22360#Joel,1,1#1. DAS Wort des Ewigen, das erging an Joël, den Sohn Petuëls:
22361#Joel,1,2#2. «Vernehmet dies, ihr Alten / horcht auf, des Landes Wohner alle! / Ob dies in euren Tagen je geschehn / ob in den Tagen eurer Väter? /
22362#Joel,1,3#3. Davon sollt euren Kindern ihr erzählen / und eure Kinder ihren Kindern / und deren Kinder einer andern Zeit: /
22363#Joel,1,4#4. Was der Nager beließ / das fraß die Schrecke; / was noch die Schrecke ließ / das fraß der Beißer; / und was der Beißer ließ / das fraß der Tilger. /
22364#Joel,1,5#5. Erwachet, Trunkene, und weint! / Heult, all ihr Weineszecher! / Des Mostes wegen, daß er euch getilgt vom Mund. /
22365#Joel,1,6#6. Denn Volk zog auf mein Land / gewaltig, ohne Zahl / des Zähne Leuenzähne / Gebiß des Löwen hat es. /
22366#Joel,1,7#7. Es wandelt meinen Weinstock in Verödung / und meinen Feigenbaum in Starren. / Entlaubt und fortgeworfen hat es ihn / gebleicht sind seine Ranken. /
22367#Joel,1,8#8. Klag wie die Maid, sackzeugumgürtet / um den Mann ihrer Jugend!
22368#Joel,1,9#9. Getilgt sind Opferguß und Gabe / vom Haus des Ewigen. / Es trauern die Priester / des Ewigen Diener. /
22369#Joel,1,10#10. Verheert ist das Feld / es trauert der Acker / weil verheert ist das Korn / vertrocknet der Most / verkümmert der Ölsaft. /
22370#Joel,1,11#11. In Scham sind die Bauern / aufheulen die Winzer / ob Weizens und Gerste / weil hin des Feldes Schnitt. /
22371#Joel,1,12#12. Verdorrt ist der Weinstock / die Feige verkümmert. / Granate, Palme, Apfelbaum / vertrocknet alle Bäume im Gefild. / Erdorrt ist ja die Lust / den Menschensöhnen. /
22372#Joel,1,13#13. Umgürtet euch und klagt, ihr Priester! / Heult, Diener des Altars! / Kommt, nachtet in Sackzeug / ihr Diener meines Gottes! / Weil eures Gottes Haus versagt / sind Gabe und Guß. /
22373#Joel,1,14#14. Ein Fasten weihet / zur Feier ruft / die Greise schart / alle Wohner des Landes / ins Haus des Ewgen, unsres Gottes / und schreit zum Ewigen!
22374#Joel,1,15#15. Ach, um den Tag! / Denn nahe ist des Ewgen Tag / und wie Verheerung vom Gewaltgen kommt er. /
22375#Joel,1,16#16. Ist nicht vor unsren Augen / die Speise vernichtet / vom Haus unsres Gottes / die Freude, die Lust? /
22376#Joel,1,17#17. Es fault Verstreutes unter seinem Kehrgerät / verödet sind die Speicher / verfallen die Scheunen / denn verdorrt ist das Korn. /
22377#Joel,1,18#18. Wie ächzt das Vieh / sind irr die Rinderherden / weil sie nicht Weide haben / und auch der Schafe Herden schmachten.
22378#Joel,1,19#19. Zu dir, o Ewger, ruf ich; / denn Feuer frißt die Auen in der Wüste / und Lohe zündet allen Baum im Feld. /
22379#Joel,1,20#20. Auch das Getier des Feldes brüllt zu dir / weil ausgedörrt die Wasserbäche / und Feuer fraß der Wüste Auen.
22380#Joel,2,1#1. Stoßt in das Horn zu Zijon / schlagt Lärm auf meinem heilgen Berg! / Daß zittern alle, die das Land bewohnen. / Denn kommen will der Tag des Ewigen / denn nahe ist er. /
22381#Joel,2,2#2. Ein Tag von Finsternis und Dunkel / ein Tag ists von Gewölk und Wolkendüster. / Wie Dämmergrau gebreitet ob den Bergen / ein zahlreich, mächtig Volk; / war seinesgleichen nicht seit Ewigkeit / und wird nach ihm nicht sein mehr / bis zu der Jahre Reih um Reih. /
22382#Joel,2,3#3. Vor ihm her frißt ein Feuer / und hinter ihm loht Brand. Wie Edens Garten ist das Land vor ihm / doch hinter ihm wie wilde Wüste / ja, kein Entrinnen gibts bei ihm. /
22383#Joel,2,4#4. Wie Rosse sind sie anzusehn / sie rennen gleich den Reitern. /
22384#Joel,2,5#5. Wie Wagen rasselnd / so sprengen sie hin / auf der Berge Gipfel. / So wie der Flamme Lärm / die Stoppeln frißt / wie mächtig Volk / zum Kampf gerüstet. /
22385#Joel,2,6#6. Vor ihm erzittern Völker / und jedes Antlitz sammelt Glut. /
22386#Joel,2,7#7. Gleich Helden laufen sie / gleich Kampfesvolk ersteigen sie die Mauer. / Sie gehn, ein jeder seine Wege / und weichen nicht von ihren Pfaden. /
22387#Joel,2,8#8. Und eins das andre drängt nicht fort / sie schreiten, jeder seine Bahn. / Zum Tod hin stürzen sie / und suchen nicht (ihr Leben) zu gewinnen.
22388#Joel,2,9#9. Die Stadt durchstürmen sie / berennen die Mauer / ersteigen die Häuser. / Sie kommen durch die Fenster / gleich einem Dieb.
22389#Joel,2,10#10. Vor ihm erzittert die Erde / erbeben die Himmel / erdunkeln Sonne und Mond / die Sterne ziehen ein den Glanz. /
22390#Joel,2,11#11. Der Ewge aber hebt vor seinem Heer die Stimme / weil übergroß sein Lager / weil mächtig der Vollführer seines Worts / weil groß des Ewgen Tag / gar furchtbar. Wer besteht ihn?
22391#Joel,2,12#12. Noch jetzt aber, ist des Ewigen Spruch, kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen, mit Fasten und Weinen und Klagen!
22392#Joel,2,13#13. Und zerreißt euer Herz, nicht eure Gewänder, und kehrt zurück zum Ewigen, eurem Gott - denn gnädig und erbarmend ist er, langmütig, reich an Liebe, er bedenkt sich des Unheils.
22393#Joel,2,14#14. Wer weiß, ob er nicht wieder sich bedenkt und Segen nach sich läßt - mit Gabe und Gußspende für den Ewigen, euren Gott.
22394#Joel,2,15#15. Stoßt in das Horn zu Zijon / ein Fasten weihet / zur Feier ruft! /
22395#Joel,2,16#16. Versammelt Volk / und weiht die Volksschar; / die Greise schart / versammelt die Kindlein / die Säuglinge der Brust! / Vorgeh der Bräutigam aus seiner Kammer / die Braut aus ihrem Gemach! /
22396#Joel,2,17#17. An Halle und Altar / laßt weinen die Priester / des Ewigen Diener / und sprechen: / ,Verschone, Ewiger, dein Volk / und gib dein Erbe nicht der Schmach hin / daß Völker sie beherrschen. / Warum soll bei den Völkern man doch sprechen: / Wo ist ihr Gott?'
22397#Joel,2,18#18. Da eiferte der Ewige für sein Land und erbarmte sich seines Volkes.
22398#Joel,2,19#19. Und der Ewige hob an und sprach zu seinem Volk: ,Sieh, ich sende euch das Korn und den Most und den Ölsaft, und ihr sollt euch daran sättigen, und ich mache euch nicht mehr zur Schmach unter den Völkern.
22399#Joel,2,20#20. Und den Nordschreck entferne ich von euch und stoße ihn in ein dürres und ödes Land, seine Vorhut in das östliche Meer und seinen Nachtrab in das westliche Meer. Und aufsteigen wird sein Stank, sein Moder sich erheben.' Denn Großes hat er vollbracht. /
22400#Joel,2,21#21. Nicht fürchte, Acker! / Jauchz auf und freu dich / denn Großes hat der Ewige vollbracht. /
22401#Joel,2,22#22. Bangt nicht, ihr Tiere des Gefilds. / Es grünen ja die Aun der Steppe / trägt doch der Baum die Frucht / die Feige und der Weinstock geben ihre Kraft. /
22402#Joel,2,23#23. Und ihr auch, Kinder Zijons / jauchzt auf und freut euch / am Ewgen, eurem Gott! / Er gab ja Frühguß euch zum Heil / und sandte Regen euch herab / Frühregen, späten Guß im ersten Monat. /
22403#Joel,2,24#24. Voll werden da von Korn die Tennen / die Keltern überfließen euch von Most und Ölsaft.
22404#Joel,2,25#25. Und ich erstatte euch die Jahre, die hinwegfraß die Schrecke, der Beißer, der Tilger und der Nager, mein gewaltiges Heer, das ich gegen euch entsandte.
22405#Joel,2,26#26. Dann werdet ihr essen und euch sättigen und den Namen des Ewigen, eures Gottes, preisen, der an euch Wunderbares getan. Und mein Volk wird in Ewigkeit nicht zuschanden.
22406#Joel,2,27#27. Und erkennen sollt ihr, daß ich in Jisraëls Mitte bin, und ich, der Ewige, euer Gott bin, keiner sonst. Und mein Volk wird in Ewigkeit nicht zuschanden.
22407#Joel,3,1#1. Und sein wird es hernach: Da gieße ich meinen Geist auf alles Fleisch, daß eure Söhne und Töchter begeistet sind, eure Alten Träume haben und eure Jünglinge Gesichte schauen.
22408#Joel,3,2#2. Und auch auf die Knechte und die Mägde gieße ich in jenen Tagen meinen Geist.
22409#Joel,3,3#3. Und ich gebe Wahrbeweise am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauchsäulen.
22410#Joel,3,4#4. Die Sonne wird sich in Dunkel wandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des Ewigen kommt, der große und furchtbare.
22411#Joel,3,5#5. Und es wird sein: Ein jeder, der den Namen des Ewigen anruft, wird gerettet, denn auf dem Berg Zijon und in Jeruschalaim wird Rettung sein, wie der Ewige gesprochen, und unter den Entronnenen, die der Ewige beruft.
22412#Joel,4,1#1. Denn sieh, in jenen Tagen und zu jener Zeit, da ich Jehuda und Jeruschalaim wiederherstelle,
22413#Joel,4,2#2. da sammle ich alle Nationen und führe sie hinab zum Tal Jehoschafat und rechte mit ihnen dort wegen meines Volkes und meines Erbes Jisraël, das sie unter die Völker verstreuten, mein Land aber teilten sie auf.
22414#Joel,4,3#3. Und über mein Volk warfen sie das Los und gaben hin den Knaben für die Dirne, und das Mädchen verkauften sie für Wein und zechten.
22415#Joel,4,4#4. Und was habt ihr auch mit mir, Zor und Zidon und all ihr Bezirke Peleschets? Wollt ihr mir Lohn heimzahlen? Wie? Wollt ihr mir etwas ablohnen? Flink, eilig laß ich euren Lohn auf euer Haupt zurückfallen,
22416#Joel,4,5#5. die ihr mein Silber und mein Gold genommen und meine beste Lust in eure Paläste gebracht
22417#Joel,4,6#6. und die Söhne Jehudas und die Söhne Jeruschalaims an die Söhne der Jewanäer-1- verkauft habt, um sie von ihrem Gebiet zu entfernen. -1) Jonier.++
22418#Joel,4,7#7. Sieh, ich störe sie auf aus dem Ort, wohin ihr sie verkauft habt, und ich lasse euren Lohn auf euer Haupt zurückfallen.
22419#Joel,4,8#8. Und ich verkaufe eure Söhne und eure Töchter in die Hand der Söhne Jehudas, und die verkaufen sie an die Schebäer, an ein fernes Volk, denn der Ewige hat es geredet.
22420#Joel,4,9#9. Ruft dieses bei den Völkern: / Zum Kampfe rüstet / erwecket die Helden / daß anrücken, hinaufziehn / alle Mannen des Kriegs. /
22421#Joel,4,10#10. Zu Schwertern schmiedet eure Pflüge / die Rebenmesser euch zu Speeren! / Der Schwache spreche: ,Stark bin ich!' /
22422#Joel,4,11#11. Eilt, kommet, all ihr Völker ringsumher! / Laßt sie sich sammeln! / Dorthin, o Ewger, führe deine Helden nieder! /
22423#Joel,4,12#12. Aufrütteln sich und ziehn heran die Völker / ins Tal Jehoschafat / weil ich dort sitze / um alle Völker ringsumher zu richten.
22424#Joel,4,13#13. Legt an die Sichel / denn reif ist die Mahd. / Kommt, stampfet / denn voll ist die Kelter / es schäumen die Kufen / weil viel ihre Bosheit /
22425#Joel,4,14#14. zuhauf gehäuft im Tale der Entscheidung / denn nahe ist des Ewgen Tag / im Tale der Entscheidung. /
22426#Joel,4,15#15. Die Sonne und der Mond erdunkeln / die Sterne ziehen ein den Glanz. /
22427#Joel,4,16#16. Der Ewge aber brüllt von Zijon / und aus Jeruschalaim schickt er seinen Hall / daß zucken Himmel und Erde. / Der Ewige jedoch ist seinem Volke Schutz / und Zuflucht für die Kinder Jisraël. /
22428#Joel,4,17#17. Und ihr erkennt / daß ich, der Ewge, euer Gott / auf Zijon wohne, meinem heilgen Berg. / Jeruschalaim aber wird geheiligt sein / und Fremde solln es nimmermehr durchschreiten.
22429#Joel,4,18#18. Und es wird sein an jenem Tag: / Da triefen die Gebirge Most / die Höhen strömen Milch / und alle Bäche in Jehuda fließen Wassers. / Und aus dem Haus des Ewgen quillt ein Born / und tränkt das Tal von ha-Schittim. /
22430#Joel,4,19#19. Mizraim wird zu Öde / Edom zu starrer Steppe werden / des Raubes wegen an Jehudas Söhnen / in deren Land sie schuldlos Blut vergossen. /
22431#Joel,4,20#20. Jehuda aber wird für ewig bleiben / Jeruschalaim stehn für Zeit um Zeit. /
22432#Joel,4,21#21. Wenn ich ihr Blut gereinigt / das ich nicht hab gereinigt / dann wird der Ewige auf Zijon wohnen.»

22163#Hosea,1,1#1. DAS Wort des Ewigen, das erging an Hoschea, den Sohn Beëris, in den Tagen Usijas, Jotams, Ahas, Jehiskijas, der Könige von Jehuda, und in den Tagen Jarob'ams, des Sohnes Joaschs, des Königs von Jisraël:
22164#Hosea,1,2#2. Beginn dessen, was der Ewige zu Hoschea redete: Da sprach der Ewige zu ihm: «Geh, nimm dir ein buhlerisches Weib mit Buhlschaftskindern, denn buhlend kehrt sich das Land vom Ewigen ab.»
22165#Hosea,1,3#3. Und er ging hin und nahm ,Glutkohle mit der Doppelfrucht'-1-, und sie ward schwanger und gebar ihm einen Sohn. -1) -+Gomer-, -+Bat Diblaim-.++
22166#Hosea,1,4#4. Da sprach der Ewige zu ihm: «Nenne ihn Jisreël-1-! / Denn: / Ein Weilchen noch / da rechn' ich ab Jisreëls Blut / an Jehus Haus / und mach ein End dem Königtum / des Hauses Jisraël. / -1) Gott gibt Samen.++
22167#Hosea,1,5#5. Und es wird sein an jenem Tag / da breche ich den Bogen Jisraëls / im Tale Jisreël!»
22168#Hosea,1,6#6. Dann ward sie nochmals schwanger und gebar eine Tochter. Da sprach er zu ihm: «Nenne sie: Nicht-zu-erbarmen-1-. Denn: Nie fürder will ich mich erbarmen / des Hauses Jisraël / will ihnen es abfordern. / -1) -+Lo ruhama-.++
22169#Hosea,1,7#7. Doch des Hauses Jehuda erbarm ich mich / und laß sie siegen durch den Ewgen, ihren Gott / nicht siegen durch den Bogen, Schwert und Kampf / durch Rosse und Reiter.»
22170#Hosea,1,8#8. Und sie entwöhnte Nicht-zu-erbarmen; dann ward sie schwanger und gebar einen Sohn.
