollen?
Exo 10:9 Mose sprach: Wir wollen hinziehen mit jung und alt, mit Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest des HErrn.
Exo 10:10 Er sprach zu ihnen: O ja, der HErr sei mit euch! Sollte ich euch und eure Kinder dazu ziehen lassen? Sehet da, ob ihr nicht Böses vorhabt!
Exo 10:11 Nicht also, sondern ihr Männer ziehet hin und dienet dem HErrn; denn das habt ihr auch gesucht. Und man stieß sie heraus von Pharao.
Exo 10:12 Da sprach der HErr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, dass Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und fressen alles Kraut im Lande auf samt allem dem, was der Hagel übrig gelassen hat.
Exo 10:13 Mose reckte seinen Stab über Ägyptenland; und der HErr trieb einen Ostwind ins Land den ganzen Tag und die ganze Nacht; und des Morgens führte der Ostwind die Heuschrecken her.
Exo 10:14 Und sie kamen über ganz Ägyptenland und ließen sich nieder an allen Orten in Ägypten, so sehr viel, dass zuvor desgleichen nie gewesen ist noch hinfort sein wird.
Exo 10:15 Denn sie bedeckten das Land und verfinsterten es. Und sie fraßen alles Kraut im Lande auf und alle Früchte auf den Bäumen, die der Hagel übrig gelassen hatte, und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen und am Kraut auf dem Felde in ganz Ägyptenland.
Exo 10:16 Da forderte Pharao eilend Mose und Aaron und sprach: Ich habe mich versündigt an dem HErrn, eurem Gott, und an euch;
Exo 10:17 vergebt mir meine Sünde nur noch diesmal und bittet den HErrn, euren Gott, dass er doch nur diesen Tod von mir wegnehme.
Exo 10:18 Und er ging aus von Pharao und bat den HErrn.
Exo 10:19 Da wendete der HErr den Wind, also dass er sehr stark aus Westen ging und hob die Heuschrecken auf und warf sie ins Schilfmeer, dass nicht eine übrigblieb an allen Orten Ägyptens.
Exo 10:20 Aber der HErr verstockte Pharaos Herz, dass er die Kinder Israel nicht ließ.
Exo 10:21 Der HErr sprach zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, dass es so finster werde in Ägyptenland, dass man's greifen mag.
Exo 10:22 Und Mose reckte seine Hand gen Himmel; da ward eine dicke Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage,
Exo 10:23 dass niemand den andern sah noch aufstand von dem Ort, da er war, in drei Tagen. Aber bei allen Kindern Israel war es licht in ihren Wohnungen.
Exo 10:24 Da forderte Pharao Mose und sprach: Ziehet hin und dienet dem Herrn; allein eure Schafe und Rinder lasst hier; lasst auch eure Kindlein mit euch ziehen.
Exo 10:25 Mose sprach: Du musst uns auch Opfer und Brandopfer geben, die wir unsrem Gott, dem HErrn, tun mögen.
Exo 10:26 Unser Vieh soll mit uns gehen und nicht eine Klaue dahintenbleiben; denn von demselben werden wir nehmen zum Dienst unseres Gottes, des HErrn. Denn wir wissen nicht, womit wir dem HErrn dienen sollen, bis dass wir dahin kommen.
Exo 10:27 Aber der HErr verstockte das Herz Pharaos, dass er sie nicht lassen wollte.
Exo 10:28 Und Pharao sprach zu ihm: Gehe von mir und hüte dich, dass du nicht mehr vor meine Augen kommst; denn welches Tages du vor meine Augen kommst, sollst du sterben.
Exo 10:29 Mose antwortete: Wie du gesagt hast; ich will nicht mehr vor deine Augen kommen.
Exo 11:1 Und der HErr sprach zu Mose: Ich will noch eine Plage über Pharao und Ägypten kommen lassen; darnach wird er euch von hinnen lassen und wird nicht allein alles lassen, sondern euch auch von hinnen treiben.
Exo 11:2 So sage nun vor dem Volk, dass ein jeglicher von seinem Nächsten und eine jegliche von ihrer Nächsten silberne und goldene Gefäße fordere.
Exo 11:3 Und der HErr gab dem Volk Gnade vor den Ägyptern. Und Mose war ein sehr großer Mann in Ägyptenland vor den Knechten Pharaos und vor dem Volk.
Exo 11:4 Und Mose sprach: So sagt der HErr: Ich will zu Mitternacht ausgehen in Ägyptenland;
Exo 11:5 und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl sitzt, bis an den ersten Sohn der Magd, die hinter der Mühle ist, und alle Erstgeburt unter dem Vieh;
Exo 11:6 und wird ein großes Geschrei sein in ganz Ägyptenland, desgleichen nie gewesen ist noch werden wird;
Exo 11:7 aber bei allen Kindern Israel soll nicht ein Hund mucken, unter Menschen sowohl als unter Vieh, auf dass ihr erfahret, wie der HErr Ägypten und Israel scheide.
Exo 11:8 Dann werden zu mir herabkommen alle diese deine Knechte und mir zu Füßen fallen und sagen: Zieh aus, du und alles Volk, das unter dir ist. Darnach will ich ausziehen. Und er ging von Pharao mit grimmigem Zorn.
Exo 11:9 Der HErr aber sprach zu Mose: Pharao hört euch nicht, auf dass viele Wunder geschehen in Ägyptenland.
Exo 11:10 Und Mose und Aaron haben diese Wunder alle getan vor Pharao; aber der HErr verstockte ihm sein Herz, dass er die Kinder Israel nicht lassen wollte aus seinem Lande.
Exo 12:1 Der HErr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland:
Exo 12:2 Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm sollt ihr die Monates des Jahres anheben.
Exo 12:3 Saget der ganzen Gemeinde Israel und sprecht: Am zehnten Tage dieses Monats nehme ein jeglicher ein Lamm, wo ein Hausvater ist, je ein Lamm zu einem Haus.
Exo 12:4 Wo ihrer aber in einem Hause zu einem Lamm zu wenig sind, so nehme er's und sein nächster Nachbar an seinem Hause, bis ihrer so viel wird, dass sie das Lamm aufessen können.
Exo 12:5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, daran kein Fehl ist, ein Männlein und ein Jahr alt; von den Schafen und Ziegen sollt ihr's nehmen
Exo 12:6 und sollt's behalten bis auf den vierzehnten Tag des Monats. Und ein jegliches Häuflein im ganzen Israel soll's schlachten gegen Abend.
Exo 12:7 Und sollt von seinem Blut nehmen und beide Pfosten der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, darin sie es essen.
Exo 12:8 Und sollt also das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot, und sollt es mit bitteren Kräutern essen.
Exo 12:9 Ihr sollt's nicht roh essen noch mit Wasser gesotten, sondern am Feuer gebraten, sein Haupt mit seinen Schenkeln und Eingeweiden.
Exo 12:10 Und sollt nichts davon übriglassen bis morgen; wo aber etwas übrigbleibt bis morgen, sollt ihr's mit Feuer verbrennen.
Exo 12:11 Also sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an den Füßen haben und Stäbe in euren Händen, und sollt's essen, als die hinwegeilen; denn es ist des HErrn Passah.
Exo 12:12 Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland, unter den Menschen und unter dem Vieh, und will meine Strafe beweisen an allen Göttern der Ägypter, ich, der HErr.
Exo 12:13 Und das Blut soll euer Zeichen sein an den Häusern, darin ihr seid, dass, wenn ich das Blut sehe, ich an euch vorübergehe und euch nicht die Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Ägyptenland schlage.
Exo 12:14 Ihr sollt diesen Tag haben zum Gedächtnis und sollt ihn feiern dem HErrn zum Fest, ihr und alle eure Nachkommen, zur ewigen Weise.
Exo 12:15 Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; nämlich am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun. Wer gesäuertes Brot isst vom ersten Tage an bis auf den siebenten, des Seele soll ausgerottet werden von Israel.
Exo 12:16 Der erste Tag soll heilig sein, dass ihr zusammenkommt; und der siebente soll auch heilig sein, dass ihr zusammenkommt. Keine Arbeit sollt ihr an dem tun; außer, was zur Speise gehört für allerlei Seelen, das allein mögt ihr für euch tun.
Exo 12:17 Und haltet das ungesäuerte Brot; denn eben an demselben Tage habe ich euer Heer aus Ägyptenland geführt; darum sollt ihr diesen Tag halten, ihr und alle eure Nachkommen, zur ewigen Weise.
Exo 12:18 Am vierzehnten Tage des ersten Monats, des Abends, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis an den einundzwanzigsten Tag des Monats an dem Abend,
Exo 12:19 dass man sieben Tage keinen Sauerteig finde in euren Häusern. Denn wer gesäuertes Brot isst, des Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israel, es sei ein Fremdling oder Einheimischer im Lande.
Exo 12:20 Darum so esset kein gesäuertes Brot, sondern eitel ungesäuertes Brot in allen euren Wohnungen.
Exo 12:21 Und Mose forderte alle Ältesten in Israel und sprach zu ihnen: Leset aus und nehmet Schafe für euch nach euren Geschlechtern und schlachtet das Passah.
Exo 12:22 Und nehmet ein Büschel Isop und tauchet in das Blut in dem Becken und berühret damit die Oberschwelle und die zwei Pfosten. Und gehe kein Mensch zu seiner Haustür heraus bis an den Morgen.
Exo 12:23 Denn der HErr wird umhergehen und die Ägypter plagen. Und wenn er das Blut sehen wird an der Oberschwelle und den zwei Pfosten, wird er an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, zu plagen.
Exo 12:24 Darum so halte diese Weise für dich und deine Kinder ewiglich.
Exo 12:25 Und wenn ihr in das Land kommt, das euch der HErr geben wird, wie er geredet hat, so haltet diesen Dienst.
Exo 12:26 Und wenn eure Kinder werden zu euch sagen: Was habt ihr da für einen Dienst?
Exo 12:27 sollt ihr sagen: Es ist das Passahopfer des HErrn, der an den Kindern Israel vorüberging in Ägypten, da er die Ägypter plagte und unsre Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und betete an.
Exo 12:28 Und die Kinder Israel gingen hin und taten, wie der HErr Mose und Aaron geboten hatte.
Exo 12:29 Und zur Mitternacht schlug der HErr alle Erstgeburt in Ägyptenland von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl saß, bis auf den ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstgeburt des Viehs.
Exo 12:30 Da stand Pharao auf und alle seine Knechte in derselben Nacht und alle Ägypter, und ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, darin nicht ein Toter war.
Exo 12:31 Und er forderte Moses und Aaron in der Nacht und sprach: Macht euch auf und ziehet aus von meinem Volk, ihr und die Kinder Israel; gehet hin und dienet dem HErrn, wie ihr gesagt habt.
Exo 12:32 Nehmet auch mit euch eure Schafe und Rinder, wie ihr gesagt habt; gehet hin und segnet mich auch.
Exo 12:33 Und die Ägypter drängten das Volk, dass sie es eilend aus dem Lande trieben; denn sie sprachen: Wir sind alle des Todes.
Exo 12:34 Und das Volk trug den rohen Teig, ehe denn er versäuert war, zu ihrer Speise, gebunden in ihren Kleidern, auf ihren Achseln.
Exo 12:35 Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte, und von den Ägyptern gefordert silberne und goldene Geräte und Kleider.
Exo 12:36 Dazu hatte der HErr dem Volk Gnade gegeben vor den Ägyptern, dass sie ihnen willfährig waren; und so nahmen sie es von den Ägyptern zur Beute.
Exo 12:37 Also zogen aus die Kinder Israel von Raemses gen Sukkoth, sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder.
Exo 12:38 Und es zog auch mit ihnen viel Pöbelvolk und Schafe und Rinder, sehr viel Vieh.
Exo 12:39 Und sie buken aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten brachten, ungesäuerte Kuchen; denn es war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten gestoßen wurden und nicht verziehen konnten und sich sonst keine Zehrung zubereitet hatten.
Exo 12:40 Die Zeit aber, die die Kinder Israel in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre.
Exo 12:41 Da dieselben um waren, ging das ganze Heer des HErrn auf einen Tag aus Ägyptenland.
Exo 12:42 Darum wird diese Nacht dem HErrn gehalten, dass er sie aus Ägyptenland geführt hat; und die Kinder Israel sollen sie dem HErrn halten, sie und ihre Nachkommen.
Exo 12:43 Und der HErr sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die Weise, Passah zu halten. Kein Fremder soll davon essen.
Exo 12:44 Aber wer ein erkaufter Knecht ist, den beschneide man, und dann esse er davon.
Exo 12:45 Ein Beisass<RF>bedeutet: Einwohner mit eingeschränkten Bürgerrechten<Rf> und Mietling<RF>bedeutet: Tagelöhner<Rf> sollen nicht davon essen.
Exo 12:46 In einem Hause soll man's essen; ihr sollt nichts von seinem Fleisch hinaus vor das Haus tragen und sollt kein Bein an ihm zerbrechen.
Exo 12:47 Die ganze Gemeinde Israel soll solches tun.
Exo 12:48 So aber ein Fremdling bei dir wohnt und dem HErrn das Passah halten will, der beschneide alles, was männlich ist; alsdann mache er sich herzu, dass er solches tue, und sei wie ein Einheimischer des Landes; denn kein Unbeschnittener soll davon essen.
Exo 12:49 Einerlei Gesetz sei dem Einheimischen und dem Fremdling, der unter euch wohnt.
Exo 12:50 Und alle Kinder Israel taten, wie der HErr Mose und Aaron hatte geboten.
Exo 12:51 Also führte der HErr auf einen Tag die Kinder Israel aus Ägyptenland mit ihrem Heer.
Exo 13:1 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 13:2 Heilige mir alle Erstgeburt, die allerlei Mutter bricht, bei den Kindern Israel, unter den Menschen und unter dem Vieh; denn sie sind mein.
Exo 13:3 Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten, aus dem Diensthause, gegangen seid, dass der HErr euch mit mächtiger Hand von hinnen hat ausgeführt; darum sollst du nicht Sauerteig essen.
Exo 13:4 Heute seid ihr ausgegangen, in dem Monat Abib.
Exo 13:5 Wenn dich nun der HErr bringen wird in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Heviter und Jebusiter, dass er deinen Vätern geschworen hat dir zu geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat.
Exo 13:6 Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, und am siebenten Tage ist des HErrn Fest.
Exo 13:7 Darum sollst du sieben Tage ungesäuertes Brot essen, dass bei dir kein Sauerteig noch gesäuertes Brot gesehen werde an allen deinen Orten.
Exo 13:8 Ihr sollt euren Söhnen sagen an demselben Tage: Solches halten wir um deswillen, was uns der HErr getan hat, da wir aus Ägypten zogen.
Exo 13:9 Darum soll dir's sein ein Zeichen in deiner Hand und ein Denkmal vor deinen Augen, auf dass des HErrn Gesetz sei in deinem Munde; denn der HErr hat dich mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt.
Exo 13:10 Darum halte diese Weise zu seiner Zeit jährlich.
Exo 13:11 Wenn dich nun der HErr ins Land der Kanaaniter gebracht hat, wie er dir und deinen Vätern geschworen hat, und dir's gegeben,
Exo 13:12 so sollst du aussondern dem HErrn alles, was die Mutter bricht, und alle Erstgeburt unter dem Vieh, was ein Männlein ist.
Exo 13:13 Die Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf; wo du es aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Aber alle erste Menschengeburt unter deinen Söhnen sollst du lösen.
Exo 13:14 Und wenn dich heute oder morgen dein Kind wird fragen: Was ist das? sollst du ihm sagen: Der HErr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten, von dem Diensthause, geführt.
Exo 13:15 Denn da Pharao hart war, uns loszulassen, erschlug der HErr alle Erstgeburt in Ägyptenland, von der Menschen Erstgeburt an bis an die Erstgeburt des Viehs. Darum opfre ich dem HErrn alles, was die Mutter bricht, was ein Männlein ist, und die Erstgeburt meiner Söhne löse ich.
Exo 13:16 Und das soll dir ein Zeichen in deiner Hand sein und ein Denkmal vor deinen Augen; denn der HErr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt.
Exo 13:17 Da nun Pharao das Volk gelassen hatte, führte sie Gott nicht auf der Straße durch der Philister Land, die am nächsten war; denn Gott gedachte es möchte das Volk gereuen, wenn sie den Streit sähen, und sie möchten wieder nach Ägypten umkehren.
Exo 13:18 Darum führte er das Volk um auf die Straße durch die Wüste am Schilfmeer. Und die Kinder Israel zogen gerüstet aus Ägyptenland.
Exo 13:19 Und Mose nahm mit sich die Gebeine Josephs. Denn er hatte einen Eid von den Kindern Israel genommen und gesprochen: Gott wird euch heimsuchen; so führet meine Gebeine mit euch von hinnen.
Exo 13:20 Also zogen sie aus von Sukkoth und lagerten sich in Etham, vorn an der Wüste.
Exo 13:21 Und der HErr zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, dass er sie den rechten Weg führte, und des Nachts in einer Feuersäule, dass er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht.
Exo 13:22 Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages noch die Feuersäule des Nachts.
Exo 14:1 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 14:2 Rede mit den Kindern Israel und sprich, dass sie sich herumlenken und sich lagern bei Pihachiroth, zwischen Migdol und dem Meer, gegen Baal-Zephon, und daselbst gegenüber sich lagern ans Meer.
Exo 14:3 Denn Pharao wird sagen von den Kindern Israel: Sie sind verirrt im Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen.
Exo 14:4 Und ich will sein Herz verstocken, dass er ihnen nachjage, und will an Pharao und an aller seiner Macht Ehre einlegen, und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der HErr bin. Und sie taten also.
Exo 14:5 Und da es dem König in Ägypten angesagt ward, dass das Volk geflohen war, ward sein Herz verwandelt und das Herz seiner Knechte gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan, dass wir Israel haben gelassen, dass sie uns nicht dienten?
Exo 14:6 Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich
Exo 14:7 und nahm sechshundert auserlesene Wagen und was sonst von Wagen in Ägypten war und die Hauptleute über all sein Heer.
Exo 14:8 Denn der HErr verstockte das Herz Pharaos, des Königs in Ägypten, dass er den Kindern Israel nachjagte. Aber die Kinder Israel waren durch eine hohe Hand ausgezogen.
Exo 14:9 Und die Ägypter jagten ihnen nach und ereilten sie (da sie sich gelagert hatten am Meer) mit Rossen und Wagen und Reitern und allem Heer des Pharao bei Pihachiroth, gegen Baal-Zephon.
Exo 14:10 Und da Pharao nahe zu ihnen kam, hoben die Kinder Israel ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; und sie fürchteten sich sehr und schrieen zu dem HErrn
Exo 14:11 und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns musstest wegführen, dass wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das getan, dass du uns aus Ägypten geführt hast?
Exo 14:12 Ist's nicht das, das wir dir sagten in Ägypten: Höre auf und lass uns den Ägyptern dienen? Denn es wäre uns ja besser den Ägyptern dienen als in der Wüste sterben.
Exo 14:13 Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der HErr heute an euch tun wird. Denn diese Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen ewiglich.
Exo 14:14 Der HErr wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.
Exo 14:15 Der HErr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israel, dass sie ziehen.
Exo 14:16 Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es voneinander, dass die Kinder Israel hineingehen, mitten hindurch auf dem Trockenen.
Exo 14:17 Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie euch nachfolgen. So will ich Ehre einlegen an dem Pharao und an aller seiner Macht, an seinen Wagen und Reitern.
Exo 14:18 Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der HErr bin, wenn ich Ehre eingelegt habe an Pharao und an seinen Wagen und Reitern.
Exo 14:19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels her zog, und machte sich hinter sie; und die Wolkensäule machte sich auch von ihrem Angesicht und trat hinter sie
Exo 14:20 und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Es war aber eine finstere Wolke und erleuchtete die Nacht, dass sie die ganze Nacht, diese und jene, nicht zusammenkommen konnten.
Exo 14:21 Da nun Mose seine Hand reckte über das Meer, ließ es der HErr hinwegfahren durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken; und die Wasser teilten sich voneinander.
Exo 14:22 Und die Kinder Israel gingen hinein, mitten ins Meer auf dem Trockenen; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken.
Exo 14:23 Und die Ägypter folgten und gingen hinein ihnen nach, alle Rosse Pharaos und Wagen und Reiter, mitten ins Meer.
Exo 14:24 Als nun die Morgenwache kam, schaute der HErr auf der Ägypter Heer aus der Feuersäule und Wolke und machte einen Schrecken in ihrem Heer
Exo 14:25 und stieß die Räder von ihren Wagen, stürzte sie mit Ungestüm. Da sprachen die Ägypter: Lasst uns fliehen von Israel; der HErr streitet für sie wider die Ägypter.
Exo 14:26 Aber der HErr sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, dass das Wasser wieder herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Reiter.
Exo 14:27 Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam wieder vor morgens in seinen Strom, und die Ägypter flohen ihm entgegen. Also stürzte sie der HErr mitten ins Meer,
Exo 14:28 dass das Wasser wiederkam und bedeckte Wagen und Reiter und alle Macht des Pharao, die ihnen nachgefolgt waren ins Meer, dass nicht einer aus ihnen übrigblieb.
Exo 14:29 Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken.
Exo 14:30 Also half der HErr Israel an dem Tage von der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres
Exo 14:31 und die große Hand, die der HErr an den Ägyptern erzeigt hatte. Und das Volk fürchtete den HErrn, und sie glaubten ihm und seinem Knecht Mose.
Exo 15:1 Da sang Mose und die Kinder Israel dies Lied dem HErrn und sprachen: Ich will dem HErrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt.
Exo 15:2 Der HErr ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen; er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.
Exo 15:3 Der HErr ist der rechte Kriegsmann; HErr ist sein Name.
Exo 15:4 Die Wagen Pharaos und seine Macht warf er ins Meer; seine auserwählten Hauptleute versanken im Schilfmeer.
Exo 15:5 Die Tiefe hat sie bedeckt; sie fielen zu Grund wie die Steine.
Exo 15:6 HErr, deine rechte Hand tut große Wunder; HErr, deine rechte Hand hat die Feinde zerschlagen.
Exo 15:7 Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher gestürzt; denn da du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie Stoppeln.
Exo 15:8 Durch dein Blasen taten sich die Wasser empor, und die Fluten standen in Haufen; die Tiefe wallte voneinander mitten im Meer.
Exo 15:9 Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und erhaschen und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen; ich will mein Schwert ausziehen, und meine Hand soll sie verderben.
Exo 15:10 Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser.
Exo 15:11 HErr, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig sei?
Exo 15:12 Da du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die Erde.
Exo 15:13 Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöset hast, und hast sie geführt durch deine Stärke zu deiner heiligen Wohnung.
Exo 15:14 Da das die Völker hörten, erbebten sie; Angst kam die Philister an;
Exo 15:15 da erschraken die Fürsten Edoms; Zittern kam die Gewaltigen Moabs an; alle Einwohner Kanaans wurden feig.
Exo 15:16 Es fällt auf sie Erschrecken und Furcht durch deinen großen Arm, dass sie erstarren wie die Steine, bis dein Volk, HErr, hindurchkomme, bis das Volk hindurchkomme, das du erworben hast.
Exo 15:17 Du bringst sie hinein und pflanzest sie auf dem Berge deines Erbteils, den du, HErr, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, HErr, das deine Hand bereitet hat.
Exo 15:18 Der HErr wird König sein immer und ewig.
Exo 15:19 Denn Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern; und der HErr ließ das Meer wieder über sie fallen. Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer.
Exo 15:20 Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke in ihre Hand, und alle Weiber folgten ihr nach hinaus mit Pauken im Reigen.
Exo 15:21 Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HErrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt.
Exo 15:22 Mose ließ die Kinder Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zu der Wüste Sur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste, dass sie kein Wasser fanden.
Exo 15:23 Da kamen sie gen Mara; aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher hieß man den Ort Mara.
Exo 15:24 Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?
Exo 15:25 Er schrie zu dem HErrn, und der HErr wies ihm einen Baum; den tat er ins Wasser, da ward es süß. Daselbst stellte er ihnen ein Gesetz und ein Recht und versuchte sie
Exo 15:26 und sprach: Wirst du der Stimme des HErrn, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und zu Ohren fassen seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich der Krankheiten keine auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HErr, dein Arzt.
Exo 15:27 Und sie kamen gen Elim, da waren zwölf Wasserbrunnen und siebzig Palmbäume, und sie lagerten sich daselbst ans Wasser.
Exo 16:1 Von Elim zogen sie aus; und die ganze Gemeinde der Kinder Israel kam in die Wüste Sin, die da liegt zwischen Elim und Sinai, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie aus Ägypten gezogen waren.
Exo 16:2 Und es murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel wider Mose und Aaron in der Wüste
Exo 16:3 und sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des HErrn Hand, da wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten die Fülle Brot zu essen; denn ihr habt uns darum ausgeführt in diese Wüste, dass ihr diese ganze Gemeinde Hungers sterben lasset.
Exo 16:4 Da sprach der HErr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sammeln täglich, was es des Tages bedarf, dass ich's versuche, ob's in meinen Gesetzen wandle oder nicht.
Exo 16:5 Des sechsten Tages aber sollen sie zurichten, was sie einbringen, und es wird zwiefältig soviel sein, als sie sonst täglich sammeln.
Exo 16:6 Mose und Aaron sprachen zu allen Kindern Israel: Am Abend sollt ihr innewerden, dass euch der HErr aus Ägyptenland geführt hat,
Exo 16:7 und des Morgens werdet ihr des HErrn Herrlichkeit sehen; denn er hat euer Murren wider den HErrn gehört. Was sind wir, dass ihr wider uns murret?
Exo 16:8 Weiter sprach Mose: Der HErr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brots die Fülle, darum dass der HErr euer Murren gehört hat, das ihr wider ihn gemurrt habt. Denn was sind wir? Euer Murren ist nicht wider uns, sondern wider den HErrn.
Exo 16:9 Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Kommt herbei vor den HErrn, denn er hat euer Murren gehört.
Exo 16:10 Und da Aaron also redete zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, wandten sie sich gegen die Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des HErrn erschien in einer Wolke.
Exo 16:11 Und der HErr sprach zu Mose:
Exo 16:12 Ich habe der Kinder Israel Murren gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden, und innewerden, dass ich der HErr, euer Gott, bin.
Exo 16:13 Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Heer. Und am Morgen lag der Tau um das Heer her.
Exo 16:14 Und als der Tau weg war, siehe, da lag's in der Wüste rund und klein wie der Reif auf dem Lande.
Exo 16:15 Und da es die Kinder Israel sahen, sprachen sie untereinander: Man hu [d. h. was ist das?]; denn sie wussten nicht was es war. Mose aber sprach zu ihnen: es ist das Brot, das euch der HErr zu essen gegeben hat.
Exo 16:16 Das ist's aber, was der HErr geboten hat: Ein jeglicher sammle, soviel er für sich essen mag, und nehme einen Gomer<RF>Ein Gomer ist nach Vers 36 der zehnte Teil eines Epha. Ein Epha fasste 36,4 Liter.<Rf> auf ein jeglich Haupt nach der Zahl der Seelen in seiner Hütte.
Exo 16:17 Und die Kinder Israel taten also und sammelten, einer viel, der andere wenig.
Exo 16:18 Aber da man's mit dem Gomer maß, fand der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte; sondern ein jeglicher hatte gesammelt, soviel er für sich essen mochte.
Exo 16:19 Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas davon übrig bis morgen.
Exo 16:20 Aber sie gehorchten Mose nicht. Und etliche ließen davon übrig bis morgen; da wuchsen Würmer darin, und es ward stinkend. Und Mose ward zornig auf sie.
Exo 16:21 Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeglicher für sich essen mochte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es.
Exo 16:22 Und des sechsten Tages sammelten sie des Brots zwiefältig, je zwei Gomer für einen. Und alle Obersten der Gemeinde kamen hinein und verkündigten's Mose.
Exo 16:23 Und er sprach zu ihnen: Das ist's, was der HErr gesagt hat: Morgen ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HErrn; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das lasset bleiben, dass es behalten werde bis morgen.
Exo 16:24 Und sie ließen's bleiben bis morgen, wie Mose geboten hatte; da ward's nicht stinkend und war auch kein Wurm darin.
Exo 16:25 Da sprach Mose: Esset das heute, denn es ist heute der Sabbat des HErrn; ihr werdet's heute nicht finden auf dem Felde.
Exo 16:26 Sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist der Sabbat, an dem wird nichts da sein.
Exo 16:27 Aber am siebenten Tage gingen etliche vom Volk hinaus, zu sammeln, und fanden nichts.
Exo 16:28 Da sprach der HErr zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, zu halten meine Gebote und Gesetze?
Exo 16:29 Sehet, der HErr hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tage zweier Tage Brot. So bleibe nun ein jeglicher in dem Seinen, und niemand gehe heraus von seinem Ort des siebenten Tages.
Exo 16:30 Also feierte das Volk am siebenten Tage.
Exo 16:31 Und das Haus Israel hieß es Man. Und es war wie Koriandersamen und weiß und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig.
Exo 16:32 Und Mose sprach: Das ist's, was der HErr geboten hat: Fülle ein Gomer davon, es zu behalten auf eure Nachkommen, auf dass man sehe das Brot, damit ich euch gespeist habe in der Wüste, da ich euch aus Ägyptenland führte.
Exo 16:33 Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein Krüglein und tu ein Gomer voll Man darein und lass es vor dem HErrn, dass es behalten werde auf eure Nachkommen.
Exo 16:34 Wie der HErr dem Mose geboten hatte, also ließ es Aaron daselbst vor dem Zeugnis, dass es behalten werde.
Exo 16:35 Und die Kinder Israel aßen Man vierzig Jahre, bis dass sie zu dem Lande kamen, da sie wohnen sollten; bis an die Grenze des Landes Kanaan aßen sie Man.
Exo 16:36 Ein Gomer aber ist der zehnte Teil eines Epha.
Exo 17:1 Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel zog aus der Wüste Sin ihre Tagereisen, wie ihnen der HErr befahl, und sie lagerten sich in Raphidim. Da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
Exo 17:2 Und sie zankten mit Mose und sprachen: Gebt uns Wasser, dass wir trinken. Mose sprach zu ihnen: Was zankt ihr mit mir? Warum versucht ihr den HErrn?
Exo 17:3 Da aber das Volk daselbst dürstete nach Wasser, murrten sie wider Mose und sprachen: Warum hast du uns lassen aus Ägypten ziehen, dass du uns, unsre Kinder und unser Vieh Durstes sterben ließest?
Exo 17:4 Mose schrie zum HErrn und sprach: Wie soll ich mit dem Volk tun? Es fehlt nicht viel, sie werden mich noch steinigen.
Exo 17:5 Der HErr sprach zu ihm: Gehe hin vor dem Volk und nimm etliche Älteste von Israel mit dir und nimm deinen Stab in deine Hand, mit dem du den Strom schlugst, und gehe hin.
Exo 17:6 Siehe, ich will daselbst stehen vor dir auf einem Fels am Horeb; da sollst du den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, dass das Volk trinke. Mose tat also vor den Ältesten von Israel.
Exo 17:7 Da hieß man den Ort Massa und Meriba um des Zanks willen der Kinder Israel, und dass sie den HErrn versucht und gesagt hatten: Ist der HErr unter uns oder nicht?  
Exo 17:8 Da kam Amalek und stritt wider Israel in Raphidim.
Exo 17:9 Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und streite wider Amalek; morgen will ich auf des Hügels Spitze stehen und den Stab Gottes in meiner Hand haben.
Exo 17:10 Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, dass er wider Amalek stritte. Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Spitze des Hügels.
Exo 17:11 Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hand niederließ, siegte Amalek.
Exo 17:12 Aber die Hände Moses wurden schwer; darum nahmen sie einen Stein und legten ihn unter ihn, dass er sich daraufsetzte. Aaron aber und Hur stützten ihm seine Hände, auf jeglicher Seite einer. Also blieben seine Hände fest, bis die Sonne unterging.
Exo 17:13 Und Josua dämpfte den Amalek und sein Volk durch des Schwertes Schärfe.
Exo 17:14 Und der HErr sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein Buch und befiehl's in die Ohren Josuas; denn ich will den Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man sein nicht mehr gedenke.
Exo 17:15 Und Mose baute einen Altar und hieß ihn: Der HErr ist mein Panier.
Exo 17:16 Denn er sprach: Es ist ein Malzeichen bei dem Stuhl des HErrn, dass der HErr streiten wird wider Amalek von Kind zu Kindeskind.
Exo 18:1 Und da Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, hörte alles, was Gott getan hatte mit Mose und seinem Volk Israel, dass der HErr Israel hätte aus Ägypten geführt,
Exo 18:2 nahm er Zippora, Moses Weib, die er hatte zurückgesandt,
Exo 18:3 samt ihren zwei Söhnen, deren einer hieß Gerson (denn er sprach: Ich bin ein Gast geworden in fremdem Lande)
Exo 18:4 und der andere Elieser (denn er sprach: Der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich errettet von dem Schwert Pharaos).
Exo 18:5 Da nun Jethro, Moses Schwiegervater, und seine Söhne und sein Weib zu ihm kamen in die Wüste, an den Berg Gottes, da er sich gelagert hatte,
Exo 18:6 ließ er Mose sagen: Ich, Jethro, dein Schwiegervater, bin zu dir gekommen und dein Weib und ihre beiden Söhne mit ihr.
Exo 18:7 Da ging Mose hinaus ihm entgegen und neigte sich vor ihm und küsste ihn. Und da sie sich untereinander gegrüßt hatten, gingen sie in die Hütte.
Exo 18:8 Da erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der HErr dem Pharao und den Ägyptern getan hatte Israels halben, und alle die Mühsal, die ihnen auf den Wege begegnet war, und dass sie der HErr errettet hätte.
Exo 18:9 Jethro aber freute sich all des Guten, das der HErr Israel getan hatte, dass er sie errettet hatte von der Ägypter Hand.
Exo 18:10 Und Jethro sprach: Gelobt sei der HErr, der euch errettet hat von der Ägypter und Pharaos Hand, der weiß sein Volk von der Ägypter Hand zu erretten.
Exo 18:11 Nun weiß ich, dass der HErr größer ist denn alle Götter, darum dass sie Hochmut an ihnen geübt haben.
Exo 18:12 Und Jethro, Moses Schwiegervater, brachte Gott ein Brandopfer mit Dankopfern. Da kamen Aaron und alle Ältesten in Israel, mit Moses Schwiegervater das Brot zu essen vor Gott.
Exo 18:13 Des andern Morgens setzte sich Mose, das Volk zu richten; und das Volk stand um Mose her von Morgen an bis zu Abend.
Exo 18:14 Da aber sein Schwiegervater sah alles, was er mit dem Volke tat, sprach er: Was ist's, das du tust mit dem Volk? Warum sitzest du allein, und alles Volk steht um dich her von Morgen an bis zu Abend?
Exo 18:15 Mose antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir, Gott um Rat zu fragen.
Exo 18:16 Denn wo sie was zu schaffen haben, kommen sie zu mir, dass ich richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten und zeige ihnen Gottes Rechte und seine Gesetze.
Exo 18:17 Sein Schwiegervater sprach zu ihm: Es ist nicht gut, was du tust.
Exo 18:18 Du machst dich zu müde, dazu das Volk auch, das mit dir ist. Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst's allein nicht ausrichten.
Exo 18:19 Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Pflege du des Volks vor Gott und bringe die Geschäfte vor Gott
Exo 18:20 und stelle ihnen Rechte und Gesetze, dass du sie lehrest den Weg, darin sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.
Exo 18:21 Siehe dich aber um unter allem Volk nach redlichen Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind; die setze über sie, etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn,
Exo 18:22 dass sie das Volk allezeit richten; wo aber eine große Sache ist, dass sie dieselbe an dich bringen, und sie alle geringen Sachen richten. So wird dir's leichter werden, und sie werden mit dir tragen.
Exo 18:23 Wirst du das tun, so kannst du ausrichten, was Gott dir gebietet, und all dies Volk kann mit Frieden an seinen Ort kommen.
Exo 18:24 Mose gehorchte seines Schwiegervaters Wort und tat alles, was er sagte,
Exo 18:25 und erwählte redliche Leute aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn,
Exo 18:26 dass sie das Volk allezeit richteten; was aber schwere Sachen wären, zu Mose brächten, und die kleinen Sachen selber richteten.
Exo 18:27 Also ließ Mose seinen Schwiegervater in sein Land ziehen.
Exo 19:1 Im dritten Monat nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai.
Exo 19:2 Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste daselbst gegenüber dem Berge.
Exo 19:3 Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HErr rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel:
Exo 19:4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht.
Exo 19:5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
Exo 19:6 Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst.
Exo 19:7 Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HErr geboten hatte.
Exo 19:8 Und alles Volk antwortete zugleich und sprach: Alles, was der HErr geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volkes dem HErrn wieder.
Exo 19:9 Und der HErr sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf dass dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HErrn die Rede des Volks.
Exo 19:10 Und der HErr sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen
Exo 19:11 und bereit seien auf den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HErr herabfahren auf den Berg Sinai.
Exo 19:12 Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, dass ihr nicht auf den Berg steiget noch sein Ende anrühret; denn wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben.
Exo 19:13 Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoss erschossen werden; es sei ein Tier oder Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen.
Exo 19:14 Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider.
Exo 19:15 Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe.
Exo 19:16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak.
Exo 19:17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg.
Exo 19:18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum dass der HErr herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, dass der ganze Berg sehr bebte.
Exo 19:19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut.
Exo 19:20 Als nun der HErr herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf.
Exo 19:21 Da sprach der HErr zu ihm: Steig hinab und bezeuge dem Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HErrn, ihn zu sehen, und viele aus ihnen fallen.
Exo 19:22 Dazu die Priester, die zum HErrn nahen, sollen sich heiligen, dass sie der HErr nicht zerschmettere.
Exo 19:23 Mose aber sprach zum HErrn: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeugt und gesagt: Mache ein Gehege um den Berg und heilige ihn.
Exo 19:24 Und der HErr sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab! Du und Aaron mit dir sollt heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, dass sie hinaufsteigen zu dem HErrn, dass er sie nicht zerschmettere.
Exo 19:25 Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihm.
Exo 20:1 Und Gott redete alle diese Worte:
Exo 20:2 Ich bin der HErr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.
Exo 20:3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
Exo 20:4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Exo 20:5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HErr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
Exo 20:6 und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.
Exo 20:7 Du sollst den Namen des HErrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Exo 20:8 Gedenke des Sabbattags, dass Du ihn heiligest.
Exo 20:9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken;
Exo 20:10 aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HErrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.
Exo 20:11 Denn in sechs Tagen hat der HErr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HErr den Sabbattag und heiligte ihn.
Exo 20:12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, dass dir der HErr, dein Gott, gibt.
Exo 20:13 Du sollst nicht töten.
Exo 20:14 Du sollst nicht ehebrechen.
Exo 20:15 Du sollst nicht stehlen.
Exo 20:16 Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Exo 20:17 Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.
Exo 20:18 Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne
Exo 20:19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und lass Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben.
Exo 20:20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, dass er euch versuchte und dass seine Furcht euch vor Augen wäre, dass ihr nicht sündiget.
Exo 20:21 Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu in das Dunkel, darin Gott war.
Exo 20:22 Und der HErr sprach zu ihm: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ihr habt gesehen, dass ich mit euch vom Himmel geredet habe.
Exo 20:23 Darum sollt ihr nichts neben mir machen; silberne und goldene Götter sollt ihr nicht machen.
Exo 20:24 Einen Altar von Erde mache mir, darauf du dein Brandopfer und Dankopfer, deine Schafe und Rinder opferst. Denn an welchem Ort ich meines Namens Gedächtnis stiften werde, da will ich zu dir kommen und dich segnen.
Exo 20:25 Und so du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht von gehauenen Steinen bauen; denn wo du mit deinem Messer darüber fährst, so wirst du ihn entweihen.
Exo 20:26 Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar steigen, dass nicht deine Blöße aufgedeckt werde vor ihm.
Exo 21:1 Dies sind die Rechte, die du ihnen sollst vorlegen:
Exo 21:2 So du einen hebräischen Knecht kaufst, der soll dir sechs Jahre dienen; im siebenten Jahr soll er frei ausgehen umsonst.
Exo 21:3 Ist er ohne Weib gekommen, so soll er auch ohne Weib ausgehen; ist er aber mit Weib gekommen, so soll sein Weib mit ihm ausgehen.
Exo 21:4 Hat ihm aber sein Herr ein Weib gegeben, und er hat Söhne oder Töchter gezeugt, so soll das Weib und die Kinder seines Herrn sein, er aber soll ohne Weib ausgehen.
Exo 21:5 Spricht aber der Knecht: Ich habe meinen Herren lieb und mein Weib und Kind, ich will nicht frei werden,
