Ecc 1:1 Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.
Ecc 1:2 Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.
Ecc 1:3 Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?
Ecc 1:4 Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich.
Ecc 1:5 Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, dass sie wieder daselbst aufgehe.
Ecc 1:6 Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.
Ecc 1:7 Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin.
Ecc 1:8 Es sind alle Dinge so voll Mühe, dass es niemand ausreden kann. Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.
Ecc 1:9 Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.
Ecc 1:10 Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.
Ecc 1:11 Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden.
Ecc 1:12 Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem
Ecc 1:13 und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, dass sie sich darin müssen quälen.
Ecc 1:14 Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 1:15 Krumm kann nicht schlicht<RF>bedeutet: gerade<Rf> werden noch, was fehlt, gezählt werden.
Ecc 1:16 Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.
Ecc 1:17 Und richtete auch mein Herz darauf, dass ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, dass solches auch Mühe um Wind ist.
Ecc 1:18 Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muss viel leiden.
Ecc 2:1 Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will wohl leben und gute Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.
Ecc 2:2 Ich sprach zum Lachen: Du bist toll! und zur Freude: Was machst du?
Ecc 2:3 Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib mit Wein zu pflegen, doch also, dass mein Herz mich mit Weisheit leitete, und zu ergreifen, was Torheit ist, bis ich lernte, was dem Menschen gut wäre, dass sie tun sollten, solange sie unter dem Himmel leben.
Ecc 2:4 Ich tat große Dinge: ich baute Häuser, pflanzte Weinberge;
Ecc 2:5 ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume darein;
Ecc 2:6 ich machte mir Teiche, daraus zu wässern den Wald der grünenden Bäume;
Ecc 2:7 ich hatte Knechte und Mägde und auch Gesinde, im Hause geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen denn alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren;
Ecc 2:8 ich sammelte mir auch Silber und Gold und von den Königen und Ländern einen Schatz; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen, allerlei Saitenspiel;
Ecc 2:9 und nahm zu über alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir;
Ecc 2:10 und alles, was meine Augen wünschten, das ließ ich ihnen und wehrte meinem Herzen keine Freude, dass es fröhlich war von aller meiner Arbeit; und das hielt ich für mein Teil von aller meiner Arbeit.
Ecc 2:11 Da ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand gemacht hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach dem Wind und kein Gewinn unter der Sonne.
Ecc 2:12 Da wandte ich mich, zu sehen die Weisheit und die Tollheit und Torheit. Denn wer weiß, was der für ein Mensch werden wird nach dem König, den sie schon bereit gemacht haben?
Ecc 2:13 Da ich aber sah, dass die Weisheit die Torheit übertraf wie das Licht die Finsternis;
Ecc 2:14 dass dem Weisen seine Augen im Haupt stehen, aber die Narren in der Finsternis gehen; und merkte doch, dass es einem geht wie dem andern.
Ecc 2:15 Da dachte ich in meinem Herzen: Weil es denn mir geht wie dem Narren, warum habe ich denn nach Weisheit getrachtet? Da dachte ich in meinem Herzen, dass solches auch eitel sei.
Ecc 2:16 Denn man gedenkt des Weisen nicht immerdar, ebenso wenig wie des Narren, und die künftigen Tage vergessen alles; und wie der Narr stirbt, also auch der Weise.
Ecc 2:17 Darum verdross mich zu leben; denn es gefiel mir übel, was unter der Sonne geschieht, dass alles eitel ist und Haschen nach dem Wind.
Ecc 2:18 Und mich verdross alle meine Arbeit, die ich unter der Sonne hatte, dass ich dieselbe einem Menschen lassen müsste, der nach mir sein sollte.
Ecc 2:19 Denn wer weiß, ob er weise oder toll sein wird? und soll doch herrschen in aller meiner Arbeit, die ich weislich getan habe unter der Sonne. Das ist auch eitel.
Ecc 2:20 Darum wandte ich mich, dass mein Herz abließe von aller Arbeit, die ich tat unter der Sonne.
Ecc 2:21 Denn es muss ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Vernunft und Geschicklichkeit getan hat, sie einem andern zum Erbteil lassen, der nicht daran gearbeitet hat. Das ist auch eitel und ein großes Unglück.
Ecc 2:22 Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Arbeit und Mühe seines Herzens, die er hat unter der Sonne?
Ecc 2:23 Denn alle seine Lebtage hat er Schmerzen mit Grämen und Leid, dass auch sein Herz des Nachts nicht ruht. Das ist auch eitel.
Ecc 2:24 Ist's nun nicht besser dem Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei in seiner Arbeit? Aber solches sah ich auch, dass es von Gottes Hand kommt.
Ecc 2:25 Denn wer kann fröhlich essen und sich ergötzen ohne ihn?
Ecc 2:26 Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Vernunft und Freude; aber dem Sünder gibt er Mühe, dass er sammle und häufe, und es doch dem gegeben werde, der Gott gefällt. Darum ist das auch eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 3:1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
Ecc 3:2 Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,
Ecc 3:3 würgen und heilen, brechen und bauen,
Ecc 3:4 weinen und lachen, klagen und tanzen,
Ecc 3:5 Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen,
Ecc 3:6 suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,
Ecc 3:7 zerreißen und zunähen, schweigen und reden,
Ecc 3:8 lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.
Ecc 3:9 Man arbeite, wie man will, so hat man doch keinen Gewinn davon.
Ecc 3:10 Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie darin geplagt werden.
Ecc 3:11 Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und lässt ihr Herz sich ängsten, wie es gehen solle in der Welt; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Ecc 3:12 Darum merkte ich, dass nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
Ecc 3:13 Denn ein jeglicher Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.
Ecc 3:14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht immer: man kann nichts dazutun noch abtun; und solches tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.
Ecc 3:15 Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.
Ecc 3:16 Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts, da war ein gottlos Wesen, und Stätten der Gerechtigkeit, da waren Gottlose.
Ecc 3:17 Da dachte ich in meinem Herzen: Gott muss richten den Gerechten und den Gottlosen; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke.
Ecc 3:18 Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf dass Gott sie prüfe und sie sehen, dass sie an sich selbst sind wie das Vieh.
Ecc 3:19 Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.
Ecc 3:20 Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.
Ecc 3:21 Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?
Ecc 3:22 So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, dass er sehe, was nach ihm geschehen wird?
Ecc 4:1 Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren die Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, dass sie keinen Tröster haben konnten.
Ecc 4:2 Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das Leben hatten;
Ecc 4:3 und besser als alle beide ist, der noch nicht ist und des Bösen nicht innewird, das unter der Sonne geschieht.
Ecc 4:4 Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen; da neidet einer den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind.
Ecc 4:5 Ein Narr schlägt die Finger ineinander und verzehrt sich selbst.
Ecc 4:6 Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe denn beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.
Ecc 4:7 Ich wandte mich um und sah die Eitelkeit unter der Sonne.
Ecc 4:8 Es ist ein einzelner, und nicht selbander, und hat weder Kind noch Bruder; doch ist seines Arbeitens kein Ende, und seine Augen werden Reichtums nicht satt. Wem arbeite ich doch und breche meiner Seele ab? Das ist auch eitel und eine böse Mühe.
Ecc 4:9 So ist's ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl.
Ecc 4:10 Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist keiner da, der ihm aufhelfe.
Ecc 4:11 Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?
Ecc 4:12 Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.
Ecc 4:13 Ein armes Kind, das weise ist, ist besser denn ein alter König, der ein Narr ist und weiß nicht sich zu hüten.
Ecc 4:14 Es kommt einer aus dem Gefängnis zum Königreich; und einer, der in seinem Königreich geboren ist, verarmt.
Ecc 4:15 Und ich sah, dass alle Lebendigen unter der Sonne wandelten bei dem andern, dem Kinde, das an jenes Statt sollte aufkommen.
Ecc 4:16 Und des Volks, das vor ihm ging, war kein Ende und des, das ihm nachging; und wurden sein doch nicht froh. Das ist auch eitel und Mühe um Wind.
Ecc 4:17 Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, dass du hörst. Das ist besser als der Narren Opfer; denn sie wissen nicht, was sie Böses tun.
Ecc 5:1 Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, was zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel, und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein.
Ecc 5:2 Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume; und wo viel Worte sind, da hört man den Narren.
Ecc 5:3 Wenn du Gott ein Gelübde tust, so verzieh nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte.
Ecc 5:4 Es ist besser, du gelobst nichts, denn dass du nicht hältst, was du gelobst.
Ecc 5:5 Lass deinem Mund nicht zu, dass er dein Fleisch verführe; und sprich vor dem Engel nicht: Es ist ein Versehen. Gott möchte erzürnen über deine Stimme und verderben alle Werke deiner Hände.
Ecc 5:6 Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Worte; aber fürchte du Gott.
Ecc 5:7 Siehst du dem Armen Unrecht tun und Recht und Gerechtigkeit im Lande wegreißen, wundere dich des Vornehmens nicht; denn es ist ein hoher Hüter über den Hohen und sind noch Höhere über die beiden.
Ecc 5:8 Und immer ist's Gewinn für ein Land, wenn ein König da ist für das Feld, das man baut.
Ecc 5:9 Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt; und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel.
Ecc 5:10 Denn wo viel Guts ist, da sind viele, die es essen; und was genießt davon, der es hat, außer dass er's mit Augen ansieht?
Ecc 5:11 Wer arbeitet, dem ist der Schaf süß, er habe wenig oder viel gegessen; aber die Fülle des Reichen lässt ihn nicht schlafen.
Ecc 5:12 Es ist ein böses Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, behalten zum Schaden dem, der ihn hat.
Ecc 5:13 Denn der Reiche kommt um mit großem Jammer; und so er einen Sohn gezeugt hat, dem bleibt nichts in der Hand.
Ecc 5:14 Wie er nackt ist von seine Mutter Leibe gekommen, so fährt er wieder hin, wie er gekommen ist, und nimmt nichts mit sich von seiner Arbeit in seiner Hand, wenn er hinfährt.
Ecc 5:15 Das ist ein böses Übel, dass er hinfährt, wie er gekommen ist. Was hilft's ihm denn, dass er in den Wind gearbeitet hat?
Ecc 5:16 Sein Leben lang hat er im Finstern gegessen und in großem Grämen und Krankheit und Verdruß.
Ecc 5:17 So sehe ich nun das für gut an, dass es fein sei, wenn man isst und trinkt und gutes Muts ist in aller Arbeit, die einer tut unter der Sonne sein Leben lang, das Gott ihm gibt; denn das ist sein Teil.
Ecc 5:18 Denn welchem Menschen Gott Reichtum und Güter gibt und die Gewalt, dass er davon isst und trinkt für sein Teil und fröhlich ist in seiner Arbeit, das ist eine Gottesgabe.
Ecc 5:19 Denn er denkt nicht viel an die Tage seines Lebens, weil Gott sein Herz erfreut.
Ecc 6:1 Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, und ist gemein bei den Menschen:
Ecc 6:2 einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat und mangelt ihm keins, das sein Herz begehrt; und Gott gibt doch ihm nicht Macht, es zu genießen, sondern ein anderer verzehrt es; das ist eitel und ein böses Übel.
Ecc 6:3 Wenn einer gleich hundert Kinder zeugte und hätte langes Leben, dass er viele Jahre überlebte, und seine Seele sättigte sich des Guten nicht und bliebe ohne Grab, von dem spreche ich, dass eine unzeitige Geburt besser sei denn er.
Ecc 6:4 Denn in Nichtigkeit kommt sie, und in Finsternis fährt sie dahin, und ihr Name bleibt in Finsternis bedeckt,
Ecc 6:5 auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt; so hat sie mehr Ruhe denn jener.
Ecc 6:6 Ob er auch zweitausend Jahre lebte, und genösse keines Guten: kommt's nicht alles an einen Ort?  
Ecc 6:7 Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund; aber doch wird die Seele nicht davon satt.
Ecc 6:8 Denn was hat ein Weiser mehr als ein Narr? Was hilft's den Armen, dass er weiß zu wandeln vor den Lebendigen?
Ecc 6:9 Es ist besser, das gegenwärtige Gut gebrauchen, denn nach anderm gedenken. Das ist auch Eitelkeit und Haschen nach Wind.
Ecc 6:10 Was da ist, des Name ist zuvor genannt, und es ist bestimmt, was ein Mensch sein wird; und er kann nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist.
Ecc 6:11 Denn es ist des eitlen Dinges zuviel; was hat ein Mensch davon?
Ecc 6:12 Denn wer weiß, was dem Menschen nütze ist im Leben, solange er lebt in seiner Eitelkeit, welches dahinfährt wie ein Schatten? Oder wer will dem Menschen sagen, was nach ihm kommen wird unter der Sonne?  
Ecc 7:1 Ein guter Ruf ist besser denn gute Salbe, und der Tag des Todes denn der Tag der Geburt.
Ecc 7:2 Es ist besser in das Klagehaus gehen, denn in ein Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt's zu Herzen.
Ecc 7:3 Es ist Trauern besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.
Ecc 7:4 Das Herz der Weisen ist im Klagehause, und das Herz der Narren im Hause der Freude.
Ecc 7:5 Es ist besser hören das Schelten der Weisen, denn hören den Gesang der Narren.
Ecc 7:6 Denn das Lachen der Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel.
Ecc 7:7 Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und verderbt ein mildtätiges Herz.
Ecc 7:8 Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist.
Ecc 7:9 Sei nicht schnellen Gemütes zu zürnen; denn Zorn ruht im Herzen eines Narren.
Ecc 7:10 Sprich nicht: Was ist's, dass die vorigen Tage besser waren als diese? denn du fragst solches nicht weislich.
Ecc 7:11 Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft, dass sich einer der Sonne freuen kann.
Ecc 7:12 Denn die Weisheit beschirmt, so beschirmt Geld auch; aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat.
Ecc 7:13 Siehe an die Werke Gottes; denn wer kann das schlicht<RF>bedeutet: gerade<Rf> machen, was er krümmt?
Ecc 7:14 Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Ecc 7:15 Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit. Da ist ein Gerechter, und geht unter mit seiner Gerechtigkeit; und ein Gottloser, der lange lebt in seiner Bosheit.
Ecc 7:16 Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, dass du dich nicht verderbest.
Ecc 7:17 Sei nicht allzu gottlos und narre nicht, dass du nicht sterbest zur Unzeit.
Ecc 7:18 Es ist gut, dass du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allem.
Ecc 7:19 Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige, die in der Stadt sind.
Ecc 7:20 Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er Gutes tue und nicht sündige.
Ecc 7:21 Gib auch nicht acht auf alles, was man sagt, dass du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen.
Ecc 7:22 Denn dein Herz weiß, dass du andern oftmals geflucht hast.
Ecc 7:23 Solches alles habe ich versucht mit Weisheit. Ich gedachte, ich will weise sein; sie blieb aber ferne von mir.
Ecc 7:24 Alles, was da ist, das ist ferne und sehr tief; wer will's finden?
Ecc 7:25 Ich kehrte mein Herz, zu erfahren und erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst, zu erfahren der Gottlosen Torheit und Irrtum der Tollen,
Ecc 7:26 und fand, dass bitterer sei denn der Tod ein solches Weib, dessen Herz Netz und Strick ist und deren Hände Bande sind. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen.
Ecc 7:27 Schau, das habe ich gefunden, spricht der Prediger, eins nach dem andern, dass ich Erkenntnis fände.
Ecc 7:28 Und meine Seele sucht noch und hat's nicht gefunden: unter tausend habe ich einen Mann gefunden; aber ein Weib habe ich unter den allen nicht gefunden.
Ecc 7:29 Allein schaue das: ich habe gefunden, dass Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.
Ecc 8:1 Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht; aber ein freches Angesicht wird gehasst.
Ecc 8:2 Halte das Wort des Königs und den Eid Gottes.
Ecc 8:3 Eile nicht zu gehen von seinem Angesicht, und bleibe nicht in böser Sache; denn er tut, was er will.
Ecc 8:4 In des Königs Wort ist Gewalt; und wer mag zu ihm sagen: Was machst du?
Ecc 8:5 Wer das Gebot hält, der wird nichts Böses erfahren; aber eines Weisen Herz weiß Zeit und Weise.
Ecc 8:6 Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm.
Ecc 8:7 Denn er weiß nicht, was geschehen wird; und wer soll ihm sagen, wie es werden soll?
Ecc 8:8 Ein Mensch hat nicht Macht über den Geist, den Geist zurückzuhalten, und hat nicht Macht über den Tag des Todes, und keiner wird losgelassen im Streit; und das gottlose Wesen errettet den Gottlosen nicht.
Ecc 8:9 Das habe ich alles gesehen, und richtete mein Herz auf alle Werke, die unter der Sonne geschehen. Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück.
Ecc 8:10 Und da sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen; aber es wandelten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt die, so recht getan hatten. Das ist auch eitel.
Ecc 8:11 Weil nicht alsbald geschieht ein Urteil über die bösen Werke, dadurch wird das Herz der Menschen voll, Böses zu tun.
Ecc 8:12 Ob ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es wohl gehen wird denen, die Gott fürchten, die sein Angesicht scheuen.
Ecc 8:13 Aber dem Gottlosen wird es nicht wohl gehen; und wie ein Schatten werden nicht lange leben, die sich vor Gott nicht fürchten.
Ecc 8:14 Es ist eine Eitelkeit, die auf Erden geschieht: es sind Gerechte, denen geht es als hätten sie Werke der Gottlosen, und sind Gottlose, denen geht es als hätten sie Werke der Gerechten. Ich sprach: Das ist auch eitel.
Ecc 8:15 Darum lobte ich die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne denn essen und trinken und fröhlich sein; und solches werde ihm von der Arbeit sein Leben lang, das ihm Gott gibt unter der Sonne.
Ecc 8:16 Ich gab mein Herz, zu wissen die Weisheit und zu schauen die Mühe, die auf Erden geschieht, dass auch einer weder Tag noch Nacht den Schlaf sieht mit seinen Augen.
Ecc 8:17 Und ich sah alle Werke Gottes, dass ein Mensch das Werk nicht finden kann, das unter der Sonne geschieht; und je mehr der Mensch arbeitet, zu suchen, je weniger er findet. Wenn er gleich spricht: „Ich bin weise und weiß es”, so kann er's doch nicht finden.
Ecc 9:1 Denn ich habe solches alles zu Herzen genommen, zu forschen das alles, dass Gerechte und Weise und ihre Werke sind in Gottes Hand; kein Mensch kennt weder die Liebe noch den Hass irgend eines, den er vor sich hat.
Ecc 9:2 Es begegnet dasselbe einem wie dem andern: dem Gerechten wie dem Gottlosen, dem Guten und Reinen wie dem Unreinen, dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert; wie es dem Guten geht, so geht's auch dem Sünder; wie es dem, der schwört, geht, so geht's auch dem, der den Eid fürchtet.
Ecc 9:3 Das ist ein böses Ding unter allem, was unter der Sonne geschieht, dass es einem geht wie dem andern; daher auch das Herz der Menschen voll Arges wird, und Torheit ist in ihrem Herzen, dieweil sie leben; darnach müssen sie sterben.
Ecc 9:4 Denn bei allen Lebendigen ist, was man wünscht: Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser denn ein toter Löwe.
Ecc 9:5 Denn die Lebendigen wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen nichts, sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Gedächtnis ist vergessen,
Ecc 9:6 dass man sie nicht mehr liebt noch hasst noch neidet, und haben kein Teil mehr auf dieser Welt an allem, was unter der Sonne geschieht.
Ecc 9:7 So gehe hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gefällt Gott.
Ecc 9:8 Lass deine Kleider immer weiß sein und lass deinem Haupt Salbe nicht mangeln.
Ecc 9:9 Brauche das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat, solange dein eitel Leben währt; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit, die du tust unter der Sonne.
Ecc 9:10 Alles, was dir vor Handen kommt, zu tun, das tue frisch; denn bei den Toten, dahin du fährst, ist weder Werk, Kunst, Vernunft noch Weisheit.
Ecc 9:11 Ich wandte mich und sah, wie es unter der Sonne zugeht, dass zum Laufen nicht hilft schnell zu sein, zum Streit hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; dass einer angenehm sei, dazu hilft nicht, dass er ein Ding wohl kann; sondern alles liegt an Zeit und Glück.
Ecc 9:12 Auch weiß der Mensch seine Zeit nicht; sondern, wie die Fische gefangen werden mit einem verderblichen Haken, und wie die Vögel mit einem Strick gefangen werden, so werden auch die Menschen berückt zur bösen Zeit, wenn sie plötzlich über sie fällt.
Ecc 9:13 Ich habe auch diese Weisheit gesehen unter der Sonne, die mich groß deuchte:
Ecc 9:14 dass eine kleine Stadt war und wenig Leute darin, und kam ein großer König und belagerte sie und baute große Bollwerke darum,
Ecc 9:15 und ward darin gefunden ein armer, weiser Mann, der errettete dieselbe Stadt durch seine Weisheit; und kein Mensch gedachte desselben armen Mannes.
Ecc 9:16 Da sprach ich: „Weisheit ist ja besser den Stärke; doch wird des Armen Weisheit verachtet und seinen Worten nicht gehorcht.”
Ecc 9:17 Der Weisen Worte, in Stille vernommen, sind besser denn der Herren Schreien unter den Narren.
Ecc 9:18 Weisheit ist besser denn Harnisch; aber eine einziger Bube verderbt viel Gutes.
Ecc 10:1 Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.
Ecc 10:2 Des Weisen Herz ist zu seiner Rechten; aber des Narren Herz ist zu seiner Linken.
Ecc 10:3 Auch ob der Narr selbst närrisch ist in seinem Tun, doch hält er jedermann für einen Narren.
Ecc 10:4 Wenn eines Gewaltigen Zorn wider dich ergeht, so lass dich nicht entrüsten; denn Nachlassen stillt großes Unglück.
Ecc 10:5 Es ist ein Unglück, das ich sah unter der Sonne, gleich einem Versehen, das vom Gewaltigen ausgeht:
Ecc 10:6 dass ein Narr sitzt in großer Würde, und die Reichen in Niedrigkeit sitzen.
Ecc 10:7 Ich sah Knechte auf Rossen, und Fürsten zu Fuß gehen wie Knechte.
Ecc 10:8 Aber wer eine Grube macht, der wird selbst hineinfallen; und wer den Zaun zerreißt, den wird eine Schlange stechen.
Ecc 10:9 Wer Steine wegwälzt, der wird Mühe damit haben; und wer Holz spaltet, der wird davon verletzt werden.
Ecc 10:10 Wenn ein Eisen stumpf wird und an der Schneide ungeschliffen bleibt, muss man's mit Macht wieder schärfen; also folgt auch Weisheit dem Fleiß.
Ecc 10:11 Ein Schwätzer ist nichts Besseres als eine Schlange, die ohne Beschwörung sticht.
Ecc 10:12 Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind holdselig; aber des Narren Lippen verschlingen ihn selbst.
Ecc 10:13 Der Anfang seiner Worte ist Narrheit, und das Ende ist schädliche Torheit.
Ecc 10:14 Ein Narr macht viele Worte; aber der Mensch weiß nicht, was gewesen ist, und wer will ihm sagen, was nach ihm werden wird?
Ecc 10:15 Die Arbeit der Narren wird ihnen sauer, weil sie nicht wissen in die Stadt zu gehen.
Ecc 10:16 Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist, und dessen Fürsten in der Frühe speisen!
Ecc 10:17 Wohl dir, Land, dessen König edel ist, und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen, zur Stärke und nicht zur Lust!
Ecc 10:18 Denn durch Faulheit sinken die Balken, und durch lässige Hände wird das Haus triefend.
Ecc 10:19 Das macht, sie halten Mahlzeiten, um zu lachen, und der Wein muss die Lebendigen erfreuen, und das Geld muss ihnen alles zuwege bringen.
Ecc 10:20 Fluche dem König nicht in deinem Herzen und fluche dem Reichen nicht in deiner Schlafkammer; denn die Vögel des Himmels führen die Stimme fort, und die Fittiche haben, sagen's weiter.
Ecc 11:1 Lass dein Brot über das Wasser fahren, so wirst du es finden nach langer Zeit.
Ecc 11:2 Teile aus unter sieben und unter acht; denn du weißt nicht, was für Unglück auf Erden kommen wird.
Ecc 11:3 Wenn die Wolken voll sind, so geben sie Regen auf die Erde; und wenn der Baum fällt, er falle gegen Mittag oder Mitternacht, auf welchen Ort er fällt, da wird er liegen.
Ecc 11:4 Wer auf den Wind achtet, der sät nicht; und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.
Ecc 11:5 Gleichwie du nicht weißt den Weg des Windes und wie die Gebeine in Mutterleibe bereitet werden, also kannst du auch Gottes Werk nicht wissen, das er tut überall.
Ecc 11:6 Frühe säe deinen Samen und lass deine Hand des Abends nicht ab; denn du weißt nicht, ob dies oder das geraten wird; und ob beides geriete, so wäre es desto besser.
Ecc 11:7 Es ist das Licht süß, und den Augen lieblich, die Sonne zu sehen.
Ecc 11:8 Wenn ein Mensch viele Jahre lebt, so sei er fröhlich in ihnen allen und gedenke der finstern Tage, dass ihrer viel sein werden; denn alles, was kommt, ist eitel.
Ecc 11:9 So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend. Tue, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt, und wisse, dass dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen.
Ecc 11:10 Lass die Traurigkeit in deinem Herzen und tue das Übel von deinem Leibe; denn Kindheit und Jugend ist eitel.
Ecc 12:1 Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe denn die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht;
Ecc 12:2 ehe denn die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wieder kommen nach dem Regen;
Ecc 12:3 zur Zeit, wenn die Hüter im Hause zittern, und sich krümmen die Starken, und müßig stehen die Müller, weil ihrer so wenig geworden sind, und finster werden, die durch die Fenster sehen,
Ecc 12:4 und die Türen an der Gasse geschlossen werden, dass die Stimme der Mühle leise wird, und man erwacht, wenn der Vogel singt, und gedämpft sind alle Töchter des Gesangs;
Ecc 12:5 wenn man auch vor Höhen sich fürchtet und sich scheut auf dem Wege; wenn der Mandelbaum blüht, und die Heuschrecke beladen wird, und alle Lust vergeht (denn der Mensch fährt hin, da er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse);
Ecc 12:6 ehe denn der silberne Strick wegkomme, und die goldene Schale zerbreche, und der Eimer zerfalle an der Quelle, und das Rad zerbrochen werde am Born.
Ecc 12:7 Denn der Staub muss wieder zu der Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.
Ecc 12:8 Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, ganz eitel.
Ecc 12:9 Derselbe Prediger war nicht allein weise, sondern lehrte auch das Volk gute Lehre und merkte und forschte und stellte viel Sprüche.
Ecc 12:10 Er suchte, dass er fände angenehme Worte, und schrieb recht die Worte der Wahrheit.
Ecc 12:11 Die Worte der Weisen sind Stacheln und Nägel; sie sind geschrieben durch die Meister der Versammlungen und von einem Hirten gegeben.
Ecc 12:12 Hüte dich, mein Sohn, vor andern mehr; denn viel Büchermachens ist kein Ende, und viel studieren macht den Leib müde.
Ecc 12:13 Lasst uns die Hauptsumme alle Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehört allen Menschen zu.
Ecc 12:14 Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Pro 1:1 Dies sind die Sprüche Salomos, des Königs in Israel, des Sohnes Davids,
Pro 1:2 zu lernen Weisheit und Zucht, Verstand,
Pro 1:3 Klugheit, Gerechtigkeit, Recht und Schlecht;
Pro 1:4 dass die Unverständigen klug und die Jünglinge vernünftig und vorsichtig werden.
Pro 1:5 Wer weise ist, der hört zu und bessert sich; und wer verständig ist, der lässt sich raten,
Pro 1:6 dass er verstehe die Sprüche und ihre Deutung, die Lehre der Weisen und ihre Beispiele.
Pro 1:7 Des HErrn Furcht ist Anfang der Erkenntnis. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht.
Pro 1:8 Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter.
Pro 1:9 Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Hals.
Pro 1:10 Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.
Pro 1:11 Wenn sie sagen: „Gehe mit uns! wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen;
Pro 1:12 wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Hölle und die Frommen wie die, so hinunter in die Grube fahren;
Pro 1:13 wir wollen großes Gut finden; wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen;
Pro 1:14 wage es mit uns! es soll unser aller ein Beutel sein”:
Pro 1:15 mein Kind, wandle den Weg nicht mit ihnen; wehre deinem Fuß vor ihrem Pfad.
Pro 1:16 Denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen.
Pro 1:17 Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vögel.
Pro 1:18 Sie aber lauern auf ihr eigen Blut und stellen sich selbst nach dem Leben.
Pro 1:19 Also geht es allen, die nach Gewinn geizen, dass ihr Geiz ihnen das Leben nimmt.
Pro 1:20 Die Weisheit klagt draußen und lässt sich hören auf den Gassen;
Pro 1:21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt:
Pro 1:22 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und die Spötter Lust zu Spötterei haben und die Ruchlosen die Lehre hassen?
Pro 1:23 Kehret euch zu meiner Strafe. Siehe, ich will euch heraussagen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.
Pro 1:24 Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch, ich recke meine Hand aus, und niemand achtet darauf,
Pro 1:25 und lasst fahren allen meinen Rat und wollt meine Strafe nicht:
Pro 1:26 so will ich auch lachen in eurem Unglück und eurer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet,
Pro 1:27 wenn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet, und euer Unglück als ein Wetter, wenn über euch Angst und Not kommt.
Pro 1:28 Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen, und nicht finden.
Pro 1:29 Darum, dass sie hassten die Lehre und wollten des HErrn Furcht nicht haben,
Pro 1:30 wollten meinen Rat nicht und lästerten alle meine Strafe:
Pro 1:31 so sollen sie essen von den Früchten ihres Wesens und ihres Rats satt werden.
Pro 1:32 Was die Unverständigen gelüstet, tötet sie, und der Ruchlosen Glück bringt sie um.
Pro 1:33 Wer aber mir gehorcht, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten.
Pro 2:1 Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten,
Pro 2:2 dass dein Ohr auf Weisheit achthat und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest;
Pro 2:3 ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest;
Pro 2:4 so du sie suchest wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen:
Pro 2:5 alsdann wirst du die Furcht des HErrn verstehen und Gottes Erkenntnis finden.
Pro 2:6 Denn der HErr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand.
Pro 2:7 Er lässt's den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen
Pro 2:8 und behütet die, so recht tun, und bewahrt den Weg seiner Heiligen.
Pro 2:9 Alsdann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und allen guten Weg.
Pro 2:10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, dass du gerne lernest;
Pro 2:11 guter Rat wird dich bewahren, und Verstand wird dich behüten,
Pro 2:12 dass du nicht geratest auf den Weg der Bösen noch unter die verkehrten Schwätzer,
Pro 2:13 die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege,
Pro 2:14 die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen,
Pro 2:15 welche ihren Weg verkehren und folgen ihrem Abwege;
Pro 2:16 dass du nicht geratest an eines andern Weib, an eine Fremde, die glatte Worte gibt
Pro 2:17 und verlässt den Freund ihrer Jugend und vergisst den Bund ihres Gottes
Pro 2:18 (denn ihr Haus neigt sich zum Tod und ihre Gänge zu den Verlorenen;
Pro 2:19 alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und ergreifen den Weg des Lebens nicht);
Pro 2:20 auf dass du wandelst auf gutem Wege und bleibst auf der rechten Bahn.
Pro 2:21 Denn die Gerechten werden im Lande wohnen, und die Frommen werden darin bleiben;
Pro 2:22 aber die Gottlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Verächter werden daraus vertilgt.
Pro 3:1 Mein Kind, vergiss meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote.
Pro 3:2 Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen;
Pro 3:3 Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,
Pro 3:4 so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt.
Pro 3:5 Verlass dich auf den HErrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand;
Pro 3:6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.
Pro 3:7 Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HErrn und weiche vom Bösen.
Pro 3:8 Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken.
Pro 3:9 Ehre den HErrn von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens,
Pro 3:10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen.
Pro 3:11 Mein Kind, verwirf die Zucht des HErrn nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe.
Pro 3:12 Denn welchen der HErr liebt, den straft er, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.
Pro 3:13 Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt!
Pro 3:14 Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; und ihr Ertrag ist besser als Gold.
Pro 3:15 Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.
Pro 3:16 Langes Leben ist zu ihrer rechten Hand; zu ihrer Linken ist Reichtum und Ehre.
Pro 3:17 Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede.
Pro 3:18 Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten.
Pro 3:19 Denn der HErr hat die Erde durch Weisheit gegründet und durch seinen Rat die Himmel bereitet.
Pro 3:20 Durch seine Weisheit sind die Tiefen zerteilt und die Wolken mit Tau triefend gemacht.
Pro 3:21 Mein Kind, lass sie nicht von deinen Augen weichen, so wirst du glückselig und klug werden.
Pro 3:22 Das wird deiner Seele Leben sein und ein Schmuck deinem Halse.
Pro 3:23 Dann wirst du sicher wandeln auf deinem Wege, dass dein Fuß sich nicht stoßen wird.
Pro 3:24 Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, sondern süß schlafen,
Pro 3:25 dass du dich nicht fürchten darfst vor plötzlichem Schrecken noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt.
Pro 3:26 Denn der HErr ist dein Trotz; der behütet deinen Fuß, dass er nicht gefangen werde.
Pro 3:27 Weigere dich nicht, dem Dürftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun.
Pro 3:28 Sprich nicht zu deinem Nächsten: „Gehe hin und komm wieder; morgen will ich dir geben”, so du es doch wohl hast.
Pro 3:29 Trachte nicht Böses wider deinen Nächsten, der auf Treue bei dir wohnt.
Pro 3:30 Hadere nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat.
Pro 3:31 Eifere nicht einem Frevler nach und erwähle seiner Wege keinen;
Pro 3:32 denn der HErr hat Greuel an dem Abtrünnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen.
