22800#Habakuk,1,1#1. DER Ausspruch, den Habakkuk, der Gottbegeistete, schaute:
22801#Habakuk,1,2#2. «Wie lange schrei ich auf, o Ewiger / und hörst du's nicht / ruf zu dir: ,Raub!' / und hilfst du nicht!» /
22802#Habakuk,1,3#3. «Was läßt du mich das Unrecht sehn / die Unbill schaun / sind Plünderung und Raub vor mir / gibts Streit, und hebt sich Hader! /
22803#Habakuk,1,4#4. Darum bleibt aus die Weisung / kommt siegend nicht das Recht hervor / denn es umgeht der Frevler den Gerechten / drum geht der Rechtsspruch krumm aus.»
22804#Habakuk,1,5#5. «Blickt bei den Völkern um und schaut / steht starr und staunt: / Denn Werk wirkt er in euren Tagen / ihr glaubts nicht, würde es erzählt. /
22805#Habakuk,1,6#6. Denn sieh, ich laß erstehn die Kasder / das Volk, herb, hurtig / das wandert nach der Erde Weiten / Wohnstätten einzunehmen, die nicht sein. /
22806#Habakuk,1,7#7. Erschreckend ists und furchtbar / von ihm aus geht sein Richten, seine Furcht. /
22807#Habakuk,1,8#8. Und schneller als die Panther seine Rosse / und rascher als die Steppenwölfe / es rennen seine Reiter / von fernher kommen seine Reiter / sie fliegen, wie der Adler stürmt zum Fraß. /
22808#Habakuk,1,9#9. Kommt alles her zum Raub / das Blicken ihrer Angesichter: Vorwärts! / Gefangne sammelt es wie Sand. /
22809#Habakuk,1,10#10. So ists: / Die Könige verhöhnt es / und Fürsten sind ihm Spott! / So: Jeder Veste lacht es / häuft Erde auf und nimmt sie ein. -
22810#Habakuk,1,11#11. Dann braust ein Sturm vorbei, vorüber. / Verdammt ist seinem Gott, was Kraft ihm war. /
22811#Habakuk,1,12#12. Bist du von Urzeit nicht, o Ewiger / mein Gott, mir heilig? / Wir sterben nicht! / Du, Ewiger, bestelltest es zum Richten / hast, Fels, gegründet es zur Züchtigung. /
22812#Habakuk,1,13#13. Du, reinen Augs, daß du nicht Böses ansiehst / zu schaun auf Unbill nicht vermagst / wie siehst du die Verräter an / schweigst, wenn den Rechtlichen der Bösewicht verdirbt /
22813#Habakuk,1,14#14. und machst den Menschen wie des Meeres Fische / wie das Gewürm, das keinen Herrscher hat? /
22814#Habakuk,1,15#15. Ganz holt er es herauf am Haken / ziehts ein in seinem Netz / und bringt es ein in seinem Garn. / Drum freut er sich und jubelt /
22815#Habakuk,1,16#16. drum opfert seinem Netz er / und räuchert seinem Garn. / Durch sie ist ja sein Anteil fett / und seine Speise üppig. /
22816#Habakuk,1,17#17. Soll er sein Netz drum leeren / beständig würgen Völker ohn Erbarmen?
22817#Habakuk,2,1#1. Auf meine Wache tret ich / steh hin zur Warte. / Will spähn, zu sehen, was er in mir redet / ich mir erwidere auf meine Mahnung. /
22818#Habakuk,2,2#2. Da erwiderte mir der Ewige und sprach: ,Schreib nieder die Schau / grabs ein auf die Tafeln / daß es der Leser überlaufe. /
22819#Habakuk,2,3#3. Denn noch gibts Schau für die bestimmte Frist / weht her das Ende, trüget nicht. / Wenn sichs verweilt, so harre sein / denn kommen wird es, bleibt nicht aus.'
22820#Habakuk,2,4#4. Sieh, die Vermessenheit! / Nicht redlich war in ihm die Seele / gerecht, daß er durch seine Treue lebte! /
22821#Habakuk,2,5#5. Und gar beim Wein! / Verräterisch / Mann, hochmütig und ungut / der weitete Scheol gleich seine Gier / der wie der Tod war, unersättlich / der zu sich raffte alle Völker / und zu sich häufte alle Nationen. /
22822#Habakuk,2,6#6. Die alle, stimmen sie nicht Gleichnis an auf ihn / und Spottlied, Rätsel von ihm? / Da spricht man: / ,Weh, der da häuft / doch nicht für sich / - bis wann denn? / 7. Und Pfandgut bei sich aufschatzt!' /
22823#Habakuk,2,7#Wie? Fahren deine Beißer plötzlich nicht empor / erwachen deine Rüttler nicht? / Dann wirst du ihnen Beute! /
22824#Habakuk,2,8#8. Denn du hast viele Völker ausgeplündert / - nun plündert dich der Völker Rest / für Menschenblut / für Raub am Land / der Stadt und allen Wohnern.