22171#Hosea,1,9#9. Und er sprach: «Nenn ihn: Nicht-mein-Volk-1-. Denn: Ihr seid nicht mein Volk / und ich bin nicht euer. -1) -+Lo ammi-.++
22172#Hosea,2,1#1. Und es wird sein die Zahl der Kinder Jisraël / wie die des Sands am Meer / den man nicht ausmißt und nicht zählt. / Dann ists: / Statt daß man ihnen sagte: / ,Seid nicht mein Volk!' / heißt man sie ,Söhne des lebendgen Gottes'. /
22173#Hosea,2,2#2. Da sammeln sich Jehudas Söhne / dazu die Söhne Jisraëls gesamt / und setzen ein Haupt sich / ziehn aus dem Land hinan; / denn groß ist Jisreëls Tag. /
22174#Hosea,2,3#3. Nennt eure Brüder: Mein-Volk / und eure Schwestern: Zu-erbarmen!
22175#Hosea,2,4#4. Führt Streit mit eurer Mutter, Streit / daß sie mein Weib nicht / und ich nicht ihr Mann; / daß aus dem Angesicht sie sich ihr Buhltum schaffe / ihr Ehebrechen fort von ihren Brüsten. /
22176#Hosea,2,5#5. Sonst zieh ich nackt sie aus / stell hin sie wie am Tag, da sie geboren / mach sie der Wüste gleich / erstell sie wie der Dürre Land / laß sie des Durstes sterben. /
22177#Hosea,2,6#6. Und ihrer Kinder barmts mich nicht / Buhlkinder sinds ja. /
22178#Hosea,2,7#7. Hat ihre Mutter doch gebuhlt / geschändet sich, die sie geboren / weil sie gedacht: / ,Will meinen Liebsten nachgehn / die Brot mir und mir Wasser geben / mir Wolle, Linnen / und Öl und Tränke.' /
22179#Hosea,2,8#8. Drum sieh, ich zäune deinen Weg mit Dornen / zieh ihr die Mauer / daß ihre Pfade sie nicht finde. /
22180#Hosea,2,9#9. Da jagt sie ihren Liebsten nach / erreicht sie nicht / sucht sie / kann sie nicht finden. / Dann spricht sie: ,Will doch gehn / zurück zu meinem ersten Mann / war mir ja besser da als jetzt.' /
22181#Hosea,2,10#10. Und sie, sie wußt es nicht / daß ich es ihr gegeben: / Das Korn, den Most und Ölsaft / daß ich ihr Silber häufte / und Gold - das sie am Baal vertan.
22182#Hosea,2,11#11. Drum will ich mir es wieder holen / mein Korn zu seiner Zeit / und meinen Most zu seiner Frist; / mir retten meine Wolle, meinen Lein / eh's ihre Blöße deckt. /
22183#Hosea,2,12#12. Und nun leg ihre Schmach ich bloß / vor ihrer Liebsten Augen; / da rettet keiner sie aus meiner Hand! /
22184#Hosea,2,13#13. Ein Ende mach ich aller ihrer Lust / Wallfeier, Neumondstag und Sabbat / all ihrer Festlichkeit /
22185#Hosea,2,14#14. veröde ihren Weinstock, ihre Feige / davon sie meinte: / ,Buhlgabe sind sie mir / die meine Liebsten mir geschenkt', / mach zum Gestrüpp sie / daß Feldgetier sie frißt. /
22186#Hosea,2,15#15. Da rechn ich ab an ihr der Baale Tage / wo denen sie geräuchert / sich ihre Ringe, ihr Geschmeide angelegt / den Liebsten nachgelaufen / und mich vergessen / ist des Ewigen Spruch. /
22187#Hosea,2,16#16. Drum, sieh, will ich sie locken / ich führ sie in die Wüste / geb Zuspruch ihrem Herzen /
22188#Hosea,2,17#17. ich mach ihr Weingeländ daraus / der Trübnis Tal zu einem Tor des Hoffens / dort fügt sie sich wie in der Jugend Tagen / dem Tag, da aus Mizraimland sie zog.
22189#Hosea,2,18#18. Und es wird sein an jenem Tag, ist des Ewigen Spruch, da wirst du (mich) nennen: ,Mein Mann' und wirst mich nicht mehr ,mein Baal'-1- nennen. -1) Herr.++
22190#Hosea,2,19#19. Und ich werde die Namen der Baale abschaffen aus ihrem Mund, daß sie nicht mehr mit ihrem Namen erwähnt werden.
22191#Hosea,2,20#20. Und ich will für sie einen Bundesvertrag schließen mit dem Getier des Feldes, dem Vogelvolk des Himmels und dem Gewürm des Bodens, will Bogen, Schwert und Krieg hinwegbrechen aus dem Land und sie sicher lagern lassen.
22192#Hosea,2,21#21. Und ich verlob dich mir auf ewig / verlob dich mir in Redlichkeit und Recht / in Liebe und Erbarmen. /
22193#Hosea,2,22#22. Und ich verlob dich mir in Treuen / und du erkennst den Ewigen. /
22194#Hosea,2,23#23. Und es wird sein an jenem Tag, da erhöre ich, spricht der Ewige, erhöre ich die Himmel, und sie erhören die Erde.
22195#Hosea,2,24#24. Und die Erde erhört das Korn, den Most und Ölsaft, und die erhören Jisreël-1-, -1) Gott gibt Samen.++
22196#Hosea,2,25#25. daß ich daraus mir Samen schaffe im Land, und ich erbarme mich der Nicht-zu-erbarmen und spreche zu Nicht-mein-Volk: ,Mein Volk bist du', und es wird sprechen: ,Mein Gott!'»
22197#Hosea,3,1#1. «Und der Ewige sprach zu mir fernerhin: ,Geh, liebe ein Weib, von ihrem Freund geliebt, doch ehebrechend; wie der Ewige liebt die Kinder Jisraël, sie aber kehren sich zu andern Göttern und lieben fette Trauben.'
22198#Hosea,3,2#2. Und ich erwarb sie mir um fünfzehn (Schekel) Silber und ein Homermaß und ein Letechmaß Gerste.
22199#Hosea,3,3#3. Und ich sprach zu ihr: ,Viele Tage sollst du mein verbleiben, nicht buhlen und keinem Mann angehören, und ich auch dein.'
22200#Hosea,3,4#4. Denn viele Tage werden die Kinder Jisraël verbleiben: Ohne (Gott-)König und (Götter-)Obre / und ohne Schlachtopfer und ohne Standmal / und ohne Efod und Schandpuppen.
22201#Hosea,3,5#5. Und nachher kehren um die Kinder Jisraël und suchen auf den Ewgen, ihren Gott, und Dawid, ihren König, und bangen hin zum Ewigen und seinem Guten, in späten Tagen.
22202#Hosea,4,1#1. Hört, Kinder Jisraël, des Ewgen Wort / denn Fehde hat der Ewge mit des Landes Wohnern / weil keine Wahrheit, keine Treu / kein Gotterkennen ist im Land. /
22203#Hosea,4,2#2. Befluchen, Leugnen, Morden, Stehlen / und Ehebrecherei sind eingerissen / Blut reicht an Blut! /
22204#Hosea,4,3#3. Drum schmachtet hin das Land / und kümmert alles, was drauf wohnt / mitsamt dem Feldgetier, des Himmels Vogelvolk / und auch des Meeres Fische rafft es hin.
22205#Hosea,4,4#4. Doch keiner rechte, rüge keiner! / Mit deinem Volk ists wie mit Priester rechten /
22206#Hosea,4,5#5. und stürzt du heut / stürzt der Begeistete mit dir des Nachts; / gleich tu ichs deiner Mutter. /
22207#Hosea,4,6#6. Mein Volk geht unter, weil es nicht erkennt; / weil du Erkenntnis hast verworfen / verwerf ich, mir zu priestern, dich / hast deines Gottes Weisung du vergessen / vergeß ich, ich auch deine Söhne. /
22208#Hosea,4,7#7. Je mehr sie wurden, sündigten sie mir; / ich wandle ihren Stolz in Schmach! /
22209#Hosea,4,8#8. Sündopfer meines Volkes schlingen sie / zu ihrer Missetat trägts seine Seele. /
22210#Hosea,4,9#9. Nun sei es: So der Priester, so das Volk / ich rechne seinen Wandel ab an ihm / und seine Taten zahl ich ihm zurück. /
22211#Hosea,4,10#10. Und essen sie, so werden sie nicht satt / und gatten sie sich, mehren sie sich nicht; / weil sie den Ewigen verlassen, zu wahren /
22212#Hosea,4,11#11. Verbuhltheit, Wein und Most, der nimmt den Sinn. /
22213#Hosea,4,12#12. Mein Volk, mags seinen Baum befragen / und mag sein Stock es ihm verkünden! / Denn Geist der Buhlschaft ließ es irren / daß sie von ihrem Gotte fortgebuhlt. /
22214#Hosea,4,13#13. Sie halten Schlachtung auf der Berge Gipfeln / und auf den Höhen räuchern sie / am Fuß von Eichenbaum und Pappel / der Terebinthe, weil ihr Schatten schön. / Drum Buhlen eure Töchter / und ehebrechen eurer Söhne Fraun. /
22215#Hosea,4,14#14. Ich mag an euren Töchtern es nicht ahnden, daß sie buhlen / an eurer Söhne Fraun, daß sie die Ehe brechen / denn selber mit den Dirnen weihn sie sich / und mit den Buhlerinnen opfern sie / und Volk, das ohne Einsicht, wird verführt!
22216#Hosea,4,15#15. Wenn, Jisraël, du buhlst / mag sich Jehuda nicht verschulden! / So kommt nicht nach dem Gilgal / zieht nach Bet-Awen nicht hinan / und schwöret nicht: ,Es lebt der Ewige!' /
22217#Hosea,4,16#16. Denn wie das Rind, das störrig / ward störrig Jisraël; / nun soll der Ewige sie weiden lassen / wie Lamm im Freifeld? /
22218#Hosea,4,17#17. Gebunden an die Götzen ist Efraim / so laß es! /
22219#Hosea,4,18#18. Verrauscht ihr Rauschgelage / ihr Buhlen abgebuhlt / ihr Lieben abgeliebt; / bleibt Schande ihr zu Schilden. /
22220#Hosea,4,19#19. Es wickelt Wind sie ein in seine Flügel / in Schanden bleiben sie von ihren Opfern.
22221#Hosea,5,1#1. Hört dies, ihr Priester / und merket auf, Haus Jisraël / ihr, Haus des Königs, lauschet auf / denn euer ist das Richten! / Denn eine Falle waret ihr für Mizpa / ein Netz, gebreitet an der Tabor(eiche) /
22222#Hosea,5,2#2. als hingebreitet Fangnetz ausgetieft / und ich - für alle Fangstrick. /
22223#Hosea,5,3#3. Ich kenn Efraim / und Jisraël ist nicht vor mir verhohlen / daß jetzt Efraim du verbuhlt / verunreint Jisraël. /
22224#Hosea,5,4#4. Es lassen ihre Taten / sie nicht zu ihrem Gott zurück / denn Geist der Buhlschaft ist in ihnen / sie kennen nicht den Ewgen. /
22225#Hosea,5,5#5. Es zeugt der Hochmut Jisraëls vor seinem Antlitz / und Jisraël, Efraim, stürzen durch die eigne Sünde / mit ihnen stürzt Jehuda auch.
22226#Hosea,5,6#6. Mit ihren Schafen, ihren Rindern gehn sie / den Ewigen zu suchen / sie finden ihn nicht / der ihrer sich entschlagen. /
22227#Hosea,5,7#7. Den Ewgen haben sie verraten / da fremde Kinder sie gebaren / nun mag ein Neumond sie verzehren / mit ihren Gabenteilen!
22228#Hosea,5,8#8. Blast Horn in ha-Gib'a / Trompete auf ha-Rama / lärmt auf in Bet-Awen / dir hinten, Binjamin! /
22229#Hosea,5,9#9. Efraim wird zu Öde / am Tag der Züchtigung / in Jisraëls Stämmen / tu kund ichs, bewährt.
22230#Hosea,5,10#10. Es waren Jehudas Obre / gleich Grenzverrückern. / Ich gieß über sie / wie Wasser mein Wüten. /
22231#Hosea,5,11#11. Gedrückt Efraim? / Gerichtgeschlagen? / Weil er so dreist / dem Unrat nachgegangen! /
22232#Hosea,5,12#12. So bin ich wie die Motte für Efraim / und wie die Fäulnis für Jehudas Haus. /
22233#Hosea,5,13#13. Sah da Efraim seine Krankheit / Jehuda seinen Eiter / da ging Efraim nach Aschschur / und sandte hin zu König Jareb! / Doch er, er kann euch nimmer heilen / den Eiter nicht von euch entfernen. /
22234#Hosea,5,14#14. Denn wie ein Raubtier komm ich an Efraim / und wie der Löwe an Jehudas Haus: / Ich, ich zerreiße, und ich mach mich fort / ich trag davon, und keiner rettet.
22235#Hosea,5,15#15. Ich mach mich fort, zurück an meine Stätte, Bis daß sie schuldbeschwert mein Antlitz suchen, In ihrer Not nach mir verlangen:
22236#Hosea,6,1#1. ,Kommt, laßt zurück uns kehren zu dem Ewigen, Denn er zerriß und wird uns heilen; Er schlägt, und er wird uns verbinden.
22237#Hosea,6,2#2. Er läßt nach zweien Tagen uns genesen, Am dritten Tag läßt er uns aufstehn, Daß wir vor seinem Antlitz leben.
22238#Hosea,6,3#3. Laßt lernen, streben uns, den Ewigen zu kennen; Wie Morgendämmern sicher ist sein Aufgang, Und wie der Regen kommt er zu uns Und wie der Spätguß, der die Erde tränkt.'
22239#Hosea,6,4#4. Was tun mit dir, Efraim / was tun mit dir, Jehuda! / Da eure Liebe wie die Morgenwolke / und wie der Frühtau, der vergeht. /
22240#Hosea,6,5#5. Drum sandt ich Gottbegeistete in Fülle aus / ließ sie erschlagen - mit meines Mundes Worten / daß hell das Rechte dir erscheine: /
22241#Hosea,6,6#6. Daß Liebe ich verlange und nicht Schlachtung / und Gotterkennen mehr denn Hochopfer. /
22242#Hosea,6,7#7. Doch sie, sie haben, wie in Adam / das Bündnis übertreten / dort mich verraten: /
22243#Hosea,6,8#8. Gil'ad, die Stadt der Übeltäter / aus (A)dam lauernd. /
22244#Hosea,6,9#9. Und wie der Männer Fehde / Scharen, Rotten, Priester / am Wege morden Schechma; / denn Treubruch übten sie.
22245#Hosea,6,10#10. Im Hause Jisraël hab Schaudervolles ich gesehen: / Dort Buhlschaft bei Efraim / verunreint Jisraël! /
22246#Hosea,6,11#11. Auch dir, Jehuda, hats den Schnitt bestellt / wenn wieder ich mein Volk errichte,
22247#Hosea,7,1#1. ich heile Jisraël; / die Schuld Efraims wird entfernt / die Übeltaten Schomerons: Daß Lüge sie geübt / der Dieb einherging / die Raubschar streifte auf der Flur. /
22248#Hosea,7,2#2. Und nimmer sagten sie zu ihrem Herzen / daß aller ihrer Bosheit ich gedenke. / Nun haben ihre Taten sie umstellt / sind vor mein Angesicht gekommen.
22249#Hosea,7,3#3. In ihrer Schlechtigkeit erheitern sie den (Götter-)König / in ihren Trügerein die (Götter-)Obersten. /
22250#Hosea,7,4#4. Sind alle Ehebrecher / sind wie ein Ofen, angeheizt vom Bäcker; / es feiert nur der Schürer / vom Kneten bis zum Säuern seines Teigs.
22251#Hosea,7,5#5. An unsres ,Königs' Tage fingen an Die ,Obersten' am Wein sich zu erhitzen. Er faßte, mit den Narren, seine ,Hand'.
22252#Hosea,7,6#6. Da sie ihn brachten, war ihr Herz gleich einem Ofen; Wie sie da lauerten, schlief durch die ganze Nacht ihr Bäcker. Am Morgen loht' er wie ein Feuerbrand,
22253#Hosea,7,7#7. Sie alle glühten wie ein Ofen. Da fraß man ihre Richter / all ihre Könige, sie fielen / zu mir rief keiner unter ihnen. /
22254#Hosea,7,8#8. Efraim, bei den Völkern wards ein Nichts / Efraim ward ein Brotlaib, den man nicht (als Käufer) wendet. /
22255#Hosea,7,9#9. Es zehrten Fremde seine Kraft / - er merkt nichts; / ja selbst den Greis in ihm bespeit der Fremde / - er merkt nichts; /
22256#Hosea,7,10#10. es zeugt der Hochmut Jisraëls vor seinem Antlitz; / doch kehren sie nicht um zum Ewgen, ihrem Gott / und suchen ihn nicht / bei alledem.
