Job 1:1 Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Derselbe war schlecht und recht, gottesfürchtig und mied das Böse.
Job 1:2 Und zeugte sieben Söhne und drei Töchter;
Job 1:3 und seines Viehs waren siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen, und er hatte viel Gesinde; und er war herrlicher denn alle, die gegen Morgen wohnten.
Job 1:4 Und seine Söhne gingen und machten ein Mahl, ein jeglicher in seinem Hause auf seinen Tag, und sandten hin und luden ihre drei Schwestern, mit ihnen zu essen und zu trinken.
Job 1:5 Und wenn die Tage des Mahls um waren, sandte Hiob hin und heiligte sie und machte sich des Morgens früh auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob gedachte: Meine Söhne möchten gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen. Also tat Hiob allezeit.
Job 1:6 Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den HErrn traten, kam der Satan auch unter ihnen.
Job 1:7 Der HErr aber sprach zu dem Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
Job 1:8 Der HErr sprach zu Satan: Hast du nicht achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht im Lande, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse.
Job 1:9 Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Meinst du, dass Hiob umsonst Gott fürchtet?
Job 1:10 Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher verwahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Gut hat sich ausgebreitet im Lande.
Job 1:11 Aber recke deine Hand aus und taste an alles, was er hat: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen?
Job 1:12 Der HErr sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan aus von dem HErrn.
Job 1:13 Des Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken in ihres Bruders Hause, des Erstgeborenen,
Job 1:14 kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide,
Job 1:15 da fielen die aus Saba herein und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:16 Da er noch redete, kam ein anderer und sprach: Das Feuer Gottes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knechte und verzehrte sie; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:17 Da der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machte drei Rotten und überfielen die Kamele und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:18 Da der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen,
Job 1:19 Und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß auf die vier Ecken des Hauses und warf's auf die jungen Leute, dass sie starben; und ich bin allein entronnen, dass ich dir's ansagte.
Job 1:20 Da stand Hiob auf und zerriss seine Kleider und raufte sein Haupt und fiel auf die Erde und betete an
Job 1:21 und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HErr hat's gegeben, der HErr hat's genommen; der Name des HErrn sei gelobt.
Job 1:22 In diesem allem sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.
Job 2:1 Es begab sich aber des Tages, da die Kinder Gottes kamen und traten vor den HErrn, dass der Satan auch unter ihnen kam und vor den HErrn trat.
Job 2:2 Da sprach der HErr zu dem Satan: Wo kommst du her? Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
Job 2:3 Der HErr sprach zu dem Satan: Hast du nicht acht auf meinen Knecht Hiob gehabt? Denn es ist seinesgleichen im Lande nicht, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse und hält noch fest an seiner Frömmigkeit; du aber hast mich bewogen, dass ich ihn ohne Ursache verderbt habe.
Job 2:4 Der Satan antwortete dem HErrn und sprach: Haut für Haut; und alles was ein Mann hat, lässt er für sein Leben.
Job 2:5 Aber recke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen?
Job 2:6 Der HErr sprach zu dem Satan: Siehe da, er ist in deiner Hand; doch schone seines Lebens!
Job 2:7 Da fuhr der Satan aus vom Angesicht des HErrn und schlug Hiob mit bösen Schwären von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel.
Job 2:8 Und er nahm eine Scherbe und schabte sich und saß in der Asche.
Job 2:9 Und sein Weib sprach zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Ja, sage Gott ab und stirb!
Job 2:10 Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die närrischen Weiber reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? In diesem allem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.
Job 2:11 Da aber die drei Freunde Hiobs hörten all das Unglück, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeglicher aus seinem Ort: Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema. Denn sie wurden eins, dass sie kämen, ihn zu beklagen und zu trösten.
Job 2:12 Und da sie ihre Augen aufhoben von ferne, kannten sie ihn nicht und hoben auf ihre Stimme und weinten, und ein jeglicher zerriss sein Kleid, und sie sprengten Erde auf ihr Haupt gen Himmel
Job 2:13 und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.
Job 3:1 Darnach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
Job 3:2 Und Hiob sprach:
Job 3:3 Der Tag müsse verloren sein, darin ich geboren bin, und die Nacht, welche sprach: Es ist ein Männlein empfangen!
Job 3:4 Derselbe Tag müsse finster sein, und Gott von obenherab müsse nicht nach ihm fragen; kein Glanz müsse über ihn scheinen!
Job 3:5 Finsternis und Dunkel müssen ihn überwältigen, und dicke Wolken müssen über ihm bleiben, und der Dampf am Tage mache ihn grässlich!
Job 3:6 Die Nacht müsse Dunkel einnehmen; sie müsse sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen noch in die Zahl der Monden kommen!
Job 3:7 Siehe, die Nacht müsse einsam sein und kein Jauchzen darin sein!
Job 3:8 Es müssen sie verfluchen die Verflucher des Tages und die da bereit sind, zu erregen den Leviathan!
Job 3:9 Ihre Sterne müssen finster sein in ihrer Dämmerung; sie hoffe aufs Licht, und es komme nicht, und müsse nicht sehen die Wimpern der Morgenröte,
Job 3:10 darum dass sie nicht verschlossen hat die Tür des Leibes meiner Mutter und nicht verborgen das Unglück vor meinen Augen!
Job 3:11 Warum bin ich nicht gestorben von Mutterleib an? Warum bin ich nicht verschieden, da ich aus dem Leibe kam?
Job 3:12 Warum hat man mich auf den Schoß gesetzt? Warum bin ich mit Brüsten gesäugt?
Job 3:13 So läge ich doch nun und wäre still, schliefe und hätte Ruhe
Job 3:14 mit den Königen und Ratsherren auf Erden, die das Wüste bauen,
Job 3:15 oder mit den Fürsten, die Gold haben und deren Häuser voll Silber sind.
Job 3:16 Oder wie eine unzeitige Geburt, die man verborgen hat, wäre ich gar nicht, wie Kinder, die das Licht nie gesehen haben.
Job 3:17 Daselbst müssen doch aufhören die Gottlosen mit Toben; daselbst ruhen doch, die viel Mühe gehabt haben.
Job 3:18 Da haben doch miteinander Frieden die Gefangenen und hören nicht die Stimme des Drängers.
Job 3:19 Da sind beide, klein und groß, und der Knecht ist frei von seinem Herrn.
Job 3:20 Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen und das Leben den betrübten Herzen
Job 3:21 (die des Todes warten, und er kommt nicht, und grüben ihn wohl aus dem Verborgenen,
Job 3:22 die sich sehr freuten und fröhlich wären, wenn sie ein Grab bekämen),
Job 3:23 dem Manne, dessen Weg verborgen ist und vor ihm von Gott verzäunt ward?
Job 3:24 Denn wenn ich essen soll, muss ich seufzen, und mein Heulen fährt heraus wie Wasser.
Job 3:25 Denn was ich gefürchtet habe ist über mich gekommen, und was ich sorgte, hat mich getroffen.
Job 3:26 War ich nicht glückselig? War ich nicht fein stille? Hatte ich nicht gute Ruhe? Und es kommt solche Unruhe!
Job 4:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 4:2 Du hast's vielleicht nicht gern, so man versucht, mit dir zu reden; aber wer kann sich's enthalten?
Job 4:3 Siehe, du hast viele unterwiesen und lässige Hände gestärkt;
Job 4:4 deine Rede hat die Gefallenen aufgerichtet, und die bebenden Kniee hast du gekräftigt.
Job 4:5 Nun aber es an dich kommt, wirst du weich; und nun es dich trifft, erschrickst du.
Job 4:6 Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, deine Hoffnung die Unsträflichkeit deiner Wege?
Job 4:7 Gedenke doch, wo ist ein Unschuldiger umgekommen? oder wo sind die Gerechten je vertilgt?
Job 4:8 Wie ich wohl gesehen habe: die da Mühe pflügen und Unglück säten, ernteten es auch ein;
Job 4:9 durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Geist seines Zorns vertilgt.
Job 4:10 Das Brüllen der Löwen und die Stimme der großen Löwen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.
Job 4:11 Der Löwe ist umgekommen, dass er nicht mehr raubt, und die Jungen der Löwin sind zerstreut.
Job 4:12 Und zu mir ist gekommen ein heimlich Wort, und mein Ohr hat ein Wörtlein davon empfangen.
Job 4:13 Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt,
Job 4:14 da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.
Job 4:15 Und da der Geist an mir vorüberging standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.
Job 4:16 Da stand ein Bild vor meinen Augen, und ich kannte seine Gestalt nicht; es war still, und ich hörte eine Stimme:
Job 4:17 Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?
Job 4:18 Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel, und seine Boten zeiht er der Torheit:
Job 4:19 wie viel mehr die in Lehmhäusern wohnen und auf Erde gegründet sind und werden von Würmern gefressen!
Job 4:20 Es währt vom Morgen bis an den Abend, so werden sie zerschlagen; und ehe sie es gewahr werden, sind sie gar dahin,
Job 4:21 und ihre Nachgelassenen vergehen und sterben auch unversehens.
Job 5:1 Rufe doch! was gilts, ob einer dir antworte? Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden?
Job 5:2 Einen Toren aber erwürgt wohl der Unmut, und den Unverständigen tötet der Eifer.
Job 5:3 Ich sah einen Toren eingewurzelt, und ich fluchte plötzlich seinem Hause.
Job 5:4 Seine Kinder werden fern sein vom Heil und werden zerschlagen werden im Tor, da kein Erretter sein wird.
Job 5:5 Seine Ernte wird essen der Hungrige und auch aus den Hecken sie holen, und sein Gut werden die Durstigen aussaufen.
Job 5:6 Denn Mühsal aus der Erde nicht geht und Unglück aus dem Acker nicht wächst;
Job 5:7 sondern der Mensch wird zu Unglück geboren, wie die Vögel schweben, emporzufliegen.
Job 5:8 Ich aber würde zu Gott mich wenden und meine Sache vor ihn bringen,
Job 5:9 der große Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind:
Job 5:10 der den Regen aufs Land gibt und lässt Wasser kommen auf die Gefilde;
Job 5:11 der die Niedrigen erhöht und den Betrübten emporhilft.
Job 5:12 Er macht zunichte die Anschläge der Listigen, dass es ihre Hand nicht ausführen kann;
Job 5:13 er fängt die Weisen in ihrer Listigkeit und stürzt der Verkehrten Rat,
Job 5:14 dass sie des Tages in der Finsternis laufen und tappen am Mittag wie in der Nacht.
Job 5:15 Er hilft den Armen von dem Schwert, von ihrem Munde und von der Hand des Mächtigen,
Job 5:16 und ist des Armen Hoffnung, dass die Bosheit wird ihren Mund müssen zuhalten.
Job 5:17 Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.
Job 5:18 Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilt.
Job 5:19 Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren:
Job 5:20 in der Teuerung wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand;
Job 5:21 Er wird dich verbergen vor der Geißel Zunge, dass du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt;
Job 5:22 im Verderben und im Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten;
Job 5:23 sondern sein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere im Lande werden Frieden mit dir halten.
Job 5:24 Und du wirst erfahren, dass deine Hütte Frieden hat, und wirst deine Behausung versorgen und nichts vermissen,
Job 5:25 und wirst erfahren, dass deines Samens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden,
Job 5:26 und wirst im Alter zum Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit.
Job 5:27 Siehe, das haben wir erforscht und ist also; dem gehorche und merke du dir's.
Job 6:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 6:2 Wenn man doch meinen Unmut wöge und mein Leiden zugleich in die Waage legte!
Job 6:3 Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer; darum gehen meine Worte irre.
Job 6:4 Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir: derselben Gift muss mein Geist trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.
Job 6:5 Das Wild schreit nicht, wenn es Gras hat; der Ochse blökt nicht, wenn er sein Futter hat.
Job 6:6 Kann man auch essen, was ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?
Job 6:7 Was meine Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise, mir zum Ekel.
Job 6:8 O, dass meine Bitte geschähe und Gott gäbe mir, was ich hoffe!
Job 6:9 dass Gott anfinge und zerschlüge mich und ließe seine Hand gehen und zerscheiterte mich!
Job 6:10 So hätte ich nun Trost, und wollte bitten in meiner Krankheit, dass er nur nicht schonte, habe ich doch nicht verleugnet die Reden des Heiligen.
Job 6:11 Was ist meine Kraft, dass ich möge beharren? und welches ist mein Ende, dass meine Seele geduldig sein sollte?
Job 6:12 Ist doch meine Kraft nicht steinern und mein Fleisch nicht ehern.
Job 6:13 Habe ich doch nirgend Hilfe, und mein Vermögen ist dahin.
Job 6:14 Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert, der verlässt des Allmächtigen Furcht.
Job 6:15 Meine Brüder trügen wie ein Bach, wie Wasserströme, die vergehen,
Job 6:16 die trübe sind vom Eis, in die der Schnee sich birgt:
Job 6:17 zur Zeit, wenn sie die Hitze drückt, versiegen sie; wenn es heiß wird, vergehen sie von ihrer Stätte.
Job 6:18 Die Reisezüge gehen ab vom Wege, sie treten aufs Ungebahnte und kommen um;
Job 6:19 die Reisezüge von Thema blicken ihnen nach, die Karawanen von Saba hofften auf sie:
Job 6:20 aber sie wurden zu Schanden über ihrer Hoffnung und mussten sich schämen, als sie dahin kamen.
Job 6:21 So seid ihr jetzt ein Nichts geworden, und weil ihr Jammer sehet, fürchtet ihr euch.
Job 6:22 Habe ich auch gesagt: Bringet her von eurem Vermögen und schenkt mir
Job 6:23 und errettet mich aus der Hand des Feindes und erlöst mich von der Hand der Gewalttätigen?
Job 6:24 Lehret mich, so will ich schweigen; und was ich nicht weiß, darin unterweist mich.
Job 6:25 Warum tadelt ihr rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen könnte?
Job 6:26 Gedenket ihr, Worte zu strafen? Aber eines Verzweifelten Rede ist für den Wind.
Job 6:27 Ihr fielet wohl über einen armen Waisen her und grübet eurem Nachbarn Gruben.
Job 6:28 Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde.
Job 6:29 Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben.
Job 6:30 Ist denn auf meiner Zunge Unrecht, oder sollte mein Gaumen Böses nicht merken?
Job 7:1 Muss nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
Job 7:2 Wie ein Knecht sich sehnt nach dem Schatten und ein Tagelöhner, dass seine Arbeit aus sei,
Job 7:3 also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elender Nächte sind mir viel geworden.
Job 7:4 Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und der Abend ward mir lang; ich wälzte mich und wurde des satt bis zur Dämmerung.
Job 7:5 Mein Fleisch ist um und um wurmig und knotig; meine Haut ist verschrumpft und zunichte geworden.
Job 7:6 Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn die Weberspule und sind vergangen, dass kein Aufhalten dagewesen ist.
Job 7:7 Gedenke, dass mein Leben ein Wind ist und meine Augen nicht wieder Gutes sehen werden.
Job 7:8 Und kein lebendiges Auge wird mich mehr schauen; sehen deine Augen nach mir, so bin ich nicht mehr.
Job 7:9 Eine Wolke vergeht und fährt dahin: also, wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf
Job 7:10 und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennt ihn nicht mehr.
Job 7:11 Darum will ich auch meinem Munde nicht wehren; ich will reden in der Angst meines Herzens und will klagen in der Betrübnis meiner Seele.
Job 7:12 Bin ich denn ein Meer oder ein Meerungeheuer, dass du mich so verwahrst?
Job 7:13 Wenn ich gedachte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir meinen Jammer erleichtern,
Job 7:14 so erschrecktest du mich mit Träumen und machtest mir Grauen durch Gesichte,
Job 7:15 dass meine Seele wünschte erstickt zu sein und meine Gebeine den Tod.
Job 7:16 Ich begehre nicht mehr zu leben. Lass ab von mir, denn meine Tage sind eitel.
Job 7:17 Was ist ein Mensch, dass du ihn groß achtest und bekümmerst dich um ihn?
Job 7:18 Du suchst ihn täglich heim und versuchst ihn alle Stunden.
Job 7:19 Warum tust du dich nicht von mir und lässest mich nicht, bis ich nur meinen Speichel schlinge?
Job 7:20 Habe ich gesündigt, was tue ich dir damit, o du Menschenhüter? Warum machst du mich zum Ziel deiner Anläufe, dass ich mir selbst eine Last bin?
Job 7:21 Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst weg meine Sünde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn du mich morgen suchst, werde ich nicht da sein.
Job 8:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 8:2 Wie lange willst du solches reden und sollen die Reden deines Mundes so einen stolzen Mut haben?
Job 8:3 Meinst du, dass Gott unrecht richte oder der Allmächtige das Recht verkehre?
Job 8:4 Haben deine Söhne vor ihm gesündigt, so hat er sie verstoßen um ihrer Missetat willen.
Job 8:5 So du aber dich beizeiten zu Gott tust und zu dem Allmächtigen flehst,
Job 8:6 und so du rein und fromm bist, so wird er aufwachen zu dir und wird wieder aufrichten deine Wohnung um deiner Gerechtigkeit willen;
Job 8:7 und was du zuerst wenig gehabt hast, wird hernach gar sehr zunehmen.
Job 8:8 Denn frage die vorigen Geschlechter und merke auf das, was ihr Väter erforscht haben;
Job 8:9 denn wir sind von gestern her und wissen nichts; unser Leben ist ein Schatten auf Erden.
Job 8:10 Sie werden dich's lehren und dir sagen und ihre Rede aus ihrem Herzen hervorbringen:
Job 8:11 „Kann auch ein Rohr aufwachsen, wo es nicht feucht steht? oder Schilf wachsen ohne Wasser?
Job 8:12 Sonst wenn's noch in der Blüte ist, ehe es abgehauen wird, verdorrt es vor allem Gras.
Job 8:13 So geht es allen denen, die Gottes vergessen; und die Hoffnung der Heuchler wird verloren sein.
Job 8:14 Denn seine Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist eine Spinnwebe.
Job 8:15 Er verlässt sich auf sein Haus, und wird doch nicht bestehen; er wird sich daran halten, aber doch nicht stehenbleiben.
Job 8:16 Er steht voll Saft im Sonnenschein, und seine Reiser wachsen hervor in seinem Garten.
Job 8:17 Seine Saat steht dick bei den Quellen und sein Haus auf Steinen.
Job 8:18 Wenn er ihn aber verschlingt von seiner Stätte, wird sie sich gegen ihn stellen, als kennte sie ihn nicht.
Job 8:19 Siehe, das ist die Freude seines Wesens; und aus dem Staube werden andere wachsen.”
Job 8:20 Darum siehe, dass Gott nicht verwirft die Frommen und erhält nicht die Hand der Boshaften,
Job 8:21 bis dass dein Mund voll Lachens werde und deine Lippen voll Jauchzens.
Job 8:22 Die dich aber hassen, werden zu Schanden werden, und der Gottlosen Hütte wird nicht bestehen.
Job 9:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 9:2 Ja, ich weiß gar wohl, dass es also ist und dass ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott.
Job 9:3 Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.
Job 9:4 Er ist weise und mächtig; wem ist's je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat?
Job 9:5 Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden, die er in seinem Zorn umkehrt.
Job 9:6 Er bewegt die Erde aus ihrem Ort, dass ihre Pfeiler zittern.
Job 9:7 Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne.
Job 9:8 Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meeres.
Job 9:9 Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag.
Job 9:10 Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
Job 9:11 Siehe, er geht an mir vorüber, ehe ich's gewahr werde, und wandelt vorbei, ehe ich's merke.
Job 9:12 Siehe, wenn er hinreißt, wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was machst du?
Job 9:13 Er ist Gott; seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihn mussten sich beugen die Helfer Rahabs.
Job 9:14 Wie sollte ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn?
Job 9:15 Wenn ich auch recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten, sondern ich müsste um mein Recht flehen.
Job 9:16 Wenn ich ihn schon anrufe, und er mir antwortet, so glaube ich doch nicht, dass er meine Stimme höre.
Job 9:17 Denn er fährt über mich mit Ungestüm und macht mir Wunden viel ohne Ursache.
Job 9:18 Er lässt meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrübnis.
Job 9:19 Will man Macht, so ist er zu mächtig; will man Recht, wer will mein Zeuge sein?
Job 9:20 Sage ich, dass ich gerecht bin, so verdammt er mich doch; bin ich Unschuldig, so macht er mich doch zu Unrecht.
Job 9:21 Ich bin unschuldig! ich frage nicht nach meiner Seele, begehre keines Lebens mehr.
Job 9:22 Es ist eins, darum sage ich: Er bringt um beide, den Frommen und den Gottlosen.
Job 9:23 Wenn er anhebt zu geißeln, so dringt er alsbald zum Tod und spottet der Anfechtung der Unschuldigen.
Job 9:24 Das Land aber wird gegeben unter die Hand der Gottlosen, und der Richter Antlitz verhüllt er. Ist's nicht also, wer anders sollte es tun?
Job 9:25 Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Läufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt.
Job 9:26 Sie sind dahingefahren wie die Rohrschiffe, wie ein Adler fliegt zur Speise.
Job 9:27 Wenn ich gedenke: Ich will meiner Klage vergessen und meine Gebärde lassen fahren und mich erquicken,
Job 9:28 so fürchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weiß, dass du mich nicht unschuldig sein lässest.
Job 9:29 Ich muss ja doch ein Gottloser sein; warum mühe ich mich denn so vergeblich?
Job 9:30 Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche und reinigte mein Hände mit Lauge,
Job 9:31 so wirst du mich doch tauchen in Kot, und so werden mir meine Kleider greulich anstehen.
Job 9:32 Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten könnte, dass wir vor Gericht miteinander kämen.
Job 9:33 Es ist zwischen uns kein Schiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.
Job 9:34 Er nehme von mir seine Rute und lasse seinen Schrecken von mir,
Job 9:35 dass ich möge reden und mich nicht vor ihm fürchten dürfe; denn ich weiß, dass ich kein solcher bin.
Job 10:1 Meine Seele verdrießt mein Leben; ich will meiner Klage bei mir ihren Lauf lassen und reden in der Betrübnis meiner Seele
Job 10:2 und zu Gott sagen: Verdamme mich nicht! lass mich wissen, warum du mit mir haderst.
Job 10:3 Gefällt dir's, dass du Gewalt tust und mich verwirfst, den deine Hände gemacht haben, und bringst der Gottlosen Vornehmen zu Ehren?
Job 10:4 Hast du denn auch fleischliche Augen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht?
Job 10:5 Oder ist deine Zeit wie eines Menschen Zeit, oder deine Jahre wie eines Mannes Jahre?
Job 10:6 dass du nach einer Missetat fragest und suchest meine Sünde,
Job 10:7 so du doch weißt wie ich nicht gottlos sei, so doch niemand ist, der aus deiner Hand erretten könne.
Job 10:8 Deine Hände haben mich bereitet und gemacht alles, was ich um und um bin; und du wolltest mich verderben?
Job 10:9 Gedenke doch, dass du mich aus Lehm gemacht hast; und wirst mich wieder zu Erde machen?
Job 10:10 Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse lassen gerinnen?
Job 10:11 Du hast mir Haut und Fleisch angezogen; mit Gebeinen und Adern hast du mich zusammengefügt.
Job 10:12 Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahrt meinen Odem.
Job 10:13 Aber dies verbargst du in deinem Herzen, ich weiß, dass du solches im Sinn hattest:
Job 10:14 wenn ich sündigte, so wolltest du es bald merken und meine Missetat nicht ungestraft lassen.
Job 10:15 Bin ich gottlos, dann wehe mir! bin ich gerecht, so darf ich doch mein Haupt nicht aufheben, als der ich voll Schmach bin und sehe mein Elend.
Job 10:16 Und wenn ich es aufrichte, so jagst du mich wie ein Löwe und handelst wiederum wunderbar an mir.
Job 10:17 Du erneuest deine Zeugen wider mich und machst deines Zornes viel auf mich; es zerplagt mich eins über das andere in Haufen.
Job 10:18 Warum hast du mich aus Mutterleib kommen lassen? Ach, dass ich wäre umgekommen und mich nie ein Auge gesehen hätte!
Job 10:19 So wäre ich, als die nie gewesen sind, von Mutterleibe zum Grabe gebracht.
Job 10:20 Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre er auf und lasse ab von mir, dass ich ein wenig erquickt werde,
Job 10:21 ehe ich denn hingehe und komme nicht wieder, ins Land der Finsternis und des Dunkels,
Job 10:22 ins Land da es stockfinster ist und da keine Ordnung ist, und wenn's hell wird, so ist es wie Finsternis.
Job 11:1 Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
Job 11:2 Wenn einer lang geredet, muss er nicht auch hören? Muss denn ein Schwätzer immer recht haben?
Job 11:3 Müssen die Leute zu deinem eitlen Geschwätz schweigen, dass du spottest und niemand dich beschäme?
Job 11:4 Du sprichst: Meine Rede ist rein, und lauter bin ich vor deinen Augen.
Job 11:5 Ach, dass Gott mit dir redete und täte seine Lippen auf
Job 11:6 und zeigte dir die heimliche Weisheit! Denn er hätte noch wohl mehr an dir zu tun, auf dass du wissest, dass er deiner Sünden nicht aller gedenkt.
Job 11:7 Meinst du, dass du wissest, was Gott weiß, und wollest es so vollkommen treffen wie der Allmächtige?
Job 11:8 Es ist höher denn der Himmel; was willst du tun? tiefer denn die Hölle; was kannst du wissen?
Job 11:9 länger denn die Erde und breiter denn das Meer.
Job 11:10 So er daherfährt und gefangen legt und Gericht hält, wer will's ihm wehren?
Job 11:11 Denn er kennt die losen Leute, er sieht die Untugend, und sollte es nicht merken?
Job 11:12 Ein unnützer Mann bläht sich, und ein geborener Mensch will sein wie ein junges Wild.