Exo 21:6 so bringe ihn sein Herr vor die „Götter”<RF>bedeutet: Richter<Rf> und halte ihn an die Tür oder den Pfosten und bohre ihm mit einem Pfriemen durch sein Ohr, und er sei sein Knecht ewig.
Exo 21:7 Verkauft jemand sein Tochter zur Magd, so soll sie nicht ausgehen wie die Knechte.
Exo 21:8 Gefällt sie aber ihrem Herrn nicht und will er sie nicht zur Ehe nehmen, so soll er sie zu lösen geben. Aber unter ein fremdes Volk sie zu verkaufen hat er nicht Macht, weil er sie verschmäht hat.
Exo 21:9 Vertraut er sie aber seinem Sohn, so soll er Tochterrecht an ihr tun.
Exo 21:10 Gibt er ihm aber noch eine andere, so soll er an ihrer Nahrung, Kleidung und Eheschuld nichts abbrechen.
Exo 21:11 Tut er diese drei nicht, so soll sie frei ausgehen ohne Lösegeld.
Exo 21:12 Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll des Todes sterben.
Exo 21:13 Hat er ihm aber nicht nachgestellt, sondern Gott hat ihn lassen ungefähr in seine Hände fallen, so will ich dir einen Ort bestimmen, dahin er fliehen soll.
Exo 21:14 Wo aber jemand an seinem Nächsten frevelt und ihn mit List erwürgt, so sollst du denselben von meinem Altar nehmen, dass man ihn töte.
Exo 21:15 Wer Vater oder Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.
Exo 21:16 Wer einen Menschen stiehlt, es sei, dass er ihn verkauft oder dass man ihn bei ihm findet, der soll des Todes sterben.
Exo 21:17 Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.
Exo 21:18 Wenn Männer miteinander hadern und einer schlägt den andern mit einem Stein oder mit einer Faust, dass er nicht stirbt, sondern zu Bette liegt:
Exo 21:19 kommt er auf, dass er ausgeht an seinem Stabe, so soll, der ihn schlug, unschuldig sein, nur dass er ihm bezahle, was er versäumt hat, und das Arztgeld gebe.
Exo 21:20 Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt mit einem Stabe, dass sie sterben unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden.
Exo 21:21 Bleibt er aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er darum nicht gestraft werden; denn es ist sein Geld.
Exo 21:22 Wenn Männer hadern und verletzen ein schwangeres Weib, dass ihr die Frucht abgeht, und ihr kein Schade widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wieviel des Weibes Mann ihm auflegt, und er soll's geben nach der Schiedsrichter Erkennen.
Exo 21:23 Kommt ihr aber ein Schade daraus, so soll er lassen Seele um Seele,
Exo 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,
Exo 21:25 Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule.
Exo 21:26 Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd in ein Auge schlägt und verderbt es, der soll sie frei loslassen um das Auge.
Exo 21:27 Desgleichen, wenn er seinem Knecht oder seiner Magd einen Zahn ausschlägt, soll er sie frei loslassen um den Zahn.
Exo 21:28 Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, dass sie sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig.
Exo 21:29 Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem Herrn ist's angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.
Exo 21:30 Wird man aber ein Lösegeld auf ihn legen, so soll er geben, sein Leben zu lösen, was man ihm auflegt.
Exo 21:31 Desgleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder Tochter stößt.
Exo 21:32 Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er ihrem Herrn dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man steinigen.
Exo 21:33 So jemand eine Grube auftut oder gräbt eine Grube und deckt sie nicht zu, und es fällt ein Ochs oder Esel hinein,
Exo 21:34 so soll's der Herr der Grube mit Geld dem andern wiederbezahlen; das Aas aber soll sein sein.
Exo 21:35 Wenn jemandes Ochse eines andern Ochsen stößt, dass er stirbt, so sollen sie den lebendigen Ochsen verkaufen und das Geld teilen und das Aas auch teilen.
Exo 21:36 Ist's aber kund gewesen, dass der Ochse zuvor stößig gewesen ist, und sein Herr hat ihn nicht verwahrt, so soll er einen Ochsen für den andern vergelten und das Aas haben.
Exo 21:37 Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf stiehlt und schlachtet's oder verkauft's, der soll fünf Ochsen für einen Ochsen wiedergeben und vier Schafe für ein Schaf.
Exo 22:1 Wenn ein Dieb ergriffen wird, dass er einbricht, und wird dabei geschlagen, dass er stirbt, so soll man kein Blutgericht über jenen lassen gehen.
Exo 22:2 Ist aber die Sonne über ihn aufgegangen, so soll man das Blutgericht gehen lassen. Es soll aber ein Dieb wiedererstatten; hat er nichts, so verkaufe man ihn um seinen Diebstahl.
Exo 22:3 Findet man aber bei ihm den Diebstahl lebendig, es sei Ochse, Esel oder Schaf, so soll er's zwiefältig wiedergeben.
Exo 22:4 Wenn jemand einen Acker oder Weinberg beschädigt, dass er sein Vieh lässt Schaden tun in eines andern Acker, der soll von dem Besten auf seinem Acker und Weinberg wiedererstatten.
Exo 22:5 Wenn ein Feuer auskommt und ergreift die Dornen und verbrennt die Garben oder Getreide, das noch steht, oder den Acker, so soll der wiedererstatten, der das Feuer angezündet hat.
Exo 22:6 Wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte zu bewahren gibt, und es wird demselben aus seinem Hause gestohlen: findet man den Dieb, so soll er's zwiefältig wiedergeben;
Exo 22:7 findet man aber den Dieb nicht, so soll man den Hauswirt vor die „Götter”<RF>bedeutet: Richter<Rf> bringen, ob er nicht seine Hand habe an seines Nächsten Habe gelegt.
Exo 22:8 Wo einer den andern beschuldigt um irgend ein Unrecht, es sei um Ochsen oder Esel oder Schaf oder Kleider oder allerlei, das verloren ist, so soll beider Sache vor die „Götter” kommen. Welchen die „Götter” verdammen, der soll's zwiefältig seinem Nächsten wiedergeben.
Exo 22:9 Wenn jemand seinem Nächsten einen Esel oder Ochsen oder ein Schaf oder irgend ein Vieh zu bewahren gibt, und es stirbt ihm oder wird beschädigt oder wird ihm weggetrieben, dass es niemand sieht,
Exo 22:10 so soll man's unter ihnen auf einen Eid bei dem HErrn kommen lassen, ob er nicht habe seine Hand an seines Nächsten Habe gelegt; und des Gutes Herr soll's annehmen, also dass jener nicht bezahlen müsse.
Exo 22:11 Stiehlt's ihm aber ein Dieb, so soll er's seinem Herrn bezahlen.
Exo 22:12 Wird es aber zerrissen, soll er Zeugnis davon bringen und nicht bezahlen.
Exo 22:13 Wenn's jemand von seinem Nächsten entlehnt, und es wird beschädigt oder stirbt, dass sein Herr nicht dabei ist, so soll er's bezahlen.
Exo 22:14 Ist aber sein Herr dabei, soll er's nicht bezahlen, so er's um sein Geld gedingt hat.
Exo 22:15 Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und bei ihr schläft, der soll ihr geben ihre Morgengabe und sie zum Weibe haben.
Exo 22:16 Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, soll er Geld darwägen, wieviel einer Jungfrau zur Morgengabe gebührt.
Exo 22:17 Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.
Exo 22:18 Wer bei einem Vieh liegt, der soll des Todes sterben.
Exo 22:19 Wer den Göttern opfert und nicht dem HErrn allein, der sei verbannt.
Exo 22:20 Die Fremdlinge sollst du nicht schinden noch unterdrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
Exo 22:21 Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrängen.
Exo 22:22 Wirst du sie bedrängen, so werden sie zu mir schreien, und ich werde ihr Schreien erhören;
Exo 22:23 so wird mein Zorn ergrimmen, dass ich euch mit dem Schwert töte und eure Weiber Witwen und eure Kinder Waisen werden.
Exo 22:24 Wenn du Geld leihst einem aus meinem Volk, der arm ist bei dir, sollst du ihn nicht zu Schaden bringen und keinen Wucher an ihm treiben.
Exo 22:25 Wenn du von deinem Nächsten ein Kleid zum Pfande nimmst, sollst du es ihm wiedergeben, ehe die Sonne untergeht;
Exo 22:26 denn sein Kleid ist seine einzige Decke seiner Haut, darin er schläft. Wird er aber zu mir schreien, so werde ich ihn erhören; denn ich bin gnädig.
Exo 22:27 Den „Göttern” sollst du nicht fluchen, und den Obersten in deinem Volk sollst du nicht lästern.
Exo 22:28 Deiner Frucht Fülle und Saft sollst du nicht zurückhalten. Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.
Exo 22:29 So sollst du auch tun mit deinem Ochsen und Schafe. Sieben Tage lass es bei seiner Mutter sein, am achten Tag sollst du mir's geben.
Exo 22:30 Ihr sollt heilige Leute vor mir sein; darum sollt ihr kein Fleisch essen, das auf dem Felde von Tieren zerrissen ist, sondern es vor die Hunde werfen.
Exo 23:1 Du sollst falscher Anklage nicht glauben, dass du einem Gottlosen Beistand tust und ein falscher Zeuge seist.
Exo 23:2 Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen und nicht also antworten vor Gericht, dass du der Menge nach vom Rechten weichest.
Exo 23:3 Du sollst den Geringen nicht beschönigen in seiner Sache.
Exo 23:4 Wenn du deines Feindes Ochsen oder Esel begegnest, dass er irrt, so sollst du ihm denselben wieder zuführen.
Exo 23:5 Wenn du den Esel des, der dich hasst, siehst unter seiner Last liegen, hüte dich, und lass ihn nicht, sondern versäume gern das Deine um seinetwillen.
Exo 23:6 Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Sache.
Exo 23:7 Sei ferne von falschen Sachen. Den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht erwürgen; denn ich lasse den Gottlosen nicht Recht haben.
Exo 23:8 Du sollst nicht Geschenke nehmen; denn Geschenke machen die Sehenden blind und verkehren die Sachen der Gerechten.
Exo 23:9 Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
Exo 23:10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln.
Exo 23:11 Im siebenten Jahr sollst du es ruhen und liegen lassen, dass die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrigbleibt, lass das Wild auf dem Felde essen. Also sollst du auch tun mit deinem Weinberg und Ölberg.
Exo 23:12 Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber des siebenten Tages sollst du feiern, auf dass dein Ochs und Esel ruhen und deiner Magd Sohn und der Fremdling sich erquicken.
Exo 23:13 Alles, was ich euch gesagt habe, das haltet. Und anderer Götter Namen sollt ihr nicht gedenken, und aus eurem Munde sollen sie nicht gehört werden.
Exo 23:14 Dreimal sollt ihr mir Feste halten im Jahr:
Exo 23:15 das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten, dass du sieben Tage ungesäuertes Brot essest, wie ich dir geboten habe, um die Zeit des Monats Abib; denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen. Erscheinet aber nicht leer vor mir.
Exo 23:16 Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast. Und das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahres, wenn du deine Arbeit eingesammelt hast vom Felde.
Exo 23:17 Dreimal im Jahre soll erscheinen vor dem HErrn, dem Herrscher, alles, was männlich ist unter dir.
Exo 23:18 Du sollst das Blut meines Opfers nicht neben dem Sauerteig opfern, und das Fett von meinem Fest soll nicht bleiben bis auf morgen.
Exo 23:19 Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du bringen in das Haus des HErrn, deines Gottes. Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.
Exo 23:20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.
Exo 23:21 Darum hüte dich vor seinem Angesicht und gehorche seiner Stimme und erbittere ihn nicht; denn er wird euer Übertreten nicht vergeben, und mein Name ist in ihm.
Exo 23:22 Wirst du aber seine Stimme hören und tun alles, was ich dir sagen werde, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widersacher Widersacher sein.
Exo 23:23 Wenn nun mein Engel vor dir her geht und dich bringt an die Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Kanaaniter, Heviter und Jebusiter und ich sie vertilge,
Exo 23:24 so sollst du ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen und nicht tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Götzen umreißen und zerbrechen.
Exo 23:25 Aber dem HErrn, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.
Exo 23:26 Es soll nichts Unträchtiges noch Unfruchtbares sein in deinem Lande, und ich will dich lassen alt werden.
Exo 23:27 Ich will meinen Schrecken vor dir her senden und alles Volk verzagt machen, dahin du kommst, und will dir alle deine Feinde in die Flucht geben.
Exo 23:28 Ich will Hornissen vor dir her senden, die vor dir her ausjagen die Heviter, Kanaaniter und Hethiter.
Exo 23:29 Ich will sie nicht auf ein Jahr ausstoßen vor dir, auf dass nicht das Land wüst werde und sich wilde Tiere wider dich mehren;
Exo 23:30 einzeln nacheinander will ich sie vor dir her ausstoßen, bis du wächsest und das Land besitzest.
Exo 23:31 Und will deine Grenze setzen von dem Schilfmeer bis an das Philistermeer und von der Wüste bis an den Strom. Denn ich will dir in deine Hand geben die Einwohner des Landes, dass du sie sollst ausstoßen vor dir her.
Exo 23:32 Du sollst mit ihnen oder mit ihren Göttern keinen Bund machen;
Exo 23:33 sondern lass sie nicht wohnen in deinem Lande, dass sie dich nicht verführen wider mich. Denn wo du ihren Göttern dienst, wird dir's zum Fall geraten.
Exo 24:1 Und zu Mose sprach er: Steig herauf zum HErrn, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und betet an von ferne.
Exo 24:2 Aber Mose allein nahe sich zum HErrn und lasse jene sich nicht herzu nahen, und das Volk komme auch nicht mit ihm herauf.
Exo 24:3 Mose kam und erzählte dem Volk alle Worte des HErrn und alle Rechte. Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und sprachen: Alle Worte, die der HErr gesagt hat, wollen wir tun.
Exo 24:4 Da schrieb Mose alle Worte des HErrn und machte sich des Morgens früh auf und baute einen Altar unten am Berge mit zwölf Säulen nach den zwölf Stämmen Israels
Exo 24:5 und sandte hin Jünglinge aus den Kindern Israel, dass sie Brandopfer darauf opferten und Dankopfer dem HErrn von Farren.
Exo 24:6 Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und tat's in ein Becken, die andere Hälfte sprengte er auf den Altar.
Exo 24:7 Und nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und da sie sprachen: Alles, was der HErr gesagt hat, das wollen wir tun und gehorchen,
Exo 24:8 da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Sehet, das ist Blut des Bundes, den der HErr mit euch macht über allen diesen Worten.
Exo 24:9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf
Exo 24:10 und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn's klar ist.
Exo 24:11 Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Obersten in Israel. Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
Exo 24:12 Und der HErr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, dass ich dir gebe steinerne Tafeln und Gesetze und Gebote, die ich geschrieben habe, die du sie lehren sollst.
Exo 24:13 Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua und stieg auf den Berg Gottes
Exo 24:14 und sprach zu den Ältesten: Bleibet hier, bis wir wieder zu euch kommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Sache, der komme vor dieselben.
Exo 24:15 Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte eine Wolke den Berg,
Exo 24:16 und die Herrlichkeit des HErrn wohnte auf dem Berge Sinai und deckte ihn mit der Wolke sechs Tage, und er rief Mose am siebenten Tage aus der Wolke.
Exo 24:17 Und das Ansehen der Herrlichkeit des HErrn war wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel.
Exo 24:18 Und Mose ging mitten in die Wolke und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte.
Exo 25:1 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 25:2 Sage den Kindern Israel, dass sie mir ein Hebopfer geben; und nehmt dasselbe von jedermann, der es willig gibt.
Exo 25:3 Das ist aber das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold, Silber, Erz,
Exo 25:4 blauer und roter Purpur, Scharlach, köstliche weiße Leinwand, Ziegenhaar,
Exo 25:5 rötliche Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz,
Exo 25:6 Öl zur Lampe, Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk,
Exo 25:7 Onyxsteine und eingefasste Steine zum Leibrock und zum Amtschild.
Exo 25:8 Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.
Exo 25:9 Wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und alles ihres Gerätes zeigen werde, so sollt ihr's machen.
Exo 25:10 Macht eine Lade aus Akazienholz; dritthalb<RF>bedeutet: zweieinhalb<Rf> Ellen<RF>Eine Elle entspricht etwa 50 cm.<Rf> soll die Länge sein, anderthalb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe.
Exo 25:11 Du sollst sie mit Gold überziehen inwendig und auswendig, und mache einen goldenen Kranz oben umher.
Exo 25:12 Und gieße vier goldene Ringe und mache sie an ihre vier Ecken, also dass zwei Ringe seien auf einer Seite und zwei auf der andern Seite.
Exo 25:13 Und mache Stangen von Akazienholz und überziehe sie mit Gold
Exo 25:14 und stecke sie in die Ringe an der Lade Seiten, dass man sie damit trage;
Exo 25:15 sie sollen in den Ringen bleiben und nicht herausgetan werden.
Exo 25:16 Und sollst in die Lade das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.
Exo 25:17 Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen von feinem Golde; dritthalb Ellen soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.
Exo 25:18 Und du sollst zwei Cherubim machen von getriebenem Golde zu beiden Enden des Gnadenstuhls,
Exo 25:19 dass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an dem andern Ende, und also zwei Cherubim seien an des Gnadenstuhls Enden.
Exo 25:20 Und die Cherubim sollen ihr Flügel ausbreiten von obenher, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken und eines jeglichen Antlitz gegen das des andern stehe; und ihre Antlitze sollen auf den Gnadenstuhl sehen.
Exo 25:21 Und sollst den Gnadenstuhl oben auf die Lade tun und in die Lade das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.
Exo 25:22 Von dem Ort will ich mich dir bezeugen und mit dir reden, nämlich von dem Gnadenstuhl zwischen den zwei Cherubim, der auf der Lade des Zeugnisses ist, alles, was ich dir gebieten will an die Kinder Israel.
Exo 25:23 Du sollst auch einen Tisch machen von Akazienholz; zwei Ellen soll seine Länge sein und eine Elle seine Breite und anderthalb Ellen seine Höhe.
Exo 25:24 Und sollst ihn überziehen mit feinem Gold und einen goldenen Kranz umher machen
Exo 25:25 und eine Leiste umher, eine Handbreit hoch, und einen goldenen Kranz um die Leiste her.
Exo 25:26 Und sollst vier goldene Ringe daran machen an die vier Ecken an seinen vier Füßen.
Exo 25:27 Hart unter der Leiste sollen die Ringe sein, dass man Stangen darein tue und den Tisch trage.
Exo 25:28 Und sollst die Stangen von Akazienholz machen und sie mit Gold überziehen, dass der Tisch damit getragen werde.
Exo 25:29 Du sollst auch aus feinem Golde seine Schüsseln und Löffel machen, seine Kannen und Schalen, darin man das Trankopfer darbringe.
Exo 25:30 Und sollst auf den Tisch allezeit Schaubrote legen vor mir.
Exo 25:31 Du sollst auch einen Leuchter von feinem, getriebenem Golde machen; daran soll der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen sein.
Exo 25:32 Sechs Röhren sollen aus dem Leuchter zu den Seiten ausgehen, aus jeglicher Seite drei Röhren.
Exo 25:33 Eine jegliche Röhre soll drei offene Schalen mit Knäufen und Blumen haben; so soll es sein bei den sechs Röhren aus dem Leuchter.
Exo 25:34 Aber der Schaft am Leuchter soll vier offene Schalen mit Knäufen und Blumen haben
Exo 25:35 und je einen Knauf unter zwei von den Sechs Röhren, welche aus dem Leuchter gehen.
Exo 25:36 Beide, die Knäufe und Röhren, sollen aus ihm gehen, alles getriebenes, lauteres Gold.
Exo 25:37 Und sollst sieben Lampen machen obenauf, dass sie nach vornehin leuchten,
Exo 25:38 und Lichtschneuzen und Löschnäpfe von feinem Golde.
Exo 25:39 Aus einem Zentner feinen Goldes sollst du das machen mit allem diesem Gerät.
Exo 25:40 Und siehe zu, dass du es machst nach dem Bilde, das du auf dem Berge gesehen hast.
Exo 26:1 Die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen, von gezwirnter, weißer Leinwand, von blauem und rotem Purpur und von Scharlach. Cherubim sollst du daran machen von kunstreicher Arbeit.
Exo 26:2 Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein, die Breite vier Ellen, und sollen alle zehn gleich sein.
Exo 26:3 Und sollen je fünf zu einem Stück zusammengefügt sein, einer an den andern.
Exo 26:4 Und sollst Schleifen machen von blauem Purpur an jegliches Stück am Rand, wo die zwei Stücke sollen zusammengeheftet werden;
Exo 26:5 fünfzig Schleifen an jegliches Stück, dass eine Schleife der andern gegenüberstehe.
Exo 26:6 Und sollst fünfzig goldene Haken machen, womit man die Teppiche zusammenhefte, einen an den andern, auf dass es eine Wohnung werde.
Exo 26:7 Du sollst auch eine Decke aus Ziegenhaar machen zur Hütte über die Wohnung von elf Teppichen.
Exo 26:8 Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein, die Breite aber vier Ellen, und sollen alle elf gleich groß sein.
Exo 26:9 Fünf sollst du aneinander fügen und sechs auch aneinander, dass du den sechsten Teppich zwiefältig machst vorn an der Hütte.
Exo 26:10 Und sollst an jegliches Stück fünfzig Schleifen machen am Rand, wo die Stücke sollen zusammengeheftet werden.
Exo 26:11 Und sollst fünfzig eherne Haken machen und die Haken in die Schleifen tun, dass die Hütte zusammengefügt und eine Hütte werde.
Exo 26:12 Aber vom Überlangen an den Teppichen der Hütte sollst du einen halben Teppich lassen überhangen hinten an der Hütte
Exo 26:13 und auf beiden Seiten je eine Elle, dass das Überlange sei an der Hütte Seiten und auf beiden Seiten sie bedecke.
Exo 26:14 Über diese Decke sollst du eine Decke machen von rötlichen Widderfellen, dazu über sie eine Decke von Dachsfellen.
Exo 26:15 Du sollst auch Bretter machen zu der Wohnung von Akazienholz, die stehen sollen.
Exo 26:16 Zehn Ellen lang soll ein Brett sein und anderthalb Ellen breit.
Exo 26:17 Zwei Zapfen soll ein Brett haben, dass eins an das andere könne gesetzt werden. Also sollst du alle Bretter der Wohnung machen.
Exo 26:18 Ihrer zwanzig sollen stehen gegen Mittag.
Exo 26:19 Die sollen vierzig silberne Füße unten haben, je zwei Füße unter einem jeglichen Brett an seinen zwei Zapfen.
Exo 26:20 Also auf der andern Seite gegen Mitternacht sollen auch zwanzig Bretter stehen
Exo 26:21 und vierzig silberne Füße, je zwei Füße unter jeglichem Brett.
Exo 26:22 Aber hinten an der Wohnung gegen Abend sollst du sechs Bretter machen;
Exo 26:23 dazu zwei Bretter hinten an die zwei Ecken der Wohnung,
Exo 26:24 dass ein jegliches der beiden sich mit seinem Eckbrett von untenauf geselle und oben am Haupt gleich zusammenkomme mit einer Klammer;
Exo 26:25 dass es acht Bretter seien mit ihren silbernen Füßen, deren sollen sechzehn sein, je zwei unter einem Brett.
Exo 26:26 Und sollst Riegel machen von Akazienholz, fünf zu den Brettern auf einer Seite der Wohnung
Exo 26:27 und fünf zu den Brettern auf der andern Seite der Wohnung und fünf zu den Brettern hinten an der Wohnung gegen Abend.
Exo 26:28 Und sollst den mittleren Riegel mitten an den Brettern hindurchstoßen und alles zusammenfassen von einem Ende zu dem andern.
Exo 26:29 Und sollst die Bretter mit Gold überziehen und ihre Ringe von Gold machen, dass man die Riegel darein tue.
Exo 26:30 Und die Riegel sollst du mit Gold überziehen. Und also sollst du denn die Wohnung aufrichten nach der Weise, wie du gesehen hast auf dem Berge.
Exo 26:31 Du sollst einen Vorhang machen von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand; und sollst Cherubim daran machen von kunstreicher Arbeit.
Exo 26:32 Und sollst ihn hängen an vier Säulen von Akazienholz, die mit Gold überzogen sind und goldene Haken und vier silberne Füße haben.
Exo 26:33 Und sollst den Vorhang hängen unter die Haken, und die Lade des Zeugnisses innen hinter den Vorhang setzen, dass er euch eine Scheidewand sei zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.
Exo 26:34 Und sollst den Gnadenstuhl tun auf die Lade des Zeugnisses in dem Allerheiligsten.
Exo 26:35 Den Tisch aber setze außen vor den Vorhang und den Leuchter dem Tisch gegenüber, mittagswärts in der Wohnung, dass der Tisch stehe gegen Mitternacht.
Exo 26:36 Und sollst ein Tuch machen in die Tür der Hütte, gewirkt von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 26:37 Und sollst dem Tuch fünf Säulen machen von Akazienholz, mit Gold überzogen, mit goldenen Haken, und sollst ihnen fünf eherne Füße gießen.
Exo 27:1 Du sollst einen Altar machen von Akazienholz, fünf Ellen lang und breit, dass er gleich viereckig sei, und drei Ellen hoch.
Exo 27:2 Hörner sollst du auf seinen vier Ecken machen und sollst ihn mit Erz überziehen.
Exo 27:3 Mache auch Aschentöpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln, Kohlenpfannen; alle seine Geräte sollst du von Erz machen.
Exo 27:4 Du sollst auch ein ehernes Gitter machen wie ein Netz und vier eherne Ringe an seine vier Enden.
Exo 27:5 Du sollst's aber von untenauf um den Altar machen, dass das Gitter reiche bis mitten an den Altar.
Exo 27:6 Und sollst auch Stangen machen zu dem Altar von Akazienholz, mit Erz überzogen.
Exo 27:7 Und man soll die Stangen in die Ringe tun, dass die Stangen seien an beiden Seiten des Altars, wenn man ihn trägt.
Exo 27:8 Und sollst ihn also von Brettern machen, dass er inwendig hohl sei, wie dir auf dem Berge gezeigt ist.
Exo 27:9 Du sollst auch der Wohnung einen Hof machen, einen Umhang von gezwirnter weißer Leinwand, auf einer Seite hundert Ellen lang, gegen Mittag,
Exo 27:10 und zwanzig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Haken mit ihren Querstäben von Silber.
Exo 27:11 Also auch gegen Mitternacht soll sein ein Umhang, hundert Ellen lang, zwanzig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Haken mit ihren Querstäben von Silber.
Exo 27:12 Aber gegen Abend soll die Breite des Hofes haben einen Umhang, fünfzig Ellen lang, zehn Säulen auf zehn Füßen.
Exo 27:13 Gegen Morgen aber soll die Breite des Hofes haben fünfzig Ellen,
Exo 27:14 also dass der Umhang habe auf einer Seite fünfzehn Ellen, dazu drei Säulen auf drei Füßen,
Exo 27:15 und wieder fünfzehn Ellen auf der andern Seite, dazu drei Säulen auf drei Füßen;
Exo 27:16 aber in dem Tor des Hofes soll ein Tuch sein, zwanzig Ellen breit, gewirkt von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, dazu vier Säulen auf ihren vier Füßen.
Exo 27:17 Alle Säulen um den Hof her sollen silberne Querstäbe und silberne Haken und eherne Füße haben.
Exo 27:18 Und die Länge des Hofes soll hundert Ellen sein, die Breite fünfzig Ellen, die Höhe fünf Ellen, von gezwirnter weißer Leinwand, und seine Füße sollen ehern sein.
Exo 27:19 Auch alle Geräte der Wohnung zu allerlei Amt und alle ihre Nägel und alle Nägel des Hofes sollen ehern sein.
Exo 27:20 Gebiete den Kindern Israel, dass sie zu dir bringen das allerreinste, lautere Öl von Ölbäumen, gestoßen, zur Leuchte, dass man täglich Lampen aufsetze
Exo 27:21 in der Hütte des Stifts, außen vor dem Vorhang, der vor dem Zeugnis hängt. Und Aaron und seine Söhne sollen sie zurichten des Morgens und des Abends vor dem HErrn. Das soll euch eine ewige Weise sein auf eure Nachkommen unter den Kindern Israel.
Exo 28:1 Du sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus den Kindern Israel, dass er mein Priester sei, nämlich Aaron und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.
Exo 28:2 Und sollst Aaron, deinem Bruder, heilige Kleider machen, die herrlich und schön seien.
Exo 28:3 Und sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, dass sie Aaron Kleider machen zu seiner Weihe, dass er mein Priester sei.
Exo 28:4 Das sind aber die Kleider, die sie machen sollen: das Amtschild, den Leibrock, Purpurrock, engen Rock, Hut und Gürtel. Also sollen sie heilige Kleider machen deinem Bruder Aaron und seinen Söhnen, dass er mein Priester sei.
Exo 28:5 Dazu sollen sie nehmen Gold, blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand.
Exo 28:6 Den Leibrock sollen sie machen von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, kunstreich;
Exo 28:7 zwei Schulterstücke soll er haben, die zusammengehen an beiden Enden, und soll zusammengebunden werden.
Exo 28:8 Und sein Gurt darauf soll derselben Kunst und Arbeit sein, von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 28:9 Und sollst zwei Onyxsteine nehmen und darauf graben die Namen der Kinder Israel,
Exo 28:10 auf jeglichen sechs Namen, nach der Ordnung ihres Alters.
Exo 28:11 Das sollst du tun durch die Steinschneider, die da Siegel graben, also dass sie mit Gold umher gefasst werden.
Exo 28:12 Und sollst sie auf die Schulterstücke des Leibrocks heften, dass es Steine seien zum Gedächtnis für die Kinder Israel, dass Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem HErrn zum Gedächtnis.
Exo 28:13 Und sollst goldene Fassungen machen
Exo 28:14 und zwei Ketten von feinem Golde, mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend; und sollst sie an die Fassungen tun.
Exo 28:15 Das Amtschild sollst du machen nach der Kunst, wie den Leibrock, von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 28:16 Viereckig soll es sein und zwiefach; eine Spanne breit soll seine Länge sein und eine Spanne breit seine Breite.
Exo 28:17 Und sollst's füllen mit vier Reihen voll Steine. Die erste Reihe sei ein Sarder, Topas, Smaragd;
Exo 28:18 die andere ein Rubin, Saphir, Demant;
Exo 28:19 die dritte ein Lynkurer, Achat, Amethyst;
Exo 28:20 die vierte ein Türkis, Onyx, Jaspis. In Gold sollen sie gefasst sein in allen Reihen
Exo 28:21 und sollen nach den zwölf Namen der Kinder Israel stehen, gegraben vom Steinschneider, dass auf einem jeglichen ein Namen stehe nach den zwölf Stämmen.
Exo 28:22 Und sollst Ketten zu dem Schild machen mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde,
Exo 28:23 und zwei goldene Ringe an das Schild, also dass du die zwei Ringe heftest an zwei Ecken des Schildes,
Exo 28:24 und die zwei goldenen Ketten in die zwei Ringe an den beiden Ecken des Schildes tust.
Exo 28:25 Aber die zwei Enden der zwei Ketten sollst du an die zwei Fassungen tun und sie heften auf die Schulterstücke am Leibrock vornehin.
Exo 28:26 Und sollst zwei andere goldene Ringe machen und an die zwei anderen Ecken des Schildes heften an seinem Rand, inwendig gegen den Leibrock.
Exo 28:27 Und sollst abermals zwei goldene Ringe machen und sie unten an die zwei Schulterstücke vorn am Leibrock heften, wo der Leibrock zusammengeht, oben über dem Gurt des Leibrocks.
Exo 28:28 Und man soll das Schild mit seinen Ringen mit einer blauen Schnur an die Ringe des Leibrocks knüpfen, dass es über dem Gurt des Leibrocks hart anliege und das Schild sich nicht von dem Leibrock losmache.
Exo 28:29 Also soll Aaron die Namen der Kinder Israel tragen in dem Amtschild auf seinem Herzen, wenn er in das Heilige geht, zum Gedächtnis vor dem HErrn allezeit.
Exo 28:30 Und sollst in das Amtschild tun Licht und Recht, dass sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er eingeht vor den HErrn, dass er trage das Amt der Kinder Israel auf seinem Herzen vor dem HErrn allewege.
Exo 28:31 Du sollst auch den Purpurrock unter dem Leibrock machen ganz von blauem Purpur.
Exo 28:32 Und oben mitteninne soll ein Loch sein und eine Borte um das Loch her zusammengefaltet, dass er nicht zerreiße.
Exo 28:33 Und unten an seinem Saum sollst du Granatäpfel machen von blauem und rotem Purpur und Scharlach um und um und zwischen dieselben goldene Schellen auch um und um,
Exo 28:34 dass eine goldene Schelle sei, darnach ein Granatapfel und wieder eine goldene Schelle und wieder ein Granatapfel, um und um an dem Saum des Purpurrocks.
Exo 28:35 Und Aaron soll ihn anhaben, wenn er dient, dass man seinen Klang höre, wenn er aus und ein geht in das Heilige vor dem HErrn, auf dass er nicht sterbe.
Exo 28:36 Du sollst auch ein Stirnblatt machen von feinem Golde und darauf ausgraben, wie man die Siegel ausgräbt: Heilig dem HErrn.
Exo 28:37 Und sollst's heften an eine blaue Schnur vorn an den Hut,
Exo 28:38 auf der Stirn Aarons, dass also Aaron trage die Missetat des Heiligen, das die Kinder Israel heiligen in allen Gaben ihrer Heiligung; und es soll allewege an seiner Stirn sein, dass er sie versöhne vor dem HErrn.
Exo 28:39 Du sollst auch den engen Rock machen von weißer Leinwand und einen Hut von weißer Leinwand machen und einen gestickten Gürtel.
Exo 28:40 Und den Söhnen Aarons sollst du Röcke, Gürtel und Hauben machen, die herrlich und schön seien.
Exo 28:41 Und sollst sie deinem Bruder Aaron samt seinen Söhnen anziehen; und sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie weihen, dass sie meine Priester seien.
Exo 28:42 Und sollst ihnen leinene Beinkleider machen, zu bedecken die Blöße des Fleisches von den Lenden bis an die Hüften.
Exo 28:43 Und Aaron und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder hinzutreten zum Altar, dass sie dienen in dem Heiligtum, dass sie nicht ihre Missetat tragen und sterben müssen. Das soll ihm und seinem Samen nach ihm eine ewige Weise sein.
Exo 29:1 Das ist's auch, was du ihnen tun sollst, dass sie mir zu Priestern geweiht werden. Nimm einen jungen Farren und zwei Widder ohne Fehl,
Exo 29:2 ungesäuertes Brot und ungesäuerte Kuchen, mit Öl gemengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl gesalbt; von Weizenmehl sollst du solches alles machen.
Exo 29:3 Und sollst es in einen Korb legen und in dem Korbe herzubringen samt dem Farren und den zwei Widdern.
Exo 29:4 Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts führen und mit Wasser waschen
Exo 29:5 und die Kleider nehmen und Aaron anziehen den engen Rock und den Purpurrock und den Leibrock und das Schild zu dem Leibrock, und sollst ihn gürten mit dem Gurt des Leibrocks
Exo 29:6 und den Hut auf sein Haupt setzen und die heilige Krone an den Hut.
Exo 29:7 Und sollst nehmen das Salböl und auf sein Haupt schütten und ihn salben.
Exo 29:8 Und seine Söhne sollst du auch herzuführen und den engen Rock ihnen anziehen
Exo 29:9 und beide, Aaron und auch sie, mit Gürteln gürten und ihnen die Hauben aufbinden, dass sie das Priestertum haben zu ewiger Weise. Und sollst Aaron und seinen Söhnen die Hände füllen,
Exo 29:10 und den Farren herzuführen vor die Hütte des Stifts; und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Farren Haupt legen.
Exo 29:11 Und du sollst den Farren schlachten vor dem HErrn, vor der Tür der Hütte des Stifts.
Exo 29:12 Und sollst von seinem Blut nehmen und auf des Altars Hörner tun mit deinem Finger und alles andere Blut an des Altars Boden schütten.
Exo 29:13 Und sollst alles Fett nehmen am Eingeweide und das Netz über der Leber und die zwei Nieren mit dem Fett, das darüber liegt, und sollst es auf dem Altar anzünden.
Exo 29:14 Aber des Farren Fleisch, Fell und Mist sollst du draußen vor dem Lager verbrennen; denn es ist ein Sündopfer.
Exo 29:15 Aber den einen Widder sollst du nehmen, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf sein Haupt legen.
Exo 29:16 Dann sollst du ihn schlachten und sein Blut nehmen und auf den Altar sprengen ringsherum.
Exo 29:17 Aber den Widder sollst du zerlegen in Stücke, und seine Eingeweide und Schenkel waschen, und sollst es auf seine Stücke und sein Haupt legen
Exo 29:18 und den ganzen Widder anzünden auf dem Altar; denn es ist dem HErrn ein Brandopfer, ein süßer Geruch, ein Feuer des HErrn.
Exo 29:19 Den andern Widder aber sollst du nehmen, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf sein Haupt legen;
Exo 29:20 und sollst ihn schlachten und von seinem Blut nehmen und Aaron und seinen Söhnen auf den rechten Ohrknorpel tun und auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes; und sollst das Blut auf den Altar sprengen ringsherum.
Exo 29:21 Und sollst von dem Blut auf dem Altar nehmen und vom Salböl, und Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider besprengen; so wird er und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider geweiht.
Exo 29:22 Darnach sollst du nehmen das Fett von dem Widder, den Schwanz und das Fett am Eingeweide, das Netz über der Leber und die zwei Nieren mit dem Fett darüber und die rechte Schulter (denn es ist ein Widder der Füllung),
Exo 29:23 und ein Brot und einen Ölkuchen und einen Fladen aus dem Korbe des ungesäuerten Brots, der vor dem HErrn steht;
Exo 29:24 und lege es alles auf die Hände Aarons und seiner Söhne und webe es dem HErrn.
Exo 29:25 Darnach nimm's von ihren Händen und zünde es an auf dem Altar zu dem Brandopfer, zum süßen Geruch vor dem HErrn; denn das ist ein Feuer des HErrn.
Exo 29:26 Und sollst die Brust nehmen vom Widder der Füllung Aarons und sollst sie vor dem HErrn weben. Das soll dein Teil sein.
Exo 29:27 Und sollst also heiligen die Webebrust und die Hebeschulter, die gewebt und gehebt sind von dem Widder der Füllung Aarons und seiner Söhne.
Exo 29:28 Und das soll Aarons und seiner Söhne sein ewigerweise von den Kindern Israel; denn es ist ein Hebopfer. Und eine Hebe soll es sein von den Kindern Israel von ihrem Dankopfern, ihre Hebe für den HErrn.
Exo 29:29 Aber die heiligen Kleider Aarons sollen seine Söhne haben nach ihm, dass sie darin gesalbt und ihre Hände gefüllt werden.
Exo 29:30 Welcher unter seinen Söhnen an seiner Statt Priester wird, der soll sie sieben Tage anziehen, dass er gehe in die Hütte des Stifts, zu dienen im Heiligen.
Exo 29:31 Du sollst aber nehmen den Widder der Füllung, und sein Fleisch an einem heiligen Ort kochen.
Exo 29:32 Und Aaron mit seinen Söhnen soll des Widders Fleisch essen samt dem Brot im Korbe vor der Tür der Hütte des Stifts.
Exo 29:33 Denn es ist Versöhnung damit geschehen, zu füllen ihre Hände, dass sie geweiht werden. Kein andrer soll es essen; denn es ist heilig.
Exo 29:34 Wo aber etwas übrigbleibt von dem Fleisch der Füllung und von dem Brot bis an den Morgen, das sollst du mit Feuer verbrennen und nicht essen lassen; denn es ist heilig.
Exo 29:35 Und sollst also mit Aaron und seinen Söhnen tun alles, was ich dir geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen
Exo 29:36 und täglich einen Farren zum Sündopfer schlachten zur Versöhnung. Und sollst den Altar entsündigen, wenn du ihn versöhnst, und sollst ihn salben, dass er geweiht werde.
Exo 29:37 Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen und ihn weihen, dass er sei ein Hochheiliges. Wer den Altar anrühren will, der ist dem Heiligtum verfallen.
Exo 29:38 Und das sollst du mit dem Altar tun: zwei jährige Lämmer sollst du allewege des Tages darauf opfern,
Exo 29:39 Ein Lamm des Morgens, das andere gegen Abend;
Exo 29:40 und zu einem Lamm ein Zehntel<RF>Ein Zehntel Epha sind etwa 3,6 Liter.<Rf> Semmelmehl, gemengt mit einem Viertel von einem Hin<RF>Ein Viertel eines Hin sind etwa 1,5 Liter.<Rf> gestoßenen Öls, und ein Viertel vom Hin Wein zum Trankopfer.
Exo 29:41 Mit dem andern Lamm gegen Abend sollst du tun wie mit dem Speisopfer und Trankopfer des Morgens, zu süßem Geruch, ein Feuer dem Herrn.
Exo 29:42 Das ist das tägliche Brandopfer bei euren Nachkommen vor der Tür der Hütte des Stifts, vor dem HErrn, da ich mich euch bezeugen und mit dir reden will.
Exo 29:43 Daselbst will ich mich den Kindern Israel bezeugen und geheiligt werden in meiner Herrlichkeit.
Exo 29:44 So will ich die Hütte des Stifts mit dem Altar heiligen und Aaron und seine Söhne mir zu Priestern weihen.
Exo 29:45 Und will unter den Kindern Israel wohnen und ihr Gott sein,
Exo 29:46 dass sie wissen sollen, ich sei der HErr, ihr Gott, der sie aus Ägyptenland führte, dass ich unter ihnen wohne, ich, der HErr, ihr Gott.
Exo 30:1 Du sollst auch einen Räucheraltar machen, zu räuchern, von Akazienholz,
Exo 30:2 eine Elle lang und breit, gleich viereckig und zwei Ellen hoch, mit seinen Hörnern.
Exo 30:3 Und sollst ihn mit feinem Golde überziehen, sein Dach und seine Wände ringsumher und seine Hörner. Und sollst einen Kranz von Gold umher machen
Exo 30:4 und zwei goldene Ringe unter dem Kranz zu beiden Seiten, dass man Stangen darein tue und ihn damit trage.
Exo 30:5 Die Stangen sollst du auch von Akazienholz machen und mit Gold überziehen.
Exo 30:6 Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der vor der Lade des Zeugnisses hängt, und vor den Gnadenstuhl, der auf dem Zeugnis ist, wo ich mich dir bezeugen werde.
Exo 30:7 Und Aaron soll darauf räuchern gutes Räuchwerk alle Morgen, wenn er die Lampen zurichtet.
Exo 30:8 Desgleichen, wenn er die Lampen anzündet gegen Abend, soll er solch Räuchwerk auch räuchern. Das soll das tägliche Räuchopfer sein vor dem HErrn bei euren Nachkommen.
Exo 30:9 Ihr sollt kein fremdes Räuchwerk darauf tun, auch kein Brandopfer noch Speisopfer und kein Trankopfer darauf opfern.
Exo 30:10 Und Aaron soll auf seinen Hörnern versöhnen einmal im Jahr mit dem Blut des Sündopfers zur Versöhnung. Solche Versöhnung soll jährlich einmal geschehen bei euren Nachkommen; denn das ist dem HErrn ein Hochheiliges.
Exo 30:11 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 30:12 Wenn du die Häupter der Kinder Israel zählst, so soll ein jeglicher dem HErrn geben die Versöhnung seiner Seele, auf dass ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden.
Exo 30:13 Es soll aber ein jeglicher, der in der Zahl ist, einen halben Silberling geben nach dem Lot des Heiligtums (ein Lot<RF>Ein Lot wog 14,55 Gramm.<Rf> hat zwanzig Gera). Solcher halber Silberling soll das Hebopfer des HErrn sein.
Exo 30:14 Wer in der Zahl ist von zwanzig Jahren und darüber, der soll solch Hebopfer dem HErrn geben.
Exo 30:15 Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger als den halben Silberling, den man dem HErrn zur Hebe gibt für die Versöhnung ihre Seelen.
Exo 30:16 Und du sollst solch Geld der Versöhnung nehmen von den Kindern Israel und zum Gottesdienst der Hütte des Stifts geben, dass es sei den Kindern Israel ein Gedächtnis vor dem HErrn, dass er sich über ihre Seelen versöhnen lasse.
Exo 30:17 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 30:18 Du sollst auch ein ehernes Handfass machen mit einem ehernen Fuß, zum Waschen, und sollst es setzen zwischen die Hütte des Stifts und den Altar, und Wasser darein tun,
Exo 30:19 dass Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße darin waschen,
Exo 30:20 wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder zum Altar, dass sie dienen, ein Feuer anzuzünden dem HErrn,
Exo 30:21 auf dass sie nicht sterben. Das soll eine ewige Weise sein ihm und seinem Samen bei ihren Nachkommen.
