13943#Psalm,1,1#1. WOHL dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, / noch tritt auf den Weg der Sünder, / noch sitzt, da die Spötter sitzen; /
13944#Psalm,1,2#2. sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN / und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht. /
13945#Psalm,1,3#3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit / und dessen Blätter nicht verwelken, / und alles, was er macht, gerät wohl. /
13946#Psalm,1,4#4. Nicht so die Gottlosen; / sondern sie sind wie Spreu, die der Wind zerstreut. /
13947#Psalm,1,5#5. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, / noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten; /
13948#Psalm,1,6#6. denn der HERR kennt den Weg der Gerechten; / aber der Gottlosen Weg führt ins Verderben.
13949#Psalm,2,1#1. Warum toben die Heiden-1- / und reden die Völker vergeblich? / -1) im Sinne von Heidenvölkern (Nationen) im Gegensatz zum Volke Israel. So überall im AT.++
13950#Psalm,2,2#2. Die Könige der Erde stehen zusammen, / und die Fürsten verabreden sich wider den HERRN / und wider seinen Gesalbten: /
13951#Psalm,2,3#3. «Wir wollen ihre Bande zerreißen / und ihre Fesseln von uns werfen!» /
13952#Psalm,2,4#4. Der im Himmel thront, lacht, / der HERR spottet ihrer. /
13953#Psalm,2,5#5. Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn / und sie schrecken mit seinem Grimm: /
13954#Psalm,2,6#6. «Ich habe meinen König eingesetzt / auf Zion, meinem heiligen Berge!» /
13955#Psalm,2,7#7. Ich will erzählen vom Ratschluß des HERRN; / er hat zu mir gesagt: «Du bist mein Sohn, / heute habe ich dich gezeugt. - /
13956#Psalm,2,8#8. Heische von mir, so will ich dir die Nationen zum Erbe geben / und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. /
13957#Psalm,2,9#9. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, / wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!» /
13958#Psalm,2,10#10. So nehmet nun Verstand an, ihr Könige, / und lasset euch warnen, ihr Richter der Erde! /
13959#Psalm,2,11#11. Dienet dem HERRN mit Furcht / und frohlocket mit Zittern. /
13960#Psalm,2,12#12. Küsset den Sohn, daß er nicht zürne / und ihr nicht umkommet auf dem Wege; / denn wie leicht-1- kann sein Zorn entbrennen! / Wohl allen, die sich bergen bei ihm! -1) o: wie bald.++
13961#Psalm,3,1#1. Ein Psalm-1- Davids, als er vor seinem Sohne Absalom floh. -1) o: Gesang.++
13962#Psalm,3,2#2. Ach, HERR, wie zahlreich sind meine Feinde! / Viele stehen wider mich auf; /
13963#Psalm,3,3#3. viele sagen von meiner Seele: / «Sie hat keine Hilfe bei Gott.» - / (Pause.)-1- -1) hebr. -+Sela-; vlt: Orchestereinsatz.++
13964#Psalm,3,4#4. Aber du, HERR, bist ein Schild um mich, / meine Ehre und der mein Haupt emporhebt. /
13965#Psalm,3,5#5. Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, / und er erhört mich von seinem heiligen Berge. - / (Pause.)
13966#Psalm,3,6#6. Ich habe mich niedergelegt, bin eingeschlafen / und wieder erwacht; denn der HERR stützte mich. /
13967#Psalm,3,7#7. Ich fürchte mich nicht vor Zehntausenden von Kriegsvolk, / welche sich ringsum wider mich gelagert haben. /
13968#Psalm,3,8#8. Stehe auf, o HERR, hilf mir, mein Gott! / Denn du hast alle meine Feinde auf den Kinnbacken geschlagen, / zerbrochen die Zähne der Gottlosen. /
13969#Psalm,3,9#9. Der Sieg ist des HERRN. / Dein Segen sei über deinem Volk! - (Pause.)
13970#Psalm,4,1#1. Dem Vorsänger-1-. Mit Saitenspiel. Ein Psalm Davids. -1) Chor- o. Musikleiter.++
13971#Psalm,4,2#2. Antworte mir auf mein Schreien, mein gerechter Gott! / In der Bedrängnis hast du mir Raum gemacht! / Sei mir gnädig und erhöre mein Gebet! /
13972#Psalm,4,3#3. Ihr Männer, wie lange wird meine Ehre zur Schmach? / Wie habt ihr das Eitle so lieb / und die Lügen so gern! - / (Pause.)
13973#Psalm,4,4#4. Erkennet doch, daß der HERR seinen Getreuen ausgezeichnet hat! / Der HERR wird hören, wenn ich zu ihm rufe. /
13974#Psalm,4,5#5. Erzittert und sündiget nicht! - / Redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille! - / (Pause.)
13975#Psalm,4,6#6. Bringet Opfer der Gerechtigkeit / und vertrauet auf den HERRN! /
13976#Psalm,4,7#7. Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen? / O HERR, erhebe über uns das Licht deines Angesichts! /
13977#Psalm,4,8#8. Du hast mir Freude in mein Herz gegeben, mehr denn sie haben, / wenn ihres Kornes und ihres Mostes viel geworden ist. /
13978#Psalm,4,9#9. Ich werde mich ganz in Frieden niederlegen und schlafen; / denn du, HERR, lässest mich, auch wenn ich allein bin, sicher wohnen.
13979#Psalm,5,1#1. Dem Vorsänger. Mit Flötenspiel. Ein Psalm Davids.
13980#Psalm,5,2#2. Vernimm, o HERR, mein Reden, / merke auf mein Seufzen! /
13981#Psalm,5,3#3. Achte auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott; / denn zu dir will ich beten! /
13982#Psalm,5,4#4. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören; / frühe will ich dir zu Befehl sein und ausschauen; /
13983#Psalm,5,5#5. denn du bist nicht ein Gott, dem lockeres Wesen gefällt; / wer böse ist, bleibt nicht bei dir. /
13984#Psalm,5,6#6. Die Prahler bestehen vor deinen Augen nicht; / du hassest alle Übeltäter. /
13985#Psalm,5,7#7. Du bringst die Lügner um; / den Blutgierigen und Falschen verabscheut der HERR. /
13986#Psalm,5,8#8. Ich aber darf durch deine große Gnade in dein Haus eingehen; / ich will anbeten, zu deinem heiligen Tempel gewendet, in deiner Furcht. /
13987#Psalm,5,9#9. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen, / ebne deinen Weg vor mir her! /
13988#Psalm,5,10#10. Denn in ihrem Munde ist nichts Zuverlässiges; / ihr Herz ist ein Abgrund, / ihr Rachen ein offenes Grab, / glatte Zungen haben sie.
13989#Psalm,5,11#11. Sprich sie schuldig, o Gott, / laß sie fallen ob ihren Ratschlägen, / verstoße sie um ihrer vielen Übertretungen willen; / denn sie haben sich empört wider dich. /
13990#Psalm,5,12#12. Aber laß sich freuen alle, die auf dich vertrauen, / ewiglich laß sie jubeln und beschirme sie; / und fröhlich sollen sein in dir, / die deinen Namen lieben! /
13991#Psalm,5,13#13. Denn du, HERR, segnest den Gerechten; / du umgibst ihn mit Gnade wie mit einem Schilde.
13992#Psalm,6,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel; auf der achtsaitigen Harfe. Ein Psalm Davids.
13993#Psalm,6,2#2. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, / züchtige mich nicht in deinem Grimm! /
13994#Psalm,6,3#3. Sei mir gnädig, o HERR, denn ich verschmachte; / heile mich, o HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken, /
13995#Psalm,6,4#4. und meine Seele ist sehr erschrocken; / und du, HERR, wie lange -? /
13996#Psalm,6,5#5. Kehre wieder, HERR, rette meine Seele; / hilf mir um deiner Gnade willen! /
13997#Psalm,6,6#6. Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; / wer wird dir im Totenreiche lobsingen? /
13998#Psalm,6,7#7. Ich bin müde vom Seufzen; / ich schwemme mein Bett die ganze Nacht, / benetze mein Lager mit meinen Tränen. /
13999#Psalm,6,8#8. Mein Auge ist vertrocknet vor Kummer, / gealtert ob all meinen Feinden. - /
14000#Psalm,6,9#9. Weichet von mir, ihr Übeltäter alle; / denn der HERR hat die Stimme meines Weinens gehört! /
14001#Psalm,6,10#10. Der HERR hat mein Flehen gehört, / der HERR nimmt mein Gebet an! /
14002#Psalm,6,11#11. Alle meine Feinde müssen zuschanden werden und sehr erschrecken; / sie sollen plötzlich mit Schanden umkehren.
14003#Psalm,7,1#1. Ein Klagelied Davids, das er dem HERRN sang wegen der Sache Kuschs, des Benjaminiters.
14004#Psalm,7,2#2. HERR, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht; / hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich! - /
14005#Psalm,7,3#3. Daß er nicht wie ein Löwe meine Seele erraffe / und sie zerreiße, weil kein Erretter da ist. /
14006#Psalm,7,4#4. O HERR, habe ich solches getan, / ist Unrecht an meinen Händen, /
14007#Psalm,7,5#5. habe ich meinem Wohltäter mit Bösem vergolten / und nicht vielmehr den errettet, der mich nun ohne Ursache bedrängt, /
14008#Psalm,7,6#6. so verfolge der Feind meine Seele und ergreife sie / und trete mein Leben zu Boden / und lege meine Ehre in den Staub! - / (Pause.)
14009#Psalm,7,7#7. Stehe auf, o HERR, in deinem Zorn, / erhebe dich gegen den Übermut meiner Feinde; / wache auf für mich zum Gericht, das du verheißen hast! /
14010#Psalm,7,8#8. Die Versammlung der Völker umgebe dich, / und über ihr kehre zur Höhe zurück! /
14011#Psalm,7,9#9. Der HERR wird die Völker richten; / fälle du, o HERR, das Urteil über mich / nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Unschuld! /
14012#Psalm,7,10#10. Laß doch der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen / und stärke den Gerechten, / denn du prüfst die Herzen und Nieren, gerechter Gott! - /
14013#Psalm,7,11#11. Mein Schild ist bei Gott-1-, / der aufrichtigen Herzen hilft. / -1) aüs: Meinen Schild hält Gott.++
14014#Psalm,7,12#12. Gott ist ein gerechter Richter / und ein Gott, der täglich zürnt. /
14015#Psalm,7,13#13. Wenn man nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert, / hält seinen Bogen gespannt und zielt /
14016#Psalm,7,14#14. und richtet auf jenen tödliche Geschosse; / seine Pfeile steckt er in Brand! /
14017#Psalm,7,15#15. Siehe, da hat einer Böses im Sinn; / er brütet Unheil aus, wird aber Trug gebären! /
14018#Psalm,7,16#16. Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt / und ist in die Grube gefallen, die er gemacht. /
14019#Psalm,7,17#17. Das Unheil, das er angerichtet hat, kehrt auf sein eigenes Haupt zurück, / und die Untat, die er begangen, fällt auf seinen Scheitel. /
14020#Psalm,7,18#18. Ich will dem HERRN danken für seine Gerechtigkeit; / und dem Namen des HERRN, des Höchsten, will ich singen.
14021#Psalm,8,1#1. Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Ein Psalm Davids.
14022#Psalm,8,2#2. HERR, unser Herrscher, / wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, / daß dein Lob bis zum Himmel reicht! /
14023#Psalm,8,3#3. Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen / hast du eine Macht zugerichtet, um deiner Feinde willen, / um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen. /
14024#Psalm,8,4#4. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, / den Mond und die Sterne, die du gemacht hast: /
14025#Psalm,8,5#5. Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, / und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achtest? /
14026#Psalm,8,6#6. Du hast ihn ein wenig Gottes entbehren lassen-a-; / aber mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt; / -a) vgl. Hebr. 2,7.++
14027#Psalm,8,7#7. Du lässest ihn herrschen über die Werke deiner Hände; / alles hast du unter seine Füße gelegt: /
14028#Psalm,8,8#8. Schafe und Ochsen allzumal, / dazu auch die wilden Tiere; /
14029#Psalm,8,9#9. die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, / was die Pfade der Meere durchzieht. - /
14030#Psalm,8,10#10. HERR, unser Herrscher, / wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
14031#Psalm,9,1#1. Dem Vorsänger. Auf Muth-Labben-1-. Ein Psalm Davids. -1) aüs: Auf den Tod des Sohnes.++
14032#Psalm,9,2#2. Ich will den HERRN von ganzem Herzen loben, / ich will alle deine Wunder erzählen. /
14033#Psalm,9,3#3. Ich will mich freuen und in dir frohlocken, / ich will deinen Namen besingen, du Höchster, - /
14034#Psalm,9,4#4. darob, daß meine Feinde zurückweichen, / daß sie fallen und umkommen vor deinem Angesicht. /
14035#Psalm,9,5#5. Denn du hast mein Recht und meine Sache geführt, / du sitzest als ein gerechter Richter auf dem Thron! /
14036#Psalm,9,6#6. Du hast die Heiden gescholten, den Gottlosen umgebracht, / ihren Namen ausgetilgt auf immer und ewig. /
14037#Psalm,9,7#7. Der Feind! er ist völlig und auf immer zertrümmert, / und die Städte hast du zerstört, / ihr Andenken ist dahin. /
14038#Psalm,9,8#8. Aber der HERR bleibt ewig, / er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. /
14039#Psalm,9,9#9. Und er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit / und den Völkern das Urteil sprechen, wie es billig ist. /
14040#Psalm,9,10#10. Und der HERR wird eine Zuflucht sein dem Unterdrückten, / eine Zuflucht jederzeit in der Not. /
14041#Psalm,9,11#11. Darum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen; / denn du hast nicht verlassen, die dich, HERR, suchten! - /
14042#Psalm,9,12#12. Singet dem HERRN, der zu Zion wohnt, / verkündiget unter den Völkern seine Taten! /
14043#Psalm,9,13#13. Denn er forscht nach den Blutschulden und denkt daran; / er vergißt des Schreiens der Elenden nicht. /
14044#Psalm,9,14#14. HERR, sei mir gnädig, / siehe, wie ich unterdrückt werde von denen, die mich hassen; / erhebe du mich aus den Pforten des Todes, /
14045#Psalm,9,15#15. auf daß ich all deinen Ruhm erzähle / in den Toren der Tochter Zion, / daß ich jauchze ob deinem Heil! /
14046#Psalm,9,16#16. Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gemacht; / ihr Fuß hat sich gefangen in dem Netz, das sie heimlich gestellt. /
14047#Psalm,9,17#17. Der HERR hat sich kundgegeben, hat Gericht gehalten; / der Gottlose ist in dem Werk seiner Hände verstrickt! (Harfenspiel - Pause.)
14048#Psalm,9,18#18. Die Gottlosen müssen ins Totenreich kehren, / alle Nationen, die Gottes vergessen. /
14049#Psalm,9,19#19. Denn des Armen wird nicht für immer vergessen, / die Hoffnung der Unterdrückten wird nicht stets vergeblich sein. /
14050#Psalm,9,20#20. Stehe auf, o HERR, daß der Sterbliche nicht zu mächtig wird, / daß die Heiden gerichtet werden vor deinem Angesicht! /
14051#Psalm,9,21#21. O HERR, jage ihnen Schrecken ein, / daß die Heiden erkennen, daß sie sterblich sind! - (Pause.)
14052#Psalm,10,1#1. HERR, warum trittst du so ferne, / verbirgst dich in Zeiten der Not? /
14053#Psalm,10,2#2. Vom Übermut des Gottlosen wird dem Elenden bang; / möchten doch von den Ränken diejenigen betroffen werden, welche sie ausgeheckt haben! /
14054#Psalm,10,3#3. Denn der Gottlose rühmt sich der Gelüste seines Herzens, / und der Habsüchtige verwünscht, verlästert den HERRN. /
14055#Psalm,10,4#4. Der Gottlose in seinem Hochmut fragt nicht nach (Gott); / alle seine Pläne sind ohne Gott. - /
14056#Psalm,10,5#5. Seine Unternehmungen gelingen immer; / deine Gerichte sind fern von ihm; / er schnaubt alle seine Feinde an. /
14057#Psalm,10,6#6. Er spricht in seinem Herzen: «Ich werde niemals wanken; / das geht stets so fort, daß mich kein Unglück trifft!» /
14058#Psalm,10,7#7. Sein Mund ist voll Fluchens, Trug und Trotz; / unter seiner Zunge ist Jammer und Not. /
14059#Psalm,10,8#8. Er liegt auf der Lauer hinter der Mauer, / im Verborgenen den Unschuldigen zu ermorden; / seine Augen spähen den Wehrlosen aus. /
14060#Psalm,10,9#9. Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im dichten Gebüsch; / er lauert, daß er den Schwachen fange; / er fängt den Schwachen und schleppt ihn fort in seinem Netz. /
14061#Psalm,10,10#10. Er duckt sich, kauert nieder, / und durch seine starken Pranken fallen die Wehrlosen. /
14062#Psalm,10,11#11. Er spricht in seinem Herzen: «Gott hat es vergessen, / er hat sein Angesicht verborgen, er sieht es nie!» /
14063#Psalm,10,12#12. HERR, stehe auf! Erhebe, o Gott, deine Hand! / Vergiß der Elenden nicht! /
14064#Psalm,10,13#13. Warum soll der Frevler Gott lästern / und in seinem Herzen sprechen, du fragst nicht darnach? /
14065#Psalm,10,14#14. Du hast es wohl gesehen! Denn du gibst auf Beleidigung und Kränkung acht, / um es in deine Hand zu nehmen; / der Wehrlose überläßt es dir, / der du der Waisen Helfer bist! /
14066#Psalm,10,15#15. Zerbrich den Arm des Gottlosen! / Und wenn du nach der Schuld des Bösewichts forschest, solltest du sie nicht herausfinden? - /
14067#Psalm,10,16#16. Der HERR ist König immer und ewig; / die Heiden sind verschwunden aus seinem Land! /
14068#Psalm,10,17#17. Das Verlangen der Elenden hast du, o HERR, gehört; / du achtest auf ihr Herz, leihst ihnen dein Ohr, /
14069#Psalm,10,18#18. daß du der Waise und dem Unterdrückten Recht schaffest, / daß kein Mensch von der Erde fortan Schrecken verbreite.
14070#Psalm,11,1#1. Dem Vorsänger. Von David. Beim HERRN habe ich Zuflucht gefunden! / Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: «Fliehe wie ein Vogel auf eure Berge»? /
14071#Psalm,11,2#2. Denn siehe, die Gottlosen spannen ihren Bogen / und haben ihre Pfeile auf die Sehne gelegt, / um im Verborgenen auf die zu schießen, welche aufrichtigen Herzens sind. /
14072#Psalm,11,3#3. Wenn die Grundfesten eingerissen werden, / was hat der Gerechte getan? /
14073#Psalm,11,4#4. Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. / Des HERRN Thron ist im Himmel; / seine Augen spähen, / seine Wimpern prüfen die Menschenkinder. /
14074#Psalm,11,5#5. Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen, / und den, der Frevel liebt, haßt seine Seele. /
14075#Psalm,11,6#6. Er läßt regnen über die Gottlosen; / Schlingen, Feuer, Schwefel / und Glutwind teilt er ihnen zu. /
14076#Psalm,11,7#7. Denn gerecht ist der HERR, er liebt Gerechtigkeit; / die Redlichen werden sein Antlitz schauen.
14077#Psalm,12,1#1. Dem Vorsänger. Auf der achtsaitigen Harfe. Ein Psalm Davids.
14078#Psalm,12,2#2. Hilf, HERR; denn die Frommen sind dahin, / die Treuen sind verschwunden unter den Menschenkindern! /
14079#Psalm,12,3#3. Falsch reden sie einer mit dem andern; / sie geben glatte Worte, / mit doppeltem Herzen reden sie. /
14080#Psalm,12,4#4. Der HERR wolle ausrotten alle glatten Lippen, / die Zunge, welche großtuerisch redet; /
14081#Psalm,12,5#5. die da sagen: «Wir wollen mit unsern Zungen herrschen, / unsere Lippen stehen uns bei! / Wer wird uns meistern?» - /
14082#Psalm,12,6#6. Weil denn die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, / so will ich mich nun aufmachen, spricht der HERR; / ich will ins Heil versetzen den, der sich darnach sehnt. /
14083#Psalm,12,7#7. Die Reden des HERRN sind reine Reden, / in irdenem Tiegel geläutertes Silber, / siebenmal bewährt. /
14084#Psalm,12,8#8. Du, HERR, wollest sie bewahren, / sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! /
14085#Psalm,12,9#9. Es laufen überall Gottlose herum, / wenn die Niederträchtigkeit sich der Menschenkinder bemächtigt.
14086#Psalm,13,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14087#Psalm,13,2#2. Wie lange, o HERR, willst du mich ganz vergessen? / Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir? /
14088#Psalm,13,3#3. Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, / Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? / Wie lange soll mein Feind sich über mich erheben? /
14089#Psalm,13,4#4. Schau her und erhöre mich, o HERR, mein Gott; / erleuchte meine Augen, / daß ich nicht in den Todesschlaf versinke, /
14090#Psalm,13,5#5. daß mein Feind nicht sagen kann, er habe mich überwältigt, / und meine Widersacher nicht frohlocken, weil ich wanke. /
14091#Psalm,13,6#6. Ich aber habe mein Vertrauen auf deine Gnade gesetzt. / Mein Herz soll frohlocken in deinem Heil; / ich will dem HERRN singen, daß er mir wohlgetan!
14092#Psalm,14,1#1. Dem Vorsänger. Von David. Der Tor spricht in seinem Herzen: «Es ist kein Gott!» / Sie begehen verderbliche und greuliche Handlungen; / keiner ist, der Gutes tut. /
14093#Psalm,14,2#2. Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, / daß er sehe, ob jemand so verständig sei / und nach Gott frage; /
14094#Psalm,14,3#3. aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; / keiner ist, der Gutes tut, / auch nicht einer! /
14095#Psalm,14,4#4. Werden nicht alle Übeltäter erfahren, die mein Volk fressen, / als äßen sie Brot, / aber den HERRN nicht anrufen; - /
14096#Psalm,14,5#5. werden sie es nicht dann mit Schrecken erfahren, / daß Gott beim Geschlecht der Gerechten ist? /
14097#Psalm,14,6#6. Wollt ihr den Rat des Elenden zuschanden machen, / da doch der HERR seine Zuflucht ist? /
14098#Psalm,14,7#7. Ach, daß das Heil Israels aus Zion käme! / Wenn der HERR das Gefängnis-1- seines Volkes wendet, / so wird Jakob frohlocken und Israel sich freuen! -1) o: Schicksal.++
14099#Psalm,15,1#1. Ein Psalm Davids. HERR, wer wird wohnen in deiner Hütte? / Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? /
14100#Psalm,15,2#2. Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt / und die Wahrheit redet von Herzen; /
14101#Psalm,15,3#3. wer keine Verleumdungen herumträgt auf seiner Zunge, / seinem Nächsten nichts Böses tut / und seinen Nachbar nicht schmäht; /
14102#Psalm,15,4#4. wer den Verwerflichen verachtet, / aber die ehrt, welche den HERRN fürchten; / wer, auch wenn er sich selbst zum Schaden geschworen hat, es dennoch hält; /
14103#Psalm,15,5#5. wer sein Geld nicht um Wucherzinsen gibt / und keine Bestechung annimmt gegen den Unschuldigen. / Wer solches tut, wird ewiglich nicht wanken!
14104#Psalm,16,1#1. Eine Denkschrift-1- von David. Bewahre mich, o Gott; denn ich traue auf dich! / -1) Ein Miktam.++
14105#Psalm,16,2#2. Ich spreche zum HERRN: Du bist mein Herr; / kein Gut geht mir über dich! /
14106#Psalm,16,3#3. Die Heiligen, die im Lande sind, / sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe. /
14107#Psalm,16,4#4. Jene aber mehren ihre Götzenbilder und eilen einem andern nach; / an ihren blutigen Spenden will ich mich nicht beteiligen, / noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen. /
14108#Psalm,16,5#5. Der HERR ist mein Erb- und Becherteil; / du sicherst mir mein Los! /
14109#Psalm,16,6#6. Die Meßschnur ist mir in einer lieblichen Gegend gefallen, / ja, es ward mir ein glänzendes Erbe zuteil. /
14110#Psalm,16,7#7. Ich lobe den HERRN, der mir geraten hat; / auch des Nachts mahnen mich meine Nieren. /
14111#Psalm,16,8#8. Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; / weil er mir zur Rechten ist, wanke ich nicht. /
14112#Psalm,16,9#9. Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; / auch mein Fleisch wird sicher ruhen; /
14113#Psalm,16,10#10. denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich überlassen / und wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. /
14114#Psalm,16,11#11. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; / Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, / liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!
14115#Psalm,17,1#1. Ein Gebet Davids. Höre, o HERR, die gerechte Sache, vernimm meine Klage, / merke auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt! /
14116#Psalm,17,2#2. Von dir gehe das Urteil über mich aus; / deine Augen werden auf die Redlichkeit schauen! /
14117#Psalm,17,3#3. Du hast mein Herz geprüft, mich des Nachts besucht, / du hast mich durchforscht, nichts gefunden, / daß ich mich mit meinen Gedanken oder mit meinem Munde vergangen hätte. /
14118#Psalm,17,4#4. In der Behandlung der Menschen habe ich nach dem Wort deiner Lippen / mich gehütet vor den Wegen des Tyrannen. /
14119#Psalm,17,5#5. Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, / daß mein Gang nicht wankend sei! /
14120#Psalm,17,6#6. Ich rufe zu dir; denn du, Gott, wirst mich erhören; / neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! /
14121#Psalm,17,7#7. Erzeige deine wunderbare Gnade, du Retter derer, / die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten! /
14122#Psalm,17,8#8. Behüte mich wie den Augapfel im Auge, / beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel /
14123#Psalm,17,9#9. vor den Gottlosen, die mich verderben, / vor meinen Todfeinden, die mich umringen! /
14124#Psalm,17,10#10. Ihr fettes (Herz) verschließen sie; / mit ihrem Munde reden sie übermütig. /
14125#Psalm,17,11#11. Wo wir gehen, umringen sie uns! / Ihre Augen haben sie fest auf die Erde gerichtet. /
14126#Psalm,17,12#12. Sie gleichen dem Löwen, der zu zerreißen begehrt, / und dem jungen Leu, der in der Höhle lauert. /
14127#Psalm,17,13#13. Stehe auf, o HERR, komm ihm zuvor, demütige ihn, / errette meine Seele von dem Gottlosen durch dein Schwert, /
14128#Psalm,17,14#14. von den Leuten durch deine Hand, o HERR, / von den Leuten dieser Welt, deren Teil im Leben ist, / und deren Bauch du füllst mit deinem Schatze; / sie haben Söhne genug / und lassen ihr Übriges ihren Kindern. /
14129#Psalm,17,15#15. Ich aber werde schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, / an deinem Anblick mich sättigen, wenn ich erwache.
14130#Psalm,18,1#1. Für den Vorsänger. Von dem Knecht des HERRN, von David, welcher dem HERRN die Worte dieses Liedes sang, an dem Tage, da der HERR ihn aus der Hand aller seiner Feinde errettet hatte, auch aus der Hand Sauls.
14131#Psalm,18,2#Er sprach: 2. Ich will dich von Herzen lieben, HERR, meine Stärke! /
14132#Psalm,18,3#3. Der HERR ist meine Felsenkluft, meine Burg und meine Zuflucht; / mein Gott ist ein Fels, darin ich mich berge, / mein Schild und das Horn meines Heils, meine Festung. /
14133#Psalm,18,4#4. Den HERRN, den Hochgelobten, rief ich an - / und wurde von meinen Feinden errettet! /
14134#Psalm,18,5#5. Todeswehen umfingen mich, / Bäche Belials-1- schreckten mich; / -1) d.h. des Verderbens.++
14135#Psalm,18,6#6. Stricke der Unterwelt umschlangen mich, / es kamen mir Todesschlingen entgegen. /
14136#Psalm,18,7#7. Da mir angst ward, rief ich den HERRN an / und schrie zu meinem Gott; / er hörte in seinem Tempel meine Stimme, / mein Schreien vor ihm drang zu seinen Ohren. /
14137#Psalm,18,8#8. Die Erde bebte und erzitterte, / die Grundfesten der Berge wurden erschüttert / und bebten, weil er zornig war. /
14138#Psalm,18,9#9. Rauch stieg auf von seiner Nase / und verzehrendes Feuer aus seinem Munde, / Feuerglut brannte daraus hervor. /
14139#Psalm,18,10#10. Er neigte den Himmel und fuhr herab, / und Dunkel war unter seinen Füßen; /
14140#Psalm,18,11#11. er fuhr auf dem Cherub und flog daher, / er schwebte auf den Fittichen des Windes. /
14141#Psalm,18,12#12. Er machte Finsternis zu seinem Gezelt, / dunkle Wasser, dichte Wolken zur Hütte um sich her. /
14142#Psalm,18,13#13. Aus dem Glanze vor ihm gingen seine Wolken über / von Hagel und Feuerglut; /
14143#Psalm,18,14#14. und der HERR donnerte im Himmel, / der Höchste ließ seine Stimme erschallen, - / Hagel und Feuerglut. /
14144#Psalm,18,15#15. Und er schoß seine Pfeile und zerstreute sie, / schleuderte Blitze und schreckte sie. /
14145#Psalm,18,16#16. Da sah man Wasserbäche, / und die Gründe des Erdbodens wurden aufgedeckt / von deinem Schelten, o HERR, / von dem Schnauben deines grimmigen Zorns! /
14146#Psalm,18,17#17. Er streckte (seine Hand) aus von der Höhe und ergriff mich, / er zog mich aus großen Wassern; /
14147#Psalm,18,18#18. er rettete mich von meinem mächtigen Feind / und von meinen Hassern; / denn sie waren mir zu stark; /
14148#Psalm,18,19#19. sie hatten mich überfallen zur Zeit meines Unglücks; / aber der HERR ward mir zur Stütze /
14149#Psalm,18,20#20. und führte mich heraus in die Weite, / er befreite mich; denn er hatte Wohlgefallen an mir. /
14150#Psalm,18,21#21. Der HERR vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände lohnte er mir; /
14151#Psalm,18,22#22. denn ich habe die Wege des HERRN bewahrt / und bin nicht abgefallen von meinem Gott, /
14152#Psalm,18,23#23. sondern alle seine Verordnungen hatte ich vor Augen / und stieß seine Satzungen nicht von mir, /
14153#Psalm,18,24#24. und ich hielt es ganz mit ihm / und hütete mich vor meiner Sünde. /
14154#Psalm,18,25#25. Darum vergalt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. /
14155#Psalm,18,26#26. Gegen den Gütigen erzeigst du dich gütig, / gegen den Rechtschaffenen rechtschaffen, /
14156#Psalm,18,27#27. gegen den Reinen erzeigst du dich rein, / aber den Hinterlistigen überlistest du! /
14157#Psalm,18,28#28. Denn du rettest das elende Volk / und erniedrigst die hohen Augen. /
14158#Psalm,18,29#29. Ja, du zündest meine Leuchte an; / der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht; /
14159#Psalm,18,30#30. denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen / und mit meinem Gott über die Mauer springen. /
14160#Psalm,18,31#31. Dieser Gott! - sein Weg ist vollkommen, / die Rede des HERRN ist geläutert; / er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen. /
14161#Psalm,18,32#32. Denn wer ist Gott außer dem HERRN, / und wer ist ein Fels außer unserm Gott? /
14162#Psalm,18,33#33. Der Gott, der mich mit Kraft umgürtete / und meinen Weg unsträflich machte; /
14163#Psalm,18,34#34. er machte meine Füße den Hirschen gleich / und stellte mich auf meine Höhen; /
14164#Psalm,18,35#35. er lehrte meine Hände streiten / und meine Arme den ehernen Bogen spannen; /
14165#Psalm,18,36#36. du gabst mir den Schild deines Heils, / und deine Rechte stützte mich, / und deine Herablassung machte mich groß; /
14166#Psalm,18,37#37. du machtest mir Raum zum Gehen, / daß meine Knöchel nicht wankten. /
14167#Psalm,18,38#38. Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein / und kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren; /
14168#Psalm,18,39#39. ich zerschmetterte sie, daß sie nicht mehr aufstehen konnten; / sie fielen unter meine Füße. /
14169#Psalm,18,40#40. Du hast mich gegürtet mit Kraft zum Streit, / du hast unter mich gebeugt, die sich wider mich setzten. /
14170#Psalm,18,41#41. Du wandtest mir den Rücken meiner Feinde zu, / und meine Hasser habe ich vertilgt. /
14171#Psalm,18,42#42. Sie schrieen, aber da war kein Retter; / zum HERRN, aber er antwortete ihnen nicht. /
14172#Psalm,18,43#43. Und ich zerrieb sie zu Staub vor dem Winde, / warf sie wie Kot hinaus. /
14173#Psalm,18,44#44. Du rettetest mich aus den Zänkereien des Volkes / und setztest mich zum Haupt der Heiden; / ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir; /
14174#Psalm,18,45#45. sobald sie hören, folgen sie mir, / die Kinder der Fremde schmeicheln mir; /
14175#Psalm,18,46#46. die Kinder der Fremde verzagen / und kommen zitternd aus ihren Schlössern. /
14176#Psalm,18,47#47. Es lebe der HERR, und gepriesen sei mein Fels, / und erhoben werde der Gott meines Heils! /
14177#Psalm,18,48#48. Der Gott, der mir Rache verlieh / und die Völker unter mich zwang; /
14178#Psalm,18,49#49. der mich meinen Feinden entrinnen ließ / und mich trotz meiner Widersacher erhöhte, / mich errettete von dem gewalttätigen Mann! /
14179#Psalm,18,50#50. Darum will ich dich, o HERR, loben unter den Nationen / und deinem Namen singen, /
14180#Psalm,18,51#51. der seinem Könige große Siege verliehen hat / und seinem Gesalbten Gnade erweist, / David und seinem Samen bis in Ewigkeit.
14181#Psalm,19,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14182#Psalm,19,2#2. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, / und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. /
14183#Psalm,19,3#3. Ein Tag sagt es dem andern, / und eine Nacht tut es der andern kund, /
14184#Psalm,19,4#4. ohne Sprache und ohne Worte, / und ihre Stimme wird nicht gehört. /
14185#Psalm,19,5#5. Ihre Stimme geht aus ins ganze Land / und ihre Rede bis ans Ende der Welt. / Dort hat er der Sonne ein Zelt gemacht. /
14186#Psalm,19,6#6. Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer / und freut sich, wie ein Held zu laufen die Bahn. /
14187#Psalm,19,7#7. Sie geht an einem Ende des Himmels auf / und läuft um bis ans andere Ende, / und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. /
14188#Psalm,19,8#8. Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; / das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht die Einfältigen weise. /
14189#Psalm,19,9#9. Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz, / das Gebot des HERRN ist lauter und erleuchtet die Augen; /
14190#Psalm,19,10#10. die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewig, / die Verordnungen des HERRN sind wahrhaft, allesamt gerecht. /
14191#Psalm,19,11#11. Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, / süßer als Honig und Honigseim. /
14192#Psalm,19,12#12. Auch dein Knecht wird durch sie erleuchtet, / und wer sie beobachtet, dem wird reicher Lohn. /
14193#Psalm,19,13#13. Verfehlungen! - wer erkennt sie? / Sprich mich los von den verborgenen! /
14194#Psalm,19,14#14. Auch vor den Übermütigen bewahre deinen Knecht, / daß sie nicht über mich herrschen; / dann werde ich unschuldig sein und frei bleiben von großer Missetat! /
14195#Psalm,19,15#15. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, / HERR, mein Fels und mein Erlöser!
14196#Psalm,20,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14197#Psalm,20,2#2. Der HERR antworte dir am Tage der Not, / der Name des Gottes Jakobs schütze dich! /
14198#Psalm,20,3#3. Er sende dir Hilfe vom Heiligtum / und stärke dich aus Zion; /
14199#Psalm,20,4#4. er gedenke aller deiner Speisopfer, / und dein Brandopfer achte er für fett. - / (Pause.)
14200#Psalm,20,5#5. Er gebe dir, was dein Herz begehrt, / und erfülle alle deine Ratschläge! /
14201#Psalm,20,6#6. Wir wollen jauchzen ob deinem Heil / und im Namen unsres Gottes die Fahne entfalten! / Der HERR erfülle alle deine Bitten! /
14202#Psalm,20,7#7. Nun habe ich erfahren, daß der HERR seinem Gesalbten hilft, / daß er ihm antwortet von seinem himmlischen Heiligtum / mit den hilfreichen Taten seiner Rechten. /
14203#Psalm,20,8#8. Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse; / wir aber des Namens des HERRN, unsres Gottes. /
14204#Psalm,20,9#9. Sie sind niedergesunken und gefallen; / wir aber erhoben uns und blieben stehen. /
14205#Psalm,20,10#10. O HERR, hilf dem König! / Antworte uns am Tage, da wir rufen!
14206#Psalm,21,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14207#Psalm,21,2#2. O HERR, es freut sich der König in deiner Kraft, / und wie frohlockt er so sehr ob deinem Heil! /
14208#Psalm,21,3#3. Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, / und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten. - / (Pause.)
14209#Psalm,21,4#4. Denn du begegnetest ihm mit köstlichen Segnungen, / du setztest eine goldene Krone auf sein Haupt. /
14210#Psalm,21,5#5. Er bat dich um Leben, da gabst du es ihm, Verlängerung der Tage / immer und ewiglich. /
14211#Psalm,21,6#6. Er hat große Ehre durch dein Heil; / du legst Hoheit und Pracht auf ihn; /
14212#Psalm,21,7#7. denn du setzest ihn zum Segen für immer, / erquickst ihn mit Freude durch dein Angesicht. /
14213#Psalm,21,8#8. Denn der König vertraut auf den HERRN, / und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken. /
14214#Psalm,21,9#9. Deine Hand wird alle deine Feinde finden, / deine Rechte wird finden deine Hasser. /
14215#Psalm,21,10#10. Du wirst sie machen wie einen feurigen Ofen / zur Zeit deines Erscheinens, / der HERR wird sie in seinem Zorn verschlingen, / das Feuer wird sie fressen. /
14216#Psalm,21,11#11. Ihre Frucht wirst du vom Erdboden vertilgen / und ihren Samen unter den Menschenkindern. /
14217#Psalm,21,12#12. Denn sie hegen Arges wider dich, / sie schmieden Pläne, die sie nicht ausführen können. /
14218#Psalm,21,13#13. Denn du machst, daß sie den Rücken zeigen; / mit deiner Bogensehne zielst du gegen ihr Angesicht. /
14219#Psalm,21,14#14. Erhebe dich, HERR, in deiner Kraft, / so wollen wir singen und preisen deine Stärke!
14220#Psalm,22,1#1. Dem Vorsänger. Auf «Hindin der Morgenröte». Ein Psalm Davids.
14221#Psalm,22,2#2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? / Du bist weit entfernt davon, mir zu helfen, zu hören auf die Worte meiner Klage! /
14222#Psalm,22,3#3. Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, / und auch des Nachts habe ich keine Ruhe. /
14223#Psalm,22,4#4. Aber du, der Heilige, bleibst Israels Lobgesang!-1- / -1) o: thronst inmitten der Lobgesänge Israels.++
14224#Psalm,22,5#5. Auf dich haben unsre Väter vertraut, / sie vertrauten auf dich, und du errettetest sie. /
14225#Psalm,22,6#6. Zu dir riefen sie und entkamen, / auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. /
14226#Psalm,22,7#7. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, / ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. /
14227#Psalm,22,8#8. Alle, die mich sehen, spotten meiner; / sie sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: /
14228#Psalm,22,9#9. «Er klage es dem HERRN, der möge ihn befreien; / der soll ihn retten, er gefällt ihm ja!» /
14229#Psalm,22,10#10. Ja, du warst meine Stütze von Mutterleib an, / meine Zuversicht schon an meiner Mutter Brust. /
14230#Psalm,22,11#11. Auf dich war ich geworfen von Mutterschoß an, / vom Leibe meiner Mutter her bist du mein Gott gewesen. /
14231#Psalm,22,12#12. Sei nicht fern von mir! / Denn Not ist nahe, und kein Retter ist da. /
14232#Psalm,22,13#13. Es umringen mich große Stiere, / mächtige Ochsen von Basan umzingeln mich; /
14233#Psalm,22,14#14. sie sperren ihr Maul gegen mich auf, / wie ein reißender und brüllender Löwe. /
14234#Psalm,22,15#15. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / und alle meine Glieder sind ausgerenkt. / Mein Herz ist geworden wie Wachs, / zerschmolzen in meinem Innern. /
14235#Psalm,22,16#16. Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, / und du legst mich in des Todes Staub. /
14236#Psalm,22,17#17. Denn Hunde umringen mich, / eine Rotte von Übeltätern schließt mich ein; / sie haben meine Hände und Füße durchgraben. /
14237#Psalm,22,18#18. Ich kann alle meine Gebeine zählen; / sie schauen her und sehen mich schadenfroh an. /
14238#Psalm,22,19#19. Sie teilen meine Kleider unter sich / und werfen das Los um mein Gewand! /
14239#Psalm,22,20#20. Du aber, o HERR, sei nicht fern; o meine Stärke, / eile mir zu Hilfe! /
14240#Psalm,22,21#21. Errette meine Seele von dem Schwert, / mich Einsamen von der Gewalt der Hunde! /
14241#Psalm,22,22#22. Errette mich aus dem Rachen des Löwen! - Ja, von den Hörnern der Büffel hast du mich erhört! /
14242#Psalm,22,23#23. So will ich deinen Ruhm erzählen meinen Brüdern, / inmitten der Gemeinde will ich dich preisen! /
14243#Psalm,22,24#24. Die ihr den HERRN fürchtet, lobet ihn! / Ihr alle vom Samen Jakobs, ehret ihn; / und scheue dich vor ihm, du ganzer Same Israels! /
14244#Psalm,22,25#25. Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Armen / und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, / und da er zu ihm schrie, erhörte er ihn. /
14245#Psalm,22,26#26. Von dir handle mein Loblied in der großen Gemeinde; / ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten! /
14246#Psalm,22,27#27. Die Elenden sollen essen und satt werden; / die den HERRN suchen, werden ihn preisen; / euer Herz soll ewiglich leben! /
14247#Psalm,22,28#28. Es werden daran gedenken und sich zum HERRN bekehren alle Enden der Erde, / und vor dir werden anbeten alle Geschlechter der Heiden. /
14248#Psalm,22,29#29. Denn das Königreich gehört dem HERRN, / und er ist Herrscher über die Nationen. /
14249#Psalm,22,30#30. Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde; / vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, / und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann. /
14250#Psalm,22,31#31. Ein Same wird ihm dienen, / wird dem HERRN als Geschlecht zugezählt werden. /
14251#Psalm,22,32#32. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, / daß er es vollbracht hat.
14252#Psalm,23,1#1. Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. /
14253#Psalm,23,2#2. Er weidet mich auf grünen Auen / und führt mich zu stillen Wassern. /
14254#Psalm,23,3#3. Er erquickt meine Seele, / er führt mich auf rechter Straße / um seines Namens willen. /
14255#Psalm,23,4#4. Und ob ich schon wanderte im finstern Todestal, / fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, / dein Stecken und dein Stab, die trösten mich! /
14256#Psalm,23,5#5. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; / du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, / mein Becher fließt über. /
14257#Psalm,23,6#6. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, / und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
14258#Psalm,24,1#1. Ein Psalm Davids. Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, / der Erdboden und die darauf wohnen; /
14259#Psalm,24,2#2. denn er hat ihn über Meeren gegründet / und über Strömen befestigt. /
14260#Psalm,24,3#3. Wer wird auf den Berg des HERRN steigen? / Und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? /
14261#Psalm,24,4#4. Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, / wer seine Seele nicht auf Trug richtet / und nicht falsch schwört. /
14262#Psalm,24,5#5. Dem wird Segen zugesprochen von dem HERRN / und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. /
14263#Psalm,24,6#6. Dies ist das Geschlecht derer, die nach ihm fragen, / die dein Angesicht suchen, du Gott Jakobs! - / (Pause.)
14264#Psalm,24,7#7. Hebet eure Häupter empor, ihr Tore, / und erweitert euch, ihr ewigen Pforten, / daß der König der Ehren einziehe! /
14265#Psalm,24,8#8. Wer ist dieser König der Ehren? / Es ist der HERR, der Starke und Mächtige, / der HERR, der Held im Streit! /
14266#Psalm,24,9#9. Hebet eure Häupter empor, ihr Tore, / ja, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, / daß der König der Ehren einziehe! /
14267#Psalm,24,10#10. Wer ist denn dieser König der Ehren? / Es ist der HERR der Heerscharen; / er ist der König der Ehren! - (Pause.)
14268#Psalm,25,1#1. Von David. Zu dir, o HERR, erhebe ich meine Seele; /
14269#Psalm,25,2#2. mein Gott, ich traue auf dich; laß mich nicht zuschanden werden, / daß meine Feinde nicht frohlocken über mich. /
14270#Psalm,25,3#3. Gar keiner wird zuschanden, der deiner harrt; / zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln! /
14271#Psalm,25,4#4. HERR, zeige mir deine Wege / und lehre mich deine Pfade; /
14272#Psalm,25,5#5. leite mich durch deine Wahrheit und lehre mich; / denn du bist der Gott meines Heils; / auf dich harre ich allezeit. /
14273#Psalm,25,6#6. Gedenke, o HERR, deiner Barmherzigkeit und deiner Gnade, / die von Ewigkeit her sind! /
14274#Psalm,25,7#7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen; / gedenke aber mein nach deiner Gnade, / um deiner Güte willen, o HERR. /
14275#Psalm,25,8#8. Der HERR ist gut und gerecht, / darum weist er die Sünder auf den Weg; /
14276#Psalm,25,9#9. er leitet die Elenden auf den rechten Pfad / und lehrt die Elenden seinen Weg. /
14277#Psalm,25,10#10. Alle Pfade des HERRN sind Gnade und Wahrheit denen, / die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren. /
14278#Psalm,25,11#11. Um deines Namens willen, o HERR, / vergib meine Schuld; denn sie ist groß! /
14279#Psalm,25,12#12. Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? / Er lehrt ihn den Weg, den er erwählen soll. /
14280#Psalm,25,13#13. Seine Seele wird im Guten wohnen, / und sein Same wird das Land besitzen. /
14281#Psalm,25,14#14. Freundschaft hält der HERR mit denen, die ihn fürchten, / und seinen Bund tut er ihnen kund. /
14282#Psalm,25,15#15. Meine Augen sind stets auf den HERRN gerichtet, / daß er meinen Fuß aus dem Netze ziehe. /
14283#Psalm,25,16#16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; / denn ich bin einsam und elend! /
14284#Psalm,25,17#17. Erleichtere die Angst meines Herzens / und führe mich heraus aus meinen Nöten! /
14285#Psalm,25,18#18. Siehe an mein Elend und meine Plage / und vergib mir alle meine Sünden! /
14286#Psalm,25,19#19. Siehe an meine Feinde, denn ihrer sind viele, / und sie hassen mich grimmig. /
14287#Psalm,25,20#20. Bewahre meine Seele und rette mich; / laß mich nicht zuschanden werden; / denn ich traue auf dich! /
14288#Psalm,25,21#21. Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; / denn ich harre deiner. /
14289#Psalm,25,22#22. O Gott, erlöse Israel / aus allen seinen Nöten!
14290#Psalm,26,1#1. Von David. Richte du mich, o HERR; denn ich bin in meiner Unschuld gewandelt / und habe mein Vertrauen auf den HERRN gesetzt; ich werde nicht wanken. /
14291#Psalm,26,2#2. Prüfe mich, HERR, und erprobe mich; / läutere meine Nieren und mein Herz! /
14292#Psalm,26,3#3. Denn deine Gnade war mir vor Augen, / und ich wandelte in deiner Wahrheit. /
14293#Psalm,26,4#4. Ich blieb nie bei falschen Leuten / und gehe nicht zu Hinterlistigen. /
14294#Psalm,26,5#5. Ich hasse die Versammlung der Boshaften / und sitze nicht bei den Gottlosen. /
14295#Psalm,26,6#6. Ich wasche meine Hände in Unschuld / und halte mich, HERR, zu deinem Altar, /
14296#Psalm,26,7#7. um Lobgesang erschallen zu lassen / und alle deine Wunder zu erzählen. /
14297#Psalm,26,8#8. HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses / und den Ort, da deine Herrlichkeit wohnt! /
14298#Psalm,26,9#9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, / noch mein Leben mit den Blutgierigen, /
14299#Psalm,26,10#10. an deren Händen Laster klebt / und deren Rechte voll Bestechung ist. /
14300#Psalm,26,11#11. Ich aber wandle in meiner Unschuld; / erlöse mich und sei mir gnädig! /
14301#Psalm,26,12#12. Mein Fuß steht auf ebenem Boden; / ich will den HERRN loben in den Versammlungen.
14302#Psalm,27,1#1. Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil; / vor wem sollte ich mich fürchten? / Der HERR ist meines Lebens Kraft, / vor wem sollte mir grauen? /
14303#Psalm,27,2#2. Wenn Übeltäter mir nahen, / mein Fleisch zu fressen, / meine Widersacher und Feinde, / so müssen sie straucheln und fallen. /
14304#Psalm,27,3#3. Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, / so fürchtet sich mein Herz dennoch nicht; / wenn sich Krieg wider mich erhebt, / so bleibe ich auch dabei getrost. /
14305#Psalm,27,4#4. Eins bitte ich vom HERRN, das hätte ich gern, / daß ich bleiben dürfe im Hause des HERRN mein Leben lang, / zu schauen die Lieblichkeit des HERRN / und seinen Tempel zu betrachten. /
14306#Psalm,27,5#5. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, / er verbirgt mich im Schirm seines Zeltes / und erhöht mich auf einen Felsen. /
14307#Psalm,27,6#6. Nun ragt mein Haupt hoch über meine Feinde, die um mich her sind, / und ich will in seinem Zelte Jubelopfer bringen, / ich will singen und spielen dem HERRN. /
14308#Psalm,27,7#7. O HERR, höre meine Stimme; / sei mir gnädig und antworte mir, wenn ich rufe! /
14309#Psalm,27,8#8. Von dir sagt mein Herz (, daß du sprichst): / «Suchet mein Angesicht!» / Dein Angesicht, o HERR, will ich suchen. /
14310#Psalm,27,9#9. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, / weise deinen Knecht nicht ab in deinem Zorn; / meine Hilfe bist du geworden; verwirf mich nicht und verlaß mich nicht, / Gott meines Heils! /
14311#Psalm,27,10#10. Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; / aber der HERR nimmt mich auf. /
14312#Psalm,27,11#11. Zeige mir, HERR, deinen Weg / und leite mich auf richtiger Bahn / um meiner Feinde willen. /
14313#Psalm,27,12#12. Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; / denn falsche Zeugen sind wider mich aufgestanden / und stoßen Drohungen aus. /
14314#Psalm,27,13#13. Dennoch glaube ich zuversichtlich, daß ich die Güte des HERRN sehen werde / im Lande der Lebendigen. /
14315#Psalm,27,14#14. Harre des HERRN, sei getrost und unverzagt / und harre des HERRN!
14316#Psalm,28,1#1. Von David. Zu dir, HERR, mein Fels, rufe ich; / schweige mir nicht, / auf daß nicht, wo du mir schweigst, / ich denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren! /
14317#Psalm,28,2#2. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir rufe, / wenn ich meine Hände aufhebe zum Sprachort-1- deines Heiligtums. / -1) d.h. zum Allerheiligsten, dem Ort, wo der HERR redet.++
14318#Psalm,28,3#3. Laß mich nicht weggerafft werden mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, / die mit ihren Nächsten friedlich reden und doch Böses im Sinne haben! /
14319#Psalm,28,4#4. Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Schlechtigkeit ihrer Handlungen; / gib ihnen nach den Werken ihrer Hände, / vergilt ihnen, wie sie es verdient haben. /
14320#Psalm,28,5#5. Denn sie achten nicht auf das Tun des HERRN, / noch auf das Werk seiner Hände; / er wolle sie zerstören und nicht bauen! /
14321#Psalm,28,6#6. Gelobt sei der HERR, / denn er hat die Stimme meines Flehens erhört! /
14322#Psalm,28,7#7. Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; / auf ihn hat mein Herz vertraut und mir wurde geholfen. / Darum frohlockt mein Herz, / und mit meinem Liede will ich ihm danken. /
14323#Psalm,28,8#8. Der HERR ist seines Volkes Kraft-1- / und die rettende Zuflucht seines Gesalbten. / -1) nach LXX.++
14324#Psalm,28,9#9. Rette dein Volk und segne dein Erbe / und weide und trage sie bis in Ewigkeit!
14325#Psalm,29,1#1. Ein Psalm Davids. Gebt dem HERRN, ihr Gottessöhne, / gebt dem HERRN Ehre und Macht! /
14326#Psalm,29,2#2. Gebt dem HERRN seines Namens Ehre, / betet den HERRN an in heiligem Schmuck! /
14327#Psalm,29,3#3. Die Stimme des HERRN schallt über den Wassern, / der Gott der Ehren donnert, / der HERR über großen Wassern. /
14328#Psalm,29,4#4. Die Stimme des HERRN ist stark, / die Stimme des HERRN ist herrlich. /
14329#Psalm,29,5#5. Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, / der HERR zerbricht die Zedern des Libanon /
14330#Psalm,29,6#6. und macht sie hüpfen wie ein Kälbchen, / den Libanon und den Sirjon wie einen jungen Büffel. /
14331#Psalm,29,7#7. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen, /
14332#Psalm,29,8#8. die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, / der HERR erschüttert die Wüste Kadesch. /
14333#Psalm,29,9#9. Die Stimme des HERRN macht Hindinnen gebären / und entblättert Wälder, / und in seinem Tempel ruft ihm jedermann Ehre zu. /
14334#Psalm,29,10#10. Der HERR regierte zur Zeit der Sündflut, / und der HERR herrscht als König in Ewigkeit. /
14335#Psalm,29,11#11. Der HERR wird seinem Volke Kraft verleihen, / der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden!
14336#Psalm,30,1#1. Ein Psalm; ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David.
14337#Psalm,30,2#2. Ich will dich erheben, o HERR, denn du hast mich herausgezogen, / daß meine Feinde sich nicht freuen durften über  mich. /
14338#Psalm,30,3#3. HERR, mein Gott, / zu dir schrie ich, und du heiltest mich. /
14339#Psalm,30,4#4. HERR, du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht; / du hast mich am Leben erhalten, daß ich nicht zur Grube hinabfuhr. /
14340#Psalm,30,5#5. Singet dem HERRN, ihr seine Frommen, / und preiset zum Gedächtnis seiner Heiligkeit! /
14341#Psalm,30,6#6. Denn sein Zorn währt einen Augenblick, / seine Gnade aber lebenslang; / am Abend kehrt das Weinen ein / und am Morgen der Jubel! /
14342#Psalm,30,7#7. Und ich sprach, da es mir wohl ging: / «Ich werde nimmermehr wanken!» /
14343#Psalm,30,8#8. Denn du, HERR, hattest durch deine Huld meinen Berg fest hingestellt; / als du aber dein Angesicht verbargst, ward ich bestürzt. /
14344#Psalm,30,9#9. Zu dir, HERR, rief ich; / zu meinem HERRN flehte ich um Gnade: /
14345#Psalm,30,10#10. «Wozu ist mein Blut gut, / wenn ich in die Grube fahre? / Wird dir der Staub danken / und deine Treue verkündigen? /
14346#Psalm,30,11#11. Höre, HERR, und sei mir gnädig; / HERR, sei du meine Hilfe!» /
14347#Psalm,30,12#12. Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt, / du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet; /
14348#Psalm,30,13#13. auf daß man dir zu Ehren singe und nicht schweige; / o HERR, mein Gott, ich will dich ewiglich preisen!
14349#Psalm,31,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14350#Psalm,31,2#2. Bei dir, o HERR, habe ich Zuflucht gefunden; / laß mich nimmermehr zuschanden werden; / errette mich durch deine Gerechtigkeit! /
14351#Psalm,31,3#3. Neige dein Ohr zu mir, rette mich eilends; / sei mir ein starker Fels, eine feste Burg / zu meinem Heil! /
14352#Psalm,31,4#4. Denn du bist meine Felsenkluft und meine Burg, / und um deines Namens willen wollest du mich führen und leiten. /
14353#Psalm,31,5#5. Laß mich dem Netz entgehen, das sie mir gestellt haben; / denn du bist meine Stärke. /
14354#Psalm,31,6#6. In deine Hand befehle ich meinen Geist; / du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott! /
14355#Psalm,31,7#7. Ich hasse die, welche sich an eitle Götzen halten, / und ich vertraue auf den HERRN. /
14356#Psalm,31,8#8. Ich frohlocke und freue mich an deiner Gnade, / daß du mein Elend angesehen und auf die Not meiner Seele geachtet hast; /
14357#Psalm,31,9#9. und du hast mich nicht in die Hand des Feindes ausgeliefert, / sondern meine Füße auf weiten Raum gestellt. /
14358#Psalm,31,10#10. Sei mir gnädig, o HERR, denn mir ist angst; / zerfallen ist vor Gram mein Auge, meine Seele und mein Leib; /
14359#Psalm,31,11#11. denn meine Lebenstage sind in Kummer dahingeschwunden / und meine Jahre mit Seufzen; / meine Kraft ist gebrochen durch meine Schuld, / und meine Gebeine sind verdorrt. /
14360#Psalm,31,12#12. Ob allen meinen Feinden bin ich ein Schimpf geworden, / meinen Nachbarn allermeist, und ein Schrecken meinen Bekannten; / die mich auf der Gasse sehen, fliehen vor mir. /
14361#Psalm,31,13#13. Ich bin in Vergessenheit geraten, aus dem Sinn gekommen wie ein Toter; / ich bin wie ein unbrauchbares Gefäß. /
14362#Psalm,31,14#14. Denn ich habe die Lästerung vieler gehört, - / Schrecken ringsum! - da sie miteinander wider mich ratschlagten, / darauf sannen, mir das Leben zu nehmen. /
14363#Psalm,31,15#15. Aber ich vertraue auf dich, o HERR; / ich habe gesagt: Du bist mein Gott! /
14364#Psalm,31,16#16. In deiner Hand sind meine Zeiten; / rette mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern! /
14365#Psalm,31,17#17. Laß dein Angesicht leuchten über deinen Knecht; / rette mich durch deine Gnade! /
14366#Psalm,31,18#18. HERR, laß mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an; / zuschanden mögen die Gottlosen werden, / verstummen im Totenreich! /
14367#Psalm,31,19#19. Die Lügenmäuler sollen verstopft werden, / die da frech reden wider den Gerechten, / mit Stolz und Verachtung! /
14368#Psalm,31,20#20. Wie groß ist deine Güte, / welche du denen bewahrst, die dich fürchten, / und die du an denen erzeigst, die auf dich hoffen, / angesichts der Menschenkinder. /
14369#Psalm,31,21#21. Du verbirgst sie im Schirme deines Angesichts vor ganzen Rotten von Männern, / du schützest sie in deiner Hütte vor zänkischen Zungen. /
14370#Psalm,31,22#22. Gelobt sei der HERR; / denn er hat mir seine Gnade wunderbar bewiesen / in einer festen Stadt! /
14371#Psalm,31,23#23. Ich aber hatte in meiner Bestürzung gesagt: / «Ich bin von deinen Augen verstoßen!» / Dennoch hast du die Stimme meines Flehens gehört, / als ich zu dir schrie. /
14372#Psalm,31,24#24. Liebet den HERRN, alle seine Frommen! / Der HERR bewahrt die Treuen / und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. /
14373#Psalm,31,25#25. Seid getrost und unverzagt, / alle, die ihr des HERRN harrt!
14374#Psalm,32,1#1. Eine Unterweisung. Von David. Wohl dem, dessen Missetat-1- vergeben, / dessen Sünde bedeckt ist! / -1) Übertretung.++
14375#Psalm,32,2#2. Wohl dem Menschen, dem der HERR keine Schuld anrechnet / und in dessen Geist keine Falschheit ist! /
14376#Psalm,32,3#3. Als ich es verschweigen wollte, verschmachteten meine Gebeine / durch mein täglich Heulen. /
14377#Psalm,32,4#4. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, / daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. - / (Pause.)
14378#Psalm,32,5#5. Da bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht; / ich sprach: «Ich will dem HERRN meine Übertretung bekennen!» / Da vergabst du mir meine Sündenschuld! - / (Pause.)
14379#Psalm,32,6#6. Darum möge jeder Fromme dich bitten zur Zeit, da es zu erlangen ist; / denn bei großer Wasserflut gelangt man nicht mehr dazu-1-. / -1) aüs: dann werden, wenn große Wasser einherfluten, sie ihn nicht erreichen.++
14380#Psalm,32,7#7. Du bist mein Schirm, du wollest mich vor Gefahr behüten, / mit Rettungsjubel mich umgeben! - / (Pause.)
14381#Psalm,32,8#8. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; / ich will dich beraten, mein Auge auf dich (richtend). /
14382#Psalm,32,9#9. Seid nicht wie Rosse und Maultiere, ohne Verstand, / welchen man Zaum und Gebiß anlegen muß, / da sie sonst nicht zu dir nahen! /
14383#Psalm,32,10#10. Der Gottlose hat viele Plagen; / wer aber dem HERRN vertraut, den wird die Güte umfangen. /
14384#Psalm,32,11#11. Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, / und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!
14385#Psalm,33,1#1. Jauchzet dem HERRN, ihr Gerechten! / Den Redlichen ziemt Lobgesang. /
14386#Psalm,33,2#2. Preiset den HERRN mit der Harfe, spielet ihm auf dem zehnsaitigen Psalter; /
14387#Psalm,33,3#3. singet ihm ein neues Lied, spielet gut, mit Posaunenschall! /
14388#Psalm,33,4#4. Denn das Wort des HERRN ist richtig, / und all sein Werk ist Treue. /
14389#Psalm,33,5#5. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; / die Erde ist voll der Gnade des HERRN. /
14390#Psalm,33,6#6. Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht / und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes. /
14391#Psalm,33,7#7. Er türmt die Meereswellen auf / und sammelt Wasservorräte an. /
14392#Psalm,33,8#8. Alle Welt fürchte den HERRN, / und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt. /
14393#Psalm,33,9#9. Denn er sprach, und es geschah; / er gebot, und es stand da! /
14394#Psalm,33,10#10. Der HERR vereitelt den Rat der Heiden, / er verhindert die Anschläge der Völker. /
14395#Psalm,33,11#11. Der Rat des HERRN besteht ewiglich, / seines Herzens Gedanken für und für. /
14396#Psalm,33,12#12. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, / dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat! /
14397#Psalm,33,13#13. Vom Himmel schaut der HERR herab, / er betrachtet alle Menschenkinder; /
14398#Psalm,33,14#14. von seinem festen Thron sieht er alle, / die auf Erden wohnen; /
14399#Psalm,33,15#15. er, der ihrer aller Herz gebildet hat, / bemerkt auch alle ihre Werke. /
14400#Psalm,33,16#16. Einem König ist nicht geholfen mit viel Heeresmacht, / ein Held wird nicht errettet durch große Kraft; /
14401#Psalm,33,17#17. das Roß ist unzuverlässig zur Rettung, / und trotz seiner großen Stärke kann man nicht entrinnen. /
14402#Psalm,33,18#18. Siehe, der HERR hat ein Auge auf die, so ihn fürchten, / die auf seine Gnade hoffen, /
14403#Psalm,33,19#19. daß er ihre Seele vom Tode errette / und sie in der Teuerung am Leben erhalte. /
14404#Psalm,33,20#20. Unsre Seele harrt auf den HERRN; / er ist unsre Hilfe und unser Schild. /
14405#Psalm,33,21#21. Ja, an ihm soll unser Herz sich freuen; / denn auf seinen heiligen Namen haben wir unser Vertrauen gesetzt. /
14406#Psalm,33,22#22. Deine Gnade, o HERR, sei über uns, / wie wir es von dir erhoffen!
14407#Psalm,34,1#1. Von David. Als er seine Gebärde verstellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb und er hinwegging.