22257#Hosea,7,11#11. Es glich Efraim einer Taube, einfältig, unverständig; Mizraim riefen sie, nach Aschschur gingen sie.
22258#Hosea,7,12#12. So wie sie gehen, breit ich über sie mein Netz, Wie Vögel aus der Höhe hol ich sie herab; Ich will sie strafen, daß es ihre Sippe höre.
22259#Hosea,7,13#13. Weh ihnen, daß sie mir entflüchtet, Verheerung ihnen, daß sie von mir abgefallen! Und ich, ich wollt sie lösen, Sie aber haben Lügen über mich geredet
22260#Hosea,7,14#14. Und schrien nicht zu mir in ihrem Herzen, Da sie auf ihren Lagern heulten; Sie zerren sich um Korn und Most, Mir sind sie untreu.
22261#Hosea,7,15#15. Und ich, der ich geübt, gekräftigt ihre Arme, Mir trachten sie Böses.
22262#Hosea,7,16#16. Zurück mit ihnen, nicht zunutz! Sie glichen einem trügerischen Bogen, Es fallen ihre Obersten durchs Schwert - Ob ihrer Zunge Fluch ist dies ihr Spott - Im Land Mizraim.
22263#Hosea,8,1#1. An deinen Gaumen das Horn: / Wie Heroldsruf ob des Ewgen Haus! / Weil meinen Bund sie übertreten / abtrünnig worden gegen meine Weisung. /
22264#Hosea,8,2#2. Sie schrein zu mir: ,Mein Gott!' / Wir kennen dich, Jisraël! /
22265#Hosea,8,3#3. Verworfen hat das Gute Jisraël; / jag es der Feind! /
22266#Hosea,8,4#4. Sie machten ,Könige', doch nicht von mir / und ,Obre', drum ich nicht gewußt; / ihr Silber und ihr Gold / draus machten sie sich Götzen / daß es getilgt sei! /
22267#Hosea,8,5#5. Verworfen hat dein Kalb dich, Schomeron / mein Angesicht flammt wider sie; / bis wann noch! / Sie solln nicht straffrei bleiben. /
22268#Hosea,8,6#6. Wohl, wer von Jisraël / und er ein Meister, hats gefertigt / doch Gott ists nicht; / in Feuersglut erstand das Kalb von Schomeron.
22269#Hosea,8,7#7. Ja / Wind säen sie / Sturm mähen sie; / Saat hat es nicht / Gras gibt nicht Gries; / und gäb es was / verschlingen es die Fremden. /
22270#Hosea,8,8#8. Verschlungen wird Jisraël; / nun sind sie bei den Völkern / wie Ding, das keiner will. /
22271#Hosea,8,9#9. Denn sie, hinauf nach Aschschur waren sie gezogen; / den wilden Esel / selbst sich sicher / umwirbt mit Liebelei Efraim. /
22272#Hosea,8,10#10. Ja, wie sie da geworben bei den Völkern / jetzt, da ich sie zusammenholte / begannen sie alsbald mit Gaben / für ,Könige' und ,Oberste'.
22273#Hosea,8,11#11. Efraim macht' noch mehr Altäre sich zur Sündenbuße? / Es hatte ja Altäre zur Entsündigung! /
22274#Hosea,8,12#12. Ich hatte ihm die Schafe meiner (Opfer)weisung vorgeschrieben / - die waren ihm wie fremd geachtet / die Opfer meiner Gaben. /
22275#Hosea,8,13#13. Sie schlachten Fleisch und essen; / der Ewige nimmt sie nicht auf in Huld. / Nun denkt er ihrer Schuld / und ahndet ihre Sünden. / Sie - laß sie nach Mizraim wiederkehren! /
22276#Hosea,8,14#14. Hat Jisraël vergessen seines Schöpfers / gebaut Paläste / gehäuft Jehuda feste Städte / so laß ich Feuer los an seine Städte / das frißt ihre Schlösser.
22277#Hosea,9,1#1. Freu, Jisraël, dich nicht / zu Jubel gleich den Völkern / - hast ja gebuhlt, hinweg von deinem Gott / hast Dirnenlohn geliebt - / ob allen Scheuern Korns! /
22278#Hosea,9,2#2. Die Scheuer und die Kelter / soll sie nicht nähren / der Most soll ihr versagen. /
22279#Hosea,9,3#3. Nicht bleiben sie im Land des Ewigen / Efraim, nach Mizraim kehrts zurück / Unreines ißts in Aschschur. /
22280#Hosea,9,4#4. Nicht sollen sie den Wein dem Ewgen gießen / und ihre Schlachtungen sind ihm nicht schmackhaft / wie Leichenmahl ist es bei ihnen; / alldie es essen, werden unrein; / denn für die Totenseele ist ihr Brot / nicht komm es in des Ewgen Haus. /
22281#Hosea,9,5#5. Was tut ihr dann zum Feiertag / zum Tag des Festes für den Ewigen!
22282#Hosea,9,6#6. Denn sieh: / Sie sind dahingegangen von der Mutterbrust / so wird Mizraim sie zusammenholen / Mof sie begraben / die Lust ihres Sehnens / die Nessel erben / in ihren Zelten Dornen. /
22283#Hosea,9,7#7. Gekommen sind der Ahndung Tage / gekommen sind die Tage der Vergeltung. Mag Jisraël es wissen: / Ein Narr war der Begeistete, / toll war der Mann des Geistes / ob deiner vielen Verschuldung / war viel die Falle. /
22284#Hosea,9,8#8. Ein Schauender bei meinem Gott, Efraim / Begeisteter / des Voglers Schlinge gleich war er auf allen seinen Wegen / als Falle in dem Hause seines Gottes. /
22285#Hosea,9,9#9. Sind tief verderbt / wie in den Tagen von ha-Gib'a; / gedenken wird er ihrer Schuld / wird ahnden ihre Sünden.
22286#Hosea,9,10#10. Wie Trauben in der Wüste hatt ich Jisraël gefunden / wie an der Feige reife Frucht / in ihrer ersten Zeit / ersehen ihre Väter; / da kamen sie nach Baal-Peor / und weihten sich der Boschet / da wurden Greuel wie ihr Liebstes. /
22287#Hosea,9,11#11. Efraim, wie ein Vogel / entflog da ihre Kinderpracht: / Von der Geburt an / vom Schwangern / von der Empfängnis. /
22288#Hosea,9,12#12. Ja, wenn sie ihre Kinder großgezogen / beraubt ich sie der Menschen; / ja, wehe ihnen / auch wenn bei ihnen ich ein (Götter)oberst wurde! /
22289#Hosea,9,13#13. Efraim, wie ein Bäumchen sah ichs / in der Oase eingepflanzt als Palmtrieb - / Efraim, zum Würger / wurden ausgebracht seine Söhne.
22290#Hosea,9,14#14. Gib ihnen, Ewiger! / Was ihnen geben? / Gib ihnen / todtragenden Schoß / schwundbringende Brüste! /
22291#Hosea,9,15#15. All ihre Bosheit im Gilgal! / Denn dort mußt ich sie hassen / ob ihres bösen Treibens. / Aus meinem Haus will ich sie jagen / will nimmermehr sie lieben / all ihre Führer - Aufrührer! /
22292#Hosea,9,16#16. Geschlagen ist Efraim / verdorrt ihre Wurzel / Frucht tragen sie nicht. / Und wenn sie selbst gebären / so töt ich ihres Leibs geliebte Kinder. /
22293#Hosea,9,17#17. Mein Gott verwirft sie / weil sie auf ihn nicht hörten / sie werden flüchtend wandern / bei den Völkern.
22294#Hosea,10,1#1. Ableert' den Weinstock Jisraël / schuf sich die Frucht; / gabs viel der Frucht / macht' er sich viel Altäre / stands gut mit seinem Land / so stellt' man gute Götzenmale. /
22295#Hosea,10,2#2. Geglättet war ihr Sinn / nun büßen sie's / er bricht den Nacken ihrer Altartiere / verheert ihre Standmale. /
22296#Hosea,10,3#3. Dann solln sie sprechen: / ,Wir brauchen keinen ,König'; / denn haben wir den Ewgen nicht gefürchtet / was kann der ,König' für uns tun?'
22297#Hosea,10,4#4. Sie redeten Beredung / zum Falschen schwörend / ein Bündnis schließend / daß Recht wie Giftkraut wuchre / an Feldes Furchen!
22298#Hosea,10,5#5. (Weh) ob der jungen Kühe / die in Bet-Awen wohnen / die Siedler Schomerons; / denn trauert drum sein Volk / - weil die Eunuchenpfaffen drob sich freuen - / ob seiner Kinderpracht / die von ihm fortgegangen.
22299#Hosea,10,6#6. Auch dies bringt man nach Aschschur / als ein Geschenk dem König Jareb; / Beschämung wird Efraim ernten / zuschanden wird an seinem Rate Jisraël.
22300#Hosea,10,7#7. Es schwindet Schomeron, sein König / wie Schaum auf Wassers Fläche. /
22301#Hosea,10,8#8. Da sind getilgt des Aberkultes Kammern / die Sünde Jisraëls / und Dorn und Distel wachsen / auf ihren Altären. / Sie sprechen zu den Bergen: / ,Bedeckt uns!' / Und zu den Höhen: / ,Fallt über uns!'
22302#Hosea,10,9#9. Seit jener Höhe Tagen / hast du gesündigt, Jisraël. / Dort standen sie, als könnte auf der Höhe / der Krieg an sie nicht kommen / an des Frevels Söhne.
22303#Hosea,10,10#10. Wie's mich gelüstete, schirrt' ich sie an; / zusammen taten sich um sie die Völker / - bei ihrem Anschirren - / zu ihren beiden Augenseiten. /
22304#Hosea,10,11#11. Da war Efraim eine eingezähmte Jungkuh / die liebt zu dreschen; / da fuhr ich über ihren feinen Nacken / ich jocht' es auf Efraim / es sollt' Jehuda pflügen / sollt' eggen Jaakob: /
22305#Hosea,10,12#12. ,Sät zu Gerechtigkeit / und mäht für Liebe. / Brecht euch den Neubruch / da Zeit, den Ewigen zu suchen / bis daß er kommt und Heil euch weist!' /
22306#Hosea,10,13#13. Ihr pflügtet Frevel / ihr mähtet ungerecht / ihr aßt der Lüge Frucht. / Hast ja vertrauet auf dein Bogenschießen / auf deiner Helden Menge; /
22307#Hosea,10,14#14. doch nun ersteht Getümmel unter deinen Völkern / und alle deine Vesten wirds verheeren / - gleich der Verheerung eines Hauses / beim Gottesheuschreck-1- - / am Tag des Kampfs: / Die Mutter bei den Kindern ward zerschmettert. / -1) -+Arbe-El-.++
22308#Hosea,10,15#15. So hat es Bet-El euch gewirkt / ob eurer schlimmen Schlechtigkeit. / Im Morgendämmern ist erstummt / erstummt der König Jisraëls.
22309#Hosea,11,1#1. Als Jisraël ein Kind war, liebt' ich es / und aus Mizraim rief ich meinen Sohn. /
22310#Hosea,11,2#2. Als jene sie riefen / da gingen sie recht vor ihnen her / sie schlachteten den Baalen / und räucherten den Bildern. /
22311#Hosea,11,3#3. Und ich, ich hatt' Efraim Wickelbande umgetan / ihn auf die Arme nehmend; / sie merktens nicht / weil ich sie locker hielt. /
22312#Hosea,11,4#4. Mit Menschleinbanden hielt ich sie / mit Liebesseilen / und war zu ihnen / wie die den Säugling an die Wangen heben / neigt' mich ihm zu, ihn nährend.
22313#Hosea,11,5#5. Es sollt nicht nach Mizraimland zurück / und Aschschur (nicht) sein König sein; /
22314#Hosea,11,6#6. da sie sich weigern umzukehren / so trifft das Schwert auf seine Städte / vertilgt und frißt seine Räte / aus ihrem Planen. /
22315#Hosea,11,7#7. Mein Volk, es neigt zur Abkehr von mir; / und zu der Höhe, dahin man es ruft / will es mitsammen nicht empor.
22316#Hosea,11,8#8. Wie gäbe ich dich hin, Efraim / gäb preis dich, Jisraël? / Wie gäb ich dich wie Adma / mach dich wie Zeboïm? / Es kehrt sich über mich mein Innres / voll brennt mein Mitleid. /
22317#Hosea,11,9#9. Ich mag nicht wirken meines Zornes Glut / nicht mehr verderben Efraim; / denn Gott bin ich, nicht Mensch / in deiner Mitte heilig / kann nicht im Schrecken kommen. /
22318#Hosea,11,10#10. Dem Ewgen ziehn sie nach / auf brüllt er wie der Löwe; / denn er, er brüllt / da eilen her die Söhne übers Meer. /
22319#Hosea,11,11#11. Sie eilen her wie Vögel aus Mizraim / und wie die Tauben aus dem Land Aschschur. / Ich siedle sie in ihre Häuser / ist des Ewigen Spruch.
22320#Hosea,12,1#1. Mit Lüge hat Efraim mich umringt / mit Trug Haus Jisraël und Jehuda: / ,Noch wandle ich mit Gott / und bin mit Heiligen bewährt.' /
22321#Hosea,12,2#2. Efraim hütet Wind und jagt dem Ost nach / häuft Lüge und Verderben alletag. / Und einen Bund mit Aschschur schließen sie / und nach Mizraim führt man Öl. /
22322#Hosea,12,3#3. Und Fehde mit Jehuda hat der Ewige / um heimzusuchen Jaakob nach dessen Wandel / nach seinen Handlungen vergilt ers ihm. /
22323#Hosea,12,4#4. Im Mutterleibe hemmt' er seinen Bruder / und in der Mannheit kämpfte er mit Göttlichen. /
22324#Hosea,12,5#5. Stritt mit dem Gottesboten und bezwang; / der weinte, flehte zu ihm. Bet-El erreichte ihn / dort redet' er mit uns:
22325#Hosea,12,6#6. - Der Ewge aber, Gott der Scharen / des Anruf ,Ewger', (hatt' uns gesagt:) /
22326#Hosea,12,7#7. ,Doch du, zu deinem Gott kehr heim / die Liebe wahre und das Recht / und harre deines Gottes immerzu!' -
22327#Hosea,12,8#8. ,Du Kenaanäer, in des Hand des Truges Wage / liebst abzupressen!'
22328#Hosea,12,9#9. Da sprach Efraim: ,Bin nur reich geworden, hab Gut erworben. In allem, was ich mir erworben / sollt ihr nicht finden Schuld / die Sünde wäre.'
22329#Hosea,12,10#10. Doch ich, der Ewige, dein Gott vom Land Mizraim / noch einmal laß ich dich in Zelten weilen / wie in den Tagen der Erscheinung /
22330#Hosea,12,11#11. und rede da zu den Begeisteten / und ich, ich gebe viel der Schau / durch die Begeisteten laß ichs erscheinen /
22331#Hosea,12,12#12. daß Gil'ad Aberkult / nur Trug gewesen / da sie im Gilgal Stiere schlachteten / auch die Altäre wie die Haufen / an Feldes Furchen.
22332#Hosea,12,13#13. Und Jaakob entfloh ins Feld Arams / und Jisraël ward um ein Weib zum Knecht / und um ein Weib zum Hüter. /
22333#Hosea,12,14#14. Dann führt durch einen Gottbegeisteten / der Ewge Jisraël her aus Mizraim / durch den Begeisteten ward es gehütet; /
22334#Hosea,12,15#15. Efraim, bitter kränkt' es ihn / frei gabs sein Blut an ihm / doch zahlt ihm wieder seinen Schimpf sein Herr.
22335#Hosea,13,1#1. Beim Wüstenzug schon sündigte Efraim / nahm (Schuld auf sich) in Jisraël / ward schuldig durch den Baal und starb. /
22336#Hosea,13,2#2. Dann sündigten sie noch mehr / und machten sich ein Gußbild / aus ihrem Silber, kunstvoll, Götzenbilder / ein Werk von Künstlern alles. / Von ihnen sagt man: / ,Die Menschen schlachten / und Kälber küssen!' /
22337#Hosea,13,3#3. Drum sein sie wie die Morgenwolke / und wie der Frühtau, der vergeht; / wie Spreu, die aus der Tenne stiebt / Rauch aus der Luke. /
22338#Hosea,13,4#4. Und ich, ich bin der Ewige, dein, dein Gott / vom Land Mizraim / und Gottheit außer mir erkennst du nicht. / Und ist kein Retter da als ich. /
22339#Hosea,13,5#5. Ich achtete auf dich in Wüste / im Land der Gluten. /
22340#Hosea,13,6#6. Wie sie geweidet, satt geworden / wie sie ersattet, hob sich hoch ihr Herz / darum vergaßen sie mich. /
22341#Hosea,13,7#7. So ward ich ihnen wie ein Löwe / ich laure wie ein Panther auf dem Weg. /
22342#Hosea,13,8#8. Begegn' ich ihnen, ist es wie der Bär / dem man die Jungen raubt / zerreiße ihres Herzens Schloß / freß sie dort wie ein Leu / des Feldes Tiere sollen sie zerreißen.