Exo 30:22 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 30:23 Nimm zu dir die beste Spezerei: die edelste Myrrhe, fünfhundert Lot, und Zimt, die Hälfte soviel, zweihundertfünfzig, und Kalmus, auch zweihundertfünfzig,
Exo 30:24 und Kassia, fünfhundert, nach dem Lot des Heiligtums, und Öl vom Ölbaum ein Hin.
Exo 30:25 Und mache ein heiliges Salböl nach der Kunst des Salbenbereiters.
Exo 30:26 Und sollst damit salben die Hütte des Stifts und die Lade des Zeugnisses,
Exo 30:27 den Tisch mit allem seinem Geräte, den Leuchter mit seinem Geräte, den Räucheraltar,
Exo 30:28 den Brandopferaltar mit allem seinem Geräte und das Handfass mit seinem Fuß.
Exo 30:29 Und sollst sie also weihen, dass sie hochheilig seien; denn wer sie anrühren will, der ist dem Heiligtum verfallen.
Exo 30:30 Aaron und seine Söhne sollst du auch salben und sie mir zu Priestern weihen.
Exo 30:31 Und sollst mit den Kindern Israel reden und sprechen: Dies Öl soll mir eine heilige Salbe sein bei euren Nachkommen.
Exo 30:32 Auf Menschenleib soll's nicht gegossen werden, sollst auch seinesgleichen nicht machen; denn es ist heilig, darum soll's euch heilig sein.
Exo 30:33 Wer ein solches macht oder einem andern davon gibt, der soll von seinem Volk ausgerottet werden.
Exo 30:34 Und der HErr sprach zu Mose: Nimm zu dir Spezerei; Balsam, Stakte, Galban und reinen Weihrauch, von einem so viel als vom andern,
Exo 30:35 und mache Räuchwerk daraus, nach der Kunst des Salbenbereiters gemengt, dass es rein und heilig sei.
Exo 30:36 Und du sollst es zu Pulver stoßen und sollst davon tun vor das Zeugnis in der Hütte des Stifts, wo ich mich dir bezeugen werde. Das soll euch ein Hochheiliges sein.
Exo 30:37 Und desgleichen Räuchwerk sollt ihr euch nicht machen, sondern es soll dir heilig sein dem HErrn.
Exo 30:38 Wer ein solches machen wird, dass er damit räuchere, der wird ausgerottet werden von seinem Volk.
Exo 31:1 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 31:2 Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda,
Exo 31:3 und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit allerlei Geschicklichkeit,
Exo 31:4 kunstreich zu arbeiten an Gold, Silber, Erz,
Exo 31:5 kunstreich Steine zu schneiden und einzusetzen, und kunstreich zu zimmern am Holz, zu machen allerlei Werk.
Exo 31:6 Und siehe, ich habe ihm zugegeben Oholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan; und habe allerlei Weisen die Weisheit ins Herz gegeben, dass sie machen sollen alles, was ich dir geboten habe:
Exo 31:7 die Hütte des Stifts, die Lade des Zeugnisses, den Gnadenstuhl darauf und alle Geräte der Hütte,
Exo 31:8 den Tisch und sein Gerät, den feinen Leuchter und all sein Gerät, den Räucheraltar,
Exo 31:9 den Brandopferaltar mit allem seinem Geräte, das Handfass mit seinem Fuß,
Exo 31:10 die Amtskleider und die heiligen Kleider des Priesters Aaron und die Kleider seiner Söhne, priesterlich zu dienen,
Exo 31:11 das Salböl und das Räuchwerk von Spezerei zum Heiligtum. Alles, was ich dir geboten habe, werden sie machen.
Exo 31:12 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 31:13 Sage den Kindern Israel und sprich: Haltet meinen Sabbat; denn derselbe ist ein Zeichen zwischen mir und euch auf eure Nachkommen, dass ihr wisset, dass ich der HErr bin, der euch heiligt.
Exo 31:14 Darum so haltet meinen Sabbat; denn er soll euch heilig sein. Wer ihn entheiligt, der soll des Todes sterben. Denn wer eine Arbeit da tut, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk.
Exo 31:15 Sechs Tage soll man arbeiten; aber am siebenten Tag ist Sabbat, die heilige Ruhe des HErrn. Wer eine Arbeit tut am Sabbattag, der soll des Todes sterben.
Exo 31:16 Darum sollen die Kinder Israel den Sabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten zum ewigen Bund.
Exo 31:17 Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel. Denn in sechs Tagen machte der HErr Himmel und Erde; aber am siebenten Tage ruhte er und erquickte sich.
Exo 31:18 Und da der HErr ausgeredet hatte mit Mose auf dem Berge Sinai, gab er ihm zwei Tafeln des Zeugnisses; die waren steinern und beschrieben mit dem Finger Gottes.
Exo 32:1 Da aber das Volk sah, dass Mose verzog, von dem Berge zu kommen, sammelte sich's wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns her gehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat.
Exo 32:2 Aaron sprach zu ihnen: Reißet ab die goldenen Ohrenringe an den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter und bringet sie zu mir.
Exo 32:3 Da riss alles Volk seine goldenen Ohrenringe von ihren Ohren, und brachten sie zu Aaron.
Exo 32:4 Und er nahm sie von ihren Händen und entwarf's mit einem Griffel und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben!
Exo 32:5 Da das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: Morgen ist des HErrn Fest.
Exo 32:6 Und sie standen des Morgens früh auf und opferten Brandopfer und brachten dazu Dankopfer. Darnach setzte sich das Volk, zu essen und zu trinken, und standen auf zu spielen.
Exo 32:7 Der HErr sprach aber zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt.
Exo 32:8 Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.
Exo 32:9 Und der HErr sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist.
Exo 32:10 Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie ergrimme und sie vertilge; so will ich dich zum großen Volk machen.
Exo 32:11 Mose aber flehte vor dem HErrn, seinem Gott, und sprach: Ach HErr, warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt?
Exo 32:12 Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem Unglück ausgeführt, dass er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zornes und lass dich gereuen des Übels über dein Volk.
Exo 32:13 Gedenke an deine Diener Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will euren Samen mehren wie die Sterne am Himmel, und alles Land, das ich verheißen habe, will ich eurem Samen geben, und sie sollen's besitzen ewiglich.
Exo 32:14 Also gereute den HErrn das Übel, das er drohte seinem Volk zu tun.
Exo 32:15 Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, die waren beschrieben auf beiden Seiten.
Exo 32:16 Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben.
Exo 32:17 Da nun Josua hörte des Volks Geschrei, dass sie jauchzten, sprach er zu Mose: Es ist ein Geschrei im Lager wie im Streit.
Exo 32:18 Er antwortete: Es ist nicht ein Geschrei gegeneinander derer, die obliegen und unterliegen, sondern ich höre ein Geschrei eines Singetanzes.
Exo 32:19 Als er aber nahe zum Lager kam und das Kalb und den Reigen sah, ergrimmte er mit Zorn und warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge
Exo 32:20 und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und zerschmelzte es mit Feuer und zermalmte es zu Pulver und stäubte es aufs Wasser und gab's den Kindern Israel zu trinken
Exo 32:21 und sprach zu Aaron: Was hat dir das Volk getan, dass du eine so große Sünde über sie gebracht hast?
Exo 32:22 Aaron sprach: Mein Herr lasse seinen Zorn nicht ergrimmen. Du weißt, dass dies Volk böse ist.
Exo 32:23 Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns her gehen; denn wir wissen nicht, wie es diesem Manne Mose geht, der uns aus Ägyptenland geführt hat.
Exo 32:24 Ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab und gebe es mir. Und ich warf's ins Feuer; daraus ist das Kalb geworden.
Exo 32:25 Da nun Mose sah, dass das Volk zuchtlos geworden war (denn Aaron hatte sie zuchtlos gemacht, zum Geschwätz bei ihren Widersachern),
Exo 32:26 trat er in das Tor des Lagers und sprach: Her zu mir, wer dem HErrn angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Kinder Levi.
Exo 32:27 Und er sprach zu ihnen: So spricht der HErr, der Gott Israels: Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten.
Exo 32:28 Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und fielen des Tages vom Volk dreitausend Mann.
Exo 32:29 Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände dem HErrn, ein jeglicher an seinem Sohn und Bruder, dass heute über euch der Segen gegeben werde.
Exo 32:30 Des Morgens sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HErrn, ob ich vielleicht eure Sünde versöhnen möge.
Exo 32:31 Als nun Mose wieder zum HErrn kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht.
Exo 32:32 Nun vergib ihnen ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich auch aus deinem Buch, das du geschrieben hast.
Exo 32:33 Der HErr sprach zu Mose: Was? Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an mir sündigt.
Exo 32:34 So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe. Siehe, mein Engel soll vor dir her gehen. Ich werde ihre Sünde wohl heimsuchen, wenn meine Zeit kommt heimzusuchen.
Exo 32:35 Also strafte der HErr das Volk, dass sie das Kalb hatten gemacht, welches Aaron gemacht hatte.
Exo 33:1 Der HErr sprach zu Mose: Gehe, ziehe von dannen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe und gesagt: Deinem Samen will ich's geben;
Exo 33:2 und ich will vor dir her senden einen Engel und ausstoßen die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, –
Exo 33:3 dich zu bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt. Ich will nicht mit dir hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; ich möchte dich unterwegs vertilgen.
Exo 33:4 Da das Volk diese böse Rede hörte, trugen sie Leid, und niemand trug seinen Schmuck an sich.
Exo 33:5 Und der HErr sprach zu Mose: Sage zu den Kindern Israel: Ihr seid ein halsstarriges Volk. Wo ich nur einen Augenblick mit dir hinaufzöge, würde ich dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck von dir, dass ich wisse, was ich dir tun soll.
Exo 33:6 Also taten die Kinder Israel ihren Schmuck von sich vor dem Berge Horeb.
Exo 33:7 Mose aber nahm die Hütte und schlug sie auf draußen, ferne vor dem Lager, und hieß sie eine Hütte des Stifts. Und wer den HErrn fragen wollte, musste herausgehen zur Hütte des Stifts vor das Lager.
Exo 33:8 Und wenn Mose ausging zur Hütte so stand alles Volk auf und trat ein jeglicher in seiner Hütte Tür und sahen ihm nach, bis er in die Hütte kam.
Exo 33:9 Und wenn Mose in die Hütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Hütte Tür und redete mit Mose.
Exo 33:10 Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Hütte Tür stehen, und standen auf und neigten sich, ein jeglicher in seiner Hütte Tür.
Exo 33:11 Der HErr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrte zum Lager, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte.
Exo 33:12 Und Mose sprach zu dem HErrn: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf! und lässt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden.
Exo 33:13 Habe ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so lass mich deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und siehe doch, dass dies Volk dein Volk ist.
Exo 33:14 Er sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; damit will ich dich leiten.
Exo 33:15 Er aber sprach zu ihm: Wo nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von dannen hinauf.
Exo 33:16 Denn wobei soll doch erkannt werden, dass ich und dein Volk vor deinen Augen Gnade gefunden haben, außer wenn du mit uns gehst, auf dass ich und dein Volk gerühmt werden vor allem Volk, das auf dem Erdboden ist?
Exo 33:17 Der HErr sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.
Exo 33:18 Er aber sprach: So lass mich deine Herrlichkeit sehen.
Exo 33:19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen des HErrn Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich.
Exo 33:20 Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
Exo 33:21 Und der HErr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir; da sollst du auf dem Fels stehen.
Exo 33:22 Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in der Felskluft lassen stehen und meine Hand ob dir halten, bis ich vorübergehe.
Exo 33:23 Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
Exo 34:1 Und der HErr sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, wie die ersten waren, dass ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln waren, welche du zerbrochen hast.
Exo 34:2 Und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigest und daselbst zu mir tretest auf des Berges Spitze.
Exo 34:3 Und lass niemand mit dir hinaufsteigen, dass niemand gesehen werde um den ganzen Berg her; auch kein Schaf noch Rind lass weiden gegen diesen Berg hin.
Exo 34:4 Und Mose hieb zwei steinerne Tafeln, wie die ersten waren, und stand des Morgens früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HErr geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.
Exo 34:5 Da kam der HErr hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm und rief aus des HErrn Namen.
Exo 34:6 Und der HErr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: HErr, HErr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue!
Exo 34:7 der da bewahret Gnade in tausend Glieder und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.
Exo 34:8 Und Mose neigte sich eilend zu der Erde und betete an
Exo 34:9 und sprach: Habe ich, HErr, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der HErr mit uns – denn es ist ein halstarriges Volk –, dass du unsrer Missetat und Sünde gnädig seist und lassest uns dein Erbe sein.
Exo 34:10 Und er sprach: Siehe, ich will einen Bund machen vor allem deinem Volk und will Wunder tun, dergleichen nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und alles Volk, darunter du bist, soll sehen des HErrn Werk; denn wunderbar soll sein, was ich bei dir tun werde.
Exo 34:11 Halte, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir her ausstoßen die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter.
Exo 34:12 Hüte dich, dass du nicht einen Bund machest mit den Einwohnern des Landes, da du hineinkommst, dass sie dir nicht ein Fallstrick unter dir werden;
Exo 34:13 sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen und ihre Haine ausrotten;
Exo 34:14 denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HErr heißt ein Eiferer; ein eifriger Gott ist er.
Exo 34:15 Dass du nicht einen Bund mit des Landes Einwohnern machest, und wenn sie ihren Göttern nachlaufen und opfern ihren Göttern, sie dich nicht laden und du von ihrem Opfer essest,
Exo 34:16 und dass du nehmest deinen Söhnen ihre Töchter zu Weibern und dieselben dann ihren Göttern nachlaufen und machen deine Söhne auch ihren Göttern nachlaufen.
Exo 34:17 Du sollst dir keine gegossenen Götter machen.
Exo 34:18 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, um die Zeit des Monats Abib; denn in dem Monat Abib bist du aus Ägypten gezogen.
Exo 34:19 Alles, was die Mutter bricht, ist mein; was männlich sein wird in deinem Vieh, das seine Mutter bricht, es sei Ochse oder Schaf.
Exo 34:20 Aber den Erstling des Esels sollst du mit einem Schaf lösen. Wo du es aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Alle Erstgeburt unter deinen Söhnen sollst du lösen. Und dass niemand vor mir leer erscheine!
Exo 34:21 Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du feiern, mit Pflügen und mit Ernten.<RF>bedeutet: auch in der Zeit des Pflügens und des Erntens<Rf>
Exo 34:22 Das Fest der Wochen sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung, wenn das Jahr um ist.
Exo 34:23 Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HErrn und Gott Israels.
Exo 34:24 Wenn ich die Heiden vor dir ausstoßen und deine Grenze erweitern werde, soll niemand deines Landes begehren, dieweil du hinaufgehst dreimal im Jahr, zu erscheinen vor dem HErrn, deinem Gott.
Exo 34:25 Du sollst das Blut meines Opfers nicht opfern neben gesäuertem Brot, und das Opfer des Osterfestes soll nicht über Nacht bleiben bis an den Morgen.
Exo 34:26 Die Erstlinge von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus des HErrn, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.
Exo 34:27 Und der HErr sprach zu Mose: Schreib diese Worte: denn nach diesen Worten habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.
Exo 34:28 Und er war allda bei dem HErrn vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und Er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte.
Exo 34:29 Da nun Mose vom Berge Sinai ging, hatte er die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte davon, dass er mit ihm geredet hatte.
Exo 34:30 Und da Aaron und alle Kinder Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, zu ihm zu nahen.
Exo 34:31 Da rief sie Mose; und sie wandten sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und er redete mit ihnen.
Exo 34:32 Darnach nahten alle Kinder Israel zu ihm. Und er gebot ihnen alles, was der HErr mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai.
Exo 34:33 Und da er solches alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine Decke auf sein Angesicht.
Exo 34:34 Und wenn er hineinging vor den HErrn, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und redete mit den Kindern Israel, was ihm geboten war,
Exo 34:35 so sahen dann die Kinder Israel sein Angesicht an, dass die Haut seines Angesichts glänzte; so tat er die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.
Exo 35:1 Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israel und sprach zu ihnen: Das ist's, was der HErr geboten hat, das ihr es tun sollt:
Exo 35:2 Sechs Tage sollt ihr arbeiten; den siebenten Tag aber sollt ihr heilig halten als einen Sabbat der Ruhe des HErrn. Wer an dem arbeitet, soll sterben.
Exo 35:3 Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbattag in allen euren Wohnungen.
Exo 35:4 Und Mose sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das ist's, was der HErr geboten hat:
Exo 35:5 Gebt unter euch Hebopfer dem HErrn, also dass das Hebopfer des HErrn ein jeglicher willig bringe, Gold, Silber, Erz,
Exo 35:6 blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße Leinwand und Ziegenhaar,
Exo 35:7 rötliche Widderfelle, Dachsfelle und Akazienholz,
Exo 35:8 Öl zur Lampe und Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk,
Exo 35:9 Onyxsteine und eingefasste Steine zum Leibrock und zum Amtschild.
Exo 35:10 Und wer unter euch verständig ist, der komme und mache, was der HErr geboten hat:
Exo 35:11 nämlich die Wohnung mit ihrer Hütte und Decke, Haken, Brettern, Riegeln, Säulen und Füßen;
Exo 35:12 die Lade mit ihren Stangen, den Gnadenstuhl und Vorhang;
Exo 35:13 den Tisch mit seinen Stangen und allem seinem Geräte und die Schaubrote;
Exo 35:14 den Leuchter, zu leuchten, und sein Gerät und seine Lampen und das Öl zum Licht;
Exo 35:15 den Räucheraltar mit seinen Stangen, die Salbe und Spezerei zum Räuchwerk; das Tuch vor der Wohnung Tür;
Exo 35:16 den Brandopferaltar mit seinem ehernen Gitter, Stangen und allem seinem Geräte; das Handfass mit seinem Fuße;
Exo 35:17 den Umhang des Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen und das Tuch des Tors am Vorhof;
Exo 35:18 die Nägel der Wohnung und des Vorhofs mit ihren Seilen;
Exo 35:19 die Kleider des Amts zum Dienst im Heiligen, die heiligen Kleider Aarons, des Priesters, mit den Kleidern seiner Söhne zum Priestertum.
Exo 35:20 Da ging die ganze Gemeinde der Kinder Israel aus von Mose.
Exo 35:21 Und alle, die es gern und willig gaben, kamen und brachten das Hebopfer dem HErrn zum Werk der Hütte des Stifts und zu allem ihrem Dienst und zu den heiligen Kleidern.
Exo 35:22 Es brachten aber beide, Mann und Weib, wer's willig tat, Spangen, Ohrringe, Ringe und Geschmeide und allerlei goldenes Gerät. Dazu brachte jedermann Gold zum Webeopfer dem HErrn.
Exo 35:23 Und wer bei sich fand blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße Leinwand, Ziegenhaar, rötliche Widderfelle und Dachsfelle, der brachte es.
Exo 35:24 Und wer Silber und Erz hob, der brachte es zur Hebe dem HErrn. Und wer Akazienholz bei sich fand, der brachte es zu allerlei Werk des Gottesdienstes.
Exo 35:25 Und welche verständige Weiber waren, die spannen mit ihren Händen und brachten ihr Gespinnst, blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand.
Exo 35:26 Und welche Weiber solche Arbeit konnten und willig dazu waren, die spannen Ziegenhaare.
Exo 35:27 Die Fürsten aber brachten Onyxsteine und eingefasste Steine zum Leibrock und zum Schild
Exo 35:28 und Spezerei und Öl zu den Lichtern und zur Salbe und zum guten Räuchwerk.
Exo 35:29 Also brachten die Kinder Israel willig, beide, Mann und Weib, zu allerlei Werk, das der HErr geboten hatte durch Mose, dass man's machen sollte.
Exo 35:30 Und Mose sprach zu den Kindern Israel: Sehet, der HErr hat mit Namen berufen den Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda,
Exo 35:31 und hat ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, dass er weise, verständig, geschickt sei zu allerlei Werk,
Exo 35:32 kunstreich zu arbeiten an Gold, Silber und Erz,
Exo 35:33 Edelsteine zu schneiden und einzusetzen, Holz zu zimmern, zu machen allerlei kunstreiche Arbeit.
Exo 35:34 Und hat ihm ins Herz gegeben, zu unterweisen, ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan.
Exo 35:35 Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllt, zu machen allerlei Werk, zu schneiden, zu wirken und zu sticken mit blauem und rotem Purpur, Scharlach und weißer Leinwand, und mit Weben, dass sie machen allerlei Werk und kunstreiche Arbeit erfinden.
Exo 36:1 Da arbeiteten Bezaleel und Oholiab und alle weisen Männer, denen der HErr Weisheit und Verstand gegeben hatte, zu wissen, wie sie allerlei Werk machen sollten zum Dienst des Heiligtums, nach allem, was der HErr geboten hatte.
Exo 36:2 Und Mose berief den Bezaleel und Oholiab und alle weisen Männer, denen der HErr Weisheit gegeben hatte in ihr Herz, alle, die sich willig erboten und hinzutraten, zu arbeiten an dem Werke.
Exo 36:3 Und sie nahmen zu sich von Mose alle Hebe, die die Kinder Israel brachten zu dem Werke des Dienstes des Heiligtums, dass es gemacht würde. Denn sie brachten alle Morgen ihre willige Gabe zu ihm.
Exo 36:4 Da kamen alle Weisen, die am Werk des Heiligtums arbeiteten, ein jeglicher von seinem Werk, das sie machten,
Exo 36:5 und sprachen zu Mose: Das Volk bringt zu viel, mehr denn zum Werk dieses Dienstes not ist, das der HErr zu machen geboten hat.
Exo 36:6 Da gebot Mose, dass man rufen ließ durchs Lager: Niemand tue mehr zur Hebe des Heiligtums. Da hörte das Volk auf zu bringen.
Exo 36:7 Denn des Dinges war genug zu allerlei Werk, das zu machen war, und noch übrig.
Exo 36:8 Also machten alle weisen Männer unter den Arbeitern am Werk die Wohnung, zehn Teppiche von gezwirnter weißer Leinwand, blauem und rotem Purpur und Scharlach, und Cherubim daran von kunstreicher Arbeit.
Exo 36:9 Die Länge eines Teppichs war achtundzwanzig Ellen und die Breite vier Ellen, und waren alle in einem Maß.
Exo 36:10 Und er fügte je fünf Teppiche zu einem Stück zusammen, einen an den andern.
Exo 36:11 Und machte blaue Schleifen an jegliches Stück am Rande, wo die zwei Stücke sollten zusammengeheftet werden,
Exo 36:12 fünfzig Schleifen an jegliches Stück, dass eine Schleife der anderen gegenüberstünde.
Exo 36:13 Und machte fünfzig goldene Haken und heftete die Teppiche mit den Haken einen an den andern zusammen, dass es eine Wohnung würde.
Exo 36:14 Und er machte elf Teppiche von Ziegenhaaren zur Hütte über die Wohnung,
Exo 36:15 dreißig Ellen lang und vier Ellen breit, alle in einem Maß.
Exo 36:16 Und fügte ihrer fünf zusammen auf einen Teil und sechs zusammen auf den andern Teil.
Exo 36:17 Und machte fünfzig Schleifen an jegliches Stück am Rande, wo die Stücke sollten zusammengeheftet werden.
Exo 36:18 Und machte je fünfzig eherne Haken, dass die Hütte damit zusammen in eins gefügt würde.
Exo 36:19 Und machte eine Decke über die Hütte von rötlichen Widderfellen und über die noch eine Decke von Dachsfellen.
Exo 36:20 Und machte Bretter zur Wohnung von Akazienholz, die stehen sollten,
Exo 36:21 ein jegliches zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit
Exo 36:22 und an jeglichem zwei Zapfen, damit eins an das andere gesetzt würde. Also machte er alle Bretter zur Wohnung,
Exo 36:23 dass der Bretter zwanzig gegen Mittag standen.
Exo 36:24 Und machte vierzig silberne Füße darunter, unter jeglich Brett zwei Füße an seine zwei Zapfen.
Exo 36:25 Also zur andern Seite der Wohnung, gegen Mitternacht, machte er auch zwanzig Bretter
Exo 36:26 mit vierzig silbernen Füßen, unter jeglich Brett zwei Füße.
Exo 36:27 Aber hinten an der Wohnung, gegen Abend, machte er sechs Bretter
Exo 36:28 und zwei andere hinten an den zwei Ecken der Wohnung,
Exo 36:29 dass ein jegliches der beiden sich mit seinem Eckbrett von untenauf gesellte und oben am Haupt zusammenkäme mit einer Klammer,
Exo 36:30 dass der Bretter acht würden und sechzehn silberne Füße, unter jeglichem zwei Füße.
Exo 36:31 Und er machte Riegel von Akazienholz, fünf zu den Brettern auf der einen Seite der Wohnung
Exo 36:32 und fünf auf der andern Seite und fünf hintenan, gegen Abend.
Exo 36:33 Und machte den mittleren Riegel, dass er mitten an den Brettern hindurchgestoßen würde von einem Ende zum andern.
Exo 36:34 Und überzog die Bretter mit Gold; aber ihre Ringe machte er von Gold, dass man die Riegel darein täte, und überzog die Riegel mit Gold.
Exo 36:35 Und machte den Vorhang mit den Cherubim daran künstlich von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 36:36 Und machte zu demselben vier Säulen von Akazienholz und überzog sie mit Gold, und ihre Haken von Gold; und goss dazu vier silberne Füße.
Exo 36:37 Und machte ein Tuch in der Tür der Hütte von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, gestickt,
Exo 36:38 und fünf Säulen dazu mit ihren Haken, und überzog ihre Köpfe und Querstäbe mit Gold, und fünf eherne Füße daran.
Exo 37:1 Und Bezaleel machte die Lade von Akazienholz, dritthalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und hoch,
Exo 37:2 und überzog sie mit feinem Golde inwendig und auswendig und machte ihr einen goldenen Kranz umher.
Exo 37:3 Und goss vier goldene Ringe an ihre vier Ecken, auf jeglicher Seite zwei.
Exo 37:4 Und machte Stangen von Akazienholz und überzog sie mit Gold
Exo 37:5 und tat sie in die Ringe an der Lade Seiten, dass man sie tragen konnte.
Exo 37:6 Und machte den Gnadenstuhl von feinem Golde, dritthalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit.
Exo 37:7 Und machte zwei Cherubim von getriebenem Golde an die zwei Enden des Gnadenstuhls,
Exo 37:8 einen Cherub an diesem Ende, den andern an jenem Ende.
Exo 37:9 Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus von obenher und deckten damit den Gnadenstuhl; und ihre Antlitze standen gegeneinander und sahen auf den Gnadenstuhl.
Exo 37:10 Und er machte den Tisch von Akazienholz, zwei Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb Ellen hoch,
Exo 37:11 und überzog ihn mit feinem Golde und machte ihm einen goldenen Kranz umher.
Exo 37:12 Und machte ihm eine Leiste umher, eine Handbreit hoch, und machte einen goldenen Kranz um die Leiste her.
Exo 37:13 Und goss dazu vier goldene Ringe und tat sie an die vier Ecken an seinen vier Füßen,
Exo 37:14 hart an der Leiste, dass die Stangen darin wären, daran man den Tisch trüge.
Exo 37:15 Und machte die Stangen von Akazienholz und überzog sie mit Gold, dass man den Tisch damit trüge.
Exo 37:16 Und machte auch von feinem Golde das Gerät auf den Tisch: Schüsseln und Löffel, Kannen und Schalen, darin man das Trankopfer darbrächte.
Exo 37:17 Und er machte den Leuchter von feinem, getriebenem Golde. Daran waren der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufe und Blumen.
Exo 37:18 Sechs Röhren gingen zu seinen Seiten aus, zu jeglicher Seite drei Röhren.
Exo 37:19 Drei Schalen waren an jeglichem Rohr mit Knäufen und Blumen.
Exo 37:20 An dem Leuchter aber waren vier Schalen mit Knäufen und Blumen,
Exo 37:21 je ein Knauf unter zwei von den sechs Röhren, die aus ihm gingen,
Exo 37:22 und die Knäufe und Röhren gingen aus ihm, und war alles aus getriebenem, feinem Gold.
Exo 37:23 Und machte die sieben Lampen mit ihren Lichtschnäuzen und Löschnäpfen von feinem Gold.
Exo 37:24 Aus einem Zentner feinen Goldes machte er ihn und all sein Gerät.
Exo 37:25 Er machte auch den Räucheraltar von Akazienholz, eine Elle lang und breit, gleich viereckig, und zwei Ellen hoch, mit seinen Hörnern,
Exo 37:26 und überzog ihn mit feinem Golde, sein Dach und seine Wände ringsumher und seine Hörner, und machte ihm einen Kranz umher von Gold
Exo 37:27 und zwei goldene Ringe unter dem Kranz zu beiden Seiten, dass man Stangen darein täte und ihn damit trüge.
Exo 37:28 Aber die Stangen machte er von Akazienholz und überzog sie mit Gold.
Exo 37:29 Und er machte die heilige Salbe und Räuchwerk von reiner Spezerei nach der Kunst des Salbenbereiters.
Exo 38:1 Und er machte den Brandopferaltar von Akazienholz, fünf Ellen lang und breit, gleich viereckig, und drei Ellen hoch.
Exo 38:2 Und machte vier Hörner, die aus ihm gingen auf seinen vier Ecken, und überzog ihn mit Erz.
Exo 38:3 Und machte allerlei Geräte zu dem Altar: Aschentöpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln, Kohlenpfannen, alles von Erz.
Exo 38:4 Und machte am Altar ein Gitter wie ein Netz von Erz umher, von untenauf bis an die Hälfte des Altars.
Exo 38:5 Und goss vier Ringe an die vier Enden des ehernen Gitters für die Stangen.
Exo 38:6 Dieselben machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Erz
Exo 38:7 und tat sie in die Ringe an den Seiten des Altars, dass man ihn damit trüge; und machte ihn inwendig hohl.
Exo 38:8 Und machte ein Handfass von Erz und seinen Fuß auch von Erz aus Spiegeln der Weiber, die vor der Tür der Hütte des Stifts dienten.
Exo 38:9 Und er machte den Vorhof: Gegen Mittag mit einem Umhang, hundert Ellen lang, von gezwirnter weißer Leinwand,
Exo 38:10 mit seinen zwanzig Säulen und zwanzig Füßen von Erz, aber ihre Haken und Querstäbe von Silber;
Exo 38:11 desgleichen gegen Mitternacht hundert Ellen mit zwanzig Säulen und zwanzig Füßen von Erz, aber ihre Haken und Querstäbe von Silber;
Exo 38:12 gegen Abend aber fünfzig Ellen mit zehn Säulen und zehn Füßen, aber ihre Haken und Querstäbe von Silber;
Exo 38:13 gegen Morgen auch fünfzig Ellen;
Exo 38:14 fünfzehn Ellen auf einer Seite mit drei Säulen und drei Füßen,
Exo 38:15 und auf der andern Seite auch fünfzehn Ellen mit drei Säulen und drei Füßen, dass ihrer so viele waren an der einen Seite des Tors am Vorhofe als an der andern.
Exo 38:16 Alle Umhänge des Vorhofs waren von gezwirnter weißer Leinwand
Exo 38:17 und die Füße der Säulen von Erz und ihre Haken und Querstäbe von Silber, also dass ihre Köpfe überzogen waren mit Silber. Und ihre Querstäbe waren silbern an allen Säulen des Vorhofs.
Exo 38:18 Und das Tuch in dem Tor des Vorhofs machte er gestickt von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch, nach dem Maß der Umhänge des Vorhofs.
Exo 38:19 Dazu vier Säulen und vier Füße von Erz, und ihre Haken von Silber und ihre Köpfe und ihre Querstäbe überzogen mit Silber.
Exo 38:20 Und alle Nägel der Wohnung und des Vorhofs ringsherum waren von Erz.
Exo 38:21 Das ist nun die Summe zu der Wohnung des Zeugnisses, die gezählt ward, wie Mose geboten hatte, durch den Dienst der Leviten unter der Hand Ithamars, des Sohnes Aarons, des Priesters.
Exo 38:22 Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda, machte alles, wie der HErr dem Mose geboten hatte,
Exo 38:23 und mit ihm Oholiab, der Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan, ein Meister zu schneiden, zu wirken und zu sticken mit blauem und rotem Purpur, Scharlach und weißer Leinwand.
Exo 38:24 Alles Gold, das verarbeitet ist in diesem ganzen Werk des Heiligtums, das zum Webeopfer gegeben ward, ist neunundzwanzig Zentner siebenhundertunddreißig Lot nach dem Lot des Heiligtums.
Exo 38:25 Des Silbers aber, das von der Gemeinde kam, war hundert Zentner tausendsiebenhundertfünfundsiebzig Lot nach dem Lot des Heiligtums:
Exo 38:26 so manch Haupt, so manch halbes Lot nach dem Lot des Heiligtums, von allen, die gezählt wurden von zwanzig Jahren an und darüber, sechshundertdreitausend fünfhundertundfünfzig.
Exo 38:27 Aus den hundert Zentnern Silber goss man die Füße des Heiligtums und die Füße des Vorhangs, hundert Füße aus hundert Zentnern, je einen Zentner zum Fuß.
Exo 38:28 Aber aus den tausendsiebenhundertfünfundsiebzig Loten wurden gemacht der Säulen Haken, und ihre Köpfe überzogen und ihre Querstäbe.
Exo 38:29 Das Webeopfer aber des Erzes war siebzig Zentner zweitausendvierhundert Lot.
Exo 38:30 Daraus wurden gemacht die Füße in der Tür der Hütte des Stifts und der eherne Altar und das eherne Gitter daran und alle Geräte des Altars,
Exo 38:31 dazu die Füße des Vorhofs ringsherum und die Füße des Tores am Vorhofe, alle Nägel der Wohnung und alle Nägel des Vorhofs ringsherum.
Exo 39:1 Aber von dem blauen und roten Purpur und dem Scharlach machten sie Aaron Amtskleider, zu dienen im Heiligtum, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:2 Und er machte den Leibrock von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 39:3 Und sie schlugen das Gold und schnitten's zu Faden, dass man's künstlich wirken konnte unter den blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand.
Exo 39:4 Schulterstücke machten sie an ihm, die zusammengingen, und an beiden Enden ward er zusammengebunden.
Exo 39:5 Und sein Gurt war nach derselben Kunst und Arbeit von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:6 Und sie machten zwei Onyxsteine, umher gefasst mit Gold, gegraben durch die Steinschneider mit den Namen der Kinder Israel;
Exo 39:7 und er heftete sie auf die Schulterstücke des Leibrocks, dass es Steine seien zum Gedächtnis der Kinder Israel, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:8 Und sie machten das Schild nach der Kunst und dem Werk des Leibrocks von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand,
Exo 39:9 dass es viereckig und zwiefach war, eine Spanne lang und breit.
Exo 39:10 Und füllten es mit vier Reihen Steinen: die erste Reihe war ein Sarder, Topas und Smaragd;
Exo 39:11 die andere ein Rubin, Saphir und Demant;
Exo 39:12 die dritte ein Lynkurer, Achat und Amethyst;
Exo 39:13 die vierte ein Türkis, Onyx und Jaspis, umher gefasst mit Gold in allen Reihen.
Exo 39:14 Und die Steine standen nach den zwölf Namen der Kinder Israel, gegraben durch die Steinschneider, dass auf einem jeglichen ein Name stand nach den zwölf Stämmen.
Exo 39:15 Und sie machten am Schild Ketten mit zwei Enden von feinem Golde
Exo 39:16 und zwei goldene Fassungen und zwei goldene Ringe und hefteten die zwei Ringe auf die zwei Ecken des Schildes.
Exo 39:17 Und die zwei goldenen Ketten taten sie in die zwei Ringe auf den Ecken des Schildes.
Exo 39:18 Aber die zwei Enden der Ketten taten sie an die zwei Fassungen und hefteten sie auf die Schulterstücke des Leibrocks vornehin.
Exo 39:19 Und machten zwei andere goldene Ringe und hefteten sie an die zwei andern Ecken des Schildes an seinen Rand, inwendig gegen den Leibrock.
Exo 39:20 Und sie machten zwei andere goldene Ringe, die taten sie unten an die zwei Schulterstücke vorn am Leibrock, wo er zusammengeht, oben über dem Gurt des Leibrocks,
Exo 39:21 dass das Schild mit seinen Ringen an die Ringe des Leibrocks geknüpft würde mit einer blauen Schnur, dass es über dem Gurt des Leibrocks hart anläge und nicht von dem Leibrock los würde, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:22 Und machte den Purpurrock zum Leibrock, gewirkt, ganz von blauem Purpur,
Exo 39:23 und sein Loch oben mitteninne und eine Borte ums Loch her gefaltet, dass er nicht zerrisse.
Exo 39:24 Und sie machten an seinen Saum Granatäpfel von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
Exo 39:25 Und machten Schellen von feinem Golde; die taten sie zwischen die Granatäpfel ringsumher am Saum des Purpurrocks,
Exo 39:26 je ein Granatapfel und eine Schelle um und um am Saum, darin zu dienen, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:27 Und sie machten auch die engen Röcke, von weißer Leinwand gewirkt, Aaron und seinen Söhnen,
Exo 39:28 und den Hut von weißer Leinwand und die schönen Hauben von weißer Leinwand und Beinkleider von gezwirnter weißer Leinwand
Exo 39:29 und den gestickten Gürtel von gezwirnter weißer Leinwand, blauem und rotem Purpur und Scharlach, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:30 Sie machten auch das Stirnblatt, die heilige Krone, von feinem Gold, und gruben Schrift darein: Heilig dem HErrn.
Exo 39:31 Und banden eine blaue Schnur daran, dass sie an den Hut von obenher geheftet würde, wie der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:32 Also ward vollendet das ganze Werk der Wohnung der Hütte des Stifts. Und die Kinder Israel taten alles, was der HErr dem Mose geboten hatte.
Exo 39:33 Und sie brachten die Wohnung zu Mose: die Hütte und alle ihre Geräte, Haken, Bretter, Riegel, Säulen, Füße,
Exo 39:34 die Decke von rötlichen Widderfellen, die Decke von Dachsfellen und den Vorhang;
Exo 39:35 die Lade des Zeugnisses mit ihren Stangen, den Gnadenstuhl;
Exo 39:36 den Tisch und alle seine Geräte und die Schaubrote;
Exo 39:37 den schönen Leuchter mit den Lampen zubereitet und allem seinem Geräte und Öl zum Licht;
Exo 39:38 den goldenen Altar und die Salbe und gutes Räuchwerk; das Tuch in der Hütte Tür;
Exo 39:39 den ehernen Altar und sein ehernes Gitter mit seinen Stangen und allem seinem Geräte; das Handfass mit seinem Fuß;
Exo 39:40 die Umhänge des Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen; das Tuch im Tor des Vorhofs mit seinen Seilen und Nägeln und allem Geräte zum Dienst der Wohnung der Hütte des Stifts;
Exo 39:41 die Amtskleider des Priesters Aaron, zu dienen im Heiligtum, und die Kleider seiner Söhne, dass sie Priesteramt täten.
Exo 39:42 Alles, wie der HErr dem Mose geboten hatte, taten die Kinder Israel an allem diesem Dienst.
Exo 39:43 Und Mose sah an all dies Werk; und siehe, sie hatten es gemacht, wie der HErr geboten hatte. Und er segnete sie.
Exo 40:1 Und der HErr redete mit Mose und sprach:
Exo 40:2 Du sollst die Wohnung der Hütte des Stifts aufrichten am ersten Tage des ersten Monats.
Exo 40:3 Und sollst darein setzen die Lade des Zeugnisses und vor die Lade den Vorhang hängen.
Exo 40:4 Und sollst den Tisch darbringen und ihn zubereiten und den Leuchter darstellen und die Lampen daraufsetzen.
Exo 40:5 Und sollst den goldenen Räucheraltar setzen vor die Lade des Zeugnisses und das Tuch in der Tür der Wohnung aufhängen.
Exo 40:6 Den Brandopferaltar aber sollst du setzen heraus vor die Tür der Wohnung der Hütte des Stifts,
Exo 40:7 und das Handfass zwischen die Hütte des Stifts und den Altar, und Wasser darein tun,
Exo 40:8 und den Vorhof stellen umher, und das Tuch in der Tür des Vorhofs aufhängen.
Exo 40:9 Und sollst die Salbe nehmen und die Wohnung und alles, was darin ist, salben; und sollst sie weihen mit allem ihrem Geräte, dass sie heilig sei.
Exo 40:10 Und sollst den Brandopferaltar salben mit allem seinem Geräte, und weihen, dass er hochheilig sei.
Exo 40:11 Sollst auch das Handfass und seinen Fuß salben und weihen.
Exo 40:12 Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts führen und mit Wasser waschen,
Exo 40:13 und Aaron die heiligen Kleider anziehen und ihn salben und weihen, dass er mein Priester sei;
Exo 40:14 und seine Söhne auch herzuführen und ihnen die engen Röcke anziehen,
Exo 40:15 und sie salben, wie du ihren Vater gesalbt hast, dass sie meine Priester seien. Und diese Salbung sollen sie haben zum ewigen Priestertum bei ihren Nachkommen.
Exo 40:16 Und Mose tat alles, wie ihm der HErr geboten hatte.
Exo 40:17 Also ward die Wohnung aufgerichtet im zweiten Jahr, am ersten Tage des ersten Monats.
Exo 40:18 Und da Mose sie aufrichtete, setzte er die Füße und die Bretter und Riegel und richtete die Säulen auf
Exo 40:19 und breitete die Hütte aus über der Wohnung und legte die Decke der Hütte obendarauf, wie der HErr ihm geboten hatte,
Exo 40:20 und nahm das Zeugnis und legte es in die Lade und tat die Stangen an die Lade und tat den Gnadenstuhl oben auf die Lade
Exo 40:21 und brachte die Lade in die Wohnung und hing den Vorhang vor die Lade des Zeugnisses, wie ihm der HErr geboten hatte,
Exo 40:22 und setzte den Tisch in die Hütte des Stifts, an die Seite der Wohnung gegen Mitternacht, außen vor dem Vorhang,
Exo 40:23 und richtete Brot darauf zu vor dem HErrn, wie ihm der HErr geboten hatte,
Exo 40:24 und setzte den Leuchter auch hinein, gegenüber dem Tisch, an die Seite der Wohnung gegen Mittag,
Exo 40:25 und tat Lampen darauf vor dem HErrn, wie ihm der HErr geboten hatte,
Exo 40:26 und setzte den goldenen Altar hinein vor den Vorhang
Exo 40:27 und räucherte darauf mit gutem Räuchwerk, wie ihm der HErr geboten hatte,
Exo 40:28 und hing das Tuch in die Tür der Wohnung.
Exo 40:29 Aber den Brandopferaltar setzte er vor die Tür der Wohnung der Hütte des Stifts und opferte darauf Brandopfer und Speisopfer, wie ihm der HErr geboten hatte.
Exo 40:30 Und das Handfass setzte er zwischen die Hütte des Stifts und den Altar und tat Wasser darein zum Waschen.
Exo 40:31 Und Mose, Aaron und seine Söhne wuschen ihre Hände und Füße darin.
Exo 40:32 Denn sie müssen sich waschen, wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder hinzutreten zum Altar, wie ihm der HErr geboten hatte.
Exo 40:33 Und er richtete den Vorhof auf um die Wohnung und um den Altar her und hing den Vorhang in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das ganze Werk.
Exo 40:34 Da bedeckte die Wolke die Hütte des Stifts, und die Herrlichkeit des HErrn füllte die Wohnung.
Exo 40:35 Und Mose konnte nicht in die Hütte des Stifts gehen, weil die Wolke darauf blieb und die Herrlichkeit des HErrn die Wohnung füllte.
Exo 40:36 Und wenn die Wolke sich aufhob von der Wohnung, so zogen die Kinder Israel, solange sie reisten.
Exo 40:37 Wenn sich aber die Wolke nicht aufhob, so zogen sie nicht bis an den Tag, da sie sich aufhob.
Exo 40:38 Denn die Wolke des HErrn war des Tages auf der Wohnung, und des Nachts war sie feurig vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange sie reisten.