Job 11:13 Wenn du dein Herz richtetest und deine Hände zu ihm ausbreitetest;
Job 11:14 wenn du die Untugend, die in deiner Hand ist, fern von dir tätest, dass in deiner Hütte kein Unrecht bliebe:
Job 11:15 so möchtest du dein Antlitz aufheben ohne Tadel und würdest fest sein und dich nicht fürchten.
Job 11:16 Dann würdest du der Mühsal vergessen und so wenig gedenken als des Wassers, das vorübergeht;
Job 11:17 und die Zeit deines Lebens würde aufgehen wie der Mittag, und das Finstere würde ein lichter Morgen werden;
Job 11:18 und dürftest dich dessen trösten, dass Hoffnung da sei; würdest dich umsehen und in Sicherheit schlafen legen;
Job 11:19 würdest ruhen, und niemand würde dich aufschrecken; und viele würden vor dir flehen.
Job 11:20 Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten, und sie werden nicht entrinnen können; denn Hoffnung wird ihrer Seele fehlen.
Job 12:1 Da antwortete Hiob und sprach:
Job 12:2 Ja, ihr seid die Leute, mit euch wird die Weisheit sterben!
Job 12:3 Ich habe so wohl ein Herz als ihr und bin nicht geringer denn ihr; und wer ist, der solches nicht wisse?
Job 12:4 Ich muss von meinem Nächsten verlacht sein, der ich Gott anrief, und er erhörte mich. Der Gerechte und Fromme muss verlacht sein
Job 12:5 und ist ein verachtet Lichtlein vor den Gedanken der Stolzen, steht aber, dass sie sich daran ärgern.
Job 12:6 Der Verstörer Hütten haben die Fülle, und Ruhe haben, die wider Gott toben, die ihren Gott in der Faust führen.
Job 12:7 Frage doch das Vieh, das wird dich's lehren und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir's sagen;
Job 12:8 oder rede mit der Erde, die wird dich's lehren, und die Fische im Meer werden dir's erzählen.
Job 12:9 Wer erkennte nicht an dem allem, dass des HErrn Hand solches gemacht hat?
Job 12:10 dass in seiner Hand ist die Seele alles dessen, was da lebt, und der Geist des Fleisches aller Menschen?
Job 12:11 Prüft nicht das Ohr die Rede? und der Mund schmeckt die Speise?
Job 12:12 Ja, „bei den Großvätern ist die Weisheit, und der Verstand bei den Alten”.
Job 12:13 Bei ihm ist Weisheit und Gewalt, Rat und Verstand.
Job 12:14 Siehe, wenn er zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.
Job 12:15 Siehe, wenn er das Wasser verschließt, so wird alles dürr; und wenn er's auslässt, so kehrt es das Land um.
Job 12:16 Er ist stark und führt es aus. Sein ist, der da irrt und der da verführt.
Job 12:17 Er führt die Klugen wie einen Raub und macht die Richter toll.
Job 12:18 Er löst auf der Könige Zwang und bindet mit einem Gurt ihre Lenden.
Job 12:19 Er führt die Priester wie einen Raub und bringt zu Fall die Festen.
Job 12:20 Er entzieht die Sprache den Bewährten und nimmt weg den Verstand der Alten.
Job 12:21 Er schüttet Verachtung auf die Fürsten und macht den Gürtel der Gewaltigen los.
Job 12:22 Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.
Job 12:23 Er macht etliche zu großem Volk und bringt sie wieder um. Er breitet ein Volk aus und treibt es wieder weg.
Job 12:24 Er nimmt weg den Mut der Obersten des Volkes im Lande und macht sie irre auf einem Umwege, da kein Weg ist,
Job 12:25 dass sie in Finsternis tappen ohne Licht; und macht sie irre wie die Trunkenen.
Job 13:1 Siehe, das alles hat mein Auge gesehen und mein Ohr gehört, und ich habe es verstanden.
Job 13:2 Was ihr wisst, das weiß ich auch; und bin nicht geringer denn ihr.
Job 13:3 Doch wollte ich gern zu dem Allmächtigen reden und wollte gern mit Gott rechten.
Job 13:4 Aber ihr deutet's fälschlich und seid alle unnütze Ärzte.
Job 13:5 Wollte Gott, ihr schwieget, so wäret ihr weise.
Job 13:6 Höret doch meine Verantwortung und merket auf die Sache, davon ich rede!
Job 13:7 Wollt ihr Gott verteidigen mit Unrecht und für ihn List brauchen?
Job 13:8 Wollt ihr seine Person ansehen? Wollt ihr Gott vertreten?
Job 13:9 Wird's euch auch wohl gehen, wenn er euch richten wird? Meint ihr, dass ihr ihn täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?
Job 13:10 Er wird euch strafen, wo ihr heimlich Person ansehet.
Job 13:11 Wird er euch nicht erschrecken, wenn er sich wird hervortun, und wird seine Furcht nicht über euch fallen?
Job 13:12 Eure Denksprüche sind Aschensprüche; eure Bollwerke werden wie Lehmhaufen sein.
Job 13:13 Schweiget mir, dass ich rede, es komme über mich, was da will.
Job 13:14 Was soll ich mein Fleisch mit meinen Zähnen davontragen und meine Seele in meine Hände legen?
Job 13:15 Siehe, er wird mich doch erwürgen, und ich habe nichts zu hoffen; doch will ich meine Wege vor ihm verantworten.
Job 13:16 Er wird ja mein Heil sein; denn es kommt kein Heuchler vor ihn.
Job 13:17 Höret meine Rede, und meine Auslegung gehe ein zu euren Ohren.
Job 13:18 Siehe, ich bin zum Rechtsstreit gerüstet; ich weiß, dass ich recht behalten werde.
Job 13:19 Wer ist, der mit mir rechten könnte? Denn dann wollte ich schweigen und verscheiden.
Job 13:20 Zweierlei tue mir nur nicht, so will ich mich vor dir nicht verbergen:
Job 13:21 lass deine Hand fern von mir sein, und dein Schrecken erschrecke mich nicht!
Job 13:22 Dann rufe, ich will antworten, oder ich will reden, antworte du mir!
Job 13:23 Wie viel ist meiner Missetaten und Sünden? Lass mich wissen meine Übertretung und Sünde.
Job 13:24 Warum verbirgst du dein Antlitz und hältst mich für deinen Feind?
Job 13:25 Willst du wider ein fliegend Blatt so ernst sein und einen dürren Halm verfolgen?
Job 13:26 Denn du schreibst mir Betrübnis an und willst über mich bringen die Sünden meiner Jugend.
Job 13:27 Du hast meinen Fuß in den Stock gelegt und hast acht auf alle meine Pfade und siehst auf die Fußtapfen meiner Füße,
Job 13:28 der ich doch wie Moder vergehe und wie ein Kleid, das die Motten fressen.
Job 14:1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
Job 14:2 geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.
Job 14:3 Und du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehest.
Job 14:4 Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer.
Job 14:5 Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten.
Job 14:6 So tu dich von ihm, dass er Ruhe habe, bis dass seine Zeit komme, deren er wie ein Tagelöhner wartet.
Job 14:7 Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, dass er sich wieder erneue, und seine Schößlinge hören nicht auf.
Job 14:8 Ob seine Wurzel in der Erde veraltet und sein Stamm im Staub erstirbt,
Job 14:9 so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und wächst daher, als wäre er erst gepflanzt.
Job 14:10 Aber der Mensch stirbt und ist dahin; er verscheidet, und wo ist er?
Job 14:11 Wie ein Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet,
Job 14:12 so ist ein Mensch, wenn er sich legt, und wird nicht aufstehen und wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
Job 14:13 Ach dass du mich in der Hölle verdecktest und verbärgest, bis dein Zorn sich lege, und setztest mir ein Ziel, dass du an mich dächtest.
Job 14:14 Wird ein toter Mensch wieder leben? Alle Tage meines Streites wollte ich harren, bis dass meine Veränderung komme!
Job 14:15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände.
Job 14:16 Jetzt aber zählst du meine Gänge. Hast du nicht acht auf meine Sünden?
Job 14:17 Du hast meine Übertretungen in ein Bündlein versiegelt und meine Missetat zusammengefasst.
Job 14:18 Zerfällt doch ein Berg und vergeht, und ein Fels wird von seinem Ort versetzt;
Job 14:19 Wasser wäscht Steine weg, und seine Fluten flößen die Erde weg: aber des Menschen Hoffnung ist verloren;
Job 14:20 denn du stößest ihn gar um, dass er dahinfährt, veränderst sein Wesen und lässest ihn fahren.
Job 14:21 Sind seine Kinder in Ehren, das weiß er nicht; oder ob sie gering sind, des wird er nicht gewahr.
Job 14:22 Nur sein eigen Fleisch macht ihm Schmerzen, und seine Seele ist ihm voll Leides.
Job 15:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 15:2 Soll ein weiser Mann so aufgeblasene Worte reden und seinen Bauch so blähen mit leeren Reden?
Job 15:3 Du verantwortest dich mit Worten, die nicht taugen, und dein Reden ist nichts nütze.
Job 15:4 Du hast die Furcht fahren lassen und redest verächtlich vor Gott.
Job 15:5 Denn deine Missetat lehrt deinen Mund also, und hast erwählt eine listige Zunge.
Job 15:6 Dein Mund verdammt dich, und nicht ich; deine Lippen zeugen gegen dich.
Job 15:7 Bist du der erste Mensch geboren? bist du vor allen Hügeln empfangen?
Job 15:8 Hast du Gottes heimlichen Rat gehört und die Weisheit an dich gerissen?
Job 15:9 Was weißt du, das wir nicht wissen? was verstehst du, das nicht bei uns sei?
Job 15:10 Es sind Graue und Alte unter uns, die länger gelebt haben denn dein Vater.
Job 15:11 Sollten Gottes Tröstungen so gering vor dir gelten und ein Wort, in Lindigkeit zu dir gesprochen?
Job 15:12 Was nimmt dein Herz vor? was siehst du so stolz?
Job 15:13 Was setzt sich dein Mut gegen Gott, dass du solche Reden aus deinem Munde lässest?
Job 15:14 Was ist ein Mensch, dass er sollte rein sein, und dass er sollte gerecht sein, der von einem Weibe geboren ist?
Job 15:15 Siehe, unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die im Himmel sind nicht rein vor ihm.
Job 15:16 Wie viel weniger ein Mensch, der ein Greuel und schnöde ist, der Unrecht säuft wie Wasser.
Job 15:17 Ich will dir's zeigen, höre mir zu, und ich will dir erzählen, was ich gesehen habe,
Job 15:18 was die Weisen gesagt haben und ihren Vätern nicht verhohlen gewesen ist,
Job 15:19 welchen allein das Land gegeben war, dass kein Fremder durch sie gehen durfte:
Job 15:20 „Der Gottlose bebt sein Leben lang, und dem Tyrannen ist die Zahl seiner Jahre verborgen.
Job 15:21 Was er hört, das schreckt ihn; und wenn's gleich Friede ist, fürchtet er sich, der Verderber komme,
Job 15:22 glaubt nicht, dass er möge dem Unglück entrinnen, und versieht sich immer des Schwerts.
Job 15:23 Er zieht hin und her nach Brot, und es dünkt ihn immer, die Zeit seines Unglücks sei vorhanden.
Job 15:24 Angst und Not schrecken ihn und schlagen ihn nieder wie ein König mit seinem Heer.
Job 15:25 Denn er hat seine Hand wider Gott gestreckt und sich wider den Allmächtigen gesträubt.
Job 15:26 Er läuft mit dem Kopf an ihn und ficht halsstarrig wider ihn.
Job 15:27 Er brüstet sich wie ein fetter Wanst und macht sich feist und dick.
Job 15:28 Er wohnt in verstörten Städten, in Häusern, da man nicht bleiben darf, die auf einem Haufen liegen sollen.
Job 15:29 Er wird nicht reich bleiben, und sein Gut wird nicht bestehen, und sein Glück wird sich nicht ausbreiten im Lande.
Job 15:30 Unfall wird nicht von ihm lassen. Die Flamme wird seine Zweige verdorren, und er wird ihn durch den Odem seines Mundes wegnehmen.
Job 15:31 Er wird nicht bestehen, denn er ist in seinem eiteln Dünkel betrogen; und eitel wird sein Lohn werden.
Job 15:32 Er wird ein Ende nehmen vor der Zeit; und sein Zweig wird nicht grünen.
Job 15:33 Er wird abgerissen werden wie eine unzeitige Traube vom Weinstock, und wie ein Ölbaum seine Blüte abwirft.
Job 15:34 Denn der Heuchler Versammlung wird einsam bleiben; und das Feuer wird fressen die Hütten derer, die Geschenke nehmen.
Job 15:35 Sie gehen schwanger mit Unglück und gebären Mühsal, und ihr Schoß bringt Trug.”
Job 16:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 16:2 Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster!
Job 16:3 Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden?
Job 16:4 Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt, so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln.
Job 16:5 Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.
Job 16:6 Aber wenn ich schon rede, so schont mein der Schmerz nicht; lasse ich's anstehen so geht er nicht von mir.
Job 16:7 Nun aber macht er mich müde und verstört alles, was ich bin.
Job 16:8 Er hat mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht.
Job 16:9 Sein Grimm zerreißt, und der mir gram ist, beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.
Job 16:10 Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt.
Job 16:11 Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen.
Job 16:12 Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet.
Job 16:13 Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.
Job 16:14 Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger.
Job 16:15 Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt.
Job 16:16 Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt,
Job 16:17 wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.
Job 16:18 Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte!
Job 16:19 Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe.
Job 16:20 Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott,
Job 16:21 dass er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde.
Job 16:22 Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde.
Job 17:1 Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da.
Job 17:2 Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muss mein Auge weilen.
Job 17:3 Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten?
Job 17:4 Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen den Sieg geben.
Job 17:5 Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.
Job 17:6 Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muss mir ins Angesicht speien lassen.
Job 17:7 Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
Job 17:8 Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler.
Job 17:9 Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.
Job 17:10 Wohlan, so kehrt euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.
Job 17:11 Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben.
Job 17:12 Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht.
Job 17:13 Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht;
Job 17:14 Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester:
Job 17:15 was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen?
Job 17:16 Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen.
Job 18:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 18:2 Wann wollt ihr der Reden ein Ende machen? Merkt doch; darnach wollen wir reden.
Job 18:3 Warum werden wir geachtet wie Vieh und sind so unrein vor euren Augen?
Job 18:4 Willst du vor Zorn bersten? Meinst du, dass um deinetwillen die Erde verlassen werde und der Fels von seinem Ort versetzt werde?
Job 18:5 Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten.
Job 18:6 Das Licht wird finster werden in seiner Hütte, und seine Leuchte über ihm verlöschen.
Job 18:7 Seine kräftigen Schritte werden in die Enge kommen, und sein Anschlag wird ihn fällen.
Job 18:8 Denn er ist mit seinen Füßen in den Strick gebracht und wandelt im Netz.
Job 18:9 Der Strick wird seine Ferse halten, und die Schlinge wird ihn erhaschen.
Job 18:10 Sein Strick ist gelegt in die Erde, und seine Falle auf seinem Gang.
Job 18:11 Um und um wird ihn schrecken plötzliche Furcht, dass er nicht weiß, wo er hinaus soll.
Job 18:12 Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen.
Job 18:13 Die Glieder seines Leibes werden verzehrt werden; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes.
Job 18:14 Seine Hoffnung wird aus seiner Hütte ausgerottet werden, und es wird ihn treiben zum König des Schreckens.
Job 18:15 In seiner Hütte wird nichts bleiben; über seine Stätte wird Schwefel gestreut werden.
Job 18:16 Von unten werden verdorren seine Wurzeln, und von oben abgeschnitten seine Zweige.
Job 18:17 Sein Gedächtnis wird vergehen in dem Lande, und er wird keinen Namen haben auf der Gasse.
Job 18:18 Er wird vom Licht in die Finsternis vertrieben und vom Erdboden verstoßen werden.
Job 18:19 Er wird keine Kinder haben und keine Enkel unter seinem Volk; es wird ihm keiner übrigbleiben in seinen Gütern.
Job 18:20 Die nach ihm kommen, werden sich über seinen Tag entsetzen; und die vor ihm sind, wird eine Furcht ankommen.
Job 18:21 Das ist die Wohnung des Ungerechten; und dies ist die Stätte des, der Gott nicht achtet.
Job 19:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 19:2 Wie lange plagt ihr doch meine Seele und peinigt mich mit Worten?
Job 19:3 Ihr habt mich nun zehnmal gehöhnt und schämt euch nicht, dass ihr mich also umtreibt.
Job 19:4 Irre ich, so irre ich mir.
Job 19:5 Wollt ihr wahrlich euch über mich erheben und wollt meine Schmach mir beweisen,
Job 19:6 so merkt doch nun einmal, dass mir Gott Unrecht tut und hat mich mit seinem Jagdstrick umgeben.
Job 19:7 Siehe, ob ich schon schreie über Frevel, so werde ich doch nicht erhört; ich rufe, und ist kein Recht da.
Job 19:8 Er hat meinen Weg verzäunt, dass ich nicht kann hinübergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellt.
Job 19:9 Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen.
Job 19:10 Er hat mich zerbrochen um und um und lässt mich gehen und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum.
Job 19:11 Sein Zorn ist über mich ergrimmt, und er achtet mich für seinen Feind.
Job 19:12 Seine Kriegsscharen sind miteinander gekommen und haben ihren Weg gegen mich gebahnt und haben sich um meine Hütte her gelagert.
Job 19:13 Er hat meine Brüder fern von mir getan, und meine Verwandten sind mir fremd geworden.
Job 19:14 Meine Nächsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen.
Job 19:15 Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für fremd; ich bin unbekannt geworden vor ihren Augen.
Job 19:16 Ich rief meinen Knecht, und er antwortete mir nicht; ich musste ihn anflehen mit eigenem Munde.
Job 19:17 Mein Odem ist zuwider meinem Weibe, und ich bin ein Ekel den Kindern meines Leibes.
Job 19:18 Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich ihnen widerstehe, so geben sie mir böse Worte.
Job 19:19 Alle meine Getreuen haben einen Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich auch gegen mich gekehrt.
Job 19:20 Mein Gebein hanget an mir an Haut und Fleisch, und ich kann meine Zähne mit der Haut nicht bedecken.
Job 19:21 Erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr meine Freunde! denn die Hand Gottes hat mich getroffen.
Job 19:22 Warum verfolgt ihr mich gleich wie Gott und könnt meines Fleisches nicht satt werden?
Job 19:23 Ach dass meine Reden geschrieben würden! ach dass sie in ein Buch gestellt würden!
Job 19:24 mit einem eisernen Griffel auf Blei und zum ewigem Gedächtnis in Stein gehauen würden!
Job 19:25 Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben.
Job 19:26 Und nachdem diese meine Haut zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen.
Job 19:27 Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Darnach sehnen sich meine Nieren in meinem Schoß.
Job 19:28 Wenn ihr sprecht: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache gegen ihn finden!
Job 19:29 so fürchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn über die Missetaten, auf dass ihr wisst, dass ein Gericht sei.
Job 20:1 Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
Job 20:2 Darauf muss ich antworten und kann nicht harren.
Job 20:3 Denn ich muss hören, wie man mich straft und tadelt; aber der Geist meines Verstandes soll für mich antworten.
Job 20:4 Weißt du nicht, dass es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind:
Job 20:5 dass der Ruhm der Gottlosen steht nicht lange und die Freude des Heuchlers währt einen Augenblick?
Job 20:6 Wenngleich seine Höhe in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,
Job 20:7 so wird er doch zuletzt umkommen wie Kot, dass die, welche ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?
Job 20:8 Wie ein Traum vergeht, so wird er auch nicht zu finden sein, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.
Job 20:9 Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen; und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.
Job 20:10 Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.
Job 20:11 Seine Gebeine werden seine heimlichen Sünden wohl bezahlen, und sie werden sich mit ihm in die Erde legen.
Job 20:12 Wenn ihm die Bosheit in seinem Munde wohl schmeckt, dass er sie birgt unter seiner Zunge,
Job 20:13 dass er sie hegt und nicht loslässt und sie zurückhält in seinem Gaumen,
Job 20:14 so wird seine Speise inwendig im Leibe sich verwandeln in Otterngalle.
Job 20:15 Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien, und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.
Job 20:16 Er wird der Ottern Gift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.
Job 20:17 Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.
Job 20:18 Er wird arbeiten, und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, dass er deren nicht froh wird.
Job 20:19 Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.
Job 20:20 Denn sein Wanst konnte nicht voll werden; so wird er mit seinem köstlichen Gut nicht entrinnen.
Job 20:21 Nichts blieb übrig vor seinem Fressen; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.
Job 20:22 Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; aller Hand Mühsal wird über ihn kommen.
Job 20:23 Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, wenn er wird den Grimm seines Zorns über ihn senden und über ihn wird regnen lassen seine Speise.
Job 20:24 Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.
Job 20:25 Ein bloßes Schwert wird durch ihn ausgehen; und des Schwertes Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.
Job 20:26 Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht angeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird's übel gehen.
Job 20:27 Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich gegen ihn setzen.
Job 20:28 Das Getreide in seinem Hause wird weggeführt werden, zerstreut am Tage seines Zorns.
Job 20:29 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das ihm zugesprochen wird von Gott.
Job 21:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 21:2 Hört doch meiner Rede zu und lasst mir das anstatt eurer Tröstungen sein!
Job 21:3 Vertragt mich, dass ich auch rede, und spottet darnach mein!
Job 21:4 Handle ich denn mit einem Menschen? oder warum sollte ich ungeduldig sein?
Job 21:5 Kehrt euch her zu mir; ihr werdet erstarren und die Hand auf den Mund legen müssen.
Job 21:6 Wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
Job 21:7 Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu an Gütern?
Job 21:8 Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen.
Job 21:9 Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
Job 21:10 Seinen Stier lässt man zu, und es missrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar.
Job 21:11 Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen.
Job 21:12 Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten.
Job 21:13 Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode,
Job 21:14 die doch sagen zu Gott: „Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen!
Job 21:15 Wer ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?”
Job 21:16 „Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein.”
Job 21:17 Wie oft geschieht's denn, dass die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt? dass er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn?
Job 21:18 dass sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt?
Job 21:19 „Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder”. Er vergelte es ihm selbst, dass er's innewerde.
Job 21:20 Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken.
Job 21:21 Denn was ist ihm gelegen an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monden ihm zugeteilt ist?
Job 21:22 Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet?
Job 21:23 Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge,
Job 21:24 sein Melkfass ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;
Job 21:25 jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
Job 21:26 und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
Job 21:27 Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevles Vornehmen gegen mich.
Job 21:28 Denn ihr sprecht: „Wo ist das Haus des Fürsten? und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohnten?”
Job 21:29 Habt ihr denn die Wanderer nicht befragt und nicht gemerkt ihre Zeugnisse?
Job 21:30 Denn der Böse wird erhalten am Tage des Verderbens, und am Tage des Grimms bleibt er.
Job 21:31 Wer will ihm ins Angesicht sagen, was er verdient? wer will ihm vergelten, was er tut?
Job 21:32 Und er wird zu Grabe geleitet und hält Wache auf seinem Hügel.
Job 21:33 Süß sind ihm die Schollen des Tales, und alle Menschen ziehen ihm nach; und derer, die ihm vorangegangen sind, ist keine Zahl.
Job 21:34 Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antworten finden sich unrecht!
Job 22:1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
Job 22:2 Kann denn ein Mann Gottes etwas nützen? Nur sich selber nützt ein Kluger.
Job 22:3 Meinst du, dem Allmächtigen liege daran, dass du gerecht seist? Was hilft's ihm, wenn deine Wege ohne Tadel sind?
Job 22:4 Meinst du wegen deiner Gottesfurcht strafe er dich und gehe mit dir ins Gericht?
Job 22:5 Nein, deine Bosheit ist zu groß, und deiner Missetaten ist kein Ende.
Job 22:6 Du hast etwa deinem Bruder ein Pfand genommen ohne Ursache; du hast den Nackten die Kleider ausgezogen;
Job 22:7 du hast die Müden nicht getränkt mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt;
Job 22:8 du hast Gewalt im Lande geübt und prächtig darin gegessen;
Job 22:9 die Witwen hast du leer lassen gehen und die Arme der Waisen zerbrochen.
Job 22:10 Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plötzlich erschreckt.
Job 22:11 Solltest du denn nicht die Finsternis sehen und die Wasserflut, die dich bedeckt?
Job 22:12 Ist nicht Gott hoch droben im Himmel? Siehe, die Sterne an droben in der Höhe!
Job 22:13 Und du sprichst: „Was weiß Gott? Sollte er, was im Dunkeln ist, richten können?
Job 22:14 Die Wolken sind die Vordecke, und er sieht nicht; er wandelt im Umkreis des Himmels.”
Job 22:15 Achtest du wohl auf den Weg, darin vorzeiten die Ungerechten gegangen sind?
Job 22:16 die vergangen sind, ehe denn es Zeit war, und das Wasser hat ihren Grund weggewaschen;
Job 22:17 die zu Gott sprachen: „Hebe dich von uns! was sollte der Allmächtige uns tun können?”
Job 22:18 so er doch ihr Haus mit Gütern füllte. Aber der Gottlosen Rat sei ferne von mir.
Job 22:19 Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten:
Job 22:20 „Fürwahr, unser Widersacher ist verschwunden; und sein Übriggelassenes hat das Feuer verzehrt.”
Job 22:21 So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.
Job 22:22 Höre das Gesetz von seinem Munde und fasse seine Reden in dein Herz.
Job 22:23 Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du aufgebaut werden. Tue nur Unrecht ferne hinweg von deiner Hütte
Job 22:24 und wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Ophirgold,
Job 22:25 so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird.
Job 22:26 Dann wirst du Lust haben an dem Allmächtigen und dein Antlitz zu Gott aufheben.
Job 22:27 So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören, und wirst dein Gelübde bezahlen.