Pro 3:33 Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des HErrn; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet.
Pro 3:34 Er wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben.
Pro 3:35 Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hochkommen, werden sie doch zu Schanden.
Pro 4:1 Höret, meine Kinder, die Zucht eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernet und klug werdet!
Pro 4:2 Denn ich gebe euch eine gute Lehre; verlasset mein Gesetz nicht.
Pro 4:3 Denn ich war meines Vaters Sohn, ein zarter und ein einziger vor meiner Mutter.
Pro 4:4 Und er lehrte mich und sprach: Lass dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben.
Pro 4:5 Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiss nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes.
Pro 4:6 Verlass sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich behüten.
Pro 4:7 Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne hört und die Klugheit lieber hat als alle Güter.
Pro 4:8 Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren bringen, wo du sie herzest.
Pro 4:9 Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer prächtigen Krone.
Pro 4:10 So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden.
Pro 4:11 Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten,
Pro 4:12 dass, wenn du gehst, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, dass du nicht anstoßest.
Pro 4:13 Fasse die Zucht, lass nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben.
Pro 4:14 Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bösen.
Pro 4:15 Lass ihn fahren und gehe nicht darin; weiche von ihm und gehe vorüber.
Pro 4:16 Denn sie schlafen nicht, sie haben denn Übel getan; und ruhen nicht, sie haben den Schaden getan.
Pro 4:17 Denn sie nähren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein des Frevels.
Pro 4:18 Aber der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag.
Pro 4:19 Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel; sie wissen nicht, wo sie fallen werden.
Pro 4:20 Mein Sohn, merke auf meine Worte und neige dein Ohr zu meiner Rede.
Pro 4:21 Lass sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen.
Pro 4:22 Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe.
Pro 4:23 Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus geht das Leben.
Pro 4:24 Tue von dir den verkehrten Mund und lass das Lästermaul ferne von dir sein.
Pro 4:25 Lass deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken.
Pro 4:26 Lass deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehst du gewiss.
Pro 4:27 Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen.
Pro 5:1 Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,
Pro 5:2 dass du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.
Pro 5:3 Denn die Lippen der Hure sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glätter als Öl,
Pro 5:4 aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
Pro 5:5 Ihre Füße laufen zum Tod hinunter; ihre Gänge führen ins Grab.
Pro 5:6 Sie geht nicht stracks auf dem Wege des Lebens; unstet sind ihre Tritte, dass sie nicht weiß, wo sie geht.
Pro 5:7 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und weichet nicht von der Rede meines Mundes.
Pro 5:8 Lass deine Wege ferne von ihr sein, und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,
Pro 5:9 dass du nicht den Fremden gebest deine Ehre und deine Jahre dem Grausamen;
Pro 5:10 dass sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines andern Haus,
Pro 5:11 und müssest hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast,
Pro 5:12 und sprechen: „Ach, wie habe ich die Zucht gehasst und wie hat mein Herz die Strafe verschmäht!
Pro 5:13 wie habe ich nicht gehorcht der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht geneigt zu denen, die mich lehrten!
Pro 5:14 Ich bin schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> in alles Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.”
Pro 5:15 Trink Wasser aus deiner Grube und Flüsse aus deinem Brunnen.
Pro 5:16 Lass deine Brunnen herausfließen und die Wasserbäche auf die Gassen.
Pro 5:17 Habe du aber sie allein, und kein Fremder mit dir.
Pro 5:18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend.
Pro 5:19 Sie ist lieblich wie eine Hinde und holdselig wie ein Reh. Lass dich ihre Liebe allezeit sättigen und ergötze dich allewege in ihrer Liebe.
Pro 5:20 Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?
Pro 5:21 Denn jedermanns Wege sind offen vor dem HErrn, und er misst alle ihre Gänge.
Pro 5:22 Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.
Pro 5:23 Er wird sterben, darum dass er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen.
Pro 6:1 Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,
Pro 6:2 so bist du verknüpft durch die Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.
Pro 6:3 So tue doch, mein Kind, also und errette dich – denn du bist deinem Nächsten in die Hände gekommen –: eile, dränge und treibe deinen Nächsten.
Pro 6:4 Lass deine Augen nicht schlafen, noch deine Augenlider schlummern.
Pro 6:5 Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie eine Vogel aus der Hand des Voglers.
Pro 6:6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!
Pro 6:7 Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,
Pro 6:8 bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
Pro 6:9 Wie lange liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
Pro 6:10 Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, dass du schlafest,
Pro 6:11 so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
Pro 6:12 Ein heilloser Mensch, ein schädlicher Mann geht mit verstelltem Munde,
Pro 6:13 winkt mit Augen, deutet mit Füßen, zeigt mit Fingern,
Pro 6:14 trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.
Pro 6:15 Darum wird ihm plötzlich sein Verderben kommen, und er wird schnell zerbrochen werden, da keine Hilfe dasein wird.
Pro 6:16 Diese sechs Stücke hasst der HErr, und am siebenten hat er einen Greuel:
Pro 6:17 hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen,
Pro 6:18 Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behende sind, Schaden zu tun,
Pro 6:19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.
Pro 6:20 Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und lass nicht fahren das Gesetz deiner Mutter.
Pro 6:21 Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,
Pro 6:22 wenn du gehst, dass sie dich geleiten; wenn du dich legst, dass sie dich bewahren; wenn du aufwachst, dass sie zu dir sprechen.
Pro 6:23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht, und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,
Pro 6:24 auf dass du bewahrt werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.
Pro 6:25 Lass dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern.
Pro 6:26 Denn eine Hure bringt einen ums Brot; aber eines andern Weib fängt das edle Leben.
Pro 6:27 Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, dass seine Kleider nicht brennen?
Pro 6:28 Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, dass seine Füße nicht verbrannt würden?
Pro 6:29 Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.
Pro 6:30 Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert;
Pro 6:31 und ob er ergriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.
Pro 6:32 Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben in das Verderben.
Pro 6:33 Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilgt.
Pro 6:34 Denn der Grimm des Mannes eifert, und schont nicht zur Zeit der Rache
Pro 6:35 und sieht keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.
Pro 7:1 Mein Kind, behalte meine Rede und verbirg meine Gebote bei dir.
Pro 7:2 Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.
Pro 7:3 Binde sie an deine Finger; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
Pro 7:4 Sprich zur Weisheit: „Du bist meine Schwester”, und nenne die Klugheit deine Freundin,
Pro 7:5 dass du behütet werdest vor dem fremden Weibe, vor einer andern, die glatte Worte gibt.
Pro 7:6 Denn am Fenster meines Hauses guckte ich durchs Gitter
Pro 7:7 und sah unter den Unverständigen und ward gewahr unter den Kindern eines törichten Jünglings,
Pro 7:8 der ging auf der Gasse an einer Ecke und trat daher auf dem Wege bei ihrem Hause,
Pro 7:9 in der Dämmerung, am Abend des Tages, da es Nacht ward und dunkel war.
Pro 7:10 Und siehe, da begegnete ihm ein Weib im Hurenschmuck, listig,
Pro 7:11 wild und unbändig, dass ihre Füße in ihrem Hause nicht bleiben können.
Pro 7:12 Jetzt ist sie draußen, jetzt auf der Gasse, und lauert an allen Ecken.
Pro 7:13 Und erwischte ihn und küsste ihn unverschämt und sprach zu ihm:
Pro 7:14 Ich habe Dankopfer für mich heute bezahlt für meine Gelübde.
Pro 7:15 Darum bin herausgegangen, dir zu begegnen, dein Angesicht zu suchen, und habe dich gefunden.
Pro 7:16 Ich habe mein Bett schön geschmückt mit bunten Teppichen aus Ägypten.
Pro 7:17 Ich habe mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt besprengt.
Pro 7:18 Komm, lass uns genug buhlen bis an den Morgen und lass uns der Liebe pflegen.
Pro 7:19 Denn der Mann ist nicht daheim; er ist einen fernen Weg gezogen.
Pro 7:20 Er hat den Geldsack mit sich genommen; er wird erst aufs Fest wieder heimkommen.
Pro 7:21 Sie überredete ihn mit vielen Worten und gewann ihn mit ihrem glatten Munde.
Pro 7:22 Er folgt ihr alsbald nach, wie ein Ochse zur Fleischbank geführt wird, und wie zur Fessel, womit man die Narren züchtigt,
Pro 7:23 bis sie ihm mit dem Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel zum Strick eilt und weiß nicht, dass es ihm das Leben gilt.
Pro 7:24 So gehorchet mir nun, meine Kinder, und merket auf die Rede meines Mundes.
Pro 7:25 Lass dein Herz nicht weichen auf ihren Weg und lass dich nicht verführen auf ihrer Bahn.
Pro 7:26 Denn sie hat viele verwundet und gefällt, und sind allerlei Mächtige von ihr erwürgt.
Pro 7:27 Ihr Haus sind Wege zum Grab, da man hinunterfährt in des Todes Kammern.
Pro 8:1 Ruft nicht die Weisheit, und die Klugheit lässt sich hören?
Pro 8:2 Öffentlich am Wege und an der Straße steht sie.
Pro 8:3 An den Toren bei der Stadt, da man zur Türe eingeht, schreit sie:
Pro 8:4 O ihr Männer, ich schreie zu euch und rufe den Leuten.
Pro 8:5 Merkt, ihr Unverständigen, auf Klugheit und, ihr Toren, nehmt es zu Herzen!
Pro 8:6 Höret, denn ich will reden, was fürstlich ist, und lehren, was recht ist.
Pro 8:7 Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.
Pro 8:8 Alle Reden meines Mundes sind gerecht; es ist nichts Verkehrtes noch Falsches darin.
Pro 8:9 Sie sind alle gerade denen, die sie verstehen, und richtig denen, die es annehmen wollen.
Pro 8:10 Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber, und die Lehre achtet höher denn köstliches Gold.
Pro 8:11 Denn Weisheit ist besser als Perlen; und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen.
Pro 8:12 Ich, Weisheit, wohne bei der Klugheit, und ich weiß guten Rat zu geben.
Pro 8:13 Die Furcht des HErrn hasst das Arge, die Hoffart, den Hochmut und bösen Weg; und ich bin feind dem verkehrten Mund.
Pro 8:14 Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.
Pro 8:15 Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht.
Pro 8:16 Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.
Pro 8:17 Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.
Pro 8:18 Reichtum und Ehre ist bei mir, währendes Gut und Gerechtigkeit.
Pro 8:19 Meine Frucht ist besser denn Gold und feines Gold und mein Ertrag besser denn auserlesenes Silber.
Pro 8:20 Ich wandle auf dem rechten Wege, auf der Straße des Rechts,
Pro 8:21 dass ich wohl versorge, die mich lieben, und ihre Schätze vollmache.
Pro 8:22 Der HErr hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da.
Pro 8:23 Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang, vor der Erde.
Pro 8:24 Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen.
Pro 8:25 Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln war ich geboren,
Pro 8:26 da er die Erde noch nicht gemacht hatte und was darauf ist, noch die Berge des Erdbodens.
Pro 8:27 Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst, da er die Tiefe mit seinem Ziel fasste.
Pro 8:28 Da er die Wolken droben festete, da er festigte die Brunnen der Tiefe,
Pro 8:29 da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte:
Pro 8:30 da war ich der Werkmeister bei ihm und hatte meine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit
Pro 8:31 und spielte auf seinem Erdboden, und meine Lust ist bei den Menschenkindern.
Pro 8:32 So gehorchet mir nun, meine Kinder. Wohl denen, die meine Wege halten!
Pro 8:33 Höret die Zucht und werdet weise und lasset sie nicht fahren.
Pro 8:34 Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er warte an den Pfosten meiner Tür.
Pro 8:35 Wer mich findet, der findet das Leben und wird Wohlgefallen vom HErrn erlangen.
Pro 8:36 Wer aber an mir sündigt, der verletzt seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.
Pro 9:1 Die Weisheit baute ihr Haus und hieb sieben Säulen,
Pro 9:2 schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch
Pro 9:3 und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt:
Pro 9:4 „Wer verständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren sprach sie:
Pro 9:5 „Kommet, zehret von meinem Brot und trinket den Wein, den ich schenke;
Pro 9:6 verlasset das unverständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit.”
Pro 9:7 Wer den Spötter züchtigt, der muss Schande auf sich nehmen; und wer den Gottlosen straft, der muss gehöhnt werden.
Pro 9:8 Strafe den Spötter nicht, er hasst dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben.
Pro 9:9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.
Pro 9:10 Der Weisheit Anfang ist des HErrn Furcht, und den Heiligen erkennen ist Verstand.
Pro 9:11 Denn durch mich werden deiner Tage viel werden und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden.
Pro 9:12 Bist du weise, so bist du dir weise; bist du ein Spötter, so wirst du es allein tragen.
Pro 9:13 Es ist aber ein törichtes, wildes Weib, voll Schwätzens, und weiß nichts;
Pro 9:14 die sitzt in der Tür ihres Hauses auf dem Stuhl, oben in der Stadt,
Pro 9:15 zu laden alle, die vorübergehen und richtig auf ihrem Wege wandeln:
Pro 9:16 „Wer unverständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren spricht sie:
Pro 9:17 „Die gestohlenen Wasser sind süß, und das verborgene Brot schmeckt wohl.”
Pro 9:18 Er weiß aber nicht, dass daselbst Tote sind und ihre Gäste in der tiefen Grube.
Pro 10:1 Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.
Pro 10:2 Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode.
Pro 10:3 Der HErr lässt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde.
Pro 10:4 Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.
Pro 10:5 Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden.
Pro 10:6 Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.
Pro 10:7 Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen.
Pro 10:8 Wer weise von Herzen ist, nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.
Pro 10:9 Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden.
Pro 10:10 Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.
Pro 10:11 Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.
Pro 10:12 Hass erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen.
Pro 10:13 In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute.
Pro 10:14 Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken.
Pro 10:15 Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde.
Pro 10:16 Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde.
Pro 10:17 Die Zucht halten ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre.
Pro 10:18 Falsche Mäuler bergen Hass; und wer verleumdet, der ist ein Narr.
Pro 10:19 Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug.
Pro 10:20 Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts.
Pro 10:21 Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben.
Pro 10:22 Der Segen des HErrn macht reich ohne Mühe.
Pro 10:23 Ein Narr treibt Mutwillen und hat noch dazu seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt.
Pro 10:24 Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.
Pro 10:25 Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich.
Pro 10:26 Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden.
Pro 10:27 Die Furcht des HErrn mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.
Pro 10:28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.
Pro 10:29 Der Weg des HErrn ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde.
Pro 10:30 Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben.
Pro 10:31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet.
Pro 10:32 Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.
Pro 11:1 Falsche Waage ist dem HErrn ein Greuel; aber völliges Gewicht ist sein Wohlgefallen.
Pro 11:2 Wo Stolz ist, da ist auch Schmach; aber Weisheit ist bei den Demütigen.
Pro 11:3 Unschuld wird die Frommen leiten; aber die Bosheit wird die Verächter verstören.
Pro 11:4 Gut hilft nicht am Tage des Zorns; aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.
Pro 11:5 Die Gerechtigkeit des Frommen macht seinen Weg eben; aber der Gottlose wird fallen durch sein gottlos Wesen.
Pro 11:6 Die Gerechtigkeit der Frommen wird sie erretten; aber die Verächter werden gefangen in ihrer Bosheit.
Pro 11:7 Wenn der gottlose Mensch stirbt, ist seine Hoffnung verloren und das Harren des Ungerechten wird zunichte.
Pro 11:8 Der Gerechte wird aus der Not erlöst, und der Gottlose kommt an seine Statt.
Pro 11:9 Durch den Mund des Heuchlers wird sein Nächster verderbt; aber die Gerechten merken's und werden erlöst.
Pro 11:10 Eine Stadt freut sich, wenn's den Gerechten wohl geht; und wenn die Gottlosen umkommen, wird man froh.
Pro 11:11 Durch den Segen der Frommen wird eine Stadt erhoben; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie zerbrochen.
Pro 11:12 Wer seinen Nächsten schändet, ist ein Narr; aber ein verständiger Mann schweigt still.
Pro 11:13 Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer eines getreuen Herzens ist, verbirgt es.
Pro 11:14 Wo nicht Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viel Ratgeber sind, da geht es wohl zu.
Pro 11:15 Wer für einen andern Bürge wird, der wird Schaden haben; wer aber sich vor Geloben hütet, ist sicher.
Pro 11:16 Ein holdselig Weib erlangt Ehre; aber die Tyrannen erlangen Reichtum.
Pro 11:17 Ein barmherziger Mann tut sich selber Gutes; aber ein unbarmherziger betrübt auch sein eigen Fleisch.
Pro 11:18 Der Gottlosen Arbeit wird fehlschlagen; aber wer Gerechtigkeit sät, das ist gewisses Gut.
Pro 11:19 Gerechtigkeit fördert zum Leben; aber dem Übel nachjagen fördert zum Tod.
Pro 11:20 Der HErr hat Greuel an den verkehrten Herzen, und Wohlgefallen an den Frommen.
Pro 11:21 Den Bösen hilft nichts, wenn sie auch alle Hände zusammentäten; aber der Gerechten Same wird errettet werden.
Pro 11:22 Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.
Pro 11:23 Der Gerechten Wunsch muss doch wohl geraten, und der Gottlosen Hoffen wird Unglück.
Pro 11:24 Einer teilt aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, da er nicht soll, und wird doch ärmer.
Pro 11:25 Die Seele, die da reichlich segnet, wird gelabt; und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.
Pro 11:26 Wer Korn innehält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft.
Pro 11:27 Wer da Gutes sucht, dem widerfährt Gutes; wer aber nach Unglück ringt, dem wird's begegnen.
Pro 11:28 Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, der wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie ein Blatt.
Pro 11:29 Wer sein eigen Haus betrübt, der wird Wind zum Erbteil haben; und ein Narr muss ein Knecht des Weisen sein.
Pro 11:30 Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und ein Weiser gewinnt die Herzen.
Pro 11:31 So der Gerechte auf Erden leiden muss, wie viel mehr der Gottlose und der Sünder!
Pro 12:1 Wer sich gern lässt strafen, der wird klug werden; wer aber ungestraft sein will, der bleibt ein Narr.
Pro 12:2 Wer fromm ist, der bekommt Trost vom HErrn; aber ein Ruchloser verdammt sich selbst.
Pro 12:3 Ein gottlos Wesen fördert den Menschen nicht; aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben.
Pro 12:4 Ein tugendsam Weib ist eine Krone ihres Mannes; aber eine böse ist wie Eiter in seinem Gebein.
Pro 12:5 Die Gedanken der Gerechten sind redlich; aber die Anschläge der Gottlosen sind Trügerei.
Pro 12:6 Der Gottlosen Reden richten Blutvergießen an; aber der Frommen Mund errettet.
Pro 12:7 Die Gottlosen werden umgestürzt und nicht mehr sein; aber das Haus der Gerechten bleibt stehen.
Pro 12:8 Eines weisen Mannes Rat wird gelobt; aber die da tückisch sind, werden zu Schanden.
Pro 12:9 Wer gering ist und wartet des Seinen, der ist besser, denn der groß sein will, und des Brots mangelt.
Pro 12:10 Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.
Pro 12:11 Wer seinen Acker baut, der wird Brot die Fülle haben; wer aber unnötigen Sachen nachgeht, der ist ein Narr.
Pro 12:12 Des Gottlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.
Pro 12:13 Der Böse wird gefangen in seinen eigenen falschen Worten; aber der Gerechte entgeht der Angst.
Pro 12:14 Viel Gutes kommt dem Mann durch die Frucht des Mundes; und dem Menschen wird vergolten, nach dem seine Hände verdient haben.
Pro 12:15 Dem Narren gefällt seine Weise wohl; aber wer auf Rat hört, der ist weise.
Pro 12:16 Ein Narr zeigt seinen Zorn alsbald; aber wer die Schmach birgt, ist klug.
Pro 12:17 Wer wahrhaftig ist, der sagt frei, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt.
Pro 12:18 Wer unvorsichtig herausfährt, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen ist heilsam.
Pro 12:19 Wahrhaftiger Mund besteht ewiglich; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.
Pro 12:20 Die, so Böses raten, betrügen; aber die zum Frieden raten, schaffen Freude.
Pro 12:21 Es wird dem Gerechten kein Leid geschehen; aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.
Pro 12:22 Falsche Mäuler sind dem HErrn ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm wohl.
Pro 12:23 Ein verständiger Mann trägt nicht Klugheit zur Schau; aber das Herz der Narren ruft seine Narrheit aus.
Pro 12:24 Fleißige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, wird müssen zinsen.
Pro 12:25 Sorge im Herzen kränkt, aber ein freundliches Wort erfreut.
Pro 12:26 Der Gerechte hat's besser denn sein Nächster; aber der Gottlosen Weg verführt sie.
Pro 12:27 Einem Lässigen gerät sein Handel nicht; aber ein fleißiger Mensch wird reich.
Pro 12:28 Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben, und auf ihrem gebahnten Pfad ist kein Tod.
Pro 13:1 Ein weiser Sohn lässt sich vom Vater züchtigen; aber ein Spötter gehorcht der Strafe nicht.
Pro 13:2 Die Frucht des Mundes genießt man; aber die Verächter denken nur zu freveln.
Pro 13:3 Wer seinen Mund bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, der kommt in Schrecken.
Pro 13:4 Der Faule begehrt und kriegt's doch nicht; aber die Fleißigen kriegen genug.
Pro 13:5 Der Gerechte ist der Lüge feind; aber der Gottlose schändet und schmäht sich selbst.
Pro 13:6 Die Gerechtigkeit behütet den Unschuldigen; aber das gottlose Wesen bringt zu Fall den Sünder.
Pro 13:7 Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut.
Pro 13:8 Mit Reichtum kann einer sein Leben erretten; aber ein Armer hört kein Schelten.
Pro 13:9 Das Licht der Gerechten brennt fröhlich; aber die Leuchte der Gottlosen wird auslöschen.
Pro 13:10 Unter den Stolzen ist immer Hader; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.
Pro 13:11 Reichtum wird wenig, wo man's vergeudet; was man aber zusammenhält, das wird groß.
Pro 13:12 Die Hoffnung, die sich verzieht, ängstet das Herz; wenn's aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.
Pro 13:13 Wer das Wort verachtet, der verderbt sich selbst; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird's vergolten.
Pro 13:14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, zu meiden die Stricke des Todes.
Pro 13:15 Feine Klugheit schafft Gunst; aber der Verächter Weg bringt Wehe.
Pro 13:16 Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Narr aber breitet Narrheit aus.
Pro 13:17 Ein gottloser Bote bringt Unglück; aber ein treuer Bote ist heilsam.
Pro 13:18 Wer Zucht lässt fahren, der hat Armut und Schande; wer sich gerne strafen lässt, wird zu ehren kommen.
Pro 13:19 Wenn's kommt, was man begehrt, das tut dem Herzen wohl; aber das Böse meiden ist den Toren ein Greuel.
Pro 13:20 Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben.
Pro 13:21 Unglück verfolgt die Sünder; aber den Gerechten wird Gutes vergolten.
Pro 13:22 Der Gute wird vererben auf Kindeskind; aber des Sünders Gut wird für den Gerechten gespart.
Pro 13:23 Es ist viel Speise in den Furchen der Armen; aber die Unrecht tun, verderben.
Pro 13:24 Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.
Pro 13:25 Der Gerechte isst, dass sein Seele satt wird; der Gottlosen Bauch aber hat nimmer genug.
Pro 14:1 Durch weise Weiber wird das Haus erbaut; eine Närrin aber zerbricht's mit ihrem Tun.
Pro 14:2 Wer den HErrn fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.
Pro 14:3 Narren reden tyrannisch; aber die Weisen bewahren ihren Mund.
Pro 14:4 Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippe rein; aber wo der Ochse geschäftig ist, da ist viel Einkommen.
Pro 14:5 Ein treuer Zeuge lügt nicht; aber ein Falscher Zeuge redet frech Lügen.
Pro 14:6 Der Spötter sucht Weisheit, und findet sie nicht; aber dem Verständigen ist die Erkenntnis leicht.
Pro 14:7 Gehe von dem Narren; denn du lernst nichts von ihm.
Pro 14:8 Das ist des Klugen Weisheit, dass er auf seinen Weg merkt; aber der Narren Torheit ist eitel Trug.
Pro 14:9 Die Narren treiben das Gespött mit der Sünde; aber die Frommen haben Lust an den Frommen.
Pro 14:10 Das Herz kennt sein eigen Leid, und in seine Freude kann sich kein Fremder mengen.
Pro 14:11 Das Haus der Gottlosen wird vertilgt; aber die Hütte der Frommen wird grünen.
Pro 14:12 Es gefällt manchem ein Weg wohl; aber endlich bringt er ihn zum Tode.
Pro 14:13 Auch beim Lachen kann das Herz trauern, und nach der Freude kommt Leid.
Pro 14:14 Einem losen Menschen wird's gehen wie er handelt; aber ein Frommer wird über ihn sein.
Pro 14:15 Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger merkt auf seinen Gang.
Pro 14:16 Ein Weiser fürchtet sich und meidet das Arge; ein Narr aber fährt trotzig hindurch.
Pro 14:17 Ein Ungeduldiger handelt töricht; aber ein Bedächtiger hasst es.
Pro 14:18 Die Unverständigen erben Narrheit; aber es ist der Klugen Krone, vorsichtig handeln.
Pro 14:19 Die Bösen müssen sich bücken vor dem Guten und die Gottlosen in den Toren des Gerechten.
Pro 14:20 Einen Armen hassen auch seine Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.
Pro 14:21 Der Sünder verachtet seinen Nächsten; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!
Pro 14:22 Die mit bösen Ränken umgehen, werden fehlgehen; die aber Gutes denken, denen wird Treue und Güte widerfahren.
Pro 14:23 Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel.
Pro 14:24 Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Torheit der Narren bleibt Torheit.
Pro 14:25 Ein treuer Zeuge errettet das Leben; aber ein falscher Zeuge betrügt.
Pro 14:26 Wer den HErrn fürchtet, der hat eine sichere Festung, und seine Kinder werden auch beschirmt.
Pro 14:27 Die Furcht des HErrn ist eine Quelle des Lebens, dass man meide die Stricke des Todes.
Pro 14:28 Wo ein König viel Volks hat, das ist seine Herrlichkeit; wo aber wenig Volks ist, das macht einen Herrn blöde.
Pro 14:29 Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, der offenbart seine Torheit.
Pro 14:30 Ein gütiges Herz ist des Leibes Leben; aber Neid ist Eiter in den Gebeinen.
Pro 14:31 Wer dem Geringen Gewalt tut, der lästert desselben Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.
Pro 14:32 Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tod getrost.
Pro 14:33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, und wird offenbar unter den Narren.
Pro 14:34 Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.
Pro 14:35 Ein kluger Knecht gefällt dem König wohl; aber einem schändlichen Knecht ist er feind.
Pro 15:1 Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort richtet Grimm an.
Pro 15:2 Der Weisen Zunge macht die Lehre lieblich; der Narren Mund speit eitel Narrheit.
Pro 15:3 Die Augen des HErrn schauen an allen Orten beide, die Bösen und die Frommen.
Pro 15:4 Ein heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte macht Herzeleid.
Pro 15:5 Der Narr lästert die Zucht seines Vaters; wer aber Strafe annimmt, der wird klug werden.
Pro 15:6 In des Gerechten Haus ist Guts genug; aber in dem Einkommen des Gottlosen ist Verderben.
Pro 15:7 Der Weisen Mund streut guten Rat; aber der Narren Herz ist nicht richtig.
Pro 15:8 Der Gottlosen Opfer ist dem HErrn ein Greuel; aber das Gebet der Frommen ist ihm angenehm.
Pro 15:9 Der Gottlosen Weg ist dem HErrn ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
Pro 15:10 Den Weg verlassen bringt böse Züchtigung, und wer Strafe hasst, der muss sterben.
Pro 15:11 Hölle und Abgrund ist vor dem HErrn; wie viel mehr der Menschen Herzen!
Pro 15:12 Der Spötter liebt den nicht, der ihn straft, und geht nicht zu den Weisen.
Pro 15:13 Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, so fällt auch der Mut.
Pro 15:14 Ein kluges Herz handelt bedächtig; aber der Narren Mund geht mit Torheit um.
Pro 15:15 Ein Betrübter hat nimmer einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein täglich Wohlleben.
Pro 15:16 Es ist besser ein wenig mit der Furcht des HErrn denn großer Schatz, darin Unruhe ist.
Pro 15:17 Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe, denn ein gemästeter Ochse mit Hass.
Pro 15:18 Ein zorniger Mann richtet Hader an; ein Geduldiger aber stillt den Zank.
Pro 15:19 Der Weg des Faulen ist dornig; aber der Weg des Frommen ist wohl gebahnt.
Pro 15:20 Ein weiser Sohn erfreut den Vater, und ein törichter Mensch ist seiner Mutter Schande.
Pro 15:21 Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege.
Pro 15:22 Die Anschläge werden zunichte, wo nicht Rat ist; wo aber viel Ratgeber sind, bestehen sie.
Pro 15:23 Es ist einem Manne eine Freude, wenn er richtig antwortet; und ein Wort zu seiner Zeit ist sehr lieblich.
Pro 15:24 Der Weg des Lebens geht überwärts für den Klugen, auf dass er meide die Hölle unterwärts.
Pro 15:25 Der HErr wird das Haus des Hoffärtigen zerbrechen und die Grenze der Witwe bestätigen.
Pro 15:26 Die Anschläge des Argen sind dem HErrn ein Greuel; aber freundlich reden die Reinen.
Pro 15:27 Der Geizige verstört sein eigen Haus; wer aber Geschenke hasst, der wird leben.
Pro 15:28 Das Herz des Gerechten ersinnt, was zu antworten ist; aber der Mund der Gottlosen schäumt Böses.
Pro 15:29 Der HErr ist fern von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.
Pro 15:30 Freundlicher Anblick erfreut das Herz; eine gute Botschaft labt das Gebein.
Pro 15:31 Das Ohr, das da hört die Strafe des Lebens, wird unter den Weisen wohnen.
Pro 15:32 Wer sich nicht ziehen lässt, der macht sich selbst zunichte; wer aber auf Strafe hört, der wird klug.
Pro 15:33 Die Furcht des HErrn ist Zucht und Weisheit; und ehe man zu Ehren kommt, muss man zuvor leiden.
Pro 16:1 Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll.
Pro 16:2 Einem jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HErr wägt die Geister.
Pro 16:3 Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen.
Pro 16:4 Der HErr macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag.
Pro 16:5 Ein stolzes Herz ist dem HErrn ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie gleich alle aneinander hängen.
Pro 16:6 Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnt, und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse.
Pro 16:7 Wenn jemands Wege dem HErrn wohl gefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden.
Pro 16:8 Es ist besser ein wenig mit Gerechtigkeit denn viel Einkommen mit Unrecht.
Pro 16:9 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HErr allein gibt, dass er fortgehe.
Pro 16:10 Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund fehlt nicht im Gericht.
Pro 16:11 Rechte Waage und Gewicht ist vom HErrn; und alle Pfunde im Sack sind seine Werke.
Pro 16:12 Den Königen ist Unrecht tun ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.
Pro 16:13 Recht raten gefällt den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.
Pro 16:14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.
Pro 16:15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.
Pro 16:16 Nimm an die Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und Verstand haben ist edler als Silber.
Pro 16:17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer seinen Weg bewahrt, der erhält sein Leben.
Pro 16:18 Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.
Pro 16:19 Es ist besser niedrigen Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.
Pro 16:20 Wer eine Sache klüglich führt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HErrn verlässt!
Pro 16:21 Ein Verständiger wird gerühmt für einen weisen Mann, und liebliche Reden lehren wohl.
Pro 16:22 Klugheit ist wie ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Zucht der Narren ist Narrheit.
Pro 16:23 Ein weises Herz redet klug und lehrt wohl.
Pro 16:24 Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.
Pro 16:25 Manchem gefällt ein Weg wohl; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.
Pro 16:26 Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.
Pro 16:27 Ein loser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Maul brennt Feuer.
Pro 16:28 Ein verkehrter Mensch richtet Hader an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.
Pro 16:29 Ein Frevler lockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.
Pro 16:30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.
Pro 16:31 Graue Haare sind eine Krone der Ehren, die auf dem Wege der Gerechtigkeit gefunden wird.
Pro 16:32 Ein Geduldiger ist besser denn ein Starker, und der seines Mutes Herr ist, denn der Städte gewinnt.
Pro 16:33 Das Los wird geworfen in den Schoß; aber es fällt, wie der HErr will.
Pro 17:1 Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen lässt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.
Pro 17:2 Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.
Pro 17:3 Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HErr die Herzen.
Pro 17:4 Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht den schädlichen Zungen.
Pro 17:5 Wer des Dürftigen spottet, der höhnt desselben Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, der wird nicht ungestraft bleiben.
Pro 17:6 Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.
Pro 17:7 Es steht einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, dass er gern lügt.
Pro 17:8 Wer zu schenken hat, dem ist's ein Edelstein; wo er sich hin kehrt, ist er klug geachtet.
Pro 17:9 Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.
Pro 17:10 Schelten bringt mehr ein an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.
Pro 17:11 Ein bitterer Mensch trachtet, eitel Schaden zu tun; aber es wird ein grimmiger Engel über ihn kommen.
Pro 17:12 Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubt sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.
Pro 17:13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.
Pro 17:14 Wer Hader anfängt, ist gleich dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Lass du vom Hader, ehe du drein gemengt wirst.
Pro 17:15 Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HErrn ein Greuel.
Pro 17:16 Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?
Pro 17:17 Ein Freund liebt allezeit, und als ein Bruder wird er in Not erfunden.
Pro 17:18 Es ist ein Narr, der in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.