14408#Psalm,34,2#2. Ich will den HERRN allezeit preisen, / sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. /
14409#Psalm,34,3#3. Meine Seele rühme sich des HERRN; / die Elenden sollen es hören und sich freuen. /
14410#Psalm,34,4#4. Preiset mit mir den HERRN, / und lasset uns miteinander seinen Namen erhöhen! /
14411#Psalm,34,5#5. Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir / und errettete mich aus aller meiner Furcht. /
14412#Psalm,34,6#6. Die auf ihn blicken, werden strahlen, / und ihr Angesicht wird nicht erröten. /
14413#Psalm,34,7#7. Da dieser Elende rief, hörte der HERR / und half ihm aus allen seinen Nöten. /
14414#Psalm,34,8#8. Der Engel des HERRN lagert sich um die her, so ihn fürchten, / und errettet sie. /
14415#Psalm,34,9#9. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist; / wohl dem, der auf ihn traut! /
14416#Psalm,34,10#10. Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; / denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. /
14417#Psalm,34,11#11. Junge Löwen leiden Not und Hunger; / aber die den HERRN suchen, müssen nichts Gutes entbehren. /
14418#Psalm,34,12#12. Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu; / ich will euch die Furcht des HERRN lehren! /
14419#Psalm,34,13#13. Wer hat Lust zum Leben / und möchte gern gute Tage sehen? /
14420#Psalm,34,14#14. Behüte deine Zunge vor Bösem / und deine Lippen, daß sie nicht trügen; /
14421#Psalm,34,15#15. weiche vom Bösen und tue Gutes, / suche Frieden und jage ihm nach! /
14422#Psalm,34,16#16. Die Augen des HERRN achten auf die Gerechten / und seine Ohren auf ihr Schreien; /
14423#Psalm,34,17#17. das Antlitz des HERRN steht wider die, so Böses tun, / daß er ihr Gedächtnis von der Erde vertilge. /
14424#Psalm,34,18#18. Als jene schrieen, hörte der HERR / und rettete sie aus aller ihrer Not. /
14425#Psalm,34,19#19. Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, / und hilft denen, deren Geist zerschlagen ist. /
14426#Psalm,34,20#20. Der Gerechte muß viel leiden; / aber der HERR rettet ihn aus dem allem. /
14427#Psalm,34,21#21. Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, / daß nicht eines derselben zerbrochen wird. /
14428#Psalm,34,22#22. Den Gottlosen wird die Bosheit töten, / und die den Gerechten hassen, müssen es büßen. /
14429#Psalm,34,23#23. Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte, / und alle, die auf ihn vertrauen, werden es nicht zu büßen haben.
14430#Psalm,35,1#1. Von David. HERR, hadere mit meinen Haderern, / streite mit denen, die wider mich streiten! /
14431#Psalm,35,2#2. Ergreife Schild und Tartsche / und erhebe dich, mir zu helfen! /
14432#Psalm,35,3#3. Zücke den Speer und tritt meinen Verfolgern entgegen; / sprich zu meiner Seele: Dein Heil bin ich! /
14433#Psalm,35,4#4. Es müssen beschämt und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, / es sollen zurückweichen und schamrot werden, die mein Unglück wollen. /
14434#Psalm,35,5#5. Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, / und der Engel des HERRN vertreibe sie! /
14435#Psalm,35,6#6. Ihr Weg sei finster und glatt, / und der Engel des HERRN verfolge sie! /
14436#Psalm,35,7#7. Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, / ohne allen Grund meiner Seele eine Grube gegraben. /
14437#Psalm,35,8#8. Möge ihn unversehens Unglück überfallen / und das Netz, das er gestellt hat, ihn selber fangen, / so daß er ins Verderben hineinfällt. /
14438#Psalm,35,9#9. Aber meine Seele soll sich freuen am HERRN / und sich ergötzen an seinem Heil! /
14439#Psalm,35,10#10. Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich, / der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, / und die Elenden und Armen von dem, der ihn beraubt? /
14440#Psalm,35,11#11. Es treten freche Zeugen auf, / die mich über Dinge zur Rede stellen, wovon ich nichts weiß. /
14441#Psalm,35,12#12. Sie vergelten Gutes mit Bösem, / bringen Vereinsamung über mich! /
14442#Psalm,35,13#13. Ich aber bekleidete mich, als sie krank waren, mit einem Sack; / ich beugte meine Seele mit Fasten / und betete gesenkten Hauptes für sie; /
14443#Psalm,35,14#14. ich benahm mich, als wäre es mein Freund, mein Bruder, und ging trauernd gebeugt einher, / wie einer, der um seine Mutter leidträgt. /
14444#Psalm,35,15#15. Dennoch freuen sie sich über meinen Fall und rotten sich zusammen; / Lästermäuler sammeln sich wider mich, ich weiß nicht warum; / sie lästern und schweigen nicht. /
14445#Psalm,35,16#16. Mit gottlosen Schmarotzern / fletschen sie die Zähne über mich. /
14446#Psalm,35,17#17. O Herr, wie lange willst du zusehen? / Befreie meine Seele von ihrem Gebrüll, / meine einsame von den Löwen! /
14447#Psalm,35,18#18. Ich will dir danken in der großen Gemeinde, / unter zahlreichem Volk will ich dich rühmen. /
14448#Psalm,35,19#19. Es sollen sich nicht über mich freuen, die mir unter falschem Vorwand feind sind; / meine Hasser sollen vergeblich mit den Augen zwinkern; /
14449#Psalm,35,20#20. denn sie reden nicht zum Frieden, / sondern ersinnen Verleumdungen gegen die Stillen im Lande. /
14450#Psalm,35,21#21. Sie sperren ihr Maul weit über mich auf / und rufen: «Ha, ha, unser Auge hat's gesehen!» /
14451#Psalm,35,22#22. Du hast es auch gesehen, o HERR; schweige nicht! / Mein Herr, sei nicht ferne von mir! /
14452#Psalm,35,23#23. Wache auf und wehre dich für mein Recht, / mein Gott, für meine Sache, o mein Herr! /
14453#Psalm,35,24#24. Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, HERR, mein Gott, / daß sie sich nicht freuen dürfen über mich, /
14454#Psalm,35,25#25. daß sie nicht sagen können in ihren Herzen: / «Ei, es geht ja ganz nach Wunsch; / wir haben ihn vertilgt!» /
14455#Psalm,35,26#26. Es müssen sich schämen und erröten alle, / die sich meines Unglücks freuen; / in Scham und Schande müssen sich kleiden, / die wider mich großtun. /
14456#Psalm,35,27#27. Aber jauchzen und fröhlich sein sollen alle, / die meine Rechtfertigung wünschen; / sie sollen immerdar sagen: Der HERR sei hochgelobt, / der das Heil seines Knechtes will! /
14457#Psalm,35,28#28. Und meine Zunge soll dichten von deiner Gerechtigkeit, / allezeit von deinem Ruhm!
14458#Psalm,36,1#1. Dem Vorsänger. Von David, dem Knecht des HERRN.
14459#Psalm,36,2#2. Ein Urteil über die Sünde des Gottlosen kommt aus der Tiefe meines Herzens: / Die Gottesfurcht gilt nichts vor seinen Augen! /
14460#Psalm,36,3#3. Sondern er hat sich das gewählt zu seinem Teil, / daß er seinem Laster frönen, daß er hassen kann. /
14461#Psalm,36,4#4. Die Worte seines Mundes sind Lug und Trug; / er hat aufgehört, verständig und gut zu sein. /
14462#Psalm,36,5#5. Auf seinem Lager brütet er Bosheit aus, / er stellt sich auf keinen guten Weg / und scheut kein Arges. /
14463#Psalm,36,6#6. HERR, deine Gnade reicht bis zum Himmel, / deine Treue bis zu den Wolken! /
14464#Psalm,36,7#7. Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, / deine Gerichte sind wie die große Flut; / du, HERR, hilfst Menschen und Tieren. /
14465#Psalm,36,8#8. Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott, / daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht finden! /
14466#Psalm,36,9#9. Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, / mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie; /
14467#Psalm,36,10#10. denn bei dir ist die Quelle des Lebens, / in deinem Lichte schauen wir Licht! /
14468#Psalm,36,11#11. Erweise deine Gnade auch weiterhin denen, die dich kennen, / und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind! /
14469#Psalm,36,12#12. Der Fuß der Stolzen erreiche mich nicht, / und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht! /
14470#Psalm,36,13#13. Dort sind die Übeltäter gefallen; / sie wurden niedergestoßen und vermochten nicht mehr aufzustehn.
14471#Psalm,37,1#1. Von David. Erzürne dich nicht über die Bösen, / und sei nicht neidisch auf die Übeltäter! /
14472#Psalm,37,2#2. Denn sie werden schnell verdorren wie das Gras / und verwelken wie das grüne Kraut. /
14473#Psalm,37,3#3. Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, / wohne im Lande und übe Treue; /
14474#Psalm,37,4#4. und habe deine Lust an dem HERRN, / so wird er dir geben, was dein Herz begehrt! /
14475#Psalm,37,5#5. Befiehl dem HERRN deinen Weg / und vertraue auf ihn, so wird er handeln /
14476#Psalm,37,6#6. und wird deine Gerechtigkeit an den Tag bringen wie das Licht / und dein Recht wie den Mittag. /
14477#Psalm,37,7#7. Halte still dem HERRN und warte auf ihn; / erzürne dich nicht über den, welchem sein Weg gelingt, / über den Mann, der Ränke übt! /
14478#Psalm,37,8#8. Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm; / erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus. /
14479#Psalm,37,9#9. Denn die Übeltäter werden ausgerottet; / die aber auf den HERRN warten, werden das Land ererben. /
14480#Psalm,37,10#10. Nur noch ein Weilchen, so wird der Gottlose nicht mehr sein, / und wenn du dich nach seiner Wohnung erkundigst, so ist er nicht mehr da! /
14481#Psalm,37,11#11. Aber die Sanftmütigen werden das Land ererben / und sich großen Friedens erfreuen. /
14482#Psalm,37,12#12. Der Gottlose macht Anschläge wider den Gerechten / und knirscht mit den Zähnen über ihn; /
14483#Psalm,37,13#13. aber mein Herr lacht seiner; / denn er hat dafür gesorgt, daß sein Tag kommt! /
14484#Psalm,37,14#14. Die Gottlosen haben das Schwert gezückt / und ihren Bogen gespannt, / um den Elenden und Armen zu fällen / und die umzubringen, deren Weg richtig ist. /
14485#Psalm,37,15#15. Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, / und ihr Bogen wird zerbrochen werden! /
14486#Psalm,37,16#16. Das Wenige, das ein Gerechter hat, / ist besser als der Überfluß vieler Gottlosen. /
14487#Psalm,37,17#17. Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen; / aber die Gerechten unterstützt der HERR. /
14488#Psalm,37,18#18. Der HERR kennt die Tage der Frommen, / und ihr Erbe wird ewiglich bestehen. /
14489#Psalm,37,19#19. Sie sollen nicht zuschanden werden zur bösen Zeit, / sondern genug haben auch in den Tagen der Hungersnot; /
14490#Psalm,37,20#20. aber die Gottlosen werden umkommen / und die Feinde des HERRN dahinschwinden wie die Pracht der Auen; / wie Rauch verschwinden sie. /
14491#Psalm,37,21#21. Der Gottlose borgt und zahlt nicht zurück; / der Gerechte aber ist barmherzig und gibt. /
14492#Psalm,37,22#22. Denn die (vom HERRN) Gesegneten werden das Land ererben, / aber seine Verfluchten sollen ausgerottet werden. /
14493#Psalm,37,23#23. Vom HERRN werden die Schritte des Mannes bestätigt, / wenn ihm sein Weg gefällt. /
14494#Psalm,37,24#24. Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; / denn der HERR stützt seine Hand. /
14495#Psalm,37,25#25. Ich bin jung gewesen und alt geworden / und habe nie den Gerechten verlassen gesehen, / oder seinen Samen um Brot betteln. /
14496#Psalm,37,26#26. Er ist allezeit barmherzig und leiht gern, / und sein Same wird zum Segen. /
14497#Psalm,37,27#27. Weiche vom Bösen und tue Gutes, / so wirst du ewiglich bleiben! /
14498#Psalm,37,28#28. Denn der HERR hat das Recht lieb / und verläßt seine Frommen nicht; / sie werden ewiglich bewahrt, / aber der Same der Gottlosen wird ausgerottet. /
14499#Psalm,37,29#29. Die Gerechten werden das Land ererben / und für immer darin wohnen. /
14500#Psalm,37,30#30. Des Gerechten Mund tut Weisheit kund, / und seine Zunge redet recht. /
14501#Psalm,37,31#31. Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, / und seine Schritte wanken nicht. /
14502#Psalm,37,32#32. Der Gottlose lauert auf den Gerechten / und sucht ihn zu töten. /
14503#Psalm,37,33#33. Aber der HERR wird ihn nicht seiner Hand überlassen / und läßt ihn nicht verdammen, wenn er gerichtet wird. /
14504#Psalm,37,34#34. Harre des HERRN und bewahre seinen Weg, / so wird er dich erhöhen, daß du das Land ererbest / und die Ausrottung der Gottlosen sehest! /
14505#Psalm,37,35#35. Ich sah einen Gottlosen, der war trotzig / und breitete sich aus wie ein grünender, wilder Baum. /
14506#Psalm,37,36#36. Aber als man wieder vorbeiging, da war er nicht mehr; / ich suchte ihn, aber man fand ihn nicht. /
14507#Psalm,37,37#37. Achte auf den Unschuldigen und siehe auf den Redlichen; / dem Mann des Friedens wird eine Zukunft-1- zuteil! / -1) o: Nachkommenschaft.++
14508#Psalm,37,38#38. Aber die Übertreter werden allesamt vertilgt, / und der Nachwuchs der Gottlosen wird ausgerottet. /
14509#Psalm,37,39#39. Aber das Heil der Gerechten kommt vom HERRN; / er ist ihre Zuflucht zur Zeit der Not. /
14510#Psalm,37,40#40. Der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten, / er wird sie erretten von den Gottlosen und ihnen Heil verschaffen; / denn sie bergen sich bei ihm.
14511#Psalm,38,1#1. Ein Psalm Davids. Zum Gedächtnis.
14512#Psalm,38,2#2. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, / züchtige mich nicht in deinem Grimm; /
14513#Psalm,38,3#3. denn deine Pfeile haben mich getroffen, / und deine Hand liegt schwer auf mir. /
14514#Psalm,38,4#4. Es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch vor deinem Zorn, / kein Friede in meinen Gebeinen wegen meiner Sünde. /
14515#Psalm,38,5#5. Denn meine Schulden gehen über mein Haupt; / wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. /
14516#Psalm,38,6#6. Meine Wunden stinken und eitern / von meiner Torheit. /
14517#Psalm,38,7#7. Ich bin tief gebeugt und niedergedrückt; / ich gehe traurig einher den ganzen Tag; /
14518#Psalm,38,8#8. denn meine Lenden sind ganz entzündet, / und es ist nichts Gesundes an meinem Fleisch. /
14519#Psalm,38,9#9. Ich bin ganz kraftlos und zermalmt; / ich heule vor Unruhe meines Herzens. /
14520#Psalm,38,10#10. O Herr, mein ganzes Verlangen sei dir vorgelegt, / und mein Seufzen sei dir nicht verborgen! /
14521#Psalm,38,11#11. Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen, / und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. /
14522#Psalm,38,12#12. Meine Lieben und Freunde treten beiseite wegen meiner Plage, / und meine Nächsten stehen von ferne; /
14523#Psalm,38,13#13. die aber, welche mir nach dem Leben trachten, legen mir Schlingen, / und die mein Unglück suchen, besprechen meinen Untergang / und ersinnen Lügen den ganzen Tag. /
14524#Psalm,38,14#14. Ich aber bin wie ein Tauber und höre nichts, / und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. /
14525#Psalm,38,15#15. Und ich bin wie einer, der nichts hört, / und in dessen Mund kein Widerspruch ist. /
14526#Psalm,38,16#16. Denn auf dich, HERR, hoffe ich; / du wirst antworten, Herr, mein Gott! /
14527#Psalm,38,17#17. Denn wenn ich redete, wie würden sie sich über mich freuen! / Wenn mein Fuß ins Wanken geriete, wie würden sie frohlocken über mich! /
14528#Psalm,38,18#18. Denn ich bin nahe daran zu fallen, / und mein Schmerz ist immerdar vor mir. /
14529#Psalm,38,19#19. Denn ich bekenne meine Schuld / und bin bekümmert wegen meiner Sünde. /
14530#Psalm,38,20#20. Aber die mich grundlos befeinden, sind mächtig, / und derer, die mich unter falschem Vorwand hassen, sind viele. /
14531#Psalm,38,21#21. Die mir Gutes mit Bösem vergelten, / sind mir feind, weil ich dem Guten nachjage. /
14532#Psalm,38,22#22. Verlaß mich nicht, o HERR! / Mein Gott, sei nicht fern von mir! /
14533#Psalm,38,23#23. Eile mir zu helfen, / o Herr, mein Heil!
14534#Psalm,39,1#1. Dem Vorsänger, dem Jeduthun. Ein Psalm Davids.
14535#Psalm,39,2#2. Ich habe gesagt: Ich will achten auf meine Wege, / daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; / ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, / solange der Gottlose vor mir ist. /
14536#Psalm,39,3#3. Ich war gänzlich verstummt, / schwieg auch vom Guten, aber mein Schmerz machte mich unglücklich. /
14537#Psalm,39,4#4. Mein Herz entbrannte in mir, / durch mein Nachsinnen ward ein Feuer entzündet, / ich mußte reden mit meiner Zunge. /
14538#Psalm,39,5#5. Tue mir kund, o HERR, mein Ende / und welches das Maß meiner Tage sei, / damit ich weiß, wie vergänglich ich bin! /
14539#Psalm,39,6#6. Siehe, nur Handbreiten lang hast du meine Tage gemacht, / und meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir; / wahrlich, jeder Mensch, wie fest er steht, ist nur ein Hauch! - / (Pause.)
14540#Psalm,39,7#7. Ja, nur ein wandelnder Schatten ist jedermann; / wahrlich, sie machen sich viel vergebliche Unruhe; / sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. /
14541#Psalm,39,8#8. Und nun, Herr, worauf habe ich gewartet? / Meine Hoffnung steht zu dir! /
14542#Psalm,39,9#9. Errette mich von allen meinen Übertretungen, / mache mich nicht den Narren zum Gespött! /
14543#Psalm,39,10#10. Ich schweige und tue meinen Mund nicht auf; / denn du hast es getan. /
14544#Psalm,39,11#11. Wende deine Plage von mir; / denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. /
14545#Psalm,39,12#12. Wenn du jemand züchtigst um der Sünde willen, / so lässest du gleich der Motte seine Schönheit vergehen; / jeder Mensch ist nur ein Hauch! - / (Pause.)
14546#Psalm,39,13#13. HERR, höre mein Gebet und vernimm mein Schreien; / schweige nicht zu meinen Tränen; / denn ich bin ein Gast bei dir, / ein Pilgrim wie alle meine Väter. /
14547#Psalm,39,14#14. Blicke weg von mir, daß ich mich erheitere, / ehe ich dahinfahre und nicht mehr sei!
14548#Psalm,40,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14549#Psalm,40,2#2. Beharrlich habe ich auf den HERRN geharrt, / da neigte er sein Ohr zu mir und erhörte mein Schreien /
14550#Psalm,40,3#3. und zog mich aus der Grube des Verderbens, / aus dem schmutzigen Schlamm, / und stellte meine Füße auf einen Fels, / machte meine Schritte gewiß /
14551#Psalm,40,4#4. und gab mir ein neues Lied in meinen Mund, / ein Lob für unsern Gott; / das werden viele sehen und den HERRN fürchten / und ihm vertrauen. /
14552#Psalm,40,5#5. Wohl dem Manne, der sein Vertrauen auf den HERRN setzt / und sich nicht wendet zu denen, die aufgeblasen sind und gern täuschen. /
14553#Psalm,40,6#6. HERR, mein Gott, groß sind die Wunder, die du getan, / und die Pläne, die du für uns gemacht; / dir ist nichts gleich! / Ich wollte sie verkündigen und davon sagen; - / aber sie sind nicht zu zählen. /
14554#Psalm,40,7#7. Opfer und Gaben begehrst du nicht; / die Ohren hast du mir aufgetan; / Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt. /
14555#Psalm,40,8#8. Da sprach ich: Siehe, ich bin gekommen, / in der Buchrolle steht von mir geschrieben-1-; / -1) o: ist es mir vorgeschrieben.++
14556#Psalm,40,9#9. deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, / und dein Gesetz ist in meinem Herzen. /
14557#Psalm,40,10#10. Ich habe Gerechtigkeit als Frohbotschaft verkündigt in der großen Gemeinde; / siehe, ich will meine Lippen nicht verschließen, / HERR, das weißt du! /
14558#Psalm,40,11#11. Deine Gerechtigkeit verbarg ich nicht in meinem Herzen; / von deiner Wahrheit und von deinem Heil redete ich; / ich verhehlte deine Gnade und Wahrheit / der großen Gemeinde nicht. /
14559#Psalm,40,12#12. Du, HERR, wollest dein Herz nicht vor mir verschließen; / deine Gnade und Wahrheit mögen mich allezeit behüten! /
14560#Psalm,40,13#13. Denn es haben mich umringt Übel ohne Zahl, / meine Sünden haben mich ergriffen, / daß ich nicht sehen kann; / sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes, / und mein Mut hat mich verlassen. /
14561#Psalm,40,14#14. HERR, laß dir's gefallen, mich zu retten; / HERR, eile mir zu Hilfe! /
14562#Psalm,40,15#15. Es sollen sich schämen und schamrot werden allzumal, / die mir nach dem Leben trachten; / es sollen zurückweichen und zuschanden werden, / die mein Unglück suchen! /
14563#Psalm,40,16#16. Erstaunen sollen ob ihrer eigenen Schmach, / die zu mir sagten: Ha, ha! /
14564#Psalm,40,17#17. Es sollen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; / die dein Heil lieben, / sollen immerdar sagen: / Der HERR ist groß! /
14565#Psalm,40,18#18. Bin ich auch elend und arm, / für mich sorgt der Herr. - / Du bist meine Hilfe und mein Erretter; / mein Gott, verziehe nicht!
14566#Psalm,41,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14567#Psalm,41,2#2. Wohl dem, der auf den Dürftigen achthat; / ihn wird der HERR erretten zur bösen Zeit; /
14568#Psalm,41,3#3. der HERR wird ihn bewahren und am Leben erhalten; / es wird ihm auf Erden wohl ergehen, / und du wirst ihn nicht in den Willen seiner Feinde geben. /
14569#Psalm,41,4#4. Der HERR wird ihn auf seinem Siechbett erquicken; / du machst, daß sein Zustand sich wendet, wenn er krank ist. /
14570#Psalm,41,5#5. Ich sprach: HERR, sei mir gnädig, / heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündigt. /
14571#Psalm,41,6#6. Meine Feinde wünschen mir Unglück: / Wann wird er sterben, daß sein Name untergeht? /
14572#Psalm,41,7#7. Und wenn einer kommt, mich zu besuchen, so redet er Lügen, / sein Herz sammelt sich Bosheit; / er geht hinaus und spricht davon! /
14573#Psalm,41,8#8. Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich; / sie haben mir Böses zugedacht: /
14574#Psalm,41,9#9. «Ein Belialsspruch-1- haftet ihm an; / wer einmal liegt, steht nicht wieder auf!» / -1) d.h. ein heilloses Übel.++
14575#Psalm,41,10#10. Auch mein Freund, dem ich vertraute, / der mein Brot aß, / hat die Ferse wider mich erhoben. /
14576#Psalm,41,11#11. Du aber, HERR, sei mir gnädig und richte mich auf, / so will ich es ihnen vergelten. /
14577#Psalm,41,12#12. Daran erkenne ich, daß du Gefallen an mir hast, / wenn mein Feind nicht über mich triumphieren darf. /
14578#Psalm,41,13#13. Mich aber hast du in meiner Unschuld erhalten / und lässest mich auf ewig vor deinem Angesicht stehen.
14579#Psalm,41,14#14. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, Amen!
14580#Psalm,42,1#1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs.
14581#Psalm,42,2#2. Wie ein Hirsch nach Wasserbächen lechzt, / so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! /
14582#Psalm,42,3#3. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: / Wann darf ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht? /
14583#Psalm,42,4#4. Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, / weil man täglich zu mir sagt: Wo ist dein Gott? /
14584#Psalm,42,5#5. Daran will ich denken, und meine Seele in mir ausschütten, / wie ich dahinzog im Gedränge, / sie führte zum Gotteshaus unter lautem Lobgesang, / eine feiernde Menge. /
14585#Psalm,42,6#6. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist! /
14586#Psalm,42,7#7. Meine Seele ist betrübt; / darum gedenke ich deiner im Lande des Jordan / und der Hermonkuppen, am Berge Mizar. /
14587#Psalm,42,8#8. Eine Flut ruft der andern beim Rauschen deiner Wassergüsse; / alle deine Wellen und Wogen sind über mich gegangen. /
14588#Psalm,42,9#9. Des Tages wolle der HERR seine Gnade verordnen, / und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, / ein Gebet zu dem Gott meines Lebens. /
14589#Psalm,42,10#10. Ich will sagen zu Gott, meinem Fels: Warum hast du meiner vergessen, / warum muß ich traurig einhergehen, / weil mein Feind mich drängt? /
14590#Psalm,42,11#11. Wie Zermalmung meiner Gebeine ist der Hohn meiner Bedränger, / da sie täglich zu mir sagen: Wo ist dein Gott? /
14591#Psalm,42,12#12. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, / daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist!
14592#Psalm,43,1#1. Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache wider ein liebloses Volk, / errette mich von dem falschen und bösen Mann! /
14593#Psalm,43,2#2. Denn du bist der Gott, der mich schützt; / warum verwirfst du mich? / Warum muß ich traurig einhergehen, / da mein Feind mich drängt? /
14594#Psalm,43,3#3. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, / mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen, /
14595#Psalm,43,4#4. daß ich hineingehe zum Altare Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, / und dich preise auf der Harfe, o Gott, mein Gott! /
14596#Psalm,43,5#5. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken, / daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist.
14597#Psalm,44,1#1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs.
14598#Psalm,44,2#2. O Gott, mit unsern eigenen Ohren haben wir es gehört, / unsre Väter haben es uns erzählt, / was du für Taten getan hast zu ihrer Zeit, / in den Tagen der Vorzeit! /
14599#Psalm,44,3#3. Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber gepflanzt; / du hast Völker zerschmettert, sie aber ausgebreitet. /
14600#Psalm,44,4#4. Denn nicht mit ihrem Schwert haben sie das Land gewonnen; / und ihr Arm hat ihnen nicht geholfen, / sondern deine rechte Hand und dein Arm und das Licht deines Angesichts; / denn du hattest Wohlgefallen an ihnen. /
14601#Psalm,44,5#5. Du bist derselbe, mein König, o Gott; / verordne Jakobs Heil! /
14602#Psalm,44,6#6. Durch dich wollen wir unsre Feinde niederstoßen; / in deinem Namen wollen wir unsre Widersacher zertreten. /
14603#Psalm,44,7#7. Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, / und mein Schwert kann mir nicht helfen; /
14604#Psalm,44,8#8. sondern du hast uns geholfen vor unsern Feinden / und hast zuschanden gemacht, die uns hassen. /
14605#Psalm,44,9#9. Gottes rühmen wir uns alle Tage, / und deinen Namen loben wir ewig. - / (Pause.)
14606#Psalm,44,10#10. Und doch hast du uns verworfen und zuschanden werden lassen / und bist nicht ausgezogen mit unsern Heerscharen. /
14607#Psalm,44,11#11. Du ließest uns zurückweichen vor dem Feind; / und die uns hassen, haben sich Beute gemacht. /
14608#Psalm,44,12#12. Du gibst uns hin wie Schafe zum Fraße / und zerstreust uns unter die Heiden. /
14609#Psalm,44,13#13. Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld / und verlangst nicht viel dafür! /
14610#Psalm,44,14#14. Du setzest uns der Beschimpfung unserer Nachbarn aus, / dem Hohn und Spott derer, die uns umgeben. /
14611#Psalm,44,15#15. Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, / daß die Völker den Kopf über uns schütteln. /
14612#Psalm,44,16#16. Alle Tage ist meine Schmach vor mir, / und Scham bedeckt mein Angesicht /
14613#Psalm,44,17#17. wegen der Stimme des Spötters und Lästerers, / wegen des Feindes, des Rachgierigen. /
14614#Psalm,44,18#18. Dieses alles ist über uns gekommen; / und doch haben wir deiner nicht vergessen, / noch deinen Bund gebrochen. /
14615#Psalm,44,19#19. Unser Herz hat sich nicht zurückgewandt, / noch sind unsre Schritte abgewichen von deinem Pfad, /
14616#Psalm,44,20#20. daß du uns zermalmtest am Orte der Schakale / und uns mit Todesschatten bedecktest! /
14617#Psalm,44,21#21. Wenn wir des Namens unsres Gottes vergessen / und unsre Hände zu einem fremden Gott ausgestreckt hätten, /
14618#Psalm,44,22#22. würde Gott das nicht erforschen? / Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens. /
14619#Psalm,44,23#23. So aber werden wir um deinetwillen alle Tage erwürgt / und sind geachtet wie Schlachtschafe. /
14620#Psalm,44,24#24. Herr, erhebe dich! Warum schläfst du? / Wache auf und verstoße uns nicht für immer! /
14621#Psalm,44,25#25. Warum verbirgst du dein Angesicht / und vergissest unsres Elendes und unsrer Bedrängnis? /
14622#Psalm,44,26#26. Denn unsre Seele ist bis zum Staub gebeugt, / und unser Leib klebt am Erdboden. /
14623#Psalm,44,27#27. Mache dich auf, uns zu helfen, / und erlöse uns um deiner Gnade willen!
14624#Psalm,45,1#1. Dem Vorsänger. Nach (der Singweise)-1- «Lilien». Von den Kindern Korahs. Eine Unterweisung; ein Lied der Liebe. -1) o: auf.++
14625#Psalm,45,2#2. Mein Herz dichtet ein feines Lied; / was ich sage, ist für den König bestimmt, / meine Zunge ist der Griffel eines fertigen Schreibers. /
14626#Psalm,45,3#3. Du bist schöner als die Menschenkinder, / Anmut ist über deine Lippen ausgegossen, / weil Gott dich auf ewig gesegnet hat! /
14627#Psalm,45,4#4. Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, / deine Ehre und deine Pracht! /
14628#Psalm,45,5#5. Fahre siegreich einher für die Sache / der Wahrheit, der Milde und Gerechtigkeit, / und deine Rechte lehre dich wunderbare Dinge! /
14629#Psalm,45,6#6. Deine Pfeile sind scharf, / sie unterwerfen dir die Völker; / sie dringen ins Herz der Feinde des Königs. /
14630#Psalm,45,7#7. Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig, / das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter! /
14631#Psalm,45,8#8. Du liebst die Gerechtigkeit und hassest das gottlose Wesen, / darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt / mit dem Öl der Freuden mehr als deine Genossen. /
14632#Psalm,45,9#9. Nach Myrrhen, Aloe und Kassia riechen deine Kleider; / aus elfenbeinernen Palästen erfreut dich Saitenspiel. /
14633#Psalm,45,10#10. Königstöchter sind unter deinen Geliebten; / die Gemahlin steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir. /
14634#Psalm,45,11#11. Höre, Tochter, blicke her und neige dein Ohr, / vergiß dein Volk und deines Vaters Haus! /
14635#Psalm,45,12#12. Und wird der König Lust haben an deiner Schönheit - / denn er ist dein Herr -, so huldige ihm. /
14636#Psalm,45,13#13. Und die Tochter von Tyrus wird mit Geschenken kommen, / die Reichsten des Volkes deine Gunst suchen. /
14637#Psalm,45,14#14. Ganz herrlich ist die Königstochter drinnen, / von gewirktem Gold ist ihr Gewand. /
14638#Psalm,45,15#15. In gestickten Kleidern wird sie dem König zugeführt; / die Jungfrauen, die sie begleiten, ihre Gespielinnen, werden zu dir gebracht. /
14639#Psalm,45,16#16. Man führt sie mit Freuden und Frohlocken, / und sie gehen ein in des Königs Palast. /
14640#Psalm,45,17#17. An deiner Väter Statt werden deine Söhne treten, / du wirst sie zu Fürsten setzen im ganzen Land. /
14641#Psalm,45,18#18. Ich will deinen Namen erwähnen für und für; / darum werden dich die Völker preisen immer und ewiglich.
14642#Psalm,46,1#1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Auf Alamoth-1-. Ein Lied. -1) bed. ws: im Sopran.++
14643#Psalm,46,2#2. Gott ist unsre Zuversicht und Stärke; / eine Hilfe, in Nöten kräftig erfunden. /
14644#Psalm,46,3#3. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde weicht / und die Berge mitten ins Meer sinken, /
14645#Psalm,46,4#4. wenn gleich seine Wasser wüten und toben / und vor seinem Übermut die Berge zittern. - / (Pause.)
14646#Psalm,46,5#5. Ein Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, / die heiligen Wohnungen des Höchsten. /
14647#Psalm,46,6#6. Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; / Gott wird ihr helfen, wenn der Morgen anbricht. /
14648#Psalm,46,7#7. Die Völker tobten, die Königreiche wankten, / als er seine Stimme hören ließ; und die Erde verging. /
14649#Psalm,46,8#8. Mit uns aber ist der HERR der Heerscharen; / der Gott Jakobs ist für uns eine feste Burg! - / (Pause.)
14650#Psalm,46,9#9. Kommt her, schauet die Werke des HERRN, / der auf Erden Verheerungen angerichtet hat, /
14651#Psalm,46,10#10. der den Kriegen ein Ende macht, / der den Bogen zerbricht, den Speer zerschlägt / und die Wagen mit Feuer verbrennt! /
14652#Psalm,46,11#11. Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin; / ich will erhaben sein unter den Völkern, ich will erhaben sein auf Erden. /
14653#Psalm,46,12#12. Der HERR der Heerscharen ist mit uns, / der Gott Jakobs ist unsre feste Burg! - (Pause.)
14654#Psalm,47,1#1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm.
14655#Psalm,47,2#2. Klatscht in die Hände, ihr Völker alle! / Jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! /
14656#Psalm,47,3#3. Denn der HERR, der Höchste, ist zu fürchten, / ein großer König über die ganze Erde. /
14657#Psalm,47,4#4. Er wird die Völker unter uns zwingen / und die Nationen unter unsre Füße. /
14658#Psalm,47,5#5. Er wird uns unser Erbteil erwählen, / den Stolz Jakobs, den er geliebt. - / (Pause.)
14659#Psalm,47,6#6. Gott ist aufgefahren mit Jauchzen, / der HERR mit dem Schall der Posaune. /
14660#Psalm,47,7#7. Lobsinget, lobsinget Gott! / Lobsinget, lobsinget unserm König! /
14661#Psalm,47,8#8. Denn Gott ist König der ganzen Erde; / lobsinget andächtig! /
14662#Psalm,47,9#9. Gott herrscht über die Völker, / Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. /
14663#Psalm,47,10#10. Die Edlen der Völker haben sich versammelt / zum Volk des Gottes Abrahams; / denn Gott gehören die Schilde-1- der Erde; / er ist sehr erhaben. -1) d.h. die Schirmherren.++
14664#Psalm,48,1#1. Ein Lied; ein Psalm. Von den Kindern Korahs.
14665#Psalm,48,2#2. Groß ist der HERR und hoch gelobt / in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. /
14666#Psalm,48,3#3. Schön erhebt sich der Berg Zion, die Freude des ganzen Landes; / auf der Seite gegen Mitternacht ist die Stadt des großen Königs. /
14667#Psalm,48,4#4. Gott ist in ihren Palästen bekannt als eine feste Burg. /
14668#Psalm,48,5#5. Denn siehe, Könige haben sich verbündet / und sind miteinander vorübergezogen. /
14669#Psalm,48,6#6. Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; / sie erschraken und flohen davon. /
14670#Psalm,48,7#7. Zittern ergriff sie daselbst, / Angst wie eine Gebärende. /
14671#Psalm,48,8#8. Durch den Ostwind zerbrichst du Tarsisschiffe. /
14672#Psalm,48,9#9. Wie wir's gehört, so haben wir's gesehen / in der Stadt des HERRN der Heerscharen, / in der Stadt unsres Gottes. / Gott wird sie erhalten bis in Ewigkeit. - / (Pause.)
14673#Psalm,48,10#10. Wir gedenken, o Gott, deiner Gnade / inmitten deines Tempels. /
14674#Psalm,48,11#11. O Gott, wie dein Name, / also reicht auch dein Ruhm bis an die Enden der Erde; / deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. /
14675#Psalm,48,12#12. Der Berg Zion freut sich, / die Töchter Judas frohlocken / um deiner Gerichte willen. /
14676#Psalm,48,13#13. Geht rings um Zion, umwandelt sie, / zählt ihre Türme! /
14677#Psalm,48,14#14. Beachtet ihre Bollwerke, / durchgehet ihre Paläste, / auf daß ihr es den Nachkommen erzählet, /
14678#Psalm,48,15#15. daß dieser Gott unser Gott ist immer und ewig; / er führt uns über den Tod hinweg!
14679#Psalm,49,1#1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm.
14680#Psalm,49,2#2. Höret dies, ihr Völker alle, / merket doch auf, alle Bewohner der Welt, /
14681#Psalm,49,3#3. ihr Kinder des Volkes und Herrensöhne, / alle miteinander, reich und arm! /
14682#Psalm,49,4#4. Mein Mund soll Weisheit reden / und das Dichten meines Herzens verständig sein. /
14683#Psalm,49,5#5. Ich will einem Spruche lauschen / und beim Harfenspiel mein Rätsel lösen. /
14684#Psalm,49,6#6. Warum sollte ich mich fürchten zur bösen Zeit, / wenn mich die Missetat meiner Verfolger umringt? /
14685#Psalm,49,7#7. Sie verlassen sich auf ihr Vermögen / und prahlen mit ihrem großen Reichtum. /
14686#Psalm,49,8#8. Und doch kann kein Bruder den andern erlösen; / er vermag Gott das Lösegeld nicht zu geben! /
14687#Psalm,49,9#9. Zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen, / so daß er auf ewig davon abstehen muß! /
14688#Psalm,49,10#10. Oder sollte er immerdar leben / und die Grube nicht sehen? /
14689#Psalm,49,11#11. Doch, er wird sie sehen! Die Weisen müssen sterben, / die Toren und Narren kommen miteinander um / und müssen ihr Vermögen andern überlassen. /
14690#Psalm,49,12#12. Das Grab ist ihr ewiges Haus, / ihre Wohnung für und für, / wenn sie auch nach ihren Namen Länder benannt haben. /
14691#Psalm,49,13#13. Aber der Mensch bleibt nicht lange in seinem Glanz; / er gleicht dem Vieh, das umgebracht wird. /
14692#Psalm,49,14#14. Dieser ihr Weg ist ihre Torheit, / und doch haben ihre Nachkommen Wohlgefallen an ihren Worten. - / (Pause.)
14693#Psalm,49,15#15. Herdenweise sinken sie ins Totenreich hinab, / der Tod weidet sie, / und die Redlichen werden am Morgen über sie herrschen. / Ihre Gestalt ist zum Vergehen bestimmt, das Totenreich zu ihrer Wohnung. /
14694#Psalm,49,16#16. Aber Gott wird meine Seele aus der Gewalt des Totenreiches erlösen; / denn er wird mich annehmen! - / (Pause.)
14695#Psalm,49,17#17. Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird, / wenn die Ehre seines Hauses groß wird; /
14696#Psalm,49,18#18. denn bei seinem Tod nimmt er das alles nicht mit, / seine Ehre fährt ihm nicht nach! /
14697#Psalm,49,19#19. Denn man preist ihn glücklich, solange er lebt - / und man lobt dich, wenn es dir gut geht -, /
14698#Psalm,49,20#20. bis auch er eingehen wird zum Geschlecht seiner Väter, / die in Ewigkeit das Licht nicht sehen. /
14699#Psalm,49,21#21. Der Mensch im Glanz, doch ohne Verstand, / ist gleich dem Vieh, das umgebracht wird!
14700#Psalm,50,1#1. Ein Psalm Asaphs: Der HERR, der starke Gott, hat geredet und ruft der Welt zu / vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. /
14701#Psalm,50,2#2. Aus Zion, der Schönheit Vollendung, bricht Gottes Glanz hervor. /
14702#Psalm,50,3#3. Unser Gott kommt und schweigt nicht; / verzehrendes Feuer ist vor ihm, / und es stürmt gewaltig um ihn her. /
14703#Psalm,50,4#4. Er ruft den Himmel droben / und die Erde zum Gericht seines Volkes herbei. /
14704#Psalm,50,5#5. Versammelt mir meine Frommen, / die einen Bund mit mir gemacht haben über dem Opfer. /
14705#Psalm,50,6#6. Da verkündigten die Himmel seine Gerechtigkeit, / daß Gott selbst Richter ist. - / (Pause.)
14706#Psalm,50,7#7. Höre, mein Volk, so will ich reden; / Israel, ich lege gegen dich Zeugnis ab: / Ich, Gott, bin dein Gott. /
14707#Psalm,50,8#8. Deiner Opfer halben will ich dich nicht strafen, / sind doch deine Brandopfer stets vor mir. /
14708#Psalm,50,9#9. Ich will keinen Farren aus deinem Hause nehmen, / noch Böcke aus deinen Ställen! /
14709#Psalm,50,10#10. Denn mein sind alle Tiere des Waldes, / das Vieh auf den Bergen zu Tausenden. /
14710#Psalm,50,11#11. Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, / und was sich auf dem Felde regt, ist mir bekannt. /
14711#Psalm,50,12#12. Wenn mich hungerte, so würde ich es dir nicht sagen; / denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt. /
14712#Psalm,50,13#13. Soll ich Ochsenfleisch essen / oder Bocksblut trinken? /
14713#Psalm,50,14#14. Opfere Gott Dank / und bezahle dem Höchsten deine Gelübde; /
14714#Psalm,50,15#15. und rufe mich an am Tage der Not, / so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren! /
14715#Psalm,50,16#16. Aber zum Gottlosen spricht Gott: / Was zählst du meine Satzungen her / und nimmst meinen Bund in deinen Mund, /
14716#Psalm,50,17#17. so du doch Zucht hassest / und wirfst meine Worte hinter dich? /
14717#Psalm,50,18#18. Wenn du einen Dieb siehst, so befreundest du dich mit ihm / und hast Gemeinschaft mit Ehebrechern; /
14718#Psalm,50,19#19. deinen Mund lässest du Böses reden, / und deine Zunge flicht Betrug; /
14719#Psalm,50,20#20. du sitzest und redest wider deinen Bruder, / deiner Mutter Sohn verleumdest du! /
14720#Psalm,50,21#21. Das hast du getan, und ich habe geschwiegen; / da meintest du, ich sei gleich wie du; / aber ich will dich strafen und es dir vor Augen stellen! /
14721#Psalm,50,22#22. Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, / daß ich nicht hinwegraffe und kein Erretter da sei! /
14722#Psalm,50,23#23. Wer Dank opfert, der ehrt mich, / und wer den Weg bahnt-1-, / dem zeige ich Gottes Heil! -1) aüs: und wer unsträflich wandelt.++
14723#Psalm,51,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14724#Psalm,51,2#2. Als der Prophet Nathan zu ihm kam, weil er zu Batseba eingegangen war:
14725#Psalm,51,3#3. O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, / tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! /
14726#Psalm,51,4#4. Wasche mich gründlich von meiner Schuld / und reinige mich von meiner Sünde; /
14727#Psalm,51,5#5. denn ich erkenne meine Übertretungen, / und meine Sünde ist immerdar vor mir. /
14728#Psalm,51,6#6. An dir allein habe ich gesündigt / und getan, was in deinen Augen böse ist, / auf daß du Recht behaltest mit deinem Spruch / und dein Urteil unangefochten bleibe. /
14729#Psalm,51,7#7. Siehe, ich bin in Schuld geboren, / und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen; /
14730#Psalm,51,8#8. Siehe, du verlangst Wahrheit im Innersten: / so tue mir im Verborgenen Weisheit kund! /
14731#Psalm,51,9#9. Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; / wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! /
14732#Psalm,51,10#10. Laß mich hören Freude und Wonne, / daß die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. /
14733#Psalm,51,11#11. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden / und tilge alle meine Missetat! /
14734#Psalm,51,12#12. Schaffe mir, o Gott, ein reines Herz / und gib mir von neuem einen gewissen Geist! /
14735#Psalm,51,13#13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht / und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. /
14736#Psalm,51,14#14. Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, / und ein williger Geist unterstütze mich! /
14737#Psalm,51,15#15. Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, / daß sich die Sünder zu dir bekehren. /
14738#Psalm,51,16#16. Errette mich von den Blutschulden, o Gott, du Gott meines Heils, / so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit rühmen. /
14739#Psalm,51,17#17. Herr, tue meine Lippen auf, / daß mein Mund dein Lob verkündige! /
14740#Psalm,51,18#18. Denn du begehrst kein Opfer, sonst wollte ich es dir geben; / Brandopfer gefallen dir nicht. /
14741#Psalm,51,19#19. Die Gott wohlgefälligen Opfer-1- sind ein zerbrochener Geist; / ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz / wirst du, o Gott, nicht verachten. / -1) w: die Opfer Gottes.++
14742#Psalm,51,20#20. Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, / baue die Mauern Jerusalems! /
14743#Psalm,51,21#21. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, / die Brandopfer und Ganzopfer; / dann kommen Farren auf deinen Altar!
14744#Psalm,52,1#1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von David.
14745#Psalm,52,2#2. Als Doeg, der Edomiter, kam und Saul anzeigte: David ist in das Haus Achimelechs gegangen!
14746#Psalm,52,3#3. Was rühmst du dich der Gnade Gottes den ganzen Tag, / der du in der Bosheit stark bist? /
14747#Psalm,52,4#4. Deine Zunge trachtet nach Schaden; / wie ein scharfes Schermesser, so heimtückisch ist sie. /
14748#Psalm,52,5#5. Du ziehst das Böse dem Guten vor, / sprichst lieber schlecht als recht! - / (Pause.)
14749#Psalm,52,6#6. Du redest gerne so, als wolltest du alles verschlingen, / du Lügenmaul! /
14750#Psalm,52,7#7. Gott wird dich auch noch stürzen, und zwar für immer, / er wird dich wegraffen, herausreißen aus dem Zelte / und dich ausrotten aus dem Lande der Lebendigen! - / (Pause.)
14751#Psalm,52,8#8. Das werden die Gerechten sehen mit Entsetzen / und über ihn lachen: /
14752#Psalm,52,9#9. Seht, das ist der Mann, der Gott nicht zu seiner Zuflucht machte, / sondern sich auf seinen großen Reichtum verließ / und durch seine Habgier mächtig ward! /
14753#Psalm,52,10#10. Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes; / ich vertraue auf Gottes Gnade immer und ewiglich. /
14754#Psalm,52,11#11. Ich preise dich ewiglich für das, was du getan, / und hoffe auf deinen Namen, weil er so gut ist, / angesichts deiner Frommen.
14755#Psalm,53,1#1. Dem Vorsänger. Auf der Machalat-1-. Eine Unterweisung von David. -1) ein Instrument o. eine Tonart.++
14756#Psalm,53,2#2. Die Narren sprechen in ihrem Herzen: «Es gibt keinen Gott!» / Sie handeln verderblich und greulich verkehrt; / keiner ist, der Gutes tut. /
14757#Psalm,53,3#3. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder herab, / zu sehen, ob jemand so klug sei, / daß er nach Gott frage. /
14758#Psalm,53,4#4. (Doch) alle sind abgewichen, allesamt verdorben, / keiner ist, der Gutes tut, / kein einziger! /
14759#Psalm,53,5#5. Haben das die Übeltäter nicht erfahren, / die mein Volk verschlingen, als äßen sie Brot? / Gott aber riefen sie nicht an. /
14760#Psalm,53,6#6. Dort aber fürchteten sie sich, / wo nichts zu fürchten war; / denn Gott zerstreute die Gebeine deiner Belagerer; / du machtest sie zuschanden; denn Gott verwarf sie. /
14761#Psalm,53,7#7. Ach, daß aus Zion die Rettung für Israel käme! / Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet, / wird Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.
14762#Psalm,54,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David.
14763#Psalm,54,2#2. Als die Siphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält sich nicht David bei uns verborgen?
14764#Psalm,54,3#3. O Gott, durch deinen Namen rette mich / und durch deine Macht schaffe mir Recht! /
14765#Psalm,54,4#4. O Gott, höre mein Gebet / und nimm zu Ohren die Reden meines Mundes! /
14766#Psalm,54,5#5. Denn es haben sich Fremde wider mich erhoben, / und Tyrannen trachten mir nach dem Leben; / sie haben Gott nicht vor Augen. / (Pause.)
14767#Psalm,54,6#6. Siehe, Gott ist mein Helfer, / der Herr hält es mit denen, die mein Leben erhalten. /
14768#Psalm,54,7#7. Möge meinen Feinden ihre Bosheit vergolten werden; / nach deiner Treue vertilge sie! /
14769#Psalm,54,8#8. Ich will dir opfern aus freiem Trieb, / deinen Namen, o HERR, will ich loben, denn er ist gut! /
14770#Psalm,54,9#9. Denn er hat mich errettet aus aller Not, / und mein Auge sieht seine Lust an meinen Feinden.
14771#Psalm,55,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David.
14772#Psalm,55,2#2. Vernimm, o Gott, mein Gebet, / und verbirg dich nicht vor meinem Flehen: /
14773#Psalm,55,3#3. merke auf mich und erhöre mich, / obwohl ich umherirre in meiner Klage und unruhig bin, /
14774#Psalm,55,4#4. vor dem Brüllen des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen; / denn sie überhäufen mich mit Beschuldigungen / und befeinden mich grimmig! /
14775#Psalm,55,5#5. Mein Herz bebt in mir, / und des Todes Schrecken ist auf mich gefallen; /
14776#Psalm,55,6#6. Furcht und Zittern kommt mich an, / und Todesblässe bedeckt mich. /
14777#Psalm,55,7#7. Und ich sprach: O hätte ich doch Taubenflügel, / daß ich davonfliegen und irgendwo bleiben könnte! /
14778#Psalm,55,8#8. Siehe, ich wollte weit weg fliehen, / in der Wüste Aufenthalt nehmen; /
14779#Psalm,55,9#9. ich wollte zu meinem Zufluchtsort eilen vor dem sausenden Wind und Sturm. - / (Pause.)
14780#Psalm,55,10#10. Verwirre sie, HERR, mach uneins ihre Zungen, / denn ich sehe in der Stadt Gewalttätigkeit und Streit! /
14781#Psalm,55,11#11. Solches geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, / und in ihrem Innern ist Unheil und Mühsal. /
14782#Psalm,55,12#12. Habgier herrscht in ihrer Mitte, / und von ihrem Markt weichen nicht Erpressung und Betrug. /
14783#Psalm,55,13#13. Denn es ist nicht mein Feind, der mich schmäht - das könnte ich ertragen -; / nicht mein Hasser erhebt sich wider mich - / vor dem wollte ich mich verbergen; /
14784#Psalm,55,14#14. aber du bist es, ein Mensch meinesgleichen, / mein Freund und mein Vertrauter! /
14785#Psalm,55,15#15. Wir haben einst zusammen süßen Umgang gepflogen, / sind ins Gotteshaus gegangen unter der Menge. /
14786#Psalm,55,16#16. Der Tod überfalle sie! / Mögen sie lebendig zur Unterwelt fahren! / Denn Bosheit ist in ihren Wohnungen, in ihren Herzen. /
14787#Psalm,55,17#17. Ich aber rufe zu Gott, / und der HERR wird mir helfen; /
14788#Psalm,55,18#18. abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, / so wird er meine Stimme hören. /
14789#Psalm,55,19#19. Er hat meine Seele erlöst und ihr Frieden verschafft vor denen, die mich bekriegten; / denn ihrer viele sind gegen mich gewesen. /
14790#Psalm,55,20#20. Gott wird hören und ihnen antworten, / er, der von alters her thront . . . - / (Pause.) Denn sie ändern sich nicht, / und sie fürchten Gott nicht. /
14791#Psalm,55,21#21. Er-1- hat seine Hand ausgestreckt gegen die, welche in Frieden mit ihm lebten; / seinen Bund hat er entweiht. / -1) d.h. der falsche Freund.++
14792#Psalm,55,22#22. Seine Reden sind süß, aber Krieg hat er im Sinn. / Seine Worte sind sanfter als Öl, / aber doch gezückte Schwerter. /
14793#Psalm,55,23#23. Wirf dein Anliegen auf den HERRN, der wird dich versorgen / und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen! /
14794#Psalm,55,24#24. Du aber, o Gott, wirst sie in die tiefste Grube hinunterstoßen; / die Blutgierigen und Falschen / werden es nicht bis zur Hälfte ihrer Tage bringen. / Ich aber vertraue auf dich!
14795#Psalm,56,1#1. Dem Vorsänger. «Von der stummen Taube unter den Fremden.» Eine Denkschrift Davids; als ihn die Philister ergriffen zu Gat.
14796#Psalm,56,2#2. O Gott, sei mir gnädig; denn es schnaubt ein Mensch wider mich, / immerfort bekriegt und bedrängt er mich! /
14797#Psalm,56,3#3. Meine Widersacher schnauben den ganzen Tag, / ja viele Hohe streiten wider mich. /
14798#Psalm,56,4#4. Wenn mir angst ist, / vertraue ich auf dich! /
14799#Psalm,56,5#5. In-1- Gott will ich rühmen sein Wort; / auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; / was kann Fleisch mir antun? / -1) o: durch, d.h. mit Gottes Hilfe. Ebenso V. 11.++
14800#Psalm,56,6#6. Täglich lauern sie auf meine Worte, / auf mein Unglück gehen alle ihre Gedanken; /
14801#Psalm,56,7#7. sie rotten sich zusammen, lauschen im Verborgenen, beobachten meine Tritte / und lauern auf mein Leben. /
14802#Psalm,56,8#8. Sollten sie bei ihrer Bosheit entrinnen? / O Gott, stürze die Völker im Zorn! /
14803#Psalm,56,9#9. Du zählst, wie oft ich fliehen muß; / sammle meine Tränen in deinen Schlauch! / Stehen sie nicht in deinem Buch? /
14804#Psalm,56,10#10. Am Tage, da ich rufe, weichen meine Feinde zurück; / das weiß ich, daß Gott für mich ist. /
14805#Psalm,56,11#11. In Gott will ich rühmen das Wort, / im HERRN will ich rühmen das Wort; /
14806#Psalm,56,12#12. auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; / was kann ein Mensch mir antun? /
14807#Psalm,56,13#13. Die Gelübde, die ich dir, o Gott, gelobt, liegen auf mir; / ich will dir Dankopfer bezahlen! /
14808#Psalm,56,14#14. Denn hast du nicht meine Seele vom Tode errettet, / meine Füße vom Gleiten, / damit ich vor Gottes Angesicht wandle im Lichte des Lebens?
14809#Psalm,57,1#1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift Davids; als er vor Saul in die Höhle floh.
14810#Psalm,57,2#2. Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig; / denn bei dir birgt sich meine Seele, / und unter dem Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht, / bis das Unglück vorüber ist. /
14811#Psalm,57,3#3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, / zu Gott, der wohltut an mir. /
14812#Psalm,57,4#4. Er wird mir vom Himmel Rettung senden, / zum Hohn machen den, der wider mich schnaubt. - (Pause.) / Gott wird seine Gnade und Wahrheit senden. /
14813#Psalm,57,5#5. Meine Seele ist mitten unter Löwen, / ich liege zwischen Feuerbränden, / wohne unter Menschenkindern, / deren Zähne Speere und Pfeile / und deren Zungen scharfe Schwerter sind. /
14814#Psalm,57,6#6. Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, / über die ganze Erde deine Herrlichkeit! /
14815#Psalm,57,7#7. Sie haben meinen Füßen ein Netz gestellt, / meine Seele niedergebeugt; / sie höhlten eine Grube aus, / fielen aber selbst hinein! - / (Pause.)
14816#Psalm,57,8#8. Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit, / ich will singen und spielen. /
14817#Psalm,57,9#9. Wache auf, meine Ehre, Psalter und Harfe, wacht auf! / Ich will mit dem Morgenrot erwachen. /
14818#Psalm,57,10#10. Herr, ich will dich preisen unter den Völkern, / ich will dir lobsingen unter den Leuten; /
14819#Psalm,57,11#11. denn deine Gnade ist groß; sie reicht bis zum Himmel, / und deine Wahrheit bis zu den Wolken! /
14820#Psalm,57,12#12. Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, / über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
14821#Psalm,58,1#1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David.
14822#Psalm,58,2#2. Seid ihr denn wirklich stumm, wo ihr Recht sprechen, wo ihr ein richtiges Urteil fällen solltet, ihr Menschenkinder? /
14823#Psalm,58,3#3. Statt dessen schmiedet ihr Unrecht im Herzen, / im Lande teilen eure Hände Mißhandlungen aus. /
14824#Psalm,58,4#4. Die Gottlosen sind von Mutterleib an auf falscher Bahn, / die Lügner gehn von Geburt an auf dem Irrweg. /
14825#Psalm,58,5#5. Sie haben Gift wie Schlangengift, / wie eine taube Otter, die ihr Ohr verstopft, /
14826#Psalm,58,6#6. die nicht hören will auf die Stimme des Schlangenbeschwörers, / des Zauberers, der den Bann sprechen kann. /
14827#Psalm,58,7#7. O Gott, reiße ihnen die Zähne aus dem Maul; / HERR, zerschmettere den jungen Löwen das Gebiß! /
14828#Psalm,58,8#8. Laß sie zerrinnen wie Wasser, das sich verläuft! / Legt er seinen Pfeil an, so seien sie wie abgeschnitten! /
14829#Psalm,58,9#9. Sie sollen sein wie eine Schnecke, die dahingeht und vergeht, / wie eine Fehlgeburt, welche niemals die Sonne sah! /
14830#Psalm,58,10#10. Ehe noch eure Hecken-1- die Dornen bemerken, / erfasse sie, wenn sie noch frisch sind, die Feuerglut! / -1) o: Kessel.++
14831#Psalm,58,11#11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, / und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut. /
14832#Psalm,58,12#12. Und die Leute werden sagen: Es gibt doch einen Lohn für den Gerechten; / es gibt doch einen Gott, der richtet auf Erden!
14833#Psalm,59,1#1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David; als Saul das Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.
14834#Psalm,59,2#2. Mein Gott, errette mich von meinen Feinden, / befreie mich von meinen Widersachern! /
14835#Psalm,59,3#3. Errette mich von den Übeltätern / und hilf mir von den Blutgierigen! /
14836#Psalm,59,4#4. Denn siehe, sie lauern auf mein Leben, / Starke sammeln sich wider mich, o HERR, / ohne mein Verschulden und ohne daß ich gefehlt. /
14837#Psalm,59,5#5. Gegen einen Unschuldigen laufen und rüsten sie sich; / mach dich auf, komm mir entgegen und siehe darein! /
14838#Psalm,59,6#6. Ja, du, HERR, Gott der Heerscharen, Gott Israels, / mache dich auf, alle Heiden heimzusuchen, / schone keinen der ruchlosen Verräter! - / (Pause.)
14839#Psalm,59,7#7. Sie kommen jeden Abend, heulen wie die Hunde / und laufen in der Stadt herum. /
14840#Psalm,59,8#8. Siehe, ihr Mund sprudelt (Böses), / Schwerter sind auf ihren Lippen; / denn (sie denken:) «Wer hört es?» /
14841#Psalm,59,9#9. Aber du, HERR, lachst ihrer, / du spottest aller Heiden. /
14842#Psalm,59,10#10. Meine Stärke, auf dich gebe ich acht; / denn Gott ist meine hohe Burg. /
14843#Psalm,59,11#11. Mein Gott wird mir entgegenkommen mit seiner Gnade; / Gott wird mich meine Lust sehen lassen an meinen Feinden. /
14844#Psalm,59,12#12. Töte sie nicht, sonst hat es mein Volk bald wieder vergessen; / vertreibe sie durch deine Macht und stürze sie, / Herr, unser Schild! /
14845#Psalm,59,13#13. Das Wort ihres Mundes ist nichts als Sünde, / sie verstricken sich in ihrem Übermut, / in den Flüchen, die sie ausstoßen, und in den Lügen, die sie erzählen. /
14846#Psalm,59,14#14. Vertilge sie im Zorn, vertilge sie gänzlich, / damit man innewerde, daß Gott in Jakob herrscht / bis an die Enden der Erde! - / (Pause.)
14847#Psalm,59,15#15. Dann sollen sie am Abend wiederkommen, heulen wie die Hunde / und umherlaufen in der Stadt; /
14848#Psalm,59,16#16. sie sollen umherirren nach Speise, / wenn sie keine Nahrung und kein Obdach finden! /
14849#Psalm,59,17#17. Ich aber will deine Macht besingen / und alle Morgen deine Gnade rühmen, / daß du mir zur Zuflucht geworden bist, / zum Schutz am Tage der Not. /
14850#Psalm,59,18#18. Ich will dir singen, meine Stärke; / denn du bist meine Zuflucht, mein gnädiger Gott!
14851#Psalm,60,1#1. Dem Vorsänger. Auf Schuschan Edut-1-. Eine Denkschrift von David; zum Lehren. -1) aüs: Auf «Lilie des Zeugnisses».++
14852#Psalm,60,2#2. Als er gestritten hatte mit den Syrern von Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann.
14853#Psalm,60,3#3. O Gott, der du uns verstoßen und in deinem Zorn zerrissen hast, / stelle uns wieder her! /
14854#Psalm,60,4#4. Der du die Erde erschüttert und zerspalten hast, / heile ihre Brüche; denn sie wankt. /
14855#Psalm,60,5#5. Du hast dein Volk Schweres sehen lassen, / du tränktest uns mit Taumelwein. /
14856#Psalm,60,6#6. Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben, / daß sie sich erheben angesichts (deiner) Treue. - / (Pause.)
14857#Psalm,60,7#7. Auf daß deine Geliebten errettet werden, / laß siegen deine Rechte und erhöre uns! /
14858#Psalm,60,8#8. Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: «Ich will frohlocken! / Ich will Sichem teilen und das Tal Suchot vermessen; /
14859#Psalm,60,9#9. Gilead ist mein, und Manasse ist mein, / Ephraim ist meines Hauptes Wehr, / Juda mein Herrscherstab; /
14860#Psalm,60,10#10. Moab ist mein Waschbecken, / über Edom werfe ich meinen Schuh, / jauchze mir zu, Philisterland!» /
14861#Psalm,60,11#11. Wer führt mich in eine feste Stadt, / wer geleitet mich nach Edom? /
14862#Psalm,60,12#12. Wirst du es nicht tun, o Gott, der du uns verstoßen hast? / Oder solltest du, o Gott, nicht ausziehen mit unserm Heer? /
14863#Psalm,60,13#13. Schaffe uns Hilfe in der Not, / denn eitel ist Menschenhilfe! /
14864#Psalm,60,14#14. Mit Gott wollen wir Taten tun; / er wird unsre Feinde untertreten.
14865#Psalm,61,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Von David.
14866#Psalm,61,2#2. Höre, o Gott, mein Schreien, merke auf mein Gebet! /
14867#Psalm,61,3#3. Vom Ende der Erde rufe ich zu dir in der Angst meines Herzens: / Führe du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist! /
14868#Psalm,61,4#4. Denn du bist meine Zuflucht geworden, / ein starker Turm vor dem Feind. - / (Pause.)
14869#Psalm,61,5#5. Laß mich ewiglich wohnen in deinem Zelte, / mich bergen im Schatten deiner Flügel! /
14870#Psalm,61,6#6. Denn du, o Gott, hast auf meine Gelübde gehört, / du hast mir das Erbteil derer gegeben, die deinen Namen fürchten. /
14871#Psalm,61,7#7. Verleihe dem Könige langes Leben, / daß seine Jahre Geschlechter überdauern; /
14872#Psalm,61,8#8. möge er ewiglich vor Gottes Angesicht bleiben; / gib, daß Gnade und Treue ihn behüten! /
14873#Psalm,61,9#9. Also will ich deinen Namen immerdar preisen, / um meine Gelübde zu bezahlen Tag für Tag.
14874#Psalm,62,1#1. Dem Vorsänger. Nach-1- Jedutun. Ein Psalm Davids. -1) o: für.++
14875#Psalm,62,2#2. Nur auf Gott wartet still meine Seele, / von ihm kommt mein Heil /
14876#Psalm,62,3#3. Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Burg; / ich werde nicht allzusehr wanken. /
14877#Psalm,62,4#4. Wie lange laufet ihr alle Sturm gegen einen Mann / und wollt ihn zertrümmern / wie eine hangende Wand, / eine sinkende Mauer? /
14878#Psalm,62,5#5. Nur von seiner Höhe planen sie ihn herabzustoßen; / sie haben Wohlgefallen an Lüge; / mit ihrem Munde segnen sie, / aber im Herzen fluchen sie. - / (Pause.)
14879#Psalm,62,6#6. Nur auf Gott wartet still meine Seele; / denn von ihm kommt, was ich hoffe; /
14880#Psalm,62,7#7. nur er ist mein Fels und mein Heil, / meine hohe Burg; ich werde nicht wanken. /
14881#Psalm,62,8#8. Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; / der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott. /
14882#Psalm,62,9#9. Vertraue auf ihn allezeit, / o Volk, schütte dein Herz vor ihm aus! / Gott ist unsre Zuflucht. /
14883#Psalm,62,10#10. Nur ein Hauch sind die Menschenkinder, / große Herren trügen auch, / auf der Waage steigen sie empor, / sind alle leichter als ein Hauch! /
14884#Psalm,62,11#11. Verlasset euch nicht auf erpreßtes Gut / und auf geraubtes seid nicht stolz; / nimmt das Vermögen zu, / so setzet euer Vertrauen nicht darauf! /
14885#Psalm,62,12#12. Einmal hat Gott geredet, / zweimal habe ich das gehört, / daß die Macht Gottes sei. /
14886#Psalm,62,13#13. Dein, o Herr, ist aber auch die Gnade; / denn du bezahlst einem jeden nach seinem Tun!
14887#Psalm,63,1#1. Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war.