22825#Habakuk,2,9#9. Weh, der da brechen will des Unheils Bruch / an seinem Haus / aufbauend in der Höh sein Nest / der Hand des Unheils zu entgehn! /
22826#Habakuk,2,10#10. Beschämung hast du deinem Haus erplant / von vieler Völker Enden / versündigend dich selbst! /
22827#Habakuk,2,11#11. Denn aus der Mauer schreit der Stein / der Sparren aus dem Holz erwidert ihm! /
22828#Habakuk,2,12#12. Weh, der die Stadt mit Blut baut / die Burg erstellt mit Unrecht! /
22829#Habakuk,2,13#13. Ists so nicht von dem Ewigen der Scharen: / Daß sich die Völker mühn fürs Feuer / leerhin sich Nationen placken? /
22830#Habakuk,2,14#14. Denn voll wird sein die Erde / der Kenntnis von des Ewgen Herrlichkeit / so wie das Meer die Wasser überdecken.
22831#Habakuk,2,15#15. Weh, der da seinen Nächsten tränkt / beimischend deinen Geifer / bis zur Berauschung / zu schaun auf ihre Blöße. /
22832#Habakuk,2,16#16. Hast satt der Schmach vor Ehre: / Trink du auch und taumle! / An dich auch kreist der Becher aus der Ewgen Rechten / Schmach, schmählich, über deine Pracht! /
22833#Habakuk,2,17#17. Der Raub am Libanon baut dir die Decke / die Plünderung der Tiere, die da schweifen / vom Menschenblut, dem Raub am Land / der Stadt und allen ihren Wohnern!
22834#Habakuk,2,18#18. Was nützt das Schnitzbild / daß es sein Bildner schnitzte / das Gußbild und der Lüge Weiser / daß drauf des Bildes Bildner traut / verfertigt stumme Götzen? /
22835#Habakuk,2,19#19. Weh, der zum Holz spricht: ,Wache auf!' / ,Reg dich!' zum starren Stein! / Das, das soll weisen? / Sieh, festgehalten ists in Gold und Silber / doch Odem ist in ihm nicht.
22836#Habakuk,2,20#20. Jedoch der Ewige in seinem heilgen Tempel / still vor ihm alle Welt!»
22837#Habakuk,3,1#1. Gebet Habakkuks, des Gottbegeisteten, auf Schigjonot: /
22838#Habakuk,3,2#2. «O Ewiger, ich hörte deine Kunde / erschauernd, Ewiger, dein Wirken. / In nahen Jahren gib ihm Leben / in nahen Jahren tust du's kund / im Schrecken denkst du des Erbarmens. /
22839#Habakuk,3,3#3. Gott kommt von Teman her / der Heilige vom Berge Paran. - Sela! / Es deckt die Himmel seine Pracht / voll seines Glanzes ist die Erde. /
22840#Habakuk,3,4#4. Ein Schein, wie Leuchten wirds / mit Strahlen ihm zur Seite / dort die Verhüllung seiner Macht. /
22841#Habakuk,3,5#5. Vor ihm her gehet Pest / und Reschefdämon folget seinen Füßen. /
22842#Habakuk,3,6#6. Er hält und macht die Erde wanken / blickt hin und läßt die Völker beben. / Es splittern Urgebirge / es sinken ein die Höhn der Ewigkeit. / Das ist sein Urzeitwandeln. /
22843#Habakuk,3,7#7. Im Unheil seh ich Kuschans Zelte / es zittern die Behänge Midjanlands. /
22844#Habakuk,3,8#8. Entbrannte über Ströme, Ewiger / die Ströme dein Zorn / das Meer dein Grimm? / Daß du's befährst auf deinen Rossen / auf deinen Wagen im Sieg? /
22845#Habakuk,3,9#9. Frei fährt heran dein Bogen / dem Wort verschworne Pfeile. - Sela. Du spaltest Ströme aus der Erde /
22846#Habakuk,3,10#10. dich sahen Berge, und sie kreißten / ein Schwall von Wasser strömte / die Flut gab ihren Schall / da hoch er seine Hände hob. /
22847#Habakuk,3,11#11. Die Sonne hielt, der Mond in ihrer Hausung / als Leuchte zogen deine Pfeile / zum Lichtschein deiner Lanze Blitz. /
22848#Habakuk,3,12#12. Im Groll beschrittest du das Land / im Zorn zerstampftest du die Völker; /
22849#Habakuk,3,13#13. zogst aus zu deines Volkes Hilfe / zu Hilfe deinem Gesalbten. / Zerschlugst das Haupt vom Frevlerhaus / bloß legtest du vom Grund zum Hals. - Sela.
22850#Habakuk,3,14#14. Durchschlugst mit seinen Pfeilen ihm das Haupt / auf seinem Freiland. / Sie stürmten, mich zu sprengen / in ihrem Jubel, wie wenns wär / den Armen im Geheimen zu verschlingen. /
22851#Habakuk,3,15#15. Du stampftest ein aufs Meer mit deinen Rossen / gleich Lehm auf viele Wasser.
22852#Habakuk,3,16#16. Ich hörte was - es bebt mein Leib / beim Schalle gellten meine Lippen / ein Morschen dringt mir ins Gebein / in meinem Grund erzittre ich / daß ich da müßig bin am Tag der Not / da Volk heraufzieht, das er schart. /
22853#Habakuk,3,17#17. Da doch der Feigenbaum nicht blüht / und kein Ertrag ist an den Reben / versagt die Frucht des Ölbaums / die Weingelände keine Nahrung schaffen / entrafft der Hürde ist das Schaf / kein Rind mehr in den Ställen.