Pro 17:19 Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Türe hoch macht, ringt nach Einsturz.
Pro 17:20 Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.
Pro 17:21 Wer einen Narren zeugt, der hat Grämen; und eines Narren Vater hat keine Freude.
Pro 17:22 Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebein.
Pro 17:23 Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.
Pro 17:24 Ein Verständiger gebärdet sich weise; ein Narr wirft die Augen hin und her.
Pro 17:25 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis der Mutter, die ihn geboren hat.
Pro 17:26 Es ist nicht gut, dass man den Gerechten schindet, noch den Edlen zu schlagen, der recht handelt.
Pro 17:27 Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede; und ein verständiger Mann ist kaltes Muts.
Pro 17:28 Ein Narr, wenn er schwiege, wurde auch für weise gerechnet, und für verständig, wenn er das Maul hielte.
Pro 18:1 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.
Pro 18:2 Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern kundzutun, was in seinem Herzen steckt.
Pro 18:3 Wo der Gottlose hin kommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.
Pro 18:4 Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.
Pro 18:5 Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.
Pro 18:6 Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringt nach Schlägen.
Pro 18:7 Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fangen seine eigene Seele.
Pro 18:8 Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.
Pro 18:9 Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.
Pro 18:10 Der Name des HErrn ist ein festes Schloss; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt.
Pro 18:11 Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie hohe Mauern in seinem Dünkel.
Pro 18:12 Wenn einer zu Grunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man zuvor leiden.
Pro 18:13 Wer antwortet ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.
Pro 18:14 Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?
Pro 18:15 Ein verständiges Herz weiß sich vernünftig zu halten; und die Weisen hören gern, wie man vernünftig handelt.
Pro 18:16 Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.
Pro 18:17 Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.
Pro 18:18 Das Los stillt den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.
Pro 18:19 Ein verletzter Bruder hält härter den eine feste Stadt, und Zank hält härter denn Riegel am Palast.
Pro 18:20 Einem Mann wird vergolten, darnach sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt von der Frucht seiner Lippen.
Pro 18:21 Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.
Pro 18:22 Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HErrn.
Pro 18:23 Ein Armer redet mit Flehen, ein Reicher antwortet stolz.
Pro 18:24 Ein treuer Freund liebt mehr uns steht fester bei denn ein Bruder.
Pro 19:1 Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.
Pro 19:2 Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht's nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.
Pro 19:3 Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HErrn.
Pro 19:4 Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.
Pro 19:5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.
Pro 19:6 Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.
Pro 19:7 Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verlässt, dem wird nichts.
Pro 19:8 Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.
Pro 19:9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.
Pro 19:10 Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.
Pro 19:11 Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, dass er Untugend überhören kann.
Pro 19:12 Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.
Pro 19:13 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.
Pro 19:14 Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HErrn.
Pro 19:15 Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.
Pro 19:16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.
Pro 19:17 Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HErrn; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
Pro 19:18 Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber lass deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.
Pro 19:19 Großer Grimm muss Schaden leiden; denn willst du ihm steuern,<RF>bedeutet: entgegenwirken, ihn löschen<Rf> so wird er noch größer.
Pro 19:20 Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, dass du hernach weise seiest.
Pro 19:21 Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HErrn besteht.
Pro 19:22 Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.
Pro 19:23 Die Furcht des HErrn fördert zum Leben, und wird satt bleiben, dass kein Übel sie heimsuchen wird.
Pro 19:24 Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.
Pro 19:25 Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.
Pro 19:26 Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.
Pro 19:27 Lass ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.
Pro 19:28 Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.
Pro 19:29 Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.
Pro 20:1 Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.
Pro 20:2 Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider sein Leben.
Pro 20:3 Es ist dem Mann eine Ehre, vom Hader bleiben; aber die gern Hadern, sind allzumal Narren.
Pro 20:4 Um der Kälte willen will der Faule nicht pflügen; so muss er in der Ernte betteln und nichts kriegen.
Pro 20:5 Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie tiefe Wasser; aber ein Verständiger kann's merken, was er meint.
Pro 20:6 Viele Menschen werden fromm gerühmt; aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sei?
Pro 20:7 Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird's wohl gehen nach ihm.
Pro 20:8 Ein König, der auf seinem Stuhl sitzt, zu richten, zerstreut alles Arge mit seinen Augen.
Pro 20:9 Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?
Pro 20:10 Mancherlei Gewicht und Maß ist beides Greuel dem HErrn.
Pro 20:11 Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.
Pro 20:12 Ein hörend Ohr und sehend Auge, die macht beide der HErr.
Pro 20:13 Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht arm werdest; lass deine Augen wacker sein, so wirst du Brot genug haben.
Pro 20:14 „Böse, böse!” spricht man, wenn man's hat; aber wenn's weg ist, so rühmt man es dann.
Pro 20:15 Es gibt Gold und viele Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles Kleinod.
Pro 20:16 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um des Fremden willen.
Pro 20:17 Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne wohl; aber hernach wird ihm der Mund voll Kieselsteine werden.
Pro 20:18 Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führt; und Krieg soll man mit Vernunft führen.
Pro 20:19 Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.
Pro 20:20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, des Leuchte wird verlöschen mitten in der Finsternis.
Pro 20:21 Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilt wird zuletzt nicht gesegnet sein.
Pro 20:22 Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des HErrn, der wird dir helfen.
Pro 20:23 Mancherlei Gewicht ist ein Greuel dem HErrn, und eine falsche Waage ist nicht gut.
Pro 20:24 Jedermanns Gänge kommen vom HErrn. Welcher Mensch versteht seinen Weg?
Pro 20:25 Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.
Pro 20:26 Ein weiser König zerstreut die Gottlosen und bringt das Rad über sie.
Pro 20:27 Eine Leuchte des HErrn ist des Menschen Geist; die geht durch alle Kammern des Leibes.
Pro 20:28 Fromm und wahrhaftig sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Frömmigkeit.
Pro 20:29 Der Jünglinge Stärke ist ihr Preis; und graues Haar ist der Alten Schmuck.
Pro 20:30 Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.
Pro 21:1 Des Königs Herz ist in der Hand des HErrn wie Wasserbäche, und er neigt es wohin er will.
Pro 21:2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HErr wägt die Herzen.
Pro 21:3 Wohl und recht tun ist dem HErrn lieber denn Opfer.
Pro 21:4 Hoffärtige Augen und stolzer Mut, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.
Pro 21:5 Die Anschläge eines Emsigen bringen Überfluss; wer aber allzu jach<RF>bedeutet: rasch<Rf> ist, dem wird's mangeln.
Pro 21:6 Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.
Pro 21:7 Der Gottlosen Rauben wird sie erschrecken; denn sie wollten nicht tun, was recht war.
Pro 21:8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, des Werk ist recht.
Pro 21:9 Es ist besser wohnen im Winkel auf dem Dach, denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.
Pro 21:10 Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.
Pro 21:11 Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unvernünftigen Weise; und wenn man einen Weisen unterrichtet, so wird er vernünftig.
Pro 21:12 Der Gerechte hält sich weislich gegen des Gottlosen Haus; aber die Gottlosen denken nur Schaden zu tun.
Pro 21:13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen, und nicht erhört werden.
Pro 21:14 Eine heimliche Gabe stillt den Zorn, und ein Geschenk im Schoß den heftigen Grimm.
Pro 21:15 Es ist dem Gerechten eine Freude, zu tun, was recht ist, aber eine Furcht den Übeltätern.
Pro 21:16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit irrt, wird bleiben in der Toten Gemeinde.
Pro 21:17 Wer gern in Freuden lebt, dem wird's mangeln; und wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.
Pro 21:18 Der Gottlose muss für den Gerechten gegeben werden und der Verächter für die Frommen.
Pro 21:19 Es ist besser, wohnen im wüsten Lande denn bei einem zänkischen und zornigen Weibe.
Pro 21:20 Im Hause des Weisen ist ein lieblicher Schatz und Öl; aber ein Narr verschlemmt es.
Pro 21:21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.
Pro 21:22 Ein Weiser gewinnt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, darauf sie sich verlässt.
Pro 21:23 Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, der bewahrt seine Seele vor Angst.
Pro 21:24 Der stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter, der im Zorn Stolz beweist.
Pro 21:25 Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.
Pro 21:26 Er wünscht den ganzen Tag; aber der Gerechte gibt, und versagt nicht.
Pro 21:27 Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel; denn es wird in Sünden geopfert.
Pro 21:28 Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer sich sagen lässt, den lässt man auch allezeit wiederum reden.
Pro 21:29 Der Gottlose fährt mit dem Kopf hindurch; aber wer fromm ist, des Weg wird bestehen.
Pro 21:30 Es hilft keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat wider den HErrn.
Pro 21:31 Rosse werden zum Streittage bereitet; aber der Sieg kommt vom HErrn.
Pro 22:1 Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.
Pro 22:2 Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HErr hat sie alle gemacht.
Pro 22:3 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.
Pro 22:4 Wo man leidet in des HErrn Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.
Pro 22:5 Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.
Pro 22:6 Wie man einen Knaben gewöhnt, so lässt er nicht davon, wenn er alt wird.
Pro 22:7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.
Pro 22:8 Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.
Pro 22:9 Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.
Pro 22:10 Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.
Pro 22:11 Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.
Pro 22:12 Die Augen des HErrn behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.
Pro 22:13 Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.
Pro 22:14 Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HErr ungnädig ist, der fällt hinein.
Pro 22:15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.
Pro 22:16 Wer dem Armen Unrecht tut, dass seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.
Pro 22:17 Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.
Pro 22:18 Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.
Pro 22:19 dass deine Hoffnung sei auf den HErrn, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.
Pro 22:20 Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,
Pro 22:21 dass ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, dass du recht antworten könntest denen, die dich senden?
Pro 22:22 Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.
Pro 22:23 Denn der HErr wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.
Pro 22:24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;
Pro 22:25 du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.
Pro 22:26 Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;
Pro 22:27 denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.
Pro 22:28 Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.
Pro 22:29 Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.
Pro 23:1 Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,
Pro 23:2 und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.
Pro 23:3 Wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist falsches Brot.
Pro 23:4 Bemühe dich nicht reich zu werden und lass ab von deinen Fündlein.
Pro 23:5 Lass dein Augen nicht fliegen nach dem, was du nicht haben kannst; denn dasselbe macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.
Pro 23:6 Iss nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts.
Pro 23:7 Denn wie ein Gespenst ist er inwendig; er spricht: Iss und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.
Pro 23:8 Deine Bissen die du gegessen hattest, musst du ausspeien, und musst deine freundlichen Worte verloren haben.
Pro 23:9 Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.
Pro 23:10 Verrücke nicht die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker.
Pro 23:11 Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.
Pro 23:12 Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.
Pro 23:13 Lass nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten.
Pro 23:14 Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.
Pro 23:15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz;
Pro 23:16 und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
Pro 23:17 Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HErrn.
Pro 23:18 Denn es wird dir hernach gut sein, und dein Warten wird nicht trügen.
Pro 23:19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.
Pro 23:20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;
Pro 23:21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.
Pro 23:22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.
Pro 23:23 Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.
Pro 23:24 Der Vater eines Gerechten freut sich; und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.
Pro 23:25 Lass sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.
Pro 23:26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen.
Pro 23:27 Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen.
Pro 23:28 Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.
Pro 23:29 Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen?
Pro 23:30 Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.
Pro 23:31 Siehe den Wein nicht an, dass er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein;
Pro 23:32 aber darnach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.
Pro 23:33 So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,
Pro 23:34 und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.
Pro 23:35 „Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, dass ich's mehr treibe?”
Pro 24:1 Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;
Pro 24:2 denn ihr Herz trachte nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.
Pro 24:3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.
Pro 24:4 Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer.
Pro 24:5 Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften.
Pro 24:6 Denn mit Rat muss man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.
Pro 24:7 Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.
Pro 24:8 Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht.
Pro 24:9 Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Greuel vor den Leuten.
Pro 24:10 Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.
Pro 24:11 Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will.
Pro 24:12 Sprichst du: „Siehe, wir verstehen's nicht!” meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk?
Pro 24:13 Iss, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse.
Pro 24:14 Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.
Pro 24:15 Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht.
Pro 24:16 Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück.
Pro 24:17 Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück;
Pro 24:18 der HErr möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden.
Pro 24:19 Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen.
Pro 24:20 Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.
Pro 24:21 Mein Kind, fürchte den HErrn und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer.
Pro 24:22 Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt?
Pro 24:23 Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.
Pro 24:24 Wer zum Gottlosen spricht: „Du bist fromm”, dem fluchen die Leute, und das Volk hasst ihn.
Pro 24:25 Welche aber strafen, die gefallen wohl, und kommt ein reicher Segen auf sie.
Pro 24:26 Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.
Pro 24:27 Richte draußen dein Geschäft aus und bearbeite deinen Acker; darnach baue dein Haus.
Pro 24:28 Sei nicht Zeuge ohne Ursache wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.
Pro 24:29 Sprich nicht: „Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten.”
Pro 24:30 Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren;
Pro 24:31 und siehe, da waren eitel Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.
Pro 24:32 Da ich das sah, nahm ich's zu Herzen und schaute und lernte daran.
Pro 24:33 Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, dass du ruhest:
Pro 24:34 aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.
Pro 25:1 Dies sind auch Sprüche Salomos, die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias, des Königs in Juda.
Pro 25:2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist's, eine Sache zu erforschen.
Pro 25:3 Der Himmel ist hoch und die Erde tief; aber der Könige Herz ist unerforschlich.
Pro 25:4 Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus.
Pro 25:5 Man tue den Gottlosen hinweg vor dem König, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit befestigt.
Pro 25:6 Prange nicht vor dem König und tritt nicht an den Ort der Großen.
Pro 25:7 Denn es ist dir besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf! als dass du vor dem Fürsten erniedrigt wirst, dass es deine Augen sehen müssen.
Pro 25:8 Fahre nicht bald heraus, zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn dich dein Nächster beschämt hat?
Pro 25:9 Führe deine Sache mit deinem Nächsten, und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,
Pro 25:10 auf dass nicht übel von dir spreche, der es hört, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.
Pro 25:11 Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.
Pro 25:12 Wer einem Weisen gehorcht, der ihn straft, das ist wie ein goldenes Stirnband und goldenes Halsband.
Pro 25:13 Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein treuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und labt seines Herrn Seele.
Pro 25:14 Wer viel verspricht und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.
Pro 25:15 Durch Geduld wird ein Fürst versöhnt, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.
Pro 25:16 Findest du Honig, so iss davon, so viel dir genug ist, dass du nicht zu satt wirst und speiest ihn aus.
Pro 25:17 Entzieh deinen Fuß vom Hause deines Nächsten; er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.
Pro 25:18 Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.
Pro 25:19 Die Hoffnung auf einen Treulosen zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.
Pro 25:20 Wer einem betrübten Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt am kalten Tage, und wie Essig auf der Kreide.
Pro 25:21 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.
Pro 25:22 Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HErr wird dir's vergelten.
Pro 25:23 Der Nordwind bringt Ungewitter, und die heimliche Zunge macht saures Angesicht.
Pro 25:24 Es ist besser, im Winkel auf dem Dach sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.
Pro 25:25 Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kalt Wasser einer durstigen Seele.
Pro 25:26 Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.
Pro 25:27 Wer zuviel Honig isst, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.
Pro 25:28 Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.
Pro 26:1 Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimt sich dem Narren die Ehre nicht.
Pro 26:2 Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fliegt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.
Pro 26:3 Dem Ross eine Geißel und dem Esel einen Zaum und dem Narren eine Rute auf den Rücken!
Pro 26:4 Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, dass du ihm nicht auch gleich werdest.
Pro 26:5 Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, dass er sich nicht weise lasse dünken.
Pro 26:6 Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie ein Lahmer an den Füßen und nimmt Schaden.
Pro 26:7 Wie einem Krüppel das Tanzen, also steht den Narren an, von Weisheit zu reden.
Pro 26:8 Wer einem Narren Ehre antut, das ist, als wenn einer einen edlen Stein auf den Rabenstein würfe.
Pro 26:9 Ein Spruch in eines Narren Mund ist wie ein Dornzweig, der in eines Trunkenen Hand sticht.
Pro 26:10 Ein guter Meister macht ein Ding recht; aber wer einen Stümper dingt, dem wird's verderbt.
Pro 26:11 Wie ein Hund sein Gespeites wieder frisst, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.
Pro 26:12 Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm.
Pro 26:13 Der Faule spricht: Es ist ein junger Löwe auf dem Wege und ein Löwe auf den Gassen.
Pro 26:14 Ein Fauler wendet sich im Bette wie die Tür in der Angel.
Pro 26:15 Der Faule verbirgt seine Hand in dem Topf, und wird ihm sauer, dass er sie zum Munde bringe.
Pro 26:16 Ein Fauler dünkt sich weiser denn sieben, die da Sitten lehren.
Pro 26:17 Wer vorgeht und sich mengt in fremden Hader, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.
Pro 26:18 Wie ein Unsinniger mit Geschoss und Pfeilen schießt und tötet,
Pro 26:19 also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht darnach: Ich habe gescherzt.
Pro 26:20 Wenn nimmer Holz da ist, so verlischt das Feuer; und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Hader auf.
Pro 26:21 Wie die Kohlen eine Glut und Holz ein Feuer, also facht ein zänkischer Mann Hader an.
Pro 26:22 Die Worte des Verleumders sind wie Schläge, und sie gehen durchs Herz.
Pro 26:23 Brünstige Lippen und ein böses Herz ist wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen.
Pro 26:24 Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch.
Pro 26:25 Wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.
Pro 26:26 Wer den Hass heimlich hält, Schaden zu tun, des Bosheit wird vor der Gemeinde offenbar werden.
Pro 26:27 Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.
Pro 26:28 Eine falsche Zunge hasst den, der sie straft; und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.
Pro 27:1 Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.
Pro 27:2 Lass dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.
Pro 27:3 Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.
Pro 27:4 Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?
Pro 27:5 Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.
Pro 27:6 Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.
Pro 27:7 Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.
Pro 27:8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.
Pro 27:9 Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.
Pro 27:10 Deinen Freund und deines Vaters Freund verlass nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.
Pro 27:11 Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.
Pro 27:12 Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.
Pro 27:13 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.
Pro 27:14 Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.
Pro 27:15 Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.
Pro 27:16 Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.
Pro 27:17 Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.
Pro 27:18 Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der isst Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.
Pro 27:19 Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.
Pro 27:20 Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.
Pro 27:21 Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.
Pro 27:22 Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.
Pro 27:23 Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.
Pro 27:24 Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.
Pro 27:25 Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.
Pro 27:26 Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.
Pro 27:27 Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.
Pro 28:1 Der Gottlose flieht, und niemand jagt ihn; der Gerechte aber ist getrost wie ein junger Löwe.
Pro 28:2 Um des Landes Sünde willen werden viel Änderungen der Fürstentümer; aber um der Leute willen, die verständig und vernünftig sind, bleiben sie lange.
Pro 28:3 Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Meltau, der die Frucht verdirbt.
Pro 28:4 Die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.
Pro 28:5 Böse Leute merken nicht aufs Recht; die aber nach dem HErrn fragen, merken auf alles.
Pro 28:6 Es ist besser ein Armer, der in seiner Frömmigkeit geht, denn ein Reicher, der in verkehrten Wegen geht.
Pro 28:7 Wer das Gesetz bewahrt, ist ein verständiges Kind; wer aber der Schlemmer Geselle ist, schändet seinen Vater.
Pro 28:8 Wer sein Gut mehrt mit Wucher und Zins, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.
Pro 28:9 Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hören, des Gebet ist ein Greuel.
Pro 28:10 Wer die Frommen verführt auf bösem Wege, der wird in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.
Pro 28:11 Ein Reicher dünkt sich, weise zu sein; aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.
Pro 28:12 Wenn die Gerechten Oberhand haben, so geht's sehr fein zu; wenn aber Gottlose aufkommen, wendet sich's unter den Leuten.
Pro 28:13 Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.
Pro 28:14 Wohl dem, der sich allewege fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.
Pro 28:15 Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.
Pro 28:16 Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber den Geiz hasst, der wird lange leben.
Pro 28:17 Ein Mensch, der am Blut einer Seele schuldig ist, der wird flüchtig sein bis zur Grube, und niemand halte ihn auf.
Pro 28:18 Wer fromm einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrtes Weges ist, wird auf einmal fallen.
Pro 28:19 Wer seinen Acker baut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggang nachgeht, wird Armut genug haben.
Pro 28:20 Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.
Pro 28:21 Person ansehen ist nicht gut; und mancher tut übel auch wohl um ein Stück Brot.
Pro 28:22 Wer eilt zum Reichtum und ist neidisch, der weiß nicht, dass Mangel ihm begegnen wird.
Pro 28:23 Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr denn der da heuchelt.
Pro 28:24 Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.
Pro 28:25 Ein Stolzer erweckt Zank; wer aber auf den HErrn sich verlässt, wird gelabt.
Pro 28:26 Wer sich auf sein Herz verlässt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.
Pro 28:27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird viel verflucht.
Pro 28:28 Wenn die Gottlosen aufkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.
Pro 29:1 Wer wider die Strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.
Pro 29:2 Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.
Pro 29:3 Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.
Pro 29:4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; ein geiziger aber verderbt es.
Pro 29:5 Wer mit seinem Nächsten heuchelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.
Pro 29:6 Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.
Pro 29:7 Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft.
Pro 29:8 Die Spötter bringen frech eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.
Pro 29:9 Wenn ein Weiser mit einem Narren zu rechten kommt, er zürne oder lache, so hat er nicht Ruhe.
Pro 29:10 Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen sein Heil.
Pro 29:11 Ein Narr schüttet seinen Geist ganz aus; aber ein Weiser hält an sich.
Pro 29:12 Ein Herr, der zu Lügen Lust hat, des Diener sind alle gottlos.
Pro 29:13 Arme und Reiche begegnen einander: beider Augen erleuchtet der HErr.
Pro 29:14 Ein König, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewig bestehen.
Pro 29:15 Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.
Pro 29:16 Wo viele Gottlose sind, da sind viel Sünden; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.
Pro 29:17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dich ergötzen und wird deiner Seele sanft tun.
Pro 29:18 Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst; wohl aber dem, der das Gesetz handhabt!
Pro 29:19 Ein Knecht lässt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er sie gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an.
Pro 29:20 Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist am Narren mehr Hoffnung denn an ihm.
Pro 29:21 Wenn ein Knecht von Jugend auf zärtlich gehalten wird, so will er darnach ein Junker sein.
Pro 29:22 Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.
Pro 29:23 Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.
Pro 29:24 Wer mit Dieben teilhat, den Fluch aussprechen hört, und sagt's nicht an, der hasst sein Leben.
Pro 29:25 Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HErrn verlässt, wird beschützt.
Pro 29:26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom HErrn.
Pro 29:27 Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel; und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.
Pro 30:1 Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Lehre und Rede des Mannes: Ich habe mich gemüht, o Gott; ich habe mich gemüht, o Gott, und ablassen müssen.
Pro 30:2 Denn ich bin der allernärrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir;
Pro 30:3 ich habe Weisheit nicht gelernt, dass ich den Heiligen erkennete.
Pro 30:4 Wer fährt hinauf gen Himmel und herab? Wer fasst den Wind in seine Hände? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?
Pro 30:5 Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.
Pro 30:6 Tue nichts zu seinen Worten, dass er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.
Pro 30:7 Zweierlei bitte ich von dir; das wollest du mir nicht weigern, ehe ich denn sterbe:
Pro 30:8 Abgötterei und Lüge lass ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen.
Pro 30:9 Ich möchte sonst, wo ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HErr? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.
Pro 30:10 Verleumde den Knecht nicht bei seinem Herrn, dass er dir nicht fluche und du die Schuld tragen müssest.
Pro 30:11 Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;
Pro 30:12 eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen;
Pro 30:13 eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhält;
Pro 30:14 eine Art, die Schwerter für Zähne hat und Messer für Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.
Pro 30:15 Blutegel hat zwei Töchter: Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und das vierte spricht nicht: Es ist genug:
Pro 30:16 die Hölle, der Frauen verschlossenen Mutter, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer spricht nicht: Es ist genug.
Pro 30:17 Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.
Pro 30:18 Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht:
Pro 30:19 des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf einem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Jungfrau.
Pro 30:20 Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlingt und wischt ihr Maul und spricht: Ich habe kein Böses getan.
Pro 30:21 Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte kann es nicht ertragen:
Pro 30:22 ein Knecht, wenn er König wird; ein Narr, wenn er zu satt ist;
Pro 30:23 eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihrer Frau Erbin wird.
Pro 30:24 Vier sind klein auf Erden und klüger denn die Weisen:
Pro 30:25 die Ameisen, ein schwaches Volk; dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise,
Pro 30:26 Kaninchen, ein schwaches Volk; dennoch legt es sein Haus in den Felsen,
Pro 30:27 Heuschrecken, haben keinen König; dennoch ziehen sie aus ganz in Haufen,
Pro 30:28 die Spinne, wirkt mit ihren Händen und ist in der Könige Schlössern.
Pro 30:29 Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte geht wohl:
Pro 30:30 der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt nicht um vor jemand;
Pro 30:31 ein Windhund von guten Lenden, und ein Widder, und ein König, wider den sich niemand legen darf.
Pro 30:32 Bist du ein Narr gewesen und zu hoch gefahren und hast Böses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul.
Pro 30:33 Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.
Pro 31:1 Dies sind die Worte des Königs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrte.
Pro 31:2 Ach mein Auserwählter, ach du Sohn meines Leibes, ach mein gewünschter Sohn,
Pro 31:3 lass nicht den Weibern deine Kraft und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben!
Pro 31:4 O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk!
Pro 31:5 Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute.
Pro 31:6 Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen,
Pro 31:7 dass sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.
Pro 31:8 Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.
Pro 31:9 Tue deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.
Pro 31:10 Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen.
Pro 31:11 Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.
Pro 31:12 Sie tut ihm Liebes und kein Leides ihr Leben lang.
Pro 31:13 Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gern mit ihren Händen.
Pro 31:14 Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt.
Pro 31:15 Sie steht vor Tages auf und gibt Speise ihrem Hause und Essen ihren Dirnen.
Pro 31:16 Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände.
Pro 31:17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.
Pro 31:18 Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlischt des Nachts nicht.
Pro 31:19 Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.
Pro 31:20 Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Dürftigen.
Pro 31:21 Sie fürchtet für ihr Haus nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.
Pro 31:22 Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.
Pro 31:23 Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.
Pro 31:24 Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Krämer.
Pro 31:25 Kraft und Schöne sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages.
Pro 31:26 Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre.
Pro 31:27 Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und isst ihr Brot nicht mit Faulheit.
Pro 31:28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie:
Pro 31:29 „Viele Töchter halten sich tugendsam; du aber übertriffst sie alle.”
Pro 31:30 Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HErrn fürchtet, soll man loben.
Pro 31:31 Sie wird gerühmt werden von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie loben in den Toren.

Psa 1:1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg Sünder noch sitzt, da die Spötter sitzen,
Psa 1:2 sondern hat Lust zum Gesetz des HErrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!
Psa 1:3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl.
Psa 1:4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
Psa 1:5 Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Psa 1:6 Denn der HErr kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergeht.
Psa 2:1 Warum toben die Heiden, und die Völker reden so vergeblich?
Psa 2:2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HErrn und seinen Gesalbten:
Psa 2:3 „Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!”
Psa 2:4 Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der HErr spottet ihrer.
Psa 2:5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
Psa 2:6 „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.”
Psa 2:7 Ich will von der Weise predigen, dass der HErr zu mir gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget;
Psa 2:8 heische von mir, so will ich dir Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.
Psa 2:9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.”
Psa 2:10 So lasset euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden!
Psa 2:11 Dienet dem HErrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern!
Psa 2:12 Küsset den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!
Psa 3:1 Ein Psalm Davids, da er floh vor seinem Sohn Absalom.
Psa 3:2 Ach HErr, wie sind meiner Feinde so viel und setzen sich so viele wider mich!
Psa 3:3 Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei Gott. (Sela.)
Psa 3:4 Aber du, HErr, bist der Schild für mich und der mich zu Ehren setzt und mein Haupt aufrichtet.
Psa 3:5 Ich rufe an mit meiner Stimme den HErrn; so erhört er mich von seinem heiligen Berge. (Sela.)
Psa 3:6 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HErr hält mich.
Psa 3:7 Ich fürchte mich nicht vor viel Tausenden, die sich umher wider mich legen.
Psa 3:8 Auf, HErr, und hilf mir, mein Gott! denn du schlägst alle meine Feinde auf den Backen und zerschmetterst der Gottlosen Zähne.
Psa 3:9 Bei dem HErrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk! (Sela.)
Psa 4:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 4:2 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Psa 4:3 Liebe Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern! (Sela.)
Psa 4:4 Erkennet doch, dass der HErr seine Heiligen wunderbar führt; der HErr hört, wenn ich ihn anrufe.
Psa 4:5 Zürnet ihr, so sündiget nicht. Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager und harret. (Sela.)
Psa 4:6 Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den HErrn.
Psa 4:7 Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?” Aber, HErr, erhebe über uns das Licht deines Antlitzes!
Psa 4:8 Du erfreuest mein Herz, ob jene gleich viel Wein und Korn haben.
Psa 4:9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HErr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
Psa 5:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für das Erbe.
Psa 5:2 HErr, höre meine Worte, merke auf meine Rede!
Psa 5:3 Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten.
Psa 5:4 HErr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und aufmerken.
Psa 5:5 Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.
Psa 5:6 Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern.
Psa 5:7 Du bringst die Lügner um; der HErr hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen.
Psa 5:8 Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht.
Psa 5:9 HErr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her.
Psa 5:10 Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses; ihr Inwendiges ist Herzeleid. Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen heucheln sie.
Psa 5:11 Sprich sie schuldig, Gott, dass sie fallen von ihrem Vornehmen. Stoße sie aus um ihrer großen Übertretungen willen; denn sie sind dir widerspenstig.
Psa 5:12 Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmst sie; fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben.
Psa 5:13 Denn du, HErr, segnest die Gerechten; du krönest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
Psa 6:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
Psa 6:2 Ach HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
Psa 6:3 HErr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HErr, denn meine Gebeine sind erschrocken,
Psa 6:4 und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du, HErr, wie lange!
Psa 6:5 Wende dich, HErr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen!
Psa 6:6 Denn im Tode gedenkt man dein nicht; wer will dir bei den Toten danken?
Psa 6:7 Ich bin so müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht und netze mit meinen Tränen mein Lager.
Psa 6:8 Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern und ist alt geworden; denn ich werde allenthalben geängstet.
Psa 6:9 Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HErr hört mein Weinen,
Psa 6:10 der HErr hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HErr an.
Psa 6:11 Es müssen alle meine Feinde zu Schanden werden und sehr erschrecken, sich zurückkehren und zu Schanden werden plötzlich.
Psa 7:1 Die Unschuld Davids, davon er sang dem HErrn von wegen der Worte des Chus, des Benjaminiten.  
Psa 7:2 Auf dich, HErr, traue ich, mein Gott. Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich,
Psa 7:3 dass sie nicht wie Löwen meine Seele erhaschen und zerreißen, weil kein Erretter da ist.
Psa 7:4 HErr, mein Gott, habe ich solches getan und ist Unrecht in meinen Händen;
Psa 7:5 habe ich Böses vergolten denen, so friedlich mit mir lebten, oder die, so mir ohne Ursache feind waren, beschädigt:
Psa 7:6 so verfolge mein Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub. (Sela.)
Psa 7:7 Stehe auf, HErr, in deinem Zorn, erhebe dich über den Grimm meiner Feinde und wache auf zu mir, der du Gericht verordnet hast,
Psa 7:8 dass sich die Völker um dich sammeln; und über ihnen kehre wieder zur Höhe.
Psa 7:9 Der HErr ist Richter über die Völker. Richte mich, HErr, nach meiner Gerechtigkeit und Frömmigkeit!
Psa 7:10 Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und fördere die Gerechten; denn du, gerechter Gott, prüfst Herzen und Nieren.
Psa 7:11 Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Herzen hilft.
Psa 7:12 Gott ist ein rechter Richter und ein Gott, der täglich droht.
Psa 7:13 Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt und zielt
Psa 7:14 und hat darauf gelegt tödliche Geschosse; seine Pfeile hat er zugerichtet, zu verderben.
Psa 7:15 Siehe, der hat Böses im Sinn; mit Unglück ist er schwanger und wird Lüge gebären.
Psa 7:16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat,
Psa 7:17 Sein Unglück wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seinen Scheitel fallen.
Psa 7:18 Ich danke dem HErrn um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den Namen des HErrn, des Allerhöchsten.
Psa 8:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittith.
Psa 8:2 HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, du, den man lobet im Himmel!
Psa 8:3 Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
Psa 8:4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
Psa 8:5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschenkind, dass du sich seiner annimmst?
Psa 8:6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott, und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt.
Psa 8:7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan:
Psa 8:8 Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
Psa 8:9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und was im Meer geht.
Psa 8:10 HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Psa 9:1 Ein Psalm Davids, von der schönen Jugend<RF>Das ist vermutlich der Name eines Liedes, nach dessen Melodie dieser Psalm vorgetragen werden sollte.<Rf>, vorzusingen.  
Psa 9:2 Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.
Psa 9:3 Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster,
Psa 9:4 dass du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umgekommen vor dir.
Psa 9:5 Denn du führest mein Recht und meine Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl, ein rechter Richter.
Psa 9:6 Du schiltst die Heiden und bringst die Gottlosen um; ihren Namen vertilgst du immer und ewiglich.
Psa 9:7 Die Schwerter des Feindes haben ein Ende; die Städte hast du umgekehrt; ihr Gedächtnis ist umgekommen samt ihnen.
Psa 9:8 Der HErr aber bleibt ewiglich; er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht,
Psa 9:9 und er wird den Erdboden recht richten und die Völker regieren rechtschaffen.
Psa 9:10 Und der HErr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not.
Psa 9:11 Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HErr, suchen.
Psa 9:12 Lobet den HErrn, der zu Zion wohnt; verkündiget unter den Völkern sein Tun!