14888#Psalm,63,2#2. O Gott, du bist mein Gott, frühe-1- suche ich dich; / es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch schmachtet nach dir / in einem dürren, müden Land, wo kein Wasser ist! / -1) o: ernstlich.++
14889#Psalm,63,3#3. Wie gern sähe ich deine Macht und Herrlichkeit so, / wie ich dich im Heiligtum sah; /
14890#Psalm,63,4#4. denn deine Gnade ist besser als Leben; / meine Lippen sollen dich preisen. /
14891#Psalm,63,5#5. So will ich dich loben mein Leben lang, / in deinem Namen meine Hände aufheben. /
14892#Psalm,63,6#6. Meine Seele wird satt wie von Fett und Mark, / und mit jauchzenden Lippen lobt dich mein Mund, /
14893#Psalm,63,7#7. wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, / in den Nachtwachen über dich sinne; /
14894#Psalm,63,8#8. denn du bist meine Hilfe geworden, / und unter dem Schatten deiner Flügel juble ich. /
14895#Psalm,63,9#9. Meine Seele hängt dir an, / deine Rechte hält mich fest. /
14896#Psalm,63,10#10. Jene aber, die meine Seele zu verderben trachten, / müssen hinabfahren in die untersten Örter der Erde! /
14897#Psalm,63,11#11. Man wird sie dem Schwerte preisgeben, / eine Beute der Schakale werden sie sein! /
14898#Psalm,63,12#12. Der König aber soll sich freuen in Gott; / wer bei ihm schwört, wird sich glücklich preisen; / aber jedes Lügenmaul wird verstopft!
14899#Psalm,64,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
14900#Psalm,64,2#2. O Gott, höre meine Stimme, wenn ich seufze; / behüte meine Seele, wenn der Feind mich schreckt! /
14901#Psalm,64,3#3. Verbirg mich vor den geheimen Plänen der Bösewichter, / vor der Rotte der Übeltäter, /
14902#Psalm,64,4#4. deren Zungen so scharf sind wie Schwerter / und die ihren Pfeil anlegen, ein bitteres Wort, /
14903#Psalm,64,5#5. um damit heimlich den Unschuldigen zu treffen, / plötzlich auf ihn zu schießen ohne Scheu. /
14904#Psalm,64,6#6. Sie nehmen sich böse Sachen vor, verabreden sich, / Schlingen zu legen, / sagen: «Wer wird sie sehen?» /
14905#Psalm,64,7#7. Sie ersinnen Tücken: «Wir sind fertig, halten unsern Plan geheim!» / Eines jeden Inneres und sein Herz sind unerforschlich! /
14906#Psalm,64,8#8. Aber Gott hat sie schon getroffen mit dem Pfeil; / urplötzlich fühlten sie sich verwundet. /
14907#Psalm,64,9#9. Und zwar hat ihre eigene Zunge sie zu Fall gebracht, / so daß sich jedermann entsetzt, der sie sieht. /
14908#Psalm,64,10#10. Da fürchten sich alle Leute und bekennen: / «Das hat Gott getan!» / und erkennen, daß es sein Werk ist. /
14909#Psalm,64,11#11. Der Gerechte freut sich im HERRN und nimmt seine Zuflucht zu ihm, / und alle aufrichtigen Herzen preisen sich glücklich.
14910#Psalm,65,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids; ein Lied.
14911#Psalm,65,2#2. Du bist es, o Gott, dem Lobgesang gebührt zu Zion, / und dem man Gelübde bezahlen soll! /
14912#Psalm,65,3#3. Du erhörst Gebet, / darum kommt alles Fleisch zu dir! /
14913#Psalm,65,4#4. Die Summe der Missetaten ist mir zu schwer geworden; - / du sühnst unsre Übertretungen. /
14914#Psalm,65,5#5. Wohl dem, den du erwählst und zu dir nahen lässest, / daß er wohne in deinen Vorhöfen! / Laß uns satt werden von den Gütern deines Hauses, / deines heiligen Tempels! /
14915#Psalm,65,6#6. Du antwortest uns wunderbar in Gerechtigkeit, du Gott unsres Heils, / du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere; /
14916#Psalm,65,7#7. der die Berge gründet in seiner Kraft, / der mit Macht umgürtet ist; /
14917#Psalm,65,8#8. welcher stillt das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen / und das Toben der Völker, /
14918#Psalm,65,9#9. daß die, welche an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen sich fürchten; / die äußersten Länder gegen Morgen und Abend machst du jubeln. /
14919#Psalm,65,10#10. Du suchst das Land heim und wässerst es / und machst es sehr reich; - / Gottes Brunnen hat Wassers die Fülle. / Du bereitest ihr Korn, denn also bereitest du (das Land) zu; /
14920#Psalm,65,11#11. du tränkst seine Furchen, feuchtest seine Schollen; / mit Regenschauern machst du es weich und segnest sein Gewächs. /
14921#Psalm,65,12#12. Du krönst das Jahr mit deinem Gut, / und deine Fußstapfen triefen von Fett. /
14922#Psalm,65,13#13. Es triefen die Oasen der Wüste, / und mit Jubel gürten sich die Hügel. /
14923#Psalm,65,14#14. Wie sich die Weiden mit Schafen kleiden, / so bedecken sich die Täler mit Korn, daß man jauchzt und singt.
14924#Psalm,66,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalmlied. Jauchzet Gott, alle Welt! /
14925#Psalm,66,2#2. Singet Ehre seinem Namen, / machet herrlich sein Lob! /
14926#Psalm,66,3#3. Sprechet zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! / Ob der Größe deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. /
14927#Psalm,66,4#4. Alle Welt bete dich an und lobsinge dir, / lobsinge deinem Namen! - / (Pause.)
14928#Psalm,66,5#5. Kommt her und schauet die Werke Gottes, / dessen Tun an den Menschenkindern so wunderbar ist! /
14929#Psalm,66,6#6. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, / durch den Strom gingen sie zu Fuß; / daselbst freuten wir uns seiner. /
14930#Psalm,66,7#7. Er herrscht durch seine Kraft ewiglich; / seine Augen beobachten die Völker; / die Widerspenstigen werden nicht aufkommen gegen ihn. - / (Pause.)
14931#Psalm,66,8#8. Preiset, ihr Nationen, unsern Gott, / lasset laut sein Lob erschallen, /
14932#Psalm,66,9#9. der unsre Seelen ins Leben rief / und unsre Füße nicht wanken ließ! /
14933#Psalm,66,10#10. Denn du hast uns geprüft, o Gott, / und uns geläutert, wie man Silber läutert; /
14934#Psalm,66,11#11. du hast uns ins Gefängnis wandern lassen, / hast unsern Lenden eine schwere Last auferlegt; /
14935#Psalm,66,12#12. du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen; / wir sind in Feuer und Wasser gekommen; / aber du hast uns herausgeführt in die Freiheit. /
14936#Psalm,66,13#13. Darum will ich mit Brandopfern in dein Haus kommen / und dir meine Gelübde bezahlen, /
14937#Psalm,66,14#14. welche sich meinen Lippen entrungen haben / und die mein Mund geredet hat, als mir bange war. /
14938#Psalm,66,15#15. Fette Brandopfer will ich dir darbringen / samt dem Rauch von Widdern; / Rinder samt Böcken will ich zurichten. - / (Pause.)
14939#Psalm,66,16#16. Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; / ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat! /
14940#Psalm,66,17#17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde, / und Lobpreis war auf meiner Zunge. /
14941#Psalm,66,18#18. Hätte ich Unrecht vorgehabt in meinem Herzen, / so hätte der Herr nicht erhört; /
14942#Psalm,66,19#19. aber wahrlich, Gott hat erhört, / er hat auf die Stimme meines Flehens geachtet. /
14943#Psalm,66,20#20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen / und seine Gnade nicht von mir gewendet hat!
14944#Psalm,67,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalmlied.
14945#Psalm,67,2#2. Gott sei uns gnädig und segne uns, / er lasse sein Antlitz bei uns leuchten, - / (Pause)
14946#Psalm,67,3#3. daß man auf Erden deinen Weg erkenne, / unter allen Nationen dein Heil. /
14947#Psalm,67,4#4. Es sollen dir danken die Völker, o Gott, dir danken alle Völker. - / (Pause.)
14948#Psalm,67,5#5. Die Nationen sollen sich freuen und jauchzen, / weil du die Völker recht richtest / und die Nationen auf Erden führst! - / (Pause.)
14949#Psalm,67,6#6. Es sollen dir danken die Völker, o Gott, dir danken alle Völker! /
14950#Psalm,67,7#7. Das Land gibt sein Gewächs; / es segne uns Gott, unser Gott; /
14951#Psalm,67,8#8. es segne uns Gott, / und alle Welt fürchte ihn!
14952#Psalm,68,1#1. Dem Vorsänger. Von David. Ein Psalmlied.
14953#Psalm,68,2#2. Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreut werden, / und die ihn hassen, vor ihm fliehen! /
14954#Psalm,68,3#3. Wie Rauch vertrieben wird, möge er sie vertreiben; / wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, / so müssen die Gottlosen vergehen vor Gottes Angesicht! /
14955#Psalm,68,4#4. Die Gerechten aber sollen sich freuen und fröhlich sein vor Gottes Angesicht / und mit Freuden frohlocken! /
14956#Psalm,68,5#5. Singet Gott, lobsinget seinem Namen! / Machet Bahn dem, der durch die Steppen fährt! / HERR-1- ist sein Name: frohlockt vor ihm! / -1) hebr. -+Jah-.++
14957#Psalm,68,6#6. Er ist ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen, / Gott, der in seinem Heiligtum wohnt; /
14958#Psalm,68,7#7. ein Gott, der Vereinsamten ein Heim gibt, / Gefangene in Sicherheit bringt; / nur Widerspenstige bewohnen dürres Land. /
14959#Psalm,68,8#8. O Gott, da du auszogst vor deinem Volke her, / als du durch die Wüste schrittest, - / (Pause)
14960#Psalm,68,9#9. da erbebte die Erde, auch die Himmel troffen vor Gottes Angesicht, / jener Sinai vor Gott, dem Gott Israels. /
14961#Psalm,68,10#10. Du schüttetest, o Gott, einen reichlichen Regen herab; / dein Erbe, welches matt geworden, erquicktest du, /
14962#Psalm,68,11#11. daß die, welche du am Leben erhalten, darin wohnen konnten; / durch deine Güte, o Gott, bereitetest du es für die Elenden zu! /
14963#Psalm,68,12#12. Der Herr lasse Siegesgesang erschallen! / Der Siegesbotinnen ist ein großes Heer! /
14964#Psalm,68,13#13. Die Könige der Heerscharen müssen fliehen, fliehen müssen sie; / und die im Hause wohnt, teilt Beute aus! /
14965#Psalm,68,14#14. Wollt ihr zwischen den Hürden liegen? / Die Flügel der Taube sind mit Silber überzogen / und ihr Gefieder mit schimmerndem Gold! /
14966#Psalm,68,15#15. Als der Allmächtige die Könige daselbst zerstreute, / da schneite es auf dem Zalmon. /
14967#Psalm,68,16#16. Das Gebirge Basan ist ein Gottesberg, / das Gebirge Basan ist ein gipfelreicher Berg. /
14968#Psalm,68,17#17. Warum beneidet ihr gipfelreichen Berge den Berg, welchen Gott / zu seiner Wohnung begehrt hat, / welchen der HERR auch ewiglich bewohnen wird? /
14969#Psalm,68,18#18. Der Wagen Gottes sind tausendmaltausend und abertausend; / der Herr kam vom Sinai ins Heiligtum. /
14970#Psalm,68,19#19. Du bist zur Höhe emporgestiegen, hast Gefangene mitgeführt; / du hast Gaben empfangen unter den Menschen, / auch den Widerspenstigen, auf daß der HERR Gott bleiben soll-1-. / -1) aüs: auch Widerspenstige werden wohnen bei Gott, dem HERRN.++
14971#Psalm,68,20#20. Gepriesen sei der Herr! / Tag für Tag trägt er unsere Last, der Gott unsres Heils! - / (Pause.)
14972#Psalm,68,21#21. Gott ist für uns ein Gott rettender Taten, / und der HERR, unser Gott, hat Auswege aus dem Tod. /
14973#Psalm,68,22#22. Gewiß wird Gott das Haupt seiner Feinde zerschmettern, / den Haarscheitel dessen, der in seinen Sünden einhergeht. /
14974#Psalm,68,23#23. Der Herr hat gesagt: Ich will (sie) von Basan zurückbringen, / ich will zurückbringen aus den Tiefen des Meeres, /
14975#Psalm,68,24#24. auf daß du deinen Fuß im Blute badest, / daß die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil bekomme! /
14976#Psalm,68,25#25. Man sieht, o Gott, deinen Einzug, / den Einzug meines Gottes, meines Königs, ins Heiligtum: /
14977#Psalm,68,26#26. Die Sänger gehen voran, darnach die Saitenspieler, / inmitten der Jungfrauen, welche die Handpauken schlagen. /
14978#Psalm,68,27#27. In den Versammlungen preiset Gott, / den Herrn, ihr aus Israels Quell! /
14979#Psalm,68,28#28. Da ist Benjamin, der kleine, der sie beherrscht, / die Fürsten von Juda (und) ihr Haufe, / die Fürsten von Sebulon, die Fürsten von Naphtali! /
14980#Psalm,68,29#29. Dein Gott hat geboten, daß du stark seiest-1-; / stärke, o Gott, was du uns erwirkt hast! / -1) w: geboten deine Stärke.++
14981#Psalm,68,30#30. Für deinen Tempel zu Jerusalem werden dir Könige Gaben bringen. /
14982#Psalm,68,31#31. Schilt das Tier im Schilf, / die Rotte der starken Ochsen unter den Kälbern von Völkern, / die sich um Silberstücke streiten! / Zerstreue die Völker, welche gerne kriegen! /
14983#Psalm,68,32#32. Vornehme aus Ägypten werden kommen, / Mohrenland wird eilends seine Hände nach Gott ausstrecken. /
14984#Psalm,68,33#33. Ihr Königreiche der Erde, singet, / lobsinget dem Herrn, - / (Pause)
14985#Psalm,68,34#34. dem, der einherfährt am Himmel, am uralten Himmel! / Siehe, er läßt seine Stimme erschallen, seine gewaltige Stimme! /
14986#Psalm,68,35#35. Gebt Gott die Macht! / Über Israel ist er hoch erhaben und mächtig in den Wolken. /
14987#Psalm,68,36#36. Verehrungswürdig bist du, o Gott, in deinem Heiligtum! / Der Gott Israels verleiht seinem Volk Macht und Stärke. / Gepriesen sei Gott!
14988#Psalm,69,1#1. Dem Vorsänger. Nach (der Singweise) «Lilien». Von David.
14989#Psalm,69,2#2. O Gott, hilf mir; / denn das Wasser geht mir bis an die Seele! /
14990#Psalm,69,3#3. Ich versinke in tiefem Schlamm und habe keinen Stand, / ich bin in tiefes Wasser geraten, und die Flut will mich überströmen; /
14991#Psalm,69,4#4. ich bin müde von meinem Schreien, meine Kehle ist vertrocknet, / ich habe mir die Augen ausgeweint im Harren auf meinen Gott. /
14992#Psalm,69,5#5. Derer, die mich ohne Ursache hassen, / sind mehr als Haare auf meinem Haupt; / meine Feinde, die mich mit Lügen vernichten wollen, sind stark; / was ich nicht geraubt habe, das soll ich erstatten! /
14993#Psalm,69,6#6. O Gott, du kennst meine Torheit, / und meine Schulden sind dir nicht verborgen. /
14994#Psalm,69,7#7. Laß nicht zuschanden werden an mir, die deiner harren, o Gott-1-; / HERR der Heerscharen; / laß nicht meinethalben beschämt werden, die dich suchen, / Gott Israels! / -1) w: Herr.++
14995#Psalm,69,8#8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach / und bedeckt Schande mein Angesicht. /
14996#Psalm,69,9#9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern / und unbekannt den Söhnen meiner Mutter; /
14997#Psalm,69,10#10. denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, / und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. /
14998#Psalm,69,11#11. Als meine Seele fastete und weinte, / wurde ich deshalb beschimpft; /
14999#Psalm,69,12#12. und als ich mich mit einem Sack kleidete, / haben sie mich zum Sprichwort gemacht. /
15000#Psalm,69,13#13. Die im Tor herumsitzen, schwatzen von mir, / und die Zecher pfeifen mich aus. /
15001#Psalm,69,14#14. Ich aber bete, HERR, zu dir zur angenehmen Zeit; / antworte mir, o Gott, nach deiner großen Gnade mit deinem wahren Heil! /
15002#Psalm,69,15#15. Reiße mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke; / möchte ich doch errettet werden von meinen Hassern und aus den tiefen Wassern, /
15003#Psalm,69,16#16. daß mich die Wasserflut nicht überströme / und mich die Tiefe nicht verschlinge, / noch die Zisterne sich über mir schließe. /
15004#Psalm,69,17#17. Erhöre mich, HERR; denn deine Gnade ist freundlich; / wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit /
15005#Psalm,69,18#18. und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht; / denn mir ist angst, erhöre mich bald! /
15006#Psalm,69,19#19. Nahe dich meiner Seele, erlöse sie; / um meiner Feinde willen befreie mich! /
15007#Psalm,69,20#20. Du weißt, was für Schimpf, für Schande und Schmach mir angetan wird; / meine Widersacher sind alle vor dir. /
15008#Psalm,69,21#21. Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, daß ich krank geworden bin; / ich wartete auf Mitleid, aber da war keines, / und auf Tröster, aber ich fand sie nicht. /
15009#Psalm,69,22#22. Und sie taten Galle in meine Speise / und tränkten mich mit Essig in meinem Durst. /
15010#Psalm,69,23#23. Ihr Tisch vor ihnen müsse zur Schlinge werden / und den Sorglosen zum Fallstrick! /
15011#Psalm,69,24#24. Ihre Augen sollen so finster werden, daß sie nicht mehr sehen, / und ihre Lenden sollen allezeit wanken. /
15012#Psalm,69,25#25. Gieße deinen Grimm über sie aus, / und die Glut deines Zorns erfasse sie; /
15013#Psalm,69,26#26. ihre Wohnstätte müsse verwüstet werden, / und in ihren Zelten wohne niemand mehr! /
15014#Psalm,69,27#27. Denn sie verfolgen den, welchen du geschlagen hast, / und vermehren die Schmerzen deiner Verwundeten. /
15015#Psalm,69,28#28. Rechne ihnen um so mehr Schulden zu / und laß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit! /
15016#Psalm,69,29#29. Tilge sie aus dem Buche der Lebendigen; / sie sollen nicht mit den Gerechten eingeschrieben werden! /
15017#Psalm,69,30#30. Ich aber bin elend und krank; / dein Heil, o Gott, richte mich auf! /
15018#Psalm,69,31#31. Ich will den Namen Gottes rühmen mit einem Lied / und ihn erheben mit Lobgesang. /
15019#Psalm,69,32#32. Das wird dem HERRN angenehmer sein als ein Stier, / als ein Farre, der Hörner und Klauen hat! /
15020#Psalm,69,33#33. Wenn das die Elenden sehen, werden sie sich freuen. / Ihr, die ihr Gott suchet, euer Herz soll aufleben! /
15021#Psalm,69,34#34. Denn der HERR hört auf die Armen / und verachtet seine Gebundenen nicht. /
15022#Psalm,69,35#35. Himmel und Erde sollen ihn rühmen, / das Meer und alles, was sich darin regt! /
15023#Psalm,69,36#36. Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen, / und man wird daselbst wohnen und sie besitzen; /
15024#Psalm,69,37#37. und der Same seiner Knechte wird sie ererben, / und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
15025#Psalm,70,1#1. Dem Vorsänger. Von David. Zum Gedächtnis.
15026#Psalm,70,2#2. Eile, o Gott, mich zu erretten, / HERR, mir zu helfen! /
15027#Psalm,70,3#3. Es müssen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; / es müssen zurückweichen und schamrot werden, die mein Unglück suchen! /
15028#Psalm,70,4#4. Es sollen sich zurückziehen, wegen ihrer eigenen Schande, / die da sagen: «Ha, ha!» /
15029#Psalm,70,5#5. Es müssen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; / und die dein Heil lieben, / müssen immerdar sagen: Gott ist groß! /
15030#Psalm,70,6#6. Ich aber bin elend und arm; / o Gott, eile zu mir! / Meine Hilfe und mein Retter bist du; / o HERR, säume nicht!
15031#Psalm,71,1#1. Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht; / laß mich nicht zuschanden werden ewiglich! /
15032#Psalm,71,2#2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit und befreie mich; / neige dein Ohr zu mir und hilf mir; /
15033#Psalm,71,3#3. sei mir ein stets zugänglicher Felsenhorst, / der du verheißen hast, mir zu helfen; / denn du bist meine Felsenkluft und meine Burg. /
15034#Psalm,71,4#4. Mein Gott, laß mich entrinnen der Hand des Gottlosen, / der Faust des Ungerechten und Peinigers! /
15035#Psalm,71,5#5. Denn du bist meine Hoffnung, Herr, HERR, mein Gott-1-, / meine Zuversicht von meiner Jugend an. / -1) w: Herr, HERR.++
15036#Psalm,71,6#6. Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib her, / du hast für mich gesorgt vom Mutterschoß an, / mein Ruhm gilt immer dir. /
15037#Psalm,71,7#7. Ich komme vielen wie ein Wunder vor, / und du bist meine starke Zuflucht. /
15038#Psalm,71,8#8. Mein Mund sei deines Ruhmes voll, / allezeit deiner Verherrlichung! /
15039#Psalm,71,9#9. Verwirf mich nicht in den Tagen des Alters, / verlaß mich nicht, wenn meine Kraft abnimmt! /
15040#Psalm,71,10#10. Denn meine Feinde reden von mir, / und die meiner Seele auflauern, ratschlagen miteinander /
15041#Psalm,71,11#11. und sagen: «Gott hat ihn verlaßen; / jaget ihm nach und ergreift ihn; denn da ist kein Erretter!» /
15042#Psalm,71,12#12. O Gott, sei nicht fern von mir, / mein Gott, eile mir zu Hilfe! /
15043#Psalm,71,13#13. Es müssen sich schämen und vertilgt werden, die meine Seele anfechten, / mit Schimpf und Schande müssen bedeckt werden, die mein Unglück suchen! /
15044#Psalm,71,14#14. Ich aber will immerdar harren / und noch mehr hinzufügen zu all deinem Ruhm. /
15045#Psalm,71,15#15. Mein Mund soll erzählen von deiner Gerechtigkeit, / täglich von deinen Hilfserweisen, die ich nicht zu zählen weiß. /
15046#Psalm,71,16#16. Ich komme in der Kraft des Herrn; / HERR, ich erwähne deine Gerechtigkeit, sie allein! /
15047#Psalm,71,17#17. O Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, / und bis hierher verkündige ich deine Wunder. /
15048#Psalm,71,18#18. Verlaß mich nicht, o Gott, auch bis ins Greisenalter nicht, / bis ich deinen Arm verkündige dem künftigen Geschlecht, / deine Kraft allen, die noch kommen sollen. /
15049#Psalm,71,19#19. Und deine Gerechtigkeit, o Gott, ist die allerhöchste; / denn du hast Großes getan; o Gott, wer ist dir gleich? /
15050#Psalm,71,20#20. Der du uns viel Not und Unglück hast sehen lassen, / du machst uns wieder lebendig / und holst uns wieder aus den Tiefen der Erde herauf; /
15051#Psalm,71,21#21. du machst mich um so größer / und tröstest mich wiederum. /
15052#Psalm,71,22#22. Darum will auch ich dir danken mit Saitenspiel, will deine Treue, o mein Gott, besingen, / dir auf der Harfe spielen, du Heiliger Israels! /
15053#Psalm,71,23#23. Meine Lippen sollen jubeln, wenn ich dir singe, / und meine Seele, die du erlöst hast. /
15054#Psalm,71,24#24. Auch meine Zunge soll täglich dichten von deiner Gerechtigkeit; / denn beschämt und schamrot wurden, die mein Unglück suchen.
15055#Psalm,72,1#1. Von Salomo. O Gott, gib dein Gericht-1- dem König / und deine Gerechtigkeit dem Königssohn, / -1) d.h. deine richtigen Urteile.++
15056#Psalm,72,2#2. daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit / und deine Elenden nach dem Recht. /
15057#Psalm,72,3#3. Die Berge mögen dem Volke Frieden spenden / und die Hügel, durch Gerechtigkeit. /
15058#Psalm,72,4#4. Er schaffe den Elenden des Volkes Recht / und helfe den Kindern der Armen / und unterdrücke den Gewalttätigen. /
15059#Psalm,72,5#5. So wird man dich fürchten, solange die Sonne und der Mond scheint, / von Geschlecht zu Geschlecht. /
15060#Psalm,72,6#6. Er wird herabkommen wie Regen auf die kahle Flur, / wie Regenschauer, die das Land erweichen. /
15061#Psalm,72,7#7. In seinen Tagen wird der Gerechte blühen, / und Fülle von Frieden wird sein, bis kein Mond mehr ist. /
15062#Psalm,72,8#8. Und er wird herrschen von Meer zu Meer / und vom Strom bis an die Enden der Erde. /
15063#Psalm,72,9#9. Vor ihm werden sich die Wüstenvölker beugen, / und seine Feinde werden Staub lecken. /
15064#Psalm,72,10#10. Die Könige von Tarsis und den Inseln werden Gaben bringen, / die Könige von Saba und Seba werden Geschenke senden. /
15065#Psalm,72,11#11. Alle Könige werden ihn anbeten, / alle Heiden werden ihm dienen. /
15066#Psalm,72,12#12. Denn er wird den Armen erretten, wenn er schreit, / und den Elenden, der keinen Helfer hat. /
15067#Psalm,72,13#13. Des Geringen und Armen wird er sich erbarmen / und die Seelen der Armen erretten. /
15068#Psalm,72,14#14. Er wird ihre Seele von Bedrückungen und Mißhandlung erlösen, / und ihr Blut wird in seinen Augen teuer sein. /
15069#Psalm,72,15#15. Und er wird leben, und man wird ihm vom Gold aus Saba geben; / und man wird immerdar für ihn beten, täglich wird man ihn segnen. /
15070#Psalm,72,16#16. Es wird im Lande Überfluß an Getreide sein; / auf den Bergeshöhen werden seine Fruchtbäume rauschen wie der Libanon / und werden blühen im Frühling wie das Kraut auf dem Land. /
15071#Psalm,72,17#17. Sein Name bleibt ewiglich, / sein Ruhm wachse an der Sonne; / alle Völker sollen sich segnen in seinem Namen / und sollen ihn glücklich preisen!
15072#Psalm,72,18#18. Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, / der allein Wunder tut! /
15073#Psalm,72,19#19. Und gepriesen sei ewiglich der Name seiner Majestät, / und die ganze Erde soll voll werden seiner Herrlichkeit! Amen, Amen!
15074#Psalm,72,20#20. Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
15075#Psalm,73,1#1. Ein Psalm Asaphs. Nur gut ist Gott gegen Israel, / gegen die, welche reinen Herzens sind. /
15076#Psalm,73,2#2. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, / wie leicht hätte ich einen Mißtritt getan! /
15077#Psalm,73,3#3. Denn ich beneidete die Übermütigen, / als ich den Frieden der Gottlosen sah. /
15078#Psalm,73,4#4. Denn sie leiden keine Qual bis zu ihrem Tod, / und ihr Leib ist wohlgenährt. /
15079#Psalm,73,5#5. Sie werden nicht bemüht wie andere Leute / und nicht geschlagen wie andere Menschen. /
15080#Psalm,73,6#6. Darum schmücken sie sich stolz / und kleiden sich frech. /
15081#Psalm,73,7#7. Ihr Gesicht strotzt von Fett, / sie bilden sich sehr viel ein. /
15082#Psalm,73,8#8. Sie reden höhnisch und boshaft, / drohen mit höherer Gewalt. /
15083#Psalm,73,9#9. Sie reden, als käme es vom Himmel; / ihre Worte haben Geltung auf Erden. /
15084#Psalm,73,10#10. Darum wendet sich auch das Volk ihnen zu, / und es wird von ihnen viel Wasser aufgesogen. /
15085#Psalm,73,11#11. Und sie sagen: «Was merkt Gott? / Weiß der Höchste überhaupt etwas?» /
15086#Psalm,73,12#12. Siehe, das sind die Gottlosen; / denen geht es immer gut, und sie werden reich! /
15087#Psalm,73,13#13. Ganz umsonst habe ich mein Herz rein erhalten / und meine Hände in Unschuld gewaschen; /
15088#Psalm,73,14#14. denn ich bin doch täglich geschlagen worden, / und meine Strafe ist alle Morgen da! /
15089#Psalm,73,15#15. Wollte ich auch so rechnen, siehe, / so würde ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. /
15090#Psalm,73,16#16. So sann ich denn nach, um dies zu verstehen; / aber es schien mir vergebliche Mühe zu sein, - /
15091#Psalm,73,17#17. bis ich in das Heiligtum Gottes ging / und auf ihr Ende merkte. /
15092#Psalm,73,18#18. Nur auf schlüpfrigen Boden setzest du sie; / du lässest sie fallen, daß sie in Trümmer sinken. /
15093#Psalm,73,19#19. Wie geschah das so plötzlich und entsetzlich! / Sie gingen unter und nahmen ein Ende mit Schrecken. /
15094#Psalm,73,20#20. Wie einen Traum nach dem Erwachen, / so wirst du, o Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verächtlich machen. /
15095#Psalm,73,21#21. Als mein Herz verbittert war / und es mir in den Nieren wehe tat, /
15096#Psalm,73,22#22. da war ich dumm und verstand nichts; / ich benahm mich wie ein Vieh gegen dich. /
15097#Psalm,73,23#23. Und doch bleibe ich stets bei dir; / du hältst mich bei meiner rechten Hand. /
15098#Psalm,73,24#24. Leite mich auch ferner nach deinem Rat / und nimm mich hernach mit Ehren auf! /
15099#Psalm,73,25#25. Wen habe ich im Himmel? / Und dir ziehe ich gar nichts auf Erden vor! /
15100#Psalm,73,26#26. Schwinden auch mein Fleisch und mein Herz dahin, / so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil. /
15101#Psalm,73,27#27. Denn siehe, die fern von dir sind, kommen um; / du vertilgst alle, die dir untreu werden. /
15102#Psalm,73,28#28. Mir aber ist die Nähe Gottes köstlich; / ich habe Gott-1-, den HERRN, zu meiner Zuflucht gemacht, / um zu erzählen alle deine Werke. -1) w: den Herrn.++
15103#Psalm,74,1#1. Eine Unterweisung. Von Asaph. O Gott, warum hast du uns für immer verworfen / und raucht dein Zorn wider die Schafe deiner Weide? /
15104#Psalm,74,2#2. Gedenke deiner Gemeinde, die du vor alters erworben, / an den Stamm deines Erbteils, den du erlöst hast, / an den Berg Zion, darauf du Wohnung genommen! /
15105#Psalm,74,3#3. Betritt den Ort, der beständig in Trümmern liegt! / Alles hat der Feind im Heiligtum verderbt! /
15106#Psalm,74,4#4. Deine Widersacher brüllen in deiner Versammlungsstätte; / sie haben ihre Zeichen zum Panier aufgestellt. /
15107#Psalm,74,5#5. Es sieht aus, als schwänge man / oben im Dickicht des Waldes die Axt; /
15108#Psalm,74,6#6. und jetzt zerschlagen sie sein Schnitzwerk / allzumal mit Beilen und Hämmern. /
15109#Psalm,74,7#7. Sie stecken dein Heiligtum in Brand, / sie entweihen die Wohnung deines Namens und machen sie dem Erdboden gleich! /
15110#Psalm,74,8#8. Sie sprechen in ihren Herzen: «Laßt uns sie allesamt unterdrücken!» / Sie verbrennen alle Versammlungsstätten Gottes im Lande. /
15111#Psalm,74,9#9. Unsere eigenen Zeichen sehen wir nicht; / es ist kein Prophet mehr da, / und niemand bei uns weiß, wie lange das dauern soll. /
15112#Psalm,74,10#10. O Gott, wie lange darf der Widersacher schmähen? / Soll der Feind deinen Namen immerfort lästern? /
15113#Psalm,74,11#11. Warum ziehst du deine Hand zurück, deine Rechte? / (Ziehe sie) hervor aus deinem Busen, vertilge! /
15114#Psalm,74,12#12. Und doch ist Gott mein König, / der von alters her Sieg gab in diesem Land. /
15115#Psalm,74,13#13. Du teiltest das Meer durch deine Kraft, / zerschlugst die Köpfe der Krokodile am Wasser; /
15116#Psalm,74,14#14. du zerbrachst die Köpfe des Leviatans, / du gabst ihn dem Volk der Wüstenbewohner zur Speise. /
15117#Psalm,74,15#15. Du ließest Quellen und Bäche entspringen, / legtest Ströme trocken, die sonst beständig fließen. /
15118#Psalm,74,16#16. Dein ist der Tag, dein ist auch die Nacht, / du hast das Licht und die Sonne bereitet. /
15119#Psalm,74,17#17. Du hast alle Grenzen des Landes festgesetzt, / Sommer und Winter hast du gemacht. /
15120#Psalm,74,18#18. HERR, gedenke daran: Der Feind schmäht dich, / und ein törichtes Volk lästert deinen Namen! /
15121#Psalm,74,19#19. Gib die Seele deiner Turteltaube nicht dem Raubtier preis / und vergiß deiner elenden Tiere nicht immerdar! /
15122#Psalm,74,20#20. Blicke auf den-1- Bund! / Denn die Schlupfwinkel des Landes sind voll Räuberhöhlen. / -1) LXX: deinen Bund.++
15123#Psalm,74,21#21. Weise den Unterdrückten nicht beschämt zurück, / sondern laß die Elenden und Armen deinen Namen preisen! /
15124#Psalm,74,22#22. Stehe auf, o Gott, führe deine Sache! / Gedenke der Schmach, die dir täglich von den Gottlosen-1- widerfährt! / -1) w: Toren.++
15125#Psalm,74,23#23. Vergiß das Geschrei deiner Widersacher nicht, / den Lärm deiner Feinde, der beständig emporsteigt!
15126#Psalm,75,1#1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Ein Psalmlied, von Asaph.
15127#Psalm,75,2#2. Wir danken dir, o Gott, wir danken dir, / und die mit deinem Namen vertraut sind, / erzählen deine Wunder! /
15128#Psalm,75,3#3. «Wenn ich finde, daß die Zeit dafür da ist, / so werde ich recht richten. /
15129#Psalm,75,4#4. Mag die Erde zittern und alle ihre Bewohner: - / Ich habe ihre Säulen festgestellt.» - / (Pause.)
15130#Psalm,75,5#5. Ich sprach zu den Übermütigen: Seid nicht übermütig! / und zu den Gottlosen: Erhebet nicht das Horn! /
15131#Psalm,75,6#6. Erhebet nicht gar so hoch euer Horn, / redet nicht mit frech emporgerecktem Hals! /
15132#Psalm,75,7#7. Denn weder vom Aufgang noch vom Niedergang, / noch von der Wüste her kommt Erhöhung; /
15133#Psalm,75,8#8. sondern Gott ist Richter, / der den einen erniedrigt, den andern erhöht. /
15134#Psalm,75,9#9. Denn der HERR hat einen Becher in der Hand, / der ist mit schäumendem Würzwein gefüllt; / davon schenkt er ein; / sogar die Hefen davon müssen schlürfen und trinken alle Gottlosen auf Erden. /
15135#Psalm,75,10#10. Ich aber will allezeit frei bekennen-1-; / dem Gott Jakobs will ich lobsingen; / -1) aüs: jubeln.++
15136#Psalm,75,11#11. und alle Hörner der Gottlosen will ich abhauen; / aber die Hörner des Gerechten sollen erhoben werden!
15137#Psalm,76,1#1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalmlied, von Asaph.
15138#Psalm,76,2#2. Gott ist in Juda bekannt, / in Israel ist sein Name groß; /
15139#Psalm,76,3#3. in Salem ist sein Gezelt / und seine Wohnung in Zion. /
15140#Psalm,76,4#4. Daselbst hat er die Blitze des Bogens zerbrochen, / Schild, Schwert und Kriegsgerät. - / (Pause.)
15141#Psalm,76,5#5. Glanzvoll bist du, Mächtiger, / wegen der-1- Berge von Beute (die du gemacht)! / -1) o: mehr als die Berge.++
15142#Psalm,76,6#6. Die Tapfern mußten sich ausplündern lassen; / sie sanken in Schlaf, / und den Kriegsleuten versagten die Hände. /
15143#Psalm,76,7#7. Von deinem Schelten, o Gott Jakobs, / wurden Roß und Reiter betäubt! /
15144#Psalm,76,8#8. Du bist zu fürchten, / und wer kann vor deinem Angesicht bestehen, wenn dein Zorn entbrennt? /
15145#Psalm,76,9#9. Als du das Urteil vom Himmel erschallen ließest, / da erschrak die Erde und hielt sich still, /
15146#Psalm,76,10#10. als sich Gott zum Gericht erhob, / zu retten alle Elenden im Lande. - / (Pause.)
15147#Psalm,76,11#11. Denn der Zorn des Menschen wird dir zum Lobpreis, / daß du dich zuletzt mit Zornesflammen gürtest. /
15148#Psalm,76,12#12. Tut Gelübde und bezahlt sie dem HERRN, eurem Gott; / von allen Seiten soll man dem Furchtbaren Geschenke bringen! /
15149#Psalm,76,13#13. Er beschneidet den Mut der Fürsten / und ist furchtbar den Königen auf Erden.
15150#Psalm,77,1#1. Dem Vorsänger. Nach Jedutun. Ein Psalm Asaphs.
15151#Psalm,77,2#2. Ich rufe zu Gott und will schreien, / zu Gott rufe ich, und er wolle auf mich hören! /
15152#Psalm,77,3#3. Zur Zeit meiner Not suchte ich den Herrn; / meine Hand war des Nachts unablässig ausgestreckt, / meine Seele wollte sich nicht trösten lassen. /
15153#Psalm,77,4#4. Dachte ich an Gott, so mußte ich seufzen, / sann ich nach, so ward mein Geist bekümmert. - / (Pause.)
15154#Psalm,77,5#5. Du hieltest meine Augenlider offen; / ich warf mich hin und her und konnte nicht reden. /
15155#Psalm,77,6#6. Da gedachte ich der alten Zeit, / der vorigen Jahre; /
15156#Psalm,77,7#7. ich erinnerte mich wieder an mein Saitenspiel, / betete in meinem Herzen, / und mein Geist fing an zu forschen: /
15157#Psalm,77,8#8. Wird denn der Herr auf ewig verstoßen / und fortan nicht mehr gnädig sein? /
15158#Psalm,77,9#9. Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Gnade, / und hat sein Reden für immer aufgehört? /
15159#Psalm,77,10#10. Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, / und im Zorn seine Barmherzigkeit verschlossen? - / (Pause.)
15160#Psalm,77,11#11. Und ich sprach: Ich will das leiden, / die Änderungen, welche die rechte Hand des Höchsten getroffen hat-1-. / -1) aD: ändern ist Sache der rechten Hand des Höchsten.++
15161#Psalm,77,12#12. Ich will rühmen die Taten des HERRN; / denn ich gedenke deiner vorigen Wunder /
15162#Psalm,77,13#13. und besinne mich aller deiner Werke / und ziehe deine großen Taten in Betracht: /
15163#Psalm,77,14#14. O Gott, dein Weg ist heilig! / Wer ist ein so großer Gott wie du? /
15164#Psalm,77,15#15. Du bist der Gott, der Wunder tut; / du hast deine Macht bewiesen an den Völkern! /
15165#Psalm,77,16#16. Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, / die Kinder Jakobs und Josephs. - / (Pause.)
15166#Psalm,77,17#17. Als dich, o Gott, die Wasser sahen, / als dich die Wasser sahen, da brausten sie / und das Meer ward aufgeregt; /
15167#Psalm,77,18#18. die Wolken gossen Wasser, / es donnerte in den Lüften, / und deine Pfeile fuhren daher; /
15168#Psalm,77,19#19. deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind, / die Blitze beleuchteten den Erdkreis, / daß die Erde in Zittern und Beben geriet; /
15169#Psalm,77,20#20. dein Weg war im Meer / und deine Bahn in großen Wassern, / und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen; /
15170#Psalm,77,21#21. du führtest dein Volk wie eine Herde / durch Mose und Aaron.
15171#Psalm,78,1#1. Eine Unterweisung; von Asaph. Höre, mein Volk, meine Lehre, / neiget eure Ohren zu den Reden meines Mundes! /
15172#Psalm,78,2#2. Ich will meinen Mund zu einem Spruche öffnen, / will Rätsel vortragen aus alter Zeit, /
15173#Psalm,78,3#3. was wir gehört und gelernt / und was unsre Väter uns erzählt haben. /
15174#Psalm,78,4#4. Es wurde ihren Söhnen nicht vorenthalten, / sondern sie haben dem spätern Geschlecht den Ruhm des HERRN erzählt, / seine Macht und seine Wunder, die er getan, /
15175#Psalm,78,5#5. nämlich, daß er ein Zeugnis aufstellte in Jakob / und ein Gesetz gab in Israel, / von welchem er unsern Vätern befahl, es ihren Kindern kundzutun, /
15176#Psalm,78,6#6. damit das spätere Geschlecht es wisse, / die Kinder, die noch sollten geboren werden, / und damit auch sie, wenn sie aufgewachsen wären, es ihren Kindern erzählten; /
15177#Psalm,78,7#7. daß diese auf Gott ihr Vertrauen setzten / und nicht vergäßen die Taten Gottes / und seine Gebote befolgten /
15178#Psalm,78,8#8. und nicht würden wie ihre Väter, / ein abtrünniges und widerspenstiges Geschlecht, / ein Geschlecht, das kein festes Herz hatte, / und dessen Geist nicht treu war gegen Gott. /
15179#Psalm,78,9#9. Die Kinder Ephraims, geübte Bogenschützen, / wandten um am Tage der Schlacht. /
15180#Psalm,78,10#10. Sie bewahrten den Bund Gottes nicht / und wollten nicht nach seinem Gesetze wandeln. /
15181#Psalm,78,11#11. Und sie vergaßen seine Taten / und seine Wunder, die er ihnen erzeigt. /
15182#Psalm,78,12#12. Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan / im Lande Ägypten, im Gefilde Zoan. /
15183#Psalm,78,13#13. Er spaltete das Meer und führte sie hindurch / und türmte die Wasser auf wie einen Damm, /
15184#Psalm,78,14#14. und leitete sie bei Tag mit einer Wolke / und während der ganzen Nacht mit einem hellen Feuer. /
15185#Psalm,78,15#15. Er spaltete Felsen in der Wüste / und tränkte sie wie mit großen Fluten, /
15186#Psalm,78,16#16. und ließ Bäche aus dem Felsen hervorspringen / und Wasser herabfließen in Strömen. /
15187#Psalm,78,17#17. Dennoch fuhren sie fort, wider ihn zu sündigen / und den Höchsten zu erzürnen in der Wüste. /
15188#Psalm,78,18#18. Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen, / indem sie Speise forderten nach ihrem Gelüste. /
15189#Psalm,78,19#19. Und sie redeten wider Gott / und sprachen: «Kann Gott einen Tisch bereiten in der Wüste? /
15190#Psalm,78,20#20. Siehe, er hat den Felsen geschlagen, daß Wasser flossen / und Bäche sich ergossen. / Kann er aber auch Brot geben? / Wird er seinem Volke Fleisch verschaffen?» /
15191#Psalm,78,21#21. Darum, als der HERR das hörte, ward er entrüstet, / und Feuer entbrannte wider Jakob, / ja, Zorn stieg auf über Israel, /
15192#Psalm,78,22#22. weil sie Gott nicht glaubten / und nicht auf seine Hilfe vertrauten. /
15193#Psalm,78,23#23. Und er gebot den Wolken droben / und öffnete die Türen des Himmels; /
15194#Psalm,78,24#24. und er ließ Manna auf sie regnen zum Essen / und gab ihnen Himmelskorn. /
15195#Psalm,78,25#25. Der Mensch aß Engelsbrot; / er sandte ihnen Speise genug. /
15196#Psalm,78,26#26. Er erregte den Ostwind am Himmel / und führte durch seine Kraft den Südwind herbei, /
15197#Psalm,78,27#27. ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub / und beschwingte Vögel wie Sand am Meer, /
15198#Psalm,78,28#28. und ließ sie fallen mitten in ihr Lager, / rings um ihre Wohnung her. /
15199#Psalm,78,29#29. Da aßen sie und wurden allzu satt; / was sie gewünscht hatten, gewährte er ihnen. /
15200#Psalm,78,30#30. Sie hatten sich ihres Gelüstes noch nicht entschlagen, / und ihre Speise war noch in ihrem Munde, /
15201#Psalm,78,31#31. als der Zorn Gottes sich wider sie erhob / und die Fetten unter ihnen erwürgte / und die Jungmannschaft Israels darniederstürzte. /
15202#Psalm,78,32#32. Trotz alledem sündigten sie weiter / und glaubten nicht an seine Wunder. /
15203#Psalm,78,33#33. Darum ließ er ihre Tage wie einen Hauch vergehen / und ihre Jahre durch plötzlichen Untergang. /
15204#Psalm,78,34#34. Wenn er sie tötete, so suchten sie ihn / und kehrten sich wieder zu Gott /
15205#Psalm,78,35#35. und dachten daran, daß Gott ihr Fels sei, / und Gott, der Höchste, ihr Erlöser. /
15206#Psalm,78,36#36. Aber sie heuchelten ihm mit ihrem Munde / und logen mit ihren Zungen; /
15207#Psalm,78,37#37. denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, / und sie hielten nicht treu an seinem Bund. /
15208#Psalm,78,38#38. Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht / und hat oftmals seinen Zorn abgewandt und nicht allen seinen Grimm erweckt; /
15209#Psalm,78,39#39. denn er dachte daran, daß sie Fleisch seien, / ein Wind, der hinfährt und nicht wiederkehrt. /
15210#Psalm,78,40#40. Wie oft empörten sie sich wider ihn in der Wüste / und betrübten ihn in der Einöde! /
15211#Psalm,78,41#41. Und sie versuchten Gott immer wieder / und kränkten den Heiligen Israels. /
15212#Psalm,78,42#42. Sie sind seiner Hand nicht eingedenk gewesen, / des Tages, da er sie vom Feinde erlöste; /
15213#Psalm,78,43#43. da er seine Zeichen tat in Ägypten / und seine Wunder im Gefilde Zoan; /
15214#Psalm,78,44#44. als er ihre Ströme in Blut verwandelte / und ihre Bäche, so daß man nicht trinken konnte; /
15215#Psalm,78,45#45. da er Ungeziefer unter sie sandte, das sie fraß, / und Frösche, die sie verderbten; /
15216#Psalm,78,46#46. da er den Fressern-1- ihre Früchte gab / und den Heuschrecken ihre Erzeugnisse; / -1) d.h. einer Heuschreckenart.++
15217#Psalm,78,47#47. da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug / und ihre Maulbeerbäume mit Schlossen /
15218#Psalm,78,48#48. und ihr Vieh dem Hagel preisgab / und ihre Herden den Wetterstrahlen; /
15219#Psalm,78,49#49. da er gegen sie die Glut seines Zornes entsandte, / Grimm und Ungnade und Drangsal, / Scharen von Unglücksengeln; /
15220#Psalm,78,50#50. da er seinem Zorn den Lauf ließ, / ihre Seele  nicht vor dem Tod bewahrte, / sondern ihr Leben der Pest preisgab; /
15221#Psalm,78,51#51. da er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, / die Erstlinge ihrer Kraft in den Hütten Hams. /
15222#Psalm,78,52#52. Und er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe / und leitete sie wie eine Herde in der Wüste /
15223#Psalm,78,53#53. und führte sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; / ihre Feinde aber bedeckte das Meer. /
15224#Psalm,78,54#54. Und er brachte sie in die Grenzen seines Heiligtums; / zu diesem Berg, den seine Rechte erworben. /
15225#Psalm,78,55#55. Und er vertrieb vor ihnen her die Heiden / und teilte ihnen das Erbe aus mit der Meßschnur / und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen. /
15226#Psalm,78,56#56. Aber sie versuchten und erzürnten den höchsten Gott / und hielten seine Zeugnisse nicht, /
15227#Psalm,78,57#57. sondern wichen zurück und fielen ab wie ihre Väter; / sie gingen fehl wie ein trügerischer Bogen. /
15228#Psalm,78,58#58. Und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen / und zur Eifersucht durch ihre Götzen. /
15229#Psalm,78,59#59. Gott hörte es und entrüstete sich / und verabscheute Israel sehr. /
15230#Psalm,78,60#60. Und er verließ seine Wohnung zu Silo, / das Zelt, wo er unter den Menschen wohnte, /
15231#Psalm,78,61#61. und gab seine Macht in Gefangenschaft / und seine Herrlichkeit in Feindeshand, /
15232#Psalm,78,62#62. und überlieferte sein Volk dem Schwert / und war entrüstet über sein Erbe. /
15233#Psalm,78,63#63. Seine Jünglinge hat das Feuer verzehrt, / und seine Jungfrauen mußten ohne Brautlied bleiben. /
15234#Psalm,78,64#64. Seine Priester sind durchs Schwert gefallen, / und seine Witwen konnten nicht weinen. /
15235#Psalm,78,65#65. Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, / wie ein Starker, der sich Mut zugetrunken. /
15236#Psalm,78,66#66. Und er schlug seine Feinde zurück, / ewige Schande fügte er ihnen zu. /
15237#Psalm,78,67#67. Und er verwarf das Zelt Josephs / und erwählte nicht den Stamm Ephraim, /
15238#Psalm,78,68#68. sondern erwählte den Stamm Juda, / den Berg Zion, welchen er liebt. /
15239#Psalm,78,69#69. Und er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, / gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat. /
15240#Psalm,78,70#70. Und er erwählte seinen Knecht David / und nahm ihn von den Schafhürden weg. /
15241#Psalm,78,71#71. Da er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, / daß er weiden sollte Jakob, sein Volk, / und Israel, sein Erbe. /
15242#Psalm,78,72#72. Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens / und leitete sie mit geschickter Hand.
15243#Psalm,79,1#1. Ein Psalm Asaphs. O Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingedrungen; / die haben deinen heiligen Tempel verunreinigt / und Jerusalem zu Steinhaufen gemacht! /
15244#Psalm,79,2#2. Sie haben die Leichname deiner Knechte / den Vögeln des Himmels zur Speise gegeben, / das Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren; /
15245#Psalm,79,3#3. sie haben deren Blut vergossen wie Wasser, / rings um Jerusalem her, / und niemand begräbt sie. /
15246#Psalm,79,4#4. Wir sind ein Hohn für unsre Nachbarn / und vor unsrer Umgebung zu Spott und Schanden geworden! /
15247#Psalm,79,5#5. Wie lange soll das noch währen, o HERR? Willst du ewiglich zürnen? / Soll dein Eifer wie Feuer brennen? /
15248#Psalm,79,6#6. Gieße deinen Grimm über die Heiden aus, die dich nicht kennen, / und über die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! /
15249#Psalm,79,7#7. Denn sie haben Jakob gefressen / und seine Wohnung verwüstet. /
15250#Psalm,79,8#8. Rechne uns nicht die Verschuldungen unsrer Vorfahren an; / dein Erbarmen komme uns bald entgegen; / denn wir sind sehr geschwächt! /
15251#Psalm,79,9#9. Hilf uns, du Gott unsres Heils, um der Ehre deines Namens willen, / und rette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen! /
15252#Psalm,79,10#10. Warum sollen die Heiden sagen: «Wo ist nun ihr Gott?» / Laß unter den Heiden kundwerden vor unsern Augen / die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! /
15253#Psalm,79,11#11. Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; / bewahre durch deinen gewaltigen Arm die dem Tode Geweihten-1-, / -1) w: die Kinder des Todes.++
15254#Psalm,79,12#12. und vergilt unsern Nachbarn siebenfältig in ihren Busen / die Lästerungen, womit sie dich, Herr, gelästert haben! /
15255#Psalm,79,13#13. Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide, / wollen dir ewiglich danken / und deinen Ruhm erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.
15256#Psalm,80,1#1. Dem Vorsänger. Auf «Lilien des Zeugnisses.» Von Asaph. Ein Psalm.
15257#Psalm,80,2#2. Du Hirte Israels, höre, / der du Joseph führst wie Schafe; / erscheine, der du thronst über Cherubim! /
15258#Psalm,80,3#3. Erwecke deine Macht vor Ephraim, Benjamin und Manasse / und komme uns zu Hilfe! /
15259#Psalm,80,4#4. O Gott, stelle uns wieder her, / und laß dein Antlitz leuchten, so wird uns geholfen. /
15260#Psalm,80,5#5. O HERR, Gott der Heerscharen, / wie lange willst du deinen Zorn rauchen lassen beim Gebet deines Volkes? /
15261#Psalm,80,6#6. Du speisest sie mit Tränenbrot / und tränkst sie mit einem Becher voller Tränen; /
15262#Psalm,80,7#7. du machst uns unsern Nachbarn zum Zankapfel, / und unsre Feinde spotten über uns. /
15263#Psalm,80,8#8. O Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her; / und laß dein Antlitz leuchten, so wird uns geholfen! /
15264#Psalm,80,9#9. Einen Weinstock hast du aus Ägypten gebracht; / du hast die Heiden vertrieben und ihn gepflanzt; /
15265#Psalm,80,10#10. du machtest vor ihm Raum, / daß er Wurzeln schlug und das Land erfüllte; /
15266#Psalm,80,11#11. sein Schatten bedeckte die Berge / und seine Ranken die Zedern Gottes; /
15267#Psalm,80,12#12. er streckte seine Zweige aus bis ans Meer / und seine Schosse bis zum Strom. /
15268#Psalm,80,13#13. Warum hast du nun seine Mauer eingerissen, / daß alle, die des Weges ziehen, ihn zerpflücken? /
15269#Psalm,80,14#14. Der Eber aus dem Walde zerwühlt ihn, / und die wilden Tiere des Feldes weiden ihn ab. /
15270#Psalm,80,15#15. O Gott der Heerscharen, kehre doch wieder, / blicke vom Himmel herab und schaue darein und nimm dich dieses Weinstocks an! /
15271#Psalm,80,16#16. Und schütze, was deine Rechte gepflanzt, / den Sohn, den du dir großgezogen hast! /
15272#Psalm,80,17#17. Die ihn abgeschnitten und mit Feuer verbrannt haben, / mögen sie umkommen vor dem Schelten deines Angesichts! /
15273#Psalm,80,18#18. Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, / über dem Menschensohn, den du dir großgezogen hast, /
15274#Psalm,80,19#19. so wollen wir nicht von dir weichen. / Erhalte uns am Leben, so wollen wir deinen Namen anrufen! /
15275#Psalm,80,20#20. O HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her! / Laß dein Antlitz leuchten, so wird uns geholfen!
15276#Psalm,81,1#1. Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Von Asaph.
15277#Psalm,81,2#2. Jubelt Gott, der unsre Stärke ist, / jauchzet dem Gott Jakobs! /
15278#Psalm,81,3#3. Stimmt ein Lied an und nehmt die Pauke zur Hand, / die liebliche Harfe mit dem Psalter! /
15279#Psalm,81,4#4. Blaset am Neumond die Posaune, / am Vollmond, unserm festlichen Tag! /
15280#Psalm,81,5#5. Denn das ist Israels Pflicht; / der Gott Jakobs hat ein Anrecht darauf. /
15281#Psalm,81,6#6. Er verordnete es zum Zeugnis in Joseph, / als er auszog wider Ägypten. / 7. Eine Sprache, die ich nicht kannte, hörte ich: /
15282#Psalm,81,7#«Ich habe die Last von seiner Schulter genommen, / seine Hände sind des Tragkorbes los geworden. /
15283#Psalm,81,8#8. Da du mich anriefst in der Not, / errettete ich dich; / ich antwortete dir mit geheimnisvoller Donnerstimme / und prüfte dich am Haderwasser. - / (Pause.)
15284#Psalm,81,9#9. Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen; / Israel, wenn du mir doch Gehör schenken wolltest! /
15285#Psalm,81,10#10. Kein fremder Gott soll unter dir sein, / und einen unbekannten Gott bete nicht an! /
15286#Psalm,81,11#11. Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland heraufgeführt hat. / Tue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen! /
15287#Psalm,81,12#12. Aber mein Volk hat meiner Stimme nicht gehorcht, / und Israel wollte nichts von mir. /
15288#Psalm,81,13#13. Da überließ ich sie der Verstocktheit ihres Herzens, / daß sie wandelten nach ihrem eigenen Rat. /
15289#Psalm,81,14#14. Wollte mein Volk mir gehorchen und Israel in meinen Wegen wandeln, /
15290#Psalm,81,15#15. wie leicht-1- könnte ich ihre Feinde demütigen / und meine Hand gegen ihre Widersacher wenden! / -1) o: wie bald.++
15291#Psalm,81,16#16. Die den HERRN hassen, müßten ihm schmeicheln; / ihre Zeit aber würde ewiglich währen! /
15292#Psalm,81,17#17. Und er würde sie mit dem besten Weizen speisen / und mit Honig aus dem Felsen sättigen!»
15293#Psalm,82,1#1. Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gottesversammlung, / inmitten der Götter richtet er: /
15294#Psalm,82,2#2. «Wie lange wollt ihr ungerecht richten / und die Person des Schuldigen ansehen? - / (Pause.)
15295#Psalm,82,3#3. Schafft dem Geringen und Verwaisten Recht, / rechtfertigt den Elenden und Armen! /
15296#Psalm,82,4#4. Lasset den Geringen und Dürftigen frei, / errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!» /
15297#Psalm,82,5#5. Aber sie wollen nichts merken und nichts verstehen, / sondern wandeln in der Finsternis; / es wanken alle Stützen des Landes! /
15298#Psalm,82,6#6. Ich habe gesagt: «Ihr seid Götter / und allzumal Kinder des Höchsten; /
15299#Psalm,82,7#7. dennoch sollt ihr sterben wie Menschen / und fallen wie einer der Fürsten!» /
15300#Psalm,82,8#8. Mache dich auf, o Gott, richte die Erde; / denn du bist Erbherr über alle Nationen!
15301#Psalm,83,1#1. Ein Psalmlied; von Asaph.
15302#Psalm,83,2#2. Bleibe nicht stille, o Gott, / schweige nicht und halte nicht inne! /
15303#Psalm,83,3#3. Denn siehe, deine Feinde toben, / und die dich hassen, erheben das Haupt. /
15304#Psalm,83,4#4. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk, / verabreden sich wider deine Schutzbefohlenen. /
15305#Psalm,83,5#5. Sie sprechen: «Kommt, wir wollen sie vertilgen, daß sie kein Volk mehr seien, / daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!» /
15306#Psalm,83,6#6. Ja, sie fassen einen einmütigen Beschluß, / sie schließen einen Bund wider dich; /
15307#Psalm,83,7#7. die Zelte Edoms und die Ismaeliter, / Moab und die Hagariter; /
15308#Psalm,83,8#8. Gebal, Ammon und Amalek, / die Philister samt denen zu Tyrus. /
15309#Psalm,83,9#9. Auch Assur hat sich mit ihnen befreundet / und leiht den Kindern Lots seinen Arm. - / (Pause.)
15310#Psalm,83,10#10. Tue ihnen wie Midian, / wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison, /
15311#Psalm,83,11#11. die vertilgt wurden zu Endor, / zu Dünger wurden fürs Ackerfeld. /
15312#Psalm,83,12#12. Mache ihre Edlen wie Oreb und Seb, / wie Sebach und Zalmuna alle ihre Fürsten, /
15313#Psalm,83,13#13. die da sagen: «Wir wollen die Wohnstätten Gottes für uns erobern!» /
15314#Psalm,83,14#14. O Gott, setze sie dem Wirbelsturm aus, / mache sie wie Stoppeln vor dem Wind; /
15315#Psalm,83,15#15. wie ein Feuer, das den Wald verbrennt, / und wie eine Flamme, welche die Berge versengt; /
15316#Psalm,83,16#16. also verfolge sie mit deinem Wetter / und schrecke sie mit deinem Sturm! /
15317#Psalm,83,17#17. Mache ihr Angesicht voll Schande, / daß sie deinen Namen suchen, o HERR! /
15318#Psalm,83,18#18. Laß sie beschämt und abgeschreckt werden für immer, / laß sie schamrot werden und umkommen, /
15319#Psalm,83,19#19. so daß sie erfahren müssen, daß du, der du HERR heißest, / allein der Höchste bist über die ganze Erde!
15320#Psalm,84,1#1. Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm.
15321#Psalm,84,2#2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, / HERR der Heerscharen! /
15322#Psalm,84,3#3. Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des HERRN; / nun jubelt mein Herz und mein Fleisch dem lebendigen Gott zu! /
15323#Psalm,84,4#4. Hat doch der Vogel ein Haus gefunden / und die Schwalbe ein Nest für sich, da sie ihre Jungen hinlegen kann: / deine Altäre, HERR der Heerscharen, / mein König und mein Gott! /
15324#Psalm,84,5#5. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, / die werden dich noch preisen! - / (Pause.)
15325#Psalm,84,6#6. Wohl den Menschen, deren Stärke in dir liegt, / in deren Herzen gebahnte Wege-1- sind. / -1) o: Höhenwege.++
15326#Psalm,84,7#7. Wenn solche durch das Jammertal gehen, / machen sie es zu lauter Brunnen, / und der Frühregen bedeckt es mit Segen. /
15327#Psalm,84,8#8. Sie schreiten von Kraft zu Kraft, / erscheinen vor Gott in Zion. /
15328#Psalm,84,9#9. HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; / du Gott Jakobs, merke auf! - / (Pause.)
15329#Psalm,84,10#10. O Gott, unser Schild, schaue doch; / siehe auf das Antlitz deines Gesalbten! /
15330#Psalm,84,11#11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; / ich will lieber an der Schwelle stehen in meines Gottes Haus, / als wohnen in der Gottlosen Hütten! /
15331#Psalm,84,12#12. Denn Gott, der HERR, ist Sonne und Schild, / der HERR gibt Gnade und Herrlichkeit; / wer in Unschuld wandelt, dem versagt er nichts Gutes. /
15332#Psalm,84,13#13. O HERR der Heerscharen, / wohl dem Menschen, der auf dich vertraut!
15333#Psalm,85,1#1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm.
15334#Psalm,85,2#2. HERR, du warst einst gnädig deinem Land, / hast das Gefängnis Jakobs gewendet, /
15335#Psalm,85,3#3. vergabst deines Volkes Schuld, / decktest alle ihre Sünden zu, - / (Pause)
15336#Psalm,85,4#4. du ließest ab von deinem Grimm, / wandtest dich von deines Zornes Glut: /
15337#Psalm,85,5#5. Stelle uns wieder her, o Gott unsres Heils, / laß ab von deinem Grimm gegen uns! /
15338#Psalm,85,6#6. Oder willst du ewig mit uns zürnen, / deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht? /
15339#Psalm,85,7#7. Willst du uns nicht wieder neu beleben, / daß dein Volk sich deiner freuen kann? /
15340#Psalm,85,8#8. HERR, laß uns deine Gnade schauen / und schenke uns dein Heil! /
15341#Psalm,85,9#9. Ich will hören, was Gott, der HERR, reden wird; / denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Frommen - / nur daß sie sich nicht wieder zur Torheit wenden! /
15342#Psalm,85,10#10. Gewiß ist sein Heil denen nahe, die ihn fürchten, / daß Herrlichkeit in unserm Lande wohne, /
15343#Psalm,85,11#11. daß Gnade und Wahrheit einander begegnen, / Gerechtigkeit und Friede sich küssen, /
15344#Psalm,85,12#12. daß Treue aus der Erde sprieße / und Gerechtigkeit vom Himmel schaue. /
15345#Psalm,85,13#13. Der HERR wird uns auch Gutes geben, / und unser Land wird seinen Ertrag abwerfen; /
15346#Psalm,85,14#14. Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen / und ihre Füße setzen auf den Pfad.
15347#Psalm,86,1#1. Ein Gebet Davids. Neige dein Ohr, o HERR, und erhöre mich; / denn ich bin elend und arm; /
15348#Psalm,86,2#2. bewahre meine Seele, denn ich bin dir zugetan; / rette du, mein Gott, deinen Knecht, der sich auf dich verläßt! /
15349#Psalm,86,3#3. Sei mir gnädig, o Herr; / denn zu dir rufe ich allezeit! /
15350#Psalm,86,4#4. Erfreue die Seele deines Knechtes; / denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele! /
15351#Psalm,86,5#5. Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern / und bist reich an Gnade gegen alle, die dich anrufen. /
15352#Psalm,86,6#6. Vernimm, o HERR, mein Gebet, / und merke auf die Stimme meines Flehens! /
15353#Psalm,86,7#7. Am Tage meiner Not rufe ich dich an; / denn du erhörst mich. /
15354#Psalm,86,8#8. Dir, Herr, ist keiner gleich unter den Göttern, / und nichts gleicht deinen Werken! /
15355#Psalm,86,9#9. Alle Nationen, die du gemacht, werden kommen / und vor dir anbeten, o Herr, / und deinem Namen Ehre geben; /
15356#Psalm,86,10#10. denn du bist groß und tust Wunder, / du Gott allein! /
15357#Psalm,86,11#11. HERR, zeige mir deinen Weg, / daß ich wandle in deiner Wahrheit; / richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte! /
15358#Psalm,86,12#12. Ich will dich, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen preisen / und deinem Namen ewig Ehre erweisen. /
15359#Psalm,86,13#13. Denn deine Gnade ist groß gegen mich, / und du hast meine Seele aus der Tiefe des Totenreiches errettet. /
15360#Psalm,86,14#14. O Gott, es sind Stolze wider mich aufgestanden, / und eine Rotte von Frevlern trachtet mir nach dem Leben / und haben dich nicht vor Augen; /
15361#Psalm,86,15#15. du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, / langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. /
15362#Psalm,86,16#16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, / verleihe deinem Knechte deine Stärke / und hilf dem Sohn deiner Magd! /
15363#Psalm,86,17#17. Tue ein Zeichen an mir zum Guten, / so werden meine Hasser zu ihrer Beschämung sehen, / daß du, HERR, mir geholfen und mich getröstet hast.