Job 22:28 Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Licht wird auf deinem Wege scheinen.
Job 22:29 Denn die sich demütigen, die erhöht er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen.
Job 22:30 Auch der nicht unschuldig war wird errettet werden; er wird aber errettet um deiner Hände Reinigkeit willen.
Job 23:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 23:2 Meine Rede bleibt noch betrübt; meine Macht ist schwach über meinem Seufzen.
Job 23:3 Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhl kommen möchte
Job 23:4 und das Recht vor ihm sollte vorlegen und den Mund voll Verantwortung fassen
Job 23:5 und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde!
Job 23:6 Will er mit großer Macht mit mir rechten? Er stelle sich nicht so gegen mich,
Job 23:7 sondern lege mir's gleich vor, so will ich mein Recht wohl gewinnen.
Job 23:8 Aber ich gehe nun stracks vor mich, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht;
Job 23:9 ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.
Job 23:10 Er aber kennt meinen Weg wohl. Er versuche mich, so will ich erfunden werden wie das Gold.
Job 23:11 Denn ich setze meinen Fuß auf seine Bahn und halte seinen Weg und weiche nicht ab
Job 23:12 und trete nicht von dem Gebot seiner Lippen und bewahre die Rede seines Mundes mehr denn mein eigen Gesetz.
Job 23:13 Doch er ist einig; wer will ihm wehren? Und er macht's wie er will.
Job 23:14 Denn er wird vollführen, was mir bestimmt ist, und hat noch viel dergleichen im Sinne.
Job 23:15 Darum erschrecke ich vor ihm; und wenn ich's bedenke, so fürchte ich mich vor ihm.
Job 23:16 Gott hat mein Herz blöde gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt.
Job 23:17 Denn die Finsternis macht kein Ende mit mir, und das Dunkel will vor mir nicht verdeckt werden.
Job 24:1 Warum sind von dem Allmächtigen nicht Zeiten vorbehalten, und warum sehen, die ihn kennen, seine Tage nicht?
Job 24:2 Man verrückt die Grenzen, raubt die Herde und weidet sie.
Job 24:3 Sie treiben der Waisen Esel weg und nehmen der Witwe Ochsen zum Pfande.
Job 24:4 Die Armen müssen ihnen weichen, und die Dürftigen im Lande müssen sich verkriechen.
Job 24:5 Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie hinaus an ihr Werk und suchen Nahrung; die Einöde gibt ihnen Speise für ihre Kinder.
Job 24:6 Sie ernten auf dem Acker, was er trägt, und lesen den Weinberg des Gottlosen.
Job 24:7 Sie liegen in der Nacht nackt ohne Gewand und haben keine Decke im Frost.
Job 24:8 Sie müssen sich zu den Felsen halten, wenn ein Platzregen von den Bergen auf sie gießt, weil sie sonst keine Zuflucht haben.
Job 24:9 Man reißt das Kind von den Brüsten und macht's zum Waisen und macht die Leute arm mit Pfänden.
Job 24:10 Den Nackten lassen sie ohne Kleider gehen, und den Hungrigen nehmen sie die Garben.
Job 24:11 Sie zwingen sie, Öl zu machen auf ihrer Mühle und ihre Kelter zu treten, und lassen sie doch Durst leiden.
Job 24:12 Sie machen die Leute in der Stadt seufzend und die Seele der Erschlagenen schreiend, und Gott stürzt sie nicht.
Job 24:13 Jene sind abtrünnig geworden vom Licht und kennen seinen Weg nicht und kehren nicht wieder zu seiner Straße.
Job 24:14 Wenn der Tag anbricht, steht auf der Mörder und erwürgt den Armen und Dürftigen; und des Nachts ist er wie ein Dieb.
Job 24:15 Das Auge des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel, und er spricht: „Mich sieht kein Auge”, und verdeckt sein Antlitz.
Job 24:16 Im Finstern bricht man in die Häuser ein; des Tages verbergen sie sich miteinander und scheuen das Licht.
Job 24:17 Denn wie wenn der Morgen käme, ist ihnen allen die Finsternis; denn sie sind bekannt mit den Schrecken der Finsternis.
Job 24:18 „Er fährt leicht wie auf einem Wasser dahin; seine Habe wird gering im Lande, und er baut seinen Weinberg nicht.
Job 24:19 Der Tod nimmt weg, die da sündigen, wie die Hitze und Dürre das Schneewasser verzehrt.
Job 24:20 Der Mutterschoß vergisst sein; die Würmer haben ihre Lust an ihm. Sein wird nicht mehr gedacht; er wird zerbrochen wie ein fauler Baum,
Job 24:21 er, der beleidigt hat die Einsame, die nicht gebiert, und hat der Witwe kein Gutes getan.”
Job 24:22 Aber Gott erhält die Mächtigen durch seine Kraft, dass sie wieder aufstehen, wenn sie am Leben verzweifelten.
Job 24:23 Er gibt ihnen, dass sie sicher seien und eine Stütze haben; und seine Augen sind über ihren Wegen.
Job 24:24 Sie sind hoch erhöht, und über ein kleines sind sie nicht mehr; sinken sie hin, so werden sie weggerafft wie alle andern, und wie das Haupt auf den Ähren werden sie abgeschnitten.
Job 24:25 Ist's nicht also? Wohlan, wer will mich Lügen strafen und bewähren, dass meine Rede nichts sei?
Job 25:1 Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
Job 25:2 Ist nicht Herrschaft und Schrecken bei ihm, der Frieden macht unter seinen Höchsten?
Job 25:3 Wer will seine Kriegsscharen zählen? und über wen geht nicht auf sein Licht?
Job 25:4 Und wie kann ein Mensch gerecht vor Gott sein? und wie kann rein sein eines Weibes Kind?
Job 25:5 Siehe, auch der Mond scheint nicht helle, und die Sterne sind nicht rein vor seinen Augen:
Job 25:6 wie viel weniger ein Mensch, die Made, und ein Menschenkind, der Wurm!
Job 26:1 Hiob antwortete und sprach:
Job 26:2 Wie stehest du dem bei, der keine Kraft hat, hilfst dem, der keine Stärke in den Armen hat!
Job 26:3 Wie gibst du Rat dem, der keine Weisheit hat, und tust kund Verstandes die Fülle!
Job 26:4 Zu wem redest du? und wes Odem geht von dir aus?
Job 26:5 Die Toten ängsten sich tief unter den Wassern und denen, die darin wohnen.
Job 26:6 Das Grab ist aufgedeckt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke.
Job 26:7 Er breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die Erde an nichts.
Job 26:8 Er fasst das Wasser zusammen in seine Wolken, und die Wolken zerreißen darunter nicht.
Job 26:9 Er verhüllt seinen Stuhl und breitet seine Wolken davor.
Job 26:10 Er hat um das Wasser ein Ziel gesetzt, bis wo Licht und Finsternis sich scheiden.
Job 26:11 Die Säulen des Himmels zittern und entsetzen sich vor seinem Schelten.
Job 26:12 Von seiner Kraft wird das Meer plötzlich ungestüm, und durch seinen Verstand zerschmettert er Rahab.
Job 26:13 Am Himmel wird's schön durch seinen Wind, und seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange.
Job 26:14 Siehe, also geht sein Tun, und nur ein geringes Wörtlein davon haben wir vernommen. Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen?
Job 27:1 Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
Job 27:2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht weigert, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt;
Job 27:3 solange mein Odem in mir ist und der Hauch von Gott in meiner Nase ist:
Job 27:4 meine Lippen sollen nichts Unrechtes reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
Job 27:5 Das sei ferne von mir, dass ich euch recht gebe; bis dass mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld.
Job 27:6 Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.
Job 27:7 Aber mein Feind müsse erfunden werden als ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnt, als ein Ungerechter.
Job 27:8 Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, wenn Gott ein Ende mit ihm macht und seine Seele hinreißt?
Job 27:9 Meinst du das Gott sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt?
Job 27:10 Oder kann er an dem Allmächtigen seine Lust haben und Gott allezeit anrufen?
Job 27:11 Ich will euch lehren von der Hand Gottes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
Job 27:12 Siehe, ihr haltet euch alle für klug; warum bringt ihr denn solch unnütze Dinge vor?
Job 27:13 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden:
Job 27:14 wird er viele Kinder haben, so werden sie des Schwertes sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
Job 27:15 Die ihm übrigblieben, wird die Seuche ins Grab bringen; und seine Witwen werden nicht weinen.
Job 27:16 Wenn er Geld zusammenbringt wie Staub und sammelt Kleider wie Lehm,
Job 27:17 so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
Job 27:18 Er baut sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Wächter seine Hütte macht.
Job 27:19 Der Reiche, wenn er sich legt, wird er's nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
Job 27:20 Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
Job 27:21 Der Ostwind wird ihn wegführen, dass er dahinfährt; und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
Job 27:22 Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; vor seiner Hand muss er fliehen und wieder fliehen.
Job 27:23 Man wird über ihn mit den Händen klatschen und über ihn zischen, wo er gewesen ist.
Job 28:1 Es hat das Silber seine Gänge, und das Gold, das man läutert seinen Ort.
Job 28:2 Eisen bringt man aus der Erde, und aus den Steinen schmelzt man Erz.
Job 28:3 Man macht der Finsternis ein Ende und findet zuletzt das Gestein tief verborgen.
Job 28:4 Man bricht einen Schacht von da aus, wo man wohnt; darin hangen und schweben sie als die Vergessenen, da kein Fuß hin tritt, fern von den Menschen.
Job 28:5 Man zerwühlt unten die Erde wie mit Feuer, darauf doch oben die Speise wächst.
Job 28:6 Man findet Saphir an etlichen Orten, und Erdenklöße, da Gold ist.
Job 28:7 Den Steig kein Adler erkannt hat und kein Geiersauge gesehen;
Job 28:8 es hat das stolze Wild nicht darauf getreten und ist kein Löwe darauf gegangen.
Job 28:9 Auch legt man die Hand an die Felsen und gräbt die Berge um.
Job 28:10 Man reißt Bäche aus den Felsen; und alles, was köstlich ist, sieht das Auge.
Job 28:11 Man wehrt dem Strome des Wassers und bringt, das darinnen verborgen ist, ans Licht.
Job 28:12 Wo will man aber die Weisheit finden? und wo ist die Stätte des Verstandes?
Job 28:13 Niemand weiß, wo sie liegt, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen.
Job 28:14 Die Tiefe spricht: „Sie ist in mir nicht”; und das Meer spricht: „Sie ist nicht bei mir”.
Job 28:15 Man kann nicht Gold um sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen.
Job 28:16 Es gilt ihr nicht gleich ophirisch Gold oder köstlicher Onyx und Saphir.
Job 28:17 Gold und Glas kann man ihr nicht vergleichen noch um sie golden Kleinod wechseln.
Job 28:18 Korallen und Kristall achtet man gegen sie nicht. Die Weisheit ist höher zu wägen denn Perlen.
Job 28:19 Topaz aus dem Mohrenland wird ihr nicht gleich geschätzt, und das reinste Gold gilt ihr nicht gleich.
Job 28:20 Woher kommt denn die Weisheit? und wo ist die Stätte des Verstandes?
Job 28:21 Sie ist verhohlen vor den Augen aller Lebendigen, auch den Vögeln unter dem Himmel.
Job 28:22 Der Abgrund und der Tod sprechen: „Wir haben mit unsren Ohren ihr Gerücht gehört.”
Job 28:23 Gott weiß den Weg dazu und kennt ihre Stätte.
Job 28:24 Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist.
Job 28:25 Da er dem Winde sein Gewicht machte und setzte dem Wasser sein gewisses Maß;
Job 28:26 da er dem Regen ein Ziel machte und dem Blitz und Donner den Weg:
Job 28:27 da sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie
Job 28:28 und sprach zu den Menschen: Siehe, die Furcht des HErrn, das ist Weisheit; und meiden das Böse, das ist Verstand.
Job 29:1 Und Hiob hob abermals an seine Sprüche und sprach:
Job 29:2 O dass ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;
Job 29:3 da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;
Job 29:4 wie war ich in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war;
Job 29:5 da der Allmächtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her;
Job 29:6 da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;
Job 29:7 da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;
Job 29:8 da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;
Job 29:9 da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;
Job 29:10 da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge am Gaumen klebte!
Job 29:11 Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.
Job 29:12 Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte.
Job 29:13 Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.
Job 29:14 Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.
Job 29:15 Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
Job 29:16 Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich.
Job 29:17 Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riss den Raub aus seinen Zähnen.
Job 29:18 Ich gedachte: „Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand.”
Job 29:19 Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.
Job 29:20 Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.
Job 29:21 Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.
Job 29:22 Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.
Job 29:23 Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.
Job 29:24 Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.
Job 29:25 Wenn ich zu ihrem Geschäft wollte kommen, so musste ich obenan sitzen und wohnte wie ein König unter Kriegsknechten, da ich tröstete, die Leid trugen.
Job 30:1 Nun aber lachen sie mein, die jünger sind denn ich, deren Väter ich verachtet hätte, sie zu stellen unter meine Schafhunde;
Job 30:2 deren Vermögen ich für nichts hielt; die nicht zum Alter kommen konnten;
Job 30:3 die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdarben und elend wurden;
Job 30:4 die da Nesseln ausraufen um die Büsche, und Ginsterwurzel ist ihre Speise;
Job 30:5 aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben, man schreit über sie wie über einen Dieb;
Job 30:6 in grausigen Tälern wohnen sie, in den Löchern der Erde und Steinritzen;
Job 30:7 zwischen den Büschen rufen sie, und unter den Disteln sammeln sie sich:
Job 30:8 die Kinder gottloser und verachteter Leute, die man aus dem Lande weggetrieben.
Job 30:9 Nun bin ich ihr Spottlied geworden und muss ihr Märlein sein.
Job 30:10 Sie haben einen Greuel an mir und machen sich ferne von mir und scheuen sich nicht, vor meinem Angesicht zu speien.
Job 30:11 Sie haben ihr Seil gelöst und mich zunichte gemacht und ihren Zaum vor mir abgetan.
Job 30:12 Zur Rechten haben sich Buben wider mich gesetzt und haben meinen Fuß ausgestoßen und haben wider mich einen Weg gemacht, mich zu verderben.
Job 30:13 Sie haben meine Steige zerbrochen; es war ihnen so leicht, mich zu beschädigen, dass sie keiner Hilfe dazu bedurften.
Job 30:14 Sie sind gekommen wie zu einer weiten Lücke der Mauer herein und sind ohne Ordnung dahergefallen.
Job 30:15 Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit; und wie eine Wolke zog vorüber mein glückseliger Stand.
Job 30:16 Nun aber gießt sich aus meine Seele über mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.
Job 30:17 Des Nachts wird mein Gebein durchbohrt allenthalben; und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.
Job 30:18 Mit großer Gewalt werde ich anders und anders gekleidet, und ich werde damit umgürtet wie mit einem Rock.
Job 30:19 Man hat mich in den Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und der Asche.
Job 30:20 Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich.
Job 30:21 Du hast mich verwandelt in einen Grausamen und zeigst an mit der Stärke deiner Hand, dass du mir gram bist.
Job 30:22 Du hebst mich auf und lässest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kräftig.
Job 30:23 Denn ich weiß du wirst mich dem Tod überantworten; da ist das bestimmte Haus aller Lebendigen.
Job 30:24 Aber wird einer nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien vor seinem Verderben?
Job 30:25 Ich weinte ja über den, der harte Zeit hatte; und meine Seele jammerte der Armen.
Job 30:26 Ich wartete des Guten, und es kommt das Böse; ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.
Job 30:27 Meine Eingeweide sieden und hören nicht auf; mich hat überfallen die elende Zeit.
Job 30:28 Ich gehe schwarz einher, und brennt mich doch die Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.
Job 30:29 Ich bin ein Bruder der Schakale und ein Geselle der Strauße.
Job 30:30 Meine Haut über mir ist schwarz geworden, und meine Gebeine sind verdorrt vor Hitze.
Job 30:31 Meine Harfe ist eine Klage geworden und meine Flöte ein Weinen.
Job 31:1 Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, dass ich nicht achtete auf eine Jungfrau.
Job 31:2 Was gäbe mir Gott sonst als Teil von oben und was für ein Erbe der Allmächtige in der Höhe?
Job 31:3 Wird nicht der Ungerechte Unglück haben und ein Übeltäter verstoßen werden?
Job 31:4 Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Gänge?
Job 31:5 Habe ich gewandelt in Eitelkeit, oder hat mein Fuß geeilt zum Betrug?
Job 31:6 So wäge man mich auf der rechten Waage, so wird Gott erfahren meine Unschuld.
Job 31:7 Ist mein Gang gewichen aus dem Wege und mein Herz meinen Augen nachgefolgt und klebt ein Flecken an meinen Händen,
Job 31:8 so müsse ich säen, und ein andrer esse es; und mein Geschlecht müsse ausgewurzelt werden.
Job 31:9 Hat sich mein Herz lassen reizen zum Weibe und habe ich an meines Nächsten Tür gelauert,
Job 31:10 so müsse mein Weib von einem andern geschändet werden, und andere müssen bei ihr liegen;
Job 31:11 denn das ist ein Frevel und eine Missetat für die Richter.
Job 31:12 Denn das wäre ein Feuer, das bis in den Abgrund verzehrte und all mein Einkommen auswurzelte.
Job 31:13 Hab ich verachtet das Recht meines Knechtes oder meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten?
Job 31:14 Was wollte ich tun, wenn Gott sich aufmachte, und was würde ich antworten, wenn er heimsuchte?
Job 31:15 Hat ihn nicht auch der gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Schoße ebensowohl bereitet?
Job 31:16 Habe ich den Dürftigen ihr Begehren versagt und die Augen der Witwe lassen verschmachten?
Job 31:17 Hab ich meinen Bissen allein gegessen, und hat nicht der Waise auch davon gegessen?
Job 31:18 Denn ich habe mich von Jugend auf gehalten wie ein Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich gerne getröstet.
Job 31:19 Hab ich jemand sehen umkommen, dass er kein Kleid hatte, und den Armen ohne Decke gehen lassen?
Job 31:20 Haben mich nicht gesegnet seine Lenden, da er von den Fellen meiner Lämmer erwärmt ward?
Job 31:21 Hab ich meine Hand an den Waisen gelegt, weil ich sah, dass ich im Tor Helfer hatte?
Job 31:22 So falle meine Schulter von der Achsel, und mein Arm breche von der Röhre.
Job 31:23 Denn ich fürchte Gottes Strafe über mich und könnte seine Last nicht ertragen.
Job 31:24 Hab ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht und zu dem Goldklumpen gesagt: „Mein Trost”?
Job 31:25 Hab ich mich gefreut, dass ich großes Gut hatte und meine Hand allerlei erworben hatte?
Job 31:26 Hab ich das Licht angesehen, wenn es hell leuchtete, und den Mond, wenn er voll ging,
Job 31:27 dass ich mein Herz heimlich beredet hätte, ihnen Küsse zuzuwerfen mit meiner Hand?
Job 31:28 was auch eine Missetat ist vor den Richtern; denn damit hätte ich verleugnet Gott in der Höhe.
Job 31:29 Hab ich mich gefreut, wenn's meinem Feind übel ging, und habe mich überhoben, darum dass ihn Unglück betreten hatte?
Job 31:30 Denn ich ließ meinen Mund nicht sündigen, dass ich verwünschte mit einem Fluch seine Seele.
Job 31:31 Haben nicht die Männer in meiner Hütte müssen sagen: „Wo ist einer, der von seinem Fleisch nicht wäre gesättigt worden?”
Job 31:32 Draußen musste der Gast nicht bleiben, sondern meine Tür tat ich dem Wanderer auf.
Job 31:33 Hab ich meine Übertretungen nach Menschenweise zugedeckt, dass ich heimlich meine Missetat verbarg?
Job 31:34 Habe ich mir grauen lassen vor der großen Menge, und hat die Verachtung der Freundschaften mich abgeschreckt, dass ich stille blieb und nicht zur Tür ausging?
Job 31:35 O hätte ich einen, der mich anhört! Siehe, meine Unterschrift, der Allmächtige antworte mir!, und siehe die Schrift, die mein Verkläger geschrieben!
Job 31:36 Wahrlich, dann wollte ich sie auf meine Achsel nehmen und mir wie eine Krone umbinden;
Job 31:37 ich wollte alle meine Schritte ihm ansagen und wie ein Fürst zu ihm nahen.
Job 31:38 Wird mein Land gegen mich schreien und werden miteinander seine Furchen weinen;
Job 31:39 hab ich seine Früchte unbezahlt gegessen und das Leben der Ackerleute sauer gemacht:
Job 31:40 so mögen mir Disteln wachsen für Weizen und Dornen für Gerste. Die Worte Hiobs haben ein Ende.
Job 32:1 Da hörten die drei Männer auf, Hiob zu antworten, weil er sich für gerecht hielt.
Job 32:2 Aber Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, des Geschlechts Rams, ward zornig über Hiob, dass er seine Seele gerechter hielt denn Gott.
Job 32:3 Auch ward er zornig über seine drei Freunde, dass sie keine Antwort fanden und doch Hiob verdammten.
Job 32:4 Denn Elihu hatte geharrt, bis dass sie mit Hiob geredet hatten, weil sie älter waren als er.
Job 32:5 Darum, da er sah, dass keine Antwort war im Munde der drei Männer, ward er zornig.
Job 32:6 Und so antwortete Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, und sprach: Ich bin jung, ihr aber seid alt; darum habe ich mich gescheut und gefürchtet, mein Wissen euch kundzutun.
Job 32:7 Ich dachte: Lass das Alter reden, und die Menge der Jahre lass Weisheit beweisen.
Job 32:8 Aber der Geist ist in den Leuten und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.
Job 32:9 Die Großen sind nicht immer die Weisesten, und die Alten verstehen nicht das Recht.
Job 32:10 Darum will ich auch reden; höre mir zu. Ich will mein Wissen auch kundtun.
Job 32:11 Siehe, ich habe geharrt auf das, was ihr geredet habt; ich habe aufgemerkt auf eure Einsicht, bis ihr träfet die rechte Rede,
Job 32:12 und ich habe achtgehabt auf euch. Aber siehe, da ist keiner unter euch, der Hiob zurechtweise oder seiner Rede antworte.
Job 32:13 Sagt nur nicht: „Wir haben Weisheit getroffen; Gott muss ihn schlagen, kein Mensch.”
Job 32:14 Gegen mich hat er seine Worte nicht gerichtet, und mit euren Reden will ich ihm nicht antworten.
Job 32:15 Ach! sie sind verzagt, können nicht mehr antworten; sie können nicht mehr reden.
Job 32:16 Weil ich denn geharrt habe, und sie konnten nicht reden (denn sie stehen still und antworten nicht mehr),
Job 32:17 will ich auch mein Teil antworten und will mein Wissen kundtun.
Job 32:18 Denn ich bin der Reden so voll, dass mich der Odem in meinem Innern ängstet.
Job 32:19 Siehe, mein Inneres ist wie der Most, der zugestopft ist, der die neuen Schläuche zerreißt.
Job 32:20 Ich muss reden, dass ich mir Luft mache; ich muss meine Lippen auftun und antworten.
Job 32:21 Ich will niemands Person ansehen und will keinem Menschen schmeicheln.
Job 32:22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; leicht würde mich sonst mein Schöpfer dahinraffen.
Job 33:1 Höre doch, Hiob, meine Rede und merke auf alle meine Worte!
Job 33:2 Siehe, ich tue meinen Mund auf, und meine Zunge redet in meinem Munde.
Job 33:3 Mein Herz soll recht reden, und meine Lippen sollen den reinen Verstand sagen.
Job 33:4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.
Job 33:5 Kannst du, so antworte mir; rüste dich gegen mich und stelle dich.
Job 33:6 Siehe, ich bin Gottes ebensowohl als du, und aus Lehm bin ich auch gemacht.
Job 33:7 Siehe, du darfst vor mir nicht erschrecken, und meine Hand soll dir nicht zu schwer sein.
Job 33:8 Du hast geredet vor meinen Ohren; die Stimme deiner Reden musste ich hören:
Job 33:9 „Ich bin rein, ohne Missetat, unschuldig und habe keine Sünde;
Job 33:10 siehe, er hat eine Sache gegen mich gefunden, er achtet mich für einen Feind;
Job 33:11 er hat meinen Fuß in den Stock gelegt und hat acht auf alle meine Wege.”
Job 33:12 Siehe, darin hast du nicht recht, muss ich dir antworten; denn Gott ist mehr als ein Mensch.
Job 33:13 Warum willst du mit ihm zanken, dass er dir nicht Rechenschaft gibt alles seines Tuns?
Job 33:14 Denn in einer Weise redet Gott und wieder in einer anderen, nur achtet man's nicht.
Job 33:15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt, wenn sie schlafen auf dem Bette,
Job 33:16 da öffnet er das Ohr der Leute und schreckt sie und züchtigt sie,
Job 33:17 dass er den Menschen von seinem Vornehmen wende und behüte ihn vor Hoffart
Job 33:18 und verschone seine Seele vor dem Verderben und sein Leben, dass es nicht ins Schwert falle.
Job 33:19 Auch straft er ihn mit Schmerzen auf seinem Bette und alle seinen Gebeine heftig
Job 33:20 und richtet ihm sein Leben so zu, dass ihm vor seiner Speise ekelt, und seine Seele, dass sie nicht Lust zu essen hat.
Job 33:21 Sein Fleisch verschwindet, dass man's nimmer sehen kann; und seine Gebeine werden zerschlagen, dass man sie nicht gerne ansieht,
Job 33:22 dass seine Seele naht zum Verderben und sein Leben zu den Toten.
Job 33:23 So dann für ihn ein Engel als Mittler eintritt, einer aus tausend, zu verkündigen dem Menschen, wie er solle recht tun,
Job 33:24 so wird er ihm gnädig sein und sagen: „Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre ins Verderben; denn ich habe eine Versöhnung gefunden.”