Psa 9:13 Denn er gedenkt und fragt nach ihrem Blut; er vergisst nicht des Schreiens der Armen.
Psa 9:14 HErr, sei mir gnädig; siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebst aus den Toren des Todes,
Psa 9:15 auf dass ich erzähle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, dass ich fröhlich sei über deine Hilfe.
Psa 9:16 Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; ihr Fuß ist gefangen in dem Netz, das sie gestellt hatten.
Psa 9:17 So erkennt man, dass der HErr Recht schafft. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände. (Zwischenspiel. Sela.)
Psa 9:18 Ach dass die Gottlosen müssten zur Hölle gekehrt werden, alle Heiden, die Gottes vergessen!
Psa 9:19 Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.
Psa 9:20 HErr, stehe auf, dass die Menschen nicht Oberhand haben; lass alle Heiden vor dir gerichtet werden!
Psa 9:21 Gib ihnen, HErr, einen Meister, dass die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind. (Sela.)
Psa 10:1 HErr, warum trittst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?
Psa 10:2 Weil der Gottlose Übermut treibt, muss der Elende leiden; sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke.
Psa 10:3 Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Geizige sagt dem Herrn ab und lästert ihn.
Psa 10:4 Der Gottlose meint in seinem Stolz, er frage nicht darnach; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts.
Psa 10:5 Er fährt fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden.
Psa 10:6 Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr darniederliegen; es wird für und für keine Not haben.
Psa 10:7 Sein Mund ist voll Fluchens, Falschheit und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an.
Psa 10:8 Er sitzt und lauert in den Dörfern; er erwürgt die Unschuldigen heimlich; seine Augen spähen nach dem Armen.
Psa 10:9 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, dass er den Elenden erhasche, und er haschet ihn, wenn er ihn in sein Netz zieht.
Psa 10:10 Er zerschlägt und drückt nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt.
Psa 10:11 Er spricht in seinem Herzen: Gott hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen.
Psa 10:12 Stehe auf, HErr; Gott, erhebe deine Hand; vergiss der Elenden nicht!
Psa 10:13 Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragest nicht darnach?
Psa 10:14 Du siehest ja, denn du schauest das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen's dir; du bist der Waisen Helfer.
Psa 10:15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche heim das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden.
Psa 10:16 Der HErr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen.
Psa 10:17 Das Verlangen der Elenden hörst du, HErr; ihr Herz ist gewiss, dass dein Ohr darauf merket,
Psa 10:18 dass du Recht schaffest dem Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.
Psa 11:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich traue auf den HErrn. Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Fliehe wie ein Vogel auf eure Berge?
Psa 11:2 Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, damit heimlich zu schießen die Frommen.
Psa 11:3 Denn sie reißen den Grund um; was sollte der Gerechte ausrichten?
Psa 11:4 Der HErr ist in seinem heiligen Tempel, des HErrn Stuhl ist im Himmel; seine Augen sehen darauf, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.
Psa 11:5 Der HErr prüft den Gerechten; seine Seele hasst den Gottlosen und die gerne freveln.
Psa 11:6 Er wird regnen lassen über die Gottlosen Blitze, Feuer und Schwefel und wird ihnen ein Wetter zum Lohn geben.
Psa 11:7 Der HErr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb; die Frommen werden schauen sein Angesicht.
Psa 12:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.  
Psa 12:2 Hilf, HErr! die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern.
Psa 12:3 Einer redet mit dem andern unnütze Dinge; sie heucheln und lehren aus uneinigem Herzen.
Psa 12:4 Der HErr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet,
Psa 12:5 die da sagen: Unsre Zunge soll Oberhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser HErr?
Psa 12:6 Weil denn die Elenden verstört werden und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HErr; ich will Hilfe schaffen dem, der sich darnach sehnt.
Psa 12:7 Die Rede des HErrn ist lauter wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal.
Psa 12:8 Du, HErr, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!
Psa 12:9 Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche nichtswürdigen Leute unter den Menschen herrschen.
Psa 13:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 13:2 HErr, wie lange willst du mein so gar vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Psa 13:3 Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
Psa 13:4 Schaue doch und erhöre mich, HErr, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe,
Psa 13:5 dass nicht mein Feind rühme, er sei mein mächtig geworden, und meine Widersacher sich nicht freuen, dass ich darniederliege.
Psa 13:6 Ich hoffe aber darauf, dass du so gnädig bist; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst.
Psa 13:7 Ich will dem HErrn singen, dass er so wohl an mir tut.
Psa 14:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen; da ist keiner, der Gutes tue.
Psa 14:2 Der HErr schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
Psa 14:3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
Psa 14:4 Will denn der Übeltäter keiner das merken, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren; aber den HErrn rufen sie nicht an?
Psa 14:5 Da fürchten sie sich; denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten.
Psa 14:6 Ihr schändet des Armen Rat; aber Gott ist seine Zuversicht.
Psa 14:7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und der HErr sein gefangen Volk erlösete! So würde Jakob fröhlich sein und Israel sich freuen.
Psa 15:1 Ein Psalm Davids. HErr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge?
Psa 15:2 Wer ohne Tadel einhergeht und recht tut und redet die Wahrheit von Herzen;
Psa 15:3 wer mit seiner Zunge nicht verleumdet und seinem Nächsten kein Arges tut und seinen Nächsten nicht schmäht;
Psa 15:4 wer die Gottlosen für nichts achtet, sondern ehrt die Gottesfürchtigen; wer sich selbst zum Schaden schwört und hält es;
Psa 15:5 wer sein Geld nicht auf Wucher gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen: wer das tut, der wird wohl bleiben.
Psa 16:1 Ein gülden Kleinod Davids. Bewahre mich Gott; denn ich traue auf dich.
Psa 16:2 Ich habe gesagt zu dem HErrn: Du bist ja der HErr; ich weiß von keinem Gute außer dir.
Psa 16:3 An den Heiligen, so auf Erden sind, und den Herrlichen, an denen hab ich all mein Gefallen.
Psa 16:4 Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid haben. Ich will ihre Trankopfer mit Blut nicht opfern noch ihren Namen in meinem Munde führen.
Psa 16:5 Der HErr aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil.
Psa 16:6 Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schön Erbteil geworden.
Psa 16:7 Ich lobe den HErrn, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts.
Psa 16:8 Ich habe den HErrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.
Psa 16:9 Darum freut sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen.
Psa 16:10 Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger verwese.
Psa 16:11 Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich.
Psa 17:1 Ein Gebet Davids. HErr, erhöre die Gerechtigkeit, merke auf mein Schreien; vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Munde geht.
Psa 17:2 Sprich du in meiner Sache und schaue du aufs Recht.
Psa 17:3 Du prüfst mein Herz und siehst nach ihm des Nachts und läuterst mich, und findest nichts. Ich habe mir vorgesetzt, dass mein Mund nicht soll übertreten.
Psa 17:4 Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk, vor dem Wege des Mörders.
Psa 17:5 Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, dass meine Tritte nicht gleiten.
Psa 17:6 Ich rufe zu dir, dass du, Gott, wollest mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede.
Psa 17:7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich gegen deine rechte Hand setzen.
Psa 17:8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
Psa 17:9 vor den Gottlosen, die mich verstören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen.
Psa 17:10 Ihr Herz schließen sie zu; mit ihrem Munde reden sie stolz.
Psa 17:11 Wo wir gehen, so umgeben sie uns; ihre Augen richten sie dahin, dass sie uns zur Erde stürzen;
Psa 17:12 gleichwie ein Löwe, der des Raubes begehrt, wie ein junger Löwe, der in der Höhle sitzt.
Psa 17:13 HErr, mache dich auf, überwältige ihn und demütige ihn, errette meine Seele von dem Gottlosen mit deinem Schwert,
Psa 17:14 von den Leuten mit deiner Hand, HErr, von den Leuten dieser Welt, welche ihr Teil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllst mit deinem Schatz, die da Söhne die Fülle haben und lassen ihr übriges ihren Kindern.
Psa 17:15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
Psa 18:1 Ein Psalm, vorzusingen, Davids, des Knechtes des HErrn, welcher hat dem Herrn die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HErr errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls,
Psa 18:2 und sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HErr, meine Stärke!
Psa 18:3 HErr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!
Psa 18:4 Ich rufe an den HErrn, den Hochgelobten, so werde ich von meinen Feinden erlöst.
Psa 18:5 Es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche des Verderbens erschreckten mich.
Psa 18:6 Der Hölle Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.
Psa 18:7 Da mir angst war, rief ich den HErrn an und schrie zu meinem Gott; da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.
Psa 18:8 Die Erde bebte und ward bewegt, und die Grundfesten der Berge regten sich und bebten, da er zornig war.
Psa 18:9 Dampf ging von seiner Nase und verzehrend Feuer von seinem Munde, dass es davon blitzte.
Psa 18:10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
Psa 18:11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher; er schwebte auf den Fittichen des Windes.
Psa 18:12 Sein Gezelt um ihn her war finster und schwarze, dicke Wolken, darin er verborgen war.
Psa 18:13 Vom Glanz vor ihm trennten sich die Wolken mit Hagel und Blitzen.
Psa 18:14 Und der HErr donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus mit Hagel und Blitzen.
Psa 18:15 Er schoss seine Strahlen und zerstreute sie; er ließ sehr blitzen und schreckte sie.
Psa 18:16 Da sah man das Bett der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, HErr, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nase.
Psa 18:17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und holte mich und zog mich aus großen Wassern.
Psa 18:18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren,
Psa 18:19 die mich überwältigten zur Zeit meines Unglücks; und der HErr ward meine Zuversicht.
Psa 18:20 Und er führte mich aus ins Weite. Er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.
Psa 18:21 Der HErr tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände.
Psa 18:22 Denn ich halte die Wege des HErrn und bin nicht gottlos wider meinen Gott.
Psa 18:23 Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir;
Psa 18:24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Sünden.
Psa 18:25 Darum vergilt mir der HErr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hände vor seinen Augen.
Psa 18:26 Bei den Heiligen bist du heilig, und bei den Frommen bist du fromm,
Psa 18:27 und bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt.
Psa 18:28 Denn du hilfst dem elenden Volk, und die hohen Augen erniedrigst du.
Psa 18:29 Denn du erleuchtest meine Leuchte; der HErr, mein Gott, macht meine Finsternis licht.
Psa 18:30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über die Mauer springen.
Psa 18:31 Gottes Wege sind vollkommen; die Reden des HErrn sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
Psa 18:32 Denn wo ist ein Gott außer dem HErrn, oder ein Hort außer unsrem Gott?
Psa 18:33 Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel.
Psa 18:34 Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen.
Psa 18:35 Er lehrt meine Hand streiten und lehrt meinen Arm einen ehernen Bogen spannen.
Psa 18:36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich; und wenn du mich demütigst, machst du mich groß.
Psa 18:37 Du machst unter mir Raum zu gehen, dass meine Knöchel nicht wanken.
Psa 18:38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen, und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.
Psa 18:39 Ich will sie zerschmettern; sie sollen mir nicht widerstehen und müssen unter meine Füße fallen.
Psa 18:40 Du kannst mich rüsten mit Stärke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen.
Psa 18:41 Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, dass ich meine Hasser verstöre.
Psa 18:42 Sie rufen – aber da ist kein Helfer – zum HErrn; aber er antwortet ihnen nicht.
Psa 18:43 Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegräumen wie den Kot auf der Gasse.
Psa 18:44 Du hilfst mir von dem zänkischen Volk und machst mich zum Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir;
Psa 18:45 es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren. Ja, den Kindern der Fremde hat's wider mich gefehlt;
Psa 18:46 die Kinder der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.
Psa 18:47 Der HErr lebt, und gelobt sei mein Hort; und erhoben werde der Gott meines Heils,
Psa 18:48 der Gott, der mir Rache gibt und zwingt die Völker unter mich;
Psa 18:49 der mich errettet von meinen Feinden und erhöht mich aus denen, die sich wider mich setzen; du hilfst mir von den Frevlern.
Psa 18:50 Darum will ich dir danken, HErr, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,
Psa 18:51 der seinem König großes Heil beweist und wohltut seinem Gesalbten, David und seinem Samen ewiglich.
Psa 19:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 19:2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.
Psa 19:3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern.
Psa 19:4 Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre.
Psa 19:5 Ihre Schnur geht aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende. Er hat der Sonne eine Hütte an ihnen gemacht;
Psa 19:6 und dieselbe geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich, wie ein Held zu laufen den Weg.
Psa 19:7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein Ende, und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen.
Psa 19:8 Das Gesetz des HErrn ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HErrn ist gewiss und macht die Unverständigen weise.
Psa 19:9 Die Befehle des HErrn sind richtig und erfreuen das Herz; die Gebote des HErrn sind lauter und erleuchten die Augen.
Psa 19:10 Die Furcht des HErrn ist rein und bleibt ewiglich; die Rechte des HErrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht.
Psa 19:11 Sie sind köstlicher denn Gold und viel feines Gold; sie sind süßer denn Honig und Honigseim.
Psa 19:12 Auch wird dein Knecht durch sie erinnert; und wer sie hält, der hat großen Lohn.
Psa 19:13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehle!
Psa 19:14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen, so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben großer Missetat.
Psa 19:15 Lass dir wohl gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HErr, mein Hort und mein Erlöser.
Psa 20:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 20:2 Der HErr erhöre dich in der Not; der Name des Gottes Jakobs schütze dich!
Psa 20:3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion.
Psa 20:4 Er gedenke all deines Speisopfers, und dein Brandopfer müsse vor ihm fett sein. (Sela.)
Psa 20:5 Er gebe dir was dein Herz begehrt, und erfülle alle deine Anschläge.
Psa 20:6 Wir rühmen, dass du uns hilfst, und im Namen unsres Gottes werfen wir Panier auf. Der HErr gewähre dir alle deine Bitten!
Psa 20:7 Nun merke ich, dass der HErr seinem Gesalbten hilft und erhört ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft mit Macht.
Psa 20:8 Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HErrn, unsres Gottes.
Psa 20:9 Sie sind niedergestürzt und gefallen; wir aber stehen aufgerichtet.
Psa 20:10 Hilf, HErr, dem König und erhöre uns, wenn wir rufen!
Psa 21:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 21:2 HErr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe!
Psa 21:3 Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. (Sela.)
Psa 21:4 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen; du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt.
Psa 21:5 Er bittet Leben von dir; so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich.
Psa 21:6 Er hat große Ehre an deiner Hilfe; du legest Lob und Schmuck auf ihn.
Psa 21:7 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich; du erfreuest ihn mit Freude vor deinem Antlitz.
Psa 21:8 Denn der König hofft auf den HErrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben.
Psa 21:9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde; deine Rechte wird finden, die dich hassen.
Psa 21:10 Du wirst sie machen wie ein Feuerofen, wenn du dreinsehen wirst; der HErr wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen.
Psa 21:11 Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdboden und ihren Samen von den Menschenkindern.
Psa 21:12 Denn sie gedachten dir Übles zu tun und machten Anschläge, die sie nicht konnten ausführen.
Psa 21:13 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen.
Psa 21:14 HErr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.
Psa 22:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen; von der Hinde, die früh gejagt wird.
Psa 22:2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule; aber meine Hilfe ist ferne.
Psa 22:3 Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht.
Psa 22:4 Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lobe Israels.
Psa 22:5 Unsre Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen aus.
Psa 22:6 Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und wurden nicht zu Schanden.
Psa 22:7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.
Psa 22:8 Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:
Psa 22:9 „Er klage es dem HErrn; der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm.”
Psa 22:10 Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warst meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war.
Psa 22:11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an; du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Psa 22:12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.
Psa 22:13 Große Farren haben mich umgeben, gewaltige Stiere haben mich umringt.
Psa 22:14 Ihren Rachen sperren sie auf gegen mich wie ein brüllender und reißender Löwe.
Psa 22:15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs.
Psa 22:16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.
Psa 22:17 Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.
Psa 22:18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir.
Psa 22:19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.
Psa 22:20 Aber du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!
Psa 22:21 Errette meine Seele vom Schwert, meine einsame von den Hunden!
Psa 22:22 Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern!
Psa 22:23 Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern; ich will dich in der Gemeinde rühmen.
Psa 22:24 Rühmet den HErrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels.
Psa 22:25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er's.
Psa 22:26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten.
Psa 22:27 Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.
Psa 22:28 Es werden gedenken und sich zum HErrn bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.
Psa 22:29 Denn des HErrn ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden.
Psa 22:30 Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden die Kniee beugen alle, die im Staub liegen, und die, so kümmerlich leben.
Psa 22:31 Er wird einen Samen haben, der ihm dient; vom HErrn wird man verkündigen zu Kindeskind.
Psa 22:32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, dass er's getan hat.
Psa 23:1 Ein Psalm Davids. Der HErr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Psa 23:2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Psa 23:3 Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Psa 23:4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Psa 23:5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Psa 23:6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar.
Psa 24:1 Ein Psalm Davids. Die Erde ist des HErrn und was darinnen ist, der Erdboden und was darauf wohnt.
Psa 24:2 Denn er hat ihn an die Meere gegründet und an den Wassern bereitet.
Psa 24:3 Wer wird auf des HErrn Berg gehen, und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
Psa 24:4 Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwört nicht fälschlich:
Psa 24:5 der wird den Segen vom HErrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.
Psa 24:6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. (Sela.)
Psa 24:7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
Psa 24:8 Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr, stark und mächtig, der HErr, mächtig im Streit.
Psa 24:9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!
Psa 24:10 Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr Zebaoth; er ist der König der Ehren. (Sela.)
Psa 25:1 Ein Psalm Davids. Nach dir, HErr, verlangt mich.
Psa 25:2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zu Schanden werden, dass sich meine Feinde nicht freuen über mich.
Psa 25:3 Denn keiner wird zu Schanden, der dein harret; aber zu Schanden müssen sie werden, die leichtfertigen Verächter.
Psa 25:4 HErr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige;
Psa 25:5 leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich dein.
Psa 25:6 Gedenke, HErr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist.
Psa 25:7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen; gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen!
Psa 25:8 Der HErr ist gut und fromm; darum unterweist er die Sünder auf dem Wege.
Psa 25:9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.
Psa 25:10 Die Wege des HErrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.
Psa 25:11 Um deines Namens willen, HErr, sei gnädig meiner Missetat, die da groß ist.
Psa 25:12 Wer ist der, der den HErrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg.
Psa 25:13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen.
Psa 25:14 Das Geheimnis des HErrn ist unter denen, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.
Psa 25:15 Meine Augen sehen stets zu dem HErrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
Psa 25:16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.
Psa 25:17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!
Psa 25:18 Siehe an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden!
Psa 25:19 Siehe, dass meiner Feinde so viel sind und hassen mich aus Frevel.
Psa 25:20 Bewahre meine Seele und errette mich, lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich traue auf dich.
Psa 25:21 Schlecht und Recht, das behüte mich; denn ich harre dein.
Psa 25:22 Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not!
Psa 26:1 Ein Psalm Davids. HErr, schaffe mir Recht; denn ich bin unschuldig! Ich hoffe auf den HErrn; darum werde ich nicht fallen.
Psa 26:2 Prüfe mich, HErr, und versuche mich; läutere meine Nieren und mein Herz.
Psa 26:3 Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit.
Psa 26:4 Ich sitze nicht bei den eitlen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.
Psa 26:5 Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Gottlosen.
Psa 26:6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, HErr, zu deinem Altar,
Psa 26:7 da man hört die Stimme des Dankens, und da man predigt alle deine Wunder.
Psa 26:8 HErr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.
Psa 26:9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
Psa 26:10 welche mit böser Tücke umgehen und nehmen gern Geschenke.
Psa 26:11 Ich aber wandle unschuldig. Erlöse mich und sei mir gnädig!
Psa 26:12 Mein Fuß geht richtig. Ich will dich loben, HErr, in den Versammlungen.
Psa 27:1 Ein Psalm Davids. Der HErr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten! Der HErr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen!
Psa 27:2 So die Bösen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen.
Psa 27:3 Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.
Psa 27:4 Eins bitte ich vom HErrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HErrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HErrn und seinen Tempel zu betrachten.
Psa 27:5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelt und erhöht mich auf einem Felsen,
Psa 27:6 und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem HErrn.
Psa 27:7 HErr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
Psa 27:8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: „Ihr sollt mein Antlitz suchen.” Darum suche ich auch, HErr, dein Antlitz.
Psa 27:9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hilfe. Lass mich nicht und tue nicht von mir die Hand ab, Gott, mein Heil!
Psa 27:10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HErr nimmt mich auf.
Psa 27:11 HErr, weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn um meiner Feinde willen.
Psa 27:12 Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen gegen mich und tun mir Unrecht ohne Scheu.
Psa 27:13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde das Gute des HErrn im Lande der Lebendigen.
Psa 27:14 Harre des HErrn! Sei getrost und unverzagt und harre des HErrn!
Psa 28:1 Ein Psalm Davids. Wenn ich rufe zu dir, HErr, mein Hort, so schweige mir nicht, auf dass nicht, wo du schweigst, ich gleich werde denen, die in die Grube fahren.
Psa 28:2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor.
Psa 28:3 Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.
Psa 28:4 Gib ihnen nach ihrer Tat und nach ihrem bösen Wesen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdient haben.
Psa 28:5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HErrn noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie zerbrechen und nicht aufbauen.
Psa 28:6 Gelobt sei der HErr; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens.
Psa 28:7 Der HErr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.
Psa 28:8 Der HErr ist ihre<RF>gemeint ist: DerŽHErr ist seines Volkes Stärke<Rf> Stärke; er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft.
Psa 28:9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide sie und erhöhe sie ewiglich!
Psa 29:1 Ein Psalm Davids. Bringet her dem HErrn, ihr Gewaltigen, bringet her dem HErrn Ehre und Stärke!
Psa 29:2 Bringet dem HErrn die Ehre seines Namens; betet an den HErrn in heiligem Schmuck!
Psa 29:3 Die Stimme des HErrn geht über den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der HErr über großen Wassern.
Psa 29:4 Die Stimme des HErrn geht mit Macht; die Stimme des HErrn geht herrlich.
Psa 29:5 Die Stimme des HErrn zerbricht die Zedern; der HErr zerbricht die Zedern im Libanon.
Psa 29:6 Und macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie ein junges Einhorn.
Psa 29:7 Die Stimme des HErrn sprüht Feuerflammen.
Psa 29:8 Die Stimme des HErrn erregt die Wüste; der HErr erregt die Wüste Kades.
Psa 29:9 Die Stimme des HErrn erregt die Hinden und entblößt die Wälder; und in seinem Tempel sagt ihm alles Ehre.
Psa 29:10 Der HErr sitzt, eine Sintflut anzurichten; und der HErr bleibt ein König in Ewigkeit.
Psa 29:11 Der HErr wird seinem Volk Kraft geben; der HErr wird sein Volk segnen mit Frieden.
Psa 30:1 Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses, von David.
Psa 30:2 Ich preise dich, HErr; denn du hast mich erhöht und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.
Psa 30:3 HErr, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.
Psa 30:4 HErr, du hast meine Seele aus der Hölle geführt; du hast mich lebend erhalten, da jene in die Grube fuhren.
Psa 30:5 Ihr Heiligen, lobsinget dem HErrn; danket und preiset seine Heiligkeit!
Psa 30:6 Denn sein Zorn währt einen Augenblick, und lebenslang seine Gnade; den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude.
Psa 30:7 Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr darniederliegen.
Psa 30:8 Denn, HErr, durch dein Wohlgefallen hattest du meinen Berg stark gemacht; aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.
Psa 30:9 Zu dir, HErr, rief ich, und zum HErrn flehte ich:
Psa 30:10 Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?
Psa 30:11 HErr, höre und sei mir gnädig! HErr, sei mein Helfer!
Psa 30:12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast mir meinen Sack ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,
Psa 30:13 auf dass dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HErr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Psa 31:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 31:2 HErr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!
Psa 31:3 Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Psa 31:4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wolltest du mich leiten und führen.
Psa 31:5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellt haben; denn du bist meine Stärke.
Psa 31:6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HErr, du treuer Gott.
Psa 31:7 Ich hasse, die da halten auf eitle Götzen; ich aber hoffe auf den HErrn.
Psa 31:8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und erkennst meine Seele in der Not
Psa 31:9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psa 31:10 HErr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Leib.
Psa 31:11 Denn mein Leben hat abgenommen vor Betrübnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.
Psa 31:12 Es geht mir so übel, dass ich bin eine große Schmach geworden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.
Psa 31:13 Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.
Psa 31:14 Denn ich höre, wie mich viele schelten, Schrecken ist um und um; sie ratschlagen miteinander über mich und denken, mir das Leben zu nehmen.
Psa 31:15 Ich aber, HErr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!
Psa 31:16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.
Psa 31:17 Lass leuchten dein Antlitz über deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte!
Psa 31:18 HErr, lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zu Schanden werden und schweigen in der Hölle.
Psa 31:19 Verstummen müssen falsche Mäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.
Psa 31:20 Wie groß ist deine Güte, die du verborgen hast für die, so dich fürchten, und erzeigest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!
Psa 31:21 Du verbirgst sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
Psa 31:22 Gelobt sei der HErr, dass er hat eine wunderbare Güte mir bewiesen in einer festen Stadt.
Psa 31:23 Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie.
Psa 31:24 Liebet den HErrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HErr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
Psa 31:25 Seid getrost und unverzagt, alle, die ihr des HErrn harret!
Psa 32:1 Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!
Psa 32:2 Wohl dem Menschen, dem der HErr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist!
Psa 32:3 Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.
Psa 32:4 Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. (Sela.)
Psa 32:5 Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HErrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. (Sela.)
Psa 32:6 Um deswillen werden alle Heiligen zu dir beten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselben gelangen.
Psa 32:7 Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. (Sela.)
Psa 32:8 „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.”
Psa 32:9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muss ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen.
Psa 32:10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HErrn hofft, den wird die Güte umfangen.
Psa 32:11 Freuet euch des HErrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen.
Psa 33:1 Freuet euch des HErrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn preisen.
Psa 33:2 Danket dem HErrn mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten.
Psa 33:3 Singet ihm ein neues Lied; machet's gut auf Saitenspiel mit Schall.
Psa 33:4 Denn des HErrn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiss.
Psa 33:5 Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Güte des Herrn.
Psa 33:6 Der Himmel ist durch das Wort des HErrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.
Psa 33:7 Er hält das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch und legt die Tiefen in das Verborgene.
Psa 33:8 Alle Welt fürchte den Herrn; und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt.
Psa 33:9 Denn so er spricht, so geschieht's; so er gebeut<RF>bedeutet: so er gebietet<Rf>, so stehet's da.
Psa 33:10 Der HErr macht zunichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Völker.
Psa 33:11 Aber der Rat des HErrn bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.
Psa 33:12 Wohl dem Volk, des Gott der HErr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!
Psa 33:13 Der HErr schaut vom Himmel und sieht aller Menschen Kinder.
Psa 33:14 Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen.
Psa 33:15 Er lenkt ihnen allen das Herz; er merkt auf alle ihre Werke.
Psa 33:16 Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft.
Psa 33:17 Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht.
Psa 33:18 Siehe, des HErrn Auge sieht auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,
Psa 33:19 dass er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teuerung.
Psa 33:20 Unsre Seele harret auf den HErrn; er ist unsre Hilfe und Schild.
Psa 33:21 Denn unser Herz freut sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen Namen.
Psa 33:22 Deine Güte, HErr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.
Psa 34:1 Ein Psalm Davids, da er seine Gebärde verstellte vor Abimelech, als der ihn von sich trieb und er wegging.
Psa 34:2 Ich will den HErrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Psa 34:3 Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, dass es die Elenden hören und sich freuen.
Psa 34:4 Preiset mit mir den HErrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen.
Psa 34:5 Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Psa 34:6 Welche auf ihn sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden.
Psa 34:7 Da dieser Elende rief, hörte der HErr und half ihm aus allen seinen Nöten.
Psa 34:8 Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus.
Psa 34:9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist. Wohl dem, der auf ihn traut!
Psa 34:10 Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen! denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
Psa 34:11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut.
Psa 34:12 Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HErrn lehren:
Psa 34:13 Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte?
Psa 34:14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Psa 34:15 Lass vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.
Psa 34:16 Die Augen des HErrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien;
Psa 34:17 das Antlitz aber des HErrn steht wider die, so Böses tun, dass er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde.
Psa 34:18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HErr und errettet sie aus all ihrer Not.
Psa 34:19 Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben.
Psa 34:20 Der Gerechte muss viel Leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allem.
Psa 34:21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass deren nicht eins zerbrochen wird.
Psa 34:22 Den Gottlosen wird das Unglück töten; und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben.
Psa 34:23 Der HErr erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben.
Psa 35:1 Ein Psalm Davids. HErr, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter.
Psa 35:2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!
Psa 35:3 Zücke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!
Psa 35:4 Es müssen sich schämen und gehöhnt werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückkehren und zu Schanden werden, die mir übelwollen.
Psa 35:5 Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des Herrn stoße sie weg.
Psa 35:6 Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HErrn verfolge sie.
Psa 35:7 Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, mich zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet.
Psa 35:8 Er müsse unversehens überfallen werden; und sein Netz, das er gestellt hat, müsse ihn fangen; und er müsse darin überfallen werden.
Psa 35:9 Aber meine Seele müsse sich freuen des HErrn und sei fröhlich über seine Hilfe.
Psa 35:10 Alle meine Gebeine müssen sagen: HErr, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern.
Psa 35:11 Es treten frevle Zeugen auf; die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin.
Psa 35:12 Sie tun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen.
Psa 35:13 Ich aber, wenn sie krank waren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete stets von Herzen;
Psa 35:14 ich hielt mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid trägt über seine Mutter.
Psa 35:15 Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie zerreißen und hören nicht auf.
Psa 35:16 Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauches willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich.
Psa 35:17 HErr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine einsame von den jungen Löwen!
Psa 35:18 Ich will dir danken in der großen Gemeinde, und unter vielem Volk will ich dich rühmen.
Psa 35:19 Lass sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen!
Psa 35:20 Denn sie trachten Schaden zu tun und suchen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande
Psa 35:21 und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: „Da, da! das sehen wir gerne.”
Psa 35:22 HErr, du siehst es, schweige nicht; HErr, sei nicht ferne von mir!
Psa 35:23 Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und Herr!
Psa 35:24 HErr, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, dass sie sich über mich nicht freuen.
Psa 35:25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: „Da, da! das wollten wir.” Lass sie nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.”
Psa 35:26 Sie müssen sich schämen und zu Schanden werden alle, die sich meines Übels freuen; sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen.
Psa 35:27 Rühmen und freuen müssen sich, die mir gönnen, dass ich recht behalte, und immer sagen: Der HErr sei hoch gelobt, der seinem Knechte wohlwill.
Psa 35:28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.
Psa 36:1 Ein Psalm Davids, des Knechtes des HErrn, vorzusingen.
Psa 36:2 Es ist aus Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, dass keine Gottesfurcht bei ihnen ist.
Psa 36:3 Sie schmücken sich untereinander selbst, dass sie ihre böse Sache fördern und andere verunglimpfem.
Psa 36:4 Alle ihre Worte sind schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, dass sie Gutes täten;
Psa 36:5 sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.
Psa 36:6 HErr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 36:7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie eine große Tiefe. HErr, du hilfst Menschen und Vieh.
Psa 36:8 Wie teuer ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Psa 36:9 Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom.
Psa 36:10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.
Psa 36:11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
Psa 36:12 Lass mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlosen stürze mich nicht;
Psa 36:13 sondern lass sie, die Übeltäter, daselbst fallen, dass sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen.
Psa 37:1 Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
Psa 37:2 Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
Psa 37:3 Hoffe auf den HErrn und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Psa 37:4 Habe Deine Lust am HErrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.
Psa 37:5 Befiehl dem HErrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen
Psa 37:6 und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
Psa 37:7 Sei stille dem HErrn und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht.
Psa 37:8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, erzürne dich nicht, dass du nicht auch übel tust.
Psa 37:9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HErrn harren, werden das Land erben.
Psa 37:10 Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.
Psa 37:11 Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.
Psa 37:12 Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn.
Psa 37:13 Aber der HErr lacht sein; denn er sieht, dass sein Tag kommt.
Psa 37:14 Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, dass sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.
Psa 37:15 Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.
Psa 37:16 Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen.
Psa 37:17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HErr erhält die Gerechten.
Psa 37:18 Der HErr kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.
Psa 37:19 Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben.
Psa 37:20 Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HErrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.
Psa 37:21 Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.
Psa 37:22 Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.
Psa 37:23 Von dem HErrn wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege.
Psa 37:24 Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HErr hält ihn bei der Hand.
Psa 37:25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.
Psa 37:26 Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein.
Psa 37:27 Lass vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar.
Psa 37:28 Denn der HErr hat das Recht lieb und verlässt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.
Psa 37:29 Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.
Psa 37:30 Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.
Psa 37:31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.
Psa 37:32 Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.
Psa 37:33 Aber der HErr lässt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.
Psa 37:34 Harre auf den HErrn und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbest; du wirst es sehen, dass die Gottlosen ausgerottet werden.
Psa 37:35 Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum.
Psa 37:36 Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden.
Psa 37:37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen.
Psa 37:38 Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.
Psa 37:39 Aber der HErr hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.
Psa 37:40 Und der HErr wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
Psa 38:1 Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis.
Psa 38:2 HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.
Psa 38:3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.
Psa 38:4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.
Psa 38:5 Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
Psa 38:6 Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.
Psa 38:7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.
Psa 38:8 Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
Psa 38:9 Es ist mit mir gar anders denn zuvor, und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.
Psa 38:10 HErr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Psa 38:11 Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.
Psa 38:12 Meine Lieben und Freunde treten zurück und scheuen meine Plage, und meine Nächsten stehen ferne.