22854#Habakuk,3,18#18. Doch ich, ich will im Ewigen frohlocken / will jubeln in dem Gotte meines Heils. /
22855#Habakuk,3,19#19. Der Herr, Gott, ist mir Stärke / er macht so wie der Hinden meine Füße / er läßt mich treten auf von mir Erschlagne. Dem Begleitspieler auf meinem Schiggajonspiel.»

22753#Nahum,1,1#1. AUSSPRUCH über Ninewe, Buch der Schau Nahums aus Elkosch:
22754#Nahum,1,2#2. «Ein Gott, der eifert, rächet, ist der Ewige / der Ewige ein Rächer und des Grimmes Herr / der Ewige ein Rächer seinen Gegnern / Grimm wahrend seinen Feinden. /
22755#Nahum,1,3#3. Langmütig ist der Ewige / doch groß an Kraft / und läßt nicht straffrei. / Der Ewige, in Sturm und Wetter ist sein Weg / Gewölk der Staub von seinen Füßen. /
22756#Nahum,1,4#4. Er dräut dem Meer und trocknets aus / macht alle Ströme dorren. / Verwelkt sind Baschan und Karmel / und welk des Libanons Blüte. /
22757#Nahum,1,5#5. Die Berge zucken vor ihm / die Höhen, sie zerfließen. / Es hebt die Erde sich vor ihm / das Festland und all seine Wohner. /
22758#Nahum,1,6#6. Vor seiner Wut, / wer hält da stand / und wer besteht vor seines Zornes Glühen? / Sein Grimm gießt sich wie Feuer / die Felsen bersten vor ihm. /
22759#Nahum,1,7#7. Gut ist der Ewige als Zuflucht / am Tag der Drangsal / er kennt, die bei ihm sich geborgen /
22760#Nahum,1,8#8. wenn er mit schwemmender Flut / garaus macht ihrer Stätte / und Dunkel seine Feinde jagt. /
22761#Nahum,1,9#9. Was plant ihr da dem Ewigen? / Garaus macht er / nicht zweimal wird die Drängerin bestehn. /
22762#Nahum,1,10#10. Denn an die Dornen hin verschlungen / und ihres Trankes trunken / sind völlig sie verzehrt wie trocknes Stroh. /
22763#Nahum,1,11#11. Von dir ging aus / der gegen ihn, den Ewgen, Böses sann / Ruchloses plante.
22764#Nahum,1,12#12. So spricht der Ewige: / Ob sie auch heil und noch so zahlreich sind / so treibt sie's fort - und es ist aus. / Und hab ich dich gebeugt / will ich dich nicht mehr beugen. /
22765#Nahum,1,13#13. Und nun zerbreche ich sein Joch von dir / zerreiße deine Bande.
22766#Nahum,1,14#14. Und über dich befiehlt der Ewige: / Kein Same bleibt mehr deines Namens / aus deines Gottes Haus vertilg ich / Schnitzwerk und Gußbild. / Ich setz dein Grab / weil du schändlich gewesen.
22767#Nahum,2,1#1. Sieh, auf den Bergen / des Frohboten Füße / der Frieden kündet! / Jehuda, feire deine Feste / zahl deine Gelübde / denn nicht mehr zieht der Ruchlose durch dich / ganz ist er vernichtet. /
22768#Nahum,2,2#2. Hinan zog der Zersprenger gegen dich: / Des Bollwerks wartend / des Weges spähend / die Lenden straffend / alle Kraft gespannt! /
22769#Nahum,2,3#3. Ja, wieder bringt der Ewge Jaakobs Stolz / wie Jisraëls Hoheit. / Denn Plündrer haben sie geplündert / ihre Ranken zerstört. /
22770#Nahum,2,4#4. Die Tartsche seiner Helden rotgegerbt / die Kriegsmannen in Purpur / im Glühn des Stahles das Gefährt / am Tage seiner Rüstung / die Schäfte geschwungen. /
22771#Nahum,2,5#5. Hin auf den Straßen tollen Wagen / sie rasseln auf den Plätzen / ihr Anblick gleicht den Fackeln / wie Blitze jagen sie. /
22772#Nahum,2,6#6. Hersprengt er mit den Helden / sie überstürzen sich im Lauf / sie eilen zur Mauer / bereit ist die Wehr. /
22773#Nahum,2,7#7. Aufgehn der Ströme Tore / und den Palast verschwemmt es. /
22774#Nahum,2,8#8. Und hingestellt ists: / Sie, aufgedeckt, hinangeführt / und ihre Mägde, zum Geleit / wie Tauben girrend / aufs Herz sich schlagend. /
22775#Nahum,2,9#9. Und Ninewe ist wie ein Wasserteich / - die von jeher war. / Und jene flüchten; / Halt! Haltet! / Doch keiner wendet! /
22776#Nahum,2,10#10. Raubt Silber, raubet Gold! / Kein Ende hat der Vorrat / die Pracht an allem köstlichen Gerät! /
22777#Nahum,2,11#11. Leer, los und ledig wirds / das Herz zerflossen / ein Zittern in den Knien / und Schlottern in allen Hüften / und aller Antlitz sammelt Glut.