Job 33:25 Sein Fleisch wird wieder grünen wie in der Jugend, und er wird wieder jung werden.
Job 33:26 Er wird Gott bitten; der wird ihm Gnade erzeigen und wird ihn sein Antlitz sehen lassen mit Freuden und wird dem Menschen nach seiner Gerechtigkeit vergelten.
Job 33:27 Er wird vor den Leuten bekennen und sagen: „Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber es ist mir nicht vergolten worden.
Job 33:28 Er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht führe ins Verderben, sondern mein Leben das Licht sähe.”
Job 33:29 Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit einem jeglichen,
Job 33:30 dass er seine Seele zurückhole aus dem Verderben und erleuchte ihn mit dem Licht der Lebendigen.
Job 33:31 Merke auf, Hiob, und höre mir zu und schweige, dass ich rede!
Job 33:32 Hast du aber was zu sagen, so antworte mir; Sage an! ich wollte dich gerne rechtfertigen.
Job 33:33 Hast du aber nichts, so höre mir zu und schweige; ich will dich die Weisheit lehren.
Job 34:1 Und es hob an Elihu und sprach:
Job 34:2 Hört, ihr Weisen, meine Rede, und ihr Verständigen, merkt auf mich!
Job 34:3 Denn das Ohr prüft die Rede, und der Mund schmeckt die Speise.
Job 34:4 Lasst uns ein Urteil finden, dass wir erkennen unter uns, was gut sei.
Job 34:5 Denn Hiob hat gesagt: „Ich bin gerecht, und Gott weigert mir mein Recht;
Job 34:6 ich muss lügen, ob ich wohl recht habe, und bin gequält von meinen Pfeilen, ob ich wohl nichts verschuldet habe.”
Job 34:7 Wer ist ein solcher Hiob, der da Spötterei trinkt wie Wasser
Job 34:8 und auf dem Wege geht mit den Übeltätern und wandelt mit gottlosen Leuten?
Job 34:9 Denn er hat gesagt: „Wenn jemand schon fromm ist, so gilt er doch nichts bei Gott.”
Job 34:10 Darum hört mir zu, ihr weisen Leute: Es sei ferne, dass Gott sollte gottlos handeln und der Allmächtige ungerecht;
Job 34:11 sondern er vergilt dem Menschen, darnach er verdient hat, und trifft einen jeglichen nach seinem Tun.
Job 34:12 Ohne zweifel, Gott verdammt niemand mit Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.
Job 34:13 Wer hat, was auf Erden ist, verordnet, und wer hat den ganzen Erdboden gesetzt?
Job 34:14 So er nun an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge,
Job 34:15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.
Job 34:16 Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden.
Job 34:17 Kann auch, der das Recht hasst regieren? Oder willst du den, der gerecht und mächtig ist, verdammen?
Job 34:18 Sollte einer zum König sagen: „Du heilloser Mann!” und zu den Fürsten: „Ihr Gottlosen!”?
Job 34:19 Und er sieht nicht an die Person der Fürsten und kennt den Herrlichen nicht mehr als den Armen; denn sie sind alle seiner Hände Werk.
Job 34:20 Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen nicht durch Menschenhand.
Job 34:21 Denn seine Augen sehen auf eines jeglichen Wege, und er schaut alle ihre Gänge.
Job 34:22 Es ist keine Finsternis noch Dunkel, dass sich da möchten verbergen die Übeltäter.
Job 34:23 Denn er darf auf den Menschen nicht erst lange achten, dass er vor Gott ins Gericht komme.
Job 34:24 Er bringt die Stolzen um, ohne erst zu forschen, und stellt andere an ihre Statt:
Job 34:25 darum dass er kennt ihre Werke und kehrt sie um des Nachts, dass sie zerschlagen werden.
Job 34:26 Er straft sie ab wie die Gottlosen an einem Ort, da man es sieht:
Job 34:27 darum dass sie von ihm weggewichen sind und verstanden seiner Wege keinen,
Job 34:28 dass das Schreien der Armen musste vor ihn kommen und er das Schreien der Elenden hörte.
Job 34:29 Wenn er Frieden gibt, wer will verdammen? und wenn er das Antlitz verbirgt, wer will ihn schauen unter den Völkern und Leuten allzumal?
Job 34:30 Denn er lässt nicht über sie regieren einen Heuchler, das Volk zu drängen.
Job 34:31 Denn zu Gott muss man sagen: „Ich habe gebüßt, ich will nicht übel tun.
Job 34:32 Habe ich's nicht getroffen, so lehre du mich's besser; habe ich Unrecht gehandelt, ich will's nicht mehr tun.”
Job 34:33 Soll er nach deinem Sinn vergelten? Denn du verwirfst alles; du hast zu wählen, und nicht ich. Weißt du nun was, so sage an.
Job 34:34 Verständige Leute werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört:
Job 34:35 „Hiob redet mit Unverstand, und seine Worte sind nicht klug.”
Job 34:36 O, dass Hiob versucht würde bis ans Ende! darum dass er sich zu ungerechten Leuten kehrt.
Job 34:37 Denn er hat über seine Sünde noch gelästert; er treibt Spott unter uns und macht seiner Reden viel wider Gott.
Job 35:1 Und es hob an Elihu und sprach:
Job 35:2 Achtest du das für Recht, dass du sprichst: „Ich bin gerechter denn Gott”?
Job 35:3 Denn du sprichst: „Wer gilt bei dir etwas? Was hilft es, ob ich nicht sündige?”
Job 35:4 Ich will dir antworten ein Wort und deinen Freunden mit dir.
Job 35:5 Schaue gen Himmel und siehe; und schau an die Wolken, dass sie dir zu hoch sind.
Job 35:6 Sündigst du, was kannst du ihm Schaden? Und ob deiner Missetaten viel ist, was kannst du ihm tun?
Job 35:7 Und ob du gerecht seist, was kannst du ihm geben, oder was wird er von deinen Händen nehmen?
Job 35:8 Einem Menschen, wie du bist, mag wohl etwas tun deine Bosheit, und einem Menschenkind deine Gerechtigkeit.
Job 35:9 Man schreit, dass viel Gewalt geschieht, und ruft über den Arm der Großen;
Job 35:10 aber man fragt nicht: „Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht,
Job 35:11 der uns klüger macht denn das Vieh auf Erden und weiser denn die Vögel unter dem Himmel?”
Job 35:12 Da schreien sie über den Hochmut der Bösen, und er wird sie nicht erhören.
Job 35:13 Denn Gott wird das Eitle nicht erhören, und der Allmächtige wird es nicht ansehen.
Job 35:14 Nun sprichst du gar, du wirst ihn nicht sehen. Aber es ist ein Gericht vor ihm, harre sein nur!
Job 35:15 ob auch sein Zorn so bald nicht heimsucht und er sich's nicht annimmt, dass so viel Laster da sind.
Job 35:16 Darum hat Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und gibt stolzes Gerede vor mit Unverstand.
Job 36:1 Elihu redet weiter und sprach:
Job 36:2 Harre mir noch ein wenig, ich will dir's zeigen; denn ich habe noch von Gottes wegen etwas zu sagen.
Job 36:3 Ich will mein Wissen weither holen und beweisen, dass mein Schöpfer recht habe.
Job 36:4 Meine Reden sollen ohne Zweifel nicht falsch sein; mein Verstand soll ohne Tadel vor dir sein.
Job 36:5 Siehe, Gott ist mächtig, und verachtet doch niemand; er ist mächtig von Kraft des Herzens.
Job 36:6 Den Gottlosen erhält er nicht, sondern hilft dem Elenden zum Recht.
Job 36:7 Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten; sondern mit Königen auf dem Thron lässt er sie sitzen immerdar, dass sie hoch bleiben.
Job 36:8 Und wenn sie gefangen blieben in Stöcken und elend gebunden mit Stricken,
Job 36:9 so verkündigt er ihnen, was sie getan haben, und ihre Untugenden, dass sie sich überhoben,
Job 36:10 und öffnet ihnen das Ohr zur Zucht und sagt ihnen, dass sie sich von dem Unrechten bekehren sollen.
Job 36:11 Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und mit Lust leben.
Job 36:12 Gehorchen sie nicht, so werden sie ins Schwert fallen und vergehen in Unverstand.
Job 36:13 Die Heuchler werden voll Zorns; sie schreien nicht, wenn er sie gebunden hat.
Job 36:14 So wird ihre Seele in der Jugend sterben und ihr Leben unter den Hurern.
Job 36:15 Aber den Elenden wird er in seinem Elend erretten und dem Armen das Ohr öffnen in der Trübsal.
Job 36:16 Und auch dich lockt er aus dem Rachen der Angst in weiten Raum, da keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll des Guten, wirst du Ruhe haben.
Job 36:17 Du aber machst die Sache der Gottlosen gut, dass ihre Sache und ihr Recht erhalten wird.
Job 36:18 Siehe zu, dass nicht vielleicht Zorn dich verlocke zum Hohn, oder die Größe des Lösegelds dich verleite.
Job 36:19 Meinst du, dass er deine Gewalt achte oder Gold oder irgend eine Stärke oder Vermögen?
Job 36:20 Du darfst der Nacht nicht begehren, welche Völker wegnimmt von ihrer Stätte.
Job 36:21 Hüte dich und kehre dich nicht zum Unrecht, wie du denn vor Elend angefangen hast.
Job 36:22 Siehe Gott ist zu hoch in seiner Kraft; wo ist ein Lehrer, wie er ist?
Job 36:23 Wer will ihm weisen seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: „Du tust Unrecht?”
Job 36:24 Gedenke dass du sein Werk erhebest, davon die Leute singen.
Job 36:25 Denn alle Menschen sehen es; die Leute schauen's von ferne.
Job 36:26 Siehe Gott ist groß und unbekannt; seiner Jahre Zahl kann niemand erforschen.
Job 36:27 Er macht das Wasser zu kleinen Tropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen,
Job 36:28 dass die Wolken fließen und triefen sehr auf die Menschen.
Job 36:29 Wenn er sich vornimmt die Wolken auszubreiten wie sein hoch Gezelt,
Job 36:30 siehe, so breitet er aus sein Licht über dieselben und bedeckt alle Enden des Meeres.
Job 36:31 Denn damit schreckt er die Leute und gibt doch Speise die Fülle.
Job 36:32 Er deckt den Blitz wie mit Händen und heißt ihn doch wieder kommen.
Job 36:33 Davon zeugt sein Geselle, des Donners Zorn in den Wolken.
Job 37:1 Des entsetzt sich mein Herz und bebt.
Job 37:2 O höret doch, wie der Donner zürnt, und was für Gespräch von seinem Munde ausgeht!
Job 37:3 Er lässt ihn hinfahren unter allen Himmeln, und sein Blitz scheint auf die Enden der Erde.
Job 37:4 Ihm nach brüllt der Donner, und er donnert mit seinem großen Schall; und wenn sein Donner gehört wird, kann man's nicht aufhalten.
Job 37:5 Gott donnert mit seinem Donner wunderbar und tut große Dinge und wird doch nicht erkannt.
Job 37:6 Er spricht zum Schnee, so ist er bald auf Erden, und zum Platzregen, so ist der Platzregen da mit Macht.
Job 37:7 Aller Menschen Hand hält er verschlossen, dass die Leute lernen, was er tun kann.
Job 37:8 Das wilde Tier geht in seine Höhle und bleibt an seinem Ort.
Job 37:9 Von Mittag her kommt Wetter und von Mitternacht Kälte.
Job 37:10 Vom Odem Gottes kommt Frost, und große Wasser ziehen sich eng zusammen.
Job 37:11 Die Wolken beschwert er mit Wasser, und durch das Gewölk bricht sein Licht.
Job 37:12 Er kehrt die Wolken, wo er hin will, dass sie schaffen alles, was er ihnen gebeut, auf dem Erdboden:
Job 37:13 es sei zur Züchtigung über ein Land oder zur Gnade, lässt er sie kommen.
Job 37:14 Da merke auf, Hiob, stehe und vernimm die Wunder Gottes!
Job 37:15 Weißt du wie Gott solches über sie bringt und wie er das Licht aus seinen Wolken lässt hervorbrechen?
Job 37:16 Weißt du wie sich die Wolken ausstreuen, die Wunder des, der vollkommen ist an Wissen?
Job 37:17 Du, des Kleider warm sind, wenn das Land still ist vom Mittagswinde,
Job 37:18 ja, du wirst mit ihm den Himmel ausbreiten, der fest ist wie ein gegossener Spiegel.
Job 37:19 Zeige uns, was wir ihm sagen sollen; denn wir können nichts vorbringen vor Finsternis.
Job 37:20 Wer wird ihm erzählen, dass ich wolle reden? So jemand redet, der wird verschlungen.
Job 37:21 Jetzt sieht man das Licht nicht, das am Himmel hell leuchtet; wenn aber der Wind weht, so wird's klar.
Job 37:22 Von Mitternacht kommt Gold; um Gott her ist schrecklicher Glanz.
Job 37:23 Den Allmächtigen aber können wir nicht finden, der so groß ist von Kraft; das Recht und eine gute Sache beugt er nicht.
Job 37:24 Darum müssen ihn fürchten die Leute; und er sieht keinen an, wie weise sie sind.
Job 38:1 Und der HErr antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
Job 38:2 Wer ist der, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand?
Job 38:3 Gürte deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen, lehre mich!
Job 38:4 Wo warst du, da ich die Erde gründete? Sage an, bist du so klug!
Job 38:5 Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat?
Job 38:6 Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
Job 38:7 da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?
Job 38:8 Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, da es herausbrach wie aus Mutterleib,
Job 38:9 da ich's mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
Job 38:10 da ich ihm den Lauf brach mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Türen
Job 38:11 und sprach: „Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!”?
Job 38:12 Hast du bei deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
Job 38:13 dass sie die Ecken der Erde fasse und die Gottlosen herausgeschüttelt werden?
Job 38:14 Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel, und alles steht da wie im Kleide.
Job 38:15 Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen, und der Arm der Hoffärtigen wird zerbrochen.
Job 38:16 Bist du in den Grund des Meeres gekommen und in den Fußtapfen der Tiefe gewandelt?
Job 38:17 Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?
Job 38:18 Hast du vernommen wie breit die Erde sei? Sage an, weißt du solches alles!
Job 38:19 Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist der Finsternis Stätte,
Job 38:20 dass du mögest ergründen seine Grenze und merken den Pfad zu seinem Hause?
Job 38:21 Du weißt es ja; denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deiner Tage sind viel.
Job 38:22 Bist du gewesen, da der Schnee her kommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel her kommt,
Job 38:23 die ich habe aufbehalten bis auf die Zeit der Trübsal und auf den Tag des Streites und Krieges?
Job 38:24 Durch welchen Weg teilt sich das Licht und fährt der Ostwind hin über die Erde?
Job 38:25 Wer hat dem Platzregen seinen Lauf ausgeteilt und den Weg dem Blitz und dem Donner
Job 38:26 und lässt regnen aufs Land da niemand ist, in der Wüste, da kein Mensch ist,
Job 38:27 dass er füllt die Einöde und Wildnis und macht das Gras wächst?
Job 38:28 Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taues gezeugt?
Job 38:29 Aus wes Leib ist das Eis gegangen, und wer hat den Reif unter dem Himmel gezeugt,
Job 38:30 dass das Wasser verborgen wird wie unter Steinen und die Tiefe oben gefriert?
Job 38:31 Kannst du die Bande der sieben Sterne zusammenbinden oder das Band des Orion auflösen?
Job 38:32 Kannst du den Morgenstern hervorbringen zu seiner Zeit oder den Bären am Himmel samt seinen Jungen heraufführen?
Job 38:33 Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
Job 38:34 Kannst du deine Stimme zu der Wolke erheben, dass dich die Menge des Wassers bedecke?
Job 38:35 Kannst du die Blitze auslassen, dass sie hinfahren und sprechen zu dir: Hier sind wir?
Job 38:36 Wer gibt die Weisheit in das Verborgene? Wer gibt verständige Gedanken?
Job 38:37 Wer ist so weise, der die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten,
Job 38:38 wenn der Staub begossen wird, dass er zuhauf läuft und die Schollen aneinander kleben?
Job 38:39 Kannst du der Löwin ihren Raub zu jagen geben und die jungen Löwen sättigen,
Job 38:40 wenn sie sich legen in ihre Stätten und ruhen in der Höhle, da sie lauern?
Job 38:41 Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?
Job 39:1 Weißt du die Zeit, wann die Gemsen auf den Felsen gebären? oder hast du gemerkt, wann die Hinden schwanger gehen?
Job 39:2 Hast du gezählt ihre Monden, wann sie voll werden? oder weißt du die Zeit, wann sie gebären?
Job 39:3 Sie beugen sich, lassen los ihre Jungen und werden los ihre Wehen.
Job 39:4 Ihre Jungen werden feist und groß im Freien und gehen aus und kommen nicht wieder zu ihnen.
Job 39:5 Wer hat den Wildesel so frei lassen gehen, wer hat die Bande des Flüchtigen gelöst,
Job 39:6 dem ich die Einöde zum Hause gegeben habe und die Wüste zur Wohnung?
Job 39:7 Er verlacht das Getümmel der Stadt; das Pochen des Treibers hört er nicht.
Job 39:8 Er schaut nach den Bergen, da seine Weide ist, und sucht, wo es grün ist.
Job 39:9 Meinst du das Einhorn werde dir dienen und werde bleiben an deiner Krippe?
Job 39:10 Kannst du ihm dein Seil anknüpfen, die Furchen zu machen, dass es hinter dir brache in Tälern?
Job 39:11 Magst du dich auf das Tier verlassen, dass es so stark ist, und wirst es dir lassen arbeiten?
Job 39:12 Magst du ihm trauen, dass es deinen Samen dir wiederbringe und in deine Scheune sammle?
Job 39:13 Der Fittich des Straußes hebt sich fröhlich. Dem frommen Storch gleicht er an Flügeln und Federn.
Job 39:14 Doch lässt er seine Eier auf der Erde und lässt sie die heiße Erde ausbrüten.
Job 39:15 Er vergisst, dass sie möchten zertreten werden und ein wildes Tier sie zerbreche.
Job 39:16 Er wird so hart gegen seine Jungen, als wären sie nicht sein, achtet's nicht, dass er umsonst arbeitet.
Job 39:17 Denn Gott hat ihm die Weisheit genommen und hat ihm keinen Verstand zugeteilt.
Job 39:18 Zu der Zeit, da er hoch auffährt, verlacht er beide, Ross und Mann.
Job 39:19 Kannst du dem Ross Kräfte geben oder seinen Hals zieren mit seiner Mähne?
Job 39:20 Lässt du es aufspringen wie die Heuschrecken? Schrecklich ist sein prächtiges Schnauben.
Job 39:21 Es stampft auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zieht aus, den Geharnischten entgegen.
Job 39:22 Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und flieht vor dem Schwert nicht,
Job 39:23 wenngleich über ihm klingt der Köcher und glänzen beide, Spieß und Lanze.
Job 39:24 Es zittert und tobt und scharrt in die Erde und lässt sich nicht halten bei der Drommete Hall.
Job 39:25 So oft die Drommete klingt, spricht es: Hui! und wittert den Streit von ferne, das Schreien der Fürsten und Jauchzen.
Job 39:26 Fliegt der Habicht durch deinen Verstand und breitet seine Flügel gegen Mittag?
Job 39:27 Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch, dass er sein Nest in der Höhe macht?
Job 39:28 In den Felsen wohnt er und bleibt auf den Zacken der Felsen und auf Berghöhen.
Job 39:29 Von dort schaut er nach der Speise, und seine Augen sehen ferne.
Job 39:30 Seine Jungen saufen Blut, und wo Erschlagene liegen, da ist er.
Job 40:1 Und der HErr antwortete Hiob und sprach:
Job 40:2 Will mit dem Allmächtigen rechten der Haderer? Wer Gott tadelt, soll's der nicht verantworten?
Job 40:3 Hiob aber antwortete dem HErrn und sprach:
Job 40:4 Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.
Job 40:5 Ich habe einmal geredet, und will nicht antworten; zum andernmal will ich's nicht mehr tun.
Job 40:6 Und der HErr antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
Job 40:7 Gürte wie ein Mann deine Lenden; ich will dich fragen, lehre mich!
Job 40:8 Solltest du mein Urteil zunichte machen und mich verdammen, dass du gerecht seist?
Job 40:9 Hast du einen Arm wie Gott, und kannst mit gleicher Stimme donnern, wie er tut?
Job 40:10 Schmücke dich mit Pracht und erhebe dich; ziehe Majestät und Herrlichkeit an!
Job 40:11 Streue aus den Zorn deines Grimmes; schaue an die Hochmütigen, wo sie sind, und demütige sie!
Job 40:12 Ja, schaue die Hochmütigen, wo sie sind und beuge sie; und zermalme die Gottlosen, wo sie sind!
Job 40:13 Verscharre sie miteinander in die Erde und versenke ihre Pracht ins Verborgene,
Job 40:14 so will ich dir auch bekennen, dass dir deine rechte Hand helfen kann.
Job 40:15 Siehe da, den Behemoth, den ich neben dir gemacht habe; er frisst Gras wie ein Ochse.
Job 40:16 Siehe seine Kraft ist in seinen Lenden und sein Vermögen in den Sehnen seines Bauches.
Job 40:17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten.
Job 40:18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren; seine Gebeine sind wie eiserne Stäbe.
Job 40:19 Er ist der Anfang der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, der gab ihm sein Schwert.
Job 40:20 Die Berge tragen ihm Kräuter, und alle wilden Tiere spielen daselbst.
Job 40:21 Er liegt gern im Schatten, im Rohr und im Schlamm verborgen.
Job 40:22 Das Gebüsch bedeckt ihn mit seinem Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn.
Job 40:23 Siehe, er schluckt in sich den Strom und achtet's nicht groß; lässt sich dünken, er wolle den Jordan mit seinem Munde ausschöpfen.
Job 40:24 Fängt man ihn wohl vor seinen Augen und durchbohrt ihm mit Stricken seine Nase?
Job 40:25 Kannst du den Leviathan ziehen mit dem Haken und seine Zunge mit einer Schnur fassen?
Job 40:26 Kannst du ihm eine Angel in die Nase legen und mit einem Stachel ihm die Backen durchbohren?
Job 40:27 Meinst du, er werde dir viel Flehens machen oder dir heucheln?
Job 40:28 Meinst du, dass er einen Bund mit dir machen werde, dass du ihn immer zum Knecht habest?
Job 40:29 Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn für deine Dirnen anbinden?
Job 40:30 Meinst du die Genossen werden ihn zerschneiden, dass er unter die Kaufleute zerteilt wird?
Job 40:31 Kannst du mit Spießen füllen seine Haut und mit Fischerhaken seinen Kopf?
Job 40:32 Wenn du deine Hand an ihn legst, so gedenke, dass es ein Streit ist, den du nicht ausführen wirst.
Job 41:1 Siehe, die Hoffnung wird jedem fehlen; schon wenn er seiner ansichtig wird, stürzt er zu Boden.
Job 41:2 Niemand ist so kühn, dass er ihn reizen darf; wer ist denn, der vor mir stehen könnte?
Job 41:3 Wer hat mir etwas zuvor getan, dass ich's ihm vergelte? Es ist mein, was unter allen Himmeln ist.
Job 41:4 Dazu muss ich nun sagen, wie groß, wie mächtig und wohlgeschaffen er ist.
Job 41:5 Wer kann ihm sein Kleid aufdecken? und wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen?
Job 41:6 Wer kann die Kinnbacken seines Antlitzes auftun? Schrecklich stehen seine Zähne umher.
Job 41:7 Seine stolzen Schuppen sind wie feste Schilde, fest und eng ineinander.
Job 41:8 Eine rührt an die andere, dass nicht ein Lüftlein dazwischengeht.
Job 41:9 Es hängt eine an der andern, und halten zusammen, dass sie sich nicht voneinander trennen.
Job 41:10 Sein Niesen glänzt wie ein Licht; seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte.
Job 41:11 Aus seinem Munde fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus.
Job 41:12 Aus seiner Nase geht Rauch wie von heißen Töpfen und Kesseln.
Job 41:13 Sein Odem ist wie eine lichte Lohe, und aus seinem Munde gehen Flammen.
Job 41:14 Auf seinem Hals wohnt die Stärke, und vor ihm her hüpft die Angst.
Job 41:15 Die Gliedmaßen seines Fleisches hangen aneinander und halten hart an ihm, dass er nicht zerfallen kann.
Job 41:16 Sein Herz ist so hart wie ein Stein und so fest wie ein unterer Mühlstein.
Job 41:17 Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Starken; und wenn er daherbricht, so ist keine Gnade da.
Job 41:18 Wenn man zu ihm will mit dem Schwert, so regt er sich nicht, oder mit Spieß, Geschoss und Panzer.
Job 41:19 Er achtet Eisen wie Stroh, und Erz wie faules Holz.
Job 41:20 Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln.
Job 41:21 Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze.
Job 41:22 Unten an ihm sind scharfe Scherben; er fährt wie mit einem Dreschwagen über den Schlamm.
Job 41:23 Er macht, dass der tiefe See siedet wie ein Topf, und rührt ihn ineinander, wie man eine Salbe mengt.
Job 41:24 Nach ihm leuchtet der Weg; er macht die Tiefe ganz grau.
Job 41:25 Auf Erden ist seinesgleichen niemand; er ist gemacht, ohne Furcht zu sein.
Job 41:26 Er verachtet alles, was hoch ist; er ist ein König über alles stolze Wild.
Job 42:1 Und Hiob antwortete dem HErrn und sprach:
Job 42:2 Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.
Job 42:3 „Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Unverstand?” Darum bekenne ich, dass ich habe unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.
Job 42:4 „So höre nun, lass mich reden; ich will dich fragen, lehre mich!”