Psa 38:13 Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.
Psa 38:14 Ich aber muss sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut,
Psa 38:15 und muss sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat.
Psa 38:16 Aber ich harre, HErr, auf dich; du, HErr, mein Gott, wirst erhören.
Psa 38:17 Denn ich denke: dass sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.
Psa 38:18 Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.
Psa 38:19 Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde.
Psa 38:20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel.
Psa 38:21 Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum dass ich ob dem Guten halte.
Psa 38:22 Verlass mich nicht, HErr! Mein Gott, sei nicht ferne von mir!
Psa 38:23 Eile, mir beizustehen, HErr, meine Hilfe.
Psa 39:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun.
Psa 39:2 Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muss den Gottlosen vor mir sehen.
Psa 39:3 Ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muss mein Leid in mich fressen.
Psa 39:4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.
Psa 39:5 Aber, HErr, lehre doch mich, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.
Psa 39:6 Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! (Sela.)
Psa 39:7 Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.
Psa 39:8 Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.
Psa 39:9 Errette mich von aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren ein Spott werden.
Psa 39:10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast's getan.
Psa 39:11 Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.
Psa 39:12 Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten. Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen! (Sela.)
Psa 39:13 Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin dein Pilgrim und dein Bürger wie alle meine Väter.
Psa 39:14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier sei.
Psa 40:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 40:2 Ich harrte des HErrn; und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien
Psa 40:3 und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich gewiss treten kann;
Psa 40:4 und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsren Gott. Das werden viele sehen und den HErrn fürchten und auf ihn hoffen.
Psa 40:5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HErrn und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und zu denen, die mit Lügen umgehen!
Psa 40:6 HErr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen; aber sie sind nicht zu zählen.
Psa 40:7 Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
Psa 40:8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.
Psa 40:9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.
Psa 40:10 Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HErr, das weißt du.
Psa 40:11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.
Psa 40:12 Du aber, HErr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.
Psa 40:13 Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, dass ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen.
Psa 40:14 Lass dir's gefallen, HErr, dass du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen!
Psa 40:15 Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, dass sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zu Schanden werden, die mir Übles gönnen.
Psa 40:16 Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: „Da, da!”
Psa 40:17 Es müssen dein sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: „Der HErr sei hoch gelobt!”
Psa 40:18 Denn ich bin arm und elend; der HErr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht!
Psa 41:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 41:2 Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt! Den wird der HErr erretten zur bösen Zeit.
Psa 41:3 Der HErr wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohl gehen auf Erden und wird ihn nicht geben in seiner Feinde Willen.
Psa 41:4 Der HErr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit.
Psa 41:5 Ich sprach: HErr, sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündigt.
Psa 41:6 Meine Feinde reden Arges gegen mich: „Wann wird er sterben und sein Name vergehen?”
Psa 41:7 Sie kommen, dass sie schauen, und meinen's doch nicht von Herzen; sondern suchen etwas, das sie lästern mögen, gehen hin und tragen's aus.
Psa 41:8 Alle, die mich hassen, raunen miteinander wider mich und denken Böses über mich.
Psa 41:9 Sie haben ein Bubenstück über mich beschlossen: „Wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen.”
Psa 41:10 Auch mein Freund, dem ich mich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich unter die Füße.
Psa 41:11 Du aber, HErr, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen.
Psa 41:12 Dabei merke ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind über mich nicht jauchzen wird.
Psa 41:13 Mich aber erhältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor dein Angesicht ewiglich.
Psa 41:14 Gelobet sei der HErr, der Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit! Amen, amen.
Psa 42:1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 42:2 Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psa 42:3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
Psa 42:4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Psa 42:5 Wenn ich denn des innewerde, so schütte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.
Psa 42:6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
Psa 42:7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.
Psa 42:8 Deine Fluten rauschen daher, dass hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
Psa 42:9 Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
Psa 42:10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
Psa 42:11 Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, dass mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
Psa 42:12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Psa 43:1 Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten.
Psa 43:2 Denn du bist der Gott meiner Stärke; warum verstößest du mich? Warum lässest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind drängt?
Psa 43:3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
Psa 43:4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.
Psa 43:5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Psa 44:1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 44:2 Gott, wir haben's mit unsren Ohren gehört, unsre Väter haben's uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.
Psa 44:3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du hast die Völker verderbt, aber sie hast du ausgebreitet.
Psa 44:4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
Psa 44:5 Du, Gott, bist mein König, der du Jakob Hilfe verheißest.
Psa 44:6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zerstoßen; in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen.
Psa 44:7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;
Psa 44:8 sondern du hilfst uns von unsren Feinden und machst zu Schanden, die uns hassen.
Psa 44:9 Wir wollen täglich rühmen von Gott und deinem Namen danken ewiglich. (Sela.)
Psa 44:10 Warum verstößest du uns denn nun und lässest uns zu Schanden werden und ziehst nicht aus unter unsrem Heer?
Psa 44:11 Du lässest uns fliehen vor unsrem Feind, dass uns berauben, die uns hassen.
Psa 44:12 Du lässest uns auffressen wie Schafe und zerstreuest uns unter die Heiden.
Psa 44:13 Du verkaufst dein Volk umsonst und nimmst nichts dafür.
Psa 44:14 Du machst uns zur Schmach unsren Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die um uns her sind.
Psa 44:15 Du machst uns zum Beispiel unter den Heiden und dass die Völker das Haupt über uns schütteln.
Psa 44:16 Täglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Scham,
Psa 44:17 dass ich die Schänder und Lästerer hören und die Feinde und Rachgierigen sehen muss.
Psa 44:18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dein nicht vergessen noch untreu in deinem Bund gehandelt.
Psa 44:19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Gang gewichen von deinem Weg,
Psa 44:20 dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis.
Psa 44:21 Wenn wir des Namens unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott,
Psa 44:22 würde das Gott nicht finden? Er kennt ja unsres Herzens Grund.
Psa 44:23 Denn wir werden ja um deinetwillen täglich erwürgt und sind geachtet wie Schlachtschafe.
Psa 44:24 Erwecke dich, HErr! Warum schläfst Du? Wache auf und verstoße uns nicht so gar!
Psa 44:25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unsres Elends und unsrer Drangsal?
Psa 44:26 Denn unsre Seele ist gebeugt zur Erde; unser Leib klebt am Erdboden.
Psa 44:27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psa 45:1 Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder Korah, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 45:2 Mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will singen von meinem König; meine Zunge ist wie der Griffel eines guten Schreibers.
Psa 45:3 Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, holdselig sind deine Lippen; darum segnet dich Gott ewiglich.
Psa 45:4 Gürte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön!
Psa 45:5 Es müsse dir gelingen in deinem Schmuck. Zieh einher der Wahrheit zugut, und die Elenden bei Recht zu erhalten, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.
Psa 45:6 Scharf sind deine Pfeile, dass die Völker vor dir niederfallen; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.
Psa 45:7 Gott, dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter.
Psa 45:8 Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl mehr denn deine Gesellen.
Psa 45:9 Deine Kleider sind eitel Myrrhe, Aloe und Kassia, wenn du aus den elfenbeinernen Palästen dahertrittst in deiner schönen Pracht.
Psa 45:10 In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut steht zu deiner Rechten in eitel köstlichem Gold.
Psa 45:11 Höre, Tochter, sieh und neige deine Ohren; vergiss deines Volks und deines Vaterhauses,
Psa 45:12 so wird der König Lust an deiner Schöne haben; denn er ist dein HErr, und du sollst ihn anbeten.
Psa 45:13 Die Tochter Tyrus wird mit Geschenk dasein; die Reichen im Volk werden vor dir flehen.
Psa 45:14 Des Königs Tochter drinnen ist ganz herrlich; sie ist mit goldenen Gewändern gekleidet.
Psa 45:15 Man führt sie in gestickten Kleidern zum König; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führt man zu dir.
Psa 45:16 Man führt sie mit Freuden und Wonne, und sie gehen in des Königs Palast.
Psa 45:17 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt.
Psa 45:18 Ich will deines Namens gedenken von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Völker immer und ewiglich.
Psa 46:1 Ein Lied der Kinder Korah, von der Jugend, vorzusingen.
Psa 46:2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Psa 46:3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
Psa 46:4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (Sela.)
Psa 46:5 Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.
Psa 46:6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.
Psa 46:7 Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt.
Psa 46:8 Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
Psa 46:9 Kommet her und schauet die Werke des HErrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet,
Psa 46:10 der den Kriegen steuert<RF>bedeutet: entgegenwirkt, sie beendet<Rf> in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.
Psa 46:11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden.
Psa 46:12 Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. (Sela.)
Psa 47:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 47:2 Frohlocket mit Händen, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Psa 47:3 Denn der HErr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden.
Psa 47:4 Er zwingt die Völker unter uns und die Leute unter unsre Füße.
Psa 47:5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. (Sela.)
Psa 47:6 Gott fährt auf mit Jauchzen und der HErr mit heller Posaune.
Psa 47:7 Lobsinget, lobsinget Gott; lobsinget, lobsinget unsrem König!
Psa 47:8 Denn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm klüglich!
Psa 47:9 Gott ist König über die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhl.
Psa 47:10 Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volk des Gottes Abrahams; denn Gottes sind die Schilde auf Erden, er hat sich sehr erhöht.
Psa 48:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah.
Psa 48:2 Groß ist der HErr und hochberühmt in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.
Psa 48:3 Schön ragt empor der Berg Zion, des sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs.
Psa 48:4 Gott ist in ihren Palästen bekannt, dass er der Schutz sei.
Psa 48:5 Denn siehe, Könige waren versammelt und sind miteinander vorübergezogen.
Psa 48:6 Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt.
Psa 48:7 Zittern ist sie daselbst angekommen, Angst wie eine Gebärerin.
Psa 48:8 Du zerbrichst die Schiffe im Meer durch den Ostwind.
Psa 48:9 Wie wir gehört haben, so sehen wir's an der Stadt des HErrn Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes; Gott erhält sie ewiglich. (Sela.)
Psa 48:10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel.
Psa 48:11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.
Psa 48:12 Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Judas seien fröhlich um deiner Gerichte willen.
Psa 48:13 Machet euch um Zion und umfanget sie, zählet ihre Türme;
Psa 48:14 achtet mit Fleiß auf ihre Mauern, durchwandelt ihre Paläste, auf dass ihr davon verkündiget den Nachkommen,
Psa 48:15 dass dieser Gott sei unser Gott immer und ewiglich. Er führt uns wie die Jugend.
Psa 49:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 49:2 Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,
Psa 49:3 beide, gemeiner Mann und Herren, beide, reich und arm, miteinander!
Psa 49:4 Mein Mund soll von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.
Psa 49:5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und kundtun mein Rätsel beim Klange der Harfe.
Psa 49:6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Untertreter umgibt,
Psa 49:7 die sich verlassen auf ihr Gut und trotzen auf ihren großen Reichtum?
Psa 49:8 Kann doch einen Bruder niemand erlösen noch ihn Gott versöhnen
Psa 49:9 (denn es kostet zuviel, ihre Seele zu erlösen; man muss es lassen anstehen ewiglich),
Psa 49:10 dass er fortlebe immerdar und die Grube nicht sehe.
Psa 49:11 Denn man wird sehen, dass die Weisen sterben sowohl als die Toren und Narren umkommen und müssen ihr Gut andern lassen.
Psa 49:12 Das ist ihr Herz, dass ihre Häuser währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für; und haben große Ehre auf Erden.
Psa 49:13 Dennoch kann ein Mensch nicht bleiben in solchem Ansehen, sondern muss davon wie ein Vieh.
Psa 49:14 Dies ihr Tun ist eitel Torheit; doch loben's ihre Nachkommen mit ihrem Munde. (Sela.)
Psa 49:15 Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod weidet sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muss vergehen; in der Hölle müssen sie bleiben.
Psa 49:16 Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt; denn er hat mich angenommen. (Sela.)
Psa 49:17 Lass dich's nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.
Psa 49:18 Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.
Psa 49:19 Er tröstet sich wohl dieses guten Lebens, und man preiset's, wenn einer sich gütlich tut;
Psa 49:20 aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr.
Psa 49:21 Kurz, wenn ein Mensch in Ansehen ist und hat keinen Verstand, so fährt er davon wie ein Vieh.
Psa 50:1 Ein Psalm Asaphs. Gott, der HErr, der Mächtige, redet und ruft der Welt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Psa 50:2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
Psa 50:3 Unser Gott kommt und schweigt nicht. Fressend Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein großes Wetter.
Psa 50:4 Er ruft Himmel und Erde, dass er sein Volk richte:
Psa 50:5 „Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir gemacht haben beim Opfer.”
Psa 50:6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn Gott ist Richter. (Sela.)
Psa 50:7 „Höre, mein Volk, lass mich reden; Israel, lass mich unter dir zeugen: Ich, Gott, bin dein Gott.
Psa 50:8 Deines Opfers halber strafe ich dich nicht, sind doch deine Brandopfer immer vor mir.
Psa 50:9 Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen noch Böcke aus deinen Ställen.
Psa 50:10 Denn alle Tiere im Walde sind mein und das Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen.
Psa 50:11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und allerlei Tier auf dem Feld ist vor mir.
Psa 50:12 Wo mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein und alles, was darinnen ist.
Psa 50:13 Meinst du, dass ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bocksblut trinken?
Psa 50:14 Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde
Psa 50:15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.”
Psa 50:16 Aber zum Gottlosen spricht Gott: „Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
Psa 50:17 so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?
Psa 50:18 Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
Psa 50:19 Deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit.
Psa 50:20 Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du.
Psa 50:21 Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich werde sein gleichwie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen.
Psa 50:22 Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, dass ich nicht einmal hinraffe und sei kein Retter da.
Psa 50:23 Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.”
Psa 51:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen;
Psa 51:2 da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath-Seba eingegangen.
Psa 51:3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Psa 51:4 Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde.
Psa 51:5 Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
Psa 51:6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst<RF>eigentlich: in deinem Gericht<Rf>.
Psa 51:7 Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
Psa 51:8 Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit.
Psa 51:9 Entsündige mich mit Isop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiß werde.
Psa 51:10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Psa 51:11 Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten.
Psa 51:12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Psa 51:13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Psa 51:14 Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem freudigen Geist rüste mich aus.
Psa 51:15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Psa 51:16 Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
Psa 51:17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Psa 51:18 Denn du hast nicht Lust zum Opfer – ich wollte dir's sonst wohl geben –, und Brandopfer gefallen dir nicht.
Psa 51:19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Psa 51:20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem.
Psa 51:21 Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.
Psa 52:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen;  
Psa 52:2 da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen.
Psa 52:3 Was trotzest du denn, du Tyrann, dass du kannst Schaden tun; so doch Gottes Güte noch täglich währet?
Psa 52:4 Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lügen wie ein scharfes Schermesser.
Psa 52:5 Du redest lieber Böses denn Gutes, und Falsches denn Rechtes. (Sela.
Psa 52:6 Du redest gerne alles, was zu verderben dient, mit falscher Zunge.
Psa 52:7 Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstören und zerschlagen und aus deiner Hütte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. (Sela.)
Psa 52:8 Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden sein lachen:
Psa 52:9 „Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden zu tun.”
Psa 52:10 Ich aber werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich.
Psa 52:11 Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; ich will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude daran.
Psa 53:1 Eine Unterweisung Davids, im Chor umeinander vorzusingen.
Psa 53:2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel geworden in ihrem bösen Wesen; da ist keiner, der Gutes tut.
Psa 53:3 Gott schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei, der nach Gott frage.
Psa 53:4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
Psa 53:5 Wollen denn die Übeltäter sich nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren? Gott rufen sie nicht an.
Psa 53:6 Da fürchten sie sich aber, wo nichts zu fürchten ist; denn Gott zerstreut die Gebeine derer, die dich belagern. Du machst sie zu Schanden; denn Gott verschmäht sie.
Psa 53:7 Ach dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangen Volk erlösete! So würde sich Jakob freuen und Israel fröhlich sein.
Psa 54:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel;
Psa 54:2 da die von Siph kamen und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen.
Psa 54:3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Gewalt.
Psa 54:4 Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes.
Psa 54:5 Denn Stolze setzen sich wider mich, und Trotzige stehen mir nach meiner Seele und haben Gott nicht vor Augen. (Sela.)
Psa 54:6 Siehe, Gott steht mir bei, der HErr erhält meine Seele.
Psa 54:7 Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. Verstöre sie durch deine Treue!
Psa 54:8 So will ich dir ein Freudenopfer tun und deinem Namen, HErr, danken, dass er so tröstlich ist.
Psa 54:9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, dass mein Auge an meinen Feinden Lust sieht.
Psa 55:1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 55:2 Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
Psa 55:3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule,
Psa 55:4 dass der Feind so schreit und der Gottlose drängt; denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram.
Psa 55:5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.
Psa 55:6 Furcht und Zittern ist mich angekommen, und Grauen hat mich überfallen.
Psa 55:7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich flöge und wo bliebe!
Psa 55:8 Siehe, so wollte ich ferne wegfliehen und in der Wüste bleiben. (Sela.)
Psa 55:9 Ich wollte eilen, dass ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter.
Psa 55:10 Mache ihre Zunge uneins, HErr, und lass sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.
Psa 55:11 Solches geht Tag und Nacht um und um auf ihren Mauern, und Mühe und Arbeit ist drinnen.
Psa 55:12 Schadentun regieret drinnen; Lügen und Trügen lässt nicht von ihrer Gasse.
Psa 55:13 Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich's leiden; und wenn mein Hasser wider mich pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen.
Psa 55:14 Du aber bist mein Geselle, mein Freund und mein Verwandter,
Psa 55:15 die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes unter der Menge.
Psa 55:16 Der Tod übereile sie, dass sie lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.
Psa 55:17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HErr wird mir helfen.
Psa 55:18 Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören.
Psa 55:19 Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft ihr Ruhe; denn ihrer viele sind wider mich.
Psa 55:20 Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibt. (Sela.) Denn sie werden nicht anders und fürchten Gott nicht.
Psa 55:21 Sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.
Psa 55:22 Ihr Mund ist glätter denn Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl, und sind doch bloße Schwerter.
Psa 55:23 Wirf dein Anliegen auf den HErrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.
Psa 55:24 Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube: die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.
Psa 56:1 Ein gülden Kleinod Davids, von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath.
Psa 56:2 Gott, sei mir gnädig, denn Menschen schnauben wider mich; täglich streiten sie und ängsten mich.
Psa 56:3 Meine Feinde schnauben täglich; denn viele streiten stolz wider mich.
Psa 56:4 Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.
Psa 56:5 Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch tun?
Psa 56:6 Täglich fechten sie meine Worte an; all ihre Gedanken sind, dass sie mir Übel tun.
Psa 56:7 Sie halten zuhauf und lauern und haben acht auf meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen.
Psa 56:8 Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter!
Psa 56:9 Zähle die Wege meiner Flucht; fasse meine Tränen in deinen Krug. Ohne Zweifel, du zählst sie.
Psa 56:10 Dann werden sich meine Feinde müssen zurückkehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, dass du mein Gott bist.
Psa 56:11 Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HErrn Wort.
Psa 56:12 Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen tun?
Psa 56:13 Ich habe dir, Gott, gelobt, dass ich dir danken will;
Psa 56:14 denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, dass ich wandle vor Gott im Licht der Lebendigen.
Psa 57:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, dass er nicht umkäme, da er vor Saul floh in die Höhle.
Psa 57:2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis dass das Unglück vorübergehe.
Psa 57:3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht.
Psa 57:4 Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmähung des, der wider mich schnaubt. (Sela.) Gott sendet seine Güte und Treue.
Psa 57:5 Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen; die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
Psa 57:6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.
Psa 57:7 Sie stellen meinem Gang Netze und drücken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube, und fallen selbst hinein. (Sela.)
Psa 57:8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.
Psa 57:9 Wache auf, meine Ehre, wache auf, Psalter und Harfe! Mit der Frühe will ich aufwachen.
Psa 57:10 HErr, ich will dir danken unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Psa 57:11 Denn deine Güte ist, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 57:12 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.
Psa 58:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, dass er nicht umkäme.
Psa 58:2 Seid ihr denn stumm, dass ihr nicht reden wollt, was recht ist, und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder?
Psa 58:3 Ja, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande und gehet stracks durch, mit euren Händen zu freveln.
Psa 58:4 Die Gottlosen sind verkehrt von Mutterschoß an; die Lügner irren von Mutterleib an.
Psa 58:5 Ihr Wüten ist gleichwie das Wüten einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft,
Psa 58:6 dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der wohl beschwören kann.
Psa 58:7 Gott, zerbrich ihre Zähne in ihrem Maul; zerstoße, HErr, das Gebiss der jungen Löwen!
Psa 58:8 Sie werden zergehen wie Wasser, das dahinfließt. Sie zielen mit ihren Pfeilen; aber dieselben zerbrechen.
Psa 58:9 Sie vergehen wie die Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht.
Psa 58:10 Ehe eure Dornen reif werden am Dornstrauch, wird sie ein Zorn so frisch wegreißen.
Psa 58:11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut,
Psa 58:12 dass die Leute werden sagen: Der Gerechte wird ja seiner Frucht genießen; es ist ja noch Gott Richter auf Erden.
Psa 59:1 Ein gülden Kleinod Davids, dass er nicht umkäme, da Saul hinsandte und ließ sein Haus verwahren, dass er ihn tötete.
Psa 59:2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen.
Psa 59:3 Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen.
Psa 59:4 Denn siehe, HErr, sie lauern auf meine Seele; die Starken sammeln sich wider mich ohne meine Schuld und Missetat.
Psa 59:5 Sie laufen ohne meine Schuld und bereiten sich. Erwache und begegne mir und siehe drein.
Psa 59:6 Du, HErr, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle Heiden; sei der keinem gnädig, die so verwegene Übeltäter sind. (Sela.)
Psa 59:7 Des Abends heulen sie wiederum wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.
Psa 59:8 Siehe, sie plaudern miteinander; Schwerter sind in ihren Lippen: „Wer sollte es hören?”
Psa 59:9 Aber du, HErr, wirst ihrer lachen und aller Heiden spotten.
Psa 59:10 Vor ihrer Macht halte ich mich zu dir; denn Gott ist mein Schutz.
Psa 59:11 Gott erzeigt mir reichlich seine Güte; Gott lässt mich meine Lust sehen an meinen Feinden.
Psa 59:12 Erwürge sie nicht, dass es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, HErr, unser Schild, und stoße sie hinunter!
Psa 59:13 Das Wort ihrer Lippen ist eitel Sünde, darum müssen sie gefangen werden in ihrer Hoffart; denn sie reden eitel Fluchen und Lügen.
Psa 59:14 Vertilge sie ohne alle Gnade; vertilge sie, dass sie nichts seien und innewerden, dass Gott Herrscher sei in Jakob, in aller Welt. (Sela.)
Psa 59:15 Des Abends heulen sie wiederum wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.
Psa 59:16 Sie laufen hin und her um Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.
Psa 59:17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.
Psa 59:18 Ich will dir, mein Hort, lobsingen; denn du, Gott, bist mein Schutz und mein gnädiger Gott.
Psa 60:1 Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen; von der Rose des Zeugnisses, zu lehren;
Psa 60:2 da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba; da Joab umkehrte und schlug der Edomiter im Salztal zwölftausend.
Psa 60:3 Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast und zornig warst, tröste uns wieder.
Psa 60:4 Der du die Erde bewegt und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellt ist.
Psa 60:5 Denn du hast deinem Volk Hartes erzeigt; du hast uns einen Trunk Weins gegeben, dass wir taumelten;
Psa 60:6 du hast aber doch ein Panier gegeben denen, die dich fürchten, welches sie aufwarfen und das sie sicher machte. (Sela.)
Psa 60:7 Auf dass deine Lieben erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre uns.
Psa 60:8 Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will teilen Sichem und abmessen das Tal Sukkoth.
Psa 60:9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,
Psa 60:10 Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh strecke ich über Edom, Philistäa jauchzt mir zu.
Psa 60:11 Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis nach Edom?
Psa 60:12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unsrem Heer?
Psa 60:13 Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Psa 60:14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde untertreten.
Psa 61:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 61:2 Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet!
Psa 61:3 Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.
Psa 61:4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.
Psa 61:5 Lass mich wohnen in deiner Hütte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. (Sela.)
Psa 61:6 Denn du, Gott, hörst meine Gelübde; du belohnst die wohl, die deinen Namen fürchten.
Psa 61:7 Du wollest dem König langes Leben geben, dass seine Jahre währen immer für und für,
Psa 61:8 dass er immer bleibe vor Gott. Erzeige ihm Güte und Treue, die ihn behüten.
Psa 61:9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, dass ich meine Gelübde bezahle täglich.
Psa 62:1 Ein Psalm Davids für Jeduthun, vorzusingen.
Psa 62:2 Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.
Psa 62:3 Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, meine Schutz, dass mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist.
Psa 62:4 Wie lange stellet ihr alle einem nach, dass ihr ihn erwürget – als eine hangende Wand und zerrissene Mauer?
Psa 62:5 Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge; geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. (Sela.)
Psa 62:6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.
Psa 62:7 Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde.
Psa 62:8 Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.
Psa 62:9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (Sela.)
Psa 62:10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wiegen weniger denn nichts, so viel ihrer ist.
Psa 62:11 Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das eitel ist; fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht daran.
Psa 62:12 Gott hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehört: dass Gott allein mächtig ist.
Psa 62:13 Und du, HErr, bist gnädig und bezahlst einem jeglichen, wie er's verdient.
Psa 63:1 Ein Psalm Davids, da er war in der Wüste Juda.
Psa 63:2 Gott, du bist mein Gott; frühe wache ich zu dir. Es dürstet meine Seele nach dir; mein Fleisch verlangt nach dir in einem trockenen und dürren Land, da kein Wasser ist.
Psa 63:3 Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre.
Psa 63:4 Denn deine Güte ist besser denn Leben; meine Lippen preisen dich.
Psa 63:5 Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.
Psa 63:6 Das wäre meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte.
Psa 63:7 Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir.
Psa 63:8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Psa 63:9 Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhält mich.
Psa 63:10 Sie aber stehen nach meiner Seele, mich zu überfallen; sie werden unter die Erde hinunterfahren.
Psa 63:11 Sie werden ins Schwert fallen und den Füchsen zuteil werden.
Psa 63:12 Aber der König freut sich in Gott. Wer bei ihm schwört, wird gerühmt werden; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.
Psa 64:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 64:2 Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage; behüte mein Leben vor dem grausamen Feinde.
Psa 64:3 Verbirg mich vor der Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Übeltäter,
Psa 64:4 welche ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, die mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,
Psa 64:5 dass sie heimlich schießen den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.
Psa 64:6 Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?
Psa 64:7 Sie erdichten Schalkheit und halten's heimlich, sind verschlagen und haben geschwinde Ränke.
Psa 64:8 Aber Gott wird sie plötzlich schießen, dass es ihnen wehe tun wird.
Psa 64:9 Ihre eigene Zunge wird sie fällen, dass ihrer spotten wird, wer sie sieht.
Psa 64:10 Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: „Das hat Gott getan!” und merken, dass es sein Werk sei.
Psa 64:11 Die Gerechten werden sich des HErrn freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich des rühmen.
Psa 65:1 Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen.
Psa 65:2 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlt man Gelübde.
Psa 65:3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
Psa 65:4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünden vergeben.
Psa 65:5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, dass er wohne in deinen Höfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.
Psa 65:6 Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer;
Psa 65:7 der die Berge fest setzt in seiner Kraft und gerüstet ist mit Macht;
Psa 65:8 der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
Psa 65:9 dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, gegen Morgen und gegen Abend.
Psa 65:10 Du suchst das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du lässt ihr Getreide wohl geraten; denn also bauest du das Land.
Psa 65:11 Du tränkest seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.
Psa 65:12 Du krönest das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Fett.
Psa 65:13 Die Weiden in der Wüste sind auch fett, dass sie triefen, und die Hügel sind umher lustig.
Psa 65:14 Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.
Psa 66:1 Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande!
Psa 66:2 Lobsinget zu Ehren seinem Namen; rühmet ihn herrlich!
Psa 66:3 Sprechet zu Gott: „Wie wunderbar sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht.
Psa 66:4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.” (Sela.)
Psa 66:5 Kommet her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist mit seinem Tun unter den Menschenkindern.
Psa 66:6 Er verwandelte das Meer ins Trockene, dass man zu Fuß über das Wasser ging; dort freuten wir uns sein.
Psa 66:7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können. (Sela.)
Psa 66:8 Lobet, ihr Völker, unsren Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen,
Psa 66:9 der unsre Seelen im Leben erhält und lässt unsre Füße nicht gleiten.
Psa 66:10 Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert, wie das Silber geläutert wird;
Psa 66:11 du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsre Lenden eine Last gelegt;
Psa 66:12 du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen: aber du hast uns ausgeführt und erquickt.
Psa 66:13 Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelübde bezahlen,
Psa 66:14 wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not.
Psa 66:15 Ich will dir Brandopfer bringen von feisten Schafen samt dem Rauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. (Sela.)
Psa 66:16 Kommet her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.
Psa 66:17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und pries ihn mit meiner Zunge.
Psa 66:18 Wo ich Unrechtes vorhätte in meinem Herzen, so würde der HErr nicht hören;
Psa 66:19 aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.
Psa 66:20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Psa 67:1 Ein Psalmlied, vorzusingen, auf Saitenspiel.
Psa 67:2 Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten (Sela),
Psa 67:3 dass man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil.
Psa 67:4 Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker.
Psa 67:5 Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. (Sela.)
Psa 67:6 Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker.
Psa 67:7 Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott.
Psa 67:8 Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!
Psa 68:1 Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.
Psa 68:2 Es stehe Gott auf, dass seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen.
Psa 68:3 Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott.
Psa 68:4 Die Gerechten aber müssen sich freuen und fröhlich sein vor Gott und von Herzen sich freuen.
Psa 68:5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der durch die Wüste herfährt – er heißt HErr –, und freuet euch vor ihm,
Psa 68:6 der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Witwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung,
Psa 68:7 ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausführt zu rechter Zeit und lässt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre.
Psa 68:8 Gott, da du vor deinem Volk her zogst, da du einhergingst in der Wüste (Sela),
Psa 68:9 da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott, dieser Sinai vor dem Gott, der Israels Gott ist.
Psa 68:10 Du gabst, Gott, einen gnädigen Regen; und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,
Psa 68:11 dass deine Herde darin wohnen könne. Gott, du labtest die Elenden mit deinen Gütern.
Psa 68:12 Der HErr gab das Wort mit großen Scharen Evangelisten:
Psa 68:13 „Die Könige der Heerscharen flohen eilends, und die Hausehre teilte den Raub aus.
Psa 68:14 Wenn ihr zwischen den Hürden laget, so glänzte es wie der Taube Flügel, die wie Silber und Gold schimmern.
Psa 68:15 Als der Allmächtige die Könige im Lande zerstreute, da ward es helle, wo es dunkel war.”
Psa 68:16 Ein Gebirge Gottes ist das Gebirge Basans; ein großes Gebirge ist das Gebirge Basans.
Psa 68:17 Was sehet ihr scheel, ihr großen Gebirge, auf den Berg, da Gott Lust hat zu wohnen? Und der HErr bleibt auch immer daselbst.
Psa 68:18 Der Wagen Gottes sind vieltausendmal tausend; der HErr ist unter ihnen am heiligen Sinai.
Psa 68:19 Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf dass Gott der HErr daselbst wohne.
Psa 68:20 Gelobet sei der HErr täglich. Gott legt uns eine Last auf; aber er hilft uns auch. (Sela.)
Psa 68:21 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HErrn Herrn, der vom Tode errettet.
Psa 68:22 Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Haarschädel derer, die da fortfahren in ihrer Sünde.
Psa 68:23 Der HErr hat gesagt: „Aus Basan will ich sie wieder holen, aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,
Psa 68:24 dass dein Fuß in der Feinde Blut gefärbt werde und deine Hunde es lecken.”
Psa 68:25 Man sieht, Gott, wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.
Psa 68:26 Die Sänger gehen vorher, darnach die Spielleute unter den Jungfrauen, die da pauken:
Psa 68:27 „Lobet Gott den HErrn in den Versammlungen, ihr vom Brunnen Israels!”
Psa 68:28 Da herrscht unter ihnen der kleine Benjamin, die Fürsten Judas mit ihren Haufen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphthalis.
Psa 68:29 Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet; das wollest du, Gott, uns stärken, denn es ist dein Werk.
Psa 68:30 Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Könige Geschenke zuführen.
Psa 68:31 Schilt das Tier im Rohr, die Rotte der Ochsen mit ihren Kälbern, den Völkern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreut die Völker, die da gerne kriegen.
Psa 68:32 Die Fürsten aus Ägypten werden kommen; Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu Gott.
Psa 68:33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem HErrn (Sela),
Psa 68:34 dem, der da fährt im Himmel allenthalben von Anbeginn! Siehe, er wird seinem Donner Kraft geben.
Psa 68:35 Gebet Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel, und seine Macht in den Wolken.
Psa 68:36 Gott ist wundersam in seinem Heiligtum. Er ist Gott Israels; er wird dem Volk Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!
Psa 69:1 Ein Psalm Davids, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 69:2 Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele.
Psa 69:3 Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersäufen.
Psa 69:4 Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heiser; das Gesicht vergeht mir, dass ich so lange muss harren auf meinen Gott.
Psa 69:5 Die mich ohne Ursache hassen, deren ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig. Ich muss bezahlen, was ich nicht geraubt habe.
Psa 69:6 Gott, du weißt meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen.
Psa 69:7 Lass nicht zu Schanden werden an mir, die dein harren, Herr HErr Zebaoth! Lass nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels!
Psa 69:8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach; mein Angesicht ist voller Schande.
Psa 69:9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt meiner Mutter Kindern.