22343#Hosea,13,9#9. Weil ja dein Wüten, Jisraël / war wider mich, mich, deinen Beistand. /
22344#Hosea,13,10#10. Wo ist denn, weh, dein König / daß er dir helfe / in allen deinen Städten? / Und deine Richter / da du doch gesagt: / ,Gib König mir und Obre!' /
22345#Hosea,13,11#11. Gab ich dir einen König / in meinem Zorn / werd ich ihn nehmen / in meinem Grimm.
22346#Hosea,13,12#12. Umbunden ist die Missetat Efraims / verwahrt seine Sünde. /
22347#Hosea,13,13#13. Die Wehen der Gebärerin / sie kommen an ihn; / er ist ein Kind, das ungeschickt / drum hielt er jetzt nicht stand / beim Durchbruch der Kinder. /
22348#Hosea,13,14#14. Ich sie erkaufen aus Scheols Gewalt? / Vom Tod sie lösen? / Weh, deine Seuchen, Tod! / Weh, deine Pest, Scheol! / Mitfühlen sei verborgen meinen Augen! /
22349#Hosea,13,15#15. Denn mag er zwischen Flußgras fruchten / da kommt ein Ost, ein Sturm des Ewigen / steigt von der Wüste her / und es verdorrt sein Naß / und trocknet aus sein Quell / er rafft den Schatz / aller köstlichen Dinge.
22350#Hosea,14,1#1. Verdammt ist Schomeron / weils seinem Gott getrotzt. / Sie fallen durch das Schwert / zerschmettert werden ihre Kindlein / und seine Schwangern aufgeschlitzt.
22351#Hosea,14,2#2. Kehr um zum Ewgen, Jisraël, zu deinem Gott / denn niederbrachst du über deine Sünde. /
22352#Hosea,14,3#3. Nehmt Rede mit euch / und kehret um zum Ewigen / und sprecht zu ihm: / ,Der alles du vergibst, die Schuld / so nimm das Gute / laß uns bezahlen unsrer Lippen Auftun-1-! / -1) -+parim-.++
22353#Hosea,14,4#4. Nicht kann uns Aschschur helfen / auf Rossen wollen wir nicht reiten / nicht unsern Gott mehr nennen / das Werk unsrer Hände / wo doch in dir die Waise Liebe findet.' /
22354#Hosea,14,5#5. Will heilen ihre Abkehr / sie edelmütig lieben / weil sich mein Zorn von ihm gewendet. /
22355#Hosea,14,6#6. Sein will ich wie der Tau für Jisraël / es blühe wie die Blume / und schlage seine Wurzeln gleich dem Libanon. /
22356#Hosea,14,7#7. Hinziehn sich seine Reiser / daß seine Mächtigkeit dem Ölbaum gleicht / es duftet wie der Libanon. /
22357#Hosea,14,8#8. Es kehren wieder, die geweilt in seinem Schatten / beleben das Getreide / sie blühen wie der Weinstock / sein Ruhm ist wie des Weins vom Libanon. /
22358#Hosea,14,9#9. Efraim (spricht): / ,Was soll ich mit den Götzen noch?' / Ich, ich erhöre und ich schau es / ich, so wie die Zypresse, dichtbelaubt; / von mir wird deine Frucht erbracht.
22359#Hosea,14,10#10. Wer wär doch klug / und säh dies ein; / verständig, daß er es erkenne! / Denn grade sind des Ewgen Wege / die Rechtlichen, sie wandeln drauf / die Missetäter aber stürzen drauf.»

21806#Daniel,1,1#1. IM dritten Jahr der Regierung Jehojakims, des Königs von Jehuda, kam Nebuchadnezzar, der König von Babel, nach Jeruschalaim und belagerte es.
21807#Daniel,1,2#2. Da gab der Herr in seine Hand Jehojakim, den König von Jehuda, und einen Teil der Geräte des Gotteshauses; und er brachte sie nach dem Land Schin'ar, ins Haus seines Gottes, und er brachte die Geräte in das Schatzhaus seines Gottes.
21808#Daniel,1,3#3. Und der König befahl Aschpenas, dem Obersten seiner Höflinge, von den Kindern Jisraël und dem Königsgeschlecht und den Vornehmen
21809#Daniel,1,4#4. Knaben herbeizubringen, an denen kein Gebrechen war, schön von Aussehn und begabt in aller Kunst, klug an Verstand und kundig im Wissen, und die Kraft besaßen, im Palast des Königs anzutreten, und sie Schrift und Sprache des Kasdäer zu lehren.
21810#Daniel,1,5#5. Und der König bestimmte ihnen des Tages Satz für seinen Tag von der Kost des Königs und von dem Wein, den er trank, und (hieß sie) drei Jahre erziehen, nach deren Verlauf sie vor dem König antreten sollten.
21811#Daniel,1,6#6. Da war unter ihnen von den Söhnen Jehudas: Danijel, Hananja, Mischaël und Asarja.
21812#Daniel,1,7#7. Und der Oberste der Höflinge legte ihnen Namen bei und nannte Danijel: Belteschazzar, Hananja: Schadrach, Mischaël: Meschach und Asarja: Abed-Nego.
21813#Daniel,1,8#8. Danijel aber ließ es sich am Herzen sein, sich nicht durch die Kost des Königs und den Wein, den dieser trank, zu verunreinigen, und erbat sich von dem Obersten der Höflinge, daß er sich nicht zu verunreinigen brauche.
21814#Daniel,1,9#9. Da gab Gott Danijel Liebe und Erbarmen bei dem Obersten der Höflinge.
21815#Daniel,1,10#10. Und der Oberste der Höflinge sprach zu Danijel: «Ich fürchte meinen Herrn, den König, der eure Speise und euren Trank bestimmt hat; warum sollte er euch verhärmter aussehend finden als die anderen Knaben eures Alters? Ihr hättet dann mein Haupt dem König verwirkt.»
21816#Daniel,1,11#11. Da sprach Danijel zu dem Aufseher, den der Oberste der Höflinge über Danijel, Hananja, Mischaël und Asarja bestellt hatte:
21817#Daniel,1,12#12. «Versuch es doch zehn Tage mit deinen Knechten - da soll man uns von den Gemüsen zu essen und Wasser zu trinken geben.
21818#Daniel,1,13#13. Dann möge unser Aussehn und das Aussehn der Knaben, die des Königs Kost essen, von dir besichtigt werden, und so wie du es findest, tu du mit deinen Knechten.»
21819#Daniel,1,14#14. Da hörte er darin auf sie und versuchte es mit ihnen zehn Tage.
21820#Daniel,1,15#15. Und nach Verlauf von zehn Tagen wurde ihr Aussehn besser und wohlgenährter gefunden als das aller Knaben, die des Königs Kost aßen.
21821#Daniel,1,16#16. Da nahm der Aufseher ihre Kost und den Wein, den sie trinken sollten, fort und gab ihnen Gemüse.
21822#Daniel,1,17#17. Und diese Knaben, allen vieren gab ihnen Gott Wissen und Verständnis für jede Schrift und Wissenschaft, und Danijel hatte Einsicht in allerlei Gesicht und Träume.
21823#Daniel,1,18#18. Und nach Verlauf der Zeit, nach der der König sie kommen zu lassen befohlen hatte, brachte sie der Oberste der Höflinge vor Nebuchadnezzar.
21824#Daniel,1,19#19. Und der König redete mit ihnen, und es fand sich unter allen keiner wie Danijel, Hananja, Mischaël und Asarja, und sie traten an vor dem König.
21825#Daniel,1,20#20. Bei jeder Sache der Wissenschaft und Einsicht, nach der der König sie befragte, fand er sie zehnfach allen Schriftkundigen, den Beschwörern, in seinem ganzen Reich überlegen.
21826#Daniel,1,21#21. Und Danijel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Koresch.
21827#Daniel,2,1#1. Und im zweiten Jahr der Regierung Nebuchadnezzars hatte Nebuchadnezzar Träume, und sein Geist beunruhigte sich, und es war um seinen Schlaf geschehen.
21828#Daniel,2,2#2. Da befahl der König, die Schriftkundigen, Beschwörer, Zauberer und Kasdäer zu rufen, um dem König seine Träume anzusagen, und sie kamen und traten vor den König.
21829#Daniel,2,3#3. Da sprach der König zu ihnen: «Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ward unruhig, den Traum zu verstehen.»
21830#Daniel,2,4#4. Da redeten die Kasdäer zum König; auf aramäisch: «O König, mögst du ewig leben! Sage deinen Knechten den Traum, und wir wollen die Deutung künden.»
21831#Daniel,2,5#5. Es antwortete der König und sprach zu den Kasdäern: «Die Sache ist von mir entschieden: So ihr mir den Traum und seine Deutung nicht kundtut, sollt ihr in Stücke gehauen und eure Häuser zu Schutthaufen gemacht werden.
21832#Daniel,2,6#6. So ihr aber den Traum und seine Deutung kündet, sollt ihr Gaben, Geschenke und große Ehre von mir erhalten. Nur tut den Traum und seine Deutung mir kund!»
21833#Daniel,2,7#7. Da antworteten sie zum zweiten Mal und sprachen: «Der König sage den Traum seinen Knechten, und wir wollen die Deutung künden.»
21834#Daniel,2,8#8. Es antwortete der König und sprach: «Ich weiß gewiß, daß ihr nur Zeit gewinnen wollt, alldieweil ihr seht, daß die Sache bei mir entschieden ist,
21835#Daniel,2,9#9. daß, so ihr den Traum mir nicht kundtut, ein Urteil über euch steht; ihr aber habt euch verabredet, Lug und Trug vor mir zu reden, bis daß die Zeit sich ändert. Sondern sagt mir den Traum, dann werde ich erkennen, daß ihr mir seine Deutung künden werdet.
21836#Daniel,2,10#10. Da antworteten die Kasdäer vor dem König und sprachen: «Es gibt keinen Menschen auf dem Festland, der die Sache des Königs künden könnte, alldieweil kein König, (ob auch) groß und mächtig, dergleichen von irgendeinem Schriftkundigen, Beschwörer oder Kasdäer verlangt hat.
21837#Daniel,2,11#11. Und die Sache, die der König verlangt, ist zu schwer, und es gibt niemand sonst, der sie vor dem König künden könnte, außer Göttern, die ihren Wohnsitz bei Sterblichen nicht haben.»
21838#Daniel,2,12#12. Darob wurde der König sehr erbost und zornig und befahl, alle Weisen Babels umzubringen.
21839#Daniel,2,13#13. Und der Befehl ging aus, und die Weisen wurden getötet; und Danijel und seine Gefährten sollten getötet werden.
21840#Daniel,2,14#14. Hierauf erwiderte Danijel in Klugheit und Einsicht Arjoch, dem Obersten der königlichen Leibwächter, der ausgegangen war, die Weisen Babels zu töten.
21841#Daniel,2,15#15. Er hob an und sprach zu Arjoch, dem königlichen Befehlshaber: «Warum ist der Befehl vom König so streng?» Darauf teilte Arjoch Danijel die Sache mit;
21842#Daniel,2,16#16. und Danijel ging hinein und bat den König, daß er ihm eine Frist gewähre, damit er dem König die Deutung künde.
21843#Daniel,2,17#17. Dann ging Danijel nach seinem Haus und teilte seinen Gefährten Hananja, Mischaël und Asarja die Sache mit,
21844#Daniel,2,18#18. auf daß sie vom Gott des Himmels wegen dieses Geheimnisses Erbarmen erflehten, damit Danijel und seine Gefährten nicht mit den übrigen Weisen Babels umgebracht würden.
21845#Daniel,2,19#19. Da wurde Danijel im Gesicht der Nacht das Geheimnis enthüllt. Darauf pries Danijel den Gott des Himmels.
21846#Daniel,2,20#20. Es hob Danijel an und sprach: «Es sei der Name Gottes gepriesen  / von Ewigkeit zu Ewigkeit. /
21847#Daniel,2,21#21. Denn sein sind Weisheit und Kraft / er ändert Zeiten und Stunden / setzt Könige ab und setzt Könige ein / gibt Weisheit den Weisen / und Einsichtsvollen Erkenntnis. /
21848#Daniel,2,22#22. Er offenbart das Tiefe und Verborgne / weiß, was im Finstern ist / und das Licht wohnt bei ihm. /
21849#Daniel,2,23#23. Dir, Gott meiner Väter, huldige / dich preise ich / daß Weisheit und Kraft du mir gegeben / und jetzt mir kundgetan / was wir von dir erfleht / des Königs Sache uns kundgetan.»
21850#Daniel,2,24#24. Allsogleich ging Danijel hinein zu Arjoch, den der König beauftragt hatte, die Weisen Babels umzubringen. Er ging, und so sprach er zu ihm: «Die Weisen Babels bringe nicht um! Führe mich hinein vor den König, ich will dem König die Deutung künden.»
21851#Daniel,2,25#25. Darauf führte Arjoch Danijel eilends vor den König hinein, und so sprach er zu ihm: «Da habe ich einen Mann gefunden unter den Söhnen der Deportierten Jehudas, der dem König die Deutung kundtun will.»
21852#Daniel,2,26#26. Es antwortete der König und sprach zu Danijel, dessen Name Belteschazzar war: «Bist du imstande, mir den Traum, den ich geschaut habe, und seine Deutung kundzutun?»
21853#Daniel,2,27#27. Es antwortete Danijel vor dem König und sprach: «Das Geheimnis, nach dem der König fragt - nicht Weise, Beschwörer, Schriftkundige und Entscheider können es dem König künden.
21854#Daniel,2,28#28. Jedoch gibt es einen Gott im Himmel, der Geheimnisse enthüllt; er hat dem König Nebuchadnezzar kundgetan, was geschehen wird in späten Tagen. Dein Traum und die Gesichte deines Hauptes auf deinem Lager waren diese:
21855#Daniel,2,29#29. Dir, o König, stiegen auf deinem Lager deine Gedanken auf (darüber), was dereinst sein wird, und der die Geheimnisse enthüllt, hat dir kundgetan, was sein wird.
21856#Daniel,2,30#30. Ich aber - nicht durch Weisheit, die mir innewohnt mehr als allen Lebenden, ist mir dies Geheimnis enthüllt worden, sondern zu dem Zweck, daß man die Deutung dem König kundtue, und du die Gedanken deines Herzens verstehst.
21857#Daniel,2,31#31. Du, König, hast geschaut, und sieh, ein gewaltiges Standbild - dies Standbild groß und sein Glanz außerordentlich - stand vor dir, und sein Anblick war schrecklich.
21858#Daniel,2,32#32. Jenes Standbild, sein Haupt war aus trefflichem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz,
21859#Daniel,2,33#33. seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen, teils aus Ton.
21860#Daniel,2,34#34. Du schautest, bis ein Stein losgehauen ward, nicht durch Hände, und das Standbild auf seine eisernen und tönernen Füße traf und sie zermalmte.
21861#Daniel,2,35#35. Da waren zermalmt miteins Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold und wurden wie Spreu der Tennen im Sommer, und es trug sie der Wind hinweg, daß keine Spur von ihnen mehr gefunden ward. Aber der Stein, der das Standbild zermalmt hatte, wurde zu einem großen Berg und füllte die ganze Erde.
21862#Daniel,2,36#36. Dies ist der Traum, und seine Deutung wollen wir nun vor dem König ansagen:
21863#Daniel,2,37#37. Du, o König, König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre verliehen hat,
21864#Daniel,2,38#38. und überall, wo Menschen wohnen, Getier des Feldes und Vogelvolk des Himmels, sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht hat, du bist das Haupt von Gold.
21865#Daniel,2,39#39. Nach dir aber wird ein anderes Reich erstehen, niedriger als deines, und ein anderes, drittes Reich, von Erz, das herrschen wird über die ganze Erde.
21866#Daniel,2,40#40. Und ein viertes Reich wird sein, stark wie Eisen, alldieweil das Eisen alles zertrümmert und zerschlägt, und wie Eisen, das zerschmettert, wird es alle diese zertrümmern und zerschmettern.
21867#Daniel,2,41#41. Und daß du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen sahst, (bedeutet): Es wird ein gespaltenes Reich sein, auch von der Festigkeit des Eisens wird ihm innewohnen, alldieweil du Eisen mit lehmigem Ton vermischt sahst.