Gen 1:1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Gen 1:2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Gen 1:3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
Gen 1:4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis
Gen 1:5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
Gen 1:6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern.
Gen 1:7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.
Gen 1:8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.
Gen 1:9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, dass man das Trockene sehe. Und es geschah also.
Gen 1:10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.
Gen 1:11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also.
Gen 1:12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.
Gen 1:13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
Gen 1:14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
Gen 1:15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf Erden. Und es geschah also.
Gen 1:16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne.
Gen 1:17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde
Gen 1:18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war.
Gen 1:19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
Gen 1:20 Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels.
Gen 1:21 Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.
Gen 1:22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden.
Gen 1:23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
Gen 1:24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also.
Gen 1:25 Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.
Gen 1:26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
Gen 1:27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.
Gen 1:28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
Gen 1:29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise,
Gen 1:30 und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, dass sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also.
Gen 1:31 Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Gen 2:1 Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
Gen 2:2 Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte.
Gen 2:3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum dass er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.
Gen 2:4 Also ist Himmel und Erde geworden, da sie geschaffen sind, zu der Zeit, da Gott der HErr Erde und Himmel machte.
Gen 2:5 Und allerlei Bäume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HErr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch, der das Land baute.
Gen 2:6 Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land.
Gen 2:7 Und Gott der HErr machte den Menschen aus einem Erdenkloß, und er blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.
Gen 2:8 Und Gott der HErr pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
Gen 2:9 Und Gott der HErr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Gen 2:10 Und es ging aus von Eden ein Strom, zu wässern den Garten, und er teilte sich von da in vier Hauptwasser.
Gen 2:11 Das erste heißt Pison, das fließt um das ganze Land Hevila; und daselbst findet man Gold.
Gen 2:12 Und das Gold des Landes ist köstlich; und da findet man Bedellion und den Edelstein Onyx.
Gen 2:13 Das andere Wasser heißt Gihon, das fließt um um das ganze Mohrenland.
Gen 2:14 Das dritte Wasser heißt Hiddekel, das fließt vor Assyrien. Das vierte Wasser ist der Euphrat.
Gen 2:15 Und Gott der HErr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn baute und bewahrte.
Gen 2:16 Und Gott der HErr gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten;
Gen 2:17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben.
Gen 2:18 Und Gott der HErr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
Gen 2:19 Denn als Gott der HErr gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen.
Gen 2:20 Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
Gen 2:21 Da ließ Gott der HErr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloss die Stätte zu mit Fleisch.
Gen 2:22 Und Gott der HErr baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
Gen 2:23 Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum dass sie vom Manne genommen ist.
Gen 2:24 Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.
Gen 2:25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht.
Gen 3:1 Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten?
Gen 3:2 Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
Gen 3:3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret's auch nicht an, dass ihr nicht sterbet.
Gen 3:4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben;
Gen 3:5 sondern Gott weiß, dass, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Gen 3:6 Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.
Gen 3:7 Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze.
Gen 3:8 Und sie hörten die Stimme Gottes des HErrn, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HErrn unter die Bäume im Garten.
Gen 3:9 Und Gott der HErr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
Gen 3:10 Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
Gen 3:11 Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
Gen 3:12 Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.
Gen 3:13 Da sprach Gott der HErr zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, dass ich aß.
Gen 3:14 Da sprach Gott der HErr zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.
Gen 3:15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
Gen 3:16 Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.
Gen 3:17 Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, – verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.
Gen 3:18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen.
Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
Gen 3:20 Und Adam hieß sein Weib Eva, darum dass sie eine Mutter ist aller Lebendigen.
Gen 3:21 Und Gott der HErr machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie.
Gen 3:22 Und Gott der HErr sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
Gen 3:23 Da wies ihn Gott der HErr aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist,
Gen 3:24 und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.
Gen 4:1 Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem HErrn.
Gen 4:2 Und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder. Und Abel ward ein Schäfer; Kain aber ward ein Ackermann.
Gen 4:3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HErrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes;
Gen 4:4 und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HErr sah gnädig an Abel und sein Opfer;
Gen 4:5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.
Gen 4:6 Da sprach der HErr zu Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt sich deine Gebärde?
Gen 4:7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.
Gen 4:8 Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
Gen 4:9 Da sprach der HErr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?
Gen 4:10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
Gen 4:11 Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.
Gen 4:12 Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.
Gen 4:13 Kain aber sprach zu dem HErrn: Meine Sünde ist größer, denn dass sie mir vergeben werden möge.<RF>Wörtlich: Meine Sünde ist zu groß, als dass ich sie tragen könnte.<Rf>
Gen 4:14 Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, dass mich totschlage, wer mich findet.
Gen 4:15 Aber der HErr sprach zu ihm: Nein; sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HErr machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, wer ihn fände.
Gen 4:16 Also ging Kain von dem Angesicht des HErrn und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen.
Gen 4:17 Und Kain erkannte sein Weib, die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.
Gen 4:18 Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mahujael, Mahujael zeugte Methusael, Methusael zeugte Lamech.
Gen 4:19 Lamech aber nahm zwei Weiber; eine hieß Ada, die andere Zilla.
Gen 4:20 Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Hütten wohnten und Vieh zogen.
Gen 4:21 Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen die Geiger und Pfeifer.
Gen 4:22 Die Zilla aber gebar auch, nämlich den Thubalkain, den Meister in allerlei Erz- und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema.
Gen 4:23 Und Lamech sprach zu seinen Weibern Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamechs, höret meine Rede und merket, was ich sage: Ich habe einen Mann erschlagen für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule;
Gen 4:24 Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.
Gen 4:25 Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den hieß sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat.
Gen 4:26 Und Seth zeugte auch einen Sohn und hieß ihn Enos. Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des HErrn Namen.
Gen 5:1 Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes;
Gen 5:2 und schuf sie einen Mann und ein Weib und segnete sie und hieß ihren Namen Mensch zur Zeit, da sie geschaffen wurden.
Gen 5:3 Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild ähnlich war und hieß ihn Seth
Gen 5:4 und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:5 dass sein ganzes Alter ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb.
Gen 5:6 Seth war hundertundfünf Jahre alt und zeugte Enos
Gen 5:7 und lebte darnach achthundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:8 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundzwölf Jahre, und starb.
Gen 5:9 Enos war neunzig Jahre alt und zeugte Kenan
Gen 5:10 und lebte darnach achthundertundfünzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:11 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünf Jahre, und starb.
Gen 5:12 Kenan war siebzig Jahre alt und zeugte Mahalaleel
Gen 5:13 und lebte darnach achthundertundvierzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:14 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundzehn Jahre, und starb.
Gen 5:15 Mahalaleel war fünfundsechzig Jahre und zeugte Jared
Gen 5:16 und lebte darnach achthundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:17 dass sein ganzes Alter ward achthundertundfünfundneunzig Jahre, und starb.
Gen 5:18 Jared war hundertzweiundsechzig Jahre alt und zeugte Henoch
Gen 5:19 und er lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:20 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundzweiundsechzig Jahre, und starb.
Gen 5:21 Henoch war fünfundsechzig Jahre alt und zeugte Methusalah.
Gen 5:22 Und nachdem er Methusalah gezeugt hatte, blieb er in einem göttlichen Leben dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:23 dass sein ganzes Alter ward dreihundertfünfundsechzig Jahre.
Gen 5:24 Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.
Gen 5:25 Methusalah war hundertsiebenundachtzig Jahre alt und zeugte Lamech
Gen 5:26 und lebte darnach siebenhundertundzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:27 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundneunundsechzig Jahre, und starb.
Gen 5:28 Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugte einen Sohn
Gen 5:29 und hieß ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unsrer Mühe und Arbeit auf der Erde, die der HErr verflucht hat.
Gen 5:30 Darnach lebte er fünfhundertundfünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
Gen 5:31 dass sein ganzes Alter ward siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre, und starb.
Gen 5:32 Noah war fünfhundert Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Japheth.
Gen 6:1 Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,
Gen 6:2 da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.
Gen 6:3 Da sprach der HErr: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre.
Gen 6:4 Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die „Kinder Gottes” zu den „Töchtern der Menschen” eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer.
Gen 6:5 Da aber der HErr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,
Gen 6:6 da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,
Gen 6:7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.
Gen 6:8 Aber Noah fand Gnade vor dem HErrn.
Gen 6:9 Dies ist das Geschlecht Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel und führte ein göttliches Leben zu seinen Zeiten
Gen 6:10 und zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Japheth.
Gen 6:11 Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels.
Gen 6:12 Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.
Gen 6:13 Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde.
Gen 6:14 Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech inwendig und auswendig.
Gen 6:15 Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Weite und dreißig Ellen die Höhe<RF>Das Ellenmaß war von Zeit und Region abhängig und lag zwischen 45 cm und 60 cm.<Rf>.
Gen 6:16 Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Boden haben: einen unten, den andern in der Mitte, den dritten in der Höhe.
Gen 6:17 Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
Gen 6:18 Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Söhnen, mit deinem Weibe und mit deiner Söhne Weibern.
Gen 6:19 Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Männlein und Weiblein, dass sie lebendig bleiben bei dir.
Gen 6:20 Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben.
Gen 6:21 Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man isst, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung da sei.
Gen 6:22 Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Gen 7:1 Und der HErr sprach zu Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganzes Haus; denn ich habe dich gerecht ersehen vor mir zu dieser Zeit.
Gen 7:2 Aus allerlei reinem Vieh nimm zu dir je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein; von dem unreinen Vieh aber je ein Paar, das Männlein und sein Weiblein.
Gen 7:3 Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein, auf dass Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden.
Gen 7:4 Denn von nun an über sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles, was Wesen hat, was ich gemacht habe.
Gen 7:5 Und Noah tat alles, was ihm der HErr gebot.
Gen 7:6 Er war aber sechshundert Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf Erden kam.
Gen 7:7 Und er ging in den Kasten mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seiner Söhne Weibern vor dem Gewässer der Sintflut.
Gen 7:8 Von dem reinen Vieh und von dem unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden
Gen 7:9 gingen zu ihm in den Kasten paarweise, je ein Männlein und Weiblein, wie ihm Gott geboten hatte.
Gen 7:10 Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden.
Gen 7:11 In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels,
Gen 7:12 und kam ein Regen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte.
Gen 7:13 Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem Weibe und seiner Söhne drei Weibern,
Gen 7:14 dazu allerlei Getier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und allerlei Vögel nach ihrer Art, alles was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte;
Gen 7:15 das ging alles zu Noah in den Kasten paarweise, von allem Fleisch, darin ein lebendiger Geist war.
Gen 7:16 Und das waren Männlein und Weiblein von allerlei Fleisch, und gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HErr schloss hinter ihm zu.
Gen 7:17 Da kam die Sintflut vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben den Kasten auf und trugen ihn empor über die Erde.
Gen 7:18 Also nahm das Gewässer überhand und wuchs sehr auf Erden, dass der Kasten auf dem Gewässer fuhr.
Gen 7:19 Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.
Gen 7:20 Fünfzehn Ellen hoch ging das Gewässer über die Berge, die bedeckt wurden.
Gen 7:21 Da ging alles Fleisch unter, das auf Erden kriecht, an Vögeln, an Vieh, an Tieren und an allem, was sich regt auf Erden, und alle Menschen.
Gen 7:22 Alles, was einen lebendigen Odem hatte auf dem Trockenen, das starb.
Gen 7:23 Also ward vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis auf das Vieh und das Gewürm und auf die Vögel unter dem Himmel; das ward alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in dem Kasten war.
Gen 7:24 Und das Gewässer stand auf Erden hundertundfünfzig Tage.
Gen 8:1 Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen;
Gen 8:2 und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt;
Gen 8:3 und das Gewässer verlief sich von der Erde immer mehr und nahm ab nach hundertfünfzig Tagen.
Gen 8:4 Am siebzehnten Tage des siebenten Monats ließ sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat.
Gen 8:5 Es nahm aber das Gewässer immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen der Berge Spitzen hervor.
Gen 8:6 Nach vierzig Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er gemacht hatte,
Gen 8:7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und wieder her, bis das Gewässer vertrocknete auf Erden.
Gen 8:8 Darnach ließ er eine Taube von sich ausfliegen, auf dass er erführe, ob das Gewässer gefallen wäre auf Erden.
Gen 8:9 Da aber die Taube nicht fand, da ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in den Kasten; denn das Gewässer war noch auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in den Kasten.
Gen 8:10 Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten.
Gen 8:11 Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da merkte Noah, dass das Gewässer gefallen wäre auf Erden.
Gen 8:12 Aber er harrte noch weiter sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.
Gen 8:13 Im sechshundertundersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des ersten Monats vertrocknete das Gewässer auf Erden. Da tat Noah das Dach von dem Kasten und sah, dass der Erdboden trocken war.
Gen 8:14 Also ward die Erde ganz trocken am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats.
Gen 8:15 Da redete Gott mit Noah und sprach:
Gen 8:16 Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine Söhne und deiner Söhne Weiber mit dir.
Gen 8:17 Allerlei Getier, das bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Vögeln, an Vieh und an allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden.
Gen 8:18 Also ging Noah heraus mit seinen Söhnen und seinem Weibe und seiner Söhne Weibern,
Gen 8:19 dazu allerlei Getier, allerlei Gewürm, allerlei Vögel und alles, was auf Erden kriecht; das ging aus dem Kasten, ein jegliches mit seinesgleichen.
Gen 8:20 Noah aber baute dem HErrn einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar.
Gen 8:21 Und der HErr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.
Gen 8:22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Gen 9:1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde.
Gen 9:2 Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
Gen 9:3 Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.
Gen 9:4 Allein esset das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut.
Gen 9:5 Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren rächen und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist.
Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.
Gen 9:7 Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, dass euer viel darauf werden.
Gen 9:8 Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm:
Gen 9:9 Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch
Gen 9:10 und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden.
Gen 9:11 Und ich richte meinen Bund also mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt soll werden mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe.
Gen 9:12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich:
Gen 9:13 Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
Gen 9:14 Und wenn es kommt, dass ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.
Gen 9:15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, dass nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe.
Gen 9:16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist.
Gen 9:17 Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.
Gen 9:18 Die Söhne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans.
Gen 9:19 Das sind die drei Söhne Noahs, von denen ist alles Land besetzt.
Gen 9:20 Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge.
Gen 9:21 Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt.
Gen 9:22 Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er's seinen beiden Brüdern draußen.
Gen 9:23 Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten des Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, dass sie ihres Vater Blöße nicht sahen.
Gen 9:24 Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte,
Gen 9:25 sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern!
Gen 9:26 und sprach weiter: Gelobt sei der HErr, der Gott Sems; und Kanaan sei sein Knecht!
Gen 9:27 Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht!
Gen 9:28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre,
Gen 9:29 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
Gen 10:1 Dies ist das Geschlecht der Kinder Noahs: Sem, Ham, Japheth. Und sie zeugten Kinder nach der Sintflut.
Gen 10:2 Die Kinder Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Mesech und Thiras.
Gen 10:3 Aber die Kinder von Gomer sind diese: Askenas, Riphath und Thorgama.
Gen 10:4 Die Kinder von Javan sind diese: Elisa, Tharsis, die Chittiter und die Dodaniter.
Gen 10:5 Von diesen sind ausgebreitet die Inseln der Heiden in ihren Ländern, jegliche nach ihren Sprachen, Geschlechtern und Leuten.
Gen 10:6 Die Kinder von Ham sind diese: Chus, Mizraim, Put und Kanaan.
Gen 10:7 Aber die Kinder von Chus sind diese: Seba, Hevila, Sabtha, Ragma und Sabthecha. Aber die Kinder von Ragma sind diese: Saba und Dedan.
Gen 10:8 Chus aber zeugte den Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein auf Erden,
Gen 10:9 und war ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn. Daher spricht man: Das ist ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn wie Nimrod.
Gen 10:10 Und der Anfang seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Chalne im Lande Sinear.
Gen 10:11 Von dem Land ist er gekommen nach Assur und baute Ninive und Rehoboth-Ir und Kalah,
Gen 10:12 dazu Resen zwischen Ninive und Kalah. Dies ist die große Stadt.
Gen 10:13 Mizraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naphthuhiter,
Gen 10:14 die Pathrusiter und die Kasluhiter (von dannen sind gekommen die Philister) und die Kaphthoriter.
Gen 10:15 Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Heth,
Gen 10:16 den Jebusiter, den Amoriter, den Girgasiter,
Gen 10:17 den Heviter, den Arkiter, den Siniter,
Gen 10:18 den Arvaditer, den Zemariter und den Hamathiter. Daher sind ausgebreitet die Geschlechter der Kanaaniter.
Gen 10:19 Und ihre Grenzen waren von Sidon an durch Gerar bis gen Gaza, bis man kommt gen Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim und bis gen Lasa.
Gen 10:20 Das sind die Kinder Hams in ihren Geschlechtern, Sprachen und Leuten.
Gen 10:21 Sem aber, Japheths, des Ältern, Bruder, zeugte auch Kinder, der ein Vater ist aller Kinder von Eber.
Gen 10:22 Und dies sind seine Kinder: Elam, Assur, Arphachsad, Lud und Aram.
Gen 10:23 Die Kinder von Aram sind diese: Uz, Hul, Gether und Mas.
Gen 10:24 Arphachsad aber zeugte Salah, Salah zeugte Eber.
Gen 10:25 Eber zeugte zwei Söhne. Einer hieß Peleg, darum dass zu seiner Zeit die Welt zerteilt ward; des Bruder hieß Joktan.
Gen 10:26 Und Joktan zeugte Almodad, Saleph, Hazarmaveth, Jarah,
Gen 10:27 Hadoram, Usal, Dikla,
Gen 10:28 Obal, Abimael, Saba,
Gen 10:29 Ophir, Hevila und Jobab. Das sind die Kinder von Joktan.
Gen 10:30 Und ihre Wohnung war von Mesa an, bis man kommt gen Sephar, an den Berg gegen Morgen.
Gen 10:31 Das sind die Kinder von Sem in ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern und Leuten.
Gen 10:32 Das sind nun die Nachkommen der Kinder Noahs in ihren Geschlechtern und Leuten. Von denen sind ausgebreitet die Leute auf Erden nach der Sintflut.
Gen 11:1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
Gen 11:2 Da sie nun zogen gen Morgen, fanden sie ein ebenes Land im Lande Sinear, und wohnten daselbst.
Gen 11:3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! und nahmen Ziegel zu Stein und Erdharz zu Kalk
Gen 11:4 und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, des Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen! denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
Gen 11:5 Da fuhr der HErr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.
Gen 11:6 Und der HErr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und haben das angefangen zu tun; sie werden nicht ablassen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
Gen 11:7 Wohlauf, lasset uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
Gen 11:8 Also zerstreute sie der HErr von dort in alle Länder, dass sie mussten aufhören die Stadt zu bauen.
Gen 11:9 Daher heißt ihr Name Babel, dass der HErr daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache und sie zerstreut von dort in alle Länder.
Gen 11:10 Dies sind die Geschlechter Sems: Sem war hundert Jahre alt und zeugte Arphachsad, zwei Jahre nach der Sintflut,
Gen 11:11 und lebte darnach fünfhundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:12 Arphachsad war fünfunddreißig Jahre alt und zeugte Salah
Gen 11:13 und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:14 Salah war dreißig Jahre alt und zeugte Eber
Gen 11:15 und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:16 Eber war vierunddreißig Jahre alt und zeugte Peleg
Gen 11:17 und lebte darnach vierhundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:18 Peleg war dreißig Jahre alt und zeugte Regu
Gen 11:19 und lebte darnach zweihundertundneun Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:20 Regu war zweiundreißig Jahre alt und zeugte Serug
Gen 11:21 und lebte darnach zweihundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:22 Serug war dreißig Jahre alt und zeugte Nahor
Gen 11:23 und lebte darnach zweihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:24 Nahor war neunundzwanzig Jahre alt und zeugte Tharah
Gen 11:25 und lebte darnach hundertundneunzehn Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Gen 11:26 Tharah war siebzig Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran.
Gen 11:27 Dies sind die Geschlechter Tharahs: Tharah zeugte Abram, Nahor und Haran. Aber Haran zeugte Lot.
Gen 11:28 Haran aber starb vor seinem Vater Tharah in seinem Vaterlande zu Ur in Chaldäa.
Gen 11:29 Da nahmen Abram und Nahor Weiber. Abrams Weib hieß Sarai, und Nahors Weib Milka, Harans Tochter, der ein Vater war der Milka und der Jiska.
Gen 11:30 Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind.
Gen 11:31 Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und Lot, seines Sohnes Haran Sohn, und seine Schwiegertochter Sarai, seines Sohnes Abram Weib, und führte sie aus Ur in Chaldäa, dass er ins Land Kanaan zöge; und sie kamen gen Haran und wohnten daselbst.
Gen 11:32 Und Tharah war zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.
Gen 12:1 Und der HErr sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
Gen 12:2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein.
Gen 12:3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
Gen 12:4 Da zog Abram aus, wie der HErr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, da er aus Haran zog.
Gen 12:5 Also nahm Abram sein Weib Sarai und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Seelen, die sie erworben hatten in Haran; und zogen aus, zu reisen in das Land Kanaan. Und als sie gekommen waren in dasselbe Land,
Gen 12:6 zog Abram durch bis an die Stätte Sichem und an den Hain More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.
Gen 12:7 Da erschien der HErr dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben. Und er baute daselbst einen Altar dem HErrn, der ihm erschienen war.
Gen 12:8 Darnach brach er auf von dort an einen Berg, der lag gegen Morgen von der Stadt Beth-El, und richtete seine Hütte auf, dass er Beth-El gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte, und baute daselbst dem HErrn einen Altar und predigte von dem Namen des HErrn.
Gen 12:9 Darnach zog Abram weiter und zog aus ins Mittagsland.
Gen 12:10 Es kam aber eine Teuerung in das Land. Da zog Abram hinab nach Ägypten, dass er sich daselbst als ein Fremdling aufhielte; denn die Teuerung war groß im Lande.
Gen 12:11 Und da er nahe an Ägypten kam, sprach er zu seinem Weib Sarai: Siehe, ich weiß, dass du ein schönes Weib von Angesicht bist.
Gen 12:12 Wenn dich nun die Ägypter sehen werden, so werden sie sagen: Das ist sein Weib, – und werden mich erwürgen, und dich leben lassen.
Gen 12:13 So sage doch, du seist meine Schwester, auf dass mir's wohl gehe um deinetwillen und meine Seele am Leben bleibe um deinetwillen.
Gen 12:14 Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter das Weib, dass sie sehr schön war.
Gen 12:15 Und die Fürsten des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da ward sie in des Pharao Haus gebracht.
Gen 12:16 Und er tat Abram Gutes um ihretwillen. Und er hatte Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
Gen 12:17 Aber der HErr plagte den Pharao mit großen Plagen und sein Haus um Sarais, Abrams Weibes, willen.
Gen 12:18 Da rief Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du mir das getan? Warum sagtest du mir's nicht, dass sie dein Weib wäre?
Gen 12:19 Warum sprachst du denn, sie wäre deine Schwester? Derhalben ich sie mir zum Weibe nehmen wollte. Und nun siehe, da hast du dein Weib; nimm sie und ziehe hin.
Gen 12:20 Und Pharao befahl seinen Leuten über ihm, dass sie ihn geleiteten und sein Weib und alles, was er hatte.
Gen 13:1 Also zog Abram herauf aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Mittagsland.
Gen 13:2 Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
Gen 13:3 Und er zog immer fort von Mittag bis gen Beth-El, an die Stätte, da am ersten seine Hütte war, zwischen Beth-El und Ai,
Gen 13:4 eben an den Ort, da er zuvor den Altar gemacht hatte. Und er predigte allda den Namen des HErrn.
Gen 13:5 Lot aber, der mit Abram zog, der hatte auch Schafe und Rinder und Hütten.
Gen 13:6 Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß, und sie konnten nicht beieinander wohnen.
Gen 13:7 Und es war immer Zank zwischen den Hirten über Abrams Vieh und zwischen den Hirten über Lots Vieh. So wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Pheresiter im Lande.
Gen 13:8 Da sprach Abram zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Gebrüder.
Gen 13:9 Steht dir nicht alles Land offen? Scheide dich doch von mir. Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.
Gen 13:10 Da hob Lot sein Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HErr Sodom und Gomorra verderbte, war sie wasserreich, bis man gen Zoar kommt, als ein Garten des HErrn, gleichwie Ägyptenland.
Gen 13:11 Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog gegen Morgen. Also schied sich ein Bruder von dem andern,
Gen 13:12 dass Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten der Jordangegend und setzte seine Hütte gen Sodom.
Gen 13:13 Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HErrn.
Gen 13:14 Da nun Lot sich von Abram geschieden hatte, sprach der HErr zu Abram: Hebe dein Augen auf und siehe von der Stätte an, da du wohnst, gegen Mittag, gegen Morgen und gegen Abend.
Gen 13:15 Denn alles Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen ewiglich;
Gen 13:16 und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deinen Samen zählen.
Gen 13:17 Darum so mache dich auf und ziehe durch das Land in die Länge und Breite; denn dir will ich's geben.
Gen 13:18 Also erhob Abram sein Hütte, kam und wohnte im Hain Mamre, der zu Hebron ist, und baute daselbst dem HErrn einen Altar.
Gen 14:1 Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amraphel von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomors, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs der Heiden,
Gen 14:2 dass sie kriegten mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem König von Gomorra, und mit Sineab, dem König von Adama, und mit Semeber, dem König von Zeboim, und mit dem König von Bela, das Zoar heißt.
Gen 14:3 Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer ist.
Gen 14:4 Denn sie waren zwölf Jahre unter dem König Kedor-Laomor gewesen, und im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen.
Gen 14:5 Darum kam Kedor-Laomor und die Könige, die mit ihm waren, im vierzehnten Jahr und schlugen die Riesen zu Astharoth-Karnaim und die Susiter zu Ham und die Emiter in dem Felde Kirjathaim
Gen 14:6 und die Horiter auf ihrem Gebirge Seir, bis El-Pharan, welches an die Wüste stößt.
Gen 14:7 Darnach wandten sie um und kamen an den Born Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu Hazezon-Thamar wohnten.
Gen 14:8 Da zogen aus der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adama, der König von Zeboim und der König von Bela, das Zoar heißt, und rüsteten sich, zu streiten im Tal Siddim
Gen 14:9 mit Kedor-Laomor, dem König von Elam, und mit Thideal, dem König der Heiden, und mit Amraphel, dem König von Sinear, und mit Arioch, dem König von Ellasar: vier Könige mit fünfen.
Gen 14:10 Das Tal Siddim aber hatte viel Erdharzgruben; und die Könige von Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da hinein, und was übrigblieb, floh auf das Gebirge.
Gen 14:11 Da nahmen sie alle Habe zu Sodom und Gomorra und alle Speise und zogen davon.
Gen 14:12 Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe, denn er wohnte zu Sodom, und zogen davon.
Gen 14:13 Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem Ausländer, der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, welcher ein Bruder war Eskols und Aners. Diese waren mit Abram im Bunde.
Gen 14:14 Als nun Abram hörte, dass sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan
Gen 14:15 und teilte sich, fiel des Nachts über sie mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis gen Hoba, das zur Linken der Stadt Damaskus liegt,
Gen 14:16 und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk.
Gen 14:17 Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor-Laomor und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das Königstal heißt.
Gen 14:18 Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten.
Gen 14:19 Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat;
Gen 14:20 und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem.
Gen 14:21 Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute; die Güter behalte dir.
Gen 14:22 Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe mein Hände auf zu dem HErrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat,
Gen 14:23 dass ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, dass du nicht sagest, du habest Abram reich gemacht;
Gen 14:24 ausgenommen, was die Jünglinge verzehrt haben; und die Männer Aner, Eskol und Mamre, die mit mir gezogen sind, die lass ihr Teil nehmen.
Gen 15:1 Nach diesen Geschichten begab sich's, dass zu Abram geschah das Wort des HErrn im Gesicht und sprach: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.
Gen 15:2 Abram sprach aber: Herr HErr, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen.
Gen 15:3 Und Abram sprach weiter: Mir hast du keinen Samen gegeben; und siehe, einer von meinem Gesinde soll mein Erbe sein.
Gen 15:4 Und siehe, der HErr sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.
Gen 15:5 Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: Also soll dein Same werden.
Gen 15:6 Abram glaubte dem HErrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
Gen 15:7 Und er sprach zu ihm: Ich bin der HErr, der dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, dass ich dir dies Land zu besitzen gebe.
Gen 15:8 Abram aber sprach: Herr HErr, woran soll ich merken, dass ich's besitzen werde?
Gen 15:9 Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube.
Gen 15:10 Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht.
Gen 15:11 Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie davon.
Gen 15:12 Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn.
Gen 15:13 Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, dass dein Same wird fremd sein in einem Lande, das nicht sein ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
Gen 15:14 Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
Gen 15:15 Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem Alter begraben werden.
Gen 15:16 Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.
Gen 15:17 Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin.
Gen 15:18 An dem Tage machte der HErr einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat:
Gen 15:19 die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter,
Gen 15:20 die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen,
Gen 15:21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter.
Gen 16:1 Sarai, Abrams Weib, gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine ägyptische Magd, die hieß Hagar.
Gen 16:2 Und sie sprach zu Abram: Siehe, der HErr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht aus ihr mich aufbauen möge. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais.
Gen 16:3 Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd, Hagar, und gab sie Abram, ihrem Mann, zum Weibe, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatten.
Gen 16:4 Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, dass sie schwanger war, achtete sie ihre Frau gering gegen sich.
Gen 16:5 Da sprach Sarai zu Abram: Du tust unrecht an mir. Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger geworden ist, muss ich gering sein in ihren Augen. Der HErr sei Richter zwischen mir und dir.
Gen 16:6 Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefällt. Da sie nun Sarai wollte demütigen, floh sie von ihr.
Gen 16:7 Aber der Engel des HErrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, nämlich bei dem Brunnen am Wege gen Sur.
Gen 16:8 Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Frau Sarai geflohen.
Gen 16:9 Und der Engel des HErrn sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Frau, und demütige dich unter ihre Hand.
Gen 16:10 Und der Engel des HErrn sprach zu ihr: Ich will deinen Samen also mehren, dass er vor großer Menge nicht soll gezählt werden.
Gen 16:11 Weiter sprach der Engel des HErrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, des Namen sollst du Ismael heißen, darum dass der HErr dein Elend erhört hat.
Gen 16:12 Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, – und wird gegen alle seine Brüder wohnen.
Gen 16:13 Und sie hieß den Namen des HErrn, der mit ihr redete: Du Gott siehest mich. Denn sie sprach: Gewiss habe ich hier gesehen den, der mich hernach angesehen hat.
Gen 16:14 Darum hieß man den Brunnen einen Brunnen des Lebendigen, der mich ansieht; welcher Brunnen ist zwischen Kades und Bared.
Gen 16:15 Und Hagar gebar Abram einen Sohn; und Abram hieß den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael.
Gen 16:16 Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael gebar.
Gen 17:1 Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HErr und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.
Gen 17:2 Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir machen und ich will dich gar sehr mehren.
Gen 17:3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach:
Gen 17:4 Siehe, ich bin's und habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden.
Gen 17:5 Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker
Gen 17:6 und will dich gar sehr fruchtbar machen und will von dir Völker machen, und sollen auch Könige von dir kommen.
Gen 17:7 Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir, bei ihren Nachkommen, dass es ein ewiger Bund sei, also dass ich dein Gott sei und deines Samens nach dir,
Gen 17:8 und will dir und deinem Samen nach dir geben das Land, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewiger Besitzung, und will ihr Gott sein.
Gen 17:9 Und Gott sprach zu Abraham: So halte nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, bei ihren Nachkommen.
Gen 17:10 Das ist aber mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden.
Gen 17:11 Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch.
Gen 17:12 Ein jegliches Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen. Desgleichen auch alles Gesinde, das daheim geboren oder erkauft ist von allerlei Fremden, die nicht eures Samens sind.
Gen 17:13 Beschnitten soll werden alles Gesinde, das dir daheim geboren oder erkauft ist. Und also soll mein Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen Bund.
Gen 17:14 Und wo ein Mannsbild nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines Fleisches, des Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, darum dass es meinen Bund unterlassen hat.
Gen 17:15 Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst dein Weib Sarai nicht mehr Sarai heißen, sondern Sara soll ihr Name sein.
Gen 17:16 Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn geben; denn ich will sie segnen, und Völker sollen aus ihr werden und Könige über viele Völker.
Gen 17:17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem Herzen: Soll mir, hundert Jahre alt, ein Kind geboren werden, und Sara, neunzig Jahre alt, gebären?
Gen 17:18 Und Abraham sprach zu Gott: Ach, dass Ismael leben sollte vor dir!
Gen 17:19 Da sprach Gott: Ja, Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak heißen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Samen nach ihm.
Gen 17:20 Dazu um Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und mehren gar sehr. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen.
Gen 17:21 Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären soll um diese Zeit im andern Jahr.
Gen 17:22 Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham.
Gen 17:23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die daheim geboren, und alle, die erkauft, und alles, was männlich war in seinem Hause, und beschnitt die Vorhaut an ihrem Fleisch ebendesselben Tages, wie ihm Gott gesagt hatte.
Gen 17:24 Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, da er die Vorhaut an seinem Fleisch beschnitt.
Gen 17:25 Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, da seines Fleisches Vorhaut beschnitten ward.
Gen 17:26 Eben auf einen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn Ismael,
Gen 17:27 und was männlich in seinem Hause war, daheim geboren und erkauft von Fremden; es ward alles mit ihm beschnitten.
Gen 18:1 Und der HErr erschien ihm im Hain Mamre, da er saß an der Tür seiner Hütte, da der Tag am heißesten war.
Gen 18:2 Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und da er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seiner Hütte und bückte sich nieder zur Erde
Gen 18:3 und sprach: HErr, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe nicht an deinem Knecht vorüber.
Gen 18:4 Man soll euch ein wenig Wasser bringen und eure Füße waschen, und lehnet euch unter den Baum.
Gen 18:5 Und ich will einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz labet; darnach sollt ihr fortgehen. Denn darum seid ihr zu eurem Knecht gekommen. Sie sprachen: Tue wie du gesagt hast.
Gen 18:6 Abraham eilte in die Hütte zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß Semmelmehl, knete und backe Kuchen.
Gen 18:7 Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und gab's dem Knechte; der eilte und bereitete es zu.
Gen 18:8 Und er trug auf Butter und Milch und von dem Kalbe, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.
Gen 18:9 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Weib Sara? Er antwortete: Drinnen in der Hütte.
Gen 18:10 Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen über ein Jahr; siehe, so soll Sara, dein Weib, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür der Hütte.
Gen 18:11 Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also dass es Sara nicht mehr ging nach der Weiber Weise.
Gen 18:12 Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch Wollust pflegen, und mein Herr ist auch alt?
Gen 18:13 Da sprach der HErr zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, das es wahr sei, dass ich noch gebären werde, so ich doch alt bin?
Gen 18:14 Sollte dem HErrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen über ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben.
Gen 18:15 Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht also; du hast gelacht.
Gen 18:16 Da standen die Männer auf von dannen und wandten sich gegen Sodom; und Abraham ging mit ihnen, dass er sie geleitete.
Gen 18:17 Da sprach der HErr: Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue,
Gen 18:18 sintemal<RF>bedeutet: weil doch<Rf> er ein großes und mächtiges Volk soll werden, und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?
Gen 18:19 Denn ich weiß, er wird befehlen seinen Kindern und seinem Hause nach ihm, dass sie des HErrn Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der HErr auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.
Gen 18:20 Und der HErr sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist groß, und ihre Sünden sind sehr schwer.
Gen 18:21 Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht also sei, dass ich's wisse.
Gen 18:22 Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem HErrn
Gen 18:23 und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?
Gen 18:24 Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?
Gen 18:25 Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, dass der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten.
Gen 18:26 Der HErr sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben.
Gen 18:27 Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HErrn, wiewohl ich Erde und Asche bin.
Gen 18:28 Es möchten vielleicht fünf weniger denn fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben.
Gen 18:29 Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen.
Gen 18:30 Abraham sprach: Zürne nicht, HErr, dass ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.
Gen 18:31 Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HErrn zu reden. Man möchte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen.
Gen 18:32 Und er sprach: Ach zürne nicht, HErr, dass ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.
Gen 18:33 Und der HErr ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
Gen 19:1 Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht auf die Erde
Gen 19:2 und sprach: Siehe, liebe Herren, kehret doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibet über Nacht; lasset eure Füße waschen, so stehet ihr morgens früh auf und ziehet eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben.
Gen 19:3 Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.
Gen 19:4 Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,
Gen 19:5 und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir sie erkennen.
Gen 19:6 Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloss die Tür hinter sich zu
Gen 19:7 und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!
Gen 19:8 Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.
Gen 19:9 Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen,
Gen 19:10 griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu.
Gen 19:11 Und die Männer vor der Tür am Hause wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten.
Gen 19:12 Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam<RF>bedeutet: Schwiegersohn<Rf> und Söhne und Töchter und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte.
Gen 19:13 Denn wir werden diese Stätte verderben, darum dass ihr Geschrei groß ist vor dem HErrn; der hat uns gesandt, sie zu verderben.
Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HErr wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
Gen 19:15 Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, dass du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt.
Gen 19:16 Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum dass der HErr ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
Gen 19:17 Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, dass du nicht umkommst.
Gen 19:18 Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr!
Gen 19:19 Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, dass du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, dass ich stürbe.
Gen 19:20 Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), dass meine Seele lebendig bleibe.
Gen 19:21 Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, dass ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast.
Gen 19:22 Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis dass du hineinkommest. Daher ist diese Stadt genannt Zoar.
Gen 19:23 Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
Gen 19:24 Da ließ der HErr Schwefel und Feuer regnen – von dem HErrn vom Himmel herab – auf Sodom und Gomorra
Gen 19:25 und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.
Gen 19:26 Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
Gen 19:27 Abraham aber machte sich des Morgens früh auf an den Ort, da er gestanden vor dem HErrn,
Gen 19:28 und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und siehe, da ging ein Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen.
Gen 19:29 Und es geschah, da Gott die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrte, darin Lot wohnte.
Gen 19:30 Und Lot zog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern.
Gen 19:31 Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen möge nach aller Welt Weise;
Gen 19:32 so komm, lass uns unsrem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, dass wir Samen von unsrem Vater erhalten.
Gen 19:33 Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.
Gen 19:34 Des Morgens sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Lass uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, dass du hineingehest und legest dich zu ihm, dass wir Samen von unsrem Vater erhalten.
Gen 19:35 Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.
Gen 19:36 Also wurden die beiden Töchter Lots schwanger von ihrem Vater.
Gen 19:37 Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.
Gen 19:38 Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den hieß sie das Kind Ammi. Von dem kommen die Kinder Ammon bis auf den heutigen Tag.
Gen 20:1 Abraham aber zog von dannen ins Land gegen Mittag und wohnte zwischen Kades und Sur und ward ein Fremdling zu Gerar.
Gen 20:2 Er sprach aber von seinem Weibe Sara: Es ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der König zu Gerar, nach ihr und ließ sie holen.
Gen 20:3 Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Eheweib.
Gen 20:4 Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: HErr, willst du denn auch ein gerechtes Volk erwürgen?
Gen 20:5 Hat er nicht zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie hat auch gesagt: Er ist mein Bruder. Habe ich doch das getan mit einfältigem Herzen und unschuldigen Händen.
Gen 20:6 Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, dass du mit einfältigem Herzen das getan hast. Darum habe ich dich auch behütet, dass du nicht wider mich sündigtest, und habe es dir nicht zugegeben, dass du sie berührtest.
Gen 20:7 So gib nun dem Manne sein Weib wieder, denn er ist ein Prophet; und lass ihn für dich bitten, so wirst du lebendig bleiben. Wo du sie aber nicht wiedergibst, so wisse, dass du des Todes sterben musst und alles, was dein ist.
Gen 20:8 Da stand Abimelech des Morgens früh auf und rief alle seine Knechte und sagte ihnen dieses alles vor ihren Ohren. Und die Leute fürchteten sich sehr.
Gen 20:9 Und Abimelech rief Abraham auch und sprach zu ihm: Warum hast du uns das getan? Und was habe ich an dir gesündigt, dass du so eine große Sünde wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast mit mir gehandelt, nicht wie man handeln soll.
Gen 20:10 Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Was hast du gesehen<RF>Abimelech wusste, dass Abraham Prophet ist.<Rf>, dass du solches getan hast?
Gen 20:11 Abraham sprach: Ich dachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meines Weibes willen erwürgen.
Gen 20:12 Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter, und ist mein Weib geworden.
Gen 20:13 Da mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hieß, sprach ich zu ihr: Die Barmherzigkeit tu an mir, dass, wo wir hinkommen, du von mir sagest, ich sei dein Bruder.
Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie Abraham und gab ihm wieder sein Weib Sara
Gen 20:15 und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's wohl gefällt.
Gen 20:16 Und sprach zu Sara: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend Silberlinge gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein vor allen, die bei dir sind, und allenthalben. Und damit war ihr Recht verschafft.
Gen 20:17 Abraham aber betete zu Gott; da heilte Gott Abimelech und sein Weib und seine Mägde, dass sie Kinder gebaren.
Gen 20:18 Denn der HErr hatte zuvor hart verschlossen alle Mütter des Hauses Abimelechs um Saras, Abrahams Weibes, willen.
Gen 21:1 Und der HErr suchte heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit ihr, wie er geredet hatte.
Gen 21:2 Und Sara ward schwanger und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter um die Zeit, von der ihm Gott geredet hatte.
Gen 21:3 Und Abraham hieß seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara gebar,
Gen 21:4 und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
Gen 21:5 Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward.
Gen 21:6 Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es hören wird, der wird über mich lachen,
Gen 21:7 und sprach: Wer durfte von Abraham sagen, dass Sara Kinder säuge? Denn ich habe ihm einen Sohn geboren in seinem Alter.
Gen 21:8 Und das Kind wuchs und ward entwöhnt; und Abraham machte ein großes Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt ward.
Gen 21:9 Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägyptischen, den sie Abraham geboren hatte, dass er ein Spötter war,
Gen 21:10 und sprach zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
Gen 21:11 Das Wort gefiel Abraham sehr übel um seines Sohnes willen.
Gen 21:12 Aber Gott sprach zu ihm: Lass dir's nicht übel gefallen des Knaben und der Magd halben. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn in Isaak soll dir der Same genannt werden.
Gen 21:13 Auch will ich der Magd Sohn zum Volk machen, darum dass er deines Samens ist.
Gen 21:14 Da stand Abraham des Morgens früh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter und den Knaben mit und ließ sie von sich. Da zog sie hin und ging in der Wüste irre bei Beer-Seba.
Gen 21:15 Da nun das Wasser in dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben unter einen Strauch
Gen 21:16 und ging hin und setzte sich gegenüber von fern, einen Bogenschuss weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenüber und hob ihre Stimme auf und weinte.
Gen 21:17 Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief vom Himmel der Hagar und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat erhört die Stimme des Knaben, da er liegt.
Gen 21:18 Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen.
Gen 21:19 Und Gott tat ihr die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.
Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs und wohnte in der Wüste und ward ein guter Schütze.
Gen 21:21 Und er wohnte in der Wüste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland.
Gen 21:22 Zu der Zeit redete Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, mit Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, das du tust.
Gen 21:23 So schwöre mir nun bei Gott, dass du mir und meinen Kindern und meinen Enkeln keine Untreue erzeigen wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, an mir auch tust und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist.
Gen 21:24 Da sprach Abraham: Ich will schwören.
Gen 21:25 Und Abraham setzte Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen, den Abimelechs Knechte hatten mit Gewalt genommen.
Gen 21:26 Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewusst, wer das getan hat; auch hast du mir's nicht angesagt; dazu habe ich's nicht gehört bis heute.
Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; und sie machten beide einen Bund miteinander.
Gen 21:28 Und Abraham stellt sieben Lämmer besonders.
Gen 21:29 Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast?
Gen 21:30 Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, dass sie mir zum Zeugnis seien, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.
Gen 21:31 Daher heißt die Stätte Beer-Seba<RF>bedeutet: Schwur-Brunnen oder Sieben-Brunnen<Rf>, weil sie beide miteinander da geschworen haben.
Gen 21:32 Und also machten sie den Bund zu Beer-Seba. Da machten sich auf Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, und zogen wieder in der Philister Land.
Gen 21:33 Abraham aber pflanzte Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HErrn, des ewigen Gottes.
Gen 21:34 Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit.
Gen 22:1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
Gen 22:2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.
Gen 22:3 Da stand Abraham des Morgens früh auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte.
Gen 22:4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne
Gen 22:5 und sprach zu seinen Knechten: Bleibet ihr hier mit dem Esel! Ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.
Gen 22:6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander.
Gen 22:7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?
Gen 22:8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.
Gen 22:9 Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz
Gen 22:10 und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete.
Gen 22:11 Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
Gen 22:12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
Gen 22:13 Da hob Abraham sein Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hangen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt.
Gen 22:14 Und Abraham hieß die Stätte: Der HErr siehet. Daher man noch heutigestages sagt: Auf dem Berge, da der HErr siehet.
Gen 22:15 Und der Engel des HErrn rief Abraham abermals vom Himmel
Gen 22:16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HErr, weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont,
Gen 22:17 dass ich deinen Samen segnen und mehren will wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde;
Gen 22:18 und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Gen 22:19 Also kehrte Abraham wieder zu seinen Knechten; und sie machten sich auf und zogen miteinander gen Beer-Seba; und er wohnte daselbst.
Gen 22:20 Nach diesen Geschichten begab sich's, dass Abraham angesagt ward: Siehe, Milka hat auch Kinder geboren deinem Bruder Nahor,
Gen 22:21 nämlich Uz, den Erstgeborenen, und Buz, seinen Bruder, und Kemuel, von dem die Syrer kommen,
Gen 22:22 und Chesed und Haso und Phildas und Jedlaph und Bethuel.
Gen 22:23 Bethuel aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, Abrahams Bruder.
Gen 22:24 Und sein Kebsweib<RF>eine aus dem Sklavenstand stammende Nebenfrau<Rf>, mit Namen Rehuma, gebar auch, nämlich den Tebah, Gaham, Thahas und Maacha.
Gen 23:1 Sara ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt
Gen 23:2 und starb in Kirjat-Arba, das Hebron heißt, im Lande Kanaan. Da kam Abraham, dass er sie beklagte und beweinte.
Gen 23:3 Darnach stand er auf von seiner Leiche und redete mit den Kindern Heth und sprach:
Gen 23:4 Ich bin ein Fremder und Einwohner bei euch; gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, dass ich meinen Toten begrabe, der vor mir liegt.
Gen 23:5 Da antworteten Abraham die Kinder Heth und sprachen zu ihm:
Gen 23:6 Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns, begrabe deinen Toten in unsren vornehmsten Gräbern; kein Mensch soll dir unter uns wehren, dass du in seinem Grabe begrabest deinen Toten.
Gen 23:7 Da stand Abraham auf und bückte sich vor dem Volk des Landes, vor den Kindern Heth.
Gen 23:8 Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch, dass ich meinen Toten, der vor mir liegt, begrabe, so hört mich und bittet für mich Ephron, den Sohn Zohars,
Gen 23:9 dass er mir gebe seine zwiefache Höhle, die er hat am Ende seines Ackers; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, unter euch zum Erbbegräbnis.
Gen 23:10 Ephron aber saß unter den Kindern Heth. Da antwortete Ephron, der Hethiter, Abraham, dass zuhörten die Kinder Heth, vor allen, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und sprach:
Gen 23:11 Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und die Höhle darin dazu und übergebe dir's vor den Augen der Kinder meines Volkes, zu begraben deinen Toten.
Gen 23:12 Da bückte sich Abraham vor dem Volk des Landes
Gen 23:13 und redete mit Ephron, dass zuhörte das Volk des Landes, und sprach: Willst du mir ihn lassen, so bitte ich, nimm von mir das Geld für den Acker, das ich dir gebe, so will ich meinen Toten daselbst begraben.
Gen 23:14 Ephron antwortete Abraham und sprach zu ihm:
Gen 23:15 Mein Herr, höre doch mich! Das Feld ist vierhundert Lot Silber wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deinen Toten!
Gen 23:16 Abraham gehorchte Ephron und wog ihm das Geld dar, das er gesagt hatte, dass zuhörten die Kinder Heth, vierhundert Lot Silber, das im Kauf gang und gäbe war.