Psa 69:10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen; und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
Psa 69:11 Und ich weine und faste bitterlich; und man spottet mein dazu.
Psa 69:12 Ich habe einen Sack angezogen; aber sie treiben Gespött mit mir.
Psa 69:13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und in den Zechen singt man von mir.
Psa 69:14 Ich aber bete, HErr, zu dir zur angenehmen Zeit; Gott, durch deine große Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
Psa 69:15 Errette mich aus dem Kot, dass ich nicht versinke; dass ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser;
Psa 69:16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch der Grube nicht über mir zusammengehe.
Psa 69:17 Erhöre mich, HErr, denn dein Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
Psa 69:18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilend.
Psa 69:19 Mache dich zu meiner Seele und erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen.
Psa 69:20 Du weißt meine Schmach, Schande und Scham; meine Widersacher sind alle vor dir.
Psa 69:21 Die Schmach bricht mir mein Herz und kränkt mich. Ich warte, ob's jemand jammere – aber da ist niemand –, und auf Tröster – aber ich finde keine.
Psa 69:22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem großen Durst.
Psa 69:23 Ihr Tisch werde vor ihnen zum Strick, zur Vergeltung und zu einer Falle.
Psa 69:24 Ihre Augen müssen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Lenden lass immer wanken.
Psa 69:25 Gieße deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.
Psa 69:26 Ihre Wohnung müsse wüst werden, und sei niemand, der in ihren Hütten wohne.
Psa 69:27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, dass du die Deinen übel schlagest.
Psa 69:28 Lass sie in eine Sünde über die andere fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.
Psa 69:29 Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, dass sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden.
Psa 69:30 Ich aber bin elend, und mir ist wehe. Gott, deine Hilfe schütze mich!
Psa 69:31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.
Psa 69:32 Das wird dem HErrn besser gefallen denn ein Farre, der Hörner und Klauen hat.
Psa 69:33 Die Elenden sehen's und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben.
Psa 69:34 Denn der HErr hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.
Psa 69:35 Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich darin regt.
Psa 69:36 Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, dass man daselbst wohne und sie besitze.
Psa 69:37 Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.
Psa 70:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Gedächtnis.
Psa 70:2 Eile, Gott, mich zu erretten, HErr, mir zu helfen!
Psa 70:3 Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen; sie müssen zurückkehren und gehöhnt werden, die mir Übles wünschen,
Psa 70:4 dass sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: „Da, da!”
Psa 70:5 Sich freuen und fröhlich müssen sein an dir, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, immer sagen: Hoch gelobt sei Gott!
Psa 70:6 Ich aber bin elend und arm. Gott, eile zu mir, denn du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht!
Psa 71:1 HErr, ich traue auf dich; lass mich nimmermehr zu Schanden werden.
Psa 71:2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir!
Psa 71:3 Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.
Psa 71:4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.
Psa 71:5 Denn du bist meine Zuversicht, Herr HErr, meine Hoffnung von meiner Jugend an.
Psa 71:6 Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leib gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir.
Psa 71:7 Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht.
Psa 71:8 Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.
Psa 71:9 Verwirf mich nicht in meinem Alter; verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.
Psa 71:10 Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele lauern, beraten sich miteinander
Psa 71:11 und sprechen: „Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter.”
Psa 71:12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!
Psa 71:13 Schämen müssen sich und umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen.
Psa 71:14 Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen.
Psa 71:15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht alle zählen kann.
Psa 71:16 Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HErrn; ich preise deine Gerechtigkeit allein.
Psa 71:17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und bis hierher verkündige ich deine Wunder.
Psa 71:18 Auch verlass mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.
Psa 71:19 Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich?
Psa 71:20 Denn du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf.
Psa 71:21 Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
Psa 71:22 So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel.
Psa 71:23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sind fröhlich und lobsingen dir.
Psa 71:24 Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit; denn schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen.
Psa 72:1 Des Salomo. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit des Königs Sohne,
Psa 72:2 dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.
Psa 72:3 Lass die Berge den Frieden bringen unter das Volk und die Hügel die Gerechtigkeit.
Psa 72:4 Er wird das elende Volk bei Recht erhalten und den Armen helfen und die Lästerer zermalmen.
Psa 72:5 Man wird dich fürchten, solange die Sonne und der Mond währt, von Kind zu Kindeskindern.
Psa 72:6 Er wird herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten.
Psa 72:7 Zu seinen Zeiten wird blühen der Gerechte und großer Friede, bis dass der Mond nimmer sei.
Psa 72:8 Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom an bis zu der Welt Enden.
Psa 72:9 Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken.
Psa 72:10 Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen.
Psa 72:11 Alle Könige werden ihn anbeten; alle Heiden werden ihm dienen.
Psa 72:12 Denn er wird den Armen erretten, der da schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.
Psa 72:13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Seelen der Armen wird er helfen.
Psa 72:14 Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird teuer geachtet werden vor ihm.
Psa 72:15 Er wird leben, und man wird ihm von Gold aus Reicharabien geben. Und man wird immerdar für ihn beten; täglich wird man ihn segnen.
Psa 72:16 Auf Erden, oben auf den Bergen, wird das Getreide dick stehen; seine Frucht wird rauschen wie der Libanon, und sie werden grünen in den Städten wie das Gras auf Erden.
Psa 72:17 Sein Name wird ewiglich bleiben; solange die Sonne währt, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und sie werden durch denselben gesegnet sein; alle Heiden werden ihn preisen.
Psa 72:18 Gelobet sei Gott der HErr, der Gott Israels, der allein Wunder tut;
Psa 72:19 und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich; und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden! Amen, amen.
Psa 72:20 Ein Ende haben die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
Psa 73:1 Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
Psa 73:2 Ich aber hätte schier<RF>bedeutet: wäre bald, wäre fast<Rf> gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.
Psa 73:3 Denn es verdross mich der Ruhmredigen, da ich sah, dass es den Gottlosen so wohl ging.
Psa 73:4 Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
Psa 73:5 Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
Psa 73:6 Darum muss ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muss wohl getan heißen.
Psa 73:7 Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.
Psa 73:8 Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.
Psa 73:9 Was sie reden, das muss vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muss gelten auf Erden.
Psa 73:10 Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser
Psa 73:11 und sprechen: „Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”
Psa 73:12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glückselig in der Welt und werden reich.
Psa 73:13 Soll es denn umsonst sein, dass mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche, –
Psa 73:14 und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
Psa 73:15 Ich hätte auch schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind.
Psa 73:16 Ich dachte ihm nach, dass ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,
Psa 73:17 bis dass ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
Psa 73:18 Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
Psa 73:19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
Psa 73:20 Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, HErr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.
Psa 73:21 Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren,
Psa 73:22 da war ich ein Narr und wusste nichts; ich war wie ein Tier vor dir.
Psa 73:23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
Psa 73:24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.
Psa 73:25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Psa 73:26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Psa 73:27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die von dir abfallen.
Psa 73:28 Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn HErrn, dass ich verkündige all dein Tun.
Psa 74:1 Eine Unterweisung Asaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?
Psa 74:2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, darauf du wohnest.
Psa 74:3 Hebe auf deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt. Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.
Psa 74:4 Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein.
Psa 74:5 Man sieht die Äxte obenher blinken, wie man in einen Wald haut;
Psa 74:6 sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte<RF>bedeutet: Streitaxt<Rf>.
Psa 74:7 Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.
Psa 74:8 Sie sprechen in ihrem Herzen; „Lasst uns sie plündern!” Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.
Psa 74:9 Unsre Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.
Psa 74:10 Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern?
Psa 74:11 Warum wendest du deine Hand ab? Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.
Psa 74:12 Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.
Psa 74:13 Du zertrennst das Meer durch dein Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.
Psa 74:14 Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.
Psa 74:15 Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du lässest versiegen starke Ströme.
Psa 74:16 Tag und Nacht ist dein; du machst, dass Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.
Psa 74:17 Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du.
Psa 74:18 So gedenke doch des, dass der Feind den HErrn schmäht und ein töricht Volk lästert deinen Namen.
Psa 74:19 Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube, und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.
Psa 74:20 Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen.
Psa 74:21 Lass den Geringen nicht in Schanden davongehen; lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
Psa 74:22 Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.
Psa 74:23 Vergiss nicht des Geschreis deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.
Psa 75:1 Ein Psalm und Lied Asaphs, dass er nicht umkäme, vorzusingen.
Psa 75:2 Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.
Psa 75:3 „Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten.
Psa 75:4 Das Land zittert und alle, die darin wohnen; aber ich halte seine Säulen fest.” (Sela.)
Psa 75:5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!
Psa 75:6 pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,
Psa 75:7 es habe keine Not, weder vom Aufgang noch vom Niedergang noch von dem Gebirge in der Wüste.
Psa 75:8 Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.
Psa 75:9 Denn der HErr hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.
Psa 75:10 Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.
Psa 75:11 „Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, dass die Gewalt des Gerechten erhöht werde.”
Psa 76:1 Ein Psalmlied Asaphs, auf Saitenspiel, vorzusingen.
Psa 76:2 Gott ist in Juda bekannt; in Israel ist sein Name herrlich.
Psa 76:3 Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion.
Psa 76:4 Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. (Sela.)
Psa 76:5 Du bist herrlicher und mächtiger denn die Raubeberge.
Psa 76:6 Die Stolzen müssen beraubt werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hand lassen sinken.
Psa 76:7 Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinkt in Schlaf Ross und Wagen.
Psa 76:8 Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürnest?
Psa 76:9 Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,
Psa 76:10 wenn Gott sich aufmacht, zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden. (Sela.)
Psa 76:11 Wenn Menschen wider dich wüten, so legst du Ehre ein; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.
Psa 76:12 Gelobet und haltet dem HErrn, eurem Gott; alle, die ihr um ihn her seid, bringet Geschenke dem Schrecklichen,
Psa 76:13 der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Königen auf Erden.
Psa 77:1 Ein Psalm Asaphs für Jeduthun, vorzusingen.
Psa 77:2 Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott; zu Gott schreie ich, und er erhört mich.
Psa 77:3 In der Zeit der Not suche ich den HErrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.
Psa 77:4 Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Ängsten ist, so rede ich. (Sela.)
Psa 77:5 Meine Augen hältst du, dass sie wachen; ich bin so ohnmächtig, dass ich nicht reden kann.
Psa 77:6 Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre.
Psa 77:7 Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muss forschen.
Psa 77:8 Wird denn der HErr ewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen?
Psa 77:9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung ein Ende?
Psa 77:10 Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? (Sela.)
Psa 77:11 Aber doch sprach ich: Ich muss das leiden; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern.
Psa 77:12 Darum gedenke ich an die Taten des HErrn; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder
Psa 77:13 und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun.
Psa 77:14 Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist so ein mächtiger Gott, als du, Gott, bist?
Psa 77:15 Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.
Psa 77:16 Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josephs. (Sela.)
Psa 77:17 Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängsteten sich, und die Tiefen tobten.
Psa 77:18 Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donnerten, und die Strahlen fuhren daher.
Psa 77:19 Es donnerte im Himmel, deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebte davon.
Psa 77:20 Dein Weg war im Meer und dein Pfad in großen Wassern, und man spürte doch deinen Fuß nicht.
Psa 77:21 Du führtest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron.
Psa 78:1 Eine Unterweisung Asaphs. Höre, mein Volk, mein Gesetz; neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!
Psa 78:2 Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichten aussprechen,
Psa 78:3 die wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,
Psa 78:4 dass wir's nicht verhalten sollten ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigten den Ruhm des HErrn und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.
Psa 78:5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel, das er unsren Vätern gebot zu lehren ihre Kinder,
Psa 78:6 auf dass es die Nachkommen lernten und die Kinder, die noch sollten geboren werden; wenn sie aufkämen, dass sie es auch ihren Kinder verkündigten,
Psa 78:7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen der Taten Gottes und seine Gebote hielten
Psa 78:8 und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott,
Psa 78:9 wie die Kinder Ephraim, die geharnischt den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits.
Psa 78:10 Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln
Psa 78:11 und vergaßen seiner Taten und seiner Wunder, die er ihnen erzeigt hatte.
Psa 78:12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Felde Zoan.
Psa 78:13 Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchgehen und stellte das Wasser wie eine Mauer.
Psa 78:14 Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer.
Psa 78:15 Er riss die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser die Fülle
Psa 78:16 und ließ Bäche aus den Felsen fließen, dass sie hinabflossen wie Wasserströme.
Psa 78:17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und erzürnten den Höchsten in der Wüste
Psa 78:18 und versuchten Gott in ihrem Herzen, dass sie Speise forderten für ihre Seelen;
Psa 78:19 und redeten wider Gott und sprachen: „Ja, Gott sollte wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste?
Psa 78:20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser flossen und Bäche sich ergossen; aber wie kann er Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?”
Psa 78:21 Da nun das der HErr hörte, entbrannte er, und Feuer ging an in Jakob, und Zorn kam über Israel,
Psa 78:22 dass sie nicht glaubten an Gott und hofften nicht auf seine Hilfe.
Psa 78:23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels
Psa 78:24 und ließ das Man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen Himmelsbrot.
Psa 78:25 Sie aßen Engelbrot; er sandte ihnen Speise die Fülle.
Psa 78:26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind
Psa 78:27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer
Psa 78:28 und ließ sie fallen unter ihr Lager allenthalben, da sie wohnten.
Psa 78:29 Da aßen sie und wurden allzu satt; er ließ sie ihre Lust büßen.
Psa 78:30 Da sie nun ihre Lust gebüßt hatten und noch davon aßen,
Psa 78:31 da kam der Zorn Gottes über sie und erwürgte die Vornehmsten unter ihnen und schlug darnieder die Besten in Israel.
Psa 78:32 Aber über das alles sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.
Psa 78:33 Darum ließ er sie dahinsterben, dass sie nichts erlangten und mussten ihr Leben lang geplagt sein.
Psa 78:34 Wenn er sie erwürgte, suchten sie ihn und kehrten sich zu Gott
Psa 78:35 und gedachten, dass Gott ihr Hort ist und Gott der Höchste ihr Erlöser ist,
Psa 78:36 und heuchelten ihm mit ihrem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge;
Psa 78:37 aber ihr Herz war nicht fest an ihm, und hielten nicht treulich an seinem Bund.
Psa 78:38 Er aber war barmherzig und vergab die Missetat und vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Zorn gehen.
Psa 78:39 Denn er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Wind, der dahinfährt und nicht wiederkommt.
Psa 78:40 Wie oft erzürnten sie ihn in der Wüste und entrüsteten ihn in der Einöde!
Psa 78:41 Sie versuchten Gott immer wieder und meisterten den Heiligen in Israel.
Psa 78:42 Sie gedachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlöste von den Feinden;
Psa 78:43 wie er denn seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan;
Psa 78:44 da er ihr Wasser in Blut wandelte, dass sie ihre Bäche nicht trinken konnten;
Psa 78:45 da er Ungeziefer unter sie schickte, dass sie fraß, und Frösche, die sie verderbten,
Psa 78:46 und gab ihre Gewächse den Raupen und ihre Saat den Heuschrecken;
Psa 78:47 da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen<RF>bedeutet: Hagelkörner<Rf>;
Psa 78:48 da er ihr Vieh schlug mit Hagel und ihre Herden mit Wetterstrahlen;
Psa 78:49 da er böse Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn und ließ sie toben und wüten und Leid tun;
Psa 78:50 da er seinen Zorn ließ fortgehen und ihre Seele vor dem Tode nicht verschonte und übergab ihr Leben der Pestilenz;
Psa 78:51 da er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge ihrer Kraft in den Hütten Hams,
Psa 78:52 und ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste.
Psa 78:53 Und leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.
Psa 78:54 Und er brachte sie zu seiner heiligen Grenze, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,
Psa 78:55 und vertrieb vor ihnen her die Völker und ließ ihnen das Erbe austeilen und ließ in jener Hütten die Stämme Israels wohnen.
Psa 78:56 Aber sie versuchten und erzürnten Gott den Höchsten und hielten seine Zeugnisse nicht
Psa 78:57 und fielen zurück und verachteten alles wie ihre Väter und hielten nicht, gleichwie ein loser Bogen,
Psa 78:58 und erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn mit ihren Götzen.
Psa 78:59 Und da das Gott hörte, entbrannte er und verwarf Israel ganz,
Psa 78:60 dass er seine Wohnung zu Silo ließ fahren, die Hütte, da er unter Menschen wohnte,
Psa 78:61 und gab seine Macht ins Gefängnis und seine Herrlichkeit in die Hand des Feindes
Psa 78:62 und übergab sein Volk ins Schwert und entbrannte über sein Erbe.
Psa 78:63 Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.
Psa 78:64 Ihre Priester fielen durchs Schwert, und waren keine Witwen, die da weinen sollten.
Psa 78:65 Und der HErr erwachte wie ein Schlafender, wie ein Starker jauchzt, der vom Wein kommt,
Psa 78:66 und schlug seine Feinde zurück und hängte ihnen ewige Schande an.
Psa 78:67 Und er verwarf die Hütte Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,
Psa 78:68 sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte.
Psa 78:69 Und baute sein Heiligtum hoch, wie die Erde, die ewiglich fest stehen soll.
Psa 78:70 Und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafställen;
Psa 78:71 von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel.
Psa 78:72 Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte sie mit allem Fleiß.
Psa 79:1 Ein Psalm Asaphs. Gott, es sind Heiden in dein Erbe gefallen; die haben deinen heiligen Tempel verunreinigt und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht.
Psa 79:2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.
Psa 79:3 Sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und war niemand, der begrub.
Psa 79:4 Wir sind unsren Nachbarn eine Schmach geworden, ein Spott und Hohn denen, die um uns sind.
Psa 79:5 HErr, wie lange willst du so gar zürnen und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen?
Psa 79:6 Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.
Psa 79:7 Denn sie haben Jakob aufgefressen und seine Häuser verwüstet.
Psa 79:8 Gedenke nicht unsrer vorigen Missetaten; erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr dünn geworden.
Psa 79:9 Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen; errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!
Psa 79:10 Warum lässest du die Heiden sagen: „Wo ist nun ihr Gott?” Lass unter den Heiden vor unsren Augen kund werden die Rache des Blutes deiner Knechte, das vergossen ist.
Psa 79:11 Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem großen Arm erhalte die Kinder des Todes
Psa 79:12 und vergilt unsren Nachbarn siebenfältig in ihren Busen ihr Schmähen, damit sie dich, HErr, geschmäht haben.
Psa 79:13 Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, werden dir danken ewiglich und verkündigen deinen Ruhm für und für.
Psa 80:1 Ein Psalm und Zeugnis Asaphs, von den Rosen, vorzusingen.
Psa 80:2 Du Hirte Israels, höre, der du Joseph hütest wie Schafe; erscheine, der du sitzest über dem Cherubim!
Psa 80:3 Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komm uns zu Hilfe!
Psa 80:4 Gott, tröste uns und lass leuchten dein Antlitz; so genesen wir.
Psa 80:5 HErr, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen bei dem Gebet deines Volkes?
Psa 80:6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit großem Maß voll Tränen.
Psa 80:7 Du setzest uns unsren Nachbarn zum Zank, und unsre Feinde spotten unser.
Psa 80:8 Gott Zebaoth, tröste uns, lass leuchten dein Antlitz; so genesen wir.
Psa 80:9 Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt und hast vertrieben die Heiden und denselben gepflanzt.
Psa 80:10 Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, dass er das Land erfüllt hat.
Psa 80:11 Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Gottes.
Psa 80:12 Du hast sein Gewächs ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom.
Psa 80:13 Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, dass ihn zerreißt alles, was vorübergeht?
Psa 80:14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue, und die wilden Tiere haben ihn verderbt.
Psa 80:15 Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und sieh an und suche heim diesen Weinstock
Psa 80:16 und halt ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat und den du dir fest erwählt hast.
Psa 80:17 Siehe drein und schilt, dass des Brennens und Reißens ein Ende werde.
Psa 80:18 Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten und die Leute, die du dir fest erwählt hast;
Psa 80:19 so wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.
Psa 80:20 HErr, Gott Zebaoth, tröste uns, lass dein Antlitz leuchten; so genesen wir.
Psa 81:1 Auf der Gittith, vorzusingen, Asaphs.
Psa 81:2 Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist; jauchzet dem Gott Jakobs!
Psa 81:3 Hebet an mit Psalmen und gebet her die Pauken, liebliche Harfen mit Psaltern!
Psa 81:4 Blaset im Neumond die Posaune, in unsrem Fest der Laubhütten!
Psa 81:5 Denn solches ist die Weise in Israel und ein Recht des Gottes Jakobs.
Psa 81:6 Solches hat er zum Zeugnis gesetzt unter Joseph, da sie aus Ägyptenland zogen und fremde Sprache gehört hatten:
Psa 81:7 „Da ich ihre Schulter von der Last entledigt hatte und ihre Hände der Körbe los wurden,
Psa 81:8 da du mich in der Not anriefest, half ich dir aus; ich erhörte dich, da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser. (Sela.)
Psa 81:9 Höre, mein Volk, ich will unter dir zeugen; Israel, du sollst mich hören,
Psa 81:10 dass unter dir kein anderer Gott sei und du keinen fremden Gott anbetest.
Psa 81:11 Ich bin der HErr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!
Psa 81:12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht.
Psa 81:13 So habe ich sie gelassen in ihres Herzens Dünkel, dass sie wandeln nach ihrem Rat.
Psa 81:14 Wollte mein Volk mir gehorsam sein und Israel auf meinem Wege gehen,
Psa 81:15 so wollte ich ihre Feinde bald dämpfen und meine Hand über ihre Widersacher wenden,
Psa 81:16 und denen, die den HErrn hassen, müsste es wider sie fehlen; ihre Zeit aber würde ewiglich währen,
Psa 81:17 und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.”
Psa 82:1 Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gemeinde Gottes und ist Richter unter den Göttern.
Psa 82:2 Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Person der Gottlosen vorziehen? (Sela.)
Psa 82:3 Schaffet Recht dem Armen und dem Waisen und helfet dem Elenden und Dürftigen zum Recht.
Psa 82:4 Errettet den Geringen und Armen und erlöset ihn aus der Gottlosen Gewalt.
Psa 82:5 Aber sie lassen sich nicht sagen und achten's nicht; sie gehen immer hin im Finstern; darum müssen alle Grundfesten des Landes wanken.
Psa 82:6 Ich habe wohl gesagt: „Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten”;
Psa 82:7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.
Psa 82:8 Gott, mache dich auf und richte den Erdboden; denn du bist Erbherr über alle Heiden!
Psa 83:1 Ein Psalmlied Asaphs.
Psa 83:2 Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so still; Gott, halt doch nicht so inne!
Psa 83:3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf.
Psa 83:4 Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen.
Psa 83:5 „Wohl her!” sprechen sie; „lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk seien, dass des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!”
Psa 83:6 Denn sie haben sich miteinander vereinigt und einen Bund wider dich gemacht,
Psa 83:7 die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter,
Psa 83:8 der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Philister samt denen zu Tyrus;
Psa 83:9 Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen; sie helfen den Kindern Lot. (Sela.)
Psa 83:10 Tue ihnen, wie den Midianitern, wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison,
Psa 83:11 die vertilgt wurden bei Endor und wurden zu Kot auf der Erde.
Psa 83:12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna,
Psa 83:13 die da sagen: Wir wollen die Häuser Gottes einnehmen.
Psa 83:14 Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde.
Psa 83:15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge anzündet:
Psa 83:16 also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.
Psa 83:17 Mache ihr Angesicht voll Schande, dass sie nach deinem Namen fragen müssen, o HErr.
Psa 83:18 Schämen müssen sie sich und erschrecken auf immer und zu Schanden werden und umkommen;
Psa 83:19 so werden sie erkennen, dass du mit deinem Namen heißest HErr allein und der Höchste in aller Welt.
Psa 84:1 Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Gittith, vorzusingen.
Psa 84:2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HErr Zebaoth!
Psa 84:3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HErrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Psa 84:4 Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken: deine Altäre, HErr Zebaoth, mein König und mein Gott.
Psa 84:5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. (Sela.)
Psa 84:6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln,
Psa 84:7 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt.
Psa 84:8 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, dass man sehen muss, der rechte Gott sei zu Zion.
Psa 84:9 HErr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm's, Gott Jakobs! (Sela.)
Psa 84:10 Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Antlitz deines Gesalbten!
Psa 84:11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend; ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause denn wohnen in der Gottlosen Hütten.
Psa 84:12 Denn Gott der HErr ist Sonne und Schild; der HErr gibt Gnade und Ehre: er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Psa 84:13 HErr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!
Psa 85:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
Psa 85:2 HErr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erlöst;
Psa 85:3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedeckt (Sela);
Psa 85:4 der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns:
Psa 85:5 tröste uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Psa 85:6 Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn gehen lassen für und für?
Psa 85:7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass sich dein Volk über dich freuen möge?
Psa 85:8 HErr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns!
Psa 85:9 Ach, dass ich hören sollte, was Gott der HErr redet; dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht auf eine Torheit geraten!
Psa 85:10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unsrem Lande Ehre wohne;
Psa 85:11 dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
Psa 85:12 dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
Psa 85:13 dass uns auch der HErr Gutes tue und unser Land sein Gewächs gebe;
Psa 85:14 dass Gerechtigkeit fürder<RF>bedeutet: weiterhin<Rf> vor ihm bleibe und im Schwange gehe.
Psa 86:1 Ein Gebet Davids. HErr, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.
Psa 86:2 Bewahre meine Seele; denn ich bin heilig. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich.
Psa 86:3 HErr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir!
Psa 86:4 Erfreue die Seele deines Knechtes; denn nach dir, HErr, verlangt mich.
Psa 86:5 Denn du, HErr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.
Psa 86:6 Vernimm, HErr, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens.
Psa 86:7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören.
Psa 86:8 HErr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann wie du.
Psa 86:9 Alle Heiden die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, HErr, und deinen Namen ehren,
Psa 86:10 dass du so groß bist und Wunder tust und allein Gott bist.
Psa 86:11 Weise mir, HErr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.
Psa 86:12 Ich danke dir, HErr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.
Psa 86:13 Denn deine Güte ist groß über mich; du hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle.
Psa 86:14 Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufe der Gewalttätigen steht mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen.
Psa 86:15 Du aber, HErr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.
Psa 86:16 Wende dich zu mir, sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!
Psa 86:17 Tu ein Zeichen an mir, dass mir's wohl gehe, dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, dass du mir beistehst, HErr, und tröstest mich.
Psa 87:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.
Psa 87:2 Der HErr liebt die Tore Zions über alle Wohnungen Jakobs.
Psa 87:3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. (Sela.)
Psa 87:4 Ich will predigen lassen Rahab und Babel, dass sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer samt den Mohren werden daselbst geboren.
Psa 87:5 Man wird zu Zion sagen, dass allerlei Leute darin geboren werden und dass er, der Höchste, sie baue.
Psa 87:6 Der HErr wird zählen, wenn er aufschreibt die Völker: „Diese sind daselbst geboren.” (Sela.)
Psa 87:7 Und die Sänger wie die im Reigen werden alle in dir singen, eins ums andere.
Psa 88:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten.
Psa 88:2 HErr, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.
Psa 88:3 Lass mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei.
Psa 88:4 Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe am Tode.
Psa 88:5 Ich bin geachtet gleich denen, die in die Grube fahren; ich bin ein Mann, der keine Hilfe hat.
Psa 88:6 Ich liege unter den Toten verlassen wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgesondert sind.
Psa 88:7 Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.
Psa 88:8 Dein Grimm drückt mich; du drängst mich mit allen deinen Fluten. (Sela.)
Psa 88:9 Meine Freunde hast du ferne von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht herauskommen.
Psa 88:10 Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend. HErr, ich rufe dich an täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.
Psa 88:11 Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? (Sela.)
Psa 88:12 Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Treue im Verderben?
Psa 88:13 Mögen denn deine Wunder in der Finsternis erkannt werden oder deine Gerechtigkeit in dem Lande, da man nichts gedenkt?
Psa 88:14 Aber ich schreie zu dir, HErr, und mein Gebet kommt frühe vor dich.
Psa 88:15 Warum verstößest du, HErr, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?
Psa 88:16 Ich bin elend und ohnmächtig, dass ich so verstoßen bin; ich leide deine Schrecken, dass ich schier verzage.
Psa 88:17 Dein Grimm geht über mich; dein Schrecken drückt mich.
Psa 88:18 Sie umgeben mich täglich wie Wasser und umringen mich miteinander.
Psa 88:19 Du machst, dass meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten sich ferne von mir halten um solches Elends willen.
Psa 89:1 Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten.
Psa 89:2 Ich will singen von der Gnade des HErrn ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für
Psa 89:3 und sage also: Dass eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.
Psa 89:4 „Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen:
Psa 89:5 Ich will deinen Samen bestätigen ewiglich und deinen Stuhl bauen für und für.” (Sela.)
Psa 89:6 Und die Himmel werden, HErr, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen.
Psa 89:7 Denn wer mag in den Wolken dem HErrn gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern Gottes dem HErrn?
Psa 89:8 Gott ist sehr mächtig in der Versammlung der Heiligen und wunderbar über alle, die um ihn sind.
Psa 89:9 HErr, Gott Zebaoth, wer ist wie du ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her.
Psa 89:10 Du herrschest über das ungestüme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.
Psa 89:11 Du schlägst Rahab zu Tod; du zerstreust deine Feinde mit deinem starken Arm.
Psa 89:12 Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden und was darinnen ist.
Psa 89:13 Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen.
Psa 89:14 Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.
Psa 89:15 Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhles Festung; Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht.
Psa 89:16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HErr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;
Psa 89:17 sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.
Psa 89:18 Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen.
Psa 89:19 Denn des HErrn ist unser Schild, und des Heiligen in Israel ist unser König.
Psa 89:20 Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und sprachst: „Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll; ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.
Psa 89:21 Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.
Psa 89:22 Meine Hand soll ihn erhalten und mein Arm soll ihn stärken.
Psa 89:23 Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dämpfen;
Psa 89:24 sondern ich will seine Widersacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen;
Psa 89:25 aber meine Wahrheit und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll in meinem Namen erhoben werden.
Psa 89:26 Ich will seine Hand über das Meer stellen und seine Rechte über die Wasser.
Psa 89:27 Er wird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.
Psa 89:28 Und ich will ihn zum ersten Sohn machen, allerhöchst unter den Königen auf Erden.
Psa 89:29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben.
Psa 89:30 Ich will ihm ewiglich Samen geben und seinen Stuhl, solange der Himmel währt, erhalten.
Psa 89:31 Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,
Psa 89:32 so sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,
Psa 89:33 so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen;
Psa 89:34 aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht lassen trügen.
Psa 89:35 Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.
Psa 89:36 Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit – ich will David nicht lügen –:
Psa 89:37 Sein Same soll ewig sein und sein Stuhl vor mir wie die Sonne;
Psa 89:38 wie der Mond soll er ewiglich erhalten sein, und gleich wie der Zeuge in den Wolken gewiss sein.” (Sela.)
Psa 89:39 Aber nun verstößest du und verwirfst und zürnest mit deinem Gesalbten.
Psa 89:40 Du zerstörst den Bund deines Knechtes und trittst sein Krone zu Boden.
Psa 89:41 Du zerreißest alle seine Mauern und lässest seine Festen zerbrechen.
Psa 89:42 Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden.
Psa 89:43 Du erhöhest die Rechte seiner Widersacher und erfreuest alle seine Feinde.
Psa 89:44 Auch hast du die Kraft seines Schwertes weggenommen und lässest ihn nicht siegen im Streit.
Psa 89:45 Du zerstörst seine Reinigkeit und wirfst seinen Stuhl zu Boden.
Psa 89:46 Du verkürzest die Zeit seiner Jugend und bedeckest ihn mit Hohn. (Sela.)
Psa 89:47 HErr, wie lange willst du dich so gar verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?
Psa 89:48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist. Warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben?
Psa 89:49 Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe? der seine Seele errette aus des Todes Hand? (Sela.)
Psa 89:50 HErr, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit?
Psa 89:51 Gedenke, HErr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schoß von so vielen Völkern allen,
Psa 89:52 mit der, HErr, deine Feinde schmähen, mit der sie schmähen die Fußtapfen deines Gesalbten.
Psa 89:53 Gelobt sei der HErr ewiglich! Amen, amen.
Psa 90:1 Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. HErr, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für.
Psa 90:2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Psa 90:3 der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
Psa 90:4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
Psa 90:5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird,
Psa 90:6 das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt.
Psa 90:7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.
Psa 90:8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.
Psa 90:9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.
Psa 90:10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Psa 90:11 Wer glaubt aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm?
Psa 90:12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psa 90:13 HErr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!
Psa 90:14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
Psa 90:15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.
Psa 90:16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern.
Psa 90:17 Und der HErr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!
Psa 91:1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
Psa 91:2 der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Psa 91:3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz.
Psa 91:4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
Psa 91:5 dass du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,
Psa 91:6 vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt.
Psa 91:7 Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.
Psa 91:8 Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird.
Psa 91:9 Denn der HErr ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht.
Psa 91:10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.
Psa 91:11 Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
Psa 91:12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Psa 91:13 Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen.
Psa 91:14 „Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.
Psa 91:15 Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Psa 91:16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.”
Psa 92:1 Ein Psalmlied auf den Sabbattag.
Psa 92:2 Das ist ein köstlich Ding, dem HErrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster,
Psa 92:3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen
Psa 92:4 auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.
Psa 92:5 Denn, HErr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände.
Psa 92:6 HErr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief.
Psa 92:7 Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.
Psa 92:8 Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle, bis sie vertilgt werden immer und ewiglich.
Psa 92:9 Aber du, HErr, bist der Höchste und bleibest ewiglich.
Psa 92:10 Denn siehe, deine Feinde, HErr, deine Feinde werden umkommen; und alle Übeltäter müssen zerstreut werden.