Job 42:5 Ich hatte von dir mit den Ohren gehört; aber nun hat dich mein Auge gesehen.
Job 42:6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.
Job 42:7 Da nun der HErr mit Hiob diese Worte geredet hatte, sprach er zu Eliphas von Theman: Mein Zorn ist ergrimmt über dich und deine zwei Freunde; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
Job 42:8 So nehmt nun sieben Farren und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch und lasst meinen Knecht Hiob für euch bitten. Denn ich will ihn ansehen, dass ich an euch nicht tue nach eurer Torheit; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
Job 42:9 Da gingen hin Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema und taten, wie der HErr ihnen gesagt hatte; und der HErr sah an Hiob.
Job 42:10 Und der HErr wandte das Gefängnis Hiobs, da er bat für seine Freunde. Und der Herr gab Hiob zwiefältig so viel, als er gehabt hatte.
Job 42:11 Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn vormals kannten, und aßen mit ihm in seinem Hause und kehrten sich zu ihm und trösteten ihn über alles Übel, das der HErr hatte über ihn kommen lassen. Und ein jeglicher gab ihm einen schönen Groschen und ein goldenes Stirnband.
Job 42:12 Und der HErr segnete hernach Hiob mehr denn zuvor, dass er kriegte vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen.
Job 42:13 Und er kriegte sieben Söhne und drei Töchter;
Job 42:14 und hieß die erste Jemima, die andere Kezia und die dritte Keren-Happuch.
Job 42:15 Und wurden nicht so schöne Weiber gefunden in allen Landen wie die Töchter Hiobs. Und ihr Vater gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern.
Job 42:16 Und Hiob lebte nach diesem hundert und vierzig Jahre, dass er sah Kinder und Kindeskinder bis ins vierte Glied.
Job 42:17 Und Hiob starb alt und lebenssatt.

Est 1:1 Zu den Zeiten Ahasveros (der da König war von Indien bis an Mohrenland über hundert und siebenundzwanzig Länder)
Est 1:2 und da er auf seinem königlichen Stuhl saß zu Schloss Susan,
Est 1:3 im dritten Jahr seines Königreichs, machte er bei sich ein Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, den Gewaltigen in Persien und Medien, den Landpflegern und Obersten in seinen Ländern,
Est 1:4 dass er sehen ließe den herrlichen Reichtum seines Königreichs und die köstliche Pracht seiner Majestät viele Tage lang, hundert und achtzig Tage.
Est 1:5 Und da die Tage aus waren, machte der König ein Mahl allem Volk, das zu Schloss Susan war, Großen und Kleinen, sieben Tage lang im Hofe des Gartens am Hause des Königs.
Est 1:6 Da hingen weiße, rote und blaue Tücher, mit leinenen und scharlachnen Seilen gefasst, in silbernen Ringen auf Marmorsäulen. Die Bänke waren golden und silbern auf Pflaster von grünem, weißem, gelbem und schwarzen Marmor.
Est 1:7 Und das Getränk trug man in goldenen Gefäßen und immer andern und andern Gefäßen, und königlichen Wein die Menge, wie denn der König vermochte.
Est 1:8 Und man setzte niemand, was er trinken sollte; denn der König hatte allen Vorstehern befohlen, dass ein jeglicher sollte tun, wie es ihm wohl gefiel.
Est 1:9 Und die Königin Vasthi machte auch ein Mahl für die Weiber im königlichen Hause des Königs Ahasveros.
Est 1:10 Und am siebenten Tage, da der König gutes Muts war vom Wein, hieß er Mehuman, Bistha, Harbona, Bigtha, Abagtha, Sethar und Charkas, die sieben Kämmerer, die vor dem König Ahasveros dienten,
Est 1:11 dass sie die Königin Vasthi holten vor den König mit der königlichen Krone, dass er den Völkern und Fürsten zeigte ihre Schöne; denn sie war schön.
Est 1:12 Aber die Königin Vasthi wollte nicht kommen nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer. Da ward der König sehr zornig, und sein Grimm entbrannte in ihm.
Est 1:13 Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstanden (denn des Königs Sachen mussten geschehen vor allen, die sich auf Recht und Händel verstanden;
Est 1:14 die nächsten aber die bei ihm waren Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsena und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und saßen obenan im Königreich),
Est 1:15 was für ein Recht man an der Königin Vasthi tun sollte, darum dass sie nicht getan hatte nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer.
Est 1:16 Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Die Königin Vasthi hat nicht allein an dem König übel getan, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern in allen Landen des Königs Ahasveros.
Est 1:17 Denn es wird solche Tat der Königin auskommen zu allen Weibern, dass sie ihre Männer verachten vor ihren Augen und werden sagen: Der König Ahasveros hieß die Königin Vasthi vor sich kommen; aber sie wollte nicht.
Est 1:18 So werden nun die Fürstinnen in Persien und Medien auch so sagen zu allen Fürsten des Königs, wenn sie solche Tat der Königin hören; so wird sich Verachtens und Zorn genug erheben.
Est 1:19 Gefällt es dem König, so lasse man ein königlich Gebot von ihm ausgehen und schreiben nach der Perser und Meder Gesetz, welches man nicht darf übertreten: dass Vasthi nicht mehr vor den König Ahasveros komme, und der König gebe ihre königliche Würde einer andern, die besser ist denn sie.
Est 1:20 Und es erschalle dieser Befehl des Königs, den er geben wird, in sein ganzes Reich, welches groß ist, dass alle Weiber ihre Männer in Ehren halten, unter Großen und Kleinen.
Est 1:21 Das gefiel dem König und den Fürsten; und der König tat nach dem Wort Memuchans.
Est 1:22 Da wurden Briefe ausgesandt in alle Länder des Königs, in ein jegliches Land nach seiner Schrift und zu jeglichem Volk nach seiner Sprache: dass ein jeglicher Mann der Oberherr in seinem Hause sei und ließe reden nach der Sprache seines Volkes.
Est 2:1 Nach diesen Geschichten, da der Grimm des Königs Ahasveros sich gelegt hatte, gedachte er an Vasthi, was sie getan hatte und was über sie beschlossen war.
Est 2:2 Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Man suche dem König junge, schöne Jungfrauen,
Est 2:3 und der König bestellte Männer in allen Landen seines Königreichs, dass sie allerlei junge, schöne Jungfrauen zusammenbringen gen Schloss Susan ins Frauenhaus unter der Hand Hegais, des Königs Kämmerers, der der Weiber wartet, und man gebe ihnen ihren Schmuck;
Est 2:4 und welche Dirne dem König gefällt, die werde Königin an Vasthis Statt. Das gefiel dem König, und er tat also.
Est 2:5 Es war aber ein jüdischer Mann zu Schloss Susan, der hieß Mardochai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis, ein Benjaminiter,
Est 2:6 der mit weggeführt war von Jerusalem, da Jechonja, der König Judas, weggeführt ward, welchen Nebukadnezar, der König zu Babel, wegführte.
Est 2:7 Und er war ein Vormund der Hadassa, das ist Esther, eine Tochter seines Oheims; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Und sie war eine schöne und feine Dirne. Und da ihr Vater und ihre Mutter starb, nahm sie Mardochai auf zur Tochter.
Est 2:8 Da nun das Gebot und Gesetz des Königs laut ward und viel Dirnen zuhaufe gebracht wurden gen Schloss Susan unter die Hand Hegais, ward Esther auch genommen zu des Königs Hause unter die Hand Hegais, des Hüters der Weiber.
Est 2:9 Und die Dirne gefiel ihm, und sie fand Barmherzigkeit vor ihm. Und er eilte mit ihrem Schmuck, dass er ihr ihren Teil gäbe und sieben feine Dirnen von des Königs Hause dazu. Und er tat sie mit ihren Dirnen an den besten Ort im Frauenhaus.
Est 2:10 Und Esther sagte ihm nicht an ihr Volk und ihre Freundschaft; denn Mardochai hatte ihr geboten, sie sollte es nicht ansagen.
Est 2:11 Und Mardochai wandelte alle Tage vor dem Hofe am Frauenhaus, dass er erführe, ob's Esther wohl ginge und was ihr geschehen würde.
Est 2:12 Wenn aber die bestimmte Zeit einer jeglichen Dirne kam, dass sie zum König Ahasveros kommen sollte, nachdem sie zwölf Monate im Frauen-Schmücken gewesen war (denn ihr Schmücken musste soviel Zeit haben, nämlich sechs Monate mit Balsam und Myrrhe und sechs Monate mit guter Spezerei, so waren denn die Weiber geschmückt):
Est 2:13 alsdann ging die Dirne zum König und alles, was sie wollte, musste man ihr geben, dass sie damit vom Frauenhaus zu des Königs Hause ginge.
Est 2:14 Und wenn eine des Abends hineinkam, die ging des Morgens von ihm in das andere Frauenhaus unter die Hand des Saasgas, des Königs Kämmerers, des Hüters der Kebsweiber Und sie durfte nicht wieder zum König kommen, es lüstete denn den König und er ließ sie mit Namen rufen.
Est 2:15 Da nun die Zeit Esthers herankam, der Tochter Abihails, des Oheims Mardochais (die er zur Tochter hatte aufgenommen), dass sie zum König kommen sollte, begehrte sie nichts, denn was Hegai, des Königs Kämmerer, der Weiber Hüter, sprach. Und Esther fand Gnade vor allen, die sie ansahen.
Est 2:16 Es ward aber Esther genommen zum König Ahasveros ins königliche Haus im zehnten Monat, der da heißt Tebeth, im siebenten Jahr seines Königreichs.
Est 2:17 Und der König gewann Esther lieb über alle Weiber, und sie fand Gnade und Barmherzigkeit vor ihm vor allen Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vasthis Statt.
Est 2:18 Und der König machte ein großes Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, das war ein Mahl um Esthers willen, und ließ die Länder ruhen und gab königliche Geschenke aus.
Est 2:19 Und da man das anderemal Jungfrauen versammelte, saß Mardochai im Tor des Königs.
Est 2:20 Und Esther hatte noch nicht angesagt ihre Freundschaft noch ihr Volk, wie ihr Mardochai geboten hatte; denn Esther tat nach den Worten Mardochais, gleich als da er ihr Vormund war.
Est 2:21 Zur selben Zeit, da Mardochai im Tor des Königs saß, wurden zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die die Tür hüteten, zornig und trachteten ihre Hände an den König Ahasveros zu legen.
Est 2:22 Das ward Mardochai kund, und er sagte es der Königin Esther, und Esther sagte es dem König in Mardochais Namen.
Est 2:23 Und da man nachforschte, ward's gefunden, und sie wurden beide an Bäume gehängt. Und es ward geschrieben in die Chronik vor dem König.
Est 3:1 Nach diesen Geschichten machte der König Ahasveros Haman groß, den Sohn Hammedathas, den Agagiter, und erhöhte ihn und setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren.
Est 3:2 Und alle Knechte des Königs, die im Tor waren, beugten die Kniee und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Kniee nicht und fiel nicht nieder.
Est 3:3 Da sprachen des Königs Knechte, die im Tor des Königs waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot?
Est 3:4 Und da sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, dass sie sähen, ob solch Tun Mardochais bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude wäre.
Est 3:5 Und da nun Haman sah, dass Mardochai ihm nicht die Kniee beugte noch vor ihm niederfiel, ward er voll Grimms.
Est 3:6 Und verachtete es, dass er an Mardochai allein sollte die Hand legen, denn sie hatten ihm das Volk Mardochais angesagt; sondern er trachtete, das Volk Mardochais, alle Juden, so im ganzen Königreich des Ahasveros waren, zu vertilgen.
Est 3:7 Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, ward das Pur, das ist das Los, geworfen vor Haman, von einem Tage auf den andern und von Monat zu Monat bis auf den zwölften, das ist der Monat Adar.
Est 3:8 Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es ist ein Volk, zerstreut in allen Ländern deines Königreichs, und ihr Gesetz ist anders denn aller Völker, und tun nicht nach des Königs Gesetzen; es ziemt dem König nicht, sie also zu lassen.
Est 3:9 Gefällt es dem König, so lasse er schreiben, dass man sie umbringe; so will ich zehntausend Zentner Silber darwägen unter die Hand der Amtleute, dass man's bringt in die Kammer des Königs.
Est 3:10 Da tat der König seinen Ring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hammadathas, dem Agagiter, der Juden Feind.
Est 3:11 Und der König sprach zu Haman: Das Silber sei dir gegeben, dazu das Volk, dass du damit tust, was dir gefällt.
Est 3:12 Da rief man die Schreiber des Königs am dreizehnten Tage des ersten Monats; und ward geschrieben, wie Haman befahl, an die Fürsten des Königs und zu den Landpflegern hin und her in den Ländern und zu den Hauptleuten eines jeglichen Volks in den Ländern hin und her, nach der Schrift eines jeglichen Volks und nach ihrer Sprache, im Namen des Königs Ahasveros und mit des Königs Ring versiegelt.
Est 3:13 Und die Briefe wurden gesandt durch die Läufer in alle Länder des Königs, zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Juden, jung und alt, Kinder und Weiber, auf einen Tag, nämlich auf den dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und ihr Gut zu rauben.
Est 3:14 Also war der Inhalt der Schrift: dass ein Gebot gegeben wäre in allen Ländern, allen Völkern zu eröffnen, dass sie auf denselben Tag bereit wären.
Est 3:15 Und die Läufer gingen aus eilend nach des Königs Wort, und zu Schloss Susan ward das Gebot angeschlagen. Und der König und Haman saßen und tranken; aber die Stadt Susan ward bestürzt.
Est 4:1 Da Mardochai erfuhr alles, was geschehen war, zerriss er seine Kleider und legte einen Sack an und Asche und ging hinaus mitten in die Stadt und schrie laut und kläglich.
Est 4:2 Und kam bis vor das Tor des Königs; denn es durfte niemand zu des Königs Tor eingehen, der einen Sack anhatte.
Est 4:3 Und in allen Ländern, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, war ein großes Klagen unter den Juden, und viele fasteten, weinten trugen Leid und lagen in Säcken und in der Asche.
Est 4:4 Da kamen die Dirnen Esthers und ihre Kämmerer und sagten's ihr an. Da erschrak die Königin sehr. Und sie sandte Kleider, dass Mardochai sie anzöge und den Sack von sich legte; aber er nahm sie nicht.
Est 4:5 Da rief Esther Hathach unter des Königs Kämmerern, der vor ihr stand, und gab ihm Befehl an Mardochai, dass sie erführe, was das wäre und warum er so täte.
Est 4:6 Da ging Hathach hinaus zu Mardochai in die Gasse der Stadt, die vor dem Tor des Königs war.
Est 4:7 Und Mardochai sagte ihm alles, was ihm begegnet wäre, und die Summe des Silbers, das Haman versprochen hatte in des Königs Kammer darzuwägen um der Juden willen, sie zu vertilgen,
Est 4:8 und gab ihm die Abschrift des Gebots, das zu Susan angeschlagen war, sie zu vertilgen, dass er's Esther zeigte und ihr ansagte und geböte ihr, dass sie zum König hineinginge und flehte zu ihm und täte eine Bitte an ihn um ihr Volk.
Est 4:9 Und da Hathach hineinkam und sagte Esther die Worte Mardochais,
Est 4:10 sprach Esther zu Hathach und gebot ihm an Mardochai:
Est 4:11 Es wissen alle Knechte des Königs und das Volk in den Landen des Königs, dass, wer zum König hineingeht inwendig in den Hof, er sei Mann oder Weib, der nicht gerufen ist, der soll stracks nach dem Gebot sterben; es sei denn, dass der König das goldene Zepter gegen ihn recke, damit er lebendig bleibe. Ich aber bin nun in dreißig Tagen nicht gerufen, zum König hineinzukommen.
Est 4:12 Und da die Worte Esthers wurden Mardochai angesagt,
Est 4:13 hieß Mardochai Esther wieder sagen: Gedenke nicht, dass du dein Leben errettest, weil du im Hause des Königs bist, vor allen Juden;
Est 4:14 denn wo du wirst zu dieser Zeit schweigen, so wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden entstehen, und du und deines Vaters Haus werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?
Est 4:15 Esther hieß Mardochai antworten:
Est 4:16 So gehe hin und versammle alle Juden, die zu Susan vorhanden sind, und fastet für mich, dass ihr nicht esset und trinket in drei Tagen, weder Tag noch Nacht; ich und meine Dirnen wollen auch also fasten. Und ich will zum König hineingehen wider das Gebot; komme ich um, so komme ich um.
Est 4:17 Mardochai ging hin und tat alles, was ihm Esther geboten hatte.
Est 5:1 Und am dritten Tage zog sich Esther königlich an und trat in den inneren Hof am Hause des Königs gegenüber dem Hause des Königs. Und der König saß auf seinem königlichen Stuhl im königlichen Hause, gegenüber der Tür des Hauses.
Est 5:2 Und da der König sah Esther, die Königin, stehen im Hofe, fand sie Gnade vor seinen Augen. Und der König reckte das goldene Zepter in seiner Hand gegen Esther. Da trat Esther herzu und rührte die Spitze des Zepters an.
Est 5:3 Da sprach der König zu ihr: Was ist dir, Esther, Königin? und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs soll dir gegeben werden.
Est 5:4 Esther sprach: Gefällt es dem König, so komme der König und Haman heute zu dem Mahl, das ich zugerichtet habe.
Est 5:5 Der König sprach: Eilet, dass Haman tue, was Esther gesagt hat! Da nun der König und Haman zu dem Mahl kamen, das Esther zugerichtet hatte,
Est 5:6 sprach der König zu Esther, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Esther? Es soll dir gegeben werden. Und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen.
Est 5:7 Da antwortete Esther und sprach: Meine Bitte und Begehr ist:
Est 5:8 Habe ich Gnade gefunden vor dem König, und so es dem König gefällt mir zu geben eine Bitte und zu tun mein Begehren, so komme der König und Haman zu dem Mahl, das ich für sie zurichten will; so will ich morgen Tun, was der König gesagt hat.
Est 5:9 Da ging Haman des Tages hinaus fröhlich und gutes Muts. Und da er sah Mardochai im Tor des Königs, dass er nicht aufstand noch sich vor ihm bewegte, ward er voll Zorns über Mardochai.
Est 5:10 Aber er hielt an sich. Und da er heimkam, sandte er hin und ließ holen seine Freunde und sein Weib Seres
Est 5:11 und zählte ihnen auf die Herrlichkeit seines Reichtums und die Menge seiner Kinder und alles, wie ihn der König so groß gemacht hätte und dass er über die Fürsten und Knechte des Königs erhoben wäre.
Est 5:12 Auch sprach Haman: Und die Königin Esther hat niemand kommen lassen mit dem König zum Mahl, das sie zugerichtet hat, als mich; und ich bin morgen auch zu ihr geladen mit dem König.
Est 5:13 Aber an dem allem habe ich keine Genüge, solange ich sehe den Juden Mardochai am Königstor sitzen.
Est 5:14 Da sprachen zu ihm sein Weib Seres und alle Freunde: Man mache einen Baum, fünfzig Ellen hoch, und morgen sage dem König, dass man Mardochai daran hänge; so kommst du mit dem König fröhlich zum Mahl. Das gefiel Haman wohl, und er ließ einen Baum zurichten.
Est 6:1 In derselben Nacht konnte der König nicht schlafen und hieß die Chronik mit den Historien bringen. Da die wurden vor dem König gelesen,
Est 6:2 fand sich's geschrieben, wie Mardochai hatte angesagt, dass die zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die an der Schwelle hüteten, getrachtet hätten, die Hand an den König Ahasveros zu legen.
Est 6:3 Und der König sprach: Was haben wir Mardochai Ehre und Gutes dafür getan? Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Es ist ihm nichts geschehen.
Est 6:4 Und der König sprach: Wer ist im Hofe? Haman aber war in den Hof gegangen, draußen vor des Königs Hause, dass er dem König sagte, Mardochai zu hängen an den Baum, den er zubereitet hatte.
Est 6:5 Und des Königs Diener sprachen zu ihm: Siehe, Haman steht im Hofe. Der König sprach: Lasst ihn hereingehen!
Est 6:6 Und da Haman hineinkam, sprach der König zu ihm: Was soll man dem Mann tun, den der König gerne wollte ehren? Haman aber gedachte in seinem Herzen: Wem sollte der König anders gern wollen Ehre tun denn mir?
Est 6:7 Und Haman sprach zum König: Dem Mann, den der König gerne wollte ehren,
Est 6:8 soll man königliche Kleider bringen, die der König pflegt zu tragen, und ein Ross, darauf der König reitet, und soll eine königliche Krone auf sein Haupt setzen;
Est 6:9 und man soll solch Kleid und Ross geben in die Hand eines Fürsten des Königs, dass derselbe den Mann anziehe, den der König gern ehren wollte, und führe ihn auf dem Ross in der Stadt Gassen und lasse rufen vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
Est 6:10 Der König sprach zu Haman: Eile und nimm das Kleid und Ross, wie du gesagt hast, und tu also mit Mardochai, dem Juden, der vor dem Tor des Königs sitzt; und lass nichts fehlen an allem, was du geredet hast!
Est 6:11 Da nahm Haman das Kleid und Ross und zog Mardochai an und führte ihn auf der Stadt Gassen und rief vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
Est 6:12 Und Mardochai kam wieder an das Tor des Königs. Haman aber eilte nach Hause, trug Leid mit verhülltem Kopf
Est 6:13 und erzählte seinem Weibe Seres und seinen Freunden allen alles, was ihm begegnet war. Da sprachen zu ihm seine Weisen und sein Weib Seres: Ist Mardochai vom Geschlecht der Juden, vor dem du zu fallen angehoben hast, so vermagst du nichts an ihm, sondern du wirst vor ihm fallen.
Est 6:14 Da sie aber noch mit ihm redeten, kamen herbei des Königs Kämmerer und trieben Haman, zum Mahl zu kommen, das Esther zugerichtet hatte.
Est 7:1 Und da der König mit Haman kam zum Mahl, das die Königin Esther zugerichtet hatte,
Est 7:2 sprach der König zu Esther auch des andern Tages, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Königin Esther, dass man's dir gebe? Und was forderst du? Auch das halbe Königreich, es soll geschehen.
Est 7:3 Esther, die Königin, antwortete und sprach: habe ich Gnade vor dir gefunden, o König, und gefällt es dem König, so gib mir mein Leben um meiner Bitte willen und mein Volk um meines Begehrens willen.
Est 7:4 Denn wir sind verkauft, ich und mein Volk, dass wir vertilgt, erwürgt und umgebracht werden. Und wären wir doch nur zu Knechten und Mägden verkauft, so wollte ich schweigen; so würde der Feind doch dem König nicht schaden.
Est 7:5 Der König Ahasveros redete und sprach zu der Königin Esther: Wer ist der, oder wo ist der, der solches in seinen Sinn nehmen dürfe, also zu tun?
Est 7:6 Esther sprach: Der Feind und Widersacher ist dieser böse Haman. Haman entsetzte sich vor dem König und der Königin.
Est 7:7 Und der König stand auf vom Mahl und vom Wein in seinem Grimm und ging in den Garten am Hause. Und Haman stand auf und bat die Königin Esther um sein Leben; denn er sah, dass ihm ein Unglück vom König schon bereitet war.
Est 7:8 Und da der König wieder aus dem Garten am Hause in den Saal, da man gegessen hatte, kam, lag Haman an der Bank, darauf Esther saß. Da sprach der König: Will er auch der Königin Gewalt tun bei mir im Hause? Da das Wort aus des Königs Munde ging, verhüllten sie Haman das Antlitz.
Est 7:9 Und Harbona, der Kämmerer einer vor dem König, sprach: Siehe, es steht ein Baum im Hause Haman, fünfzig Ellen hoch, den er Mardochai gemacht hatte, der Gutes für den König geredet hat. Der König sprach: Lasst ihn daran hängen!
Est 7:10 Also hängte man Haman an den Baum, den er Mardochai gemacht hatte. Da legte sich des Königs Zorn.
Est 8:1 An dem Tage gab der König Ahasveros der Königin Esther das Haus Hamans, des Judenfeindes. Und Mardochai kam vor den König; denn Esther sagte an, wie er ihr zugehörte.
Est 8:2 Und der König tat ab von seinem Fingerreif, den er von Haman hatte genommen, und gab ihn Mardochai. Und Esther setzte Mardochai über das Haus Hamans.
Est 8:3 Und Esther redete weiter vor dem König und fiel ihm zu den Füßen und weinte und flehte ihn an, dass er zunichte machte die Bosheit Hamans, des Agagiters, und seine Anschläge, die er wider die Juden erdacht hatte.
Est 8:4 Und der König reckte das goldene Zepter gegen Esther. Da stand Esther auf und trat vor den König
Est 8:5 und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm und ist's gelegen dem König und ich gefalle ihm, so schreibe man, dass die Briefe Hamans, des Sohnes Hammedathas, des Agagiters, widerrufen werden, die er geschrieben hat, die Juden umzubringen in allen Landen des Königs.
Est 8:6 Denn wie kann ich zusehen dem Übel, das mein Volk treffen würde? Und wie kann ich zusehen, dass mein Geschlecht umkomme?
Est 8:7 Da sprach der König Ahasveros zur Königin Esther und zu Mardochai, dem Juden: Siehe, ich habe Esther das Haus Hamans gegeben, und ihn hat man an einen Baum gehängt, darum dass er seine Hand hat an die Juden gelegt;
Est 8:8 so schreibt ihr nun für die Juden, wie es euch gefällt, in des Königs Namen und versiegelt's mit des Königs Ringe. Denn die Schriften, die in des Königs Namen geschrieben und mit des Königs Ring versiegelt wurden, durfte niemand widerrufen.