15364#Psalm,87,1#1. Von den Kindern Korahs. Ein Psalmlied. Er hat sie fest gegründet auf heiligen Bergen; /
15365#Psalm,87,2#2. der HERR liebt die Tore Zions / mehr als alle Wohnungen Jakobs. /
15366#Psalm,87,3#3. Herrliche Dinge sind von dir zu melden, du Stadt Gottes! - / (Pause.)
15367#Psalm,87,4#4. Ich nenne Rahab-1- und Babel denen-2-, die mich kennen; / siehe, Philistäa und Tyrus und das Mohrenland: / «Dieser ist dort geboren!» / -1) d.h. Ägypten.   2) o: unter denen.++
15368#Psalm,87,5#5. Aber von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist in ihr geboren, / und der Höchste selbst wird sie befestigen!» /
15369#Psalm,87,6#6. Der HERR wird zählen, wenn er die Völker verzeichnet: / «Dieser ist dort geboren.» - / (Pause.)
15370#Psalm,87,7#7. Und man singt und spielt: / Alle meine Quellen sind in dir!
15371#Psalm,88,1#1. Ein Psalmlied. Von den Kindern Korahs. Dem Vorsänger. Auf der Machalat-Leannot. Eine Unterweisung Hemans, des Esrachiten.
15372#Psalm,88,2#2. O HERR, Gott meines Heils, / ich schreie Tag und Nacht vor dir! /
15373#Psalm,88,3#3. Laß mein Gebet vor dich kommen, / neige dein Ohr zu meinem Flehen; /
15374#Psalm,88,4#4. denn meine Seele ist der Leiden satt, / und mein Lebenslauf neigt sich dem Totenreiche zu. /
15375#Psalm,88,5#5. Ich werde schon zu denen gerechnet, / die ins Grab sinken, / bin geworden wie ein kraftloser Mann. /
15376#Psalm,88,6#6. Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, / die im Grabe ruhen, / deren du nicht mehr gedenkst / und die von deiner Hand abgeschnitten sind. /
15377#Psalm,88,7#7. Du hast mich in die unterste Grube gelegt, / in die Finsternis, in die Tiefe. /
15378#Psalm,88,8#8. Auf mir lastet dein Grimm, / und du bedrängst mich mit allen deinen Wogen. - / (Pause.)
15379#Psalm,88,9#9. Du hast alle meine Bekannten von mir entfernt, / hast mich ihnen zum Abscheu gemacht; / ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. /
15380#Psalm,88,10#10. Mein Auge ist verschmachtet vor Elend; / ich habe dich, HERR, täglich angerufen, / meine Hände nach dir ausgestreckt. /
15381#Psalm,88,11#11. Wirst du an den Toten Wunder tun, / oder werden die Schatten auferstehen und dich preisen? - / (Pause.)
15382#Psalm,88,12#12. Wird man im Grabe deine Gnade verkündigen, / deine Wahrheit im Abgrund? /
15383#Psalm,88,13#13. Werden deine Wunder in der Finsternis bekanntgemacht, / deine Gerechtigkeit im Lande der Vergessenheit? /
15384#Psalm,88,14#14. Und doch habe ich zu dir, HERR, geschrieen, / und am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen. /
15385#Psalm,88,15#15. Warum, HERR, verwirfst du denn meine Seele / und verbirgst dein Angesicht vor mir? /
15386#Psalm,88,16#16. Von Jugend auf bin ich elend und siech, / trage deine Schrecken und weiß mir keinen Rat. /
15387#Psalm,88,17#17. Deine Zorngerichte sind über mich ergangen, / deine Schrecknisse haben mich gänzlich vernichtet. /
15388#Psalm,88,18#18. Sie umgaben mich wie Wasser den ganzen Tag, / sie umringten mich allzumal. /
15389#Psalm,88,19#19. Du hast Freunde und Gefährten von mir getan; / meine Bekannten sind Finsternis.
15390#Psalm,89,1#1. Eine Unterweisung. Von Etan, dem Esrachiten:
15391#Psalm,89,2#2. Die Gnadenerweisungen des HERRN will ich ewiglich besingen / und seine Wahrheit mit meinem Munde verkündigen von Geschlecht zu Geschlecht. /
15392#Psalm,89,3#3. Und zwar sage ich: Auf ewig wird die Gnade gebaut, / in den Himmeln bestätigst du deine Treue: /
15393#Psalm,89,4#4. «Ich habe mit meinem Auserwählten einen Bund geschlossen, / habe meinem Knecht David geschworen: /
15394#Psalm,89,5#5. Auf ewig will ich deinen Samen bestätigen / und für alle Geschlechter bauen deinen Thron!» - / (Pause.)
15395#Psalm,89,6#6. Und die Himmel werden deine Wundertat preisen, o HERR, / ja, deine Treue in der Gemeinde der Heiligen! /
15396#Psalm,89,7#7. Denn wer in den Wolken ist dem HERRN zu vergleichen, / wer ist dem HERRN ähnlich unter den Göttersöhnen? /
15397#Psalm,89,8#8. Gott ist sehr schrecklich im Kreise der Heiligen / und furchtbar über alle um ihn her. /
15398#Psalm,89,9#9. HERR, Gott der Heerscharen, wer ist mächtig wie du? / Und deine Treue ist um dich her! /
15399#Psalm,89,10#10. Du herrschest über das stolze Meer; / wenn sich seine Wellen erheben, so glättest du sie. /
15400#Psalm,89,11#11. Du hast Rahab wie einen Erschlagenen zermalmt, / mit deinem starken Arm zerstreutest du deine Feinde. /
15401#Psalm,89,12#12. Dein ist der Himmel, dir gehört auch die Erde, der Weltkreis und was ihn erfüllt; / du hast es alles gegründet. /
15402#Psalm,89,13#13. Norden und Süden hast du erschaffen, / Tabor und Hermon jauchzen ob deines Namens. /
15403#Psalm,89,14#14. Du hast einen Arm voll Kraft, / stark ist deine Hand, hoch erhoben deine Rechte. /
15404#Psalm,89,15#15. Recht und Gerechtigkeit sind deines Thrones Feste, / Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. /
15405#Psalm,89,16#16. Wohl dem Volk, das den Jubelschall kennt! / O HERR, im Lichte deines Angesichts werden sie wandeln. /
15406#Psalm,89,17#17. Ob deines Namens frohlocken sie allezeit / und sind erhoben durch deine Gerechtigkeit; /
15407#Psalm,89,18#18. denn du bist ihr mächtiger Ruhm / und durch deine Huld wird unser Horn erhöht. /
15408#Psalm,89,19#19. Denn vom HERRN kommt-1- unser Schild / und vom-2- Heiligen Israels unser König. / -1) o: dem HERRN gehört.   2) o: dem.++
15409#Psalm,89,20#20. Damals redetest du durch ein Gesicht mit deinen Frommen / und sprachst: «Ich habe die Hilfe einem Helden übertragen, / einen Auserwählten aus dem Volk erhöht; /
15410#Psalm,89,21#21. ich habe meinen Knecht David gefunden / und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt; /
15411#Psalm,89,22#22. meine Hand soll beständig mit ihm sein, / und mein Arm soll ihn stärken. /
15412#Psalm,89,23#23. Kein Feind soll ihn überlisten / und kein Ruchloser ihn unterdrücken; /
15413#Psalm,89,24#24. sondern ich will seine Widersacher vor ihm zermalmen / und seine Hasser schlagen; /
15414#Psalm,89,25#25. aber meine Treue und Gnade sollen mit ihm sein, / und in meinem Namen soll sein Horn sich erheben. /
15415#Psalm,89,26#26. Und ich will seine Hand ins Meer tauchen / und seine Rechte in die Ströme. /
15416#Psalm,89,27#27. Er wird zu mir rufen: Du bist mein Vater, / mein Gott und der Fels meines Heils. /
15417#Psalm,89,28#28. Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, / zum Höchsten der Könige auf Erden. /
15418#Psalm,89,29#29. Auf ewig bewahre ich ihm meine Gnade, / und mein Bund soll ihm festbleiben. /
15419#Psalm,89,30#30. Und ich setze seinen Samen auf ewig ein / und mache seinen Thron wie die Tage des Himmels. /
15420#Psalm,89,31#31. Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen / und nicht in meinen Verordnungen wandeln, /
15421#Psalm,89,32#32. wenn sie meine Satzungen entheiligen / und meine Gebote nicht beachten, /
15422#Psalm,89,33#33. so will ich ihre Sünden mit der Rute heimsuchen / und ihre Missetat mit Schlägen; /
15423#Psalm,89,34#34. aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen / und meine Treue nicht verleugnen; /
15424#Psalm,89,35#35. meinen Bund will ich nicht ungültig machen / und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist. /
15425#Psalm,89,36#36. Einmal habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen; / sollte ich David belügen? /
15426#Psalm,89,37#37. Sein Same soll ewig bleiben / und sein Thron wie die Sonne vor mir; /
15427#Psalm,89,38#38. wie der Mond soll er ewig bestehen / und wie der Zeuge in den Wolken zuverlässig sein!» - / (Pause.)
15428#Psalm,89,39#39. Und doch hast du verstoßen und verworfen / und bist zornig geworden über deinen Gesalbten! /
15429#Psalm,89,40#40. Du verachtest den Bund deines Knechtes / und trittst seine Krone zu Boden; /
15430#Psalm,89,41#41. du hast alle seine Mauern zerrissen / und seine Festungen in Trümmer gelegt; /
15431#Psalm,89,42#42. es berauben ihn alle, die vorüberziehen, / er ist seinen Nachbarn zum Gespött; /
15432#Psalm,89,43#43. du hast die rechte Hand seiner Widersacher erhöht, / hast allen seinen Feinden Freude gemacht; /
15433#Psalm,89,44#44. du ließest zurückweichen sein scharfes Schwert / und schenktest ihm keinen Sieg im Krieg; /
15434#Psalm,89,45#45. du hast seinem Glanz ein Ende gemacht / und seinen Thron zu Boden gestürzt; /
15435#Psalm,89,46#46. du hast die Tage seiner Jugend verkürzt / und ihn mit Schande bedeckt. - / (Pause.)
15436#Psalm,89,47#47. Wie lange, o HERR, willst du dich so verbergen? / Soll dein Zorn stets wie Feuer brennen? /
15437#Psalm,89,48#48. Gedenke mein! Was ist das Leben? / Warum willst du alle Menschenkinder vergeblich erschaffen haben? /
15438#Psalm,89,49#49. Wo ist einer, der den Tod nicht sähe / und seine Seele erretten könnte von des Totenreichs Gewalt? - / (Pause.)
15439#Psalm,89,50#50. Wo sind, o Herr, deine frühern Gnadenerweise, / die du dem David in deiner Treue zugeschworen hast? /
15440#Psalm,89,51#51. Gedenke, o Herr, der Schmach, die deinen Knechten angetan wird, / daß ich in meinem Busen den Hohn der vielen Völker trage, /
15441#Psalm,89,52#52. womit deine Feinde dich, HERR, schmähen, / womit sie schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten!
15442#Psalm,89,53#53. Gepriesen sei der HERR ewiglich! Amen, Amen!
15443#Psalm,90,1#1. Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. Herr, du bist unsre Zuflucht / von Geschlecht zu Geschlecht! /
15444#Psalm,90,2#2. Ehe denn die Berge wurden / und die Erde und die Welt geschaffen worden, / bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! /
15445#Psalm,90,3#3. Du wandelst den Sterblichen in Staub / und sprichst: Kehret zurück, ihr Menschenkinder! /
15446#Psalm,90,4#4. Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der gestrige Tag, der vergangen ist, / und wie eine Nachtwache; /
15447#Psalm,90,5#5. du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf am Morgen, wie das Gras, das aufsprießt, /
15448#Psalm,90,6#6. das am Morgen blüht und grünt, / am Abend welkt und verdorrt. /
15449#Psalm,90,7#7. Denn wir werden aufgerieben durch deinen Zorn / und schnell dahingerafft durch deinen Grimm. /
15450#Psalm,90,8#8. Du hast unsre Missetaten vor dich hingestellt, / unsre verborgenen Sünden in das Licht deines Angesichts. /
15451#Psalm,90,9#9. Denn alle unsre Tage sind dahingeschwunden durch deinen Zorn, / wir haben unsre Jahre zugebracht-1- wie ein Geschwätz-2-. / -1) o: beendet.   2) w: Lispeln, o: wie einen Seufzer.++
15452#Psalm,90,10#10. Unser Leben währt siebzig Jahre, / und wenn es hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, / und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit; / denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. /
15453#Psalm,90,11#11. Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns, / deinen Grimm so, wie er zu fürchten ist? /
15454#Psalm,90,12#12. Lehre uns unsre Tage richtig zählen, / daß wir ein weises Herz erlangen! /
15455#Psalm,90,13#13. Kehre wieder, o HERR, - wie lange verziehst du? - / und habe Mitleid mit deinen Knechten! /
15456#Psalm,90,14#14. Sättige uns frühe mit deiner Gnade, / so wollen wir jubeln und fröhlich sein unser Leben lang. /
15457#Psalm,90,15#15. Erfreue uns so viele Tage, wie du uns beugtest, / so viele Jahre, als wir Unglück sahen. /
15458#Psalm,90,16#16. Zeige deinen Knechten dein Werk / und deine Herrlichkeit ihren Kindern! /
15459#Psalm,90,17#17. Und die Freundlichkeit des Herrn, unsres Gottes, sei über uns, / und das Werk unsrer Hände ordne du für uns, / ja, das Werk unsrer Hände ordne du!
15460#Psalm,91,1#1. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt / und unter dem Schatten des Allmächtigen wohnt, /
15461#Psalm,91,2#2. der spricht zum HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, / mein Gott, auf den ich traue! /
15462#Psalm,91,3#3. Ja, er wird dich erretten von der Schlinge des Voglers / und von der verderblichen Pest; /
15463#Psalm,91,4#4. er wird dich mit seinem Fittich decken, / und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; / seine Treue ist Schirm und Schild. /
15464#Psalm,91,5#5. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor den Schrecken der Nacht, / vor den Pfeilen, die bei Tage fliegen; /
15465#Psalm,91,6#6. vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, / vor der Seuche, die am Mittag verderbt. /
15466#Psalm,91,7#7. Ob tausend fallen zu deiner Seite / und zehntausend zu deiner Rechten, / dir naht sie nicht; /
15467#Psalm,91,8#8. nur mit deinen Augen wirst du zusehen / und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. /
15468#Psalm,91,9#9. Denn du (sprichst): Der HERR ist meine Zuflucht! / Den Höchsten hast du zu deiner Schutzwehr gemacht; /
15469#Psalm,91,10#10. es wird dir kein Unglück zustoßen / und keine Plage zu deinem Zelte sich nahen; /
15470#Psalm,91,11#11. denn er hat seine Engel für dich aufgeboten, / daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, /
15471#Psalm,91,12#12. daß sie dich auf den Händen tragen / und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. /
15472#Psalm,91,13#13. Auf Löwen und Ottern wirst du treten, / wirst zertreten junge Löwen und Drachen. /
15473#Psalm,91,14#14. Denn er klammert sich an mich an, darum will ich ihn erretten; / ich will ihn sicherstellen, weil er meinen Namen kennt. /
15474#Psalm,91,15#15. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; / ich bin bei ihm in der Not, / ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen; /
15475#Psalm,91,16#16. ich will ihn sättigen mit langem Leben / und ihn seine Lust schauen lassen an meinem Heil!
15476#Psalm,92,1#1. Ein Psalmlied. Für den Sabbattag.
15477#Psalm,92,2#2. Gut ist's, dem HERRN zu danken / und zu singen deinem Namen, du Höchster; /
15478#Psalm,92,3#3. des Morgens deine Gnade / und des Nachts deine Treue zu verkünden, /
15479#Psalm,92,4#4. auf der zehnsaitigen Laute und dem Psalter, / zum Harfenspiel. /
15480#Psalm,92,5#5. Denn du hast mich erfreut, o HERR, durch dein Tun, / und ich rühme die Werke deiner Hände: /
15481#Psalm,92,6#6. HERR, wie sind deine Werke so groß, / deine Gedanken sind sehr tief! /
15482#Psalm,92,7#7. Ein unvernünftiger Mensch erkennt das nicht, / und ein Tor beachtet es nicht. /
15483#Psalm,92,8#8. Wenn die Gottlosen grünen wie das Gras / und alle Übeltäter blühen, so ist's nur, / damit sie für immer vertilgt werden. /
15484#Psalm,92,9#9. Du aber, HERR, bist auf ewig erhaben! /
15485#Psalm,92,10#10. Denn siehe, HERR, deine Feinde, ja, deine Feinde kommen um, / alle Übeltäter werden zerstreut werden! /
15486#Psalm,92,11#11. Aber mein Horn erhöhst du wie das eines Büffels; / ich werde übergossen mit frischem Öl; /
15487#Psalm,92,12#12. und mein Auge wird seine Lust sehen an denen, die mir auflauern; / und mein Ohr wird seine Lust hören an den Bösen, die sich wider mich erheben. /
15488#Psalm,92,13#13. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, / er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. /
15489#Psalm,92,14#14. Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen; /
15490#Psalm,92,15#15. noch im Alter tragen sie Frucht, / sind saftig und frisch, /
15491#Psalm,92,16#16. zu verkünden, daß der HERR gerecht-1- ist, / mein Fels, und daß nichts Verkehrtes an ihm ist. -1) w: gerade, rechtschaffen.++
15492#Psalm,93,1#1. Der HERR ist König, mit Majestät bekleidet; / der HERR ist angetan, ist umgürtet mit Macht; / auch der Weltkreis steht fest und wird nicht wanken. /
15493#Psalm,93,2#2. Dein Thron steht von jeher fest; / du bist von Ewigkeit her! /
15494#Psalm,93,3#3. Die Wasserströme brausen, / o HERR, die Wasserströme brausen stark, / die Wasserströme schwellen mächtig an; /
15495#Psalm,93,4#4. aber mächtiger als das Brausen großer Wasser, / mächtiger als die Meereswellen ist der HERR in der Höhe! /
15496#Psalm,93,5#5. Deine Zeugnisse sind sehr zuverlässig; / Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, / o HERR, für alle Zeiten.
15497#Psalm,94,1#1. Gott der Rache, o HERR, / du Gott der Rache, brich hervor! /
15498#Psalm,94,2#2. Erhebe dich, du Richter der Erde, / gib den Stolzen ihren Lohn! /
15499#Psalm,94,3#3. Wie lange sollen die Gottlosen, o HERR, / wie lange sollen die Gottlosen frohlocken? /
15500#Psalm,94,4#4. Sie halten viele und freche Reden; / stolz überheben sich alle Übeltäter. /
15501#Psalm,94,5#5. Sie knebeln dein Volk, o HERR, und unterdrücken dein Erbteil. /
15502#Psalm,94,6#6. Sie erwürgen Witwen und Fremdlinge / und ermorden Waisen; /
15503#Psalm,94,7#7. und dann sagen sie: «Der HERR sieht es nicht, / und der Gott Jakobs achtet es nicht!» /
15504#Psalm,94,8#8. Nehmt doch Verstand an, ihr Unvernünftigen unter dem Volk, / ihr Toren, wann wollt ihr klug werden? /
15505#Psalm,94,9#9. Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? / Der das Auge gebildet hat, sollte der nicht sehen? /
15506#Psalm,94,10#10. Der die Nationen züchtigt, sollte der nicht strafen, / er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? /
15507#Psalm,94,11#11. Der HERR kennt die Anschläge der Menschen, / (weiß,) daß sie vergeblich sind. /
15508#Psalm,94,12#12. Wohl dem Mann, den du, HERR, züchtigst / und den du aus deinem Gesetze belehrst, /
15509#Psalm,94,13#13. ihm Ruhe zu geben vor den Tagen des Unglücks, / bis dem Gottlosen die Grube gegraben wird. /
15510#Psalm,94,14#14. Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen / und sein Erbteil nicht verlassen; /
15511#Psalm,94,15#15. denn zur Gerechtigkeit kehrt das Gericht zurück, / und alle aufrichtigen Herzen werden ihm folgen! /
15512#Psalm,94,16#16. Wer steht mir bei wider die Bösen, / wer tritt für mich ein wider die Übeltäter? /
15513#Psalm,94,17#17. Wäre der HERR nicht meine Hilfe, / wie bald würde meine Seele in der Totenstille wohnen! /
15514#Psalm,94,18#18. Sooft ich aber auch sprach: «Mein Fuß ist wankend geworden», / hat deine Gnade, o HERR, mich gestützt. /
15515#Psalm,94,19#19. Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen / erquickten deine Tröstungen meine Seele. /
15516#Psalm,94,20#20. Sollte mit dir Gemeinschaft haben der Thron des Verderbens, / der Unheil schafft - durch Gesetz-1-? / -1) d.h. durch Gesetzesverdrehung.++
15517#Psalm,94,21#21. Sie greifen die Seele des Gerechten an / und verdammen unschuldiges Blut. /
15518#Psalm,94,22#22. Aber der HERR ward mir zur festen Burg, / zum Felsen, wo ich Zuflucht fand. /
15519#Psalm,94,23#23. Und er ließ ihr Unrecht auf sie selber fallen, / und er wird sie durch ihre eigene Bosheit vertilgen; / der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.
15520#Psalm,95,1#1. Kommt, laßt uns dem HERRN lobsingen / und jauchzen dem Felsen unsres Heils! /
15521#Psalm,95,2#2. Laßt uns ihm mit Lobgesang begegnen / und mit Psalmen jauchzen! /
15522#Psalm,95,3#3. Denn der HERR ist ein großer Gott / und ein großer König über alle Götter; /
15523#Psalm,95,4#4. in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, / und die Spitzen der Berge gehören ihm; /
15524#Psalm,95,5#5. sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, / und seine Hände haben das Trockene bereitet. /
15525#Psalm,95,6#6. Geht ein, lasset uns anbeten und niederknieen, / lasset uns lobpreisen vor dem HERRN, unserm Schöpfer! /
15526#Psalm,95,7#7. Denn er ist unser Gott, / und wir sind das Volk seiner Weide / und die Schafe seiner Hand. / 8. Wenn ihr heute seine Stimme höret, /
15527#Psalm,95,8#so verstocket eure Herzen nicht, wie zu Meriba, / am Tage der Versuchung in der Wüste, /
15528#Psalm,95,9#9. da mich eure Väter versuchten; / sie prüften mich - und sahen doch meine Werke! /
15529#Psalm,95,10#10. Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht; / und ich sprach: Sie sind ein Volk, dessen Herz den Irrweg geht, / und sie verstanden meine Wege nicht! /
15530#Psalm,95,11#11. So daß ich schwur in meinem Zorn: / Sie sollen nicht eingehen zu meiner Ruhe!
15531#Psalm,96,1#1. Singet dem HERRN ein neues Lied, / singet dem HERRN, alle Welt! /
15532#Psalm,96,2#2. Singet dem HERRN, preiset seinen Namen, / prediget Tag für Tag sein Heil! /
15533#Psalm,96,3#3. Erzählet unter den Heiden seine Herrlichkeit, / unter allen Völkern seine Wunder! /
15534#Psalm,96,4#4. Denn groß ist der HERR und hoch zu loben; / er ist verehrungswürdiger als alle Götter. /
15535#Psalm,96,5#5. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; / aber der HERR hat den Himmel gemacht. /
15536#Psalm,96,6#6. Pracht und Majestät sind vor seinem Angesicht, / Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. /
15537#Psalm,96,7#7. Bringet dem HERRN, ihr Völkerstämme, / bringet dem HERRN Ehre und Macht! /
15538#Psalm,96,8#8. Bringet dem HERRN die Ehre seines Namens, / bringet Gaben und gehet ein zu seinen Vorhöfen! /
15539#Psalm,96,9#9. Betet den HERRN an in heiligem Schmuck; / erbebet vor ihm, alle Welt! /
15540#Psalm,96,10#10. Saget unter den Heiden: der HERR regiert! / Darum steht auch der Erdkreis fest und wankt nicht. / Er wird die Völker richten mit Gerechtigkeit. /
15541#Psalm,96,11#11. Es freue sich der Himmel, und die Erde frohlocke, / es brause das Meer und was es erfüllt! /
15542#Psalm,96,12#12. Es jauchze das Feld und alles, was darauf ist! / Alle Bäume im Wald sollen alsdann jubeln /
15543#Psalm,96,13#13. vor dem HERRN; weil er kommt, / weil er kommt, die Erde zu richten. / Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit / und die Völker in seiner Treue.
15544#Psalm,97,1#1. Der HERR regiert; die Erde frohlocke, / die vielen Inseln-1- seien fröhlich! / -1) o: Meeresküsten, Gestade.++
15545#Psalm,97,2#2. Wolken und Dunkel sind um ihn her, / Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Feste. /
15546#Psalm,97,3#3. Feuer geht vor ihm her / und versengt ringsum seine Feinde. /
15547#Psalm,97,4#4. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis; / die Erde sieht es und erschrickt. /
15548#Psalm,97,5#5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, / vor dem Herrscher der ganzen Erde. /
15549#Psalm,97,6#6. Die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit, / und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. /
15550#Psalm,97,7#7. Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen / und sich der Götzen rühmen; / vor ihm beugen sich alle Götter. /
15551#Psalm,97,8#8. Zion hört es und ist froh; / und die Töchter Judas frohlocken, / HERR, um deiner Gerichte willen. /
15552#Psalm,97,9#9. Denn du, HERR, bist der Höchste über die ganze Erde; / du bist hoch erhaben über alle Götter. /
15553#Psalm,97,10#10. Die ihr den HERRN liebt, hasset das Arge! / Er bewahrt die Seelen seiner Frommen / und errettet sie von der Hand der Gottlosen. /
15554#Psalm,97,11#11. Licht wird dem Gerechten gespendet-1- / und Freude den aufrichtigen Herzen. / -1) w: gesät.++
15555#Psalm,97,12#12. Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten, / und lobpreiset zum Gedächtnis seiner Heiligkeit!
15556#Psalm,98,1#1. Ein Psalm. Singet dem HERRN ein neues Lied! / Denn er hat Wunder getan; / es half ihm seine Rechte und sein heiliger Arm. /
15557#Psalm,98,2#2. Der HERR hat sein Heil kundgetan; / vor den Augen der Heiden hat er seine Gerechtigkeit offenbart. /
15558#Psalm,98,3#3. Er hat sich seiner Gnade und Treue gegenüber dem Hause Israel erinnert; / aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. /
15559#Psalm,98,4#4. Jauchzet dem HERRN, alle Welt; / brecht in Jubel aus und singet! /
15560#Psalm,98,5#5. Singet dem HERRN mit der Harfe, / mit der Harfe und mit klangvoller Stimme; /
15561#Psalm,98,6#6. mit Trompeten und Posaunenschall / spielet vor dem König, dem HERRN! /
15562#Psalm,98,7#7. Es brause das Meer und was darinnen ist, / der Erdkreis und die darauf wohnen; /
15563#Psalm,98,8#8. die Ströme sollen in die Hände klatschen, / alle Berge jubeln
15564#Psalm,98,9#vor dem HERRN, / weil er kommt, die Erde zu richten! / 9. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit / und die Völker in Geradheit.
15565#Psalm,99,1#1. Der HERR regiert; die Völker erzittern; / er thront über Cherubim, die Erde wankt! /
15566#Psalm,99,2#2. Der HERR ist groß in Zion / und hoch erhaben über alle Völker. /
15567#Psalm,99,3#3. Sie sollen loben deinen großen und furchtbaren Namen - / heilig ist er - /
15568#Psalm,99,4#4. und die Stärke des Königs, der das Recht liebt; / du hast die Redlichkeit fest gegründet; / Recht und Gerechtigkeit hast du in Jakob geübt. /
15569#Psalm,99,5#5. Erhebet den HERRN, unsern Gott, / und fallet nieder vor dem Schemel seiner Füße! / Heilig ist er! /
15570#Psalm,99,6#6. Mose und Aaron unter seinen Priestern / und Samuel unter denen, die seinen Namen anriefen, / sie riefen den HERRN an, und er erhörte sie. /
15571#Psalm,99,7#7. In der Wolkensäule redete er zu ihnen; / sie bewahrten seine Zeugnisse / und die Satzung, die er ihnen gab. /
15572#Psalm,99,8#8. HERR, unser Gott, du erhörtest sie; / du warst ihnen ein vergebender Gott, / doch ein Rächer ihrer Missetat. /
15573#Psalm,99,9#9. Erhebet den HERRN, unsern Gott, / und fallet nieder vor seinem heiligen Berg! / Denn heilig ist der HERR, unser Gott!
15574#Psalm,100,1#1. Ein Lobgesang-1-. Jauchzet dem HERRN, alle Welt! / -1) o: Dankpsalm.++
15575#Psalm,100,2#2. Dienet dem HERRN mit Freuden, / kommt vor sein Angesicht mit Jubel! /
15576#Psalm,100,3#3. Erkennet, daß der HERR Gott ist; / er hat uns gemacht, nicht wir uns selbst, / zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. /
15577#Psalm,100,4#4. Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; / danket ihm, preiset seinen Namen! /
15578#Psalm,100,5#5. Denn der HERR ist gut; seine Gnade währt ewiglich / und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.
15579#Psalm,101,1#1. Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen; / dir, HERR, soll es klingen! /
15580#Psalm,101,2#2. Ich möchte den unsträflichen Weg kennen lernen! - / Wann kommst du zu mir? / Ich will wandeln in Einfalt meines Herzens / inmitten meines Hauses. /
15581#Psalm,101,3#3. Ich will nichts Schlechtes-1- vor meine Augen stellen; / Übertretung zu üben hasse ich, / es soll mir nicht ankleben. / -1) w: keine Sache Belials.++
15582#Psalm,101,4#4. Ein verkehrtes Herz soll von mir weichen; / den Bösen will ich nicht kennen lernen! /
15583#Psalm,101,5#5. Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; / wer stolze Augen und ein hochmütiges-1- Herz hat, den mag ich nicht. / -1) w: aufgeblasenes.++
15584#Psalm,101,6#6. Ich sehe auf die Treuen im Lande, / daß sie bei mir wohnen; / wer auf unsträflichem Wege wandelt, der soll mir dienen. /
15585#Psalm,101,7#7. In meinem Hause soll keiner wohnen, der sich Betrügereien erlaubt; / wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen. /
15586#Psalm,101,8#8. Jeden Morgen will ich alle Gottlosen im Lande vertilgen, / um alle Übeltäter auszurotten aus der Stadt des HERRN.
15587#Psalm,102,1#1. Ein Gebet des Elenden, wenn er schmachtet und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet.
15588#Psalm,102,2#2. O HERR, höre mein Gebet, / und mein Schreien komme vor dich! /
15589#Psalm,102,3#3. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tage meiner Not; / neige dein Ohr zu mir; am Tage, da ich dich anrufe, / erhöre mich eilends! /
15590#Psalm,102,4#4. Denn meine Tage sind in Rauch aufgegangen, / und meine Gebeine glühen wie ein Ofen. /
15591#Psalm,102,5#5. Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras; / denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen. /
15592#Psalm,102,6#6. Vor lauter Seufzen kleben meine Knochen an meinem Fleisch. /
15593#Psalm,102,7#7. Ich gleiche einer Rohrdommel in der Wüste, / bin wie ein Käuzlein in den Ruinen; /
15594#Psalm,102,8#8. ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. /
15595#Psalm,102,9#9. Täglich schmähen mich meine Feinde, / und die wider mich toben, schwören bei mir; /
15596#Psalm,102,10#10. denn ich esse Asche wie Brot / und mische meinen Trank mit Tränen /
15597#Psalm,102,11#11. wegen deines Grimms und deines Zorns, / daß du mich aufgehoben und hingeschleudert hast. /
15598#Psalm,102,12#12. Meine Tage sind wie ein langgestreckter Schatten, / und ich verdorre wie Gras. /
15599#Psalm,102,13#13. Aber du, o HERR, bleibst ewig / und dein Gedächtnis von einem Geschlecht zum andern. /
15600#Psalm,102,14#14. Du wollest dich aufmachen und dich über Zion erbarmen; / denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, / die Stunde ist gekommen! /
15601#Psalm,102,15#15. Denn deine Knechte lieben Zions Steine / und trauern über ihren Schutt. /
15602#Psalm,102,16#16. Dann werden die Heiden den Namen des HERRN fürchten / und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, /
15603#Psalm,102,17#17. wenn der HERR Zion gebaut hat / und erschienen ist in seiner Herrlichkeit, /
15604#Psalm,102,18#18. wenn er sich zum Gebet der Heimatlosen gewendet / und ihr Gebet nicht verachtet hat. /
15605#Psalm,102,19#19. Das wird man aufschreiben für das spätere Geschlecht, / und das Volk, das geschaffen werden soll, wird den HERRN loben, /
15606#Psalm,102,20#20. daß er herabgeschaut hat von der Höhe seines Heiligtums, / daß der HERR vom Himmel zur Erde geblickt hat, /
15607#Psalm,102,21#21. zu hören das Seufzen der Gefangenen / und loszumachen die Kinder des Todes; /
15608#Psalm,102,22#22. auf daß sie den Namen des HERRN preisen zu Zion / und sein Lob in Jerusalem, /
15609#Psalm,102,23#23. wenn die Völker sich versammeln allzumal / und die Königreiche, dem HERRN zu dienen. /
15610#Psalm,102,24#24. Er hat auf dem Wege meine Kraft gebeugt, / meine Tage verkürzt. /
15611#Psalm,102,25#25. Ich spreche: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! / Deine Jahre währen für und für. /
15612#Psalm,102,26#26. Du hast vormals die Erde gegründet, / und die Himmel sind deiner Hände Werk. /
15613#Psalm,102,27#27. Sie werden vergehen, du aber bleibst; / sie alle werden wie ein Kleid veralten, / wie ein Gewand wirst du sie wechseln, / und sie werden verschwinden. /
15614#Psalm,102,28#28. Du aber bleibst, der du bist, / und deine Jahre nehmen kein Ende! /
15615#Psalm,102,29#29. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, / und ihr Same wird vor dir bestehen.
15616#Psalm,103,1#1. Von David. Lobe den HERRN, meine Seele, / und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! /
15617#Psalm,103,2#2. Lobe den HERRN, meine Seele, / und vergiß nicht, was er dir Gutes getan! /
15618#Psalm,103,3#3. Der dir alle deine Sünden vergibt / und alle deine Gebrechen heilt; /
15619#Psalm,103,4#4. der dein Leben vom Verderben erlöst, / der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit; /
15620#Psalm,103,5#5. der dein Alter mit Gutem sättigt, / daß du wieder jung wirst wie ein Adler. /
15621#Psalm,103,6#6. Der HERR übt Gerechtigkeit / und schafft allen Unterdrückten Recht. /
15622#Psalm,103,7#7. Er hat seine Wege Mose kundgetan, / den Kindern Israel seine Taten. /
15623#Psalm,103,8#8. Barmherzig und gnädig ist der HERR, / geduldig und von großer Güte. /
15624#Psalm,103,9#9. Er wird nicht immerdar hadern / und nicht ewiglich zürnen. /
15625#Psalm,103,10#10. Er hat nicht mit uns gehandelt nach unsern Sünden / und uns nicht vergolten nach unsrer Missetat; /
15626#Psalm,103,11#11. denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so groß ist seine Gnade über die, so ihn fürchten; /
15627#Psalm,103,12#12. so fern der Morgen ist vom Abend, / hat er unsre Übertretung von uns entfernt. /
15628#Psalm,103,13#13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, / so erbarmt sich der HERR über die, so ihn fürchten; /
15629#Psalm,103,14#14. denn er weiß, was für ein Gemächte wir sind; / er denkt daran, daß wir Staub sind. /
15630#Psalm,103,15#15. Eines Menschen Tage sind wie Gras; / er blüht wie eine Blume auf dem Felde; /
15631#Psalm,103,16#16. wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, / und ihre Stätte kennt sie nicht mehr; /
15632#Psalm,103,17#17. aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, / und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind; /
15633#Psalm,103,18#18. bei denen, die seinen Bund bewahren / und an seine Gebote gedenken, sie zu tun. /
15634#Psalm,103,19#19. Der HERR hat seinen Thron im Himmel gegründet, / und seine Herrschaft erstreckt sich über alles. /
15635#Psalm,103,20#20. Lobet den HERRN, ihr seine Engel, / ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, / gehorsam der Stimme seines Worts! /
15636#Psalm,103,21#21. Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, / seine Diener, die ihr seinen Willen tut! /
15637#Psalm,103,22#22. Lobet den HERRN, alle seine Werke, / an allen Orten seiner Herrschaft! / Lobe den HERRN, meine Seele!
15638#Psalm,104,1#1. Lobe den HERRN, meine Seele! / HERR, mein Gott, du bist sehr groß; / mit Pracht und Majestät bist du angetan, /
15639#Psalm,104,2#2. du, der in Licht sich hüllt wie in ein Gewand, / der den Himmel ausspannt wie ein Zelt, /
15640#Psalm,104,3#3. der sich seinen Söller zimmert aus Wasser, / Wolken zu seinem Wagen macht / und auf den Fittichen des Windes einherfährt, /
15641#Psalm,104,4#4. der Winde zu seinen Boten macht, / Feuerflammen zu seinen Dienern. /
15642#Psalm,104,5#5. Er hat die Erde auf ihre Grundfesten gestützt, / daß sie nimmermehr wanken wird. /
15643#Psalm,104,6#6. Mit der Flut decktest du sie wie mit einem Kleid; / die Wasser standen über den Bergen; /
15644#Psalm,104,7#7. aber vor deinem Schelten flohen sie, / von deiner Donnerstimme wurden sie verscheucht. /
15645#Psalm,104,8#8. Berge stiegen empor, Täler senkten sich zu dem Ort, / welchen du ihnen gesetzt hast. /
15646#Psalm,104,9#9. Du hast den Wassern eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten sollen; / sie dürfen die Erde nicht wiederum bedecken. /
15647#Psalm,104,10#10. Du lässest Quellen entspringen in den Tälern; / sie fließen zwischen den Bergen hin; /
15648#Psalm,104,11#11. sie tränken alle Tiere des Feldes; / die Wildesel löschen ihren Durst. /
15649#Psalm,104,12#12. Über ihnen wohnen die Vögel des Himmels; / die lassen aus dem Dickicht ihre Stimme erschallen. /
15650#Psalm,104,13#13. Du tränkst die Berge von deinem Söller herab; / von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt. /
15651#Psalm,104,14#14. Du lässest Gras wachsen für das Vieh / und Pflanzen, die der Mensch bearbeiten soll, / um Nahrung aus der Erde zu ziehen; /
15652#Psalm,104,15#15. und damit der Wein des Menschen Herz erfreue / und seine Gestalt schön werde vom Öl /  und das Brot das Herz des Menschen stärke. /
15653#Psalm,104,16#16. Die Bäume des HERRN trinken sich satt, / die Zedern Libanons, die er gepflanzt hat, /
15654#Psalm,104,17#17. woselbst die Vögel nisten / und der Storch, der die Zypressen bewohnt. /
15655#Psalm,104,18#18. Die hohen Berge sind für die Steinböcke, / die Felsenklüfte sind der Klippdachsen Zuflucht. /
15656#Psalm,104,19#19. Er hat den Mond für bestimmte Zeiten gemacht; / die Sonne weiß ihren Untergang. /
15657#Psalm,104,20#20. Schaffst du Finsternis, und wird es Nacht, / so regen sich alle Tiere des Waldes. /
15658#Psalm,104,21#21. Die jungen Löwen brüllen nach Raub / und verlangen ihre Nahrung von Gott. /
15659#Psalm,104,22#22. Geht die Sonne auf, so ziehen sie sich zurück / und legen sich in ihre Höhlen; /
15660#Psalm,104,23#23. der Mensch aber geht aus an sein Tagewerk, / an seine Arbeit bis zum Abend. /
15661#Psalm,104,24#24. HERR, wie sind deiner Werke so viel! / Du hast sie alle weislich geordnet, / und die Erde ist voll deiner Geschöpfe. /
15662#Psalm,104,25#25. Da ist das Meer, so groß und weit ausgedehnt; / darin wimmelt es ohne Zahl, / kleine Tiere samt großen; /
15663#Psalm,104,26#26. da fahren die Schiffe; / der Leviatan, den du gemacht hast, um darin zu spielen. /
15664#Psalm,104,27#27. Sie alle warten auf dich, / daß du ihnen ihre Speise gebest zu seiner Zeit; /
15665#Psalm,104,28#28. wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; / wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt; /
15666#Psalm,104,29#29. verbirgst du dein Antlitz, so erschrecken sie; / nimmst du ihren Odem weg, so vergehen sie / und werden wieder zu Staub; /
15667#Psalm,104,30#30. sendest du deinen Odem aus, so werden sie erschaffen, / und du erneuerst die Gestalt der Erde. /
15668#Psalm,104,31#31. Die Herrlichkeit des HERRN währe ewig! / Möge der HERR Freude erleben an seinen Werken! /
15669#Psalm,104,32#32. Blickt er die Erde an, so zittert sie; / rührt er die Berge an, so rauchen sie. /
15670#Psalm,104,33#33. Ich will dem HERRN singen mein Leben lang, / meinen Gott lobpreisen, solange ich noch bin. /
15671#Psalm,104,34#34. Möge mein Gedicht ihm wohlgefallen! / Ich freue mich am HERRN: /
15672#Psalm,104,35#35. Möchten die Sünder von der Erde vertilgt werden / und die Gottlosen nicht mehr sein! / Lobe den HERRN, meine Seele! Hallelujah-1-! -1) bed: Lobet den HERRN!++
15673#Psalm,105,1#1. Danket dem HERRN, ruft seinen Namen an, / macht unter den Völkern seine Taten bekannt! /
15674#Psalm,105,2#2. Singet vor ihm, spielet vor ihm / redet von allen seinen Wundern! /
15675#Psalm,105,3#3. Rühmet euch seines heiligen Namens! / Es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! /
15676#Psalm,105,4#4. Fragt nach dem HERRN und nach seiner Macht, / suchet sein Angesicht allezeit! /
15677#Psalm,105,5#5. Gedenket seiner Wunder, die er getan, / seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes! /
15678#Psalm,105,6#6. O Same Abrahams, seines Knechtes, / o ihr Söhne Jakobs, seine Auserkorenen! /
15679#Psalm,105,7#7. Er, der HERR, ist unser Gott; / auf der ganzen Erde gilt sein Recht. /
15680#Psalm,105,8#8. Er gedenkt auf ewig an seinen Bund, / an das Wort, das er tausend Geschlechtern befohlen hat; /
15681#Psalm,105,9#9. (des Bundes,) den er mit Abraham geschlossen, / seines Eides, den er Isaak geschworen hat. /
15682#Psalm,105,10#10. Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung, für Israel als ewigen Bund, /
15683#Psalm,105,11#11. da er sprach: «Dir gebe ich das Land Kanaan / als euer Erbteil», /
15684#Psalm,105,12#12. da sie noch leicht zu zählen waren, / gar wenige und Fremdlinge darin, /
15685#Psalm,105,13#13. und wandern mußten von einem Volk zum andern / und von einem Königreich zum andern. /
15686#Psalm,105,14#14. Er ließ sie von keinem Menschen bedrücken / und züchtigte Könige um ihretwillen: /
15687#Psalm,105,15#15. «Tastet meine Gesalbten nicht an / und tut meinen Propheten kein Leid!» /
15688#Psalm,105,16#16. Und er rief eine Hungersnot herbei über das Land / und zerschlug jegliche Stütze an Brot. /
15689#Psalm,105,17#17. Er sandte einen Mann vor ihnen her, / Joseph ward zum Sklaven verkauft! /
15690#Psalm,105,18#18. Sie zwangen seinen Fuß in einen Stock; / seine Seele geriet in Fesseln; /
15691#Psalm,105,19#19. bis zur Zeit, da sein Wort eintraf / und der Ausspruch des HERRN ihn geläutert hatte. /
15692#Psalm,105,20#20. Der König sandte hin und befreite ihn; / der die Völker beherrschte, ließ ihn los. /
15693#Psalm,105,21#21. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus / und zum Herrscher über alle seine Güter, /
15694#Psalm,105,22#22. daß er seine Fürsten nach Belieben binde / und seine Ältesten unterweise. /
15695#Psalm,105,23#23. Da zog Israel nach Ägypten, / und Jakob wurde ein Fremdling im Lande Hams. /
15696#Psalm,105,24#24. Und er machte sein Volk sehr fruchtbar / und ließ es zahlreicher werden als seine Dränger. /
15697#Psalm,105,25#25. Er wandte ihr  Herz, sein Volk zu hassen, / arglistig zu handeln an seinen Knechten. /
15698#Psalm,105,26#26. Er sandte Mose, seinen Knecht, / Aaron, den er erwählt hatte. /
15699#Psalm,105,27#27. Die verrichteten seine Zeichen unter ihnen / und taten Wunder im Lande Hams. /
15700#Psalm,105,28#28. Er sandte Finsternis, und es ward Nacht, / damit sie seinen Worten nicht widerstreben möchten. /
15701#Psalm,105,29#29. Er verwandelte ihre Gewässer in Blut / und tötete ihre Fische; /
15702#Psalm,105,30#30. ihr Land wimmelte von Fröschen / bis in die Gemächer ihrer Könige. /
15703#Psalm,105,31#31. Er sprach; und es kamen Fliegenschwärme, / Mücken in alle ihre Grenzen. /
15704#Psalm,105,32#32. Er gab ihnen Hagel statt Regen, / Feuerflammen auf ihr Land; /
15705#Psalm,105,33#33. und er schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume / und zerbrach die Bäume in ihrem Land. /
15706#Psalm,105,34#34. Er sprach; da kamen Heuschrecken / und Käfer ohne Zahl, /
15707#Psalm,105,35#35. die fraßen alles Kraut im Lande / und verzehrten ihre Feldfrüchte. /
15708#Psalm,105,36#36. Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, / alle Erstlinge ihrer Kraft. /
15709#Psalm,105,37#37. Aber sie ließ er ausziehen mit Silber und Gold, / und es war kein Strauchelnder unter ihren Stämmen. /
15710#Psalm,105,38#38. Ägypten war froh, daß sie gingen; / denn der Schrecken vor ihnen war auf sie gefallen. /
15711#Psalm,105,39#39. Er breitete vor ihnen eine Wolke aus zur Decke / und Feuer, um die Nacht zu erleuchten. /
15712#Psalm,105,40#40. Sie forderten; da ließ er Wachteln kommen / und sättigte sie mit Himmelsbrot. /
15713#Psalm,105,41#41. Er öffnete den Felsen; da floß Wasser heraus; / es floß ein Bach in der Wüste. /
15714#Psalm,105,42#42. Denn er gedachte an sein heiliges Wort, / an Abraham, seinen Knecht. /
15715#Psalm,105,43#43. Er ließ sein Volk ausziehen mit Freuden, / mit Jubel seine Auserwählten. /
15716#Psalm,105,44#44. Und er gab ihnen die Länder der Heiden; / und woran die Völker sich abgemüht hatten, das nahmen sie in Besitz; /
15717#Psalm,105,45#45. auf daß sie seine Satzungen halten / und seine Lehren bewahren möchten. / Hallelujah!
15718#Psalm,106,1#1. Hallelujah! / Danket dem HERRN, denn er ist gütig, / seine Gnade währt ewiglich! /
15719#Psalm,106,2#2. Wer kann die Machttaten des HERRN beschreiben / und allen seinen Ruhm verkünden? /
15720#Psalm,106,3#3. Wohl denen, die das Recht beachten, / die Gerechtigkeit üben allezeit! /
15721#Psalm,106,4#4. Gedenke meiner, o HERR, aus Gnaden gegen dein Volk, / suche mich heim mit deinem Heil, /
15722#Psalm,106,5#5. daß ich einen Einblick bekomme in das Wohlergehen deiner Auserwählten, / mich freue an der Freude deines Volkes / und mich deines Erbteils rühme. /
15723#Psalm,106,6#6. Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, / wir haben verkehrt gehandelt, wir haben gefrevelt. /
15724#Psalm,106,7#7. Unsre Väter in Ägypten hatten nicht acht auf deine Wunder, / sie gedachten nicht an die Größe deiner Güte / und waren widerspenstig am Meer, am Schilfmeer. /
15725#Psalm,106,8#8. Aber er half ihnen um seines Namens willen, / um seine Stärke kundzutun. /
15726#Psalm,106,9#9. Und er bedrohte das Schilfmeer, daß es vertrocknete, / und ließ sie durch die Tiefen gehen wie auf einer Steppe. /
15727#Psalm,106,10#10. Und er rettete sie von der Hand des Hassers / und erlöste sie aus der Hand des Feindes. /
15728#Psalm,106,11#11. Und das Wasser bedeckte ihre Bedränger, / nicht einer von ihnen blieb übrig. /
15729#Psalm,106,12#12. Da glaubten sie seinen Worten / und sangen sein Lob. - /
15730#Psalm,106,13#13. Aber sie vergaßen seine Werke bald, / sie warteten nicht auf seinen Rat, /
15731#Psalm,106,14#14. sondern ließen sich gelüsten in der Wüste / und versuchten Gott in der Einöde. /
15732#Psalm,106,15#15. Und er gab ihnen, was sie forderten, / sandte aber eine Seuche unter sie. /
15733#Psalm,106,16#16. Und sie wurden eifersüchtig auf Mose im Lager, / auf Aaron, den Heiligen des HERRN. /
15734#Psalm,106,17#17. Da tat sich die Erde auf und verschlang Datan / und bedeckte die Rotte Abirams; /
15735#Psalm,106,18#18. und Feuer verzehrte ihre Rotte, / die Flamme versengte die Gottlosen. - /
15736#Psalm,106,19#19. Sie machten ein Kalb am Horeb / und warfen sich nieder vor dem gegossenen Bild. /
15737#Psalm,106,20#20. Sie vertauschten ihre Herrlichkeit / gegen das Abbild eines Stiers, der Gras frißt. /
15738#Psalm,106,21#21. Sie vergaßen Gottes, ihres Retters, / der große Dinge in Ägypten getan, /
15739#Psalm,106,22#22. Wunder im Lande Hams, / Furchtbares am Schilfmeer. /
15740#Psalm,106,23#23. Und er gedachte sie zu vertilgen, / wenn nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riß getreten wäre vor seinem Angesicht, / um seinen Grimm abzuwenden, daß er sie nicht vertilgte. - /
15741#Psalm,106,24#24. Sie verachteten das liebliche Land, / sie glaubten seinem Worte nicht. /
15742#Psalm,106,25#25. Und sie murrten in ihren Zelten, / sie gehorchten nicht der Stimme des HERRN. /
15743#Psalm,106,26#26. Da erhob er seine Hand (und schwur), / sie niederzustrecken in der Wüste /
15744#Psalm,106,27#27. und ihren Samen unter die Nationen zu werfen / und sie zu zerstreuen in die Länder. - /
15745#Psalm,106,28#28. Und sie hängten sich an den Baal-Peor / und aßen Opfer der toten (Götzen), /
15746#Psalm,106,29#29. und sie erzürnten ihn mit ihrem Tun; / da brach die Plage unter ihnen aus. /
15747#Psalm,106,30#30. Aber Pinehas trat auf und übte Gericht, / so daß die Plage aufgehalten ward. /
15748#Psalm,106,31#31. Das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet / auf alle Geschlechter, in Ewigkeit. - /
15749#Psalm,106,32#32. Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, / und es erging Mose übel um ihretwillen. /
15750#Psalm,106,33#33. Denn sie betrübten seinen Geist, / und er redete unbedacht mit seinen Lippen. - /
15751#Psalm,106,34#34. Sie vertilgten die Völker nicht, / von denen der HERR ihnen gesagt hatte; /
15752#Psalm,106,35#35. sondern ließen sich ein mit den Heiden / und lernten ihre Weise. /
15753#Psalm,106,36#36. Und sie dienten ihren Götzen, / und diese wurden ihnen zum Fallstrick. /
15754#Psalm,106,37#37. Und sie opferten ihre Söhne / und ihre Töchter den Bösen Geistern. /
15755#Psalm,106,38#38. Und sie vergossen unschuldiges Blut, / das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, / welche sie den Götzen Kanaans opferten, / und so wurde das Land durch Blutschulden entweiht. /
15756#Psalm,106,39#39. Und sie befleckten sich mit ihren Werken / und hurten mit ihrem Tun. /
15757#Psalm,106,40#40. Da entbrannte der Zorn des HERRN wider sein Volk, / und er faßte einen Abscheu gegen sein Erbe. /
15758#Psalm,106,41#41. Und er gab sie in die Hand der Nationen, / daß ihre Hasser über sie herrschten. /
15759#Psalm,106,42#42. Und ihre Feinde bedrückten sie, / und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand. - /
15760#Psalm,106,43#43. Er errettete sie oftmals; / aber sie widerstrebten ihm mit ihren Anschlägen / und kamen herunter durch eigene Schuld. /
15761#Psalm,106,44#44. Aber er sah ihre Not an, / als er ihr Schreien hörte, /
15762#Psalm,106,45#45. und gedachte seines Bundes mit ihnen / und empfand Mitleid nach seiner großen Huld /
15763#Psalm,106,46#46. und ließ sie Erbarmen finden bei denen, / die sie gefangen hielten. - /
15764#Psalm,106,47#47. Hilf uns, HERR, unser Gott, / sammle uns aus den Heiden, / daß wir deinem heiligen Namen danken / und uns glücklich preisen, zu deinem Ruhm! /
15765#Psalm,106,48#48. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, / von Ewigkeit zu Ewigkeit, / und alles Volk soll sagen: Amen! / Hallelujah!
15766#Psalm,107,1#1. «Danket dem Herrn, denn er ist gütig, / denn seine Gnade währt ewig!» /
15767#Psalm,107,2#2. So sollen sagen die Erlösten des HERRN, die er aus der Hand des Feindes erlöst /
15768#Psalm,107,3#3. und die er aus den Ländern zusammengebracht hat, / vom Aufgang und vom Niedergang, / von Mitternacht und vom Meer, /
15769#Psalm,107,4#4. die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Weg / und keine Stadt fanden, wo sie wohnen konnten, /
15770#Psalm,107,5#5. hungrig und durstig, / daß ihre Seele in ihnen verschmachtete. /
15771#Psalm,107,6#6. Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, / und er rettete sie aus ihren Ängsten /
15772#Psalm,107,7#7. und führte sie auf den rechten Weg, / daß sie zu einer bewohnten Stadt gelangten, - /
15773#Psalm,107,8#8. die sollen dem HERRN danken für seine Gnade / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15774#Psalm,107,9#9. daß er die durstige Seele getränkt / und die hungernde Seele mit Gutem gesättigt hat!
15775#Psalm,107,10#10. Die in Finsternis und Todesschatten saßen, / gebunden in Elend und Eisen, /
15776#Psalm,107,11#11. weil sie den Geboten Gottes widerstrebt / und den Rat des Höchsten verachtet hatten, /
15777#Psalm,107,12#12. so daß er ihr Herz durch Strafe beugte, / daß sie dalagen und ihnen niemand half. /
15778#Psalm,107,13#13. Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, / und er rettete sie aus ihren Ängsten, /
15779#Psalm,107,14#14. und führte sie aus Finsternis und Todesschatten heraus / und zerriß ihre Bande, - /
15780#Psalm,107,15#15. die sollen dem HERRN danken für seine Gnade / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15781#Psalm,107,16#16. daß er eherne Türen zerbricht / und eiserne Riegel zerschlägt!
15782#Psalm,107,17#17. Die Toren, die wegen ihrer Übertretung / und um ihrer Missetaten willen geplagt wurden, /
15783#Psalm,107,18#18. daß ihrer Seele vor aller Nahrung ekelte / und sie nahe waren den Pforten des Todes. /
15784#Psalm,107,19#19. Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, / und er rettete sie aus ihren Ängsten. /
15785#Psalm,107,20#20. Er sandte sein Wort und machte sie gesund / und ließ sie ihren Gräbern entrinnen, - /
15786#Psalm,107,21#21. die sollen dem HERRN danken für seine Gnade / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15787#Psalm,107,22#22. sollen ihm Dankopfer bringen / und seine Taten jubelnd erzählen!
15788#Psalm,107,23#23. Die in Schiffen sich aufs Meer begaben / und Handel trieben auf großen Wassern, /
15789#Psalm,107,24#24. die des HERRN Werke sahen / und seine Wunder auf hoher See, /
15790#Psalm,107,25#25. wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, / der die Wellen in die Höhe warf, /
15791#Psalm,107,26#26. daß sie emporfuhren gen Himmel und hinabfuhren zur Tiefe / und ihre Seele vor Angst verging; /
15792#Psalm,107,27#27. daß sie wirbelten und schwankten wie Trunkene, / und alle ihre Weisheit dahin war. /
15793#Psalm,107,28#28. Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, / und er führte sie heraus aus ihren Ängsten; /
15794#Psalm,107,29#29. er stillte den Sturm, daß er schwieg / und die Wellen sich beruhigten; /
15795#Psalm,107,30#30. und jene wurden froh, daß sie sich legten; / und er führte sie an das erwünschte Gestade, - /
15796#Psalm,107,31#31. die sollen dem HERRN danken für seine Gnade / und für seine Wunder an den Menschenkindern /
15797#Psalm,107,32#32. und sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes / und im Kreise der Ältesten ihn rühmen!
15798#Psalm,107,33#33. Er machte Ströme zur Wüste / und ließ Wasserquellen vertrocknen; /
15799#Psalm,107,34#34. fruchtbares Land wurde zur Salzwüste / wegen der Bosheit derer, die es bewohnten. /
15800#Psalm,107,35#35. Er machte aber auch die Wüste zum Wasserteich / und dürres Land zu Wasserquellen. /
15801#Psalm,107,36#36. Und er ließ Hungrige daselbst wohnen, / und sie gründeten eine bewohnte Stadt; /
15802#Psalm,107,37#37. und sie säten Äcker an und pflanzten Weinberge / und hatten von den Früchten einen schönen Ertrag; /
15803#Psalm,107,38#38. und er segnete sie, daß sie sich stark mehrten, / und auch ihres Viehs machte er nicht wenig, /
15804#Psalm,107,39#39. nachdem sie vermindert worden waren und gedemütigt / durch den Druck des Unglücks und Kummers, /
15805#Psalm,107,40#40. als er Verachtung auf die Fürsten goß / und sie irregehen ließ in unwegsamer Wildnis; /
15806#Psalm,107,41#41. aber er erhob den Armen aus dem Elend / und machte die Geschlechter wie Schafherden. /
15807#Psalm,107,42#42. Die Redlichen sollen es sehen und sich freuen, / und alle Bosheit soll ihr Maul verschließen! /
15808#Psalm,107,43#43. Wer weise ist, der beobachte solches / und merke sich die Gnadenerweisungen des HERRN!
15809#Psalm,108,1#1. Ein Psalmlied. Von David.
15810#Psalm,108,2#2. O Gott, mein Herz ist bereit-1-: / ich will singen und spielen; / wach auf, meine Seele-2-! / -1) o: fest, getrost.   2) w: Ehre.++
15811#Psalm,108,3#3. Psalter und Harfe, wacht auf! / Ich will die Morgenröte wecken. /
15812#Psalm,108,4#4. HERR, ich will dir danken unter den Völkern / und dir singen unter den Nationen; /
15813#Psalm,108,5#5. denn groß bis über den Himmel ist deine Gnade, / und bis an die Wolken reicht deine Treue. /
15814#Psalm,108,6#6. Erhebe dich über die Himmel, o Gott, / und über die ganze Erde deine Herrlichkeit! /
15815#Psalm,108,7#7. Auf daß deine Geliebten errettet werden, / laß siegen deine Rechte und erhöre uns! /
15816#Psalm,108,8#8. Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: / «Ich will frohlocken! / Ich will Sichem verteilen und das Tal Suchot ausmessen. /
15817#Psalm,108,9#9. Gilead ist mein, Manasse ist mein, / Ephraim ist meines Hauptes Wehr, / Juda mein Herrscherstab; /
15818#Psalm,108,10#10. Moab ist mein Waschbecken, / über Edom werfe ich meinen Schuh, / über Philistäa jauchze-1- ich!» / -1) triumphiere.++
15819#Psalm,108,11#11. Wer führt mich in eine feste Stadt, / wer geleitet mich bis nach Edom? /
15820#Psalm,108,12#12. Hast du, o Gott, uns nicht verstoßen / und willst nicht ausziehen, o Gott, mit unserm Heer? /
15821#Psalm,108,13#13. Schaffe uns Hilfe in der Not, / denn eitel ist Menschenhilfe! /
15822#Psalm,108,14#14. Mit Gott wollen wir Taten tun; / er wird unsre Feinde untertreten.
15823#Psalm,109,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. Gott, den ich rühme, schweige nicht! /
15824#Psalm,109,2#2. Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich aufgetan; / sie sagen mir Lügen ins Gesicht, /
15825#Psalm,109,3#3. sie bieten gehässige Worte über mich herum / und bekämpfen mich ohne Grund. /
15826#Psalm,109,4#4. Dafür, daß ich sie liebe, sind sie mir feind; / ich aber bete. /
15827#Psalm,109,5#5. Sie beweisen mir Böses für Gutes / und Haß für Liebe. /
15828#Psalm,109,6#6. Bestelle einen Gesetzlosen über ihn, / und ein Ankläger stehe zu seiner Rechten! /
15829#Psalm,109,7#7. Wenn er gerichtet wird, so möge er schuldig gesprochen werden, / und sein Gebet werde ihm zur Sünde! /
15830#Psalm,109,8#8. Seiner Tage seien wenige, / und sein Amt empfange ein anderer! /
15831#Psalm,109,9#9. Seine Kinder sollen Waisen werden / und sein Weib eine Witwe! /
15832#Psalm,109,10#10. Seine Kinder müssen umherwanken und betteln, / hilfesuchend aus ihren Ruinen hervorkommen! /
15833#Psalm,109,11#11. Der Gläubiger nehme ihm alles weg, / und Fremde sollen plündern, was er sich erworben. /
15834#Psalm,109,12#12. Niemand gebe ihm Gnadenfrist, / und keiner erbarme sich seiner Waisen! /
15835#Psalm,109,13#13. Seine Nachkommenschaft falle der Ausrottung anheim, / ihr Name erlösche im zweiten Geschlecht! /
15836#Psalm,109,14#14. Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, / und seiner Mutter Sünde werde nicht ausgetilgt! /
15837#Psalm,109,15#15. Der HERR habe sie beständig vor Augen / daß ihr Gedächtnis von der Erde vertilgt werde, /
15838#Psalm,109,16#16. weil er nicht daran dachte, Barmherzigkeit zu üben, / sondern den Elenden und Armen verfolgte / und den Niedergeschlagenen, um ihn in den Tod zu treiben. /
15839#Psalm,109,17#17. Da er den Fluch liebte, so komme er über ihn; / und da er den Segen nicht begehrte, so sei er fern von ihm! /
15840#Psalm,109,18#18. Er zog den Fluch an wie sein Gewand; / so dringe er in sein Inneres wie Wasser / und wie Öl in seine Gebeine; /
15841#Psalm,109,19#19. er sei ihm wie das Kleid, das er anzieht, / und wie der Gurt, damit er sich ständig umgürtet! /
15842#Psalm,109,20#20. Das sei der Lohn meiner Ankläger vonseiten des HERRN, / derer, welche Arges wider meine Seele reden! /
15843#Psalm,109,21#21. Du aber, o HERR, mein Herr, handle mit mir um deines Namens willen; / denn deine Gnade ist gut; darum errette mich! /
15844#Psalm,109,22#22. Denn ich bin elend und arm, / und mein Herz ist verwundet in meiner Brust. /
15845#Psalm,109,23#23. Wie ein Schatten, wenn er sich neigt, schleiche ich dahin; / ich werde verscheucht wie eine Heuschrecke. /
15846#Psalm,109,24#24. Meine Knie wanken vom Fasten, / mein Fleisch magert gänzlich ab; /
15847#Psalm,109,25#25. und ich bin ihnen zum Gespött geworden; / wer mich sieht, schüttelt den Kopf. /
15848#Psalm,109,26#26. Hilf mir, o HERR, mein Gott! / Rette mich nach deiner Gnade, /
15849#Psalm,109,27#27. so wird man erkennen, daß dies deine Hand ist, / daß du, HERR, solches getan hast. /
15850#Psalm,109,28#28. Fluchen sie, so segne du; / setzen sie sich wider mich, so müssen sie zuschanden werden; / aber dein Knecht müsse sich freuen. /
15851#Psalm,109,29#29. Meine Ankläger müssen Schmach anziehen / und in ihre Schande sich hüllen wie in einen Mantel. /
15852#Psalm,109,30#30. Ich will den HERRN laut preisen mit meinem Munde / und inmitten vieler ihn rühmen, /
15853#Psalm,109,31#31. weil er dem Armen zur Seite steht, / ihn zu retten von denen, die ihn-1- verurteilen. -1) w: seine Seele.++
15854#Psalm,110,1#1. Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: / Setze dich zu meiner Rechten, / bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße! /
15855#Psalm,110,2#2. Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: / Herrsche inmitten deiner Feinde! /
15856#Psalm,110,3#3. Dein Volk kommt freiwillig am Tage deines Kriegszuges; / in heiligem Schmuck, aus dem Schoß der Morgenröte, / tritt der Tau deiner Jungmannschaft hervor. /
15857#Psalm,110,4#4. Der HERR hat geschworen und wird es nicht bereuen: / Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! /
15858#Psalm,110,5#5. Der Herr, zu deiner Rechten, / hat Könige zerschmettert am Tage seines Zorns. /
15859#Psalm,110,6#6. Er wird richten unter den Nationen, es wird viele Leichname geben, / er zerschmettert das Haupt über ein großes Land. /
15860#Psalm,110,7#7. Er wird trinken vom Bach am Wege; / darum wird er das Haupt erheben.