21868#Daniel,2,42#42. Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen, teils aus Ton (bedeuten): Zum Teil wird das Reich stark sein und zum Teil gebrechlich.
21869#Daniel,2,43#43. Daß du das Eisen mit lehmigem Ton gemischt sahst, (bedeutet): Sie werden mit dem Menschensamen vermischt sein, aber eins wird am andern nicht haften, so wie Eisen sich nicht mit Ton vermischt.
21870#Daniel,2,44#44. In den Tagen jener Könige aber wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das in Ewigkeit nicht zerstört wird, und das Königtum wird keinem andern Volk überlassen; zertrümmern und vernichten wird es alle jene Reiche, selbst aber in Ewigkeit bestehen,
21871#Daniel,2,45#45. alldieweil du es gesehen hast, daß vom Berg ein Stein losgehauen ward, nicht durch Hände, und Eisen, Erz, Ton, Silber und Gold zermalmte. Ein großer Gott hat dem König kundgetan, was hernach geschehen wird, und gewiß ist der Traum und wahrhaft seine Deutung.»
21872#Daniel,2,46#46. Darauf fiel der König Nebuchadnezzar auf sein Angesicht und warf sich vor Danijel nieder und befahl, ihm Opfer und Wohlgerüche zu spenden.
21873#Daniel,2,47#47. Und der König hob an zu Danijel und sprach: «Es ist Wahrheit, daß euer Gott der Gott der Götter und der Herr der Könige und Offenbarer der Geheimnisse ist, da du dies Geheimnis offenbaren konntest.»
21874#Daniel,2,48#48. Darauf erhöhte der König Danijel, gab ihm zahlreiche große Geschenke und machte ihn zum Herrscher über die ganze Landschaft Babel und zum Obervorsteher über alle Weisen Babels.
21875#Daniel,2,49#49. Und Danijel erbat vom König, daß er über die Verwaltung der Provinz Babel Schadrach, Meschach und Abed-Nego bestellte. Danijel aber blieb im Tor des Königs.
21876#Daniel,3,1#1. Der König Nebuchadnezzar machte ein Standbild von Gold, sechzig Ellen hoch, sechs Ellen breit, und richtete es in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf.
21877#Daniel,3,2#2. Und der König Nebuchadnezzar sandte aus, um die Satrapen, Oberbeamten und Statthalter, die Oberrichter, Schatzmeister, Rechtskundigen, Richter und alle anderen Beamten der Provinzen zu versammeln, damit sie zur Einweihung des Standbildes kämen, das der König Nebuchadnezzar aufgerichtet hatte.
21878#Daniel,3,3#3. Darauf versammelten sich die Satrapen, Oberbeamten, Statthalter, die Oberrichter, Schatzmeister, Rechtskundigen, Richter und alle anderen Beamten der Provinzen zur Einweihung des Standbildes, das der König Nebuchadnezzar aufgerichtet hatte, und stellten sich vor dem Bild auf, das Nebuchadnezzar aufgerichtet hatte.
21879#Daniel,3,4#4. Und der Herold rief mit Macht: «An euch, ihr Völker, Nationen und Zungen:
21880#Daniel,3,5#5. In der Zeit, da ihr den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Psalterion, Sackpfeife und aller Arten Musik hört, sollt ihr niederfallen und euch zuboden werfen vor dem goldenen Standbild, das der König Nebuchadnezzar aufgerichtet hat.
21881#Daniel,3,6#6. Wer aber nicht niederfällt und sich zuboden wirft, der soll zu selbiger Stunde in den Ofen mit dem brennenden Feuer geworfen werden.»
21882#Daniel,3,7#7. Alldanach fielen sofort, als alle Völker den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Psalterion und aller Arten von Musik hörten, alle Völker, Nationen und Zungen nieder und warfen sich zuboden vor dem goldenen Standbild, das der König Nebuchadnezzar aufgerichtet hatte.
21883#Daniel,3,8#8. Alldanach traten sofort kasdäische Männer herzu und verleumdeten die Jehudäer.
21884#Daniel,3,9#9. Sie hoben an und sprachen zum König Nebuchadnezzar: «O König, mögest du ewig leben!
21885#Daniel,3,10#10. Du, o König, hast Befehl gegeben, daß jeder Mann, der den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Psalterion, Sackpfeife und aller Arten Musik hört, niederfalle und sich hinwerfe vor dem goldenen Standbild,
21886#Daniel,3,11#11. daß aber, wer nicht niederfiele und sich hinwürfe, in den Ofen mit dem brennenden Feuer geworfen werden sollte.
21887#Daniel,3,12#12. Es sind nun jehudäische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Männer haben sich um dich, o König, nicht gekümmert, deinem Gott dienen sie nicht, und vor dem goldenen Bild, das du errichtet hast, werfen sie sich nicht nieder.»
21888#Daniel,3,13#13. Darauf befahl Nebuchadnezzar in Zorn und Grimm, Schadrach, Meschach und Abed-Nego vorzuführen. Da wurden diese Männer vor den König gebracht.
21889#Daniel,3,14#14. Da hob Nebuchadnezzar an und sprach zu ihnen: «Ist das wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, daß ihr meinem Gott nicht dient und dem goldenen Standbild, das ich aufgerichtet habe, euch nicht hinwerft?
21890#Daniel,3,15#15. Nun denn, so ihr bereit seid, im Augenblick, wo ihr den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Psalterion, Sackpfeife und aller Arten Musik hört, niederzufallen und euch hinzuwerfen vor dem Standbild, das ich gemacht habe, (ist es gut). So ihr aber euch nicht niederwerft, sollt ihr in selbiger Stunde in den Ofen mit dem brennenden Feuer geworfen werden; und wer ist der Gott, der euch aus meinen Händen errettete?»
21891#Daniel,3,16#16. Da antworteten Schadrach, Meschach und Abed-Nego und sprachen zum König: «O Nebuchadnezzar, wir haben es nicht nötig, dir darauf ein Wort zu erwidern.
21892#Daniel,3,17#17. Wenn unser Gott, den wir anbeten, imstande ist, uns aus dem Ofen mit dem brennenden Feuer zu retten, so wird er aus deiner Hand, o König, retten.
21893#Daniel,3,18#18. Wenn aber nicht, so sei dir, o König, kundgetan, daß wir deinem Gott nicht dienen und dem goldenen Bild, das du errichtet hast, uns nicht hinwerfen werden.»
21894#Daniel,3,19#19. Da ward Nebuchadnezzar voll Grimm, und die Bildung seines Gesichtes entstellte sich wegen Schadrach, Meschach und AbedNego. Und er hob an und befahl, den Ofen siebenmal darüber zu heizen, als ihn zu heizen angemessen war.
21895#Daniel,3,20#20. Und Männern, starken Männern in seinem Heer, befahl er, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu fesseln, um sie in den Ofen mit dem brennenden Feuer zu werfen.
21896#Daniel,3,21#21. Da wurden diese Männer in ihren Mänteln, Röcken, Hüten und (sonstigen) Kleidern gefesselt und in den Ofen mit dem brennenden Feuer geworfen.
21897#Daniel,3,22#22. Infolge davon, daß der Befehl des Königs so streng und der Ofen übermäßig geheizt war, tötete die Flamme des Feuers jene Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinaufgebracht hatten.
21898#Daniel,3,23#23. Diese drei Männer aber, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen gefesselt in den Ofen mit dem brennenden Feuer.
21899#Daniel,3,24#24. Darauf erstaunte der König Nebuchadnezzar, stand in Eile auf und hob an und sprach zu seinen Räten: «Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen?» Da antworteten sie und sprachen zum König: «Gewiß, o König.»
21900#Daniel,3,25#25. Da hob er an und sprach: «Da sehe ich vier Männer frei umhergehn im Ofen, und kein Schaden ist an ihnen, und das Aussehn des vierten gleicht dem eines Gotteswesens.»
21901#Daniel,3,26#26. Da trat Nebuchadnezzar an die Öffnung des Ofens mit dem brennenden Feuer heran, hob an und sprach: «Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, tretet heraus und kommt!» Da traten Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.
21902#Daniel,3,27#27. Und es versammelten sich die Satrapen, Oberbeamten, Statthalter und Räte des Königs und sahen jene Männer, über deren Leiber das Feuer keine Gewalt gehabt hatte, deren Haupthaar nicht versengt, deren Mäntel nicht versehrt waren, und an die kein Brandgeruch gekommen war.
21903#Daniel,3,28#28. Da hob Nebuchadnezzar an und sprach: «Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Boten gesandt und seine Diener errettet hat, die auf ihn vertraut, das Gebot des Königs übertraten und ihre Leiber hingegeben haben, um nicht zu dienen und sich hinzuwerfen vor irgendeinem Gott außer ihrem Gott.
21904#Daniel,3,29#29. Und von mir wird Befehl erlassen, daß (von) jeglichem Volk, Nation oder Zunge, wer über den Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos etwas Ungebührliches sagt, in Stücke gehauen und sein Haus zum Schutthaufen gemacht werden soll, alldieweil es keinen andern Gott gibt, der so zu retten vermöchte.»
21905#Daniel,3,30#30. Darauf förderte der König Schadrach, Meschach und Abed-Nego in der Landschaft Babel.
21906#Daniel,3,31#31. «Der König Nebuchadnezzar an alle Völker, Nationen und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede sei groß.
21907#Daniel,3,32#32. Die Zeichen und Wunder, die an mir der höchste Gott getan, gefällt es mir zu verkünden.
21908#Daniel,3,33#33. Seine Zeichen - wie viele! Seine Wunder - wie gewaltig! Sein Reich ist ein ewig Reich und seine Herrschaft für und für.
21909#Daniel,4,1#1. Ich, Nebuchadnezzar, war sorglos in meinem Haus und blühend in meinem Palast.
21910#Daniel,4,2#2. Da schaute ich einen Traum, der erschreckte mich, und Vorstellungen auf meinem Lager und Gesichte meines Hauptes machten mich bestürzt.
21911#Daniel,4,3#3. Und von mir erging Befehl, alle Weisen Babels vor mich zu bringen, daß sie mir des Traumes Deutung kündeten.
21912#Daniel,4,4#4. Darauf kamen die Schriftkundigen, Beschwörer, Kasdäer und Entscheider, und ich trug ihnen den Traum vor, aber sie konnten mir seine Deutung nicht künden.
21913#Daniel,4,5#5. Zuletzt aber erschien vor mir Danijel, der nach dem Namen meines Gottes Belteschazzar heißt und in dem der Geist heiliger Götter ist, und ich trug ihm den Traum vor:
21914#Daniel,4,6#6. ,Belteschazzar, du Oberster der Schriftkundigen, in dem, wie ich weiß, der Geist heiliger Götter ist und dem kein Geheimnis zu schwierig ist, (vernimm) die Traumgesichte, die ich geschaut, und sage ihre Deutung an.
21915#Daniel,4,7#7. Aber die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager: Ich schaute: Und sieh, ein Baum stand mitten auf der Erde / und seine Höhe war groß. /
21916#Daniel,4,8#8. Der Baum wuchs und wurde gewaltig / und seine Höhe reichte an den Himmel / und er war zu sehen bis ans Ende der ganzen Erde. /
21917#Daniel,4,9#9. Sein Laub war schön, und seine Frucht reich / und Nahrung für alle war an ihm. / Unter ihm schatteten sich des Feldes Tiere / und in seinen Zweigen wohnten die Vögel des Himmels / und von ihm nährte sich alles Fleisch.
21918#Daniel,4,10#10. Ich schaute in den Gesichten meines Hauptes auf meinem Lager, und sieh, ein Gottesbote und Heiliger stieg vom Himmel herab.
21919#Daniel,4,11#11. Er rief mit Macht, und so sprach er: Haut um den Baum und schlagt ab seine Äste / streift ihm sein Laub ab und verstreut seine Frucht! / Es fliehe das Wild unter ihm weg / und die Vögel aus seinen Zweigen. /
21920#Daniel,4,12#12. Doch seiner Wurzeln Stock laßt in der Erde / in einer Fessel von Eisen und Erz. Im Grün des Feldes / soll er sich netzen an des Himmels Tau / und mit den Tieren sei sein Teil am Gras der Erde. /
21921#Daniel,4,13#13. Sein Herz soll anders man als das von Menschen machen / und eines Tieres Herz sei ihm gegeben / und sieben Zeiten solln an ihm dahingehn.
21922#Daniel,4,14#14. Auf den Beschluß der Gottesboten der Befehl / ein Spruch der Heilgen ist die Sache / auf daß die Lebenden erkennen / daß er, der Höchste, ob der Menschen Reich gebietet / und wem er will, es geben / den niedrigsten der Menschen drüber setzen kann.
21923#Daniel,4,15#15. Dies ist der Traum, den ich, der König Nebuchadnezzar, geschaut habe, und du, Belteschazzar, sage seine Deutung, alldieweil alle Weisen meines Reiches mir die Deutung nicht zu künden vermögen; du aber vermagst es, denn der Geist heiliger Götter ist in dir.»
21924#Daniel,4,16#16. Darauf blieb Danijel, dessen Name Belteschazzar war, eine Weile starr, und seine Gedanken machten ihn bestürzt. Da hob der König an und sprach: «Belteschazzar, der Traum und seine Deutung sollen dich nicht erschrecken.» Da antwortete Belteschazzar und sprach: «O Herr! Den Traum deinen Hassern und seine Deutung deinen Feinden!
21925#Daniel,4,17#17. Der Baum, den du geschaut hast, der wuchs und gewaltig wurde, dessen Höhe bis zum Himmel reichte und der über die ganze Erde zu sehen war,
21926#Daniel,4,18#18. dessen Laub schön und dessen Frucht reich war, und an dem sich Nahrung für alle fand, unter dem das Wild des Feldes weilte und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten -
21927#Daniel,4,19#19. der bist du, o König, der du groß und mächtig bist, dessen Größe wuchs und bis an den Himmel gelangte, und dessen Herrschaft bis zum Ende der Erde geht.
21928#Daniel,4,20#20. Daß aber der König einen Gottesboten und Heiligen schaute, der vom Himmel herabstieg und befahl: ,Haut um den Baum und verderbt ihn, jedoch seiner Wurzeln Stock laßt in der Erde in einer Fessel von Eisen und Erz; im Grün der Felder soll er sich netzen an des Himmels Tau, und mit dem Wild des Feldes sei sein Teil, bis sieben Zeiten an ihm dahingehn' -
21929#Daniel,4,21#21. so ist dies die Deutung, o König, und der Beschluß des Höchsten ists, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist:
21930#Daniel,4,22#22. Dich wird man ausstoßen von den Menschen, und bei dem Wild des Feldes wird deine Hausung sein; und Gras wie den Rindern wird man dir zur Kost geben, und von des Himmels Tau wird man dich netzen, und sieben Zeiten werden an dir hingehn, bis daß du erkennst, daß der Höchste gebietet über der Menschen Reich, und wem er will, es gibt.
21931#Daniel,4,23#23. Daß man aber befahl, den Wurzelstock des Baumes zu belassen, (bedeutet): Dein Reich bleibt dir erhalten, sobald du erkennst, daß der Himmel gebietet.
21932#Daniel,4,24#24. Darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen: Löse deine Sünden durch Wohltun und deine Missetaten durch Mildtätigkeit gegen die Armen, ob deinem Glück vielleicht Dauer zuteil wird.»
21933#Daniel,4,25#25. Das alles traf ein an dem König Nebuchadnezzar.
21934#Daniel,4,26#26. Nach Verlauf von zwölf Monaten, als er auf seinem königlichen Palast zu Babel sich erging,
21935#Daniel,4,27#27. hob der König an und sprach: «Ist das nicht das große Babel, das ich in der Macht meines Reichtums und zur Ehre meines Glanzes als königliche Residenz erbaut habe?»
21936#Daniel,4,28#28. Noch war das Wort im Mund des Königs, da fiel eine Stimme vom Himmel: «Dir, o König Nebuchadnezzar, sagt man an: Die Herrschaft ist von dir gewichen.
21937#Daniel,4,29#29. Und von den Menschen stößt man dich aus, und bei dem Wild des Feldes sei deine Hausung, Gras wie den Rindern gibt man dir zur Kost, und sieben Zeiten werden an dir hingehn, bis du erkennst, daß der Höchste gebietet über der Menschen Reich, und wem er will, es gibt.»
21938#Daniel,4,30#30. In selbiger Stunde, da das Wort an Nebuchadnezzar zuende war, ward er von den Menschen ausgestoßen und aß Gras wie die Rinder, vom Tau des Himmels netzte sich sein Leib, bis sein Haar gewachsen war wie (das Gefieder) der Adler und seine Nägel wie (die Krallen) der Vögel.