Gen 23:17 Also ward Ephrons Acker, darin die zwiefache Höhle ist, Mamre gegenüber, Abraham zum eigenen Gut bestätigt mit der Höhle darin und mit allen Bäumen auf dem Acker umher,
Gen 23:18 dass die Kinder Heth zusahen und alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen.
Gen 23:19 Darnach begrub Abraham Sara, sein Weib, in der Höhle des Ackers, die zwiefach ist, Mamre gegenüber, das ist Hebron, im Lande Kanaan.
Gen 23:20 Also ward bestätigt der Acker und die Höhle darin Abraham zum Erbbegräbnis von den Kindern Heth.
Gen 24:1 Abraham war alt und wohl betagt, und der HErr hatte ihn gesegnet allenthalben.
Gen 24:2 Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen Gütern vorstand: Lege deine Hand unter meine Hüfte
Gen 24:3 und schwöre mir bei dem HErrn, dem Gott des Himmels und der Erde, dass du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Töchtern der Kanaaniter, unter welchen ich wohne,
Gen 24:4 sondern dass du ziehest in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft und nehmest meinem Sohn Isaak ein Weib.
Gen 24:5 Der Knecht sprach: Wie, wenn das Weib mir nicht wollte folgen in dies Land, soll ich dann deinen Sohn wiederbringen in jenes Land, daraus du gezogen bist?
Gen 24:6 Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, dass du meinen Sohn nicht wieder dahin bringest.
Gen 24:7 Der HErr, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause genommen hat und von meiner Heimat, der mir geredet hat und mir auch geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich deinem Samen geben, – der wird seinen Engel vor dir her senden, dass du meinem Sohn daselbst ein Weib nehmest.
Gen 24:8 So aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides quitt. Allein bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin.
Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm solches.
Gen 24:10 Also nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn und machte sich auf und zog nach Mesopotamien zu der Stadt Nahors.
Gen 24:11 Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei einem Wasserbrunnen, des Abends um die Zeit, wo die Weiber pflegten herauszugehen und Wasser zu schöpfen,
Gen 24:12 und sprach: HErr, du Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham!
Gen 24:13 Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Töchter in dieser Stadt werden herauskommen, Wasser zu schöpfen.
Gen 24:14 Wenn nun eine Dirne kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug und lass mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine Kamele auch tränken: – das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert hast, und daran werde ich erkennen, dass du Barmherzigkeit an meinem Herrn getan habest.
Gen 24:15 Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels Tochter, der ein Sohn der Milka war, welche Nahors, Abrahams Bruders, Weib war, und trug einen Krug auf ihrer Achsel.
Gen 24:16 Und sie war eine sehr schöne Dirne von Angesicht, noch eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen und füllte den Krug und stieg herauf.
Gen 24:17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Lass mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken.
Gen 24:18 Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und eilend ließ sie den Krug hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken.
Gen 24:19 Und da sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will deinen Kamelen auch schöpfen, bis sie alle getrunken haben.
Gen 24:20 Und eilte und goss den Krug aus in die Tränke und lief abermals zum Brunnen, zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen.
Gen 24:21 Der Mann aber wunderte sich ihrer und schwieg still, bis er erkennete, ob der HErr zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht.
Gen 24:22 Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen Reif, ein halbes Lot schwer, und zwei Armringe an ihre Hände, zehn Lot Goldes schwer,
Gen 24:23 und sprach: Wes Tochter bist du? das sage mir doch. Haben wir auch Raum in deines Vaters Hause, zu herbergen?
Gen 24:24 Sie sprach zu ihm: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den sie dem Nahor geboren hat.
Gen 24:25 Und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns und Raum genug, zu herbergen.
Gen 24:26 Da neigte sich der Mann und betete den HErrn an
Gen 24:27 und sprach: Gelobt sei der HErr, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit nicht verlassen hat an meinem Herrn; denn der HErr hat mich den Weg geführt zum Hause des Bruders meines Herrn.
Gen 24:28 Und die Dirne lief und sagte solches alles an in ihrer Mutter Hause.
Gen 24:29 Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu dem Mann draußen bei dem Brunnen.
Gen 24:30 Und als er sah den Reif und die Armringe an seiner Schwester Händen und hörte die Worte Rebekkas, seiner Schwester, dass sie sprach: Also hat mir der Mann gesagt, – kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen am Brunnen.
Gen 24:31 Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HErrn! Warum stehst du draußen? Ich habe das Haus geräumt und für die Kamele auch Raum gemacht.
Gen 24:32 Also führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter und Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße der Männer, die mit ihm waren,
Gen 24:33 und setzte ihm Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen, bis dass ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage an!
Gen 24:34 Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht.
Gen 24:35 Und der HErr hat meinen Herrn reichlich gesegnet, dass er groß geworden ist, und hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben.
Gen 24:36 Dazu hat Sara, meines Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat.
Gen 24:37 Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst meinem Sohn kein Weib nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne,
Gen 24:38 sondern ziehe hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht; daselbst nimm meinem Sohn ein Weib.
Gen 24:39 Ich aber sprach zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht folgen will?
Gen 24:40 Da sprach er zu mir: Der HErr, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, dass du meinem Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft und meines Vaters Hause.
Gen 24:41 Alsdann sollst du meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner Freundschaft kommst; geben sie dir sie nicht, so bist du meines Eides quitt.
Gen 24:42 Also kam ich heute zum Brunnen und sprach: HErr, Gott meines Herrn Abraham, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich bin,
Gen 24:43 siehe, so steh ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine Jungfrau herauskommt, zu schöpfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug,
Gen 24:44 und sie wird sagen: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch schöpfen: – die sei das Weib, das der HErr meines Herrn Sohne beschert hat.
Gen 24:45 Ehe ich nun solche Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe, da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Achsel und geht hinab zum Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken.
Gen 24:46 Und sie nahm eilend den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke, und deine Kamele will ich auch tränken. Also trank ich, und sie tränkte die Kamele auch.
Gen 24:47 Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und Armringe an ihre Hände
Gen 24:48 und neigte mich und betete den HErrn an und lobte den HErrn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hat, dass ich seinem Sohn die Tochter nehme des Bruders meines Herrn.
Gen 24:49 Seid ihr nun die, so an meinem Herrn Freundschaft und Treue beweisen wollen, so sagt mir's; wo nicht, so sagt mir's auch, dass ich mich wende zur Rechten oder zur Linken.
Gen 24:50 Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HErrn; darum können wir nichts wider dich reden, weder Böses noch Gutes;
Gen 24:51 da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, dass sie das Weib sei des Sohnes deines Herrn, wie der HErr geredet hat.
Gen 24:52 Da diese Worte hörte Abrahams Knecht, bückte er sich vor dem HErrn zur Erde
Gen 24:53 und zog hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab sie Rebekka; aber ihrem Bruder und der Mutter gab er Würze.
Gen 24:54 Da aß und trank er samt den Männern, die mit ihm waren, und blieb über Nacht allda. Des Morgens aber stand er auf und sprach: Lasst mich ziehen zu meinem Herrn.
Gen 24:55 Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Lass doch die Dirne einen Tag oder zehn bei uns bleiben; darnach sollst du ziehen.
Gen 24:56 Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf; denn der HErr hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasset mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe.
Gen 24:57 Da sprachen sie: Lasst uns die Dirne rufen und fragen, was sie dazu sagt.
Gen 24:58 Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm.
Gen 24:59 Also ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme samt Abrahams Knecht und seinen Leuten.
Gen 24:60 Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsre Schwester; wachse in vieltausendmal tausend, und dein Same besitze die Tore seiner Feinde.
Gen 24:61 Also machte sich Rebekka auf mit ihren Dirnen, und setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog hin.
Gen 24:62 Isaak aber kam vom Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn er wohnte im Lande gegen Mittag)
Gen 24:63 und war ausgegangen, zu beten auf dem Felde um den Abend, und hob seine Augen auf und sah, dass Kamele daherkamen.
Gen 24:64 Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilend vom Kamel
Gen 24:65 und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Mantel und verhüllte sich.
Gen 24:66 Und der Knecht erzählte Isaak alle Sachen, die er ausgerichtet hatte.
Gen 24:67 Da führte sie Isaak in die Hütte seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka und sie ward sein Weib, und er gewann sie lieb. Also ward Isaak getröstet über seine Mutter.
Gen 25:1 Abraham nahm wieder ein Weib, die hieß Ketura.
Gen 25:2 Die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah.
Gen 25:3 Joksan aber zeugte Saba und Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren: die Assuriter, die Letusiter und die Leumiter.
Gen 25:4 Die Kinder Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Diese alle sind Kinder der Ketura.
Gen 25:5 Und Abraham gab all sein Gut Isaak.
Gen 25:6 Aber den Kindern, die er von den Kebsweibern hatte, gab er Geschenke und ließ sie von seinem Sohn Isaak ziehen, dieweil er noch lebte, gegen Aufgang in das Morgenland.
Gen 25:7 Das aber ist Abrahams Alter, das er gelebt hat: hundertfünfundsiebzig Jahre.
Gen 25:8 Und er nahm ab und starb in einem ruhigen Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt.
Gen 25:9 Und es begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in der zwiefachen Höhle auf dem Acker Ephrons, des Sohnes Zohars, des Hethiters, die da liegt Mamre gegenüber,
Gen 25:10 in dem Felde, das Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seinem Weibe.
Gen 25:11 Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er wohnte bei dem Brunnen des Lebendigen und Sehenden.
Gen 25:12 Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
Gen 25:13 und das sind die Namen der Kinder Ismaels, davon ihre Geschlechter genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels, Nebajoth, – Kedar, Abdeel, Mibsam,
Gen 25:14 Misma, Duma, Massa,
Gen 25:15 Hadar, Thema, Jetur, Naphis und Kedma.
Gen 25:16 Dies sind die Kinder Ismaels mit ihren Namen in ihren Höfen und Zeltdörfern, zwölf Fürsten über ihre Leute.
Gen 25:17 Und das ist das Alter Ismaels: hundert und siebenunddreißig Jahre. Und er nahm ab und starb und ward gesammelt zu seinem Volk.
Gen 25:18 Und sie wohnten von Hevila an bis gen Sur vor Ägypten und bis wo man nach Assyrien geht. Er ließ sich aber nieder gegen alle seine Brüder.
Gen 25:19 Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Isaak.
Gen 25:20 Isaak aber war vierzig Jahre alt, da er Rebekka zum Weibe nahm, die Tochter Bethuels, des Syrers, von Mesopotamien, Labans, des Syrers, Schwester.
Gen 25:21 Isaak aber bat den HErrn für sein Weib, denn sie war unfruchtbar. Und der HErr ließ sich erbitten, und Rebekka, sein Weib, ward schwanger.
Gen 25:22 Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leibe. Da sprach sie: Da mir's also sollte gehen, warum bin ich schwanger geworden? Und sie ging hin, den HErrn zu fragen.
Gen 25:23 Und der HErr sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zweierlei Leute werden sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk wird dem andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.
Gen 25:24 Da nun die Zeit kam, dass sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe.
Gen 25:25 Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell; und sie nannten ihn Esau.
Gen 25:26 Darnach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse des Esau; und sie hießen ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, da sie geboren wurden.
Gen 25:27 Und da nun die Knaben groß wurden, ward Esau ein Jäger und streifte auf dem Felde, Jakob aber ein sanfter Mann und blieb in den Hütten.
Gen 25:28 Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Weidwerk; Rebekka aber hatte Jakob lieb.
Gen 25:29 Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Felde und war müde
Gen 25:30 und sprach zu Jakob: Lass mich kosten das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom<RF>Edom ist hebräisch und heißt „der Rote”.<Rf>.
Gen 25:31 Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
Gen 25:32 Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir denn die Erstgeburt?
Gen 25:33 Jakob sprach: So schwöre mir heute. Und er schwur ihm und verkaufte also Jakob seine Erstgeburt.
Gen 25:34 Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. Also verachtete Esau seine Erstgeburt.
Gen 26:1 Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister König, gen Gerar.
Gen 26:2 Da erschien ihm der HErr und sprach: Ziehe nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
Gen 26:3 Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe,
Gen 26:4 und will deinem Samen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,
Gen 26:5 darum dass Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz.
Gen 26:6 Also wohnte Isaak zu Gerar.
Gen 26:7 Und wenn die Leute an demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so sprach er: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist mein Weib; sie möchten mich erwürgen um Rebekkas willen; denn sie war schön von Angesicht.
Gen 26:8 Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister König, durchs Fenster und ward gewahr, dass Isaak scherzte mit seinem Weibe Rebekka.
Gen 26:9 Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie hast du denn gesagt: Sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich gedachte, ich möchte vielleicht sterben müssen um ihretwillen.
Gen 26:10 Abimelech sprach: Warum hast du denn uns das getan? Es wäre leicht geschehen, dass jemand vom Volk sich zu deinem Weibe gelegt hätte, und hättest also eine Schuld auf uns gebracht.
Gen 26:11 Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein Weib antastet, der soll des Todes sterben.
Gen 26:12 Und Isaak säte in dem Lande und erntete desselben Jahres hundertfältig; denn der HErr segnete ihn.
Gen 26:13 Und er ward ein großer Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr groß ward,
Gen 26:14 dass er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister
Gen 26:15 und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und füllten sie mit Erde;
Gen 26:16 dass auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden.
Gen 26:17 Da zog Isaak von dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar und wohnte allda
Gen 26:18 und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams, seines Vaters, Zeiten gegraben hatten, welche die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit denselben Namen, mit denen sie sein Vater genannt hatte.
Gen 26:19 Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers.
Gen 26:20 Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da hieß er den Brunnen Esek, darum dass sie ihm da unrecht getan hatten.
Gen 26:21 Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber zankten sie auch, darum hieß er ihn Sitna<RF>Esek heißt Streit und Sitna Anfeindung.<Rf>.
Gen 26:22 Da machte er sich von dannen und grub einen andern Brunnen. Darüber zankten sie sich nicht; darum hieß er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat uns der HErr Raum gemacht und uns wachsen lassen im Lande.
Gen 26:23 Darnach zog er von dannen gen Beer-Seba.
Gen 26:24 Und der HErr erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin deines Vaters Abraham Gott. Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir und will dich segnen und deinen Samen mehren um meines Knechtes Abraham willen.
Gen 26:25 Da baute er einen Altar daselbst und predigte von dem Namen des HErrn und richtete daselbst seine Hütte auf, und seine Knechte gruben daselbst einen Brunnen.
Gen 26:26 Und Abimelech ging zu ihm von Gerar, und Ahussath, sein Freund, und Phichol, sein Feldhauptmann.
Gen 26:27 Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Hasset ihr mich doch und habt mich von euch getrieben.
Gen 26:28 Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, dass der HErr mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir machen,
Gen 26:29 dass du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles Gute getan haben und dich mit Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist nun der Gesegnete des HErrn.
Gen 26:30 Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
Gen 26:31 Und des Morgens früh standen sie auf und schwur einer dem andern; und Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.
Gen 26:32 Desselben Tages kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden.
Gen 26:33 Und er nannte ihn Seba; daher heißt die Stadt Beer-Seba bis auf den heutigen Tag.
Gen 26:34 Da Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters.
Gen 26:35 Die machten beide Isaak und Rebekka eitel Herzeleid.
Gen 27:1 Und es begab sich, da Isaak alt war geworden und seine Augen dunkel wurden zu sehen, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich.
Gen 27:2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich sterben soll.
Gen 27:3 So nimm nun dein Geräte, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und fange mir ein Wildbret,
Gen 27:4 und mache mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bringe mir's herein, dass ich esse, dass dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
Gen 27:5 Rebekka aber hörte solche Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging hin aufs Feld, dass er ein Wildbret jagte und heimbrächte.
Gen 27:6 Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden mit Esau, deinem Bruder, und sagen:
Gen 27:7 Bringe mir ein Wildbret und mache mir ein Essen, dass ich esse und dich segne vor dem HErrn, ehe ich sterbe.
Gen 27:8 So höre nun, mein Sohn, meine Stimme, was ich dich heiße.
Gen 27:9 Gehe hin zur Herde und hole mir zwei gute Böcklein, dass ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat.
Gen 27:10 Das sollst du deinem Vater hineintragen, dass er esse, auf dass er dich segne vor seinem Tode.
Gen 27:11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rauh, und ich glatt;
Gen 27:12 so möchte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm geachtet, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich einen Fluch und nicht einen Segen.
Gen 27:13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn; gehorche nur meiner Stimme, gehe und hole mir.
Gen 27:14 Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gerne hatte,
Gen 27:15 und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, köstliche Kleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn;
Gen 27:16 aber die Felle von den Böcklein tat sie ihm um seine Hände und wo er glatt war am Halse,
Gen 27:17 und gab also das Essen mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in Jakobs Hand, ihres Sohnes.
Gen 27:18 Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?
Gen 27:19 Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh auf, setze dich und iss von meinem Wildbret, auf dass mich deine Seele segne.
Gen 27:20 Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du so bald gefunden? Er antwortete: Der HErr, dein Gott, bescherte mir's.
Gen 27:21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, dass ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau seiest oder nicht.
Gen 27:22 Also trat Jakob zu seinem Vater Isaak; und da er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände.
Gen 27:23 Und er kannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus, seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn
Gen 27:24 und sprach zu ihm: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin's.
Gen 27:25 Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem Wildbret, dass dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er aß, und trug ihm auch Wein hinein, und er trank.
Gen 27:26 Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein Sohn.
Gen 27:27 Er trat hinzu und küsste ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HErr gesegnet hat.
Gen 27:28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Korn und Wein die Fülle.
Gen 27:29 Völker müssen dir dienen, und Leute müssen dir zu Fuße fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Kinder müssen dir zu Fuße fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet.
Gen 27:30 Als nun Isaak vollendet hatte den Segen über Jakob, und Jakob kaum hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd
Gen 27:31 und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iss von dem Wildbret deines Sohnes, dass mich deine Seele segne.
Gen 27:32 Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn.
Gen 27:33 Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer ist denn der Jäger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben.
Gen 27:34 Als Esau diese Rede seines Vaters hörte, schrie er laut und ward über die Maßen sehr betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater!
Gen 27:35 Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen Segen hinweg.
Gen 27:36 Da sprach er: Er heißt wohl Jakob; denn er hat mich nun zweimal überlistet. Meine Erstgeburt hat er dahin; und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen. Und sprach: Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten?
Gen 27:37 Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt, und alle seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gemacht, mit Korn und Wein habe ich ihn versehen; was soll ich doch dir nun tun, mein Sohn?
Gen 27:38 Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater! und hob auf seine Stimme und weinte.
Gen 27:39 Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe da, du wirst eine Wohnung haben ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des Himmels von obenher.
Gen 27:40 Von deinem Schwerte wirst du dich nähren und deinem Bruder dienen. Und es wird geschehen, dass du auch ein Herr sein und sein Joch von deinem Halse reißen wirst.
Gen 27:41 Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen, da man um meinen Vater Leid tragen muss; dann will ich meinen Bruder Jakob erwürgen.
Gen 27:42 Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau; und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, dass er dich erwürgen will.
Gen 27:43 Und nun höre meine Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban gen Haran
Gen 27:44 und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders legt
Gen 27:45 und bis sich sein Zorn wider dich von dir wendet und er vergisst, was du an ihm getan hast; so will ich darnach schicken und dich von dannen holen lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf einen Tag?
Gen 27:46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt, zu leben vor den Töchter Heth. Wo Jakob ein Weib nimmt von den Töchter Heth wie diese, von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben?
Gen 28:1 Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib von den Töchtern Kanaans;
Gen 28:2 sondern mache dich auf und ziehe nach Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir ein Weib daselbst von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
Gen 28:3 Aber der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du werdest ein Haufe Völker,
Gen 28:4 und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, dass du besitzest das Land, darin du Fremdling bist, das Gott Abraham gegeben hat.
Gen 28:5 Also fertigte Isaak den Jakob ab, dass er nach Mesopotamien zog zu Laban, Bethuels Sohn, in Syrien, dem Bruder Rebekkas, seiner und Esaus Mutter.
Gen 28:6 Als nun Esau sah, dass Isaak Jakob gesegnet hatte und abgefertigt nach Mesopotamien, dass er daselbst ein Weib nähme, und dass er, indem er ihn segnete, ihm gebot und sprach: Du sollst nicht ein Weib nehmen von den Töchtern Kanaans,
Gen 28:7 und dass Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und nach Mesopotamien zog,
Gen 28:8 sah auch, dass Isaak, sein Vater, nicht gerne sah die Töchter Kanaans:
Gen 28:9 ging er hin zu Ismael und nahm zu den Weibern, die er zuvor hatte, Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, zum Weibe.
Gen 28:10 Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran
Gen 28:11 und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.
Gen 28:12 Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder;
Gen 28:13 und der HErr stand obendarauf und sprach: Ich bin der HErr, Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
Gen 28:14 Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
Gen 28:15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis dass ich tue alles, was ich dir geredet habe.
Gen 28:16 Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiss ist der HErr an diesem Ort, und ich wusste es nicht;
Gen 28:17 und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
Gen 28:18 Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goss Öl obendarauf
Gen 28:19 und hieß die Stätte Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.
Gen 28:20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen
Gen 28:21 und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HErr mein Gott sein;
Gen 28:22 und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.
Gen 29:1 Da hob Jakob seine Füße auf und ging in das Land, das gegen Morgen liegt,
Gen 29:2 und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und siehe, drei Herden Schafe lagen dabei; denn von dem Brunnen pflegten sie die Herden zu tränken, und ein großer Stein lag vor dem Loch des Brunnens.
Gen 29:3 Und sie pflegten die Herden alle daselbst zu versammeln und den Stein von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Stätte.
Gen 29:4 Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie antworteten: Wir sind von Haran.
Gen 29:5 Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie antworteten: Wir kennen ihn wohl.
Gen 29:6 Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
Gen 29:7 Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit, das Vieh einzutreiben; tränket doch die Schafe und gehet hin und weidet sie.
Gen 29:8 Sie antworteten: Wir können nicht, bis dass alle Herden zusammengebracht werden und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen und also die Schafe tränken.
Gen 29:9 Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie hütete die Schafe.
Gen 29:10 Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter.
Gen 29:11 Und er küsste Rahel und weinte laut
Gen 29:12 und sagte ihr an, dass er ihres Vaters Bruder wäre und Rebekkas Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an.
Gen 29:13 Da aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm entgegen und herzte und küsste ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er dem Laban alle diese Sachen.
Gen 29:14 Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch. Und da er nun einen Monat lang bei ihm gewesen war,
Gen 29:15 sprach Laban zu Jakob: Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein?
Gen 29:16 Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel.
Gen 29:17 Aber Lea hatte ein blödes Gesicht, Rahel war hübsch und schön.
Gen 29:18 Und Jakob gewann die Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen.
Gen 29:19 Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir.
Gen 29:20 Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
Gen 29:21 Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist hier, dass ich zu ihr gehe.
Gen 29:22 Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl.
Gen 29:23 Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr.
Gen 29:24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd.
Gen 29:25 Des Morgens aber, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen?
Gen 29:26 Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unsrem Lande, dass man die jüngere ausgebe vor der älteren.
Gen 29:27 Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst.
Gen 29:28 Jakob tat also und hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel, seine Tochter, zum Weibe
Gen 29:29 und gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd.
Gen 29:30 Also ging er auch zu Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und diente bei ihm fürder die andern sieben Jahre.
Gen 29:31 Da aber der HErr sah, dass Lea unwert war, machte er sie fruchtbar; Rahel aber war unfruchtbar.
Gen 29:32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben, und sprach: Der HErr hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann liebhaben.
Gen 29:33 Und ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der HErr hat gehört, dass ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben. Und hieß ihn Simeon.
Gen 29:34 Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne geboren. Darum hieß sie ihn Levi.
Gen 29:35 Zum vierten ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich dem HErrn danken. Darum hieß sie ihn Juda. Und hörte auf, Kinder zu gebären.
Gen 30:1 Da Rahel sah, dass sie dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe ich.
Gen 30:2 Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
Gen 30:3 Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; gehe zu ihr, dass sie auf meinen Schoß gebäre und ich doch durch sie aufgebaut werde.
Gen 30:4 Und sie gab ihm also Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob ging zu ihr.
Gen 30:5 Also ward Bilha schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
Gen 30:6 Da sprach Rahel: Gott hat meine Sache gerichtet und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum hieß sie ihn Dan.
Gen 30:7 Abermals ward Bilha, Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den andern Sohn.
Gen 30:8 Da sprach Rahel: Gott hat es gewandt mit mir und meiner Schwester, und ich werde es ihr zuvortun. Und hieß ihn Naphthali.
Gen 30:9 Da nun Lea sah, dass sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.
Gen 30:10 Also gebar Silpa, Leas Magd, Jakob einen Sohn.
Gen 30:11 Da sprach Lea: Rüstig! Und hieß ihn Gad.
Gen 30:12 Darnach gebar Silpa, Leas Magd, Jakob den andern Sohn.
Gen 30:13 Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die Töchter. Und hieß ihn Asser.
Gen 30:14 Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes einen Teil.
Gen 30:15 Sie antwortete: Hast du nicht genug, dass du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, lass ihn diese Nacht bei dir schlafen um die Liebesäpfel deines Sohnes.
Gen 30:16 Da nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen; denn ich habe dich erkauft um die Liebesäpfel meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr.
Gen 30:17 Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob den fünften Sohn
Gen 30:18 und sprach Gott hat mir gelohnt, dass ich meine Magd meinem Manne gegeben habe. Und hieß ihn Isaschar.
Gen 30:19 Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn,
Gen 30:20 und sprach: Gott hat mich wohl beraten; nun wird mein Mann doch bei mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und hieß ihn Sebulon.
Gen 30:21 Darnach gebar sie eine Tochter, die hieß sie Dina.
Gen 30:22 Gott gedachte aber an Rahel und erhörte sie und machte sie fruchtbar.
Gen 30:23 Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat meine Schmach von mir genommen.
Gen 30:24 Und hieß ihn Joseph und sprach: Der HErr wolle mir noch einen Sohn dazugeben!
Gen 30:25 Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Lass mich ziehen und reisen an meinen Ort in mein Land.
Gen 30:26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, um die ich dir gedient habe, dass ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.
Gen 30:27 Laban sprach zu ihm: Lass mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich spüre, dass mich der HErr segnet um deinetwillen;
Gen 30:28 bestimme den Lohn, den ich dir geben soll.
Gen 30:29 Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was du für Vieh hast unter mir.
Gen 30:30 Du hattest wenig, ehe ich her kam, nun aber ist's ausgebreitet in die Menge, und der HErr hat dich gesegnet durch meinen Fuß. Und nun, wann soll ich auch mein Haus versorgen?
Gen 30:31 Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du sollst mir nichts geben; sondern so du mir tun willst, was ich sage, so will ich wiederum weiden und hüten deine Schafe.
Gen 30:32 Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die bunten und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt fallen wird, das soll mein Lohn sein.
Gen 30:33 So wird mir meine Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es kommt, dass ich meinen Lohn von dir nehmen soll; also dass, was nicht gefleckt oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter den Lämmern, das sei ein Diebstahl bei mir.
Gen 30:34 Da sprach Laban: Siehe da, es sei, wie du gesagt hast.
Gen 30:35 Und sonderte des Tages die sprenkligen und bunten Böcke und alle gefleckten und bunten Ziegen, wo nur was Weißes daran war, und alles, was schwarz war unter den Lämmern, und tat's unter die Hand seiner Kinder
Gen 30:36 und machte Raum drei Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also weidete Jakob die übrigen Herden Labans.
Gen 30:37 Jakob aber nahm Stäbe von grünen Pappelbäumen, Haseln und Kastanien und schälte weiße Streifen daran, dass an den Stäben das Weiß bloß ward,
Gen 30:38 und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen vor die Herden, die kommen mussten, zu trinken, dass sie da empfangen sollten, wenn sie zu trinken kämen.
Gen 30:39 Also empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklinge, Gefleckte und Bunte.
Gen 30:40 Da schied Jakob die Lämmer und richtete die Herde mit dem Angesicht gegen die Gefleckten und Schwarzen in der Herde Labans und machte sich eine eigene Herde, die tat er nicht zu der Herde Labans.
Gen 30:41 Wenn aber der Lauf der Frühling-Herde war, legte er die Stäbe in die Rinnen vor die Augen der Herde, dass sie über den Stäben empfingen;
Gen 30:42 aber in der Spätlinge Lauf legte er sie nicht hinein. Also wurden die Spätlinge des Laban, aber die Frühlinge des Jakob.
Gen 30:43 Daher ward der Mann über die Maßen reich, dass er viele Schafe, Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
Gen 31:1 Und es kamen vor ihn die Reden der Kinder Labans, dass sie sprachen: Jakob hat alles Gut unsres Vaters an sich gebracht, und von unsres Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht.
Gen 31:2 Und Jakob sah an das Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen ihn wie gestern und ehegestern.
Gen 31:3 Und der HErr sprach zu Jakob: Ziehe wieder in deiner Väter Land und zu deiner Freundschaft; ich will mit dir sein.
Gen 31:4 Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner Herde
Gen 31:5 und sprach zu ihnen: Ich sehe eures Vaters Angesicht, dass es nicht gegen mich ist wie gestern und ehegestern; aber der Gott meines Vaters ist mit mir gewesen.
Gen 31:6 Und ihr wisset, dass ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient habe.
Gen 31:7 Und er hat mich getäuscht und nun zehnmal meinen Lohn verändert; aber Gott hat ihm nicht gestattet, dass er mir Schaden täte.
Gen 31:8 Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Sprenklinge.
Gen 31:9 Also hat Gott die Güter eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben.
Gen 31:10 Denn wenn die Zeit des Laufs kam, hob ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Böcke, die auf die Herde sprangen, waren sprenklig, gefleckt und bunt.
Gen 31:11 Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich antwortete: Hier bin ich.
Gen 31:12 Er aber sprach: Hebe deine Augen, und siehe, alle Böcke, die auf die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe alles gesehen, was dir Laban tut.
Gen 31:13 Ich bin der Gott zu Beth-El, da du den Stein gesalbt hast und mir daselbst ein Gelübde getan. Nun mache dich auf und zieh aus diesem Land und zieh wieder in das Land deiner Freundschaft.
Gen 31:14 Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unsres Vaters Hause.
Gen 31:15 Hat er uns doch gehalten wie die Fremden; denn er hat uns verkauft und unsren Lohn verzehrt;
Gen 31:16 darum hat Gott unsrem Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und unsren Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tue.
Gen 31:17 Also machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Weiber auf Kamele
Gen 31:18 und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er zu Mesopotamien erworben hatte, dass er käme zu Isaak, seinem Vater, ins Land Kanaan.
Gen 31:19 (Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren.) Und Rahel stahl ihres Vaters Götzen.
Gen 31:20 Also täuschte Jakob den Laban zu Syrien damit, dass er ihm nicht ansagte, dass er floh.
Gen 31:21 Also floh er und alles, was sein war, machte sich auf und fuhr über den Strom (Euphrat) und richtete sich nach dem Berge Gilead.
Gen 31:22 Am dritten Tage ward Laban angesagt, dass Jakob geflohen wäre.
Gen 31:23 Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach sieben Tagereisen und ereilte ihn auf dem Berge Gilead.
Gen 31:24 Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, dass du mit Jakob nicht anders redest als freundlich.
Gen 31:25 Und Laban nahte zu Jakob. Jakob aber hatte seine Hütte aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit seinen Brüdern schlug seine Hütte auch auf auf dem Berge Gilead.
Gen 31:26 Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, dass du mich getäuscht hast und hast meine Töchter entführt, als wenn sie durchs Schwert gefangen wären?
Gen 31:27 Warum bist du heimlich geflohen und hast dich weggestohlen und hast mir's nicht angesagt, dass ich dich hätte geleitet mit Freuden, mit Singen, mit Pauken und Harfen?
Gen 31:28 Und hast mich nicht lassen meine Kinder und Töchter küssen? Nun, du hast töricht getan.
Gen 31:29 Und ich hätte wohl so viel Macht, dass ich euch könnte Übles tun; aber eures Vaters Gott hat gestern zu mir gesagt: Hüte dich, dass du mit Jakob nicht anders als freundlich redest.
Gen 31:30 Und weil du denn ja wolltest ziehen und sehntest dich so sehr nach deines Vaters Hause, warum hast du mir meine Götter gestohlen?
Gen 31:31 Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Töchter von mir reißen.
Gen 31:32 Bei welchem du aber deine Götter findest, der sterbe hier vor unsren Brüdern. Suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wusste aber nicht, dass sie Rahel gestohlen hatte.
Gen 31:33 Da ging Laban in die Hütten Jakobs und Leas und der beiden Mägde, und fand nichts; und ging aus der Hütte Leas in die Hütte Rahels.
Gen 31:34 Da nahm Rahel die Götzen und legte sie unter den Kamelsattel und setzte sich darauf. Laban aber betastete die ganze Hütte und fand nichts.
Gen 31:35 Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise. Also fand er die Götzen nicht, wie sehr er suchte.
Gen 31:36 Und Jakob ward zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe ich missgehandelt oder gesündigt, dass du so auf mich erhitzt bist?
Gen 31:37 Du hast all meinen Hausrat betastet. Was hast du von deinem Hausrat gefunden? Lege das dar vor meinen und deinen Brüdern, dass sie zwischen uns beiden richten.
Gen 31:38 Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen sind nicht unfruchtbar gewesen; die Widder deiner Herde habe ich nie gegessen;
Gen 31:39 was die Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich musste es bezahlen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages oder des Nachts gestohlen sein.
Gen 31:40 Des Tages verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kam kein Schlaf in meine Augen.
Gen 31:41 Also habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn um deine Töchter und sechs um deine Herde, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert.
Gen 31:42 Wo nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Isaaks, auf meiner Seite gewesen wäre, du hättest mich leer lassen ziehen. Aber Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen und hat dich gestern gestraft.
Gen 31:43 Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich meinen Töchtern heute oder ihren Kindern tun, die sie geboren haben?
Gen 31:44 So komm nun und lass uns einen Bund machen, ich und du, der ein Zeugnis sei zwischen mir und dir.
Gen 31:45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Mal
Gen 31:46 und sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine auf! Und sie nahmen Steine und machten einen Haufen und aßen auf dem Haufen.
Gen 31:47 Und Laban hieß ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber hieß ihn Gilead.
Gen 31:48 Da sprach Laban: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir (daher heißt man ihn Gilead)
Gen 31:49 und sei eine Warte; denn er sprach: Der HErr sehe darein zwischen mir und dir, wenn wir voneinander kommen,
Gen 31:50 wo du meine Töchter bedrückst oder andere Weiber dazunimmst über meine Töchter. Es ist hier kein Mensch mit uns; siehe aber, Gott ist der Zeuge zwischen mir und dir.
Gen 31:51 Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das ist das Mal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir.
Gen 31:52 Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mal sei auch Zeuge, wenn ich herüberfahre zu dir oder du herüberfährst zu mir über diesen Haufen und dies Mal, zu beschädigen.
Gen 31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors, der Gott ihres Vaters sei Richter zwischen uns.
Gen 31:54 Und Jakob schwur ihm bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob opferte auf dem Berge und lud seine Brüder zum Essen. Und da sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge über Nacht.
Gen 32:1 Des Morgens aber stand Laban früh auf, küsste seine Kinder und Töchter und segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort.
Gen 32:2 Jakob aber zog seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes.
Gen 32:3 Und da er sie sah, sprach er: Es sind Gottes Heere; und hieß die Stätte Mahanaim.
Gen 32:4 Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seir, in die Gegend Edoms,
Gen 32:5 und befahl ihnen und sprach: Also sagt meinem Herrn Esau: Dein Knecht Jakob lässt dir sagen: Ich bin bis daher bei Laban lange außen gewesen
Gen 32:6 und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde; und habe ausgesandt, dir, meinem Herrn, anzusagen, dass ich Gnade vor deinen Augen fände.
Gen 32:7 Die Boten kamen wieder zu Jakob und sprachen: Wir kamen zu deinem Bruder Esau; und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann.
Gen 32:8 Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm ward bange; und teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Heere
Gen 32:9 Bund sprach: So Esau kommt auf das eine Heer und schlägt es, so wird das übrige entrinnen.
Gen 32:10 Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, HErr, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Freundschaft, ich will dir wohltun! –
Gen 32:11 ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, da ich über diesen Jordan ging, und nun bin ich zwei Heere geworden.
Gen 32:12 Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm, dass er nicht komme und schlage mich, die Mütter samt den Kindern.
Gen 32:13 Du hast gesagt ich will dir wohltun und deinen Samen machen wie den Sand am Meer, den man nicht zählen kann vor der Menge.
Gen 32:14 Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, das er vorhanden hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
Gen 32:15 zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder
Gen 32:16 und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn Farren<RF>bedeutet: Stier, Bulle<Rf>, zwanzig Eselinnen mit zehn Füllen,
Gen 32:17 und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und sprach zu ihnen: Gehet vor mir hin und lasset Raum zwischen einer Herde nach der andern;
Gen 32:18 und gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an, und wo willst du hin, und wes ist's, was du vor dir treibst?
Gen 32:19 sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob zu, der sendet Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns her.
Gen 32:20 Also gebot er auch dem andern und dem dritten und allen, die den Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so saget zu Esau, wenn ihr ihm begegnet;
Gen 32:21 und saget ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob ist hinter uns. Denn er gedachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir her geht; darnach will ich ihn sehen, vielleicht wird er mich annehmen.
Gen 32:22 Also ging das Geschenk vor ihm her; aber er blieb dieselbe Nacht beim Heer
Gen 32:23 und stand auf in der Nacht und nahm seine zwei Weiber und die zwei Mägde und seine elf Kinder und zog an die Furt des Jabbok,
Gen 32:24 nahm sie und führte sie über das Wasser, dass hinüberkam, was er hatte,
Gen 32:25 und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.
Gen 32:26 Und da er sah, dass er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk seiner Hüfte an; und das Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen mit ihm verrenkt.
Gen 32:27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber er antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
Gen 32:28 Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob.
Gen 32:29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist obgelegen.
Gen 32:30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.
Gen 32:31 Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen.
Gen 32:32 Und als er an Pniel vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.
Gen 32:33 Daher essen die Kinder Israel keine Spannader auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag, darum dass die Spannader an dem Gelenk der Hüfte Jakobs angerührt ward.
Gen 33:1 Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er teilte seine Kinder zu Lea und Rahel und zu den beiden Mägden
Gen 33:2 und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren Kindern hernach und Rahel mit Joseph zuletzt.
Gen 33:3 Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal auf die Erde, bis er zu seinem Bruder kam.
Gen 33:4 Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn; und sie weinten.
Gen 33:5 Und er hob seine Augen auf und sah die Weiber mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat.
Gen 33:6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm.
Gen 33:7 Lea trat auch herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm. Darnach trat Joseph und Rahel herzu und neigten sich auch vor ihm.
Gen 33:8 Und er sprach: Was willst du mit all dem Heere, dem ich begegnet bin? Er antwortete: dass ich Gnade fände vor meinem Herrn.
Gen 33:9 Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte was du hast.
Gen 33:10 Jakob antwortete: Ach, nicht! Habe ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht; und lass dir's wohl gefallen von mir.
Gen 33:11 Nimm doch den Segen von mir an, den ich dir zugebracht habe; denn Gott hat mir's beschert, und ich habe alles genug. Also nötigte er ihn, dass er's nahm.
Gen 33:12 Und er sprach: Lass uns fortziehen und reisen, ich will mit dir ziehen.
Gen 33:13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr, du erkennest, dass ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben.
Gen 33:14 Mein Herr ziehe vor seinem Knechte hin. Ich will gemächlich hintennach treiben, nach dem das Vieh und die Kinder gehen können, bis dass ich komme zu meinem Herrn nach Seir.
Gen 33:15 Esau sprach: So will ich doch etliche bei dir lassen vom Volk, das mit mir ist. Er antwortete: Was ist's vonnöten? Lass mich nur Gnade vor meinem Herrn finden.
Gen 33:16 Also zog des Tages Esau wiederum seines Weges gen Seir.
Gen 33:17 Und Jakob zog gen Sukkoth und baute sich ein Haus und machte seinem Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkoth.
Gen 33:18 Darnach zog Jakob mit Frieden zu der Stadt Sichems, die im Lande Kanaan liegt (nachdem er aus Mesopotamien gekommen war), und machte sein Lager vor der Stadt
Gen 33:19 und kaufte ein Stück Acker von den Kindern Hemors, des Vaters Sichems, um hundert Groschen; daselbst richtete er seine Hütte auf.
Gen 33:20 Und er richtete daselbst einen Altar zu und rief an den Namen des starken Gottes Israels.
Gen 34:1 Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging heraus, die Töchter des Landes zu sehen.
Gen 34:2 Da die sah Sichem, Hemors Sohn, des Heviters, der des Landes Herr war, nahm er sie und lag bei ihr und schwächte sie.
Gen 34:3 Und sein Herz hing an ihr, und er hatte die Dirne lieb und redete freundlich mit ihr.
Gen 34:4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Nimm mir das Mägdlein zum Weibe.
Gen 34:5 Und Jakob erfuhr, dass seine Tochter Dina geschändet war; und seine Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Jakob schwieg bis dass sie kamen.
Gen 34:6 Da ging Hemor, Sichems Vater, heraus zu Jakob, mit ihm zu reden.
Gen 34:7 Indes kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und da sie es hörten, verdross es die Männer, und sie wurden sehr zornig, dass er eine Torheit an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte, denn so sollte es nicht sein.
Gen 34:8 Da redete Hemor mit ihnen und sprach: Meines Sohnes Sichem Herz sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zum Weibe.
Gen 34:9 Befreundet euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsre Töchter
Gen 34:10 und wohnet bei uns. Das Land soll euch offen sein; wohnet und werbet und gewinnet darin.
Gen 34:11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: Lasst mich Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich geben.
Gen 34:12 Fordert nur getrost von mir Morgengabe und Geschenk, ich will's geben, wie ihr heischet; gebt mir nur die Dirne zum Weibe.
Gen 34:13 Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hemor betrüglich, darum dass ihre Schwester Dina geschändet war,
Gen 34:14 und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, dass wir unsre Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine Schande.
Gen 34:15 Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, so ihr uns gleich werdet und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten werde;
Gen 34:16 dann wollen wir unsre Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein.
Gen 34:17 Wo ihr aber nicht darein willigen wollt, euch zu beschneiden, so wollen wir unsre Tochter nehmen und davonziehen.
Gen 34:18 Die Rede gefiel Hemor und seinem Sohn wohl.
Gen 34:19 Und der Jüngling verzog nicht, solches zu tun; denn er hatte Lust zu der Tochter Jakobs. Und er war herrlich gehalten über alle in seines Vaters Hause.
Gen 34:20 Da kamen sie nun, Hemor und sein Sohn Sichem, unter der Stadt Tor und redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen:
Gen 34:21 Diese Leute sind friedsam bei uns und wollen im Lande wohnen und werben; so ist nun das Land weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu Weibern nehmen und ihnen unser Töchter geben.
Gen 34:22 Aber dann wollen sie uns zu Willen sein, dass sie bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wo wir alles, was männlich unter uns ist, beschneiden, gleich wie sie beschnitten sind.
Gen 34:23 Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird unser sein, so wir nur ihnen zu Willen werden, dass sie bei uns wohnen.
Gen 34:24 Und sie gehorchten dem Hemor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und beschnitten alles, was männlich war, das zu seiner Stadt aus und ein ging.
Gen 34:25 Und am dritten Tage, da sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, der Dina Brüder, ein jeglicher sein Schwert und gingen kühn in die Stadt und erwürgten alles, was männlich war,
Gen 34:26 und erwürgten auch Hemor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon.
Gen 34:27 Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, darum dass sie hatten ihre Schwester geschändet.
Gen 34:28 Und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war
Gen 34:29 und alle ihre Habe; alle Kinder und Weiber nahmen sie gefangen, und plünderten alles, was in den Häusern war.
Gen 34:30 Und Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mir Unglück zugerichtet und mich stinkend gemacht vor den Einwohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Pheresitern; und ich bin ein geringer Haufe. Wenn sie sich nun versammeln über mich, so werden sie mich schlagen. Also werde ich vertilgt samt meinem Hause.
Gen 34:31 Sie antworteten aber: Sollten sie denn mit unsrer Schwester wie mit einer Hure handeln?
Gen 35:1 Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf und ziehe gen Beth-El und wohne daselbst und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, da du flohest vor deinem Bruder Esau.
Gen 35:2 Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von euch fremde Götter, so unter euch sind, und reinigt euch und ändert eure Kleider
Gen 35:3 und lasst uns auf sein und gen Beth-El ziehen, dass ich daselbst einen Altar mache dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und ist mit mir gewesen auf dem Wege, den ich gezogen bin.
Gen 35:4 Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die unter ihren Händen waren, und ihre Ohrenspangen; und er vergrub sie unter einer Eiche, die neben Sichem stand.
Gen 35:5 Und sie zogen aus. Und es kam die Furcht Gottes über die Städte, die um sie her lagen, dass sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
Gen 35:6 Also kam Jakob gen Lus im Lande Kanaan, das da Beth-El heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war,
Gen 35:7 und baute daselbst einen Altar und hieß die Stätte El-Beth-El, darum dass ihm daselbst Gott offenbart war, da er floh vor seinem Bruder.
Gen 35:8 Da starb Debora, der Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb Beth-El unter der Eiche; die ward genannt die Klageeiche.
Gen 35:9 Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn
Gen 35:10 und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel sollst du heißen. Und also heißt man ihn Israel.
Gen 35:11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich; Völker und Völkerhaufen sollen von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden kommen;
Gen 35:12 und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir geben und will's deinem Samen nach dir geben.
Gen 35:13 Also fuhr Gott auf von ihm von dem Ort, da er mit ihm geredet hatte.
Gen 35:14 Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an dem Ort, da er mit ihm geredet hatte, und goss Trankopfer darauf und begoss es mit Öl.
Gen 35:15 Und Jakob hieß den Ort, da Gott mit ihm geredet hatte, Beth-El.
Gen 35:16 Und sie zogen von Beth-El. Und da noch ein Feld Weges war von Ephrath, da gebar Rahel.
Gen 35:17 Und es kam sie hart an über der Geburt. Da aber die Geburt so schwer ward, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn diesen Sohn wirst du auch haben.
Gen 35:18 Da ihr aber die Seele ausging, dass sie sterben musste, hieß sie ihn Ben-Oni; aber sein Vater hieß ihn Ben-Jamin.
Gen 35:19 Also starb Rahel und ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem.
Gen 35:20 Und Jakob richtete ein Mal auf über ihrem Grabe; dasselbe ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
Gen 35:21 Und Israel zog aus und richtete seine Hütte auf jenseit des Turms Eder.
Gen 35:22 Und es begab sich, da Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und schlief bei Bilha, seines Vaters Kebsweib; und das kam vor Israel. Es hatte aber Jakob zwölf Söhne.
Gen 35:23 Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Isaschar und Sebulon;
Gen 35:24 die Söhne Rahels waren: Joseph und Benjamin;
Gen 35:25 die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naphthali;
Gen 35:26 die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren sind in Mesopotamien.
Gen 35:27 Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak gen Mamre zu Kirjat-Arba, das da heißt Hebron, darin Abraham und Isaak Fremdlinge gewesen sind.
Gen 35:28 Und Isaak ward hundertundachtzig Jahre alt
Gen 35:29 und nahm ab und starb und ward versammelt zu seinem Volk, alt und des Lebens satt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
Gen 36:1 Das ist das Geschlecht Esaus, der da heißt Edom.
Gen 36:2 Esau nahm Weiber von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter Elons, des Hethiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, die Enkelin des Zibeons, des Heviters,
Gen 36:3 und Basmath, Ismaels Tochter, Nebajoths Schwester.
Gen 36:4 Und Ada gebar dem Esau Eliphas, aber Basmath gebar Reguel.
Gen 36:5 Oholibama gebar Jehus, Jaelam und Korah. Das sind Esaus Kinder, die ihm geboren sind im Lande Kanaan.
Gen 36:6 Und Esau nahm seine Weiber, Söhne und Töchter und alle Seelen seines Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, so er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in ein ander Land, hinweg von seinem Bruder Jakob.
Gen 36:7 Denn ihre Habe war zu groß, dass sie nicht konnten beieinander wohnen; und das Land darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu ertragen vor der Menge ihres Viehs.
Gen 36:8 Also wohnte Esau auf dem Gebirge Seir. Und Esau ist der Edom.
Gen 36:9 Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter herkommen, auf dem Gebirge Seir.
Gen 36:10 Und so heißen die Kinder Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, Esaus Weibes; Reguel, der Sohn Basmaths, Esaus Weibes.
Gen 36:11 Des Eliphas Söhne aber waren diese: Theman, Omar, Zepho, Gaetham und Kenas.
Gen 36:12 Und Thimna war ein Kebsweib des Eliphas, Esaus Sohnes; die gebar ihm Amalek. Das sind die Kinder von Ada, Esaus Weib.
Gen 36:13 Die Kinder aber Reguels sind diese: Nahath, Serah, Samma, Missa. Das sind die Kinder von Basmath, Esaus Weib.
Gen 36:14 Die Kinder aber von Oholibama, Esaus Weib, der Tochter des Ana, der Enkelin Zibeons, sind diese, die sie dem Esau gebar: Jehus, Jaelam und Korah.
Gen 36:15 Das sind die Fürsten unter den Kindern Esaus. Die Kinder des Eliphas, des ersten Sohnes Esaus: der Fürst Theman, der Fürst Omar, der Fürst Zepho, der Fürst Kenas,
Gen 36:16 der Fürst Korah, der Fürst Gaetham, der Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Eliphas im Lande Edom und sind Kinder von der Ada.
Gen 36:17 Und das sind die Kinder Reguels, Esaus Sohnes: der Fürst Nahath, der Fürst Serah, der Fürst Samma, der Fürst Missa. Das sind die Fürsten von Reguel im Lande der Edomiter und sind Kinder von der Basmath, Esaus Weib.
Gen 36:18 Das sind die Kinder Oholibamas, Esaus Weibes: der Fürst Jehus, der Fürst Jaelam, der Fürst Korah. Das sind die Fürsten von Oholibama, der Tochter des Ana, Esaus Weib.
Gen 36:19 Das sind die Kinder und ihre Fürsten. Er ist der Edom.
Gen 36:20 Die Kinder aber von Seir, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind diese: Lotan, Sobal, Zibeon, Ana, Dison, Ezer und Disan.
Gen 36:21 Das sind die Fürsten der Horiter, Kinder des Seir, im Lande Edom.
Gen 36:22 Aber des Lotan Kinder waren diese: Hori und Hemam; und Lotans Schwester hieß Thimna.
Gen 36:23 Die Kinder von Sobal waren diese: Alwan, Manahath, Ebal, Sepho und Onam.
Gen 36:24 Die Kinder von Zibeon waren: Aja und Ana. Das ist der Ana, der in der Wüste die warmen Quellen fand, da er seines Vaters Zibeon Esel hütete.
Gen 36:25 Die Kinder aber Anas waren: Dison und Oholibama, das ist die Tochter Anas.
Gen 36:26 Die Kinder Disons waren: Hemdan, Esban, Jethran und Cheran.
Gen 36:27 Die Kinder Ezers waren: Bilhan, Sawan und Akan.
Gen 36:28 Die Kinder Disans waren: Uz und Aran.
Gen 36:29 Dies sind die Fürsten der Horiter: der Fürst Lotan, der Fürst Sobal, der Fürst Zibeon, der Fürst Ana,
Gen 36:30 der Fürst Dison, der Fürst Ezer, der Fürst Disan. Das sind die Fürsten der Horiter, die regiert haben im Lande Seir.
Gen 36:31 Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, ehe denn die Kinder Israel Könige hatten, sind diese:
Gen 36:32 Bela war König in Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba.
Gen 36:33 Und da Bela starb, ward König an seiner Statt Jobab, ein Sohn Serahs von Bozra.
Gen 36:34 Da Jobab starb, ward an seiner Statt König Husam aus der Themaniter Lande.
Gen 36:35 Da Husam starb, ward König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf der Moabiter Felde; und seine Stadt hieß Awith.
Gen 36:36 Da Hadad starb, regierte Samla von Masrek.
Gen 36:37 Da Samla starb, ward Saul König, von Rehoboth am Strom.
Gen 36:38 Da Saul starb, ward an seiner Statt König Baal-Hanan, der Sohn Achbors.
Gen 36:39 Da Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, ward an seiner Statt König Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und sein Weib Mehetabeel, eine Tochter Matreds, die Mesahabs Tochter war.
Gen 36:40 Also heißen die Fürsten von Esau in ihren Geschlechtern, Örtern und Namen: der Fürst Thimna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetheth,