Est 8:9 Da wurden berufen des Königs Schreiber zu der Zeit im dritten Monat, das ist der Monat Sivan, am dreiundzwanzigsten Tage, und wurde geschrieben, wie Mardochai gebot, an die Juden und an die Fürsten, Landpfleger und Hauptleute in den Landen von Indien bis an das Mohrenland, nämlich hundert und siebenundzwanzig Länder, einem jeglichen Lande nach seiner Schrift, einem jeglichen Volk nach seiner Sprache, und den Juden nach ihrer Schrift und Sprache.
Est 8:10 Und es war geschrieben in des Königs Ahasveros Namen und mit des Königs Ring versiegelt. Und er sandte die Briefe durch die reitenden Boten auf jungen Maultieren,
Est 8:11 darin der König den Juden Macht gab, in welchen Städten sie auch waren, sich zu versammeln und zu stehen für ihr Leben und zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Macht des Volkes und Landes, die sie ängsteten, samt den Kindern und Weibern, und ihr Gut zu rauben
Est 8:12 auf einen Tag in allen Ländern des Königs Ahasveros, nämlich am dreizehnten Tage des zwölften Monats, das ist der Monat Adar.
Est 8:13 Der Inhalt aber der Schrift war, dass ein Gebot gegeben wäre in allen Landen, zu eröffnen allen Völkern, dass die Juden bereit sein sollten, sich zu rächen an ihren Feinden.
Est 8:14 Und die reitenden Boten auf den Maultieren ritten aus schnell und eilend nach dem Wort des Königs, und das Gebot ward zu Schloss Susan angeschlagen.
Est 8:15 Mardochai aber ging aus von dem König in königlichen Kleidern, blau und weiß, und mit einer großen goldenen Krone, angetan mit einem Leinen- und Purpurmantel; und die Stadt Susan jauchzte und war fröhlich.
Est 8:16 Den Juden aber war Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen.
Est 8:17 Und in allen Landen und Städten, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Wohlleben und gute Tage, dass viele aus den Völkern im Lande Juden wurden; denn die Furcht vor den Juden war über sie gekommen.
Est 9:1 Im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tag, den des Königs Wort und Gebot bestimmt hatte, dass man's tun sollte, ebendesselben Tages, da die Feinde der Juden hofften, sie zu überwältigen, wandte sich's, dass die Juden ihre Feinde überwältigen sollten.
Est 9:2 Da versammelten sich die Juden in ihren Städten in allen Landen des Königs Ahasveros, dass sie die Hand legten an die, so ihnen übel wollten. Und niemand konnte ihnen widerstehen; denn ihre Furcht war über alle Völker gekommen.
Est 9:3 Auch alle Obersten in den Landen und Fürsten und Landpfleger und Amtleute des Königs halfen den Juden; denn die Furcht vor Mardochai war über sie gekommen.
Est 9:4 Denn Mardochai war groß im Hause des Königs, und sein Gerücht erscholl in allen Ländern, wie er zunähme und groß würde.
Est 9:5 Also schlugen die Juden an allen ihren Feinden eine Schwertschlacht und würgten und raubten und brachten um und taten nach ihrem Willen an denen, die ihnen feind waren.
Est 9:6 Und zu Schloss Susan erwürgten die Juden und brachten um fünfhundert Mann;
Est 9:7 dazu erwürgten sie Parsandatha, Dalphon, Aspatha,
Est 9:8 Poratha, Adalja, Aridatha,
Est 9:9 Parmastha, Arisai, Aridai, Vajesatha,
Est 9:10 die zehn Söhne Hamans, des Sohne Hammedathas, des Judenfeindes. Aber an die Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:11 Zu derselben Zeit kam die Zahl der Erwürgten zu Schloss Susan vor den König.
Est 9:12 Und der König sprach zu der Königin Esther: Die Juden haben zu Schloss Susan fünfhundert Mann erwürgt und umgebracht und die zehn Söhne Hamans; was werden sie tun in den andern Ländern des Königs? was bittest du, dass man dir gebe? und was forderst du mehr, dass man tue?
Est 9:13 Esther sprach: Gefällt's dem König, so lasse er auch morgen die Juden tun nach dem heutigen Gebot, und die zehn Söhne Hamans soll man an den Baum hängen.
Est 9:14 Und der König hieß also tun. Und das Gebot ward zu Susan angeschlagen, und die zehn Söhne Haman wurden gehängt.
Est 9:15 Und die Juden zu Susan versammelten sich auch am vierzehnten Tage des Monats Adar und erwürgten zu Susan dreihundert Mann; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:16 Aber die andern Juden in den Ländern des Königs kamen zusammen und standen für ihr Leben, dass sie Ruhe schafften vor ihren Feinden, und erwürgten ihrer Feinde fünfundsiebzigtausend; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
Est 9:17 Das geschah am dreizehnten Tage des Monats Adar, und sie ruhten am vierzehnten Tage desselben Monats; den machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
Est 9:18 Aber die Juden zu Susan waren zusammengekommen am dreizehnten und am vierzehnten Tage und ruhten am fünfzehnten Tag; und den Tag machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
Est 9:19 Darum machten die Juden, die auf den Dörfern und Flecken wohnten, den vierzehnten Tag des Monats Adar zum Tag des Wohllebens und der Freude, und sandte einer dem andern Geschenke.
Est 9:20 Und Mardochai schrieb diese Geschichten auf und sandte Briefe an alle Juden, die in den Landen des Königs Ahasveros waren, nahen und fernen,
Est 9:21 dass sie annähmen und hielten den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar jährlich,
Est 9:22 nach den Tagen, darin die Juden zur Ruhe gekommen waren von ihren Feinden und nach dem Monat, darin ihre Schmerzen in Freude und ihr Leid in gute Tage verkehrt war; dass sie dieselben halten sollten als Tage des Wohllebens und der Freude und einer dem andern Geschenke schicken und den Armen mitteilen.
Est 9:23 Und die Juden nahmen's an, was sie angefangen hatten zu tun und was Mardochai an sie schrieb:
Est 9:24 wie Haman, der Sohn Hammedathas, der Agagiter, aller Juden Feind, gedacht hatte, alle Juden umzubringen, und das Pur, das ist das Los, werfen lassen, sie zu erschrecken und umzubringen;
Est 9:25 und wie Esther zum König gegangen war und derselbe durch Briefe geboten hatte, dass seine bösen Anschläge, die er wider die Juden gedacht, auf seinen Kopf gekehrt würden; und wie man ihn und seine Söhne an den Baum gehängt hatte.
Est 9:26 Daher sie diese Tage Purim nannten nach dem Namen des Loses. Und nach allen Worten dieses Briefes und dem, was sie selbst gesehen hatten und was an sie gelangt war,
Est 9:27 richteten die Juden es auf und nahmen's auf sich und auf ihre Nachkommen und auf alle, die sich zu ihnen taten, dass sie nicht unterlassen wollten, zu halten diese zwei Tage jährlich, wie die vorgeschrieben und bestimmt waren;
Est 9:28 dass diese Tage nicht vergessen, sondern zu halten seien bei Kindeskindern, bei allen Geschlechtern, in allen Ländern und Städten. Es sind die Tage Purim, welche nicht sollen übergangen werden unter den Juden, und ihr Gedächtnis soll nicht umkommen bei ihren Nachkommen.
Est 9:29 Und die Königin Esther, die Tochter Abihails, und Mardochai, der Jude, schrieben mit ganzem Ernst, um es zu bestätigen, diesen zweiten Brief von Purim;
Est 9:30 und er sandte die Briefe zu allen Juden in den hundert und siebenundzwanzig Ländern des Königreichs des Ahasveros mit freundlichen und treuen Worten:
Est 9:31 dass sie annähmen die Tage Purim auf die bestimmte Zeit, wie Mardochai, der Jude, über sie bestätigt hatte und die Königin Esther, und wie sie für sich selbst und ihre Nachkommen bestätigt hatten die Geschichte der Fasten und ihres Schreiens.
Est 9:32 Und Esther befahl, die Geschichte dieser Purim zu bestätigen. Und es ward in ein Buch geschrieben.
Est 10:1 Und der König Ahasveros legte Zins aufs Land und auf die Inseln im Meer.
Est 10:2 Aber alle Werke seiner Gewalt und Macht und die große Herrlichkeit Mardochais, die ihm der König gab, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige in Medien und Persien.
Est 10:3 Denn Mardochai, der Jude, war der nächste nach dem König Ahasveros und groß unter den Juden und angenehm unter der Menge seiner Brüder, der für sein Volk Gutes suchte und redete das Beste für sein ganzes Geschlecht.

Neh 1:1 Dies sind die Geschichten Nehemias, des Sohnes Hachaljas. Es geschah im Monat Chislev des zwanzigsten Jahres, da ich war zu Susan auf dem Schloss,
Neh 1:2 da kam Hanani, einer meiner Brüder, mit etlichen Männern aus Juda. Und ich fragte sie, wie es den Juden ginge, die errettet und übrig waren von der Gefangenschaft, und wie es zu Jerusalem ginge.
Neh 1:3 Und sie sprachen zu mir: Die übrigen von der Gefangenschaft sind daselbst im Lande in großem Unglück und Schmach; die Mauern Jerusalems sind zerbrochen und seine Tore mit Feuer verbrannt.
Neh 1:4 Da ich aber solche Worte hörte, saß ich und weinte und trug Leid etliche Tage und fastete und betete vor dem Gott des Himmels
Neh 1:5 und sprach: Ach HErr, Gott des Himmels, großer und schrecklicher Gott, der da hält den Bund und die Barmherzigkeit denen, die ihn lieben und seine Gebote halten,
Neh 1:6 lass doch deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, dass du hörst das Gebet deines Knechtes, das ich nun vor dir bete Tag und Nacht für die Kinder Israel, deine Knechte, und bekenne die Sünden der Kinder Israel, die wir an dir getan haben; und ich und meines Vaters Haus haben auch gesündigt.
Neh 1:7 Wir haben an dir missgehandelt, dass wir nicht gehalten haben die Gebote, Befehle und Rechte, die du geboten hast deinem Knecht Mose.
Neh 1:8 Gedenke aber doch des Wortes, das du deinem Knecht Mose gebotest und sprachst: Wenn ihr euch versündigt, so will ich euch unter die Völker streuen.
Neh 1:9 Wo ihr euch aber bekehrt zu mir und haltet meine Gebote und tut sie, und ob ihr verstoßen wäret bis an der Himmel Ende, so will ich euch doch von da versammeln und will euch bringen an den Ort, den ich erwählt habe, dass mein Name daselbst wohne.
Neh 1:10 Sie sind ja doch deine Knechte und dein Volk, die du erlöst hast durch deine große Kraft und mächtige Hand.
Neh 1:11 Ach HErr, lass deine Ohren aufmerken auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die da begehren deinen Namen zu fürchten; und lass es deinem Knecht heute gelingen und gib ihm Barmherzigkeit vor diesem Manne! Denn ich war des Königs Schenke.
Neh 2:1 Im Monat Nisan des zwanzigsten Jahre des Königs Arthahsastha, da Wein vor ihm stand, hob ich den Wein auf und gab dem König; und ich sah traurig vor ihm.
Neh 2:2 Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so übel? Du bist ja nicht krank? Das ist's nicht, sondern du bist schwermütig. Ich aber fürchtete mich gar sehr
Neh 2:3 und sprach zu dem König: Der König lebe ewiglich! Sollte ich nicht übel sehen? Die Stadt da das Begräbnis meiner Väter ist, liegt wüst, und ihre Tore sind mit Feuer verzehrt.
Neh 2:4 Da sprach der König: Was forderst du denn? da betete ich zu dem Gott des Himmels
Neh 2:5 und sprach zum König: Gefällt es dem König und ist dein Knecht angenehm vor dir, so wollest du mich senden nach Juda zu der Stadt des Begräbnisses meiner Väter, dass ich sie baue.
Neh 2:6 Und der König sprach zu mir und die Königin, die neben ihm saß: Wie lange wird deine Reise währen, und wann wirst du wiederkommen? Und es gefiel dem König, dass er mich hinsendete. Und ich setzte ihm eine bestimmte Zeit
Neh 2:7 und sprach zum König: Gefällt es dem König, so gebe man mir Briefe an die Landpfleger jenseit des Wassers, dass sie mich hinübergeleiten, bis ich komme nach Juda,
Neh 2:8 und Briefe an Asaph den Holzfürsten des Königs, dass er mir Holz gebe zu Balken der Pforten an der Burg beim Tempel und zu der Stadtmauer und zum Hause, da ich einziehen soll. Und der König gab mir nach der guten Hand meines Gottes über mir.
Neh 2:9 Und da ich kam zu den Landpflegern jenseit des Wassers, gab ich ihnen des Königs Briefe. Und der König sandte mit mir Hauptleute und Reiter.
Neh 2:10 Da aber das hörten Saneballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, verdross es sie sehr, dass ein Mensch gekommen wäre, der Gutes suchte für die Kinder Israel.
Neh 2:11 Und da ich gen Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war,
Neh 2:12 machte ich mich des Nachts auf und wenig Männer mit mir (denn ich sagte keinem Menschen, was mir mein Gott eingegeben hatte zu tun an Jerusalem), und war kein Tier mit mir, ohne das, darauf ich ritt.
Neh 2:13 Und ich ritt zum Taltor aus bei der Nacht und gegen den Drachenbrunnen und an das Misttor; und es tat mir wehe, dass die Mauern Jerusalems eingerissen waren und die Tore mit Feuer verzehrt.
Neh 2:14 Und ging hinüber zu dem Brunnentor und zu des Königs Teich; und war da nicht Raum meinem Tier, dass es unter mir hätte gehen können.
Neh 2:15 Da zog ich bei Nacht den Bach hinan; und es tat mir wehe, die Mauern also zu sehen. Und kehrte um und kam zum Taltor wieder heim.
Neh 2:16 Und die Obersten wussten nicht, wo ich hinging oder was ich machte; denn ich hatte bis daher den Juden und den Priestern, den Ratsherren und den Obersten und den andern, die am Werk arbeiteten, nichts gesagt.
Neh 2:17 Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, darin wir sind, dass Jerusalem wüst liegt und seine Tore sind mit Feuer verbrannt. Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems bauen, dass wir nicht mehr eine Schmach seien!
Neh 2:18 Und sagte ihnen an die Hand meines Gottes, die gut über mir war, dazu die Worte des Königs, die er zu mir geredet hatte. Und sie sprachen: So lasst uns auf sein und bauen! Und ihre Hände wurden gestärkt zum Guten.
Neh 2:19 Da aber das Saneballat, der Horoniter und Tobia, der ammonitische Knecht, und Gesem, der Araber, hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, das ihr tut? Wollt ihr von dem König abfallen?
Neh 2:20 Da antwortete ich ihnen und sprach: Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen. Ihr aber habt kein Teil noch Recht noch Gedächtnis in Jerusalem.
Neh 3:1 Und Eljasib, der Hohepriester, machte sich auf mit seinen Brüdern, den Priestern und bauten das Schaftor. Sie heiligten es und setzten seine Türen ein. Sie heiligten es aber bis an den Turm Mea, bis an den Turm Hananeel.
Neh 3:2 Neben ihm bauten die Männer von Jericho. Und daneben baute Sakkur, der Sohn Imris.
Neh 3:3 Aber das Fischtor bauten die Kinder von Senaa, sie deckten es und setzten seine Türen ein, Schlösser und Riegel.
Neh 3:4 Neben ihnen baute Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakkoz. Neben ihnen baute Mesullam, der Sohn Berechjas, des Sohnes Mesesabeels. Neben ihnen baute Zadok, der Sohn Baanas.
Neh 3:5 Neben ihnen bauten die von Thekoa; aber ihre Vornehmeren brachten ihren Hals nicht zum Dienst ihrer Herren.
Neh 3:6 Das alte Tor baute Jojada, der Sohn Paseahs, und Mesullam, der Sohn Besodjas; sie deckten es und setzten ein seine Türen und Schlösser und Riegel.
Neh 3:7 Neben ihnen bauten Melatja von Gibeon und Jadon von Meronoth, die Männer von Gibeon und von Mizpa, am Stuhl des Landpflegers diesseit des Wassers.
Neh 3:8 Daneben baute Usiel, der Sohn des Harhajas, der Goldschmied. Neben ihm baute Hananja, der Sohn der Salbenbereiter; und sie bauten aus zu Jerusalem bis an die breite Mauer.
Neh 3:9 Neben ihm baute Rephaja, der Sohn Hurs, der Oberste des halben Kreises von Jerusalem.
Neh 3:10 Neben ihm baute Jedaja, der Sohn Harumaphs, gegenüber seinem Hause. Neben ihm baute Hattus, der Sohn Hasabnejas.
Neh 3:11 Aber Malchia, der Sohn Harims, und Hassub, der Sohn Pahath-Moabs, bauten ein andres Stück und den Ofenturm.
Neh 3:12 Daneben baute Sallum, der Sohn des Halohes, der Oberste des andern halben Kreises von Jerusalem, er und seine Töchter.
Neh 3:13 Das Taltor bauten Hanun und die Bürger von Sanoah, sie bauten's und setzten ein seine Türen, Schlösser und Riegel, und tausend Ellen an der Mauer bis an das Misttor.
Neh 3:14 Das Misttor aber baute Malchia, der Sohn Rechabs, der Oberste des Kreises von Beth-Cherem; er baute es und setzte ein seine Türen, Schlösser und Riegel.
Neh 3:15 Aber das Brunnentor baute Sallun, der Sohn Chol-Hoses, der Oberste des Kreises von Mizpa, er baute es und deckte es und setzte ein seine Türen, Schlösser und Riegel, dazu die Mauer am Teich Siloah bei dem Garten des Königs bis an die Stufen, die von der Stadt Davids herabgehen.
Neh 3:16 Nach ihm baute Nehemia, der Sohn Asbuks, der Oberste des halben Kreises von Beth-Zur, bis gegenüber den Gräbern Davids und bis an den Teich, den man gemacht hatte, und bis an das Haus der Helden.
Neh 3:17 Nach ihm bauten die Leviten, Rehum, der Sohn Banis. Neben ihm baute Hasabja, der Oberste des halben Kreises von Kegila, für seinen Kreis.
Neh 3:18 Nach ihm bauten ihre Brüder, Bavvai, der Sohn Henadads, der Oberste des andern halben Kreises von Kegila.
Neh 3:19 Neben ihm baute Eser, der Sohn Jesuas, der Oberste zu Mizpa, ein anderes Stück den Winkel hinan gegenüber dem Zeughaus.
Neh 3:20 Nach ihm auf dem Berge baute Baruch, der Sohn Sabbais, ein anderes Stück vom Winkel bis an die Haustür Eljasibs, des Hohenpriesters.
Neh 3:21 Nach ihm baute Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakkoz, ein anderes Stück von der Haustür Eljasibs, bis an das Ende des Hauses Eljasibs,
Neh 3:22 Nach ihm bauten die Priester, die Männer aus der Gegend.
Neh 3:23 Nach dem baute Benjamin und Hassub gegenüber ihrem Hause. Nach dem baute Asarja, der Sohn Maasejas, des Sohnes Ananjas, neben seinem Hause.
Neh 3:24 Nach ihm baute Binnui, der Sohn Henadads, ein anderes Stück vom Hause Asarjas bis an den Winkel und bis an die Ecke.
Neh 3:25 Palal, der Sohn Usais, gegenüber dem Winkel und den Oberen Turm, der vom Königshause heraussieht bei dem Kerkerhofe. Nach ihm Pedaja, der Sohn Pareos.
Neh 3:26 Die Tempelknechte aber wohnten am Ophel bis an das Wassertor gegen Morgen, da der Turm heraussieht.
Neh 3:27 Nach dem bauten die von Thekoa ein anderes Stück gegenüber dem großen Turm, der heraussieht, und bis an die Mauer des Ophel.
Neh 3:28 Aber vom Rosstor an bauten die Priester, ein jeglicher gegenüber seinem Hause.
Neh 3:29 Nach dem baute Zadok, der Sohn Immers, gegenüber seinem Hause. Nach ihm baute Semaja, der Sohn Sechanjas, der Hüter des Tores gegen Morgen.
Neh 3:30 Nach ihm baute Hananja, der Sohn Selemjas, und Hanun, der Sohn Zalaphs, der sechste, ein anderes Stück. Nach ihm baute Mesullam, der Sohn Berechjas, gegenüber seiner Kammer.
Neh 3:31 Nach ihm baute Malchia, der Sohn des Goldschmieds, bis an das Haus der Tempelknechte und der Krämer, gegenüber dem Ratstor und bis an den Söller an der Ecke.
Neh 3:32 Und zwischen dem Söller und dem Schaftor bauten die Goldschmiede und die Krämer.
Neh 3:33 Da aber Saneballat hörte, dass wir die Mauer bauten, ward er zornig und sehr entrüstet und spottete der Juden
Neh 3:34 und sprach vor seinen Brüdern und den Mächtigen zu Samaria: Was machen die ohnmächtigen Juden? Wird man sie so lassen? Werden sie opfern? Werden sie es diesen Tag vollenden? Werden sie die Steine lebendig machen, die Schutthaufen und verbrannt sind?
Neh 3:35 Aber Tobia, der Ammoniter, neben ihm sprach: Lass sie nur bauen; wenn Füchse hinaufzögen, die zerrissen wohl ihre steinerne Mauer.
Neh 3:36 Höre, unser Gott, wie verachtet sind wir! Kehre ihren Hohn auf ihren Kopf, dass du sie gibst in Verachtung im Lande ihrer Gefangenschaft.
Neh 3:37 Decke ihre Missetat nicht zu, und ihre Sünde vertilge nicht vor dir; denn sie haben vor den Bauleuten dich erzürnt.
Neh 3:38 Aber wir bauten die Mauer und fügten sie ganz aneinander bis an die halbe Höhe. Und das Volk gewann ein Herz zu arbeiten.
Neh 4:1 Da aber Saneballat und Tobia und die Araber und Ammoniter und Asdoditer hörten, dass die Mauern zu Jerusalem zugemacht wurden und dass sie die Lücken hatten angefangen zu verschließen, wurden sie sehr zornig
Neh 4:2 und machten allesamt einen Bund zuhaufen, dass sie kämen und stritten wider Jerusalem und richteten darin Verwirrung an.
Neh 4:3 Wir aber beteten zu unsrem Gott und stellten Hut gegen sie Tag und Nacht vor ihnen.
Neh 4:4 Und Juda sprach: Die Kraft der Träger ist zu schwach, und des Schuttes ist zu viel; wir können nicht an der Mauer bauen.
Neh 4:5 Unsre Widersacher aber gedachten: Sie sollen's nicht wissen noch sehen, bis wir mitten unter sie kommen und sie erwürgen und das Werk hindern.
Neh 4:6 Da aber die Juden, die neben ihnen wohnten, kamen, und sagten's uns wohl zehnmal, aus allen Orten, da sie um uns wohnten,
Neh 4:7 da stellte ich unten an die Orte hinter der Mauer in die Gräben das Volk nach ihren Geschlechtern mit ihren Schwertern, Spießen und Bogen.
Neh 4:8 Und ich besah es und machte mich auf und sprach zu den Ratsherren und Obersten und dem andern Volk: Fürchtet euch nicht vor ihnen; gedenkt an den großen, schrecklichen HErrn und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Weiber und Häuser!
Neh 4:9 Da aber unsre Feinde hörten, dass es uns kund war geworden und Gott ihren Rat zunichte gemacht hatte, kehrten wir alle wieder zur Mauer, ein jeglicher zu seiner Arbeit.
Neh 4:10 Und es geschah von hier an, dass der Jünglinge die Hälfte taten die Arbeit, die andere Hälfte hielten die Spieße, Schilde, Bogen und Panzer. Und die Obersten standen hinter dem ganzen Hause Juda,
Neh 4:11 die da bauten an der Mauer. Und die da Last trugen von denen, die ihnen aufluden, mit einer Hand taten sie die Arbeit, und mit der andern hielten sie die Waffe.
Neh 4:12 Und ein jeglicher, der da baute, hatte sein Schwert an seine Lenden gegürtet und baute also; und der mit der Posaune blies, war neben mir.
Neh 4:13 Und ich sprach zu den Ratsherren und Obersten und zum andern Volk: Das Werk ist groß und weit, und wir sind zerstreut auf der Mauer, ferne voneinander.
Neh 4:14 An welchem Ort ihr nun die Posaune tönen hört, dahin versammelt euch zu uns. Unser Gott wird für uns streiten.
Neh 4:15 So arbeiteten wir am Werk, und ihre Hälfte hielt die Spieße von dem Aufgang der Morgenröte, bis die Sterne hervorkamen.
Neh 4:16 Auch sprach ich zu der Zeit zum Volk: Ein jeglicher bleibe mit seinen Leuten über Nacht zu Jerusalem, dass sie uns des Nachts der Hut und des Tages der Arbeit warten.
Neh 4:17 Aber ich und meine Brüder und meine Leute und die Männer an der Hut hinter mir, wir zogen unsre Kleider nicht aus; ein jeglicher ließ das Baden anstehen.
Neh 5:1 Und es erhob sich ein großes Geschrei des Volkes und ihrer Weiber wider ihre Brüder, die Juden.
Neh 5:2 Und waren etliche, die da sprachen: Unsrer Söhne und Töchter sind viel; lasst uns Getreide nehmen und essen, dass wir leben.
Neh 5:3 Aber etliche sprachen: Lasst uns unsre Äcker, Weinberge und Häuser versetzen und Getreide nehmen in der Teuerung.
Neh 5:4 Etliche aber sprachen: Wir habe Geld entlehnt zum Schoß für den König auf unsre Äcker und Weinberge;
Neh 5:5 nun ist doch wie unsrer Brüder Leib auch unser Leib und wie ihre Kinder unsre Kinder, und siehe, wir müssen unsre Söhne und Töchter unterwerfen dem Dienst, und sind schon unsrer Töchter etliche unterworfen, und ist kein Vermögen in unsren Händen, und unsre Äcker und Weinberge sind der andern geworden.