15861#Psalm,111,1#1. Hallelujah! / Ich will den HERRN loben von ganzem Herzen / im Kreise der Redlichen und in der Gemeinde. /
15862#Psalm,111,2#2. Groß sind die Werke des HERRN, / erforscht von allen, die sie lieben. /
15863#Psalm,111,3#3. Glänzend und prächtig ist sein Tun, / und seine Gerechtigkeit besteht ewiglich. /
15864#Psalm,111,4#4. Er hat ein Gedächtnis seiner Wunder gestiftet; / gnädig und barmherzig ist der HERR. /
15865#Psalm,111,5#5. Er hat Speise gegeben denen, die ihn fürchten, / seines Bundes wird er ewiglich gedenken. /
15866#Psalm,111,6#6. Er hat seinem Volk seine kraftvollen Taten kundgetan, / da er ihnen das Erbe der Heiden gab. /
15867#Psalm,111,7#7. Die Werke seiner Hände sind treu und gerecht, / alle seine Verordnungen unwandelbar, /
15868#Psalm,111,8#8. bestätigt für immer und ewig, / ausgeführt in Treue und Redlichkeit. /
15869#Psalm,111,9#9. Er hat seinem Volk Erlösung gesandt, / auf ewig verordnet seinen Bund; / heilig und furchtbar ist sein Name. /
15870#Psalm,111,10#10. Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; / sie macht alle klug, die sie üben. / Sein Ruhm besteht ewiglich.
15871#Psalm,112,1#1. Hallelujah! / Wohl dem, der den HERRN fürchtet, / der große Lust hat an seinen Geboten! /
15872#Psalm,112,2#2. Des Same wird gewaltig sein auf Erden; / das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet sein. /
15873#Psalm,112,3#3. Reichtum und Fülle ist in seinem Hause, / und seine Gerechtigkeit besteht ewiglich. /
15874#Psalm,112,4#4. Den Redlichen geht ein Licht auf in der Finsternis, / gnädig, barmherzig und gerecht. /
15875#Psalm,112,5#5. Wohl dem Manne, der barmherzig ist und leiht; / er wird sein Recht behaupten im Gericht; /
15876#Psalm,112,6#6. denn er wird ewiglich nicht wanken; / des Gerechten wird ewiglich gedacht. /
15877#Psalm,112,7#7. Vor bösem Gerücht fürchtet er sich nicht; / sein Herz vertraut fest auf den HERRN. /
15878#Psalm,112,8#8. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht, / bis er seine Lust an seinen Feinden sieht. /
15879#Psalm,112,9#9. Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; / seine Gerechtigkeit besteht ewiglich, / sein Horn wird emporragen in Ehren. /
15880#Psalm,112,10#10. Der Gottlose wird es sehen und sich ärgern; / er wird mit den Zähnen knirschen und vergehen; / der Gottlosen Wunsch bleibt unerfüllt.
15881#Psalm,113,1#1. Hallelujah! / Lobet, ihr Knechte des HERRN, / lobet den Namen des HERRN! /
15882#Psalm,113,2#2. Gepriesen sei der Name des HERRN / von nun an bis in Ewigkeit! /
15883#Psalm,113,3#3. Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang / sei gelobt der Name des HERRN! /
15884#Psalm,113,4#4. Der HERR ist erhaben über alle Heiden, / seine Herrlichkeit ist höher als der Himmel. /
15885#Psalm,113,5#5. Wer ist wie der HERR, unser Gott, der in solcher Höhe thront? /
15886#Psalm,113,6#6. Der so tief heruntersieht, / auf den Himmel und auf die Erde; /
15887#Psalm,113,7#7. der den Geringen aufrichtet aus dem Staub / und den Armen erhöht aus dem Kot, /
15888#Psalm,113,8#8. daß er ihn setze neben Fürsten, / neben die Fürsten seines Volks; /
15889#Psalm,113,9#9. der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, / daß sie eine fröhliche Mutter von Kindern wird. / Hallelujah!
15890#Psalm,114,1#1. Da Israel aus Ägypten zog, / das Haus Jakob aus dem Volke fremder Sprache, /
15891#Psalm,114,2#2. da ward Juda sein Heiligtum, / Israel sein Herrschaftsgebiet. /
15892#Psalm,114,3#3. Das Meer sah es und floh, / der Jordan wandte sich zurück; /
15893#Psalm,114,4#4. die Berge hüpften wie Widder, / die Hügel wie junge Schafe. /
15894#Psalm,114,5#5. Was kam dich an, o Meer, daß du flohest, / du Jordan, daß du dich zurückwandtest, /
15895#Psalm,114,6#6. ihr Berge, daß ihr hüpftet wie Widder, / ihr Hügel wie junge Schafe? /
15896#Psalm,114,7#7. Ja, Erde, bebe nur vor dem Angesicht des Herrschers, / vor dem Angesicht des Gottes Jakobs, /
15897#Psalm,114,8#8. der den Fels in einen Wasserteich verwandelte, / den Kieselstein in einen Wasserquell!
15898#Psalm,115,1#1. Nicht uns, HERR, nicht uns, / sondern deinem Namen gib Ehre, / um deiner Gnade und Treue willen! /
15899#Psalm,115,2#2. Warum sollen die Heiden sagen: / «Wo ist denn ihr Gott?» /
15900#Psalm,115,3#3. Aber unser Gott ist ja im Himmel; / er tut alles, was er will. /
15901#Psalm,115,4#4. Ihre Götzen sind Silber und Gold, / von Menschenhänden gemacht. /
15902#Psalm,115,5#5. Sie haben einen Mund und reden nicht, / sie haben Augen und sehen nicht; /
15903#Psalm,115,6#6. Ohren haben sie und hören nicht, / eine Nase haben sie und riechen nicht; /
15904#Psalm,115,7#7. Hände haben sie und greifen nicht, / Füße haben sie und gehen nicht; / mit ihrer Kehle geben sie keinen Laut. /
15905#Psalm,115,8#8. Ihnen sind gleich, die sie machen, / alle, die auf sie vertrauen. /
15906#Psalm,115,9#9. Israel, vertraue auf den HERRN! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15907#Psalm,115,10#10. Haus Aaron, vertraue auf den HERRN! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15908#Psalm,115,11#11. Die ihr den HERRN fürchtet, vertrauet auf den HERRN! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15909#Psalm,115,12#12. Der HERR wolle unser gedenken; er wolle segnen! / Er segne das Haus Israel, / er segne das Haus Aaron! /
15910#Psalm,115,13#13. Er segne, die den HERRN fürchten, / die Kleinen samt den Großen! /
15911#Psalm,115,14#14. Der HERR wolle euch mehren, / euch und eure Kinder! /
15912#Psalm,115,15#15. Gesegnet seid ihr vom HERRN, / der Himmel und Erde gemacht hat. /
15913#Psalm,115,16#16. Der Himmel gehört dem HERRN; / aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. /
15914#Psalm,115,17#17. Die Toten rühmen den HERRN nicht / und keiner, der zur Stille hinabfährt. /
15915#Psalm,115,18#18. Wir aber wollen den HERRN preisen / von nun an bis in Ewigkeit. / Hallelujah!
15916#Psalm,116,1#1. Das ist mir lieb, daß der HERR meine Stimme / und mein Flehen hört; /
15917#Psalm,116,2#2. daß er sein Ohr zu mir geneigt; / darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. /
15918#Psalm,116,3#3. Als mich des Todes Bande umfingen, / und Ängste der Unterwelt mich trafen / und ich nur Not und Jammer fand, /
15919#Psalm,116,4#4. da rief ich an den Namen des HERRN: / «O HERR, errette meine Seele!» - /
15920#Psalm,116,5#5. Der HERR ist gnädig und gerecht, / und unser Gott ist voll Erbarmen. /
15921#Psalm,116,6#6. Der HERR behütet die Einfältigen; / ich war ganz elend, aber er half mir. /
15922#Psalm,116,7#7. Kehre wieder, meine Seele, zu deiner Ruhe; / denn der HERR hat dir wohlgetan! /
15923#Psalm,116,8#8. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, / mein Auge von den Tränen, / meinen Fuß vom Fall. /
15924#Psalm,116,9#9. Ich werde wandeln vor dem HERRN / im Lande der Lebendigen. /
15925#Psalm,116,10#10. Ich glaubte, was ich sagte-1-; / ich war sehr gebeugt. / -1) LXX: Ich glaubte, darum redete ich.++
15926#Psalm,116,11#11. Ich sprach in meinem Zagen: / «Alle Menschen sind Lügner!» /
15927#Psalm,116,12#12. Wie soll ich dem HERRN vergelten / alle seine Wohltaten an mir? /
15928#Psalm,116,13#13. Den Kelch des Heils will ich nehmen / und den Namen des HERRN anrufen; /
15929#Psalm,116,14#14. meine Gelübde will ich dem HERRN bezahlen / vor all seinem Volk. /
15930#Psalm,116,15#15. Teuer ist in den Augen des HERRN / der Tod seiner Frommen. /
15931#Psalm,116,16#16. Wohlan HERR, weil ich dein Knecht bin, / deiner Magd Sohn, / und du meine Bande gelöst hast, /
15932#Psalm,116,17#17. so will ich dir Dankopfer darbringen / und den Namen des HERRN anrufen; /
15933#Psalm,116,18#18. meine Gelübde will ich dem HERRN bezahlen / vor all seinem Volk, /
15934#Psalm,116,19#19. in den Vorhöfen des Hauses des HERRN, / in dir, Jerusalem, / Hallelujah!
15935#Psalm,117,1#1. Lobet den HERRN, alle Heiden! / Preiset ihn, alle Völker! /
15936#Psalm,117,2#2. Denn seine Gnade ist mächtig, / und die Treue des HERRN über uns währt ewiglich. / Hallelujah!
15937#Psalm,118,1#1. Danket dem HERRN, denn er ist gütig, / denn seine Gnade währt ewig! /
15938#Psalm,118,2#2. Es sage doch Israel, / daß seine Gnade ewig währt! /
15939#Psalm,118,3#3. Es sage doch das Haus Aaron, / daß seine Gnade ewig währt! /
15940#Psalm,118,4#4. Es sagen doch, die den HERRN fürchten, / daß seine Gnade ewig währt! /
15941#Psalm,118,5#5. Ich rief zum HERRN in meiner Not, / und der HERR antwortete mir durch Befreiung. /
15942#Psalm,118,6#6. Der HERR steht mir bei, ich fürchte nichts; / was kann ein Mensch mir antun? /
15943#Psalm,118,7#7. Der HERR steht mir bei unter meinen Helfern, / und ich werde meine Lust sehen an denen, die mich hassen. /
15944#Psalm,118,8#8. Besser ist's, beim HERRN Schutz zu suchen, / als sich auf Menschen zu verlassen; /
15945#Psalm,118,9#9. besser ist's, beim HERRN Schutz zu suchen, / als sich auf Fürsten zu verlassen! /
15946#Psalm,118,10#10. Alle Nationen haben mich umringt; / im Namen des HERRN zerhaue ich sie; /
15947#Psalm,118,11#11. sie haben mich umringt, ja, sie haben mich umringt, / im Namen des HERRN zerhaue ich sie; /
15948#Psalm,118,12#12. sie haben mich umringt wie Bienen; / sie sind erloschen wie ein Dornenfeuer; / im Namen des HERRN zerhaue ich sie. /
15949#Psalm,118,13#13. Du hast mich hart gestoßen, daß ich fallen sollte; / aber der HERR half mir. /
15950#Psalm,118,14#14. Der HERR ist meine Stärke und mein Lied, / und er ward mir zum Heil. /
15951#Psalm,118,15#15. Stimmen des Jubels und des Heils ertönen in den Hütten der Gerechten: / Die Rechte des HERRN hat den Sieg errungen! /
15952#Psalm,118,16#16. Die Rechte des HERRN ist erhöht, / die Rechte des HERRN errang den Sieg! /
15953#Psalm,118,17#17. Ich werde nicht sterben, sondern leben / und des HERRN Taten erzählen. /
15954#Psalm,118,18#18. Der HERR züchtigt mich wohl; / aber dem Tod gab er mich nicht. /
15955#Psalm,118,19#19. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, / daß ich durch sie einziehe und den HERRN preise! /
15956#Psalm,118,20#20. Dies ist das Tor zum HERRN! / Die Gerechten sollen dahinein gehen! /
15957#Psalm,118,21#21. Ich danke dir, daß du mich erhört hast / und wurdest mein Heil! /
15958#Psalm,118,22#22. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / ist zum Eckstein geworden; /
15959#Psalm,118,23#23. vom HERRN ist das geschehen; / es ist ein Wunder in unsern Augen! /
15960#Psalm,118,24#24. Dies ist der Tag, den der HERR gemacht; / wir wollen froh sein und uns freuen an ihm! /
15961#Psalm,118,25#25. Ach, HERR, hilf! / Ach, HERR, laß wohl gelingen! /
15962#Psalm,118,26#26. Gesegnet sei, der da kommt im Namen des HERRN! / Wir segnen euch vom Hause des HERRN. /
15963#Psalm,118,27#27. Der HERR ist Gott und hat uns erleuchtet. / Bindet das Festopfer mit Stricken / bis an die Hörner des Altars! /
15964#Psalm,118,28#28. Du bist mein Gott; ich will dich preisen! / Mein Gott, ich will dich erheben! /
15965#Psalm,118,29#29. Danket dem HERRN, denn er ist gütig, / denn seine Gnade währt ewig!
15966#Psalm,119,1#1. -1-Wohl denen, deren Weg unsträflich ist, / die da wandeln nach dem Gesetze des HERRN! / -1) im Hebr. sind die Anfangsbuchstaben der 22 Abteilungen dieses Psalms alphabetisch geordnet, dazu beginnen alle 8 Verse jeder Abteilung mit dem gleichen Buchstaben. Eine ähnliche Anordnung haben auch die Ps. 25; 34; 37; 111; 112 und 145.++
15967#Psalm,119,2#2. Wohl denen, die seine Zeugnisse beobachten, / die ihn von ganzem Herzen suchen, /
15968#Psalm,119,3#3. die auch kein Unrecht getan haben, / die auf seinen Wegen gegangen sind! /
15969#Psalm,119,4#4. Du hast deine Befehle gegeben, / daß man sie fleißig beobachte. /
15970#Psalm,119,5#5. O daß meine Wege dahin zielten, / deine Satzungen zu befolgen! /
15971#Psalm,119,6#6. Dann werde ich nicht zuschanden, / wenn ich auf alle deine Gebote sehe. /
15972#Psalm,119,7#7. Ich werde dir mit aufrichtigem Herzen danken, / wenn ich die Verordnungen deiner Gerechtigkeit lerne. /
15973#Psalm,119,8#8. Deine Satzungen will ich befolgen; / verlaß mich nicht ganz und gar!
15974#Psalm,119,9#9. Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? / Wenn er sich hält nach deinem Wort! /
15975#Psalm,119,10#10. Ich habe dich von ganzem Herzen gesucht; / laß mich nicht abirren von deinen Geboten! /
15976#Psalm,119,11#11. Ich habe dein Wort in meinem Herzen geborgen, / auf daß ich nicht an dir sündige. /
15977#Psalm,119,12#12. Gelobt seist du, o HERR! / Lehre mich deine Satzungen. /
15978#Psalm,119,13#13. Mit meinen Lippen zähle ich / alle Verordnungen deines Mundes auf. /
15979#Psalm,119,14#14. Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse, / wie über lauter Reichtümer. /
15980#Psalm,119,15#15. Ich will über deine Wege nachsinnen / und auf deine Pfade achten. /
15981#Psalm,119,16#16. Ich habe meine Lust an deinen Satzungen / und vergesse deines Wortes nicht.
15982#Psalm,119,17#17. Gewähre deinem Knecht, daß ich lebe / und dein Wort befolge! /
15983#Psalm,119,18#18. Öffne meine Augen, daß ich erblicke / die Wunder in deinem Gesetz! /
15984#Psalm,119,19#19. Ich bin ein Gast auf Erden; / verbirg deine Gebote nicht vor mir! /
15985#Psalm,119,20#20. Meine Seele ist zermalmt vor Sehnsucht / nach deinen Verordnungen allezeit. /
15986#Psalm,119,21#21. Du hast die Übermütigen gescholten, / die Verfluchten, welche von deinen Geboten abirren. /
15987#Psalm,119,22#22. Wälze Schimpf und Schande von mir ab; / denn ich habe deine Zeugnisse bewahrt! /
15988#Psalm,119,23#23. Sogar Fürsten sitzen und bereden sich wider mich; / aber dein Knecht sinnt über deine Satzungen. /
15989#Psalm,119,24#24. Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude; / sie sind meine Ratgeber.
15990#Psalm,119,25#25. Meine Seele klebt am Staube; / belebe mich nach deiner Verheißung! /
15991#Psalm,119,26#26. Ich habe meine Wege erzählt, und du hast mir geantwortet; / lehre mich deine Satzungen! /
15992#Psalm,119,27#27. Laß mich den Weg deiner Befehle verstehen / und deine Wunder betrachten! /
15993#Psalm,119,28#28. Meine Seele weint vor Kummer; / richte mich auf nach deinem Wort! /
15994#Psalm,119,29#29. Entferne von mir den falschen Weg / und begnadige mich mit deinem Gesetz! /
15995#Psalm,119,30#30. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt / und deine Verordnungen vor mich hingestellt. /
15996#Psalm,119,31#31. HERR, ich hange an deinen Zeugnissen; / laß mich nicht zuschanden werden! /
15997#Psalm,119,32#32. Ich laufe den Weg deiner Gebote; / denn du machst meinem Herzen Raum.
15998#Psalm,119,33#33. Zeige mir, HERR, den Weg deiner Satzungen, / daß ich ihn bewahre bis ans Ende. /
15999#Psalm,119,34#34. Unterweise mich, so will ich dein Gesetz bewahren / und es von ganzem Herzen befolgen. /
16000#Psalm,119,35#35. Laß mich wandeln auf dem Pfad deiner Gebote; / denn ich habe Lust daran. /
16001#Psalm,119,36#36. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen / und nicht zur Habsucht! /
16002#Psalm,119,37#37. Wende meine Augen ab, daß sie nicht nach Eitlem sehen; / erquicke mich auf deinen Wegen! /
16003#Psalm,119,38#38. Erfülle an deinem Knechte deine Verheißung, / die denen gilt, die dich fürchten. /
16004#Psalm,119,39#39. Wende die Beschimpfung von mir ab, die ich fürchte; / denn deine Verordnungen sind gut! /
16005#Psalm,119,40#40. Siehe, ich sehne mich nach deinen Befehlen; / erquicke mich durch deine Gerechtigkeit!
16006#Psalm,119,41#41. Deine Gnade, o HERR, komme über mich, / dein Heil nach deinem Wort! /
16007#Psalm,119,42#42. Damit ich dem antworten kann, der mich schmäht; / denn ich verlasse mich auf dein Wort. /
16008#Psalm,119,43#43. Und entziehe nicht allzusehr meinem Munde das Wort der Wahrheit; / denn ich harre auf deine Verordnungen! /
16009#Psalm,119,44#44. Und ich will dein Gesetz stets bewahren, / immer und ewiglich. /
16010#Psalm,119,45#45. Und ich möchte auf weitem Raum wandeln; / denn ich habe deine Befehle erforscht. /
16011#Psalm,119,46#46. Und ich will von deinen Zeugnissen reden vor Königen / und mich nicht schämen. /
16012#Psalm,119,47#47. Und ich will mich an deinen Befehlen vergnügen; / denn ich liebe sie. /
16013#Psalm,119,48#48. Und ich will meine Hände nach deinen Befehlen ausstrecken, weil ich sie liebe, / und will nachdenken über deine Satzungen.
16014#Psalm,119,49#49. Gedenke des Wortes an deinen Knecht, / auf welches du mich hoffen ließest! /
16015#Psalm,119,50#50. Das ist mein Trost in meinem Elend, / daß dein Wort mich erquickt. /
16016#Psalm,119,51#51. Die Übermütigen haben mich arg verspottet; / dennoch bin ich von deinem Gesetz nicht abgewichen. /
16017#Psalm,119,52#52. Ich gedachte deiner Verordnungen, HERR, die von Ewigkeit her sind, / und das tröstete mich. /
16018#Psalm,119,53#53. Zornglut hat mich ergriffen wegen der Gottlosen, / die dein Gesetz verlassen. /
16019#Psalm,119,54#54. Deine Satzungen sind meine Lieder geworden / im Hause meiner Wallfahrt. /
16020#Psalm,119,55#55. HERR, des Nachts habe ich an deinen Namen gedacht / und dein Gesetz bewahrt. /
16021#Psalm,119,56#56. Das ist mir zuteil geworden, / daß ich deine Befehle befolgen darf.
16022#Psalm,119,57#57. Ich sage: Das ist mein Teil, o HERR, / die Beobachtung deiner Worte! /
16023#Psalm,119,58#58. Ich flehe von ganzem Herzen um deine Gunst: / Sei mir gnädig, wie du verheißen hast! /
16024#Psalm,119,59#59. Als ich meine Wege überlegte, / wandte ich meine Füße zu deinen Zeugnissen. /
16025#Psalm,119,60#60. Ich habe mich beeilt und nicht gesäumt, / deine Gebote zu befolgen. /
16026#Psalm,119,61#61. Als die Schlingen der Gottlosen mich umgaben, / vergaß ich deines Gesetzes nicht. /
16027#Psalm,119,62#62. Mitten in der Nacht stehe ich auf, dir zu danken / für die Verordnungen deiner Gerechtigkeit. /
16028#Psalm,119,63#63. Ich bin verbunden mit allen, die dich fürchten, / und die deine Befehle befolgen. /
16029#Psalm,119,64#64. HERR, die Erde ist voll deiner Gnade; / lehre mich deine Satzungen!
16030#Psalm,119,65#65. Du hast deinem Knechte wohlgetan, / o HERR, nach deinem Wort. /
16031#Psalm,119,66#66. Lehre mich rechte Einsicht und Verständnis; / denn ich vertraue deinen Befehlen. /
16032#Psalm,119,67#67. Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich, / nun aber befolge ich dein Wort. /
16033#Psalm,119,68#68. Du bist gut und wohltätig; / lehre mich deine Satzungen! /
16034#Psalm,119,69#69. Die Stolzen haben mich mit Lügen besudelt; / ich beobachte von ganzem Herzen deine Befehle. /
16035#Psalm,119,70#70. Ihr Herz ist stumpf wie von Fett; / ich aber vergnüge mich an deinem Gesetz. /
16036#Psalm,119,71#71. Es war gut für mich, daß ich gedemütigt wurde, / auf daß ich deine Satzungen lernte. /
16037#Psalm,119,72#72. Das Gesetz deines Mundes ist besser für mich / als Tausende von Gold- und Silberstücken.
16038#Psalm,119,73#73. Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; / gib mir Verstand, daß ich deine Befehle lerne! /
16039#Psalm,119,74#74. Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, / daß ich auf dein Wort gewartet habe. /
16040#Psalm,119,75#75. HERR, ich weiß, daß deine Verordnungen gerecht sind / und daß du mich in Treue gedemütigt hast. /
16041#Psalm,119,76#76. Laß doch deine Gnade mir zum Trost gereichen, / wie du deinem Knechte zugesagt hast! /
16042#Psalm,119,77#77. Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe! / Denn dein Gesetz ist meine Lust. /
16043#Psalm,119,78#78. Laß die Stolzen zuschanden werden, weil sie mir mit Lügen Unrecht getan; / ich aber denke über deine Befehle nach. /
16044#Psalm,119,79#79. Mir wird zufallen, wer dich fürchtet / und deine Zeugnisse anerkennt. /
16045#Psalm,119,80#80. Mein Herz soll sich gänzlich an deine Satzungen halten, / damit ich nicht zuschanden werde.
16046#Psalm,119,81#81. Meine Seele schmachtet nach deinem Heil; / ich harre auf dein Wort. /
16047#Psalm,119,82#82. Meine Augen schmachten nach deinem Wort / und fragen: Wann wirst du mich trösten? /
16048#Psalm,119,83#83. Bin ich auch geworden wie ein Schlauch im Rauch, / so habe ich doch deiner Satzungen nicht vergessen. /
16049#Psalm,119,84#84. Wieviel sind noch der Tage deines Knechtes? / Wann willst du an meinen Verfolgern das Urteil vollziehen? /
16050#Psalm,119,85#85. Die Übermütigen haben mir Gruben gegraben, / sie, die sich nicht nach deinem Gesetze richten. /
16051#Psalm,119,86#86. Alle deine Gebote sind Wahrheit; / sie aber verfolgen mich mit Lügen; hilf mir! /
16052#Psalm,119,87#87. Sie hätten mich fast umgebracht auf Erden; / dennoch verließ ich deine Befehle nicht. /
16053#Psalm,119,88#88. Erhalte mich am Leben nach deiner Gnade, / so will ich die Zeugnisse deines Mundes bewahren.
16054#Psalm,119,89#89. Auf ewig, o HERR, / steht dein Wort im Himmel fest; /
16055#Psalm,119,90#90. von einem Geschlecht zum andern währt deine Treue! / Du hast die Erde gegründet, und sie steht; /
16056#Psalm,119,91#91. nach deinen Ordnungen stehen sie noch heute; / denn es muß dir alles dienen! /
16057#Psalm,119,92#92. Wäre dein Gesetz nicht meine Lust gewesen, / so wäre ich vergangen in meinem Elend. /
16058#Psalm,119,93#93. Ich will deine Befehle auf ewig nicht vergessen; / denn durch sie hast du mich belebt. /
16059#Psalm,119,94#94. Ich bin dein; rette mich, / denn ich habe deine Befehle gesucht! /
16060#Psalm,119,95#95. Die Gottlosen lauern mir auf, um mich zu verderben; / aber ich merke auf deine Zeugnisse. /
16061#Psalm,119,96#96. Von aller Vollkommenheit habe ich ein Ende gesehen; / aber dein Gebot ist unbeschränkt-1-. -1) w: äußerst weitreichend.++
16062#Psalm,119,97#97. Wie habe ich dein Gesetz so lieb! / Ich denke darüber nach den ganzen Tag. /
16063#Psalm,119,98#98. Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde; / denn es bleibt ewiglich bei mir. /
16064#Psalm,119,99#99. Ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer, / denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen. /
16065#Psalm,119,100#100. Ich bin einsichtiger als die Alten; / denn ich achte auf deine Befehle. /
16066#Psalm,119,101#101. Von allen schlechten Wegen habe ich meine Füße abgehalten, / um dein Wort zu befolgen. /
16067#Psalm,119,102#102. Von deinen Verordnungen bin ich nicht abgewichen; / denn du hast mich gelehrt. /
16068#Psalm,119,103#103. Wie süß ist deine Rede meinem Gaumen, / mehr denn Honig meinem Mund! /
16069#Psalm,119,104#104. Von deinen Befehlen werde ich verständig; / darum hasse ich jeden Lügenpfad.
16070#Psalm,119,105#105. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte / und ein Licht für meinen Pfad. /
16071#Psalm,119,106#106. Ich habe geschworen und werde es halten, / daß ich die Verordnungen deiner Gerechtigkeit bewahren will. /
16072#Psalm,119,107#107. Ich bin tief gebeugt; / HERR, erquicke mich nach deinem Wort! /
16073#Psalm,119,108#108. HERR, laß dir wohlgefallen die freiwilligen Opfer meines Mundes / und lehre mich deine Verordnungen! /
16074#Psalm,119,109#109. Meine Seele ist beständig in meiner Hand, / und ich vergesse deines Gesetzes nicht. /
16075#Psalm,119,110#110. Die Gottlosen haben mir eine Schlinge gelegt; / aber ich bin von deinen Befehlen nicht abgeirrt. /
16076#Psalm,119,111#111. Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe; / denn sie sind meines Herzens Wonne. /
16077#Psalm,119,112#112. Ich habe mein Herz geneigt, / deine Satzungen auf ewig zu erfüllen.
16078#Psalm,119,113#113. Ich hasse die Unentschiedenen-1-; / aber dein Gesetz habe ich lieb. / -1) w: die Geteilten, Zwiespältigen.++
16079#Psalm,119,114#114. Du bist mein Schirm und mein Schild; / ich harre auf dein Wort. /
16080#Psalm,119,115#115. Weichet von mir, ihr Übeltäter, / daß ich die Gebote meines Gottes befolge! /
16081#Psalm,119,116#116. Unterstütze mich nach deiner Verheißung, daß ich lebe / und nicht zuschanden werde mit meiner Hoffnung! /
16082#Psalm,119,117#117. Stärke du mich, so ist mir geholfen / und ich werde mich an deinen Satzungen stets ergötzen! /
16083#Psalm,119,118#118. Du wirst alle zu leicht erfinden, / die von deinen Satzungen abweichen; / denn eitel Betrug ist ihre Täuschung. /
16084#Psalm,119,119#119. Wie Schlacken räumst du alle Gottlosen von der Erde fort; / darum liebe ich deine Zeugnisse. /
16085#Psalm,119,120#120. Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, / und ich habe Ehrfurcht vor deinen Verordnungen!
16086#Psalm,119,121#121. Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt; / überlaß mich nicht meinen Unterdrückern! /
16087#Psalm,119,122#122. Stehe ein zum Besten deines Knechtes, / daß mich die Übermütigen nicht unterdrücken! /
16088#Psalm,119,123#123. Meine Augen schmachten nach deinem Heil / und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. /
16089#Psalm,119,124#124. Handle mit deinem Knecht nach deiner Gnade / und lehre mich deine Satzungen! /
16090#Psalm,119,125#125. Ich bin dein Knecht; unterweise mich, / daß ich deine Zeugnisse verstehe! /
16091#Psalm,119,126#126. Es ist Zeit, daß der HERR handle; / sie haben dein Gesetz gebrochen! /
16092#Psalm,119,127#127. Darum liebe ich deine Befehle / mehr als Gold und als feines Gold; /
16093#Psalm,119,128#128. darum lobe ich mir alle deine Gebote / und hasse jeden trügerischen Pfad. -
16094#Psalm,119,129#129. Wunderbar sind deine Zeugnisse; / darum bewahrt sie meine Seele. /
16095#Psalm,119,130#130. Die Erschließung deiner Worte erleuchtet / und macht die Einfältigen verständig. /
16096#Psalm,119,131#131. Begierig öffne ich meinen Mund; / denn mich verlangt nach deinen Befehlen. /
16097#Psalm,119,132#132. Wende dich zu mir und sei mir gnädig / nach dem Rechte derer, die deinen Namen lieben. /
16098#Psalm,119,133#133. Mache meine Schritte fest durch dein Wort / und laß kein Unrecht über mich herrschen! /
16099#Psalm,119,134#134. Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen, / so will ich deine Befehle befolgen! /
16100#Psalm,119,135#135. Laß dein Angesicht leuchten über deinen Knecht / und lehre mich deine Satzungen! /
16101#Psalm,119,136#136. Tränenströme fließen aus meinen Augen, / weil man dein Gesetz nicht befolgt.
16102#Psalm,119,137#137. HERR, du bist gerecht, / und deine Verordnungen sind richtig! /
16103#Psalm,119,138#138. Du hast deine Zeugnisse gerecht / und sehr treu abgefaßt. /
16104#Psalm,119,139#139. Mein Eifer hat mich verzehrt, / weil meine Feinde deine Worte vergessen haben. /
16105#Psalm,119,140#140. Deine Rede ist wohlgeläutert, / und dein Knecht hat sie lieb. /
16106#Psalm,119,141#141. Ich bin gering und verachtet; / deine Befehle habe ich nicht vergessen. /
16107#Psalm,119,142#142. Deine Gerechtigkeit ist auf ewig gerecht, / und dein Gesetz ist Wahrheit. /
16108#Psalm,119,143#143. Angst und Not haben mich betroffen; / aber deine Befehle sind meine Lust. /
16109#Psalm,119,144#144. Deine Zeugnisse sind auf ewig gerecht; / unterweise mich, so werde ich leben!
16110#Psalm,119,145#145. Ich rufe von ganzem Herzen: HERR, erhöre mich; / deine Satzungen will ich befolgen! /
16111#Psalm,119,146#146. Ich rufe zu dir; errette mich, / so will ich deine Zeugnisse bewahren! /
16112#Psalm,119,147#147. Vor der Morgendämmerung komme ich und schreie; / ich harre auf dein Wort. /
16113#Psalm,119,148#148. Meine Augen kommen den Nachtwachen zuvor, / daß ich über deine Reden nachdenke. /
16114#Psalm,119,149#149. Höre meine Stimme nach deiner Gnade, / o HERR, erquicke mich nach deinem Recht! /
16115#Psalm,119,150#150. Die dem Laster nachjagen, sind nah; / von deinem Gesetz sind sie fern. /
16116#Psalm,119,151#151. Du bist nahe, o HERR, / und alle deine Gebote sind wahr. /
16117#Psalm,119,152#152. Längst weiß ich aus deinen Zeugnissen, / daß du sie auf ewig gegründet hast.
16118#Psalm,119,153#153. Siehe mein Elend an und errette mich; / denn ich habe deines Gesetzes nicht vergessen! /
16119#Psalm,119,154#154. Führe meine Sache und erlöse mich; / erquicke mich durch dein Wort! /
16120#Psalm,119,155#155. Das Heil ist fern von den Gottlosen; / denn sie fragen nicht nach deinen Satzungen. /
16121#Psalm,119,156#156. Deine Barmherzigkeit ist groß, o HERR; / erquicke mich nach deinen Verordnungen! /
16122#Psalm,119,157#157. Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; / dennoch habe ich mich nicht von deinen Zeugnissen abgewandt. /
16123#Psalm,119,158#158. Wenn ich die Abtrünnigen ansehe, so ekelt mir, / weil sie dein Wort nicht beachten. /
16124#Psalm,119,159#159. Siehe, ich liebe deine Befehle; / o HERR, erquicke mich nach deiner Gnade! /
16125#Psalm,119,160#160. Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, / und alle Verordnungen deiner Gerechtigkeit bleiben ewig.
16126#Psalm,119,161#161. Fürsten verfolgen mich ohne Ursache; / aber vor deinem Wort fürchtet sich mein Herz. /
16127#Psalm,119,162#162. Ich freue mich über dein Wort / wie einer, der große Beute findet. /
16128#Psalm,119,163#163. Ich hasse Lügen und habe Greuel daran; / aber dein Gesetz habe ich lieb. /
16129#Psalm,119,164#164. Ich lobe dich des Tages siebenmal / wegen der Ordnungen deiner Gerechtigkeit. /
16130#Psalm,119,165#165. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, / und nichts bringt sie zu Fall. /
16131#Psalm,119,166#166. Ich warte auf dein Heil, o HERR, / und erfülle deine Befehle. /
16132#Psalm,119,167#167. Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse / und liebt sie sehr. /
16133#Psalm,119,168#168. Ich habe deine Befehle und deine Zeugnisse bewahrt; / denn alle meine Wege sind vor dir.
16134#Psalm,119,169#169. HERR, laß mein Schreien vor dich kommen; / unterweise mich nach deinem Wort! /
16135#Psalm,119,170#170. Laß mein Flehen vor dich kommen; / errette mich nach deiner Verheißung! /
16136#Psalm,119,171#171. Meine Lippen sollen überfließen von Lob, / wenn du mich deine Satzungen lehrst. /
16137#Psalm,119,172#172. Meine Zunge soll deine Rede singen; / denn alle deine Gebote sind gerecht. /
16138#Psalm,119,173#173. Deine Hand komme mir zu Hilfe; / denn ich habe deine Befehle erwählt. /
16139#Psalm,119,174#174. Ich habe Verlangen nach deinem Heil, o HERR, / und dein Gesetz ist meine Lust. /
16140#Psalm,119,175#175. Meine Seele soll leben und dich loben, / und deine Verordnungen seien meine Hilfe! /
16141#Psalm,119,176#176. Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht! / Denn deine Gebote habe ich nicht vergessen!
16142#Psalm,120,1#1. Ein Wallfahrtslied-1-. Ich rief zum HERRN in meiner Not, / und er erhörte mich. / -1) die Psalmen 120-134 werden auch «Stufenlieder» genannt.++
16143#Psalm,120,2#2. HERR, rette meine Seele von den Lügenmäulern, / von den falschen Zungen! /
16144#Psalm,120,3#3. Was kann dir anhaben / und was noch weiter tun die falsche Zunge? /
16145#Psalm,120,4#4. Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken / aus glühendem Ginsterholz. /
16146#Psalm,120,5#5. Wehe mir, daß ich in der Fremde zu Mesech weilen, / daß ich bei den Zelten Kedars wohnen muß! /
16147#Psalm,120,6#6. Lange genug hat meine Seele bei denen gewohnt, / die den Frieden hassen! /
16148#Psalm,120,7#7. Ich bin für den Frieden; / doch wenn ich rede, so sind sie für den Krieg.
16149#Psalm,121,1#1. Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: / Woher kommt mir Hilfe? /
16150#Psalm,121,2#2. Meine Hilfe kommt von dem HERRN, / der Himmel und Erde gemacht hat! /
16151#Psalm,121,3#3. Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, / und der dich behütet, schläft nicht. /
16152#Psalm,121,4#4. Siehe, der Hüter Israels / schläft noch schlummert nicht. /
16153#Psalm,121,5#5. Der HERR behütet dich; / der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, /
16154#Psalm,121,6#6. daß dich am Tage die Sonne nicht steche, / noch der Mond des Nachts. /
16155#Psalm,121,7#7. Der HERR behüte dich vor allem Übel, / er behüte deine Seele; /
16156#Psalm,121,8#8. der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang / von nun an bis in Ewigkeit!
16157#Psalm,122,1#1. Ein Wallfahrtslied. Von David. Ich freue mich an denen, die zu mir sagen: / Lasset uns zum Hause des HERRN gehen! /
16158#Psalm,122,2#2. Unsre Füße stehen / in deinen Toren, Jerusalem! /
16159#Psalm,122,3#3. Jerusalem, du bist gebaut / als eine Stadt, die fest in sich geschlossen ist, /
16160#Psalm,122,4#4. wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN / - ein Zeugnis für Israel -, / zu preisen den Namen des HERRN! /
16161#Psalm,122,5#5. Denn dort sind Stühle gesetzt zum Gericht, / die Stühle des Hauses David. /
16162#Psalm,122,6#6. Bittet für den Frieden Jerusalems! / Es gehe wohl denen, die dich lieben! /
16163#Psalm,122,7#7. Friede sei in deinen Mauern / und Glück in deinen Palästen! /
16164#Psalm,122,8#8. Um meiner Brüder und Freunde willen / sage ich: Friede sei in dir! /
16165#Psalm,122,9#9. Um des Hauses des HERRN, unsres Gottes, willen / will ich dein Bestes suchen!
16166#Psalm,123,1#1. Ein Wallfahrtslied. Zu dir erhebe ich meine Augen, / der du im Himmel thronst. /
16167#Psalm,123,2#2. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, / wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, / so sind unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, gerichtet, / bis er sich unser erbarmt. /
16168#Psalm,123,3#3. Erbarme dich unser, o HERR! / Erbarme dich unser; / denn wir sind der Verachtung gründlich satt! /
16169#Psalm,123,4#4. Gründlich satt ist unsre Seele / des Spottes der Übermütigen, der Verachtung der Stolzen!
16170#Psalm,124,1#1. Ein Wallfahrtslied. Von David. Wenn der HERR nicht für uns gewesen wäre - / so sage Israel -, /
16171#Psalm,124,2#2. wenn der HERR nicht für uns gewesen wäre, / als die Menschen wider uns auftraten, /
16172#Psalm,124,3#3. so hätten sie uns lebendig verschlungen, / als ihr Zorn gegen uns entbrannte; /
16173#Psalm,124,4#4. dann hätten die Wasser uns überschwemmt, / ein Strom wäre über unsre Seele gegangen; /
16174#Psalm,124,5#5. dann hätten die stolzen Wasser / unsre Seele überflutet! /
16175#Psalm,124,6#6. Gepriesen sei der HERR, / der uns ihren Zähnen nicht zur Beute gab! /
16176#Psalm,124,7#7. Unsre Seele ist entronnen wie ein Vögelein der Schlinge des Vogelstellers; / die Schlinge ist zerrissen, und wir sind entronnen! /
16177#Psalm,124,8#8. Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, / der Himmel und Erde gemacht hat.
16178#Psalm,125,1#1. Ein Wallfahrtslied. Die auf den HERRN vertrauen, / sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, / sondern ewiglich bleibt. /
16179#Psalm,125,2#2. Um Jerusalem her sind Berge, / und der HERR ist um sein Volk her / von nun an bis in Ewigkeit. /
16180#Psalm,125,3#3. Denn das Zepter der Ungerechtigkeit wird nicht auf dem Erbteil der Gerechten bleiben, / auf daß die Gerechten ihre Hände nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit. /
16181#Psalm,125,4#4. HERR, tue wohl den Guten / und denen, die redlichen Herzens sind! /
16182#Psalm,125,5#5. Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, / lasse der HERR abführen mit den Übeltätern! / Friede über Israel!
16183#Psalm,126,1#1. Ein Wallfahrtslied. Als der HERR die Gefangenen Zions zurückbrachte, / da waren wir wie Träumende. /
16184#Psalm,126,2#2. Da war unser Mund voll Lachens / und unsre Zunge voll Jubel; / da sagte man unter den Heiden: / «Der HERR hat Großes an ihnen getan!» /
16185#Psalm,126,3#3. Der HERR hat Großes an uns getan, / wir sind fröhlich geworden. /
16186#Psalm,126,4#4. HERR, bringe unsre Gefangenen zurück / wie Bäche im Mittagsland! /
16187#Psalm,126,5#5. Die mit Tränen säen, / werden mit Freuden ernten. /
16188#Psalm,126,6#6. Wer weinend dahingeht und den auszustreuenden Samen trägt, / wird mit Freuden kommen und seine Garben bringen.
16189#Psalm,127,1#1. Ein Wallfahrtslied. Von Salomo. Wo der HERR nicht das Haus baut, / da arbeiten umsonst, die daran bauen; / wo der HERR nicht die Stadt behütet, / da wacht der Wächter umsonst. /
16190#Psalm,127,2#2. Es ist umsonst, daß ihr früh aufsteht und euch spät niederlegt / und sauer erworbenes Brot esset; / sicherlich gönnt er seinen Geliebten den Schlaf! /
16191#Psalm,127,3#3. Siehe, Kinder sind ein Erbteil vom HERRN, / Leibesfrucht ist ein Lohn: /
16192#Psalm,127,4#4. wie Pfeile in der Hand eines Starken, / so sind die jungen Söhne. /
16193#Psalm,127,5#5. Wohl dem Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! / Die werden nicht zuschanden, / wenn sie mit den Feinden reden im Tor.
16194#Psalm,128,1#1. Ein Wallfahrtslied. Wohl jedem, der den HERRN fürchtet / und in seinen Wegen wandelt! /
16195#Psalm,128,2#2. Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit; / wohl dir, du hast es gut! /
16196#Psalm,128,3#3. Dein Weib ist wie ein fruchtbarer Weinstock / im Innern deines Hauses, / deine Kinder wie junge Ölbäume / rings um deinen Tisch. /
16197#Psalm,128,4#4. Siehe, so wird der Mann gesegnet, / der den HERRN fürchtet! /
16198#Psalm,128,5#5. Der HERR segne dich aus Zion, / daß du das Glück Jerusalems sehest / alle Tage deines Lebens /
16199#Psalm,128,6#6. und sehest die Kinder deiner Kinder! / Friede über Israel!
16200#Psalm,129,1#1. Ein Wallfahrtslied. Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf - / so sage Israel -, /
16201#Psalm,129,2#2. sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf / und haben mich doch nicht übermocht; /
16202#Psalm,129,3#3. auf meinem Rücken haben Pflüger gepflügt / und ihre Furchen lang gezogen. /
16203#Psalm,129,4#4. Der HERR, der Gerechte, / hat die Stricke der Gottlosen zerschnitten. /
16204#Psalm,129,5#5. Es müssen zuschanden werden und zurückweichen / alle, die Zion hassen; /
16205#Psalm,129,6#6. sie müssen werden wie das Gras auf den Dächern, / welches verdorrt ist, bevor man es ausrauft, /
16206#Psalm,129,7#7. mit welchem kein Schnitter seine Hand füllt / und kein Garbenbinder seinen Schoß; /
16207#Psalm,129,8#8. von denen auch die Vorübergehenden nicht sagen: / «Der Segen des HERRN sei mit euch! / Wir segnen euch im Namen des HERRN!»
16208#Psalm,130,1#1. Ein Wallfahrtslied. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir: /
16209#Psalm,130,2#2. Herr, höre meine Stimme! / Möchten deine Ohren aufmerksam sein / auf die Stimme meines Flehens! /
16210#Psalm,130,3#3. Wenn du Sünden behältst, / HERR, wer kann bestehen? /
16211#Psalm,130,4#4. Aber bei dir ist die Vergebung, / auf daß man dich fürchte. /
16212#Psalm,130,5#5. Ich harre des HERRN, meine Seele harrt, / und ich hoffe auf sein Wort. /
16213#Psalm,130,6#6. Meine Seele harrt des Herrn, / mehr als die Wächter auf den Morgen, / als die Wächter auf den Morgen. /
16214#Psalm,130,7#7. Israel, hoffe auf den HERRN! / Denn bei dem HERRN ist die Gnade, / und viel Erlösung ist bei ihm. /
16215#Psalm,130,8#8. Und er wird Israel erlösen / von allen seinen Sünden.
16216#Psalm,131,1#1. Ein Wallfahrtslied. Von David. O HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Blicke sind nicht stolz, / und ich gehe nicht mit Dingen um, die mir zu groß und zu wunderbar sind. /
16217#Psalm,131,2#2. Nein! Ich habe meine Seele beruhigt und gestillt. / Wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, / wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele stille in mir. /
16218#Psalm,131,3#3. Israel, hoffe auf den HERRN / von nun an bis in Ewigkeit!
16219#Psalm,132,1#1. Ein Wallfahrtslied. Gedenke, o HERR, dem David / alle seine Mühen, /
16220#Psalm,132,2#2. daß er dem HERRN schwur / und dem Mächtigen Jakobs gelobte: /
16221#Psalm,132,3#3. Ich will nicht in das Zelt meines Hauses gehen, / noch auf das Lager meines Bettes steigen, /
16222#Psalm,132,4#4. ich will meinen Augen keinen Schlaf / und meinen Augenlidern keinen Schlummer gönnen, /
16223#Psalm,132,5#5. bis ich eine Stätte gefunden habe für den HERRN, / eine Wohnung für den Mächtigen Jakobs! /
16224#Psalm,132,6#6. Siehe, wir hörten, sie sei zu Ephrata; / wir haben sie gefunden im Gefilde von Jear! /
16225#Psalm,132,7#7. Wir wollen kommen zu seiner Wohnung, / wir wollen anbeten beim Schemel seiner Füße! /
16226#Psalm,132,8#8. HERR, mache dich auf zu deiner Ruhestatt, / du und die Lade deiner Macht! /
16227#Psalm,132,9#9. Deine Priester sollen sich in Gerechtigkeit kleiden, / und deine Frommen sollen jubeln. /
16228#Psalm,132,10#10. Um Davids, deines Knechtes willen / weise nicht ab das Angesicht deines Gesalbten! /
16229#Psalm,132,11#11. Der HERR hat David in Wahrheit geschworen, / davon wird er nicht abgehen: / «Von der Frucht deines Leibes will ich setzen auf deinen Thron! /
16230#Psalm,132,12#12. Werden deine Söhne meinen Bund bewahren / und meine Zeugnisse, die ich sie lehren will, / so sollen auch ihre Söhne für immer / sitzen auf deinem Thron!» /
16231#Psalm,132,13#13. Denn der HERR hat Zion erwählt / und sie zu seiner Wohnung begehrt: /
16232#Psalm,132,14#14. «Dies ist für immer meine Ruhestatt, / hier will ich wohnen; denn so habe ich es begehrt. /
16233#Psalm,132,15#15. Ihre Nahrung will ich reichlich segnen, / ihre Armen sättigen mit Brot. /
16234#Psalm,132,16#16. Ihre Priester will ich mit Heil bekleiden, / und ihre Frommen sollen jubeln. /
16235#Psalm,132,17#17. Dort will ich dem David ein Horn hervorsprossen lassen, / eine Leuchte zurichten meinem Gesalbten. /
16236#Psalm,132,18#18. Seine Feinde will ich mit Schande bekleiden; / aber auf ihm soll seine Krone glänzen!»
16237#Psalm,133,1#1. Ein Wallfahrtslied. Von David. Siehe, wie fein und lieblich ist's, / wenn Brüder einträchtig beisammen wohnen! /
16238#Psalm,133,2#2. Wie das feine Öl auf dem Haupt, / das herabfließt in den Bart, den Bart Aarons, / das herabfließt bis zum Saum seiner Kleider; /
16239#Psalm,133,3#3. wie der Tau des Hermon, / der herabfällt auf die Berge Zions; / denn daselbst hat der HERR den Segen verheißen, / Leben bis in Ewigkeit.
16240#Psalm,134,1#1. Ein Wallfahrtslied. Wohlan-1-, lobet den HERRN, all ihr Knechte des HERRN, / die ihr des Nachts stehet im Hause des HERRN! / -1) w: Siehe, ihr . . .++
16241#Psalm,134,2#2. Erhebet eure Hände in Heiligkeit / und preiset den HERRN! /
16242#Psalm,134,3#3. Der HERR segne dich aus Zion, / der Himmel und Erde gemacht hat!
16243#Psalm,135,1#1. Hallelujah! / Lobet den Namen des HERRN! / Lobet ihn, ihr Knechte des HERRN, /
16244#Psalm,135,2#2. die ihr stehet im Hause des HERRN, / in den Vorhöfen des Hauses unsres Gottes! /
16245#Psalm,135,3#3. Lobet den HERRN, denn gütig ist der HERR; / singet seinem Namen, denn er ist lieblich! /
16246#Psalm,135,4#4. Denn der HERR hat sich Jakob erwählt, / Israel zu seinem besonderen Eigentum. /
16247#Psalm,135,5#5. Denn ich weiß, daß der HERR groß ist; / ja, unser Herr ist größer als alle Götter. /
16248#Psalm,135,6#6. Alles, was er will, das tut der HERR / im Himmel und auf Erden, / im Meer und in allen Tiefen: /
16249#Psalm,135,7#7. Er führt Wolken herauf vom Ende der Erde, / macht Blitze zum Regen / und holt den Wind aus seinen Speichern hervor. /
16250#Psalm,135,8#8. Er schlug Ägyptens Erstgeburten, / vom Menschen bis zum Vieh; /
16251#Psalm,135,9#9. er sandte Zeichen und Wunder in deine Mitte, o Ägyptenland, / gegen den Pharao und alle seine Knechte; /
16252#Psalm,135,10#10. er schlug große Nationen / und tötete mächtige Könige; /
16253#Psalm,135,11#11. Sihon, den König der Amoriter, / und Og, den König zu Basan, / und alle Könige Kanaans /
16254#Psalm,135,12#12. und gab ihr Land als Erbe, / als Erbe seinem Volke Israel. /
16255#Psalm,135,13#13. O HERR, dein Name währt ewig; / HERR, dein Gedächtnis bleibt für und für! /
16256#Psalm,135,14#14. Denn der HERR wird seinem Volke Recht schaffen / und mit seinen Knechten Mitleid haben. /
16257#Psalm,135,15#15. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, / von Menschenhand gemacht. /
16258#Psalm,135,16#16. Sie haben einen Mund und reden nicht, / Augen haben sie und sehen nicht; /
16259#Psalm,135,17#17. Ohren haben sie und hören nicht, / auch ist kein Odem in ihrem Mund! /
16260#Psalm,135,18#18. Ihnen sind gleich, die sie machen, / ein jeder, der auf sie vertraut. /
16261#Psalm,135,19#19. Haus Israel, lobe den HERRN! / Haus Aaron, lobe den HERRN! /
16262#Psalm,135,20#20. Haus Levi, lobe den HERRN! / Die ihr den HERRN fürchtet, lobet den HERRN! /
16263#Psalm,135,21#21. Gelobt sei der HERR von Zion aus, er, / der zu Jerusalem wohnt! Hallelujah!
16264#Psalm,136,1#1. Danket dem HERRN, denn er ist gütig; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16265#Psalm,136,2#2. Danket dem Gott der Götter; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16266#Psalm,136,3#3. Danket dem Herrn der Herren; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16267#Psalm,136,4#4. Ihm, der allein große Wunder tut; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16268#Psalm,136,5#5. der den Himmel mit Verstand erschuf; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16269#Psalm,136,6#6. der die Erde über den Wassern ausbreitete; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16270#Psalm,136,7#7. der große Lichter machte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16271#Psalm,136,8#8. die Sonne zur Beherrschung des Tages; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16272#Psalm,136,9#9. den Mond und die Sterne zur Beherrschung der Nacht; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16273#Psalm,136,10#10. der die Ägypter an ihren Erstgeburten schlug; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16274#Psalm,136,11#11. und Israel aus ihrer Mitte führte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16275#Psalm,136,12#12. mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16276#Psalm,136,13#13. der das Schilfmeer in zwei Teile schnitt; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16277#Psalm,136,14#14. und Israel mitten hindurchführte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16278#Psalm,136,15#15. und den Pharao samt seinem Heer ins Schilfmeer schüttelte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16279#Psalm,136,16#16. der sein Volk durch die Wüste führte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16280#Psalm,136,17#17. der große Könige schlug; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16281#Psalm,136,18#18. und mächtige Könige tötete; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16282#Psalm,136,19#19. Sihon, den König der Amoriter; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16283#Psalm,136,20#20. Og, den König von Basan; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16284#Psalm,136,21#21. und ihr Land als Erbe gab; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16285#Psalm,136,22#22. als Erbe seinem Knechte Israel; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16286#Psalm,136,23#23. der in unsrer Niedrigkeit unser gedachte; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16287#Psalm,136,24#24. und uns unsern Feinden entriß; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16288#Psalm,136,25#25. der allem Fleisch Speise gibt; / denn seine Gnade währt ewiglich! /
16289#Psalm,136,26#26. Danket dem Gott des Himmels; / denn seine Gnade währt ewiglich!
16290#Psalm,137,1#1. An den Strömen Babels saßen wir / und weinten, wenn wir Zions gedachten. /
16291#Psalm,137,2#2. An den Weiden, die dort sind, / hängten wir unsre Harfen auf. /
16292#Psalm,137,3#3. Denn die uns daselbst gefangen hielten, forderten Lieder von uns, / und unsre Peiniger, daß wir fröhlich seien: / «Singet uns eines von den Zionsliedern!» /
16293#Psalm,137,4#4. Wie sollten wir des HERRN Lied singen / auf fremdem Boden? /
16294#Psalm,137,5#5. Vergesse ich deiner, Jerusalem, / so verdorre meine Rechte! /
16295#Psalm,137,6#6. Meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben, / wenn ich deiner nicht gedenke, / wenn ich Jerusalem / nicht über meine höchste Freude setze! /
16296#Psalm,137,7#7. Gedenke, HERR, den Kindern Edoms / den Tag Jerusalems, wie sie sprachen: / «Zerstöret, zerstöret sie / bis auf den Grund!» - /
16297#Psalm,137,8#8. Tochter Babel, du Verwüsterin! / Wohl dem, der dir vergilt, / was du uns angetan! /
16298#Psalm,137,9#9. Wohl dem, der deine Kindlein nimmt / und sie zerschmettert am Felsgestein!
16299#Psalm,138,1#1. Von David. Dir will ich danken von ganzem Herzen, / vor den Göttern will ich dir lobsingen! /
16300#Psalm,138,2#2. Ich will anbeten, zu deinem heiligen Tempel gewandt, / und deinem Namen danken um deiner Gnade und Treue willen, / denn du hast über alles groß gemacht deinen Namen, dein Wort! /
16301#Psalm,138,3#3. Am Tage, da ich rief, antwortetest du mir; / du hast mich gestärkt und meine Seele ermutigt. /
16302#Psalm,138,4#4. Alle Könige der Erde werden dir, HERR, danken, / wenn sie die Worte deines Mundes hören; /
16303#Psalm,138,5#5. und sie werden singen von den Wegen des HERRN; / denn groß ist die Herrlichkeit des HERRN! /
16304#Psalm,138,6#6. Denn der HERR ist erhaben und sieht auf das Niedrige / und erkennt den Stolzen von ferne. /
16305#Psalm,138,7#7. Wenn ich die größte Gefahr laufe, so wirst du mich am Leben erhalten; / gegen den Zorn meiner Feinde wirst du deine Hand ausstrecken, / und deine Rechte wird mich retten. /
16306#Psalm,138,8#8. Der HERR wird es für mich vollführen! / HERR, deine Gnade währt ewiglich; / das Werk deiner Hände wirst du nicht lassen!
16307#Psalm,139,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. HERR, du hast mich erforscht und kennst mich! /
16308#Psalm,139,2#2. Ich sitze oder stehe, so weißt du es; / du merkst meine Gedanken von ferne. /
16309#Psalm,139,3#3. Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege, / und bist vertraut mit allen meinen Wegen; /
16310#Psalm,139,4#4. ja es ist kein Wort auf meiner Zunge, / das du, HERR, nicht völlig wüßtest! /
16311#Psalm,139,5#5. Von hinten und von vorn-1- hast du mich eingeschlossen / und deine Hand auf mich gelegt. / -1) o: Rückwärts und vorwärts.++
16312#Psalm,139,6#6. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, / zu hoch, als daß ich sie fassen könnte! /
16313#Psalm,139,7#7. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist, / wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? /
16314#Psalm,139,8#8. Führe ich zum Himmel, so bist du da; / bettete ich mir im Totenreich, siehe, so bist du auch da! /
16315#Psalm,139,9#9. Nähme ich Flügel der Morgenröte / und bliebe am äußersten Meer, /
16316#Psalm,139,10#10. so würde auch daselbst deine Hand mich führen / und deine Rechte mich halten! /
16317#Psalm,139,11#11. Spräche ich: «Finsternis möge mich überfallen / und das Licht zur Nacht werden um mich her!», /
16318#Psalm,139,12#12. so ist auch die Finsternis nicht finster für dich, / und die Nacht leuchtet wie der Tag; / Finsternis ist wie das Licht. - /
16319#Psalm,139,13#13. Denn du hast meine Nieren geschaffen, / du wobest mich in meiner Mutter Schoß. /
16320#Psalm,139,14#14. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; / wunderbar sind deine Werke, / und meine Seele erkennt das wohl! /
16321#Psalm,139,15#15. Mein Gebein war dir nicht verhohlen, / da ich im Verborgenen gemacht ward, / gewirkt tief unten auf Erden. /
16322#Psalm,139,16#16. Deine Augen sahen mich, als ich noch unentwickelt war, / und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, / als derselben noch keiner war. /
16323#Psalm,139,17#17. Und wie teuer sind mir, o Gott, deine Gedanken! / Wie groß ist ihre Summe! /
16324#Psalm,139,18#18. Wollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein als der Sand. / Wenn ich erwache, so bin ich noch bei dir! /
16325#Psalm,139,19#19. Ach Gott, daß du den Gottlosen tötetest / und die Blutgierigen von mir weichen müßten! /
16326#Psalm,139,20#20. Denn sie empören sich arglistig wider dich; / deine Feinde erheben (ihre Hand) zur Lüge. /
16327#Psalm,139,21#21. Sollte ich nicht hassen, die dich, HERR, hassen, / und keinen Abscheu empfinden vor deinen Widersachern? /
16328#Psalm,139,22#22. Ich hasse sie mit vollkommenem Haß, / sie sind mir zu Feinden geworden. /
16329#Psalm,139,23#23. Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; / prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; /
16330#Psalm,139,24#24. und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, / und leite mich auf ewigem Wege!
16331#Psalm,140,1#1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
16332#Psalm,140,2#2. Errette mich, HERR, von den bösen Menschen; / vor den Gewalttätigen bewahre mich! /
16333#Psalm,140,3#3. Denn sie haben Böses im Sinn / und erregen täglich Streit. /
16334#Psalm,140,4#4. Sie spitzen ihre Zunge wie eine Schlange, / Otterngift ist unter ihren Lippen. - / (Pause.)
16335#Psalm,140,5#5. Bewahre mich, HERR, vor den Händen des Gottlosen, / behüte mich vor dem gewalttätigen Menschen, / der mich zu Fall bringen will! /
16336#Psalm,140,6#6. Die Stolzen legen mir Fallen und Schlingen, / sie spannen ein Netz aus neben dem Weg; / sie haben mir Fallstricke gelegt. - / (Pause.)
16337#Psalm,140,7#7. Ich aber sage zum HERRN: Du bist mein Gott; / HERR, vernimm die Stimme meines Flehens! /
16338#Psalm,140,8#8. O HERR, mein Gott, du bist meine mächtige Hilfe; / du schützest mein Haupt am Tage der Schlacht! /
16339#Psalm,140,9#9. HERR, gib dem Gottlosen nicht, was er will; / laß seinen Anschlag nicht gelingen! - / (Pause.)
16340#Psalm,140,10#10. Erheben sie das Haupt rings um mich her, / so komme das Unheil ihrer Lippen über sie selbst! /
16341#Psalm,140,11#11. Feuerglut falle auf sie! / Ins Feuer stürze er sie, / in Wassertiefen, daß sie nicht mehr aufstehn! /
16342#Psalm,140,12#12. Der Verleumder wird nicht bestehen im Lande; / den frechen Menschen wird das Unglück verfolgen bis zu seinem Untergang! /
16343#Psalm,140,13#13. Ich weiß, daß der HERR des Elenden Sache führen / und dem Armen Recht schaffen wird. /
16344#Psalm,140,14#14. Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen / und die Redlichen vor deinem Angesicht wohnen!
16345#Psalm,141,1#1. Ein Psalm Davids. HERR, ich rufe zu dir, eile zu mir; / vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe! /
16346#Psalm,141,2#2. Mein Gebet steige vor dir auf wie Räucherwerk, / meiner Hände Aufheben sei wie das Abendopfer. /
16347#Psalm,141,3#3. HERR, stelle eine Wache an meinen Mund, / bewahre die Tür meiner Lippen! /
16348#Psalm,141,4#4. Laß mein Herz sich nicht zu einer bösen Sache neigen, / daß ich gottlose Taten vollbringe mit den Übeltätern; / und von ihren Leckerbissen laß mich nicht genießen! /
16349#Psalm,141,5#5. Der Gerechte schlage mich, das ist Gnade; / und er züchtige mich, das ist Öl für mein Haupt, / dessen sich mein Haupt nicht weigern soll, wenn es auch wiederholt geschieht; / ich bete nur gegen ihre Bosheiten. /
16350#Psalm,141,6#6. Sind ihre Richter in die Felsspalte gestürzt, / so wird man hören, daß meine Reden lieblich sind. /
16351#Psalm,141,7#7. Wie man Samen in die aufgebrochene Erde streut, / so unsre Gebeine in den Rachen des Totenreichs. /
16352#Psalm,141,8#8. Darum sind meine Augen auf dich gerichtet, o HERR, mein Gott; / bei dir suche ich Zuflucht; / schütte mein Leben nicht aus! /
16353#Psalm,141,9#9. Bewahre mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt haben, / vor den Fallstricken der Übeltäter! /
16354#Psalm,141,10#10. Die Gottlosen sollen allesamt in ihre eigenen Netze fallen, / während ich daran vorübergehe!
16355#Psalm,142,1#1. Eine Unterweisung von David, als er in der Höhle war. Ein Gebet.
16356#Psalm,142,2#2. Ich schreie mit meiner Stimme zum HERRN, / ich flehe mit meiner Stimme zum HERRN. /
16357#Psalm,142,3#3. Ich schütte meine Klage vor ihm aus / und tue ihm kund meine Not. /
16358#Psalm,142,4#4. Wenn mein Geist in mir bekümmert ist, kennst du meinen Pfad; / auf dem Wege, den ich wandeln soll, / haben sie mir eine Schlinge gelegt. /
16359#Psalm,142,5#5. Schaue ich zur Rechten, siehe, / so will mich niemand kennen; / jede Zuflucht ist mir abgeschnitten, / niemand fragt nach meiner Seele! /
16360#Psalm,142,6#6. Darum schreie ich, o HERR, zu dir / und sage: Du bist meine Zuflucht, / mein Teil im Lande der Lebendigen! /
16361#Psalm,142,7#7. Merke auf mein Wehklagen; / denn ich bin sehr schwach; / errette mich von meinen Verfolgern; / denn sie sind mir zu mächtig geworden! /
16362#Psalm,142,8#8. Führe meine Seele aus dem Kerker, / daß ich deinen Namen preise! / Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, / wenn du mir wohlgetan.