Gen 36:41 der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,
Gen 36:42 der Fürst Kenas, der Fürst Theman, der Fürst Mibzar,
Gen 36:43 der Fürst Magdiel, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten in Edom, wie sie gewohnt haben in ihrem Erblande. Das ist Esau, der Vater der Edomiter.
Gen 37:1 Jakob aber wohnte im Lande, darin sein Vater ein Fremdling gewesen war, im Lande Kanaan.
Gen 37:2 Und das sind die Geschlechter Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre alt, da er ein Hirte des Viehs ward mit seinen Brüdern; und der Knabe war bei den Kinder Bilhas und Silpas, der Weiber seines Vaters, und brachte vor ihren Vater, wo ein böses Geschrei wider sie war.
Gen 37:3 Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Kinder, darum dass er ihn im Alter gezeugt hatte; und machte ihm einen bunten Rock.
Gen 37:4 Da nun seine Brüder sahen, dass ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder, waren sie ihm feind und konnten ihm kein freundlich Wort zusprechen.
Gen 37:5 Dazu hatte Joseph einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch feinder.
Gen 37:6 Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat:
Gen 37:7 Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand, und eure Garben umher neigten sich vor meiner Garbe.
Gen 37:8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? und wurden ihm noch feinder um seines Traumes und seiner Rede willen.
Gen 37:9 Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe noch einen Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.
Gen 37:10 Und da das seinem Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, der dir geträumt hat? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor dir niederfallen?
Gen 37:11 Und seine Brüder beneideten ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte.
Gen 37:12 Da nun seine Brüder hingingen, zu weiden das Vieh ihres Vaters in Sichem,
Gen 37:13 sprach Israel zu Joseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich.
Gen 37:14 Und er sprach: Gehe hin und sieh, ob's wohl stehe um deine Brüder und um das Vieh, und sage mir wieder Antwort. Und er sandte ihn aus dem Tal Hebron, dass er gen Sichem ginge.
Gen 37:15 Da fand ihn ein Mann, dass er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchest du?
Gen 37:16 Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch an, wo sie hüten.
Gen 37:17 Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, dass sie sagten: Lasst uns gen Dothan gehen. Da folgte Joseph seinen Brüdern nach und fand sie zu Dothan.
Gen 37:18 Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe denn er nahe zu ihnen kam, machten sie einen Anschlag, dass sie ihn töteten,
Gen 37:19 und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher.
Gen 37:20 So kommt nun und lasst uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen, so wird man sehen, was seine Träume sind.
Gen 37:21 Da das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und sprach: Lasst uns ihn nicht töten.
Gen 37:22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube, die in der Wüste ist, und legt die Hand nicht an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten, dass er ihn seinem Vater wiederbrächte.
Gen 37:23 Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock, den bunten Rock, aus, den er anhatte,
Gen 37:24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin.
Gen 37:25 Und setzten sich nieder, zu essen. Indes hoben sie ihre Augen auf und sahen einen Haufen Ismaeliter kommen von Gilead mit ihren Kamelen; die trugen Würze, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten.
Gen 37:26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, dass wir unsren Bruder erwürgen und sein Blut verbergen?
Gen 37:27 Kommt, lasst uns ihn den Ismaeliten verkaufen, dass sich unsre Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm.
Gen 37:28 Und da die Midianiter, die Kaufleute, vorüberreisten, zogen sie ihn heraus aus der Grube und verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig Silberlinge; die brachte ihn nach Ägypten.
Gen 37:29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und fand Joseph nicht darin, zerriss er sein Kleid
Gen 37:30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin?
Gen 37:31 Da nahmen sie Josephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut
Gen 37:32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht.
Gen 37:33 Er kannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Joseph zerrissen.
Gen 37:34 Und Jakob zerriss sein Kleider und legte einen Sack um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit.
Gen 37:35 Und alle seine Söhne und Töchter traten auf, dass sie ihn trösteten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren in die Grube zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.
Gen 37:36 Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten dem Potiphar, des Pharao Kämmerer und Hauptmann der Leibwache.
Gen 38:1 Es begab sich um dieselbe Zeit, dass Juda hinabzog von seinen Brüdern und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira.
Gen 38:2 Und Juda sah daselbst eines Kanaaniter-Mannes Tochter, der hieß Sua, und nahm sie. Und da er zu ihr einging,
Gen 38:3 ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den hieß er Ger.
Gen 38:4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den hieß sie Onan.
Gen 38:5 Sie gebar abermals einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu Chesib, da sie ihn gebar.
Gen 38:6 Und Juda gab seinem ersten Sohn, Ger, ein Weib, die hieß Thamar.
Gen 38:7 Aber Ger war böse vor dem HErrn; darum tötete ihn der HErr.
Gen 38:8 Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, dass du deinem Bruder Samen erweckest.
Gen 38:9 Aber da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe.
Gen 38:10 Da gefiel dem HErrn übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
Gen 38:11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte, vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder. Also ging Thamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.
Gen 38:12 Da nun viele Tage verlaufen waren, starb des Sua Tochter, Judas Weib. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf, seine Schafe zu scheren, gen Thimnath, mit seinem Freunde Hira von Adullam.
Gen 38:13 Da ward der Thamar angesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf gen Thimnath, seine Schafe zu scheren.
Gen 38:14 Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Mantel und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enaim an dem Wege gen Thimnath; denn sie sah, dass Sela war groß geworden, und sie ward ihm nicht zum Weibe gegeben.
Gen 38:15 Da sie nun Juda sah, meinte er, es wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt.
Gen 38:16 Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Lass mich doch zu dir kommen; denn er wusste nicht, dass es seine Schwiegertochter wäre. Sie antwortete: Was willst du mir geben, dass du zu mir kommst?
Gen 38:17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis dass du mir's sendest.
Gen 38:18 Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie antwortete: Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab, den du in den Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger.
Gen 38:19 Und sie machte sich auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider wieder an.
Gen 38:20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund Adullam, dass er das Pfand wieder holte von dem Weibe; und er fand sie nicht.
Gen 38:21 Da fragte er die Leute des Orts und sprach: Wo ist die Hure, die zu Enaim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen.
Gen 38:22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Orts, es sei keine Hure da gewesen.
Gen 38:23 Juda sprach: Sie mag's behalten; sie kann uns doch nicht Schande nachsagen, denn ich habe den Bock gesandt, so hast du sie nicht gefunden.
Gen 38:24 Über drei Monate ward Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Thamar hat gehurt; dazu siehe, sie ist von Hurerei schwanger geworden. Juda sprach: Bringt sie hervor, dass sie verbrannt werde.
Gen 38:25 Und da man sie hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach: Kennst du auch, wes dieser Ring und diese Schnur und dieser Stab ist?
Gen 38:26 Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht gegeben meinem Sohn Sela. Doch erkannte er sie fürder nicht mehr.
Gen 38:27 Und da sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden.
Gen 38:28 Und als sie jetzt gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der wird zuerst herauskommen.
Gen 38:29 Da aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus; und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riss gerissen? Und man hieß ihn Perez.
Gen 38:30 Darnach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte. Und man hieß ihn Serah.
Gen 39:1 Joseph ward hinab nach Ägypten geführt; und Potiphar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Hauptmann, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinabbrachten.
Gen 39:2 Und der HErr war mit Joseph, dass er ein glücklicher Mann ward; und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.
Gen 39:3 Und sein Herr sah, dass der HErr mit ihm war; denn alles, was er tat, dazu gab der HErr Glück durch ihn,
Gen 39:4 also dass er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände.
Gen 39:5 Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HErr des Ägypters Haus um Josephs willen; und war eitel Segen des HErrn in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde.
Gen 39:6 Darum ließ er alles unter Josephs Händen, was er hatte, und er nahm sich keines Dinges an, solange er ihn hatte, nur dass er aß und trank. Und Joseph war schön und hübsch von Angesicht.
Gen 39:7 Und es begab sich nach dieser Geschichte, dass seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir!
Gen 39:8 Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich keines Dinges an vor mir, was im Hause ist, und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan,
Gen 39:9 und hat nichts so Großes in dem Hause, das er vor mir verhohlen habe, außer dir, indem du sein Weib bist. Wie sollte ich denn nun ein solch groß Übel tun und wider Gott sündigen?
Gen 39:10 Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, dass er nahe bei ihr schliefe noch um sie wäre.
Gen 39:11 Es begab sich eines Tages, dass Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei.
Gen 39:12 Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus.
Gen 39:13 Da sie nun sah, dass er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh,
Gen 39:14 rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, dass er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme.
Gen 39:15 Und da er hörte, dass ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh und lief hinaus.
Gen 39:16 Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam,
Gen 39:17 und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben.
Gen 39:18 Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.
Gen 39:19 Als sein Herr hörte die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig.
Gen 39:20 Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, darin des Königs Gefangene lagen; und er lag allda im Gefängnis.
Gen 39:21 Aber der HErr war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis,
Gen 39:22 dass er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis, auf dass alles, was da geschah, durch ihn geschehen musste.
Gen 39:23 Denn der Amtmann über das Gefängniss nahm sich keines Dinges an; denn der HErr war mit Joseph, und was er tat, dazu gab der HErr Glück.
Gen 40:1 Und es begab sich darnach, dass sich der Schenke des Königs in Ägypten und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König in Ägypten.
Gen 40:2 Und Pharao ward zornig über seine beiden Kämmerer, über den Amtmann über die Schenken und über den Amtmann über die Bäcker,
Gen 40:3 und ließ sie setzen in des Hauptmanns Haus ins Gefängnis, da Joseph gefangen lag.
Gen 40:4 Und der Hauptmann setzte Joseph über sie, dass er ihnen diente; und sie saßen etliche Tage im Gefängnis.
Gen 40:5 Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs von Ägypten, in einer Nacht einem jeglichen ein eigener Traum; und eines jeglichen Traum hatte seine Bedeutung.
Gen 40:6 Da nun des Morgens Joseph zu ihnen hereinkam und sah, dass sie traurig waren,
Gen 40:7 fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig?
Gen 40:8 Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es uns auslege. Joseph sprach: Auslegen gehört Gott zu; doch erzählt mir's.
Gen 40:9 Da erzählte der oberste Schenke seinen Traum Joseph und sprach zu ihm: Mir hat geträumt, dass ein Weinstock vor mir wäre,
Gen 40:10 der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine Trauben wurden reif;
Gen 40:11 und ich hatte den Becher Pharaos in meiner Hand und nahm die Beeren und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher Pharao in die Hand.
Gen 40:12 Joseph sprach zu ihm: Das ist seine Deutung. Drei Reben sind drei Tage.
Gen 40:13 Über drei Tage wird Pharao dein Haupt erheben und dich wieder an dein Amt stellen, dass du ihm den Becher in die Hand gebest nach der vorigen Weise, da du sein Schenke warst.
Gen 40:14 Aber gedenke meiner, wenn dir's wohl geht, und tue Barmherzigkeit an mir, dass du Pharao erinnerst, dass er mich aus diesem Hause führe.
Gen 40:15 Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen; dazu habe ich auch allhier nichts getan, dass sie mich eingesetzt haben.
Gen 40:16 Da der oberste Bäcker sah, dass die Deutung gut war, sprach er zu Joseph: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei weiße Körbe auf meinem Haupt
Gen 40:17 und im obersten Korbe allerlei gebackene Speise für den Pharao; und die Vögel aßen aus dem Korbe auf meinem Haupt.
Gen 40:18 Joseph antwortete und sprach: Das ist seine Deutung. Drei Körbe sind drei Tage;
Gen 40:19 und nach drei Tagen wird dir Pharao dein Haupt erheben und dich an den Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir essen.
Gen 40:20 Und es geschah des dritten Tages, da beging Pharao seinen Jahrestag; und er machte eine Mahlzeit allen seinen Knechten und erhob das Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten Bäckers unter seinen Knechten
Gen 40:21 und setzte den obersten Schenken wieder in sein Schenkamt, dass er den Becher reichte in Pharaos Hand;
Gen 40:22 aber den obersten Bäcker ließ er henken, wie ihnen Joseph gedeutet hatte.
Gen 40:23 Aber der oberste Schenke gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn.
Gen 41:1 Und nach zwei Jahren hatte Pharao einen Traum, wie er stünde am Nil
Gen 41:2 und sähe aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase.
Gen 41:3 Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die waren hässlich und mager und traten neben die Kühe an das Ufer am Wasser.
Gen 41:4 Und die hässlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe. Da erwachte Pharao.
Gen 41:5 Und er schlief wieder ein, und ihm träumte abermals, und er sah, dass sieben Ähren wuchsen aus einem Halm, voll und dick.
Gen 41:6 Darnach sah er sieben dünne Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind versengt.
Gen 41:7 Und die sieben mageren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte Pharao und merkte, dass es ein Traum war.
Gen 41:8 Und da es Morgen ward, war sein Geist bekümmert; und er schickte aus und ließ rufen alle Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und erzählte ihnen seine Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten konnte.
Gen 41:9 Da redete der oberste Schenke zu Pharao und sprach: Ich gedenke heute an meine Sünden.
Gen 41:10 Da Pharao zornig ward über seine Knechte, und mich mit dem obersten Bäcker ins Gefängnis legte in des Hauptmanns Hause,
Gen 41:11 da träumte uns beiden in einer Nacht, einem jeglichen sein Traum, des Deutung ihn betraf.
Gen 41:12 Da war bei uns ein hebräischer Jüngling, des Hauptmanns Knecht, dem erzählten wir's. Und er deutete uns unsre Träume, einem jeglichen seinen Traum.
Gen 41:13 Und wie er uns deutete, so ist's ergangen; denn ich bin wieder in mein Amt gesetzt, und jener ist gehenkt.
Gen 41:14 Da sandte Pharao hin und ließ Joseph rufen; und sie ließen ihn eilend aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere Kleider an und kam hinein zu Pharao.
Gen 41:15 Da sprach Pharao zu ihm: Mir hat ein Traum geträumt, und ist niemand, der ihn deuten kann; ich habe aber gehört von dir sagen, wenn du einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten.
Gen 41:16 Joseph antwortete Pharao und sprach: Das steht bei mir nicht; Gott wird doch Pharao Gutes weissagen.
Gen 41:17 Pharao sprach zu Joseph: Mir träumte, ich stand am Ufer bei dem Wasser
Gen 41:18 und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase.
Gen 41:19 Und nach ihnen sah ich andere sieben, dürre, sehr hässliche und magere Kühe heraussteigen. Ich habe in ganz Ägyptenland nicht so hässliche gesehen.
Gen 41:20 Und die sieben mageren und hässlichen Kühe fraßen auf die sieben ersten, fetten Kühe.
Gen 41:21 Und da sie die hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen, dass sie die gefressen hatten, und waren hässlich gleich wie vorhin. Da wachte ich auf.
Gen 41:22 Und ich sah abermals in meinem Traum sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick.
Gen 41:23 Darnach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt.
Gen 41:24 Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und ich habe es den Wahrsagern gesagt; aber die können's mir nicht deuten.
Gen 41:25 Joseph antwortete Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott verkündigt Pharao, was er vorhat.
Gen 41:26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre. Es ist einerlei Traum.
Gen 41:27 Die sieben mageren und hässlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit.
Gen 41:28 Das ist nun, wie ich gesagt habe zu Pharao, dass Gott Pharao zeigt, was er vorhat.
Gen 41:29 Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland.
Gen 41:30 Und nach denselben werden sieben Jahre teure Zeit kommen, dass man vergessen wird aller solcher Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit wird das Land verzehren,
Gen 41:31 dass man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der teuren Zeit, die hernach kommt; denn sie wird sehr schwer sein.
Gen 41:32 Dass aber dem Pharao zum andernmal geträumt hat, bedeutet, dass solches Gott gewiss und eilend tun wird.
Gen 41:33 Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze,
Gen 41:34 und schaffe, dass er Amtleute verordne im Lande und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren
Gen 41:35 und sammle alle Speise der guten Jahre, die kommen werden, dass sie Getreide aufschütten in Pharaos Kornhäuser zum Vorrat in den Städten und es verwahren,
Gen 41:36 auf dass man Speise verordnet finde dem Lande in den sieben teuren Jahren, die über Ägyptenland kommen werden, dass nicht das Land vor Hunger verderbe.
Gen 41:37 Die Rede gefiel Pharao und allen seinen Knechten wohl.
Gen 41:38 Und Pharao sprach zu seinen Knechten: Wie könnten wir einen solchen Mann finden, in dem der Geist Gottes sei?
Gen 41:39 Und sprach zu Joseph: Weil dir Gott solches alles hat kundgetan, ist keiner so verständig und weise wie du.
Gen 41:40 Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk gehorsam sein; allein um den königlichen Stuhl will ich höher sein als du.
Gen 41:41 Und weiter sprach Pharao zu Joseph: Siehe, ich habe dich über ganz Ägyptenland gesetzt.
Gen 41:42 Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Joseph an seine Hand und kleidete ihn mit köstlicher Leinwand und hing ihm eine goldene Kette an seinen Hals
Gen 41:43 und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm her ausrufen: Der ist des Landes Vater! und setzte ihn über ganz Ägyptenland.
Gen 41:44 Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao; ohne deinen Willen soll niemand seine Hand und seinen Fuß regen in ganz Ägyptenland.
Gen 41:45 Und nannte ihn den heimlichen Rat und gab ihm ein Weib, Asnath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On. Also zog Joseph aus, das Land Ägypten zu besehen.
Gen 41:46 Und er war dreißig Jahre alt, da er vor Pharao stand, dem König in Ägypten; und fuhr aus von Pharao und zog durch ganz Ägyptenland.
Gen 41:47 Und das Land trug in den sieben reichen Jahren die Fülle;
Gen 41:48 und sie sammelten alle Speise der sieben Jahre, so im Lande Ägypten waren, und taten sie in die Städte. Was für Speise auf dem Felde einer jeglichen Stadt umher wuchs, das taten sie hinein.
Gen 41:49 Also schüttete Joseph das Getreide auf, über die Maßen viel wie Sand am Meer, also dass er aufhörte zu zählen; denn man konnte es nicht zählen.
Gen 41:50 Und Joseph wurden zwei Söhne geboren, ehe denn die teure Zeit kam, welche ihm gebar Asnath, Potipheras, des Priesters zu On, Tochter.
Gen 41:51 Und er hieß den ersten Manasse; denn Gott, sprach er, hat mich lassen vergessen alles meines Unglücks und all meines Vaters Hauses.
Gen 41:52 Den andern hieß er Ephraim; denn Gott, sprach er, hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.
Gen 41:53 Da nun die sieben reichen Jahre um waren im Lande Ägypten,
Gen 41:54 da fingen an die sieben teuren Jahre zu kommen, davon Joseph gesagt hatte. Und es ward eine Teuerung in allen Landen; aber in ganz Ägyptenland war Brot.
Gen 41:55 Da nun das ganze Ägyptenland auch Hunger litt, schrie das Volk zu Pharao um Brot. Aber Pharao sprach zu allen Ägyptern: Gehet hin zu Joseph; was euch der sagt, das tut.
Gen 41:56 Als nun im ganzen Lande Teuerung war, tat Joseph allenthalben Kornhäuser auf und verkaufte den Ägyptern. Denn die Teuerung ward je länger, je größer im Lande.
Gen 41:57 Und alle Lande kamen nach Ägypten, zu kaufen bei Joseph; denn die Teuerung war groß in allen Landen.
Gen 42:1 Da aber Jakob sah, dass Getreide in Ägypten feil war, sprach er zu seinen Söhnen: Was sehet ihr euch lange um?
Gen 42:2 Siehe, ich höre, es sei in Ägypten Getreide feil; ziehet hinab und kauft uns Getreide, dass wir leben und nicht sterben.
Gen 42:3 Also zogen hinab zehn Brüder Josephs, dass sie in Ägypten Getreide kauften.
Gen 42:4 Aber den Benjamin, Josephs Bruder, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen; denn er sprach: Es möchte ihm ein Unfall begegnen.
Gen 42:5 Also kamen die Kinder Israels, Getreide zu kaufen, samt anderen, die mit ihnen zogen; denn es war im Lande Kanaan auch teuer.
Gen 42:6 Aber Joseph war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem Volk im Lande. Da nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur Erde auf ihr Antlitz.
Gen 42:7 Und er sah sie an und kannte sie und stellte sich fremd gegen sie und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Speise zu kaufen.
Gen 42:8 Aber wiewohl er sie kannte, kannten sie ihn doch nicht.
Gen 42:9 Und Joseph gedachte an die Träume, die ihm von ihnen geträumt hatten, und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter und seid gekommen zu sehen, wo das Land offen ist.
Gen 42:10 Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr; deine Knechte sind gekommen Speise zu kaufen.
Gen 42:11 Wir sind alle eines Mannes Söhne; wir sind redlich, und deine Knechte sind nie Kundschafter gewesen.
Gen 42:12 Er sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen, zu ersehen, wo das Land offen ist.
Gen 42:13 Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der jüngste ist noch bei unsrem Vater; aber der eine ist nicht mehr vorhanden.
Gen 42:14 Joseph sprach zu ihnen: Das ist's, was ich euch gesagt habe: Kundschafter seid ihr.
Gen 42:15 Daran will ich euch prüfen; bei dem Leben Pharaos! ihr sollt nicht von dannen kommen, es komme denn her euer jüngster Bruder.
Gen 42:16 Sendet einen unter euch hin, der euren Bruder hole; ihr aber sollt gefangen sein. Also will ich prüfen eure Rede, ob ihr mit Wahrheit umgeht oder nicht. Denn wo nicht, so seid ihr, bei dem Leben Pharaos! Kundschafter.
Gen 42:17 Und er ließ sie beisammen verwahren drei Tage lang.
Gen 42:18 Am dritten Tage aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut also; denn ich fürchte Gott.
Gen 42:19 Seid ihr redlich, so lasst eurer Brüder einen gebunden liegen in eurem Gefängnis; ihr aber zieht hin und bringet heim, was ihr gekauft habt für den Hunger.
Gen 42:20 Und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so will ich euren Worten glauben, dass ihr nicht sterben müsst. Und sie taten also.
Gen 42:21 Sie aber sprachen untereinander: Das haben wir uns an unsrem Bruder verschuldet, dass wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns anflehte, und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese Trübsal über uns.
Gen 42:22 Ruben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich's euch nicht, da ich sprach: Versündigt euch nicht an dem Knaben, und ihr wolltet nicht hören? Nun wird sein Blut gefordert.
Gen 42:23 Sie wussten aber nicht, dass es Joseph verstand; denn er redete mit ihnen durch einen Dolmetscher.
Gen 42:24 Und er wandte sich von ihnen und weinte. Da er nun sich wieder zu ihnen wandte und mit ihnen redete, nahm er aus ihnen Simeon und band ihn vor ihren Augen.
Gen 42:25 Und Joseph tat Befehl, dass man ihre Säcke mit Getreide füllte und ihr Geld wiedergäbe, einem jeglichen in seinen Sack, dazu auch Zehrung auf den Weg; und man tat ihnen also.
Gen 42:26 Und sie luden ihre Ware auf ihre Esel und zogen von dannen.
Gen 42:27 Da aber einer seinen Sack auftat, dass er seinem Esel Futter gäbe in der Herberge, ward er gewahr seines Geldes, das oben im Sack lag,
Gen 42:28 und sprach zu seinen Brüdern: Mein Geld ist mir wieder geworden; siehe, in meinem Sack ist es. Da entfiel ihnen ihr Herz, und sie erschraken untereinander und sprachen: Warum hat uns Gott das getan?
Gen 42:29 Da sie nun heimkamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan, sagten sie ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen:
Gen 42:30 Der Mann, der im Lande Herr ist, redete hart mit uns und hielt uns für Kundschafter des Landes.
Gen 42:31 Und da wir ihm antworteten: Wir sind redlich und nie Kundschafter gewesen,
Gen 42:32 sondern zwölf Brüder, unsres Vaters Söhne, einer ist nicht mehr vorhanden, und der jüngste ist noch bei unsrem Vater im Lande Kanaan,
Gen 42:33 sprach der Herr im Lande zu uns: Daran will ich merken, ob ihr redlich seid: Einen eurer Brüder lasst bei mir, und nehmt die Notdurft für euer Haus und zieht hin,
Gen 42:34 und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so merke ich, dass ihr nicht Kundschafter, sondern redlich seid; so will ich euch auch euren Bruder geben, und ihr mögt im Lande werben.
Gen 42:35 Und da sie die Säcke ausschütteten, fand ein jeglicher sein Bündlein Geld in seinem Sack. Und da sie sahen, dass es Bündlein ihres Geldes waren, erschraken sie samt ihrem Vater.
Gen 42:36 Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen: Ihr beraubt mich meiner Kinder; Joseph ist nicht mehr vorhanden, Simeon ist nicht mehr vorhanden, Benjamin wollt ihr hinnehmen; es geht alles über mich.
Gen 42:37 Ruben antwortete seinem Vater und sprach: Wenn ich dir ihn nicht wiederbringe, so erwürge meine zwei Söhne; gib ihn nur in meine Hand, ich will ihn dir wiederbringen.
Gen 42:38 Er sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen, denn sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben; wenn ihm ein Unfall auf dem Wege begegnete, den ihr reiset, würdet ihr meine grauen Haare mit Herzeleid in die Grube bringen.
Gen 43:1 Die Teuerung aber drückte das Land.
Gen 43:2 Und da es verzehrt war, was sie an Getreide aus Ägypten gebracht hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: Ziehet wieder hin und kauft uns ein wenig Speise.
Gen 43:3 Da antwortete ihm Juda und sprach: Der Mann band uns das hart ein und sprach: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn euer Bruder mit euch.
Gen 43:4 Ist's nun, dass du unsren Bruder mit uns sendest, so wollen wir hinabziehen und dir zu essen kaufen.
Gen 43:5 Ist's aber, dass du ihn nicht sendest, so ziehen wir nicht hinab. Denn der Mann hat gesagt zu uns: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, euer Bruder sei denn mit euch.
Gen 43:6 Israel sprach: Warum habt ihr so übel an mir getan, dass ihr dem Mann ansagtet, dass ihr noch einen Bruder habt?
Gen 43:7 Sie antworteten: Der Mann forschte so genau nach uns und unsrer Freundschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr auch noch einen Bruder? Da sagten wir ihm, wie er uns fragte. Wie konnten wir wissen, dass er sagen würde: Bringt euren Bruder mit hernieder?
Gen 43:8 Da sprach Juda zu Israel, seinem Vater: Lass den Knaben mit mir ziehen, dass wir uns aufmachen und reisen, und leben und nicht sterben, wir und du und unsre Kindlein.
Gen 43:9 Ich will Bürge für ihn sein, von meinen Händen sollst du ihn fordern. Wenn ich dir ihn nicht wiederbringe und vor deine Augen stelle, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.
Gen 43:10 Denn wo wir nicht hätten verzogen, wären wir schon wohl zweimal wiedergekommen.
Gen 43:11 Da sprach Israel, ihr Vater, zu ihnen: Muss es denn ja also sein, so tut's und nehmt von des Landes besten Früchten in eure Säcke und bringt dem Manne Geschenke hinab: ein wenig Balsam und Honig, Würze und Myrrhe, Datteln und Mandeln.
Gen 43:12 Nehmt auch anderes Geld mit euch; und das Geld, das euch oben in euren Säcken wieder geworden ist, bringt auch wieder mit euch. Vielleicht ist ein Irrtum da geschehen.
Gen 43:13 Dazu nehmt euren Bruder, macht euch auf und kommt wieder zu dem Manne.
Gen 43:14 Aber der allmächtige Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne, dass er euch lasse euren andern Bruder und Benjamin. Ich aber muss sein wie einer, der seiner Kinder gar beraubt ist.
Gen 43:15 Da nahmen sie diese Geschenke und das Geld zwiefältig mit sich und Benjamin, machten sich auf, zogen nach Ägypten und traten vor Joseph.
Gen 43:16 Da sah sie Joseph mit Benjamin und sprach zu seinem Haushalter: Führe diese Männer ins Haus und schlachte und richte zu; denn sie sollen zu Mittag mit mir essen.
Gen 43:17 Und der Mann tat, wie ihm Joseph gesagt hatte, und führte die Männer in Josephs Haus.
Gen 43:18 Sie fürchteten sich aber, dass sie in Josephs Haus geführt wurden, und sprachen: Wir sind hereingeführt um des Geldes willen, das wir in unsren Säcken das erstemal wiedergefunden haben, dass er's auf uns bringe und fälle ein Urteil über uns, damit er uns nehme zu eigenen Knechten samt unsren Eseln.
Gen 43:19 Darum traten sie zu Josephs Haushalter und redeten mit ihm vor der Haustür
Gen 43:20 und sprachen: Mein Herr, wir sind das erstemal herabgezogen Speise zu kaufen,
Gen 43:21 und da wir in die Herberge kamen und unsre Säcke auftaten, siehe, da war eines jeglichen Geld oben in seinem Sack mit völligem Gewicht; darum haben wir's wieder mit uns gebracht,
Gen 43:22 haben auch anderes Geld mit uns hergebracht, Speise zu kaufen; wir wissen aber nicht, wer uns unser Geld in unsre Säcke gesteckt hat.
Gen 43:23 Er aber sprach: Gehabt euch wohl, fürchtet euch nicht. Euer Gott und eures Vaters Gott hat euch einen Schatz gegeben in eure Säcke. Euer Geld ist mir geworden. Und er führte Simeon zu ihnen heraus
Gen 43:24 und führte sie in Josephs Haus, gab ihnen Wasser, dass sie ihre Füße wuschen, und gab ihren Eseln Futter.
Gen 43:25 Sie aber bereiteten das Geschenk zu, bis das Joseph kam auf den Mittag; denn sie hatten gehört, dass sie daselbst das Brot essen sollten.
Gen 43:26 Da nun Joseph zum Hause einging, brachten sie ihm ins Haus das Geschenk in ihren Händen und fielen vor ihm nieder zur Erde.
Gen 43:27 Er aber grüßte sie freundlich und sprach: Geht es eurem Vater, dem alten, wohl, von dem ihr mir sagtet? Lebt er noch?
Gen 43:28 Sie antworteten: Es geht deinem Knechte, unsrem Vater, wohl, und er lebt noch. Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder.
Gen 43:29 Und er hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Benjamin, seiner Mutter Sohn, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir sagtet? und sprach weiter: Gott sei dir gnädig, mein Sohn!
Gen 43:30 Und Joseph eilte, denn sein Herz entbrannte ihm gegen seinen Bruder, und suchte, wo er weinte, und ging in seine Kammer und weinte daselbst.
Gen 43:31 Und da er sein Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt sich fest und sprach: Legt Brot auf!
Gen 43:32 Und man trug ihm besonders auf und jenen auch besonders und den Ägyptern, die mit ihm aßen, auch besonders. Denn die Ägypter dürfen nicht Brot essen mit den Hebräern, denn es ist ein Greuel vor ihnen.
Gen 43:33 Und man setzte sie ihm gegenüber, den Erstgeborenen nach seiner Erstgeburt und den Jüngsten nach seiner Jugend. Des verwunderten sie sich untereinander.
Gen 43:34 Und man trug ihnen Essen vor von seinem Tisch; aber dem Benjamin ward fünfmal mehr denn den andern. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm.
Gen 44:1 Und Joseph befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, soviel sie führen können, und lege jeglichem sein Geld oben in seinen Sack;
Gen 44:2 und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem Gelde für das Getreide. Der tat, wie ihm Joseph gesagt hatte.
Gen 44:3 Des Morgens, da es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit ihren Eseln.
Gen 44:4 Da sie aber zur Stadt hinaus waren und nicht ferne gekommen, sprach Joseph zu seinem Haushalter: Auf, und jage den Männern nach! und wenn du sie ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten?
Gen 44:5 Ist's nicht das, daraus mein Herr trinkt und damit er weissagt? Ihr habt übel getan.
Gen 44:6 Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen solche Worte.
Gen 44:7 Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei ferne von deinen Knechten, ein solches zu tun.
Gen 44:8 Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unsren Säcken, haben wir wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Und wie sollten wir denn aus deines Herrn Hause gestohlen haben Silber und Gold?
Gen 44:9 Bei welchem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu wollen auch wir meines Herrn Knechte sein.
Gen 44:10 Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei welchem er gefunden wird, der sei mein Knecht; ihr aber sollt ledig sein.
Gen 44:11 Und sie eilten, und ein jeglicher legte seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeglicher tat seinen Sack auf.
Gen 44:12 Und er suchte und hob am Ältesten an bis auf den Jüngsten; da fand sich der Becher in Benjamins Sack.
Gen 44:13 Da zerrissen sie ihre Kleider und belud ein jeglicher seinen Esel und zogen wieder in die Stadt.
Gen 44:14 Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josephs Haus, denn er war noch daselbst; und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde.
Gen 44:15 Joseph aber sprach zu ihnen: Wie habt ihr das tun dürfen? Wisset ihr nicht, dass ein solcher Mann, wie ich, erraten könne?
Gen 44:16 Juda sprach: Was sollen wir sagen meinem Herrn, oder wie sollen wir reden, und womit können wir uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe da, wir und der, bei dem der Becher gefunden ist, sind meines Herrn Knechte.
Gen 44:17 Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der Mann, bei dem der Becher gefunden ist, soll mein Knecht sein; ihr aber ziehet hinauf mit Frieden zu eurem Vater.
Gen 44:18 Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, lass deinen Knecht ein Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn ergrimme nicht über deinen Knecht; denn du bist wie Pharao.
Gen 44:19 Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr auch einen Vater oder Bruder?
Gen 44:20 Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen jungen Knaben, in seinem Alter geboren; und sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb.
Gen 44:21 Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir; ich will ihm Gnade erzeigen.
Gen 44:22 Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann nicht von seinem Vater kommen; wo er von ihm käme, würde der sterben.
Gen 44:23 Da sprachst du zu deinen Knechten: Wo euer jüngster Bruder nicht mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen.
Gen 44:24 Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, unsrem Vater, und sagten ihm an meines Herrn Rede.
Gen 44:25 Da sprach unser Vater: Ziehet wieder hin und kauft uns ein wenig Speise.
Gen 44:26 Wir aber sprachen: Wir können nicht hinabziehen, es sei denn unser jüngster Bruder mit uns, so wollen wir hinabziehen; denn wir können des Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist.
Gen 44:27 Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wisset, dass mir mein Weib zwei Söhne geboren hat;
Gen 44:28 einer ging hinaus von mir, und man sagte: Er ist zerrissen; und ich habe ihn nicht gesehen bisher.
Gen 44:29 Werdet ihr diesen auch von mir nehmen und widerfährt ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter in die Grube bringen.
Gen 44:30 Nun, so ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe wäre nicht mit uns, an des Seele seine Seele hanget,
Gen 44:31 so wird's geschehen, wenn er sieht, dass der Knabe nicht da ist, dass er stirbt; so würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unsres Vaters, mit Herzeleid in die Grube bringen.
Gen 44:32 Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben gegen meinen Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.
Gen 44:33 Darum lass deinen Knecht hier bleiben an des Knaben Statt zum Knecht meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen.
Gen 44:34 Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich würde den Jammer sehen müssen, der meinem Vater begegnen würde.
Gen 45:1 Da konnte sich Joseph nicht länger enthalten vor allen, die um ihn her standen, und er rief: Lasst jedermann von mir hinausgehen! Und stand kein Mensch bei ihm, da sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab.
Gen 45:2 Und er weinte laut, dass es die Ägypter und das Gesinde des Pharao hörten,
Gen 45:3 und sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch? Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, so erschraken sie vor seinem Angesicht.
Gen 45:4 Er aber sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie traten herzu. Und er sprach: Ich bin Joseph euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.
Gen 45:5 Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, dass ich darum zürne, dass ihr mich hierher verkauft habt; denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch her gesandt.
Gen 45:6 Denn dies sind zwei Jahre, dass es teuer im Lande ist; und sind noch fünf Jahre, dass kein Pflügen und Ernten sein wird.
Gen 45:7 Aber Gott hat mich vor euch her gesandt, dass er euch übrig behalte auf Erden und euer Leben errette durch eine große Errettung.
Gen 45:8 Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott; der hat mich Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über all sein Haus und zum Fürsten in ganz Ägyptenland.
Gen 45:9 Eilet nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das lässt dir Joseph, dein Sohn, sagen: Gott hat mich zum Herrn in ganz Ägypten gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht;
Gen 45:10 du sollst im Lande Gosen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, dein kleines und dein großes Vieh und alles, was du hast.
Gen 45:11 Ich will dich daselbst versorgen; denn es sind noch fünf Jahre der Teuerung, auf dass du nicht verderbest mit deinem Hause und allem, was du hast.
Gen 45:12 Siehe, eure Augen sehen und die Augen meines Bruders Benjamin, dass ich mündlich mit euch rede.
Gen 45:13 Verkündigt meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und alles, was ihr gesehen habt; eilet und kommt hernieder mit meinem Vater hierher.
Gen 45:14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; und Benjamin weinte auch an seinem Halse.
Gen 45:15 Und er küsste alle seine Brüder und weinte über ihnen. Darnach redeten seine Brüder mit ihm.
Gen 45:16 Und da das Gerücht kam in Pharaos Haus, dass Josephs Brüder gekommen wären, gefiel es Pharao wohl und allen seinen Knechten.
Gen 45:17 Und Pharao sprach zu Joseph: Sage deinen Brüdern: Tut also, beladet eure Tiere, ziehet hin;
Gen 45:18 und wenn ihr kommt ins Land Kanaan, so nehmt euren Vater und alle die Euren und kommt zu mir; ich will euch Güter geben in Ägyptenland, dass ihr essen sollt das Mark im Lande;
Gen 45:19 und gebiete ihnen: Tut also, nehmet zu euch aus Ägyptenland Wagen für eure Kinder und Weiber und führet euren Vater und kommt;
Gen 45:20 und seht euren Hausrat nicht an; denn die Güter des ganzen Landes Ägypten sollen euer sein.
Gen 45:21 Die Kinder Israels taten also. Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos und Zehrung auf den Weg
Gen 45:22 und gab ihnen allen, einem jeglichem, ein Feierkleid; aber Benjamin gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider.
Gen 45:23 Und seinem Vater sandte er dabei zehn Esel, mit Gut aus Ägypten beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und Brot und Speise seinem Vater auf den Weg.
Gen 45:24 Also ließ er seine Brüder von sich, und sie zogen hin; und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege!
Gen 45:25 Also zogen sie hinauf von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob
Gen 45:26 und verkündigten ihm und sprachen: Joseph lebt noch und ist ein Herr im ganzen Ägyptenland. Aber sein Herz dachte gar viel anders, denn er glaubte ihnen nicht.
Gen 45:27 Da sagten sie ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen gesagt hatte. Und da er sah die Wagen, die ihm Joseph gesandt hatte, ihn zu führen, ward der Geist Jakobs, ihres Vaters, lebendig,
Gen 45:28 und Israel sprach: Ich habe genug, dass mein Sohn Joseph noch lebt; ich will hin und ihn sehen, ehe ich sterbe.
Gen 46:1 Israel zog hin mit allem, was er hatte. Und da er gen Beer-Seba kam, opferte er Opfer dem Gott seines Vaters Isaak.
Gen 46:2 Und Gott sprach zu ihm des Nachts im Gesicht: Jakob, Jakob! Er sprach: Hier bin ich.
Gen 46:3 Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen, denn daselbst will ich dich zum großen Volk machen.
Gen 46:4 Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen; und Joseph soll seine Hände auf deine Augen legen.
Gen 46:5 Da machte sich Jakob auf von Beer-Seba; und die Kinder Israels führten Jakob, ihren Vater, mit ihren Kindlein und Weibern auf den Wagen, die Pharao gesandt hatte, ihn zu führen,
Gen 46:6 und nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, und kamen also nach Ägypten, Jakob und all sein Same mit ihm,
Gen 46:7 seine Söhne und seine Kindessöhne mit ihm, seine Töchter und seine Kindestöchter und all sein Same; die brachte er mit sich nach Ägypten.
Gen 46:8 Dies sind die Namen der Kinder Israel, die nach Ägypten kamen: Jakob, und seine Söhne. Der erstgeborene Sohn Jakobs, Ruben.
Gen 46:9 Die Kinder Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Charmi.
Gen 46:10 Die Kinder Simeons: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn von dem kanaanäischen Weibe.
Gen 46:11 Die Kinder Levis: Gerson, Kahath und Merari.
Gen 46:12 Die Kinder Judas: Ger, Onan, Sela, Perez und Serah. Aber Ger und Onan waren gestorben im Lande Kanaan. Die Kinder aber des Perez: Hezron und Hamul.
Gen 46:13 Die Kinder Isaschars: Thola, Phuva, Job und Simron.
Gen 46:14 Die Kinder Sebulons: Sered, Elon und Jahleel.
Gen 46:15 Das sind die Kinder von Lea, die sie Jakob gebar in Mesopotamien mit seiner Tochter Dina. Die machen allesamt mit Söhnen und Töchtern dreiunddreißig Seelen.
Gen 46:16 Die Kinder Gads: Ziphjon, Haggi, Suni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli.
Gen 46:17 Die Kinder Assers: Jimna, Jiswa, Jiswi, Beria und Serah, ihre Schwester. Aber die Kinder Berias: Heber und Malchiel.
Gen 46:18 Das sind die Kinder von Silpa, die Laban gab Lea, seiner Tochter, und sie gebar Jakob diese sechzehn Seelen.
Gen 46:19 Die Kinder Rahels, des Weibes Jakobs: Joseph und Benjamin.
Gen 46:20 Und Joseph wurden geboren in Ägyptenland Manasse und Ephraim, die ihm gebar Asnath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On.
Gen 46:21 Die Kinder Benjamins: Bela, Becher, Asbel, Gera, Naaman, Ehi, Ros, Muppim, Huppim und Ard.
Gen 46:22 Das sind die Kinder von Rahel, die Jakob geboren sind, allesamt vierzehn Seelen.
Gen 46:23 Die Kinder Dans: Husim.
Gen 46:24 Die Kinder Naphthalis: Jahzeel, Guni, Jezer und Sillem.
Gen 46:25 Das sind die Kinder Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel gab, und sie gebar Jakob die sieben Seelen.
Gen 46:26 Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen Lenden gekommen waren (ausgenommen die Weiber seiner Kinder), sind alle zusammen sechsundsechzig Seelen,
Gen 46:27 Und die Kinder Josephs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei Seelen, also dass alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig.
Gen 46:28 Und er sandte Juda vor sich hin zu Joseph, das dieser ihn anwiese zu Gosen; und sie kamen in das Land Gosen.
Gen 46:29 Da spannte Joseph seinen Wagen an und zog hinauf, seinem Vater Israel entgegen, nach Gosen. Und da er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte lange an seinem Halse.
Gen 46:30 Da sprach Israel zu Joseph: Ich will nun gerne sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe, dass du noch lebst.
Gen 46:31 Joseph sprach zu seinen Brüdern und seines Vaters Hause: Ich will hinaufziehen und Pharao ansagen und zu ihm sprechen: Meine Brüder und meines Vaters Haus sind zu mir gekommen aus dem Lande Kanaan,
Gen 46:32 und sind Viehhirten, denn es sind Leute, die mit Vieh umgehen; ihr kleines und großes Vieh und alles, was sie haben, haben sie mitgebracht.
Gen 46:33 Wenn euch nun Pharao wird rufen und sagen: Was ist eure Nahrung?
Gen 46:34 so sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Leute, die mit Vieh umgehen, von unsrer Jugend auf bis her, beide, wir und unsre Väter, auf dass ihr wohnen möget im Lande Gosen. Denn was Viehhirten sind, das ist den Ägyptern ein Greuel.
Gen 47:1 Da kam Joseph und sagte es Pharao an und sprach: Mein Vater und meine Brüder, ihr kleines und großes Vieh und alles, was sie haben, sind gekommen aus dem Lande Kanaan; und siehe, sie sind im Lande Gosen.
Gen 47:2 Und er nahm aus allen seinen Brüdern fünf und stellte sie vor Pharao.
Gen 47:3 Da sprach Pharao zu seinen Brüdern: Was ist eure Nahrung? Sie antworteten: Deine Knechte sind Viehhirten, wir und unsre Väter;
Gen 47:4 und sagten weiter zu Pharao: Wir sind gekommen, bei euch zu wohnen im Lande; denn deine Knechte haben nicht Weide für ihr Vieh, so hart drückt die Teuerung das Land Kanaan; so lass doch nun deine Knechte im Lande Gosen wohnen.
Gen 47:5 Pharao sprach zu Joseph: Es ist dein Vater und sind deine Brüder, die sind zu dir gekommen;
Gen 47:6 das Land Ägypten steht dir offen, lass sie am besten Ort des Landes wohnen, lass sie im Lande Gosen wohnen; und so du weißt, dass Leute unter ihnen sind, die tüchtig sind, so setze sie über mein Vieh.
Gen 47:7 Joseph brachte auch seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor Pharao. Und Jakob segnete den Pharao.
Gen 47:8 Pharao aber fragte Jakob: Wie alt bist du?
Gen 47:9 Jakob sprach zu Pharao: Die Zeit meiner Wallfahrt ist hundertdreißig Jahre; wenig und böse ist die Zeit meines Lebens und langt nicht an die Zeit meiner Väter in ihrer Wallfahrt.
Gen 47:10 Und Jakob segnete den Pharao und ging heraus von ihm.
Gen 47:11 Aber Joseph schaffte seinem Vater und seinen Brüdern Wohnung und gab ihnen Besitz in Ägyptenland, am besten Ort des Landes, im Lande Raemses, wie Pharao geboten hatte.
Gen 47:12 Und er versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot, einen jeglichen, nachdem er Kinder hatte.
Gen 47:13 Es war aber kein Brot in allen Landen; denn die Teuerung war sehr schwer, dass das Land Ägypten und Kanaan verschmachteten vor der Teuerung.
Gen 47:14 Und Joseph brachte alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan gefunden ward, um das Getreide, das sie kauften; und Joseph tat alles Geld in das Haus Pharaos.
Gen 47:15 Da nun Geld gebrach im Lande Ägypten und Kanaan, kamen alle Ägypter zu Joseph und sprachen: Schaffe uns Brot! Warum lässt du uns vor dir sterben, darum dass wir ohne Geld sind?
Gen 47:16 Joseph sprach: Schafft euer Vieh her, so will ich euch um das Vieh geben, weil ihr ohne Geld seid.
Gen 47:17 Da brachten sie Joseph ihr Vieh; und er gab ihnen Brot um ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel. Also ernährte er sie mit Brot das Jahr um all ihr Vieh.
Gen 47:18 Da das Jahr um war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen zu ihm: Wir wollen unsrem Herrn nicht verbergen, dass nicht allein das Geld sondern auch alles Vieh dahin ist zu unsrem Herrn; und ist nichts mehr übrig vor unsrem Herrn denn nur unsre Leiber und unser Feld.
Gen 47:19 Warum lässt du uns vor dir sterben und unser Feld? Kaufe uns und unser Land ums Brot, dass wir und unser Land leibeigen seien dem Pharao; gib uns Samen, dass wir leben und nicht sterben und das Feld nicht wüst werde.
Gen 47:20 Also kaufte Joseph dem Pharao das ganze Ägypten. Denn die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen Acker, denn die Teuerung war zu stark über sie. Und ward also das Land Pharao eigen.
Gen 47:21 Und er teilte das Volk aus in die Städte, von einem Ende Ägyptens bis ans andere.
Gen 47:22 Ausgenommen der Priester Feld, das kaufte er nicht; denn es war von Pharao für die Priester verordnet, dass sie sich nähren sollten von dem Verordneten, das er ihnen gegeben hatte; darum brauchten sie ihr Feld nicht zu verkaufen.
Gen 47:23 Da sprach Joseph zu dem Volk: Siehe, ich habe heute gekauft euch und euer Feld dem Pharao; siehe, da habt ihr Samen und besäet das Feld.
Gen 47:24 Und von dem Getreide sollt ihr den Fünften Pharao geben; vier Teile sollen euer sein, zu besäen das Feld und zu eurer Speise und für euer Haus und eure Kinder.
Gen 47:25 Sie sprachen: Du hast uns am Leben erhalten; lass uns nur Gnade finden vor dir, unsrem Herrn, so wollen wir gerne Pharao leibeigen sein.
Gen 47:26 Also machte Joseph ihnen ein Gesetz bis auf diesen Tag über der Ägypter Feld, den Fünften Pharao zu geben; ausgenommen der Priester Feld, das ward Pharao nicht eigen.
Gen 47:27 Also wohnte Israel in Ägypten im Lande Gosen, und hatten's inne und wuchsen und mehrten sich sehr.
Gen 47:28 Und Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägyptenland, dass sein ganzes Alter ward hundertsiebenundvierzig Jahre.
Gen 47:29 Da nun die Zeit herbeikam, dass Israel sterben sollte, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden, so lege deine Hand unter meine Hüfte, dass du die Liebe und Treue an mir tust und begrabest mich nicht in Ägypten;
Gen 47:30 sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus Ägypten führen und in ihrem Begräbnis begraben. Er sprach: Ich will tun, wie du gesagt hast.
Gen 47:31 Er aber sprach: So schwöre mir. Und er schwur ihm. Da neigte sich Israel zu Häupten des Bettes.
Gen 48:1 Darnach ward Joseph gesagt: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm mit sich seine beiden Söhne, Manasse und Ephraim.
Gen 48:2 Da ward's Jakob angesagt: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Und Israel machte sich stark und setzte sich im Bette
Gen 48:3 und sprach zu Joseph: Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im Lande Kanaan und segnete mich
Gen 48:4 und sprach zu mir: Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren und will dich zum Haufen Volks machen und will dies Land zu eigen geben deinem Samen nach dir ewiglich.
Gen 48:5 So sollen nun deine zwei Söhne, Ephraim und Manasse, die dir geboren sind in Ägyptenland, ehe ich hereingekommen bin zu dir, mein sein gleich wie Ruben und Simeon.
Gen 48:6 Welche du aber nach ihnen zeugest, sollen dein sein und genannt werden nach dem Namen ihrer Brüder in deren Erbteil.
Gen 48:7 Und da ich aus Mesopotamien kam starb mir Rahel im Lande Kanaan auf dem Weg, da noch ein Feld Weges war gen Ephrath; und ich begrub sie daselbst an dem Wege Ephraths, das nun Bethlehem heißt.
Gen 48:8 Und Israel sah die Söhne Josephs und sprach: Wer sind die?
Gen 48:9 Joseph antwortete seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott hier gegeben hat. Er sprach: Bringe sie her zu mir, dass ich sie segne.
Gen 48:10 Denn die Augen Israels waren dunkel geworden vor Alter, und er konnte nicht wohl sehen. Und er brachte sie zu ihm. Er aber küsste sie und herzte sie
Gen 48:11 und sprach zu Joseph: Siehe, ich habe dein Angesicht gesehen, was ich nicht gedacht hätte; und siehe, Gott hat mich auch deinen Samen sehen lassen.
Gen 48:12 Und Joseph nahm sie von seinem Schoß und neigte sich zur Erde gegen sein Angesicht.
Gen 48:13 Da nahm sie Joseph beide, Ephraim in seine rechte Hand gegen Israels linke Hand und Manasse in seine linke Hand gegen Israels rechte Hand, und brachte sie zu ihm.
Gen 48:14 Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und tat wissend also mit seinen Händen, denn Manasse war der Erstgeborene.
Gen 48:15 Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter, Abraham und Isaak, gewandelt haben, der Gott, der mein Hirte gewesen ist mein Leben lang bis auf diesen Tag,
Gen 48:16 der Engel, der mich erlöset hat von allem Übel, der segne die Knaben, dass sie nach meinem und nach meiner Väter, Abrahams und Isaaks, Namen genannt werden, dass sie wachsen und viel werden auf Erden.
Gen 48:17 Da aber Joseph sah, dass sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt legte, gefiel es ihm übel, und er fasste seines Vaters Hand, dass er sie von Ephraim Haupt auf Manasses Haupt wendete,
Gen 48:18 und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater; dieser ist der Erstgeborene, lege deine rechte Hand auf sein Haupt.
Gen 48:19 Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein; aber sein jüngerer Bruder wird größer denn er werden, und sein Same wird ein großes Volk werden.
Gen 48:20 Also segnete er sie des Tages und sprach: Wer in Israel will jemand segnen, der sage: Gott setze dich wie Ephraim und Manasse! Und setzte also Ephraim Manasse vor.
Gen 48:21 Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe; und Gott wird mit euch sein und wird euch wiederbringen in das Land eurer Väter.
Gen 48:22 Ich habe dir ein Stück Land zu geben vor deinen Brüdern, das ich mit Schwert und Bogen aus der Amoriter Hand genommen habe.
Gen 49:1 Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dass ich euch verkündige, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten.
Gen 49:2 Kommt zuhauf und höret zu, ihr Kinder Jakobs, und höret euren Vater Israel.
Gen 49:3 Ruben, mein erster Sohn bist du, meine Kraft, und der Erstling meiner Stärke, der Oberste in der Würde und der Oberste in der Macht.
Gen 49:4 Er fuhr leichtfertig dahin wie Wasser. Du sollst nicht der Oberste sein; denn du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du mein Bett entweiht mit dem Aufsteigen.
Gen 49:5 Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen.
Gen 49:6 Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und meine Ehre sei nicht in ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie den Mann erwürgt, und in ihrem Mutwillen haben sie den Ochsen verlähmt.
Gen 49:7 Verflucht sei ihr Zorn, dass er so heftig ist, und ihr Grimm, dass er so störrig ist. Ich will sie zerteilen in Jakob und zerstreuen in Israel.
Gen 49:8 Juda, du bist's; dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen.
Gen 49:9 Juda ist ein junger Löwe. Du bist hoch gekommen, mein Sohn, durch große Siege. Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen?
Gen 49:10 Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen.
Gen 49:11 Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und seiner Eselin Sohn an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel im Weinbeerblut.
Gen 49:12 Seine Augen sind trübe vom Wein und seine Zähne weiß von Milch.
Gen 49:13 Sebulon wird an der Anfurt des Meeres wohnen und an der Anfurt der Schiffe und reichen an Sidon.
Gen 49:14 Isaschar wird ein knochiger Esel sein und sich lagern zwischen den Hürden.
Gen 49:15 Und er sah die Ruhe, dass sie gut ist, und das Land, dass es lustig ist; da hat er seine Schultern geneigt, zu tragen, und ist ein zinsbarer Knecht worden.
Gen 49:16 Dan wird Richter sein in seinem Volk wie ein ander Geschlecht in Israel.
Gen 49:17 Dan wird eine Schlange werden auf dem Wege und eine Otter auf dem Steige und das Pferd in die Fersen beißen, dass sein Reiter zurückfalle.
Gen 49:18 HErr, ich warte auf dein Heil!
Gen 49:19 Gad wird gedrängt werden von Kriegshaufen, er aber drängt sie auf der Ferse.
Gen 49:20 Von Asser kommt sein fettes Brot, und er wird den Königen leckere Speise geben.
Gen 49:21 Naphthali ist ein schneller Hirsch und gibt schöne Rede.
Gen 49:22 Joseph wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer.
Gen 49:23 Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und wider ihn kriegen und ihn verfolgen,
Gen 49:24 so bleibt doch sein Bogen fest und die Arme seiner Hände stark durch die Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und Stein Israels.
Gen 49:25 Von deines Vaters Gott ist dir geholfen, und von dem Allmächtigen bist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Tiefe, die unten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes.
Gen 49:26 Die Segen deines Vaters gehen stärker denn die Segen meiner Voreltern, nach Wunsch der Hohen in der Welt, und sollen kommen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern.
Gen 49:27 Benjamin ist ein reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen, und des Abends wird er Beute austeilen.
Gen 49:28 Das sind die zwölf Stämme Israels alle, und das ist's, was ihr Vater mit ihnen geredet hat, da er sie segnete, einen jeglichen mit einem besonderen Segen.
Gen 49:29 Und er gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich zu meinen Vätern in der Höhle auf dem Acker Ephrons, des Hethiters,
Gen 49:30 in der zwiefachen Höhle, die gegenüber Mamre liegt, im Lande Kanaan, die Abraham kaufte samt dem Acker von Ephron, dem Hethiter, zum Erbbegräbnis.
Gen 49:31 Daselbst haben sie Abraham begraben und Sara, sein Weib. Daselbst haben sie auch Isaak begraben und Rebekka, sein Weib. Daselbst habe ich auch Lea begraben,
Gen 49:32 in dem Acker und der Höhle, die von den Kindern Heth gekauft ist.
Gen 49:33 Und da Jakob vollendet hatte die Gebote an seine Kinder, tat er seine Füße zusammen aufs Bett und verschied und ward versammelt zu seinem Volk.
Gen 50:1 Da fiel Joseph auf seines Vaters Angesicht und weinte über ihn und küsste ihn.
Gen 50:2 Und Joseph befahl seinen Knechten, den Ärzten, das sie seinen Vater salbten. Und die Ärzte salbten Israel,
Gen 50:3 bis dass vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Salbetage. Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.
Gen 50:4 Da nun die Leidtage aus waren, redete Joseph mit Pharaos Gesinde und sprach: Habe ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit Pharao und sprecht:
Gen 50:5 Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich sterbe; begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben und wiederkommen.
Gen 50:6 Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm geschworen hast.
Gen 50:7 Also zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten,
Gen 50:8 dazu das ganze Gesinde Josephs und seine Brüder und das Gesinde seines Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Ochsen ließen sie im Lande Gosen.
Gen 50:9 Und es zogen mit ihm hinauf Wagen und Reisige<RF>bedeutet: Berittene<Rf>, und war ein sehr großes Heer.
Gen 50:10 Da sie nun an die Tenne Atad kamen, die jenseit des Jordans liegt, da hielten sie eine gar große und bittere Klage; und er trug über seinen Vater Leid sieben Tage.
Gen 50:11 Und da die Leute im Lande, die Kanaaniter, die Klage bei der Tenne Atad sahen, sprachen sie: Die Ägypter halten da große Klage. Daher heißt man den Ort: Der Ägypter Klage, welcher liegt jenseit des Jordans.
Gen 50:12 Und seine Kinder taten, wie er ihnen befohlen hatte,
Gen 50:13 und führten ihn ins Land Kanaan und begruben ihn in der zwiefachen Höhle des Ackers, die Abraham erkauft hatte mit dem Acker zum Erbbegräbnis von Ephron, dem Hethiter, gegenüber Mamre.
Gen 50:14 Als sie ihn nun begraben hatten, zog Joseph wieder nach Ägypten mit seinen Brüdern und mit allen, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben.
Gen 50:15 Die Brüder aber Josephs fürchteten sich, da ihr Vater gestorben war, und sprachen: Joseph möchte uns gram sein und vergelten alle Bosheit, die wir an ihm getan haben.
Gen 50:16 Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tod und sprach:
Gen 50:17 Also sollt ihr Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, dass sie so übel an dir getan haben. So vergib doch nun diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters. Aber Joseph weinte, da sie solches mit ihm redeten.
Gen 50:18 Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte.
Gen 50:19 Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter Gott.
Gen 50:20 Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen, dass er täte, wie es jetzt am Tage ist, zu erhalten viel Volks.
Gen 50:21 So fürchtet euch nun nicht; ich will euch versorgen und eure Kinder. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
Gen 50:22 Also wohnte Joseph in Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte hundertundzehn Jahre
Gen 50:23 und sah Ephraims Kinder bis ins dritte Glied. Auch wurden dem Machir, Manasses Sohn, Kinder geboren auf den Schoß Josephs.
Gen 50:24 Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe, und Gott wird euch heimsuchen und aus diesem Lande führen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
Gen 50:25 Darum nahm er einen Eid von den Kindern Israel und sprach: Wenn euch Gott heimsuchen wird, so führet meine Gebeine von dannen.
Gen 50:26 Also starb Joseph, da er war hundertundzehn Jahre alt. Und sie salbten ihn und legten ihn in eine Lade in Ägypten.