Neh 5:6 Da ich aber ihr Schreien und solche Worte hörte, ward ich sehr zornig.
Neh 5:7 Und mein Herz ward Rats mit mir, dass ich schalt die Ratsherren und die Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr einer auf den andern Wucher treiben? Und ich brachte die Gemeinde wider sie zusammen
Neh 5:8 und sprach zu ihnen: Wir haben unsre Brüder, die Juden, erkauft die den Heiden verkauft waren, nach unsrem Vermögen; und ihr wollt auch eure Brüder verkaufen und sie sollen uns verkauft werden? Da schwiegen sie und fanden nichts zu antworten.
Neh 5:9 Und ich sprach: Es ist nicht gut, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht Gottes wandeln um des Hohnes willen der Heiden, unsrer Feinde?
Neh 5:10 Ich und meine Brüder und meine Leute haben ihnen auch Geld geliehen und Getreide; lasst uns doch diese Schuld erlassen.
Neh 5:11 So gebt ihnen nun heute wieder ihre Äcker, Weinberge, Ölgärten und Häuser und den Hundertsten am Geld, am Getreide, am Most und am Öl, den ihr von ihnen zu fordern habt.
Neh 5:12 Da sprachen sie: Wir wollen's wiedergeben und wollen nichts von ihnen fordern und wollen tun wie du gesagt hast. Und ich rief die Priester und nahm einen Eid von ihnen, dass sie also tun sollten.
Neh 5:13 Auch schüttelte ich meinen Busen aus und sprach: Also schüttle Gott aus jedermann von seinem Hause und von seiner Arbeit, der dies Wort nicht handhabt, dass er sei ausgeschüttelt und leer. Und die ganze Gemeinde sprach: Amen! und lobte den HErrn. Und das Volk tat also.
Neh 5:14 Auch von der Zeit an, da mir befohlen ward, ihr Landpfleger zu sein im Lande Juda, nämlich vom zwanzigsten Jahr an bis in das zweiunddreißigste Jahr des Königs Arthahsastha, das sind zwölf Jahre, nährte ich mich und meine Brüder nicht von der Landpfleger Kost.
Neh 5:15 Denn die vorigen Landpfleger, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk beschwert und hatten von ihnen genommen Brot und Wein, dazu auch vierzig Silberlinge; auch waren die Leute mit Gewalt gefahren über das Volk. Ich tat aber nicht also um der Furcht Gottes willen.
Neh 5:16 Auch arbeitete ich an der Mauer Arbeit und kaufte keinen Acker; und alle meine Leute mussten daselbst an die Arbeit zuhauf kommen.
Neh 5:17 Dazu waren die Juden und Obersten hundertundfünfzig an meinem Tisch und die zu uns kamen aus den Heiden, die um uns her sind.
Neh 5:18 Und man gebrauchte für mich des Tages einen Ochsen und sechs erwählte Schafe und Vögel und je innerhalb zehn Tagen allerlei Wein die Menge. Dennoch forderte ich nicht der Landpfleger Kost; denn der Dienst war schwer auf dem Volk.
Neh 5:19 Gedenke mir, mein Gott, zum Besten alles, was ich diesem Volk getan habe!
Neh 6:1 Und da Saneballat, Tobia und Gesem, der Araber, und unsre Feinde erfuhren, dass ich die Mauer gebaut hatte und keine Lücke mehr daran wäre, wiewohl ich die Türen zu der Zeit noch nicht eingehängt hatte in den Toren,
Neh 6:2 sandte Sanaballat und Gesem zu mir und ließen mir sagen: Komm und lass uns zusammenkommen in den Dörfern in der Fläche Ono! Sie gedachten mir aber Böses zu tun.
Neh 6:3 Ich aber sandte Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Ich habe ein großes Geschäft auszurichten, ich kann nicht hinabkommen; es möchte das Werk nachbleiben, wo ich die Hände abtäte und zu euch hinabzöge.
Neh 6:4 Sie sandten aber viermal zu mir auf diese Weise, und ich antwortete ihnen auf diese Weise.
Neh 6:5 Da sandte Saneballat zum fünftenmal zu mir seinen Diener mit einem offenen Brief in seiner Hand.
Neh 6:6 Darin war geschrieben: Es ist vor die Heiden gekommen, und Gesem hat's gesagt, dass du und die Juden gedenkt abzufallen, darum du die Mauer baust, und wollest also König werden;
Neh 6:7 und du habest die Propheten bestellt, die von dir ausrufen sollen zu Jerusalem und sagen: Er ist der König Judas. Nun, solches wird vor den König kommen. So komm nun und lass uns miteinander ratschlagen!
Neh 6:8 Ich aber sandte zu ihm und ließ ihm sagen: Solches ist nicht geschehen, was du sagst; du hast es aus deinem Herzen erdacht.
Neh 6:9 Denn sie alle wollen uns furchtsam machen und gedachten: Sie sollen die Hand abtun vom Geschäft, dass es nicht fertig werde, aber nun stärke meine Hände!
Neh 6:10 Und ich kam in das Haus Semajas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabeels; und er hatte sich verschlossen und sprach: Lass uns zusammenkommen im Hause Gottes mitten im Tempel und die Türen zuschließen; denn sie werden kommen, dich zu erwürgen, und werden bei der Nacht kommen, dass sie dich erwürgen.
Neh 6:11 Ich aber sprach: Sollte ein solcher Mann fliehen? Sollte ein solcher Mann, wie ich bin, in den Tempel gehen, dass er lebendig bleibe? Ich will nicht hineingehen.
Neh 6:12 Denn ich merkte, dass ihn Gott nicht gesandt hatte. Denn er sagte wohl Weissagung auf mich; aber Tobia und Saneballat hatten ihm Geld gegeben.
Neh 6:13 Darum nahm er Geld, auf dass ich mich fürchten sollte und also tun und sündigen, dass sie ein böses Gerücht hätten, damit sie mich lästern möchten.
Neh 6:14 Gedenke, mein Gott, des Tobia und Saneballat nach diesen Werken, auch der Prophetin Noadja und der anderen Propheten, die mich wollten abschrecken!
Neh 6:15 Und die Mauer ward fertig am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Elul in zweiundfünfzig Tagen.
Neh 6:16 Und da alle unsre Feinde das hörten, fürchteten sich alle Heiden, die um uns her waren, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, dass dies Werk von Gott war.
Neh 6:17 Auch waren zu derselben Zeit viele der Obersten Judas, deren Briefe gingen zu Tobia und von Tobia zu ihnen.
Neh 6:18 Denn ihrer waren viel in Juda, die ihm geschworen waren; denn er war der Eidam Sechanjas, des Sohnes Arahs, und sein Sohn Johanan hatte die Tochter Mesullams, des Sohnes Berechjas.
Neh 6:19 Und sie sagten Gutes von ihm vor mir und brachten meine Reden aus zu ihm. So sandte denn Tobia Briefe, mich abzuschrecken.
Neh 7:1 Da wir nun die Mauer gebaut hatten, hängte ich die Türen ein und wurden bestellt die Torhüter, Sänger und Leviten.
Neh 7:2 Und ich gebot meinem Bruder Hanani und Hananja, dem Burgvogt zu Jerusalem (denn er war ein treuer Mann und gottesfürchtig vor vielen andern),
Neh 7:3 und sprach zu Ihnen: Man soll die Tore Jerusalem nicht auftun, bis dass die Sonne heiß wird; und wenn man noch auf der Hut steht, soll man die Türen zuschlagen und verriegeln. Und es wurden Hüter bestellt aus den Bürgern Jerusalems, ein jeglicher auf seine Hut seinem Hause gegenüber.
Neh 7:4 Die Stadt aber war weit von Raum und groß, aber wenig Volk darin, und die Häuser wurden nicht gebaut.
Neh 7:5 Und mein Gott gab mir ins Herz, dass ich versammelte die Ratsherren und die Obersten und das Volk, sie zu verzeichnen. Und ich fand das Geschlechtsregister derer, die vorhin heraufgekommen waren, und fand darin geschrieben:
Neh 7:6 Dies sind die Kinder der Landschaft, die heraufgekommen sind aus der Gefangenschaft, die Nebukadnezar, der König zu Babel, hatte weggeführt, und die wieder gen Jerusalem und nach Juda kamen, ein jeglicher in seine Stadt,
Neh 7:7 und sind gekommen mit Serubabel, Jesua, Nehemia, Asarja, Raamja, Nahamani, Mardochai, Bilsan, Mispereth, Bigevai, Nehum und Baana. Dies ist die Zahl der Männer vom Volk Israel:
Neh 7:8 der Kinder Pareos waren zweitausend einhundert und zweiundsiebzig;
Neh 7:9 der Kinder Sephatja dreihundert und zweiundsiebzig;
Neh 7:10 der Kinder Arah sechshundert und zweiundfünfzig;
Neh 7:11 der Kinder Pahath-Moab von den Kindern Jesua und Joab zweitausend achthundert und achtzehn;
Neh 7:12 der Kinder Elam tausend zweihundert und vierundfünfzig;
Neh 7:13 der Kinder Satthu achthundert und fünfundvierzig;
Neh 7:14 der Kinder Sakkai siebenhundert und sechzig;
Neh 7:15 der Kinder Binnui sechshundert und achtundvierzig;
Neh 7:16 der Kinder Bebai sechshundert und achtundzwanzig;
Neh 7:17 der Kinder Asgad zweitausend dreihundert und zweiundzwanzig;
Neh 7:18 der Kinder Adonikam sechshundert und siebenundsechzig;
Neh 7:19 der Kinder Bigevai zweitausend und siebenundsechzig;
Neh 7:20 der Kinder Adin sechshundert und fünfundfünzig;
Neh 7:21 der Kinder Ater von Hiskia achtundneunzig;
Neh 7:22 der Kinder Hasum dreihundert und achtundzwanzig;
Neh 7:23 der Kinder Bezai dreihundert und vierundzwanzig;
Neh 7:24 der Kinder Hariph hundert und zwölf;
Neh 7:25 der Kinder von Gibeon fünfundneunzig;
Neh 7:26 der Männer von Bethlehem und Netopha hundert und achtundachtzig;
Neh 7:27 der Männer von Anathoth hundert und achtundzwanzig;
Neh 7:28 der Männer von Beth-Asmaveth zweiundvierzig;
Neh 7:29 der Männer von Kirjath-Jearim, Kaphira und Beeroth siebenhundert und dreiundvierzig;
Neh 7:30 der Männer von Rama und Geba sechshundert und einundzwanzig;
Neh 7:31 der Männer von Michmas hundert und zweiundzwanzig;
Neh 7:32 der Männer von Beth-El und Ai hundert und dreiundzwanzig;
Neh 7:33 der Männer vom andern Nebo zweiundfünfzig;
Neh 7:34 der Kinder des andern Elam tausend zweihundert und vierundfünfzig;
Neh 7:35 der Kinder Harim dreihundert und zwanzig;
Neh 7:36 der Kinder von Jericho dreihundert und fünfundvierzig;
Neh 7:37 der Kinder von Lod, Hadid und Ono siebenhundert und einundzwanzig;
Neh 7:38 der Kinder von Seena dreitausend und neunhundert und dreißig;
Neh 7:39 Die Priester: der Kinder Jedaja, vom Hause Jesua, neunhundert und dreiundsiebzig;
Neh 7:40 der Kinder Immer tausend und zweiundfünfzig;
Neh 7:41 der Kinder Pashur tausend zweihundert und siebenundvierzig;
Neh 7:42 der Kinder Harim tausend und siebzehn;
Neh 7:43 Die Leviten: der Kinder Jesua von Kadmiel, von den Kindern Hodavja, vierundsiebzig;
Neh 7:44 Die Sänger: der Kinder Asaph hundert und achtundvierzig;
Neh 7:45 Die Torhüter waren: die Kinder Sallum, die Kinder Ater, die Kinder Talmon, die Kinder Akkub, die Kinder Hatita, die Kinder Sobai, allesamt hundert und achtunddreißig;
Neh 7:46 Die Tempelknechte: die Kinder Ziha, die Kinder Hasupha, die Kinder Tabbaoth,
Neh 7:47 die Kinder Keros, die Kinder Sia, die Kinder Padon,
Neh 7:48 die Kinder Lebana, die Kinder Hagaba, die Kinder Salmai,
Neh 7:49 die Kinder Hanan, die Kinder Giddel, die Kinder Gahar,
Neh 7:50 die Kinder Reaja, die Kinder Rezin, die Kinder Nekoda,
Neh 7:51 die Kinder Gassam, die Kinder Usa, die Kinder Paseah,
Neh 7:52 die Kinder Besai, die Kinder der Meuniter, die Kinder der Nephusiter,
Neh 7:53 die Kinder Bakbuk, die Kinder Hakupha, die Kinder Harhur,
Neh 7:54 die Kinder Bazlith, die Kinder Mehida, die Kinder Harsa,
Neh 7:55 die Kinder Barkos, die Kinder Sisera, die Kinder Themah,
Neh 7:56 die Kinder Neziah, die Kinder Hatipha.
Neh 7:57 Die Kinder der Knechte Salomos waren: die Kinder Sotai, die Kinder Sophereth, die Kinder Perida,
Neh 7:58 die Kinder Jaala, die Kinder Darkon, die Kinder Giddel,
Neh 7:59 die Kinder Sephatja, die Kinder Hattil, die Kinder Pochereth von Zebaim, die Kinder Amon.
Neh 7:60 Aller Tempelknechte und Kinder der Knechte Salomos waren dreihundert und zweiundneunzig;
Neh 7:61 Und diese zogen auch mit herauf von Thel-Melah, Thel-Harsa, Cherub, Addon und Immer, aber sie konnten nicht anzeigen ihr Vaterhaus noch ihr Geschlecht, ob sie aus Israel wären:
Neh 7:62 die Kinder Delaja, die Kinder Tobia und die Kinder Nekoda, sechshundert und zweiundvierzig;
Neh 7:63 Und von den Priestern waren die Kinder Habaja, die Kinder Hakkoz, die Kinder Barsillai, der aus den Töchtern Barsillais, des Gileaditers, ein Weib nahm und ward nach ihrem Namen genannt.
Neh 7:64 Diese suchten ihr Geburtsregister; und da sie es nicht fanden, wurden sie untüchtig geachtet zum Priestertum.
Neh 7:65 Und der Landpfleger sprach zu ihnen, sie sollten nicht essen vom Hocheiligen, bis dass ein Priester aufkäme mit dem Licht und Recht.
Neh 7:66 Der ganzen Gemeinde wie ein Mann waren zweiundvierzigtausend und dreihundertundsechzig,
Neh 7:67 ausgenommen ihre Knechte und Mägde; derer waren siebentausend dreihundert und siebenunddreißig, dazu zweihundert und fünfundvierzig Sänger und Sängerinnen.
Neh 7:68 Und sie hatten siebenhundert und sechsunddreißig Rosse, zweihundert und fünfundvierzig Maultiere,
Neh 7:69 vierhundert und fünfunddreißig Kamele, sechstausend siebenhundert und zwanzig Esel.
Neh 7:70 Und etliche Obersten der Vaterhäuser gaben zum Werk. Der Landpfleger gab zum Schatz tausend Goldgulden, fünfzig Becken, fünfhundert und dreißig Priesterröcke.
Neh 7:71 Und etliche Obersten der Vaterhäuser gaben zum Schatz fürs Werk zwanzigtausend Goldgulden, zweitausend und zweihundert Pfund Silber.
Neh 7:72 Und das andere Volk gab zwanzigtausend Goldgulden und zweitausend Pfund Silber und siebenundsechzig Priesterröcke.
Neh 7:73 Und die Priester und die Leviten, die Torhüter, die Sänger und die vom Volk und die Tempelknechte und ganz Israel setzten sich in ihre Städte.
Neh 8:1 Da nun herzukam der siebente Monat und die Kinder Israel in ihren Städten waren, versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf die breite Gasse vor dem Wassertor und sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, dass er das Buch des Gesetzes Moses holte, das der HErr Israel geboten hat.
Neh 8:2 Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Weiber und alle, die es vernehmen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats
Neh 8:3 und las daraus auf der breiten Gasse, die vor dem Wassertor ist, vom lichten Morgen an bis auf den Mittag, vor Mann und Weib und wer's vernehmen konnte. Und des ganzen Volkes Ohren waren zu dem Gesetz gekehrt.
Neh 8:4 Und Esra, der Schriftgelehrte, stand auf einem hölzernen, hohen Stuhl, den sie gemacht hatten, zu predigen, und standen neben ihm Matthithja, Sema, Anaja, Uria, Hilkia und Maaseja, zu seiner Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Misael, Malchia, Hasum, Hasbaddana, Sacharja und Mesullam.
Neh 8:5 Und Esra tat das Buch auf vor dem ganzen Volk, denn er ragte über alles Volk; und da er's auftat, stand alles Volk.
Neh 8:6 Und Esra lobte den HErrn, den großen Gott. Und alles Volk antwortete: Amen, Amen! mit ihren Händen empor und neigten sich und beteten den HErrn an mit dem Antlitz zur Erde.
Neh 8:7 Und Jesua, Bani, Serebja, Jamin, Akkub, Sabthai, Hodia, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja und die Leviten machten, dass das Volk aufs Gesetz merkte; und das Volk stand auf seiner Stätte.
Neh 8:8 Und sie lasen im Gesetzbuch Gottes klar und verständlich, dass man verstand, was gelesen ward.
Neh 8:9 Und Nehemia, der da ist der Landpfleger, und Esra, der Priester, der Schriftgelehrte, und die Leviten, die alles Volk aufmerken machten sprachen zum Volk: Dieser Tag ist heilig dem HErrn, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, da sie die Worte des Gesetzes hörten.
Neh 8:10 Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und esst das Fette und trinkt das Süße und sendet denen auch Teile, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unsrem HErrn. Und bekümmert euch nicht; denn die Freude am HErrn ist eure Stärke.
Neh 8:11 Und die Leviten stillten alles Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist heilig; bekümmert euch nicht!
Neh 8:12 Und alles Volk ging hin, dass es äße, tränke und Teile sendete und eine große Freude machte; denn sie hatten die Worte verstanden, die man hatte kundgetan.
Neh 8:13 Und des andern Tages versammelten sich die Obersten der Vaterhäuser unter dem ganzen Volk und die Priester und Leviten zu Esra, dem Schriftgelehrten, dass er sie in den Worten des Gesetzes unterrichtete.
Neh 8:14 Und sie fanden geschrieben im Gesetz, das der HErr durch Mose geboten hatte, dass die Kinder Israel in Laubhütten wohnen sollten am Fest im siebenten Monat
Neh 8:15 und sollten's lassen laut werden und ausrufen in allen ihren Städten und zu Jerusalem und sagen: Geht hinaus auf die Berge und holt Ölzweige, Myrtenzweige, Palmenzweige und Zweige von dichten Bäumen, dass man Laubhütten mache, wie es geschrieben steht.
Neh 8:16 Und das Volk ging hinaus und holten und machten sich Laubhütten, ein jeglicher auf seinem Dach und in ihren Höfen und in den Höfen am Hause Gottes und auf der breiten Gasse am Wassertor und auf der breiten Gasse am Tor Ephraim.
Neh 8:17 Und die ganze Gemeinde derer, die aus der Gefangenschaft waren wiedergekommen, machten Laubhütten und wohnten darin. Denn die Kinder Israel hatten seit der Zeit Josuas, des Sohnes Nuns, bis auf diesen Tag nicht also getan; und es war eine große Freude.
Neh 8:18 Und ward im Gesetzbuch Gottes gelesen alle Tage, vom ersten Tag an bis auf den letzten; und sie hielten das Fest sieben Tage und am achten Tage die Versammlung, wie sich's gebührt.
Neh 9:1 Am vierundzwanzigsten Tage dieses Monats kamen die Kinder Israel zusammen mit Fasten und Säcken und Erde auf ihnen
Neh 9:2 und sonderten den Samen Israels ab von allen fremden Kindern und traten hin und bekannten ihre Sünden und ihrer Väter Missetaten.
Neh 9:3 Und standen auf an ihrer Stätte, und man las im Gesetzbuch des HErrn, ihres Gottes, ein Viertel des Tages; und ein Viertel bekannten sie und beteten an den HErrn, ihren Gott.
Neh 9:4 Und auf dem hohen Platz für die Leviten standen auf Jesua, Bani, Kadmiel, Sebanja, Bunni, Serebja, Bani und Chenani und schrieen laut zu dem HErrn, ihrem Gott.
Neh 9:5 Und die Leviten Jesua, Kadmiel, Bani, Hasabneja, Serebja, Hodia, Sebanja, Pethahja sprachen: Auf! Lobet den HErrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und man lobe den Namen deiner Herrlichkeit, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm.
Neh 9:6 HErr, du bist's allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit allem ihrem Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darin ist; du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
Neh 9:7 Du bist der HErr, Gott, der du Abram erwählt hast und ihn von Ur in Chaldäa ausgeführt und Abraham genannt
Neh 9:8 und sein Herz treu vor dir gefunden und einen Bund mit ihm gemacht, seinem Samen zu geben das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Jebusiter und Girgasiter; und hast dein Wort gehalten, denn du bist gerecht.
Neh 9:9 Und du hast angesehen das Elend unsrer Väter in Ägypten und ihr Schreien erhört am Schilfmeer
Neh 9:10 und Zeichen und Wunder getan an Pharao und allen seinen Knechten und an allem Volk seines Landes, denn du erkanntest, dass sie stolz wider sie waren, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist.
Neh 9:11 Und hast das Meer vor ihnen zerrissen, dass sie mitten im Meer trocken hindurchgingen, und ihre Verfolger in die Tiefe geworfen wie Steine in mächtige Wasser
Neh 9:12 und sie geführt des Tages in einer Wolkensäule und des Nachts in einer Feuersäule, ihnen zu leuchten auf dem Weg, den sie zogen.
Neh 9:13 Und bist herabgestiegen auf den Berg Sinai und hast mit ihnen vom Himmel geredet und gegeben ein wahrhaftiges Recht und ein rechtes Gesetz und gute Gebote und Sitten
Neh 9:14 und deinen heiligen Sabbat ihnen kundgetan und Gebote, Sitten und Gesetz ihnen geboten durch deinen Knecht Mose,
Neh 9:15 und hast ihnen Brot vom Himmel gegeben, da sie hungerte, und Wasser aus dem Felsen lassen gehen, da sie dürstete, und mit ihnen geredet, sie sollten hineingehen und das Land einnehmen, darüber du deine Hand hobst, es ihnen zu geben.
Neh 9:16 Aber unsre Väter wurden stolz und halsstarrig, dass sie deinen Geboten nicht gehorchten,
Neh 9:17 und weigerten sich zu hören und gedachten auch nicht an deine Wunder, die du an ihnen tatest; sondern sie wurden halsstarrig und warfen ihr Haupt auf, dass sie sich zurückwendeten zu Dienstbarkeit in ihrer Ungeduld. Aber du, mein Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Barmherzigkeit und verließest sie nicht.
Neh 9:18 Und ob sie wohl ein gegossenes Kalb machten und sprachen: Das ist dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat! und taten große Lästerungen:
Neh 9:19 doch verließest du sie nicht in der Wüste nach deiner großen Barmherzigkeit, und die Wolkensäule wich nicht von ihnen des Tages, sie zu führen auf dem Wege, noch die Feuersäule des Nachts, ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen.
Neh 9:20 Und du gabst ihnen einen guten Geist, sie zu unterweisen; und dein Man wandtest du nicht von ihrem Munde, und gabst ihnen Wasser, da sie dürstete.
Neh 9:21 Vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, dass ihnen nichts mangelte. Ihre Kleider veralteten nicht und ihre Füße zerschwollen nicht.
Neh 9:22 Und gabst ihnen Königreiche und Völker und teiltest sie hierher und daher, dass sie einnahmen das Land Sihons, des Königs zu Hesbon, und das Land Ogs, des Königs von Basan.
Neh 9:23 Und vermehrtest ihre Kinder wie die Sterne am Himmel und brachtest sie in das Land, das du ihren Vätern verheißen hattest, dass sie einziehen und es einnehmen sollten.
Neh 9:24 Und die Kinder zogen hinein und nahmen das Land ein; und du demütigtest vor ihnen die Einwohner des Landes, die Kanaaniter, und gabst sie in ihre Hände, ihre Könige und die Völker im Lande, dass sie mit ihnen täten nach ihrem Willen.
Neh 9:25 Und sie gewannen feste Städte und ein fettes Land und nahmen Häuser ein voll allerlei Güter, ausgehauene Brunnen, Weinberge, Ölgärten und Bäume, davon man isst, die Menge, und sie aßen und wurden satt und fett und lebten in Wonne durch deine große Güte.
Neh 9:26 Aber sie wurden ungehorsam und widerstrebten dir und warfen dein Gesetz hinter sich zurück und erwürgten deine Propheten, die ihnen zeugten, dass sie sollten sich zu dir bekehren, und taten große Lästerungen.
Neh 9:27 Darum gabst du sie in die Hand ihrer Feinde, die sie ängsteten. Und zur Zeit ihrer Angst schrieen sie zu dir; und du erhörtest sie vom Himmel, und durch deine große Barmherzigkeit gabst du ihnen Heilande, die ihnen halfen aus ihrer Feinde Hand.
Neh 9:28 Wenn sie aber zur Ruhe kamen, taten sie wieder übel vor dir. So verließest du sie in ihrer Feinde Hand, dass sie über sie herrschten. So schrieen sie dann wieder zu dir; und du erhörtest sie vom Himmel und errettetest sie nach deiner großen Barmherzigkeit vielmal.
Neh 9:29 Und du ließest ihnen bezeugen, dass sie sich bekehren sollten zu deinem Gesetz. Aber sie waren stolz und gehorchten deinen Geboten nicht und sündigten an deinen Rechten (durch welche ein Mensch lebt, so er sie tut) und kehrten dir den Rücken zu und wurden halsstarrig und gehorchten nicht.