Psa 92:11 Aber mein Horn wird erhöht werden wie eines Einhorns, und ich werde gesalbt mit frischem Öl.
Psa 92:12 Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden; und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaften, die sich wider mich setzen.
Psa 92:13 Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.
Psa 92:14 Die gepflanzt sind in dem Hause des HErrn, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.
Psa 92:15 Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,
Psa 92:16 dass sie verkündigen, dass der HErr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.
Psa 93:1 Der HErr ist König und herrlich geschmückt; der HErr ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, dass es bleiben soll.
Psa 93:2 Von Anbeginn steht dein Stuhl fest; du bist ewig.
Psa 93:3 HErr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen.
Psa 93:4 Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HErr aber ist noch größer in der Höhe.
Psa 93:5 Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HErr, ewiglich.
Psa 94:1 HErr, Gott, des die Rache ist, Gott, des die Rache ist, erscheine!
Psa 94:2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!
Psa 94:3 HErr, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen
Psa 94:4 und so trotzig reden, und alle Übeltäter sich so rühmen?
Psa 94:5 HErr, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe;
Psa 94:6 Witwen und Fremdlinge erwürgen sie und töten die Waisen
Psa 94:7 und sagen: „Der HErr siehet's nicht, und der Gott Jakobs achtet's nicht.”
Psa 94:8 Merket doch, ihr Narren unter dem Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?
Psa 94:9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?
Psa 94:10 Der die Heiden züchtigt, sollte der nicht strafen, – der die Menschen lehrt, was sie wissen?
Psa 94:11 Aber der HErr weiß die Gedanken der Menschen, dass sie eitel sind.
Psa 94:12 Wohl dem, den du, HErr, züchtigst und lehrst ihn durch dein Gesetz,
Psa 94:13 dass er Geduld habe, wenn's übel geht, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde!
Psa 94:14 Denn der HErr wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
Psa 94:15 Denn Recht muss doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen.
Psa 94:16 Wer steht bei mir wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?
Psa 94:17 Wo der HErr mir nicht hülfe, so läge meine Seele schier<RF>bedeutet: bald<Rf> in der Stille.
Psa 94:18 Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Gnade, HErr, hielt mich.
Psa 94:19 Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergötzten meine Seele.
Psa 94:20 Du wirst ja nimmer eins mit dem schädlichen Stuhl, der das Gesetz übel deutet.
Psa 94:21 Sie rüsten sich wider die Seele des Gerechten und verdammen unschuldig Blut.
Psa 94:22 Aber der HErr ist mein Schutz; mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.
Psa 94:23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der HErr, unser Gott, wird sie vertilgen.
Psa 95:1 Kommt herzu, lasst uns dem HErrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Psa 95:2 Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!
Psa 95:3 Denn der HErr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.
Psa 95:4 Denn in seiner Hand ist, was unten in der Erde ist; und die Höhen der Berge sind auch sein.
Psa 95:5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht; und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Psa 95:6 Kommt, lasst uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat.
Psa 95:7 Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme höret,
Psa 95:8 so verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste,
Psa 95:9 da mich eure Väter versuchten, mich prüften und sahen mein Werk.
Psa 95:10 Vierzig Jahre hatte ich Mühe mit diesem Volk und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen;
Psa 95:11 dass ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.
Psa 96:1 Singet dem HErrn ein neues Lied; singet dem HErrn, alle Welt!
Psa 96:2 Singet dem HErrn und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tage sein Heil!
Psa 96:3 Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder.
Psa 96:4 Denn der HErr ist groß und hoch zu loben, wunderbar über alle Götter.
Psa 96:5 Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HErr hat den Himmel gemacht.
Psa 96:6 Es stehet herrlich und prächtig vor ihm und gehet gewaltig und löblich zu in seinem Heiligtum.
Psa 96:7 Ihr Völker, bringet her dem HErrn, bringet her dem HErrn Ehre und Macht.
Psa 96:8 Bringet her dem HErrn die Ehre seines Namens; bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Psa 96:9 Betet an den HErrn in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!
Psa 96:10 Saget unter den Heiden, dass der HErr König sei und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet, dass es bleiben soll, und richtet die Völker recht.
Psa 96:11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich; das Meer brause und was darinnen ist;
Psa 96:12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; und lasset rühmen alle Bäume im Walde
Psa 96:13 vor dem HErrn; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.
Psa 97:1 Der HErr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind.
Psa 97:2 Wolken und Dunkel ist um ihn her; Gerechtigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung.
Psa 97:3 Feuer geht vor ihm her und zündet an umher seine Feinde.
Psa 97:4 Seine Blitze leuchten auf den Erdboden; das Erdreich siehet's und erschrickt.
Psa 97:5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HErrn, vor dem Herrscher des ganzen Erdbodens.
Psa 97:6 Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Ehre.
Psa 97:7 Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter!
Psa 97:8 Zion hört es und ist froh; und die Töchter Judas sind fröhlich, HErr, über dein Regiment.
Psa 97:9 Denn du, HErr, bist der Höchste in allen Landen; du bist hoch erhöht über alle Götter.
Psa 97:10 Die ihr den HErrn liebet, hasset das Arge! Der HErr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten.
Psa 97:11 Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.
Psa 97:12 Ihr Gerechten freuet euch des HErrn und danket ihm und preiset seine Heiligkeit!
Psa 98:1 Ein Psalm. Singet dem HErrn ein neues Lied; denn er tut Wunder. Er siegt mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Psa 98:2 Der HErr lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern lässt er seine Gerechtigkeit offenbaren.
Psa 98:3 Er gedenkt an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel; aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Psa 98:4 Jauchzet dem HErrn, alle Welt; singet, rühmet und lobet!
Psa 98:5 Lobet den HErrn mit Harfen, mit Harfen und Psalmen!
Psa 98:6 Mit Drommeten und Posaunen jauchzet vor dem HErrn, dem König!
Psa 98:7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdboden und die darauf wohnen.
Psa 98:8 Die Wasserströme frohlocken, und alle Berge seien fröhlich
Psa 98:9 vor dem HErrn; denn er kommt das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht.
Psa 99:1 Der HErr ist König, darum zittern die Völker; er sitzt auf den Cherubim, darum bebt die Welt.
Psa 99:2 Der HErr ist groß zu Zion und hoch über alle Völker.
Psa 99:3 Man danke deinem großen und wunderbaren Namen, der da heilig ist.
Psa 99:4 Im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb. Du gibst Frömmigkeit, du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob.
Psa 99:5 Erhebet den HErrn, unsren Gott, betet an zu seinem Fußschemel; denn er ist heilig.
Psa 99:6 Mose und Aaron unter seinen Priestern und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, sie riefen an den HErrn, und er erhörte sie.
Psa 99:7 Er redete mit ihnen durch eine Wolkensäule; sie hielten seine Zeugnisse und Gebote, die er ihnen gab.
Psa 99:8 Herr, du bist unser Gott, du erhörtest sie; du, Gott, vergabst ihnen und straftest ihr Tun.
Psa 99:9 Erhöhet den HErrn, unsren Gott, und betet an zu seinem heiligen Berge; denn der HErr, unser Gott, ist heilig.
Psa 100:1 Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HErrn, alle Welt!
Psa 100:2 Dienet dem HErrn mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psa 100:3 Erkennet, dass der HErr Gott ist! Er hat uns gemacht – und nicht wir selbst – zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
Psa 100:4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
Psa 100:5 Denn der HErr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Psa 101:1 Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HErr, lobsagen.
Psa 101:2 Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mir zugehören, und wandle treulich in meinem Hause.
Psa 101:3 Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.
Psa 101:4 Ein verkehrtes Herz muss von mir weichen; den Bösen leide ich nicht.
Psa 101:5 Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hohen Mut hat.
Psa 101:6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; und habe gerne fromme Diener.
Psa 101:7 Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen nicht bei mir.
Psa 101:8 Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HErrn.
Psa 102:1 Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HErrn ausschüttet.
Psa 102:2 HErr, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen!
Psa 102:3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!
Psa 102:4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.
Psa 102:5 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, dass ich auch vergesse, mein Brot zu essen.
Psa 102:6 Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.
Psa 102:7 Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Stätten.
Psa 102:8 Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
Psa 102:9 Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich verspotten, schwören bei mir.
Psa 102:10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen
Psa 102:11 vor deinem Drohen und Zorn, dass du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast.
Psa 102:12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.
Psa 102:13 Du aber, HErr, bleibst ewiglich und dein Gedächtnis für und für.
Psa 102:14 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihr gnädig seist, und die Stunde ist gekommen.
Psa 102:15 Denn deine Knechte wollten gerne, dass sie gebaut würde, und sähen gerne, dass ihre Steine und Kalk zugerichtet würden,
Psa 102:16 dass die Heiden den Namen des HErrn fürchten und alle Könige auf Erden dein Ehre,
Psa 102:17 dass der HErr Zion baut und erscheint in seiner Ehre.
Psa 102:18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.
Psa 102:19 Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben.
Psa 102:20 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, und der HErr sieht vom Himmel auf die Erde,
Psa 102:21 dass er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,
Psa 102:22 auf dass sie zu Zion predigen den Namen des HErrn und sein Lob zu Jerusalem,
Psa 102:23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HErrn zu dienen.
Psa 102:24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft; er verkürzt meine Tage.
Psa 102:25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.
Psa 102:26 Du hast vormals die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.
Psa 102:27 Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.
Psa 102:28 Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.
Psa 102:29 Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.
Psa 103:1 Ein Psalm Davids. Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Psa 103:2 Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
Psa 103:3 der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
Psa 103:4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
Psa 103:5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.
Psa 103:6 Der HErr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden.
Psa 103:7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.
Psa 103:8 Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte.
Psa 103:9 Er wird nicht immer hadern noch ewiglich Zorn halten.
Psa 103:10 Er handelt nicht mit uns nach unsren Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Psa 103:11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten.
Psa 103:12 So ferne der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Psa 103:13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HErr über die, so ihn fürchten.
Psa 103:14 Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Psa 103:15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Feld;
Psa 103:16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
Psa 103:17 Die Gnade aber des HErrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind
Psa 103:18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie darnach tun.
Psa 103:19 Der HErr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles.
Psa 103:20 Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes!
Psa 103:21 Lobet den HErrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
Psa 103:22 Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HErrn, meine Seele!
Psa 104:1 Lobe den HErrn, meine Seele! HErr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.
Psa 104:2 Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich;
Psa 104:3 du wölbest es oben mit Wasser; du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehst auf den Fittichen des Windes;
Psa 104:4 der du machst Winde zu deinen Engeln und zu deinen Dienern Feuerflammen;
Psa 104:5 der du das Erdreich gegründet hast auf seinem Boden, dass es bleibt immer und ewiglich.
Psa 104:6 Mit der Tiefe decktest du es wie mit einem Kleide, und Wasser standen über den Bergen.
Psa 104:7 Aber von deinem Schelten flohen sie, von deinem Donner fuhren sie dahin.
Psa 104:8 Die Berge gingen hoch hervor, und die Täler setzten sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast.
Psa 104:9 Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wiederum das Erdreich bedecken.
Psa 104:10 Du lässest Brunnen quellen in den Gründen, dass die Wasser zwischen den Bergen hinfließen,
Psa 104:11 dass alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst lösche.
Psa 104:12 An denselben sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.
Psa 104:13 Du feuchtest die Berge von obenher; du machst das Land voll Früchte, die du schaffest;
Psa 104:14 du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde bringest,
Psa 104:15 und dass der Wein erfreue des Menschen Herz, dass seine Gestalt schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke;
Psa 104:16 dass die Bäume des HErrn voll Saft stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzt hat.
Psa 104:17 Daselbst nisten die Vögel, und die Reiher wohnen auf den Tannen.
Psa 104:18 Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht, und die Steinklüfte der Kaninchen.
Psa 104:19 Du hast den Mond gemacht, das Jahr darnach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang.
Psa 104:20 Du machst Finsternis, dass es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,
Psa 104:21 die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von Gott.
Psa 104:22 Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen.
Psa 104:23 So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend.
Psa 104:24 HErr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
Psa 104:25 Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.
Psa 104:26 Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, dass sie darin spielen.
Psa 104:27 Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.
Psa 104:28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt.
Psa 104:29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.
Psa 104:30 Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du erneuest die Gestalt der Erde.
Psa 104:31 Die Ehre des HErrn ist ewig; der HErr hat Wohlgefallen an seinen Werken.
Psa 104:32 Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie.
Psa 104:33 Ich will dem HErrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.
Psa 104:34 Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich des HErrn.
Psa 104:35 Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HErrn, meine Seele! Halleluja!
Psa 105:1 Danket dem HErrn und prediget seinen Namen; verkündiget sein Tun unter den Völkern!
Psa 105:2 Singet von ihm und lobet ihn; redet von allen seinen Wundern!
Psa 105:3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HErrn suchen!
Psa 105:4 Fraget nach dem HErrn und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allewege!
Psa 105:5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunder und der Gerichte seines Mundes,
Psa 105:6 ihr, der Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten!
Psa 105:7 Er ist der HErr, unser Gott; er richtet in aller Welt.
Psa 105:8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, des Wortes, das er verheißen hat auf tausend Geschlechter,
Psa 105:9 den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaak;
Psa 105:10 und stellte es Jakob zu einem Rechte und Israel zum ewigen Bunde
Psa 105:11 und sprach: „Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbes,”
Psa 105:12 da sie wenig und gering waren und Fremdlinge darin.
Psa 105:13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreiche zum andern Volk.
Psa 105:14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und strafte Könige um ihretwillen.
Psa 105:15 „Tastet meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten kein Leid!”
Psa 105:16 Und er ließ Teuerung ins Land kommen und entzog allen Vorrat des Brots.
Psa 105:17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Joseph ward zum Knecht verkauft.
Psa 105:18 Sie zwangen seine Füße in den Stock, sein Leib musste in Eisen liegen,
Psa 105:19 bis dass sein Wort kam und die Rede des HErrn ihn durchläuterte.
Psa 105:20 Da sandte der König hin und ließ ihn losgeben; der HErr über Völker hieß ihn herauslassen.
Psa 105:21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter,
Psa 105:22 dass er seine Fürsten unterwiese nach seiner Weise und seine Ältesten Weisheit lehrte.
Psa 105:23 Und Israel zog nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.
Psa 105:24 Und er ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger denn ihre Feinde.
Psa 105:25 Er verkehrte jener Herz, dass sie seinem Volk gram wurden und dachten, seine Knechte mit List zu dämpfen.
Psa 105:26 Er sandte seinen Knecht Mose, Aaron, den er hatte erwählt.
Psa 105:27 Dieselben taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.
Psa 105:28 Er ließ Finsternis kommen und machte es finster; und sie waren nicht ungehorsam seinen Worten.
Psa 105:29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische.
Psa 105:30 Ihr Land wimmelte Frösche heraus in den Kammern ihrer Könige.
Psa 105:31 Er sprach: da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet.
Psa 105:32 Er gab ihnen Hagel zum Regen, Feuerflammen in ihrem Lande
Psa 105:33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet.
Psa 105:34 Er sprach: da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl.
Psa 105:35 Und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande und fraßen die Früchte auf ihrem Felde.
Psa 105:36 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft.
Psa 105:37 Und er führte sie aus mit Silber und Gold; und war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen.
Psa 105:38 Ägypten ward froh, dass sie auszogen; denn ihre Furcht war auf sie gefallen.
Psa 105:39 Er breitete eine Wolke aus zur Decke und ein Feuer, des Nachts zu leuchten.
Psa 105:40 Sie baten: da ließ er Wachteln kommen; und er sättigte sie mit Himmelsbrot.
Psa 105:41 Er öffnete den Felsen: da floß Wasser heraus, dass Bäche liefen in der dürren Wüste.
Psa 105:42 Denn er gedachte an sein heiliges Wort, das er Abraham, seinem Knechte, hatte geredet.
Psa 105:43 Also führte er sein Volk aus in Freuden und seine Auserwählten in Wonne
Psa 105:44 und gab ihnen die Länder der Heiden, dass sie die Güter der Völker einnahmen,
Psa 105:45 auf dass sie halten sollen seine Rechte und seine Gesetze bewahren. Halleluja!
Psa 106:1 Halleluja! Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 106:2 Wer kann die großen Taten des HErrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?
Psa 106:3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!
Psa 106:4 HErr, gedenke mein nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; beweise uns deine Hilfe,
Psa 106:5 dass wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten und uns freuen, dass es deinem Volk wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbteil.
Psa 106:6 Wir haben gesündigt samt unsren Vätern; wir haben missgehandelt und sind gottlos gewesen.
Psa 106:7 Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.
Psa 106:8 Er half ihnen aber um seines Namens willen, dass er seine Macht bewiese.
Psa 106:9 Und er schalt das Schilfmeer: da ward's trocken, und führte sie durch die Tiefen wie in einer Wüste
Psa 106:10 und half ihnen von der Hand des, der sie hasste, und erlöste sie von der Hand des Feindes;
Psa 106:11 und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, dass nicht einer übrig blieb.
Psa 106:12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.
Psa 106:13 Aber sie vergaßen bald seiner Werke; sie warteten nicht auf seinen Rat.
Psa 106:14 Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.
Psa 106:15 Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.
Psa 106:16 Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HErrn.
Psa 106:17 Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams,
Psa 106:18 und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen.
Psa 106:19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten an das gegossene Bild
Psa 106:20 und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras frisst.
Psa 106:21 Sie vergaßen Gottes, ihres Heilands, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,
Psa 106:22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.
Psa 106:23 Und er sprach, er wolle sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riss getreten wäre vor ihm, seinen Grimm abzuwenden, auf dass er sie nicht gar verderbte.
Psa 106:24 Und sie verachteten das liebe Land, sie glaubten seinem Wort nicht
Psa 106:25 und murrten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des HErrn nicht.
Psa 106:26 Und er hob auf seine Hand wider sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste
Psa 106:27 und würfe ihren Samen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder.
Psa 106:28 Und sie hingen sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern der toten Götzen
Psa 106:29 und erzürnten ihn mit ihrem Tun; da brach auch die Plage unter sie.
Psa 106:30 Da trat Pinehas herzu und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert<RF>bedeutet: entgegengewirkt, wurde sie beendet<Rf>.
Psa 106:31 Das ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich.
Psa 106:32 Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen.
Psa 106:33 Denn sie betrübten ihm sein Herz, dass ihm etliche Worte entfuhren.
Psa 106:34 Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der HErr geheißen hatte;
Psa 106:35 sondern sie mengten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke
Psa 106:36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.
Psa 106:37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln
Psa 106:38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, dass das Land mit Blutschulden befleckt ward;
Psa 106:39 und verunreinigten sich mit ihren Werken und wurden abgöttisch mit ihrem Tun.
Psa 106:40 Da ergrimmte der Zorn des HErrn über sein Volk, und er gewann einen Greuel an seinem Erbe
Psa 106:41 und gab sie in die Hände der Heiden, dass über sie herrschten, die ihnen gram waren.
Psa 106:42 Und ihre Feinde ängsteten sie; und sie wurden gedemütigt unter ihre Hände.
Psa 106:43 Er errettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig um ihrer Missetat willen.
Psa 106:44 Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage hörte,
Psa 106:45 und gedachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte; und es reute ihn nach seiner großen Güte,
Psa 106:46 und er ließ sie zur Barmherzigkeit kommen vor allen, die sie gefangen hatten.
Psa 106:47 Hilf uns, HErr, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, dass wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob.
Psa 106:48 Gelobet sei der HErr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, halleluja!
Psa 107:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 107:2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HErrn, die er aus der Not erlöst hat
Psa 107:3 und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.
Psa 107:4 Die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,
Psa 107:5 hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete;
Psa 107:6 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten
Psa 107:7 und führte sie einen richtigen Weg, dass sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:
Psa 107:8 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:9 dass er sättigt die durstige Seele und füllt die hungrige Seele mit Gutem.
Psa 107:10 Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,
Psa 107:11 darum dass sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten,
Psa 107:12 dafür ihr Herz mit Unglück geplagt werden musste, dass sie dalagen und ihnen niemand half;
Psa 107:13 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten
Psa 107:14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande:
Psa 107:15 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:16 dass er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.
Psa 107:17 Die Narren, so geplagt waren um ihrer Übertretung willen und um ihrer Sünden willen,
Psa 107:18 dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden;
Psa 107:19 die zum HErrn riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten,
Psa 107:20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben:
Psa 107:21 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:22 und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.
Psa 107:23 Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren und trieben ihren Handel in großen Wassern;
Psa 107:24 die des HErrn Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,
Psa 107:25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob,
Psa 107:26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, dass ihre Seele vor Angst verzagte,
Psa 107:27 dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr;
Psa 107:28 die zum HErrn schrieen in ihrer Not, und er führte sie aus ihren Ängsten
Psa 107:29 und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten
Psa 107:30 und sie froh wurden, dass es still geworden war und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:
Psa 107:31 die sollen dem HErrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,
Psa 107:32 und ihn bei der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.
Psa 107:33 Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen,
Psa 107:34 dass ein fruchtbar Land zur Salzwüste wurde um der Bosheit willen derer, die darin wohnten.
Psa 107:35 Er machte das Trockene wiederum wasserreich und im dürren Lande Wasserquellen
Psa 107:36 und hat die Hungrigen dahingesetzt, dass sie eine Stadt zurichten, da sie wohnen konnten,
Psa 107:37 und Äcker besäen und Weinberge pflanzen möchten und die jährlichen Früchte gewönnen.
Psa 107:38 Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh.
Psa 107:39 Sie waren niedergedrückt und geschwächt von dem Bösen, das sie gezwungen und gedrungen hatte.
Psa 107:40 Er schüttete Verachtung auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, da kein Weg ist,
Psa 107:41 und schützte den Armen vor Elend und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde.
Psa 107:42 Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.
Psa 107:43 Wer ist weise und behält dies? So werden sie merken, wie viel Wohltaten der HErr erzeigt.
Psa 108:1 Ein Psalmlied Davids.
Psa 108:2 Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.
Psa 108:3 Wohlauf, Psalter und Harfe! Ich will mit der Frühe auf sein.
Psa 108:4 Ich will dir danken, HErr, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Psa 108:5 Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
Psa 108:6 Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.
Psa 108:7 Auf dass deine lieben Freunde erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!
Psa 108:8 Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will Sichem teilen und das Tal Sukkoth abmessen.
Psa 108:9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,
Psa 108:10 Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh über Edom strecken, über die Philister will ich jauchzen.
Psa 108:11 Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten bis nach Edom?
Psa 108:12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unsrem Heer?
Psa 108:13 Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
Psa 108:14 Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.
Psa 109:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
Psa 109:2 Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;
Psa 109:3 und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.
Psa 109:4 Dafür, dass ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.
Psa 109:5 Sie beweisen mir Böses um Gutes und Hass um Liebe.
Psa 109:6 Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.
Psa 109:7 Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.
Psa 109:8 Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.
Psa 109:9 Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.
Psa 109:10 Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.
Psa 109:11 Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.
Psa 109:12 Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.
Psa 109:13 Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.
Psa 109:14 Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HErrn, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.
Psa 109:15 Der HErr müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,
Psa 109:16 darum dass er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, dass er ihn tötete.
Psa 109:17 Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.
Psa 109:18 Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;
Psa 109:19 So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.
Psa 109:20 So geschehe denen vom HErrn, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.
Psa 109:21 Aber du, Herr HErr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!
Psa 109:22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.
Psa 109:23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.
Psa 109:24 Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.
Psa 109:25 Und ich muss ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.
Psa 109:26 Stehe mir bei, HErr, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,
Psa 109:27 dass sie innewerden, dass dies sei deine Hand, dass du, HErr, solches tust.
Psa 109:28 Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.
Psa 109:29 Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Rock.
Psa 109:30 Ich will dem HErrn sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.
Psa 109:31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.
Psa 110:1 Ein Psalm Davids. Der HErr sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.”
Psa 110:2 Der HErr wird das Zepter deines Reiches senden aus Zion: „Herrsche unter deinen Feinden!”
Psa 110:3 Nach deinem Sieg wird dir dein Volk willig opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.
Psa 110:4 Der HErr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: „Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.”
Psa 110:5 Der HErr zu deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage seines Zorns;
Psa 110:6 er wird richten unter den Heiden; er wird ein großes Schlagen unter ihnen tun; er wird zerschmettern das Haupt über große Lande.
Psa 110:7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.
Psa 111:1 Halleluja! Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeinde.
Psa 111:2 Groß sind die Werke des HErrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran.
Psa 111:3 Was er ordnet, das ist löblich und herrlich; und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psa 111:4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr.
Psa 111:5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund.
Psa 111:6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden.
Psa 111:7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen.
Psa 111:8 Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich.
Psa 111:9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name.
Psa 111:10 Die Furcht des HErrn ist der Weisheit Anfang. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibt ewiglich.
Psa 112:1 Halleluja! Wohl dem, der den HErrn fürchtet, der große Lust hat zu seinen Geboten!
Psa 112:2 Des Same wird gewaltig sein auf Erden; das Geschlecht der Frommen wird gesegnet sein.
Psa 112:3 Reichtum und die Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psa 112:4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.
Psa 112:5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leihet und richtet seine Sachen aus, dass er niemand Unrecht tue!
Psa 112:6 Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen.
Psa 112:7 Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HErrn.
Psa 112:8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht.
Psa 112:9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich, sein Horn wird erhöht mit Ehren.
Psa 112:10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; seine Zähne wird er zusammenbeißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren.
Psa 113:1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HErrn, lobet den Namen des HErrn!
Psa 113:2 Gelobet sei des HErrn Name von nun an bis in Ewigkeit!
Psa 113:3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HErrn!
Psa 113:4 Der HErr ist hoch über alle Heiden; seine Ehre geht, soweit der Himmel ist.
Psa 113:5 Wer ist wie der HErr, unser Gott? der sich so hoch gesetzt hat
Psa 113:6 und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden;
Psa 113:7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Kot,
Psa 113:8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;
Psa 113:9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!
Psa 114:1 Da Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,
Psa 114:2 da ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.
Psa 114:3 Das Meer sah es und floh; der Jordan wandte sich zurück;
Psa 114:4 die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.
Psa 114:5 Was war dir, du Meer, dass du flohest, und du, Jordan, dass du dich zurückwandtest,
Psa 114:6 ihr Berge, dass ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel wie die jungen Schafe?
Psa 114:7 Vor dem HErrn bebte die Erde, vor dem Gott Jakobs,
Psa 114:8 der den Fels wandelte in einen Wassersee und die Steine in Wasserbrunnen.
Psa 115:1 Nicht uns, HErr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deine Gnade und Wahrheit!
Psa 115:2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott?
Psa 115:3 Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
Psa 115:4 Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.
Psa 115:5 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht;
Psa 115:6 sie haben Ohren, und hören nicht; sie heben Nasen, und riechen nicht;
Psa 115:7 sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; sie reden nicht durch ihren Hals.
Psa 115:8 Die solche machen, sind ihnen gleich, und alle, die auf sie hoffen.
Psa 115:9 Aber Israel hoffe auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:10 Das Haus Aaron hoffe auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:11 Die den HErrn fürchten, hoffen auf den HErrn! Der ist ihre Hilfe und Schild.
Psa 115:12 Der HErr denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron;
Psa 115:13 er segnet, die den HErrn fürchten, Kleine und Große.
Psa 115:14 Der HErr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!
Psa 115:15 Ihr seid die Gesegneten des HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 115:16 Der Himmel allenthalben<RF>bedeutet: überall, in jeder Beziehung<Rf> ist des HErrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
Psa 115:17 Die Toten werden dich, HErr, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille;
Psa 115:18 sondern wir loben den HErrn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!
Psa 116:1 Das ist mir lieb, dass der HErr meine Stimme und mein Flehen hört.
Psa 116:2 Denn er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
Psa 116:3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Ängste der Hölle hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.
Psa 116:4 Aber ich rief an den Namen des HErrn: O HErr, errette mein Seele!
Psa 116:5 Der HErr ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.
Psa 116:6 Der HErr behütet die Einfältigen; wenn ich unterliege, so hilft er mir.
Psa 116:7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HErr tut dir Gutes.
Psa 116:8 Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, meine Augen von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Psa 116:9 Ich werde wandeln vor dem HErrn im Lande der Lebendigen.
Psa 116:10 Ich glaube, darum rede ich; ich werde aber sehr geplagt.
Psa 116:11 Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner.
Psa 116:12 Wie soll ich dem HErrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?
Psa 116:13 Ich will den Kelch des Heils nehmen und des HErrn Namen predigen.
Psa 116:14 Ich will meine Gelübde dem HErrn bezahlen vor allem seinem Volk.
Psa 116:15 Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem HErrn.
Psa 116:16 O HErr, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn. Du hast meine Bande zerrissen.
Psa 116:17 Dir will ich Dank opfern und des HErrn Namen predigen.
Psa 116:18 Ich will meine Gelübde dem HErrn bezahlen vor allem seinem Volk,
Psa 116:19 in den Höfen am Hause des HErrn, in dir, Jerusalem. Halleluja!
Psa 117:1 Lobet den HErrn, alle Heiden; preiset ihn, alle Völker!
Psa 117:2 Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!  
Psa 118:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:2 Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:4 Es sagen nun, die den HErrn fürchten: Seine Güte währet ewiglich.
Psa 118:5 In der Angst rief ich den HErrn an, und der HErr erhörte mich und tröstete mich.
Psa 118:6 Der HErr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?
Psa 118:7 Der HErr ist mit mir, mir zu helfen; und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden.
Psa 118:8 Es ist gut, auf den HErrn vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.
Psa 118:9 Es ist gut auf den HErrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.
Psa 118:10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:11 Sie umgeben mich allenthalben; aber im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:12 Sie umgeben mich wie Bienen; aber sie erlöschen wie ein Feuer in Dornen; im Namen des HErrn will ich sie zerhauen.
Psa 118:13 Man stößt mich, dass ich fallen soll; aber der HErr hilft mir.
Psa 118:14 Der HErr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Psa 118:15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: „Die Rechte des HErrn behält den Sieg;
Psa 118:16 die Rechte des HErrn ist erhöht; die Rechte des HErrn behält den Sieg!”
Psa 118:17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werke verkündigen.
Psa 118:18 Der HErr züchtigt mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht.
Psa 118:19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich dahin eingehe und dem HErrn danke.
Psa 118:20 Das ist das Tor des HErrn; die Gerechten werden dahin eingehen.
Psa 118:21 Ich danke dir, dass du mich demütigst und hilfst mir.
Psa 118:22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Psa 118:23 Das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wunder vor unsren Augen.
Psa 118:24 Dies ist der Tag, den der HErr macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein.
Psa 118:25 O HErr, hilf! o HErr, lass wohl gelingen!
Psa 118:26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HErrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HErrn seid.
Psa 118:27 Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Psa 118:28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.
Psa 118:29 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und sein Güte währet ewiglich.
Psa 119:1 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HErrn wandeln!
Psa 119:2 Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen!
Psa 119:3 Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die tun kein Übel.
Psa 119:4 Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.
Psa 119:5 Oh dass mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte!
Psa 119:6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden.
Psa 119:7 Ich danke dir von rechtem Herzen, dass du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:8 Deine Rechte will ich halten; verlass mich nimmermehr.
Psa 119:9 Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.
Psa 119:10 Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten.
Psa 119:11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf dass ich nicht wider dich sündige.
Psa 119:12 Gelobt seist du, HErr! Lehre mich deine Rechte!
Psa 119:13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes.
Psa 119:14 Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse wie über allerlei Reichtum.
Psa 119:15 Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege.
Psa 119:16 Ich habe Lust zu deinen Rechten und vergesse deiner Worte nicht.
Psa 119:17 Tue wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte.
Psa 119:18 Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
Psa 119:19 Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir.
Psa 119:20 Meine Seele ist zermalmt vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit.
Psa 119:21 Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abirren.
Psa 119:22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte deine Zeugnisse.
Psa 119:23 Es sitzen auch die Fürsten und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten.
Psa 119:24 Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen; die sind meine Ratsleute.
Psa 119:25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort.
Psa 119:26 Ich erzähle meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:27 Unterweise mich den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.
Psa 119:28 Ich gräme mich, dass mir das Herz verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort.
Psa 119:29 Wende von mir den falschen Weg und gönne mir dein Gesetz.
Psa 119:30 Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt; deine Rechte habe ich vor mich gestellt.
Psa 119:31 Ich hange an deinen Zeugnissen; HErr, lass mich nicht zu Schanden werden!
Psa 119:32 Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote.
Psa 119:33 Zeige mir, HErr, den Weg deiner Rechte, dass ich sie bewahre bis ans Ende.
Psa 119:34 Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz und halte es von ganzem Herzen.
Psa 119:35 Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu.
Psa 119:36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz.
Psa 119:37 Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege.
Psa 119:38 Lass deinen Knecht dein Gebot fest für dein Wort halten, dass ich dich fürchte.
Psa 119:39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich.
Psa 119:40 Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:41 HErr, lass mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort,
Psa 119:42 dass ich antworten möge meinem Lästerer; denn ich verlasse mich auf dein Wort.
Psa 119:43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte.
Psa 119:44 Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich.
Psa 119:45 Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle.
Psa 119:46 Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht
Psa 119:47 und habe Lust an deinen Geboten, und sie sind mir lieb,
Psa 119:48 und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten.
Psa 119:49 Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen.
Psa 119:50 Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquickt mich.
Psa 119:51 Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.
Psa 119:52 HErr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet.
Psa 119:53 Ich bin entbrannt über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen.
Psa 119:54 Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt.
Psa 119:55 HErr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.
Psa 119:56 Das ist mein Schatz, dass ich deine Befehle halte.
Psa 119:57 Ich habe gesagt: „HErr, das soll mein Erbe sein, dass ich deine Worte halte.”
Psa 119:58 Ich flehe vor deinem Angesicht von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort.