16363#Psalm,143,1#1. Ein Psalm Davids. HERR, höre mein Gebet, merke auf mein Flehen! / Antworte mir in deiner Treue, in deiner Gerechtigkeit! /
16364#Psalm,143,2#2. Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; / denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! /
16365#Psalm,143,3#3. Denn der Feind verfolgt meine Seele; / er hat mein Leben zu Boden getreten / und zwingt mich, im Dunkeln zu sitzen / wie die längst Verstorbenen. /
16366#Psalm,143,4#4. Und mein Geist ist tief betrübt, / mein Herz will erstarren in mir. /
16367#Psalm,143,5#5. Ich gedenke der längst vergangenen Tage, / rufe mir alle deine Taten in Erinnerung / und sinne über die Werke deiner Hände. /
16368#Psalm,143,6#6. Ich strecke meine Hände aus nach dir, / meine Seele schmachtet nach dir wie ein dürres Land. - / (Pause.)
16369#Psalm,143,7#7. Erhöre mich eilends, o HERR! / Mein Geist nimmt ab; / verbirg dein Angesicht nicht vor mir, / daß ich nicht denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren. /
16370#Psalm,143,8#8. Laß mich frühe deine Gnade hören; / denn auf dich vertraue ich! / Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; / denn zu dir erhebe ich meine Seele. /
16371#Psalm,143,9#9. Errette mich, HERR, von meinen Feinden; / denn bei dir suche ich Schutz! /
16372#Psalm,143,10#10. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen; / denn du bist mein Gott, / dein guter Geist führe  mich auf richtiger Bahn! /
16373#Psalm,143,11#11. Um deines Namens willen, HERR, erhalte mich am Leben; / durch deine Gerechtigkeit führe meine Seele aus der Not! /
16374#Psalm,143,12#12. Und in deiner Gnade vertilge meine Feinde / und bringe alle Widersacher meiner Seele um! / Denn ich bin dein Knecht.
16375#Psalm,144,1#1. Von David. Gelobt sei der HERR, mein Fels, / der meine Hände geschickt macht zum Streit, / meine Finger zum Krieg; /
16376#Psalm,144,2#2. meine gnädige und sichere Zuflucht, / meine Burg und mein Erretter, / mein Schild, der mich schützt, / der mir auch mein Volk unterwirft! /
16377#Psalm,144,3#3. HERR, was ist der Mensch, daß du ihn berücksichtigst, / des Menschen Sohn, daß du auf ihn achtest? /
16378#Psalm,144,4#4. Der Mensch gleicht einem Hauch, / seine Tage sind wie ein Schatten, der vorüberhuscht! /
16379#Psalm,144,5#5. HERR, neige deinen Himmel und fahre herab! / Rühre die Berge an, daß sie rauchen! /
16380#Psalm,144,6#6. Laß blitzen und zerstreue sie, schieße deine Pfeile ab und schrecke sie! /
16381#Psalm,144,7#7. Strecke deine Hand aus von der Höhe; / rette mich und reiße mich heraus aus großen Wassern, / aus der Hand der Söhne des fremden Landes, /
16382#Psalm,144,8#8. deren Mund Lügen redet / und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist. /
16383#Psalm,144,9#9. O Gott, ein neues Lied will ich dir singen, / auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen, /
16384#Psalm,144,10#10. der du den Königen Sieg gibst / und deinen Knecht David errettest von dem gefährlichen Schwert! /
16385#Psalm,144,11#11. Errette mich und reiße mich heraus aus der Hand der Söhne des fremden Landes, / deren Mund Lügen redet / und deren Rechte eine betrügliche Rechte ist, /
16386#Psalm,144,12#12. daß unsre Söhne wie Pflanzen / aufwachsen in ihrer Jugend, / unsre Töchter wie Ecksäulen seien, / gemeißelt nach Bauart eines Palastes; /
16387#Psalm,144,13#13. unsre Speicher gefüllt, / Vorräte darzureichen aller Art; / daß unsrer Schafe tausend und abertausend werden / auf unsern Weiden; /
16388#Psalm,144,14#14. daß unsre Rinder trächtig seien, / ohne Unfall noch Verlust, / daß man nicht zu klagen habe auf unsern Straßen! /
16389#Psalm,144,15#15. Wohl dem Volk, dem es also geht; / wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!
16390#Psalm,145,1#1. Ein Loblied, von David. Ich will dich erheben, mein Gott und König, / und deinen Namen loben immer und ewiglich! /
16391#Psalm,145,2#2. Täglich will ich dich preisen / und deinen Namen rühmen immer und ewiglich! /
16392#Psalm,145,3#3. Groß ist der HERR und hoch zu loben, / und seine Größe ist unerforschlich. /
16393#Psalm,145,4#4. Ein Geschlecht rühme dem andern deine Werke / und tue deine mächtigen Taten kund! /
16394#Psalm,145,5#5. Vom herrlichen Glanz deiner Majestät sollen sie berichten, / und deine Wunder will ich verkünden. /
16395#Psalm,145,6#6. Von deiner erstaunlichen Gewalt soll man reden, / und deine großen Taten will ich erzählen. /
16396#Psalm,145,7#7. Das Lob deiner großen Güte lasse man reichlich fließen, / und deine Gerechtigkeit soll man rühmen! /
16397#Psalm,145,8#8. Gnädig und barmherzig ist der HERR, / geduldig und von großer Güte! /
16398#Psalm,145,9#9. Der HERR ist gegen alle gütig, / und seine Barmherzigkeit erstreckt sich über alle seine Werke. /
16399#Psalm,145,10#10. Alle deine Werke sollen dir danken, o HERR, / und deine Frommen dich loben. /
16400#Psalm,145,11#11. Von der Herrlichkeit deines Königreichs sollen sie reden / und von deiner Gewalt sprechen, /
16401#Psalm,145,12#12. daß sie den Menschenkindern seine Gewalt kundmachen / und die prachtvolle Herrlichkeit seines Königreiches. - /
16402#Psalm,145,13#13. Dein Reich ist ein Reich für alle Ewigkeiten, / und deine Herrschaft erstreckt sich auf alle Geschlechter. /
16403#Psalm,145,14#14. Der HERR stützt alle, die da fallen, / und richtet alle Gebeugten auf. /
16404#Psalm,145,15#15. Aller Augen warten auf dich, / und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit; /
16405#Psalm,145,16#16. du tust deine Hand auf / und sättigst alles, was da lebt, mit Wohlgefallen. /$
16406#Psalm,145,17#17. Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen / und gnädig in allen seinen Werken. /
16407#Psalm,145,18#18. Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, / allen, die ihn in Wahrheit anrufen; /
16408#Psalm,145,19#19. er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, / und hört ihr Schreien und hilft ihnen. /
16409#Psalm,145,20#20. Der HERR behütet alle, die ihn lieben, / und wird alle Gottlosen vertilgen! /
16410#Psalm,145,21#21. Mein Mund soll des HERRN Ruhm verkündigen; / und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen / immer und ewiglich!
16411#Psalm,146,1#1. Hallelujah! / Lobe den HERRN, meine Seele! /
16412#Psalm,146,2#2. Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, / und meinen Gott besingen, weil ich noch bin! /
16413#Psalm,146,3#3. Verlasset euch nicht auf Fürsten, / auf ein Menschenkind, bei dem keine Rettung ist! /
16414#Psalm,146,4#4. Sein Geist fährt aus, er wird wieder zu Erde; / an dem Tage sind alle seine Vorhaben vernichtet! /
16415#Psalm,146,5#5. Wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist, / des Hoffnung steht auf dem HERRN, seinem Gott! /
16416#Psalm,146,6#6. Dieser hat Himmel und Erde gemacht, / das Meer und alles, was drinnen ist; / er ist's auch, der ewiglich Treue bewahrt. /
16417#Psalm,146,7#7. Er schafft den Unterdrückten Recht / und gibt den Hungrigen Brot; / der HERR löst Gebundene. /
16418#Psalm,146,8#8. Der HERR macht Blinde sehend; / der HERR richtet Gebeugte auf; / der HERR liebt die Gerechten. /
16419#Psalm,146,9#9. Der HERR behütet den Fremdling; / er erhält Waisen und Witwen; / aber den Gottlosen läßt er verkehrte Wege wandeln. /
16420#Psalm,146,10#10. Der HERR wird ewiglich herrschen, / dein Gott, o Zion, für und für! / Hallelujah!
16421#Psalm,147,1#1. Lobet den HERRN! / Denn es ist gut, unserm Gott zu singen: / es ist lieblich, es ziemt sich der Lobgesang. /
16422#Psalm,147,2#2. Der HERR baut Jerusalem, / die Verjagten Israels wird er sammeln. /
16423#Psalm,147,3#3. Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, / und lindert ihre Schmerzen; /
16424#Psalm,147,4#4. er zählt die Zahl der Sterne / und nennt sie alle mit Namen. /
16425#Psalm,147,5#5. Groß ist unser Herr und reich an Macht; / sein Verstand ist unermeßlich. /
16426#Psalm,147,6#6. Der HERR richtet die Gedemütigten wieder auf, / er erniedrigt die Gottlosen bis zur Erde. /
16427#Psalm,147,7#7. Stimmt dem HERRN ein Danklied an, / spielt unserm Gott auf der Harfe, /
16428#Psalm,147,8#8. der den Himmel mit Wolken bedeckt, / der Regen bereitet für die Erde / und auf den Bergen Gras wachsen läßt; /
16429#Psalm,147,9#9. der dem Vieh sein Futter gibt, / den jungen Raben, die ihn anrufen! /
16430#Psalm,147,10#10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, / noch Gefallen an den Schenkeln des Mannes; /
16431#Psalm,147,11#11. der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, / die auf seine Gnade hoffen. /
16432#Psalm,147,12#12. Preise, Jerusalem, den HERRN; / lobe, Zion, deinen Gott! /
16433#Psalm,147,13#13. Denn er hat die Riegel deiner Tore befestigt, / deine Kinder gesegnet in deiner Mitte; /
16434#Psalm,147,14#14. er gibt deinen Grenzen Frieden / und sättigt dich mit dem besten Weizen. /
16435#Psalm,147,15#15. Er sendet seine Rede auf Erden; / gar schnell läuft sein Wort; /
16436#Psalm,147,16#16. er gibt Schnee wie Wolle, / er streut Reif wie Asche; /
16437#Psalm,147,17#17. er wirft sein Eis wie Brocken; / wer kann bestehen vor seinem Frost? /
16438#Psalm,147,18#18. Er sendet sein Wort, so zerschmelzen sie; / er läßt seinen Wind wehen, so tauen sie auf. /
16439#Psalm,147,19#19. Er läßt Jakob sein Wort verkündigen, / Israel seine Satzungen und Rechte. /
16440#Psalm,147,20#20. So hat er keinem Volk getan, / noch läßt er sie wissen seine Rechte. / Hallelujah!
16441#Psalm,148,1#1. Hallelujah! / Lobet den HERRN vom Himmel her, / lobet ihn in der Höhe! /
16442#Psalm,148,2#2. Lobet ihn, alle seine Engel; / lobet ihn, alle seine Heerscharen! /
16443#Psalm,148,3#3. Lobet ihn, Sonne und Mond; / lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! /
16444#Psalm,148,4#4. Lobet ihn, ihr Himmelshöhen / und ihr Wasser oben am Himmel! /
16445#Psalm,148,5#5. Sie sollen loben den Namen des HERRN; / denn sie entstanden auf sein Geheiß, /
16446#Psalm,148,6#6. und er verlieh ihnen ewigen Bestand; / er gab ein Gesetz, das nicht überschritten wird. /
16447#Psalm,148,7#7. Lobet den HERRN von der Erde her, / ihr Walfische und alle Meeresfluten! /
16448#Psalm,148,8#8. Feuer und Hagel, Schnee und Dunst, / Sturmwind, der sein Wort ausführt; /
16449#Psalm,148,9#9. Berge und alle Hügel, / Obstbäume und alle Zedern; /
16450#Psalm,148,10#10. wilde Tiere und alles Vieh, / alles, was kriecht und fliegt; /
16451#Psalm,148,11#11. die Könige der Erde und alle Nationen, / die Fürsten und alle Richter auf Erden; /
16452#Psalm,148,12#12. Jünglinge und auch Jungfrauen, / Greise mitsamt den Knaben; /
16453#Psalm,148,13#13. sie sollen loben den Namen des HERRN! / Denn sein Name allein ist erhaben, / sein Glanz überstrahlt Erde und Himmel. /
16454#Psalm,148,14#14. Und er hat das Horn seines Volkes erhöht, / allen seinen Frommen zum Ruhm, / den Kindern Israel, dem Volk, das ihm nahe ist. / Hallelujah!
16455#Psalm,149,1#1. Hallelujah! / Singet dem HERRN ein neues Lied, / sein Lob in der Gemeinde der Frommen! /
16456#Psalm,149,2#2. Israel freue sich seines Schöpfers, / die Kinder Zions sollen jubeln über ihren König! /
16457#Psalm,149,3#3. Sie sollen seinen Namen loben im Reigen, / mit Pauken und Harfen ihm spielen! /
16458#Psalm,149,4#4. Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk; / er schmückt die Gedemütigten mit Heil. /
16459#Psalm,149,5#5. Die Frommen sollen frohlocken vor Herrlichkeit, / sie sollen jauchzen auf ihren Lagern; /
16460#Psalm,149,6#6. das Lob Gottes sei in ihrem Mund / und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand, /
16461#Psalm,149,7#7. um Rache zu üben an den Völkern, / Strafe an den Nationen, /
16462#Psalm,149,8#8. um ihre Könige mit Ketten zu binden / und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, /
16463#Psalm,149,9#9. um an ihnen zu vollstrecken das geschriebene Urteil; / das ist eine Ehre für alle seine Frommen. / Hallelujah!
16464#Psalm,150,1#1. Hallelujah! / Lobet Gott in seinem Heiligtum, / lobet ihn in der Feste seiner Macht! /
16465#Psalm,150,2#2. Lobet ihn wegen seiner mächtigen Taten, / lobet ihn ob seiner großen Majestät! /
16466#Psalm,150,3#3. Lobet ihn mit Posaunenschall, / lobet ihn mit Psalter und Harfe! /
16467#Psalm,150,4#4. Lobet ihn mit Pauken und Reigen, / lobet ihn mit Saitenspiel und Flöte! /
16468#Psalm,150,5#5. Lobet ihn mit hellen Zimbeln, / lobet ihn mit lauten Zimbeln! /
16469#Psalm,150,6#6. Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! / Hallelujah!

12873#Hiob,1,1#1. ES war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Der war ein ganzer und gerader Mann, der Gott fürchtete und vom Bösen wich.
12874#Hiob,1,2#2. Es wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren.
12875#Hiob,1,3#3. Er besaß an Herden 7 000 Schafe, 3 000 Kamele, 500 Joch Rinder und 500 Eselinnen; und seine Dienerschaft war sehr groß, also daß der Mann größer war, als alle, die im Morgenlande wohnten.
12876#Hiob,1,4#4. Seine Söhne aber gingen und machten Gastmähler, ein jeder in seinem Hause und an seinem Tage, und sie sandten hin und luden auch ihre drei Schwestern ein, um mit ihnen zu essen und zu trinken.
12877#Hiob,1,5#5. Wenn dann die Tage des Gastmahls zu Ende waren, ließ Hiob sie holen und heiligte sie; er stand des Morgens früh auf und brachte Opfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob sprach: Vielleicht möchten meine Söhne gesündigt und in ihren Herzen Gott den Abschied gegeben haben. - Also tat Hiob allezeit.
12878#Hiob,1,6#6. Es begab sich aber eines Tages, da die Söhne Gottes vor den HERRN zu treten pflegten, daß auch der Satan unter ihnen kam.
12879#Hiob,1,7#7. Da sprach der HERR zum Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HERRN und sprach: Ich habe das Land durchstreift und bin darin umhergegangen.
12880#Hiob,1,8#8. Da sprach der HERR zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen ist nicht auf Erden, ein so ganzer und gerader Mann, der Gott fürchtet und vom Bösen weicht.
12881#Hiob,1,9#9. Satan antwortete dem HERRN und sprach: Ist Hiob umsonst gottesfürchtig?
12882#Hiob,1,10#10. Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet und seine Herden breiten sich im Lande aus.
12883#Hiob,1,11#11. Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat; laß sehen, ob er dir dann nicht ins Angesicht den Abschied geben wird!
12884#Hiob,1,12#12. Da sprach der HERR zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur nach ihm selbst strecke deine Hand nicht aus! Also ging der Satan aus von dem Angesicht des HERRN.
12885#Hiob,1,13#13. Und es begab sich eines Tages, da seine Söhne und Töchter im Hause ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken,
12886#Hiob,1,14#14. da kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten und die Eselinnen weideten neben ihnen;
12887#Hiob,1,15#15. da fielen die Sabäer ein und nahmen sie weg und erschlugen die Knaben mit der Schärfe des Schwertes; ich aber bin entronnen, nur ich allein, um es dir anzuzeigen.
12888#Hiob,1,16#16. Der redete noch, als ein anderer kam und sagte: Gottes Feuer ist vom Himmel gefallen und hat Schafe und Knaben angezündet und verzehrt; ich aber bin entronnen, nur ich allein, daß ich es dir anzeige!
12889#Hiob,1,17#17. Der redete noch, als ein anderer kam und sagte: Die Chaldäer haben drei Haufen aufgestellt und sind über die Kamele hergefallen und haben sie weggenommen und haben die Knaben mit der Schärfe des Schwertes erschlagen; ich aber bin entronnen, nur ich allein, um es dir anzuzeigen. -
12890#Hiob,1,18#18. Während dieser noch redete, kam ein anderer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Hause ihres erstgeborenen Bruders;
12891#Hiob,1,19#19. und siehe, da kam ein heftiger Wind drüben von der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses, so daß es auf die jungen Leute stürzte und sie starben; ich aber bin davongekommen, nur ich allein, daß ich es dir anzeige!
12892#Hiob,1,20#20. Da stand Hiob auf und zerriß sein Kleid und schor sein Haupt und fiel zur Erde nieder und betete an.
12893#Hiob,1,21#21. Und er sprach: Nackt bin ich von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahingehen; der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gelobt!
12894#Hiob,1,22#22. Bei alledem sündigte Hiob nicht und benahm sich nicht ungebührlich gegen Gott.
12895#Hiob,2,1#1. Es kam aber ein Tag, da die Söhne Gottes sich vor dem HERRN zu stellen pflegten; da erschien unter ihnen auch der Satan, um sich vor dem HERRN zu stellen.
12896#Hiob,2,2#2. Da sprach der HERR zum Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HERRN und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf.
12897#Hiob,2,3#3. Da sprach der HERR zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen ist auf Erden nicht, ein so ganzer und gerader Mann, der Gott fürchtet und vom Bösen weicht; und noch hält er fest an seiner Vollkommenheit-1-, obschon du mich gereizt hast, ihn ohne Ursache zu verderben. -1) o: Frömmigkeit.++
12898#Hiob,2,4#4. Satan antwortete dem HERRN und sprach: Haut für Haut; und alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben.
12899#Hiob,2,5#5. Aber strecke doch deine Hand aus und taste ihn selbst an und sein Fleisch, so wird er dir sicher ins Angesicht den Abschied geben!
12900#Hiob,2,6#6. Da sprach der HERR zum Satan: Siehe, er ist in deiner Hand; nur schone seines Lebens!
12901#Hiob,2,7#7. Da ging der Satan aus von dem Angesicht des HERRN und plagte Hiob mit bösen Geschwüren von der Fußsohle bis zum Scheitel,
12902#Hiob,2,8#8. also daß Hiob eine Scherbe nahm, um sich damit zu kratzen, und sich in den Aschenhaufen setzte.
12903#Hiob,2,9#9. Da sprach sein Weib zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit? Sage dich los von Gott und stirb!
12904#Hiob,2,10#10. Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie ein törichtes Weib redet. Haben wir Gutes empfangen von Gott, sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Bei alledem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.
12905#Hiob,2,11#11. ALS aber die drei Freunde Hiobs all das Unglück vernahmen, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeder von seinem Ort, nämlich Eliphas, der Temaniter, und Bildad, der Schuchiter, und Zophar, der Naamatiter; diese kamen überein, miteinander hinzugehen, ihn zu beklagen und zu trösten-1-. -1) beachte Hiob 42,7.8.++
12906#Hiob,2,12#12. Und als sie von ferne ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht mehr. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten; und sie zerrissen ein jeder sein Kleid und sprengten Staub über ihre Häupter gen Himmel.
12907#Hiob,2,13#13. Dann setzten sie sich zu ihm auf den Erdboden sieben Tage und sieben Nächte lang, und keiner redete ein Wort zu ihm; denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.
12908#Hiob,3,1#1. DARNACH tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte den Tag seiner Geburt.
12909#Hiob,3,2#2. Hiob hob an und sprach:
12910#Hiob,3,3#3. Verloren gehe der Tag, da ich geboren bin, die Nacht, da es hieß: Ein Knabe ist gezeugt!
12911#Hiob,3,4#4. Verfinstert werde dieser Tag; Gott in der Höhe frage nicht nach ihm, und niemals falle ein Lichtstrahl darauf!
12912#Hiob,3,5#5. Finsternis und Todesschatten nehme ihn ein, Gewölk umhülle ihn und überfalle diesen trüben Tag!
12913#Hiob,3,6#6. Und jene Nacht, - das Dunkel raffe sie weg, sie freue sich in des Jahres Tagen nie und komme nicht in die Zahl der Monde.
12914#Hiob,3,7#7. Ja, jene Nacht sei unfruchtbar, kein Jubel ertöne in ihr!
12915#Hiob,3,8#8. Die, so den Tagen Böses losen und imstande sind, den Drachen aufzuwecken, sollen sie verfluchen.
12916#Hiob,3,9#9. Verfinstert müssen ihrer Dämmerung Sterne sein, sie warte auf Licht und es bleibe aus; sie schaue auch die Wimpern der Morgenröte nicht!
12917#Hiob,3,10#10. Weil sie den Mutterleib mir nicht verschloß und den Jammer nicht vor meinen Augen verbarg.
12918#Hiob,3,11#11. Warum starb ich nicht gleich bei der Geburt und kam nicht um, sobald ich aus Mutterschoße ging?
12919#Hiob,3,12#12. Warum kamen mir Knie entgegen und wozu Brüste, daß ich sog?
12920#Hiob,3,13#13. Denn jetzt läge ich da und wäre stille; wäre ich entschlafen, so hätte ich nun Ruhe
12921#Hiob,3,14#14. mit Königen und Landesräten, die sich Steinhaufen erbaut haben,
12922#Hiob,3,15#15. oder mit Fürsten, reich an Gold, die in ihren Häusern Silber häuften.
12923#Hiob,3,16#16. Oder wäre ich gar niemals dagewesen, wie eine verborgene Fehlgeburt, den Kindlein gleich, die nie das Licht gesehen haben! -
12924#Hiob,3,17#17. Dort hört der Frevler Toben auf, dort finden die Erschöpften Ruh;
12925#Hiob,3,18#18. alle Gefangenen sind dort in Frieden, sie hören die Stimme des Treibers nicht mehr;
12926#Hiob,3,19#19. Kleine und Große sind daselbst, und der Knecht ist frei von seinem Herrn!
12927#Hiob,3,20#20. Warum läßt er Lebensmüde noch die Sonne sehen und zwingt er betrübte Seelen noch zu leben? -
12928#Hiob,3,21#21. die auf den Tod harren, und er kommt nicht, die nach ihm graben, mehr als nach Schätzen;
12929#Hiob,3,22#22. die sich freuen würden und jubelten, die frohlockten, wenn sie ein Grab fänden. -
12930#Hiob,3,23#23. (Was soll das Leben) dem Manne, dem sein Weg verborgen ist, den Gott rings umzäunt hat?
12931#Hiob,3,24#24. Denn statt zu essen, seufze ich, und meine Klage ergießt sich wie ein Wasserstrom.
12932#Hiob,3,25#25. Denn was ich gefürchtet habe, das ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen.
12933#Hiob,3,26#26. Ich kann nicht ruhen und nicht rasten, und kaum habe ich mich erholt, so kommt ein neuer Sturm über mich.
12934#Hiob,4,1#1. DA hob Eliphas, der Temaniter, an und sprach:
12935#Hiob,4,2#2. Vielleicht verdrießt es dich, wenn man versucht, ein Wort mit dir zu reden; wer hält aber die Rede zurück?
12936#Hiob,4,3#3. Siehe, du hast viele zurechtgewiesen und müde Hände gestärkt.
12937#Hiob,4,4#4. Deine Reden haben Strauchelnde aufgerichtet, und wankende Knie hast du gekräftigt.
12938#Hiob,4,5#5. Da es nun an dich kommt, erliegst du, und weil es dich trifft, bist du so bestürzt.
12939#Hiob,4,6#6. Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost und die Vollkommenheit deines Weges deine Hoffnung?
12940#Hiob,4,7#7. Bedenke aber: ist je ein Unschuldiger umgekommen, oder wurden je Rechtschaffene vertilgt?
12941#Hiob,4,8#8. Soviel ich gesehen habe: die Unrecht pflügen und Unheil säen, ernten es auch.
12942#Hiob,4,9#9. Durch Gottes Odem kommen sie um; durch den Hauch seines Zornes werden sie verzehrt.
12943#Hiob,4,10#10. Das Brüllen des Löwen und die Stimme des Leuen verstummt, und die Zähne der jungen Löwen werden ausgebrochen.
12944#Hiob,4,11#11. Der Löwe verdirbt aus Mangel an Raub, und die Jungen der Löwin zerstreuen sich.
12945#Hiob,4,12#12. Zu mir aber stahl sich ein Wort, mein Ohr vernahm ein leises Flüstern;
12946#Hiob,4,13#13. beim Nachdenken über Nachtgesichte, als tiefer Schlaf auf die Menschen gefallen war,
12947#Hiob,4,14#14. da kam Furcht über mich und ein Zittern und durchschauerte alle meine Gebeine;
12948#Hiob,4,15#15. denn ein Geist ging an mir vorüber, die Haare meines Leibes standen mir darob zu Berge.
12949#Hiob,4,16#16. Er stand da, und ich erkannte sein Aussehen nicht, eine Gestalt war vor meinen Augen, ich hörte eine flüsternde Stimme:
12950#Hiob,4,17#17. Ist der Sterbliche gerecht vor Gott oder ein Mann vor seinem Schöpfer rein?
12951#Hiob,4,18#18. Siehe, seinen Dienern traut er nicht, bei seinen Engeln nimmt er Irrtum wahr;
12952#Hiob,4,19#19. wieviel mehr bei denen, die in Lehmhütten wohnen, deren Fundament im Staube liegt und die gleich Motten zerstört werden!
12953#Hiob,4,20#20. Zwischen Morgen und Abend gehen sie zugrunde; ehe man sich's versieht, sind sie für immer dahin.
12954#Hiob,4,21#21. Wird nicht ihr Zeltstrick abgerissen? Sie sterben, - und zwar nicht an Weisheit!
12955#Hiob,5,1#1. Rufe doch! Ist einer, der dir antwortet? Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden?
12956#Hiob,5,2#2. Denn den Toren erwürgt der Zorn, und den Einfältigen tötet der Eifer.
12957#Hiob,5,3#3. Ich selbst habe einen Toren gesehen, der Wurzel schlug; sobald ich aber sein Gehöft verfluchte,
12958#Hiob,5,4#4. waren seine Söhne vom Glück verlassen und wurden unterdrückt im Tore, und niemand rettete sie;
12959#Hiob,5,5#5. seine Ernte fraß der Hungrige und nahm sie ihm aus den Dornen heraus, und sein Vermögen schnappten die Habgierigen weg.
12960#Hiob,5,6#6. Denn Unglück wächst nicht aus dem Staub hervor, und Unheil sproßt nicht aus der Erde;
12961#Hiob,5,7#7. sondern der Mensch ist zum Unglück geboren, wie die Funken aufwärts fliegen.
12962#Hiob,5,8#8. Aber doch würde ich Gott suchen und meine Rede an ihn richten,
12963#Hiob,5,9#9. der große, unerforschliche Dinge tut, Wunder ohne Zahl:
12964#Hiob,5,10#10. Er gießt Regen auf die Erde und sendet Wasser über die Fluren;
12965#Hiob,5,11#11. er erhöht die Niedrigen und die Leidtragenden erlangen das Heil;
12966#Hiob,5,12#12. er vereitelt die Anschläge der Listigen, daß ihre Hand nicht helfen kann;
12967#Hiob,5,13#13. er fängt die Weisen in ihrer Klugheit, und der Verschmitzten Rat überstürzt sich selbst;
12968#Hiob,5,14#14. bei Tage stoßen sie an wie im Dunkel und tappen zu Mittag wie in der Nacht.
12969#Hiob,5,15#15. Aber den Armen errettet er vom Schwert und aus ihrem Maul und den Bedürftigen aus der Hand des Starken,
12970#Hiob,5,16#16. daß der Geringe Hoffnung faßt und die Frechheit ihr Maul verschließt.
12971#Hiob,5,17#17. Siehe, wohl dem Menschen, den Gott straft! Darum verwirf die Züchtigung des Allmächtigen nicht!
12972#Hiob,5,18#18. Denn er verwundet und verbindet, er zerschlägt und seine Hand heilt.
12973#Hiob,5,19#19. In sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in sieben wird dich kein Leid berühren:
12974#Hiob,5,20#20. In Hungersnot wird er dich vom Tode erlösen und im Kriege von dem Schwert;
12975#Hiob,5,21#21. vor der Geißel der Zunge wirst du geborgen sein und wirst Gewalttätigkeit nicht fürchten, wenn sie kommt;
12976#Hiob,5,22#22. der Verwüstung und Dürre wirst du lachen und vor den wilden Tieren nicht erschrecken;
12977#Hiob,5,23#23. denn mit den Steinen des Feldes stehst du im Bunde, und die Tiere des Feldes halten Frieden mit dir.
12978#Hiob,5,24#24. Du wirst erfahren, daß dein Zelt sicher ist, und untersuchst du deine Wohnung, so fehlt dir nichts.
12979#Hiob,5,25#25. Du wirst erfahren, daß dein Same zahlreich wird und deine Sprößlinge wie das Gras auf Erden.
12980#Hiob,5,26#26. Du wirst in gutem Alter begraben werden, wie man Garben einbringt zu ihrer Zeit.
12981#Hiob,5,27#27. Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; vernimm es und merke es dir wohl!
12982#Hiob,6,1#1. DA antwortete Hiob und sprach:
12983#Hiob,6,2#2. O daß mein Unmut und mein Unglück gegeneinander abgewogen und zugleich auf eine Waage gelegt würden!
12984#Hiob,6,3#3. Denn nun ist es schwerer als Meeressand; darum sind meine Reden so verwirrt.
12985#Hiob,6,4#4. Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist saugt ihr Gift; die Schrecken Gottes bestürmen mich.
12986#Hiob,6,5#5. Schreit auch ein Wildesel beim Gras, brüllt auch ein Ochse, wenn er Futter hat?
12987#Hiob,6,6#6. Kann man auch Fades essen ohne Salz, findet man am Eiweiß irgendwelchen Geschmack?
12988#Hiob,6,7#7. Was meine Seele zu berühren verschmähte, das ist jetzt mein täglich Brot!
12989#Hiob,6,8#8. O daß doch käme, was ich wünsche, und Gott meine Hoffnung erfüllte:
12990#Hiob,6,9#9. daß es doch Gott gefiele, mich zu zermalmen, seine Hand auszustrecken und mich abzuschneiden!
12991#Hiob,6,10#10. So bliebe mir noch der Trost - worüber ich frohlocken würde im schonungslosen Schmerz -, daß ich von den Worten des Heiligen nicht abgefallen bin!
12992#Hiob,6,11#11. Wie groß ist denn meine Kraft, daß ich noch ausharren, und wann kommt mein Ende, daß meine Seele sich gedulden soll?
12993#Hiob,6,12#12. Ist mir denn der Steine Kraft gegeben, ist dies mein Fleisch etwa von Erz?
12994#Hiob,6,13#13. Bin ich denn nicht hilflos und des Heils beraubt?
12995#Hiob,6,14#14. Dem Verzagten soll sein Freund Mitleid erzeigen, selbst wenn er von der Furcht des Allmächtigen lassen sollte.
12996#Hiob,6,15#15. Meine Brüder trügen wie ein Wildbach, wie das Bett der Wildbäche, die überlaufen,
12997#Hiob,6,16#16. welche trübe werden vom Eis, wenn der Schnee sich darin birgt,
12998#Hiob,6,17#17. die aber versiegen zur Zeit der Sommerglut und von ihrem Ort verschwinden, wenn es heiß wird.
12999#Hiob,6,18#18. Es biegen ab von ihrem Wege die Karawanen, ziehen in die Wüste und verirren sich;
13000#Hiob,6,19#19. es schauen sie die Karawanen Themas, die Reisegesellschaften Sebas hoffen auf sie.
13001#Hiob,6,20#20. Aber sie werden in ihrer Hoffnung zuschanden; wenn sie dorthin kommen, sind sie enttäuscht.
13002#Hiob,6,21#21. So seid auch ihr mir jetzt geworden; ihr schauet Schreckliches und fürchtet euch davor! -
13003#Hiob,6,22#22. Habe ich gesagt: «Gebet mir etwas!» oder «Bringt mir etwas von eurem Vermögen her;
13004#Hiob,6,23#23. rettet mich aus der Hand des Feindes und erlöset mich von des Tyrannen Hand»?
13005#Hiob,6,24#24. Belehret mich, so will ich schweigen, weiset mir nach, wo ich gefehlt!
13006#Hiob,6,25#25. O wie eindringlich sind die Reden der Wahrheit! Aber was bringen eure Zurechtweisungen zurecht?
13007#Hiob,6,26#26. Gedenket ihr Worte zu bekritteln und haltet die Reden eines Verzweifelten für Wind?
13008#Hiob,6,27#27. Ja, ihr werfet das Los über eine Waise und verhandelt euren Freund!
13009#Hiob,6,28#28. Und nun seid doch so gefällig und schaut mich an, ob ich euch ins Angesicht lügen werde!
13010#Hiob,6,29#29. Kehret um, tut nicht Unrecht! Ja, kehret um! noch bin ich im Recht!
13011#Hiob,6,30#30. Ist denn Unrecht auf meiner Zunge, oder unterscheidet mein Gaumen nicht, was verderblich ist?
13012#Hiob,7,1#1. Hat der Mensch nicht Kriegsdienst auf Erden, sind seine Tage nicht wie die eines Söldners?
13013#Hiob,7,2#2. Ein Knecht sehnt sich nach dem Schatten, und ein Söldner verlangt nach seinem Lohn;
13014#Hiob,7,3#3. mir aber wurden Monate voll Enttäuschung beschert und Nächte voller Qual zugezählt.
13015#Hiob,7,4#4. Wenn ich mich niederlege, so spreche ich: Wann werde ich aufstehen? Aber der Abend dehnt sich lang, und vom Umherwälzen werde ich gar satt bis zur Morgendämmerung.
13016#Hiob,7,5#5. Mein Leib ist bekleidet mit Würmern und einer Kruste von Erde, meine Haut zieht sich zusammen und eitert.
13017#Hiob,7,6#6. Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschifflein, sie schwinden hoffnungslos dahin.
13018#Hiob,7,7#7. Bedenke, daß mein Leben ein Hauch ist, daß mein Auge nichts Gutes mehr sehen wird;
13019#Hiob,7,8#8. das Auge, das mich schaut, wird mich nicht mehr sehen; wenn du nach mir siehst, so bin ich nicht mehr!
13020#Hiob,7,9#9. Wie die Wolke vergeht und verschwindet, so kommt, wer zum Totenreiche fährt, nicht mehr herauf;
13021#Hiob,7,10#10. er kehrt nicht mehr in sein Haus zurück, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.
13022#Hiob,7,11#11. Darum will auch ich meinen Mund nicht halten; ich will reden in der Angst meines Geistes, in der Betrübnis meiner Seele will ich klagen:
13023#Hiob,7,12#12. Bin ich denn ein Meer oder ein Ungeheuer, daß du eine Wache wider mich aufstellst?
13024#Hiob,7,13#13. Wenn ich denke: Mein Bett wird mich trösten, mein Lager wird meine Klage erleichtern!
13025#Hiob,7,14#14. so erschreckst du mich mit Träumen und ängstigst mich durch Gesichte,
13026#Hiob,7,15#15. so daß meine Seele Erwürgung vorzöge und ich lieber tot wäre, als ein Gerippe zu sein.
13027#Hiob,7,16#16. Es ist mir verleidet! Ich will nicht ewig leben; laß ab von mir; meine Tage sind ein Hauch!
13028#Hiob,7,17#17. Was ist der Mensch, daß du ihn so hochhältst und auf ihn achtest?
13029#Hiob,7,18#18. Du suchst ihn alle Morgen heim, und alle Augenblicke prüfst du ihn.
13030#Hiob,7,19#19. Warum schaust du nicht von mir weg und lässest mir nicht soviel Ruhe, daß ich meinen Speichel schlucke?
13031#Hiob,7,20#20. Habe ich gesündigt, was kann ich dir antun, du Menschenhüter? Warum hast du mich dir zur Zielscheibe gesetzt, daß ich mir selbst zur Bürde bin?
13032#Hiob,7,21#21. Warum vergibst du meine Übertretung nicht und erlässest mir nicht meine Schuld? Denn jetzt werde ich mich in den Staub legen, und wenn du mich morgen früh suchst, so bin ich nicht mehr!
13033#Hiob,8,1#1. DA antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach:
13034#Hiob,8,2#2. Wie lange willst du solches reden und sollen die Reden deines Mundes sein wie heftiger Wind?
13035#Hiob,8,3#3. Beugt denn Gott das Recht, und verkehrt der Allmächtige die Gerechtigkeit?
13036#Hiob,8,4#4. Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt haben, so hat er sie dahingegeben in die Gewalt ihrer Missetat.
13037#Hiob,8,5#5. Wirst du nun Gott ernstlich suchen und zum Allmächtigen um Gnade flehen,
13038#Hiob,8,6#6. wirst du lauter und aufrichtig sein, so wird er für dich eifern und die Zierde deiner Gerechtigkeit wieder herstellen.
13039#Hiob,8,7#7. Da wird dein früheres Glück im Vergleich zu deinem spätern klein sein.
13040#Hiob,8,8#8. Denn frage doch das frühere Geschlecht und beherzige die Erfahrungen der Väter!
13041#Hiob,8,9#9. Denn von gestern sind wir und wissen nichts, ein Schatten nur sind unsere Tage auf Erden.
13042#Hiob,8,10#10. Fürwahr, sie werden dich belehren, sie können dir's sagen und Sprüche hervorholen aus ihrem Herzen:
13043#Hiob,8,11#11. Schießt der Papyrus ohne Sumpf empor, gedeiht, wo Wasser fehlt, des Schilfes Rohr,
13044#Hiob,8,12#12. das doch, wenn es noch in vollem Triebe steht, ehe es geschnitten wird, zugrunde geht?
13045#Hiob,8,13#13. Das ist der Weg, den alle Gottvergessenen ziehn: Auch ihre Hoffnung welkt wie Gras dahin!
13046#Hiob,8,14#14. Ein Spinngewebe ist des Frevlers Haus, mit seinem Trotzen ist es plötzlich aus;
13047#Hiob,8,15#15. vergeblich stützt er sich und trotzt darauf; er fällt dahin und steht nicht wieder auf.
13048#Hiob,8,16#16. Und jener dort, er grünt im Sonnenglanz, die Ranken überziehn den Garten ganz;
13049#Hiob,8,17#17. die Wurzeln flechten ins Gemäuer sich ein, hoch schlingt er sich empor am Haus von Stein.
13050#Hiob,8,18#18. Doch tilgt ihn Gott von seiner Stätte, so spricht sie: Mir ist nicht bewußt, daß ich dich je gesehen hätte!
13051#Hiob,8,19#19. Siehe, das ist seines Weges Lust, das Ende von des Sünders Lebenslauf: Es stehen aus seinem Staube andere auf.
13052#Hiob,8,20#20. Siehe, Gott verwirft den Unschuldigen nicht; er reicht aber auch keinem Übeltäter die Hand, -
13053#Hiob,8,21#21. auf daß er deinen Mund mit Lachen fülle und deine Lippen mit Freudengeschrei,
13054#Hiob,8,22#22. daß deine Hasser mit Schande bekleidet werden und das Zelt der Gottlosen nicht mehr sei!
13055#Hiob,9,1#1. DA antwortete Hiob und sprach:
13056#Hiob,9,2#2. Wahrhaftig, ich weiß, daß dem so ist; und wie kann der schwache Mensch rechten mit dem starken Gott!
13057#Hiob,9,3#3. Wollte er mit Ihm rechten, so könnte er Ihm auf tausend nicht eins beantworten.
13058#Hiob,9,4#4. Er ist weisen Herzens und von ungebrochener Kraft; wer hat ihm je getrotzt und es durchgesetzt?
13059#Hiob,9,5#5. Er verrückt Berge, und man merkt es nicht, daß er sie in seinem Zorn umgekehrt hat.
13060#Hiob,9,6#6. Er bewegt die Erde von ihrem Ort, daß ihre Säulen zittern.
13061#Hiob,9,7#7. Er gebietet der Sonne, so geht sie nicht auf; er legt die Sterne unter Siegel.
13062#Hiob,9,8#8. Er allein spannt den Himmel aus und tritt auf Meereswogen daher.
13063#Hiob,9,9#9. Er macht den Bären, den Orion und das Siebengestirn, samt den Kammern des Südens.
13064#Hiob,9,10#10. Er tut große Dinge, die unerforschlich sind, Wunder ohne Zahl.
13065#Hiob,9,11#11. Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht; er fährt vorbei, und ich gewahre ihn nicht.
13066#Hiob,9,12#12. Er rafft dahin, wer hindert ihn? Wer ruft ihm zu: Was machst du da?
13067#Hiob,9,13#13. Gott unterdrückt nicht seinen Zorn; Rahabs Helfer beugen sich unter ihn.
13068#Hiob,9,14#14. Wie sollte ich ihm denn antworten und Worte finden, um mit ihm zu reden?
13069#Hiob,9,15#15. Auch wenn ich im Recht wäre, dürfte ich ihm nicht entgegnen; ich müßte meinen Richter um Gnade anflehen.
13070#Hiob,9,16#16. Wenn ich rufe, wird er mir antworten? Ich glaube nicht, daß er meine Stimme hört;
13071#Hiob,9,17#17. denn im Sturm hat er mich zerschlagen und mir ohne Ursache viele Wunden zugefügt.
13072#Hiob,9,18#18. Er läßt mich nicht einmal Atem holen, sondern sättigt mich mit Bitterkeit.
13073#Hiob,9,19#19. Kommt's auf die Kraft an, siehe, so ist er stark; wenn aber aufs Recht, wer ladet mich dann vor?
13074#Hiob,9,20#20. Wenn ich schon im Recht bin, so wird mich doch mein Mund verdammen, und bin ich auch unschuldig, so kommt es doch verkehrt heraus.
13075#Hiob,9,21#21. Ich bin unschuldig, bin unbesorgt um meine Seele; ich verachte das Leben!
13076#Hiob,9,22#22. Darum sage ich: Es ist einerlei; Fromme und Gottlose bringt er gleicherweise um!
13077#Hiob,9,23#23. Wenn die Geißel plötzlich tötet, so lacht er der Prüfung der Unschuldigen.
13078#Hiob,9,24#24. Die Erde ist in die Gewalt des Frevlers gegeben; das Angesicht ihrer Richter verhüllt er; wenn nicht er, wer tut es denn?
13079#Hiob,9,25#25. Meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer; sie sind entflohen und haben nichts Gutes gesehen;
13080#Hiob,9,26#26. sie sind vorbeigefahren wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der sich auf Beute stürzt.
13081#Hiob,9,27#27. Wenn ich denke: Ich will meiner Klage vergessen, meine Miene ändern und heiter dreinschauen,
13082#Hiob,9,28#28. so muß ich meine vielen Schmerzen fürchten; denn ich weiß, daß du mich nicht lossprechen wirst!
13083#Hiob,9,29#29. Soll ich denn schuldig sein, was mühe ich mich vergeblich ab?
13084#Hiob,9,30#30. Wüsche ich mich auch mit Schnee und reinigte meine Hände mit Lauge,
13085#Hiob,9,31#31. so würdest du mich doch in die Grube tauchen, daß ich meine Kleider nicht mehr anziehen dürfte!
13086#Hiob,9,32#32. Denn er ist nicht ein Mann wie ich, daß ich ihm antworten könnte, daß wir miteinander vor Gericht gingen;
13087#Hiob,9,33#33. es ist auch kein Schiedsrichter zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legen könnte.
13088#Hiob,9,34#34. Er nehme aber seine Rute von mir, und sein Schrecken überfalle mich nicht,
13089#Hiob,9,35#35. so will ich reden und ihn nicht fürchten; denn nicht also steht es in mir selbst.
13090#Hiob,10,1#1. Meiner Seele ekelt vor dem Leben; ich will mich meiner Klage überlassen, will reden in der Betrübnis meiner Seele.
13091#Hiob,10,2#2. Ich spreche zu Gott: Verdamme mich nicht! Tue mir kund, weshalb du mich befehdest.
13092#Hiob,10,3#3. Dünkt es dich gut, das Werk deiner Hände zu unterdrücken und zu verwerfen, während du über den Rat der Gottlosen dein Licht leuchten lässest?
13093#Hiob,10,4#4. Hast du Fleischesaugen, oder siehst du, wie ein Sterblicher sieht?
13094#Hiob,10,5#5. Sind denn deine Tage wie Menschentage, deine Jahre den Jahren eines Mannes gleich,
13095#Hiob,10,6#6. daß du nach meiner Schuld forschest und nach meiner Sünde fragst,
13096#Hiob,10,7#7. da du doch weißt, daß ich unschuldig bin und mich niemand aus deiner Hand erretten kann?
13097#Hiob,10,8#8. Deine Hände haben mich gebildet und gemacht ganz und gar, und du wolltest mich nun vernichten?
13098#Hiob,10,9#9. Gedenke doch, daß du mich wie Ton gebildet hast; willst du mich wieder in Staub verwandeln?
13099#Hiob,10,10#10. Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse mich gerinnen lassen?
13100#Hiob,10,11#11. Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet, mit Gebeinen und Sehnen mich durchwoben.
13101#Hiob,10,12#12. Leben und Gnade hast du mir geschenkt, und deine Obhut bewahrte meinen Geist.
13102#Hiob,10,13#13. Und doch hegst du solches in deinem Herzen; ich weiß, daß es bei dir so beschlossen ist,
13103#Hiob,10,14#14. daß, wenn ich sündigte, du darauf achten und mich nicht lossprechen würdest von meiner Missetat!
13104#Hiob,10,15#15. Habe ich Übles getan, dann wehe mir! Und bin ich im Recht, so darf ich mein schmachbedecktes Haupt doch nicht erheben, sondern muß mich satt sehen an meinem Elend!
13105#Hiob,10,16#16. Wagt es aber, sich zu erheben, so verfolgst du mich wie ein Löwe und handelst noch unbegreiflicher mit mir;
13106#Hiob,10,17#17. du stellst neue Zeugen wider mich auf, mehrst deinen Zorn gegen mich, bietest stets frische Scharen, ja ein Heer wider mich auf!
13107#Hiob,10,18#18. Warum hast du mich aus dem Mutterleibe hervorgebracht? Wäre ich doch umgekommen, ohne daß mich ein Auge gesehen hätte!
13108#Hiob,10,19#19. So würde ich sein, als wäre ich niemals gewesen, vom Mutterleibe weg ins Grab gelegt.
13109#Hiob,10,20#20. Ist meine Lebenszeit nicht kurz genug? Er stehe doch ab, lasse ab von mir, daß ich mich ein wenig erhole,
13110#Hiob,10,21#21. ehe ich dahinfahre auf Nimmerwiederkehren ins Land der Finsternis und des Todesschattens,
13111#Hiob,10,22#22. an den dunkeln Ort, wo Finsternis und keine Ordnung herrscht, und wo der Tag nicht heller ist als die Nacht!
13112#Hiob,11,1#1. DA antwortete Zophar, der Naamatiter, und sprach:
13113#Hiob,11,2#2. Soll die Menge der Worte unbeantwortet bleiben und der beredte Mann recht behalten?
13114#Hiob,11,3#3. Darfst du mit deinem Geschwätz andern das Maul stopfen und spotten, ohne daß man es dir verweist?
13115#Hiob,11,4#4. Und darfst du sagen: Meine Lehre ist lauter, und ich bin vor Deinen Augen rein?
13116#Hiob,11,5#5. O daß doch Gott reden möchte und seinen Mund auftäte gegen dich!
13117#Hiob,11,6#6. Und daß er dir kundtäte die verborgene Weisheit - denn es gibt noch doppelt soviel, als du weißt -, so würdest du sehen, daß Gott dir noch nachläßt von deiner Schuld.
13118#Hiob,11,7#7. Kannst du das Geheimnis Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen?
13119#Hiob,11,8#8. Sie ist himmelhoch, - was willst du tun? tiefer als der Scheol, - was kannst du wissen?
13120#Hiob,11,9#9. Ihre Ausdehnung ist größer als die Erde und breiter als das Meer.
13121#Hiob,11,10#10. Wenn er einherfährt, verhaftet und vor Gericht stellt, wer will es ihm wehren?
13122#Hiob,11,11#11. Denn er kennt die eitlen Menschen und sieht auch die Schuld, deren man sich nicht bewußt ist;
13123#Hiob,11,12#12. ein Hohlkopf bekommt Verstand, so daß selbst ein junger Wildesel zum Menschen umgeboren wird.
13124#Hiob,11,13#13. Wenn du nun dein Herz bereitest und deine Hände ausstreckst nach Ihm,
13125#Hiob,11,14#14. wenn du das Unrecht entfernst, das an deinen Händen klebt, und in deinen Zelten nichts Böses duldest;
13126#Hiob,11,15#15. dann darfst du ohne Scheu dein Angesicht erheben und fest auftreten ohne Furcht;
13127#Hiob,11,16#16. dann wirst du deiner Mühsal vergessen wie des Wassers, das vorübergeflossen ist;
13128#Hiob,11,17#17. heller als der Mittag wird die Zukunft dir erstehn, das Dunkel wird wie der Morgen sein;
13129#Hiob,11,18#18. dann wirst du getrost sein, weil du Hoffnung hast, und wirst sehen, daß du überall ruhig schlafen kannst.
13130#Hiob,11,19#19. Du legst dich nieder, und niemand schreckt dich auf, nein, viele schmeicheln dir alsdann.
13131#Hiob,11,20#20. Aber die Augen der Gottlosen verschmachten, ihre Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele.
13132#Hiob,12,1#1. UND Hiob antwortete und sprach:
13133#Hiob,12,2#2. Wahrlich, ihr seid Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben!
13134#Hiob,12,3#3. Auch ich habe Verstand wie ihr und bin nicht weniger als ihr, und wer wüßte solches nicht!
13135#Hiob,12,4#4. Zum Gespött bin ich meinem Freunde, der ich zu Gott rief und von ihm erhört wurde; der unschuldige Gerechte wird zum Gespött.
13136#Hiob,12,5#5. Dem Unglück Verachtung! das ist die Ansicht des Sicheren; sie ist bereit für die, deren Fuß ins Wanken kommt.
13137#Hiob,12,6#6. Den Räubern werden die Zelte in Ruhe gelassen; sie reizen Gott, und es geht ihnen wohl; sie führen ihren Gott in ihrer Faust.
13138#Hiob,12,7#7. Aber frage doch das Vieh, es wird dich belehren, und die Vögel des Himmels tun dir's kund.
13139#Hiob,12,8#8. Das Kraut des Feldes lehrt dich, und die Fische im Meer erzählen es.
13140#Hiob,12,9#9. Wer unter allen diesen wüßte nicht, daß die Hand des HERRN solches gemacht hat,
13141#Hiob,12,10#10. daß in seiner Hand die Seele alles Lebendigen und der Geist jedes menschlichen Fleisches ist?
13142#Hiob,12,11#11. Prüft nicht das Ohr die Rede, wie der Gaumen die Speise schmeckt?
13143#Hiob,12,12#12. Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand?
13144#Hiob,12,13#13. Bei Ihm ist Weisheit und Stärke, Sein ist Rat und Verstand!
13145#Hiob,12,14#14. Siehe, was er niederreißt, wird nicht aufgebaut; wen er einsperrt, der wird nicht frei.
13146#Hiob,12,15#15. Stellt er die Gewässer ab, so vertrocknen sie; läßt er sie los, so verwüsten sie das Land.
13147#Hiob,12,16#16. Bei ihm ist Macht und Verstand; sein ist, der irrt und der irreführt.
13148#Hiob,12,17#17. Er führt die Räte beraubt hinweg und macht die Richter zu Narren.
13149#Hiob,12,18#18. Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden.
13150#Hiob,12,19#19. Er führt die Priester beraubt hinweg und stürzt die Festgegründeten um.
13151#Hiob,12,20#20. Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten den Verstand.
13152#Hiob,12,21#21. Er schüttet Verachtung über die Edeln und löst den Gürtel der Starken auf.
13153#Hiob,12,22#22. Er enthüllt, was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht.
13154#Hiob,12,23#23. Er vermehrt Völker, und er vernichtet sie; er breitet sie aus, und er führt sie weg.
13155#Hiob,12,24#24. Den Häuptern des Volkes im Lande nimmt er den Verstand und läßt sie irren in pfadloser Wüste;
13156#Hiob,12,25#25. sie tappen in Finsternis ohne Licht, er macht sie schwanken wie Trunkene.
13157#Hiob,13,1#1. Siehe, dies alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr gehört und sich gemerkt;
13158#Hiob,13,2#2. was ihr wisset, weiß ich auch; ich stehe nicht hinter euch zurück.
13159#Hiob,13,3#3. Doch will ich nun zum Allmächtigen reden; mit Gott zu rechten, gelüstet mich.
13160#Hiob,13,4#4. Ihr streicht ja doch nur Lügenpflaster und seid nichts als Quacksalber.
13161#Hiob,13,5#5. O daß ihr doch schweigen könntet, das würde euch als Weisheit angerechnet!
13162#Hiob,13,6#6. So höret nun meine Rechtfertigung und achtet auf die Verteidigung meiner Lippen!
13163#Hiob,13,7#7. Wollt ihr Gott zuliebe Unrechtes reden und zu seinen Gunsten lügen?
13164#Hiob,13,8#8. Wollt ihr seine Person ansehen oder Gottes Sachwalter spielen?
13165#Hiob,13,9#9. Würde es gut sein, wenn er euch erforschte? Könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht?
13166#Hiob,13,10#10. Nein, strafen wird er euch, wenn ihr im Geheimen die Person ansehet!
13167#Hiob,13,11#11. Wird nicht seine Majestät euch schrecken und seine Furcht euch überfallen?
13168#Hiob,13,12#12. Eure Denksprüche sind Aschensprüche, und eure Schutzwehren sind von Lehm.
13169#Hiob,13,13#13. Schweiget vor mir und laßt mich reden; es gehe über mich, was da wolle!
13170#Hiob,13,14#14. Warum sollte ich mein Fleisch in meine Zähne nehmen und mein Leben in meine Hand legen?
13171#Hiob,13,15#15. Siehe, er soll mich töten; ich habe keine Hoffnung; nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht verteidigen.
13172#Hiob,13,16#16. Auch das schon wird mir zur Rettung dienen; denn kein Gottloser kommt vor ihn.
13173#Hiob,13,17#17. Höret, höret meine Rede, und meine Erklärung dringe in eure Ohren!
13174#Hiob,13,18#18. Gebt acht, ich habe die Verteidigung gerüstet, ich weiß, daß ich Recht bekommen werde.
13175#Hiob,13,19#19. Wer will noch mit mir rechten? Denn dann wollte ich verstummen und verscheiden.
13176#Hiob,13,20#20. Nur zweierlei tue nicht an mir, dann will ich mich vor deinem Angesicht nicht verbergen:
13177#Hiob,13,21#21. Tue deine Hand von mir und erschrecke mich nicht mit deiner Furcht!
13178#Hiob,13,22#22. Dann rufe Du, und ich will antworten, oder ich will reden, und Du erwidere mir!
13179#Hiob,13,23#23. Wie groß ist meine Sündenschuld? Tue mir meine Übertretungen und Missetaten kund!
13180#Hiob,13,24#24. Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind?
13181#Hiob,13,25#25. Verscheuchst du ein verwehtes Blatt und verfolgst einen dürren Halm?
13182#Hiob,13,26#26. Denn du verschreibst mir Bitteres und lässest mich erben die Sünden meiner Jugend;
13183#Hiob,13,27#27. du legst meine Füße in den Stock und lauerst auf alle meine Schritte und zeichnest dir meine Fußspuren auf,
13184#Hiob,13,28#28. da ich doch wie Moder vergehe, wie ein Kleid, das die Motten fressen!
13185#Hiob,14,1#1. Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe.
13186#Hiob,14,2#2. Wie eine Blume blüht er und verwelkt; gleich einem Schatten flieht er und hat keinen Bestand.
13187#Hiob,14,3#3. Und über einem solchen tust du deine Augen auf und gehst mit mir ins Gericht?
13188#Hiob,14,4#4. Gibt es einen Reinen unter den Unreinen? Keinen einzigen!
13189#Hiob,14,5#5. Wenn doch seine Tage und die Zahl seiner Monde bei dir bestimmt sind und du ihm ein Ziel gesetzt hast, das er nicht überschreiten kann,
13190#Hiob,14,6#6. so schaue doch weg von ihm und laß ihn in Ruhe, bis er seines Tages froh werde wie ein Tagelöhner!
13191#Hiob,14,7#7. Denn für einen Baum ist Hoffnung vorhanden: wird er abgehauen, so sproßt er wieder, und sein Schößling bleibt nicht aus.
13192#Hiob,14,8#8. Wenn seine Wurzel in der Erde auch alt wird und sein Stumpf im Staub erstirbt,
13193#Hiob,14,9#9. so grünt er doch wieder vom Duft des Wassers und treibt Schosse hervor, als wäre er neu gepflanzt.
13194#Hiob,14,10#10. Der Mann aber stirbt und ist dahin, der Mensch vergeht, und wo ist er?
13195#Hiob,14,11#11. Wie Wasser zerrinnen aus dem See und ein Strom vertrocknet und versiegt,
13196#Hiob,14,12#12. also legt sich auch der Mensch nieder und steht nicht wieder auf; bis keine Himmel mehr sind, regen sie sich nicht und wachen nicht auf aus ihrem Schlaf.
13197#Hiob,14,13#13. O daß du mich doch im Scheol verstecktest, daß du mich verbärgest, bis dein Zorn sich wendet; daß du mir eine Frist setztest und dann meiner wieder gedächtest!
13198#Hiob,14,14#14. Wenn der Mensch stirbt, wird er wieder leben? Die ganze Zeit meines Kriegsdienstes würde ich harren, bis meine Ablösung käme.
13199#Hiob,14,15#15. Dann würdest du rufen, und ich würde dir antworten; nach dem Werk deiner Hände würdest du dich sehnen.
13200#Hiob,14,16#16. Nun aber zählst du meine Schritte. Achtest du nicht auf meine Sünde?
13201#Hiob,14,17#17. Versiegelt ist meine Übertretung in einem Bündlein, und du hast zugeklebt meine Schuld.
13202#Hiob,14,18#18. Doch stürzen ja auch Berge ein und sinken dahin, und Felsen weichen von ihrem Ort, das Wasser höhlt Steine aus,
13203#Hiob,14,19#19. und die Flut schwemmt das Erdreich fort; also machst du auch die Hoffnung des Sterblichen zunichte;
13204#Hiob,14,20#20. du überfällst ihn unaufhörlich, und er fährt dahin, du entstellst sein Angesicht und jagst ihn fort.
13205#Hiob,14,21#21. Ob seine Kinder zu Ehren kommen, weiß er nicht, und kommen sie herunter, so wird er dessen nicht gewahr.
13206#Hiob,14,22#22. Sein Fleisch empfindet nur seine eigenen Schmerzen, und seine Seele trauert nur über sich selbst!
13207#Hiob,15,1#1. DA antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach:
13208#Hiob,15,2#2. Soll ein Weiser mit windigem Wissen antworten und seinen Leib mit Ostwind füllen?
13209#Hiob,15,3#3. Zurechtweisung mit Worten nützt nichts, und mit Reden richtet man nichts aus.
13210#Hiob,15,4#4. Doch du hebst die Gottesfurcht auf und schwächst die Andacht vor Gott.
13211#Hiob,15,5#5. Denn deine Missetat lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Schlauen.
13212#Hiob,15,6#6. Dein eigener Mund soll dich verurteilen und nicht ich, deine Lippen sollen zeugen wider dich!
13213#Hiob,15,7#7. Bist du der Erstgeborene der Menschen, und warest du vor den Hügeln da?
13214#Hiob,15,8#8. Hast du Gottes Rat belauscht und alle Weisheit aufgesogen?
13215#Hiob,15,9#9. Was weißt du, das wir nicht wüßten? Verstehst du mehr als wir?
13216#Hiob,15,10#10. Ergraute Häupter sind auch unter uns, Greise, die älter sind als dein Vater!
13217#Hiob,15,11#11. Sind dir zu gering die Tröstungen Gottes, der so sanft mit dir geredet hat?
13218#Hiob,15,12#12. Was hat dir die Besinnung geraubt, und wie übermütig wirst du,
13219#Hiob,15,13#13. daß du deinen Zorn gegen Gott auslässest und solche Worte ausstößt aus deinem Mund?
13220#Hiob,15,14#14. Wie kann der Sterbliche denn rein, der vom Weibe Geborene gerecht sein?
13221#Hiob,15,15#15. Siehe, seinen Heiligen traut er nicht, die Himmel sind nicht rein vor ihm.
13222#Hiob,15,16#16. Wie sollte es denn der Abscheuliche, der Verdorbene, der Mensch sein, der Unrecht wie Wasser säuft?
13223#Hiob,15,17#17. Ich will dich unterweisen, höre mir zu, und was ich gesehen habe, will ich dir erzählen;
13224#Hiob,15,18#18. was Weise verkündigten und nicht verhehlt haben von ihren Vätern her,
13225#Hiob,15,19#19. als noch ihnen allein das Land gehörte und noch kein Fremder zu ihnen herübergekommen war:
13226#Hiob,15,20#20. Der Gottlose quält sich sein Leben lang, all die Jahre, die dem Tyrannen bestimmt sind;
13227#Hiob,15,21#21. ein Schreckensgetön ist in seinen Ohren, und der Verderber überfällt ihn in seinem Glück.
13228#Hiob,15,22#22. Er soll nicht glauben, daß er aus der Finsternis wiederkehren wird; ausersehen ist er für das Schwert!
13229#Hiob,15,23#23. Er irrt umher nach Brot: wo (findet er es)? Er weiß, daß ein finsterer Tag ihm nahe bevorsteht.
13230#Hiob,15,24#24. Not und Bedrängnis überfallen ihn, sie überwältigen ihn, wie ein König, der zum Streit gerüstet ist.
13231#Hiob,15,25#25. Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt;
13232#Hiob,15,26#26. er ist gegen ihn angelaufen mit erhobenem Haupt, unter dem dicken Buckel seiner Schilde;
13233#Hiob,15,27#27. sein Angesicht bedeckte sich mit Fett, und Schmer umhüllte seine Lenden;
13234#Hiob,15,28#28. er schlug seine Wohnung in zerstörten Städten auf, in Häusern, die unbewohnt bleiben sollten, zu Trümmerhaufen bestimmt.
13235#Hiob,15,29#29. Er wird nicht reich, sein Vermögen hat keinen Bestand, und sein Besitz breitet sich nicht aus im Land.
13236#Hiob,15,30#30. Der Finsternis entgeht er nicht, die Flamme versengt seine Sprößlinge, vor dem Hauch Seines Mundes flieht er dahin.
13237#Hiob,15,31#31. Er verlasse sich nicht auf Lügen, er ist betrogen; und Betrug wird seine Vergeltung sein.
13238#Hiob,15,32#32. Ehe sein Tag kommt, ist sie reif; sein Zweig grünt nicht mehr.
13239#Hiob,15,33#33. Wie ein Weinstock, der seine Herlinge abstößt, und wie ein Ölbaum (ist er), der seine Blüten abwirft.
13240#Hiob,15,34#34. Denn die Rotte der Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer frißt die Zelte der Bestechung.
13241#Hiob,15,35#35. Mit Mühsal schwanger, gebären sie Eitles, und ihr Schoß bereitet Enttäuschung.
13242#Hiob,16,1#1. UND Hiob antwortete und sprach:
13243#Hiob,16,2#2. Dergleichen habe ich oft gehört; ihr seid allzumal leidige Tröster.
13244#Hiob,16,3#3. Haben die geistreichen Worte ein Ende? Oder was reizt dich zu antworten?