21939#Daniel,4,31#31. «Nach Verlauf der Tage aber hob ich, Nebuchadnezzar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder, und ich dankte dem Höchsten und lobte und pries den ewig Lebenden: Des Macht ist ewge Macht / und dessen Reich bestehet für und für. /
21940#Daniel,4,32#32. Und alle Erdenwohner sind gleich nichts geachtet / und wie er will, verfährt er / mit Himmelsheer und Erdenwohnern. / Und keiner ist, der in den Arm ihm fiele / und zu ihm sagte: Was tust du?
21941#Daniel,4,33#33. Zu selbiger Zeit kam mein Verstand mir wieder, und zum Ruhm meines Königtums kam mir meine Majestät und mein Glanz wieder, und meine Räte und Großen suchten mich auf, ich wurde wieder in mein Königtum gesetzt, und noch größere Macht wurde mir gegeben.
21942#Daniel,4,34#34. Jetzt sage ich, Nebuchadnezzar, Lob und Ruhm und Preis dem König des Himmels: Des Taten alle wahr sind / und seine Wege recht / und die in Hochmut wandeln / kann er niederzwingen.»
21943#Daniel,5,1#1. Der König Belschazzar veranstaltete ein großes Mahl für seine tausend Großen und trank angesichts der Tausend Wein.
21944#Daniel,5,2#2. In der Weinlaune befahl Belschazzar, die goldenen und silbernen Gefäße, die sein Vater Nebuchadnezzar aus dem Tempel zu Jeruschalaim genommen hatte, herbeizubringen, damit der König und seine Großen, seine Kebsen und Hofmägde daraus tränken.
21945#Daniel,5,3#3. Da brachten sie die goldenen Gefäße, die man aus dem Tempel des Gotteshauses in Jeruschalaim weggenommen hatte, und es tranken daraus der König und seine Großen, seine Kebsen und Hofmägde.
21946#Daniel,5,4#4. Sie tranken Wein und priesen die Götter von Gold, Silber, Erz, Eisen, Holz und Stein.
21947#Daniel,5,5#5. In selbiger Stunde kamen Finger einer Menschenhand hervor und schrieben gegenüber dem Leuchter auf dem Kalk der Wand des königlichen Palastes.
21948#Daniel,5,6#6. Und der König sah das Ende einer Hand, die da schrieb. Da wechselte des Königs Farbe, und seine Gedanken machten ihn bestürzt, seine Hüftgelenke lösten sich, und seine Knie schlugen aneinander.
21949#Daniel,5,7#7. Der König rief laut, man solle die Beschwörer, Kasdäer und Entscheider hereinbringen. Es hob der König an und sprach zu den Weisen Babels: «Welcher Mensch immer diese Schrift lesen und ihre Deutung mir künden kann, der soll sich in Purpur kleiden, mit der goldenen Kette um seinen Hals, und als Dritter im Reich herrschen.»
21950#Daniel,5,8#8. Da traten alle Weisen des Königs ein, aber sie waren nicht imstande, die Schrift zu lesen und die Deutung dem König kundzutun.
21951#Daniel,5,9#9. Da war der König Belschazzar sehr bestürzt, seine Farbe wechselte, und seine Großen wurden verwirrt.
21952#Daniel,5,10#10. Die Königin begab sich infolge der Reden des Königs und seiner Großen nach dem Haus des Mahles. Die Königin hob an und sprach: «O König, mögest du ewig leben! Deine Gedanken sollen dich nicht erschrecken und deine Farbe nicht wechseln.
21953#Daniel,5,11#11. Es gibt einen Mann in deinem Reich, in dem der Geist heiliger Götter ist, und bei dem in den Tagen deines Vaters Erleuchtung, Verstand und Weisheit wie Götterweisheit sich fand. Und der König Nebuchadnezzar, dein Vater, hat ihn zum Obersten der Schriftkundigen, Beschwörer, Kasdäer und Entscheider bestellt, dein Vater, o König,
21954#Daniel,5,12#12. alldieweil ein vorzüglicher Geist, Erkenntnis und Verstand zum Traumdeuter, Rätselrater und Löser von Verknotetem sich bei ihm fand, bei Danijel, dessen Namen der König Belteschazzar genannt hat. Nun denn, möge man Danijel rufen, daß er die Deutung künde.»
21955#Daniel,5,13#13. Da wurde Danijel vor den König gebracht. Der König hob an und sprach zu Danijel: «Bist du Danijel, von den Söhnen der Deportierten aus Jehuda, die mein Vater, der König, aus Jehuda hergebracht hat?
21956#Daniel,5,14#14. Und ich habe von dir gehört, daß der Geist von Göttern in dir ist und Erleuchtung, Verstand und vorzügliche Weisheit sich bei dir finden.
21957#Daniel,5,15#15. Und nun sind die Weisen und Beschwörer vor mich gebracht worden, um diese Schrift zu lesen und ihre Deutung mir kundzutun, sie aber vermögen die Deutung der Sache nicht anzusagen.
21958#Daniel,5,16#16. Nun hörte ich von dir, du wärst imstande, Deutungen zu geben und Verknotetes zu lösen. Nun denn, wenn du imstande bist, die Schrift zu lesen und ihre Deutung mir kundzutun, so sollst du dich in Purpur kleiden, mit der goldenen Kette um deinen Hals, und als Dritter im Reich herrschen.»
21959#Daniel,5,17#17. Darauf antwortete Danijel und sprach vor dem König: «Laß deine Gaben dein bleiben, und deine Geschenke gib einem andern, aber die Schrift will ich dem König lesen und ihre Deutung ihm kundtun.
21960#Daniel,5,18#18. Du, o König, der höchste Gott hatte das Reich, die Macht und die Würde und die Herrlichkeit deinem Vater Nebuchadnezzar gegeben,
21961#Daniel,5,19#19. und infolge der Macht, die er ihm gegeben, zitterten und fürchteten vor ihm alle Völker, Nationen und Zungen. Wen er wollte, tötete er, und wen er wollte, ließ er am Leben, wen er wollte, erhöhte er, und wen er wollte, erniedrigte er.
21962#Daniel,5,20#20. Als aber sein Herz sich hob und sein Geist sich bis zum Übermut steifte, wurde er vom Thron seines Königtums gestürzt, und man nahm ihm seine Würde.
21963#Daniel,5,21#21. Und von den Menschen wurde er ausgestoßen, und man machte sein Herz dem der Tiere gleich, bei den Wildeseln war seine Hausung, und Gras wie den Rindern gab man ihm zur Kost, und am Tau des Himmels netzte sich sein Leib, bis er erkannte, daß der höchste Gott gebietet über der Menschen Reich, und wen er will, darüber setzt.
21964#Daniel,5,22#22. Du aber, sein Sohn Belschazzar, hast dein Herz nicht gebeugt, obwohl du alles dies wußtest,
21965#Daniel,5,23#23. sondern hast dich über den Herrn des Himmels erhoben, und die Gefäße seines Hauses hat man vor dich gebracht, und du, deine Großen, deine Kebsen und Hofmägde, ihr trinkt daraus Wein. Und die Götter von Silber und Gold, von Erz, Eisen, Holz und Stein, die nicht sehen, nicht hören und nicht wissen, hast du gepriesen, den Gott aber, in dessen Hand dein Odem steht und dessen alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt.
21966#Daniel,5,24#24. Darauf wurde von ihm das Ende einer Hand gesandt und diese Schrift geschrieben.
21967#Daniel,5,25#25. Dies aber ist die Schrift, die geschrieben stand: Mene, mene, tekel, ufarsin.
21968#Daniel,5,26#26. Dies ist die Deutung der Sache: Mene: Gezählt hat-1- Gott dein Reich und preisgegeben, -1) -+mena-.++
21969#Daniel,5,27#27. tekel: Gewogen wurdest du-1- auf der Wage und zu leicht befunden, -1) -+tekilta-.++
21970#Daniel,5,28#28. peres: Verteilt ward-1- dein Reich und Madai und Paras gegeben.» -1) -+perisat-.++
21971#Daniel,5,29#29. Da befahl Belschazzar, daß man Danijel in Purpur kleide, mit der goldenen Kette um seinen Hals, und über ihn ausrufe, daß er als Dritter im Reich herrsche.
21972#Daniel,5,30#30. In jener Nacht wurde Belschazzar, der kasdäische König, getötet.
21973#Daniel,6,1#1. Und Darjawesch, der Madäer, erhielt das Königtum im Alter von zweiundsechzig Jahren.
21974#Daniel,6,2#2. Es gefiel Darjawesch, daß er hundertzwanzig Satrapen über sein Reich setzte, die im ganzen Reich sein sollten,
21975#Daniel,6,3#3. und über sie drei Oberbeamte, deren einer Danijel war, damit jene Satrapen ihnen Rechenschaft ablegten, und der König nicht geschädigt würde.
21976#Daniel,6,4#4. Da überragte dieser Danijel die Oberbeamten und Satrapen, alldieweil ein vorzüglicher Geist in ihm war, und der König plante, ihn über sein ganzes Reich zu stellen.
21977#Daniel,6,5#5. Da trachteten die Oberbeamten und Satrapen, einen Grund wider Danijel von seiten der Regierung zu finden. Aber sie vermochten keinen Grund und keinen Makel zu finden, alldieweil er treu war und keinerlei Ungebühr noch Makel sich an ihm fand.
21978#Daniel,6,6#6. Da sprachen diese Männer: «Wir werden gegen diesen Danijel keinen Grund finden, außer wir finden diesen wider ihn im Gesetz seines Gottes.»
21979#Daniel,6,7#7. Darauf eilten diese Oberbeamten und Satrapen zum König und sprachen so: «O König Darjawesch, lebe ewig!
21980#Daniel,6,8#8. Es haben sich entschieden alle Oberbeamten des Reiches, die Vorsteher, Satrapen, Räte und Statthalter, eine königliche Verordnung zu erlassen und ein Verbot zu bestellen, wonach jeder, der binnen dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werde.
21981#Daniel,6,9#9. Nun, o König, erlasse das Verbot und unterzeichne die Schrift, unabänderlich, nach dem Gesetz von Madai und Paras, unverrückbar.»
21982#Daniel,6,10#10. Demgemäß unterzeichnete der König Darjawesch Schrift und Verbot.
21983#Daniel,6,11#11. Danijel aber ging, sobald er erfuhr, daß die Schrift ausgefertigt war, in sein Haus - und er hatte in seinem Obergemach in der Richtung nach Jeruschalaim geöffnete Fenster. Und dreimal täglich fiel er auf die Knie und betete und huldigte vor seinem Gott, ganz wie er es vordem zu tun pflegte.
21984#Daniel,6,12#12. Da eilten jene Männer herbei und fanden Danijel, wie er vor seinem Gott betete und flehte.
21985#Daniel,6,13#13. Da traten sie heran und sprachen vor dem König wegen des königlichen Verbots: «Hast du nicht ein Verbot unterfertigt, daß jedermann, der binnen dreißig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werde?» Da antwortete der König und sprach: «Die Sache steht fest nach dem unverrückbaren Gesetz von Madai und Paras.»
21986#Daniel,6,14#14. Da erwiderten sie und sprachen vor dem König: «Danijel, von den Söhnen der Deportierten von Jehuda, hat sich um dich, o König, nicht gekümmert, noch um das Verbot, das du unterfertigt hast, und dreimal täglich verrichtet er sein Gebet.»
21987#Daniel,6,15#15. Als der König die Sache hörte, da war es ihm sehr leid, und er richtete seinen Sinn auf Danijel, um ihn zu retten, und bis zum Sonnenuntergang rang er, ihn zu befreien.
21988#Daniel,6,16#16. Da eilten jene Männer zum König und sprachen zum König: «Wisse, o König, es ist Gesetz für Madai und Paras, daß jedes Verbot und Gebot, das der König erläßt, unabänderlich ist.»
21989#Daniel,6,17#17. Da befahl der König, und man brachte Daniel herbei und warf ihn in die Löwengrube. Und der König hob an und sprach zu Danijel: «Dein Gott, dem du ständig dienst, er möge dich erretten!»
21990#Daniel,6,18#18. Und ein Stein wurde gebracht und auf die Öffnung gelegt, und der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Großen, damit keine Sache an Danijel geändert würde.
21991#Daniel,6,19#19. Darauf ging der König nach seinem Palast und brachte die Nacht mit Fasten zu und ließ keine Mädchen vor sich kommen, und der Schlaf floh ihn.
21992#Daniel,6,20#20. Dann stand der König beim Morgenrot, bei Tagesanbruch auf und ging in Eile zur Löwengrube.
21993#Daniel,6,21#21. Und wie er sich der Grube näherte, rief er Danijel mit schmerzvoller Stimme. Der König hob an und sprach zu Danijel: «Danijel, du Diener des lebendigen Gottes, vermochte dein Gott, dem du ständig dienst, dich vor den Löwen zu erretten?»
21994#Daniel,6,22#22. Da redete Danijel mit dem König: «O König, lebe ewig!
21995#Daniel,6,23#23. Mein Gott hat seinen Boten gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen, daß sie mir kein Leid taten, alldieweil an mir vor ihm Lauterkeit befunden wurde, und auch gegen dich, o König, habe ich nichts Unrechtes getan.»
21996#Daniel,6,24#24. Da wurde der König sehr froh und befahl, Danijel aus der Grube heraufzuholen, und Danijel wurde aus der Grube heraufgeholt, und keine Verletzung wurde an ihm gefunden, weil er auf seinen Gott vertraut hatte.
21997#Daniel,6,25#25. Der König aber befahl, daß sie jene Männer, die Danijel verleumdet hatten, herbeibrachten und sie nebst ihren Kindern und Frauen in die Löwengrube warfen. Noch hatten sie den Boden der Grube nicht erreicht, da bemächtigten sich ihrer die Löwen und zermalmten alle ihre Knochen.
21998#Daniel,6,26#26. Darauf schrieb der König Darjawesch an alle Völker, Nationen und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnen: «Möge euer Heil groß sein!
21999#Daniel,6,27#27. Von mir ist Befehl ergangen, daß man in der ganzen Herrschaft zittere und fürchte vor dem Gott Danijels. Denn er ist der lebendige Gott / und er besteht in Ewigkeit / und sein Reich ist unzerstörbar / und seine Herrschaft währt bis ans Ende. /
22000#Daniel,6,28#28. Er errettet und befreit / und tut Zeichen und Wunder / im Himmel und auf Erden / er, der Danijel gerettet hat / aus der Gewalt der Löwen.»
22001#Daniel,6,29#29. Und dieser Danijel war erfolgreich unter der Regierung Darjaweschs und unter der Regierung Koreschs, des Parsäers.
22002#Daniel,7,1#1. Im ersten Jahr Belschazzars, des Königs von Babel, schaute Danijel ein Traumbild und Gesichte seines Hauptes (waren) auf seinem Lager. Da schrieb er den Traum nieder. Anfang der Worte. Er sprach.
22003#Daniel,7,2#2. Danijel hob an und sprach: «Ich schaute in meinem Gesicht, des Nachts: Und sieh, die vier Winde des Himmels wühlten das große Meer auf,
22004#Daniel,7,3#3. und vier riesige Tiere stiegen aus dem Meer herauf, eines anders als das andere;
22005#Daniel,7,4#4. das erste war wie ein Löwe und hatte Adlerflügel. Ich schaute, da wurden ihm die Flügel ausgerauft und es ward vom Boden aufgenommen und auf Beine gleich einem Menschen aufgerichtet und ein Menschenherz ihm gegeben.
22006#Daniel,7,5#5. Und sieh, ein anderes, zweites Tier, das glich einem Bären; und an der einen Seite ward es aufgerichtet und drei Rippen hielt es im Maul zwischen seinen Zähnen, und so befahl man ihm: ,Auf! Friß viel Fleisch!'
22007#Daniel,7,6#6. Danach schaute ich, und sieh, ein anderes, wie ein Panther, das hatte vier Vogelflügel auf seinem Rücken, und vier Köpfe hatte das Tier, und Gewalt war ihm gegeben.
22008#Daniel,7,7#7. Danach schaute ich in Nachtgesichten, und sieh, ein viertes Tier, schrecklich und furchtbar und überaus stark, das hatte riesige Zähne von Eisen; es fraß und zermalmte und zertrat den Rest mit seinen Füßen. Und das war verschieden von allen Tieren, die vor ihm gewesen, und es hatte zehn Hörner.
22009#Daniel,7,8#8. Ich betrachtete die Hörner, sieh, da kam ein anderes, kleines Horn zwischen ihnen hervor, und drei von den ersten Hörnern wurden vor ihm ausgerissen, und sieh, Augen wie Menschenaugen waren an diesem Horn und ein Mund, der Gewaltiges redete.