Psa 119:59 Ich betrachte meine Wege und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen.
Psa 119:60 Ich eile und säume mich nicht, zu halten deine Gebote.
Psa 119:61 Der Gottlosen Rotte beraubt mich; aber ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:63 Ich halte mich zu denen, die dich fürchten und deine Befehle halten.
Psa 119:64 HErr, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:65 Du tust Gutes deinem Knechte, HErr, nach deinem Wort.
Psa 119:66 Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntnis; denn ich glaube deinen Geboten.
Psa 119:67 Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.
Psa 119:68 Du bist gütig und freundlich; lehre mich deine Rechte.
Psa 119:69 Die Stolzen erdichten Lügen über mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle.
Psa 119:70 Ihr Herz ist dick wie Schmer<RF>bedeutet: Fett<Rf>; ich aber habe Lust an deinem Gesetz.
Psa 119:71 Es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt hast, dass ich deine Rechte lerne.
Psa 119:72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber denn viel tausend Stück Gold und Silber.
Psa 119:73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.
Psa 119:74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:75 HErr, ich weiß, dass deine Gerichte recht sind; du hast mich treulich gedemütigt.
Psa 119:76 Deine Gnade müsse mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast.
Psa 119:77 Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe; denn ich habe Lust zu deinem Gesetz.
Psa 119:78 Ach dass die Stolzen müssten zu Schanden werden, die mich mit Lügen niederdrücken! ich aber rede von deinen Befehlen.
Psa 119:79 Ach dass sich müssten zu mir halten, die dich fürchten und deine Zeugnisse kennen!
Psa 119:80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, dass ich nicht zu Schanden werde.
Psa 119:81 Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?
Psa 119:83 Denn ich bin wie ein Schlauch im Rauch; deiner Rechte vergesse ich nicht.
Psa 119:84 Wie lange soll dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger?
Psa 119:85 Die Stolzen graben ihre Gruben, sie, die nicht sind nach deinem Gesetz.
Psa 119:86 Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Lügen; hilf mir.
Psa 119:87 Sie haben mich schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht.
Psa 119:88 Erquicke mich durch deine Gnade, dass ich halte die Zeugnisse deines Mundes.
Psa 119:89 HErr, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel ist;
Psa 119:90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibt stehen.
Psa 119:91 Es bleibt täglich nach deinem Wort; denn es muss dir alles dienen.
Psa 119:92 Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Psa 119:93 Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen; denn du erqickest mich damit.
Psa 119:94 Ich bin dein, hilf mir! denn ich suche deine Befehle.
Psa 119:95 Die Gottlosen lauern auf mich, dass sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Zeugnisse.
Psa 119:96 Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen; aber dein Gebot währet.
Psa 119:97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich rede ich davon.
Psa 119:98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz.
Psa 119:99 Ich bin gelehrter denn alle meine Lehrer; denn deine Zeugnisse sind meine Rede.
Psa 119:100 Ich bin klüger denn die Alten; denn ich halte deine Befehle.
Psa 119:101 Ich wehre meinem Fuß alle bösen Wege, dass ich dein Wort halte.
Psa 119:102 Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du lehrest mich.
Psa 119:103 Dein Wort ist meinem Munde süßer denn Honig.
Psa 119:104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege.
Psa 119:105 Dein Wort ist meine Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Psa 119:106 Ich schwöre und will's halten, dass ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will.
Psa 119:107 Ich bin sehr gedemütigt; HErr, erquicke mich nach deinem Wort!
Psa 119:108 Lass dir gefallen, HErr, das willige Opfer meines Mundes und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:109 Ich trage meine Seele immer in meinen Händen, und ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:110 Die Gottlosen legen mir Stricke; ich aber irre nicht von deinen Befehlen.
Psa 119:111 Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens Wonne.
Psa 119:112 Ich neige mein Herz, zu tun nach deinen Rechten immer und ewiglich.
Psa 119:113 Ich hasse die Flattergeister und liebe dein Gesetz.
Psa 119:114 Du bist mein Schirm und Schild; ich hoffe auf dein Wort.
Psa 119:115 Weichet von mir, ihr Boshaften! Ich will halten die Gebote meines Gottes.
Psa 119:116 Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe; und lass mich nicht zu Schanden werden über meiner Hoffnung.
Psa 119:117 Stärke mich, dass ich genese, so will ich stets meine Lust haben an deinen Rechten.
Psa 119:118 Du zertrittst alle, die von deinen Rechten abirren; denn ihre Trügerei ist eitel Lüge.
Psa 119:119 Du wirfst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken; darum liebe ich deine Zeugnisse.
Psa 119:120 Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, und entsetze mich vor deinen Gerichten.
Psa 119:121 Ich halte über Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt tun.
Psa 119:122 Vertritt du deinen Knecht und tröste ihn; mögen mir die Stolzen nicht Gewalt tun.
Psa 119:123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnade und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:125 Ich bin dein Knecht; unterweise mich, dass ich erkenne deine Zeugnisse.
Psa 119:126 Es ist Zeit, dass der HErr dazutue; sie haben dein Gesetz zerrissen.
Psa 119:127 Darum liebe ich dein Gebot über Gold und über feines Gold.
Psa 119:128 Darum halte ich stracks alle deine Befehle; ich hasse allen falschen Weg.
Psa 119:129 Deine Zeugnisse sind wunderbar; darum hält sie meine Seele.
Psa 119:130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Einfältigen.
Psa 119:131 Ich sperre meinen Mund auf und lechze nach deinen Geboten; denn mich verlangt darnach.
Psa 119:132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben.
Psa 119:133 Lass meinen Gang gewiss sein in deinem Wort und lass kein Unrecht über mich herrschen.
Psa 119:134 Erlöse mich von der Menschen Frevel, so will ich halten deine Befehle.
Psa 119:135 Lass dein Antlitz leuchten über deinen Knecht und lehre mich deine Rechte.
Psa 119:136 Meine Augen fließen mit Wasser, dass man dein Gesetz nicht hält.
Psa 119:137 HErr, du bist gerecht, und dein Wort ist recht.
Psa 119:138 Du hast die Zeugnisse deiner Gerechtigkeit und die Wahrheit hart geboten.
Psa 119:139 Ich habe mich schier<RF>bedeutet: bald, fast<Rf> zu Tode geeifert, dass meine Gegner deiner Worte vergessen.
Psa 119:140 Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb.
Psa 119:141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deiner Befehle.
Psa 119:142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.
Psa 119:143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Lust an deinen Geboten.
Psa 119:144 Die Gerechtigkeit deiner Zeugnisse ist ewig; unterweise mich, so lebe ich.
Psa 119:145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, HErr, dass ich dein Rechte halte.
Psa 119:146 Ich rufe zu dir; hilf mir, dass ich deine Zeugnisse halte.
Psa 119:147 Ich komme in der Frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich.
Psa 119:148 Ich wache auf, wenn's noch Nacht ist, zu sinnen über dein Wort.
Psa 119:149 Höre meine Stimme nach deiner Gnade; HErr, erquicke mich nach deinen Rechten.
Psa 119:150 Meine boshaften Verfolger nahen herzu und sind ferne von deinem Gesetz.
Psa 119:151 HErr, du bist nahe, und deine Gebote sind eitel Wahrheit.
Psa 119:152 Längst weiß ich, dass du deine Zeugnisse für ewig gegründet hast.
Psa 119:153 Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht.
Psa 119:154 Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort.
Psa 119:155 Das Heil ist ferne von den Gottlosen; denn sie achten deine Rechte nicht.
Psa 119:156 HErr, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinen Rechten.
Psa 119:157 Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Zeugnissen.
Psa 119:158 Ich sehe die Verächter, und es tut mir wehe, dass sie dein Wort nicht halten.
Psa 119:159 Siehe, ich liebe deine Befehle; HErr, erquicke mich nach deiner Gnade.
Psa 119:160 Dein Wort ist nichts denn Wahrheit; alle Rechte deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.
Psa 119:161 Die Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, und mein Herz fürchtet sich vor deinen Worten.
Psa 119:162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der eine große Beute kriegt.
Psa 119:163 Lügen bin ich gram und habe Greuel daran; aber dein Gesetz habe ich lieb.
Psa 119:164 Ich lobe dich des Tages siebenmal um der Rechte willen deiner Gerechtigkeit.
Psa 119:165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.
Psa 119:166 HErr, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten.
Psa 119:167 Meine Seele hält deine Zeugnisse und liebt sie sehr.
Psa 119:168 Ich halte deine Befehle und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor dir.
Psa 119:169 HErr, lass meine Klage vor dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort.
Psa 119:170 Lass mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort.
Psa 119:171 Meine Lippen sollen loben, wenn du mich deine Rechte lehrest.
Psa 119:172 Meine Zunge soll ihr Gespräch haben von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind recht.
Psa 119:173 Lass mir deine Hand beistehen; denn ich habe erwählt deine Befehle.
Psa 119:174 HErr, mich verlangt nach deinem Heil, und ich habe Lust an deinem Gesetz.
Psa 119:175 Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, und deine Rechte mir helfen.
Psa 119:176 Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf. Suche deinen Knecht; denn ich vergesse deiner Gebote nicht.
Psa 120:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich rufe zu dem HErrn in meiner Not, und er erhört mich.
Psa 120:2 HErr, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen.
Psa 120:3 Was kann dir die falsche Zunge tun, was kann sie ausrichten?
Psa 120:4 Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken, wie Feuer in Wachholdern.
Psa 120:5 Wehe mir, dass ich ein Fremdling bin unter Mesech; ich muss wohnen unter den Hütten Kedars.
Psa 120:6 Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen.
Psa 120:7 Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Krieg an.
Psa 121:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.
Psa 121:2 Meine Hilfe kommt von dem HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 121:3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet, schläft nicht.
Psa 121:4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Psa 121:5 Der HErr behütet dich; der HErr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
Psa 121:6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Psa 121:7 Der HErr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele;
Psa 121:8 der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
Psa 122:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Ich freute mich über die, so mir sagten: Lasset uns ins Haus des HErrn gehen!
Psa 122:2 Unsre Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem.
Psa 122:3 Jerusalem ist gebaut, dass es eine Stadt sei, da man zusammenkommen soll,
Psa 122:4 da die Stämme hinaufgehen, die Stämme des HErrn, wie geboten ist dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn.
Psa 122:5 Denn daselbst stehen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David.
Psa 122:6 Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!
Psa 122:7 Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!
Psa 122:8 Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.
Psa 122:9 Um des Hauses willen des HErrn, unsres Gottes, will ich dein Bestes suchen.
Psa 123:1 Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel sitzest.
Psa 123:2 Siehe! wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, also sehen unsre Augen auf den HErrn, unsren Gott, bis er uns gnädig werde.
Psa 123:3 Sei uns gnädig, HErr, sei uns gnädig! denn wir sind sehr voll Verachtung.
Psa 123:4 Sehr voll ist unsre Seele von der Stolzen Spott und der Hoffärtigen Verachtung.
Psa 124:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Wo der HErr nicht bei uns wäre – so sage Israel –,
Psa 124:2 wo der HErr nicht bei uns wäre, wenn die Menschen sich wider uns setzen:
Psa 124:3 so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns ergrimmte;
Psa 124:4 so ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsre Seele;
Psa 124:5 es gingen Wasser allzu hoch über unsre Seele.
Psa 124:6 Gelobet sei der HErr, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne!
Psa 124:7 Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Stricke des Voglers; der Strick ist zerrissen, und wir sind los.
Psa 124:8 Unsre Hilfe steht im Namen des HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psa 125:1 Ein Lied im höhern Chor. Die auf den HErrn hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.
Psa 125:2 Um Jerusalem her sind Berge, und der HErr ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.
Psa 125:3 Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Häuflein der Gerechten, auf dass die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.
Psa 125:4 HErr, tue wohl den guten und frommen Herzen!
Psa 125:5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HErr wegtreiben mit den Übeltätern. Friede sei über Israel!
Psa 126:1 Ein Lied im höhern Chor. Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
Psa 126:2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen getan!
Psa 126:3 Der HErr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
Psa 126:4 HErr, bringe wieder unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Mittagslande.
Psa 126:5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Psa 126:6 Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
Psa 127:1 Ein Lied Salomos im höhern Chor. Wo der HErr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der HErr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.
Psa 127:2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend.
Psa 127:3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HErrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Psa 127:4 Wie die Pfeile in der Hand des Starken, also geraten die jungen Knaben.
Psa 127:5 Wohl dem, der seinen Köcher derselben voll hat! Die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.
Psa 128:1 Ein Lied im höhern Chor. Wohl dem, der den HErrn fürchtet und auf seinen Wegen geht!
Psa 128:2 Du wirst dich nähren <FI>von<Fi> deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut.
Psa 128:3 Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock drinnen in deinem Hause, deine Kinder wie Ölzweige um deinen Tisch her.
Psa 128:4 Siehe, also wird gesegnet der Mann, der den HErrn fürchtet.
Psa 128:5 Der HErr wird dich segnen aus Zion, dass du sehest das Glück Jerusalems dein Leben lang
Psa 128:6 und sehest deiner Kinder Kinder. Friede über Israel!
Psa 129:1 Ein Lied im höhern Chor. Sie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf – so sage Israel –,
Psa 129:2 sie haben mich oft gedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht übermocht.
Psa 129:3 Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert und ihre Furchen lang gezogen.
Psa 129:4 Der HErr, der gerecht ist, hat der Gottlosen Seile abgehauen.
Psa 129:5 Ach dass müssten zu Schanden werden und zurückkehren alle, die Zion gram sind!
Psa 129:6 Ach dass sie müssten sein wie das Gras auf den Dächern, welches verdorrt, ehe man es ausrauft,
Psa 129:7 von welchem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Arm
Psa 129:8 und die vorübergehen nicht sprechen: „Der Segen des HErrn sei über euch! wir segnen euch im Namen des HErrn”!
Psa 130:1 Ein Lied im höhern Chor. Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir.
Psa 130:2 HErr, höre meine Stimme, lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
Psa 130:3 So du willst, HErr, Sünden zurechnen, HErr, wer wird bestehen?
Psa 130:4 Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
Psa 130:5 Ich harre des HErrn; meine Seele harret und ich hoffe auf sein Wort.
Psa 130:6 Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgenwache bis zur andern.
Psa 130:7 Israel, hoffe auf den HErrn! denn bei dem HErrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm,
Psa 130:8 und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Psa 131:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. HErr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz; ich wandle nicht in großen Dingen, die mir zu hoch sind.
Psa 131:2 Ja, ich habe meine Seele gesetzt und gestillt; so ist meine Seele in mir wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter.
Psa 131:3 Israel, hoffe auf den HErrn von nun an bis in Ewigkeit!
Psa 132:1 Ein Lied im höhern Chor. Gedenke, HErr, an David und all sein Leiden,
Psa 132:2 der dem HErrn schwur und gelobte dem Mächtigen Jakobs:
Psa 132:3 „Ich will nicht in die Hütte meines Hauses gehen noch mich aufs Lager meines Bettes legen,
Psa 132:4 ich will meine Augen nicht schlafen lassen noch meine Augenlider schlummern,
Psa 132:5 bis ich eine Stätte finde für den HErrn, zur Wohnung dem Mächtigen Jakobs.”
Psa 132:6 Siehe, wir hörten von ihr in Ephratha; wir haben sie gefunden auf dem Felde des Waldes.
Psa 132:7 Wir wollen in seine Wohnung gehen und anbeten vor seinem Fußschemel.
Psa 132:8 HErr, mache dich auf zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht!
Psa 132:9 Deine Priester lass sich kleiden mit Gerechtigkeit und deine Heiligen sich freuen.
Psa 132:10 Wende nicht weg das Antlitz deines Gesalbten um deines Knechtes David willen.
Psa 132:11 Der HErr hat David einen wahren Eid geschworen – davon wird er sich nicht wenden –: „Ich will dir auf deinen Stuhl setzen die Frucht deines Leibes.
Psa 132:12 Werden deine Kinder meinen Bund halten und mein Zeugnis, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sitzen ewiglich.”
Psa 132:13 Denn der HErr hat Zion erwählt und hat Lust, daselbst zu wohnen.
Psa 132:14 „Dies ist meine Ruhe ewiglich, hier will ich wohnen; denn es gefällt mir wohl.
Psa 132:15 Ich will ihre Speise segnen und ihren Armen Brot genug geben.
Psa 132:16 Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen fröhlich sein.
Psa 132:17 Daselbst soll aufgehen das Horn Davids; ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte zugerichtet.
Psa 132:18 Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden; aber über ihm soll blühen seine Krone.”
Psa 133:1 Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, dass Brüder einträchtig beieinander wohnen!
Psa 133:2 wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Aarons herabfließt in seinen ganzen Bart, der herabfließt in sein Kleid,
Psa 133:3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions. Denn daselbst verheißt der HErr Segen und Leben immer und ewiglich.
Psa 134:1 Ein Lied im höhern Chor. Siehe, lobet den HErrn, alle Knechte des HErrn, die ihr stehet des Nachts im Hause des HErrn!
Psa 134:2 Hebet eure Hände auf im Heiligtum und lobet den HErrn!
Psa 134:3 Der HErr segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat!
Psa 135:1 Halleluja! Lobet den Namen des HErrn, lobet, ihr Knechte des HErrn,
Psa 135:2 die ihr stehet im Hause des HErrn, in den Höfen des Hauses unsres Gottes!
Psa 135:3 Lobet den HErrn, denn der HErr ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich!
Psa 135:4 Denn der HErr hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum.
Psa 135:5 Denn ich weiß, dass der HErr groß ist und unser HErr vor allen Göttern.
Psa 135:6 Alles, was er will, das tut er, im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen;
Psa 135:7 der die Wolken lässt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind aus seinen Vorratskammern kommen lässt;
Psa 135:8 der die Erstgeburten schlug in Ägypten, beider, der Menschen und des Viehes,
Psa 135:9 und ließ seine Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland, über Pharao und alle seine Knechte;
Psa 135:10 der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige:
Psa 135:11 Sihon, der Amoriter König, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche in Kanaan;
Psa 135:12 und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.
Psa 135:13 HErr, dein Name währet ewiglich; dein Gedächtnis, HErr, währet für und für.
Psa 135:14 Denn der HErr wird sein Volk richten und seinen Knechten gnädig sein.
Psa 135:15 Der Heiden Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.
Psa 135:16 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht;
Psa 135:17 sie haben Ohren, und hören nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde.
Psa 135:18 Die solche machen, sind gleich also, alle, die auf solche hoffen.
Psa 135:19 Das Haus Israel lobe den HErrn! Lobet den HErrn, ihr vom Hause Aaron!
Psa 135:20 Ihr vom Hause Levi, lobet den HErrn! Die ihr den HErrn fürchtet, lobet den HErrn!
Psa 135:21 Gelobet sei der HErr aus Zion, der zu Jerusalem wohnt! Halleluja!
Psa 136:1 Danket dem HErrn; denn er ist freundlich – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:2 Danket dem Gott aller Götter – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:3 Danket dem HErrn aller Herren – denn seine Güte währet ewiglich,
Psa 136:4 der große Wunder tut allein – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:5 der die Himmel weislich gemacht hat – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:6 der die Erde auf Wasser ausgebreitet hat – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:7 der große Lichter gemacht hat – denn seine Güte währet ewiglich –:
Psa 136:8 die Sonne, dem Tag vorzustehen – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:9 den Mond und Sterne, der Nacht vorzustehen – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:10 der Ägypten schlug an ihren Erstgeburten – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:11 und führte Israel heraus – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:12 durch mächtige Hand und ausgereckten Arm – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:13 der das Schilfmeer teilte in zwei Teile – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:14 und ließ Israel hindurchgehen – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:15 der Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:16 der sein Volk führte durch die Wüste – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:17 der große Könige schlug – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:18 und erwürgte mächtige Könige – denn seine Güte währet ewiglich –:
Psa 136:19 Sihon, der Amoriter König – denn seine Güte währet ewiglich –
Psa 136:20 und Og, den König von Basan – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:21 und gab ihr Land zum Erbe – denn seine Güte währet ewiglich –,
Psa 136:22 zum Erbe seinem Knecht Israel – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:23 denn er dachte an uns, da wir unterdrückt waren – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:24 und erlöste uns von unsren Feinden – denn seine Güte währet ewiglich –;
Psa 136:25 der allem Fleisch Speise gibt – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 136:26 Danket dem Gott des Himmels – denn seine Güte währet ewiglich.
Psa 137:1 An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.
Psa 137:2 Unsre Harfen hingen wir an die Weiden, die daselbst sind.
Psa 137:3 Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unsrem Heulen fröhlich sein: „Singet uns ein Lied von Zion!”
Psa 137:4 Wie sollten wir des HErrn Lied singen in fremden Landen?
Psa 137:5 Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen.
Psa 137:6 Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.
Psa 137:7 HErr, gedenke den Kindern Edom den Tag Jerusalems, die da sagten: „Rein ab, rein ab bis auf ihren Boden!”
Psa 137:8 Du verstörte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns getan hast!
Psa 137:9 Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!
Psa 138:1 Davids. Ich danke dir von ganzem Herzen; vor den Göttern will ich dir lobsingen.
Psa 138:2 Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort.
Psa 138:3 Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.
Psa 138:4 Es danken dir, HErr, alle Könige auf Erden, dass sie hören das Wort deines Mundes,
Psa 138:5 und singen auf den Wegen des HErrn, dass die Ehre des HErrn groß sei.
Psa 138:6 Denn der HErr ist hoch und sieht auf das Niedrige und kennt den Stolzen von ferne.
Psa 138:7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich und streckst deine Hand über den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten.
Psa 138:8 Der HErr wird's für mich vollführen. HErr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.
Psa 139:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. HErr, Du erforschest mich und kennest mich.
Psa 139:2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne.
Psa 139:3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege.
Psa 139:4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HErr, nicht alles wissest.
Psa 139:5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psa 139:6 Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen.
Psa 139:7 Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht?
Psa 139:8 Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da.
Psa 139:9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
Psa 139:10 so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.
Psa 139:11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muss die Nacht auch Licht um mich sein.
Psa 139:12 Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.
Psa 139:13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Psa 139:14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl.
Psa 139:15 Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde.
Psa 139:16 Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war.
Psa 139:17 Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe!
Psa 139:18 Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir.
Psa 139:19 Ach Gott, dass du tötetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müssten!
Psa 139:20 Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.
Psa 139:21 Ich hasse ja, HErr, die dich hassen, und es verdrießt mich an ihnen, dass sie sich wider dich setzen.
Psa 139:22 Ich hasse sie in rechtem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.
Psa 139:23 Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich's meine.
Psa 139:24 Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Psa 140:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.
Psa 140:2 Errette mich, HErr, von den bösen Menschen; behüte mich vor den freveln Leuten,
Psa 140:3 die Böses gedenken in ihrem Herzen und täglich Krieg erregen.
Psa 140:4 Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. (Sela.)
Psa 140:5 Bewahre mich, HErr, vor der Hand der Gottlosen; behüte mich vor den freveln Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoßen.
Psa 140:6 Die Hoffärtigen legen mir Stricke und breiten mir Seile aus zum Netz und stellen mir Fallen an den Weg. (Sela.)
Psa 140:7 Ich aber sage zum HErrn: Du bist mein Gott; HErr, vernimm die Stimme meines Flehens!
Psa 140:8 HErr Herr, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streits.
Psa 140:9 HErr, lass dem Gottlosen seine Begierde nicht; stärke seinen Mutwillen nicht: sie möchten sich des überheben. (Sela.)
Psa 140:10 Das Unglück, davon meine Feinde ratschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen.
Psa 140:11 Er wird Strahlen über sie schütten; er wird sie mit Feuer tief in die Erde schlagen, dass sie nicht mehr aufstehen.
Psa 140:12 Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden; ein frevler, böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden.
Psa 140:13 Denn ich weiß, dass der HErr wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen.
Psa 140:14 Auch werden die Gerechten deinem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.
Psa 141:1 Ein Psalm Davids. HErr, ich rufe zu dir; eile zu mir; vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.
Psa 141:2 Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer, mein Händeaufheben wie ein Abendopfer.
Psa 141:3 HErr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen.
Psa 141:4 Neige mein Herz nicht auf etwas Böses, ein gottlos Wesen zu führen mit den Übeltätern, dass ich nicht esse von dem, was ihnen geliebt.
Psa 141:5 Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich; das wird mir so wohl tun wie Balsam auf meinem Haupt; denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun.
Psa 141:6 Ihre Führer müssen gestürzt werden über einen Fels; so wird man dann meine Rede hören, dass sie lieblich sei.
Psa 141:7 Unsre Gebeine sind zerstreut bis zur Hölle, wie wenn einer das Land pflügt und zerwühlt.
Psa 141:8 Denn auf dich, HErr Herr, sehen meine Augen; ich traue auf dich, verstoße meine Seele nicht.
Psa 141:9 Bewahre mich vor dem Stricke, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Übeltäter.
Psa 141:10 Die Gottlosen müssen in ihr eigen Netz fallen miteinander, ich aber immer vorübergehen.
Psa 142:1 Eine Unterweisung Davids, ein Gebet, da er in der Höhle war.
Psa 142:2 Ich schreie zum HErrn mit meiner Stimme; ich flehe zum HErrn mit meiner Stimme;
Psa 142:3 ich schütte meine Rede vor ihm aus und zeige an vor ihm meine Not.
Psa 142:4 Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen mir Stricke auf dem Wege, darauf ich gehe.
Psa 142:5 Schaue zur Rechten und siehe! da will mich niemand kennen. Ich kann nicht entfliehen; niemand nimmt sich meiner Seele an.
Psa 142:6 HErr, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen.
Psa 142:7 Merke auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig.
Psa 142:8 Führe meine Seele aus dem Kerker, dass ich danke deinem Namen. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohltust.
Psa 143:1 Ein Psalm Davids. HErr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen
Psa 143:2 und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
Psa 143:3 Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden; er legt mich ins Finstere wie die, so längst tot sind.
Psa 143:4 Und mein Geist ist in mir geängstet; mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehrt.
Psa 143:5 Ich gedenke an die vorigen Zeiten; ich rede von allen deinen Taten und sage von den Werken deiner Hände.
Psa 143:6 Ich breite meine Hände aus zu dir; meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. (Sela.)
Psa 143:7 HErr, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht von mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.
Psa 143:8 Lass mich frühe hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.
Psa 143:9 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir habe ich Zuflucht.
Psa 143:10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn.
Psa 143:11 HErr, erquicke mich um deines Namens willen; führe meine Seele aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen
Psa 143:12 und verstöre meine Feinde um deiner Güte willen und bringe um alle, die meine Seele ängsten; denn ich bin dein Knecht.
Psa 144:1 Ein Psalm Davids. Gelobet sei der HErr, mein Hort, der meine Hände lehrt streiten und meine Fäuste kriegen,
Psa 144:2 meine Güte und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwingt.
Psa 144:3 HErr, was ist der Mensch, dass du dich sein annimmst, und des Menschen Kind, dass du ihn so achtest?
Psa 144:4 Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten.
Psa 144:5 HErr, neige deine Himmel und fahre herab; rühre die Berge an, dass sie rauchen;
Psa 144:6 lass blitzen und zerstreue sie; schieße deine Strahlen und schrecke sie;
Psa 144:7 strecke deine Hand aus von der Höhe und erlöse mich und errette mich von großen Wassern, von der Hand der Kinder der Fremde,
Psa 144:8 deren Mund redet unnütz, und ihre Werke sind falsch.
Psa 144:9 Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten,
Psa 144:10 der du den Königen Sieg gibst und erlösest deinen Knecht David vom mörderischen Schwert des Bösen.
Psa 144:11 Erlöse mich auch und errette mich von der Hand der Kinder der Fremde – deren Mund redet unnütz, und ihre Werke sind falsch –,
Psa 144:12 dass unsre Söhne aufwachsen in ihrer Jugend wie die Pflanzen, und unsre Töchter seien wie die ausgehauenen Erker, womit man Paläste ziert;
Psa 144:13 dass unsre Kammern voll seien und herausgeben können einen Vorrat nach dem andern; dass unsre Schafe tragen tausend und zehntausend auf unsren Triften;
Psa 144:14 dass unsre Ochsen viel erarbeiten; dass kein Schade, kein Verlust noch Klage auf unsren Gassen sei.
Psa 144:15 Wohl dem Volk, dem es also geht! Wohl dem Volk, des Gott der HErr ist!
Psa 145:1 Ein Lob Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich.
Psa 145:2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich.
Psa 145:3 Der HErr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unausforschlich.
Psa 145:4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen.
Psa 145:5 Ich will reden von deiner herrlichen, schönen Pracht und von deinen Wundern,
Psa 145:6 dass man soll sagen von deinen herrlichen Taten und dass man erzähle deine Herrlichkeit;
Psa 145:7 dass man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme.
Psa 145:8 Gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig und von großer Güte.
Psa 145:9 Der HErr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.
Psa 145:10 Es sollen dir danken, HErr, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben
Psa 145:11 und die Ehre deines Königreiches rühmen und von deiner Gewalt reden,
Psa 145:12 dass den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die herrliche Pracht deines Königreichs.
Psa 145:13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.
Psa 145:14 Der HErr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind.
Psa 145:15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit.
Psa 145:16 Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Psa 145:17 Der HErr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken.
Psa 145:18 Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.
Psa 145:19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.
Psa 145:20 Der HErr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.
Psa 145:21 Mein Mund soll des HErrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.
Psa 146:1 Halleluja! Lobe den HErrn, meine Seele!
Psa 146:2 Ich will den HErrn loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich hier bin.
Psa 146:3 Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Psa 146:4 Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; alsdann sind verloren alle seine Anschläge.
Psa 146:5 Wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist; des Hoffnung auf dem HErrn, seinem Gott, steht;
Psa 146:6 der Himmel, Erde, Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat; der Glauben hält ewiglich;
Psa 146:7 der Recht schafft denen, so Gewalt leiden; der die Hungrigen speist. Der HErr löst die Gefangenen.
Psa 146:8 Der HErr macht die Blinden sehend. Der HErr richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HErr liebt die Gerechten.
Psa 146:9 Der HErr behütet die Fremdlinge und erhält die Waisen und Witwen und kehrt zurück den Weg der Gottlosen.
Psa 146:10 Der HErr ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja.
Psa 147:1 Lobet den HErr! denn unsren Gott loben, das ist ein köstlich Ding; solch Lob ist lieblich und schön.
Psa 147:2 Der HErr baut Jerusalem und bringt zusammen die Verjagten Israels.
Psa 147:3 Er heilt, die zerbrochnes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.
Psa 147:4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.
Psa 147:5 Unser HErr ist groß und von großer Kraft; und ist unbegreiflich, wie er regiert.
Psa 147:6 Der HErr richtet auf die Elenden und stößt die Gottlosen zu Boden.
Psa 147:7 Singet umeinander dem HErrn mit Dank und lobet unsren Gott mit Harfen,
Psa 147:8 der den Himmel mit Wolken verdeckt und gibt Regen auf Erden; der Gras auf Bergen wachsen lässt;
Psa 147:9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen.
Psa 147:10 Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses noch Gefallen an eines Mannes Schenkeln.
Psa 147:11 Der HErr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Psa 147:12 Preise, Jerusalem, den HErrn; lobe Zion, deinen Gott!
Psa 147:13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder drinnen.
Psa 147:14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen.
Psa 147:15 Er sendet seine Rede auf Erden; sein Wort läuft schnell.
Psa 147:16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche.
Psa 147:17 Er wirft seine Schloßen<RF>bedeutet: große Hagelkörner<Rf> wie Bissen; wer kann bleiben vor seinem Frost?
Psa 147:18 Er spricht, so zerschmilzt es; er lässt seinen Wind wehen, so taut es auf.
Psa 147:19 Er zeigt Jakob sein Wort, Israel seine Sitten und Rechte.
Psa 147:20 So tut er keinen Heiden, noch lässt er sie wissen seine Rechte. Halleluja!
Psa 148:1 Halleluja! Lobet im Himmel den HErrn; lobet ihn in der Höhe!
Psa 148:2 Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, all sein Heer!
Psa 148:3 Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
Psa 148:4 Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben und die Wasser, die oben am Himmel sind!
Psa 148:5 Die sollen loben den Namen des HErrn; denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
Psa 148:6 Er hält sie immer und ewiglich; er ordnet sie, dass sie nicht anders gehen dürfen.
Psa 148:7 Lobet den HErrn auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen;
Psa 148:8 Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten;
Psa 148:9 Berge und alle Hügel, fruchtbare Bäume und alle Zedern;
Psa 148:10 Tiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel;
Psa 148:11 ihr Könige auf Erden und alle Völker, Fürsten und alle Richter auf Erden;
Psa 148:12 Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen!
Psa 148:13 Die sollen loben den Namen des HErrn; denn sein Name allein ist hoch, sein Lob geht, soweit Himmel und Erde ist.
Psa 148:14 Und er erhöht das Horn seines Volkes. Alle Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dient. Halleluja!
Psa 149:1 Halleluja! Singet dem HErrn ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben.
Psa 149:2 Israel freue sich des, der es gemacht hat; die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König.
Psa 149:3 Sie sollen loben seinen Namen im Reigen; mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen.
Psa 149:4 Denn der HErr hat Wohlgefallen an seinem Volk; er hilft den Elenden herrlich.
Psa 149:5 Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern.
Psa 149:6 Ihr Mund soll Gott erheben, und sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen haben,
Psa 149:7 dass sie Rache üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern;
Psa 149:8 ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln;
Psa 149:9 dass sie ihnen tun das Recht, davon geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!
Psa 150:1 Halleluja! Lobet den HErrn in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht!
Psa 150:2 Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!
Psa 150:3 Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!
Psa 150:4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!
Psa 150:5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln!
Psa 150:6 Alles, was Odem hat, lobe den HErrn! Halleluja!