22778#Nahum,2,12#12. Wo ist der Löwen Hausung / die Weide der Bestien / dahin der Leu, der Löwe gingen / das Leuenjunge, und sie keiner schreckte /
22779#Nahum,2,13#13. der Löwe, reißend für die Welfen / und würgend für die Löwinnen / der seine Höhlen füllt mit Raub / und seine Hausung mit Zerfleischtem. /
22780#Nahum,2,14#14. Sieh, ich will an dich / ist Spruch des Ewigen der Scharen / und will im Rauch verbrennen ihre Wagen / dein Raubgetier, das frißt das Schwert / ich tilge von der Erde deinen Raub / und nicht mehr hört man deiner Künder Ruf.
22781#Nahum,3,1#1. Weh, Stadt des Bluts / ganz Luges, Raffens voll / nicht endet der Raub. /
22782#Nahum,3,2#2. Der Peitsche Knall / der Räder Rasseln / und trabendes Roß / wegsetzender Wagen. /
22783#Nahum,3,3#3. Aufbäumende Reiter / des Schwertes Funkeln / der Lanze Blitz / die Menge Erschlagner / der Toten Masse / kein Ende der Leichen / man stürzt ob ihrer Leichen. /
22784#Nahum,3,4#4. Weil viel der Buhlin Buhlerei / der anmutsvollen, zaubermächtigen / die durch ihr Buhlen Völker preisgegeben / und Stämme durch ihr Zaubern. /
22785#Nahum,3,5#5. Ich will an dich / ist Spruch des Ewigen der Scharen / deck übers Antlitz dir die Schleppe auf / laß Völker deine Blöße sehn / und Königreiche deine Scham. /
22786#Nahum,3,6#6. Ich werfe Unrat auf dich / ich schände dich / mach dich dem Kot gleich.
22787#Nahum,3,7#7. Dann ists: / Allwer dich sieht / der flieht vor dir / und spricht: / ,Verheert ist Ninewe / wer zeigt ihr Mitleid? / Woher such ich / die Tröster dir?'
22788#Nahum,3,8#8. Bist du denn besser als No-Amon / das an den Strömen lag / mit Wassern ringsum / des Wall das Meer / das Meer seine Mauer? /
22789#Nahum,3,9#9. Kusch, mächtig, und Mizraim, endlos / Put und die Lubier waren deine Helfer. /
22790#Nahum,3,10#10. Auch sie, zur Verschleppung / ging sie gefangen / auch ihre Kindlein zerschmettert / vornan in allen Gassen / um ihre Angesehnen warfen sie das Los / all ihre Großen fesselt man in Ketten. /
22791#Nahum,3,11#11. Auch du wirst trunken / wirst umnachtet sein / auch du wirst suchen / dir Zuflucht vorm Feind. /
22792#Nahum,3,12#12. All deine Vesten: Feigenbäume / mit reifen Früchten: / Wenn man sie schüttelt, fallen sie / dem Esser in den Mund. /
22793#Nahum,3,13#13. Sieh an, dein Volk / es ward in dir zu Weibern / vor deinen Feinden stehn / weit offen deines Landes Tore / Brand fraß dein Riegelgebälk. /
22794#Nahum,3,14#14. Belagrungswasser schöpf dir / mach stark deine Vesten / hinein in den Schlamm / und stampf in den Lehm / halt fest die Ziegelform! /
22795#Nahum,3,15#15. Dort wird dich Feuer fressen / das Schwert dich tilgen / dich fressen wie der Heuschreck. / Weggefegt wie vom Heuschreck / weggefegt wie von den Schrecken! /
22796#Nahum,3,16#16. Du mehrtest deine Händler / vor den Sternen des Himmels / der Heuschreck breitet sich, fliegt fort. /
22797#Nahum,3,17#17. Deine Hofleute wie die Schrecken / deine Amtsschreiber wie der Hüpfer Haufen / die an den Mauern lagern / am Tag des Frostes. / Aufstrahlt die Sonne - fort ists / man kennt den Ort davon nicht, wo sie sind. /
22798#Nahum,3,18#18. Es schlummern, König Aschschurs, deine Hirten / wo sie da hausen, deine Mächtigen. / Zersprengt hin auf den Bergen ist dein Volk / und keiner sammelts. /
22799#Nahum,3,19#19. Kein Heilen gibts für deinen Bruch / es schmerzt deine Wunde! / Allwer die Kunde von dir hört / klatscht ob dir in die Hände / denn über wen erging nicht / deine Bosheit ständig?»