Aus „Dämon und Mythos, eine magische Bildfolge“, Diederichs Verlag, Jena, 1935


Lenin hatte für Stalin den Namen ,,sagenhafter Georgier" geprägt. Das Sagenhafte in Stalin ist im Obermaß vorhanden, das Georgische jedoch nur dürftig. In Georgien erklärt man die Eigenart von Stalins Charakter durch seine Herkunft: sein Vater stamme aus Owssen. Möglich, daß man es hier mit einem andern Phänomen zu tun hat. Jedes Volk gebiert in seinem Schoß auch das Fremde, sogar auch das gegen es selbst gerichtete. Dies muß ein biologisches Geheimnis sein: vielleicht muß man fähig sein, das Fremde zu gebären, um das Andersrassige zu besiegen. Stalin ist Georgier nur insoweit, als er der Gegenpol Georgiens ist.

Der steingewordene Kopf einer prähistorischen Echse: diese Bezeichnung hat ihm einer seiner ehemaligen Mitarbeiter gegeben. Er ahnte sicher selber nicht, wie sehr er den Kern der Sache getroffen hat. Die enge, zurückweichende, wenig entwickelte Stirn: ein Vorteil vielleicht für einen Tatrnenschen, ganz besonders dann, wenn er ein unerschöpfliches Rückgrathirn hat. Stalins Rückgrat aber ist auch denkerisch stark: er hat den Spürsinn des Reptils. Im Kindesalter hatte er Pocken gehabt, und kaum merkliche Narben betonen das Prähistorische des Kopfes — ebenso die Sommersprossen, die seine Gesichtsfarbe dem Perlhuhn ähnlich machen. Unter dem Schnurrbart verbirgt sich Ironie, Hohn, als wolle er sagen: Ich vermute schon, was du verheimlichen willst. Diese stillschweigende Feststellung wird durch die hochgezogene linke Augenbraue unterstrichen - merkwürdig: bei Lenin war es die rechte. Die verkniffenen, kleinen, undurchsichtigen Augen blicken starr, lauernd. In seinem ganzen Wesen ist das kalte Blut eines unheilschwangeren Wesens zu spüren, das alles überlistet. Vor seinem Blick zerrinnt jeder Wille.

Stalins Schritte waren immer katzenartig, langsam, weich, als wolle er sich vor etwas verstecken oder jemanden verstohlen überfallen. Der geheime Zauber, der unsichtbar machen kann, ist kein Märchen — in Tibet ist er eine Realität. Ein Tibetaner, der nicht aufzufallen wünscht, macht sich unsichtbar : mit einer ungeheuren Willensanspannung verkriecht er sich in seiner eigenen Schale und vermindert damit die sichtbarnachenden Elemente. So einer war auch Stalin, schon zu jener Zeit, da er noch als Revolutionär von der Ochrana verfolgt wurde. Wie ein Mondsüchtiger lief er durch die Straßen, spähte in alle Ecken. Wenn man ihn bemerkte, so erschrak nicht der Mondsüchtige, sondem der Begegnende, der statt einer Realität ein Gespenst zu sehen glaubte. Es war keine Person, es war mehr eine Maske. Nicht nur der Illegalität halber trug Stalin so viele Decknamen: für ihn waren es, wie für Stendhal, wirkliche Namen. Im Namen erfaßt man die Person, so dachten die alten Ägypter. Stalin wechselte fortwährend die Namen: so war er Ne zu fassen und zu greifen. Und wenn er verhaftet wurde, entglitt er geschickt den Ergreifen. Er hat viele Gefängnisse durchwandert, in Batum, Tiflis, Baku, in Zentraldland und in Sibinen - er ist oft aus den Gefängnissen entkommen. Mehrfach wurde er verbannt - er entkam immer wieder und tauchte an einer anderen Stelle unter neuem Namen, neuer Maske auf. Greifbare Spuren ließ er nirgends zurück. Plötzlich trat er irgendwo hervor, ein namenloser Wanderer, dem Golem gleich, der nach der hebräischen Oberlieferung alle 30 Jahre das Weltall heimsucht: man erschrickt bei der Begegnung — kommt man zu sich, so sieht man ihn nicht mehr.

Stalin häutete sich wie die Schlange und machte damit sein inneres Wesen unantastbar. Er hatte aber noch andere Mittel der Abwehr: die Wirklichkeit verächtlich zu machen. Einmal itn Gefängnis zu Baku wurden die politischen Gefangenen gezwungen, durch die Gasse der auf sie einschlagenden Soldaten Spießruten zu laufen. Auch Stalin ging dieselbe Gasse — aber wie ? In der Hand eine Broschüre, sicher eine marxistische, schritt er und las, als ginge ihn die Sache nichts an. Er machte die Peiniger lächerlich und schützte seine Person vor moralischer Verletzung. Hier hatte er schon sein wahres Element gefunden.

Wer war dieser Anonyme? Sein Vater war ein Schuster gewesen, ein Trunkenbold, gehässig und brutal. Seine Mutter— eine Näherin, sanft, demütig, mildtätig. Der Vater schlug die Mutter, wem er betrunken war. Er schlug auch seinen einzigen, kleinen Sohn. In der Wohnhütte herrschte Elend, Speichel des Tobsüchtigen und Tränen. Schon bei dem Gedanken an die Ankunft des Vaters zitterte der Sohn an allen Gliedern. In der Schöpfung selbst sah er nur Häßlichkeit, und der Vater erschien ihm als Scheusal. Diese Zerstörung der Familienbande lastete verhängnisvoll auf dem Herzen des Kindes. Der Orient weiß, was Vater bedeutet: er ist der Samen, der kosmisch befruchtet. Wenn man die Keimzelle eines Frosches in zwei Teile schneidet, so entstehen daraus zwei Frösche. Jeder der beiden Teile wird nicht zu einem halben, sondern zu einem halbgrokn, ganzen Frosch. Die Biologie bestätigt hier unvergleichlich den morgenländischen Vatersinn. Aus einer Keimzelle werden zwei geboren, aber was geschieht mit der ursprünglichen, zur Schöpfung bestimmten? Sie ist nicht Fleisch geworden, physisch existiert sie nicht mehr - aber metaphysisch lebt sie weiter in den zwei kleinen Fröschen: jeder von ihnen trägt: in sich ihn, den Nicht-Geborenen. Hier lebt das Stammesgedächtnis an den Vater. Wo diese Erinnerung stirbt, da wird das Leben gefährdet.

Im Hause Stalins ist diese Erinnerung zerst6rt worden. Der Sohn verdammte den Vater, den Samen, haßte erbittert die Schöpfung selbst. Es gab für ihn keine Liebe, es gab für ihn keine Freude mehr. Der Lebensstoff wurde vergiftet durch den untilgbaren Haß gegen den Vater.

So einem Vaterlosen — wenn er es mystisch nicht überwindet - fehlt immer von vornherein etwas Wesentliches: die Freude am Leben. Nichts macht ihn froh. Sein Herz kann sich nicht kosmisch bis ins Tiefste öffnen. Es ist nicht der flammende, fleischgewordene Teil des mystisch zerrissenen Gottes: es ist kalt, hart, rauh. Für einen Menschen dieses Geblütes gibt es keine Ekstase. Wenn ein solcher Vaterloser Beethovens Neunte hörte, besonders das Ende, wo in das wogende Orchester die Stimmen der Menschen hineinbrechen, Stimmen der von Dionysos trunkenen Menschen, Stimmen, welche das andere Leben, das neue, das menschliche oder übermenschliche offenbaren, er würde trotzdem nicht seine eigene, engste Schale sprengen, um damit der uferlosen Wirklichkeit teilhaftig zu werden. Er würde kalt bleiben, hart, rauh. Selber ohne Ekstase, kann er die Ekstase der anderen nicht ertragen — die fremde Ekstase reißt ihn nicht mit, sie ist ihm sogar ein Ärgernis.

Ein Vergleich möge das verdeutlichen. Vor den Dresdener Umwälzungstagen 1849 leitete Richard Wagner gerade die Neunte. Da sprang am Ende der heimische Schürer des Aufstandes, der Anarchist Michael Bakunin, vor zum Orchester und schrie entflammt zu Wagner hinüber: ,,Wenn alle Musik beim grokn Weltbrand, der kommt, verlorengeht, dann wollen wir mit Gefahr unseres Lebens diese Symphonie retten." Bakunin war ganz Flamme. Anders Lenin. Man weiß von seinen Worten über die Apassionata: ,,Ich kenne nichts Schöneres als die Appassionata, ich könnte sie jeden Tag hören. Mit Stolz und vielleicht kindischer Naivität denke ich jedesmal, wenn ich diese Klänge vernehme, es sei doch wunderbar, was die Menschen vollbringen können. Aber ich kann Musik nicht oft hören, sie geht mir auf die Nerven. Ich möchte liebenswürdige Dummheiten reden und diesen Leuten die Köpfe streicheln, die inmitten einer schmutzigen Hölle solche Schönheiten schaffen können. Heute aber ist es nicht die Zeit, den Menschen die Köpfe zu streicheln —, heute fallen die Hände nieder, um die Schädel m spalten..." Lenin ist hier nüchtern. Stalin wäre auch zu solcher Halbekstase unfähig. Eine bezeichnende Kleinigkeit: Man behauptet, Lenin sei nach seiner langen Krankheit an Lungenlähmung gestorben — bei einer Körpertemperatur von 42,3 Grad. Hier drückt sich das Feurig-Luziferische in Lenin aus, im Gegensatz zum Kalt-Ahrimanischen in Stalin.

Ein solches Wesen ist von vornherein an einer entscheidenden Stelle mystisch verletzt, gefährdet. Die Sage von Kain und Abel träfe auf Stalin zu: Gott nahm das Opfer Abels an und wandte sich ab vom Opfer Kains. Warum? Die Sage gibt uns keinerlei Erklärung dafür. War etwa Kains Opfer nicht von Herzen gebracht ? Vielleicht hat er es gewollt, aber es blieb beim Wollen. Ais Erklärung bleibt uns nur eins: von Anbeginn an scheint Kain die Gnade des Lebens gefehlt m haben. Diese Vermutung steigt uns aus den Lettern der Genesis auf: hätte Jahwe das Opfer Abels nicht angenommen, hätte dann Abel den Brudermord wohl begangen? Nein. Wem die Lebensgnade fehlt, dessen Herz bleibt sanften Regungen verschlossen. Dies mochte der junge Ssosso Dschughaschwili schon früh dunkel und vielleicht auch erbittert gefühlt haben, wenn er etwa einen kranken Schulkameraden besuchte. Er scheint herzlich mit ihm zu reden, aber seine Worte berühren das Herz des Kranken nicht. Ein neuer Besuch tritt ein, ein anderer Kamerad, der liebkosend über die Stirn des Kranken streicht -und: der Schmerz ist gelindert.

Diese göttliche Kraft ist Lebensgnade. Wie sagt doch Gretchen? „Und seine Gegenwart schnürt mir das Innere zu. Wo er - Mephisto - nur mag zu uns treten, mein' ich sogar, ich liebe dich nicht mehr." Gretchens schlichtes Herz ahnt hier etwas: schon durch seine bloße Gegenwart vernichtet der Teufel die Liebe, zersetzt er ihre Atmosphäre. Das Lyrische fehlt ihm. Er vermöchte vielleicht viel schönere Gedichte zu schreiben als Rainer Maria Rilke - nur eines bliebe ihnen versagt: das ungreifbare, dichterische Strömen, das Rilkes Worte so gnaden-haft ausstrahlen. Hier ist ein Fluch verborgen.

Dichterischer Rausch hat das Herz Stalins nie durchschauert, obgleich er als Schüler im bischöflichen Chor mit samtweichem Alt sang. Aber dies war sicher die Stimme des gefallenen Engels, denn auch dieser Engel vermag noch bezaubernd zu singen. Stalin hat sogar versucht, m dichten — merkwürdig: patriotische Gedichte —, aber gleichzeitig trieb er Esperanto: er glaubte schon zu jener Zeit an eine Weltsprache, natürlich eine mechanisch konstruierte. Sichtlich quälte ihn die organische Vielfalt der Welt. Noch mehr: er konnte sogar das Leben selbst nicht ertragen. Er sehnte sich frevlerisch nach Zerstörung, um seinen vernichtenden Eigenwillen m erproben und durchzusetzen.

Der Nihilismus war dafür wie geschaffen. Wladimir Solowjeff, der große russische Denker und Mystiker, hatte die Bemühungen der russischen nihilistischen Intellektuellen in einem ironischen Satze msammengefaßt: Der Mensch stammt vom Affen ab, folglich - es lebe die Freiheit! Zwar ist hier ,,folglich" ein Unsinn: es ist kaum glaubhaft, daß die Abstammung vom Affen dem Menschen die Freiheit gewährleisten könne - aber die Logik wird oft von der Psychologie überrumpelt, und in diesem Spruche lagunbedingt psychologischer Spürsinn. Wenn es beweisbar wäre, daß der Mensch zum Affengeschlecht gehört, dann würden selbst die Auserwählten allen Reiz verlieren: Napoleon würde nichts Außerordentlicheres sein als ,,Irgend-einer" und Kleopatra nicht mehr als eine beliebige Frau. Mit dem Reiz würde auch die Ehrfurcht schwinden. Das war die Ansicht der Nihilisten Aber heimlich lag hier auch ein anderer Gedanke zugrunde: wenn der Mensch im Wesen dem Affen gleich war, dann konnte man die Lehre der Genesis, der Mensch sei das Ebenbild Gottes, als Irrturn entlarven und damit das Bild und Gleichnis Gottes vernichten. Hier war die Absicht der Nihilisten zwar mangelhaft begründet, um so hartfiäckiger aber hielten sie an ihr fest.

Auch Stalin verfiel dem Einfluß der Nihilisten und begann sich leidenschaftlich mit naturwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen. Er glaubte fest, daß diese Studien ihn unbedingt zur Gottlosigkeit führen würden. Das war aber das Wesentliche: war Gott gestorben, so war die Freiheit gewonnen. Er machte sich nicht klar, daß ein von Gott getrennter, gottloser Mensch mit Gott zugleich auch für alle Ewigkeit die Verbundenheit mit dem Weltall verlieren mußte. Möglich, daß Stalin in seinem Unterbewußtsein gerade dies wollte. Zerstörte man die sakralen Beziehungen zwischen den Dingen, so gefährdete man das Leben selbst. Die Berechnung war richtig für denjenigen, den das Leben von Anfang an quälte. Er besaß ein scharfes Gedächtnis — keine Erinnerung! — und eine starke, kalte Logik. Er entfernte sich von Gott und richtete sich zu frevelhafter Selbstmacht auf. Er sah überall das Negative, und begegnete er der Auslese, so lächelte er spöttisch. Der Kaltblüter wurde grausam hart. Einmal in einer engen Gasse, erzählt man, trat er mit dem Fuß auf ein Küken. Das Küken brach ein Bein und flatterte schreiend davon. Stalin holte es ein und zertrat es gänzlich. ,,Da wirst sowieso nichts mehr taugen", rief er in seltsamem Jähzorn. Ln diesem Augenblick mag der Schatten eines ganz anderen, erschreckend fremden Gesichtes über seine Züge geglitten sein.

Dem Leben gegenüber war er feindlich eingestellt, und überall witterte er Feinde. Zum Niederringen des Feindes ist zweierlei nötig: Selbstbeherrschung und Ironie. Stalins Selbstbeherrschung glich derjenigen des Yoga, aber seine Ironie war unvergleichlich. Langsam, unbeweglich, leidenschaftslos reizte er den Gegner, hetzte, bespöttelte ihn, brachte ihn aus der Fassung. Durch Verleumdung und Erniedrigung vernichtete er seine Feinde. Darin war er unbarmherzig und grausig. Sein kaltgrinsendes Lächeln ging zeitweise in ein hartes, abgebrochenes Lachen über.