13245#Hiob,16,4#4. Auch ich könnte reden wie ihr, befände sich nur eure Seele an meiner Statt; da wollte ich Reden halten gegen euch und den Kopf schütteln über euch!
13246#Hiob,16,5#5. Ich wollte euch stärken mit meinem Munde und mit dem Trost meiner Lippen lindern euren Schmerz!
13247#Hiob,16,6#6. Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gelindert, unterlasse ich es aber, was geht mir dann ab?
13248#Hiob,16,7#7. Doch jetzt hat Er mich erschöpft. Du hast all meinen Hausstand verwüstet
13249#Hiob,16,8#8. und hast mich zusammenschrumpfen lassen; zum Zeugen ist das geworden, und meine Magerkeit antwortet gegen mich.
13250#Hiob,16,9#9. Sein Zorn hat mich zerrissen und verfolgt; er knirscht mit den Zähnen über mich, mein Feind blickt mich mit scharfem Auge an.
13251#Hiob,16,10#10. Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt, unter Schimpfreden schlagen sie mich auf meine Backen, sie rüsten sich allesamt wider mich.
13252#Hiob,16,11#11. Gott hat mich den Buben preisgegeben und den Händen der Gottlosen überliefert.
13253#Hiob,16,12#12. Sorglos war ich; da hat er mich überfallen, er hat mich beim Nacken ergriffen und zerschmettert und mich zu seiner Zielscheibe aufgestellt.
13254#Hiob,16,13#13. Seine Schützen haben mich umringt, er hat meine Nieren durchbohrt ohne Erbarmen und meine Galle auf die Erde ausgeschüttet.
13255#Hiob,16,14#14. Er hat mir eine Wunde um die andere zugefügt, ist gegen mich angelaufen wie ein Held.
13256#Hiob,16,15#15. Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und mein Horn in den Staub gesenkt.
13257#Hiob,16,16#16. Mein Angesicht ist gerötet vom Weinen, und auf meinen Augenlidern liegt Todesschatten -
13258#Hiob,16,17#17. dafür, daß kein Unrecht an meinen Händen klebt und mein Gebet lauter ist!
13259#Hiob,16,18#18. O Erde, decke mein Blut nicht zu, und mein Geschrei komme nicht zur Ruhe!
13260#Hiob,16,19#19. Aber auch jetzt noch, siehe, ist mein Zeuge im Himmel und mein Verteidiger in der Höhe!
13261#Hiob,16,20#20. Meine Freunde spotten meiner; aber mein Auge tränt zu Gott,
13262#Hiob,16,21#21. daß er dem Manne Recht schaffe vor Gott und entscheide zwischen dem Menschen und seinem Nächsten.
13263#Hiob,16,22#22. Denn meine Jahre sind gezählt, und auf dem Pfad, den ich nun wandle, komme ich nicht mehr zurück.
13264#Hiob,17,1#1. Mein Geist ist verstört, meine Tage laufen ab, Gräber warten meiner.
13265#Hiob,17,2#2. Treibt man nicht Gespött mit mir und muß nicht mein Auge auf ihren bittren Mienen weilen?
13266#Hiob,17,3#3. Setze doch einen ein, verbürge dich selbst für mich! Wer sollte sonst mir in die Hand geloben?
13267#Hiob,17,4#4. Du hast ihre Herzen der Einsicht verschlossen, darum wirst du sie nicht obsiegen lassen.
13268#Hiob,17,5#5. Wer Freunde der Plünderung preisgibt, dessen Kinder werden sich schämen müssen.
13269#Hiob,17,6#6. Man stellt mich den Leuten zum Sprichwort hin, und ich muß sein wie einer, dem man ins Angesicht speit.
13270#Hiob,17,7#7. Mein Augenlicht erlischt vor Gram, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
13271#Hiob,17,8#8. Die Gerechten entsetzen sich darüber, und der Unschuldige ist über den Ruchlosen aufgebracht.
13272#Hiob,17,9#9. Aber der Gerechte hält fest an seinem Wege, und wer reine Hände hat, dessen Kraft nimmt zu.
13273#Hiob,17,10#10. Ihr dagegen, kehrt nur alle wieder um und gehet (heim), ich finde doch keinen Weisen unter euch.
13274#Hiob,17,11#11. Meine Tage sind dahin; meine Pläne, die mein Herz besessen hat, sind abgeschnitten.
13275#Hiob,17,12#12. Die Nacht machen sie zum Tag; das Licht sei nahe, nicht die Finsternis!
13276#Hiob,17,13#13. da ich doch erwarte, daß der Scheol meine Wohnung wird und ich mein Lager in der Finsternis aufschlagen muß;
13277#Hiob,17,14#14. da ich zur Grube sagen muß: Du bist mein Vater! und zu den Würmern: Ihr seid meine Mutter und meine Schwestern!
13278#Hiob,17,15#15. Wo ist da noch Hoffnung für mich, und wer wird meine Hoffnung (verwirklicht) sehen?
13279#Hiob,17,16#16. Zu des Scheols Pforten fährt sie hinab, wenn einmal alles miteinander im Staube ruht!
13280#Hiob,18,1#1. DA antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach:
13281#Hiob,18,2#2. Wie lange wollt ihr doch Jagd auf Worte machen? Besinnet euch zuerst, redet dann!
13282#Hiob,18,3#3. Warum werden wir dem Vieh gleichgeachtet und sind so dumm in euren Augen?
13283#Hiob,18,4#4. Du, der sich in seinem Zorne selbst zerfleischt, soll um deinetwillen die Erde verlassen werden und der Fels von seinem Orte wegrücken?
13284#Hiob,18,5#5. Ja, des Gottlosen Licht erlischt, und die Flamme seines Feuers leuchtet nicht.
13285#Hiob,18,6#6. Das Licht verfinstert sich in seinem Zelte, und seine Leuchte erlischt über ihm.
13286#Hiob,18,7#7. Seine Schritte treiben ihn in die Enge, und sein eigener Ratschlag wird ihn stürzen.
13287#Hiob,18,8#8. Denn er wird mit seinem Fuß im Netz verstrickt und wandelt auf Fallgruben dahin.
13288#Hiob,18,9#9. Eine Schlinge wird seine Ferse ergreifen, und ein Fallstrick hält ihn fest.
13289#Hiob,18,10#10. Ein Garn ist für ihn auf dem Boden versteckt und eine Falle auf seinem Pfad.
13290#Hiob,18,11#11. Von allen Seiten überfallen ihn Schrecknisse und verfolgen ihn auf Schritt und Tritt.
13291#Hiob,18,12#12. Es hungert nach ihm sein Verderben, und sein Unglück steht neben ihm bereit.
13292#Hiob,18,13#13. Es frißt die Glieder seines Leibes; der Erstgeborene des Todes zehrt seine Glieder auf.
13293#Hiob,18,14#14. Er wird vertrieben aus seinem Zelte, seinem Zufluchtsort, und man führt ihn zum Könige der Schrecken.
13294#Hiob,18,15#15. Sein Zelt wird von einem bewohnt, der ihm nicht zugehört, auf seine Wohnung wird Schwefel gestreut.
13295#Hiob,18,16#16. Unter ihm werden seine Wurzeln verdorren und über ihm seine Zweige verwelken.
13296#Hiob,18,17#17. Sein Gedächtnis wird verschwinden von der Erde, und sein Name wird auf den Straßen nicht genannt werden.
13297#Hiob,18,18#18. Man stößt ihn aus dem Licht in die Finsternis, er wird aus der Welt gejagt.
13298#Hiob,18,19#19. Kein Sproß noch Schoß bleibt ihm unter seinem Volk, und kein Entronnener wohnt in seinen Zelten.
13299#Hiob,18,20#20. Über seinen Tag entsetzen sich die Abendländer, und die Morgenländer ergreift Schrecken darob.
13300#Hiob,18,21#21. So geht es der Wohnung des Ungerechten und so der Stätte dessen, der Gott nicht kennt!
13301#Hiob,19,1#1. UND Hiob antwortete und sprach:
13302#Hiob,19,2#2. Wie lange wollt ihr doch meine Seele betrüben und mich mit euren Reden niederdrücken?
13303#Hiob,19,3#3. Ihr habt mich nun zehnmal geschmäht; schämt ihr euch nicht, mich so zu mißhandeln?
13304#Hiob,19,4#4. Habe ich aber gefehlt, so trifft doch wahrlich mein Vergehen mich selbst!
13305#Hiob,19,5#5. Wollt ihr aber wirklich großtun gegen mich und mir meine Schmach vorwerfen,
13306#Hiob,19,6#6. so erkennet doch, daß Gott mich gebeugt und sein Netz über mich geworfen hat.
13307#Hiob,19,7#7. Klage ich über Gewalttätigkeit, so erhalte ich keine Antwort, und schreie ich um Hilfe, so finde ich kein Recht.
13308#Hiob,19,8#8. Undurchdringlich hat er mir den Weg verzäunt und über meine Pfade Finsternis gebreitet.
13309#Hiob,19,9#9. Er hat mich meiner Herrlichkeit entkleidet und mir die Krone vom Haupte weggenommen.
13310#Hiob,19,10#10. Er hat mich gänzlich niedergerissen, so daß ich vergehe, und hat meine Hoffnung entwurzelt wie einen Baum.
13311#Hiob,19,11#11. Sein Zorn ist wider mich entbrannt, und er sieht mich an als seinen Feind.
13312#Hiob,19,12#12. Seine Scharen rücken allzumal aus und bahnen sich einen Weg gegen mich und lagern sich um meine Hütte her.
13313#Hiob,19,13#13. Meine Brüder hat er von mir verscheucht, und die mich kennen, tun fremd gegen mich.
13314#Hiob,19,14#14. Meine Verwandten bleiben aus, und meine Bekannten verlassen mich.
13315#Hiob,19,15#15. Meine Hausgenossen und meine Mägde halten mich für einen Fremden, sie sehen mich als einen Unbekannten an.
13316#Hiob,19,16#16. Rufe ich meinen Knecht, so antwortet er mir nicht, ich muß ihn mit meinem Munde anflehen.
13317#Hiob,19,17#17. Mein Atem ist meinem Weibe zuwider und mein Gestank den Söhnen meiner Mutter.
13318#Hiob,19,18#18. Sogar Buben verachten mich; stehe ich auf, so reden sie wider mich.
13319#Hiob,19,19#19. Alle meine Vertrauten verabscheuen mich, und die ich liebte, haben sich gegen mich gewandt.
13320#Hiob,19,20#20. An meiner Haut und meinem Fleisch klebt mein Gebein, und ich habe kaum noch Haut, um meine Zähne zu behalten.
13321#Hiob,19,21#21. Erbarmt, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde, denn die Hand Gottes hat mich getroffen!
13322#Hiob,19,22#22. Warum verfolgt ihr mich wie Gott und werdet nicht satt, mich zu zerfleischen?
13323#Hiob,19,23#23. O daß doch meine Worte aufgezeichnet und daß sie in ein Buch eingetragen,
13324#Hiob,19,24#24. daß sie mit eisernem Griffel in Blei oder auf ewig in einen Felsen gegraben würden:
13325#Hiob,19,25#25. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird zuletzt über dem Staube stehen.
13326#Hiob,19,26#26. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, alsdann werde ich, von meinem Fleische los, Gott schauen.
13327#Hiob,19,27#27. Den werde ich mir ansehen, meine Augen werden ihn schauen, ohne (Ihm) fremd zu sein. Es schmachten meine Nieren in mir!
13328#Hiob,19,28#28. Denn ihr sprechet: «Wie wollen wir ihn verfolgen!» und die Wurzel der Sache sei in mir zu finden!
13329#Hiob,19,29#29. Nehmet euch in acht vor dem Schwert! denn das Schwert wird die Sünden rächen, damit ihr wisset, daß ein Gericht ist.
13330#Hiob,20,1#1. DA antwortete Zophar, der Naamatiter, und sprach:
13331#Hiob,20,2#2. Darum veranlassen mich meine Gedanken zu einer Antwort, und deswegen drängt es mich (zu reden).
13332#Hiob,20,3#3. Einen Verweis, mir zur Schande, muß ich vernehmen; aber mein Geist treibt mich zu antworten um meiner Einsicht willen.
13333#Hiob,20,4#4. Weißt du nicht, daß von alters her, seit Menschen auf Erden sind,
13334#Hiob,20,5#5. der Gottlosen Frohlocken kurz ist und die Freude der Frevler nur einen Augenblick währt?
13335#Hiob,20,6#6. Wenn er schon bis zum Himmel erhoben würde und sein Haupt bis an die Wolken reichte,
13336#Hiob,20,7#7. so geht er doch, gleich seinem Kot, auf ewig unter, und die ihn gesehen, werden sagen: Wo ist er?
13337#Hiob,20,8#8. Wie ein Traum wird er verschwinden, man wird ihn nimmer finden, er vergeht wie ein Nachtgesicht.
13338#Hiob,20,9#9. Das Auge, das ihn gesehen, sieht ihn nimmer wieder, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr.
13339#Hiob,20,10#10. Seine Söhne müssen die Armen entschädigen und ihre Hände sein Vermögen wieder herausgeben.
13340#Hiob,20,11#11. Seine Gebeine waren voller Jugendkraft: die liegt nun mit ihm im Staub.
13341#Hiob,20,12#12. Ist das Böse noch so süß in seinem Munde, daß er es unter seiner Zunge birgt,
13342#Hiob,20,13#13. daß er es hegt und nicht lassen kann und an seinem Gaumen festhält:
13343#Hiob,20,14#14. so verwandelt sich doch seine Speise in seinem Eingeweide und wird in seinem Innern zu Schlangengift.
13344#Hiob,20,15#15. Das verschlungene Gut muß er wieder von sich geben, Gott treibt es ihm aus dem Leibe heraus.
13345#Hiob,20,16#16. Schlangengift hat er gesaugt: darum wird ihn die Zunge der Otter töten.
13346#Hiob,20,17#17. Er wird seine Lust nicht sehen an den Bächen, den Strömen von Honig und von Milch.
13347#Hiob,20,18#18. Das Erworbene muß er zurückgeben, und er kann es nicht verschlingen; seines eingetauschten Gutes wird er nicht froh;
13348#Hiob,20,19#19. denn er hat Arme unterdrückt und sie liegen lassen, ein Haus beraubt, anstatt gebaut.
13349#Hiob,20,20#20. Sein Bauch wußte nichts von Genügsamkeit; vor seiner Begehrlichkeit blieb nichts verschont.
13350#Hiob,20,21#21. Nichts entging seiner Freßgier, darum wird auch sein Gut nicht beständig sein.
13351#Hiob,20,22#22. Mitten in seinem Überfluß wird ihm angst, alle Hände der Unglücklichen kommen über ihn.
13352#Hiob,20,23#23. Es wird geschehen, während er seinen Bauch noch füllt, wird Er über ihn senden die Glut seines Zornes und wird auf ihn regnen lassen, in seine Speise hinein.
13353#Hiob,20,24#24. Flieht er vor der eisernen Rüstung, so wird ihn der eherne Bogen durchbohren.
13354#Hiob,20,25#25. Er zieht (daran), und der Pfeil geht aus seinem Leibe hervor, blitzend fährt er aus seiner Galle, und Todesschrecken kommen über ihn.
13355#Hiob,20,26#26. Alle Finsternis ist aufgespart für seine Schätze, ihn wird ein Feuer verzehren, das nicht ausgeblasen wird; es frißt weg, was in seinem Zelte übriggeblieben ist.
13356#Hiob,20,27#27. Der Himmel wird seine Schuld offenbaren und die Erde sich wider ihn empören.
13357#Hiob,20,28#28. Der Reichtum seines Hauses fährt dahin, muß zerrinnen am Tage seines Zornes.
13358#Hiob,20,29#29. Das ist des gottlosen Menschen Teil von Gott, das Erbe, das Gott ihm zugesprochen hat.
13359#Hiob,21,1#1. DARAUF antwortete Hiob und sprach:
13360#Hiob,21,2#2. Hört, hört, was ich zu sagen habe; das soll der Trost sein, den ihr mir gewährt!
13361#Hiob,21,3#3. Erlaubet mir, daß ich rede; und wenn ich gesprochen habe, mögt ihr spotten!
13362#Hiob,21,4#4. Richte ich meine Klage an einen Menschen? Und warum sollte ich nicht ungeduldig sein?
13363#Hiob,21,5#5. Wendet euch zu mir und erstaunet und leget die Hand auf den Mund!
13364#Hiob,21,6#6. Ja, wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern erfaßt meinen Leib.
13365#Hiob,21,7#7. Warum leben denn die Gottlosen, werden alt, groß und stark?
13366#Hiob,21,8#8. Ihr Same ist beständig vor ihnen, und ihre Sprößlinge wachsen vor ihren Augen um sie her.
13367#Hiob,21,9#9. Ihre Häuser sind in Frieden, ohne Furcht; die Rute Gottes schlägt sie nicht.
13368#Hiob,21,10#10. Ihr Ochse bespringt, und nicht umsonst; ihre Kühe kalben und sind nicht unfruchtbar.
13369#Hiob,21,11#11. Ihre Buben lassen sie ausziehen wie eine Schafherde, und ihre Kinder hüpfen herum.
13370#Hiob,21,12#12. Sie singen laut zur Pauke und Harfe und sind fröhlich beim Klang der Schalmei.
13371#Hiob,21,13#13. Sie verbringen in Wohlfahrt ihre Tage und fahren in einem Augenblick ins Totenreich hinab.
13372#Hiob,21,14#14. Und doch sprechen sie zu Gott: «Hebe dich weg von uns; der Erkenntnis deiner Wege fragen wir nichts nach!
13373#Hiob,21,15#15. Was sollten wir dem Allmächtigen dienen, und was nützt es uns, ihn anzurufen?» -
13374#Hiob,21,16#16. Und doch steht ihr Glück nicht in ihrer Hand; darum sei der Rat der Gottlosen fern von mir!
13375#Hiob,21,17#17. Wie oft erlischt die Leuchte der Gottlosen und ereilt sie ihr Schicksal? Teilt Er ihnen Schmerzen zu in seinem Zorn?
13376#Hiob,21,18#18. Werden sie wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturm entführt?
13377#Hiob,21,19#19. Spart Gott sein Unglück für seine-1- Kinder auf? Ihm selbst sollte er vergelten, so daß er es weiß! -1) d.h. des Gottlosen.++
13378#Hiob,21,20#20. Seine eigenen Augen sollen sein Verderben sehen, und den Zorn des Allmächtigen soll er selbst trinken!
13379#Hiob,21,21#21. Denn was für Freude wird er an seiner Nachkommenschaft haben, wenn die Zahl seiner Monde abgeschnitten ist?
13380#Hiob,21,22#22. Kann man Gott Erkenntnis lehren, da er doch die Himmlischen richtet?
13381#Hiob,21,23#23. Der eine stirbt im Vollbesitz seines Glücks, vollkommen ruhig und sorglos;
13382#Hiob,21,24#24. seine Tröge fließen über von Milch, und das Mark seiner Gebeine wird getränkt.
13383#Hiob,21,25#25. Der andere aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie Gutes geschmeckt:
13384#Hiob,21,26#26. Gemeinsam liegen sie im Staube, und Gewürm bedeckt sie beide.
13385#Hiob,21,27#27. Seht, ich kenne eure Gedanken und die Anschläge, mit denen ihr mir Unrecht tut.
13386#Hiob,21,28#28. Denn ihr denkt: Wo ist das Haus des Tyrannen hingekommen? Und wo ist das Zelt, darin die Gottlosen wohnten?
13387#Hiob,21,29#29. Habt ihr euch nicht bei denen erkundigt, die des Weges zogen? Und könnt ihr ihre Zeichen-1- nicht anerkennen, -1) d.h. Beweise, beweiskräftige Aussagen.++
13388#Hiob,21,30#30. daß der Böse am Tage des Unglücks verschont bleibt und dem Tage des Zorns entgeht?-1- -1) aüs: daß der Böse für den Tag des Unglücks aufgespart und dem Tage des Zorns entgegengeleitet wird?++
13389#Hiob,21,31#31. Wer kann ihm ins Gesicht seinen Wandel vorhalten, und sein Tun, wer vergilt es ihm?
13390#Hiob,21,32#32. Doch er wird zu Grabe getragen, und über seinem Grabhügel hält man Wache.
13391#Hiob,21,33#33. Süß sind ihm des Grabes Schollen; hinter ihm her zieht jedermann, und vor ihm her eine unzählbare Schar.
13392#Hiob,21,34#34. Was tröstet ihr mich denn so vergeblich? Eure Antworten sind nichts als Treulosigkeit!
13393#Hiob,22,1#1. DARAUF antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach:
13394#Hiob,22,2#2. Mag auch ein Mann Gott etwas nützen? Es nützt ja der Verständige nur sich selbst.
13395#Hiob,22,3#3. Hat der Allmächtige Freude, wenn du gerecht bist? Ist's ihm ein Gewinn, wenn du in Unschuld wandelst?
13396#Hiob,22,4#4. Straft er dich wegen deiner Gottesfurcht, und geht er darum mit dir ins Gericht?
13397#Hiob,22,5#5. Sind nicht deine Missetaten groß und deine Schulden ohne Ende?
13398#Hiob,22,6#6. Du hast wohl deine Brüder gepfändet und den Entblößten die Kleider ausgezogen;
13399#Hiob,22,7#7. vielleicht hast du dem Müden kein Wasser zu trinken gegeben oder dem Hungrigen das Brot versagt.
13400#Hiob,22,8#8. Der Mächtige hat das Land bekommen, und der Angesehene wohnte darin.
13401#Hiob,22,9#9. Du hast Witwen leer fortgeschickt und die Arme der Waisen zusammenbrechen lassen.
13402#Hiob,22,10#10. Darum liegst du in Banden und hat Furcht dich plötzlich überfallen.
13403#Hiob,22,11#11. Oder siehst du die Finsternis nicht und die Wasserflut, die dich bedeckt?
13404#Hiob,22,12#12. Ist Gott nicht himmelhoch? Siehe doch die höchsten Sterne, wie hoch sie stehen!
13405#Hiob,22,13#13. Und du denkst: «Was weiß Gott! Sollte er hinter dem Dunkel richten?
13406#Hiob,22,14#14. Die Wolken hüllen ihn ein, daß er nicht sehen kann, und er wandelt auf dem Himmelsgewölbe umher!»
13407#Hiob,22,15#15. Willst du den alten Weg befolgen, den die Bösewichte gegangen sind,
13408#Hiob,22,16#16. die weggerafft wurden von der Flut, deren Fundament der Strom wegriß,
13409#Hiob,22,17#17. die zu Gott sprachen: «Hebe dich weg von uns!» und «was könnte der Allmächtige einem tun?»
13410#Hiob,22,18#18. Und er hatte doch ihre Häuser mit Gütern erfüllt! - Doch der Gottlosen Rat sei fern von mir!
13411#Hiob,22,19#19. Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten:
13412#Hiob,22,20#20. «Fürwahr, unsere Widersacher werden vertilgt, und das Feuer hat ihren Überrest verzehrt.»
13413#Hiob,22,21#21. Befreunde dich doch mit Ihm und mache Frieden! Dadurch wird Gutes über dich kommen.
13414#Hiob,22,22#22. Nimm doch Belehrung an aus seinem Mund und lege seine Worte in dein Herz!
13415#Hiob,22,23#23. Wenn du dich zu dem Allmächtigen kehrst, so wirst du aufgerichtet werden, wenn du die Ungerechtigkeit aus deiner Hütte entfernst.
13416#Hiob,22,24#24. Wirf das Gold in den Staub und das Ophirgold zu den Steinen der Bäche,
13417#Hiob,22,25#25. so wird der Allmächtige dein Gold und dein glänzendes Silber sein!
13418#Hiob,22,26#26. Dann wirst du dich an dem Allmächtigen ergötzen und dein Angesicht zu Gott erheben;
13419#Hiob,22,27#27. du wirst zu ihm flehen, und er wird dich erhören, und du wirst deine Gelübde bezahlen.
13420#Hiob,22,28#28. Was du vornimmst, das wird dir gelingen, und ein Licht wird auf deinen Wegen leuchten.
13421#Hiob,22,29#29. Führen sie abwärts, so wirst du sagen: «Es geht empor!» Und wer die Augen niederschlägt, den wird er retten.
13422#Hiob,22,30#30. Er wird (selbst) den freilassen, der nicht unschuldig ist: durch die Reinheit deiner Hände wird er entrinnen.
13423#Hiob,23,1#1. DA antwortete Hiob und sprach:
13424#Hiob,23,2#2. Auch heute noch ist meine Klage bitter; seine Hand preßt mir schwere Seufzer aus!
13425#Hiob,23,3#3. O daß ich wüßte, wo ich Ihn fände! Ich würde zu seinem Throne gehen.
13426#Hiob,23,4#4. Ich würde ihm die Streitfrage vorlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen;
13427#Hiob,23,5#5. ich möchte wissen, was er mir antworten, und gerne sehen, was er zu mir sagen würde.
13428#Hiob,23,6#6. Würde er heftig mit mir streiten? Nein, er würde mich gewiß anhören.
13429#Hiob,23,7#7. Da würde der Redliche bei ihm Recht finden, und ich würde auf ewig frei ausgehen von meinem Richter.
13430#Hiob,23,8#8. Wenn ich aber schon nach Osten gehe, so ist er nirgends; wende ich mich nach Westen, so werde ich seiner nicht gewahr;
13431#Hiob,23,9#9. begibt er sich nach Norden, so erspähe ich ihn nicht, verbirgt er sich im Süden, so kann ich ihn nicht sehen.
13432#Hiob,23,10#10. Er aber kennt meinen Weg; er prüfe mich, so werde ich wie Gold hervorgehen!
13433#Hiob,23,11#11. Mein Fuß hat seinen Pfad innegehalten; seinen Weg habe ich bewahrt, ich bog nicht davon ab;
13434#Hiob,23,12#12. vom Gebote seiner Lippen wich ich nicht; in meinem Busen bewahrte ich die Reden seiner Lippen.
13435#Hiob,23,13#13. Doch Er bleibt sich gleich, und wer will ihn davon abbringen? Was er will, das tut er.
13436#Hiob,23,14#14. Er vollführt, was mir bestimmt ist, und dergleichen hat er viel im Sinn.
13437#Hiob,23,15#15. Darum schrecke ich zurück vor ihm, und wenn ich daran denke, so fürchte ich mich davor.
13438#Hiob,23,16#16. Ja, Gott hat mein Herz verzagt gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt.
13439#Hiob,23,17#17. Daß ich (aber) nicht vergehe vor dem Anblick der Finsternis, hat er vor meinem Angesicht das Dunkel verdeckt.
13440#Hiob,24,1#1. Warum sind vom Allmächtigen nicht Zeiten bestimmt und sehen die, so ihn kennen, seine Tage nicht?
13441#Hiob,24,2#2. Man verrückt Marksteine, raubt Herden und weidet sie.
13442#Hiob,24,3#3. Den Esel der Waislein treibt man fort und pfändet der Witwe Kuh.
13443#Hiob,24,4#4. Man jagt die Armen aus dem Wege, und die Elenden im Lande müssen sich allesamt verbergen.
13444#Hiob,24,5#5. Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie früh an ihr Werk, nach Nahrung suchend; die Wildnis muß ihre Kinder nähren.
13445#Hiob,24,6#6. Auf dem Felde ernten sie sein Futter und halten Nachlese im Weinberge des Gottlosen.
13446#Hiob,24,7#7. Nackend bringen sie die Nächte zu; sie haben kein Gewand und wenn es kalt wird, keine Decke.
13447#Hiob,24,8#8. Vor dem Regen bergen sie sich im Gebirge, und weil sie keine Zuflucht haben, klammern sie sich an die Felsen.
13448#Hiob,24,9#9. Man reißt das Waislein von der Brust und pfändet den Armen aus.
13449#Hiob,24,10#10. Nackt, ohne Kleid, läßt man sie laufen; sie müssen Garben tragen und hungern dabei.
13450#Hiob,24,11#11. Zwischen ihren Mauern pressen sie Öl, treten die Kelter und müssen dürsten.
13451#Hiob,24,12#12. Aus den Städten ertönt das Geschrei der Sterbenden, und die Seele der Erschlagenen schreit; aber Gott achtet nicht des Unrechts.
13452#Hiob,24,13#13. Jene hassen das Licht, sie wollen seine Wege nicht kennen und bleiben nicht auf seinen Pfaden.
13453#Hiob,24,14#14. Mit Tagesanbruch steht der Mörder auf, den Elenden und Armen umzubringen; in der Nacht aber ist er wie ein Dieb.
13454#Hiob,24,15#15. Das Auge des Ehebrechers wartet auf die Dämmerung; er spricht: Kein Auge sieht mich! - und verhüllt sein Angesicht.
13455#Hiob,24,16#16. In der Finsternis bricht man in die Häuser ein; bei Tage verschließen sie sich; sie scheuen das Licht.
13456#Hiob,24,17#17. Denn ihnen ist die dichteste Finsternis gleich wie der Morgen; sie sind sogar mit dem Todesdunkel vertraut.
13457#Hiob,24,18#18. Schnell fährt er auf dem Wasser dahin. Verflucht ist sein Teil auf Erden; sein Weg führt nicht durch Weingärten.
13458#Hiob,24,19#19. Wie Hitze und Sonnenglut die Schneewasser wegraffen, so das Totenreich die, welche sündigen.
13459#Hiob,24,20#20. Der Mutterschoß wird seiner vergessen, Würmer laben sich an ihm, seiner wird nicht mehr gedacht, und wie ein Baum wird der Übermut dessen gebrochen,
13460#Hiob,24,21#21. der die Unfruchtbare beraubte, die nicht gebar, und der Witwe nichts Gutes tat.
13461#Hiob,24,22#22. Und doch erhält Er die Mächtigen lange durch seine Kraft; mancher steht noch aufrecht, der seines Lebens nicht mehr sicher war.
13462#Hiob,24,23#23. Er gibt ihm Sicherheit, und jener verläßt sich darauf;
13463#Hiob,24,24#24. Seine Augen sehen auf ihre Wege. Sie kommen hoch; aber wenig braucht's, so sind sie dahin; sie sinken hin und werden zusammengerafft, wie alle andern auch, und verwelken wie die reifen Ähren.
13464#Hiob,24,25#25. Oder ist's nicht so? Wer will mich Lügen strafen und meine Rede zunichte machen?
13465#Hiob,25,1#1. DA antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach:
13466#Hiob,25,2#2. Herrschaft und Schrecken sind bei Ihm; Frieden schafft Er in seinen Höhen.
13467#Hiob,25,3#3. Sind seine Scharen zu zählen? Und über wem erhebt sich nicht sein Licht?
13468#Hiob,25,4#4. Wie kann aber der Sterbliche gerecht sein vor Gott, und wie will der rein sein, der vom Weibe geboren ist?
13469#Hiob,25,5#5. Siehe, sogar der Mond leuchtet nicht helle, und die Sterne sind nicht rein vor ihm,
13470#Hiob,25,6#6. wie viel weniger der Sterbliche, der Wurm, und das Menschenkind, das nur ein Würmlein ist?
13471#Hiob,26,1#1. UND Hiob antwortete und sprach:
13472#Hiob,26,2#2. Wie hast du doch den Ohnmächtigen unterstützt und dem machtlosen Arm geholfen!
13473#Hiob,26,3#3. Wie hast du den Unweisen beraten und Weisheit in Fülle kundgetan!
13474#Hiob,26,4#4. Wen hast du mit deiner Rede getroffen und wessen Odem ging aus deinem Munde hervor?
13475#Hiob,26,5#5. Die Schatten werden von Zittern erfaßt unter den Wassern und ihren Bewohnern.
13476#Hiob,26,6#6. Das Totenreich ist enthüllt vor Ihm, und der Abgrund hat keine Decke.
13477#Hiob,26,7#7. Er spannt den Norden aus über der Leere und hängt die Erde über dem Nichts auf.
13478#Hiob,26,8#8. Er bindet die Wasser in seinen Wolken zusammen, und das Gewölk zerbricht nicht unter ihrem Gewicht.
13479#Hiob,26,9#9. Er verschließt den Anblick seines Thrones, er breitet seine Wolken darüber.
13480#Hiob,26,10#10. Er hat einen Kreis abgesteckt auf der Oberfläche der Wasser, zur Grenze des Lichts und der Finsternis.
13481#Hiob,26,11#11. Des Himmels Säulen erbeben und zittern vor seinem Schelten.
13482#Hiob,26,12#12. Durch seine Kraft erregt er das Meer, und mit seinem Verstand zerschlägt er das Ungeheuer.
13483#Hiob,26,13#13. Durch seinen Hauch wird der Himmel klar, mit seiner Hand durchbohrt er die flüchtige Schlange.
13484#Hiob,26,14#14. Siehe, das sind die Umrisse seiner Wege; wie leise ist das Wort, das wir davon vernehmen! Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen?
13485#Hiob,27,1#1. Und Hiob setzte seine Rede fort und sprach:
13486#Hiob,27,2#2. So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzogen, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt hat:
13487#Hiob,27,3#3. Solange noch mein Odem in mir ist und der Hauch Gottes in meiner Nase,
13488#Hiob,27,4#4. sollen meine Lippen nichts Verkehrtes reden und meine Zunge keine Lüge aussprechen.
13489#Hiob,27,5#5. Ferne sei es von mir, daß ich euch Recht gebe, ich werde mir meine Unschuld nicht nehmen lassen bis an mein Ende!
13490#Hiob,27,6#6. Ich habe an meiner Gerechtigkeit festgehalten und werde sie nicht loslassen, mein Gewissen straft mich über keinen meiner Tage;
13491#Hiob,27,7#7. mein Feind aber müsse verurteilt werden und meine Widersacher Unrecht haben.
13492#Hiob,27,8#8. Denn was für eine Hoffnung hat der Frevler, wenn Gott (ihn) abschneidet, wenn er ihm seine Seele entzieht?
13493#Hiob,27,9#9. Wird Gott sein Geschrei erhören, wenn Not über ihn kommt?
13494#Hiob,27,10#10. Hätte er seine Lust an dem Allmächtigen, so würde er Gott allezeit anrufen.
13495#Hiob,27,11#11. Ich will euch über Gottes Hand belehren und, was es mit dem Allmächtigen für eine Bewandtnis hat, euch nicht verhehlen.
13496#Hiob,27,12#12. Siehe, ihr alle habt es ja gesehen - warum redet ihr so unnütze Worte? -
13497#Hiob,27,13#13. Das ist das Teil, das der gottlose Mensch von Gott, und dies das Erbe, das die Tyrannen vom Allmächtigen erhalten:
13498#Hiob,27,14#14. Wenn seine Kinder sich mehren, so ist's für das Schwert, und seine Nachkommenschaft hat nicht Brot genug.
13499#Hiob,27,15#15. Seine Entronnenen sinken durch die Pest ins Grab, und ihre Witwen beweinen sie nicht.
13500#Hiob,27,16#16. Wenn er schon Geld zusammenschart wie Staub und Kleider zusammenhäuft wie Kot, -
13501#Hiob,27,17#17. so bringt er sie zwar zusammen, aber der Gerechte wird sie anziehen, und in das Geld werden sich die Unschuldigen teilen.
13502#Hiob,27,18#18. Er baut sein Haus wie die Motte und wie ein Hüttlein, das der Hüter macht.
13503#Hiob,27,19#19. Reich legt er sich hin und tut es nicht wieder; in einem Augenblick ist er dahin:
13504#Hiob,27,20#20. Schrecken ergreift ihn wie eine Wasserflut, der Sturmwind führt ihn über Nacht davon.
13505#Hiob,27,21#21. Ein Ostwind ergreift ihn, und er fährt dahin, er rafft ihn von seiner Stätte hinweg.
13506#Hiob,27,22#22. Schonungslos schleudert Er Geschosse nach ihm, eiligst muß er fliehen vor seiner Hand.
13507#Hiob,27,23#23. Man klatscht mit den Händen über ihn und zischt ihn aus an seinem Ort.
13508#Hiob,28,1#1. Denn das Silber hat seinen Fundort und das Gold seinen Ort, wo man es läutert.
13509#Hiob,28,2#2. Eisen wird aus der Erde gegraben und Kupfer schmelzt man aus Gestein.
13510#Hiob,28,3#3. Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus, die Steine, die in Finsternis und Todesschatten liegen.
13511#Hiob,28,4#4. Einen Schacht bricht man auf, wo kein Wandersmann durchgeht; auf unbetretenen Pfaden lassen sie sich hinab und schweben ferne von den Menschen.
13512#Hiob,28,5#5. Aus der Erde wächst Brot hervor, und unter ihr ist's wie vom Feuer durchwühlt.
13513#Hiob,28,6#6. In ihren Steinen wird Saphir gefunden und Gold in ihren Schollen.
13514#Hiob,28,7#7. Ein Pfad (ist's), den kein Raubvogel kennt, und den auch des Habichts Auge nicht erspäht,
13515#Hiob,28,8#8. den auch kein Raubtier betritt, darauf der Löwe nicht schreitet.
13516#Hiob,28,9#9. Der Mensch legt seine Hand an den harten Felsen und durchwühlt die Gründe der Berge.
13517#Hiob,28,10#10. Er treibt Stollen durch die Felsen, und sein Auge ersieht alles, was köstlich ist.
13518#Hiob,28,11#11. Damit sie nicht tränen, verstopft er die Wasserrinnen; das Verborgene bringt er ans Licht.
13519#Hiob,28,12#12. Aber wo wird die Weisheit gefunden, und welches ist der Ort des Verstandes?
13520#Hiob,28,13#13. Der Mensch kennt den Weg zu ihr nicht, im Lande der Lebendigen wird sie nicht gefunden.
13521#Hiob,28,14#14. Die Tiefe spricht: «Sie ist nicht in mir», und das Meer: «Sie ist nicht bei mir.»
13522#Hiob,28,15#15. Sie wird mit keinem Geld bezahlt und nicht mit Silber aufgewogen.
13523#Hiob,28,16#16. Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben, auch nicht um köstlichen Schohamstein und Saphir.
13524#Hiob,28,17#17. Gold und Glas kommt ihr nicht gleich, noch wird sie um goldenes Gerät eingetauscht.
13525#Hiob,28,18#18. Korallen und Kristall sind nichts gegen sie, und der Besitz der Weisheit geht über Perlen.
13526#Hiob,28,19#19. Der Topas aus Äthiopien ist ihr nicht zu vergleichen, mit reinem Golde wird sie nicht aufgewogen.
13527#Hiob,28,20#20. Woher kommt denn die Weisheit, und welches ist der Ort des Verstandes?
13528#Hiob,28,21#21. Sie ist verborgen vor den Augen aller Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt.
13529#Hiob,28,22#22. Der Abgrund und der Tod sprechen: Wir haben mit unsern Ohren von ihr gehört.
13530#Hiob,28,23#23. Gott weiß ihren Weg, und er kennt ihren Ort.
13531#Hiob,28,24#24. Denn er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist.
13532#Hiob,28,25#25. Als er dem Winde sein Gewicht gab und den Wassern ihr Maß,
13533#Hiob,28,26#26. als er dem Regen sein Ziel setzte und dem Wetterstrahl seinen Weg:
13534#Hiob,28,27#27. da hat er sie gesehen und durchmustert, sie bereitet und erforscht
13535#Hiob,28,28#28. und hat zum Menschen gesagt: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Verstand!
13536#Hiob,29,1#1. Und Hiob fuhr in dem Vortrag seiner Sprüche fort und sprach:
13537#Hiob,29,2#2. Wer gibt mir die vorigen Monate zurück und die Tage, in welchen Gott mich behütete?
13538#Hiob,29,3#3. als seine Leuchte über meinem Haupte schien und ich in seinem Lichte durch das Dunkel ging;
13539#Hiob,29,4#4. wie ich in den Tagen meines Herbstes vertrauten Umgang mit Gott bei meinem Zelte pflog;
13540#Hiob,29,5#5. als der Allmächtige noch mit mir war und meine Knaben um mich her;
13541#Hiob,29,6#6. da ich meine Tritte in Milch badete und der Fels neben mir Öl in Strömen goß;
13542#Hiob,29,7#7. als ich noch zum Tore ging, zur Stadt hinauf, und meinen Sitz auf dem Markt aufstellte.
13543#Hiob,29,8#8. Wenn mich die Knaben sahen, so verbargen sie sich, die Greise standen auf und blieben stehen.
13544#Hiob,29,9#9. Die Fürsten hörten auf zu reden und legten die Hand auf den Mund.
13545#Hiob,29,10#10. Die Stimme der Vornehmen stockte, und ihre Zunge klebte am Gaumen.
13546#Hiob,29,11#11. Wessen Ohr mich hörte, der pries mich glücklich, und wessen Auge mich sah, der stimmte mir zu.
13547#Hiob,29,12#12. Denn ich rettete den Elenden, der da schrie, und das Waislein, das keinen Helfer hatte.
13548#Hiob,29,13#13. Der Segen des Verlorenen kam über mich, und ich machte das Herz der Witwe jauchzen.
13549#Hiob,29,14#14. Gerechtigkeit zog ich an, und sie bekleidete mich, mein Talar und Turban war das Recht.
13550#Hiob,29,15#15. Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
13551#Hiob,29,16#16. Ich war des Armen Vater; und die Streitsache, die ich nicht kannte, untersuchte ich.
13552#Hiob,29,17#17. Ich zerbrach die Stockzähne des Ungerechten und riß ihm den Raub aus den Zähnen.
13553#Hiob,29,18#18. Und so dachte ich, ich würde mit meinem Neste sterben und wie der Phönix viele Tage erleben.
13554#Hiob,29,19#19. Meine Wurzel war an Wassern ausgebreitet, und der Tau übernachtete auf meinem Zweig.
13555#Hiob,29,20#20. Meine Herrlichkeit erneuerte sich bei mir, und mein Bogen verjüngte sich in meiner Hand.
13556#Hiob,29,21#21. Auf mich hörte und wartete man und lauschte stillschweigend auf meinen Rat.
13557#Hiob,29,22#22. Auf meine Rede folgte kein Widerspruch, und meine Worte träufelten auf sie.
13558#Hiob,29,23#23. Sie harrten auf mich, wie das Erdreich auf einen Regen, und sperrten ihren Mund auf, wie nach einem Spätregen.
13559#Hiob,29,24#24. Lächelte ich sie an, so konnten sie es kaum glauben, und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht verdunkeln.
13560#Hiob,29,25#25. Ich prüfte ihren Weg und saß oben an und wohnte wie ein König unter dem Volke, wie einer, der die Traurigen tröstet.
13561#Hiob,30,1#1. Jetzt aber lachen über mich, die an Jahren jünger sind als ich, deren Väter ich verschmäht hätte, sie neben die Hunde meiner Herde zu setzen.
13562#Hiob,30,2#2. Wozu konnte die Arbeit ihrer Hände mir dienen, da es ihnen an ungebrochener Kraft gebrach?
13563#Hiob,30,3#3. Durch Mangel und Hunger abgezehrt, benagten sie das dürre Land, welches längst wüste und verödet war.
13564#Hiob,30,4#4. Sie pflückten die Melde ab beim Gesträuch, und die Ginsterwurzel war ihr Brot.
13565#Hiob,30,5#5. Aus der Gemeinde wurden sie gejagt, man schrie über sie wie über Diebe.
13566#Hiob,30,6#6. In grausigen Schluchten müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsenhöhlen.
13567#Hiob,30,7#7. Im Gebüsche kreischen sie und liegen unter Nesseln hingestreckt.
13568#Hiob,30,8#8. Kinder von Narren, Kinder Ehrloser, sind sie aus ihrem Lande verstoßen.
13569#Hiob,30,9#9. Und deren Spottlied bin ich nun geworden und diene ihnen zum Geschwätz.
13570#Hiob,30,10#10. Sie verabscheuen und fliehen mich, und vor meinem Angesicht sparen sie den Speichel nicht.
13571#Hiob,30,11#11. Denn meine Sehne hat Er aufgelöst und mich gebeugt, darum lassen sie den Zügel schießen vor mir.
13572#Hiob,30,12#12. Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut. Sie lassen meinen Füßen keine Ruhe und bahnen ihre Unheilswege gegen mich.
13573#Hiob,30,13#13. Meinen Pfad haben sie zerstört, zu meinem Falle helfen sie, die keinen Helfer haben.
13574#Hiob,30,14#14. Wie durch eine weite Bresche fallen sie über mich her, unter Kriegsgeschrei wälzen sie sich daher.
13575#Hiob,30,15#15. Es ist Schrecken über mich gekommen; meine Ehre ist wie der Wind verflogen; und wie eine Wolke ist mein  Heil vorübergegangen.
13576#Hiob,30,16#16. Und nun ergießt sich meine Seele in mir, denn die Tage meines Elends haben mich ergriffen.
13577#Hiob,30,17#17. Die Nacht durchbohrt mein Gebein, und meine nagenden Schmerzen schlafen nicht;
13578#Hiob,30,18#18. durch ihre große Heftigkeit verändert sich mein Kleid, wie ein Hemd umschließt es mich.
13579#Hiob,30,19#19. Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin wie Staub und Asche geworden.
13580#Hiob,30,20#20. Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht, ich stehe da, und du beobachtest mich.
13581#Hiob,30,21#21. Du hast dich mir in einen unbarmherzigen Feind verwandelt, mit deiner gewaltigen Hand widerstehst du mir.
13582#Hiob,30,22#22. Du setzest mich dem Wind aus und lässest mich dahinfahren, daß mir jeder Halt entschwindet.
13583#Hiob,30,23#23. Denn ich weiß, daß du mich zum Tode führen wirst, ins Haus, wo alle Lebendigen zusammenkommen.
13584#Hiob,30,24#24. Wahrlich, kein Bittender hat seine Hand ausgestreckt, wenn er in seinem Unglück schrie,
13585#Hiob,30,25#25. daß ich nicht mit ihm geweint hätte in böser Zeit und meine Seele sich nicht um den Armen bekümmert hätte!
13586#Hiob,30,26#26. Aber ich habe auf Gutes gehofft, und es kam Übel, ich habe auf das Licht gewartet, und es ist Finsternis gekommen.
13587#Hiob,30,27#27. Meine Eingeweide wallen und wollen nicht stille werden; die Tage meines Jammers sind mir begegnet.
13588#Hiob,30,28#28. Traurig gehe ich einher, ohne Sonne; ich bin in der Gemeinde aufgestanden und habe um Hilfe geschrieen.
13589#Hiob,30,29#29. Ich bin ein Bruder geworden der Schakale und ein Gefährte der jungen Strauße.
13590#Hiob,30,30#30. Meine Haut ist schwarz geworden an mir, und meine Gebeine sind vor Hitze verdorrt.
13591#Hiob,30,31#31. Meine Harfe ist zu einem Trauerlied geworden und mein Flötenspiel zu lautem Weinen.
13592#Hiob,31,1#1. Einen Bund hatte ich geschlossen mit meinen Augen, und wie hätte ich mein Auge auf eine Jungfrau werfen dürfen!
13593#Hiob,31,2#2. Denn was würde mir Gott vom Himmel dafür zuteilen, und welchen Lohn erhielte ich vom Allmächtigen aus der Höhe?
13594#Hiob,31,3#3. Ist denn das Unglück nicht für den Ungerechten und das Mißgeschick für die Übeltäter?
13595#Hiob,31,4#4. Sieht Er nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte,
13596#Hiob,31,5#5. so daß er wissen kann, ob ich mit Lügen umgegangen oder auf Betrug ausgegangen bin?
13597#Hiob,31,6#6. Er wäge mich auf gerechter Waage, so wird Gott meine Unschuld erkennen!
13598#Hiob,31,7#7. Ist mein Schritt vom Wege abgewichen oder mein Herz den Augen nachgewandelt und klebt meinen Händen ein Makel an, -
13599#Hiob,31,8#8. so will ich säen, und ein anderer soll es essen, und meine Pflanzungen sollen entwurzelt werden!
13600#Hiob,31,9#9. Hat sich mein Herz hinreißen lassen zu einem Weibe, oder habe ich gelauert an der Tür meines Nächsten, -
13601#Hiob,31,10#10. so soll mein Weib für einen anderen mahlen, und andere mögen sich über sie beugen!
13602#Hiob,31,11#11. Denn das wäre eine Schandtat und ein strafwürdiges Vergehen,
13603#Hiob,31,12#12. ja ein Feuer wär's, das bis in die Hölle hinein brennen und alle meine Habe verzehren müßte mit Stumpf und Stiel.
13604#Hiob,31,13#13. Habe ich das Recht verweigert meinem Knecht oder meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten,
13605#Hiob,31,14#14. was wollte ich tun, wenn Gott wider mich aufträte, und wenn er mich zur Rede stellte, was wollte ich ihm antworten?
13606#Hiob,31,15#15. Hat nicht der, der mich im Mutterschoße bereitete, auch sie gemacht, hat nicht ein und derselbe uns aus dem Mutterleibe hervorgebracht?
13607#Hiob,31,16#16. Habe ich den Armen versagt, was sie begehrten, und die Augen der Witwe verschmachten lassen?
13608#Hiob,31,17#17. Habe ich meinen Bissen allein verzehrt, und hat das Waislein nichts davon gekriegt?
13609#Hiob,31,18#18. Wahrlich, von meiner Jugend auf hat es mich hochgehalten wie einen Vater, und von Mutterleib an habe ich sie geführt!
13610#Hiob,31,19#19. Habe ich einen umherirren sehen ohne Kleider und dem Armen keine Decke gegeben?
13611#Hiob,31,20#20. Nein, wahrlich, es haben mich seine Lenden gesegnet, wenn sie von der Wolle meiner Lämmer warm geworden sind!
13612#Hiob,31,21#21. Habe ich meine Hand gegen die Waise erhoben, weil ich sah, daß man mir helfen würde im Tor,
13613#Hiob,31,22#22. so soll mir die Schulter vom Nacken fallen und mein Arm aus seiner Röhre brechen!
13614#Hiob,31,23#23. Aber ich hätte mich vor Gottes Strafe gefürchtet, und aus Ehrfurcht vor ihm hätte ich es gar nicht gekonnt.
13615#Hiob,31,24#24. Habe ich mein Vertrauen auf Gold gesetzt und zu dem feinen Gold gesagt: «Sei du meine Zuversicht!»,
13616#Hiob,31,25#25. habe ich mich gefreut, weil ich reich geworden bin und meine Hand viel erworben hat;
13617#Hiob,31,26#26. habe ich die Sonne angesehen, weil sie leuchtete, und den Mond, weil er so prächtig dahinzog,
13618#Hiob,31,27#27. und habe ich mein Herz im Geheimen betören lassen, daß ich ihnen Küsse zuwarf mit der Hand,
13619#Hiob,31,28#28. so wäre auch das ein strafwürdiges Vergehen gewesen; denn ich hätte den Gott verleugnet, der höher ist.
13620#Hiob,31,29#29. Habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran, wenn ihn ein Unglück traf?
13621#Hiob,31,30#30. Nein, ich habe meine Zunge nicht hergegeben zum Sündigen, daß ich mit einem Fluche sein Leben gefordert hätte.
13622#Hiob,31,31#31. Haben meine Hausgenossen nicht oft gesagt: Wer hätte sich nicht von seinem Fleische gesättigt?
13623#Hiob,31,32#32. Kein Fremdling brauchte draußen zu übernachten; ich öffnete meine Tür dem Wandersmann.
13624#Hiob,31,33#33. Habe ich, wie Adam, meine Übertretung bedeckt, so daß ich meine Schuld in meinem Busen verbarg,
13625#Hiob,31,34#34. weil ich die große Menge fürchtete und die Verachtung der Geschlechter mich erschreckte, so daß ich schweigen mußte und nicht zur Tür hinausgehen durfte? . . .
13626#Hiob,31,35#35. O daß ich einen hätte, der mir Gehör schenkte! Siehe, da ist meine Unterschrift; der Allmächtige antworte mir, und mein Gegner schreibe eine Klageschrift wider mich!
13627#Hiob,31,36#36. Wahrlich, ich würde sie auf meine Schulter legen und sie mir wie eine Krone umbinden!
13628#Hiob,31,37#37. Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst!
13629#Hiob,31,38#38. Wenn mein Acker wider mich schreit und seine Furchen miteinander weinen,
13630#Hiob,31,39#39. weil ich, ohne ihn zu bezahlen, seinen Ertrag genossen und seinen Besitzer ums Leben gebracht habe,
13631#Hiob,31,40#40. so soll er statt Weizen Dornen tragen und Unkraut anstatt der Gerste! Zu Ende sind die Reden Hiobs.
13632#Hiob,32,1#1. DA hörten jene drei Männer auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war.
13633#Hiob,32,2#2. Es entbrannte aber der Zorn Elihus, des Sohnes Barachels, des Busiters, vom Geschlechte Ram; über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er sich selbst für gerechter hielt als Gott;
13634#Hiob,32,3#3. über seine drei Freunde aber entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort fanden und Hiob doch verurteilten.
13635#Hiob,32,4#4. Elihu aber hatte mit seiner Rede an Hiob gewartet; denn jene waren älter als er.
13636#Hiob,32,5#5. Als aber Elihu sah, daß im Munde jener drei Männer keine Antwort mehr war, entbrannte sein Zorn.
13637#Hiob,32,6#6. Und Elihu, der Sohn Barachels, der Busiter, hob an und sprach: Jung bin ich an Jahren, ihr aber seid grau; darum habe ich mich gefürchtet, euch meinen Befund zu verkünden.
13638#Hiob,32,7#7. Ich dachte: Die Betagten sollen reden und die Bejahrten ihre Weisheit kundtun.
13639#Hiob,32,8#8. Aber der Geist ist es im Menschen und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.
13640#Hiob,32,9#9. Nicht alle Lehrer sind weise, und nicht alle Greise verstehen sich aufs Recht.
13641#Hiob,32,10#10. Darum sage ich: Höret auf mich, so will ich mein Urteil verkünden, ja, auch ich.
13642#Hiob,32,11#11. Siehe, ich habe eure Reden abgewartet, habe zugehört bis zu eurem Entscheid, bis ihr die rechten Worte gefunden hättet;
13643#Hiob,32,12#12. und ich habe auf euch gewartet, bis ihr fertig waret; aber siehe, da ist keiner unter euch, der Hiob widerlegt, der seine Rede beantwortet hätte.
13644#Hiob,32,13#13. Saget nur ja nicht: «Wir haben die Weisheit gefunden: Gott wird ihn schlagen, nicht ein Mensch.»
13645#Hiob,32,14#14. Er hat seine Worte nicht an mich gerichtet, so will ich ihm auch nicht antworten wie ihr.
13646#Hiob,32,15#15. Sie sind geschlagen, sie geben keine Antwort mehr, die Worte sind ihnen ausgegangen!
13647#Hiob,32,16#16. Ich habe gewartet; weil sie aber nichts sagen, weil sie dastehen und nicht mehr antworten,
13648#Hiob,32,17#17. so will auch ich nun meinen Teil erwidern und mein Urteil abgeben, ja, auch ich;
13649#Hiob,32,18#18. denn ich bin voll von Worten, und der Geist, der in mir ist, drängt mich dazu.
13650#Hiob,32,19#19. Siehe, mein Leib ist wie ein Weinschlauch, der keine Öffnung hat; wie Schläuche voll Most will er bersten.
13651#Hiob,32,20#20. Darum will ich reden, so wird es mir leichter, ich will meine Lippen auftun und antworten.
13652#Hiob,32,21#21. Ich will aber keine Person ansehen und keinem Menschen schmeicheln;
13653#Hiob,32,22#22. denn ich kann nicht schmeicheln, leicht möchte mein Schöpfer mich sonst wegraffen!
13654#Hiob,33,1#1. Doch höre nun, Hiob, meine Rede, und fasse alle meine Worte!
13655#Hiob,33,2#2. Siehe doch, ich öffne meinen Mund, es redet die Zunge an meinem Gaumen;
13656#Hiob,33,3#3. meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen, und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus.
13657#Hiob,33,4#4. Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen belebt mich.
13658#Hiob,33,5#5. Kannst du es, so widerlege mich; rüste dich, tritt vor mich hin!
13659#Hiob,33,6#6. Siehe, ich stehe zu Gott, gleich wie du; auch ich bin vom Lehm genommen.
13660#Hiob,33,7#7. Siehe, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken, und ich will dir nicht lästig sein.
13661#Hiob,33,8#8. Nun hast du vor meinen Ohren gesagt, und ich habe deine eigenen Worte gehört:
13662#Hiob,33,9#9. «Rein bin ich, ohne Vergehen, unbefleckt und ohne Schuld!
13663#Hiob,33,10#10. Siehe, er erfindet Beschuldigungen gegen mich, er hält mich für seinen Feind;
13664#Hiob,33,11#11. er legt meine Füße in den Stock und lauert auf alle meine Schritte.»
13665#Hiob,33,12#12. Siehe, das sagst du nicht mit Recht, darauf muß ich dir antworten; denn Gott ist größer als der Mensch.
13666#Hiob,33,13#13. Warum haderst du denn mit ihm, da er doch keine seiner Taten zu verantworten hat?
13667#Hiob,33,14#14. Sondern Gott redet einmal und zum zweitenmal, aber man beachtet es nicht.
13668#Hiob,33,15#15. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie in ihren Betten schlafen,
13669#Hiob,33,16#16. da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie,
13670#Hiob,33,17#17. damit der Mensch von seinem Tun abstehe und er den Mann vor Übermut beschütze,
13671#Hiob,33,18#18. daß er seine Seele von der Grube zurückhalte, und sein Leben, daß er nicht renne ins Geschoß.
13672#Hiob,33,19#19. Er züchtigt ihn mit Schmerzen auf seinem Lager, ein hartes Gericht geht über seinen Leib,
13673#Hiob,33,20#20. daß ihm das Brot zum Ekel wird, seiner Seele die Lieblingsspeise;
13674#Hiob,33,21#21. sein Fleisch schwindet dahin, man sieht es nicht mehr, und seine Gebeine, die man sonst nicht sah, werden bloß;
13675#Hiob,33,22#22. seine Seele naht sich der Grube und sein Leben den Todesmächten.
13676#Hiob,33,23#23. Wenn es dann für ihn einen Engel gibt, einen Mittler, einen aus Tausenden, der dem Menschen verkündigt seine Gerechtigkeit;
13677#Hiob,33,24#24. wenn er sich über ihn erbarmt und spricht: «Erlöse ihn, daß er nicht zur Grube hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!»
13678#Hiob,33,25#25. Alsdann wird sein Fleisch wieder grünen von Jugendfrische, er wird wiederkehren zu den Tagen seiner Jugend;
13679#Hiob,33,26#26. er wird zu Gott bitten, der wird ihm gnädig sein, ihn sein Angesicht mit Jauchzen sehen lassen und dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben.
13680#Hiob,33,27#27. Er wird singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten nach Verdienst;
13681#Hiob,33,28#28. er hat meine Seele erlöst, daß sie nicht in die Grube gefahren ist, so daß mein Leben das Licht wieder sieht!
13682#Hiob,33,29#29. Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen,
13683#Hiob,33,30#30. daß er seine Seele vom Verderben herumhole und ihn erleuchte mit dem Lichte der Lebendigen.
13684#Hiob,33,31#31. Merke auf, Hiob, höre mir zu, schweige, und ich will reden!
13685#Hiob,33,32#32. Hast du aber Worte, so antworte mir, sage her, denn ich wünsche deine Rechtfertigung;
13686#Hiob,33,33#33. wo aber nicht, so höre mir zu, schweige, und ich will dich Weisheit lehren!
13687#Hiob,34,1#1. Und Elihu hob wieder an und sprach:
13688#Hiob,34,2#2. Höret, ihr Weisen, meine Worte, und ihr Verständigen, merket auf mich!
13689#Hiob,34,3#3. Denn das Ohr prüft die Rede, wie der Gaumen die Speise schmeckt.
13690#Hiob,34,4#4. Das Rechte wollen wir uns erwählen und untereinander ausmachen, was gut ist.
13691#Hiob,34,5#5. Denn Hiob behauptet: «Ich bin gerecht, aber Gott hat mir mein Recht entzogen.
13692#Hiob,34,6#6. Bei all meinem Recht werde ich zum Lügner gestempelt, tödlich verwundet bin ich vom Pfeil - ohne Schuld!»
13693#Hiob,34,7#7. Wo ist ein Mann wie Hiob, der Lästerung trinkt wie Wasser,
13694#Hiob,34,8#8. der so wie er in Gesellschaft der Übeltäter wandelt und mit gottlosen Leuten umgeht?
13695#Hiob,34,9#9. Denn er hat gesagt: «Es nützt dem Menschen nichts, wenn er mit Gott Freundschaft pflegt!»
13696#Hiob,34,10#10. Darum, ihr verständigen Männer, hört mir zu: Fern sei es von Gott, sich Gewalttätigkeiten zu erlauben, und von dem Allmächtigen, Unrecht zu tun;
13697#Hiob,34,11#11. sondern er bezahlt dem Menschen, wie er es verdient, und läßt einem jeden widerfahren nach seinem Wandel.
13698#Hiob,34,12#12. Ja wahrlich, Gott tut kein Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht!
13699#Hiob,34,13#13. Wessen Obhut ist die Erde unterstellt, und wer gibt acht auf die ganze Welt?
13700#Hiob,34,14#14. Wenn er nur noch auf sich selbst achtete und seinen Geist und Odem wieder zu sich nähme,
13701#Hiob,34,15#15. so würde alles Fleisch miteinander vergehen und der Mensch wieder zum Staube kehren.
13702#Hiob,34,16#16. Hast du nun Verstand, so höre dies und merke auf die Stimme meiner Worte!
13703#Hiob,34,17#17. Könnte auch einer, der das Recht haßt, herrschen, oder willst du den Gerechten, den Mächtigen, verdammen?
13704#Hiob,34,18#18. Darf man zum König sagen: Du Nichtsnutz! und zu den Edlen: Ihr seid ungerecht?
13705#Hiob,34,19#19. wieviel weniger zu dem, der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Reichen nicht mehr achtet als den Armen; denn sie sind alle seiner Hände Werk.
13706#Hiob,34,20#20. Plötzlich sterben sie, mitten in der Nacht; Völker wanken und gehen dahin, und er beseitigt Tyrannen ohne Menschenhand.
13707#Hiob,34,21#21. Denn Gottes Augen sind auf die Wege eines jeden gerichtet, und er sieht jeden Schritt, den einer macht.
13708#Hiob,34,22#22. Es gibt keine Finsternis und keinen Todesschatten, wo die Übeltäter sich verbergen könnten.
13709#Hiob,34,23#23. Ja, er braucht den Menschen, der vor Gott zu Gerichte geht, nicht erst noch zu untersuchen.
13710#Hiob,34,24#24. Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an deren Statt.
13711#Hiob,34,25#25. Weil er ihre Werke kennt, darum kehrt er sie um über Nacht, und sie werden zermalmt.
13712#Hiob,34,26#26. Als Gottlose züchtigt er sie vor aller Augen
13713#Hiob,34,27#27. darum, daß sie von ihm abgefallen sind und keinen seiner Wege beachtet haben,
13714#Hiob,34,28#28. und weil des Armen Geschrei zu ihm gelangt ist und er das Schreien der Unterdrückten erhört hat.
13715#Hiob,34,29#29. Wenn er Frieden gibt, wer will verdammen? Wenn er aber sein Angesicht verbirgt, wer kann ihn schauen? (So handelt er) sowohl über einem Volk, als auch über dem einzelnen Menschen,
13716#Hiob,34,30#30. damit nicht gottlose Menschen regieren und das Volk in Fallstricke gerät.
13717#Hiob,34,31#31. Darf man zu Gott sagen: Ich muß (Strafe) tragen und habe doch nichts verbrochen?
13718#Hiob,34,32#32. (Nein, sondern:) Was ich nicht sehe, lehre du mich, und habe ich Unrecht getan, so will ich's nicht mehr tun!
13719#Hiob,34,33#33. Soll Er nach deinem Sinn Vergeltung üben, weil du verwirfst? Denn du mußt wählen, und nicht ich; was du weißt, das sage an!
13720#Hiob,34,34#34. Verständige Männer werden mir zustimmen und jeder weise Mann, der mir zuhört:
13721#Hiob,34,35#35. Hiob redet wie ein Unwissender, und seine Worte zeugen nicht von Verstand.
13722#Hiob,34,36#36. Möchte Hiob fort und fort geprüft werden, weil er sich zu den gottlosen Leuten geschlagen hat!
13723#Hiob,34,37#37. Denn zu seiner Sünde fügt er Abfall hinzu, er verhöhnt uns und redet viel wider Gott!
13724#Hiob,35,1#1. Und Elihu hob wieder an und sprach:
13725#Hiob,35,2#2. Hast du recht, wenn du sprichst: «Meine Gerechtigkeit kommt von Gott»,
13726#Hiob,35,3#3. und wenn du sagst: «Was macht es dir, und was schadet es mir, wenn ich sündige?»
13727#Hiob,35,4#4. Ich will dir eine Antwort geben und deinen Gefährten mit dir!
13728#Hiob,35,5#5. Siehe zum Himmel empor und betrachte ihn und schau die Wolken an, die höher sind als du!
13729#Hiob,35,6#6. Wenn du sündigst, was tust du ihm zuleide? Und sind deiner Missetaten viele, was schadest du ihm?
13730#Hiob,35,7#7. Bist du aber gerecht, was gibst du ihm, und was empfängt er von deiner Hand?
13731#Hiob,35,8#8. Aber ein Mensch wie du leidet unter deiner Sünde, und den Menschenkindern nützt deine Gerechtigkeit.