22648#Micha,1,1#1. DAS Wort des Ewigen, das erging an Micha aus Moreschet in den Tagen Jotams, Ahas und Hiskijahus, der Könige von Jehuda, das er schaute über Schomeron und Jeruschalaim:
22649#Micha,1,2#2. «Hört, Völker allesamt / lausch, Erde und was sie füllt! / Es sei der Herr, Gott, Zeuge gegen euch / der Herr aus seinem heilgen Tempel. /
22650#Micha,1,3#3. Denn sieh, der Ewige zieht aus von seiner Stätte / steigt nieder, tretend auf der Erde Leib /
22651#Micha,1,4#4. es schmelzen unter ihm die Berge / die Täler bersten: / Wie Wachs vor Feuer / wie Wasser, das den Hang hinabstürzt. /
22652#Micha,1,5#5. Ob Jaakobs Frevel all dies / und ob der Schuld des Hauses Jisraël. / Wer ist der Frevel Jaakobs? / Nicht Schomeron? / Und wer die Kultstatt Jehudas? / Ists nicht Jeruschalaim? /
22653#Micha,1,6#6. So mach ich Schomeron zu Trümmern auf dem Feld / zu Rankenpflanzland / stürz hin zur Talschlucht ihre Steine / leg bloß ihren Grund. /
22654#Micha,1,7#7. Und all ihr Schnitzwerk wird zerschlagen / all ihre Dirnengaben im Feuer verbrannt. / All ihre Bildnisse mach ich zu Wüste. / Von Dirnenlohn hat sie es ja gesammelt / so solln zu Dirnenlohn sie wieder werden.
22655#Micha,1,8#8. Drum will ich klagen und heulen / einhergehn bloß und bar. / Will Klage rüsten wie Schakale / und Trauer wie die Wüstenvögel /
22656#Micha,1,9#9.  denn todweh sind ihre Wunden. / Denn bis Jehuda kam es / rührt bis an meines Volkes Tor / bis an Jeruschalaim. /
22657#Micha,1,10#10. In Gat gebt es nicht kund / in Bacho beklagts nicht / innerhalb von Afra / raff dich im Staub. /
22658#Micha,1,11#11. Zieh fort euch, Wohnerin Schafirs / entblößter Scham; / auszog nicht Zaanans Sassin / das Klagen von Bet-ha-Ezel / nimmt von euch seinen Standort. /
22659#Micha,1,12#12. Bangt ja beim Glück / Marots Bewohnerin / denn Unheil kam herab vom Ewigen / zum Tor Jeruschalaims. /
22660#Micha,1,13#13. Schirr an den Wagen mit dem Roß / Bewohnerin Lachischs! / Der Sünde Anfang ist sie / der Tochter Zijons / denn an dir fanden sich / die Frevel Jisraëls. /
22661#Micha,1,14#14. Drum gib Geleit / hin an Moreschet-Gat / die Häuser von Achsib versiegter Bach sind / den Königen Jisraëls. /
22662#Micha,1,15#15. Noch bring ich dir den Erben / Mareschas Sassin! / Bis nach Adullam kommt / die Herrlichkeit Jisraëls. /
22663#Micha,1,16#16. Rauf kahl dich, scher dein Haar / um deine dir verwöhnten Kinder / mach breit die Glatze, gleich dem Laubfall / weil sie fort sind von dir.
22664#Micha,2,1#1. Weh, die da Untat sinnen / und Böses stiften / auf ihrem Lager! / Zum Morgenleuchten führen sie es aus / denn ihre Faust vermags. /
22665#Micha,2,2#2. Man giert nach Feldern, raubt sie / nach Häusern, nimmts. / Sie drücken Herrn und Haus / Mann und Besitz.
22666#Micha,2,3#3. Darum spricht so der Ewige: Sieh, ich ersinne über diese Sippschaft ein Unglück, daraus ihr eure Hälse nicht hervorziehn und darin ihr nicht aufrecht gehen werdet, denn böse Zeit ist es.
22667#Micha,2,4#4. An jenem Tag wird man über euch einen Gleichnisspruch anstimmen und klagen klägliche Klage; man sagt: ,Hart sind wir verheert! / Den Anteil meines Volkes tauscht man! / Wie macht mans mir schwinden! / Abtrünngem teilt man unser Feld!'
22668#Micha,2,5#5. Darum wird dir keiner sein, der die Schnur wirft im Los in der Volksschar des Ewigen.
22669#Micha,2,6#6. ,Nicht predigt!' predigen sie. / ,Man predigt nicht diesen / holt sich nicht Schande.' / Die du Haus Jaakob benannt! /
22670#Micha,2,7#7. Ist kurz des Ewigen Geduld / sind so denn seine Taten? / Sind gütig meine Worte nicht / mit dem, der grade wandelt? /
22671#Micha,2,8#8. Zur Seite meinem Volk / stellt man als Feind sich / ihr reißet von der Seite Kleid und Mantel / von sorglos Wandernden / Kriegsabgewandten. /
22672#Micha,2,9#9. Die Frauen meines Volkes jagt ihr / aus ihrem, der Verwöhnung Haus / von ihren Kleinen nehmt ihr / meine Pracht für immer: /
22673#Micha,2,10#10. ,Auf, geht! / Denn dies ist keine Weilstatt!' / Um Unreinheit hat sie die Wehen / und harte Wehen. /
22674#Micha,2,11#11. Wär ich ein Mann, der Wind nachgeht / und Lug erlügt / ich predigte zu Wein dir und zu Rauschtrank. / Das wär ein Prediger für dieses Volk!
22675#Micha,2,12#12. Einbringen will ich, Jaakob, dich ganz / zuhauf den Rest versammeln Jisraëls / zusammenstellen wie des Pferches Schafe / wie auf der Trift die Herde brausen sie von Menschen /
22676#Micha,2,13#13. da steigt der Wegebrecher her vor ihnen / sie brechen aus / ziehn durch das Tor / zu ihm hinaus. / Da zieht ihr König her vor ihnen / der Ewige an ihrer Spitze.