22010#Daniel,7,9#9. Ich schaute: Da wurden Throne hingestellt / und ein Hochbetagter saß nieder. / Sein Gewand wie weißer Schnee / und sein Haupthaar wie blanke Wolle / sein Thron aus Feuerflammen / dessen Räder lodernde Glut. /
22011#Daniel,7,10#10. Ein Feuerstrom ergoß sich und ging von ihm aus. / Tausendmal Tausende bedienten ihn / und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. / Das Gericht saß nieder / und die Bücher wurden aufgetan.
22012#Daniel,7,11#11. Ich schaute, da - ob des Lärms der gewaltigen Worte, die das Horn redete - ich schaute, bis das Tier getötet und sein Leib vernichtet und dem Feuerbrand übergeben wurde.
22013#Daniel,7,12#12. Aber den übrigen Tieren entzog man die Herrschaft, doch ward ihnen eine Lebensfrist bis zu Tag und Stunde gegeben.
22014#Daniel,7,13#13. Ich schaute in den Nachtgesichten, und sieh / mit den Wolken des Himmels kam einer wie ein Menschensohn / und gelangte bis zum Hochbetagten / und sie brachten ihn vor ihn hin. /
22015#Daniel,7,14#14. Und ihm ward gegeben Macht und Ehre und Königtum / und alle Völker, Nationen und Zungen dienen ihm. / Seine Herrschaft ist ewige Herrschaft, die nicht vergeht / und sein Königtum unzerstörbar.
22016#Daniel,7,15#15. Mir, Danijel, ward mein Geist im Innersten weh, und die Gesichte meines Hauptes erschreckten mich.
22017#Daniel,7,16#16. Ich trat an einen der Dastehenden heran und bat ihn um Gewißheit über all das. Und er sagte es mir und tat mir die Deutung der Dinge kund:
22018#Daniel,7,17#17. ,Diese riesigen Tiere, die vier sind: / Vier Könige erstehen aus der Erde /
22019#Daniel,7,18#18. dann empfangen die Heiligen des Höchsten das Königtum / und besitzen das Königtum bis in alle Ewigkeiten.'
22020#Daniel,7,19#19. Hierauf wünschte ich Gewißheit wegen des vierten Tieres, das von allen verschieden war, überaus schrecklich, mit seinen Zähnen von Eisen und seinen Klauen von Erz, das fraß und zermalmte und den Rest mit seinen Füßen zertrat,
22021#Daniel,7,20#20. und über die zehn Hörner an seinem Kopf, und das andere, das hervorkam und vor dem drei ausfielen, nämlich jenes Horn, das Augen hatte und einen Mund, der Gewaltiges redete - und das größer aussah als seine Nachbarn.
22022#Daniel,7,21#21. Ich schaute, und jenes Horn führte Krieg mit den Heiligen und übermochte sie,
22023#Daniel,7,22#22. bis daß der Hochbetagte kam, und das Gericht den Heiligen des Höchsten übergeben wurde und die Zeit anbrach, und die Heiligen das Reich in Besitz nahmen.
22024#Daniel,7,23#23. So sprach er: ,Das vierte Tier: / Ein viertes Königreich wird sein auf Erden / verschieden von allen Reichen; / das frißt die ganze Erde / und zertritt und zermalmt sie.
22025#Daniel,7,24#24. Und die zehn Hörner: / Aus eben dem Reiche werden zehn Könige erstehen / und ein anderer wird nach ihnen erstehen / der wird verschieden sein von den früheren / und drei Könige wird er erniedrigen. /
22026#Daniel,7,25#25. Und Worte wird er gegen den Höchsten reden / und die Heiligen des Höchsten wird er mißachten. / Und trachten wird er, Zeiten und Gesetz zu ändern / und sie werden seiner Gewalt preisgegeben sein / bis auf Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit. /
22027#Daniel,7,26#26. Und das Gericht sitzt nieder / und sie entziehen ihm die Herrschaft / sie bis ans Ende zu vertilgen und zu vernichten. /
22028#Daniel,7,27#27. Und das Königtum und die Herrschaft und die Größe der Reiche / unter dem ganzen Himmel / wird dem Volk der Heiligen des Höchsten übergeben. / Sein Reich ist ein ewig Reich / und alle Herrscher werden ihm dienen und gehorchen.'
22029#Daniel,7,28#28. Bis hieher der Schluß der Rede. Mich, Danijel, erschreckten meine Gedanken sehr, und meine Farbe wechselte an mir, und ich bewahrte die Sache in meinem Herzen.
22030#Daniel,8,1#1. Im dritten Jahr der Regierung des Königs Belschazzar erschien mir, Danijel, ein Gesicht; nach jenem, das mir früher erschienen war.
22031#Daniel,8,2#2. Und ich schaute im Gesicht, und wie ich so schaute, fand ich mich in der Burg Schuschan, die in der Landschaft Elam liegt, und ich sah im Gesicht, und ich war am Tor Ulai.
22032#Daniel,8,3#3. Da hob ich meine Augen und schaute, und sieh, ein Widder stand vor dem Tor, der hatte Hörner; und die Hörner waren hoch, und das eine höher als das andre, und das höhere entstieg zuletzt.
22033#Daniel,8,4#4. Ich sah den Widder nach Westen, Norden und Süden stoßen, und kein Tier hielt vor ihm stand, und niemand rettete vor seiner Gewalt, und er tat, was er wollte, und wurde groß.
22034#Daniel,8,5#5. Ich aber gab acht, und sieh, ein Ziegenbock kam von Westen über die ganze Erde, ohne die Erde zu berühren, und der Bock hatte ein Horn sichtbar zwischen den Augen.
22035#Daniel,8,6#6. Und er kam bis zum gehörnten Widder, den ich vor dem Tor hatte stehen sehen, und er rannte gegen ihn an mit der Wut seiner Kraft.
22036#Daniel,8,7#7. Und ich sah ihn bei dem Widder anlangen, da stürzte er sich gegen ihn und stieß den Widder und zerbrach seine beiden Hörner, und der Widder hatte nicht die Kraft, ihm standzuhalten, und er warf ihn zuboden und zertrat ihn, und es war keiner, der den Widder errettete aus seiner Gewalt.
22037#Daniel,8,8#8. Der Ziegenbock aber wurde sehr groß, und wie er stark war, brach das große Horn ab, und vier traten sichtbar an seiner Statt hervor nach den vier Winden des Himmels.
22038#Daniel,8,9#9. Und aus einem von ihnen ging ein winzig Horn hervor, und es wuchs übergroß gegen Süden und gegen Osten und gegen den Liebling.
22039#Daniel,8,10#10. Und es wuchs bis an das Heer des Himmels und warf vom Heer und von den Sternen (welche) zur Erde herab und zertrat sie.
22040#Daniel,8,11#11. Und bis zum Obersten des Heeres machte es sich groß, und das beständige Opfer wurde von ihm aufgehoben, und die Stätte seines Heiligtums gestürzt.
22041#Daniel,8,12#12. Und ein Kriegsheer wurde freventlich gegen das beständige Opfer aufgestellt; und es warf die Wahrheit zuboden, und was es tat, gelang ihm.
22042#Daniel,8,13#13. Und ich hörte einen Heiligen reden, und es sprach ein (anderer) Heiliger zu dem betreffenden, der redete: ,Bis wann gilt das Gesicht: Das tägliche Opfer verwüstendem Greuel preisgegeben und Heiligtum und Heer der Zertretung?'
22043#Daniel,8,14#14. Da sagte er zu mir: ,Bis zweitausenddreihundert Abend (und) Morgen - dann kommt das Heiligtum zu seinem Recht.'
22044#Daniel,8,15#15. Und als ich, Danijel, das Gesicht sah und es zu verstehen suchte, sieh, da stand es vor mir wie ein Mann anzusehn,
22045#Daniel,8,16#16. und ich hörte eine Menschenstimme am Ulai, und es rief und sprach: ,Gabriel, erkläre jenem da die Erscheinung!'
22046#Daniel,8,17#17. Und er kam dahin, wo ich stand, und da er kam, erschrak ich und fiel auf mein Angesicht, er aber sprach zu mir: ,Begreife, Menschensohn, daß auf die Endzeit das Gesicht geht.'
22047#Daniel,8,18#18. Und da er mit mir redete, sank ich betäubt auf mein Angesicht zur Erde, und er berührte mich und richtete mich auf, daß ich stand.
22048#Daniel,8,19#19. Und er sprach: ,Sieh, ich tu dir kund, was am Ende des Zornes sein wird, denn auf die Zeit des Endes (geht es).
22049#Daniel,8,20#20. Der Widder mit den Hörnern, den du gesehen hast, das sind die Könige von Madai und Paras.
22050#Daniel,8,21#21. Der Ziegenbock aber ist der König von Jawan-1-, und das große Horn zwischen seinen Augen, das ist der erste König. -1) Griechenland.++
22051#Daniel,8,22#22. Und daß es abbrach und vier an seine Stelle traten, (bedeutet): Vier Königreiche werden aus dem Volk erstehen, aber ohne seine Kraft.
22052#Daniel,8,23#23. Und am Ende ihres Reiches / wenn die Abtrünnigen es erfüllt haben / ersteht ein König von frecher Stirn / und ränkekundig. /
22053#Daniel,8,24#24. Und mächtig ist seine Kraft; / aber nicht aus seiner Kraft / richtet er erstaunliche Verwüstung an / und er hat Gelingen in seinem Tun / und Mächtige verdirbt er samt dem Volk der Heiligen. /
22054#Daniel,8,25#25. Und nach seiner Klugheit / gelingt der Trug in seiner Hand / und in seinem Herzen tut er groß. / Und in Täuschung verdirbt er viele / und gegen den Obersten der Obersten steht er auf / aber ohne Hand wird er zerschmettert.
22055#Daniel,8,26#26. Und die Erscheinung von dem Abend und dem Morgen - was gesagt ist, ist Wahrheit. Du aber verschließe das Gesicht, denn es geht auf viele Tage.'
22056#Daniel,8,27#27. Und mir, Danijel, geschah es, daß ich tagelang krank war. Dann stand ich auf und tat die Geschäfte des Königs. Und ich war verstört ob des Gesichts, und keiner konnte es erklären.
22057#Daniel,9,1#1. Im ersten Jahr Darjaweschs, des Sohnes Ahaschweroschs, aus dem Samen Madais, der über das Reich der Kasdäer zum König eingesetzt worden war,
22058#Daniel,9,2#2. in seinem ersten Regierungsjahr bedachte ich, Danijel, in den Schriften die Zahl der Jahre, darüber das Wort des Ewigen an Jirmeja, den Gottbegeisteten, ergangen war, daß siebzig Jahre die Verwüstung Jeruschalaims vollmachen werden.
22059#Daniel,9,3#3. Und ich richtete mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um zu bitten in Gebet und Flehen, bei Fasten in Sackzeug und Asche.
22060#Daniel,9,4#4. Und ich betete zum Ewigen, meinem Gott, und bekannte und sprach: ,Ach, Herr, du großer und furchtbarer Gott, der den Bund und die Liebe wahrt denen, die ihn lieben und seine Gebote halten!
22061#Daniel,9,5#5. Wir haben gesündigt und uns vergangen, wir haben gefrevelt und uns aufgelehnt und sind abgegangen von deinen Geboten und Rechtsvorschriften.
22062#Daniel,9,6#6. Und wir haben nicht auf deine Knechte, die Gottbegeisteten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Obersten und zu unseren Vätern und zu allem Volk des Landes redeten.
22063#Daniel,9,7#7. Dein, o Herr, ist die Gerechtigkeit, unser aber die Scham des Angesichts, wie es sich heute zeigt: Der Männer von Jehuda, der Bewohner Jeruschalaims und ganz Jisraëls, der nahen und der fernen in allen Ländern, wohin du sie verstoßen hast ob ihrer Untreue, die sie gegen dich verübten.
22064#Daniel,9,8#8. O Herr, unser ist die Scham des Angesichts, unserer Könige, Obersten und Väter, daß wir gegen dich gesündigt.
22065#Daniel,9,9#9. Des Herrn, unseres Gottes, aber ist das Erbarmen und die Vergebung, denn wir haben uns gegen ihn aufgelehnt
22066#Daniel,9,10#10. und haben nicht gehört auf die Stimme des Ewigen, unseres Gottes, zu wandeln in seinen Weisungen, die er uns durch seine Knechte, die Gottbegeisteten, vorgelegt hat.
22067#Daniel,9,11#11. Und ganz Jisraël hat deine Weisung übertreten und ist von dir gegangen, daß sie auf deine Stimme nicht hörten. Da ergoß sich über uns der Schwur- und Eidfluch, der in der Weisung Mosches, des Gottesmannes, geschrieben steht, denn wir haben gegen ihn gesündigt.
22068#Daniel,9,12#12. Und er hielt sein Wort, das er über uns geredet hat und über unsre Richter, die uns richteten, über uns großes Unheil zu bringen, das so unter dem ganzen Himmel nicht geschehen ist, wie es in Jeruschalaim geschah.
22069#Daniel,9,13#13. Wie in der Weisung Mosches geschrieben steht: All dies Unglück kam über uns, und wir haben das Angesicht des Ewigen, unsres Gottes, nicht beschwichtigt, daß wir von unsern Missetaten umgekehrt wären und auf deine Wahrheit geachtet hätten.
22070#Daniel,9,14#14. So war der Ewige auf das Unglück bedacht und hat es über uns gebracht, denn gerecht ist der Ewige, unser Gott, bei allen seinen Taten, die er tat, wir aber hörten nicht auf seine Stimme.
22071#Daniel,9,15#15. Und nun Herr, unser Gott, der du dein Volk aus dem Land Mizraim mit starker Hand herausgeführt und dir einen Namen gemacht hast, wie am heutigen Tag! Wir haben gesündigt, wir haben gefrevelt.
22072#Daniel,9,16#16. Herr, möge gemäß all deinen Tugenden dein Zorn und Grimm von deiner Stadt Jeruschalaim, von deinem heiligen Berg sich wenden, denn um unsre Sünden und die Missetaten unsrer Väter ward Jeruschalaim und dein Volk zur Schmach für alles rings um uns.
22073#Daniel,9,17#17. Nun aber höre, unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und erhelle dein Angesicht gegen dein Heiligtum, das verwüstet ist, um (deinet)willen, Herr.
22074#Daniel,9,18#18. Neige, mein Gott, dein Ohr und höre, öffne deine Augen und sieh unsre Verwüstung und die Stadt, über der dein Name genannt ist. Denn nicht wegen unsrer Tugenden legen wir unser Flehen vor dich nieder, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen.
22075#Daniel,9,19#19. O Herr, erhöre, o Herr, vergib, o Herr, vernimm und tu, säume nicht, um deinetwillen, mein Gott, denn dein Name ist genannt über deiner Stadt und deinem Volk.'
22076#Daniel,9,20#20. Und noch redete ich und betete und bekannte meine Sünde und die Sünde meines Volkes Jisraël und schüttete mein Flehen aus vor dem Ewigen, meinem Gott, ob des heiligen Berges meines Gottes;
22077#Daniel,9,21#21. noch redete ich im Gebet - da kam der Mann Gabriël, den ich früher im Gesicht geschaut hatte, in fliegendem Schweben, bei mir eintreffend, um die Zeit der Abendneige;
22078#Daniel,9,22#22. und er erklärte und redete mit mir und sprach: ,Danijel, nun bin ich ausgezogen, um dich Einsicht zu lehren.
22079#Daniel,9,23#23. Zu Beginn deines Flehens ging ein Wort aus, und ich bin gekommen, es zu künden, denn ein Liebling bist du. So achte auf das Wort und merk auf die Erscheinung:
22080#Daniel,9,24#24. Siebzig (Jahr-)Wochen sind bestimmt über dein Volk und deine heilige Stadt / daß der Frevel vollendet und die Sünde erfüllt ist / die Missetat gesühnt und ewig Heil herbeigeführt / daß Gesicht und Gottbegeisteter besiegelt und Hochheiliges gesalbt ist. /
22081#Daniel,9,25#25. Und du sollst wissen und verstehen: / Vom Ausgehn des Wortes, daß Jeruschalaim wieder gebaut wird / bis zum Gesalbten, dem Fürsten / sind sieben Wochen. / Und zweiundsechzig Wochen / so wird es wieder gebaut sein, (mit) Platz und Graben / und (zwar) in der Bedrängnis der Zeiten; /
22082#Daniel,9,26#26. und nach den zweiundsechzig Wochen / wird der Gesalbte ausgerottet und hat keinen (Nachfolger). / Und die Stadt und das Heiligtum wird verderben das Volk des Fürsten, der da kommt; / und sein Ende: In Überflutung; / und bis zum Ende ist Krieg beschlossen: Verwüstung. /
22083#Daniel,9,27#27. Und er wird stark im Bund für viele / auf eine Woche / und zur halben Woche schafft er ab Schlacht- und Mehlopfer / und (wendet sich) zu dem geflügelten Greuel der Verwüstung / bis die beschlossene Vernichtung sich ergießt über den Verwüster.'»