13732#Hiob,35,9#9. Sie seufzen unter den vielen Bedrückungen, sie schreien vor dem Arm des Gewaltigen.
13733#Hiob,35,10#10. Aber man denkt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Loblieder gibt in der Nacht,
13734#Hiob,35,11#11. der uns mehr Belehrung zuteil werden ließ als den Tieren des Feldes und uns mehr Verstand gegeben hat als den Vögeln unter dem Himmel?
13735#Hiob,35,12#12. Jene schreien, und er sollte nicht hören trotz des Übermutes der Bösen?
13736#Hiob,35,13#13. Sollte es umsonst sein, sollte Gott nicht hören und der Allmächtige es nicht sehen?
13737#Hiob,35,14#14. Auch wenn du sagst, du sehest ihn nicht, so liegt die Sache doch vor ihm; warte du nur auf ihn!
13738#Hiob,35,15#15. Und nun, weil sein Zorn noch nicht gestraft hat, sollte er deshalb das Verbrechen nicht sehr wohl wissen?
13739#Hiob,35,16#16. So hat also Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und aus lauter Unverstand so freche Reden geführt!
13740#Hiob,36,1#1. Und Elihu fuhr fort und sprach:
13741#Hiob,36,2#2. Gedulde dich noch ein wenig, so will ich dich lehren, ich habe noch mehr zu reden für Gott.
13742#Hiob,36,3#3. Ich will mein Wissen weither holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren lassen!
13743#Hiob,36,4#4. Denn wahrlich, meine Reden sind keine Lügen, du hast es mit einem ganz Verständigen zu tun!
13744#Hiob,36,5#5. Siehe, Gott ist mächtig, doch verachtet er niemand; groß ist die Kraft seines Herzens.
13745#Hiob,36,6#6. Den Gottlosen läßt er nicht leben, aber den Elenden schafft er Recht.
13746#Hiob,36,7#7. Er wendet seine Augen nicht ab von den Gerechten und setzt sie auf ewig mit Königen auf den Thron, damit sie herrschen.
13747#Hiob,36,8#8. Sind sie aber in Fesseln gebunden, in Banden des Elends gefangen,
13748#Hiob,36,9#9. so hält er ihnen ihre Taten und ihre Übertretungen vor; denn sie haben sich überhoben;
13749#Hiob,36,10#10. er öffnet ihr Ohr der Bestrafung und befiehlt ihnen, sich von der Bosheit abzukehren.
13750#Hiob,36,11#11. Wenn sie dann gehorchen und sich unterwerfen, so werden sie ihre Tage in Glück und ihre Jahre in Wohlfahrt beendigen.
13751#Hiob,36,12#12. Gehorchen sie aber nicht, so kommen sie um durchs Schwert und sterben dahin in ihrem Unverstand.
13752#Hiob,36,13#13. Denn die, welche ruchlosen Herzens sind, widersetzen sich; sie flehen nicht, wenn er sie gefesselt hat.
13753#Hiob,36,14#14. Ihre Seele stirbt in der Jugend und ihr Leben unter den Hurern.
13754#Hiob,36,15#15. Den Gedemütigten aber rettet er durch die Demütigung und öffnet durch die Trübsal sein Ohr.
13755#Hiob,36,16#16. Und auch dich lockt er aus der Enge in die Weite, da keine Not mehr sein wird, und an einen reichbesetzten Tisch.
13756#Hiob,36,17#17. Bist du aber vom Urteil des Gottlosen erfüllt, so werden Urteil und Gericht dich treffen.
13757#Hiob,36,18#18. Der Zorn verleite dich ja nicht zur Lästerung, und die Menge des Lösegeldes besteche dich nicht.
13758#Hiob,36,19#19. Wird er deinen Reichtum schätzen? Er achtet nicht auf Gold, noch auf alle Anstrengungen der Kraft.
13759#Hiob,36,20#20. Sehne dich nicht nach der Nacht, da Völker untergehen werden.
13760#Hiob,36,21#21. Hüte dich, wende dich nicht zum Bösen, denn dieses ziehst du dem Leiden vor.
13761#Hiob,36,22#22. Siehe, Gott ist erhaben in seiner Kraft, wo ist ein Lehrer wie er?
13762#Hiob,36,23#23. Wer will ihn zur Rede stellen über seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: Du hast Unrecht getan?
13763#Hiob,36,24#24. Gedenke daran, sein Tun zu erheben; die Menschen sollen es besingen.
13764#Hiob,36,25#25. Alle Menschen sehen es ja, der Sterbliche schaut es von ferne.
13765#Hiob,36,26#26. Siehe, wie erhaben ist Gott! Wir aber verstehen ihn nicht; die Zahl seiner Jahre hat niemand erforscht.
13766#Hiob,36,27#27. Denn er zieht Wassertropfen herauf; sie träufeln als Regen aus seinem Dunst,
13767#Hiob,36,28#28. den die Wolken rieseln lassen, sie triefen auf viele Menschen herab.
13768#Hiob,36,29#29. Versteht man auch das Ausspannen der Wolken und das Krachen seines Gezelts?
13769#Hiob,36,30#30. Siehe, er breitet sein Licht um sich her aus und bedeckt die Gründe des Meeres;
13770#Hiob,36,31#31. denn damit richtet er die Völker und gibt Speise die Fülle.
13771#Hiob,36,32#32. Seine Hände bedeckt er mit Licht-1- und gebietet ihm, zu treffen. -1) d.h. mit dem Blitz.++
13772#Hiob,36,33#33. Sein Donnern kündigt ihn an, die Herde sein Heraufsteigen (im Gewitter).
13773#Hiob,37,1#1. Ja, darüber erzittert mein Herz und fährt auf von seiner Stelle.
13774#Hiob,37,2#2. Höret auf das Donnern seiner Stimme und auf den Ton, der aus seinem Munde geht!
13775#Hiob,37,3#3. Er läßt ihn dahinfahren unter dem ganzen Himmel und sein Licht bis zu den Enden der Erde.
13776#Hiob,37,4#4. Hinter ihm her brüllt der Donner, er donnert mit seiner majestätischen Stimme, und er spart damit nicht, damit seine Stimme gehört werde.
13777#Hiob,37,5#5. Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar; er tut große Dinge, die wir nicht verstehen.
13778#Hiob,37,6#6. Er gebeut dem Schnee: Falle auf die Erde! und läßt Regen fließen, heftige Regengüsse.
13779#Hiob,37,7#7. Aller Menschen Hand versiegelt er, damit alle Leute sein Werk erkennen mögen.
13780#Hiob,37,8#8. Die Tiere suchen ihre Schlupfwinkel auf und bleiben in ihren Höhlen.
13781#Hiob,37,9#9. Aus der Kammer (des Südens) kommt der Sturm und vom Norden her die Kälte.
13782#Hiob,37,10#10. Vom Hauche Gottes gibt es Eis, und die weiten Wasser frieren zu.
13783#Hiob,37,11#11. Mit Wasserfülle belastet er die Wolken, er zerstreut das Lichtgewölk.
13784#Hiob,37,12#12. Und dieses wendet sich überall hin, wohin er es lenkt, auszurichten alles, was er ihm befiehlt, auf dem ganzen Erdenrund, -
13785#Hiob,37,13#13. bald zur Rute, bald zur Wohltat für sein Land.
13786#Hiob,37,14#14. Merke dir das, Hiob, stehe stille und erwäge Gottes Wunder!
13787#Hiob,37,15#15. Weißt du, wie Gott ihnen Befehl gibt, wie er das Licht seiner Wolken leuchten läßt?
13788#Hiob,37,16#16. Verstehst du das Schweben der Wolken, die Wunder dessen, der an Verstand vollkommen ist?
13789#Hiob,37,17#17. Du, dem die Kleider zu warm werden, wenn es auf der Erde schwül wird vom Mittagswind,
13790#Hiob,37,18#18. wölbst du mit Ihm das Firmament, daß es feststeht wie ein gegossener Spiegel?
13791#Hiob,37,19#19. Lehre uns, was wir ihm sagen sollen; wir können nichts vorbringen vor Finsternis.
13792#Hiob,37,20#20. Soll ihm gemeldet werden, daß ich rede? Oder sollte der Mensch wünschen, vertilgt zu werden?
13793#Hiob,37,21#21. Jetzt zwar sehen wir das Licht nicht, das doch leuchtend hinter den Wolken steht; aber der Wind wird sich erheben und sie wegfegen.
13794#Hiob,37,22#22. Von Mitternacht her kommt Goldglanz; Gott ist von wunderbarer Pracht umgeben.
13795#Hiob,37,23#23. Den Allmächtigen finden wir nicht; er ist von unbegreiflicher Kraft, voll Recht und Gerechtigkeit; er beugt sie nicht.
13796#Hiob,37,24#24. Darum fürchten ihn die Menschen; er aber sieht nicht an, die sich weise dünken.
13797#Hiob,38,1#1. DA antwortete der HERR dem Hiob aus dem Gewittersturm und sprach:
13798#Hiob,38,2#2. Wer verfinstert da Gottes Rat mit seinen unverständigen Reden?
13799#Hiob,38,3#3. Gürte doch deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, lehre mich!
13800#Hiob,38,4#4. Wo warst du, als ich den Grund der Erde legte? Sage an, wenn du es weißt!
13801#Hiob,38,5#5. Wer hat ihre Maße bestimmt? Weißt du das? Oder wer hat die Meßschnur über sie ausgespannt?
13802#Hiob,38,6#6. Worauf wurden ihre Grundpfeiler gestellt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
13803#Hiob,38,7#7. als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten?
13804#Hiob,38,8#8. Wer hat das Meer mit Dämmen umgeben, als es hervorbrach wie aus Mutterleib,
13805#Hiob,38,9#9. da ich es in Wolken kleidete und es in dicke Nebel, wie in Windeln band;
13806#Hiob,38,10#10. da ich ihm seine Grenze zog und ihm Damm und Riegel gab
13807#Hiob,38,11#11. und zu ihm sprach: «Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter, hier soll sich legen deiner Wellen Stolz!»?
13808#Hiob,38,12#12. Hast du zu deiner Zeit den Sonnenaufgang angeordnet und dem Morgenrot seinen Platz angewiesen,
13809#Hiob,38,13#13. daß es die Enden der Erde ergreife, damit die Frevler von ihr abgeschüttelt werden?
13810#Hiob,38,14#14. Sie-1- wandelt sich wie Ton unter dem Siegel und alles steht da wie ein (Pracht-)Gewand; -1) d.h. die Erde.++
13811#Hiob,38,15#15. den Gottlosen wird ihr Licht entzogen und der Frevler Arm zerbricht.
13812#Hiob,38,16#16. Bist du auch bis zu den Meeresquellen gekommen, oder hast du die Meerestiefe ausgeforscht?
13813#Hiob,38,17#17. Sind dir die Tore des Todes geöffnet worden, oder hast du die Tore des Todesschattens gesehen?
13814#Hiob,38,18#18. Hast du die Breiten der Erde überschaut? Weißt du das alles, so sage es mir!
13815#Hiob,38,19#19. Welches ist der Weg zu den Wohnungen des Lichts, und wo hat die Finsternis ihren Ort,
13816#Hiob,38,20#20. daß du bis zu ihrer Grenze gelangen und den Pfad zu ihrem Hause finden könntest?
13817#Hiob,38,21#21. Du weißt es, denn zu der Zeit warst du geboren, und die Zahl deiner Tage ist groß!
13818#Hiob,38,22#22. Bist du auch bis zu den Vorratskammern des Schnees gekommen, und hast du die Speicher des Hagels gesehen,
13819#Hiob,38,23#23. die ich aufbehalten habe für die Zeit der Not, für den Tag des Krieges und des Streits?
13820#Hiob,38,24#24. Auf welche Weise verteilt sich das Licht, und wie verbreitet sich der Ostwind über die Erde?
13821#Hiob,38,25#25. Wer hat dem Regenstrom sein Bett gegraben und dem Donnerstrahl einen Weg gebahnt,
13822#Hiob,38,26#26. damit es regne auf unbewohntes Land, auf die Wüste, wo kein Mensch ist,
13823#Hiob,38,27#27. um zu sättigen die Einöde und Wildnis, damit das junge Grün gedeihen kann?
13824#Hiob,38,28#28. Hat der Regen auch einen Vater, und wer hat die Tropfen des Taues erzeugt?
13825#Hiob,38,29#29. Aus wessen Leibe ist das Eis hervorgegangen, und wer hat des Himmels Reif geboren?
13826#Hiob,38,30#30. Wie zu Stein erstarren die Gewässer, und der Wasserspiegel schließt sich fest zusammen.
13827#Hiob,38,31#31. Hast du die Bande des Siebengestirns geknüpft, oder kannst du die Fesseln des Orion lösen?
13828#Hiob,38,32#32. Kannst du die Zeichen des Tierkreises zu ihrer Zeit herausführen, und leitest du den Großen Bären samt seinen Jungen?
13829#Hiob,38,33#33. Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
13830#Hiob,38,34#34. Kannst du deine Stimme zu den Wolken erheben (und befehlen), daß dich Regengüsse bedecken?
13831#Hiob,38,35#35. Kannst du Blitze entsenden, daß sie hinfahren und zu dir sagen: Siehe, hier sind wir?
13832#Hiob,38,36#36. Wer hat Weisheit in die Nieren-1- gelegt, oder wer hat dem Herzen Verstand verliehen? -1) d.h. ins Herz.++
13833#Hiob,38,37#37. Wer zählt die Wolken mit Weisheit, und wer schüttet die Schläuche des Himmels aus,
13834#Hiob,38,38#38. daß der Staub zu Klumpen wird und die Schollen aneinander kleben?
13835#Hiob,38,39#39. Jagst du der Löwin ihre Beute und stillst die Begierde der jungen Löwen,
13836#Hiob,38,40#40. wenn sie in ihren Höhlen kauern, im Dickicht auf der Lauer liegen?
13837#Hiob,38,41#41. Wer bereitet den Raben ihre Speise, wenn ihre Jungen zu Gott schreien und aus Mangel an Nahrung herumflattern?
13838#Hiob,39,1#1. Kennst du die Zeit, da die Steinböcke gebären, oder hast du beobachtet, wann die Hindinnen werfen?
13839#Hiob,39,2#2. Zählst du die Monde, die sie erfüllen sollen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens?
13840#Hiob,39,3#3. Sie legen sich nieder, werfen ihre Jungen und sind ihre Wehen los.
13841#Hiob,39,4#4. Ihre Jungen erstarken, wachsen im Freien auf, verlassen sie und kommen nicht mehr zurück.
13842#Hiob,39,5#5. Wer hat den Wildesel frei laufen lassen, und wer hat die Bande des Wildlings aufgelöst,
13843#Hiob,39,6#6. dem ich die Steppe zur Wohnung angewiesen habe, das salzige Land zum Aufenthalt?
13844#Hiob,39,7#7. Er lacht der lärmenden Stadt, und das Geschrei des Treibers hört er nicht;
13845#Hiob,39,8#8. er ersieht die Berge zu seiner Weide und läuft allen grünen Kräutern nach.
13846#Hiob,39,9#9. Wird der Büffel willig sein, dir zu dienen? Bleibt er an deiner Krippe über Nacht?
13847#Hiob,39,10#10. Kannst du den Büffel mit einem Stricke binden, daß er dir Furchen mache oder hinter dir her den Talgrund egge?
13848#Hiob,39,11#11. Vertraust du ihm wegen seiner großen Kraft und überlässest du ihm deine Arbeit?
13849#Hiob,39,12#12. Rechnest du auf ihn, daß er dir deine Ernte einbringe oder deine Tenne fülle?
13850#Hiob,39,13#13. Die Straußin schwingt fröhlich ihre Flügel; sind es aber fromme-1- Schwingen und Federn? -1) d.h. des (liebevollen) Storches.++
13851#Hiob,39,14#14. Nein, sie überläßt ihre Eier der Erde und läßt sie im Sande ausbrüten.
13852#Hiob,39,15#15. Sie vergißt, daß ein Fuß sie zertreten und ein wildes Tier sie verderben kann.
13853#Hiob,39,16#16. Sie ist hart gegen ihre Jungen, als gehörten sie ihr nicht; es macht ihr keinen Kummer, wenn sie sich umsonst abgemüht hat;
13854#Hiob,39,17#17. denn Gott hat ihr die Weisheit versagt und ihr keinen Verstand zugeteilt.
13855#Hiob,39,18#18. Zur Zeit, da sie ihre Flügel in die Höhe schlägt, verlacht sie Roß und Reiter.
13856#Hiob,39,19#19. Hast du dem Roß Stärke verliehen und seinen Hals mit der flatternden Mähne umhüllt?
13857#Hiob,39,20#20. Lehrst du es springen wie eine Heuschrecke, daß sein stolzes Schnauben furchtbar klingt?
13858#Hiob,39,21#21. Es scharrt den Boden, freut sich seiner Stärke und läuft den Waffen entgegen;
13859#Hiob,39,22#22. es lacht der Furcht, ist unverzagt und weicht vor dem Schwerte nicht zurück;
13860#Hiob,39,23#23. über ihm klirrt der Köcher, blitzen Speer und Wurfspieß.
13861#Hiob,39,24#24. Es scharrt den Boden mit Ungestüm und bleibt nicht stehen, wenn die Posaune ertönt;
13862#Hiob,39,25#25. sobald die Posaune erklingt, spricht es: Hui! Von ferne wittert es die Schlacht, die Donnerstimme der Führer und das Feldgeschrei.
13863#Hiob,39,26#26. Macht es dein Verstand, daß der Habicht fliegt und seine Flügel gen Süden ausbreitet?
13864#Hiob,39,27#27. Schwingt sich auf dein Geheiß der Adler empor und legt sein Nest in der Höhe an?
13865#Hiob,39,28#28. Er wohnt in Felsspalten und horstet auf Klippen und Bergesspitzen. -
13866#Hiob,39,29#29. Von dort aus erspäht er sich Beute, seine Augen schweifen weit umher;
13867#Hiob,39,30#30. seine Jungen schlürfen Blut, und wo ein Aas ist, da ist er.
13868#Hiob,40,1#1. -1-Also antwortete der HERR dem Hiob und sprach: -1) and. Bibelausgaben haben die Zählung: 39,1-35 und 40,1-27.++
13869#Hiob,40,2#2. Will der Tadler mit dem Allmächtigen hadern? Wer Gott zurechtweisen will, antworte nun!
13870#Hiob,40,3#3. Da antwortete Hiob dem HERRN und sprach:
13871#Hiob,40,4#4. Siehe, ich bin zu gering; was soll ich Dir antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!
13872#Hiob,40,5#5. Ich habe einmal geredet und kann es nicht verantworten, und zum zweitenmal will ich es nicht mehr tun!
13873#Hiob,40,6#6. Und der HERR antwortete dem Hiob aus dem Wetter und sprach:
13874#Hiob,40,7#7. Gürte doch deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen; sage her!
13875#Hiob,40,8#8. Willst du mir mein Recht absprechen, mir Ungerechtigkeit nachweisen, damit du gerecht seiest?
13876#Hiob,40,9#9. Ist denn dein Arm dem Arme Gottes gleich, oder sprichst du mit Donnerstimme wie er?
13877#Hiob,40,10#10. Bekleide dich doch mit Macht und Majestät und umgib dich mit Herrlichkeit und Glanz!
13878#Hiob,40,11#11. Ergieße deines Zornes Fluten, siehe an jeden Stolzen und demütige ihn!
13879#Hiob,40,12#12. Siehe an jeden Stolzen, erniedrige ihn und reiß die Gottlosen herunter!
13880#Hiob,40,13#13. Begrabe sie miteinander im Staub, umhülle ihre Angesichter mit Finsternis!
13881#Hiob,40,14#14. Dann will auch ich dich preisen, daß deine Rechte dir geholfen hat.
13882#Hiob,40,15#15. Siehe doch das Flußpferd-1-, das ich gemacht habe wie dich: Gras frißt es wie ein Ochs! -1) hebr. -+Behemoth-.++
13883#Hiob,40,16#16. Siehe doch, welche Kraft in seinen Lenden liegt und welche Stärke in den Sehnen seines Bauches!
13884#Hiob,40,17#17. Es biegt seinen Schweif wie eine Zeder; die Sehnen seiner Lenden sind fest verschlungen.
13885#Hiob,40,18#18. Seine Knochen sind wie eiserne Röhren, seine Schenkel wie geschmiedete Stäbe.
13886#Hiob,40,19#19. Es ist der Erstling der Wege Gottes; der es gemacht hat, reichte ihm sein Schwert.
13887#Hiob,40,20#20. Denn Futter tragen ihm die Berge, wo alle Tiere des Feldes spielen.
13888#Hiob,40,21#21. Unter Lotosgebüschen liegt es, versteckt im Rohr und Sumpf.
13889#Hiob,40,22#22. Lotosgebüsche decken es mit ihrem Schatten, die Weiden des Baches umgeben es.
13890#Hiob,40,23#23. Siehe, der Strom tritt über seine Ufer! - Es fürchtet sich nicht; es bleibe wohl ruhig, wenn ein Jordan sich in seinen Mund ergöße!
13891#Hiob,40,24#24. Fängt man es wohl vor seinen Augen? Kann man mit Stricken seine Nase durchbohren?
13892#Hiob,40,25#25. Ziehst du das Krokodil-1- mit der Angel heraus, legst du ihm einen Zaum ins Maul? -1) hebr. -+Leviatan-.++
13893#Hiob,40,26#26. Kannst du einen Ring an seine Nase legen und einen Haken durch seine Kinnbacken stoßen?
13894#Hiob,40,27#27. Wird es dich lange bitten oder dir Zärtlichkeiten sagen?
13895#Hiob,40,28#28. Wird es einen Bund mit dir schließen, daß du es zum ewigen Knechte machest?
13896#Hiob,40,29#29. Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vögelein, oder es anbinden für deine Mädchen?
13897#Hiob,40,30#30. Verkaufen es die Genossen untereinander, oder teilen es die Händler unter sich?
13898#Hiob,40,31#31. Kannst du seine Haut mit Pfeilen spicken und mit Fischerhaken seinen Kopf?
13899#Hiob,40,32#32. Lege deine Hand daran, - du wirst des Kampfes nicht vergessen, wirst es nicht zum zweitenmal tun!
13900#Hiob,41,1#1. Siehe, die Hoffnung auf dasselbe wird getäuscht; fällt man nicht schon bei seinem Anblick dahin?
13901#Hiob,41,2#2. Niemand ist so kühn, daß er es reizen möchte; wer kann aber vor Mir bestehen?
13902#Hiob,41,3#3. Wer ist mir zuvorgekommen, daß ich es ihm vergelte? Unter dem ganzen Himmel ist alles mein!
13903#Hiob,41,4#4. Ich will von seinen Gliedern nicht schweigen, sondern reden von seiner großen und schönen Gestalt.
13904#Hiob,41,5#5. Wer entblößt es von seinem Schuppenpanzer und greift ihm in sein doppeltes Gebiß?
13905#Hiob,41,6#6. Wer öffnet die Türen seines Rachens? Seine Zähne verbreiten Schrecken.
13906#Hiob,41,7#7. Prächtig sind seine starken Schilder, fest zusammengeschlossen und versiegelt;
13907#Hiob,41,8#8. einer fügt sich an den andern, daß kein Luftzug dazwischen kommt;
13908#Hiob,41,9#9. sie hängen fest zusammen, sind geschlossen und trennen sich nicht.
13909#Hiob,41,10#10. Sein Niesen strahlt wie Licht, und seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte.
13910#Hiob,41,11#11. Aus seinem Rachen schießen Fackeln, Feuerfunken entsprühen ihm.
13911#Hiob,41,12#12. Dampf geht auf von seinen Nüstern, und der Sumpf wird wie ein siedender Topf.
13912#Hiob,41,13#13. Sein Atem facht Kohlen an, eine Flamme schießt aus seinem Munde.
13913#Hiob,41,14#14. Stärke wohnt auf seinem Nacken und Schrecken zieht vor ihm her. -
13914#Hiob,41,15#15. Die Wampen seines Fleisches sitzen fest wie angegossen und bewegen sich nicht.
13915#Hiob,41,16#16. Sein Herz ist hart wie Stein und so fest wie der untere Mühlstein.
13916#Hiob,41,17#17. Die Helden erbeben, wenn es auffährt; vor Zittern geht ihr Bogen fehl.
13917#Hiob,41,18#18. Greift man es mit dem Schwerte an, so haftet dieses nicht, kein Speer, kein Wurfspieß und kein Pfeil.
13918#Hiob,41,19#19. Es achtet Eisen für einen Strohhalm, und Erz für faules Holz.
13919#Hiob,41,20#20. Kein Pfeil vermag es in die Flucht zu schlagen, und Schleudersteine fallen wie Spreu von ihm ab.
13920#Hiob,41,21#21. Es achtet die Keule für einen Halm und verlacht das Sausen der Spieße.
13921#Hiob,41,22#22. Unter ihm sind spitze Scherben, es zieht wie ein Dreschschlitten über den Schlamm dahin.
13922#Hiob,41,23#23. Es macht die Tiefe sieden wie einen Kessel, macht das Meer zu einem Salbentopf.
13923#Hiob,41,24#24. Hinter ihm her leuchtet der Pfad, es macht die Flut den Silberhaaren gleich.
13924#Hiob,41,25#25. Auf Erden ist nicht seinesgleichen; es ist gemacht, um ohne Furcht zu sein.
13925#Hiob,41,26#26. Es schaut alle Hohen (furchtlos) an, es ist ein König über alle Stolzen.
13926#Hiob,42,1#1. DA antwortete Hiob dem HERRN und sprach:
13927#Hiob,42,2#2. Ich erkenne, daß du alles kannst und kein Plan dir unausführbar ist.
13928#Hiob,42,3#3. Wer ist's, der den Ratschluß (Gottes) verdunkelt mit seinem Unverstand? Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, was mir zu wunderbar ist und ich nicht begreifen kann!
13929#Hiob,42,4#4. «Höre nun, ich will reden; ich will dich fragen, lehre mich!»
13930#Hiob,42,5#5. Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun sehe ich dich mit meinen Augen;
13931#Hiob,42,6#6. darum widerrufe ich und will im Staube und in der Asche Buße tun.
13932#Hiob,42,7#7. ALS nun der HERR diese Reden an Hiob vollendet hatte, sprach der HERR zu Eliphas, dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob.
13933#Hiob,42,8#8. So nehmt nun sieben Farren und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und bringt sie als Brandopfer dar für euch selbst; mein Knecht Hiob aber soll für euch bitten; denn nur seine Person will ich ansehen, daß ich gegen euch nicht nach eurer Torheit handle; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
13934#Hiob,42,9#9. Da gingen Eliphas, der Temaniter, und Bildad, der Schuchiter, und Zophar, der Naamatiter, und taten, wie der HERR ihnen befohlen hatte. Und der HERR sah Hiob an.
13935#Hiob,42,10#10. Und der HERR wandte Hiobs Gefangenschaft-1-, als er für seine Freunde bat; und der HERR erstattete Hiob alles doppelt wieder, was er gehabt. -1) o: Schicksal; so auch anderswo.++
13936#Hiob,42,11#11. Es kamen auch zu Hiob alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle seine frühern Bekannten und aßen mit ihm in seinem Hause und bezeugten ihm Teilnahme und trösteten ihn ob all dem Unglück, das der HERR über ihn gebracht hatte, und schenkten ihm ein jeder eine Münze und einen goldenen Ring.
13937#Hiob,42,12#12. Und der HERR segnete das spätere Leben Hiobs mehr als sein früheres; er bekam 14 000 Schafe, 6 000 Kamele, 1 000 Joch Rinder und 1 000 Eselinnen.
13938#Hiob,42,13#13. Er bekam auch sieben Söhne und drei Töchter.
13939#Hiob,42,14#14. Die erste hieß er Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch.
13940#Hiob,42,15#15. Und es wurden im ganzen Lande keine so schönen Weiber gefunden wie Hiobs Töchter; und ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren Brüdern.
13941#Hiob,42,16#16. Hiob aber lebte darnach noch 140 Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Geschlecht.
13942#Hiob,42,17#17. Und Hiob starb alt und lebenssatt.

12706#Ester,1,1#1. UND es begab sich in den Tagen des Ahasveros-1- - des Ahasveros, welcher von Indien bis Äthiopien über hundertsiebenundzwanzig Provinzen regierte -, -1) d.i. Xerxes.++
12707#Ester,1,2#2. in jenen Tagen, als der König Ahasveros im Schlosse Susan auf seinem königlichen Throne saß,
12708#Ester,1,3#3. im dritten Jahre seiner Regierung, daß er allen seinen Fürsten und Knechten ein Mahl machte. Die Gewaltigen von Persien und Medien, die Edelsten und Obersten seiner Provinzen waren vor ihm,
12709#Ester,1,4#4. als er den Reichtum der Herrlichkeit seines Königreichs und die kostbare Pracht seiner Majestät sehen ließ viele Tage, nämlich hundertachtzig Tage lang.
12710#Ester,1,5#5. Und als diese Tage vollendet waren, machte der König ein Mahl allem Volk, das im Schlosse Susan zugegen war, den Großen und den Kleinen, sieben Tage lang, im Hofe des Gartens beim königlichen Palaste.
12711#Ester,1,6#6. Da waren feine Tücher von weißer Baumwolle und blauem Purpur mit Schnüren von feiner weißer Baumwolle und rotem Purpur an silbernen Ringen und Säulen von weißem Marmor aufgehängt. Goldene und silberne Ruhebetten standen auf einem Steinpflaster von Alabaster, weißem Marmor, Perlmutter und dunklem Marmor.
12712#Ester,1,7#7. Und man gab zu trinken aus goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren voneinander verschieden; königlicher Wein war in Menge vorhanden, nach königlicher Freigebigkeit.
12713#Ester,1,8#8. Und das Trinken war der Verordnung gemäß ohne Zwang; denn also hatte der König allen seinen Hofmeistern befohlen, daß man jedermann machen ließe, wie es ihm gefiele.
12714#Ester,1,9#9. Auch die Königin Vasti veranstaltete ein Mahl für die Frauen des königlichen Palastes, welcher dem König Ahasveros gehörte.
12715#Ester,1,10#10. Und am siebenten Tage, als des Königs Herz vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Bista, Charbona, Bigta, Abagta, Setar und Karkas, den sieben Kämmerern, die vor dem König Ahasveros dienten,
12716#Ester,1,11#11. die Königin Vasti mit der königlichen Krone vor den König zu bringen, damit er den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zeigte, denn sie war von schöner Gestalt.
12717#Ester,1,12#12. Aber die Königin Vasti wollte nicht kommen auf den Befehl des Königs, den er durch seine Kämmerer gegeben hatte. Da ward der König sehr zornig, und sein Grimm entbrannte in ihm.
12718#Ester,1,13#13. Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstanden - denn des Königs Wort erging in Gegenwart aller Gesetzes- und Rechtskundigen;
12719#Ester,1,14#14. und ihm zunächst saßen Karschena, Setar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und die ersten Stellen im Königreich innehatten -:
12720#Ester,1,15#15. Nach welchem Gesetz soll man die Königin Vasti behandeln, dafür daß sie nicht gehandelt hat nach dem Befehl des Königs Ahasveros, der ihr durch die Kämmerer übermittelt wurde?
12721#Ester,1,16#16. Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Die Königin Vasti hat sich nicht nur an dem König vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros sind.
12722#Ester,1,17#17. Denn das Verhalten der Königin wird allen Frauen bekannt werden, so daß ihre Männer in ihren Augen verächtlich werden, da es heißen wird: Der König Ahasveros hieß die Königin Vasti vor sich kommen, aber sie kam nicht!
12723#Ester,1,18#18. Das werden die Fürstinnen der Perser und Meder heute schon allen Fürsten des Königs erzählen, wenn sie das Verhalten der Königin hören, woraus Verachtung und Verdruß genug entstehen wird.
12724#Ester,1,19#19. Gefällt es dem König, so gehe ein königlicher Befehl von ihm aus und werde aufgezeichnet unter die Gesetze der Perser und Meder, damit er nicht bloß vorübergehend gelte: daß Vasti nicht mehr vor dem  König Ahasveros erscheinen dürfe, und daß der König ihre königliche Würde einer andern gebe, die besser ist als sie.
12725#Ester,1,20#20. Wird dann dieser Befehl des Königs, den er geben wird, in seinem ganzen Königreich, welches groß ist, bekannt gemacht, so werden alle Frauen ihre Männer in Ehren halten, vornehme und geringe.
12726#Ester,1,21#21. Diese Rede gefiel dem König und den Fürsten; und der König tat nach den Worten Memuchans
12727#Ester,1,22#22. und sandte Briefe in alle Provinzen des Königs, in jede Provinz nach ihrer Schrift und zu jedem Volk nach seiner Sprache; daß jeder Mann Herr sein solle in seinem Hause. Das ließ er bekanntmachen in der Sprache seines Volkes.
12728#Ester,2,1#1. NACH diesen Begebenheiten, als sich der Grimm des Königs Ahasveros gelegt hatte, dachte er an Vasti und daran, was sie getan hatte und was über sie beschlossen worden war.
12729#Ester,2,2#2. Da sprachen die Knappen des Königs, die ihm dienten: Man suche für den König Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt;
12730#Ester,2,3#3. und der König bestellte Beamte in allen Provinzen seines Königreichs, damit sie alle Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt, in das Schloß Susan zusammenbringen, in das Frauenhaus, unter die Obhut Hegais, des königlichen Kämmerers, des Hüters der Frauen; und man lasse ihnen ihre Reinigungssalben geben;
12731#Ester,2,4#4. und welche Jungfrau dem König gefällt, die werde Königin an Vastis Statt! Dieser Vorschlag gefiel dem König, und er tat also.
12732#Ester,2,5#5. Es war aber ein jüdischer Mann im Schloß Susan, der hieß Mardochai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis,
12733#Ester,2,6#6. ein Benjaminiter, der von Jerusalem weggeführt worden war mit den Gefangenen, die mit Jechonja, dem König von Juda, hinweggeführt worden waren, welche Nebukadnezar, der König von Babel, gefangen weggeführt hatte.
12734#Ester,2,7#7. Und dieser war Pflegevater der Hadassa - das ist Esther -, der Tochter seines Oheims; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Diese Jungfrau aber war von schöner Gestalt und lieblichem Aussehen. Und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mardochai sie als seine Tochter angenommen.
12735#Ester,2,8#8. Als nun das Gebot des Königs und das Gesetz bekanntgemacht war und viele Jungfrauen in das Schloß Susan unter die Obhut Hegais zusammengebracht wurden, da ward auch Esther in des Königs Haus geholt, unter die Obhut Hegais, des Hüters der Frauen.
12736#Ester,2,9#9. Und die Jungfrau gefiel ihm, und sie fand Gunst bei ihm. Und er sorgte dafür, daß sie ihre Reinigungssalben und ihre Gerichte bald erhielt; auch gab er ihr sieben auserlesene Mägde aus des Königs Hause. Und er wies ihr samt ihren Mägden den besten Ort im Frauenhause an.
12737#Ester,2,10#10. Esther aber zeigte ihr Volk und ihre Herkunft nicht an; denn Mardochai hatte ihr geboten, es nicht zu sagen.
12738#Ester,2,11#11. Und Mardochai ging alle Tage vor dem Hof am Frauenhause auf und ab, um zu erfahren, ob es Esther wohlgehe und was mit ihr geschehe.
12739#Ester,2,12#12. Wenn die Reihe an eine jede Jungfrau kam, zum König Ahasveros zu kommen, nachdem sie zwölf Monate lang gemäß der Verordnung für die Frauen, behandelt worden war - denn damit wurden die Tage ihrer Reinigung ausgefüllt: sechs Monate wurden sie mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Balsam und mit den Reinigungssalben der Frauen behandelt -;
12740#Ester,2,13#13. alsdann kam die Jungfrau zum König; dann gab man ihr alles, was sie begehrte, um damit von dem Frauenhause zu des Königs Hause zu gehen.
12741#Ester,2,14#14. Am Abend ging sie hinein, und am Morgen kam sie zurück, in das andere Frauenhaus, unter die Obhut Schaaschgas, des Kämmerers des Königs, des Hüters der Nebenfrauen; sie kam nicht wieder zum König, außer wenn der König nach ihr verlangte; alsdann wurde sie mit Namen gerufen.
12742#Ester,2,15#15. Als nun Esther, die Tochter Abichails, des Oheims Mardochais, die er als Tochter angenommen hatte, an die Reihe kam, zum König zu kommen, begehrte sie nichts, als was Hegai, der Kämmerer des Königs, der Hüter der Frauen, ihr riet. Und Esther fand Gnade vor allen, die sie sahen.
12743#Ester,2,16#16. Und Esther ward zum König Ahasveros, in sein königliches Haus genommen, im zehnten Monat, das ist der Monat Thebet, im siebenten Jahre seiner Regierung.
12744#Ester,2,17#17. Und der König gewann Esther lieber als alle andern Frauen. Sie fand Gnade und Gunst vor ihm, mehr als alle Jungfrauen; und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vastis Statt.
12745#Ester,2,18#18. Und der König machte allen seinen Fürsten ein großes Mahl, das Mahl der Esther. Und er veranstaltete eine Feier in den Provinzen und teilte Gaben aus mit königlicher Hand.
12746#Ester,2,19#19. Und als man zum zweitenmal Jungfrauen zusammenbrachte, saß Mardochai im Tore des Königs.
12747#Ester,2,20#20. Esther aber hatte weder ihre Herkunft noch ihr Volk angezeigt, wie ihr Mardochai geboten hatte. Denn Esther tat nach der Weisung Mardochais, wie zu der Zeit, als sie von ihm erzogen wurde.
12748#Ester,2,21#21. In jenen Tagen, als Mardochai im Tore des Königs saß, waren zwei Kämmerer des Königs, Bigtan und Teres, welche die Schwelle hüteten, unzufrieden und trachteten, Hand an den König Ahasveros zu legen.
12749#Ester,2,22#22. Das ward dem Mardochai bekannt, und er sagte es der Königin Esther; Esther aber sagte es dem König in Mardochais Namen.
12750#Ester,2,23#23. Da wurde die Sache untersucht und richtig befunden, und die beiden wurden an das Holz gehängt; und solches ward vor dem König in das Buch der Chronik geschrieben.
12751#Ester,3,1#1. NACH diesen Begebenheiten erhob der König Ahasveros Haman, den Sohn Hamedatas, den Agagiter, zu höherer Macht und Würde und setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren.
12752#Ester,3,2#2. Und alle Knechte des Königs, die im Königstore waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.
12753#Ester,3,3#3. Da sprachen die Knechte des Königs, die im Königstore waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot?
12754#Ester,3,4#4. Und als sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman, um zu sehen, ob Mardochai auf seiner Weigerung bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, daß er ein Jude sei.
12755#Ester,3,5#5. Als nun Haman sah, daß Mardochai die Knie nicht vor ihm beugte und ihm nicht huldigte, ward er voll Grimm.
12756#Ester,3,6#6. Doch war ihm das zu gering, an Mardochai allein Hand zu legen; sondern weil man ihm das Volk Mardochais genannt hatte, trachtete Haman darnach, alle Juden im ganzen Königreich des Ahasveros, die Volksgenossen Mardochais, zu vertilgen.
12757#Ester,3,7#7. Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahre des Königs Ahasveros, ward das Pur, das ist das Los, vor Haman geworfen über die Tage und Monate, und es fiel auf den (dreizehnten Tag im) zwölften Monat, das ist der Monat Adar.
12758#Ester,3,8#8. Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es gibt ein Volk, das lebt zerstreut und abgesondert unter allen Völkern in allen Provinzen deines Königreichs, und ihr Gesetz ist anders als dasjenige aller Völker, und sie tun nicht nach des Königs Gesetzen; also daß es dem König nicht geziemt, sie in Ruhe zu lassen!
12759#Ester,3,9#9. Gefällt es dem König, so schreibe er, daß man sie umbringe; dann will ich zehntausend Talente Silber darwägen in die Hände der Schaffner, damit man es in des Königs Schatzkammern bringe!
12760#Ester,3,10#10. Da zog der König seinen Siegelring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohne Hamedatas, dem Agagiter, dem Feinde der Juden.
12761#Ester,3,11#11. Und der König sprach zu Haman: Das Silber sei dir geschenkt, dazu das Volk, damit du mit ihm tuest, was dir gefällt!
12762#Ester,3,12#12. Da berief man die Schreiber des Königs am dreizehnten Tage des ersten Monats, und es ward geschrieben, ganz wie Haman befahl, an die Fürsten des Königs und an die Landpfleger in allen Provinzen und an die Hauptleute eines jeden Volkes, in der Schrift einer jeden Provinz und in der Sprache eines jeden Volkes; im Namen des Königs Ahasveros ward es geschrieben und mit des Königs Ring versiegelt.
12763#Ester,3,13#13. Und die Briefe wurden durch die Läufer in alle Provinzen des Königs gesandt, daß man alle Juden vertilgen, erwürgen und umbringen solle, Junge und Alte, Kinder und Frauen, an einem Tage, nämlich am dreizehnten des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und daß man zugleich ihr Gut rauben dürfe.
12764#Ester,3,14#14. Die Schrift aber lautete also, es sei ein Befehl zu erlassen und in allen Provinzen zu eröffnen, daß sie sich auf diesen Tag rüsten sollten.
12765#Ester,3,15#15. Und die Läufer gingen eilends mit des Königs Gebot, sobald es im Schlosse Susan erlassen war. Der König aber und Haman setzten sich, um zu trinken, während die Stadt Susan in Bestürzung geriet.
12766#Ester,4,1#1. ALS nun Mardochai alles erfuhr, was geschehen war, zerriß Mardochai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche und ging in die Stadt hinein und klagte laut und bitterlich.
12767#Ester,4,2#2. Und er kam bis vor das Königstor; denn es durfte niemand zum Königstor eingehen, der einen Sack anhatte.
12768#Ester,4,3#3. Da war auch in allen Provinzen, wo immer des Königs Wort und Gebot hinkam, unter den Juden große Klage und Fasten und Weinen und Leidtragen, und viele lagen in Säcken und in der Asche.
12769#Ester,4,4#4. Da kamen die Mägde der Esther und ihre Kämmerer und sagten es ihr; und dieses bekümmerte die Königin sehr. Und sie sandte Kleider, damit Mardochai sie anzöge und den Sack von sich legte. Aber er nahm sie nicht an.
12770#Ester,4,5#5. Da rief Esther den Hatach, einen Kämmerer des Königs, den er für sie bestellt hatte, und gab ihm Befehl, bei Mardochai in Erfahrung zu bringen, was das bedeute und warum es geschehe.
12771#Ester,4,6#6. Da ging Hatach zu Mardochai hinaus auf den Platz der Stadt, vor das Königstor.
12772#Ester,4,7#7. Und Mardochai tat ihm alles kund, was ihm begegnet war, auch die genaue Summe Silbers, die Haman versprochen hatte, in der Schatzkammer des Königs darzuwägen als Entgelt für die Vertilgung der Juden.
12773#Ester,4,8#8. Und er gab ihm die Abschrift des Gebots, das betreffs der Vertilgung zu Susan erlassen worden war, damit er es Esther zeige und ihr kundtue und ihr gebiete, zum König hineinzugehen, um seine Gnade zu erflehen und vor seinem Angesicht für ihr Volk zu bitten.
12774#Ester,4,9#9. Da ging Hatach hinein und tat Esther die Worte Mardochais kund.
12775#Ester,4,10#10. Da sprach Esther zu Hatach und befahl ihm, Mardochai zu sagen:
12776#Ester,4,11#11. Alle Knechte des Königs und die Leute in den königlichen Provinzen wissen, daß, wer irgend in den innern Hof zum König hineingeht, es sei Mann oder Weib, ohne gerufen zu sein, nach dem gleichen Gesetz sterben muß, es sei denn, daß der König das goldene Zepter gegen ihn ausstreckt, damit er am Leben bleibe. Ich aber bin nun seit dreißig Tagen nicht gerufen worden, zum König hineinzugehen.
12777#Ester,4,12#12. Als nun Esthers Worte dem Mardochai mitgeteilt wurden,
12778#Ester,4,13#13. ließ Mardochai der Esther antworten: Bilde dir ja nicht ein, daß du vor allen Juden entrinnen werdest, weil du in des Königs Hause bist!
12779#Ester,4,14#14. Denn wenn du unter diesen Umständen schweigst, so wird den Juden von einer andern Seite her Trost und Rettung erstehen, du aber und deines Vaters Haus werden umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Umstände willen zum Königtum gekommen bist?
12780#Ester,4,15#15. Da ließ Esther dem Mardochai antworten:
12781#Ester,4,16#16. So gehe hin, versammle alle Juden, die zu Susan anwesend sind, und fastet für mich, drei Tage lang bei Tag und Nacht, esset und trinket nicht. Auch ich will mit meinen Mägden also fasten, und alsdann will ich zum König hineingehen, wiewohl es nicht nach dem Gesetze ist. Komme ich um, so komme ich um!
12782#Ester,4,17#17. Mardochai ging hin und tat alles ganz so, wie Esther ihm befohlen hatte.
12783#Ester,5,1#1. UND am dritten Tage legte Esther ihre königliche Kleidung an und stellte sich in den innern Hof am Hause des Königs, dem Hause des Königs gegenüber, während der König auf seinem königlichen Throne im königlichen Hause saß, gegenüber dem Eingang zum Hause.
12784#Ester,5,2#2. Als nun der König die Königin Esther im Hofe stehen sah, fand sie Gnade vor seinen Augen; denn der König streckte das goldene Zepter in seiner Hand Esther entgegen. Da trat Esther herzu und rührte die Spitze des Zepters an.
12785#Ester,5,3#3. Da sprach der König zu ihr: Was hast du, Königin Esther, und was forderst du? Es soll dir gewährt werden, und wäre es auch die Hälfte des Königreichs!
12786#Ester,5,4#4. Esther sprach: Gefällt es dem König, so komme der König heute mit Haman zu dem Mahl, das ich ihm zubereitet habe!
12787#Ester,5,5#5. Der König sprach: Sorget dafür, daß Haman eilends tue, was Esther gesagt hat! Als nun der König und Haman zu dem Mahl kamen, welches Esther zugerichtet hatte,
12788#Ester,5,6#6. sprach der König zu Esther beim Weingelage: Was bittest du, Esther? Es soll dir gegeben werden! Und was forderst du? Wäre es auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen!
12789#Ester,5,7#7. Da antwortete Esther und sprach: Meine Bitte und mein Begehren ist -:
12790#Ester,5,8#8. Habe ich Gnade gefunden vor dem König, und gefällt es dem König, mir meine Bitte zu gewähren und meinen Wunsch zu erfüllen, so komme der König mit Haman zu dem Mahl, das ich für sie zurichten will; dann will ich morgen tun, was der König gesagt hat!
12791#Ester,5,9#9. Da ging Haman an jenem Tage fröhlich und guten Mutes hinaus. Aber als Haman den Mardochai im Königstore sah, wie er nicht aufstand, noch sich vor ihm verbeugte, ward er voll Zorn über Mardochai.
12792#Ester,5,10#10. Doch Haman überwand sich; als er aber heimkam, sandte er hin und ließ seine Freunde und sein Weib Seres holen.
12793#Ester,5,11#11. Und Haman zählte ihnen die Herrlichkeit seines Reichtums auf und die Menge seiner Söhne und wie ihn der König so gar groß gemacht und ihn über die Fürsten und Knechte erhoben habe.
12794#Ester,5,12#12. Auch sprach Haman: Und die Königin Esther hat niemand mit dem König zum Mahle kommen lassen, das sie zugerichtet hat, als mich, und ich bin auch morgen mit dem König zu ihr geladen!
12795#Ester,5,13#13. Aber das alles befriedigt mich nicht, solange ich Mardochai, den Juden, im Königstor sitzen sehe.
12796#Ester,5,14#14. Da sprachen sein Weib Seres und alle seine Freunde zu ihm: Man soll einen Galgen machen, fünfzig Ellen hoch; dann sage du morgen dem König, daß man Mardochai daran hängen soll, so kannst du fröhlich mit dem König zum Mahl gehen. Das gefiel Haman wohl, und er ließ den Galgen zurichten.
12797#Ester,6,1#1. IN derselben Nacht konnte der König nicht schlafen, und er ließ das Buch der Denkwürdigkeiten, die Chronik, herbringen; daraus wurde dem Könige vorgelesen.
12798#Ester,6,2#2. Da fand sich, daß darin geschrieben war, wie Mardochai angezeigt habe, daß Bigtana und Teres, die beiden Kämmerer des Königs, die an der Schwelle hüteten, darnach getrachtet hatten, Hand an den König Ahasveros zu legen.
12799#Ester,6,3#3. Und der König sprach: Was für Ehre und Würde haben wir dafür Mardochai zuteilwerden lassen? Da sprachen die Knappen des Königs, die ihm dienten: Man hat ihm gar nichts gegeben!
12800#Ester,6,4#4. Und der König fragte: Wer ist im Hofe? Nun war Haman gerade in den äußern Hof des königlichen Hauses gekommen, um dem König zu sagen, er solle Mardochai an den Galgen hängen lassen, den er für ihn bereitet hatte.
12801#Ester,6,5#5. Da sprachen des Königs Knappen zu ihm: Siehe, Haman steht im Hof! Der König sprach: Er soll hereinkommen!
12802#Ester,6,6#6. Als nun Haman hereinkam, sprach der König zu ihm: Was soll man dem Manne tun, den der König gern ehren wollte? Haman aber dachte in seinem Herzen: Wem anders sollte der König Ehre erweisen wollen als mir?
12803#Ester,6,7#7. Und Haman sprach zum König: Für den Mann, welchen der König gern ehren wollte,
12804#Ester,6,8#8. soll man ein königliches Kleid, welches der König selbst getragen hat, herbringen und ein Pferd, darauf der König reitet und auf dessen Kopf eine königliche Krone gesetzt worden ist.
12805#Ester,6,9#9. Und man soll das Kleid und das Pferd den Händen eines der vornehmsten Fürsten des Königs übergeben, damit man den Mann bekleide, welchen der König gern ehren wollte, und ihn auf dem Pferde in den Gassen der Stadt umherführen und vor ihm her ausrufen lassen: So tut man dem Manne, den der König gern ehren will!
12806#Ester,6,10#10. Da sprach der König zu Haman: Eile, nimm das Kleid und das Pferd, wie du gesagt hast, und tue also mit Mardochai, dem Juden, der vor dem Königstor sitzt; es soll nichts fehlen von allem, was du gesagt hast!
12807#Ester,6,11#11. Da nahm Haman das Kleid und das Pferd und bekleidete Mardochai und führte ihn auf die Gassen der Stadt und rief vor ihm her: So tut man dem Manne, den der König gern ehren will!
12808#Ester,6,12#12. Darauf kehrte Mardochai zum Königstor zurück; Haman aber eilte traurig und mit verhülltem Haupte nach Hause.
12809#Ester,6,13#13. Und Haman erzählte seinem Weibe Seres und allen seinen Freunden alles, was ihm begegnet war. Da sprachen seine Weisen und sein Weib Seres zu ihm: Wenn Mardochai, vor dem du zu fallen angefangen hast, von dem Samen der Juden ist, so vermagst du nichts wider ihn, sondern du wirst gänzlich vor ihm fallen!
12810#Ester,6,14#14. Während sie aber noch mit ihm redeten, kamen die Kämmerer des Königs und beeilten sich, Haman zu dem Mahle zu bringen, welches Esther zugerichtet hatte.
12811#Ester,7,1#1. SO kam nun der König mit Haman zum Trinkgelage bei der Königin Esther.
12812#Ester,7,2#2. Da sprach der König zu Esther auch am zweiten Tage beim Weintrinken: Was bittest du, Königin Esther? Es soll dir gegeben werden! Und was forderst du? Wäre es auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen!
12813#Ester,7,3#3. Da antwortete die Königin Esther und sprach: Habe ich Gnade vor dir gefunden, o König, und gefällt es dem König, so schenke mir das Leben um meiner Bitte willen, und mein Volk um meines Begehrens willen!
12814#Ester,7,4#4. Denn wir sind verkauft, ich und mein Volk, um vertilgt, erwürgt und umgebracht zu werden. Wenn wir nur zu Knechten und Mägden verkauft würden, so wollte ich schweigen; aber der Feind wäre nicht imstande, den Schaden des Königs zu ersetzen!
12815#Ester,7,5#5. Da sprach der König Ahasveros zu der Königin Esther: Wer ist der, und wo ist der, welcher sich vorgenommen hat, solches zu tun?
12816#Ester,7,6#6. Esther sprach: Der Widersacher und Feind ist dieser böse Haman! Da erschrak Haman vor dem König und der Königin.
12817#Ester,7,7#7. Der König aber stand in seinem Grimm auf vom Weintrinken und ging in den Garten am Hause. Haman aber stand auf und bat die Königin Esther um sein Leben; denn er sah, daß sein Verderben beim König beschlossen war.
12818#Ester,7,8#8. Und als der König aus dem Garten am Hause wieder in das Haus kam, wo man den Wein getrunken hatte, lag Haman an dem Polster, auf welchem Esther saß. Da sprach der König: Will er sogar der Königin Gewalt antun in meinem Hause? Das Wort war kaum aus des Königs Munde gegangen, so verhüllten sie dem Haman das Angesicht.
12819#Ester,7,9#9. Und Harbona, einer der Kämmerer vor dem König, sprach: Siehe, der Galgen, welchen Haman für Mardochai gemacht hat, der Gutes für den König geredet hat, steht schon bei Hamans Hause, fünfzig Ellen hoch! Der König sprach: Hängt ihn daran!
12820#Ester,7,10#10. Also hängte man Haman an den Galgen, welchen er für Mardochai gemacht hatte. Da legte sich der Zorn des Königs.
12821#Ester,8,1#1. AN demselben Tage gab der König Ahasveros der Königin Esther das Haus Hamans, des Feindes der Juden. Mardochai aber bekam Zutritt beim König; denn Esther hatte gesagt, wie er ihr zugehörte.
12822#Ester,8,2#2. Und der König tat seinen Siegelring ab, den er Haman abgenommen hatte, und gab ihn Mardochai. Und Esther setzte Mardochai über das Haus Hamans.
12823#Ester,8,3#3. Und Esther redete weiter vor dem König und fiel ihm zu Füßen, weinte und flehte ihn an, daß er die Bosheit Hamans, des Agagiters, nämlich seinen Anschlag, den er wider die Juden erdacht hatte, abwenden möchte.
12824#Ester,8,4#4. Und der König streckte Esther das goldene Zepter entgegen. Da stand Esther auf und trat vor den König
12825#Ester,8,5#5. und sprach: Gefällt es dem König, und habe ich Gnade vor ihm gefunden, und dünkt es den König gut, und gefalle ich ihm, so schreibe man, daß die Briefe mit dem Anschlag Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, widerrufen werden, welche er geschrieben hat, um die Juden in allen Provinzen des Königs umzubringen.
12826#Ester,8,6#6. Denn wie könnte ich dem Unglück zusehen, das mein Volk treffen würde? Und wie könnte ich zusehen, wie mein Geschlecht umkommt?
12827#Ester,8,7#7. Da sprach der König Ahasveros zur Königin Esther und zu Mardochai, dem Juden: Seht, ich habe Esther das Haus Hamans gegeben, und man hat ihn an den Galgen gehängt, weil er seine Hand gegen die Juden ausgestreckt hat.
12828#Ester,8,8#8. So schreibt nun betreffs der Juden, wie es euch gut dünkt, in des Königs Namen, und versiegelt es mit des Königs Ring; denn die Schrift, die in des Königs Namen geschrieben und mit des Königs Ring versiegelt worden ist, kann nicht widerrufen werden.
12829#Ester,8,9#9. Da wurden des Königs Schreiber zu jener Zeit berufen, im dritten Monat, das ist der Monat Sivan, am dreiundzwanzigsten Tage desselben. Und es ward geschrieben, ganz wie Mardochai gebot, an die Juden und an die Fürsten und Landpfleger und Hauptleute der Provinzen von Indien bis Äthiopien, nämlich 127 Provinzen, einer jeden Provinz in ihrer Schrift, und einem jeden Volk in seiner Sprache, auch an die Juden in ihrer Schrift und in ihrer Sprache.
12830#Ester,8,10#10. Und es ward geschrieben im Namen des Königs Ahasveros und versiegelt mit dem Ring des Königs. Und er sandte Briefe durch reitende Eilboten, die auf schnellen Rossen aus den (königlichen) Gestüten ritten;
12831#Ester,8,11#11. darin gestattete der König den Juden, sich in allen Städten zu versammeln und für ihr Leben einzustehen und zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Volks- und Bezirkstruppen, die sie befehden sollten, mitsamt den Kindern und Frauen, und die ihr Gut rauben wollten;
12832#Ester,8,12#12. und zwar an einem Tage in allen Provinzen des Königs Ahasveros, nämlich am dreizehnten Tage des zwölften Monats, das ist der Monat Adar.
12833#Ester,8,13#13. Der Inhalt der Schrift aber war, es sei in allen Provinzen ein Gebot zu erlassen und allen Völkern zu eröffnen, daß die Juden auf jenen Tag bereit sein sollten, sich an ihren Feinden zu rächen.
12834#Ester,8,14#14. Und Eilboten, die auf schnellen Rossen aus den (königlichen) Gestüten ritten, gingen auf Befehl des Königs schleunigst und eilend aus, sobald das Gesetz im Schloß Susan erlassen war.
12835#Ester,8,15#15. Mardochai aber verließ den König in königlichen Kleidern, in blauem Purpur und feiner weißer Baumwolle und mit einer großen goldenen Krone und einem Mantel von weißer Baumwolle und rotem Purpur; und die Stadt Susan jauchzte und war fröhlich.
12836#Ester,8,16#16. Für die Juden aber war Licht und Freude, Wonne und Ehre entstanden.
12837#Ester,8,17#17. Und in allen Provinzen und in allen Städten, wohin des Königs Wort und Gebot gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Gastmahl und Festtag, so daß viele von der Bevölkerung des Landes Juden wurden; denn die Furcht vor den Juden war auf sie gefallen.
12838#Ester,9,1#1. IM zwölften Monat nun, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tage, an welchem des Königs Wort und Gebot in Erfüllung gehen sollte, an eben dem Tage, an welchem die Feinde der Juden hofften, sie zu überwältigen, wandte es sich so, daß die Juden ihre Hasser überwältigen durften.
12839#Ester,9,2#2. Da versammelten sich die Juden in ihren Städten, in sämtlichen Provinzen des Königs Ahasveros, um Hand an die zu legen, die ihnen übel wollten, und niemand konnte ihnen widerstehen; denn die Furcht vor ihnen war auf alle Völker gefallen.
12840#Ester,9,3#3. Auch alle Vorsteher der Provinzen und die Satrapen und Landpfleger und die Amtleute des Königs unterstützten die Juden; denn die Furcht vor Mardochai war auf sie gefallen.
12841#Ester,9,4#4. Denn Mardochai galt viel am Hofe des Königs, und sein Ruf erscholl in alle Provinzen; denn der Mann Mardochai ward immer größer.
12842#Ester,9,5#5. Also schlugen die Juden alle ihre Feinde mit dem Schwerte und erwürgten und brachten sie um und verfuhren mit ihren Hassern nach ihrem Belieben.
12843#Ester,9,6#6. Auch in der Burg Susan erwürgten die Juden und brachten 500 Mann um.
12844#Ester,9,7#7. Dazu erschlugen sie Parsandata, Dalphon, Aspata,
12845#Ester,9,8#8. Porata, Adalja, Aridata,
12846#Ester,9,9#9. Parmasta, Arisai, Aridai und Vajesata,
12847#Ester,9,10#10. die zehn Söhne Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Feindes der Juden; aber an ihre Güter legten sie die Hand nicht.
12848#Ester,9,11#11. An jenem Tage erfuhr der König die Zahl der in der Burg Susan Getöteten.
12849#Ester,9,12#12. Und der König sprach zu der Königin Esther: Die Juden haben in der Burg Susan 500 Männer erschlagen und umgebracht, dazu die zehn Söhne Hamans. Was haben sie getan in den andern Provinzen des Königs? Was bittest du nun? Es soll dir gegeben werden. Und was forderst du mehr? Es soll geschehen!
12850#Ester,9,13#13. Esther sprach: Gefällt es dem König, so lasse er auch morgen die Juden zu Susan handeln nach der heutigen Verordnung; die zehn Söhne Hamans aber soll man an den Galgen hängen!
12851#Ester,9,14#14. Da befahl der König, solches zu tun, und das Gebot ward zu Susan erlassen, und die zehn Söhne Hamans wurden gehängt.
12852#Ester,9,15#15. Und die Juden versammelten sich zu Susan am vierzehnten Tage des Monats Adar und erwürgten zu Susan 300 Mann; aber an ihre Güter legten sie die Hand nicht.
12853#Ester,9,16#16. Auch die übrigen Juden, die in den Ländern des Königs waren, kamen zusammen und standen für ihr Leben ein und verschafften sich Ruhe vor ihren Feinden, und sie töteten von ihren Feinden 75 000; aber an ihre Güter legten sie die Hand nicht.
12854#Ester,9,17#17. Das geschah am dreizehnten Tage des Monats Adar, und sie ruhten am vierzehnten Tage desselben Monats und machten ihn zu einem Tage des Gastmahls und der Freuden.
12855#Ester,9,18#18. Aber die Juden zu Susan waren am dreizehnten und vierzehnten Tage dieses Monats zusammengekommen und ruhten am fünfzehnten Tage; und sie machten diesen Tag zu einem Tage des Gastmahls und der Freuden.
12856#Ester,9,19#19. Darum machen die Juden auf dem Lande, welche in den offenen Städten wohnen, den vierzehnten Tag des Monats Adar zu einem Tage der Freude, des Gastmahls und zum Festtag und senden einander Geschenke.
12857#Ester,9,20#20. Und Mardochai schrieb diese Begebenheiten auf und sandte Briefe an alle Juden, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros wohnten, in der Nähe und in der Ferne,
12858#Ester,9,21#21. indem er ihnen verordnete, daß sie den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar alle Jahre feiern sollten
12859#Ester,9,22#22. als Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren, und als Monat, in welchem ihr Kummer in Freude und ihr Leid in gute Tage verwandelt worden war; daß sie die feiern sollten als Tage des Gastmahls und der Freuden, an denen sie einander Geschenke machen und die Armen beschenken sollten.
12860#Ester,9,23#23. Und die Juden machten sich das, was sie zu tun angefangen hatten und was ihnen Mardochai vorgeschrieben hatte, zur Gewohnheit.
12861#Ester,9,24#24. Weil Haman, der Sohn Hammedatas, der Agagiter, aller Juden Feind, den Plan gefaßt hatte, alle Juden umzubringen, und weil er das Pur, das ist das Los, hatte werfen lassen, um sie aufzureiben und umzubringen;
12862#Ester,9,25#25. während (Esther) dadurch, daß (sie) vor den König kam, bewirkte, daß er durch Briefe befahl, Hamans bösen Anschlag, den er wider die Juden erdacht hatte, auf seinen eigenen Kopf zu lenken, so daß man ihn und seine Söhne an den Galgen hängte.
12863#Ester,9,26#26. Darum werden diese Tage Purim genannt, nach dem Worte Pur. Um deswillen und wegen alles dessen, was in dem Schriftstücke stand, was sie selbst gesehen und erfahren hatten,
12864#Ester,9,27#27. setzten die Juden solches fest und nahmen es an für sich und ihre Nachkommen und alle, die sich ihnen anschließen würden, daß sie nicht davon abgehen wollten, jährlich diese zwei Tage zu halten, wie sie vorgeschrieben und bestimmt worden waren.
12865#Ester,9,28#28. Und so sollen diese Tage im Gedächtnis bleiben und gefeiert werden von Geschlecht zu Geschlecht, in allen Provinzen und Städten; so daß diese Purimtage nie verschwinden sollen aus der Mitte der Juden und ihr Gedächtnis bei ihren Nachkommen nicht aufhören soll.
12866#Ester,9,29#29. Und die Königin Esther, die Tochter Abichails, und Mardochai, der Jude, schrieben mit allem Nachdruck, um diesen zweiten Brief betreffend die Purim zu bestätigen.
12867#Ester,9,30#30. Und er sandte Briefe an alle Juden in den 127 Provinzen des Königreichs Ahasveros', Worte des Friedens und der Wahrheit,
12868#Ester,9,31#31. um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten festzusetzen, wie Mardochai, der Jude, und die Königin Ester ihnen verordnet und wie sie sie auch für sich selbst und für ihre Nachkommen festgesetzt hatten, nämlich die Geschichten der Fasten und ihrer Wehklage.
12869#Ester,9,32#32. Und der Befehl Esthers bestätigte diese Purimgeschichte, und er wurde in einem Buche aufgezeichnet.
12870#Ester,10,1#1. UND der König Ahasveros legte dem Festland und den Inseln des Meeres einen Tribut auf.
12871#Ester,10,2#2. Aber alle Werke seiner Gewalt und seiner Macht und die Beschreibung der Größe Mardochais, zu welcher ihn der König erhob, ist das nicht aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Medien und Persien?
12872#Ester,10,3#3. Denn der Jude Mardochai war der Nächste nach dem König Ahasveros und groß unter den Juden und beliebt bei der Menge seiner Brüder, weil er das Beste seines Volkes suchte und mit all seinem Geschlecht freundlich redete!