22677#Micha,3,1#1. Und ich sprach: Hört doch, ihr Häupter Jaakobs / ihr Führer aus dem Hause Jisraël! / Ists nicht an euch, das Recht zu kennen? /
22678#Micha,3,2#2. Sie hassen Gutes, lieben Böses / sie reißen ihre Haut von ihnen / das Fleisch von ihren Knochen. /
22679#Micha,3,3#3. Die fressen meines Volkes Fleisch / abziehen ihre Haut von ihnen / und ihre Knochen brechen / zerlegen wie das, was im Topf / und wie das Fleisch im Kessel. /
22680#Micha,3,4#4. Dann werden sie zum Ewgen schrein / doch er erhört sie nicht. / Er birgt sein Antlitz ihnen / zu jener Zeit / weil Arges sie getrieben.
22681#Micha,3,5#5. So spricht der Ewige über die Begeisteten, die mein Volk irreführen, die, beißen sie was mit ihren Zähnen, Frieden rufen, doch wer ihnen nichts in den Mund gibt, dem weihen sie Krieg:
22682#Micha,3,6#6. Drum wird euch Nacht vor Gottesschau / und Dunkel euch vor dem Orakel. / Es sinkt die Sonne den Begeisteten / es dunkelt über sie der Tag. /
22683#Micha,3,7#7. Beschämt sind die Seher / erblaßt die Orakler; / sie hüllen alle sich den Bart / denn keine Antwort gibt's von Gott. /
22684#Micha,3,8#8. Ich aber bin erfüllt von Kraft / vom Geist des Ewgen, Recht und Stärke / zu künden Jaakob seine Schuld / und Jisraël seine Sünde. /
22685#Micha,3,9#9. Hört dies doch, Häupter Jaakobs / ihr Führer aus dem Hause Jisraël! / Die Recht verabscheun / und alles Grade krümmen /
22686#Micha,3,10#10. die Zijon baun mit Blut / Jeruschalaim mit Unrecht. /
22687#Micha,3,11#11. Da ihre Häupter um Bestechung richten / und ihre Priester Weisung geben nach dem Lohn / und die Begeisteten, sie sagen wahr ums Geld / und pochen auf den Ewigen und sprechen: / ,Ist nicht der Ewige in unsrer Mitte? / Nichts Böses kann uns überkommen!' /
22688#Micha,3,12#12. Darum wird euretwegen / Zijon als Feld gepflügt / Jeruschalaim Trümmerhaufen werden / der Tempelberg zum Waldesdickicht.
22689#Micha,4,1#1. Und es wird sein in späten Tagen / da wird der Berg stehn mit des Ewgen Haus / gegründet vor den Bergen obenan / er, ragend über die Höhen / und strömen zu ihm die Nationen. /
22690#Micha,4,2#2. Da ziehen viele Völker hin und sprechen: / Kommt! Steigen wir hinan zum Berg des Ewigen / und zu dem Haus von Jaakobs Gott! / Daß er uns seine Wege weise / und wir in seinen Pfaden wandeln.' / Denn von Zijon geht Weisung aus / und Wort des Ewgen von Jeruschalaim! /
22691#Micha,4,3#3. Und er wird richten zwischen vielen Völkern / entscheiden fernhin mächtigen Nationen. / Sie schmieden ihre Schwerter dann zu Pflügen / und ihre Lanzen um zu Winzermessern; / nicht hebt Volk wider Volk ein Schwert / und nicht mehr lernen sie Krieg.
22692#Micha,4,4#4. Und sie werden weilen, ein jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, und keiner schreckt sie, denn der Mund des Ewigen der Scharen hats geredet.
22693#Micha,4,5#5. Ja, gehen alle Völker, jedes im Namen seines Gottes, wir gehen im Namen des Ewigen, unseres Gottes, für immer und ewig.
22694#Micha,4,6#6. An jenem Tag, ist des Ewigen Spruch, will ich das Hinkende aufnehmen und das Verstoßene zusammenholen, und denen ich wehtat!
22695#Micha,4,7#7. Und ich mache das Hinkende zum Rest, das Fortgetriebene zu mächtigem Volk. Und König wird der Ewige sein über sie auf dem Zijonsberg von dann ab und in Ewigkeit.
22696#Micha,4,8#8. Du aber, Herdenturm / der Zijonstochter Höhe / zu dir gelangt und kommt / die frühre Herrschaft / das Königtum zur Maid Jeruschalaims.
22697#Micha,4,9#9. Nun / was schreist du so laut? / Ist kein König bei dir / dein Berater dahin / daß Wehn dich gepackt / gleich der, die gebärt? /
22698#Micha,4,10#10. Ja, winde dich und dränge, Tochter Zijons / gleich der, die gebärt! / Mußt nun ja aus der Stadt hinweg / und hausest im Feld / kommst dann bis Babel / dort wirst du gerettet. / Dort wird der Ewge dich erlösen / aus deiner Feinde Hand.
22699#Micha,4,11#11. Nun aber sammeln sich gegen dich viele Völker, die sprechen: ,Entweiht ist sie! So weide sich an Zijon unser Auge!'