War er bösartig im gewöhnlichen Sinne? Nein. Er war weder ein Mörder noch ein Räuber noch irgendein anderer Verbrecher. Im Gegenteil: er wollte das Beste der Menschen, und dennoch - in seinem Charakter lebte von Anfang an ein fremdartig böser Keim. Begehrte er etwa persönliche Annehmlichkeiten? Durchaus nicht: die irdischen Freuden - Weib, Wein, Glücksspiel, Geld, Rausch - existierten für ihn nicht. Es ist bezeichnend, daß beim georgischen Gastmahl, wo immer Dionysos gefeiert wird, wenn alle andern berauscht waren, er allein nüchtern blieb. Er war freigebig, soweit er es nach seiner Art rechtfertigen konnte, und hilfsbereit als geistiger Wegweiser. Und doch war er mit keinem vertraut. Unfähig, das metaphysische ,,Du bist" zu sagen, hatte er keinen einzigen Freund, da einer auch als Freund für immer sein Untergebener bleiben mußte. Möglich, daß er selber in seinem tiefsten Innern darüber traurig war. Man könnte auch denken, daß ihn zuweilen sein eigener Charakter bedrückte. In solchen Augenblicken überschattete ihn vielleicht eine tiefe Schwermut. Es war aber kaum glaubhaft, daß er diese Schwermut, wenn auch nur für eine Sekunde, andern zeigen würde. Es war da immer etwas, das es ihm unmöglich machte, sein Herz zu öffnen.

Von der alten Welt hatte er schon Abschied genommen. Weder Blutsgemeinschaft noch Volk, weder Seelenbund noch Glaube existierten mehr für ihn. Das Volk wurde durch Masse ersetzt, die Seele aber durch Klasse. Hier war er in seinem Element. Für die Aufnahme der sozialistischen Idee war er durchaus reif. Die Lehre von Saint-Simon und Fourier konnte sein Herz nicht berühren, weil er nie irgendeiner Neigung zur Utopie und Romantik hörig war. Die Doktrin von Marx aber hatte sein Wesen im Zentrum getroffen: hier war Logik und Festigkeit, nicht die Rückgratschwäche ihrer menschewistischen Abwandlung. Stalin war zum Bolschewiken geboren. In vergangenen Zeiten sagte man wohl von jemandem, er sei ein vorchristlicher Christ. Stalin konnte man einen Bolschewiken vor dem Bolschewismus nennen. Aus dem damaligen Rußland kam die illegale marxistische Literatur auch nach Georgien, und plötzlich tauchten in ihr die Abhandlungen von Lenin auf. Stalin war gepackt: dies bedeutete für ihn ein tiefes und einmaliges Erlebnis, ein Sichselbstfinden, aber in einem andern. Hier war das, wonach Stalin mit seinem blinden Instinkt tastete, die Dämonie der marxistischen Idee. Was im Westen ,,Wort" war, sollte in Rdland „Tat" werden. Dies „Werden“ aber mußte wie ein wütender Wirbelsturm in die Welt hineinbrechen, die der Krieg in ihren Grundlagen schon erschüttert hatte.

Lenin erschien als die geballte Energie des Sturms. Als er mit seinen Genossen im plombierten Wagen das deutsche Gebiet durchquerte, m in Rußland das Feuer der Revolution zu schüren, ahnte die Menschheit nicht, was für vulkanische Kräfte hier gesammelt waren. Lenin erschien in Rußland als das Schicksal der Revolution, er wurde der kosmische Urheber des Oktoberumsturzes. Zwei Elemente waren in ihm — dem Halbrussen und Halbmongolen - vorhanden: das slawische und das mongolische; das slawische - der Atem des Chaos, die Verachtung jeder Grenze; das mongolische - die innere Schwermut und der Schwung in die Weite. Instinkt und Wille waren in Lenin eins. Angeboren und ausgebildet waren in ihm die Eigenschaften des meisterhaften Chirurgen: das richtige, unfehlbare Augenmaß; die Intuition, die die Mitte der Dinge trifft; Selbstbeherrschung, doch nicht die kalte, sondern die feurige; die untrüglich sichere Hand. Schon bei der persönlichen Begegnung spürte es jeder in seinem Wesen. Stalin hatte dies schon vor der Begegnung erspürt.

1903 erhielt er einen Brief von Lenin aus Europa. Dies bedeutete für ihn etwas wie den Empfang der mosaischen Tafeln. 1905 traf Stalin Lenin in Firnland auf der Parteikonferemz. Der große Revolutionär erkannte in dem schweigsamen Georgier den zuverlässigen Kämpfer. 1906 fand der Parteitag in Stockholm statt, auf dem die Bolschewiken eine Niederlage erlitten. Aber wie hatte Lenin es aufgenommen: ,,Jammert nicht, Genossen, wir werden bestimmt siegen, wir sind auf dem richtigen Wege." Unter seinen Anhängern war Stalin der einzige, der diese Worte nicht nur mit den Ohren hörte. 1907 auf dem Parteitag in London siegten die Bolschewiken. Wie hatte aber Lenin diesen Sieg aufgenommen? Stalin erinnerte sich dessen später: ,,Er wurde nach seinem Sieg besonders wachsam und vorsichtig" — und zitierte Lenins Worte: ,,Vor allem laßt euch nicht durch den Sieg fortreißen und werdet nicht großsprecherisch; zweitens, befestigt euren Sieg; drittens, erledigt euren Feind, denn er ist nur geschlagen, aber noch nicht tot." Am meisten mußten diese Worte Stalin berühren, der sich niemals im Siegesrausch befand und den geschlagenen Feind nie auf dem Schlachtfeld zurückließ, ohne ihn gänzlich zu erledigen. Bei den Sitzungen war Stalin wortkarg: er schwieg, ein wahrer Tatmensch.

Stalins Element war die Masse, hier war er echt. Von den finnischen Felsenufern bis zu den Gestaden von Kolchis fühlte er sich organisch eins mit den Massen. Er begegnete und näherte sich sowohl Russen, Polen, Ukrainern als auch Georgiern, Armeniern, Aserbeidschanern, Letten, Litauern, Juden und vielen anderen Volksangehörigen. Er lernte die noch schlummernde Psyche der Arbeiter kennen. Er prüfte den Pulsschlag der Massen und weckte ihren proletarischen Instinkt. Er klärte ihr Wollen und stählte ihren kämpferischen Willen. Er begegnete Tausenden und hatte aber Tausende Bekannte. Für ihn gab es keinen Freund — es gab nur unzählige Genossen. Er hinterließ der Ochrana keine Spur. Bei den Arbeitern aber blieb seine Spur unverwischbar. Er blieb auch hier im Schatten: in den Geheimorganisationen erschien er als der rätselhafte Namenlose der Massenpsyche. Es ist nicht verwunderlich, wenn er von Anfang an die Eigenart der russischen Revolution gefühlt hat. 1917, nach den Juli-Geschehnissen, tagte die Parteikonferenz. Lenin nahm nicht teil, weil er sich zu dieser Zeit verborgen hielt. Auch Trotzki war nicht anwesend: erst auf dieser Konferenz wurde er nun Mitglied des Zentralkomitees ernannt. Stalin leitete die Konferenz. Hier sprach er ein historisches Wort aus: ,,Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß Rußland vielleicht in ganz besonderem Maße das Land sein wird, das den Weg zum Sozialismus bereitet... Die Grundlage unserer Revolution ist breiter als im westlichen Europa, wo das Proletariat allein der Bourgeoisie gegenübersteht. Unsere Arbeiter werden durch die ärmste Schicht der Bauern unterstützt... Man muß die verächtliche Ansicht aufgeben, daß Europa allein uns den Weg zeigen kann..." In der Hörermasse der Konferenz rührte sich sicherlich der Zweifel, ob diese These mit dem dogmatischen Marxismus in Ubereinstmmung zu bringen sei. Stalin bemerkte es offenbar und fügte die Worte hinzu: ,,Ich bekenne mich zum schöpferischen Marxismus." Hier erschien er bereits in seiner künftigen Größe.

Auf Lenin hatte er schon bei der ersten Begegnung einen besonderen Eindruck gemacht: Lenin fühlte in diesem Revolutionär etwas Starkes und Zwingendes. 1914 wurde Stalin nach Turuchansk, Provinz Jenisseisk, verbannt. Im November dieses Jahres schreibt Lenin seinem Freunde Karpinski aus Genf: „Ich mufl Dich um einen großen Gefallen bitten: suche doch den letzten Namen des Koba herauszubekommen (Joseph Dsch ...), wir haben ihn vergessen. Es ist sehr wichtig." Stalin befand sich in der Verbannung unter seinem wirklichen Namen Dschughaschwili, und gerade dieses Namens konnte sich Lenin nicht entsinnen. Er erinnert sich hier Stalins und erinnert sich seiner auch wieder nicht: ein Empfinden von etwas Dunklem und Fremdem und zugleich anziehend Gegenwärtigem löst hier der ferne Georgier aus. Kurz vor der Oktober-Umwälzung wurde Lenin beschuldigt, deutscher Agent zu sein. Lenins Edelmut war empört: er beschloß, sich vor dem Gericht des damaligen Petrograder Sowjets zu rechtfertigen. Stalin spürte sogleich die Gefahr und überzeugte ihn, daß er nicht gehen dürfe. Möglich, daß dieser plötziiche Entschluß das Schicksal des Oktobers entschied. Nach der Umwälzung stand Stalin Schulter an Schulter mit LenU1, obwohl auch hier unsichtbar. Als Trotzki am 15. Februar 1918 aus Brest-Litowsk telegraphisch um weitere Instruktionen bat, antwortete Lenin: ,,Ich möchte mich erst mit Stalin besprechen, bevor ich auf Ihre Frage antworte." Wahrscheinlich hat Trotzki hier zum ersten Male gefühlt, mit wem er es in Zukunft zu tun haben würde.

Stalin glaubte nur an Lenin. Aber an der Seite Lenins wuchs eine zweite Gestalt empor - Trotzki. Wenn Lenin das Schicksal der Revolution war, so erschien Trotzki als ihr Halbschicksal - es gibt auch Halbschicksale. Das Genie war mehr in Lenin verkörpert, das Talent aber in Trotzki. Trotzkis Rede war ein Meisterwerk: sie gestaltete sich wie schäumende und wogende Wellen, die den Zuhörer in die Weite trugen. Lenins Wort war schlicht, einfach, ohne Pathos, aber prägnant, und wirkte stärker. Das Wort des einen berauschte, das Wort des andern lenkte. Trotzkis Stil war geschliffen: seit Marx hat keiner der Marxisten so gewandt geschrieben. Lenin hatte keinen Stil, seine Sätze waren verwickelt und beschwerlich, aber sie überzeugten den Leser mehr. Trotzki befaßte sich mit vielen Problemen außer den revolutionären, mit künstlerischen, literarischen, theatralischen. Lenin hatte nur ein Problem: den Sieg des Proletariats durch die Revolution. Wie das Einhorn suchte er mit geballter Willensanspannung nur einen einzigen Weg. Trotzki ging als Revolutionär Zickzackwege, manchmal auch Abwege. Vielleicht lag gerade hierin seine Halbschicksalhaftigkeit. Er hatte alles, um ein großer Revolutionär zu sein, es fehlte ihm jedoch die bolschewistische Psyche. Aber gibt es eine solche überhaupt ?

In den Evangelien wird Christus ,,Sohn Gottes" und ,,des Menschen Sohn" genannt. Der Sohn Gottes ist in dem modernen Menschen beinahe erstorben. Statt Logos waltet in ihm Ratio. Homo Sapiens hat sich zum Homo Technikus gewandelt. An ihm ist nur der Sohn des Menschen ganz geblieben, und seine göttliche Gabe, mehr als Mensch zu sein, ist gefährdet. Dadurch geschieht es, daß die mythenbildenden Kräfte, in denen allein die Gottessohnschaft sich fruchtend offenbart, ihre Wirkung verlieren. Dem die lebenzeugende Macht des Mythos bestätigt sich immer nur dort, wo in einem Phänomen noch das Urphänomen formend am Werke ist.

Ist der moderne Mensch seines Urphänomens noch bedußt? Kaum. Selber nur ,,Sohn des Menschen", das heißt nur Phänomen, behandelt er auch jede Erscheinung bloß als Phänomen. Die Erde ist für ihn nicht mehr die Magna Mater, sondern einfach eine geologische Realität. Vom Logos nicht mehr befruchtet, befruchtet er die Erde nicht mehr, er nutzt sie nur noch, er beutet sie aus. Er ist nicht mehr Gatte, er ist nur noch Gebieter: Bezwinger, nicht Erwecker. So steht es um Europa und Amerika. (Deutschland hat die Gefahr schon innigst erfaßt.)

Was geschieht nun im bolschewistischen Rußland? Dasselbe, was in Europa und Amerika sich als Folge der Technik ergab, nur mit dem Unterschied, daß dort diese Entwicklung mit Absicht gewollt und gefördert wird. Entzauberung der Welt, Ermordung der Erde als Mutterleib des Göttlichen — das ist es, wonach der bolschewistische Mensch besessen trachtet. In dieser Richtung gibt sich der historische Einsatz des bolschewistischen Machtwillens offen zu erkennen. Treffend bezeichnete einmal Lenin den Kommunismus als Elektrifizierung plus Sowjetmacht. In unsere Sprache übertragen heißt das: Amerikanismus plus Dämonie. Homo technikus wird hier zum Satan. Für Europa und Amerika bedeutet die Minderung der Logoskräfte im Menschen eine Tragödie von kosmischer Tragweite, für den bolschewistischen Menschen, den gottlosen, der innerlich den Logos haßt und jede Gottessohnschaft verabscheut, eine Feier orgiastischer Verneinung. Für Europa und Amerika ist die vorherrschende Ratio ein Fluch, für den bolschewistischen Menschen ein grimmiger Triumph. Der Europäer oder Amerikaner befnichtet die Erde nicht mehr und fühlt sich seiner vergangenen Glücke beraubt, der Bolschewik vergewaltigt die Erde, zerset ihr heiles Zellentum und feiert in der Kollektivierung des Bodens seine dämonische Allgewalt. Aber nun: während Europa und Amerika mit dem Logos auch die unteren Schichten des Seins - Ahnungen, Instinkte, Wurzeln - fast gänzlich verloren haben, sind merkwürdigerweise diese Schichten bei den Bolschewiken unerschöpflich vorhanden. Ein Rätsel, ein neues Thema für sich. Wm man aus dem Kopfe eines Indianers das Gottfeuer ausreißt und ihm statt dessen den Intellekt einpflanzt, bekommt man einen bolschewistischen Typus. Ratio und Tiersinn: eine bessere Verschmelzung für einen Revolutionär läßt sich nicht denken.

Lenin hatte diese Verschmelzung, Trotzki aber hatte sie nicht. Die Rassenpsyche eines Bolschewiken fehlte ihm. In seinem Testament hat Lenin unter seinen Nachfolgern Trotzki an erster Stelle genannt — merkwürdig aber, er fügte hinzu: Trotzki sei nicht Bolschewik gewesen.

Ein Geschehnis. Es war im Sommer 1923. Die Macht lag in den Händen des Triumvirats: Stalin, Kamenew und Sinoview. Lenin lag krank, Trotzki stand abseits: er beherrschte den Revolutionskriegsrat. Der Schatten Bonapartes ließ ihn nicht schlafen, und während der Krankheit Lenins gab ihm seine Stellung eine gefährliche Macht. Das Triumvirat hatte beschlossen, einige Mitglieder des Zentralkomitees in den Kriegsrat zu entsenden, darunter natürlich auch Stalin. Kein Zweifel bestand, daß der Urheber dieses Entwurfes Stalin war. Irn Herbst fand eine Sitzung des Plenums statt. Jene Frage wurde vorsichtig angeschnitten, in verschleierte Form. Stalin saß schweigsam harrend. Trotzki spürte sofort, daß es sich hier um eine Einschränkung seiner Kompetenzen handelte. Er erhitzte sich, wurde zornig, verlor das kalte Blut und die Selbstbeherrschung. Den eingebrachten Vorschlag faßte er als einen Beweis des Mißtrauens auf und wandte sich mit dem gewohnten Pathos an die Versammlung: ,,Befreien Sie mich von meinem Amt und lassen Sie mich nach Deutschland gehen als einen gemeinen Soldaten der Revolution." Das war schon zu weit geschossen: seine große Geste verfehlte das Ziel - obgleich seine Rede wie immer mächtig war: Trotzki sprühte Feuer. Die Mehrheit des Plenums wurde verwirrt. Plötzlich stand Sinoview auf 'lind - ob nachahmend oder hinterlistig, damit Trotzki seine Absicht bei diesem Vorschlage nicht merke, rief er aus: ,,Laß auch mich als Verschwörer nach Deutschland gehen!" Wenn Trotzkis Worte Feuer waren, so waren die des weibischen Sinoview pflaumenweich. Das Pathos wurde zur Humoreske. Da erhob sich langsam Stalin und erklärte, scheinbar betrübt: ,,Wie kann das Zentralkomitee das Leben dieser zwei wertvollen Genossen aufs Spiel setzen?" Aber Trotzki ließ sich nicht beruhigen und bestand auf seiner Forderung. Nun ergriff das Wort ein Leningrader Delegierter, Komaroff, und schleuderte plump dazwischen: ,,Warum macht Genosse Trotzki so viel Aufsehens von der Geschichte, und Sie, verehrte Chefs, tun sehr unrecht, sich wegen einer solchen Bagatelle aufzuregen!" Das traf Trotzki unerwartet: so weit war es schon gekommen, daß eine von ihm gestellte Frage von jemand wie Komaroff als Bagatelle hingestellt wurde ? Er sprang wütend auf. Man solle ihn, schrie er, aus der Zahl der Spieler dieses Stückes streichen — und: außer sich stürzte er zur Tür.

Trotzki hatte es immer mit der Tür. Es ist bekannt, was er theatralisch der kapitalistischen Welt zurief, als Sowjetland 1919 in höchster Gefahr stand: ,,Wir gehen! Aber wir werden die Tür auf eine Weise zuschlagen, da5 die Welt erschüttert wird!" Vielleicht dachte er an jene Phrase, als er sich jetzt hinausbegab. Er verließ das Plenum, das sichtlich verwirrt zurückblieb: damals war Trotzki noch ein großer Mann. Ein beklommenes Schweigen dehnte sich aus. Ein historischer Augenblick. Alle warteten auf etwas, wahrscheinlich auf das Zuwerfen der Tür. Trotzki ergriff sie, bestimmt in der Absicht, die Drohung von 1919 wenigstens im kleinen Maßstabe zu verwirklichen. Er vergaß aber, daß das Plenum irn Thronsaal des Kreml saß, dessen Tür so massiv war wie die ehemalige Dynastie der Romanoffs. Trotzki ergriff die Türklinke, aber siehe da: die Tür blieb unbeweglich. Er henkte sich daran, um sie aufzureißen — der Türflügel bewegte sich mit souveräner Langsamkeit. Das Plenum sah den kleinen Mann, hager, zappelig, der fürchterliche Bemühungen machte, diese unerbittliche Tür zu bewegen. Alle unterdrückten das Gelächter. Nur einer lächelte unter dem Schnurrbart. Trotzki verließ den Saal beschämt. Man wartete auf das Zuwerfen der Tür hinter ihm, aber ... die für die Geschichte bestimmte Geste erstarb an ihrer widerspenstigen Massigkeit. Der Mann, der unter dem Schnurrbart schweigend lächelte, war Stalin: ihm hätte so etwas schwerlich zustoßen können.

Stalin war von Anfang an ein Bruchstück Lenins. Auch in ihm findet man Ratio und Tiersinn vereinigt, nur mit dem Unterschied, daß das zweite Element bei ihm stärker entwickelt ist. Im Vergleich mit Lenin gibt das Stalin sogar einen Vorzug. Nit dem tierischen Instinkt fühlte er immer, daß der Halbschicksalhafte die Revolution nicht leiten könne. Er sah Trotzki dauernd schief an: er glaubte ihm nicht recht. Darin leitete ihn nicht Neid, sondern Witterung des echten Revolutionärs für ein Element, das nicht unmittelbar aus dem Schoße der Revolution geboren war. Am besten zeigte sich das im Falle Zarizins. Trotzki wollte in der Roten Armee die ehemaligen zaristischen Offiziere benutzen, Stalin aber haßte die Intellektuellen geradezu. Hier war der Zusammenstoß eines, der aus der Revolution, und des anderen, der zUr Revolution gekommen war. Lenin fühlte die Notwendigkeit beider und versöhnte die auseinandertreibenden Strömungen mit großer Meisterschaft. Er warnte Trotzki vor Bonapartismus durch Stalin und befreite Stalin von seiner engläufigen Geradlinigkeit durch Trotzki. Gleichwohl: hier entbrannte ein Kampf zweier fremdartiger, jeder Verschmelzung widerstehender Elemente, von denen eines sichtbar war, das andere aber unsichtbar.

Trotzki wuchs neben Lenin: der Halbschicksalhafte wurde hier Ganzschicksal. Ohne Lenin aber verlor er das, was man den schicksalhaften wagemut nennt. Trotzki war keine ängstliche Natur: in den Bürgerkriegen zeigte er dämonischen Mut. Die Errettung Petrograds vor dem Angriff des Generals Judenitsch war seine Tat. Der Mut hatte hier um so größeres Gewicht, als Lenin anfangs sogar bereit gewesen war, die Stadt dem Feinde preiszugeben: ihm drohten damals andere, noch bedeutendere Gefahren, und Lenin besaß außerdem Intuition nur dann, wenn er selbst in die Dinge eingedrungen war — die Fronten aber hatte er Trotzki überlassen. Trotzki überzeugte ihn von der Notwendigkeit, Petrograd zu halten, und er verteidigte es mit einem letzten, Übermenschlichen Wagemut. Und dennoch: hinter diesem Mut stand wie ein unerschütterlicher Felsen das ganz Schicksal - Lenin. Es genügte, daß Lenin einen Schlaganfall bekam, um Trotzki sofort den Mut verlieren zu lassen.

Der verhängnisvolle Wendepunkt der Revolution trat ein. An einer kleinen Tatsache scheiterte Trotzki, und das war gerade die georgische Frage. Ein Teil georgischer Kommunisten, unter der Leitung von Mdiwani, verlangte für Georgien eine größere nationale Freiheit. Gegen diese Forderung trat am schärfsten Stalin auf: der Vaterhasser mußte innerlich auch gegen das Vaterland eingenommen sein. Lenin merkte, daß Georgien ein äußerst eigenartiges Land sei, und er setzte sich für Mdiwanis Gruppe ein, obgleich vom rein kommunistischen Standpunkt aus hier vielleicht Stalins zentralistische Linie mehr berechtigt war... Möglich, daß hier auch etwas anderes mitwirkte. Nach dem Schlaganfall verstärkte sich bei Lenin, der bereits die Luft des Todes atmete, der Tiersinn. Das geschlagene Einhorn sah jetzt mit seinen kleinen und trüben Augen, daß die schweigsame und unscheinbare Katze, Stalin, zum Tiger emporwuchs. Er warf sich innerlich vor, daß er das bislang noch nicht gemerkt hatte. Er versuchte, sich aufzuraffen und mit einem kräftigen Ruf den Tiger mit dem drohenden Rachen wieder in seine Katzengestalt zurückzujagen — aber ... es war zu spät. Dies muß das bitterste Erlebnis Lenins gewesen sein... In der georgischen Frage stand Trotzki auf der Seite Lenins — es versteht sich: nicht aus Liebe zu Georgien. Der kranke Lenin bereitete einen Vortrag vor, der auf der zwölften Parteikonferenz als eine Bombe gegen Stalin einschlagen sollte - aber weil er die Wiederkehr eines Schlaganfalles fürchtete, vertraute er das ganze Material Trotzki an, und eine Kopie des Schreibens an Mdiwani schickte er Kamenew. Dies genügte, daß Stalin alles erfuhr. Er bereitete sich vor. Zuerst versuchte er Lenin zu überreden, aber die Kmpskaja widersprach ihm und stellte sich ihm in den Weg. Stalin muß hier die Frau des Führers tief beleidigt haben. Lenin wurde wütend und diktierte seiner Frau einen Brief an Stalin, worin er alle persönlichen Beziehungen zu seinem treuen Helfer abbrach. Das war der letzte Brief Lenins und zugleich der verhängnisvollste. Stalin wußte gut, was dieser Bruch mit Lenin bedeutete, und in seiner schweigsamen Zähigkeit bereitete er sich grimmig und düster zum Sprung vor. Trotzki rief Kamenew zu sich, berichtete ihm alles und verlangte, daß die Politik in der nationalen, in diesem Falle georgischen Frage geändert werde, und daß Stalin sich bei der Krupskaja entschuldige. Kamenew übermittelte dies Stalin. Stalin gab nach: er entschuldigte sich und schickte Kamenew nach Georgien, um dort die nationale Politik zu ändern. Innerlich aber verfinsterte er sich und war zu anderem bereit. Gerade zu dieser Zeit bekam Lenin den zweiten Schlaganfall. Stalin schickte Kamenew sofort eine Depesche nach. Kamenew war listig genug, zu verstehen, was er jetzt zu tun hatte, und als er nach Tifiis kam, stellte er sich auf die Seite Ordschonikidses, eines Anhängers der stalinischen Linie. Anstatt die Änderung der Stalins-Politik zu veranlassen, half er noch mit, sie zu befestigen.

So endete dieses kleine Zwischenspiel. Hier wurde bereits entschieden, wer in Zukunft siegen würde. Mit dem Schlaganfall Lenins hatte Trotzki seinen historischen Mut, die Macht des Amor Fati, verloren. Er begann unsicher zu werden. Er wußte nicht, daß in der georgischen Sprache ,,Schicksal", ,,Mut", ,,Glück" ein und dieselbe Wurzel haben. Stalin aber wußte es, und dies nicht nur dem Buchstaben nach, obwohl ihm für das Dritte - für das Glück — das Organ von jeher abgegangen war. Noch vor Lenins Ende wagte er, Lenin zu sein. Was nachher geschah, war nur noch die Entfaltung des Keims. Einiges aus der Chronik jener Zeit.

1923 fand die 12. Parteikonferenz statt. Lenins Schreiben bezüglich der georgischen Frage wurde nicht vorgelesen - Stalin erklärte einfach, Lenin habe aus Georgien unrichtige Auskünfte erhalten, und schlug der Konferenz seinen Beschluß vor, der dann auch ohne weiteres angenommen wurde. Merkwürdigerweise stimmte diesem Beschluß auch Trotzki zu. War das bereits ein Bruch in ihm? Er bekam es bei einer späteren Gelegenheit bitter zu schmecken. Auf der Sitzung der Komintern 1926 tauchte wieder jene Frage auf. Stalin äußerte selbstsicher und gelassen - (Lenin war schon tot): Lenin sei damals krank und deshalb außerstande gewesen, sich in die georgischen Angelegenheiten zu vertiefen. Hinsichtlich Mdiwanis sagte er weiter: ,,Ich verfolgte Mdiwani? Ja - aber spätere Tatsachen haben bewiesen, daß die sogenannten Abweichungen von der Art Mdiwanis in Wirklichkeit eine viel strengere Behandlung verdient hätten, als ich sie, in meiner Eigenschaft als Sekretär des Zentralkomitees, angewandt habe." Zum Schluß erwähnte er noch mit verstecktem Lächeln, daß Genosse Trotzki ebenfalls jenem Beschluß auf der 1z. Parteikonferenz seine Einwilligung nicht versagt hätte. Trotzki mußte diesen Hinweis mit schweigendem Ärger hinunterschlucken.

Es begann nun die andauernde Isolierung Trotzkis. Stalin ließ gegen ihn die ganze revolutionäre Garde los: Sinowiew, Kamenew, Kalinin, Bucharin, Tomski. Der Feldherr selber blieb im Schatten: für den Erfolg vielleicht besser. Man entdeckte sofort ,,Trotzkismus" im Gegensatz zu ,,Leninismus“, und schon war das Schlagwort fertig: Nieder mit dem Trotzkismus.

Stalin fühlte sich nun gesichert. Ihn beunruhigte nur, daß er in Lenins Testament scharf charakterisiert war. Lenin spürte dunkel, daß Stalin als Generalsekretär der Partei der Revolution zum Verhängnis werden könnte. Das war im Testament nicht direkt zum Ausdruck gebracht, man fühlte es aber — vor allem Stalin selbst - zwischen Wort und Zeile. Stalin witterte Gefahr, Wie ihr aber entweichen ? Es gelang ihm, zu verhindern, daß das Testament auch auf der 13. Parteikonferenz m Verlesung kam. Oberall jedoch sprach man heimlich davon. Da entschloß Stalin sich zu einem Manöver: während der Sitzung des neuerwählten Zentralkomitees las er das Testament selber vor. In der intimeren Atmosphäre des Komitees wirkte es nämlich als Hingabe und Wagnis. Er zitierte die Charakteristik seiner Person aus dem Testament ruhig und fragte ganz schlicht: Ich grob? Zugegeben. Ich bin aber grob nur mit denjenigen, die den Parteiwillen nicht wahren (das war fast aufrichtig) und fügte hinzu: Wem aber die Partei mich als Sekretär entlassen will, bitte! (Das war bestimmt die Falle.) Dieser gewiegte Schachzug glückte. Das ,,Erbieten“ abzudanken wurde abgelehnt : war doch die Mehrheit von Kamenew und Sinowiew bereits entsprechend vorbearbeitet. Stalin siegte jetzt über das Testament Lenins. Der Einfluß Trotzkis innerhalb der Parteischichten begann zu sinken. 1925 veröffentlichte er ein Buch über ,,Oktober“, worin Sinowiew und Karnenew als Feiglinge, die den Oktoberumsturz nicht mitgemacht haben, vernichtend charakterisiert \nirden. Im Kampf gegen Trotzki erschien Stalin dieses Buch als ein kostbarer Fund. Kamenew und Sinowiew mußten sich jetzt mit erbittertem Eifer bemühen, Trotzki vollständig zu erledigen. Sie suchten seine früheren ,,Sünden“ aufzudecken, seine Konflikte mit Lenin und vieles andere. Sie führten den Kampf blutrünstig — Stalin rieb sich vor Freude die Hände. 1925 wurde Trotzki von seinem Amt als Kriegskommissar ,,befreit“ Dadurch verlor er die letzte Position, von der aus er noch einen Staatsstreich hätte durchführen können. Trotzki war niedergeschlagen. Im Kampf der beiden Dämonen hatte, wie immer, Ahrirnan, die Ausgeburt des Hasses, den Halbluzifer besiegt.

Nun erkannten Kamenew und Sinowiew, daß sie einfach Werkzeuge in den Händen Stalins gewesen waren. Aber zu spät. Sie sahen jetzt ein, daß sie gerade den Mann geschlagen hatten, der einzig Stalin verdrängen konnte. Sie schlossen das Bündnis mit Trotzki gegen Stalin. Trotzki war aber nicht mehr der Trotzki, der er früher war: ein Renner, dem sich einmal die Adern verkrampften, taugt — nach einem georgischen Spruch - nichts mehr. Und außerdem machte es überall schlechten Eindruck, als man Kamenew und Sinowiew plötzlich auf der Seite Trotzkis sah, nachdem sie kaum ihren Kampf gegen ihn beendet hatten. Stalin nützte diese Stimmung gewiß sehr geschickt aus. Sinowiew und Kamenew erklärten ihren früheren Kampf gegen Trotzki als Mißverständnis oder als Fehler. Das verschlechterte den Eindruck noch mehr.

Die Opposition gegen Stalin gab trotzdem nicht nach. 1926 führte sie den Angriff gegen Stalins Ansicht, daß es möglich sei, in einem einzelnen Lande den Sozialismus zu verwirklichen. Stalin verteidigte sich hartnäckig. Es setzte auf beiden Seiten eine wahre Oberschwernmung von Zitaten aus Marx, Engels und meistenteils aus Lenin ein. Beide Parteien sahen nicht, daß man mit Zitaten eigentlich alles beweisen kann. Die Opposition hatte außerdem noch vergessen, daß man Macht nicht mit Zitaten schmiedet — und es geschah, was zu erwarten war: am 16. Oktober desselben Jahres beugten sich Trotzki, Sinowiew, Kamenew, Pjatakoff, Sokolnikoff, Ewdokimoff. Sie erklärten, daß sie sich dem Mehrheitswillen der Partei fügen, sich aber die Möglichkeit vorbehalten wollten, ihre Ansichten im Rahmen der Partei weiter zu verteidigen. Das war schon kollektive Niederlage. Die Opposition sah nicht, daß der Ausdruck ,im Rahmen der Partei" eigentlich ,,in den Händen Stalins" bedeutete. Das war um so überraschender, als sie die Härte dieser Hände bereits aus eigener Erfahrung kannte. Sie bekam neuerdings diese Härte zu spüren: auf der nächsten Sitzung des Zentralkomitees wurden Trotzki und Kamenew aus dem Politbüro ausgeschlossen und Sinowiew als Leiter der Komintern seines Amtes enthoben. Die Opposition aber wollte auch jetzt noch nicht kapitulieren. Sie trug den Kampf in die Komintern. Sie vergaß dabei wiederum, daß die Komintern einfach dem Zentralkomitee ausgeliefert ist, und wurde abermals schmachvoII besiegt. Besonders Kamenew erlitt hier eine Niederlage, die er sicherlich seitdem nicht vergessen hat. Inmitten der Diskussion träufelte Stalin — scheinbar arglos nebenbei - mit ätzender Ironie in seine Rede ein: Ich spreche von Gegenschlag. Fast unmerklich war angedeutet, daß die Mehrheit auf seiten Stalins stehe. Noch unmerklicher - dass Trotzki erst bei der Nähe des imaginären Feindes den Mut aufbringe, um dann vor allem diese Mehrheit in ihrer Verwirrung zu überrumpeln. Die Hauptsache aber war jene Einschaltung — dieser unser Clkmenceau, dieser Operetten-Clkmenceau. Wie immer bei Zusammenstößen der Revolutionäre ein gewagt-gelungems Wort zum Schicksal wird — so wirkte auch dieser Ruf wie ein Fanal. Trotzki - Operetten-Clkmenceau ? Das kam so unerwartet wie vernichtend. Wieder mußte sich die Opposition geschlagen geben. I927 feierte man das zehnjährige Jubiläum der Oktoberumwälzung. Die Opposition versuchte noch einmal aufmtreten: sie veranstaltete in kningrad und Moskau Massenkundgebungen gegen die Zentralleitung. Sie vergaß aber, daß die UdSSR nicht mehr das zaristische Rußland war, wo im Kampfe gegen den Gegner solche Mittel noch Sinn und Wirkung hatten. Als Folge ergab sich jetzt nur, daß Trotzki und Sinowiew aus der Partei ausgeschlossen wurden. Das gleiche Schicksal traf auf der I5. Parteikonferenz: Rakowski, Radek, Pjatakoff, Kamenew. Bald aber kam über Kamenew und Sinowiew die Reue. Stalin bestimmte für beide, wie für unverbesserliche Schüler, eine Prüfungsfrist. Das war nicht nur politischer Tod - das war auch Schmach.

So erledigte Stalin die Opposition von links. Einiges aber, was die Linken forderten, fand Stalin insgeheim richtig und begann es nun in die Tat umzusetzen. So forderte er den unerbittlichen Kampf gegen den Kulaken, den vermögenden Bauern. Jetzt entstand die Opposition von rechts. Sie besaß aber weder die Stärke, noch die Gewandtheit, noch die Ausdauer der Linken, und sie zu brechen war für Stalin nur ein Spaß. Er machte sich auf einer Konferenz sogar lustig über die Führer dieser Opposition - Rykoff, Bucharin, Tomski. ,,Sie leiden an derselben Krankheit - sagte er - ,,wie Belikoff, der bekannte Held bei Tschechoff, der Lehrer der griechischen Sprache. Dieser ging, wie Sie wissen, immer in Oberschuhen, in einem wattierten Mantel und mit einem Regenschirm herum, bei warmem wie bei kaltem Wetter." ,,Warum gehen Sie in dieser Julihitze in Oberschuhen und im Wintemantel?" fragte man Belikoff, und er antwortete: ,,Man kann nie wissen, es könnte etwas geschehen ... es könnte plötzlich Frost eintretem ... was soll ich dann anfangen ?..." Er fürchtete sich vor allem Neuen, vor allem, was aus dem gewohnten, eintönigen Leben herausfiel. Ein neues Restaurant wurde eröffnet, und Belikoff befand sich in Unruhe: ,,Sehr schön, ein Restaurant zu haben, aber wenn dann nur nichts passiert ..." Ein literarischer Verein wurde gegründet, ein Lesezirnmer geschaffen, Belikoff bekam wieder Angst: ,,Ein literarischer Verein, ein neues Lesezimmer — wozu nur? Geben Sie acht, da passiert etwas ..." Stalin führte Vorkommnisse aus der Tätigkeit Rykoffs, Bucharins und Tomskis auf -und sie erschienen den zahllosen Zuhörern alle drei in der Rolle dieses lächerlichen Lehrers der griechischen Sprache. Allgemeines, unaufhörliches GeIächter ging durch den ganzen Saal der Konferenz.

Zu dieser Zeit war Stalin schon Diktator.

Es vergingen Tage, Wochen, Monate, Jahre. Die oppositionellen Gruppen von rechts und links griffen Stalin an. Stalin, vielseitig erfahren, siegte immer. Die Besiegten beugten sich und knieten vor ihm und bereuten ihre Sünden. Alle staunten über die Siege dieses ,,sagenhaften Georgiers" und prüften nachträglich aufmerksam diesen von Lenin erfundenen Beinamen. Sie staunten und begriffen nicht: wie? woher kam diese Gewalt des wilden und groben Kaukasiers? Sie wußten nicht, daß in Stalins bolschewistischer Psyche die unerschöpflichen tierischen Sinne die Ratio nährten, und da6 für den Sieg gerade dies entscheidend war. Sieg folgte auf Sieg, und Stalin wuchs von Tag zu Tag, und keine Kraft konnte ihn überwachsen. In der mythenlosen Zeit tauchte plötzlich im ehemaligen russischen Reiche ein Mann auf von einer unerhörten totemistischen Kraft.

Das Schicksal der Revolution, Lenin, liegt im Grabe, einbalsamiert, der Mythos eines neuen Pharao. Der Kämpfer für die Revolution, Trotzki, schreibt, ausgewiesen, an den Ufern des Bosporus oder anderswo Memoiren. Das Steuer der Revolution ist in Stalins Händen. Er sitzt im Kreml wie ein Mensch gewordener Radloempfänger. Aus allen Enden des Sowjetlandes empfängt er zahllose Wellen. Er ist aber nicht nur ihr Empfänger, sondern auch ihr Schöpfer und Richter. Mit einem Erlaß bändigte er vor einigen Jahren die Kollektivierung des Landes, als die ,,Erfolge" den Allzueifrigen zu Kopfe stiegen und fast zur Katastrophe führten. Im Verlaufe von 18 Jahren war er ohne Unterbrechung in die molekularen Vorgänge der Arbeitermassen eingetaucht — selbst ein seltsames Molekül -, und kein Molekül blieb von ihm unberührt. Die andern Mitkämpfer lebten vor der Revolution von Rußland entfernt: sie verfolgten die russische Entwicklung von Europa aus in ernigrantischen Mansarden. Stalin aber lebte immer irn Wirbelsturm der Arbeitermassen, ein unscheinbares, aber tätiges Element. In früheren Zeiten sammelte sich im Häuptling einer Sippe die Stamrneskraft, in Stalin akkumulierte sich die proletarische Energie, und als die Revolution sich siegreich entfaltete, tauchte er auf: er wurde ihr Verkörperer. Er ist kein Mensch mehr, er ist ein Wesen oder Unwesen, ein furchtbares und grausames.

Manche verglichen ihn mit Dschinghis-Khan und Thimur. Der Vergleich hinkt: die mongolischen Eroberer hatten Feuer und Schwung und Wahngefühle. Stalin aber hat kein Feuer, er ist Kaltblüter. In irgendeiner Weise hat das sogar seine Kraft vermehrt. Nietzsches Wort über die Reife des Genies — „den Ernst wieder gefunden haben, den man als Kind hatte beim Spiel" — paßt auf Stalin nicht. Er hat diesen Ernst nicht, ihm fehlte sogar im Kindesalter die Kindheit. Er ist von Anfang an durch etwas beschwert und liebt kein Spiel. Frei von jederlei Komplexen und Hemmungen wirkt er wie eine Naturkraft, blind und gewaltig.

Man schreibt ihm zu, er sei neidisch, und erzählt folgendes. Für die Errettung Petrograds hatte das Politbüro Trotzki den Orden des ,,Roten Banners" verliehen. Plötzlich hatte Kamenew vorgeschlagen, daß ein solcher Orden auch Stalin zukäme. „Wofür?" schrie erstaunt Kalinin. Buchann erklärte es: „Verstehen Sie nicht? Dies ist ein Gedanke Lenins. Stalin kann es nicht vertragen, wenn er das nicht auch bekommt, was ein anderer hat. Er vergibt so was nie." Man erinnert sich daran und merkt nicht, daß hier, wenn das Erzählte stimmt, Lenins Menschenkenntnis versagt hatte. Stalin kann nicht neidisch sein. Zwar ist ihm die Auserwähltheit des andern unerträglich, doch nicht deshalb, weil er etwa gewünscht hätte, selber auserwählt zu sein. Er kann überhaupt Auserwähltheit nicht ertragen, sei es die eigene oder die eines andern. Sich auserwählt zu fühlen, ist die Gabe des Rausches. In Stalin aber hat Dionysos auch im übertragendsten Sinne nie gelebt. Übrigens ist diese Eigenschaft ein Panzer für die Erhaltung seiner Macht. Er kennt keinen Siegerrausch.

Alle staunen über Stalins Askese, bewundern es, daß ihn die sinnlichen Freuden nicht locken, weder Frau noch Spiel noch Wein. Man merkt aber nicht, daß Stalin überhaupt keiner Askese bedarf: für solche Dinge fehlt ihm einfach das Organ. Man muß lieben, um Freude zu fühlen - bis zur Selbstvergessenheit. Stalin aber vergißt sich selbst nie, und die Worte Dostojewskijs über die Hölle - obgleich Stalin weder an Hölle noch Paradies glaubt und jeden Götterglauben ebenso wie Lenin für Beischlaf mit einer Leiche hält —, diese Worte: „sie (die Hölle) ist der Schmerz darüber, daß man nicht mehr zu lieben vermag", müssen ihm am meisten zu denken geben. Ihm fehlt die Gabe der Liebe. Hier klafft die tiefste Leere seiner abgründigen Schwermut, die hinter der undurchdringlichen Maske seines Tätertums im Verborgenen bleibt.

Stalin sitzt, verzehrt von Tätigkeit, im Kreml, ein Machthaber, aber kein Herrscher, die Kernzelle der revolutionären Kräfte, ein Wesen und kein Mensch — ehe Stromleitung mit der warnenden Aufschrift ,,Lebensgefahr". Sogar das Telefongespräch mit ihm bedrückt alle. Gegen seine gefahrdrohenden Wirkungen ist niemand gefeit. Voll grausamer Strömungen ragt er unbesiegbar empor, wie das kalte und blinde Schicksal des Sowjetlandes und nelleicht der ganzen Welt. Wenn der geheime Steckkontakt einmal umgeschaltet ist, wenn er, der Unerschütterliche, zeitweise aus dem Netz der Strömungen herauskriecht - entrückt und sich selber fremd, wenn er ängstlich spürt, wie alle Kraft von ihm wegebbt -, dann ist Stalin nur Sosso Dschughaschwili, ein einfacher Georgier. Dann erinnert er sich des fernen Georgiens, von dem er nur dies behält: den Geschmack des Speisegerichts ,,Saziwi“, den kachischen Wein, den Gesang des ,,Mrawal-Scharnier" und den georgischen Fluch: ,,Magathi deda ki watire": Ich werde ihre Mütter weinen machen!