22084#Daniel,10,1#1. Im dritten Jahr Koreschs, des Königs von Paras, wurde Danijel, der Belteschazzar genannt ward, ein Wort offenbart: «. . . und Wahrheit ist das Wort und auf weite Frist. So achte auf das Wort und merke darauf in der Erscheinung.»
22085#Daniel,10,2#2. In jenen Tagen trauerte ich, Danijel, drei volle Wochen,
22086#Daniel,10,3#3. köstliche Speise aß ich nicht, und Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund, auch salbte ich mich nicht, bis drei volle Wochen um waren.
22087#Daniel,10,4#4. Am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats aber, während ich mich an dem großen Strom - das ist der Hiddekel-1- - befand, -1) Tigris.++
22088#Daniel,10,5#5. hob ich meine Augen und schaute, und sieh: Ein Mann in Linnen gekleidet und seine Lenden mit Gold aus Ufas gegürtet.
22089#Daniel,10,6#6. Und sein Leib war wie Chrysolith, sein Angesicht wie Blitz anzuschaun und seine Augen wie Feuerfackeln, seine Arme und seine Beine wie das Blitzen von geglättetem Erz und der Schall seiner Worte wie der Schall einer Menge.
22090#Daniel,10,7#7. Und ich, Danijel, allein sah die Erscheinung, die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht, doch großer Schrecken überfiel sie, und sie flohen, sich verbergend.
22091#Daniel,10,8#8. Ich aber blieb allein und sah diese große Erscheinung, und es blieb keine Kraft in mir, und mein gutes Aussehn wechselte zum Schlimmen, und ich behielt keine Kraft.
22092#Daniel,10,9#9. Und ich hörte den Schall seiner Worte, und wie ich den Schall seiner Worte hörte, da fiel ich betäubt auf mein Angesicht, mein Angesicht zur Erde.
22093#Daniel,10,10#10. Und sieh, eine Hand berührte mich und rüttelte mich empor auf meine Knie und Hände.
22094#Daniel,10,11#11. Und er sprach zu mir: ,Danijel, du Liebling, hab acht auf die Worte, die ich zu dir rede, und steh an deiner Stelle, denn jetzt bin ich zu dir gesandt.' Und da er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf.
22095#Daniel,10,12#12. Er aber sprach zu mir: ,Fürchte nicht, Danijel, denn vom ersten Tag, wo du deinen Sinn darauf richtetest, aufzumerken und dich zu kasteien vor deinem Gott, sind deine Worte gehört worden, und ich bin deiner Worte wegen gekommen.
22096#Daniel,10,13#13. Aber der Himmelsoberste des parsäischen Reiches stand mir einundzwanzig Tage entgegen - und sieh, dann kam Michael, einer der ersten Himmelsobersten, mir zuhilfe - und ich blieb dort bei den Königen von Paras.
22097#Daniel,10,14#14. Und ich bin gekommen, um dir zu erklären, was deinem Volk begegnen wird in späten Tagen, denn Zeugnis-1- ist die Schau auf (lange) Zeit.' -1) -+od-.++
22098#Daniel,10,15#15. Und da er mit mir solche Worte redete, hatte ich mein Angesicht zur Erde gerichtet und war verstummt.
22099#Daniel,10,16#16. Und sieh, etwas wie Menschengestalt berührte meine Lippen, und ich öffnete meinen Mund und redete und sprach zu dem, der vor mir stand: ,Mein Herr, bei der Erscheinung überkamen mich Krämpfe, und ich behielt keine Kraft;
22100#Daniel,10,17#17. wie also vermöchte der Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn zu reden, da jetzt keine Kraft mehr in mir besteht und kein Odem mehr in mir blieb?'
22101#Daniel,10,18#18. Da berührte mich wieder etwas wie Menschengestalt und festigte mich
22102#Daniel,10,19#19. und sprach: ,Fürchte nicht, du Liebling, Friede mit dir! Sei stark, sei stark!' Und während er mit mir redete, erstarkte ich und sprach: ,Es rede mein Herr, denn du hast mich gefestigt.'
22103#Daniel,10,20#20. Und er sprach: ,Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Und nun kehre ich zurück, um mit dem Himmelsobersten von Paras zu kämpfen, und gehe ich ab, so tritt der Himmelsoberste Jawans-1- auf, -1) Griechenlands.++
22104#Daniel,10,21#21. aber ich will dir mitteilen, was in der Schrift als Wahrheit aufgezeichnet ist. Und kein einziger hält fest zu mir gegen diese außer eurem Himmelsobersten Michaël.
22105#Daniel,11,1#1. Und ich, ich stand im ersten Jahr Darjaweschs, des Madäers-1-, ihm zu Stütze und Zuflucht, -1) Meders.++
22106#Daniel,11,2#2. und nun will ich Wahrheit dir künden. Sieh, noch drei Könige erstehen Paras, und der vierte gelangt zu größerem Reichtum als alle, und wie er erstarkt im Reichtum, reizt er alles, samt Jawans Reich.
22107#Daniel,11,3#3. Und es ersteht ein Heldenkönig und herrscht in gewaltiger Herrschaft und tut nach seinem Belieben.
22108#Daniel,11,4#4. Aber wie er ersteht, zerbricht sein Reich und teilt sich nach den vier Winden des Himmels, aber nicht für seine Nachkommenschaft, noch gleich seiner Herrschaft, die er ausgeübt. Denn sein Reich wird ausgerodet und anderen zuteil außer jenen.
22109#Daniel,11,5#5. Und es erstarkt der König des Südens, aber von seinen Obersten da wird einer stärker sein als er und herrschen; eine gewaltige Herrschaft wird seine Herrschaft sein.
22110#Daniel,11,6#6. Und am Ende der Jahre werden sie sich verbünden, und die Tochter des Königs des Südens kommt zum König des Nordens, um Ordnung zu schaffen, aber nicht behält der Arm die Kraft, und er bleibt nicht bestehn mit seinem Arm, und dahingegeben wird sie und ihre Geleiter, ihr Erzeuger und ihr Stützer in den Zeiten.
22111#Daniel,11,7#7. Und es ersteht einer aus dem Schößling ihrer Wurzeln an seiner Statt und kommt zum Heer und geht ein in die Zuflucht des Königs des Nordens und tuts ihnen an und wird stark.
22112#Daniel,11,8#8. Und auch ihre Götter samt ihren Fürsten, samt ihren Lustgeräten aus Silber und Gold bringt er gefangen nach Mizraim, und er besteht Jahre, über dem König des Nordens.
22113#Daniel,11,9#9. Der fällt ein ins Reich des Königs des Südens und kehrt zurück in sein Land,
22114#Daniel,11,10#10. und seine Söhne werden herausfordern und eine Menge großer Streitkräfte sammeln und herankommen, kommen und überschwemmen, überfluten und wiederkehren und zum Kampf herausfordern bis an seine Zuflucht.
22115#Daniel,11,11#11. Da wird der König des Südens erbittert und zieht aus und kämpft mit ihm, dem König des Nordens. Der wird ein großes Heer aufstellen, aber das Heer fällt in seine Hand,
22116#Daniel,11,12#12. und dies Heer wird hoch, und stolz wird sein Herz, Zehntausende fällt er, aber bleibt nicht stark.
22117#Daniel,11,13#13. Und wieder stellt der König des Nordens ein Heer auf, gewaltiger als das erste, und am Ende der Zeiten an Jahren kommt er an, kommt mit großem Heer und vielem Troß.
22118#Daniel,11,14#14. Und in jenen Zeiten stehen viele auf gegen den König des Südens, und die abtrünnigen Buben deines Volkes erheben sich, die Schau zu bestätigen, und straucheln.
22119#Daniel,11,15#15. Dann kommt der König des Nordens und schüttet einen Wall auf und nimmt die Festungsstadt ein, und die Arme des Südens halten nicht stand und das Volk seiner Erlesenen und sie haben keine Kraft standzuhalten.
22120#Daniel,11,16#16. Und der gegen ihn herankommt, tut nach seinem Belieben, und keiner hält vor ihm stand, und er hält im Land der Lust, und Verderben ist in seiner Hand.
22121#Daniel,11,17#17. Und er richtet sein Antlitz, mit der Macht seines ganzen Reiches heranzuziehn, Ordnung bei ihm, die schafft er und gibt ihm der Frauen Tochter, um es zu verderben, aber es hat keinen Bestand und bleibt nicht sein.
22122#Daniel,11,18#18. Da wendet er sein Antlitz auf die Seelande, nimmt viele ein, schafft den Machthaber ab, der ihm zum Schimpf, nur den Schimpf zahlt er ihm heim.
22123#Daniel,11,19#19. Dann wendet er sein Antlitz gegen die Festungen seines Landes und strauchelt und fällt und ist nicht zu finden.
22124#Daniel,11,20#20. Und an seine Stelle tritt, der einem Fronvogt überträgt die Würde des Königtums, aber in einigen Tagen wird er zerschmettert, nicht durch Zorn noch durch Krieg.
22125#Daniel,11,21#21. Und an seine Stelle tritt ein Verächtlicher, dem man die königliche Würde nicht übergeben, der kommt mit Täuschung und ergreift die Herrschaft durch glatte (Reden).
22126#Daniel,11,22#22. Und Gewalten der Flut werden hingeschwemmt vor ihm und zerschmettert, und auch der Fürst des Bundes,
22127#Daniel,11,23#23. seit der Verbindung mit ihm übt er Trug, zieht heran und bewältigt das geringe Volk
22128#Daniel,11,24#24. im Trug. Und in die fettesten Teile der Landschaft dringt er ein und tut, was seine Väter nicht getan, noch die Väter seiner Väter: Raub und Beute, und Habe teilt er aus für sie. Gegen die Vesten ersinnt er Erfindungen und bis zur Zeit,
22129#Daniel,11,25#25. da rüttelt er seine Kraft und sein Herz auf, mit großem Heer gegen den König des Südens. Und der König des Südens fordert zum Krieg heraus mit überaus großem und starkem Heer, doch hält er nicht stand, weil sie Erfindungen gegen ihn ersinnen.
22130#Daniel,11,26#26. Und die seine Tischkost essen, zerschmettern ihn, sein Heer schwemmt es weg, und viel Erschlagene fallen.
22131#Daniel,11,27#27. Und beide Könige haben auf Böses ihren Sinn und reden an einem Tisch Lügen, aber es gelingt nicht, denn Zeugnis-1- des Endes ists, zur Frist. -1) -+od-.++
22132#Daniel,11,28#28. Da kehrt er mit großem Troß in sein Land zurück, den Sinn gegen den heiligen Bund. Und er führt es aus und kehrt nach seinem Land zurück;
22133#Daniel,11,29#29. zur Frist dringt er wieder ein in den Süden, aber nicht wird das zweite Mal wie das erste.
22134#Daniel,11,30#30. Und es kommen kittäische Schiffe wider ihn, und er verzagt, kehrt um, wütet wider den heiligen Bund und führt es aus; kehrt heim und achtet auf die, die den heiligen Bund verlassen.
22135#Daniel,11,31#31. Und Gewalten erstehen von ihm und entweihen das Heiligtum, die Zuflucht, schaffen das ständige Opfer ab und stellen den wüsten Greuel,
22136#Daniel,11,32#32. und die am Bund freveln, verleitet er durch glatte (Reden), aber das Volk, das seinen Gott kennt, bleibt fest und führt es aus.
22137#Daniel,11,33#33. Und die Verständigen im Volk bringen viele zur Einsicht, eine Zeitlang sinken sie hin durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Plünderung,
22138#Daniel,11,34#34. aber während sie sinken, erfahren sie eine kleine Hilfe, und viele schließen sich ihnen an mit glatten (Reden).
22139#Daniel,11,35#35. Von den Verständigen aber sinken welche dahin, um unter ihnen zu läutern, um zu sichten und zu reinigen bis zur Endzeit, denn Zeugnis-1- ists, zur Frist. -1) -+od-.++
22140#Daniel,11,36#36. Und der König tut nach seinem Belieben, überhebt sich und tut groß gegen jeden Gott, und gegen den Gott der Götter führt er seltsame Reden und hat Gelingen, bis der Zorn vollendet, da das Verhängnis vollbracht ist.
22141#Daniel,11,37#37. Und auf die Götter seiner Väter merkt er nicht, sondern auf der Frauen Lust, auf keinen Gott merkt er, sondern über alles tut er groß.
22142#Daniel,11,38#38. Aber den Gott der Burgen verehrt er an dessen Stätte, den Gott, den seine Väter nicht gekannt, verehrt er mit Gold und Silber, mit Edelsteinen und Kleinodien.
22143#Daniel,11,39#39. Und er schafft feste Burgen bei dem Gott der Fremde. Die ihn anerkennen, ehrt er reich und setzt sie zu Herrschern über viele und teilt Land um Lohn.
22144#Daniel,11,40#40. Aber zur Endzeit stößt sich mit ihm der König des Südens, und der König des Nordens stürmt gegen ihn an mit Wagen und Reitern und vielen Schiffen und dringt in die Länder ein und überschwemmt und überflutet.
22145#Daniel,11,41#41. Und er fällt ein in das Land der Lust, und vielfach sinken sie hin, aber diese entrinnen seiner Hand: Edom und Moab und das Erste der Söhne Ammons.
22146#Daniel,11,42#42. Und er streckt seine Hand aus nach den Ländern, und Mizraim wird nicht entrinnen,
22147#Daniel,11,43#43. und er schaltet über die Schätze von Gold und Silber und alle Kostbarkeiten Mizraims, und die Lubier und die Kuschiter sind in seinem Gefolge.
22148#Daniel,11,44#44. Aber Gerüchte werden ihn schrecken aus Osten und Norden, und in großer Wut zieht er aus, um viele zu verderben und zu bannen.
22149#Daniel,11,45#45. Und er pflanzt auf die Zelte seines Palastes zwischen Meeren und dem Berg der heiligen Lust, und er kommt bis an sein Ende, und niemand hilft ihm.
22150#Daniel,12,1#1. In jener Zeit aber wird Michaël, der große Himmelsoberste, auftreten, der für die Kinder deines Volkes einsteht. Und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie es keine gab, seit ein Volk ist, bis auf jene Zeit; aber in jener Zeit wird dein Volk gerettet, jeder, der sich eingeschrieben findet in dem Buch.
22151#Daniel,12,2#2. Und viele von denen, die im Erdenstaub schlafen, werden erwachen; die zum ewigen Leben und die zur Schmach, zu ewigem Abscheu.
22152#Daniel,12,3#3. Die Verständigen aber werden leuchten wie der Himmelsfläche Glanz, und die viele zur Rechtlichkeit geführt, wie die Sterne immer und ewig.
22153#Daniel,12,4#4. Du aber, Danijel, verschließe die Worte und versiegle die Schrift bis zur Zeit des Endes, da viele vorbeigehn werden und die Erkenntnis wächst.'
22154#Daniel,12,5#5. Und ich, Danijel, sah, und sieh, zwei andere standen da, einer diesseits des Stromufers und einer jenseits des Stromufers.
22155#Daniel,12,6#6. Und er sprach zu dem in Linnen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Stromes stand: ,Bis wann (steht noch aus) das Ende der wunderbaren Dinge?'
22156#Daniel,12,7#7. Da hörte ich den in Linnen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Stromes stand; er hob seine Rechte und seine Linke zum Himmel und schwor bei dem Ewiglebenden: ,Bis auf Zeit, Zeiten und eine Hälfte; und wenn er vollends die Macht des heiligen Volkes zerschmettert hat, wird all dieses zuende kommen.'
22157#Daniel,12,8#8. Ich aber hörte und verstand nicht und sprach: ,Mein Herr, was ist das Ende von diesem?'
22158#Daniel,12,9#9. Er aber sagte: ,Geh, Danijel, denn verschlossen und versiegelt bleiben die Worte bis zur Zeit des Endes.
22159#Daniel,12,10#10. Gesichtet, gereinigt und geläutert werden viele, aber die Frevler werden freveln, und kein Frevler wird es verstehen, aber die Verständigen werden es verstehen.
22160#Daniel,12,11#11. Von der Zeit aber, da das tägliche Opfer abgeschafft und der wüste Greuel hingestellt wurde, sind es tausendzweihundertneunzig Tage.
22161#Daniel,12,12#12. Wohl dem, der ausharrt und tausenddreihundertfünfunddreißig Tage erreicht!
22162#Daniel,12,13#13. Du aber, geh dem Ende zu, du wirst ruhen und zu deinem Los erstehen am Ende der Tage.»