22700#Micha,4,12#12. Sie aber kennen nicht des Ewigen Gedanken, verstehn nicht seinen Plan, daß er sie gesammelt wie Garben auf die Tenne!
22701#Micha,4,13#13. Auf, drisch, Maid Zijons! / Denn eisern mache ich dein Horn / und ehern mach ich deine Klauen / daß viele Völker du zermalmst / dem Ewgen bannest ihren Raub / ihr Gut dem Herrn von aller Erde.
22702#Micha,4,14#14. Nun ritz dir Trauermale, Maid Geduds / Belagrung legt man gegen uns / die Backe schlägt man mit dem Stock / dem Richter Jisraëls!
22703#Micha,5,1#1. Und du, Bet-Lehem-Efrata / klein magst du bei Jehudas Tausendschaften sein / aus dir geht mir hervor / der Herrscher wird in Jisraël / des Ursprung aus der Vorzeit her ist / der Ewigkeit Tagen. /
22704#Micha,5,2#2. Drum läßt ers bis zur Zeit / da die Gebärerin geboren / und seiner Brüder Rest kehrt wieder / zu Jisraëls Kindern. /
22705#Micha,5,3#3. Und er tritt auf und weidet in des Ewgen Kraft / stolz in des Ewgen Namen, seines Gottes. / Sie bleiben, denn nun wird er groß / bis zu der Erde Enden.
22706#Micha,5,4#4. Und dies wird sein der Heilspakt / für Aschschur, wenn es kommt in unser Land / und wenn es tritt in unsere Paläste: / Wir stellen sieben Hirten gegen es / acht Menschenfürsten /
22707#Micha,5,5#5. die weiden mit dem Schwerte Aschschurs Land / und Nimrods Land mit blanken Schneiden; / so rettet er vor Aschschur / wenns kommt in unser Land / und wenn es tritt in unsre Grenzen.
22708#Micha,5,6#6. Und es wird werden Jaakobs Rest / inmitten vieler Nationen / wie's ist beim Tau vom Ewgen her / und wie beim Rieseln auf das Gras / um das man keines Mannes wartet / nicht harrt auf Menschenkinder. /
22709#Micha,5,7#7. Und sein wird unter Völkern Jaakobs Rest / inmitten vieler Nationen / so wie der Löwe unter Waldestieren / so wie das Raubtier in der Schafe Herden / das, wenn es einbricht, niedertritt / zerreißt, und keiner rettet. /
22710#Micha,5,8#8. Hoch hebt sich deine Hand ob allen Drängern / all deine Feinde werden ausgetilgt.
22711#Micha,5,9#9. Und es wird sein an jenem Tag / ist des Ewgen Spruch / vertilge ich aus dir die Rosse / vernichte deine Wagen /
22712#Micha,5,10#10. vertilge deines Landes Städte / reiß nieder deine Vesten /
22713#Micha,5,11#11. vertilg aus deiner Hand die Zauberein / und Wolkendeuter sollst du nimmer haben /
22714#Micha,5,12#12. vertilge dir dein Schnitzwerk / und deine Standmale aus deiner Mitte / nicht wirfst du dich mehr hin / vor deiner Hände Werk. /
22715#Micha,5,13#13. Ich reiße aus die Weihbäume aus deiner Mitte / vernichte deine Städte. /
22716#Micha,5,14#14. Ich üb in Zorn und Grimm / Vergeltung an den Völkern / die nicht gehorchten.
22717#Micha,6,1#1. Hört an doch, was der Ewge spricht: / Auf, streite mit den Bergen / und laß die Höhen deine Stimme hören! /
22718#Micha,6,2#2. Hört, Berge, des Ewgen Streiten / ihr Währende, die Grundfesten der Erde! / Denn Streit mit seinem Volke hat der Ewige / er rechnet ab mit Jisraël. /
22719#Micha,6,3#3. Mein Volk, was tat ich dir? / Wo hab ich dir versagt? Zeug gegen mich! /
22720#Micha,6,4#4. Hab aus Mizraimland dich doch heraufgeführt / und aus dem Sklavenhaus dich losgekauft. / Ich sandte Mosche vor dir her / Aharon und Mirjam. /
22721#Micha,6,5#Mein Volk, gedenke doch: / 5. Was plante Balak, Moabs König / und was erwiderte ihm Bil'am, Sohn Beors! / Von ha-Schittim bis zum Gilgal! / Des Ewgen Rechtestaten zu erkennen!
22722#Micha,6,6#6. ,Womit soll vor den Ewigen ich treten / ich mich dem Gott der Höhe beugen? / Tret ich mit Hochopfern vor ihn / mit jährigen Kälbern? /
22723#Micha,6,7#7. Hat wohl der Ewge Lust an Tausenden von Widdern / Zehntausenden von Bächen Öls? / Geb ich den Erstgeborenen für meine Schuld / des Leibes Frucht für meiner Seele Sünde?' /
22724#Micha,6,8#8. Er hat dir angesagt, o Mensch, was gut ist / und was der Ewige von dir verlangt: / Nur Recht zu tun und treue Liebe / und demütig mit deinem Gott zu wandeln!