Neh 9:30 Und du verzogst viele Jahre über ihnen und ließest ihnen bezeugen durch deinen Geist in deinen Propheten; aber sie nahmen es nicht zu Ohren. Darum hast du sie gegeben in die Hand der Völker in den Ländern.
Neh 9:31 Aber nach deiner großen Barmherzigkeit hast du es nicht gar aus mit ihnen gemacht noch sie verlassen; denn du bist ein gnädiger und barmherziger Gott.
Neh 9:32 Nun, unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du hältst Bund und Barmherzigkeit, achte nicht gering alle die Mühsal, die uns getroffen hat, unsre Könige, Fürsten, Priester, Propheten, Väter und dein ganzes Volk von der Zeit an der Könige von Assyrien bis auf diesen Tag.
Neh 9:33 Du bist gerecht in allem, was du über uns gebracht hast; denn du hast recht getan, wir aber sind gottlos gewesen.
Neh 9:34 Und unsre Könige, Fürsten, Priester und Väter haben nicht nach deinem Gesetz getan und auch nicht achtgehabt auf deine Gebote und Zeugnisse, die du hast ihnen lassen bezeugen.
Neh 9:35 Und sie haben dir nicht gedient in ihrem Königreich und in deinen großen Gütern, die du ihnen gabst, und in dem weiten und fetten Lande, das du ihnen dargegeben hast, und haben sich nicht bekehrt von ihrem bösen Wesen.
Neh 9:36 Siehe, wir sind heutigestages Knechte, und in dem Lande, das du unsren Vätern gegeben hast, zu essen seine Früchte und Güter, siehe, da sind wir Knechte.
Neh 9:37 Und sein Ertrag mehrt sich den Königen, die du über uns gesetzt hast um unsrer Sünden willen; und sie herrschen über unsre Leiber und unser Vieh nach ihrem Willen, und wir sind in großer Not.
Neh 10:1 Und in diesem allem machen wir einen festen Bund und schreiben und lassen's unsre Fürsten, Leviten und Priester versiegeln.
Neh 10:2 Die Versiegler aber waren: Nehemia, der Landpfleger, der Sohn Hachaljas, und Zedekia,
Neh 10:3 Seraja, Asarja, Jeremia,
Neh 10:4 Pashur, Amarja, Malchia,
Neh 10:5 Hattus, Sebanja, Malluch,
Neh 10:6 Harim, Meremoth, Obadja,
Neh 10:7 Daniel, Ginthon, Baruch,
Neh 10:8 Mesullam, Abia, Mijamin,
Neh 10:9 Maasja, Bilgai und Semaja, das waren die Priester;
Neh 10:10 die Leviten aber waren: Jesua, der Sohn Asanjas, Binnui von den Kindern Henadads, Kadmiel
Neh 10:11 und ihre Brüder: Sechanja, Hodia, Kelita, Pelaja, Hanan,
Neh 10:12 Micha, Rehob, Hasabja,
Neh 10:13 Sakkur, Serebja, Sebanja,
Neh 10:14 Hodia, Bani und Beninu;
Neh 10:15 die Häupter im Volk waren: Pareos, Pahath-Moab, Elam, Satthu, Bani,
Neh 10:16 Bunni, Asgad, Bebai,
Neh 10:17 Adonia, Bigevai, Adin,
Neh 10:18 Ater, Hiskia, Assur,
Neh 10:19 Hodia, Hasum, Bezai,
Neh 10:20 Hariph, Anathoth, Nobai,
Neh 10:21 Magpias, Mesullam, Hesir,
Neh 10:22 Mesesabeel, Zadok, Jaddua,
Neh 10:23 Pelatja, Hanan, Anaja,
Neh 10:24 Hosea, Hananja, Hassub,
Neh 10:25 Halohes, Pilha, Sobek,
Neh 10:26 Rehum, Hasabna, Maaseja,
Neh 10:27 Ahia, Hanan, Anan,
Neh 10:28 Malluch, Harim und Baana.
Neh 10:29 Und das andere Volk, Priester, Leviten, Torhüter, Sänger, Tempelknechte und alle, die sich von den Völker in den Landen abgesondert hatten zum Gesetz Gottes, samt ihren Weibern, Söhnen und Töchtern, alle, die es verstehen konnten,
Neh 10:30 hielten sich zu ihren Brüdern, den Mächtigen, und kamen, dass sie schwuren und sich mit einem Eide verpflichteten, zu wandeln im Gesetz Gottes, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben ist, dass sie es hielten und tun wollten nach allen Geboten, Rechten und Sitten des HErrn, unsres Herrschers;
Neh 10:31 und dass wir den Völkern im Lande unsre Töchter nicht geben noch ihre Töchter unsren Söhnen nehmen wollten;
Neh 10:32 auch wenn die Völker im Lande am Sabbattage bringen Ware und allerlei Getreide zu verkaufen, dass wir nichts von ihnen nehmen wollten am Sabbat und den Heiligen Tagen; und dass wir das siebente Jahr von aller Hand Beschwerung freilassen wollten.
Neh 10:33 Und wir legten ein Gebot auf uns, dass wir jährlich einen dritten Teil eines Silberlings gäben zum Dienst im Hause unsres Gottes,
Neh 10:34 nämlich zu Schaubrot, zu täglichem Speisopfer, zum täglichen Brandopfer, zum Opfer des Sabbats, der Neumonde und Festtage und zu dem Geheiligten und zum Sündopfer, damit Israel versöhnt werde, und zu allem Geschäft im Hause unsres Gottes.
Neh 10:35 Und wir warfen das Los unter den Priestern, Leviten und dem Volk um das Opfer des Holzes, das man zum Hause unsres Gottes bringen sollte jährlich nach unsren Vaterhäusern auf bestimmte Zeit, zu brennen auf dem Altar des HErrn, unsres Gottes, wie es im Gesetz geschrieben steht.
Neh 10:36 Und wir wollen jährlich bringen die Erstlinge unsres Landes und die Erstlinge aller Früchte auf allen Bäumen zum Hause des HErrn;
Neh 10:37 und die Erstlinge unsrer Söhne und unsres Viehs, wie es im Gesetz geschrieben steht, und die Erstlinge unsrer Rinder und unsrer Schafe wollen wir zum Hause unsres Gottes bringen den Priestern, die im Hause unsres Gottes dienen.
Neh 10:38 Auch wollen wir bringen das Erste unsres Teiges und unsre Hebopfer und Früchte von allerlei Bäumen, Most und Öl den Priestern in die Kammern am Hause unsres Gottes und den Zehnten unsres Landes den Leviten, dass die Leviten den Zehnten haben in allen Städten unsres Ackerwerks.
Neh 10:39 Und der Priester, der Sohn Aarons, soll mit den Leviten sein, wenn sie den Zehnten nehmen, dass die Leviten den Zehnten ihrer Zehnten heraufbringen zum Hause unsres Gottes in die Kammern im Vorratshause.
Neh 10:40 Denn die Kinder Israel und die Kinder Levi sollen die Hebe des Getreides, Mosts und Öls herauf in die Kammern bringen. Daselbst sind die Gefäße des Heiligtums und die Priester, die da dienen, und die Torhüter und Sänger. So wollen wir das Haus unsres Gottes nicht verlassen.
Neh 11:1 Und die Obersten des Volks wohnten zu Jerusalem. Das andere Volk aber warf das Los darum, dass unter zehn ein Teil gen Jerusalem, in die heilige Stadt, zöge zu wohnen, und neun Teile in den Städten wohnten.
Neh 11:2 Und das Volk segnete alle die Männer, die willig waren, zu Jerusalem zu wohnen.
Neh 11:3 Dies sind die Häupter in der Landschaft, die zu Jerusalem und in den Städten Judas wohnten. (Sie wohnten aber ein jeglicher in seinem Gut, das in ihren Städten war: nämlich Israel, Priester, Leviten, Tempelknechte und die Kinder der Knechte Salomos.)
Neh 11:4 Und zu Jerusalem wohnten etliche der Kinder Juda und Benjamin. Von den Kindern Juda: Athaja, der Sohn Usias, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Sephatjas, des Sohnes Mahalaleels, aus den Kindern Perez,
Neh 11:5 und Maaseja, der Sohn Baruchs, des Sohnes Chol-Hoses, des Sohnes Hasajas, des Sohnes Adajas, des Sohnes Jojaribs, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes des Selaniters.
Neh 11:6 Aller Kinder Perez, die zu Jerusalem wohnten, waren vierhundert und achtundsechzig, tüchtige Leute.
Neh 11:7 Dies sind die Kinder Benjamin: Sallu, der Sohn Mesullams, des Sohnes Joeds, des Sohnes Pedajas, des Sohnes Kolajas, des Sohnes Maasejas, des Sohnes Ithiels, des Sohnes Jesaja's,
Neh 11:8 und nach ihm Gabbai, Sallai, neunhundert und achtundzwanzig;
Neh 11:9 und Joel, der Sohn Sichris, war ihr Vorsteher, und Juda, der Sohn Hasnuas, über den andern Teil der Stadt.
Neh 11:10 Von den Priestern wohnten daselbst Jedaja, der Sohn Jojaribs, Jachin,
Neh 11:11 Seraja, der Sohn Hilkias, des Sohnes Mesullams, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Merajoths, des Sohnes Ahitobs, ein Fürst im Hause Gottes,
Neh 11:12 und ihre Brüder, die im Hause schafften, derer waren achthundert und zweiundzwanzig; und Adaja, der Sohn Jerohams, des Sohnes Pelaljas, des Sohnes Amzis, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Pashurs, des Sohnes Malchias,
Neh 11:13 und seine Brüder, Oberste der Vaterhäuser, zweihundert und zweiundvierzig; und Amassai, der Sohn Asareels, des Sohnes Ahsais, des Sohnes Mesillemoths, des Sohnes Immers,
Neh 11:14 und ihre Brüder, gewaltige Männer, hundert und achtundzwanzig; und ihr Vorsteher war Sabdiel, der Sohn Gedolims.
Neh 11:15 Von den Leviten: Semaja, der Sohn Hassubs, des Sohnes Asrikams, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Bunnis,
Neh 11:16 und Sabthai und Josabad, aus der Leviten Obersten, an den äußerlichen Geschäften im Hause Gottes,
Neh 11:17 und Matthanja, der Sohn Michas, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Asaphs, der das Haupt war, Dank anzuheben zum Gebet, und Bakbukja, der andere unter seinen Brüdern, und Abda, der Sohn Sammuas, des Sohnes Galals, des Sohnes Jedithuns.
Neh 11:18 Alle Leviten in der heiligen Stadt waren zweihundert und vierundachtzig.
Neh 11:19 Und die Torhüter: Akkub und Talmon und ihre Brüder, die in den Toren hüteten, waren hundert und zweiundsiebzig.
Neh 11:20 Das andere Israel aber, Priester und Leviten, waren in allen Städten Judas, ein jeglicher in seinem Erbteil.
Neh 11:21 Und die Tempelknechte wohnten am Ophel; und Ziha und Gispa waren über die Tempelknechte.
Neh 11:22 Der Vorsteher aber über die Leviten zu Jerusalem war Usi, der Sohn Banis, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Matthanjas, des Sohnes Michas, aus den Kindern Asaphs, den Sängern, für das Geschäft im Hause Gottes.
Neh 11:23 Denn es war des Königs Gebot über sie, dass man den Sängern treulich gäbe, einen jeglichen Tag seine Gebühr.
Neh 11:24 Und Pethahja, der Sohn Mesesabeels, aus den Kindern Serahs, des Sohnes Judas, war zu Handen des Königs in allen Geschäften an das Volk.
Neh 11:25 Und der Kinder Juda, die außen auf den Dörfern auf ihrem Lande waren, wohnten etliche zu Kirjath-Arba und seinen Ortschaften und zu Dibon und seinen Ortschaften und zu Kabzeel und seinen Ortschaften
Neh 11:26 und zu Jesua, Molada, Beth-Pelet,
Neh 11:27 Hazar-Sual, Beer-Seba und ihren Ortschaften
Neh 11:28 und zu Ziklag und Mechona und ihren Ortschaften
Neh 11:29 und zu En-Rimmon, Zora, Jarmuth,
Neh 11:30 Sanoah, Adullam und ihren Dörfern, zu Lachis und auf seinem Felde, zu Aseka und seinen Ortschaften. Und sie lagerten sich von Beer-Seba an bis an das Tal Hinnom.
Neh 11:31 Die Kinder Benjamin aber wohnten von Geba an zu Michmas, Aja, Beth-El und seinen Ortschaften
Neh 11:32 und zu Anathoth, Nob, Ananja,
Neh 11:33 Hazor, Rama, Gitthaim,
Neh 11:34 Hadid, Zeboim, Neballat,
Neh 11:35 Lod und Ono im Tal der Zimmerleute.
Neh 11:36 Und etliche Leviten, die Teile in Juda hatten, wohnten unter Benjamin.
Neh 12:1 Dies sind die Priester und die Leviten, die mit Serubabel, dem Sohn Sealthiels, und mit Jesua heraufzogen: Seraja, Jeremia, Esra,
Neh 12:2 Amarja, Malluch, Hattus,
Neh 12:3 Sechanja, Rehum, Meremoth,
Neh 12:4 Iddo, Ginthoi, Abia,
Neh 12:5 Mijamin, Maadja, Bilga,
Neh 12:6 Semaja, Jojarib, Jedaja,
Neh 12:7 Sallu, Amok, Hilkia und Jedaja. Dies waren die Häupter unter den Priestern und ihren Brüdern zu den Zeiten Jesuas.
Neh 12:8 Die Leviten aber waren diese: Jesua, Binnui, Kadmiel, Serebja, Juda und Matthanja, der hatte das Dankamt mit seinen Brüdern;
Neh 12:9 Bakbukja und Unni, ihre Brüder, waren ihnen gegenüber zum Dienst.
Neh 12:10 Jesua zeugte Jojakim, Jojakim zeugte Eljasib, Eljasib zeugte Jojada,
Neh 12:11 Jojada zeugte Jonathan, Jonathan zeugte Jaddua.
Neh 12:12 Und zu den Zeiten Jojakims waren diese Oberste der Vaterhäuser unter den Priestern: nämlich von Seraja war Meraja, von Jeremia war Hananja,
Neh 12:13 von Esra war Mesullam, von Amarja war Johanan,
Neh 12:14 von Malluch war Jonathan, von Sebanja war Joseph,
Neh 12:15 von Harim war Adna, von Merajoth war Helkai,
Neh 12:16 von Iddo war Sacharja, von Ginthon war Mesullam,
Neh 12:17 von Abia war Sichri, von Minjamin-Moadja war Piltai,
Neh 12:18 von Bilga war Sammua, von Semaja war Jonathan,
Neh 12:19 von Jojarib war Matthnai, von Jedaja war Usi,
Neh 12:20 von Sallai war Kallai, von Amok war Eber,
Neh 12:21 von Hilkia war Hasabja, von Jedaja war Nathanael.
Neh 12:22 Und zu den Zeiten Eljasibs, Jojadas, Johanans und Jadduas wurden die Obersten der Vaterhäuser unter den Leviten aufgeschrieben und die Priester, unter dem Königreich des Darius, des Persers.
Neh 12:23 Es wurden aber die Kinder Levi, die Obersten der Vaterhäuser, aufgeschrieben in der Chronik bis zur Zeit Johanans, des Sohnes Eljasibs.
Neh 12:24 Und dies waren die Obersten unter den Leviten: Hasabja, Serebja und Jesua, der Sohn Kadmiels; und ihre Brüder neben ihnen, verordnet, zu loben und zu danken, wie es David, der Mann Gottes, geboten hatte, eine Ordnung um die andere,
Neh 12:25 waren Matthanja, Bakbukja, Obadja. Aber Mesullam, Talmon und Akkub, die Torhüter, hatten die Hut an den Vorratskammern der Tore.
Neh 12:26 Diese waren zu den Zeiten Jojakims, des Sohnes Jesuas, des Sohnes Jozadaks, und zu den Zeiten Nehemias, des Landpflegers, und des Priesters Esra, des Schriftgelehrten.
Neh 12:27 Und bei der Einweihung der Mauer zu Jerusalem suchte man die Leviten aus allen ihren Orten, dass man sie gen Jerusalem brächte, zu halten Einweihung in Freuden, mit Danken, mit Singen, mit Zimbeln, Psalter und Harfen.
Neh 12:28 Und es versammelten sich die Kinder der Sänger von der Gegend um Jerusalem her und von den Höfen der Netophathiter
Neh 12:29 und von Beth-Gilgal und von den Äckern zu Geba und Asmaveth; denn die Sänger hatten sich Höfe gebaut um Jerusalem her.
Neh 12:30 Und die Priester und Leviten reinigten sich und reinigten das Volk, die Tore und die Mauer.
Neh 12:31 Und ich ließ die Fürsten Judas oben auf die Mauer steigen und bestellte zwei große Dankchöre. Die einen gingen hin zur Rechten oben auf der Mauer zum Misttor hin,
Neh 12:32 und ihnen ging nach Hosaja und die Hälfte der Fürsten Judas
Neh 12:33 und Asarja, Esra, Mesullam,
Neh 12:34 Juda, Benjamin, Semaja und Jeremia
Neh 12:35 und etliche der Priester-Kinder mit Drommeten, dazu Sacharja, der Sohn Jonathans, des Sohnes Semajas, des Sohnes Matthanjas, des Sohnes Michajas, des Sohnes Sakkurs, des Sohnes Asaphs,
Neh 12:36 und seine Brüder: Semaja, Asareel, Milalai, Gilalai, Maai, Nathanael und Juda, Hanani, mit den Saitenspielen Davids, des Mannes Gottes, Esra aber, der Schriftgelehrte, vor ihnen her.
Neh 12:37 Und zogen zum Brunnentor hin und gingen stracks vor sich auf den Stufen zur Stadt Davids, die Mauer hinauf zu dem Hause Davids hinan und bis an das Wassertor gegen Morgen.
Neh 12:38 Der andere Dankchor ging ihnen gegenüber, und ich ihm nach und die Hälfte des Volks, oben auf der Mauer zum Ofenturm hinan und bis an die breite Mauer
Neh 12:39 und zum Tor Ephraim hinan und zum alten Tor und zum Fischtor und zum Turm Hananeel und zum Turm Mea bis an das Schaftor, und blieben stehen im Kerkertor.
Neh 12:40 Und standen also die zwei Dankchöre am Hause Gottes, und ich und die Hälfte der Obersten mit mir,
Neh 12:41 und die Priester, nämlich Eljakim, Maaseja, Minjamin, Michaja, Eljoenai, Sacharja, Hananja mit Drommeten,
Neh 12:42 und Maaseja, Semaja, Eleasar, Usi, Johanan, Malchia, Elam und Eser. Und die Sänger sangen laut, und Jisrahja war der Vorsteher.
Neh 12:43 Und es wurden desselben Tages große Opfer geopfert, und sie waren fröhlich; denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, dass sich auch die Weiber und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems ferne.
Neh 12:44 Zu der Zeit wurden verordnet Männer über die Vorratskammern, darin die Heben, Erstlinge und Zehnten waren, dass sie sammeln sollten von den Äckern um die Städte her, auszuteilen nach dem Gesetz für die Priester und Leviten; denn Juda hatte eine Freude an den Priestern und Leviten, dass sie standen
Neh 12:45 und warteten des Dienstes ihres Gottes und des Dienstes der Reinigung. Und die Sänger und Torhüter standen nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo;
Neh 12:46 denn vormals, zu den Zeiten Davids und Asaphs, wurden gestiftet die obersten Sänger und Loblieder und Dank zu Gott.
Neh 12:47 Aber ganz Israel gab den Sängern und Torhütern Teile zu den Zeiten Serubabels und Nehemias, einen jeglichen Tag sein Teil; und sie gaben Geheiligtes für die Leviten, die Leviten aber gaben Geheiligtes für die Kinder Aaron.
Neh 13:1 Und es ward zu der Zeit gelesen das Buch Mose vor den Ohren des Volks und ward gefunden darin geschrieben, dass die Ammoniter und Moabiter sollen nimmermehr in die Gemeinde Gottes kommen,
Neh 13:2 darum dass sie den Kindern Israel nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser und dingten sie wider Bileam, dass er sie verfluchen sollte; aber unser Gott wandte den Fluch in einen Segen.
Neh 13:3 Da sie nun dies Gesetz hörten, schieden sie alle Fremdlinge von Israel.
Neh 13:4 Und vor dem hatte der Priester Eljasib, der gesetzt war über die Kammern am Hause unsres Gottes, ein Verwandter des Tobia, demselben eine große Kammer gemacht;
Neh 13:5 und dahin hatten sie zuvor gelegt Speisopfer, Weihrauch, Geräte und die Zehnten vom Getreide, Most und Öl, die Gebühr der Leviten, Sänger und Torhüter, dazu die Hebe der Priester.
Neh 13:6 Aber bei diesem allem war ich nicht zu Jerusalem; denn im zweiunddreißigsten Jahr Arthahsasthas, des Königs zu Babel, kam ich zum König, und nach etlicher Zeit erwarb ich vom König,
Neh 13:7 dass ich gen Jerusalem zog. Und ich merkte, dass nicht gut war, was Eljasib an Tobia getan hatte, da er sich eine Kammer machte im Hofe am Hause Gottes;
Neh 13:8 und es verdross mich sehr, und ich warf alle Geräte vom Hause hinaus vor die Kammer
Neh 13:9 und hieß, dass sie die Kammern reinigten; und ich brachte wieder dahin das Gerät des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch.
Neh 13:10 Und ich erfuhr, dass der Leviten Teile ihnen nicht gegeben waren, derhalben die Leviten und die Sänger, die das Geschäft des Amts ausrichten sollten, geflohen waren, ein jeglicher zu seinen Acker.
Neh 13:11 Da schalt ich die Obersten und sprach: Warum ist das Haus Gottes verlassen? Aber ich versammelte sie und stellte sie an ihre Stätte.
Neh 13:12 Da brachte ganz Juda den Zehnten vom Getreide, Most und Öl zum Vorrat.
Neh 13:13 Und ich setzte über die Vorräte Selemja, den Priester, und Zadok, den Schriftgelehrten, und aus den Leviten Pedaja und ihnen zur Hand Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Matthanjas; denn sie wurden für treu gehalten, und ihnen ward befohlen, ihren Brüdern auszuteilen.
Neh 13:14 Gedenke, mein Gott, mir daran und tilge nicht aus meine Barmherzigkeit, die ich an meines Gottes Hause und an seinem Dienst getan habe!
Neh 13:15 Zur selben Zeit sah ich in Juda Kelter treten am Sabbat und Garben hereinbringen und Esel, beladen mit Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last, gen Jerusalem bringen am Sabbattag. Und ich zeugte wider sie des Tages, da sie die Nahrung verkauften.
Neh 13:16 Es wohnten auch Tyrer darin; die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften's am Sabbat den Kinder Judas in Jerusalem.
Neh 13:17 Da schalt ich die Obersten in Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für ein böses Ding, das ihr tut, und brecht den Sabbattag?
Neh 13:18 Taten nicht eure Väter also, und unser Gott führte all dies Unglück über uns und über diese Stadt? Und ihr macht des Zorns über Israel noch mehr, dass ihr den Sabbat brecht!
Neh 13:19 Und da es in den Toren zu Jerusalem dunkel ward vor dem Sabbat, hieß ich die Türen zuschließen und befahl, man sollte sie nicht auftun bis nach dem Sabbat. Und ich bestellte meiner Leute etliche an die Tore, dass man keine Last hereinbrächte am Sabbattage.
Neh 13:20 Da blieben die Krämer und Verkäufer mit allerlei Ware über Nacht draußen vor Jerusalem, ein Mal oder zwei.
Neh 13:21 Da zeugte ich wider sie und sprach zu ihnen: Warum bleibt ihr über Nacht um die Mauer? Werdet ihr's noch einmal tun, so will ich Hand an euch legen. Von der Zeit an kamen sie des Sabbats nicht.
Neh 13:22 Und ich sprach zu den Leviten, dass sie sich reinigten und kämen und hüteten die Tore, zu heiligen den Sabbattag. Mein Gott, gedenke mir des auch und schone mein nach deiner großen Barmherzigkeit.
Neh 13:23 Ich sah auch zu der Zeit Juden, die Weiber genommen hatten von Asdod, Ammon und Moab.
Neh 13:24 Und ihre Kinder redeten die Hälfte asdodisch und konnten nicht jüdisch reden, sondern nach der Sprache eines jeglichen Volks.
Neh 13:25 Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug etliche Männer und raufte sie und nahm einen Eid von ihnen bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht geben ihren Söhnen noch ihre Töchter nehmen euren Söhnen oder euch selbst.
Neh 13:26 Hat nicht Salomo, der König Israels, daran gesündigt? Und war doch in vielen Heiden kein König ihm gleich, und er war seinem Gott lieb, und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel; dennoch machten ihn die ausländischen Weiber sündigen.
Neh 13:27 Und von euch muss man das hören, dass ihr solches Übel tut, euch an unsrem Gott zu vergreifen und ausländische Weiber zu nehmen?
Neh 13:28 Und einer aus den Kindern Jojadas, des Sohnes Eljasibs, des Hohenpriesters, war Saneballats, des Horoniters, Eidam; aber ich jagte ihn von mir.
Neh 13:29 Gedenke an sie, mein Gott, dass sie das Priestertum befleckt haben und den Bund des Priestertums und der Leviten!
Neh 13:30 Also reinigte ich sie von allem Ausländischen und bestellte den Dienst der Priester und Leviten, einen jeglichen zu seinem Geschäft,
Neh 13:31 und für die Opfergaben an Holz zu bestimmten Zeiten und für die Erstlinge. Gedenke meiner, mein Gott, im Besten!