22725#Micha,6,9#9. Laut ruft der Ewige der Stadt / in Weisheit schaut man deinen Namen: / Hört, Stamm und wer drin schaltet! /
22726#Micha,6,10#10. Soll ich vergessen noch in Frevlers Haus / des Frevels Speichern / das Efamaß der Knappheit, das verwünschte? /
22727#Micha,6,11#11. Sprech ich ihn rein trotz Frevelwage / und trotz des Beutels mit des Truges Steinen? /
22728#Micha,6,12#12. Wo ihre Reichen voll von Raub sind / und ihre Wohner Lüge reden / in ihrem Mund die Zunge falsch ist! /
22729#Micha,6,13#13. Drum hab auch ich dich wund geschlagen / entsetzlich, wegen deiner Sünden: /
22730#Micha,6,14#14. Du ißt und wirst nicht satt / die Leibesfrucht in dir / du drängst und bringst sie nicht hervor / und was du vorbringst / geb ich dem Schwert. /
22731#Micha,6,15#15. Du säst - und erntest nicht / trittst die Olive aus - salbst draus kein Öl / den Most - und trinkst doch keinen Wein. /
22732#Micha,6,16#16. Da hält man sich an Omris Satzung / und alles Tun von Ahabs Haus. / Ihr wandeltet in deren Plänen / damit ich zum Geschnaub dich mache / und ihre Wohner zum Gezischel / daß meines Volkes Schmach ihr tragt.
22733#Micha,7,1#1. Weh mir, mir wards / wie nach des Obstes Ernte / der Lese Nachzug: / Ist keine Traube da zum Essen / gereifte Frucht, die ich begehre. /
22734#Micha,7,2#2. Geschwunden ist der Fromme aus dem Land / kein Rechtlicher ist bei den Menschen / sie lauern allesamt auf Blut / den Bruder fängt der Mann im Netz. /
22735#Micha,7,3#3. Zum Bösen sind die Hände tüchtig / der Obre fordert / der Richter tuts um Sold / der Große redet seiner Seele Lug / und so verdrehen sie's. /
22736#Micha,7,4#4. Ihr Bester - gleich dem Dorn / der Grade - vor der Hecke. / Der Tag den sie dir schauten / die Abrechnung, sie kommt / nun gibts für sie Bestürzung!
22737#Micha,7,5#5. Glaubt nicht dem Genossen / traut nicht dem Freund! / Vor der, die dir im Schoß liegt / hüt deines Mundes Pforten! /
22738#Micha,7,6#6. Der Sohn schmäht ja den Vater / die Tochter trotzt der Mutter / die Schnur ihrer Schwieger / feind sind dem Manne seines Hauses Leute. /
22739#Micha,7,7#7. Ich aber, auf den Ewgen schau ich aus / ich harr auf meines Heiles Gott / mich hört mein Gott!
22740#Micha,7,8#8. Freu dich nicht, Feindin, über mich! / Denn fiel ich, steh ich auf. / Und weil' ich auch im Dunkel / der Ewge ist mir Licht. /
22741#Micha,7,9#9. Den Zorn des Ewgen trag ich / weil ich mich ihm versündigt. / Bis meinen Streit er streitet / und Recht mir schafft / ans Licht mich führt / ich seinen Rechtssieg schaue. /
22742#Micha,7,10#10. Denn siehts meine Feindin / so deckt sie Beschämung / die zu mir spricht: / ,Wo ist der Ewige, dein Gott?' / Mein Auge wird an ihr sich weiden / nun wird sie zertreten / wie Kot der Gassen.
22743#Micha,7,11#11. Des Tages, da man deine Mauern baut / an jenem Tage wird die Grenze weit. /
22744#Micha,7,12#12. Ein Tag ist es, da kommts zu dir / von Aschschur und Mazors Städten / her von Mazor, hin zum Strom / von Meer um Meer und Berg um Berg. /
22745#Micha,7,13#13. Da wird die Erde Öde / ob ihrer Bewohner / um ihrer Taten Frucht.
22746#Micha,7,14#14. Mit deinem Stabe hüt dein Volk / die Schafe, dir eigen / die einsam wohnen / im Dickicht, in des Waldlands Mitte; / daß sie im Baschan und im Gil'ad weiden; / so wie in Urzeittagen /
22747#Micha,7,15#15. den Tagen, da du aus Mizraim zogst / laß Wunder ichs erschauen. /
22748#Micha,7,16#16. Die Völker sehns und gehn zuschanden / an all ihrer Macht / tun auf den Mund die Hand / ihre Ohren ertauben. /
22749#Micha,7,17#17. Sie fressen, wie die Schlange, Staub / wie des Bodens Gewürm. / Sie zittern aus ihren Kerkern / dem Ewgen, unserm Gott, entgegen bangen sie / und fürchten vor dir.
22750#Micha,7,18#18. Wer ist wie du ein Gott / der Schuld vergibt / hinwegsieht über Abfall / dem Rest seines Erbguts? / Nicht hält er immerfort den Zorn / denn Liebe will er /
22751#Micha,7,19#19. wird unser wieder sich erbarmen / tritt aus unsre Sünde. / In Meerestiefen schleuderst du / all ihre Schuld /
22752#Micha,7,20#20. gibst Treue Jaakob / und Liebe Abraham / wie du es unsern Vätern zugeschworen / seit Urzeittagen.